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181 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 100 Rezensionen

abtreibung, adoption, brandstiftung, elena richardson, entführung, erwachsen werden, erzählte, euch, familie, familiendrama, feuer, leihmutterschaft, regeln, roman, usa

Kleine Feuer überall

Celeste Ng , Brigitte Jakobeit
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 20.04.2018
ISBN 9783423281560
Genre: Romane

Rezension:

Man muss diese Autorin einfach bewundern. Celeste Ng versteht ihr Handwerk und hat mit "Kleine Feuer überall" genau das wieder einmal bewiesen. Mit einem wunderschönen, einnehmenden Schreibstil nimmt sie uns mit nach Shaker Heights, eine Kleinstadt mir vielen Regeln und vielen Verboten, um das perfekte Idyll zu schaffen - nur leider ist in diesem Idyll nichts so perfekt wie es scheint.

Mühelos gelingt es Ng zwischen den Perspektiven der 6-köpfigen Familie Richardson, ihren Mietern Mia und Pearl und zahlreichen Nebencharakteren hin und her zu wechseln, ohne den Leser dabei auch nur ein einziges Mal zu verlieren. Dabei wirft sie durch das grandios beschriebene Setting nicht nur Gesellschafts-, sondern durch die Figurenkonstellation auch Generationenfragen auf und umreißt anschaulich und ohne Wertung Themen wie Adoption, Abtreibung und Leihmutterschaft.
Dass hier keine Wertung stattfindet, gelingt Ng insbesondere dadurch, dass es keinen herausragenden Sympathieträger unter den Figuren gibt; als Leser steht man allen Figuren dank ihrer ausgeprägten Stärken und Schwächen im Laufe der Geschichte unterm Strich neutral gegenüber und kann sich deshalb ein eigenes Urteil über die angesprochenen Themen bilden.

Doch nicht nur Schreibstil, Figuren und Setting können überzeugen, auch der Aufbau der Geschichte, die eigentlich mit dem Ende beginnt, zeugt von wahrer Kunst und macht einfach Spaß zu lesen. Ng schafft es, über die 380 Seiten hinweg konstant die Spannung aufrecht zu erhalten, denn man MUSS einfach wissen, was es mit den kleinen Feuern auf sich hat und wie am Ende alles zusammenhängt.

Der Titel des Buchs ist sehr gut gewählt, auch das Cover kann ich im Nachhinein als gelungen bezeichnen, obwohl ich es vor dem Lesen als zu schlicht für den Titel empfunden hatte.

Insgesamt ein grandioses, wunderbar zu lesendes Buch mit turbulentem Ende, das ich insbesondere Fans von "Ein plötzlicher Todesfall" von J. K. Rowling empfehlen kann.

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197 Bibliotheken, 8 Leser, 3 Gruppen, 119 Rezensionen

amerika, familie, frauen, freundschaft, gegenwartsliteratur, generationen, krieg, liebe, männer, moral, nickolas butler, pfadfinder, pfadfinderlager, söhne, usa

Die Herzen der Männer

Nickolas Butler , Dorothee Merkel
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 11.02.2018
ISBN 9783608983135
Genre: Romane

Rezension:

Um schon mal das Fazit vorweg zu nehmen: "Die Herzen der Männer" hat mich mitgerissen. Man begleitet die Charaktere durch ihr ganzes Leben und hat am Ende das Gefühl, sie wirklich zu kennen und das Leben mit ihnen gemeinsam gelebt zu haben. Nickolas Butler hat einen tollen Schreibstil, der einen in diese faszinierende Pfadfinder-Welt führt und einen am Ende wünschen lässt, man wäre selbst mal Pfadfinder gewesen.

Aber jetzt mal von Anfang an: Das Buch ist in 4 Teile geteilt, in jedem neuen Teil findet ein Zeitsprung statt und die Perspektive wechselt. Was jedoch immer erhalten bleibt ist der Protagonist Nelson, der im 1. Teil noch ein Kind, später dann ein alter Mann ist, für den eines aber immer wichtig war: Pfadfinder sein. Allzeit bereit. Wir erleben seinen Kampf gegen die überlegenen anderen Jungs im Pfadfinderlager, erleben mit, wie er schließlich Campführer wird und auch noch als alter Mann versucht, die Kids im Lager zu den besten Männern zu machen, die sie sein können.

Nelson ist es auch, der die interessanteste und schönste Charakterentwicklung durchmacht, auch wenn wir im Buch noch andere Figuren sehr genau kennenlernen und auch diese über einen großen Zeitraum hinweg bei ihrer Entwicklung beobachten können. Nickolas Butler gelingt es hierbei sehr gut, eine stetige subtile Spannung aufzubauen, denn die Charaktere wachsen einem so schnell ans Herz, dass man unbedingt erfahren möchte, wie es mit ihnen weitergeht.

Obwohl es in dem Buch sehr stark auch darum geht, das beste aus sich herauszuholen, hat es nie den Beigeschmack der heute so proklamierten "Selbstoptimierung". Durch das Setting im Pfadfinderlager geht es vielmehr um gute, alte Tugenden, um Anständigkeit, Tradition und Moral. Dabei kommt es aber nie altbacken oder belehrend daher, sondern bleibt modern und regt zum Nachdenken über die eigenen Werte an.

Mich hat das Buch sehr berührt und gerade das Ende hat für richtig Gänsehaut gesorgt. Trotzdem kann ich letzten Endes nicht 5 Sterne vergeben, da der Titel des Buchs doch etwas andere Erwartungen geschürt hat. Denn in "Die Herzen der Männer" bekommt man weniger einen Einblick in die Herzen als vielmehr in die Denkweise und den Moralkodex der Männer.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

ernährung, sachbuch

Lexikon der populären Ernährungsirrtümer

Udo Pollmer , Susanne Warmuth
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.07.2009
ISBN 9783492253352
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das "Lexikon der populären Ernährungsirrtümer" hält zunächst mal genau das, was es verspricht: Dem Alphabet folgend wird ein Ernährungsirrtum nach dem anderen behandelt, von A wie Abnehmen bis Z wie Zusatzstoffe.
Dabei bemerkt man schon auf den ersten Seiten, dass man es hier mit fundiertem Expertenwissen zu tun hat, das das Autorenduo nicht nur zusammengestellt, sondern auch kommentiert und in einen Kontext gesetzt hat. Erfreulich dabei ist, dass trotz einiger sehr komplexer Themen, die einer ausführlicheren medizinischen, biologischen oder chemischen Erklärung bedarfen, die einzelnen Artikel immer verständlich bleiben. Wer sich bereits ein wenig mit dem Thema Ernährung und Ernährungsirrtümer befasst hat, wird in diesem Buch trotzdem wohl noch interessante und neue Infos für sich entdecken, da die einzelnen Artikel thematisch sehr vielfältig sind.
Positiv zu bemerken ist auch die Art der ausgewählten Studien, die die Ergebnisse untermauern: Es handelt sich hierbei nämlich um sogenannte prospektive Studien, also solche, bei denen die Probanden über eine länger Zeit hinweg begleitet und Daten gesammelt werden - im Gegensatz zu Studien, bei denen die Probanden erst im Nachhinein befragt werden und wo aufgrund von Erinnerungslücken schon mal Ergebnisse verfälscht werden können.

Doch obwohl man viele gute Artikel über komplexe Themen in diesem Lexikon findet, so sind auch Artikel darunter, die sich beispielsweise mit dem Ursprung von bestimmten Lebensmittelnamen beschäftigen, und die neben einem Artikel über die Gefahren von Antioxidanzien trivial, wenn nicht gar unangemessen wirken. Der Mix aus tiefgreifenden, intellektuellen Themen und unterhaltsamem Allgemeinwissen ist hier leider nicht ganz gelungen.
Auch erschließt sich mir nicht ganz der Sinn der Stichpunkte, die am Ende jedes Artikels aufgeführt sind: Wo ich zunächst noch dachte, dass sie die wichtigsten Punkte aus dem Artikel noch einmal zusammenfassen, stellte sich schnell raus, dass dem nicht so ist, da sie teils nicht einmal direkt etwas mit dem Artikel zu tun haben. Manche Stichpunkte tauchen unter mehreren Artikeln auf und oft war mir auch nicht klar, ob sie nicht ironisch gemeint sind.
Ein letzter Kritikpunkt richtet sich gegen die verwendete alte Rechtschreibung: Da es sich hier um eine Neuausgabe mit überarbeiteten Artikeln handelt, hätte man die Rechtschreibung meiner Meinung nach gleich mit korrigieren können.

Trotz der Kritikpunkte kann ich das Buch all jenen empfehlen, die sich noch nicht allzu ausführlich mit Ernährungsirrtümern befasst haben und einen grundsätzlichen Überblick über eine Vielfalt an Ernährungsthemen haben möchten. Das Autorenduo hat hier eine gute, umfassende Zusammenstellung an Themen vorgenommen und liefert die Quellen und weiterführende Literatur für ein tiefergreifendes Studium gleich mit.

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278 Bibliotheken, 4 Leser, 3 Gruppen, 114 Rezensionen

der zopf, familie, frauen, freiheit, haare, indien, italien, kanada, krebs, leben, mut, schicksal, schicksale, sizilien, zopf

Der Zopf

Laetitia Colombani , Claudia Marquardt
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 21.03.2018
ISBN 9783103973518
Genre: Romane

Rezension:

Normalerweise schreibe ich in meinen Rezensionen nichts über das Cover, aber hier muss ich es einfach tun: Die Farben harmonieren hier so schön, gold, schwarz und beige sind so klug gewählt und wirken so elegant, man möchte es die ganze Zeit anschauen! Es wird auf jeden Fall ein Schmuckstück in meinem Regal werden.

Nun aber zum Inhalt: Autorin Laetitia Colombani hat nicht nud einen wunderbaren Namen, sondern auch einen wunderbaren Schreibstil. Es dauert nur wenige Seiten, dann ist man mitten im Geschehen, bangt um und fiebert mit Smita, Guilia und Sarah, deren Leben nicht unterschiedlicher sein könnte. Trotz der drei wechselnden Perspektiven mit so verschiedenen Szenarien schafft es die Autorin, dass man sich als Leser gar nicht richtig entscheiden kann, welche Geschichte gerade am spannendsten ist. Das Einfinden in die jeweils anderen Perspektiven gelingt dabei jedes Mal mühelos, ohne lästiges "was war da nochmal gerade passiert?".
Fasziniert hat mich auch, dass Laetitia Colombani jeder der drei Frauen eine eigene Stimme gegeben hat. Auch ohne die Überschriften hätte man als Leser leicht erkannt, um welche der drei Protagonistinnen es gerade geht. Ebenfalls meisterhaft beherrscht die Autorin letzte Sätze: die Kapitelenden sind jeweils so auf den Punkt gebracht spannend, dass man die nächste Seite einfach umblättern MUSS, weil man unbedingt wissen will, wie es weitergeht.

Die Geschichten der drei Frauen plätschern niemals einfach so dahin, immer passiert etwas, immer lässt subtile Spannung Seite um Seite umdrehen, bis man verwundert feststellt, dass man schon am Ende ist. Ich war glücklich und traurig, dass es das Ende war: Glücklich, weil ich mir einen anderen Ausgang im Kopf ausgemalt hatte und froh war, dass ich überrascht wurde, und traurig, weil ich die Geschichte und Smita, Giulia und Sarah schon wieder verlassen musste. Gern hätte ich noch ein bisschen in diesen drei Welten verweilt und insbesondere mehr über Smitas Kultur und das Leben in Indien erfahren.

Mein Fazit: Laetitia Colombani verwebt in "Der Zopf" drei Geschichten so meisterhaft miteinander, dass der Titel des Buchs eine doppelte Bedeutung bekommt. Absolute Leseempfehlung!

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Tags: freiheit, indien, italien, kanada, kultur   (5)
 

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192 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 131 Rezensionen

amoklauf, gin phillips, jagd, juchu, kind, lesewochenende, mut, mutter, nachtwild, schüsse, spannung, thriller, verstecken, waffen, zoo

NACHTWILD

Gin Phillips , Susanne Goga-Klinkenberg
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 29.03.2018
ISBN 9783423261968
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als erstes muss ich unbedingt auf das Cover eingehen, denn das ist wirklich großartig gelungen: Der dunkelrote Tiger, der einen aus wachsamen Augen ansieht, versetzt einen schon direkt in die richtige Stimmung, um mit dem Buch zu beginnen. Ich mag die Schlichtheit des Covers, die trotzdem nicht versteckt, was für ein spannender Inhalt dahintersteckt.

Zunächst lernen wir Joan und ihren Sohn Lincoln kennen und schließen die beiden sofort ins Herz. Joan wirkt wie eine typische Durchschnittsmutter, aber im Verlauf der Geschichte stellt sich heraus, dass sie eine sehr starke, beinahe unerschütterlich mutige Frau ist, deren Beschützerinstinkt dem eines wilden Muttertiers gleicht. Dies ist nur eine von vielen schönen Parallelen der Protagonistin mit dem tollen Setting: einem Zoo. Genau wie es vermutlich andere Tiere im unteren Teil der Nahrungskette tun würden, versteckt sie sich nämlich zunächst mit ihrem Sohn in einem leeren Gehege hinter einem Felsen und wartet darauf, dass die Polizei kommt und sie alle befreit.

Die Polizei braucht jedoch ungewöhnlich lange und auch sonst verläuft nicht alles so wie geplant, denn Lincoln bekommt Hunger und kann nicht still sein, so dass die beiden notgedrungen ihr sicheres Versteck verlassen müssen. Mit subtiler Spannung hält Gin Phillips die Aufmerksamkeit ihrer Leser stets gefangen. Werden Joan und Lincoln es schaffen? Wieso greift die Polizei nicht endlich ein? Und was ist überhaupt das Motiv der Täter? Diese Fragen treiben den Leser an, Seite um Seite umzublättern, bis man erstaunt feststellt, dass man schon am Ende ist. Es ist kein großes, fulminantes Ende, aber es kommt dennoch überraschend und lässt den Leser mit den Gedanken zurück, wie man wohl selbst in dieser Situation gehandelt hätte.

Überraschend waren auch die Perspektivwechsel: Zwar wird hauptsächlich aus der Sicht von Joan erzählt, jedoch schlüpfen wir zwischendurch auch in die Rollen von zwei weiteren Gefangenen im Zoo und - die spannendste Perspektive - in die Rolle einer der Täter. Man möchte kein Verständnis für ihn haben und dennoch schleicht sich eine Art Mitleid für ihn ein. Dies macht einem nur noch einmal bewusst, dass es immer zwei Seiten einer Medaille gibt, dass jede Handlung ein Motiv hat. Und in diesem Fall ist es ein Spannendes noch dazu.

Gin Phillips hat mit "Nachtwild" einen Pageturner geschaffen, der wunderbar aufzeigt, was Mutterliebe und Mutter sein bedeutet und der sehr schön die feinen, aber nicht zu übersehenden Parallelen zwischen Mensch und Tier darstellt. "Nachtwild" macht Spaß zu lesen (ich habe es tatsächlich in einem Rutsch durchgelesen) und gibt einem das Gefühl, hautnah dabei zu sein.

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263 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 97 Rezensionen

braunschweig, demokratie, deutschland, dystopie, festeinband, geschäft mit dem tod, juli zeh, leere herzen, politik, politthriller, roman, selbstmord, selbstmordattentat, vorablesen, zukunft

Leere Herzen

Juli Zeh
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 13.11.2017
ISBN 9783630875231
Genre: Romane

Rezension:

Erschreckend.Das ist das Wort, was mir als erstes in den Sinn kommt, nachdem ich "Leere Herzen" gelesen habe. Erschreckend kommt mir deshalb in den Sinn, weil die Geschichte von Britta Söldner, die - von der Politik verdrossen und von ihrer Familie unbemerkt - mit ihrem Partner Babak Hamwi ein lukratives Geschäft mit dem Tod führt, eine Geschichte ist, die im Deutschland der nahen Zukunft spielt und dabei so realistisch und verstörend daherkommt, dass einem einfach ein kalter Schauer über den Rücken laufen muss.
Es ist mein erstes Buch von Juli Zeh, aber nach "Leere Herzen" bestimmt nicht das letzte. Die Autorin versteht es meisterhaft, subtil Spannung aufzubauen und dem Leser immer wieder ein neues Puzzlestück zu geben, bis sich einem die volle Tragweite dessen erschließt, was dieses Geschäft eigentlich genau ist, das die Protagonistin da führt. Und sobald sich dieses Bild vollständig zusammengesetzt hat, ist man auch schon mittendrin im rasanten und brutalen Wettkampf um die Hoheit in diesem schmutzigen Business.
Mit Britta Söldner ist Juli Zeh eine Figur gelungen, die wie die nette Frau von nebenan daherkommt, die aber ein Doppelleben führt, von dem selbst ihr Mann und ihre Tochter nichts wissen. Obwohl eine richtige Identifikation mit ihr - zumindest bei mir - nicht stattgefunden hat, treibt einen beim Lesen die Faszination an, wie es Britta schafft, ihre Leben so klar zu trennen, und wie sie überhaupt so verdrossen und zynisch werden konnte, um ein Business wie "Die Brücke" aufzubauen. Immer wieder entdeckt man dann dabei, dass Britta Sätze fallen lässt, die eine Einstellung widerspiegeln, die man bereits heute oft hört, was die gesamte Geschichte noch greifbarer und näher rücken lässt.
Für mich ist "Leere Herzen" ein Warnschuss und deshalb ein Buch, das man gelesen haben sollte. Insbesondere Fans von Dystopien und Politthrillern werden ihren Spaß (oder vielmehr: Grusel) an diesem Buch haben und sich am Ende wohl genau wie ich fragen: Wie lange dauert es noch, bis diese Geschichte Realität wird?

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78 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 59 Rezensionen

achtsamkeit, erling kagge, gelassenheit, geräuschlosigkeit, geschenk, hardcover, ich, insel, nordpol, ruhe, sachbuch, stille, südpol, wegweiser, zur ruhe kommen

Stille

Erling Kagge , Ulrich Sonnenberg
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 11.09.2017
ISBN 9783458177241
Genre: Sachbücher

Rezension:

Was ist Stille? Wo ist sie? Warum ist sie heute wichtiger denn je?
Mit diesen Fragen im Hinterkopf stellt uns Erling Kagge mit "Stille" 33 mögliche Antworten vor. Antworten, die von eigenen Erfahrungen, Reisen, philosophischen Auseinandersetzungen und Befragungen anderer handeln. Beim Lesen machen wir Abstecher in die Arktis, die Musik, zu Elon Musk, die Poesie und vieles mehr. Dabei bleibt Kagge in seinem Erzählstil immer auf dem Boden, im Hier und Jetzt und das in einem Plauderton als säße er mit uns im Wohnzimmer vor dem Kamin und würde uns eine Geschichte erzählen. Tatsächlich hat Kagge eine so angenehme, ruhige Art zu erzählen, dass man sie selbst ganz schnell findet: die Stille. In einem selbst und um sich herum, egal wo man gerade ist.

Das ist auch eine von Kagges Thesen: Dass man die Stille auch an bunten, belebten Orten finden kann, dass man nur den vielen Versuchungen widerstehen muss, die uns dazu bewegen wollen, etwas zu tun und dieser Unruhe zu erliegen, die wir empfinden, die wir schon seit unserer Geburt in uns tragen. Dazu kommt jedoch: "Wir leben in Zeiten des Lärms" (S. 44). Uns ist die Stille fremd geworden, wir empfinden sie oft als unangenehm, als etwas, was man aushalten muss.

Aus Kagges Worten geht jedoch eine tiefe Liebe, eine Achtung der Stille hervor, mit deren Hilfe wir zu uns selbst finden können. Seine Worte wecken eine Sehnsucht nach Stille und geben gleichzeitig Anreize, um über das eigene Leben nachzudenken und nach Wegen zu suchen, sich seine eigenen Momente der Stille zu schaffen. Dabei sind Kagges Gedanken so auf ihren Kern heruntergebrochen, dass jeder Satz zitierwürdig ist und man sich am liebsten die ganze Wohnung mit seinen Sätzen tapezieren würde, um sich täglich daran zu erinnen, welche Bedeutung Stille hat.

Für mich ist "Stille" ein Büchlein mit 33 klugen Gedanken, die einen (Nach-)Denkprozess über die Bedeutung von Stille im eigenen Leben anstoßen, so dass das Buch der in der Tat zu recht den Untertitel "Ein Wegweiser" trägt.

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129 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 68 Rezensionen

afrika, emanzipation, england, entwicklungshilfe, freundschaft, großbritannien, hautfarbe, london, rassismus, roman, swing time, tanz, träume, vorablesen, zadie smith

Swing Time

Zadie Smith , Tanja Handels
Fester Einband: 640 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 17.08.2017
ISBN 9783462049473
Genre: Romane

Rezension:

"Swing Time" von Zadie Smith ist für mich die bessere "Meine geniale Freundin" - spannend, humorvoll und kurzweilig erzählt Smith hier die Geschichte von zwei Mädchen, die in jungen Jahren eine ganz besondere, auch durch Wettkampf gezeichnete Freundschaft schließen, die im Laufe ihres Lebens jedoch immer weiter verblasst, auch wenn sie nie ganz aus dem Leben der anderen verschwinden.

Zadie Smiths Schreibstil ist einnehmend und wirft den Leser sofort in die Geschichte. Nach und nach wird die Geschichte der Protagonistin, deren Namen wir nie erfahren, von ihrer frühen Kindheit bis zu den jungen Erwachsenenjahren erzählt. Wer Smith kennt, weiß, dass es dabei immer nicht nur um die Beziehung der äußert lebendig wirkenden Figuren zueinander geht, sondern auch um größere Themen: in "Swing Time" um Zugehörigkeit und Identität. Smith nimmt den Leser mit in die Sozialbauten Londons, das Glamour-Leben eines Popstars in New York und in die davon ganz gegensätzliche Welt Afrikas und schafft es, den Leser in jede dieser Welten mühelos eintauchen zu lassen.

Nichtsdestotrotz sind es am Ende vor allem die Figuren, die einem in Erinnerung bleiben. Mit ihren Ecken und Kanten schwankt man als Leser immer wieder zwischen Sympathie und Antipathie, Bewunderung und Verachtung. Zusammengenommen ergeben die Figuren eine so herrliche wie meisterhafte Konstruktion, die letztendlich auch die Spannung des Buches ausmacht.

Insgesamt war "Swing Time" eine kurzweiligere und tiefschürfendere Leseerfahrung als "Meine geniale Freundin". Ohne erhobenen Zeigefinger erfährt der Leser hier viel über fremde Welten, gespickt durch viele kluge und zitatwürdige Sätze in Smiths wunderschönem Schreibstil.

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Tags: afrika, identität, klassengesellschaft, london, new york, rassismus   (6)
 

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39 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 39 Rezensionen

ausdauersport, ernährungsratgeber, kochbuch, kraftsport, muskeln, muskeln aufbauen, muskeltraining, protein, rezepte, sport

Strongfood – Das Kochbuch

Ingo Froböse
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Becker Joest Volk Verlag, 21.04.2017
ISBN 9783954531271
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ohne richtige Ernährung keine (Höchst-)Leistung - mit diesem Satz beginnt das Kochbuch von Dr. Froböse und leitet den Theorie-Teil ein. Dort kann erst einmal ausgerechnet werden, wie viel Energie man denn benötigt, bevor dann interessante Fragen wie "Sollten Sportler Diät machen?", "Was brauchen Ausdauersportler?" oder "Braucht man als Sportler Nahrungsergänzung?" geklärt werden. Der Theorie-Teil ist nach 60 Seiten (von 215) beendet und lässt dabei für mich keine Fragen mehr offen.

Es kann also losgehen mit dem Rezepte-Teil, der hier zum Glück einen Großteil des Buches ausmacht. Aufgeteilt ist dieser Teil nicht nur in Frühstück, Mittag- und Abendessen, sondern auch in Mahlzeiten vor und nach dem Training. Darüber hinaus gibt es noch eine Kennzeichnung, welche Mahlzeiten sich gut für Ausdauersportler und welche sich für Kraftsportler eignen.
Die Rezepte sind alle mit recht wenigen Zutaten und in kurzer Zeit gekocht, für jedes Gericht finden sich Nährwertangaben. Das Buch beinhaltet viele Varianten von Klassikern, aber auch neue Kreationen wie Zucchinibötchen mit Couscous und Schinken oder Kürbis gefüllt mit Spinat-Käse-Quark. Für jedes Gericht ist ein Bild vorhanden, was ich persönlich immer sehr schön finde. Die Rezepte, die ich bisher ausprobiert habe, waren alle einfach zuzubereiten und sehr lecker!

Für alle, die Muskeln aufbauen und dabei noch nicht so richtig wissen, wie sie ernährungstechnisch vorgehen sollen, ist dieses Kochbuch auf jeden Fall das richtige!

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Tags: kochbuch, muskeln, protein, rezepte, sport   (5)
 

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361 Bibliotheken, 12 Leser, 3 Gruppen, 97 Rezensionen

1960er-jahre, bildung, ehe, ehebruch, eifersucht, ferrante, freundinnen, freundschaft, ischia, italien, konkurrenz, liebe, neapel, roman, studium

Die Geschichte eines neuen Namens

Elena Ferrante , Karin Krieger
Fester Einband: 623 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 10.01.2017
ISBN 9783518425749
Genre: Romane

Rezension:

Bei Buchreihen gibt es ja immer das bekannte Problem, dass die Qualität mit jedem neuen Buch abnimmt. Nicht so bei Elena Ferrante, die mit "Die Geschichte eines neuen Namens" nahtlos an den ersten Band anknüpft und demselben Niveau die Geschichte von Lila und Lenù weitererzählt. Es ist ein bisschen wie nach Hause kommen, wenn man den beiden Hauptfiguren weiter durch ihre Lebensgeschichte folgt; diesmal die ihrer Jugendjahre.

In den Jugendjahren ist alles gleich und doch alles anders, denn Lila ist jetzt verheiratet und damit muss sich auch Lenù an neue Lebensumstände gewöhnen. Die Freundschaft der beiden wird auf eine Probe gestellt und es warten neue Herausforderungen auf die beiden, die es zu meistern gilt. Und obwohl es in Ferrantes Fortsetzung nicht DEN Plot gibt, bleibt die Geschichte durchweg spannend und wird getrieben von einer subtil erzählten Charakterentwicklung. Ferrante gelingt es dabei durch ihre gezielten Ausschweifungen, die verschiedenen gesellschaftlichen Schichten des Neapels der sechziger Jahre darzustellen und die Atmosphäre der damaligen Zeit für den Leser greifbar zu machen.

Alles in allem ist Ferrante hier eine großartige Fortsetzung gelungen, die auf einen ebenso großartigen 3. Teil hoffen lässt.

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250 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 96 Rezensionen

cynthia d'aprix sweeney, erbe, erbschaft, familie, familiengeschichte, familienroman, finanzkrise, geld, geschwister, klett-cotta verlag, new york, roman, unfall, upper class, usa

Das Nest

Cynthia D'Aprix Sweeney , Nicolai Schweder-Schreiner
Fester Einband: 410 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 13.02.2017
ISBN 9783608980004
Genre: Romane

Rezension:

Wer Geschichten um große Familien mit überraschenden Wendungen und raffiniertem Schreibstil mag, wird "Das Nest" lieben!

Schon auf den ersten Seiten fiel mir immer wieder der gute Schreibstil der Autorin auf. Ich weiß leider bis heute nicht, woran genau er mich erinnert, auf jeden Fall habe ich den leicht ironischen Unterton beim Lesen sehr genossen. Das ist jedoch nicht der einzige Grund, warum die Geschichte um die Familie Plumb so gut erzählt ist: Die Autorin wechselt auf meisterhafte Weise von der Gegenwart in die Vergangenheit und wieder zurück. Bei vielen anderen Autoren merke ich, wie ich mir zwischendrin immer kurz die Frage stelle, ob wir uns gerade in der Gegenwart oder noch in der Vergangenheit befinden, bei Cynthia d'Aprix Sweeney war das jedoch immer glasklar.
Ebenso überraschend gut waren die unterschiedlichen Perspektiven der Familienmitglieder erzählt. Darüber hinaus wurde auch aus Perspektiven von Nebenfiguren erzählt, die man zunächst gar nicht in die Geschichte einordnen konnte - erst am Ende ergab sich dann das stimmige Gesamtbild mit allen Charakteren. Die Autorin schafft es dabei auch, dass selbst Charaktere, die einem vermutlich im realen Leben unsympathisch wären, plötzlich sympathisch vorkommen, einfach weil jeder Charakter seine eigene Geschichte bekommen hat.
In diesem Fall ist es tatsächlich auch der Schreibstil, der die Spannung aufrecht erhält, weil man neugierig ist, welche Figur als nächstes überraschend auftaucht und wie sie in die Geschichte passt. Darüber hinaus gibt es aber natürlich noch den roten Faden und die spannende Frage, ob sich die Familie am Ende zusammenreißen kann.

Obwohl man ein Buch eigentlich wirklich nicht nach dem Äußeren beurteilen sollte und ich das normalerweise auch in keine Rezension reinschreibe, muss ich in diesem Fall aber sagen, dass das Buch wirklich so gut ist wie das tolle Cover schon suggeriert!

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82 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 64 Rezensionen

backbuch, backen, brot, brotbackbuch, brot backen, brot backen in perfektion, einfach brot backe, einfach brot backen, hefe, hefeteig, kochbuch, lutz geissler, lutz geißler, plötz-prinzip, rezepte

Brot backen in Perfektion mit Hefe

Lutz Geißler , Hubertus Schüler
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Becker Joest Volk Verlag, 21.09.2016
ISBN 9783954531042
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ich habe schon länger nach einem guten Brot-Backbuch gesucht und war überrascht, dass keins so richtig meinen Wünschen entsprochen hat. Ich wollte ein Backbuch, in dem sowohl einige Standard-Rezepte als auch orignielle Variationen und Überraschungen drin sind, gleichzeitig sollte das Buch für Einsteiger gemacht sein, aber keine ellenlangen Erklärungen beinhalten. Zu guter Letzt sollte ich mit den Rezepten möglichst nicht 3 Tage lang beschäftigt sein, denn so viel Zeit habe ich für mein neues Hobby leider nicht.
Nach einer langen und eher enttäuschenden Suche stieß ich dann also zufällig über "Brot backen in Perfektion" und dachte sofort: das ist es. Das ist genau das, wonach ich gesucht habe.

Nach ein paar Basics kommt Autor Lutz Geissler direkt zum Wesentlichen: den Rezepten. Neben tollen Standard-Rezepten wie Weizenvollkornbrot, Dinkelbrötchen, Weißbrot oder Kartroffelbrot gibt es ungewöhnlichere Rezepte wie Bananenbrot, Laugenbrezeln, Zimtschnecken, Grissini oder Ciabatta. Darüber hinaus gibt es dann aber noch ein paar echt tolle originelle Rezepte, z.B. Schokobrot, Salzstangerl, Wurzelbrot, Möhrenbrot, Flammfladen, Fougasse, usw.

Die Rezepte sind übersichtlich und verständlich geschrieben, oft gibt es sogar nicht mehr als 5-6 Schritte. Die Bilder zeigen nicht nur das Endergebnis, sondern teils auch Zwischenschritte und Handgriffe, so dass jedes Brot (ich habe noch nicht alle ausprobiert) leicht gelingen sollte.

Im Erklärungsteil werden anschaulich die Basics erklärt, darüber hinaus werden noch interessante Fragen wie z.B. "Kann ich Brot einfrieren?" oder "Wie lagere ich Brot am besten?" beantwortet, was ich persönlich noch sehr hilfreich fand.

Alles in allem bin ich wirklich begeistert von diesem Buch. "Vollendete Ergebnisse statt Experimente" wie es so schön auf dem Cover heißt, trifft hier meiner Meinung nach tatsächlich auch zu. Ich kann dieses Brot-Backbuch jedem wärmstens ans Herz legen, der ebenso Einsteiger ist wie ich und der eine breite Palette an Grundrezepten und originellen Zusatzrezepten sucht.

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47 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 45 Rezensionen

ernährung, essen, eva fischer, fleischarm essen, gesund, gesunde ernährun, gesunde küche, gesünder essen, gluten, glutenfrei, kochbuch, koche, kochen, lcf-prinzip, vegetarisch

Life changing Food

Eva Fischer , Julia Stix
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Brandstätter Verlag, 05.09.2016
ISBN 9783710600364
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das Thema "Gesunde Ernährung" ist zurzeit in aller Munde und "Life Changing Food" erscheint zunächst als ein Buch in einer ganzen Reihe von Kochbüchern, die im Moment aus dem Boden sprießen. Dennoch steckt hinter Eva Fischers Rezepten etwas, was sie von den anderen, unzähligen Kochbüchern unterscheidet: viel Hintergrundinformation, ein toller Wochenplan zum Einstieg und dazu Evas ganz persönliche und motivierende Geschichte.

In dieser Geschichte habe auch ich mich wiedergefunden, da Eva erzählt, dass bei ihr eine Glutenunverträglichkeit festgestellt wurde. Und obwohl die Rezepte natürlich alle sehr gesund sind und Eva einen gewissen Abnehm- bzw. Wunschgewicht-Effekt verspricht, geht es in diesem Buch dennoch nicht vordergründig darum, sondern um eine Ernährung, die guttut und die vor allem mit Unverträglichkeiten guttut. Deshalb hat es mich nach der ersten Lektüre der Geschichte von Eva auch nicht überrascht, dass zu vielen Rezepten auch eine laktosefreie, vegetarische oder vegane Option angeboten wird.

Wer jetzt denkt, dass die Rezepte bestimmt alle total super aussehen, man dafür aber auch stundenlang in der Küche stehen und Sachen einkaufen muss, von denen man vorher noch nie gehört hat, liegt falsch. Sicherlich wird man seine Küche erst einmal mit ein paar grundlegenden neuen Zutaten ausstatten müssen, trotzdem bleiben Evas Rezepte bodenständig und nicht zu exotisch. Darüber hinaus gibt es auch speziell Rezepte, die als "geeignet zum vorbereiten und mitnehmen" markiert sind und somit perfekt sind für den Büroalltag. Sehr gut hat mir auch gefallen, dass die Kochdauer für jedes Rezept in "Zubereitungszeit" und "Servierfertig" aufgeteilt ist. Es gibt nichts frustrierenderes als in Kochbüchern von "20 Minuten Zubereitungszeit" zu lesen, nur um dann später festzustellen, dass eine Zieh-, Back- oder Quellzeit nicht einberechnet ist.

Alles in allem hat Eva Fischer ein tolles, inspirierendes Kochbuch voller leckerer Rezepte gezaubert, aus dem ich sicherlich noch einige mehr nachkochen werde. In diesem Sinne: happy cooking!

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383 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 136 Rezensionen

1969, charles manson, drogen, hippie, hippies, kalifornien, kommune, manson-family, mord, ranch, roman, sekte, teenager, the girls, usa

The Girls

Emma Cline , Nikolaus Stingl
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 25.07.2016
ISBN 9783446252684
Genre: Romane

Rezension:

Als ich den letzten Satz von „The Girls“ gelesen habe, war ich überrascht, dass ich das Buch doch so gut fand. Nicht, weil ich beim Lesen je das Gefühl hatte, es wäre nicht gut, es fiel mir nur einfach schwer, konkret zu benennen, warum es mir gefallen hat.

Das liegt zum einen vielleicht daran, dass die Hauptfigur Evie in ihrer Erzählung gar nicht so viel von sich preisgibt, immer eine gewisse Distanz zum Geschehenen aufbaut, als wäre sie nur Beobachterin und nicht Teil des Ganzen, obwohl sie mittendrin ist. Normalerweise wäre die Konsequenz für mich daraus, dass man sich mit der Protagonistin nicht gut identifizieren kann, es schwer fällt, in die Geschichte einzutauchen. Doch das trifft auf „The Girls“ auch nicht zu. Stattdessen schafft die Autorin Emma Cline es, dem Leser gerade so viel Spielraum für eigene Fantasie und Interpretation zu geben, dass man sich doch ziemlich gut in Evie hineinversetzen kann.

Zum anderen konnte ich vermutlich nicht konkret benennen, warum mir das Buch gefallen hat, weil sich der Schreibstil zunächst als etwas gewöhnungsbedürftig herausstellte, dann aber ziemlich schnell sehr flüssig zu lesen war und schließlich dem Leser das Gefühl gab, ein Stück sehr guter Literatur zu lesen. Emma Cline erzeugt beim Schreiben viele schöne Bilder, die mithelfen, den Leser direkt in die Geschichte hineinzuwerfen.

Letztendlich überrascht es mich dann also doch nicht so sehr, dass mir „The Girls“ so gut gefallen hat und dass ich es jedem ans Herz legen würde, der mal etwas Außergewöhnliches lesen möchte.

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587 Bibliotheken, 15 Leser, 1 Gruppe, 126 Rezensionen

briefe, contemporary, drama, erste liebe, erwachsen werden, familie, jenny han, jugendbuch, lara jean, liebe, liebesbrief, liebesbriefe, love, schule, schwestern

To all the boys I’ve loved before

Jenny Han , Birgitt Kollmann
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 25.07.2016
ISBN 9783446250819
Genre: Jugendbuch

Rezension:

"To all the boys I've loved before" von Jenny Han ist eigentlich ein Jugendbuch - da ich selbst aber schon länger nicht mehr zu dieser Altersgruppe gehöre und trotzdem begeistert von dem Buch war, kann ich es all denjenigen ans Herz legen, die sich mit auf eine kleine Reise zurück ins Teenager-Leben begeben wollen. Das schafft Jenny Han in ihrer Geschichte nämlich perfekt: Protagonistin Lara-Jean ist so sympathisch gezeichnet, dass sie dem Leser sofort and Herz wächst. Doch auch die anderen Charaktere sind wie aus dem Leben gegriffen: mit kleinen Ecken und Kanten und so liebenswert, dass man fast wünschte, sie wären real.
Mit subtiler Spannung erzählt Jenny Han eine zauberhafte Geschichte über Familie, Freundschaft und die erste Liebe. Als Leser fühlt man sich sofort als Teil dieser kleinen Welt und legt das Buch nur ungern wieder aus den Händen. Gängigen Klischees geht die Autorin zum Glück aus dem Weg, so dass das Ende auch überraschend anders ausfällt als zu Anfang gedacht.

Klare Leseempfehlung für alle Jugendbuch- und Liebesgeschichten-Begeisterten und insbesondere für Fans von John Green und Rainbow Rowell!

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54 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

gefängnis, italien, klug, koch, krimi, langeweile, liebe, liebesgeschichte, mord, mörderin, prinzessin, profiler, roman, schwarze witwe, wien

Die Prinzessin von Arborio

Bettina Balàka
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 14.07.2016
ISBN 9783709972397
Genre: Romane

Rezension:

Eine etwas andere Liebesgeschichte - Das trifft auf "Die Prinzessin von Arborio" von Bettina Balàka sehr gut zu. Ist es ein denn nun Krimi oder ist es eine Liebesgeschichte? Diese Frage stellt man sich beim Lesen immer wieder, nur um am Ende bei der Antwort zu landen: "Roman" trifft es wohl noch am besten. Denn sowohl der kriminalistische Aspekt als auch das Thema Liebe sind zu gleichen Teilen präsent und machen diesen Roman außergewöhnlich.

Außergewöhnlich ist auch die Protagonistin: Elisabetta Zorzi - oder auch die Prinzessin von Arborio - bleibt bis zum Schluss ein kleines Mysterium. Wenn man gerade glaubt, sie durchschaut zu haben, macht sie doch wieder etwas völlig Unerwartetes. Mehr Beständigkeit und Verlässlichkeit bietet der Profiler Arnold Körber, aus dessen Perspektive der Roman zu einem überwiegenden Teil geschrieben ist, und der es letztendlich auch für den Leser schafft, ein wenig Licht in das Mysterium Elisabetta Zorzi zu bringen.

Die Spannung im Roman lässt sich - wie auch den Roman selbst - in zwei Teile gliedern: Im ersten Teil besteht die Spannung darin zu erfahren, wie die Polizei hinter die Aufklärung der Morde kommt. In zwei Zeitsträngen erzählt, erfährt der Leser direkt von Zorzi selbst den Tathergang der Morde - dies ist auch der Teil, der sich deutlicher wie ein Krimi liest. Im zweiten Teil besteht die Spannung für den Leser darin, dass man sich fragt, was denn da jetzt noch kommen mag, wenn Zorzi doch bereits im Gefängnis sitzt. Und was da noch kommt, kommt für den Leser - insbesondere beim Ende - sehr überraschend.

Bettina Balàka hat einen tollen Roman geschrieben, dem durch den Schauplatz Österreich und den daran angepassten Sprachgebrauch eine gute Portion Charme verliehen wird. Durch die ungewöhnlich umgesetzte Kombination von Krimi und Liebesgeschichte ist "Die Prinzessin von Arborio" sowohl etwas für Spannungs- als auch für Fans von Romantik.

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

denkanstöße, humor, krimi, porno, schwarzer humor

Snuff

Chuck Palahniuk
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Vintage, 14.03.2011
ISBN 9780099499374
Genre: Romane

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2.621 Bibliotheken, 58 Leser, 5 Gruppen, 172 Rezensionen

alien, aliens, daedalus, daemon, fantasy, flucht, jennifer l. armentrout, jugendbuch, katy, liebe, lux, obsidian, origin, tod, verrat

Origin - Schattenfunke

Jennifer L. Armentrout ,
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 18.12.2015
ISBN 9783551583437
Genre: Jugendbuch

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Ein ganz kleines Glück

Camille Anseaume ,
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 11.09.2015
ISBN 9783471351222
Genre: Romane

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85 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

irak, is, islam, islamischer staat, jihadisten, jürgen todenhöfer, kalif, kalifat, krieg, politik, religion, sachbuch, syrien, terror, terrorismus

Inside IS - 10 Tage im 'Islamischen Staat'

Jürgen Todenhöfer
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 27.04.2015
ISBN 9783570102763
Genre: Sachbücher

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59 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 40 Rezensionen

eheprobleme, familie, fehleinschätzung, frauen, geheimnisse, grace reinhardt sachs, jean hanff korelitz, lüge, lügen, manhattan, medien, mord, nachdenkenswert, new york, roman

Du hättest es wissen können

Jean Hanff Korelitz
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 15.01.2016
ISBN 9783548287355
Genre: Romane

Rezension:

Als "klug" und "raffiniert" wird dieser Roman von der Presse beschrieben und das ist er auch: In "Du hättest es wissen können" folgt der Leser der Protagonistin Grace, die glaubt, ihr Leben im Griff zu haben: Mit einem guten Job, einem Ehemann, einem Kind und einem Beziehungsratgeber kurz vor der Veröffentlichung scheint sie alle Ziele im Leben erreicht zu haben. Doch der Schein trügt, denn als eine Bekannte von Grace ermordet wird und ihr Ehemann verschwindet, tun sich plötzlich ungeahnte Abgründe in ihrem Leben auf.

Jean Hanff Korelitz erzählt aus dem Leben einer jungen Frau, in dem plötzlich nichts mehr so ist wie vorher. Die Autorin schafft es dabei auf faszinierende Weise, überraschende Wendungen einzubauen und zuvor sympathisch erscheinende Figuren in der Gunst des Lesers komplett herabfallen zu lassen. Mit einem flüssigen wenngleich auch nicht außergewöhnlichen Schreibstil schafft Jean Hanff Korelitz es, eine Geschichte so schön zu erzählen und den Spannungsbogen so dicht zu halten, dass man als Leser mittendrin ist und die Figuren einem so nah sind wie die eigenen Verwandten.

"Du hättest es wissen können" ist dabei - trotz kriminalistischer Thematik - zu Recht ein Roman, denn im Vordergrund stehen nicht die Einzelheiten des Mordes und des Verschwindens von Graces Ehemann, sondern der menschliche Aspekt: Was richtet das mit einem Menschen an, wenn das eigene Leben um 180 Grad gedreht wird, wenn eine Familie auseinandergerissen wird, wenn man begreift, dass das Leben nie mehr so sein wird wie früher? Jean Hanff Korelitz gelingt es durch diesen Fokus, die Emotionen der Protagonistin einzufangen und an den Leser weiterzugeben. Auf diese Weise hat sie einen packenden Roman geschaffen, der jeden Fan von Drama in den Bann ziehen wird.

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32 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

anleitunge, buch, diy, häkel, häkeln, handarbeit, hobby, kreativ, loop, mützen, myboshi, schal, thomas jaenisch, umhang, wolle

myboshi Häkel-Street-Style

Thomas Jaenisch , Felix Rohland , Justyna Schwertner
Fester Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Becker Joest Volk Verlag, 18.09.2015
ISBN 9783954530342
Genre: Sachbücher

Rezension:

Wer Handarbeiten liebt, für den ist "myboshi Häkel-Street-Style" genau das Richtige. Ich habe bereits ein myboshi-Buch, bin aber vom neuen echt begeistert und finde die neuen Anleitungen total super, weil abseits von Mützen und Schals noch viele andere Kleidungsstücke präsentiert werden. Wie immer sind die myboshi-Ideen farbenfroh und modern, etwas, woran es leider vielen anderen Handarbeitsbüchern fehlt - kein Wunder, dass die Autoren mit ihren myboshi-Büchern einen Trend geschaffen haben! Ihr neuestes Buch ist nun - wie der Name schon sagt - dem Street-Style gewidmet und enthält tolle Häkel-Ideen für Westen, Cardigans, Taschen und Stirnbänder. Neben den Anleitungen im Buch bekommt man Tipps, mit welchem Outfit man die gehäkelten Sachen am besten kombinieren kann. Die schönen Fotografien machen dabei sofort Lust loszulegen und sobald man einmal den Aufbau der Anleitungen verstanden hat, ist es ganz leicht, sie nachzumachen. Falls einem doch mal einer der verwendeten Begriffe nichts sagt, sind im hinteren Teil des Buches noch einmal alle Handgriffe erklärt, so dass das Buch auch für Einsteiger geeignet ist.
Insgesamt ist "myboshi Häkel-Street-Style" ein Buch, das Spaß macht und in der kommenden kühleren Jahreszeit für abwechslungsreiche Beschäftigung am Abend sorgen wird!

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Tags: diy, häkeln   (2)
 

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119 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

berlin, familie, freundschaft, identität, liebe, prag, rätsel, roman, täuschung, verlust, vermisst, verschwinden, verwechslung, verwirrspiel, zweifel

Der Dieb in der Nacht

Katharina Hartwell
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 31.08.2015
ISBN 9783827012791
Genre: Romane

Rezension:

Katharina Hartwells „Der Dieb in der Nacht“ ist eigentlich ein Roman und doch haftet ihm das Unheimliche eines Mysteryromans und die übernatürlichen Möglichkeiten eines Fantasyromans an. Aber erst mal von vorn: Felix ist verschwunden, seit Jahren schon, und als Paul in Prag auf diesen Mann namens Blixen ohne Vergangenheit trifft, da ist er sich plötzlich sicher, seinem besten Freund Felix gegenüberzustehen. Zurück in Deutschland ist sich auch Louise, Felix' Schwester, sicher, dass sie ihren Bruder wiedergefunden hat, doch je mehr sie Blixen in ihr Leben lassen, desto stärker werden die Zweifel und desto unheimlicher wird er ihnen. Ist Blixen wirklich Felix?

Katharina Hartwell bezaubert von Anfang an durch einen sehr rhythmischen, einnehmenden Schreibstil. Der war es wohl auch, der mich am Buch gehalten hat, denn anfangs hatte ich Mühe, mich in die Geschichte einzufinden und mit den Charakteren warm zu werden. Es hat auch etwa bis zur Hälfe des Buches gebraucht, bis es mich richtig gepackt hat und ich unbedingt wissen wollte, wie es endet. Ich hätte mir das schon für einen früheren Zeitpunkt gewünscht, weil das Buch absolut lesenswert ist und ich befürchte, dass einige vielleicht schon aufgeben, bevor sie an den großartigen Punkt kommen, wo einen die Story packt und nicht mehr loslässt.

Die Spannung hält Katharina Hartwell vor allem dadurch aufrecht, dass man als Leser nie weiß, wem zu trauen ist, welcher Erzähler nun die Wahrheit sagt. Bis zum Schluss und auch darüber hinaus bleibt das so. Faszinierend ist auch, wie die Autorin es schafft, den Leser übernatürliche Dinge in Erwägung zu ziehen als Erklärung für die Ereignisse, die von Kapitel zu Kapitel merkwürdiger und unheimlicher werden – eben wie ein Fantasy- oder Mysteryroman.

Deshalb mein Tipp: Kauft dieses Buch und haltet durch, ihr werdet nicht enttäuscht werden, weder von Katharina Hartwells großartigem Schreibstil, noch von der spannenden Geschichte!

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169 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 50 Rezensionen

alter, altern, australien, brooke davis, freundschaft, karl der tasttipper, kaufhaus, lebensfragen, philosophie, reise, roadtrip, roman, tod, trauer, verlust

Noch so eine Tatsache über die Welt

Brooke Davis ,
Fester Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Kunstmann, A, 01.07.2015
ISBN 9783956140532
Genre: Romane

Rezension:

"Durchgeknallt", "ungewöhnlich" und "verrückt" sind die ersten Worte, die mir nach dem Lesen von "Noch so eine Tatsache über die Welt" von Brooke Davis einfallen - und das ist positiv gemeint! Denn bei aller Durchgeknalltheit und Verrücktheit schafft Brooke Davis es, durch ihren Schreibstil und die liebevoll gezeichneten Charaktere, einen gewissen Charme zu erhalten, der die Geschichte so liebenswürdig macht.
Das Verrückte und Ungewöhnliche zeigt sich insbesondere in den Charakteren. Als Leser folgt man abwechselnd der kleinen Millie Bird, der Witwe Agatha Pantha und dem Witwer Karl der Tasttipper durch die Geschichte - und jeder dieser drei Charaktere hat seine ganz besonderen Eigenarten. So führt Millie Bird zum Beispiel ein Buch über all die toten Dinge, die sie schon gesehen hat, Agatha Pantha hingegen steht gern an ihrem Fenster und ruft den vorübergehenden Leuten ihre Makel hinterher ("Zu große Nase!", "Hässlicher Mantel!"), doch auch ihre eigenen Makel und Alterserscheinungen notiert sie akribisch. Und Karl der Tasttipper - nun ja, der redet mit einer Schaufensterpuppe, die er gestohlen hat. Man muss diese Art von Charakteren mögen, um sich voll und ganz auf die Geschichte einzulassen, doch es lohnt sich auf jeden Fall, denn Brooke Davis spricht in ihrem Buch einige sehr zeitlose Themen an. Dazu gehört das Thema Tod, Verlust, Trauer, aber auch das Thema Altern. Durch die unterschiedlichen Charaktere werden verschiedene Sichtweisen und Arten, damit umzugehen, gezeigt, wobei nichts beschönigt wird.
Der Schreibstil ist dabei mitreißend, die Kapitel kurzweilig, doch Brooke Davis schafft es trotzdem, eine große Bandbreite an Emotionen im Leser hervorzulocken. So stimmt die Geschichte mal hoffnungsvoll, dann wieder ist sie traurig, fast deprimierend und dann wieder einfach nur niedlich oder zum wütend werden.

Insgesamt ist "Noch so eine Tatsache über die Welt" ein durchaus empfehlenswertes Buch für all diejenigen, die Spaß an durchgeknallten Charakteren und einer charmanten, aber tiefgründigen Geschichte haben.

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742 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 168 Rezensionen

familie, freundschaft, liebe, lori nelson spielman, mutter, reue, roman, steine, tochter, vergangenheit, vergeben, vergebung, versöhnung, versöhnungssteine, verzeihen

Nur einen Horizont entfernt

Lori Nelson Spielman , Andrea Fischer
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 21.05.2015
ISBN 9783810523952
Genre: Romane

Rezension:

In „Nur einen Horizont entfernt“ erhält Protagonistin Hannah zwei Versöhnungssteine von einer ehemaligen Freundin, die ihr in ihrer Schulzeit das Leben schwer gemacht und sie gemobbt hat. Sie bittet Hannah um Verzeihung, doch es dauert zwei Jahre bis Hannah ihr antwortet - nämlich als das Thema in ihrem beruflichen Umfeld wieder aufkommt. Hannah schickt einen der Steine an ihre ehemalige Schulkameradin zurück, den zweiten soll sie an eine Person schicken, die sie um Verzeihung bitten möchte. Hannah muss sofort an ihre Mutter denken, zu der sie seit einigen Jahren keinen Kontakt mehr hat. Wird Hannah ihr vergeben können, für das, was damals geschah?

In „Nur einen Horizont entfernt“ thematisiert Autorin Lori Nelson Spielman das Vergeben und Verzeihen und widmet sich damit keinem leichten Thema. Es war mein erstes Buch der Autorin und meine Erwartungen waren aufgrund des Hypes sehr hoch. Ich muss aber sagen, dass mich die Geschichte durchaus überzeugen konnte, auch das erste Buch der Autorin zu lesen. Das liegt zum einen an dem sehr schönen und flüssig zu lesenden Schreibstil, der an einigen Stellen mit wirklich schönen zitierwürdigen Stellen überzeugen kann. Zum anderen liegt es an der tiefsinnigen Geschichte, die den Leser durch seine emotionale Breite auf verschiedensten Ebenen anspricht und durch die unterschiedlichen Reaktionen auf die Idee der Versöhnungssteine auch verschiedene Perspektiven auf das Thema Vergebung ermöglicht. Die Charaktere sind authentisch und sympathisch und ermöglichen es dem Leser, sich schnell in die Geschichte einzufinden und die Protagonistin ein Stück in ihrem Leben zu begleiten.

„Nur einen Horizont entfernt“ ist ein Buch, das ich uneingeschränkt weiterempfehlen kann, da das Thema universell ist und jeder in irgendeiner Form bereits damit zu tun hatte. Zusammen mit dem Schreibstil der Autorin ist es ein Buch, das bei keinem Fan von einem guten, stringent erzählten Roman im Regal fehlen sollte.

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