Leserpreis 2018

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16 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Der Hunger der Lebenden

Beate Sauer
Flexibler Einband: 385 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 25.01.2019
ISBN 9783548291215
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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(9)

21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

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Wovon du nichts ahnst

Alex Lake , Jeannette Bauroth
Flexibler Einband: 434 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 04.01.2019
ISBN 9783959672566
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Was als Merkwürdigkeit oder möglicher Streich im Internet beginnt, wird zur tödlichen und bis ins letzte Detail geplanten Falle. Wird Sarah unter dem Druck zerbrechen ? Wird sie von ihrer Familie und Freunden Hilfe bekommen ? Kann sie sich noch rechtzeitig aus der Falle befreien ?

Zum Inhalt:
Die Ärztin Sarah Havenant lebt glücklich mit ihrem Mann Ben und ihren drei Kindern in Barrow, Maine. Eine alte Freundin schickt ihr auf Facebook eine Freundschaftsanfrage und fragt dabei, welches der beiden Profile ihr echtes wäre. Sarah ist alarmiert und fragt sich, wer diese privaten Fotos mit ihrer Familie und aus dem Inneren ihres Haus gemacht haben könnte. Wer hat ein Fake-Profil erstellt und gibt sich als Sarah aus ?
Als dann noch weitere merkwürdige Dinge passieren, gerät Sarahs bisher so harmonisches Leben mehr und mehr aus den Fugen.

Mein Eindruck:
Wenn Dinge im Netz passieren, die man sich nicht erklären kann und dann noch andere unerklärbare Vorfälle immer mehr das reale Leben beeinflussen, kann und darf man wohl durcheinander kommen. Was als zweites, unerklärliches Facebookprofil beginnt, wird bald zu einer sehr realen Gefahr für Sarah und ihre gesamte Familie. Die Polizei ist redlich bemühlt, doch niemand weiß, wer hinter den Ereignissen steckt und es liegen letztlich keine Straftaten vor. Daher sind Sarah und ihr Mann ganz auf sich alleine gestellt.
Alex Lake hat ein kluges und hinterhältiges Szenario entwickelt, das er schleichend und spannend aufbaut. Das Buch lebt von den Sarahs Denken, ihren Ängsten und ihrer Verzweiflung. Ihr gesamtes Umfeld beginnt an ihrer geistigen Gesundheit zu zweifeln. Die bisher so harmonische Ehe droht kaputt zu gehen und Sarah an der Gesamtsituation zu zerbrechen. Kurze Einschübe aus Täterperspektive beschreiben eine unfassbare Aussichtslosigkeit, die für große Spannung sorgt. 
Die Handlungen und das Denken der Charaktere sind absolut nachvollziehbar. Die vom Täter bis ins kleinste Detail geplante Falle und deren Auswirkungen lassen die Nackenhaare zeitweise aufstellen. Die durchaus überraschende Auflösung und die Motivation dahinter muss man allerdings als gegeben und psychisch begründet hinnehmen. 
Der Schreibstil ist nach kurzer Eingewöhnung verständlich und gut zu lesen. Auf den ersten Seiten haben mich längere Sätze mit einigen Nebensätzen noch etwas aus dem Konzept gebracht. 

Fazit:
Alex Lake bringt mit diesem Psychothriller eine Mutter mit ihrer Familie aus dem Alltag heraus in eine alles bestimmende und tödliche Situation. Sehr gelungen konstruiert, tiefgründig und sehr lesenswert.

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46 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

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Verschollen in der Poison Bay: Ein Neuseeland-Krimi (Wild Crimes 1)

Belinda Pollard
E-Buch Text: 415 Seiten
Erschienen bei Small Blue Dog Publishing, 25.11.2017
ISBN 9780994209894
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine junge Wandergruppe in Neuseeland. Mitten in der Wildnis geht es plötzlich nur noch ums Überleben. Doch einer aus der Gruppe könnte ein Mörder sein. Wem kann man trauen und wem nicht ?

Zum Inhalt:
Callie Brown startet zusammen mit sieben alten Schulfreunden eine mehrtägige abenteuerliche Outdoorwanderung in Neuseelands Wildnis. Am Ziel angekommen stellt die Gruppe fest, dass nun nur noch das Eine zählt. Das nackte Überleben.
Doch nicht nur die gnadenlose Natur ist für Callie und ihre Begleiter eine große Gefahr. Als ein Mitglied der Gruppe stirbt und es wahrscheinlich kein natürlicher Tod sein dürfte, muss damit gerechnet werden, dass ein Mörder unter ihnen ist. Callie muss sich entscheiden, wem sie noch vertrauen kann. 

Mein Eindruck:
Belinda Pollard nimmt den Leser tatsächlich mit auf die Wanderung durch die unwirtliche Wildnis Neuseelands und daamit in eine fast ausweglose Ausnahmesituation für die Wandergruppe. Die Konstellation nur in der Gruppe überleben zu können, gleichzeitig aber in dieser Gruppe aber niemanden trauen zu können, zieht sich bestimmend durch die ganze Geschichte. Die Vorgeschichte und die Motivation hinter dieser besonderen Situation hat mir im Grunde sehr gefallen. Warum die einzelnen Figuren aber diese Reise in die Wildnis überhaupt angetreten sind, hat sich mir aber im Einzelnen leider nicht ganz erschlossen. Einige Handlungen waren recht leicht und früh vorhersehbar, was ein wenig Spannung rausgenommen hat. Trotz allem zeigt das skizzierte Szenario sein Spannungspotential.
Callie und Jack als Gruppenanker und Protagonisten sind sehr gut herausgearbeitet und lassen den Leser mitfiebern und mitzittern. Auch die weiteren Charaktere haben ihr Eigenleben und ihre eigenen Gedanken, die sie zum Handeln im Verlauf der Wanderung antreiben. 
Die Beschreibungen der Landschaft sind bildhaft und wirken sowohl beeindruckend als auch bedrohlich. Die Geschichte wird in kurzen Kapiteln und in einem angenehmen Schreibstil erzählt. Der Wechsel der Perspektiven zwischen der auf sich gestellten Reisegruppe und der Mutter, die die Such- und Rettungsaktion erst möglich gemacht hat, erzeugt zusätzliche Spannung und große Neugier beim Leser. 

Fazit:
Eine sehr unterhaltsame Lektüre mit einer tödlichen Wanderung in Neuseelands Wildnis. Klare Leseempfehlung für Natur- und Spannungsliebhaber.

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30 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

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Lüge nie!

Kate White , Matthias Frings
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 07.12.2018
ISBN 9783746634272
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine ermordete Köchin, Albträume im Feuer, ein Autounfall, Schreibblockaden, Energielosigkeit und viele kleine und große Unwahrheiten sind die Zutaten des Thrillers "Lüge nie!" von Kate White. Ihr Thrillerrezept reicht leider nicht für die 5-Sterne-Küche.

Zum Inhalt:
Bryn Harper, eine Bestsellerautorin für Sachbücher, hat nach einem schweren Autounfall mit sich selbst zu tun. Albträume und unklare Erinnerungen an den Autounfall beschäftigen sie. Sie verfällt energielos in eine Schreibblockade. Sie und ihr Ehemann Guy wollen den Sommer in einem großen Ferienhaus in Saratoga verbringen, wo Guy das Fundraising für ein Opernhaus übernommen hat. So kann er sich neben seiner Arbeit um Bryn kümmern.
Auf einer Dinnerparty im Haus lernt Bryn einige Geschäftspartner ihres Mannes kennen. Es kommt anscheinend zu einem Diebstahl und einer merkwürdigen Hinterlassenschaft, die mit Bryns Albträumen zu tun zu haben scheint. Sie verdächtigt Eve, die Chefin der Cateringfirma, die zu allem Überfluss am nächsten Morgen ermordet aufgefunden wird. Schon bald haben Bryn und Guy nicht nur mit der Polizei zu tun, sondern finden ihre noch junge Ehe auf den Prüfstand gestellt. Ist Guy wirklich der Mann, den Bryn geglaubt hat, geheiratet zu haben ?

Mein Eindruck:
Kate White vermengt hier die Albträume ihrer Protagonisin, eine nebelige Erinnerung an den Autounfall und einen nicht ganz aufrichtigen Ehemann zu einem insgesamt etwas aufgesetzt wirkenden Thriller. Im Nachhinein betrachtet, suche ich als Leser die Zusammenhänge, die miteineinander in einer sich bedingenden Zusammenhang stehen. Ich treffe aber mehr auf Zufälle und einer Auflösung, die mit dem tragenden Kern der Geschichte, nämlich den Unwahrheiten des Ehemannes, nur noch am Rande etwas zu tun hat. Im Grunde genommen gelingt es nicht, alle Themen so miteinander zu verknüpfen, dass ein geschlossenes und stimmiges Gesamtbild entsteht. Die Geschichte ist in der Ich-Perspektive geschrieben. Daher müsste man meinen, dass Bryn Harper hier charakterlich besonders hervorgehoben und mit tiefen Einblick in ihre Gedanken- und Gefühlswelt ausgestattet wird.  Sie bleibt für meinen Geschmack leider zu blass, wie auch andere der handelnden Figuren.
Die Geschichte ist an sich gut zu lesen. Vor allem in den ersten Kapiteln erhofft man sich aber mehr Spannung. Die Geschichte schleicht zunächst ein wenig am Leser vorbei und man weiß nicht so recht, auf welche Dinge man sich konzentrieren soll. Erst im weiteren Verlauf wird durch viele offene Fragen und ein erhöhtes Tempo eine gewisse Bindung erzielt.

Fazit:
Diese Geschichte wirkt thematisch leider zusammengewürfelt und in der Umsetzung etwas runter erzählt. Dennoch als Unterhaltungslektüre zwischendurch geeignet.

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21 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

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Fremdland

Philipp Reinartz
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.12.2018
ISBN 9783442488049
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Fremdland. Ein aus seiner Heimat geflüchteter Senegalese kommt mit seiner kleinen Familie nach Berlin. Ohne Perspektiven aber voller Wünsche gerät er mit dem Gesetz in Konflikt und trifft auf einzelne Polizisten, die nach ihren eigenen Regeln spielen und alle Grenzen überschreiten. 

Zum Inhalt:
In einem Seniorenheim wird Louisa Sprecher (97) ermordet aufgefunden. Der Täter hat ein Schreiben mit einem rätselhaften Gedicht hinterlassen, das die neunte Mordkommission der Berliner Polizei auf den Plan ruft. Ihr Leiter Jerusalem Schmitt versucht mit seinem Team diesen Mord aufzuklären. Dabei hat er aber auch mit privaten Untersuchungen zu tun, die sich um seinen Vater und eine manipulierte Akte aus den 90er Jahren drehen. 
In einem zweiten Handlungsstrang kommt Mo, ein Senegalese mit seiner Frau und seiner Tochter in Deutschland als Asylbewerber an. Voller Hoffnungen versucht in dem für ihn fremden Land Fuß zu fassen. Doch alle Bemühungen sind vergeblich. 

Mein Eindruck:
Philipp Reinartz lässt reale Vorfälle im Hamburg der 90er Jahre in Berlin geschehen. Die Fremdenfeindlichkeit innerhalb einer kleinen Einheit der Polizei eskaliert in Form purer Polizeigewalt und verursacht letztlich eine menschliche Katastrophe. Die Thematik insgesamt erscheint hervorragend herausgearbeitet, sehr brisant und natürlich auch heute sehr aktuell vor.
Die Verpackung dieses ernsten Grundthemas in einem unterhaltsamen Kriminalroman, ist im Wesentlichen gut gelungen. Die Geschichte um Jerusalem Schmitt als Ermittler, ist vor allem in der zweiten Hälfte sehr rasant und hält den Leser durch hohe Spannung und Ermittlungsdruck bei der Stange. Unterstützt wird dieses Tempo durch kurze und knackige Kapitel. Die Verknüpfung zwischen Vergangenheit und Gegenwart gelingt Reinartz sehr gut.
Insgesamt erscheint die Geschichte dann trotz aller Dynamik phasenweise etwas konstruiert. Hierzu zählen für mich das rätselhafte Schreiben bei der ermordeten Seniorin und ein weiteres ähnlich kryptisches Rätsel.
Die Schlüsselszene wird mehrfach aus unterschiedlichsten Perspektiven heraus beschrieben. Das Geschehen wird hierdurch zwar lückenlos und beschrieben, aber es kommt mir für einen Unterhaltungsroman abschließend betrachtet zu detailliert und übervollständig vor.
Die Charaktere, allen voran Jerusalem Schmitt, sind ausreichend skizziert, um ein entsprechendes Bild der handelnden Figuren zu entwickeln. Unter Umständen fehlt mir hier das Wissen aus dem Vorgängerband dieser Reihe. 
Dem Schreibstil des Autors kann man gut folgen. Hier und da werden direkte Dialoge durch indirekte Rede ersetzt, was auf mich eher ungewohnt wirkt. 

Fazit:
Die Kombination Polizeigewalt und Fremdenfeindlichkeit als Grundthema dieses Krimis wird sehr spannend und rasant umgesetzt. Fremdland lädt nicht nur zur reinen Unterhaltung ein, sondern auch zum Nachdenken über die dargestellten Themen. Daher ist es eine ernsthafte und gleichzeitig unterhaltsame Lektüre, die ich gerne empfehlen möchte.

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98 Bibliotheken, 27 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

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Doggerland – Fehltritt

Maria Adolfsson , Stefanie Werner
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 27.12.2018
ISBN 9783471351826
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit Doggerland.Fehltritt wirft Maria Adolfsson einen gelungenen Start ihrer Trilogie in die Krimiregale. Der Besuch auf der Inselgruppe Doggerland wird mit einer ganz besonderen Ermittlerin und einer sehr gelungenen und unterhaltsamen Geschichte belohnt.

Zum Inhalt
Karen Eiken Hornby, Kommissarin auf der Inselgruppe Doggerland, wacht nach dem Austernfest schockiert in einem Hotel auf. Neben Ihr liegt ihr Chef Jounas Smeed und schnarcht. Fluchtartig verlässt Karen das Hotel. Am nächsten Tag erfährt sie, dass Smeeds Ex-Frau ermordet aufgefunden wurde und Karen die Ermittlungen leiten soll, da ihr Chef als Verdächtiger zählt und beurlaubt wird. Wird Hornby den Mord aufklären können und vielleicht in der Hierarchie aufsteigen können ? Dazu sollte von ihrem peinlichen Ausrutscher niemand erfahren und so sucht sie für ihren Chef ein anderes Alibi.
Hornby beginnt sich für das Leben des Mordopfers zu interessieren. Hier stellt sie sich auch ein paar Fragen zu einer vierzig Jahre alten Kommune, die auf Doggerland existiert hatte. Gibt es hier einen Zusammhang ?

Mein Eindruck
Maria Adolfsson hat mich mit Doggerland.Fehltritt sehr begeistert und ganz hervorragend unterhalten. Adolfsson lässt das versunkene Doggerland zwischen Grossbritanien und Dänemark in ihrer Geschichte fiktiv wieder auftauchen. Eine aus drei Inseln bestehende Landmasse, die nicht nur eine raue Küstenlandschaft, sondern auch einen besonderen Schlag Menschen in Szene setzt. Vor allem durch ihren Schreibstil und ihre ausführlichen und bildhaften Beschreibungen zieht die Autorin den Leser direkt ins Doggerland und damit in diese besondere, skandinavisch anmutende Atmosphäre. 
Als Hauptcharakter sticht Karen Eiken Hornby besonders heraus. Sie ist eine interessante Persönlichkeit, die vorrangig auch ihre eigenen Konflikte austragen muss. Der Hintergrund dieser Figur und das aktuelle Geschehen sind vollkommen schlüssig und Karen nimmt ihre eigenen Dämonen auch an. Das konfliktreiche Wechselspiel mit ihren Kollegen und Vorgesetzen bringt einen besonderen, sogar entscheidenden Kick, der den Leser durch die Geschichte trägt. 
Der Mord an sich und die Ermittlungen danach verlaufen nicht problemlos, geradlinig und rasant. Es geht hier häufig um Details und Kleinigkeiten, die auch nicht sofort offengelegt bzw. gelöst werden. Daher kann und kann der Leser auch ein wenig miträtseln. Auch die kurzen Rückblenden in die 1970er Jahre in das Leben der Kommune, lassen zunächst mehr Fragen, als Antworten im Raum stehen. Insgesamt ist das Szenario sehr schlüssig und interessant konstruiert. Die durchaus aufwändige Geschichte versteht es mit offenen Fragen, Überraschungen und Wendungen den Leser zu binden. 

Fazit
Doggerland.Fehltritt ist ein sehr starker Auftakt dieser Trilogie mit einer starken und gleichzeitig sehr spannenden Karen Eiken Hornby. Die Kombination aus Setting, Mordermittlungen und den auftretenden Charakteren haben mich sehr begeistert und lassen bereits heute auf eine gelungene Fortsetzung im Dezember 2019 hoffen, wenn Doggerland.

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(21)

31 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

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Graue Nächte

Arnaldur Indriðason , Anika Wolff
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.12.2018
ISBN 9783785726297
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als ein sehr intelligenter Krimi entpuppt sich "Graue Nächte" von Arnaldur Indridason. Zwei Leichen mit unklaren Hintergründen und eine ganz besondere Atmosphäre lassen den Leser so schnell nicht wieder los. 

Zum Inhalt

Im von den Amerikanern besetzen Island im Jahr 1943 wird ein übel zugerichteter Mann in unmittelbaren Nähe einer ganz einfachen Soldatenkneipe tot aufgefunden. Kommissar Flóvent und der kanadische Militärpolizist Thorson ermitteln gemeinsam in einem zwielichtigen Umfeld die Hintergründe dieses Mordes. Sie machen fürchterliche Entdeckungen und treten ihren Gegenspielern schnell auf die Füße, was natürlich nicht folgenlos bleibt.
Flóvent hat darüber hinaus mit einer an den Strand angespülten Leiche zu tun. Ist es wie es auf dem ersten Blick scheint ein Selbstmord oder steckt etwas anderes dahinter?  

Mein Eindruck

Zunächst braucht man ein paar Seiten, um in die Geschichte einzutauchen. Das isländische Flair und die Kriegszeit müssen ebenso kurz beim Lesen ankommen, wie auch die Sprache und der Stil von Arnaldur Indridason. Er schafft es durch passende Bilder und Stimmungen eine sehr besondere Atmosphäre aufzubauen. Das Island im Jahr 1943 wurde hervorragend skizziert. Arnaldur Indridason schafft hier die richtigen Bilder. Sehr interessant ist auch - wenn natürlich nur am Rande betrachtet - die Sicht auf Nazi-Deutschland aus isländischer Sicht, wobei auch hier unterschiedliche Perspektiven eingenommen werden.
Mit dem ruhigen und unaufgeregten Kommissar Flóvent wird man dabei recht schnell warm. Etwas temperamentvoller ist hingegen der Militärpolizist Thorsen, die das Ermittlungsduo komplett macht. Man bekommt schnell einen Eindruck, dass es sich hier um eine wie selbstverständliche Männerfreundschaft handelt. Bei beiden bekommt man nicht den tiefen Einblick in Gedanken und Gefühle, aber genau so passt es zu den Figuren.
Die Spannung der Geschichte wird zunächst von zahlreichen Fragezeichen und den Wechsel zwischen zweier Handlungssträngen in kurzen Kapiteln getragen. Im Laufe der Geschichte nimmt das Tempo durchaus auch Fahrt auf. Der etwas ruhigere Charakter Flóvent wirkt sich dabei aber keinesfalls hemmend auf Spannung und Tempo aus, sondern passt insgesamt sehr gut zu Island, wie man es kennt oder sich vorstellen mag. Insgesamt ist die Handlung sehr durchdacht und hervorragen konstruiert. Sie wirkt über das ganze Buch hinweg glaubwürdig und authentisch und legt dem Leser auch einige Überraschungen aufs Tablett.

Fazit

Eine rundum gelungene Kriminalgeschichte im besetzten Island der 1940er Jahre. Atmosphäre und Spannung passen gut zueinander. Für "Graue Nächte" gebe ich gerne eine Leseempfehlung.

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5 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der Turm der blauen Pferde

Bernhard Jaumann
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Galiani Berlin ein Imprint von Kiepenheuer & Witsch, 14.02.2019
ISBN 9783869711416
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Mordflüstern

J.J. Preyer
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.12.2018
ISBN 9783426216903
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In "Mordflüstern" von J.J. Preyer stößt ein Buch über Serienmorde eine Mordserie in Hamburg an. Der Schriftsteller Lars Faber hat eigentlich schon genug mit sich selbst zu tun, aber versucht trotzdem herauszufinden, wer auf Grundlage seines Krimis, zum Serienmörder geworden ist. 

Zum Inhalt:
Der Schriftsteller Lars Faber, kehrt nach Hamburg zurück. Dort nimmt er das Flüstern seiner verstorbenen Mutter wahr. Keine leichte Kost, denn diese Flüsterstimme fantasiert (oder berichtet) von Morden an Männern, die seine Mutter schlecht behandelt haben. Dieses Flüstern motiviert Lars Faber einen Krimi über diese Idee zu schreiben. 
Kaum ist das Buch veröffentlicht, beginnen - ähnlich wie in seiner Geschichte - Morde an selbstherrlichen Männern in Hamburg. Der Täter hinterlässt eindeutige Hinweise, die einen direkten Zusammenhang zu Fabers Buch entstehen lassen. 
Lars Faber versucht selbst herauszufinden, wer der Mörder ist. Als sein Onkel entführt wird und ein abgetrenntes Ohr zugeschickt wird, beginnt es auch für Faber und sein Umfeld Ernst zu werden.

Mein Eindruck:
Ich werde leider mit diesem Titel nicht warm. J.J. Preyer erzählt in der Ich-Perspektive des Lars Faber. Kein einfacher Charakter. Faber stellt sich mir als etwas sehr durcheinander, etwas verpeilt und planlos dar. In Teilen fällt es mir schwer, Fabers Gedanken und Überlegungen zu folgen. Seine Vermutungen zu der oder dem Täter/in sind mir oft zu unvollständig, was aus der Ich-Perspektive beschrieben unglücklich wirkt. 
In Zusammenhang mit seinen Freunden (er ist schwul) hatte ich den Eindruck, dass er durchaus eine emotionale Seele besitzt und sogar lieben kann. Auf der anderen Seite belastet ihn die Entführung seines Onkels in keinster Weise. Neben der Serienmorde ist Fabers Suche nach dem eigenen Glück bzw. nach einem Lebenspartner ein weiterer Schwerpunkt, der Raum einnimmt.
Die weiteren Charaktere sind meines Erachtens gut skizziert und fügen sich auch entsprechend in die Geschichte ein. Die mitspielenden Polizeibeamten sind mir in diesem Sinne, allerdings etwas zu unvoreingenommen und sogar zu lieb.
Die Geschichte bleibt auf einem relativ stabilen Spannungslevel. Ich denke, dass man aus der Grundidee durchaus mehr hätte machen können. Gerade das Flüstern der Mutter schafft zu Beginn eine sehr interessante Stimmung, die aber nicht über das ganze Buch aufrecht gehalten wird. Einige Sprünge und Schritte von Lars Faber können mich auch nicht vollends überzeugen. Die im Buch direkt beschriebene charakterliche Entwicklung kann ich als solches nicht nachvollziehen.
Das Buch spielt in Hamburg, wie der Untertitel "Hamburg-Krimi" schon verspricht. Tatsächlich kommen einige präsente Orte aus der Stadt in der Geschichte vor. Auch sprachlich versucht der Autor sich an die norddeutsche Schnauze etwas anzupassen. 

Fazit:
"Mordflüstern" wirkt auf mich leider zügig dahingeschrieben und insgesamt auch etwas wirr. Das mag dem Charakter Lars Faber gerecht werden und auch so gewollt sein, aber das entspricht weniger meinem Anspruch an eine Geschichte, der ich gerne folgen möchte. 

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74 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 57 Rezensionen

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Kälter als die Angst

Christine Drews
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.12.2018
ISBN 9783404177882
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kälter als die Angst“ von Christine Drews spielt geschickt mit dem Thema Angst. Ein brutaler Mord und wirkungsvolle Drohbriefe mit sehr klaren Andeutungen machen neugierig. 

Zum Inhalt:
Carla Delbrück wird in Münster ermordet und der Verdacht fällt schnell auf ihren Ehemann Klaus. Aber die außergewöhnlichen Todesumstände und rätselhafte Drohbriefe, die das Opfer im Vorfeld erhalten hatte, passen nicht so richtig zu einer spontanen Beziehungstat. Alles erscheint etwas rätselhaft. Es zeigen sich zudem deutliche Parallelen zu einem Mord vor dreißig Jahren. Gibt es einen direkten Zusammenhang, oder „nur“ einen Nachahmungstäter ?
Das Ermittlerduo Charlotte Schneidmann und Peter Käfer versuchen dies herauszufinden und befürchten dabei schnell, dass es schon bald einen weiteren Mord geben könnte. 

Mein Eindruck:
Das Buch „Kälter als die Angst“ kann sehr gut unterhalten. Die Geschichte lässt sich leicht und locker herunterlesen und der Umfang von 303 Seiten wird ihr auch gerecht.  
Die beiden Ermittler Charlotte Schneidmann und Peter Käfer werden, insbesondere durch Bezüge zu ihrem normalen Leben und dem Aufblitzen ihrer Ängste sehr authentisch und menschlich dargestellt. Beide sind sofort sympathisch. An einigen Stellen hätte ich mir als „Einsteiger“ vielleicht ein paar Zeilen mehr zu der Vorgeschichte gewünscht, da ich die vorherigen Bände dieser jetzt fünfteiligen Reihe leider nicht kenne.
Mit Kathrin Ortrup betritt eine weitere Figur die Bühne. Sie nimmt - obwohl sie charakterlich sehr Interessant ist - für mich etwas zu viel Raum in Anspruch, da sie nur am Rande mit dem Mordfall oder den Ermittlungen zu tun hat. Dafür sticht gerade Kathrin mit ihren Ängsten als Titelgeberin für diesen Roman heraus und agiert als Spannungsmagnet. 
Durch eingeschobene Tagebuchauszüge wird gezielt Spannung aufgebaut, da sich so die Bedrohung eines möglichen weiteren Mordes am deutlichsten zeigt. Die Handlung ist durchaus komplex, erscheint mir in Teilen aber ein wenig konstruiert.
Die Ermittlungen gehen flott, zielstrebig und geradlinig voran. Leider kommt es aber dabei auch nicht zu schwierigen oder unerwarteten Problemen. Dieser Eindruck wird für mich durch den eher lässig-leichten Schreibstil noch unterstützt. Hierdurch wird phasenweise wieder ein wenig Spannung herausgenommen.  
In meinen Augen hätte diese Geschichte tatsächlich Potential für zwei getrennte Bücher gehabt. Zum einen die gut dargestellten Situationen mir Kathrin Ortrup, die sich in einer Angstsituation wiederfindet, zum anderen die klassische Kriminalgeschichte mit dem Mord an Clara Delbrück, die mit einem guten Hintergrund daherkommt. 

Fazit:
„Kälter als die Angst“ ist ein durchaus lesenswerter Krimi. Er entspricht meine Erwartungen an eine unterhaltsame Lektüre, hebt sich aber insgesamt leider nicht besonders hervor. 

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Destination Dallas

Lou Berney , Mirga Nekvedavicius
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 01.03.2019
ISBN 9783959672702
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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50 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

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Die Attentäterin

Daniel Silva , Wulf Bergner
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 09.10.2017
ISBN 9783959671002
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gabriel Allon, der israelische Geheimagent, geht in diesem mittlerweile 16. Band in einem ganz aktuellen Umfeld auf. Nach einem außergewöhnlichem IS-Terrorschlag versucht, Allon die Drahtzieher ausfindig zu machen und das Netzwerk zu unterwandern. Dazu schickt er die unerfahrene jüdische Ärztin Natalie in die Höhle des Löwen.

Zum Inhalt:
In Paris und Amsterdam verübt der IS gewaltige Bombenattentate. Anschlagsziel in Paris ist Hannah Weinberg, eine Bekannte von Gabriel Allon, dem bekannten israelischen Geheimagenten. Dem französischen Geheimdienst gelingt es daraufhin, Allon als Unterstützung zu gewinnen, um die Verantwortlichen zu finden und weitere Anschläge zu verhindern.
Allon wirbt die jüdische Ärztin Natalie für den israelischen Geheimdienst an. Ihr gelingt es nach einer intensiven Kurzausbildung, vom Terrornetzwerk rekrutiert zu werden und tief in das Innere des Netzwerkes vorzudringen. 

Mein Eindruck:
Das ist erst mein zweiter gelesener Titel aus der Gabriel Allon Reihe von Daniel Silva. Wie schon bei „Der englische Spion“ konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen. Besonders fasziniert haben mich an diesem Band vor allem die in meinen Augen sehr realistischen Szenarien, die hier bildlich und konkret beschrieben werden. Sowohl die Radikalisierung, die Aufenthalte der IS-Kämpfer in Syrien, als auch die geschilderten Attentate und Vorgehensweise könnten genauso im nächsten Moment auf den einschlägigen Nachrichtensendern als Realität zu sehen sein. Ergänzend dazu erhält man als Leser auch ein paar wichtige Hintergründe zur Geschichte des IS und deren Denkweisen mitgeliefert. Die Härte und das Verhalten der IS-Kämpfer und Funktionäre nimmt man Danial Silva sofort ab.
Die bekannten Charaktere um Gabriel Allon herum, sind natürlich schon ein wenig bekannt und durch ihre lange, eigene Geschichte schon sehr gewachsen. An einigen Stellen kommen Rückblicke in frühere Geschichten vor, die aber in keinem Fall als störend empfunden werden müssen. Daher kann dieses Buch vollkommen unabhängig von den Vorgängern gelesen werden.
Die neu eingeführten Charaktere, vor allem Natalie stehen diesem Anspruch aber in nichts nach. Sie sind ebenfalls sehr authentisch, sympathisch und liebenswert. Dies gilt vor allem für Natalie, die eine sehr bedeutende Rolle spielt, aber auch für Allons Gegenspieler Saladin. Dieser wird zwar gewollt nicht in aller Tiefe dargestellt, steht aber absolut ebenbürtig und eindringlich im Ring.
Daniel Silvas Schreibstil ist wie gewohnt auffällig angenehm und reicht dabei von kurzen Zusammenfassungen des Geschehens an den richtigen Stellen bis hin zu intensiveren Betrachtungen des Innenlebens der Charaktere. Die Geschichte ist komplex, es fällt aber dank der Schreibweise leicht, den Geschehnissen zu folgen.

Fazit:
Ein spannender Lesegenuss mit aktuellen und schockierend realistischen Szenarien. „Die Attentäterin“ unterhält hervorragend und hinterlässt einen bleibenden Eindruck.
Der Folgeband „Der Drahtzieher“ wird nach dem Klappentext an den Geschehnissen anschließen und seit Oktober erhältlich.

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90 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 52 Rezensionen

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Nachtspiel

Catherine Shepherd
Buch: 348 Seiten
Erschienen bei Kafel Verlag, 01.11.2017
ISBN 9783944676098
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Nachtspiel" von Catherine Shepherd ist der zweite Fall nach "Mooresschwärze" für Gerichtsmedizinerin Dr. Julia Schwarz und Kriminalkommissar Florian Kessler. Dieser Fall geht Julia und dem Leser gleichermaßen unter die Haut. Was ist real und was ist Einbildung ?
Zum Inhalt:Gerichtsmedizinerin Dr. Julia Schwarz und Kriminalkommissar Florian Kessler ermitteln in einem Mordfall an Kim Wiesinger, eine ehrgeizige Polizistin. Sie war in der Nacht offensichtlich alleine ohne ihren Partner unterwegs und ist in eine tödliche Falle geraten.Während Julia Schwarz immer wieder von Albträumen aus ihrer Vergangenheit geplagt wird, kommt es zu neuen Mord. Auch dieses Opfer landet bei ihr auf dem Obduktionstisch. Florian Kessler geht von einem neuen Fall aus, doch Julia Schwarz zweifelt daran. Zusammen suchen beide nach Spuren und Erklärungen, bis Julia Schwarz endlich die Handschrift des Mörders erkennt und selbst in Gefahr gerät.
Mein Eindruck:Bereits der erste Teil "Mooresschwärze" dieser Serie hatte mir gut gefallen. Das Losglück hatte es gut mir mir gemeint und ich durfte bei der Lovelybooks Leserunde zu "Nachtspiel" mitmachen.Im Vergleich zum ersten Teil konnte sich Catherine Shepherd deutlich steigern. Die Geschichte ist sehr verwoben und das Ermittlerduo und der Leser wird mit zahlreichen Fragen konfrontiert, die nach einer Antwort verlangen. Lange bleibt der Zusammenhang zwischen den offenbar unabhängigen Mordfällen im Verborgenem. Das Buch lädt ein, selbst nach Lösungen zu suchen und sich in den Fall hineinzudenken. Wie es sich gehört, findet die Auflösung erst weit am Ende statt und wartet mit einer überraschenden Lösung auf.In Phasen wird die Spannung auf das Äußerste ausgereizt. Die Nackenhaare stellen sich auf und als Leser taucht man tief in die kribbelnde Situationen ein. Catherine Shepherd gelingt es, immer wieder neue Spannungsakzente zu setzen, die den Leser mitreissen.Die beiden Hauptcharaktere Dr. Julia Schwarz und Florian Kessler sind - wie auch schon im Vorgänger - sehr gelungen. Julia, die eher distanziert auf ihre Kollegen wirkt, hat unter ihrer Haut einen weichen Kern, den sie nur selten laut und offen aufblitzen lässt. Florian hingegen ist sowohl emotional, als auch analytisch ein hervorragender Mensch und Kommissar. Beide wirken sehr menschlich und scheuen sich nicht ihre Gefühle und Ängste dem Leser zu offenbaren.Der Schreibstil ist wie gewohnt hervorragend. Flüssig und gut lesbar wird der Leser durch die spannende und rätselhafte Geschichte gezogen."Nachtspiel" kann unabhängig vom Vorgänger gelesen werden. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.
Fazit:Ein Spannungsthriller mit sympathischen Ermittlern, der unter die Haut geht. Dieses Buch gehört für Genreliebhaber in das Bücherregal.

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Tags: ermittlung, gerichtsmedizin, mooresschwärze, mord, serie, spannung   (6)
 

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77 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 63 Rezensionen

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Untiefen

Sheena Kamal , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 17.11.2017
ISBN 9783548289595
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nora Watts lebt als gescheiterte Persönlichkeit nahe am Abgrund ihres Lebens. Sheena Kamal schickt sie im Thriller "Untiefen" dennoch auf die Suche nach ihrer verstossenen Tochter und zurück in ihre eigene Vergangenheit. 

Zum Inhalt:
Das Leben war nicht gut zu Nora Watts. Sie ist eine trockene Alkoholikerin, die ihre Vergangenheit als ehemaliges Mitglied der Canadian Forces und gescheiterte Soul-Sängerin am liebsten für immer ausradieren möchte. Sie arbeitet dank einer besonderen Begabung als Schreibkraft mit Sonderaufgaben in einem Detektivbüro. Sie ist in der Lage Lügen sofort zu erkennen, eine Begabung die ihr den Job und damit eine Aufgabe schenkt. Nora lebt im Keller der Detektei zusammen mit ihrer zugelaufenen Hündin Whisper. Nur zu ihr hat sie Vertrauen und allen anderen Menschen begegnet sie mit tiefem Misstrauen und Argwohn.
Ein Anruf bringt ihr tristes Leben aus den Fugen. Ein Paar sucht ihre verschwundene Tochter. Mit Entsetzen stellt Nora fest, dass es ihre eigene, vor fünfzehn Jahren zur Adoption freigegebene Tochter ist. Nora beginnt eine Suche und trifft auf anscheinend übermächtige Gegner. Schon bald findet sie sich selbst im Fadenkreuz wieder.

Mein Eindruck:
Sheena Kamal bringt in diesem Thriller eine ganz besondere Protagonistin ins Spiel. Mit Nora Watts hat sie eine Figur geschaffen, die widersprüchlicher und interessanter nicht sein kann. Innerlich zerrissen mit ihrer tristen und einsamen Gegenwart und ihrer düsteren Vergangenheit, quält sich Nora Watts als absolute Einzelgängerin durch den Alltag. Ihre einzige Vertrauensperson ist ihre Hündin Whisper. Durch die ausführliche Beschreibung Noras Vergangenheit wird der Leser in die Lage versetzt, ihren schwierigen Charakter zu verstehen und auf ihrer Seite zu stehen. 

Die Handlung ist sehr tiefgründig und phasenweise trotzdem sehr temporeich. Durch Noras Recherchen werden nur langsam die Hintergründe ersichtlich. Statt einer Ausreißerin ermittelt Nora plötzlich in einem Entführungsfall. Ihre Gegner haben das nötige Geld und die Macht, eine gewaltige Maschinerie in Gang zu setzen. Noras Suche bleibt natürlich nicht unbemerkt und so gerät sie bald selbst in Gefahr und wird zu Gejagden. Durch diese Konstellation wird eine sehr hohe Spannung erzeugt. Sheena Kamal gelingt es dabei immer wieder neue Höhepunkte zu setzen.
Durch eine gezielt düster gestaltete Stimmung voller Regentage, Noras Gemütslage und ihrer Vergangenheit mit allen ihren Tiefschlägen und Ereignissen dringt dieser Thriller tief in das Bewusstsein des Lesers ein und lässt ihn nicht wieder los. 

Der Schreibstil unterstützt die Stimmung dieses Thrillers und lässt sich sehr gut lesen. 

Fazit:
Ein mitreißender Thriller mit einem zwar gestörten Charakter, der aber in voller Stärke die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen vermag. Eine spannende und aufregende Geschichte, die nicht mehr so schnell loslassen wird. 

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92 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 50 Rezensionen

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Der Fall Kallmann

Hakan Nesser
E-Buch Text: 576 Seiten
Erschienen bei btb Verlag, 30.10.2017
ISBN 9783641208172
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Der Fall Kallmann" von Håkan Nesser erweckt in Tagebuchform ganz besondere Charaktere zum Leben. Mit privaten Ermittlungen in der schwedischen Kleinstadt K. sorgen sie für starke Unterhaltung für uns Leser.
Inhalt:
Der Lehrer Leon Berger beginn in der schwedischen Kleinstadt K. nach einem Schicksalsschlag ein neues Leben. Nach der Sommerpause tritt er dort seinen Schuldienst an und findet im Lehrerpult Tagebücher seines Vorgängers Eugen Kallmann, der vor den Ferien gestorben ist. Die Polizei geht von einem Unglücksfall aus, doch diese Tagebücher werfen alles in ein anderes Licht.

In den Aufzeichnungen behauptet Kallmann, in der Lage gewesen zu sein, in den Augen der Menschen zu erkennen, ob sie einen Mord auf dem Gewissen hätten. In den letzten Monaten vor seinem Tod, war er einem ungesühnten Verbrechen auf der Spur. Leon Berger beginnt mit einigen Mitstreitern private Untersuchungen und versucht etwas Licht in das Leben und den Tod seines Vorgängers zu bringen.

Mein Eindruck:
Was im Klappentext als außergewöhnlicher Fund beschrieben wird, ist im ganzen Buch Programm. Die Handlung der Geschichte wird ausschließlich in Tagebuchform aus den Perspektiven unterschiedlicher Charaktere erzählt. Daher erhält der Leser einen sehr tiefgehenden Einblick in deren Leben. Die Charaktere haben alle für sich ihre eigene Vergangenheit und eigene Sorgen und Probleme. Sie wirken daher sehr menschlich und fühlbar.
Die Handlung an sich beschränkt sich nicht nur auf die Aufklärung des fragwürdigen Todes von Eugen Kallmann. Sie beziehen sich auch auf andere Personen und ihre Lebensgeschichten. Natürlich stehen dabei Vorgänge und Personen in Beziehung zueinander. So lernt der Leser auch die sympathische 15-jährige Andrea Wester kennen, die sich ebenfalls mit ihrer besten Freundin Emma als Detektivin versucht. Oder ihr Mitschüler Charlie, der Kallmann tot aufgefunden hatte, der mit seinem Verhalten mehr für Fragen als für Antworten sorgt.
Eugen Kallmann ist die zentrale Person, dessen Tod in der schwedischen Kleinstadt verschiedene Dinge in Gang setzt. Dabei wird auch mehr als ein Geheimnis gelüftet, was die Geschichte vielschichtig und abwechslungsreich macht. Trotzdem haben alle Fäden eine Verbindung zueinander. Der Autor lässt nebenbei auch eine Gruppe fremdenfeindlicher Tendenzen auftreten, die in der Stadt K. ihr Unwesen treibt, was als Nebenlinie den Roman durchzieht und trotzdem nicht aufgesetzt wirkt.

Insgesamt gesehen, handelt es sich um eine - vor allem rätselhafte - Geschichte, in der man sich als Leser einfach treiben lassen sollte.
Der Schreibstil ist - wie bereits erwähnt - Tagebüchern zuzuordnen. Durch geschickte Abschweifungen, z.B. Zitate aus bekannteren Büchern und ganz persönlichen Überlegungen der schreibenden Charaktere wird eine besondere Tiefe hergestellt. Der Autor geht dabei weit über fade Beschreibungen hinaus und bringt einige interessante Formulierungen hervor.

Fazit:
"Der Fall Kallmann" ist eine vielschichtige und tiefgehende Geschichte mit ganz tollen Charakteren. Sehr lesenswert.

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Tags: ermittlungen, lehrer, mord, schule, schweden, tagebücher, tiefgründige charaktere   (7)
 

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74 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 26 Rezensionen

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Sag kein Wort

Raphael Montes , Kirsten Brandt
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Limes, 26.06.2017
ISBN 9783809026785
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Sag kein Wort" von Raphael Montes lässt den Leser erschrecken und den Kopf schütteln. Was passiert, wenn der gesunde Menschenverstand verkümmert ist und die Liebe ins Herz sticht, wird hier in extremster Art und Weise beschrieben. Inhalt: Téo Avelar ist Medizinstudent. Gerade zum Semesterende lernt er auf einer Party die junge, kecke und weltoffene Clarice kennen. Offensichtlich flirtet sie ein wenig mit ihm. Er ist sofort von ihr hingerissen und setzt fortan alles daran, ihr Herz zu gewinnen. Das passt ja auch sehr gut, da er sich gerade von der geliebten Gertrudes, der Leiche auf dem Seziertisch, verabschieden musste. Um Clarice für sich zu gewinnen, nutzt er allerdings nicht seinen Charme, sondern ganz andere Methoden. Zunächst verfolgt er sie und macht ihr Geschenke. Er hat keinen anderen Gedanken mehr im Kopf als Clarice, die Frau seines Lebens. Nach einem Streit kommt es zu Handgreiflichkeiten. Téo entführt Clarice und hält sie gefangen. Mit einem Netz aus Lügen und extremsten Mitteln schottet er sich und Clarice von der Außenwelt ab. Téo schreckt vor Nichts und Niemanden mehr zurück, um Clarice für sich zu gewinnen. Mein Eindruck: Dieser Psychothriller ist nicht geeignet für zartbesaitete Menschen. Man wird mit einer sehr dunklen Seiten der menschlichen Seele konfrontiert, was sich zum Teil in unvermittelt auftretenden brutalen und menschenunwürdigen Szenen äußert. Téo als Charakter ist ziemlich extrem. Als Medizinstudent, der noch bei seiner pflegebedürftigen Mutter wohnt, hat er offenbar zu viel Zeit alleine verbracht. Er entwirft ein zutiefst krankes Gedanken- und Lügengerüst und ist absolut von sich un der Rechtmäßigkeit seines Tuns überzeugt. Die Enführung und Gefangennahme gehören noch zu den harmloseren Mitteln. Mitunter ist es schwierig, Téos Gedankenwelt zu folgen, da er sich deutlich vom gesunden Menschenverstandes verabschiedet hat. Raphael Montes gelingt es aber trotzdem durchgängig, Téo als Charakter in sich glaubwürdig und nachvollziehbar zu gestalten. Die Spannung lebt - neben Téos "kranken" Handlungen auch in seinem Gegenpol, der von Clarice verkörpert wird. Natürlich versucht sie in ihrem Rahmen Gegenwehr zu leisten und sich aus der Gefangenschaft zu befreien. Sie wählt hier gezwungenermaßen eine scheinbar ruhige und abwartende Taktik, doch lässt sie die ihr bietenden Gelegenheiten nicht aus. Clarice ist im Wesentlichen gut beschrieben, an einigen Stellen hätte ich mir ein wenig mehr Witz und Aktivitäten in ihrer Gegenwehr gewünscht. Die Beziehung zwischen Téo und Clarice erscheint sehr skurril und wartet mit unterschiedlichsten Facetten auf, was das Lesen durchaus abwechslungsreich gestaltet. Die immer wieder plötzlich auftauchenden Hindernisse, die Téos Plan gefährden könnten, erzeugen Spannung und Überraschungen. Mit Glück, seinem Lügengerüst und seinem Handeln gelingt es ihm jedoch meist diese Hindernisse kompromisslos zu umschiffen. Der Schreibstil ist sehr direkt. Der Autor versteht es vor allem die Handlungen und die dazugehörigen Rechtfertigungen zu beschreiben. Da die Geschichte von der Téos Perspektive lebt, kommen Clarice Gedanken- und Gefühle nur andeutungsweise heraus. Insgesamt aber haben mir die etwas ausführlichere Beschreibungen zu den Szenen gefehlt, die an vielen Stellen sicher möglich gewesen wären. Der Autor hält sich sehr an dem sehr konkreten Fortgang des Tuns und Denkens fest. Fazit: Insgesamt gesehen überzeugt der Thriller vor allem durch die extreme Grundgeschichte dieses extremen Charakters. Sie ist teilweise sehr brutal, was wie ein Stich ins Herz auf den Leser wirken kann.

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Tags: brasilien, brutal, entführung, menschenunwürdig, mord, stalking   (6)
 

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93 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

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Im Traum kannst du nicht lügen

Malin Persson Giolito , Thorsten Alms
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 26.10.2017
ISBN 9783431039931
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Im Traum kannst Du nicht lügen“ von Malin Person Giolito ist nicht nur sehr unterhaltsam, sondern stimmt den Leser nachdenklich. Aus einer erfrischend ungewohnten Perspektive wird das schleichende Geschehen beschrieben, das letztlich in ein tödliches Blutbad und einen eindeutig scheinenden Strafprozess endet. Der Roman stellt dabei teils unbequeme Fragen, die der Leser vor allem für sich selbst beantworten muss.
Zum Inhalt:Maja überlebt ein Schießerei in ihrem Klassenraum an einem schwedischem Gymnasium. Während sie selbst unverletzt bleibt, verlieren ihre beste Freundin Amanda, ihr Freund Sebastian und ihr Lehrer Christer ihr Leben. Maja wird verhaftet, denn sie wird verdächtigt, direkt an dieser Tat beteiligt zu sein. Ihr wird der Prozess gemacht. Sie soll nicht nur den Täter zum Mord angestiftet haben, sondern auch selbst tödliche Schüsse abgegeben haben. Ist Maja eine Mörderin und trägt sie die Schuld an dieser Tragödie ?
Mein Eindruck:Das Hauptaugenmerk dieses Romans liegt auf dem Prozess gegen Maja und den Hintergründen, die zum Blutbad an der Schule führten. Die Autorin bedient sich ausschließlich Majas Perspektive, so dass der Leser sehr stark in die Gefühls- und Gedankenwelt eingebunden wird. Der Prozess und alle Ereignisse werden also aus ihrer Sicht geschildert.
Majas Ängste vor und während des Prozesses, ihre Eindrücke und ihre Gedanken über die Verhandlung sind bewundernswert beschrieben. Dennoch gleitet sie regelmässig in ihre Erinnerungen an frühere Ereignisse. Im Prozess steht ihr der  erfolgreiche und bekannte Staranwalt Sander zur Seite, der eine Strategie verfolgt, die aber zunächst nebulös bleibt.
Maja ist im Untersuchungsgefängnis isoliert. Sie hat Zeit. Viel Zeit, um nachzudenken. Sie lässt die Ereignisse der jüngsten Vergangenheit Revue passieren. Dabei werden auch die Beziehungen zu den weiteren Charakteren bildhaft und eindrucksvoll erklärt. Zum Ende hin, lässt die Autorin Maja direkt mit dem Leser „sprechen“. Man ist gezwungen, über gewisse - auch gesellschaftliche Dinge nachzudenken. 
Der Schreibstil ist erfrischend und passt sehr genau zu dem, was man von einem 18-jährigen Mädchen erwarten würde. Einige Namen und Bezeichnungen laden etwas zum Schmunzeln ein. Dennoch sind Majas Gedanken und Gefühle dabei sehr tiefgründig.
Eine ihrer Kernfragen ist die Definition von Schuld, die in ihrer Situation nicht ohne weiteres zu beantworten zu sein scheint. Diese Frage ist es auch, die den Leser in das Innere der Geschichte zwingt.
Als Leser möchte man erfahren, was genau passiert ist, wie es zu dieser extremen Tat gekommen ist und welche Rolle Maja dabei gespielt hat. Obwohl die Haupthandlung mit dem eigentlichen Prozess sehr übersichtlich erscheint, lebt die Geschichte von den vielen Rückblenden, in denen die Fragen nach dem Wie und dem Warum nach und nach gelüftet werden.
Fazit:Ein sehr tiefgründiger Roman, der mit einer gleichzeitig erfrischenden und nachdenklichen Stimmung sehr gut unterhalten kann. Die ungewöhnlichen Perspektive zeichnet diese Geschichte aus und Majas Gedanken fordern den Leser heraus, sich ein eigenes Urteil zu bilden.

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Tags: amok, beziehung, gericht, mord, schule, tiefe charaktere, verhandlung   (7)
 

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46 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

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Seelenkinder

Sarah Hilary , Astrid Finke
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei btb, 11.09.2017
ISBN 9783442748082
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine grausame Grundsituation. Zwei Kinderleichen, die über Jahre in einem dunklem Bunker unter der Erde gelegen haben. Im Thriller „Seelenkinder“ von Sarah Hilary ermitteln tolle Charaktere in einem komplexen, aber sehr gelungenem und spannendem Plot.

Zum Inhalt:London. Bei der Gartenarbeit findet Terry Doyle einen alten vergessenen Bunker. Er ist nicht leer. Im Bunker werden zwei tote Jungen entdeckt, die offensichtlich schon mehrere Jahre dort lagen. Auch den Polizisten Marnie und Nash macht das grausame Bild schwer zu schaffen. Sie müssen versuchen, die Hintergründe der beiden toten Jungen aufzuklären.Als dann dann plötzlich weitere Kinder verschwinden wissen sie, dass jede Sekunde zählt. Für Marnie ist dieser Fall besonders schwer, denn er konfrontiert sie mit den eigenen dunklen Schatten ihrer Vergangenheit.

Mein Eindruck:Die Entdeckung der beiden stark verwesten Kinderleichen ist ein grausiges Bild - auch für den Leser. Der Drang die Hintergründe zu erfahren, ist allmächtig. Die Ermittler, allen voran Marnie und Nash versuchen jede noch so kleine Spur zu verfolgen und kommen nur langsam voran. Sie decken immer wieder neue kleine Puzzleteile auf, so dass die Geschichte von vorne bis hinten spannend bleibt. Vor allem das Finale und die vollkommene Aufklärung, lassen den Leser ganz sicher nicht locker.
Auch die eingestreuten Wechsel der Perspektiven und einige Rückblenden, bleiben für den Leser zunächst rätselhaft und steigern die Spannung. Es kristallisiert sich jedoch schnell heraus, in welche Richtung die Geschichte sich entwickeln wird. Und trotzdem wartet dieser Thriller immer wieder mit Unvorhergesehenem und Überraschungen auf. Es wird zu keinem Zeitpunkt langweilig. Insgesamt handelt es sich um eine relativ komplexe Geschichte, der man dennoch sehr gut folgen kann. 
Die Charaktere, allen voran auch die Ermittlerin Marnie, ist hervorragend gezeichnet. Sie muss neben dem Fall auch Teile ihrer eigenen Vergangenheit verarbeiten. So ergeben sich einige Verbindungen zum Tod der beiden Kinder, die ihr zu schaffen machen. Auch die weiteren Charaktere, die besondere Rollen spielen, sind sehr intensiv beschrieben. Als Leser lernt man sie alle sehr genau - auch in die emotionalen Tiefen - kennen, was diesen Thriller ebenfalls auszeichnet.
Sarah Hilary schreibt sehr spannend, leicht verständlich und mit einigen Bildern, die man auch mal zweimal lesen kann. Ihr gelingt es dabei, die psychologischen und emotionalen Effekte der Charaktere besonders stark herauszuarbeiten. 

Fazit:Eine durchaus komplexe Geschichte, deren Spannung, Plot und Charaktere ein rundum stimmiges Ganzes ergeben. Seelenkinder lohnt sich auf jeden Fall zu lesen.

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Tags: bunker, kinder, london, mord, psychologie, starke charaktere   (6)
 

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40 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

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Sie zu strafen und zu richten

Luke Delaney , Ulrike Moreno
Flexibler Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.09.2017
ISBN 9783404175574
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Sie zu strafen und zu richten“ von Luke Delaney ist der mittlerweile vierte Band der Reihe um Detektive Inspector Sean Corrigan. Dieser Thriller kann sehr gut unterhalten, ragt aber nicht aus der Masse der Konkurrenz hervor.
Zum Inhalt:Im Internet taucht auf einer Plattform ein vermummter Mann mit elektronisch verzerrter Stimme auf, der sich zum Rächer des Volkes erklärt. Er fordert die Zuschauer auf, über Schuld oder Unschuld und Höhe des Strafmaßes zu entscheiden. Vor ihm sitzt Paul Elkins, ein hochrangiger Mitarbeiter eines bedeutenden Finanzunternehmens. Detective Inspector Sean Corrigan ermittelt mit seiner Londoner Spezialeinheit für besondere Fälle. Mit dem Täter findet er einen sehr intelligenten Gegenspieler. Er muss sich beeilen, denn der Täter wird immer bekannter und es ist klar, dass schon bald neue Opfer vor dem Online-Richter treten werden.
Mein Eindruck:Bei diesem Buch handelt es sich um den mittlerweile vierten Band einer Reihe um Detektive Inspector Sean Corrigan. Es werden viele Querverweise zu den Vorgängern gezogen, die ich als nichtwissender Leser leider nicht einordnen konnte. Daher empfiehlt es sich, die Reihe mit dem ersten Band zu beginnen.
Die Geschichte um den selbst ernannten Richter und Henker, der im Internet über Leben und Tod seiner Opfer abstimmen lässt, ist faszinierend und erschreckend zugleich. Die Hintergründe und die Ermittlungen sind sehr fein miteinander verwoben und generieren zeitweise ein Hochmaß an Spannung und Tempo. Dennoch hängt die Spannung und der Fortschritt der Geschichte in einige Phasen.
Sean Corrigan bleibt für mich als Quereinsteiger ein in einigen Teilen Unbekannter. Er verfügt über diese besonderen Fähigkeiten, sich in die Köpfe irrer Mörder zu versetzen. Dabei tritt er mit wenig Empathie gegenüber seiner Familie und seinen Kollegen auf. Daher ist er in meinen Augen nur ein weiterer diesem Muster folgenden Charakteren im Thrillermetier. Seine Gedankengänge werden dennoch nachvollziehbar und glaubhaft beschrieben. 
Die Geschichte lebt vom Gleichgewicht der Kräfte zwischen Sean Corrigan und dem Täter. Beide agieren auf Augenhöhe, was zu einer spannenden Grundstimmung beiträgt.
Die Schreibweise und der Aufbau der Geschichte ist durchaus positiv zu beschreiben. Es liest sich flüssig. Einblicke in die Welt der Täter und der Ermittler wechseln sich ab. Während der Liveübertragungen im Internet werden auch die Eindrücke verschiedener Zuschauer geschildert, was ein weiterer sehr positiver Effekt darstellt.
Fazit:Ein sehr unterhaltsamer Thriller mit einem spannenden Szenario, dass mich als Quereinsteiger in diese Reihe aber nicht vollständig überzeugen konnte.

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Tags: entführung, internet, live-übertragung, london, mord, sean corrigan   (6)
 

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65 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

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Fiona

Harry Bingham , Andrea O'Brien
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 22.09.2017
ISBN 9783805200165
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Fiona Griffiths ist die Heldin des Kriminalromans „Fiona - Als ich tot war“ von Harry Bingham. Sie ist als verdeckte Ermittlerin inmitten der organisierten Kriminalität unterwegs. Dabei kann man sie nicht gerade als psychisch stabil bezeichnen. Doch genau diese Fiona ist es, die aus diesem Krimi ein ganz besonderes Leseerlebnis macht.

Zum Inhalt:Fiona Griffiths ist die Neue bei der Polizei in Südwales und wird für die langweiligen Fälle eingesetzt. So auch bei einem Abrechnungsbetrug in einem Möbelhaus. Doch schon kurze Zeit später findet sie eine Leiche und es deuten sich erste Zusammenhänge an.Bereits länger geplant war eine Ausbildung als verdeckte Ermittlerin, an der Fiona teilnimmt. Als eine der Wenigen besteht sie die Herausforderungen dieses Lehrganges und findet sich bereits kurze Zeit später in einer zweiten Identität wieder. Als Putzfrau wird sie Teil eines großen und verbrecherischen Plans. Wenn Fiona dabei nicht das Problem hätte, ihre verschiedenen Identitäten auseinanderhalten zu können.
Mein Eindruck:Fiona ist ein extrem interessanter und vielfältiger Charakter. Sie leidet an dem Cotard-Syndrom, einer psychischen Krankheit, das dazu führt, dass sie sich selbst als fremd und ohne Leben ansieht. So hat sie auch große Schwierigkeiten, selbst einfache Gefühle wie Freude oder Angst wahrzunehmen. Um in ihrer Welt trotzdem mit anderen Menschen umgehen zu können, versucht sie mehr oder minder passende Gefühle zu erraten und entsprechende Reaktionen hervorzurufen. 
Es ist als fühlender Mensch natürlich schwierig, diesem Denken zu folgen. Dennoch gelingt es Harry Bingham, diese emotionale Kälte trotzdem sympathisch und nachvollziehbar zu vermitteln. Fiona wird dadurch zu einem sehr spannenden Charakter, den man als Leser erst einmal richtig kennenlernen muss. Bis dahin erscheint sie mitunter etwas sprunghaft, merkwürdig und suspekt, bleibt aber trotzdem sehr liebenswürdig. Oft überrascht sie mit unerwarteten Überlegungen und Handlungen.
Für die Geschichte ist aber gerade diese fehlende Gefühlswelt eine treibende Kraft. Sie ist durchgängig in der Ich-Perspektive geschrieben und wie im Klappentext angedeutet, ist man sich nicht immer sicher, mit welcher Identität Fiona gerade denkt und agiert. Ihre Denkweisen ändern sich entsprechend und die Polizistin Fiona Griffiths scheint manches mal nur noch blass bis zur Oberfläche durch.
Die Handlung ist durchgängig spannend. Dem Leser sind die Gefahren der verdeckten Ermittlung stets fühlbar bewusst. Die eigentlichen polizeilichen Ermittlungen schreiten dabei eher gemächlich voran. Dafür lebt die Handlung aber von der perfekt organisierten Arbeit der Verbrecher, wie aber auch von den Anstrengungen Fionas Vorgesetzter ihr den größtmöglichen Schutz zu geben. Zum Ende hin überraschte mich die Geschichte dann noch mit rasantem Tempo und großer Action. 
Der Schreibstil ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig. Er erinnert ein wenig an die schnelle Abfolge von Gedanken, die Fiona im Kopf umherschwirren. Sprache und Stil passen aber sehr gut zu ihr und geben ihr Inneres in dieser Form auch hervorragend wieder.
Fazit:Kein Krimi, wie man ihn erwartet. Er lebt von Fionas einmaligen und besonderem Charakter und von den Schilderungen einer so real wirkenden organisierten Kriminalität.

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Tags: england, mord, organisierte kriminalität, starker charakter, verdeckte ermittlung, wales   (6)
 

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363 Bibliotheken, 23 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

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Das Fundament der Ewigkeit

Ken Follett , Dietmar Schmidt , Rainer Schumacher , Markus Weber
Fester Einband: 1.168 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 12.09.2017
ISBN 9783785726006
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ken Follet beweist einmal mehr, dass er ein großer Erzähler ist. In "Das Fundament der Ewigkeit" entführt er auf 1.168 Seiten den Leser in ein unruhiges Europa des 16. Jahrhunderts. Dort lässt er seine Charaktere inmitten der realen Geschichte ihre beeindruckenden Rollen spielen. Eine mitreißende Kombination von Historie und Fiktion.

Zum Inhalt:
Ned Willard kehrt 1558 nach einer Auslandsreise zurück in seine Heimatstadt Kingsbridge. Dort ist er in einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie aufgewachsen. Ned hofft auf ein glückliches und Leben mit Margery, die er heiraten möchte.
Doch der Zwist zwischen Katholiken und Protestanten verhindert diese Hochzeit, sorgt für weiteres Unglück und Ned verlässt schließlich Kingsbridge. Er tritt in die Dienste von Elisabeth Tudor ein, die kurze Zeit später Königin von England wird. Sie tritt offenbar für eine Welt ein, in der niemand mehr wegen seines Glaubens hingerichtet werden muss. Ein Ideal, das auch Ned teilt.
Elisabeth richtet mit Neds Hilfe ein Netz von Geheimagenten in ganz Europa ein, der es ihr für Jahrzehnte ermöglicht, auf dem Thron zu bleiben. Doch der Frieden zwischen den christlichen Glaubensrichtungen steht überall in Europa auf wackeligen Beinen und große Mächte haben sich gegen die Königin verschworen.
Mein Eindruck:
Es ist gar nicht so einfach, eine Rezension zu diesem mittlerweile dritten Kingsbridge Roman zu verfassen. Zu viele Eindrücke, Erlebnisse und Bilder haben die knapp 1200 Buchseiten bei mir hinterlassen.
Der erste Eindruck dieses Buches war zunächst wie ein wohliges nach Hause kommen. Gemeinsam mit Ned Willard kehrt man nach Kingsbridge zurück und wird sofort an die Geschichten und Legenden erinnert, für die diese Stadt steht. Man selbst blickt voller Wehmut an die Geschichten von Prior Philip und Tom Builder zurück, die seinerzeit die große Kathedrale erbaut hatten. Aber auch an Merthin und Caris, die im zweiten Kingsbridge Roman für diese großartige Stadt standen.
Jetzt allerdings geht es um eine ganz andere, nicht minder historisch bedeutsame Zeit. Das 16. Jahrhundert, in dem Königin Elisabeth I. 1559 den Thron Englands bestieg und in dem Katholizismus seine Macht immer mehr an die Protestanten verlor. Die Folgejahre waren geprägt von großen Konflikte zwischen den beiden christlichen Glaubensrichtungen. Zudem tritt noch eine dritte Partei auf, die für Toleranz und ein friedliches Miteinander eintritt - und das alles in einem Europa mit Monarchen, die die aufkommende Toleranz in England mit Misstrauen beäugten.
In diese Welt wirft Ken Follet seine Charaktere und es entsteht ein Wechselspiel zwischen Realität und Fiktion. Das Beeindruckende an diesem Roman ist nämlich die Verknüpfung der echten Geschichte mit den fiktiven Charakteren und ihren bildhaften Erlebnissen. Ob es (als Beispiele) das Massaker in der Bartholomäusnacht 1572 in Paris oder die große Seeschlacht des berühmten Sir Francis Drake sind. Die realen und die fiktiven Charaktere agieren so nahtlos miteinander, das Fiktion und Realität wie aus einem Guss erscheinen. Auch die schottische Königin Maria Stuart, die  als Konkurrentin auf den englischen Thron in Erscheinung tritt, wird in diesem Roman Leben eingehaucht. Ein Konzept, dass mich bereits bei den beiden Vorgängern überzeugen konnte.
Geschichtlich drängen die Konflikte zwischen Katholiken und Protestanten in den Vordergrund. Die unterschiedlichen Positionen, Ziele und Bemühungen werden aus der jeweiligen Sicht ganz unterschiedlicher Personen mit unterschiedlichen Interessen und Motiven dargestellt. Dabei wird natürlich nicht vor Intrigen, Verschwörungen und gar Mord zurückgeschreckt. Auch die Belange der unterschiedlichen Monarchen und des Papstes werden dabei berücksichtigt, so dass man in Summe die politischen Wirren jener Zeit hautnah mitverfolgen kann. Das immer schwankende Gleichgewicht der Kräfte verleiht dieser Geschichte nicht nur ihre Spannung, sondern auch ihren ganz besonderen Reiz.
Ned Williams, der sich in die Dienste der Königin Elisabeth stellt, steht für den Wunsch nach Toleranz und Frieden unter den Konfessionen. Seine Lebensgeschichte, auch seine private, steht im Mittelpunkt. So erlebt er zusammen mit dem Leser zahllose Erfolge und Rückschläge, Höhen und Tiefen. Vor allem sein nicht erfüllter Wunsch sein Leben mit seiner großen Liebe Margery zu verbringen, gibt seinem Leben eine bedeutende Wendung. Doch auch die zahllosen weiteren Charaktere, die im Laufe der Geschichte auch aufeinander treffen, haben ihre ganz eigenen Facetten und Interessen. Einige Personen wird der Leser lieben, andere wiederum hassen.
Interessant sind aber auch die in diesem Roman geschilderten diplomatischen Arbeitsweisen. Mit viel List und Überlegung, werden Pläne gestrickt, wieder verworfen oder durchkreuzt. Die Mächtigen bedienen sich oftmals ihrer Helfer wie beispielsweise auch Ned Willard einer ist.Der Informationsvorsprung gegenüber dem Gegner erscheint oft als entscheidender Vorteil, so dass sich Netzwerke von Informanten und Spionen bilden. Der Klappentext spielt nicht umsonst auf die Anfänge der Geheimdienst hin. Auch der Einblick in diese Tätigkeiten und Vorgehensweisen machen die Geschichte viel interessanter.
Das Buch ist nicht nur dick und schwer, sondern verlangt vom Leser ein echtes Grundinteresse an der realen Geschichte des 16. Jahrhunderts ab. Man benötigt keinesfalls besonderes Vorwissen, da viele Erläuterungen einen tieferen Einblick geben. Aber gerade diese „bildenden“ Abschnitte könnten weniger Interessierte Leser abschrecken und das Buch abbrechen lassen. Wer sich aber mit ein wenig Interesse auf diesen historischen Ausflug einlässt, dürfte von dieser real-fiktiven Geschichte restlos begeistert sein. Für meinen Teil hat mich die Geschichte auch nach den letzten Seiten nicht losgelassen.
Fazit:
Vorausgesetzt man hat Interesse an Europas Geschichte ist "Das Fundament der Ewigkeit" ein großartiges Werk, in dem genau diese Geschichte wahrhaft lebendig wird.

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Tags: diplomatie, england, europa, historischer roman, kingsbridge, london, paris, politik, spionage   (9)
 

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111 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 68 Rezensionen

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Kreuzschnitt

Øistein Borge , Andreas Brunstermann
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 01.09.2017
ISBN 9783426306048
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Sehr geschickt verbindet Øistein Borge in seinem Debütroman "Kreuzschnitt" ein dunkles Kapitel der Vergangenheit mit einem Mord in der Gegenwart. Der Reiz dieses Krimis liegt aber auch in der Tiefe der Handlung und in den authentischen Charakteren.
Zum Inhalt:Der Norweger Unternehmer Axel Krogh wird ermordet in seiner Villa in Südfrankreich aufgefunden. Bogart Bull, ein Kommissar der Osloer Kriminalpolizei wird von seiner Chefin zu Europol versetzt. Seine Aufgabe ist die Unterstützung der örtlichen Ermittlungen in Frankreich in diesem Mordfall. Bull selbst hatte ca. ein Jahr zuvor seine Frau und seine Tochter bei einem scheren Verkehrsunfall verloren und blüht in dieser Mordermittlung förmlich auf.
Alle Zeugen, die zum Mordzeitpunkt in der Villa wohnten, haben ein wasserdichtes Alibi und der Täter hat keine Spuren hinterlassen. Einziger Anhaltspunkt ist ein fehlendes Gemälde, der einzige Gegenstand, der entwendet wurde. Bulls Ermittlungen führen ihn zu einem grausamen, ungesühnten Verbrechen in der Vergangenheit.
Mein Eindruck:Auf dem Buchrücken wird das Buch mit einem Zitat von Aftenposten, Oslo beworben: "Ein komplexes, spannendes Debüt" heißt es dort.Diesen Worten kann ich mich nur anschließen.
Die Geschichte ist durchaus komplex. Da sie aber nie kompliziert wird, kann man ihr trotzdem mühelos folgen. Es gibt im Wesentlichen einen aufregenden Handlungsstrang in der Vergangenheit und einen weiteren in der Gegenwart, der sich mit Bulls Ermittlungen beschäftigt. Beide sind gleichermaßen spannend und fügen sich erst in der zweiten Hälfte langsam zusammen. Die wirkliche Auflösung findet aber erst auf den allerletzten Seiten statt. Dabei werden selbst kleine Puzzleteile aus dem Verlauf des Buches berücksichtigt und geben im Großen und Ganzen ihren Sinn preis.
Die Charaktere sind schön gezeichnet. Sie bekommen zügig ein tieferes Bild, was mir besonders gut gefallen hat. Bulls persönlicher Hintergrund ist durch den Verlust seiner Familie geprägt. Natürlich leidet er, stürzt ab, kommt aber stark und konzentriert aus seinem Tief wieder heraus. Dieses Dilemma belastet die Geschichte aber nicht über Gebühr, sondern wird im Wesentlichen nur einleitend angeführt. Bull ist im Endeffekt ein ehrgeiziger, von seiner Aufgabe angetriebener Ermittler mit hoher Auffassungsgabe. Nur in ruhigen Momenten hadert er mit seinen eigenen Problemen. Es macht Spaß ihn als Ermittler und als Menschen auf seiner Südfrankreichreise zu begleiten.
Auch die weiteren Charaktere, die in dieser Geschichte eine Rolle spielen, bekommen ein ausgeprägteres Bild und sind dabei sehr authentisch und glaubwürdig. Handlung und Charaktere empfand ich als realistisch und bildhaft. Beide greifen sehr passend ineinander. Auf diese Weise konnte ich tief in diesen Krimi eintauchen.
Die Zusammenarbeit mit der französischen Polizei ist nicht von einem Kompetenzgerangel oder gegenseitigem Misstrauen geprägt, wie man es leider schon öfter lesen musste. Hier ist genau das Gegenteil der Fall. Es entwickelt sich schnell eine tiefere Vertrauensebene und Freundschaft zwischen Bull und seinem französischem Pendant Jean Moulin.
Der Schreibstil von Øistein Borge hat mir gut gefallen. Er ist ein klein wenig anspruchsvoller als in vielen anderen Büchern, bleibt aber immer gut lesbar. Alle Beschreibungen bleiben nachvollziehbar und verständlich.
Fazit:Ein rundum gelungener skandinavischer Krimi mit Tiefgang, der sowohl den Ermittler Bull - als auch den Leser - vor ein scheinbar unlösbares Rätsel stellt.

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Tags: alkoholismus, frankreich, komplex, mord, norwegen   (5)
 

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Benzin

Axel Hollmann
E-Buch Text
Erschienen bei Independently Published, 09.08.2017
ISBN B074PVPS4L
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Cover von „Benzin - Ein Fall für Julia Wagner“, Axel Hollmann verspricht dem Leser schon durch einen orangen Benzinkanister und züngelnden Flammen am Titel eine brandheiße Spannung. Das Buch hält, was es verspricht.

Zum Inhalt:
Julia Wagner ist eine ehemalige LKA-Beamtin, die vor einiger Zeit ihren Job gekündigt hat. Mittlerweile hält sie sich als Fotojournalistin mehr oder weniger schlecht über Wasser.In Berlin geht auf einer Baustelle eines Tages ein Radbagger in Flammen auf, während gleichzeitig eine gegen Mietspekulationen und Mietwucher demonstrierende Menge lauthals versucht, auf sich aufmerksam zu machen. Julia Wagner ist vor Ort und gerät zwischen die die Fronten, als die Demonstranten mit der Polizei aneinander geraten. Schon kurze Zeit später wird der Immobilienspekulant Gruner Opfer eines weiteren Brandanschlags. Sein Luxusauto brennt. Und dies ist erst der Anfang einer Anschlagsserie.Sehr schnell wird eine Aktivistin von der Demo mit den Brandanschlägen in Verbindung gebracht und vom LKA verhaftet. Doch Julia Wagner hat ihre Zweifel an ihrer Schuld und versucht auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei kommt sie mit den Tiefen der menschlichen Seele in Verbindung und begibt sich auch selbst in Lebensgefahr.


Mein Eindruck:
Im Fokus dieses Thrillers stehen zwei Dinge. Das Tempo, in der sich die Geschichte entwickelt und die sehr fein gestrickten Charaktere.Julia Wagner ist eine starke und zielstrebige Frau, die sich selbst aber als solche gar nicht einschätzt. Sie ermittelt sehr zielstrebig und konzentriert und ist dabei auch bereit, über ihre eigene Grenzen zu gehen. In einigen Situationen agiert sie wiederum sehr impulsiv aus ihrem Bauchgefühl heraus. Trotzdem - oder gerade deshalb - ist sie sehr menschlich und glaubwürdig. Am Ende des Buches war sie mir so vertraut wie eine gute Freundin. Auch die weiteren Charaktere, wie beispielsweise der ermittelnde Kommissar Russ, werden charakterlich sehr gut gezeichnet.Trotz der hohen Spannung und dem rasanten Tempo gelingt es Axel Hollmann seine Szenen bildhaft und detailliert zu beschreiben. Er bedient sich dabei einer leicht lesbaren und eingängigen Sprache, die das Buch sehr angenehm lesen lässt.Einige wenige sehr actionlastige Szenen kamen mir vielleicht etwas übertrieben vor, dennoch ist das große Ganze sehr realistisch und lebensnah beschrieben. Auch das kleinste Puzzleteil dieser Geschichte fügt sich am Ende zu einer perfekten Auflösung zusammen, die mich vollkommen überraschen konnte.Berlin-Liebhaber werden zudem viele bekannte und vielleicht auch weniger bekannte Ort in diesem Buch Wiedererkennen.


Fazit:
Eine sehr unterhaltsame und brandheiße Lektüre für die kälter werdenden Abende im Herbst und Winter.

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Tags: berlin, brandanschläge, feuer, journalistin, lka, mord   (6)
 

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Unter Wasser hört dich niemand schreien

Paula Treick DeBoard , Constanze Suhr
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 11.09.2017
ISBN 9783959670982
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vom Klappentext angezogen, war ich doch etwas erstaunt, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt hat. Ein lebloses Mädchen im Pool verspricht eigentlich Polizei oder Detektive; auf jeden Fall aber so etwas wie Ermittlungsarbeit. Das Buch „Unter Wasser hört dich niemand schreien“ von Paula Treik DeBoard kommt ganz ohne diese Klassiker aus und kann trotzdem eine anregende und spannende Geschichte liefern.

Zum Inhalt:

Liz McGinnises zieht mit ihrem Mann und ihrer 14-jährigen Tochter Danielle nach „The Palms“, einem luxuriösem Wohngebiet für die Reichen und Schönen dieser Welt. Phil hat dort einen Job als Community Relations Specialist der Immobilienfirma bekommen, die The Palms betreibt. Seine Aufgabe besteht darin, die Wünsche und den Ärger der Bewohner aufzunehmen bzw. sie zu beruhigen. Liz fühlt sich in dieser äußerst exquisiten Gesellschaft sichtlich nicht wohl. Die Leute dort sind eben von einem anderen Schlag als sie selbst. Dennoch organisiert sie für ihre Tochter ein Treffen mit anderen Mädchen aus der Nachbarschaft. Danielle freundet sich daraufhin mit Kelsey und Hannah an.Eines Tages treibt Kelsey leblos im Pool der Familie McGinnises.

Mein Eindruck:

Statt einer Polizei- oder Detektivgeschichte erwartet den Leser eine eher eine psychologische ausgerichtete Geschichte. Sie wird aus den Perspektiven von Liz und Phil erzählt und decken nach und nach die Hintergründe der leblosen Kelsey im Pool auf. Die Spannung wird durch immer neue Situationen, Gedankengänge und Ängste kontinuierlich weiterentwickelt. Die Beschreibung von "The Palms" und deren Bewohnern ist extrem gut gelungen. Auf der einen Seite wünscht man sich diesen Luxus, auf der anderen Seite merkt man auch schnell, dass man wie Liz dort eigentlich doch nicht so gerne leben möchte. Die Sorgen und Nöte der Bewohner sind eben nicht die gleichen, wie bei uns Normalverdienern. Vom Schreibstil ist das Buch angenehm zu lesen. Gedanken, Gefühle und Handlungen werden präzise und sehr nachvollziehbar beschrieben.
Es ist leider nicht möglich, diesen Eindruck weiter zu schreiben, ohne ein klein wenig zu spoilern. Wer sich überraschen lassen möchte, sollte bei dieser Rezension jetzt abbrechen und zum Buch greifen.
Besonders beeindruckend ist die nicht stattfindende Liebesgeschichte zwischen der 15-jährigen Kelsey und Phil. Kelsey sucht den Kontakt und versucht Phil dazu zu bringen, sich auf sie einzulassen. Phil aber zweifelt zu Recht und verhält sich daher zunehmend abweisend ihr gegenüber. Kelseys Handeln und ihre Reaktionen darauf sind beeindruckend beschrieben und bilden schließlich auch den Kern der Geschichte. Phils Ängste, dass man ihm eine Beziehung zu einer 15-jährigen unterstellen könnte, bringen ihn in eine für ihn schier ausweglose Situation. Darunter beginnt sehr bald die gesamte Familie zu leiden, denn auch Liz merkt sehr schnell, dass mit Phil etwas nicht stimmt. Zudem wird ihre Tochter Danielle plötzlich erwachsen und befindet sich in der „Abnabelungsphase“. Für großartige Konfliktmöglichkeiten ist also gesorgt.Das Zusammenspiel von Phil, Liz und Kelsey ist ein hervorragend konstruiertes Handlungs- und Spannungsnetz, dass großes Potential besitzt. Es wird dabei in erster Linie mit den Ängsten und Befürchtungen der Hauptpersonen gespielt. Letztlich fehlte mir in dieser Geschichte aber leider noch der allerletzte Funke, um mich ganz tief in ihren Bann zu ziehen. Mir kommt die Geschichte etwas zu „runter erzählt“ vor, wobei mir im Schreibstil das besondere Etwas fehlt, obwohl er insgesamt sehr gut und angenehm zu lesen ist.

Fazit:

Ein etwas anderer Thriller mit einer sehr unterhaltsamen und bedrohlich erscheinenden Familiengeschichte.

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Tags: amerika, familiengeschichte, luxus, psychologisch, unerwiderte liebe   (5)
 

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Stalker

Louise Voss , Mark Edwards , Beate Brammertz
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei btb, 14.08.2017
ISBN 9783442745715
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Stalking muss schrecklich sein. In dem Thriller "STALKER" von Louise Voss und Mark Edwards schlüpft man sowohl in die Rolle des Opfers, als auch in die des Täters. Daraus ergibt sich eine sehr eindringliche und spannende Gegenüberstellung von Gedanken, Gefühlen und Erklärungen beider Seiten, die unterschiedlicher nicht sein können.
Zum Inhalt:Alex Parkinson schreibt sich in einem Schreibkurs ein und verliebt sich prompt in seine Lehrerin Siobhan. Allerdings wird seine Liebe nicht erwidert und entwickelt sich schnell in eine gesunde Richtung. Nach einem Korb interessiert er sich noch mehr für Siobhan. Er meint, dass sie füreinander bestimmt sind. An seinem Arbeitsplatz, einem großen Versandhandel, organisiert Alex sich auf eine illegale Weise Siobhans Adresse und Kontaktdaten. Es dauert also nicht lange, bis er vor ihrem Haus steht und sie beobachtet. Durch einen Zufall gelingt es ihm sogar, sich in ihre Wohnung umzuschauen und einen Blick auf ihr Tagebuch zu erhaschen. Alle seine Bemühungen und teuren Geschenke, scheinen jedoch nicht erfolgreich zu sein.Alex Liebe bleibt dabei nicht ohne Folgen. Er ist unkonzentriert, macht Fehler und verliert am Ende sogar seinen Job. Eines Tages liegt eine Mitschülerin aus dem Schreibkurz tot vor ihrem Haus und Alex kennt die Hintergründe ihres Todes.
Mein Eindruck:Es fällt sofort ins Auge, dass die Geschichte aus der jeweiligen Perspektive von Alex und Siobhan und noch dazu in sehr angenehmer Tagebuchform geschrieben ist, was die Eindrücke und Gefühle unverblümt und mitreißend darstellt. Einige Ereignisse in den Tagebüchern überschneiden sich für den Leser, was die extrem unterschiedlichen Sichtweisen der beiden Hauptdarsteller sehr beeindruckend ans Licht bringt. Siobhan, das Stalkingopfer dieser Geschichte, hat mit unterschiedlichen Gefühlen zu kämpfen, steckt sie doch auch gerade in einer Art Lebenskrise und hatte sich kurz zuvor von ihrem Partner getrennt. Diese Gefühle reichen dabei von Interesse bis hin zu echter Panik. Alex hingegen rechtfertigt sein wissentlich falsches Handeln durch teilweise wirre Erklärungen. Gerade diese Gedankengänge konnten mich ganz besonderes faszinieren, teilweise haben sie mich aber auch irritiert. Durch unterschiedliche Ereignisse, Gedanken und Handlungen der beiden Charaktere bleibt die Geschichte durchgängig spannend. Dabei ist sie durch den Tagebuchstil einfach und flüssig zu lesen. Es gelingt den Autoren, die Gedanken des Opfers und des Täters verständlich darzustellen. Das Buch ist in zwei Teile unterteilt. Mit Beginn des zweiten Teils vollzieht sich eine Wendung, die ich keinesfalls erwartet habe. Ich brauchte einige Seiten, um diese Entwicklung zu verdauen. Am Ende aber, werte ich diese Wendung eher positiv, da ich genau hier die Grundidee der Geschichte vermute. Allerdings wird der zweite Teil dabei leider etwas vorhersehbar. 
Fazit:Das Thema Stalking und die Gedanken, die dahinter stecken, werden nahezu perfekt beschrieben und in eine durchaus über das gesamte Buch vorhandene Spannung umgesetzt. Wer in den Kopf eines Stalker eintauchen möchte, muss dieses Buch lesen.

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Tags: emotionen, hass, liebe, london, psychologie, stalking, tiefgehende charaktere   (7)
 
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