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99 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

entführung, familie, roman, usa, verzweiflung

Justins Heimkehr

Bret Anthony Johnston , Sylvia Spatz
Fester Einband: 424 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 02.01.2017
ISBN 9783406697425
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

Mit psychologischem Feingefühl und sehr spannend erzählt Bret Anthony Johnston in seinem Debütroman von einer Familie unter Schock. Vor vier Jahren ist Justin Campbell, damals 12 Jahre alt, entführt worden. Seine Eltern und sein Bruder, die nie aufgehört hatten, nach ihm zu suchen, haben unterschiedliche Wege gefunden, mit diesem Erlebnis umzugehen. Wege, die die Familie eher auseinanderdriften lassen. Da wird Justin wie durch ein Wunder ganz in der Nähe entdeckt und seinem Entführer entwunden – der inzwischen 16jährige kehrt in die Familie zurück. Aber ist der Wiedergefundene nicht doch verloren?

Bret Anthony Johnston hat sich in seinem Debut einem sehr schweren Thema gestellt. Der Roman (nach dem Prolog) setzt an dem Tag ein, als Justin gefunden wird. Dafür werden alle Personen, aus deren Perspektive auch später erzählt wird, ausführlich vorgestellt. Womit sie an jenem Tag beschäftigt sind, zeigt eindrucksvoll eine zerrüttete Familie. Jeder ist für sich allein und gibt vor, stark zu sein, ohne es zu können. Eric, der Vater, sucht Trost bei der Geliebten Tracy, Cecil versucht als Großvater, der Familie Halt zu geben, der jüngere Sohn Griff sondert sich ab und skatet allein, die Mutter Laura pflegt erkrankte Delphine. Es wird nicht miteinander gesprochen – jedenfalls nicht über die eigentlichen Probleme. Mit diesem Einstieg in den Roman gelingt es dem Autor, die Ausgangssituation plastisch darzustellen und Spannung zu erzeugen. Selbst die unzähligen und letztlich doch nicht wesentlichen Details stören zu Beginn nicht. Leider wird auch auf den übrigen 320 Seiten unzählige Male das Wettergeschehen bemüht, ohne dass es ein einziges Mal bedeutsam für die Geschichte wäre, werden Staub oder Nicht-Staub haarklein beschrieben. Vor allem jedoch setzt sich die Sprachlosigkeit der Familienmitglieder fort – das war nach dem Titel und dem Klappentext nicht zu erwarten.

Justin selbst bekommt zudem keine eigene Stimme, sodass man von ihm nur sehr wenig erfährt. Dabei sollte er doch die Hauptfigur sein. Dafür erfährt man umso mehr von den Gedankenwelten der anderen Familienmitglieder, deren zum Teil seitenlang mäandernde Gedanken ermüden. Vor allem mündet nichts in ein Handeln. Jeder bleibt leidend in seiner eigenen Welt – das ist in vielen geschilderten Situationen nicht nachvollziehbar.

Auch vom Täter und dem, was tatsächlich in den vier Jahren geschehen ist, wird nur wenig preisgegeben. Es gibt Andeutungen, Vermutungen, Sprüche, aber nicht eine konkrete Aussage dazu. Das Ende des Buches ist für mich enttäuschend und zu einfach. Auch wenn ich es der Familie sehr wünsche, wieder zu einer Normalität zurückzufinden, erscheinen mir einige Situationen (z.B. die Szene am Tisch) abstrus und durch nichts zuvor begründet.

Fazit: Ein Buch über eine Familie in einer Ausnahmesituation, die niemand selbst erleben sollte. Bret Anthony Johnston hat mit „Justins Heimkehr“ einen spannenden Roman geschrieben, der wegen der Thematik nachhallt. Die Schreibweise wird bestimmt von bildhaften Detailschilderungen, die nicht immer stimmig sind, aber plastisch. Nicht alle Erzählstränge werden zu Ende geführt, die Figuren entwickeln sich kaum weiter, es bleiben viele offene Fragen. 

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31 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

kriegsende, pflicht?, erlebnisse, tod, krieg

Der Überläufer

Siegfried Lenz
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 27.02.2016
ISBN 9783455405705
Genre: Romane

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424 Bibliotheken, 26 Leser, 1 Gruppe, 74 Rezensionen

brandenburg, dorf, gesellschaftsroman, dorfleben, juli zeh

Unterleuten

Juli Zeh
Fester Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 08.03.2016
ISBN 9783630874876
Genre: Romane

Rezension:

In Juli Zehs „großem Gesellschaftsroman“ (Klappentext) „Unterleuten“ geht um ein (fiktives) kleines brandenburgisches Dorf. Um Einheimische und Zugereiste, um diejenigen, die sich seit der Gründung der LPG bekriegen und diejenigen, die aus Westberlin aufs Dorf ziehen und entweder Außenseiter bleiben wollen oder sich einmischen – ohne eine Ahnung davon zu haben, wie die Leute in Brandenburg, auf dem Dorf, denken, wonach sie sich sehnen, nach welchen Grundsätzen sie handeln. Mehr als dreißig Figuren treten auf und zum Teil wieder ab; elf von ihnen kommen im Verlauf der 635 Seiten selbst zu Wort. Dabei zeichnet Juli Zeh ein messerscharf beobachtetes filigranes Gespinst aus Freundschaft, Feindschaft, Verwandtschaft, Bekanntschaft – vor allem jedoch aus Abhängigkeiten. Sie analysiert meisterhaft Beziehungen und ihre Abgründe, in Liebe und Nachbarschaft.

Linda Franzen, Pferdeflüsterin aus Westberlin, richtet sich nach einem Ratgeber von Manfred Gortz „Dein Erfolg“ , als wäre es die „Bibel“. Andere Figuren halten sich in ihrem Denken und Handeln an den Bürgermeister, an die Gegenspieler Gombrowski oder Kron. Alle müssen sich entscheiden, denn ein Investor will getreu der von der Landesregierung herausgegebenen Parole „Erneuerbare Energien“ ausgerechnet am Dorfrand von „Unterleuten“ zehn Windkrafträder bauen. Wer wird gewinnen? Und zu welchem Preis? Das Eignungsgebiet gehört drei Parteien, die unterschiedlicher nicht sein könnten: ein Stück gehört Gombrowski, das andere einem Unternehmensberater aus Ingolstadt, der, angestachelt von den billigen Bodenpreisen im Osten, bei einer Auktion insgesamt 250 Hektar Land ersteigert, „verteilt über den halben Landkreis“, dazwischen ein Pärchen aus Westberlin. Er Vogelschützer, der dem zweiten Westberliner Pärchen das Leben schwer macht, weil er im Vogelschutzgebiet Zäune verhindern will, die die Pferdeflüsterin dringend benötigt. Eigeninteresse geht vor Allgemeininteresse, nicht nur bei den Zugereisten. Selbst Gombrowski, der ehemalige LPG-Vorsitzende und noch frühere Sohn eines Großgrundbesitzers, bleibt seinem Grundsatz: „Der größte Vorteil entsteht, wenn jeder bekommt, was er sich wünscht“ nur solange treu, wie alle und alles nach seinen Wünschen funktioniert. Sein Gegenspieler und früherer Brigadier der Pflanzenproduktion, der überzeugte Kommunist Kron, schweigt zu brisanten Vorgängen und hält damit die Fehde aus den 1950ern am Leben. Die Gerüchteküche am Gartenzaun, die Kneipe „Märkischer Landmann“ sind die anerkannten analogen Informationsquellen. (im Gegensatz dazu gibt es eine Website: www.unterleuten.de. Hier können das Dorf und die Bewohner besucht werden.)

Ein Kind wird entführt (oder scheint es nur so?), eine Barbiepuppe ohne Kopf auf einen Zaunpfahl gespießt, Autoreifen brennen an der Grundstücksgrenze, vergiften die Luft ganz materiell. Es gibt Morddrohungen und Mordgedanken, Unfälle und Tätlichkeiten, Tote und körperlich Versehrte. Verletzt werden schließlich alle: aus der geglaubten, gefühlten oder ersehnten heilen Welt gefallen. Zwanzig Jahre nach dem Fall der Mauer. Mitten im Brandenburgischen. Ein Buch wie ein Film. So könnte es gewesen sein. Oder doch so ungefähr.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 0 Rezensionen

Ach Glück

Monika Maron
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.01.2010
ISBN 9783596511006
Genre: Romane

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26 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

overcoat, ddr, freud, stasi, hopi

Stadt der Engel oder The Overcoat of Dr. Freud

Christa Wolf
Flexibler Einband: 414 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 19.09.2011
ISBN 9783518462751
Genre: Romane

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243 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

wien, sigmund freud, österreich, nationalsozialismus, freud

Der Trafikant

Robert Seethaler
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Kein & Aber, 04.11.2013
ISBN 9783036959092
Genre: Romane

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

ddr, berlin, heike, familie, vater - tochter - beziehung

Rot ist schön

Rita König
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Lauinger Verlag, 01.10.2015
ISBN 9783765091087
Genre: Romane

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