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Untiefen

Sheena Kamal , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 17.11.2017
ISBN 9783548289595
Genre: Krimi und Thriller

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Der Fall Kallmann

Hakan Nesser
E-Buch Text: 576 Seiten
Erschienen bei btb Verlag, 30.10.2017
ISBN 9783641208172
Genre: Krimi und Thriller

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61 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

brasilien, entführung, thriller, menschenunwürdig, mord

Sag kein Wort

Raphael Montes , Kirsten Brandt
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Limes, 26.06.2017
ISBN 9783809026785
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Sag kein Wort" von Raphael Montes lässt den Leser erschrecken und den Kopf schütteln. Was passiert, wenn der gesunde Menschenverstand verkümmert ist und die Liebe ins Herz sticht, wird hier in extremster Art und Weise beschrieben. Inhalt: Téo Avelar ist Medizinstudent. Gerade zum Semesterende lernt er auf einer Party die junge, kecke und weltoffene Clarice kennen. Offensichtlich flirtet sie ein wenig mit ihm. Er ist sofort von ihr hingerissen und setzt fortan alles daran, ihr Herz zu gewinnen. Das passt ja auch sehr gut, da er sich gerade von der geliebten Gertrudes, der Leiche auf dem Seziertisch, verabschieden musste. Um Clarice für sich zu gewinnen, nutzt er allerdings nicht seinen Charme, sondern ganz andere Methoden. Zunächst verfolgt er sie und macht ihr Geschenke. Er hat keinen anderen Gedanken mehr im Kopf als Clarice, die Frau seines Lebens. Nach einem Streit kommt es zu Handgreiflichkeiten. Téo entführt Clarice und hält sie gefangen. Mit einem Netz aus Lügen und extremsten Mitteln schottet er sich und Clarice von der Außenwelt ab. Téo schreckt vor Nichts und Niemanden mehr zurück, um Clarice für sich zu gewinnen. Mein Eindruck: Dieser Psychothriller ist nicht geeignet für zartbesaitete Menschen. Man wird mit einer sehr dunklen Seiten der menschlichen Seele konfrontiert, was sich zum Teil in unvermittelt auftretenden brutalen und menschenunwürdigen Szenen äußert. Téo als Charakter ist ziemlich extrem. Als Medizinstudent, der noch bei seiner pflegebedürftigen Mutter wohnt, hat er offenbar zu viel Zeit alleine verbracht. Er entwirft ein zutiefst krankes Gedanken- und Lügengerüst und ist absolut von sich un der Rechtmäßigkeit seines Tuns überzeugt. Die Enführung und Gefangennahme gehören noch zu den harmloseren Mitteln. Mitunter ist es schwierig, Téos Gedankenwelt zu folgen, da er sich deutlich vom gesunden Menschenverstandes verabschiedet hat. Raphael Montes gelingt es aber trotzdem durchgängig, Téo als Charakter in sich glaubwürdig und nachvollziehbar zu gestalten. Die Spannung lebt - neben Téos "kranken" Handlungen auch in seinem Gegenpol, der von Clarice verkörpert wird. Natürlich versucht sie in ihrem Rahmen Gegenwehr zu leisten und sich aus der Gefangenschaft zu befreien. Sie wählt hier gezwungenermaßen eine scheinbar ruhige und abwartende Taktik, doch lässt sie die ihr bietenden Gelegenheiten nicht aus. Clarice ist im Wesentlichen gut beschrieben, an einigen Stellen hätte ich mir ein wenig mehr Witz und Aktivitäten in ihrer Gegenwehr gewünscht. Die Beziehung zwischen Téo und Clarice erscheint sehr skurril und wartet mit unterschiedlichsten Facetten auf, was das Lesen durchaus abwechslungsreich gestaltet. Die immer wieder plötzlich auftauchenden Hindernisse, die Téos Plan gefährden könnten, erzeugen Spannung und Überraschungen. Mit Glück, seinem Lügengerüst und seinem Handeln gelingt es ihm jedoch meist diese Hindernisse kompromisslos zu umschiffen. Der Schreibstil ist sehr direkt. Der Autor versteht es vor allem die Handlungen und die dazugehörigen Rechtfertigungen zu beschreiben. Da die Geschichte von der Téos Perspektive lebt, kommen Clarice Gedanken- und Gefühle nur andeutungsweise heraus. Insgesamt aber haben mir die etwas ausführlichere Beschreibungen zu den Szenen gefehlt, die an vielen Stellen sicher möglich gewesen wären. Der Autor hält sich sehr an dem sehr konkreten Fortgang des Tuns und Denkens fest. Fazit: Insgesamt gesehen überzeugt der Thriller vor allem durch die extreme Grundgeschichte dieses extremen Charakters. Sie ist teilweise sehr brutal, was wie ein Stich ins Herz auf den Leser wirken kann.

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Tags: brasilien, brutal, entführung, menschenunwürdig, mord, stalking   (6)
 

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beziehung, gericht, schule, tiefe charaktere, mord

Im Traum kannst du nicht lügen

Malin Persson Giolito , Thorsten Alms
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 26.10.2017
ISBN 9783431039931
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: amok, beziehung, gericht, mord, schule, tiefe charaktere, verhandlung   (7)
 

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bunker, kinder, sicherheit, london, persönlichkeitssörun

Seelenkinder

Sarah Hilary , Astrid Finke
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei btb, 11.09.2017
ISBN 9783442748082
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine grausame Grundsituation. Zwei Kinderleichen, die über Jahre in einem dunklem Bunker unter der Erde gelegen haben. Im Thriller „Seelenkinder“ von Sarah Hilary ermitteln tolle Charaktere in einem komplexen, aber sehr gelungenem und spannendem Plot.

Zum Inhalt:London. Bei der Gartenarbeit findet Terry Doyle einen alten vergessenen Bunker. Er ist nicht leer. Im Bunker werden zwei tote Jungen entdeckt, die offensichtlich schon mehrere Jahre dort lagen. Auch den Polizisten Marnie und Nash macht das grausame Bild schwer zu schaffen. Sie müssen versuchen, die Hintergründe der beiden toten Jungen aufzuklären.Als dann dann plötzlich weitere Kinder verschwinden wissen sie, dass jede Sekunde zählt. Für Marnie ist dieser Fall besonders schwer, denn er konfrontiert sie mit den eigenen dunklen Schatten ihrer Vergangenheit.

Mein Eindruck:Die Entdeckung der beiden stark verwesten Kinderleichen ist ein grausiges Bild - auch für den Leser. Der Drang die Hintergründe zu erfahren, ist allmächtig. Die Ermittler, allen voran Marnie und Nash versuchen jede noch so kleine Spur zu verfolgen und kommen nur langsam voran. Sie decken immer wieder neue kleine Puzzleteile auf, so dass die Geschichte von vorne bis hinten spannend bleibt. Vor allem das Finale und die vollkommene Aufklärung, lassen den Leser ganz sicher nicht locker.
Auch die eingestreuten Wechsel der Perspektiven und einige Rückblenden, bleiben für den Leser zunächst rätselhaft und steigern die Spannung. Es kristallisiert sich jedoch schnell heraus, in welche Richtung die Geschichte sich entwickeln wird. Und trotzdem wartet dieser Thriller immer wieder mit Unvorhergesehenem und Überraschungen auf. Es wird zu keinem Zeitpunkt langweilig. Insgesamt handelt es sich um eine relativ komplexe Geschichte, der man dennoch sehr gut folgen kann. 
Die Charaktere, allen voran auch die Ermittlerin Marnie, ist hervorragend gezeichnet. Sie muss neben dem Fall auch Teile ihrer eigenen Vergangenheit verarbeiten. So ergeben sich einige Verbindungen zum Tod der beiden Kinder, die ihr zu schaffen machen. Auch die weiteren Charaktere, die besondere Rollen spielen, sind sehr intensiv beschrieben. Als Leser lernt man sie alle sehr genau - auch in die emotionalen Tiefen - kennen, was diesen Thriller ebenfalls auszeichnet.
Sarah Hilary schreibt sehr spannend, leicht verständlich und mit einigen Bildern, die man auch mal zweimal lesen kann. Ihr gelingt es dabei, die psychologischen und emotionalen Effekte der Charaktere besonders stark herauszuarbeiten. 

Fazit:Eine durchaus komplexe Geschichte, deren Spannung, Plot und Charaktere ein rundum stimmiges Ganzes ergeben. Seelenkinder lohnt sich auf jeden Fall zu lesen.

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Tags: bunker, kinder, london, mord, psychologie, starke charaktere   (6)
 

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30 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

thriller, mord, internet, london, finanzkrise

Sie zu strafen und zu richten

Luke Delaney , Ulrike Moreno
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.09.2017
ISBN 9783404175574
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Sie zu strafen und zu richten“ von Luke Delaney ist der mittlerweile vierte Band der Reihe um Detektive Inspector Sean Corrigan. Dieser Thriller kann sehr gut unterhalten, ragt aber nicht aus der Masse der Konkurrenz hervor.
Zum Inhalt:Im Internet taucht auf einer Plattform ein vermummter Mann mit elektronisch verzerrter Stimme auf, der sich zum Rächer des Volkes erklärt. Er fordert die Zuschauer auf, über Schuld oder Unschuld und Höhe des Strafmaßes zu entscheiden. Vor ihm sitzt Paul Elkins, ein hochrangiger Mitarbeiter eines bedeutenden Finanzunternehmens. Detective Inspector Sean Corrigan ermittelt mit seiner Londoner Spezialeinheit für besondere Fälle. Mit dem Täter findet er einen sehr intelligenten Gegenspieler. Er muss sich beeilen, denn der Täter wird immer bekannter und es ist klar, dass schon bald neue Opfer vor dem Online-Richter treten werden.
Mein Eindruck:Bei diesem Buch handelt es sich um den mittlerweile vierten Band einer Reihe um Detektive Inspector Sean Corrigan. Es werden viele Querverweise zu den Vorgängern gezogen, die ich als nichtwissender Leser leider nicht einordnen konnte. Daher empfiehlt es sich, die Reihe mit dem ersten Band zu beginnen.
Die Geschichte um den selbst ernannten Richter und Henker, der im Internet über Leben und Tod seiner Opfer abstimmen lässt, ist faszinierend und erschreckend zugleich. Die Hintergründe und die Ermittlungen sind sehr fein miteinander verwoben und generieren zeitweise ein Hochmaß an Spannung und Tempo. Dennoch hängt die Spannung und der Fortschritt der Geschichte in einige Phasen.
Sean Corrigan bleibt für mich als Quereinsteiger ein in einigen Teilen Unbekannter. Er verfügt über diese besonderen Fähigkeiten, sich in die Köpfe irrer Mörder zu versetzen. Dabei tritt er mit wenig Empathie gegenüber seiner Familie und seinen Kollegen auf. Daher ist er in meinen Augen nur ein weiterer diesem Muster folgenden Charakteren im Thrillermetier. Seine Gedankengänge werden dennoch nachvollziehbar und glaubhaft beschrieben. 
Die Geschichte lebt vom Gleichgewicht der Kräfte zwischen Sean Corrigan und dem Täter. Beide agieren auf Augenhöhe, was zu einer spannenden Grundstimmung beiträgt.
Die Schreibweise und der Aufbau der Geschichte ist durchaus positiv zu beschreiben. Es liest sich flüssig. Einblicke in die Welt der Täter und der Ermittler wechseln sich ab. Während der Liveübertragungen im Internet werden auch die Eindrücke verschiedener Zuschauer geschildert, was ein weiterer sehr positiver Effekt darstellt.
Fazit:Ein sehr unterhaltsamer Thriller mit einem spannenden Szenario, dass mich als Quereinsteiger in diese Reihe aber nicht vollständig überzeugen konnte.

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Tags: entführung, internet, live-übertragung, london, mord, sean corrigan   (6)
 

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57 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

undercover, verdeckte ermittlung, betrug, england, mord

Fiona

Harry Bingham , Andrea O'Brien
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 22.09.2017
ISBN 9783805200165
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Fiona Griffiths ist die Heldin des Kriminalromans „Fiona - Als ich tot war“ von Harry Bingham. Sie ist als verdeckte Ermittlerin inmitten der organisierten Kriminalität unterwegs. Dabei kann man sie nicht gerade als psychisch stabil bezeichnen. Doch genau diese Fiona ist es, die aus diesem Krimi ein ganz besonderes Leseerlebnis macht.

Zum Inhalt:Fiona Griffiths ist die Neue bei der Polizei in Südwales und wird für die langweiligen Fälle eingesetzt. So auch bei einem Abrechnungsbetrug in einem Möbelhaus. Doch schon kurze Zeit später findet sie eine Leiche und es deuten sich erste Zusammenhänge an.Bereits länger geplant war eine Ausbildung als verdeckte Ermittlerin, an der Fiona teilnimmt. Als eine der Wenigen besteht sie die Herausforderungen dieses Lehrganges und findet sich bereits kurze Zeit später in einer zweiten Identität wieder. Als Putzfrau wird sie Teil eines großen und verbrecherischen Plans. Wenn Fiona dabei nicht das Problem hätte, ihre verschiedenen Identitäten auseinanderhalten zu können.
Mein Eindruck:Fiona ist ein extrem interessanter und vielfältiger Charakter. Sie leidet an dem Cotard-Syndrom, einer psychischen Krankheit, das dazu führt, dass sie sich selbst als fremd und ohne Leben ansieht. So hat sie auch große Schwierigkeiten, selbst einfache Gefühle wie Freude oder Angst wahrzunehmen. Um in ihrer Welt trotzdem mit anderen Menschen umgehen zu können, versucht sie mehr oder minder passende Gefühle zu erraten und entsprechende Reaktionen hervorzurufen. 
Es ist als fühlender Mensch natürlich schwierig, diesem Denken zu folgen. Dennoch gelingt es Harry Bingham, diese emotionale Kälte trotzdem sympathisch und nachvollziehbar zu vermitteln. Fiona wird dadurch zu einem sehr spannenden Charakter, den man als Leser erst einmal richtig kennenlernen muss. Bis dahin erscheint sie mitunter etwas sprunghaft, merkwürdig und suspekt, bleibt aber trotzdem sehr liebenswürdig. Oft überrascht sie mit unerwarteten Überlegungen und Handlungen.
Für die Geschichte ist aber gerade diese fehlende Gefühlswelt eine treibende Kraft. Sie ist durchgängig in der Ich-Perspektive geschrieben und wie im Klappentext angedeutet, ist man sich nicht immer sicher, mit welcher Identität Fiona gerade denkt und agiert. Ihre Denkweisen ändern sich entsprechend und die Polizistin Fiona Griffiths scheint manches mal nur noch blass bis zur Oberfläche durch.
Die Handlung ist durchgängig spannend. Dem Leser sind die Gefahren der verdeckten Ermittlung stets fühlbar bewusst. Die eigentlichen polizeilichen Ermittlungen schreiten dabei eher gemächlich voran. Dafür lebt die Handlung aber von der perfekt organisierten Arbeit der Verbrecher, wie aber auch von den Anstrengungen Fionas Vorgesetzter ihr den größtmöglichen Schutz zu geben. Zum Ende hin überraschte mich die Geschichte dann noch mit rasantem Tempo und großer Action. 
Der Schreibstil ist am Anfang etwas gewöhnungsbedürftig. Er erinnert ein wenig an die schnelle Abfolge von Gedanken, die Fiona im Kopf umherschwirren. Sprache und Stil passen aber sehr gut zu ihr und geben ihr Inneres in dieser Form auch hervorragend wieder.
Fazit:Kein Krimi, wie man ihn erwartet. Er lebt von Fionas einmaligen und besonderem Charakter und von den Schilderungen einer so real wirkenden organisierten Kriminalität.

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Tags: england, mord, organisierte kriminalität, starker charakter, verdeckte ermittlung, wales   (6)
 

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historischer roman, paris, kingsbridge, london, lübbe verlag

Das Fundament der Ewigkeit

Ken Follett , Dietmar Schmidt , Rainer Schumacher , Markus Weber
Fester Einband: 1.200 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 12.09.2017
ISBN 9783785726006
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ken Follet beweist einmal mehr, dass er ein großer Erzähler ist. In "Das Fundament der Ewigkeit" entführt er auf 1.168 Seiten den Leser in ein unruhiges Europa des 16. Jahrhunderts. Dort lässt er seine Charaktere inmitten der realen Geschichte ihre beeindruckenden Rollen spielen. Eine mitreißende Kombination von Historie und Fiktion.

Zum Inhalt:
Ned Willard kehrt 1558 nach einer Auslandsreise zurück in seine Heimatstadt Kingsbridge. Dort ist er in einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie aufgewachsen. Ned hofft auf ein glückliches und Leben mit Margery, die er heiraten möchte.
Doch der Zwist zwischen Katholiken und Protestanten verhindert diese Hochzeit, sorgt für weiteres Unglück und Ned verlässt schließlich Kingsbridge. Er tritt in die Dienste von Elisabeth Tudor ein, die kurze Zeit später Königin von England wird. Sie tritt offenbar für eine Welt ein, in der niemand mehr wegen seines Glaubens hingerichtet werden muss. Ein Ideal, das auch Ned teilt.
Elisabeth richtet mit Neds Hilfe ein Netz von Geheimagenten in ganz Europa ein, der es ihr für Jahrzehnte ermöglicht, auf dem Thron zu bleiben. Doch der Frieden zwischen den christlichen Glaubensrichtungen steht überall in Europa auf wackeligen Beinen und große Mächte haben sich gegen die Königin verschworen.
Mein Eindruck:
Es ist gar nicht so einfach, eine Rezension zu diesem mittlerweile dritten Kingsbridge Roman zu verfassen. Zu viele Eindrücke, Erlebnisse und Bilder haben die knapp 1200 Buchseiten bei mir hinterlassen.
Der erste Eindruck dieses Buches war zunächst wie ein wohliges nach Hause kommen. Gemeinsam mit Ned Willard kehrt man nach Kingsbridge zurück und wird sofort an die Geschichten und Legenden erinnert, für die diese Stadt steht. Man selbst blickt voller Wehmut an die Geschichten von Prior Philip und Tom Builder zurück, die seinerzeit die große Kathedrale erbaut hatten. Aber auch an Merthin und Caris, die im zweiten Kingsbridge Roman für diese großartige Stadt standen.
Jetzt allerdings geht es um eine ganz andere, nicht minder historisch bedeutsame Zeit. Das 16. Jahrhundert, in dem Königin Elisabeth I. 1559 den Thron Englands bestieg und in dem Katholizismus seine Macht immer mehr an die Protestanten verlor. Die Folgejahre waren geprägt von großen Konflikte zwischen den beiden christlichen Glaubensrichtungen. Zudem tritt noch eine dritte Partei auf, die für Toleranz und ein friedliches Miteinander eintritt - und das alles in einem Europa mit Monarchen, die die aufkommende Toleranz in England mit Misstrauen beäugten.
In diese Welt wirft Ken Follet seine Charaktere und es entsteht ein Wechselspiel zwischen Realität und Fiktion. Das Beeindruckende an diesem Roman ist nämlich die Verknüpfung der echten Geschichte mit den fiktiven Charakteren und ihren bildhaften Erlebnissen. Ob es (als Beispiele) das Massaker in der Bartholomäusnacht 1572 in Paris oder die große Seeschlacht des berühmten Sir Francis Drake sind. Die realen und die fiktiven Charaktere agieren so nahtlos miteinander, das Fiktion und Realität wie aus einem Guss erscheinen. Auch die schottische Königin Maria Stuart, die  als Konkurrentin auf den englischen Thron in Erscheinung tritt, wird in diesem Roman Leben eingehaucht. Ein Konzept, dass mich bereits bei den beiden Vorgängern überzeugen konnte.
Geschichtlich drängen die Konflikte zwischen Katholiken und Protestanten in den Vordergrund. Die unterschiedlichen Positionen, Ziele und Bemühungen werden aus der jeweiligen Sicht ganz unterschiedlicher Personen mit unterschiedlichen Interessen und Motiven dargestellt. Dabei wird natürlich nicht vor Intrigen, Verschwörungen und gar Mord zurückgeschreckt. Auch die Belange der unterschiedlichen Monarchen und des Papstes werden dabei berücksichtigt, so dass man in Summe die politischen Wirren jener Zeit hautnah mitverfolgen kann. Das immer schwankende Gleichgewicht der Kräfte verleiht dieser Geschichte nicht nur ihre Spannung, sondern auch ihren ganz besonderen Reiz.
Ned Williams, der sich in die Dienste der Königin Elisabeth stellt, steht für den Wunsch nach Toleranz und Frieden unter den Konfessionen. Seine Lebensgeschichte, auch seine private, steht im Mittelpunkt. So erlebt er zusammen mit dem Leser zahllose Erfolge und Rückschläge, Höhen und Tiefen. Vor allem sein nicht erfüllter Wunsch sein Leben mit seiner großen Liebe Margery zu verbringen, gibt seinem Leben eine bedeutende Wendung. Doch auch die zahllosen weiteren Charaktere, die im Laufe der Geschichte auch aufeinander treffen, haben ihre ganz eigenen Facetten und Interessen. Einige Personen wird der Leser lieben, andere wiederum hassen.
Interessant sind aber auch die in diesem Roman geschilderten diplomatischen Arbeitsweisen. Mit viel List und Überlegung, werden Pläne gestrickt, wieder verworfen oder durchkreuzt. Die Mächtigen bedienen sich oftmals ihrer Helfer wie beispielsweise auch Ned Willard einer ist.Der Informationsvorsprung gegenüber dem Gegner erscheint oft als entscheidender Vorteil, so dass sich Netzwerke von Informanten und Spionen bilden. Der Klappentext spielt nicht umsonst auf die Anfänge der Geheimdienst hin. Auch der Einblick in diese Tätigkeiten und Vorgehensweisen machen die Geschichte viel interessanter.
Das Buch ist nicht nur dick und schwer, sondern verlangt vom Leser ein echtes Grundinteresse an der realen Geschichte des 16. Jahrhunderts ab. Man benötigt keinesfalls besonderes Vorwissen, da viele Erläuterungen einen tieferen Einblick geben. Aber gerade diese „bildenden“ Abschnitte könnten weniger Interessierte Leser abschrecken und das Buch abbrechen lassen. Wer sich aber mit ein wenig Interesse auf diesen historischen Ausflug einlässt, dürfte von dieser real-fiktiven Geschichte restlos begeistert sein. Für meinen Teil hat mich die Geschichte auch nach den letzten Seiten nicht losgelassen.
Fazit:
Vorausgesetzt man hat Interesse an Europas Geschichte ist "Das Fundament der Ewigkeit" ein großartiges Werk, in dem genau diese Geschichte wahrhaft lebendig wird.

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Tags: diplomatie, england, europa, historischer roman, kingsbridge, london, paris, politik, spionage   (9)
 

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87 Bibliotheken, 4 Leser, 3 Gruppen, 56 Rezensionen

norwegen, krimi, frankreich, munch, kriminalroman

Kreuzschnitt

Øistein Borge , Andreas Brunstermann
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 01.09.2017
ISBN 9783426306048
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Sehr geschickt verbindet Øistein Borge in seinem Debütroman "Kreuzschnitt" ein dunkles Kapitel der Vergangenheit mit einem Mord in der Gegenwart. Der Reiz dieses Krimis liegt aber auch in der Tiefe der Handlung und in den authentischen Charakteren.
Zum Inhalt:Der Norweger Unternehmer Axel Krogh wird ermordet in seiner Villa in Südfrankreich aufgefunden. Bogart Bull, ein Kommissar der Osloer Kriminalpolizei wird von seiner Chefin zu Europol versetzt. Seine Aufgabe ist die Unterstützung der örtlichen Ermittlungen in Frankreich in diesem Mordfall. Bull selbst hatte ca. ein Jahr zuvor seine Frau und seine Tochter bei einem scheren Verkehrsunfall verloren und blüht in dieser Mordermittlung förmlich auf.
Alle Zeugen, die zum Mordzeitpunkt in der Villa wohnten, haben ein wasserdichtes Alibi und der Täter hat keine Spuren hinterlassen. Einziger Anhaltspunkt ist ein fehlendes Gemälde, der einzige Gegenstand, der entwendet wurde. Bulls Ermittlungen führen ihn zu einem grausamen, ungesühnten Verbrechen in der Vergangenheit.
Mein Eindruck:Auf dem Buchrücken wird das Buch mit einem Zitat von Aftenposten, Oslo beworben: "Ein komplexes, spannendes Debüt" heißt es dort.Diesen Worten kann ich mich nur anschließen.
Die Geschichte ist durchaus komplex. Da sie aber nie kompliziert wird, kann man ihr trotzdem mühelos folgen. Es gibt im Wesentlichen einen aufregenden Handlungsstrang in der Vergangenheit und einen weiteren in der Gegenwart, der sich mit Bulls Ermittlungen beschäftigt. Beide sind gleichermaßen spannend und fügen sich erst in der zweiten Hälfte langsam zusammen. Die wirkliche Auflösung findet aber erst auf den allerletzten Seiten statt. Dabei werden selbst kleine Puzzleteile aus dem Verlauf des Buches berücksichtigt und geben im Großen und Ganzen ihren Sinn preis.
Die Charaktere sind schön gezeichnet. Sie bekommen zügig ein tieferes Bild, was mir besonders gut gefallen hat. Bulls persönlicher Hintergrund ist durch den Verlust seiner Familie geprägt. Natürlich leidet er, stürzt ab, kommt aber stark und konzentriert aus seinem Tief wieder heraus. Dieses Dilemma belastet die Geschichte aber nicht über Gebühr, sondern wird im Wesentlichen nur einleitend angeführt. Bull ist im Endeffekt ein ehrgeiziger, von seiner Aufgabe angetriebener Ermittler mit hoher Auffassungsgabe. Nur in ruhigen Momenten hadert er mit seinen eigenen Problemen. Es macht Spaß ihn als Ermittler und als Menschen auf seiner Südfrankreichreise zu begleiten.
Auch die weiteren Charaktere, die in dieser Geschichte eine Rolle spielen, bekommen ein ausgeprägteres Bild und sind dabei sehr authentisch und glaubwürdig. Handlung und Charaktere empfand ich als realistisch und bildhaft. Beide greifen sehr passend ineinander. Auf diese Weise konnte ich tief in diesen Krimi eintauchen.
Die Zusammenarbeit mit der französischen Polizei ist nicht von einem Kompetenzgerangel oder gegenseitigem Misstrauen geprägt, wie man es leider schon öfter lesen musste. Hier ist genau das Gegenteil der Fall. Es entwickelt sich schnell eine tiefere Vertrauensebene und Freundschaft zwischen Bull und seinem französischem Pendant Jean Moulin.
Der Schreibstil von Øistein Borge hat mir gut gefallen. Er ist ein klein wenig anspruchsvoller als in vielen anderen Büchern, bleibt aber immer gut lesbar. Alle Beschreibungen bleiben nachvollziehbar und verständlich.
Fazit:Ein rundum gelungener skandinavischer Krimi mit Tiefgang, der sowohl den Ermittler Bull - als auch den Leser - vor ein scheinbar unlösbares Rätsel stellt.

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Tags: alkoholismus, frankreich, komplex, mord, norwegen   (5)
 

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30 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

benzin, berlin, lka, brandstiftung, brandanschlag

Benzin - Ein Fall für Julia Wagner

Axel Hollmann
E-Buch Text
Erschienen bei Independently Published, 09.08.2017
ISBN B074PVPS4L
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Das Cover von „Benzin - Ein Fall für Julia Wagner“, Axel Hollmann verspricht dem Leser schon durch einen orangen Benzinkanister und züngelnden Flammen am Titel eine brandheiße Spannung. Das Buch hält, was es verspricht.

Zum Inhalt:
Julia Wagner ist eine ehemalige LKA-Beamtin, die vor einiger Zeit ihren Job gekündigt hat. Mittlerweile hält sie sich als Fotojournalistin mehr oder weniger schlecht über Wasser.In Berlin geht auf einer Baustelle eines Tages ein Radbagger in Flammen auf, während gleichzeitig eine gegen Mietspekulationen und Mietwucher demonstrierende Menge lauthals versucht, auf sich aufmerksam zu machen. Julia Wagner ist vor Ort und gerät zwischen die die Fronten, als die Demonstranten mit der Polizei aneinander geraten. Schon kurze Zeit später wird der Immobilienspekulant Gruner Opfer eines weiteren Brandanschlags. Sein Luxusauto brennt. Und dies ist erst der Anfang einer Anschlagsserie.Sehr schnell wird eine Aktivistin von der Demo mit den Brandanschlägen in Verbindung gebracht und vom LKA verhaftet. Doch Julia Wagner hat ihre Zweifel an ihrer Schuld und versucht auf eigene Faust zu ermitteln. Dabei kommt sie mit den Tiefen der menschlichen Seele in Verbindung und begibt sich auch selbst in Lebensgefahr.


Mein Eindruck:
Im Fokus dieses Thrillers stehen zwei Dinge. Das Tempo, in der sich die Geschichte entwickelt und die sehr fein gestrickten Charaktere.Julia Wagner ist eine starke und zielstrebige Frau, die sich selbst aber als solche gar nicht einschätzt. Sie ermittelt sehr zielstrebig und konzentriert und ist dabei auch bereit, über ihre eigene Grenzen zu gehen. In einigen Situationen agiert sie wiederum sehr impulsiv aus ihrem Bauchgefühl heraus. Trotzdem - oder gerade deshalb - ist sie sehr menschlich und glaubwürdig. Am Ende des Buches war sie mir so vertraut wie eine gute Freundin. Auch die weiteren Charaktere, wie beispielsweise der ermittelnde Kommissar Russ, werden charakterlich sehr gut gezeichnet.Trotz der hohen Spannung und dem rasanten Tempo gelingt es Axel Hollmann seine Szenen bildhaft und detailliert zu beschreiben. Er bedient sich dabei einer leicht lesbaren und eingängigen Sprache, die das Buch sehr angenehm lesen lässt.Einige wenige sehr actionlastige Szenen kamen mir vielleicht etwas übertrieben vor, dennoch ist das große Ganze sehr realistisch und lebensnah beschrieben. Auch das kleinste Puzzleteil dieser Geschichte fügt sich am Ende zu einer perfekten Auflösung zusammen, die mich vollkommen überraschen konnte.Berlin-Liebhaber werden zudem viele bekannte und vielleicht auch weniger bekannte Ort in diesem Buch Wiedererkennen.


Fazit:
Eine sehr unterhaltsame und brandheiße Lektüre für die kälter werdenden Abende im Herbst und Winter.

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Tags: berlin, brandanschläge, feuer, journalistin, lka, mord   (6)
 

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51 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

thriller, hochspannend, paula treick deboard, psychothriller, thrille

Unter Wasser hört dich niemand schreien

Paula Treick DeBoard , Constanze Suhr
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 11.09.2017
ISBN 9783959670982
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vom Klappentext angezogen, war ich doch etwas erstaunt, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt hat. Ein lebloses Mädchen im Pool verspricht eigentlich Polizei oder Detektive; auf jeden Fall aber so etwas wie Ermittlungsarbeit. Das Buch „Unter Wasser hört dich niemand schreien“ von Paula Treik DeBoard kommt ganz ohne diese Klassiker aus und kann trotzdem eine anregende und spannende Geschichte liefern.

Zum Inhalt:

Liz McGinnises zieht mit ihrem Mann und ihrer 14-jährigen Tochter Danielle nach „The Palms“, einem luxuriösem Wohngebiet für die Reichen und Schönen dieser Welt. Phil hat dort einen Job als Community Relations Specialist der Immobilienfirma bekommen, die The Palms betreibt. Seine Aufgabe besteht darin, die Wünsche und den Ärger der Bewohner aufzunehmen bzw. sie zu beruhigen. Liz fühlt sich in dieser äußerst exquisiten Gesellschaft sichtlich nicht wohl. Die Leute dort sind eben von einem anderen Schlag als sie selbst. Dennoch organisiert sie für ihre Tochter ein Treffen mit anderen Mädchen aus der Nachbarschaft. Danielle freundet sich daraufhin mit Kelsey und Hannah an.Eines Tages treibt Kelsey leblos im Pool der Familie McGinnises.

Mein Eindruck:

Statt einer Polizei- oder Detektivgeschichte erwartet den Leser eine eher eine psychologische ausgerichtete Geschichte. Sie wird aus den Perspektiven von Liz und Phil erzählt und decken nach und nach die Hintergründe der leblosen Kelsey im Pool auf. Die Spannung wird durch immer neue Situationen, Gedankengänge und Ängste kontinuierlich weiterentwickelt. Die Beschreibung von "The Palms" und deren Bewohnern ist extrem gut gelungen. Auf der einen Seite wünscht man sich diesen Luxus, auf der anderen Seite merkt man auch schnell, dass man wie Liz dort eigentlich doch nicht so gerne leben möchte. Die Sorgen und Nöte der Bewohner sind eben nicht die gleichen, wie bei uns Normalverdienern. Vom Schreibstil ist das Buch angenehm zu lesen. Gedanken, Gefühle und Handlungen werden präzise und sehr nachvollziehbar beschrieben.
Es ist leider nicht möglich, diesen Eindruck weiter zu schreiben, ohne ein klein wenig zu spoilern. Wer sich überraschen lassen möchte, sollte bei dieser Rezension jetzt abbrechen und zum Buch greifen.
Besonders beeindruckend ist die nicht stattfindende Liebesgeschichte zwischen der 15-jährigen Kelsey und Phil. Kelsey sucht den Kontakt und versucht Phil dazu zu bringen, sich auf sie einzulassen. Phil aber zweifelt zu Recht und verhält sich daher zunehmend abweisend ihr gegenüber. Kelseys Handeln und ihre Reaktionen darauf sind beeindruckend beschrieben und bilden schließlich auch den Kern der Geschichte. Phils Ängste, dass man ihm eine Beziehung zu einer 15-jährigen unterstellen könnte, bringen ihn in eine für ihn schier ausweglose Situation. Darunter beginnt sehr bald die gesamte Familie zu leiden, denn auch Liz merkt sehr schnell, dass mit Phil etwas nicht stimmt. Zudem wird ihre Tochter Danielle plötzlich erwachsen und befindet sich in der „Abnabelungsphase“. Für großartige Konfliktmöglichkeiten ist also gesorgt.Das Zusammenspiel von Phil, Liz und Kelsey ist ein hervorragend konstruiertes Handlungs- und Spannungsnetz, dass großes Potential besitzt. Es wird dabei in erster Linie mit den Ängsten und Befürchtungen der Hauptpersonen gespielt. Letztlich fehlte mir in dieser Geschichte aber leider noch der allerletzte Funke, um mich ganz tief in ihren Bann zu ziehen. Mir kommt die Geschichte etwas zu „runter erzählt“ vor, wobei mir im Schreibstil das besondere Etwas fehlt, obwohl er insgesamt sehr gut und angenehm zu lesen ist.

Fazit:

Ein etwas anderer Thriller mit einer sehr unterhaltsamen und bedrohlich erscheinenden Familiengeschichte.

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Tags: amerika, familiengeschichte, luxus, psychologisch, unerwiderte liebe   (5)
 

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(10)

21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

stalker, hass, london, tiefgehende charaktere, spannend, f

Stalker

Louise Voss , Mark Edwards , Beate Brammertz
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei btb, 14.08.2017
ISBN 9783442745715
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Stalking muss schrecklich sein. In dem Thriller "STALKER" von Louise Voss und Mark Edwards schlüpft man sowohl in die Rolle des Opfers, als auch in die des Täters. Daraus ergibt sich eine sehr eindringliche und spannende Gegenüberstellung von Gedanken, Gefühlen und Erklärungen beider Seiten, die unterschiedlicher nicht sein können.
Zum Inhalt:Alex Parkinson schreibt sich in einem Schreibkurs ein und verliebt sich prompt in seine Lehrerin Siobhan. Allerdings wird seine Liebe nicht erwidert und entwickelt sich schnell in eine gesunde Richtung. Nach einem Korb interessiert er sich noch mehr für Siobhan. Er meint, dass sie füreinander bestimmt sind. An seinem Arbeitsplatz, einem großen Versandhandel, organisiert Alex sich auf eine illegale Weise Siobhans Adresse und Kontaktdaten. Es dauert also nicht lange, bis er vor ihrem Haus steht und sie beobachtet. Durch einen Zufall gelingt es ihm sogar, sich in ihre Wohnung umzuschauen und einen Blick auf ihr Tagebuch zu erhaschen. Alle seine Bemühungen und teuren Geschenke, scheinen jedoch nicht erfolgreich zu sein.Alex Liebe bleibt dabei nicht ohne Folgen. Er ist unkonzentriert, macht Fehler und verliert am Ende sogar seinen Job. Eines Tages liegt eine Mitschülerin aus dem Schreibkurz tot vor ihrem Haus und Alex kennt die Hintergründe ihres Todes.
Mein Eindruck:Es fällt sofort ins Auge, dass die Geschichte aus der jeweiligen Perspektive von Alex und Siobhan und noch dazu in sehr angenehmer Tagebuchform geschrieben ist, was die Eindrücke und Gefühle unverblümt und mitreißend darstellt. Einige Ereignisse in den Tagebüchern überschneiden sich für den Leser, was die extrem unterschiedlichen Sichtweisen der beiden Hauptdarsteller sehr beeindruckend ans Licht bringt. Siobhan, das Stalkingopfer dieser Geschichte, hat mit unterschiedlichen Gefühlen zu kämpfen, steckt sie doch auch gerade in einer Art Lebenskrise und hatte sich kurz zuvor von ihrem Partner getrennt. Diese Gefühle reichen dabei von Interesse bis hin zu echter Panik. Alex hingegen rechtfertigt sein wissentlich falsches Handeln durch teilweise wirre Erklärungen. Gerade diese Gedankengänge konnten mich ganz besonderes faszinieren, teilweise haben sie mich aber auch irritiert. Durch unterschiedliche Ereignisse, Gedanken und Handlungen der beiden Charaktere bleibt die Geschichte durchgängig spannend. Dabei ist sie durch den Tagebuchstil einfach und flüssig zu lesen. Es gelingt den Autoren, die Gedanken des Opfers und des Täters verständlich darzustellen. Das Buch ist in zwei Teile unterteilt. Mit Beginn des zweiten Teils vollzieht sich eine Wendung, die ich keinesfalls erwartet habe. Ich brauchte einige Seiten, um diese Entwicklung zu verdauen. Am Ende aber, werte ich diese Wendung eher positiv, da ich genau hier die Grundidee der Geschichte vermute. Allerdings wird der zweite Teil dabei leider etwas vorhersehbar. 
Fazit:Das Thema Stalking und die Gedanken, die dahinter stecken, werden nahezu perfekt beschrieben und in eine durchaus über das gesamte Buch vorhandene Spannung umgesetzt. Wer in den Kopf eines Stalker eintauchen möchte, muss dieses Buch lesen.

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Tags: emotionen, hass, liebe, london, psychologie, stalking, tiefgehende charaktere   (7)
 

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98 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

usa, thriller, weißes haus, us, sam bourne

Der Präsident

Sam Bourne , Ruggero Leò
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.07.2017
ISBN 9783404176588
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Der Präsident“ von Sam Bourne fasziniert vielfach. Dieser Thriller spielt gleichzeitig mit Realitäten und Fiktionen im Innersten des Weißen Hauses und der Macht des amerikanischen Präsidenten. Dabei überrascht er den Leser gleich mehrfach durch unerwartete Wendungen und Entwicklungen und einer sehr starken Protagonistin, die energisch Wahrheiten aufdeckt und gleichzeitig dem Leser aufregende moralische Fragestellungen mit auf den Weg gibt.
Zum Inhalt:
Ein Geschäftsmann, gleichzeitig ein extrem ich-bezogener Mann wird Präsident der Vereinigten Staaten. Nichts ist mehr wie es war, auch nicht im Weißen Haus. Das Personal wurde fast vollständig ausgetauscht und die politischen Ziele völlig neu definiert. Eines Nachts gerät der Präsident nach einem Statement aus Nordkorea in Wut oder besser außer Kontrolle und befiehlt den Einsatz von Nuklearwaffen gegen Nordkorea und China. Letztlich befiehlt er also nichts weniger als die Vernichtung der Menschheit. Mit einer geschickten Finte konnte ein Offizier den Präsidenten in letzter Sekunde dazu bringen, seinen Befehl zurückzunehmen.Doch dieser Vorfall bleibt nicht ohne Folgen. Einige der Zeugen des Geschehens wollen unbedingt eine weitere ähnlich brenzlige Situation vermeiden. Sie wollen den Präsidenten aus dem Weg räumen. Die legalen Mittel erscheinen dabei schnell aussichtslos. Bleibt also noch die Option eines Attentates, um die Welt vor dem nächsten Wutanfall des Präsidenten mit ungeahnten Konsequenzen zu schützen.Maggie Castello, eine Mitarbeiterin der Rechtsabteilung des Weißen Hauses, wird mit einer internen Untersuchung beauftragt. Sie war schon unter dem vorherigen Präsidenten im Weißen Haus beschäftigt und steht dem amtierenden Präsidenten kritisch gegenüber. Im Rahmen ihrer Ermittlungen kommt sie der Verschwörung auf die Spur und zieht die richtigen Schlüsse.
Mein Eindruck:
Die Geschichte spielt vor einem hochaktuellem Hintergrund. Die Gemeinsamkeiten zwischen Realität und Fiktion sind erschreckend eng miteinander verflochten. Das allein hinterlässt schon einen bleibenden Eindruck und verleitet dazu, den aktuell amtierenden Präsidenten an einigen Stellen etwas anders zu betrachten. Auch die die politischen Ansichten und Ziele des wichtigsten Beraters des Präsidenten sind an der Realität angelehnt und erscheinen dadurch sehr glaubwürdig, auch wenn sie teilweise etwas übertrieben ins Szene gesetzt werden.Besonders beeindruckt hat mich Maggie Castello, die mit ihrem unglaublichen Scharf- und Spürsinn den Geschehnissen im Weißen Haus auf die Schliche kommt und entsprechende Schlüsse zieht. Sie ist es auch, die immer wieder über die Konsequenzen ihrer Entdeckungen nachdenkt und dem Leser dadurch zahlreiche moralische Fragen mit auf den Weg gibt. Man ist geneigt über diese Fragen intensiver nachzudenken. Maggie ist ein sehr interessanter Charakter, der sehr vielschichtig rüberkommt. Auf der einen Seite ist sie sehr konzentriert, analytisch und clever, auf der anderen Seite zeigt sie aber auch emotionale Facetten. Das macht sie sehr sympathisch und liebenswert.Die Handlung ist durchgängig spannend. Viele Andeutungen auf folgende Abschnitte halten den Leser zwangsläufig bei der Stange. Dazu sind die Kapitel übersichtlich und inhaltlich gut voneinander getrennt. Die Geschichte lässt sich gut und flüssig lesen. Was diesen Thriller aber besonders auszeichnet, ist der mehrfache Richtungswechsel. der Geschichte, die den Leser überraschen. In kleinen Szenen werden verschiedene Männer ermordet ohne dass ein direkter Zusammenhang zur aktuellen Handlung besteht. Erst nach und nach wird das volle Ausmaß der Geschichte deutlich, was man zu Beginn sicher nicht erwarten würde.
Fazit:
Sam Bourne, bzw. Jonathan Freedland, mischt hier reale und fiktive Dinge zu einem exzellenten und überraschenden Thriller.

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Tags: attentat, politthriller, verschwörung, washington, weißes haus   (5)
 

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30 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

cia, agenten, www.die-rezensentin.de, gerritsen, spionage

Der Anruf kam nach Mitternacht

Tess Gerritsen , Ivonne Senn
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 07.08.2017
ISBN 9783959671095
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Der Anruf kam nach Mitternacht“ von Tess Gerritsen wirft zwei ganz normale Menschen in das Agenten- und Spionagemilieu, was den besonderen Reiz dieser Geschichte ausmacht. Dieser Thriller ist durchaus unterhaltsam und kurzweilig, bedient sich aber vieler bereits aus Hollywood bekannter Strickmuster.
Zum Inhalt:Sarah Fontaine erhält eines Nachts einen Anruf. Ihr Mann Geoffrey ist bei einem Hotelbrand in Berlin ums Leben gekommen. Diese traurige Nachricht erhält sie von Nick O’Hara, der im U.S. Außenministerium arbeitet. In seinen Aufgabenbereich fällt routinemäßig das Überbringen von Todesnachrichten und die Überführung der Leichname zurück in die USA. Dieser Fall ist aber anders. Geoffrey Fontaine sollte sich eigentlich in London aufhalten. Warum ist er aber in einem Hotel in Berlin bis zur Unkenntlichkeit verbrannt ?Nick führt einige nicht ganz offizielle Untersuchungen durch und folgt Sarah, die kurz nach der Beerdigung ihres Mannes nach London fliegt. Was folgt, ist eine temporeiche Suche in Europa nach Geoffrey Fontaine, wobei Sarah und Nick als Amateure ins Fadenkreuz des CIA und in einen kriminellen Rachefeldzug hineingeraten.
Mein Eindruck:Der Thriller folgt mehr oder weniger dem typischen amerikanischen Muster, das man bereits aus zahlreichen Kino- und Fernsehserien kennt. Dennoch ist diese Geschichte sehr unterhaltsam und kurzweilig. Die damit verbundenen Actionszenen sind temporeich und bildhaft beschrieben. Die Handlung verläuft rasant und ohne größere Pausen quer durch das Buch.Die Bösewichte könnten ebenso aus bekannten Filmen entspringen und ähneln daher sehr den bekannten Stereotypen mit einem entsprechenden Gewaltpotential.Die in diesem Thriller verarbeitete Liebesgeschichte zwischen Sarah und Nick hat mich dann doch etwas verwundert. War Sarah nicht gerade noch auf der Suche nach ihrem Ehemann ? Dessen ungeachtet bedient das "Zueinanderfinden" der beiden Hauptcharaktere dann die bekannten Klischees.Die Charaktere sind solide gestaltet und werden durch den angenehmen Schreibstil gut in Szene gesetzt. Sie gehen nur soweit in die Tiefe, wie es für diese Art von Thriller notwendig ist.Da es sich um ein Werk handelt, dass bereits vor der Wende (1987) entstanden ist, darf man sich um die noch präsente Berliner Mauer in diesem Buch nicht wundern. 
Mein Fazit:Solider und unterhaltsamer Thriller im Geheimdienstmilieu nach bekannten Mustern.

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Tags: agenten, cia, mord, spionage, verschwörung   (5)
 

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50 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

psychothriller, mary torjussen, suche, psychose, stalker

Die Verlassene

Mary Torjussen , Thomas Bauer
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.06.2017
ISBN 9783734104442
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Stell Dir vor, du kommst nach Hause und dein Partner, den du liebst, ist spurlos verschwunden. Fast so, als ob es ihn niemals gegeben hätte. Mit ihm verschwinden aber auch alle Fotos und Erinnerungsstücke. Der Psychothriller "die verlassene" von Mary Torjussen klingt daher erst einmal vielversprechend.


Zum Inhalt:


Großbritannien. Hannah wird von ihrem Freund verlassen. Still und heimlich verschwindet Matt aus ihrem Leben und nimmt alle seine Sachen mit. Aber nicht nur das. Er löscht alle Fotos, SMS, Mails und Telefonnummern auf Hannahs Telefon und ihrem iPad. Er hinterlässt keine einzige Erinnerungen an ihre gemeinsamen vier Jahre.


Hannah begibt sich auf die Suche nach Matt. Obwohl sie im Grunde sehr karrierebewusst ist, vernächläßigt sie ihren Job und auch sich selbst. Als plötzlich merkwürdige SMS auf ihrem Telefon erscheinen und unerklärliche Dinge in ihrer Wohnung passieren, die mit Matt in Verbindung zu stehen scheinen, intensiviert sie ihre Anstrengungen ihn zu finden.


Mein Eindruck:


Dieser Psychothriller lebt von einer immerwährenden Grundspannung. Sehr kurze Kapitel und ein angenehmer Schreibstil, verleiten zu einem raschen Lesetempo.


Die Situation in der Hannah feststellt, dass ihr Freund spurlos verschwunden ist, ist hervorragend beschrieben. Im Mittelteil verlangsamt sich die Handlung etwas und der Verlauf erscheint etwas schleppend. Es geht phasenweise nicht so wirklich voran.


Die Auflösung hingegen ist wiederum sehr temporeich und setzt der Geschichte ein I-Tüpfelchen auf. Spätestens hier wird Hannahs Charakter in ganzer Bandbreite offenbart. Durch die Ich-Perspektive, in der Hannahs Geschichte erzählt wird, wird ihre Verzweiflung und ihre Entwicklung sehr deutlich beschrieben. Ihre Gefühls- und Gedankenwelt ist als Leser spannend zu beobachten. In weiten Teilen handelt sie plausibel, wenngleich einige Punkte für mich aber nicht ganz nachvollziehbar waren.


Fazit:


"die verlassene" konnte mich leider nicht ganz überzeugen. Die Idee des Buches hat mich durchaus begeistert. Die Grundspannung motiviert zum Weiterlesen. Trotzdem schwächen einige Dinge im Handlungsverlauf und in Hannahs Entwicklung und Denken meine Begeisterung leider ab.

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Tags: england, psychothriller, suche, wahrer charakter   (4)
 

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151 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 94 Rezensionen

thriller, dänemark, mord, oxen, elitesoldat

Oxen. Das erste Opfer

Jens Henrik Jensen , Friederike Buchinger
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 08.09.2017
ISBN 9783423261586
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jens Henrik Jensen legt mit „OXEN Das erste Opfer“ einen fantastisch gelungenen Grundstein für eine vielversprechende Trilogie. Ein spannender Thriller, der mit dem Mord an einen ehemaligen hochrangigen Diplomaten erst den Anfang nimmt.
Zum Inhalt:
Niels Oxen, ein ehemaliger Elitesoldat mit belastenden Erfahrungen aus seinen Auslandseinsätzen, ist ein hochdekorierter Mann. Er hat bereits einige Medaillen und Auszeichnungen erhalten, unter anderem als bisher einziger auch die höchste militärische Auszeichnung, das Dänische Tapferkeitskreuz. Trotzdem wird Oxen in seinen Albträumen von seinen sieben Dämonen aus dem Krieg verfolgt.
Jetzt sehnt er sich nach innerer Ruhe und richtet sich als Aussteiger ein neues zu Hause in einem Waldstück ein. Dort plant er sich mit seinem treuen Begleiter Mr. White, einem weißen Semojadenspitz, mit der Jagd über Wasser zu halten.
An einem Abend besucht er aus purer Neugier das nahe gelegene Schloss Nørland Slot. Dort beobachtetet er nicht nur merkwürdige Dinge, sondern stolpert über einen toten Personenschützer und einen erhängten Hund.Wenige Tage später gerät Oxen in Verdacht, den Besitzer des Schlosses, einem ehemaligen hochrangigen Diplomaten ermordet zu haben. Doch statt in den Mühlen der polizeilichen Ermittlungen unter die Räder zu kommen, bietet ihm PET-Geheimdienstchef Axel Mossman einen Job an. Mit der Unterstützung der ihm zugeteilten Aufpasserin, der PET-Mitarbeiterin Margarethe Franck, stürzt er in ein sehr einflussreiches und beeindruckendes Geflecht aus Lügen, Verschwörungen und Machtspielen.
Mein Eindruck:
Die Geschichte um den Einzelgänger und Kriegshelden Niels Oxen hat Suchtpotential. Sie bedient aber dabei keinesfalls das Rambo-Klischee, sondern zeigt deutlich mehr Intelligent und Tiefgang. Die Hintergründe der Handlung sind fein herausgearbeitet, hervorragend verflochten und spannend miteinander verflochten. Das große und beeindruckende Verschwörungsszenario, um das es am Ende geht, wirkt dabei vollkommen plausibel und realistisch, ja fast schon beängstigend. Es wechseln sich sehr temporeiche Actionszenen mit intelligenten und gewitzten Ermittlungsarbeiten ab. Dabei kommt nach und nach etwas mehr Licht ins Dunkel.
Auch Niels Oxens Lebenslauf wird dabei schichtweise aufgehellt, so dass er viel Farbe zu bekommen scheint. Am Ende ist das Bild vom heruntergekommenen Ex-Elitesoldaten Niels Oxen dann doch ein anderes als vermutet, wie auch die Geschichte einen vollkommen unerwarteten Verlauf nimmt. Gerade diese – für mich vollkommene unerwartete – Charakterentwicklung hat mich sehr überrascht und mich in den Bann gezogen.
Durch die gut lesbare Sprache und die in kleine Kapitel unterteilte Gliederung der Geschichte liest sich das Buch wirklich mühelos. Die Spannung und die auftauchenden Fragezeichen im Handlungsverlauf verleiten zum Verschlingen der nächsten Seiten und Kapitel.
Fazit:
Ein erstklassiger und spannender Ausflug in das Nachbarland Dänemark. Dieser erste Band ist eine Einladung die gesamte Trilogie zu verschlingen.

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Tags: dänemark, geheimbund, kriegsheld, thriller, verschwörung   (5)
 

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68 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

künstliche intelligenz, bolivien, heartware, suche, liebe

Heartware

Jenny-Mai Nuyen
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 21.07.2017
ISBN 9783499267079
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„HEARTWARE“ von Jenny-Mai Nuyen ist ein Thriller anderer Art. Wer besonders tiefgreifende und etwas andere Charaktere mag, wird hier goldrichtig aufgehoben sein, denn es handelt sich eben nicht um einen temporeichen Actionthriller. Das Mitfühlen und Miterleben der Geschichte aus Sicht der Charaktere steht hier vollkommen zu Recht im Mittelpunkt, was mindestens ebenso mitreissend ist.

Zum Inhalt:

 Adam Eli, ein junger Mann mit krimineller Vergangenheit, hält sich als Ghostwriter über Wasser. Er hängt in einer Dauerschleife, in der ihn eine einfache und kurze Email aufrüttelt, die ihn auffordert, nach seiner ersten und einzigen Liebe Willenya zu suchen. Adam hatte sie in einem Bootcamp in Bolivien kennen und lieben gelernt, in das er wegen Dealens mit Medikamenten in seiner Schule geschickt worden war. Auch Willenya hatte eine kriminelle Vergangenheit. Gemeinsam flüchteten Sie aus dem Camp und brachen kurz darauf in ein Haus ein, um einen Computer zu stehlen. Dabei wurden sie bei einer Schießerei voneinander getrennt. Während Adam in einem Gefängnis landete, verschwand Willenya spurlos aus seinem Leben.

Mit der eingehenden Email werfen sich alle Fragen und Zweifel der Vergangenheit wieder in den Vordergrund. Hatte Willenya ihn damals verraten ? Hatte sie ihn wirklich geliebt oder vielleicht doch nur ausgenutzt ?

Er beginnt eine wilde Suche über den halben Globus, um Willenya zu finden und seine offenen Fragen zu beantworten. Ihm zur Seite steht Mariel Marigny, die als Hackerin und Expertin für Datensicherheit von ihren Auftraggeber zur Seite gestellt wird. Dabei rückt auch der damals gestohlene Computer in den Mittelpunkt.

Mein Eindruck:

Schnell wird klar, dass es hier kein herkömmlicher Thriller mit schnellen und hektischen Morden oder Mordermittlungen handelt. Vielmehr stehen hier die Charaktere und ihre Geschichte im Mittelpunkt. Zwei Personen mit einer schwierigen Kindheit entwickeln im tropischen Bolivien eine sehr intensive, wenn auch eine sehr spezielle Beziehung zueinander. Diese erste Liebe lässt Adam auch nach seiner Rückkehr aus dem Gefängnis nicht los. Der Autorin Jenni-Mai Nuyen gelingt es eindrucksvoll, Adams Gedanken- und Gefühlswelt und diese schwer zu umreissende Liebesbeziehung in Szene zu setzen. 

Dabei setzt sie diese Menschen in eine spannende Handlung ein, die ebenso speziell und hintergründig zu beschreiben ist. Hierzu verwendet sie einen flüssigen und sehr gut lesbaren Schreibstil, der selbst schwierige und diffuse Situationen und Hintergründe absolut verständlich und anschaulich auf den Punkt bringt. Insgesamt stellt sich mir die Handlung über alle Kapitel hinweg durchdacht und miteinander verknüpft dar. Abschnitte mit tieferen Einblicken in die Charaktere wechseln mit rasanten und mit Action geladenen Szenen ab. Leider leidet an einigen Stellen die Spannung unter den - wenn auch sehr interessanten Charakterbeschreibungen.

Das Thema des Thrillers - es geht letztlich um künstliche Intelligenz - schwingt im Kopf nach. Man kann und sollte sich selbst schon die Frage erlauben, welches Stadium der künstlichen Intelligenz wir heute erreicht haben und wer die Gewinner und die Verlierer eines solch mächtigen Computerprogramms sein könnten.

Fazit: 

„HEARTWARE“ von Jenny-Mai Nuyen möchte ich mit einer Bewertung von 4 Punkten für Charakterliebhaber empfehlen. 

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Tags: bolivien, charaktere, diebstahl, künstliche intelligenz, macht, suche   (6)
 

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

kinder, verdrängung, mord, geschwister, spannend

Hundert Lügen

Alice Gabathuler
Flexibler Einband
Erschienen bei Thienemann ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 20.07.2017
ISBN 9783522202312
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Alice Gabathuler hat mich mit „Hundert Lügen“ überzeugt. Es ist eine bis ins kleinste Detail verwobene und mit Hochspannung versehene Familientragödie, die zum Nach- und Mitdenken einlädt. Das Mitfiebern fällt dank eines flüssigen Schreibstils leicht. Dieses Buch ist nicht nur für Teenager, sondern auch für die etwas ältere Generation gut geeignet.

Zum Inhalt

Manon war fünf. Kris war sieben Jahre alt, als Ihr Vater beide zum Ferienstart in ein Sommercamp geschickt hat. Waren sie vorher noch unzertrennliche Geschwister, die gemeinsam als Prinzessin und Drache eine unbeschwerte Kindheit erlebt hatten, änderte dieser Sommer alles und die gesamte Familie brach in der Folge zusammen. Beide Kinder verdrängten in den kommenden zehn Jahren ihre Vergangenheit und die Geschehnisse im Sommercamp. Kris läuft vor seinem inneren Drachen davon und Manon quält sich mehr schlecht als recht durch ihr Leben. 

Plötzlich werden sie zu ihrem Vater zitiert. Stig, ein sehr erfolgreicher Geschäftsmann, sieht seine Familie bedroht und möchte sie im Umfeld seines großen Sicherheitsteams wissen. Hierbei kommen Kris und Manon nach einigen Jahren erstmals wieder in engeren Kontakt und können ihre verdrängten Erlebnisse miteinander austauschen. Doch letztlich wiederholt sich die Geschichte und Kris und Manon geraten dabei nicht nur in große Probleme, sondern werden auch schlimmen Taten verdächtigt. Sie müssen auf ein Leben zurückblicken, dass vor allem aus Lügen und Geheimnissen bestand.

Mein Eindruck:

Ich habe diese Geschichte verschlungen. Aus zwei zunächst etwas ungewöhnlich wirkenden Jugendlichen, die beide mit ihrer Vergangenheit hadern, entwickeln sich rasch zwei liebenswerte Persönlichkeiten. Kern aber ist ein Gerüst aus unausgesprochenen Wahrheiten. Das Leben der beiden besteht fast ausschliesslich aus vergrabenen Wahrheiten und Lügen. Beide leiden unter der verdrängten Vergangenheit, ohne wirklich zu wissen, was in diesem Sommercamp wirklich passiert war und warum schließlich ihre Familie daran zerbrochen ist. Dass sich beide nun nach zehn Jahren im Teenageralter wieder näher kommen und dabei über ihren eigenen Schatten springen, hat mich sehr berührt.

In der sehr spannenden zweiten Hälfte des Buches überschlagen sich die Ereignisse und die versteckten Wahrheiten der Vergangenheit kommen nach und nach an die Oberfläche. Die Geschehnisse in der Gegenwart, aber auch die der Vergangenheit sind sehr fein miteinander verwoben und hervorragend konstruiert. Sowohl Handlung als auch die Hintergründe fesselten mich daher über das gesamte Buch.

Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gefallen. Er ist dem Alter der Protagonisten und der Leser angepasst und zu jedem Zeitpunkt flüssig. Die Geschichte wird ausschließlich aus der Perspektive von Kris bzw. Manon beschrieben. Vor allem aber die Beschreibung der Vergangenheit aus der Sicht der damals fünf- bzw. siebenjährigen Kinder findet meine hohe Beachtung.

Das Ende der Geschichte und ihre Auflösung haben mich nachdenklich zurückgelassen. Nicht nur, dass ich mir das weitere Leben der Charaktere vorstelle, sondern stelle ich mir vor allem folgende Frage: Ist es wirklich etwas Wert, den beruflichen Erfolg über die Familie zu setzen oder sollten wir unsere Wertigkeiten ab und an einfach mal überdenken ?

Mein persönliches Fazit:

Eine rundum gelungene Geschichte. Sympathische Charaktere werden durch eine exzellente Handlung und hoher Spannung und einem tollen Schreibstil in Szene gesetzt. Dieses Buch möchte ich mit gutem Gewissen weiter empfehlen.

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Tags: eltern, entführung, geschwister, kinder, lügen, mord, spannend, verdrängung, versöhnung, wahrheit   (10)
 

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59 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

leuchtturm, meer, nordsee, prophezeiung, verräter

Wächter der Meere, Hüter des Lichts

Oliver Schlick , Kathrin Schüler
Fester Einband
Erschienen bei Ueberreuter Verlag , 14.07.2017
ISBN 9783764170738
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„Wächter der Meere, Hüter des Lichts“ von Oliver Schlick macht einfach Spaß. Das Jugendbuch begeistert vor allem durch witzige Charaktere und eine spannende Geschichte. Der Leser wird an beschauliche Küstenorte entführt und wird eingeladen, sich einer lustigen Truppen auf höherer Mission für eine bessere Welt anzuschliessen. Das Buch kann einfach nur genossen werden, man kann aber ebensogut mitfiebern und miträtseln.

Zum Inhalt:

Rebecca ist 16 Jahre alt, als sie plötzlich Stimmen in ihrem Kopf hört. Als sie auch noch Musik in Farben sehen kann, fürchtet sie, den Verstand zu verlieren. Ihre Pflegeeltern bringen sie in ein psychologisches Institut. Dort tauchen plötzlich einige Typen auf, die Rebecca aus dieser geschlossenen Anstalt befreien wollen. Was sie von ihnen als Erklärung zu hören bekommt, klingt verrückt. Dennoch schließt sich Rebecca ihren Befreiern an, da sie aus einem Gefühl heraus weiß, dass es richtig ist. Sie wird Teil eines Geheimbundes, der vor allem aus Leuchtturmwärtern besteht. Doch sind sie nicht nur Leuchtturmwärter. Sie haben auch eine besondere Mission, in der Rebecca eine Schlüsselrolle spielt. So erlebt Rebecca mit den Wächtern und einem äußert attraktiven Jungen eine abenteuerliche Reise, in der es um eine uralte Prophezeiung und den Kampf zwischen Gut und Böse geht. 

Mein Eindruck:

Das Lesen dieser Geschichte macht einfach Spaß. Während Rebecca an sich eine recht normale Teenagerin ist, handelt es sich bei den Wächtern einfach nur um schrullige Typen, die allesamt liebenswerte Eigenarten und Verrücktheiten haben. Kaum vorstellbar, dass diese komische Truppe, die mit so viel Humor unterwegs ist, eine höhere Mission zu erfüllen haben. Aber gerade diese Zusammensetzung macht den Reiz dieser Geschichte aus. 

Die Spannung entsteht bereits im Prolog und zieht sich durch das ganze Buch hindurch. Sie lebt von einer immer währenden Gefahr durch die Gegenspieler und einem Verräter in den eigenen Reihen. Der Leser ist geneigt, selbst zu rätseln, wer aus dieser Truppe untergraben hat. Die Hintergründe der Mission und die jahrtausendealte Prophezeiung werden nachvollziehbar beschrieben und fügen sich wie ein passendes Puzzlestück in die Handlung ein. 

Der Schreibstil ist hervorragend. Die rund 400 Seiten lesen sich sehr flüssig und an vielen Stellen, muss man einfach mal Schmunzeln und Lachen. Die Beschreibungen der Handlungsorte vermitteln sehr oft eine ganz besondere Atmosphäre und verleihen der ganzen Geschichte einige magische Momente.

Fazit: 

Dieses Jugendbuch möchte ich uneingeschränkt empfehlen. 

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Tags: abenteuer, denken, gut und böse, jugendbuch, küste, leuchtturm, lustig, verräter, witzig   (9)
 

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247 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 71 Rezensionen

dystopie, mord, kerry drewery, jugendbuch, manipulation

Marthas Widerstand

Kerry Drewery , Sabine Bhose
Fester Einband: 426 Seiten
Erschienen bei ONE ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 16.03.2017
ISBN 9783846600436
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Stell Dir vor das Rechtssystem wird verändert. Es gibt keine Gerichte mehr und niemanden interessieren Beweise oder Indizien. In "Marthas Widerstand" von Kerry Drewery (ONE Verlag) urteilen Zuschauer der TV-Sendung "Death is Justice" über Leben und Tot der Angeklagten.
Zum Inhalt:
Die 16-jährige Martha Honeydew wird festgenommen. Sie hält ein Waffe in der Hand und ruft. "Ich war's". Neben ihr liegt erschossen ein einflussreicher und bekannter Mann, der sich als Wohltäter einen Namen gemacht hat. Martha kommt als Mörderin in ein besonderes Gefängnis. Jeden Tag werden die Zellen gewechselt, die jeden Tag kleiner, dunkler und enger werden. Über Marthas Schuld oder Unschuld und damit über ihr Leben oder ihren Tod entscheiden die TV-Zuschauer in einem Fernsehvoting per Anruf, SMS oder Website. Nur sieben Tage bleiben Martha bis zu ihrer Hinrichtung auf dem elektrischen Stuhl.Die psychologische Betreuerin Eve ist die einzige Person, die mit Martha reden darf. Eve hat allerdings die Vermutung, dass Martha unschuldig ist und die Schuld für jemanden anderen auf sich nimmt. Es beginn ein Wettlauf mit der Zeit, um Martha vor ihrem tödlichen Schicksal zu bewahren.
Mein Eindruck:
Kerry Drewery entwickelt in diesem Thriller für junge Erwachsene ein düsteres und in höchstem Maße ungerechten Rechtssystem. Ähnlich wie in realen und überall bekannten Casting Shows wird in dieser Geschichte über das Schicksal der Beschuldigten gerichtet. "Senden Sie STERBEN oder LEBEN an 7997" lässt die Zuschauern zu Richtern und Henkern gleichermaßen werden. Wäre dies nicht schon schlimm genug, gibt es keinerlei fachliche Kontrolle. Alle Gerichte wurden abgeschafft, Beweise oder Indizen, Zeugen... All das spielt keine Rolle mehr und das Fernsehen manipuliert die Zuschauern nach Belieben. Eine Situation die mich nach Abschluss des Buches noch sehr beschäftigt.Die Darstellung der Geschehnisse erfolgt in kleinen Abschnitten, jeweils aus unterschiedlichen Perspektiven. So gewährt die Autorin Einblicke in die Gefühle und auch Ängste der generell sehr starken Sechszehnjährigen, deren Tod unmittelbar bevorsteht. Nach und nach fügt sich die Vorgeschichte mittels Rückblenden zusammen und es entwickelt sich unter anderem auch ein aussichtsloser Kampf gegen das System.Die besonders starken Charaktere Martha und Eve haben mich begeistert. Sie erscheinen mir tatsächlich wie normale Menschen, die plötzlich in eine Situation geraten, die niemand gewollt hat. Beide nehmen eine Entwicklung, die mir sehr gefallen hat und diese Charaktere sehr sympathisch macht. Die Handlung und damit die Spannung schreitet mit jedem Tag und jeder Stunde in den Todeszellen stetig voran. Es ist eine Geschichte, die man nur schwer zur Seite legen mag.Einige Kleinigkeiten, bzw. offene Fragen aus den Lesegeschehen sind mir leider offen geblieben und das Ende erscheint mir etwas zu konstruiert, was der Geschichte insgesamt aber nur einen kleinen Dämpfer gibt. Unter Umständen ist dies auch einem zwingenden Abschluss dieses Bandes geschuldet, um auf den Folgeband (es sollen wohl eine Trilogie werden) vorzubereiten. 
Fazit:
"Marthas Widerstand" hat mich allein schon durch die beängstigende Entwicklung von Justiz und Fernsehunterhaltung und deren beeindruckende Beschreibung begeistert. 

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Tags: castingshow, gerechtigkeit, gesellschaft, hinrichtung, justiz, manipulation, mord   (7)
 

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49 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

mittelalter, werwolf, wölfe, burg, fantasy

Blut schreit nach Blut

Aikaterini Maria Schlösser
Flexibler Einband: 344 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 24.07.2017
ISBN 9783743187450
Genre: Fantasy

Rezension:

Eine spannende Reise durch eine fantastische mittelalterliche Welt, die durch eine Vielzahl von Emotionen und tiefgründigen Charakteren einfach nur begeistern muss.

Zum Inhalt:

Die Schwarzburg wird 1272 angegriffen. Ihre Bewohner fallen den Angreifern zum Opfer und die Burg wird schwer beschädigt. Luna, die Tochter des Burgherrn, gelingt es als Einziger aus der Burg zu flüchten. Dabei muss sie miterleben, wie ihre Eltern getötet werden. In diesem Albtraum gefangen, trifft sie auf einen großen mächtigen Wolf, der ihr im Wald zu Hilfe kommt. Seine Augen kennt Luna nur zu gut. Seit ihrer Kindheit hat sie diese als Sternenpaar im Wald beobachtet. Lunas Lebenswelt ist bis auf das Mark erschüttert, aber nicht nur das. Zurück auf der Schwarzburg stellen sich bedeutende Veränderungen an ihrem Körper ein.

Mein Eindruck:

Aikaterini Maria Schlösser gelingt mit dieser spannungsvollen Geschichte ein außergewöhnlicher Fantasyroman. Er besticht durch die liebevoll und tiefgründig gestalteten Charaktere und der bildhaften Lebenswelt einer jungen Burgherrin. Die Veränderungen, die Luna erleiden muss, sind unheimlich detailliert beschrieben und lassen den Leser diese Veränderungen hautnah miterleben und dabei auch tief in Lunas Psyche eintauchen. Das Lebensumfeld im mittelalterlichen Schwarzwald ist ebenso detailliert wie realistisch dargestellt, ohne dabei von der eigentlichen Geschichte abzulenken. Alle Haupt- und Nebencharaktere kommen lebensecht rüber, so dass man sich schnell auf der Schwarzburg und ihren Mitbewohnern zu Hause fühlt. Vor allem die Protagonistin Luna besticht durch eine ausgefeilte Gefühlswelt, in der sich auch der Leser wiederfindet. Alle ihre Problem und Sehnsüchte übertragen sich, so dass dieses Buch auch zu einer Zerreißprobe für die eigenen Gefühle werden kann.

Das Genre Fantasy ist in meinem Bücherregal nur am Rande zu finden. Dieses Buch aber konnte mich vollends überzeugen und begeistern.

Fazit: 

Diese Geschichte besticht durch eine Vielzahl von Emotionen und Gefühlen, die quasi aus dem Buch herausquellen und den Leser mitnehmen auf eine spannungsgeladene Reise durch eine fantastische aber reale Welt. Glasklare Leseempfehlung.

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Tags: burg, charakter, emotionen, fantasy, gefühle, mittelalter, werwolf   (7)
 

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feuer, bremen, krimi, mord, kaufhaus

Warmabbruch

Roland Bühs
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Kellner, Klaus, 12.10.2016
ISBN 9783956511189
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Roland Bühs präsentiert hier seinen ersten Bremen-Krimi, der sich mit einer Brandstiftung in einem Bremer Kaufhaus dreht, bei der zwei Personen zu Tode gekommen sind.


Zum Inhalt:
In einem Bremer Kaufhaus am Wall bricht ein Großfeuer aus. Die Feuerwehr findet zwei bis zur Unkenntlichkeit verbrannte Leichen. Zuständig für diesen Fall ist bei der Kriminalpolizei Hauptkommissar Schilling, der mit seiner Kollegin Inge Dunker auf ein Geflecht aus Mord, Betrug und Lügen stösst. Bei ihren Ermittlungen stoßen sie auf ein rumänisches Tagelöhnermilieu, dass eine wichtige Rolle zu spielen scheint.


Mein Eindruck:
Die Geschichte liest sich mit einem rasanten Tempo. Viele Ermittlungsschritte und Handlungen folgen in schnellem Tempo, so dass die Handlung stetig voranschreitet. Leider leiden darunter die Charaktere, die insgesamt etwas blass und oberflächlich bleiben und wenig ihrer eigentlichen Persönlichkeit preisgeben. 
Da laut Hinweisen des Autors bzw. des Verlages alle Handlungen erfunden sein sollen, stellt sich hier die Frage, wie sooo unglaublich viele Tatsachen aus einem realen Brand, der in Bremen stattfand, in einem fiktiven Werk ihren Ursprung fand. Ich gehe aber davon aus, dass diese Verbindung zur Realität sehr umsatzfördernd gewesen sein wird.


Fazit:
Eine Geschichte, die man lesen kann, aber nicht lesen muss. Viele Orte und Gegebenheiten aus Bremen sind hier erkennbar und so wird dieser Lokalkrimi seinem Namen gerecht. Gute Handlung, aber für meinen Geschmack viel zu blasse Charaktere.

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Tags: betrug, bremen, feuer, kaufhaus, krimi, mord   (6)
 

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thriller, martin abel, rainer löffler, gummersbach, fallanalytiker

Der Näher

Rainer Löffler
Flexibler Einband
Erschienen bei Bastei Lübbe, 24.04.2017
ISBN 9783404174546
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Näher von Rainer Löffler ist ein ganz besonderer Thriller. Mit einem Szenario jenseits der Vorstellbarkeit vermag er einen gewissen Grusel zu erzeugen und mit einer fantastisch konsequenten Ermittlung zu überzeugen.


Zum Inhalt:Zwei Frauen werde in der Nähe von Köln als vermisst gemeldet. Fallanalytiker Martin Abel soll diesen offensichtlich einfachen Fall überprüfen. Kurz nach seiner Ankunft werden - in einem Betonklotz eingegossen - eine Mutter und ihr Neugeborenes gefunden. Die Frau ist offensichtlich bereits vor langer Zeit verschwunden. Abel übernimmt die Ermittlungen. Als Fallanalytiker versucht er sich in die Gedanken und die Motivation des Täters hineinzuversetzen. Erste Hinweise gibt eine der vermissten Frauen, die unvermittelt wieder auftaucht.

Mein Eindruck:Dieser Thriller hat mich schnell in seinen Bann gezogen. Die Schilderungen und die Umstände des Leichenfundes der Mutter und ihres Kindes waren sehr deutlich beschrieben und verursachen - wie auch andere Stellen im Buch - eine ganz ordentliche Prise Grusel beim Leser.
Die Geschichte insgesamt liefert einen Plot, der zu jeder Zeit die Spannung und den Ermittlungsdruck auf Abel aufrecht erhält. Sie spielt jenseits der Gedankengrenzen, die man üblicherweise in einem „normalen“ Thriller zu erwarten hat. Sowohl die Tat, als auch der Täter überschreiten diese Grenzen bei Weitem. Dennoch gibt Rainer Löffler alle Erklärungen, um die Geschichte als glaubhaft darzustellen. Seine Schilderungen der Geschehnisse ist aber nicht nur plausibel, sondern auch bestens beschrieben. Als Leser bekommt man viele bildhafte Beschreibungen an die Hand, um sich in die Situationen - auch die gruseligen - hineinversetzen zu können.
Abel besticht als Fallanalytiker natürlich über besondere Fähigkeiten. Dennoch entsteht nicht der Eindruck es mit einem Hellseher oder Zauberer zu tun zu haben. Alle seine Gedanken finden auf der logischen Ebene statt. So ist seinem Tun sehr einfach zu folgen. Darüber hinaus setzt ihm Rainer Löffler auch den privaten Hut auf, mit dem er durch die aktuellen Problemchen mit seiner Lebensgefährtin Hannah sehr viel lebensechter und sympathischer wird. 
Da Martin Abel in der Polizeidienststelle als Fremdkörper betrachtet wird, gibt der Geschichte einen weiteren Reiz. Borchert, der Dienststellenleiter, hat seinen Laden gerne kontrolliert im Griff und hat seine Probleme mit einem Ermittler vom Stuttgarter LKA.

Fazit:Der Näher von Rainer Löffler liefert ganz besonderen Nervenkitzel. Logisch, konsequent und mit einem grausamen Fall bietet dieser Thriller alles auf, um die Nackenhaare des Lesers aufzustellen.

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Tags: beton, entführung, fallanalytiker, gummersbach, lka, mord, schwanger, thriller   (8)
 

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mord, krimi, norddeutschland, bernstein, dorf

Bernsteinblut

Kirsten Raab
Flexibler Einband: 199 Seiten
Erschienen bei bookshouse, 13.04.2017
ISBN 9789963536429
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kirsten Raab legt mit „Bernsteinblut“ einen sehr unterhaltsamen und mit spannenden Charakteren gespickten Krimi vor, der den Lesern zum Miträtseln und Schmunzeln verführt.


Zum Inhalt:

Süderbrock. Ein kleines beschauliches Dorf im hohen Norden Deutschlands, nicht weit von der Nordseeküste entfernt. Genau dort passiert das Unglaubliche. Der Bauer Heinrich Lüdersen wird von seiner eigenen Mistgabel aufgespießt ermordet aufgefunden.

Piet Petersen und sein Kollege Hauke Hansen beginnen mit den Ermittlungen. Lüdersen ist im Dorf als Querkopf bekannt gewesen und hatte mit fast allen Streit. Piet und Hauke versuchen Täter und ein Motiv zu finden. 


Mein Eindruck:

Kirsten Raabs Krimi hat mich begeistert. Zum einen durch die Beschreibung des kleinen norddeutschen Dörfchens, in dem jeder jeden kennt und man sich mit „Moin“ anspricht, zum andern aber auch durch die durchdachte und überhaupt nicht langweiligen Handlung mit überaus spannenden Charakteren. 

Vor allem Piet Petersen mit seiner Leichenphobie, die so gar nicht zum Berufsbild eines Kommissars zu passen scheint, macht in diesem Krimi einiges durch. Aber auch die Nebenakteure kommen sympathisch und glaubwürdig rüber. 

Die Handlung ist temporeich und überhaupt nicht langweilig. Man muss diesen Krimi eher in die Kategorie Pageturner einordnen, wirklich weglegen kann man dieses Buch nicht. Viele Handlungsfäden lassen einen etwas schmunzeln, weil sie so typisch für ein kleines Dorf erscheinen, andere leiten Piet Petersen und den Leser einfach nur in die Irre. Insgesamt ist die Handlung rund und spannend konstruiert. 


Fazit:

Ein ganz toller norddeutscher Dorfkrimi, der mich unheimlich an Geschichte und Charaktere gebunden hat. 

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Tags: dorf, krimi, küste, mord, norddeutschland, spannend   (6)
 

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thriller, mord, zug, alkoholismus, paula hawkins

The Girl on the Train

Paula Hawkins
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Doubleday, 29.01.2015
ISBN 9780857522313
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Psychologisch wertvolle Charaktere und eine Handlung, die in kleinen Schritten die Wahrheit offenbart.

Zum Inhalt:

Rachel, eine vom Alkoholkonsum beeinträchtigte Frau, fährt mit dem Zug jeden Tag an ihrem alten Wohnhaus in Witney vorbei. Sie beobachtet dabei ein Paar in einem anderen Haus und stellt sich vor, welch eine glückliche Beziehung die beiden führen. Eines Tages wird dieses Bild des Glücks erschüttert, als Rachel etwas Außergewöhnliches beobachtet. Kurze Zeit später sieht sie die Megan, die Frau aus ihren Beobachtungen, in der Zeitung. Sie wird vermisst und Rachel beginnt, sich für diese Sache zu interessieren.

Mein Eindruck:

Der Roman ist in Tagesabschnitten strukturiert und die Handlung wird ausschließlich in der Ich-Perspektive der Hauptpersonen beschrieben. Hierbei entsteht ein sehr eindringliches Bild der handelnden Charaktere, was ich sehr positiv herausheben möchte. Über allem steht die Frage, was mit Megan passiert ist und langsam schält sich die Wahrheit in kleinen Schritten heraus. Dabei ist das Buch zu keinem Zeitpunkt langweilig. Die Spannung wird permanent auf einem hohen Niveau gehalten und der Abschluss ist zwar ca. 100 Seiten vor Schluss schon abzusehen, doch überrascht er mit hohem Nervenkitzel.

Die Handlung baut sich aus einer alltäglichen Situation heraus auf und findet schnell ihren ersten Höhepunkt. Ich habe sofort mit Rachel mitgefiebert, auch wenn sie als bemitleidenswerte Person mit einigen durch Alkohol verursachten Erinnerungslücken dargestellt wird. Insgesamt sich alle Personen sehr detailliert und tiefgründig gezeichnet. Ihre Beziehungen der hier agierenden Paare basieren auf einem alltäglichen Leben, wobei hier Untreue, Eifersucht und Mißtrauen eine bedeutende Rolle spielen.

Fazit: 

Eine wunderbarer Roman, der mit alltäglichen Personen eine spannende Geschichte über Liebe, Eifersucht, Misstrauen, Lügen und Mord beschreibt.

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Tags: betrug, beziehung, eifersucht, england, lüge, mord, psychologisch, zug   (8)
 
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