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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die Gestoßenen

Stefan M. Fischer
Flexibler Einband: 232 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 13.02.2014
ISBN 9781495939815
Genre: Sonstiges

Rezension:

Jungs wollen Krieger werden. So auch Tarabas, der junge Glatzköpfler. Dabei liegt seine wahre Begabung in der Zauberei. Doch der Traum vom Krieg und, ach so wunderbaren, anschließenden Heldenruhm kann ihm auch sein Lehrer Fumé nicht ausreden.

Und so kommt es wie es kommen muß: als die Oberen den Kriegs-Hornissengeneral Uldin auf die ausgestoßenen, andersartigen und mit Sicherheit abstoßenden Abandonier hetzt und diese bösen und widerwärtigen Kreaturen vernichtet werden sollen, ist Tarabas einer der Ersten, die sich zum Kriegsdienst melden, um als Kriegszauberer dabei sein zu dürfen.

Auch sein bester Freund Vincent, ein Haariger, muss an die Front, obwohl dieser viel lieber weiter Holz schnitzen und das Leben genießen würde. Und so finden die Beiden sich inmitten anderer Williger und werden entsprechend ihrer Fähigkeiten in der Kriegs- und Zauberkunst unterwiesen.

Wie das Leben so spielt, müssen die Beiden jedoch fliehen und landen direkt in der Mitte der Abandonier. Was sie dort erleben und wie der schreckliche Krieg ausgeht, ist in der skurrilen Geschichte liebevoll dargelegt.

Neben den Haarigen und den Glatzköpflern begegnet der Leser auch allerlei bekannten Figuren aus der Fantasywelt – nur eben etwas anders als sonst. Ich zumindest habe noch von keinem Drachen gehört, der eine Eisprinzessin liebt. Oder einer lispelnden Elfe (kleiner als ein Zwergenfinger), die eine sehr dominante Ader beim Mondmann offenbart. Oder einen Maulwurf, der maunzt wie eine Katze und von einem Untoten verstanden wird, weil dieser mal aus Langeweile die Katzensprache erlernte.

Sie kam bis ganz nach vorn und legte wieder die Hand an die Eiswasserfalloberfläche. Er unterdrückte den Drang, seine Pranke gegen ihre Eishand zu legen und sich mit ihr verbunden zu fühlen. Die von ihm ausgehende Wärme würde sie wieder verletzen, immer verletzen, vielleicht ihren Tod bedeuten. Sie setzte sich im Schneidersitz, zupfte sich eine Eisblume und roch daran. Er war froh, dass das kleine Missgeschick anscheinend vergessen war, und fragte sich, wie wohl Eisblumen duften, und welchen Geruch sie jetzt in der Nase trug.

Eisschmetterlinge klirrten in Schwärmen über sie hinweg, die Katze schnappte nach ihnen. Die Eisprinzessin deutete den Schmetterlingen nach, rieb dann den Bauch und signalisierte ihm, dass gerade so etwas in ihr flatterte. Er legte in den Blick all seine Freude, damit sie an seinen Augen sehen konnte, wie glücklich ihn das machte. In ihm sah es nicht anders aus.

Goncko blieb, bis der Mond am Himmel prangte und er den Mann im Mond erspähte. Dieser schob seinen Hut ins Gesicht und legte sich schlafen, tat es der Eisprinzessin nach, die bereits neben der gepflückten Eisblume schlummerte. Der Drache betrachtete noch einmal das Bild, dachte sich, dass er diese Nacht von Eisblumenblättern träumen würde,
die sich im Atem der Prinzessin bewegten, dann schlich er auf den Spitzen seiner Pranken von dem Felsvorsprung.

Doch gerade diese Andersartigkeit macht die Geschichte so interessant, spannend, lustig und traurig. Für mich war die Mischung perfekt! Und sie vermittelt einige ach so wichtige und leider viel zu oft vergessene Werte: “Wieso sollte Jemand, nur weil er anders aussieht oder einer anderen Rasse angehört böse sein?”, “Freundschaft ist das Allerwichtigste!”, “Die Liebe findet ihren Weg. Manchmal über Umwege, aber sie findet ihn.”

Sobald man sich auf Tarabas und seine Welt eingelassen hat, ist die Story flüssig und leicht zu lesen. Die Wesen und die Umgebung sind so gut dargestellt, dass die dazugehörigen Bilder schnell in meinem Kopf Gestalt annahmen und mit den jungen Männern in den Krieg zog.

Alles in Allem: sehr empfehlenswert für Fantasy-Fans und Liebhaber skurriler und witziger Storys!

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61 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

annika bühnemann, liebe, chicklit, traummann, glück

Traummänner und andere Hirngespinste

Annika Bühnemann , Anna Fischer
E-Buch Text: 208 Seiten
Erschienen bei null, 17.07.2014
ISBN 9781500579876
Genre: Liebesromane

Rezension:

Mit der Liebe ist es nicht so einfach. Keiner der vielen Männer, die die hübsche Marietta kennenlernt, scheint der Richtige für die Ewigkeit zu sein. Dabei zieht sie doch wirklich alle Register: keinen Schritt ohne komplette Kriegsbemalung, immer perfekt gekleidet und dem Herzallerliebsten jeden Wunsch von den Augen ablesen. Und doch flüchten die Männer nach kürzester Zeit aus ihrem Leben. Warum nur? Auch ihre ältere, lebenserfahrene Freundin Trudi kann der rothaarigen Schönheit nicht weiterhelfen. Dabei steht Marietta durchaus mit beiden Beinen mitten im Leben: in ihrem eigenen Café ist sie die Chefin und management das kleine Unternehmen sehr erfolgreich.

Einen Rat von Trudi nimmt sie dann doch an und landet bei Paul, einem netten Psychiater, auf der Couch. Allerdings scheint er seinen Beruf verfehlt zu haben. Behauptet er doch wirklich, Marietta sei selbst an der Misere schuld! Selbstverständlich sucht sie das Weite und schwört, diesem Quacksalber nie wieder zu begegnen.

Kurze Zeit danach erlebt sie eine aufregende Nacht mit ihrem absoluten Traumman: einem gutaussehnden Doktor, der kultiviert, höflich, zuvorkommend und in jeder Beziehung ein Gentleman ist! Mariette ist – wieder einmal – überzeugt: dieser Mann ist ihre Zukunft.

Doch alles kommt anders als erwartet: der ach so wundervolle Mann und die gemeinsame Nacht entpuppt sich als Traum. Allerdings in einer ganz besonderen Art. Denn ab sofort weicht Hirni (wie sie ihr Hirngespinst tauft) nicht mehr von ihrer Seite und steht ihr mit umgefragtem Rat zur Seite. Selbstverständlich kann nur sie Hirni sehen und so sind Komplikationen und Verwirrungen vorprogrammiert. Und der erneute Weg zu Paul, dem Psychiater.

Die Story um Marietta, Hirni, Trudi, Paul und die vielen, vielen Männer ist in eine unterhaltsame Geschichte verpackt, die ich in einem Ruck durchgelesen habe. Viel zu neugierig war ich, ob und wie sie diesen nervigen Lebensgast wieder los wird.

Liebesgeschichten versuche ich ja zu vermeiden, da diese doch meist nach dem gleichen Muster gestrickt sind und die Handlung so schrecklich vorhersehbar. Auch dieses Buch hatte zu Beginn Schwierigkeiten, mich in seinen Bann zu ziehen. Zu seicht erschien mir die Geschichte. ich gestehe. Im Nachhinein bin ich sehr froh, weiter gelesen zu haben. Schließlich gab die Story dann doch alles her, was einen guten Roman ausmacht: Tränen, Schmunzelattacken und viel Nachdenkliches.

Der Weg zu sich selbst kann ein sehr steiniger und mit vielen Hindernissen gepflasterter sein. Das muss auch Marietta erfahren. Ich habe sie gerne auf diesem Weg begleitet und erkannte mich durchaus ab und an wieder.

Wer einen amüsanten Begleiter für ein paar nette Stunden sucht, in dem es um Liebe, Phantasie und das Leben geht, dem sei dieses Buch ans Herz gelegt.

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49 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

krim, krimi, mord, drogengeschäf, thriller

Ewige Buße

David Mark ,
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.10.2014
ISBN 9783548286587
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Detective Aector McAvoy ist eigentlich ein ganz normaler Mann: er liebt seine Familie und seinen Job. Doch leider verschließt er seine Gedanken und Gefühle immer wieder tief in seinem Innern und begibt sich dadurch in ausweglose Situationen. Auch die – aufgezwungene – Psychiaterin kann nur ein wenig an seiner Oberfläche kratzen. Doch, was dort zu Tage kommt, wird prompt gegen ihn verwendet und ein unbekannter Mann erpresst Aector mit dem ihm zuteil gewordenen Wissen.

Dabei ist der Detective gerade dabei, eine grausame Mordserie aufzuklären die Hull in Angst und Schrecken versetzt. Zuerst sind keine Zusammenhänge zwischen den Toten zu erkennen, doch nach und nach kristallisiert sich heraus, dass alle Toten vor einer langen Zeit an der Rettung des Vergewaltigers Hoyer-Wood beteiligt waren. Seitdem lebt Hoyer-Wood in einem Stadium des Verfalls: seit einem Schlaganfall kann er sich nicht mehr bewegen, artikulieren ist ihm fast unmöglich und er vegetiert in einem Heim vor sich hin. Doch in wem schlummert so tiefer Hass, dass er nach Jahren noch die Rache übt, weil dieser Mann überlebt hat?

Aector und seine Truppe versuchen alles, um den Täter zu stellen, bevor es noch ein weiteres Opfer geben kann. Dabei hilft die – manchmal verquere – Denkweise des Detectives sehr. Auch, wenn ihm keiner recht Glauben schenken will.

Er muss wieder an die Worte denken, die Nielsen achtlos hingeworfen hat.

“Die Sache ist die, Sarge, vielleicht sehen Sie inzwischen überall Serienmörder. Nach allem, was Sie durchgemacht haben … nach dieser Scheiße an Weihnachten. Nicht jeder mordet aus kosmischen Gründen, Sarge. Manche Mörder sind einfach bloß dumme oder brutale oder bösartige kleine Dreckskerle…”

Doch nicht nur die Jagd nach dem Mörder hält das Dezernat für Schwerverbrechen und organisierte Kriminalität in Atem. Auch eine neue Gruppe Drogenschmuggler greift mit immer härteren Mitteln durch. Leider gerät nicht nur eine der Polizistinnen in deren Visier, sondern auch Aectors geliebte Frau wird Ziel dieser Leute. Sie konnte ja auch nicht ahnen, dass der Mann, der ihre Freundin bedrohte, zum organisierten Verbrechen gehört und nun auf grausame Rache sinnt.

Obwohl bereits der dritte Fall von McAvoy hatte ich keine Probleme, mich in den Krimi einzulesen und die spannende Story zu genießen. Der Detective fesselt durch seine ganz besondere Persönlichkeit und seine Verletzlichkeit. Obwohl nach außen ein ansehnlicher, starker Kerl, wird er doch beim Anblick seiner Familie butterweich und würde für sie immer wieder durch die Hölle gehen.

Die beiden Fälle, die parallel in der Geschichte geschehen, sind sehr packend und irgendwann war ich an dem Punkt, mich zu freuen, dass ich weiß, wer der Täter ist. Genauso, wie der Hauptakteur. Und dann? Im nächsten Kapitel war alles hinfällig: da lag mein Hauptverdächtiger doch glatt selbst als Leiche auf der Straße! Hervorragender Schachzug vom Autor. Ich war verwundert, enttäuscht und noch mehr gespannt, wie die Story denn nun weitergehen wird.

Mit Spannung erwarte ich nun, dass David Mark den nächsten Fall von Aector präsentiert. Denn auch, wenn die Fälle gelöst wurden, stehen doch noch viele offene Fragen zu diesem besonderen Mann im Raum. Und ich freu mich auf die Antworten.

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depressionen, suizid, liebe, therapie, selbstmord

Suicide

Stefan Lange
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 06.11.2014
ISBN 9783735757036
Genre: Romane

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

krimi, martin sudermann, sutton verlag, brand, kommissarin

Mordsgeschäfte

Martin Sudermann
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Sutton, 09.07.2012
ISBN 9783954000289
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eine einsame Gegend im Sauerland. Ein noch einsamer wirkender, älterer Herr auf dem Weg zu einer Fabrik. Dort erwartet ihn der Tod.

Seine Leiche wird wenig später in dem ausgebrannten Gebäude der Firma “Schürmann” aufgefunden und gibt der Kommissarin Ulrike Schrader einige Rätsel auf. War es Mord oder doch nur ein Unfall? Bevor sie diese Frage jedoch beantworten kann, wird ihr der Fall des getöteten Michael Dransfeld ziemlich schnell und ohne besonders erkennbaren Grund vom LKA abgenommen und ihr ehemaliger Schulkamerad und Journalist Thomas Krüdewagen hat ganz plötzlich aus persönlichen Motiven ein Interesse an der Geschichte und es gibt ein neues Mordopfer.

Die Story um getöteten Menschen gerät in dem Buch sehr schnell in den Hintergrund, da Thomas bei einem Gespräch mit seiner Mutter erstaunt einige Details über die Nazivergangenheit seines Großvaters, des Fabrikgründers Schürmann, erfährt.

…Thomas stutzte: “Was heißt hier Ostarbeiter?” “Die wurden uns zugewiesen und kamen aus der Ukraine.” “Moment mal! Ihr hattet Zwangsarbeiter?” Thomas fiel aus allen Wolken. “Das höre ich ja jetzt zum ersten Mal!”…

…”Weißt du, was aus denen geworden ist? Haben sie überlebt?” “Dazu kann ich nichts sagen. Willst du noch etwas essen?” “Nein, danke!” Das Gespräch nahm einen merkwürdigen Verlauf und erinnerte ihn an frühere Familienstreits über die Nazizeit. “Wir haben von all dem nichts gewußt!” lautete der Standardspruch, über den sich Thomas am meisten aufgeregt hatte…

Trotz der ablehnenden Haltung seiner Mutter und vieler anderer Bewohner seines Geburtsortes gräbt Thomas weiter in der dunklen Vergangenheit und kommt nach und nach einigen Geheimnissen auf die Spur.

Die Verarbeitung der Wahrheit fällt ihm sehr schwer, da sich schnell herauskristallisiert, daß die Zwangsarbeiter nicht immer so gut behandelt wurden, wie seine Mutter das darstellt. Nicht nur, daß der Ort Grüneck – entgegen aller Behauptungen – als “braunes Nest” bekannt war, sogar ein Straflager der Nazis war hier untergebracht.

Es ist manchmal schwer, mit seiner Vergangenheit umzugehen. Thomas schafft es nicht nur, einige Greultaten aus der Vergangenheit zu klären, er besucht sogar einen der ehemaligen Zwangsarbeiter in der Ukraine und bekommt durch das Gespräch mit dem alten Mann eine andere Ansichtsweise.

Dieses Thema ist, immer noch, sehr heikel. Doch der Autor hat es es sehr gut geschafft, die verschiedenen Seiten der damaligen Zeit darzustellen. Da erzählen Zeitzeugen, die noch Kinder waren und es tauchen Akten auf, die viele Jahre versteckt wurden.

Nach und nach formt sich ein Bild und der Zusammenhang zum Fall der Kommissarin lichtet sich.

Auch wenn das Ende nicht überrascht, bleibt die Spannung bis zur letzten Seite erhalten. Die Spannung, ob die Geschichte aufgedeckt werden kann, wie das Leben damals war. Ebenso wie die Spannung, ob es gelingt, auch heute noch Kriegsverbrecher zu verurteilen für das, was damals geschah…

“Du weißt, die meisten Verfahren gegen NS-Verbrecher wurden eingestellt. Wenn trotzdem Anklage erhoben wurde, gingen die Täter meistens straffrei aus, aus Mangel an Beweisen.” “Schon, aber du hast kürzlich etwas gesagt, worüber ich nachgedacht habe. Es ginge nicht unbedingt um die Bestrafung der Täter, sondern um die Anerkennung der Schuld gegenüber den Opfern.”

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90 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 44 Rezensionen

hamburg, krimi, terroristen, lka, mord

Fatale Bilanz

Stefanie Ross
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Sutton, 09.07.2012
ISBN 9783954000302
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eines vorweg: ich mag keine Wirtschaftskrimis oder -thriller. Meist sind sie so trocken und kompliziert in ihrer Materie, daß mir das Lesen keinen Spaß bereitet. Stefanie Ross hat es jedoch geschafft, das Thema “Banken, Wirtschaft, Korruption” sehr gut darzustellen und es in dem Buch “gut zu verteilen”. Natürlich gibt es auch hier “trockene Passagen”, doch diese halten sich sehr gut die Wage mit der Spannung.

Wer den Klappentext liest, hat die wichtigsten Punkte des Krimis schon erfahren. Möchte man wissen, ob Kommissar Klein und seine Mitarbeiter es wirklich schaffen, der Al-Quaida ins Handwerk zu pfuschen und vor allem wie, sollte man dieses Buch einfach lesen.

Die Actionszenen haben mich ab und an lächeln lassen und mir kam der Gedanke, daß die Autorin einige amerikanische Krimiserien anscheinend ganz besonders mag. Doch der Geschichte hat das keinen Abbruch getan. Ich weiß schließlich nicht, ob die SEAL´s vielleicht nicht wirklich so agieren, wie beschrieben. Oder wie ein Spezialgewehr gehandhabt wird, bzw. wie treffsicher dieses ist.

Eines wird aber deutlich: ohne die moderne Technik der amerikanischen Helfer, könnte Klein dieses Fall nicht einmal ansatzweise klären. Leider. Denn nach und nach wünscht man dem ehrgeizigen Polizist den Erfolg in dieser Sache ebenso, wie den Beginn einer neuen Liebe.

Teilweise läuft mir die Story zu glatt: da können Wirtschaftsprüfer plötzlich ausgereifte Kampfsportarten, genauso wie einfache Hausfrauen problemlos mit Waffen losballern. Für mich wäre beides nichts 

Alles in allem ist das Buch aber flüssig und es hat Spaß gemacht, die Geschichte zu verfolgen. Trotz der Wirtschaftserklärungen.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

mittelalter, reinkarnation, laurenz, erste liebe, johanna

Der Spielmann

Astrid Seehaus , Jan Siggel
Flexibler Einband
Erschienen bei Undine
ISBN 9783980915953
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Michaela ist ein ganz normales Mädchen. Nur, dass sie hübscher ist als Andere, in Allem besser zurecht kommt und ihr alle Jungs zu Füßen liegen. Denkt sie. Dass sie mit ihrer eingebildeten Art nicht nur den Mädels aus ihrem Umfeld, sondern auch ihrem Bruder auf die Nerven geht, bemerkt sie leider nicht. Sie ist wer und kann was. Also müssen sie alle lieben. So ihre Selbsteinschätzung.

Dieses hochnäsige Mädel muss kurz vor Ferienbeginn einige, für sie bittere Informationen ihrer Eltern schlucken. Nicht nur, dass ihre Mutter noch einmal schwanger ist (mit Zwillingen wohlgemerkt). Nein, auch die geplante Kreuzfahrt fällt für Michaela ins Wasser. Dafür soll sie die nächsten 6 Wochen bei ihren Großeltern auf dem Land in einem alten Bauernhaus verbringen. Und das, obwohl sie fast 18 ist!

Also rückt das verwöhnte Großstadtweib mit tausenden Gepäckstücken im Nirgendwo an. Von den Großeltern herzlich willkommen, kann sie sich trotzdem nicht vorstellen, hier die nächsten Wochen verbringen zu müssen.

Bis zu dem Morgen, als der süße Zeitungslieferant Adrian in der Küchentür steht. Michaela verliebt sich auf den ersten Blick in ihn. Das geht aber natürlich nicht: ein Dorfbengel. Und dann auch noch jünger als sie! So etwas hat sie gar nicht nötig.

Doch auch bei Adrian ist der Funken übergesprungen und er kann die hübsche Fremde nicht vergessen. Leider gibt sie sich immer verschlossen, kühl und von oben herab, wenn er versucht, sich ihr zu nähern.

Bis zu dem Tag der Nacht, als die Träume beginnen.

Beide träumen von Johanna und Laurenz, die vor vielen Jahren die Liebe fanden, aber nicht zusammen sein durften.

Die vier Gestalten verschmelzen im Lauf der Story immer mehr. Bald ist sich Michaela nicht mehr sicher, ob sie nicht vielleicht Laurenz liebt und nicht Adrian. Doch, wie kann das sein?

Die Geschichte um die erste, große Liebe ist erfrischen witzig geschrieben und die Akteure wunderbar dargestellt.

Man erlebt, wie die eingebildete Michaela ihren Stolz überwinden muss, um dem Traumboy näher zu kommen. Erfährt aber ebenso, wie Johanna (eine Tochter aus gut bürgerlichem Hause) an der verbotenen Liebe zu ihrem Spielmann zu Grunde geht.

Traurig und schön. Eine wunderbare Mischung, die ich sehr genossen habe!

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

eichsfeld, roth, erfur, kriminalpolizei, krimipreis

Loverboy

Astrid Seehaus
Buch: 346 Seiten
Erschienen bei Undine, 01.02.2013
ISBN 9783940002112
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein totes Mädchen. Nur bekleidet mit einem weißen Kleid. Abgelegt auf einer Müllhalde. Fast wie weggeworfen, zwischen lauter Abfallsäcken. Warum musste dieses junge Wesen sterben und wer ist für ihren Tod verantwortlich?

Nicht nur diese Fragen beschäftigen Kommissar Frank Rothe. Auch ein tragischer Vorfall, bei dem seine jugendliche Tochter und dessen Freund schwer verletzt werden, geben immer wieder neue Rätsel auf.

Als während den Ermittlungen immer klarer wird, dass das tote, osteuropäische Mädchen nicht das einzigste Opfer ist, kommt Rothe immer mehr an seine kriminalistischen und persönlichen Grenzen.

Was hat der geheimnisvolle – und nun auch tote – Loverboy mit dem Ganzen zu tun? Wenn er wirklich der ist, für den die Poizei ihn hält, warum musste auch er dann sterben? Und wieso war Rothe’s Tochter in dessen Nähe? War auch sie in die undurchsichtigen Fänge des Mannes geraten? Sollte auch sie gefügig gemacht werden?

Die Mädchen werden dazu von ausgesuchten Jungen verführt, die allein dazu da sind, das Vertrauen der Mädchen zu gewinnen. Und sie merken das noch nicht einmal, weil sie ahnungslos sind. Ihre Familien sind ahnungslos. Alle sind sie es. Auf die Methode dieser Loverboys kann jedes, wirklich jedes Mädchen reinfallen. Hübsche und hässliche, kluge und dumme. Die Verführer sind raffiniert, sie sind wie Chamäleons und passen sich ihrer Umgebung an. Sie nehmen sich Zeit für das Mädchen, beflügeln seine romantischen Träume, indem sie Liebesbriefe schreiben. Helfen bei den Schularbeiten. Helfen beim Einkaufen. Sie spielen den idealen Freund und sind doch in Wirklichkeit der Feind.

Doch den Kommissar plagen noch ganz andere Probleme: die eiskalte Schulter der Presseprecherin Simone Nolte läßt ihn daran zweifeln, dass sie jemals eine aufregende, gemeinsame Nacht verbracht haben. Immer wieder verschließt sie sich vor ihm. Auch jetzt, in dieser schwierigen Zeit, in der er um das Leben seiner Tochter bangen muß. Bildet Rothe sich die Verbundenheit zwischen ihnen nur ein?

Sollte der Freund seiner Tochter sterben, wie sollte diese das überstehen? Wie sich nicht wieder die Schuld am Tod eines geliebten Menschen geben? Wie nicht wieder in das tiefe Loch fallen, aus dem Frank sie nach dem Tod der Mutter nur knapp erretten konnte?

Auch sein Kommissar-Freund Krämer ist keine Unterstützung: viel zu schnell greift dieser nach dem Strohhalm, die Fälle gelöst zu haben. Doch hat er wirklich jedes Detail bedacht und können die Fälle damit abgeschlossen werden? Rothe ist skeptisch.

Dieser zweite Kriminalroman über und mit dem Kommissar Rothe entführt den Leser in einen abgrundtiefen, hässlichen Bereich der Kriminalität: Verführung Minderjähriger mit verbundener sexueller Nötigung.

Hervorragend schafft es die Autorin darzustellen, wie es passieren kann, dass junge Mädchen auf die selbsternannten Loverboys hereinfallen und diesen blind folgen – bis zum bitteren Ende. Warum sie ihren Familien und Freunden nichts von ihrer Scham und ihrem Kummer erzählen. Und, wie es im schlimmsten Fall enden kann.

Ich habe dieses Buch verschlungen und jede Seite mit Spannung gelesen. Schließlich wollte ich mit Rothe nicht nur den Fall klären, sondern auch sein Liebesleben in Ordnung bringen und seiner Tochter helfen.

Auch wer „Tod im Eichsfeld“ nicht gelesen hat, wird keine Probleme haben, die persönichen Hintergründe der Hauptfiguren zu verstehen. Und wer es, so wie ich, gelesen hat, wird neue Dinge über den Kommissar erfahren und wieder ein Stück mehr von seiner Familie werden.

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

krimi, erfurt, neid, dorf, hass

Tod im Eichsfeld

Astrid Seehaus
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Sutton, 09.07.2012
ISBN 9783866809925
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Thüringen heute und eine Geschichte, wie sie spannender kaum sein könnte: der Großbauer Georg Stahlmann wird mit seiner eigenen Mistgabel im Bauch in seiner Scheune tot aufgefunden.

Wer hatte eine Grund, inmitten einer stürmischen Nacht, seine Wut an dem Manne auszulassen?

Schon sehr schnell wird Kommissar Frank Rothe klar, dass nicht nur mehrere der unterdrückten Bauern aus dem kleinen Dorf einen triftigen Grund für den Tod des überaus tyrannischen Mannes hatten. Im Laufe der Ermittlungen gerät die Ehefrau genauso in Verdacht, wie die nette Nachbarin und die als Kind sexuell mißbrauchte Tochter.

Frank Rothe hat so seine liebe Not mit den Einheimischen. Niemand hat etwas gesehen oder will in irgendeiner Weise mit dem Mord in Verbindung gebracht werden. Und doch tauchen immer wieder neue Verdachtsmomente gegen die einzelnen Beteiligten auf.

Hat die ganze Sache am Ende doch etwas mit der wilden Flucht vor 20 Jahren in den Westen zu tun? Schließlich war Stahlmann der Anführer, dem damals das halbe Dorf folgte. Und die ehemaligen Stasi-Spitzel gibt es noch immer unter den Einheimischen.

Die Autorin hat es wunderbar verstanden, die einzigartige Landschaft und das Klima der Menschen in dem kleinen thüringischen Ort darzustellen, ohne daß es aufdringlich wirkt oder langweilt.

Kommissar Rothe kämpft nicht nur gegen Verbrecher und sein Verlangen nach der sexy Kollegin, sondern hat auch seine Kämpfe und Probleme mit seiner kranken, pubertären Tochter auszufechten.

Beide Geschichten – die um den Mord und die Persönliche von Rothe – finden sich zu einem wunderbaren Ganzen und enden beide zwar erwartet, aber trotzdem überraschend.

Ein echter Krimigenuß, den ich sehr für einen gemütlichen Abend bei einem schönen Glas Wein und einer warmen Sommernacht empfehlen kann. Sehr schnell taucht man die Geschehnisse ein und erhofft sich, mit dem Kommissar den Fall aufklären zu können.

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krimi

Tot ist nur, wer vergessen ist

C. J. Lyons
E-Buch Text: 400 Seiten
Erschienen bei e-book Egmont LYX, 13.12.2012
ISBN 9783802590405
Genre: Krimi und Thriller

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Tags: krimi   (1)
 

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

kochen, liebe, schottland, jugendbuch, mädchen

Kiss the Cook - Küss den Koch

Anja Thieme
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Langenscheidt, 07.03.2012
ISBN 9783468208942
Genre: Kinderbuch

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

leben, freundschaft, glück, kurzgeschichten, schicksale

Hotel China

Ulrike Giesselmann , Frank Rövekamp , Honk Kong Writers Circle , Frank Rövekamp
Buch: 255 Seiten
Erschienen bei EPIDU, 01.12.2010
ISBN 9783942584005
Genre: Sonstiges

Rezension:

Wan Chai, das Vergnügungsviertel von Hongkong.
Wo sich Besucher in Bars und Restaurants mit jeglicher Art von Speisen die Bäuche vollschlagen können um sich anschließend in Pubs, Clubs oder Tanztempeln zu vergnügen.

Inmitten dieser berüchtigten Gegend steht das Hotel China mit einem Türsteher, der die Gäste persönlich begrüßt, umherflitzenden Pagen, die beflissentlich Gepäckstücke transportieren und seiner einladenden Hotellobby, die jeden Gast willkommen heißt.

Viele verschiedene Angestellte gibt es in diesem Hotel, die sich stets darum bemühen, daß alles für die Gäste zur vollsten Zufriedenheit abläuft:

Das Zimmermädchen, das die Augen verschließt vor dem, was sie aus leeren Zimmern entfernt…
Der Koch, der selbst sehr anrüchig erscheint, jedoch vorzüglich mit zwei Messern gleichzeitig hantieren und zubereiten kann…
Sowie der Barkeeper, der stets ein offenes Ohr für seine Gäste in der Bar hat, auch wenn er nur einen katastrophalen Margarita hinbekommt.

Eine große Anzahl verschiedener Zimmer stehen jedem zahlungswilligen Gast zur Verfügung. Und jeder dieser Räume hat unzählige Geschichten zu erzählen.

Einige davon finden sich in diesem Buch.

Da wird betrogen, gemordet, verunsichert und geliebt. Fremde treffen sich in der Hotelbar und werden im Laufe einer Nacht zu Freunden.
Ein Mann, der versucht mit Brutalität an einer Prostituierten seine Sexlust zu stillen, wird zum Retter einer anderen Hure.
Da entstehen Beziehungen und zerbrechen Ehen.

Viele verschiedene Storys, wie sie nur das Leben schreiben kann.

Dieses Buch zu lesen hat sehr viel Spaß gemacht, da es durch die Kurzgeschichten und den unterschiedlichen Schreibstilen der Autoren nie langweilig wurde.

Außerdem wird Hongkong und ganz speziell Wan Chai sehr gut beschrieben und die Lust selbst Teil einer dieser Geschichten zu werden nahm beim Lesen ständig zu.

Wer es noch nicht wußte: in Hongkong bedeutet die Zahl “8888″ Glück – und wer nicht daran glaub, ist selber schuld!

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Öffentliche Geheimnisse

Manfred Kerler , Petra Sparrer
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Gatzanis, 01.04.2007
ISBN 9783932855139
Genre: Sachbücher

Rezension:

Wie rezensiert man ein Buch, in dem nur Kleinanzeigen abgedruckt sind? Schwer, sehr schwer.

Wer liest sie nicht mal flüchtig beim Sitznachbarn in der Bahn, in der liegengelassenen Zeitung in der Kantine – diverse Kleinanzeigen? Natürlich jeder ohne jeglichen Hintergedanken oder sogar der Hoffnung, selbst in einer dieser kleinen Aufrufe erwähnt zu werden. Zumindest geben dies die Wenigsten offen zu.

Täglich werden tausende dieser Annoncen abgedruckt mit dem Glauben, der Angesprochene wird diese lesen und reagiert entsprechend.

Manfred Kerler hat versucht, Kleinanzeigen in verschiedenen Kategorien zu präsentieren, sodaß sich manchmal richtige Kleine Geschichten und Gespräche ergeben.

Jedes Kapitel hat vom Autor eine kleine Einführung und einen passenden Spruch erhalten, wie z.B. der Absatz “Fabelwesen”

Wie Bären und Fische zusammenpassen,
oder über verliebte Engel, Esel und Murmeln.
Tierische Liebe in Kleinanzeigen
ist wie ein Besuch der anderen Art im Zoo.
Was Mausi wohl dazu meint?

Dort kann man staunen über den Einfallsreichtum der Menschen, wenn es um Kosenamen in der deutschen Sprache geht.

Warum Kleinanzeigen zur Kommunikation genutzt werden? Auch das Buch kann darauf keine Antwort geben. Doch jeder Leser wird beim stöbern so seine ganz eigenen Gedanken, Erfahrungen und Sehnsüchte erkennen.

Allerdings sollte der Leser keine spannende Lektüre erwarten, sondern eher ein Buch, das kurzweilige Müßigzeiten überbrücken kann. Kein Werk, das man hintereinander liest, ohne es aus der Hand legen zu wollen.

Mir erging es im Gegenteil so, daß mir die Anzeigen schnell zu viel wurden und ich immer wieder Pausen einlegte.

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801 Bibliotheken, 6 Leser, 9 Gruppen, 137 Rezensionen

fantasy, liebe, feen, vampire, werwölfe

Flames 'n' Roses

Kiersten White , Jessika Komina , Sandra Knuffinke
Fester Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Loewe, 06.06.2011
ISBN 9783785572382
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die 16jährige, platinblonde Evelyn – von allen Evie genannt – deren Lieblingszitat “Weiß ist langweilig, Rosa ist cool” lautet, lebt seit ihrer frühesten Kindheit bei der IBKP (die Internationale Behörde zur Kontrolle Paranormaler).

Dort hat sie die besondere Aufgabe, Paranormale aufzuspüren, gefangen zu nehmen und der Kontrolle der IBKP zuzuführen. Erfüllen kann sie ihren Job, da sie eine einzigartige Fähigkeit besitzt: sie sieht durch das Cover (Äußere) Paranormaler hindurch und erkennt, was darunter liegt.

Die paranormalen Wesen wie Werwölfe, Vampire, Feen und Zombies werden von der Behörde registriert und kontrolliert. Manche von ihnen arbeiten danach für die IBKP. Wie zum Beispiel die Werwölfe, da sie durch ihre Stärke super Wachleute abgeben. Außer zu Vollmond, da müssen sie leider eingeschlossen werden.

Evies beste Freundin ist Lish, eine Meerjungfrau, die in einem riesigen Aquarium in der Zentrale lebt und dort die Computerterminals bedient. Natürlich können sich diese beiden so verschiedenen Mädels nicht normal unterhalten, ein Computerprogramm übersetzt jedoch Lish’s Stimme für Evie. Doch wenn es um Klamotten, Jungs, Liebe und die Fernsehserie “Easton Heights” oder andere TV-Ereignisse geht, sind alle Unterschiede vergessen:

Offenbar ist so ein Meerjungfrauendasein stink langweilig. Vor ein paar Jahren haben wir mal zusammen “Arielle” geguckt und sie fand es zum Totlachen. Besonders wegen des Muschel-BHs hat sie sich gar nicht mehr eingekriegt – irgendwie logisch, wenn man bedenkt, daß Meerjungfrauen gar keine Säugetiere sind. Und Prinz Eric war, wie sie es ausdrückte, viel zu behaart und pfirsichfarben für ihren Geschmack. Ich hatte ihn eigentlich immer ganz süß gefunden, aber ich bin ja schließlich auch ein Säugetier.

Eines Tages wird die alltägliche Routine in der Zentrale erheblich gestört, als der jugendliche Gestaltwandler Lend eindringt und gleichzeitig eine Mordserie an Paranormalen außerhalb des Gebäudes beginnt. Obwohl Lend als gefährlich eingestuft und weggesperrt wird, sucht Evie seine Nähe und die Beiden kommen sich immer näher.

Wenn da nur nicht ihr Exfreund, der Fee Reth wäre, der es immer wieder schafft, sich an Evie heranzumachen und ihr aber augenscheinlich nichts Gutes will.

Noch so etwas Feentypisches: Sie sind extrem jähzornig. Ich hatte schon einmal miterlebt, wie er außer Kontrolle geraten war – und das hatte mich so schockiert, daß ich mich seither von ihm fernhielt.

Die Story ist rosarot geschrieben und lädt an vielen Stellen zum Schmunzeln ein. Evie’s Teenagerträume von einem ganz normalen Leben und ihrem ersten Date werden zu einem wichtigen Faden, den die Autorin bis zum Ende nicht verliert.

Es macht Spaß, dieses Buch zu lesen und mitzuerleben, wie Evie versucht, das Geheimnis um ihre Person und das der mordenden Bestie zu entschlüsseln, um den Paranormalen zu helfen. Nebenbei muß sie mit ihren Gefühlen zu einem Jungen klar kommen, der ständig seine Gestalt wechseln kann und über dessen Herkunft und Absichten sie nichts weiß.

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(12.203)

16.171 Bibliotheken, 59 Leser, 28 Gruppen, 324 Rezensionen

fantasy, harry potter, magie, hogwarts, zauberei

Harry Potter und der Stein der Weisen

Joanne K. Rowling , Klaus Fritz
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.07.1998
ISBN 9783551551672
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Harry Potter, als Baby bei einer Menschenfamilie bei Nacht und Nebel abgegeben um dort in Sicherheit und Geborgenheit aufwachsen zu können.

Leider sind seine einzigsten Familienangehörigen die dieser Junge noch hat selbstsüchtig, herrisch und alles andere als liebenswürdig. Sein Onkel Mr. Vernon Dursley ist Verkäufer für Bohrmaschinen, seine Tante Mrs. Petunia Dursley Hausfrau und Mutter eines fetten, vorlauten Bengels Namens Dudley. Mrs. Dursley hat eine Schwester, die einen Mann heiratete, mit dem die Familie überhaupt nicht einverstanden war. Außerdem gingen seltsame Dinge bei den Potters vor sich und dieser Familienzweig wird erfolgreich totgeschwiegen. Bis Harry - nach dem Tod seiner Eltern - vor der Tür liegt und die Dursleys als einzigste Verwandten ihn aufnehmen müssen.

Das sie ihn nicht bei sich haben wollen, bekommt der Junge an jedem Tag zu spüren: er muß unter der Treppe in einem Verschlag hausen, trägt nur die abgetragenen Klamotten seines Vetters usw.

Sein bisheriges - sehr einsames und trauriges Leben - ändert sich am Tag seines 11. Geburtstages.

Er bekommt Besuch von einem riesigen Mann, der ihm von Zauberern und Hexen berichtet und Harry Potter mitnimmt auf die Zaubererschule Hogwarts, an der Harry ab sofort lernen und leben wird. Außerdem erfährt er die Wahrheit über den Tod seiner Eltern und hört die Geschichte über einen dunklen Magier, der versuchte, die Welt an sich zu reißen und bei diesem Versuch scheiterte. Scheiterte, weil das Baby Harry Potter ihn irgendwie davon abhielt. Seit diesem Tag trägt Harry eine blitzförmige Narbe auf seiner Stirn.

In Hogwarts findet Harry sehr schnell Freunde: den lernfaulen Ron Weasley, die Schulbeste Hermine Granger und den schusseligen Neville Longbottom.

Mit diesen erlebt Harry in seinem ersten Schuljahr aufregende Abenteuer. Lernt Zaubersprüche, kämpft gegen Trolle, spielt Menschenschach und steht am Ende der Geschichte dem verhaßten Magier Voldemort gegenüber.

Ich fand es sehr schwer, eine Geschichte zu lesen, dessen Inhalt ich schon sehr gut kannte. Vor allem hatte ich immer die Figuren und die Gegenden aus dem Film vor meinem inneren Auge. Auch wenn es mir an Vorstellungskraft und Phantasie sicher nicht mangelt - irgendwie mogelten sich die Darsteller immer wieder vor.

Sollte man das Buch lesen, wenn man den Film bereits kennt?
Ja - auf jeden Fall. Dort erfährt man in vielen Einzelheiten Dinge, für die in dem Film kein Platz mehr vorhanden war. Oft saß ich schmunzelnd oder rätselnd über meiner Lektüre und habe es sehr genossen, dieses Buch in den Händen zu halten.

Dumbledore verrät zum Beispiel ziemlich am Anfang der Geschichte etwas sehr persönliches:

"Ja" sagte Dumbledore. "Diese Narbe wird ihm immer bleiben."
"Können Die nicht etwas dagegen tun, Dumbledore?"
"Selbst wenn ich es könnte, ich würde es nicht. Narben können recht nützlich sein. Ich selbst habe eine oberhalb des linken Knies, und die ist ein tadelloser Plan der Londoner U-Bahn."

Ich für meinen Teil war begeistert und freue mich bereits auf den nächsten Teil!

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Tags: fantasy, harry potter, harry potter, hogwarts   (4)
 

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(37)

121 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

fantasy, magie, liebe, richard, schwert der wahrheit

Das erste Gesetz der Magie

Terry Goodkind
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Weltbild, 07.11.2006
ISBN 9783898975278
Genre: Fantasy

Rezension:

Richard. Ein Mann - wütend, enttäuscht und neugierig durch den gewaltsamen Tod seines geliebten Vaters - auf dem Weg nach Antworten auf Fragen, die er selber noch nicht kennt. Er rettet eine vermeindlich hilflose - natürlich wunderschöne - junge Frau aus den mörderischen Händen dunkler Gestalten und bietet ihr sofort seine Hilfe an, die diese dankend annimmt.

Gemeinsam machen sie sich auf den Weg zu Richards ältestem Freund Zedd in der Hoffnung, daß dieser ihnen sagen kann, wo der größte Zauberer aller Zeiten sich auffällt. Denn nur mit seiner Hilfe sind die heimatlichen Länder vor der übermächtigen Gewalt des bösen Magiers zu retten.
Zufällig stellt es sich heraus, daß Zedd der gesuchte Mann ist. Allerdings hat auch er etwas ganz Besonderes für Richard: er läßt ihn eine schwere Prüfung absolvieren und ernennt ihn danach zum "Sucher". Nur "der Sucher" wird in der Lage sein, die Welt zu retten - auch wenn Richard diese Aufgabe zuerst nicht erfüllen möchte.

Auf ihrer gemeinsamen Wanderung erfährt Richard einige Dinge über die Grenze, die sein Land umgibt und was sich jenseits davon verbirgt. Um sein Volk sowie die schöne Kahlan zu retten und die bösen Mächte zu besiegen, muß er mit seinen Gefährten die Grenze passieren und ein Kästchen der Ordnung vor dem ersten Tag des Winters finden.

Die Grenze wird jedoch bewacht von Wesen der Unterwelt und bereits der Weg dorthin wird beschwerlicher als erwartet, da Darken Rahl einige finstere Gestalten sendet, die die kleine Gruppe an ihrem Vorhaben hindern soll.

Zu Beginn der Geschichte habe ich mir Richard eher als einen jungen, ziemlich unerfahrenen Mann vorgestellt. Doch im Laufe der Geschichte stellt sich heraus, daß er doch schon einige Lebensweisheit besitzt und diese für die vor ihm liegende Aufgabe auch dringend benötigt.

Die Story ist spannend und witzig. Gegenden sind toll beschrieben, so daß ich immer vor Augen hatte, wo Richard und seine Mannschaft sich gerade rumtrieben.

Darken Rahl ist in seiner Bösartigkeit kaum zu übertreffen. Er mordet und meuchelt, wie es ihm gefällt und selbst die Bewohner der Unterwelt sind vor ihm nicht sicher. Er beschließt, daß die schöne Kahlan in ihrer Aufgabe als Mutter Konfessor genau die Richtige ist, um sein Kind auszutragen - und danach zu sterben. Ob er dieses Ziel erreicht, wird in Band 1 noch nicht verraten.

Geheimnisse umgeben die Hauptfiguren, deren Offenbarungen sich teilweise bis zum Ende hinhalten.

Ich habe mich sehr schnell in die Story hineingelsen und danach nicht wieder aus der Hand gelegt. Viel zu neugierig war ich darauf, was es in dieser Welt noch an außergewöhnlichen Wesen geben wird, warum Kahlan "Mutter Konfessor" genannt wird, ob Zedd wieder der große Zauberer sein wird, der er einmal war und natürlich ob "der Sucher" Richard seine Mission erfüllen kann.

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Tags: fantasy, fantasy, kahlan, richard, zeed   (5)
 

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

wien, geheimbund, geheimnis, visionen, begleiten

Der Beethoven-Fluch

M. J. Rose , Martin Hillebrand
Flexibler Einband
Erschienen bei Cora, 01.01.2011
ISBN 9783899418026
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vorab: diese Rezension fiel mir unwahrscheinlich schwer, denn die Story ist wild, turbulent und total durcheinander.

Eigentlich geht es um Meer Logan, eine junge New Yorkerin, die durch die Konfrontaion mit einer alten Schatulle in einen wilden Wirbel verschiedenster Ereignisse wie Verbrechen, Wiedergeburten und Verrat gezogen wird. Die Konfrontation herbeigeführt hat ihr eigener Vater und ein etwas schrulliger Professor, die Meer beweisen wollen, daß es Wiedergeburt wirklich gibt und Meer zu den wenigen gehört, die diese auch erleben. Sie sträubt sich mit Allem gegen diese Ansicht. Meer erlebt nach vielen Hin und Her dann doch Erinnerungen und schafft es so, eine Flöte zu erhalten, die ehemals in Beethovens Besitz war. Leider wollen andere dunkle Gestalten ebenfalls dieses geheimnisvolle Stück in ihren Besitz bringen.

Irgendwie schafft die Autorin es, in ihrem Buch jedes Klischee zu nutzen, das man in der Literatur findet:

Rache einer Vereinigung an einem Journalisten, weil er über Ausschreitungen im Gazastreifen berichtete.
Ein bis zwei Morde, die aber nicht erläutert, geschweige denn detailiert aufgeklärt werden.
Geheimagenten, wohin man schaut.
Väter, die nur das Beste für ihre Kinder wollen und dabei die Augen ganz fest verschließen gegenüber ihrer Umwelt.
Ein Unternehmen, dessen Eigentümer seine Angestellten trietzt und bis zum Äußersten treibt damit der größte Auftrag seines Lebens hereinflattert.
Eine Liebesgeschichte – also, so eine ganz zarte.
Und dann natürlich noch die Hauptstory: eine junge Frau, die Erinnerungen an ein früheres Leben hat und diese nutzen soll, um eine Flöte zu finden.

Das “Problem” in “Der Beethoven Fluch” liegt in meinen Augen darin, daß jede Idee für sich alleine schon Buch füllend ist. Dadurch hat die Autorin jede Thematik nur angeschnitten.

Ich stelle mir das Folgenermaßen vor: Sie hat viele kleine Zettel beschriftet mit Stichpunkten, über was sie schon immer mal schreiben wollte. Diese hat sie dann nacheinander gezogen und häppchenweise aufgeschrieben. Daher dieses furchtbare Durcheinander in der Story. Für meinen Geschmack war es jedenfalls ein zu großes HickHack.

Die Grundidee der Wiedergeburt hat mich schon fasziniert – zu Anfang.
Doch im Laufe der Geschichte wird aus einer interessanten Erinnerung eine Spirale aus Vorvorerinnerungen, die nur noch unglaubwürdig sind.
Und auch das eingebaute “ShowDown”, als “der Böse” die errungene Flöte spielt und alle, die ihre Melodie hören, in Strudel ihrer früheren Leben gerissen werden, überzeugte mich nicht. Zu übertrieben und nicht nachvollziehbar fand ich die Situation.

Nichts gegen Thriller, Krimis, Kriegserlebnisse, Wirtschaftsstorys oder Mytisches – aber bitte nie wieder nur in einem Buch!

Alles in Allem habe ich mich durch das Buch gequält.
Es war das erste Buch, bei dem ich mich auf das Ende gefreut habe und ganz schnell zu einem anderen griff.

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

wb, volltreffer, 2012

Die Moldau im Schrank

Nina Maria Marewski
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Bilger, R, 04.03.2011
ISBN 9783037620151
Genre: Romane

Rezension:

Über den Autor:
Nina Maria Marewski wurde 1966 in Frankfurt am Main geboren. Mit 16 Jahren hat sie, nach der Geburt des ersten ihrer beiden Kinder, die Schule abgebrochen und anfänglich mit Gelegenheitsjobs ihr Leben bestritten. Es folgten zwei Jahrzehnte in einer Unternehmensberatung und eine Vertriebsgründung. Heute lebt und schreibt Nina Maria Marewski in der Nähe von Zürich.

Rezension:
Das Buch beginnt mit dem traurigen Schicksal des kleinen Mitja, der erlebt, wie seine Mutter stirbt und dadurch ein einprägsames – und für seinen Lebensweg entscheidendes – Erlebnis erfährt.

Eben noch wirkte sie wie eine Greisin und im nächsten Moment wie ein junges Mädchen… Übrig blieb das Gesicht einer schönen Frau, seiner Mutter, und der spürte, dass sie ein Engel war.

Bis dato noch unerfahren vom Leben, wird er in einem Waisenhaus untergebracht, das seiner geschädigten Kinderseele statt zu helfen, noch weitere nie verheilende Wunden zufügt.

So wächst ein Mann heran, der fromm und unscheinbar an die Keuschheit glaubt und versucht, diese in seinem Leben zu finden. Charismatisch, wirkt er auf das andere Geschlecht aber eher sehr anziehend und gerät so immer wieder in Versuchung, die Sünde aus der Welt zu vertreiben und den armen Frauen dazu zu verhelfen, Engel zu werden.

Parallel taucht der Leser in die Welt und das Leben von Helena ein, die mit ihren Kindern und ihrem Mann Christian ein glückliches Familienleben führt.

Helena gerät durch einen Zufall in eine andere Welt, die ihre hätte sein können. Völlig verunsichert und überfordert mit der Situation, erhält sie zunächst nur winzige Hinweise auf das, was mit ihr passiert.

Verzeihung, sprechen Sie mit mir?”, fragte ich verwundert. Sein Blick war weiterhin auf die Kinder gerichtet, während er ruhig weiterfuhr: “Wir erfahren so viel, wie unser Verstand zu verarbeiten vermag; uns werden nur Aufgaben erteilt, die wir bewältigen können. Dir kann nichts passieren, Helena!”

Verschiedene Menschen helfen ihr dabei, sich dort zurechtzufinden und zu begreifen, daß sie nur durch absolute Selbstaufgabe in der Lage ist, etwas in dieser anderen Welt zu verändern.

Die Geschichte um Mitja und Helena, die sich ineinander verlieben und die Gefahr die dadurch Helena bedroht ist sehr anschaulich und realistisch erzählt.

Wenn auch das Ende der Geschichte nicht überrascht, denn auch für mich gab es keine andere Lösung, so hat mich der Roman doch sehr gefesselt und ich hoffte, litt und freute mich mit den Figuren.

Die Autorin schafft es sehr gut, die Personen einfach und klar darzustellen und jede für sich ist in ihrer Einzigartigkeit gut getroffen. Ob Psychopath, Ehefrau, Grenzgänger oder Künstlerin – jedem Charakter wünscht man nur das Beste und kann seine Beweggründe zu den unterschiedlichsten Handlungsweisen nachempfinden.

Wer Mystik, das Unerklärliche, Kriminalität und die Liebe mag, sollte dieses Buch auf jeden Fall lesen und wird sicher einige gute Stunden damit verbringen.

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(519)

1.006 Bibliotheken, 8 Leser, 14 Gruppen, 171 Rezensionen

dystopie, neva, liebe, rebellion, zukunft

Neva

Sara Grant , Kerstin Winter
Fester Einband: 348 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 10.03.2011
ISBN 9783426283486
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das Buch ist ein echter Hingucker!
Grau melliert mit aufgesetzten Buchstaben macht einen fast metallischen Eindruck. Eine schwarze Schneeflocke ist über dem Namen der Autorin zu sehen und im linken Bereich ziert ein Mädchengesicht das Cover, welches von seinen braunen Haaren verdeckt wird. Der Roman liegt gut in der Hand und ist mit 350 Seiten kein überschweres Exemplar seiner Art.

Zu Beginn fand ich die Geschichte um Neva, ihrer besten Freundin Sanna und deren Freund Braydon ziemlich eintönig. Zwar flüssig und klar geschrieben, fehlte mir jedoch etwas Pepp. Je weiter die Story fortschreitet, um so mehr überschlagen sich allerdings die Ereignisse und man hat den Eindruck, die Erzählerin hätte genauso weinig Zeit, wie die Romanfigur.

Neva wächst behütet in einer systemtreuen Familie auf und beginnt mit 16 ihr Leben und ihr Dasein in der Gesellschaft zu überdenken.

Heimatland - der Ort an dem sie lebt - ist umgeben von einer Protektosphäre, die nach dem "großen Terror" errichtet wurde und die Menschen schützen soll. Die Familien sind angehalten, viele Nachkommen zu zeugen. Doch Inzucht ist in den fast identisch aussehenden Gesichtern der Kinder zu sehen. Obwohl die Regierung mit drastischen Mitteln versucht, das zu verhindern, erkennen einige wenige die Wahrheit. Zu diesen gehören auch Neva und ihr Freunde. Mit noch fast kindlichem Erstaunen, daß nicht alles so wunderschön und in Ordnung ist, wie die Regierung es darstellt, versuchen sie zaghaft, sich dagegen aufzulehnen. Abgründe tun sich auf, womit die Jugendlichen nicht gerechnet haben.

Die Regierung ist immer und überall gegenwärtig. Kein Schritt, keine Aktion bleibt unbemerkt und stößt auf Gegenwehr des Systems.

Sie sind gefangen und sollen eine Lebenslüge leben wie Generationen vor ihnen. Doch sie beschließen, sich dagegen aufzulehnen und gegen alles, was ihr Leben bisher ausmachte, zu kämpfen. Dieser Kampf wird umso schwerer, da ihre Freundschaft durch Liebe und Verrat auf eine harte Probe gestellt wird.

Die Geschichte um Neva wird im Laufe des Romans immer erschreckender, da sie an unsere heutige Zeit erinnert und die Möglichkeiten aufzeigt, die Regierungen haben können. Unterdrückung, die absolute Kontrolle über die Menschen - all das, wovor sich jeder fürchtet. Fürchtet vor allem, wenn es - wie in dem Buch - so geschieht, daß die Bevölkerung es selbst gar nicht wahrnimmt. Sich der Entscheidungen von "oben" beugt und alles brav erträgt - bis zur vollkommenn Aufgabe des persönlichen Ichs. Zum Glück ist der Mensch aber eben Mensch und läßt sich nicht so ohne weiteres einsperren. Immer wieder gibt es jemanden, der versucht auszubrechen. Und es werden mehr und mehr.

Auch Neva rebelliert. Verliert dadurch alles, was ihr wichtig ist und muß sich zum Ende der Story entscheiden.

Dieses Ende überrascht nicht wirklich und trotzdem verspürte ich den Wunsch, weiter zu lesen um zu erfahren, ob auch nach dem Schlußsatz die Geschichte so weiter geht, wie ich es mir ausmalen würde.

Viele Frage bleiben ungeklärt, die sich der Leser aber durchaus selbst beantworten kann.

"Neva" ist sicher kein Buch, daß ich mehrmals lesen werde. Aber es ist durchaus empfehlenswert und der Schreiberin ist diese Zukunftsvision durchaus gelungen. Auf jeden Fall regt sie zum Nachdenken über das eigene Leben und die Gesellschaft, in der wir uns bewegen, an. Und das ist nie verkehrt!

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Tags: heimatland, neva   (2)
 

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(108)

201 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 9 Rezensionen

irland, liebe, rhett, südstaaten, amerika

Scarlett

Alexandra Ripley ,
Fester Einband
Erschienen bei Hoffmann und Campe
ISBN 9783455063264
Genre: Romane

Rezension:  
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(35)

78 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 6 Rezensionen

rhett butler, liebe, scarlett, südstaaten, amerika

Rhett

Donald McCaig , Kathrin Razum
Flexibler Einband: 638 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 06.10.2008
ISBN 9783453405899
Genre: Romane

Rezension:

Als ältester Sohn des Reisplantagenbesitzers Langston Butler erfährt Rhett Butler sehr früh, was von ihm erwartet wird: ein kaltes und hartherziges Herz gegenüber den schwarzen Sklaven und in jeder Hinsicht ein ehrenwertes Südstaatenleben. Doch der junge Rhett verliert sich lieber in der Schönheit der Natur, die ihn umgibt, interessiert sich für die Gehemnisse des Lebens und erkennt, daß auch die Neger Menschen sind. Diese Erkenntnisse werden ihm zum Verhängnis und er wird von seinem engstirnigen Vater verstoßen.

Seiner Ehre und seiner Familienzugehörigkeit beraubt, schlägt er sich – teils unehrenhaft – durch das Leben. Er spekuliert, riskiert Kopf und Kragen, wird jedoch so zu einem reichen Mann.

Eines Tages lernt er die unbezähmbare Südstaatenschönheit Scarlett O´Hara kennen und lieben. Doch ihre Beziehung steht unter keinem guten Stern, da Scarlett ihren eigenen Kopf durchsetzen will und der Krieg sie immer wieder neue Wege beschreiten läßt.

Doch Rhett macht Scarlett zu seiner Mrs. Butler und sie erleben eine wundervolle Zeit miteinander, aus der ihre Tochter Bonnie geboren wird.

Das Schicksal wendet sich, als Bonnie tödlich verunglückt und Scarlett zu spät ihre Liebe zu ihrem Mann erkennt.

Als großer “Vom Winde verweht”-Fan war ich sehr gespannt auf das Buch. Natürlich habe ich in Gedanken die Geschichte immer wieder mit dem berühmten Werk und dessen Fortsetzung “Scarlett” verglichen. Und ich muß sagen: Donald McCraig hat es geschafft, dieses schwierige Erbe würdevoll anzutreten!

Der Leser erfährt eine Menge Dinge über Rhett, die helfen, sich in diesen eigensinnigen Mann und seine Denkweisen hineinzuversetzen. Viele seiner Handlungsweisen sind nun klarer verständlich und nachvollziehbar.

Natürlich tauchen immer wieder Passagen aus “Vom Winde verweht” auf – es ist ja auch die gleiche Geschichte. Und doch – das Buch wird nicht langweilig, da die Mischung aus alt und neu sehr gut getroffen wurde.

Die Geschichte des fürchterlichen Bürgerkrieges wird meiner Meinung nach in diesem Buch besser rüber gebracht, als im Ursprungswerk. Bedingt sicher dadurch, daß Rhett selber gedient hat und viele der männlichen Nebenfiguren den größten Teil ihres Lebens während der Kriegszeit erlebt haben.

Und ja: zum Ende des Buches habe ich geweint! Und ich hätte ewig weiterlesen können! Aber nein – nach 631 Seiten stand da wirklich: ENDE

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Tags: rhett, rhett butler, scarlett, scarlett o´hara, sklaven, tara   (6)
 

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(183)

283 Bibliotheken, 2 Leser, 4 Gruppen, 51 Rezensionen

tagebuch, schule, comic, greg, jugendbuch

Gregs Tagebuch 1 - Von Idioten umzingelt!

Jeff Kinney ,
Fester Einband: 218 Seiten
Erschienen bei Baumhaus Verlag, 18.08.2008
ISBN 9783833936326
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
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(2)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

katzen, heiter, frauen, short stories, kurzgeschichten

Katze liebt Frau liebt Katze

Ruth Rybarski , Ruth Rybarski
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Residenz, 01.02.2011
ISBN 9783701715701
Genre: Romane

Rezension:

Katze liebt Frau liebt Katze
Gebundene Ausgabe: 240 Seiten
Verlag: Residenz; Auflage: 1 (Februar 2011)

Klappentext
Von schnurrenden Humoristen, samtpfotigen Schmeichlern, pelzigen Tröstern und anderen einzigartigen Katzen. Noch nie veröffentlichte literarische Liebeserklärungen zum Kuscheln, Lachen und Wiedererkennen.

Ein Muss für alle Katzenfreundinnen und -freunde und all jene, die es noch werden wollen.

Rezension
Eine schmunzelnde, unschuldig blickende Katze (bei diesem Blick kann es nur eine Katze sein) ziert den Einband dieses Buches.

Darin hat Ruth Rybarski Werke von 24 Autorinnen zusammengetragen, die mal kurz mal lang, mal amüsant mal traurig, mal alles verzeihend mal wütend über das Leben von und mit Katzen berichten. Da geht es um die Vorherrschaft und die Abhängigkeit dieser vom Menschen so sehr geliebten Art.

Ob junge, alte, dünne, dicke, folgsame oder dickköpfige Samtpfoten – in diesem Buch wird keine vergessen und jede ist so einzigartig wie die Frauen, die über ihre Erfahrungen mit ihnen berichten.

Ich als bekennende Katzenfreundin erkannte oft die zu mir vor Jahren gehörenden Kater wieder. Ihre Anhänglichkeit, Faulheit, Dickköpfigkeit, Spielsucht, Hinterlistigkeit, aber auch bedingungslose Hingabe für die – von ihnen auserwählten – Dosenöffner. Ihr Talent, sich dort zur Ruhe zu begeben, wo sie der Mensch eigentlich gar nicht und niemals haben wollte: im Bett eben dessen.

Da werden die Krallen gewetzt, wenn das Futter nicht schnell genug – oder noch schlimmer – nicht die gewünschte Speise zur Stelle ist, wenn Katze es danach gelüstet.

Die Wohnungseinrichtung, beginnend bei den Tapeten, wird bei Nichtgefallen so lange mit den Tatzen bearbeitet, bis die menschlichen Mitbewohner endlich erkennen, daß sie ihnen ja noch nie so richtig gefallen hat.

Aber auch von der Trauer, wenn der geliebte Vierbeiner das Zeitliche segnet, wird in dem Buch berichtet und davon, wie sehr einem so ein Viehcherle doch fehlen kann.

Ich habe das Lesen der Geschichten sehr genossen und kann diese Zusammenfassung poetischer Kleinode nur empfehlen!

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Tags: frauen, heiter, katzen, katzengeschichten, katzenliebhaber, streicheleinheiten   (6)
 

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57 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 10 Rezensionen

junge erwachsene, nicht weit vom stamm, oliver uschmann, script5, freundschaft

Nicht weit vom Stamm

Oliver Uschmann
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei script5, 01.02.2011
ISBN 9783839001202
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Bücher, die mich interessieren, lese ich immer erst einmal an und entscheide meist nach wenigen Sätzen, ob ich diese eine Buch kaufe oder nicht.

“Nicht weit vom Stamm” hätte bei mir keine Chance gehabt.

Das erste Kapitel beansprucht anderthalb Seiten und ich fand es schlichtweg langweilig.
Kurze Sätze die beschreiben, wie der 14jährige Sven einen Innovationspreis erhält. Ein Junge, der Ideen im Kopf hat und diese auf dem Papier in die Zukunftsvision einer australischen Badelandschaft umsetzt. Sven, der strebsam und brav in der Schule und der ganze Stolz der Familie ist.

Dann der große Sprung im Buch.
Der Junge von damals als 19jähriger Mann, der seinen Weg verloren hat. Für den die Welt nur noch aus einem unaufgeräumten Zimmer, Internet und Saufkumpanen besteht.

Alkohol ist und bleibt die beste Erfindung der Welt. Er weicht die Grenzen auf, die man sich immer noch selbst setzt, obwohl sie unnötig sind. Grenzen, was man tun darf und was nicht. Grenzen, die die erfunden haben, die uns jeden Tag ficken, wie Boris es ausdrücken würde. Nichts weicht diese Grenzen besser auf als Bier, Whisky und Wut.

Was war passiert?
Diese Frage drängt sich einem auf, wenn Sven in der Ich-Form erzählt, wie erhebend es ist, andere Menschen zu erniedriegen, zu kiffen, sich zu prügeln und sich einfach an keine Regeln zu halten.

Der brave Schüler mit all seinen Träumen und der Möglichkeit etwas Großes zu werden gehören der Vergangenheit an. Er verachtet seinen Vater dafür, wie er lebt und arbeitet. Versteht nicht, warum die Mutter dieses Leben mit ihm teilt. Einzig seine jüngere Schwester schafft es ab und an, zu ihm durchzudringen.

Lina ist der einzige Mensch auf der ganzen Welt, der noch nie über mich den Kopf geschüttelt hat, und das, obwohl sie am meisten Grund dazu hätte. Sie hätte Grund, mich niemals im Leben mehr anzusehen. Sie hätte Grund, mir jeden Tag Vorwürfe zu machen. Macht sie aber nicht.

Zugedröhnt und auf der Suche nach Spaß bricht er mit seinen “Freunden” in ein Haus ein, verwüstet dieses und wird promt von der Polizei geschnappt. Für ihn bedeutet das: ab in den Bau. Dort ist er, wo er seiner eigenen Meinung nach hingehört: ganz unten. Und dort würde er am Liebsten nie wieder heraus:

Nur Stille und ein leises, von irgendwoher staunendes Brummen. Dunkelgrau und hellgau. Eine verschlossene Tür.
Ich gehöre hierher.
Ich habe nichts anderes verdient.
Ich meine, was für ein würdeloses Stück Scheiße bin ich schließlich?

Durch den Einbruch hat Sven keine Möglichkeit, Abschied von seiner geliebten Schwester zu nehmen, die für ein Jahr nach Australien geht.

Kurze Zeit danach geschieht etwas, das Sven dazu zwingt wieder sein Gehirn zu benutzen und seine Fähigkeiten einzusetzen.

Er findet auf einem schmerzvoll den Weg zu alten Werten und Freunden. Wird erniedrigt und enttäuscht. Erlebt aber auch, wie wunderbar arbeiten sein kann.

Dieses Buch beschreibt, wie steinig die Wege des Lebens sein können. Wie sehr man sich in Menschen täuschen kann und das es wichtig ist, seinen Kopf nicht immer durchzusetzen. Egal, wie alt man ist. Es hält einem vor Augen, daß Reden eine entscheidene Eigenschaft des Menschen ist, die er viel öfter einsetzen sollte.

Nach meiner anfänglichen Abneigung der Schreibweise gegenüber, hatte ich mich sehr schnell an den Stil von Oliver Uschmann gewöhnt. Sie paßt halt zu der Romanfigur Sven. Unverblümt und klar.

Zum Ende des Romans konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Viel zu wichtig war es mir zu erfahren, wie wohl das Ende der Geschichte sein würde.
Das macht für mich ein wirklich gutes Buch aus. So, wie “Nicht weit vom Stamm” von Oliver Uschmann.

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24 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

russland, revolution, krieg, schiwago, arzt

Doktor Schiwago

Boris Pasternak
Fester Einband: 638 Seiten
Erschienen bei Fischer (S.), Frankfurt, 01.06.1988
ISBN 9783100605054
Genre: Romane

Rezension:

Dieser große Roman bereitete mir einige Schwierigkeiten und oft war ich versucht, ihn wieder in das Regal zu stellen, wo er so lange ungelesen vor sich hin alterte. Schwierigkeiten vor Allem, weil Pasternak seine Figuren mal mit Vor-, ab und an mit Zu- und manchmal mit Spitznamen auftreten läßt. Die langen russischen Namen sorgten zuweilen für einiges Kopfzerbrechen, wer denn nun eigentlich gemeint sei.

Auch die Ausdrucksweise war schwer zu ertragen. Manche Absätze beinhalten lange Selbstgespräche über Gott und die Welt, die auf den Leser eine Langeweile übertragen, die ans Einschlafen grenzt.
Doch dann besann ich mich darauf, daß diese Menschen zu Anfang der 20. Jahrhunderts lebten. In einer Zeit, in der anders miteinander umgegangen wurde und die Sprache eine Andere war.
Und ich las weiter. 608 Seiten (ohne die Gedichte Schiwagos) umfaßt dieses Werk. Seiten voll Poesie, Liebe, Kampf, Trauer und Krieg.

Von der Geschichte um Jurij Andreitsch, besser bekannt als Schiwago, der auch Jura oder Jurotschka genannt wurde, dessen Frau Antonia Alexandrowna, genannt Tonja und Schiwagos großer Liebe Lara, mit bürgerlichem Namen Larissa Fjodrowna wissen die meisten Menschen durch die gleichnamige Verfilmung aus dem Jahr 1965.
Der Film stellt jedoch hauptsächlich Schiwagos Beziehungen zu den beiden so unterschiedlichen Frauen Tonja und Lara dar. Das Kriegsgeschehen um die Revolotion tritt dort leider in den Hintergrund. Schiwago wird im Film für meinen Geschmack zu sehr verherrlicht. Trotz Treuebruch ist Schiwago strahlender Held und sein Tod wird tragisch in Szene gesetzt.

Das Buch fand ich viel faszinierender.
Durch die eigenartige Figur Schiwagos werden schonungslos alle Fazetten der damaligen Zeit aufgeführt.
Ursprünglich der höheren Klasse zugehörig, verliert er in Zeiten von Bürgeraufstand und Revolotion alles und muß lernen, selbst auf das Notwendigste zu verzichten.

Da er sich nie einer politischen Seite als zugehörig ansieht und diese Meinung auch öffentlich vertritt, kommt er zwar immer wieder in große Schwierigkeiten, besitzt aber auch nicht den Drang, sich für den Sieg einer Seite einzusetzen.

Er erlebt eine wundervolle Zeit mit seiner Frau Tonja, die zu Beginn der Bürgeraufstände mit ihm und ihrem Vater Alexander Gromenko aus Moskau in die verlassene Wildnis von Warykino flieht. In dieser beschriebenen Zeit ist mir die Figur der Tonja besonders ans Herz gewachsen. Ich fühle Respekt und Hochachtung vor dem, wie sie sich änderte um ihre Familie zu retten und wie sie es an der Seite von vielen Anderen ertrug, in den allerschlimmsten Verhältnissen zu überleben.

Pasternak beschreibt immer wieder in einer sehr trockenen – und dadurch umso erschreckenderen – Art, wie Menschen sich wie Tiere benahmen. Benehmen mußten um zu überleben. Wie grausam Krieg ist und wie sehr die Not das Wesen und die Eigenschaften von Menschen beeinflußt und verändert.

Im Roman ist auch besser verständlich, wie es zu der Liebe zwischen Schiwago und Lara kommen konnte. Und so sehr mir seine Frau Tonja leid tat, daß der von ihr so sehr geliebte Mann sich einer anderen Frau zuwendet, auch in mir wuchs die Hoffnung auf ein glückliches Ende für die Beiden.

Auch wenn Schiwago zum Schluß dem Tod gegenübertritt: glücklich war er mit seiner Lara. Schließlich hatten sie gemeinsam erfahren müssen, wie wichtig es ist, jeden Augenblick des Zusammenseins voll auszukosten und das Beste daraus zu machen.

Wen die Thematik interessiert, würde ich auf jeden Fall das Buch empfehlen. Auch, wenn man damit mehr Zeit, als mit dem 197 Minuten langen Filmepos verbringen muß.

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Tags: 1900-1930, düster, krieg, revolotion, russland, schiwago, schiwago   (7)
 
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