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20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

grimms märchen, daumesdick, schneewittchen, märche, rumpelstilzche

Grimms Märchen ohne Worte

Frank Flöthmann , Jacob Grimm , Wilhelm Grimm
Fester Einband: 84 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 07.03.2013
ISBN 9783832197087
Genre: Romane

Rezension:

Beruflich Märchenerzählerin - da bin ich ja schnell für neue Märchenbücher zu haben, Grimms Märchen ohne Worte vervollständigt nun meine Grimm-Märchenausgaben und hebt sich aus ihnen, nicht nur des Formates wegen, ab.
Die Märchentitel sind noch gedruckte Buchstaben, damit man weiß, wohin die Richtung geht, sonst zeigt es nur Bilder.Wobei Bilder ist fast falsch, Piktogramme trifft es eher, aber auch nicht ganz. Zu Symbolen stilisierte Bilder in vier Farben – rot, schwarz, weiß und grün erzählen dem Betrachter , durch Pfeile miteinander verbunden, 16 Grimm-Märchen jeweils über mehrere Seiten:

Rotkäppchen
Hänsel und Gretel
Der Froschkönig
Die Bremer Stadtmusikanten
Rumpelstilzchen
Schneewittchen
Daumesdick
Aschenputtel
Hans im Glück
Frau Holle
Der gestiefelte Kater
Das tapfere Schneiderlein
Dornröschen
Rapunzel
Tischlein deck dich
Der Wolf und die sieben Geißlein

Ich hatte nicht gleich einen Jubel in mir, als ich das Buch aufschlug, aber bald schon musste ich lachen und mit jedem Bild wurde es mir lieber (und es hat viele Bilder). Schon beim Ende des ersten Märchens, Rotkäppchen, war ich von dem Buch begeistert. Für den Betrachter sehr angenehm, dass das Märchen dann doch einen ihm bisher unbekannten Ausgang hat, so dass neben der anderen Darbietung auch ein etwas anders Märchen geboten wurde.
Ich muss sagen, ich liebe dieses Buch mittlerweile. Es ist gar nicht so einfach zu “lesen” wie man auf dem ersten Blick meinen könnte, aber es erzählt so detailreich, dass es eine Freude ist, sich damit ein bisschen Mühe zu geben. Mein Mann und mein dreizehnjähriger Enkel hatten den gleichen Effekt beim Betrachten der Seiten, das ganze Buch ist ein feiner Spass . Ich habe es  nun schon mehrmals angesehen und immer wieder eine kleine Freude dabei empfunden.


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216 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

thriller, schweden, entführung, krimi, abtreibung

Aschenputtel

Kristina Ohlsson , Susanne Dahmann
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 17.09.2012
ISBN 9783442375806
Genre: Krimi und Thriller

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Das Traumnest

Patricia Koelle
E-Buch Text
Erschienen bei Dr. Ronald Henss Verlag, 04.04.2011
ISBN B004VAYEBQ
Genre: Sonstiges

Rezension:

Der kleine Daniel  macht mit seinen Eltern den ersten Fern-Urlaub. Strand, Palmen, Meer und weit weg von zu Hause - ein großes Abenteuer für den Jungen. Besonders liebt er es, die Sterne zu betrachten und dabei sieht er etwas Großes, Dunkles aus den Wellen auftauchen,
Ein Ungeheuer? 


Diese liebenswerte Geschichte berichtet  auf wunderschöne Weise darüber, wie wichtig es ist,  seine Träume ins Erwachsenen - Dasein hinüberzuretten  - und wie Daniel es kann.
Es ist schon eine Weile her, dass ich diese Geschichte gelesen hatte und sie war mir noch immer so positiv gegenwärtig, dass ich sie heute noch einmal las.
Illustriert wird die märchenhafte Geschichte durch Seidenmalereien und Papierschnitte.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Ich bleib dann mal da

Antonia Stahn , Hans-Stephan Link , Katja Spannuth , Gabriele Benz
Flexibler Einband
Erschienen bei NOEL-Verlag, 01.02.2011
ISBN 9783940209979
Genre: Romane

Rezension:

Die Autorin Antonia Stahn erzählt detailfreudig und bleibt trotz der Fantasyelemente dicht am Leben. 
Ich hatte beim Lesen die von ihr geschilderten Szenen förmlich vor Augen, und die vielen im Buch enthaltenen Illustrationen bestätigten und ergänzten meine Eindrücke nachhaltig. manchmal war ich an die sogenannten "Wimmelbilder" erinnert, so viel ist darauf zu finden.



Ich muss zugeben, ich mag die Art von Antonia Stahn zu erzählen, seit ich ihr Kinderbuch "Max und Mäxchen" in einem Altenheim vorgelesen hatte.
Sie hat so einen genauen und freundlichen Blick für das Leben, das kommt bei den Zuhörern gut an und erfreut so auch den Vorleser. Ihre knappe Schreibe ist mir da manchmal eine Herausforderung, und ich muss mir die richtigen Betonung ihrer Sätze erarbeiten, damit sie nicht harsch klingen, jedoch finde ich ihre Sicht auf die Randgruppen der Gesellschaft in diesem Buch so wichtig und bemerkenswert, Empathie schulend, dass ich mir diese Arbeit gern mache. Die Autorin berichtet von liebenswerten Charakteren, ohne diese zu verklären.

Hier nun ein Märchenroman über einen Menschen, der aus der Bahn gekommen ist und der den Weg ins Leben zurückfindet - mit einer kleinen Portion göttlicher Hilfe. Irgendwie ist es auch ein Mutmachebuch, geeignet für Kinder und Erwachsene.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

kinderbuch

Sapinos magische Abenteuer in Fabelland

Bernadette Reichmuth
E-Buch Text: 96 Seiten
Erschienen bei null, 22.04.2012
ISBN B007WTS8KG
Genre: Romane

Rezension:

Ein fantasievolles, liebenswertes Märchen, dass die Autorin hier geschrieben hat. Ich hatte zuvor das Märchen Die kleine Moorhexe von ihr auf amazon gefunden und war schon davon sehr angetan, Sapino hat mich vollends von ihrem Erzähltalent überzeugt. Ein Waldelf wird durch Übermut behindert und ist deshalb besser in einem Garten aufgehoben als im Wald. Doch ist das nicht schlimm, denn dieser Garten gehört einem Zauberer und bietet ihm deshalb genug Abwechslung. Aber Elfen bekommen, wie Menschen, Heimweh, so auch unser Ex-Waldelf. Der macht sich einfach auf den Weg, lernt dort einen wirklich eigenartigen Freund kennen, welcher ein "echtes" Problem hat: er kann sich nirgends sehen lassen. Der Elf meint, dass ihm der Zauberer helfen könnte. Kann er dann auch und die drei besiegen auch noch eine wirklich böse Hexe - das alles ist so fantasievoll erzählt, dazu mit kleinen Bildern unterlegt, wirklich, wirklich schön.

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19 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

ruhrgebiet, pferde, kindheit, jugend, gelsenkirchen

Gummitwist in Schalke Nord

Elke Schleich
Fester Einband: 220 Seiten
Erschienen bei Stories u. Friends Verlag, 09.03.2012
ISBN 9783942181167
Genre: Romane

Rezension:

Der Verlag nannte dieses Buch – Ein Roman in 18 Geschichten – das lies erst in mir ein:"Hää?" aufkommen, aber nachdem ich das Buch gelesen hatte, war mit der Bezeichnung sehr zufrieden. Konnte man doch die Autorin Elke Schleich in diesen achtzehn Geschichten auf ihren Weg zum Erwachsenwerden begleiten und ihre Schlüsselerlebnisse miterleben. 
Die so wichtige “beste Freundin” , Momente mit den Eltern,  das Verhältnis zu den Geschwistern und deren Freunden,  ihre Tierliebe und der Wunsch nach einem Pferd, nach einem Hund, die Musik der Zeit, das erste Mal Verliebtsein und auch das zweite Mal – all das ist so gründlich und freundlich erzählt, dass man meint, beim Lesen mit der Autorin im Dialog zu stehen - und lässt in der eigenen Biografie nach den “Gegenstücken” suchen.

Dieses Buch ist nicht nur für Menschen geschrieben, denen “Schalke” und das Ruhrgebiet etwas besonderes ist, es ist ein unterhaltsames Zeitdokument, welches das Lebensgefühl der Zeit dokumentiert und somit kann es auch für Menschen, die an anderen Orten und zu anderen Zeiten aufwuchsen sehr interessant sein, weil man sich als Leser sofort angesprochen fühlt – und das produziert jedesmal eine innere Antwort. 

Ein schönes Buch über den “normalen Alltag normaler Leute” die in Westdeutschland aufwuchsen. Da habe ich glatt Lust, als Pendant eines Menschen der in dieser Zeit in Ostdeutschland aufwuchs, 18 ähnliche - und doch andere Geschichten zu schreiben.

Das ist wieder so eins der Bücher, die durch Aufmachung und Inhalt ein gutes, persönlich wirkendes Geschenk ergeben.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Die Blunk Konstante

Maike Braun
Fester Einband: 270 Seiten
Erschienen bei Stories u. Friends Verlag, 27.09.2013
ISBN 9783942181433
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein intelligentes Buch: Die Blunk Konstante – 1 Krimi und 10 Theorien.

Das Titelbild zeigt im unteren Drittel ein edel anmutendes Auto -einen Aston Martin – vor einem großen Schrottberg.
 Ich mache mir ja nichts aus Automarken, doch muss ich zugeben, dass sogar mich dieses Auto dazu bringt, wegen seiner gefälligen Form anerkennend leise zu pfeifen.
Dementsprechend wichtig ist das Auto in der Geschichte, Statussymbol und Luxus, vom dem ein Mann nicht lassen kann.

In diesem Wirtschaftskrimi, denn darum geht es in dieser Geschichte, ist Gier und Geltungssucht die Grundlage des an Blunk begangenen Verbrechens und der Leser erfährt in diesem 10 Geschichten-Roman, wie Blunk, der mit seinem Unternehmen insolvent wurde und nun als Teilzeit- Detektiv Leute verschwinden lässt – richtig gelesen, verschwinden lässt – und das, ohne sie umzubringen.

Jede der 10 Geschichten wird von einer kurzen Erläuterung einer ökonomischen These begleitet:
k1- die Knappheit der Güter ist der Motor allen wirtschaftlichen Handelns
k2- auch entgangene erlöse zählen
k3- abnehmender Grenznutzen
k4- Information ist der Schlüssel zum Erfolg
k5- Angebot und Nachfrage
k6- Schöpferische Zerstörung
k7- je höher die Rendite, desto höher das Risiko
k8- Niemand zahlt freiwillig mehr als er muss
k9- Menschen handeln rational
k10- Glück ist relativ

Das ist einerseits interessant und bildend, anderseits nimmt es der Geschichte etwas von der eigentlichen Spannung, wenn man nicht schon in Ökonomie ausgebildet ist oder einen gewissen Faible für Wirtschaft und ihre grauen Bereiche hat.

Für mich war es sehr interessant, aber ich tobte mich auch 35 Jahre im Steuerrecht aus, meinem Mann würde ich wohl empfehlen, diese Ausführungen zu überblättern.
Die Autorin Maike Braun ist nicht nur in der Sache kompetent, sie kann auch erzählen, ihre Erzählweise ist die einer Kurzgeschichten-Autorin, präzise ohne Füllwörter oder überflüssige Adjektive.

Das Buch wirkt wie alle Bücher des Verlages Stories & Friends edel in der Aufmachung, Optik und Haptik stimmen, fester Einband, farblich abgestimmtes Innenpapier, griffige cremefarbene Seiten,gefälliges Schriftbild.

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589 Bibliotheken, 18 Leser, 1 Gruppe, 46 Rezensionen

freundschaft, roadtrip, tschick, abenteuer, berlin

Tschick

Wolfgang Herrndorf , ,
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.11.2012
ISBN 9783499259913
Genre: Romane

Rezension:

Tschick ist ein kleiner, leicht lesbarer Roman, der auch von Lesefaulen gut zu bewältigen ist, was für schulische Pflichtlektüren ein großes Plus ist.
In der Empathie erzeugenden Ich-Form bekommt der Leser Passagen aus dem bisherigen Leben des Jugendlichen Maik Klingenberg erzählt, wie der neue Mitschüler Andrej Tschichatschow in die Klasse kommt und wie die zwei verschiedenen Jungen mit ähnlichen Problemen eine Urlaubsreise in die “Walachei” machen, bei der eine Freundschaft entsteht, die auch nach einer aus der Reise resultierenden Gerichtsverhandlung bestehen wird.

Dieser kleine Roman ist groß in einzelnen Szenen, besonders gegenwärtig ist mir hier die Passage über den Schulaufsatz samt Reaktion des Lehrers darauf; das Gespräch zwischen den Jungen, ob es jüdische Zigeuner und ob es die Walachei gibt oder wie sie zwar wissen, dass man man mit einer Armbanduhr die Himmelsrichtung bestimmen kann aber nicht wie – und wie sie es am Ende herausbekommen. Auch ihr Zusammentreffen mit “Adel auf dem Radl” oder wie der Vater seinen Sohn zusammenschlägt, während er sich über dessen Freundschaft zu einem jugendlichen Schwarzfahrer und Autodieb aufregt, weil die dem Vater ein schlechtes Image geben würde blieb mir noch nach der Lektüre sehr gegenwärtig.
Die Passage mit dem schießwütigen Rentner im Abrissdorf empfand ich irgendwie den Roman störend, obwohl sie auf sexuelle Orientierung eingehen und ihre Dialoge Tiefe haben. Doch fast zuviel, denn ich bin mir sicher, dass über die “kommunistische Widerstandsgruppe Ernst Röhm” hinweggelesen werden wird. Diese Passage mit dem Rentner ist so komplex, sie könnte als Kurzgeschichte richtig gut bestehen.
Fakt ist, dieses Büchlein bietet Diskussion- und Gesprächsstoff für eine längere Zeit, als man zum Lesen benötigt hatte.

Die im Roman verwendete Jugendsprache schien mir zwar nicht wirklich authentisch, aber da schon eine Schule weiter andere Schlagworte angesagt sind als in der Schule in meiner Straße brauche ich das auch nicht.

“Echt” klingt  Jugendslang wirklich oft grauslich, dass sich der Autor für seine Sprachform entschieden hat,akzeptiere ich daher gern so, wie ich sie gelesen habe. Denn wie er schrieb, beinhaltet es vieles, was Jugendsprache kennzeichnet.Bedeutungsverschiebungen bzw. –veränderungen, Bedeutungserweiterungen oder -verengungen, Wortveränderungen und -neuschöpfungen, Superlativierungen. Diese Sprache grenzt sich eindeutig durch ihren affektiv – emotionale Aspekt von der “üblich” gesprochenen Sprache ab und erfüllt somit die Funktion “Jugendsprache”, ist aber so gestaltet, dass sie auch von nachfolgenden Generationen in ihrer Bedeutung ohne Erläuterung weitgehend erfasst werden könnte.(Nur bei “alter Finne” bin ich da im Zweifel.)

So sehr die gewählte Erzählperspektive (Ich-Form) auch half, sich in den Protagonisten Maik Klingenberg einzufühlen, ein Problem hat diese Perspektivwahl.
Über das Leben von Andrej Tschichatschow blieb der Leser trotz aller Dialoge wie sein Freund Maik stückweise im Ungewissen – und fast bedaure ich, dass dieser eher stereotyp angelegte Protagonist eigentlich nur für die Schlüsselfunktion zum “inneren Wachsen” des Jugendlichen Maik Klingenberg dienen sollte, denn er fand mein Gefallen und Interesse.
Dieser Roman ist nicht, wie man meinen könnte, schnell heruntergeschrieben worden. Der Autor begann, wie man auf seinem Blog lesen konnte,  die Arbeiten daran im Jahre 2004 und hat ihn im Jahr seiner Erkrankung beendet. Dieser Roman ist auf einer “höheren Ebene”von seiner Persönlichkeit und  ein bisschen von seiner Biografie geprägt worden, denn vieles finde ich auf diesem Blog wieder.
Alles in allem ist “Tschick” ein Buch, das anregt, Vorurteile zu überdenken und hilft, sich selbst im Leben “einzunorden”. Dieses Buch klingt im Leser länger nach, es ist ein richtig gutes Buch.

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1.209 Bibliotheken, 17 Leser, 1 Gruppe, 89 Rezensionen

liebe, märchen, antonia michaelis, jugendbuch, mord

Der Märchenerzähler

Antonia Michaelis , Kathrin Schüler
Buch: 448 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.09.2013
ISBN 9783841502476
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich habe dieses Buch des Titels wegen auf meinen Kindle geladen. Ich bin Märchenerzählerin und durch diese Verknüpfung wecken Titel wie – Der Vorleser – oder – Der Märchenerzähler – mein ganz persönliches Interesse.
Und wow, was habe ich hier für ein Buch gefunden, was für eine begabte Autorin kennengelernt!

Wir erleben als Leser, wie die Abiturientin Anna beginnt, sich für den Mitschüler Abel zu interessieren. Abel, der erst später auf die Schule wechselte und nie wirklich dazu gehörte. Dieser Junge hat, verursacht durch eine kleine Stoffpuppe, plötzlich etwas in ihr zum Klingen gebracht. Verlief ihr Leben bisher behütet geradlinig wie nach einem weit in die Zukunft reichenden Plan, wurde ihr durch Abel und seine Bemühungen für seine kleine Schwester Micha nach und nach bewusst,dass es auch Parallelwelten gibt, in denen man als Kind unbehütet und ohne Führung aufwachsen muss. Abels Mutter ist irgendwie abhanden gekommen und Abel versucht alles ihm mögliche, wenigstens seine kleine Schwester Micha behütet und geführt aufwachsen zu lassen.
Doch wie viele Möglichkeiten hat ein 17jähriger? Welche Möglichkeiten sieht er, wenn er als Kind erleben musste, dass die Mutter nicht schützten wollte, als es darauf ankam?
Welche Hoffung hat er, wenn er in einer Umgebung lebt,in der niemand hilft, solange es demjenigen nicht selbst von Nutzen ist; wo Abstumpfung und Verwahrlosung um sich greift und behördliche Hilfe auch ein Tausch zwischen den Übeln sein kann?

Vor dieser Verwahrlosung und Abstumpfung will Abel seine Schwester schützen – durch ein Märchen, das manchmal Realität wird. Menschen werden tot aufgefunden, die unmittelbar oder mittelbar mit Abel oder mit seiner Schwester zu tun haben.
Die Geschichte ist so erzählt, dass man als Leser lange Zeit nicht wirklich weiß, wer nun der Täter ist, Abel, oder doch ein anderer, der ihm schaden will ? Hatte Abels Märchen dann nur zufällig den Verlauf, den es hatte, weil die einfache Märchenlogik so eben ist?
Ich hatte beim Lesen ein bisschen darauf gehofft – gegen alle Vernunft und bin mit der Lösung aller anstehenden Fragen am Ende auch zufrieden.

Es gibt den Roman als Hörbuch, als E- Buch und als P-Buch gebunden oder broschiert zu kaufen und er hat ein breiteres Leserecho erzeugt. Dieser Roman beinhaltet so komplexe Themen, dass ich meine, die meisten Jugendlichen werden durch ihn überfordert sein, auch wenn es um Jugendliche darin geht. Denn sie wissen nichts von Langzeitfolgen der Missbraucherfahrung, dass für den Betroffenen Sexualität eine schreckliche, unkontrollierbare Macht ist, die mit Scham, Ekel, Schmerz und Erniedrigung verbunden ist. Und so kann die Schilderung im Buch schnell missverstanden werden und mit Bildern – mehr noch Tönen – verwechselt werden, wie sie von bestimmten Musikern verbreitet werden, die ihr erbärmliches Dasein durch “auf diese Weise Töne spucken” erhöhen möchten.

- Der Märchenerzähler – ist nach meinem Empfinden für Erwachsene geschrieben, ich habe ihn wegen der schönen Gestaltung gern gelesen, doch meine ich, dass er Lebenserfahrung als Vorkenntnis benötigt um ihn mit all seinen Fassetten zu erfassen.

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59 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

oberlausitz, liebesgeschichte, historischer roman, weber, liebe

Die Tuchhändlerin

Ivonne Hübner
Flexibler Einband: 392 Seiten
Erschienen bei Dryas Verlag, 01.09.2013
ISBN 9783940855459
Genre: Historische Romane

Rezension:

Dies ist schon das zweite Buch aus dem Dyras-Verlag, das ich las, welches diese Themenverbindung Vorrevolutionäres Deutschland und Schicksal einer Frau zeigt.
Es gefiele mir, wenn das so eine Art Serie würde, denn diese Themenverbindung ist zwar gut zur Entspannung zu lesen (auch abends im Bett), es macht einen aber, so ganz nebenher, auch noch ein Stück wissender.

Ich habe das Buch mit freudigem Interesse gelesen. Es ist ein leicht erzählter Roman, der es dem Leser ermöglicht, sich in die vorrevolutionären Verhältnisse der Zeit ab 1830 einzufühlen und so die Lebensbedingungen empathisch nachzuempfinden, die man im Geschichtsunterricht als Fakten gelehrt bekam.

Grundsätzlich ist das Buch so angelegt, dass es gut in die Kategorie Frauenroman einzuordnen ist, denn die Hauptheldin ist eine junge Frau, Tochter eines Damasthändlers, die sich in den Weber Caspar verliebt.
Die Autorin Ivonne Hübner erzählt aber nicht nur eine Liebesgeschichte voller Widrigkeiten, sie berichtet unaufdringlich über die Lebensumstände der damaligen Zeit, über die Trennung der Gesellschaft, über das Leben unter Zunftgesetz und den Auswirkungen der technischen Revolution.
Lesend wird man auch sensibilisiert, die Leistung und Kunstfähigkeit der Weber, speziell der Damastweber, zu beachten, für mich war das alles sehr interessant zu erfahren.

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37 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

krimi, agatha christie, england, mord, hommage

Mord am Lord

B. a. Robin
Flexibler Einband: 264 Seiten
Erschienen bei Dryas Verlag, 01.09.2013
ISBN 9783940258298
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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159 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

schweden, selbstmord, flüchtlinge, thriller, mord

Tausendschön

Kristina Ohlsson , Susanne Dahmann
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.09.2013
ISBN 9783442375813
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auf die Autorin Kristina Ohlsson wurde ich aufmerksam, weil sie ihren Krimis Märchentitel gibt. “Aschenputtel”,”Tausendschön” und “Sterntaler” heißen die bisher herausgegebenen Krimis.

(Wer mit dem Märchentitel ” Tausendschön” nichts anfangen kann, das ist im deutschen Märchengut eine andere Betitelung  für “Die Schöne und das Biest”.)

Ich kaufte “Aschenputtel” und “Tausendschön” und hatte eigentlich vor, sie ganz ordentlich der Reihe nach zu lesen, – aber wie es so ist im Leben, es kam was dazwischen, ich hatte Band 1 verliehen und begann mit Band 2 – mit "Tausendschön". Was auch ganz unproblematisch war, da die Bücher gut für sich allein stehen können.

Durch die Vita der Autorin hatte ich mit ihren profunden Kenntnissen gerechnet und so eine Art  Enthüllungs- oder Aufklärungskrimi erwartet, der auf die Praktiken von Schleuserbanden , Flüchtlinge nach Europa zu verbringen eingeht und auf ihre  Hintermänner, doch hat mich das Gelesene in dieser Hinsicht zwar für das Thema sensibiliesiert, aber mehr verwirrt als aufgeklärt.

In dem Buch nehmen die augenblicklichen Lebenssituationen von drei Kripo-Mitarbeitern sowie ihr Verhältnis zueinander ziemlichen Raum ein, gleichzeitig kann man lesend beobachten, wie ein Flüchtling fremdbestimmt in seinem Versteck davon träumt, mit seiner Verlobten in Schweden  frei zu leben, oder wie eine schwedische Frau in Bangkok überfallen wird und ihre Identität verliert.  
Tote gibt es in dem Buch auch reichlich . Ja, was kann ich noch sagen ohne etwas spoilermäßig  zu verraten…

Vielleicht, dass alles qualitativ gut erzählt ist, dass der Spannungsbogen bis zum Schluss gehalten worden ist und selbst für die Titelwahl kann man – und das sogar in Motivdopplung – eine Berechtigung finden – und doch hat mich das Buch nicht gänzlich überzeugt.

Mir schien, immer, wenn es hätte tiefer gehen müssen, gab es einen Bildwechsel, so dass das letzte Quent, um den Leser emotional mitzunehmen und auch sein logisches Denken zu befriedigen fehlte.

Gut unterhalten fühlte ich mich trotzdem noch, irgendwie wurde ich an Henning Mankells Romane erinnert.

Das Gelesene selbst hat meine Empfindungen bestätigt, welche ich seit der Sache mit dem kriminellen Polizeichef und Serienvergewaltiger der Stadt Uppsala,  Göran Lindberg habe, dass in meinem geliebten Ferienland Schweden neben der allgemeinen  unverbindlichen Freundlichkeit und dem "Gleichheitsgetue", dem Jantelagen,  das  neben der Vorreiterrolle Schwedens in Sachen Emanzipation  und neben der an die Grenzen des Machbaren stoßende Flüchtlingspolitik in der empathischen Tradition von Olof Palme etwas als Gegengewicht wuchert, das man nicht kennen lernen möchte.

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