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40 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

mord, schweden, selbstjustiz-notwehr, ermittlung, ermittlungen

Dominotod

Jonas Moström , Nora Pröfrock , Dagmar Mißfeldt
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 01.12.2017
ISBN 9783548288925
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

          Morde im hohen Norden…Psychiaterin Nathalie Svensson, 45 Jahre, eine Ermittlerin mit Ecken und Kanten, psychiatrische Oberärztin an der Uniklinik Uppsala, Schwedens führende Expertin für Psychopathen und neuerdings auch Mitglied der Einheit für operative Fallanalyse (OFA) des Zentralkriminalamts, mit der sie die örtliche Kriminalpolizei im ganzen Land bei der Aufklärung schwerer Gewaltverbrechen unterstützt und Spezialistin für die härtesten Fälle, wird nach Sundsvall, eine Stadt mit 50 780 Einwohner, gerufen. Für sie ist es im "Chicago von Nordschweden" der zweite Einsatz mit der OFA-Einheit. Als führende Expertin für Psychopathen hatte sie um Weihnachten herum bei der Überführung eines Serienvergewaltigers in Malmö geholfen. Nun waren in Sundsvall zwei Ärzte aus dem Krankenhaus verschwunden. Kurz darauf wird die Leiche von Thomas Hoffman, einem der beiden Vermissten, gefunden. In seinem Hals steckt ein Dominostein, und auf dem Rücken finden sich merkwürdige Male. Offenbar wurde er mehrere Tage gefangengehalten und gequält. Die einzigen Spuren von seinem entführten Kollegen Oberarzt Erik Jensen: sein Namensshild und ein Dominostein. Er scheint in die Hände desselben Mörders geraten zu sein. Kommissar Johan Axberg, Eriks bester Freund, setzt alles daran, ihn mit Natalies Hilfe noch rechtzeitig zu finden. Nathalie hat ebenfalls ein persönliches Interesse an dem Fall, denn ihre jüngere Schwester Estelle Ekman kannte Erik Jensen gut, und sie ist auch die letzte Person, die das Entführungsopfer lebend gesehen hat, sie war seine Geliebte. Könnte sie etwas mit dem Verbrechen zu tun haben?  Gibt es einen Zusammenhang zwischen den beiden Fällen? Ist Estelle in den Fall verwickelt? Ingemar Granstam, 61 Jahre und Leiter der OFA-Einheit hatte die Verdachtsmomente gegen Estelle zwar heruntergespielt, Nathalie wusste aber, dass er sie nur beruhigen wollte. Was für ein langer, mitreißender Garant ist das denn. DOMINOTOD ist ein vielschichtiger und fesselnder Thriller, der seine Leser in Atem hält, er ist gut geschrieben und handelt von einem außergewöhnlichen Fall. Der flüssige, ausgesprochen bildhafte Schreibstil, die atmosphärische Dichte ziehen sich durch alle Kapitel. Ein toller Krimi, mit nordischem Flair, der absolutes Suchtpotential hat. Es geht auch fast ohne Blut … und ist trotzdem wahnsinnig spannend, einiges an Lokalkolorit, sympathische Charaktere, abenteuerlich, dramatisch. Das Buch wurde auf keiner Seite langweilig, typisch Skandinavisch. Absolut lesenswert. Für alle Fans von Viveca Sten - die Thomas Andreasson Krimis. Klare 5 Sterne!
       

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66 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 49 Rezensionen

helikoptereltern, anekdotensammlung, ullstein verlag, spiegel online, gesellschaftskritik

Verschieben Sie die Deutscharbeit - mein Sohn hat Geburtstag!

Lena Greiner , Carola Padtberg
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.10.2017
ISBN 9783548377490
Genre: Humor

Rezension:

          Helikopter sind die anderen. Lena Greiner und Carola Padtberg sammeln Anekdoten zu überbesorgten Eltern. Manche Kinder werden in Watte gepackt. Von der Wiege bis in den Hörsaal der Universität werden die Söhne und Töchter rund um die Uhr versorgt, mit komischen Folgen, die man nun in einem Buch nachlesen kann. Eltern können anstrengend sein. Wer in Kindergarten, Schule oder Sportverein tätig ist, weiß das. Das richtige essen (nur Bio), die passenden Noten (mindestens gut), die beste Förderung (für das eigene Kind), all das fordern besorgte Mütter und Väter ein. Das Beste, Schönste, Größte, drunter gehts nicht für die Sprösslinge, die nur deshalb so anstrengend seien, weil sie so genial sind. Helikopter-Eltern werden diese Erwachsenen auch genannt, die mit großem Getöse um ihre Lieblinge schwirren. Mit dem Wirbel, den sie dabei veranstalten, sind sie ein unerschöpfliches Thema für Anekdoten. Etwa die von dem Siebtklässler, der mit zwei Mädchen ins Kino gehen wollte. Allerdings hatte er nicht mit seinen Eltern gerechnet, die eine Bedingung stellten: Die Mutter würde ihnen inkognito folgen. Was für ein entspannter Ausflug, zumal für einen Teenager! Als die Deckung aufzufliegen drohte, stellte sich die Frau als eine Nachbarin vor. Auch nicht schlecht: Eltern, die einen 50 Jahre alten Apfelbaum im Garten fällen, weil ihrem Kind kein Apfel auf den Kopf fallen soll. Und dass bei schlechten Noten so manche Familien den Lehrern gleich mit dem Anwalt drohen, ist ohnehin nichts Neues mehr, wenn sie sich nicht direkt an die Schulaufsicht oder das Ministerium wenden. Ärgerlich auch die Eltern, die ihre Lieblinge in dicken Autos bis vor die Schultür karren. Rücksichtslos versperren sie Gehwege und bringen andere Kinder, die zu Fuß kommen in große Gefahr. Auch seit Jahren bitten die Lehrer auf Elternabenden in der Schule, dass die Eltern die Referate nicht für die kleinen Kinder schreiben sollen sagen die beiden Autorinnen die die Auswüchse des Helikopterns in dem vergnüglichen Buch "Verschieben Sie die Deutscharbeit - mein Sohn hat Geburtstag!" zusammengetragen haben. Sie wissen auch von Eltern zu berichten, die sich noch in die Berufsausbildung der Kinder einmischen oder sie bis an die Universität verfolgen und dort wissen wollen, wann der erste Elternabend stattfindet. Auswüchse die nicht gut sein können. Jeder muss mal scheitern, braucht mal ein aufgeschürftes Knie. Aber immer mehr Eltern reagieren auf Misserfolge ihres Kindes mit narzistischer Kränkung. Durch diese Überidentifizierung der Eltern mit ihren Kindern wird letztendlich eine unmündige Generation erzogen. Aber, wie es nun mal ist Eltern wollen für ihr Kind das Beste und das ist auch legitim. Viel wichtiger ist die Frage: "Warum muss eine Mutter wie ein Helikopter um das Kind kreisen?" Sie macht das Schulsystem verantwortlich, das die Mitarbeit der Eltern geradezu einfordere und in dem sich viele Familien alleingelassen fühlen. Auch Padtberg und Greiner räumen im Schlusswort ihres Buches ein, dass die meisten Eltern in Ordnung sind und cool bleiben, auch auf die Gefahr hin, als Rabeneltern zu gelten, etwa wenn ihr Kind fällt und sie nicht Globuli oder passende Hausmittel parat haben. Man kann sich freuen, dass Eltern generell fürsorglicher geworden sind und soll die Beziehung nicht discreditieren, die in vielen Familien sehr gut ist. Auch gibt es überhaupt keine Hinweise, dass die heutigen Kinder und Jugendlichen lebensunfähiger oder gar psychisch unpraktischer geworden sind. Doch - Hand aufs Herz - wer hat sich nicht schon mal selbst dabei ertappt, wie er mit der Fürsorge übertreibt, oder übertrieben hat? Irgendwie hat jeder schon mal so was erlebt, hält sich aber selbst nicht für betroffen, denn "Helikopter, sind immer nur die anderen." Spleenig, grotesk – und leider wahr. Eine amüsante Realsatire darüber, wie Kinder bis ins Erwachsenenalter von ihren Eltern überwacht werden. Dieses Buch ist kein Erziehungsratgeber und kein pädagogisches Plädoyer gegen Förderwahn, sondern ein schonungsloser Frontbericht aus dem Familienleben. Ein messerscharfes Plädoyer gegen den Förderwahn, gegen Überbehütung und Verwöhnung – und gleichzeitig der Appell, an Erziehung nicht planwirtschaftlich heranzugehen, sondern mit Intuition, Leichtigkeit und Humor.
       

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72 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 56 Rezensionen

thriller, vergewaltigung, kanada, entführung, lügen

Untiefen

Sheena Kamal , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 17.11.2017
ISBN 9783548289595
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

          Als die Privatdetektivin Nora Watts um fünf Uhr morgens einen Anruf erhält, ahnt sie nichts Gutes. Tatsächlich erwartet sie ein neuer Fall, der alte Wunden aufreißt: Ihre Tochter Bonnie, die sie vor 15 Jahren zur Adoption freigegeben hat, wird vermisst. Nora ist die letzte Hoffnung der verzweifelten Adoptiveltern, denn die Polizei hat die Suche nach der chronischen Ausreißerin längst aufgegeben. Obwohl Nora ihrer Vergangenheit am liebsten den Rücken kehren würde, lässt ihr der Fall keine Ruhe - und nur wenn sie sich ihren Dämonen stellt, kann sie das Mädchen retten. Eine mutige, unbeirrbare Heldin und eine mutige, unbeirrbare Schreibweise ergänzen sich zu einem, außergewöhnlichen Debüt, höchst empfehlenswert. Eine starke Frau jagt einen Serienkiller und hat dabei ungewöhnliche Hilfe. In diesem Thrillerdebüt steht die Arbeit einer ungewöhnlichen aber besten Privatdetektivin Kanadas im Vordergrund. Rasant und hochspannend! "Untiefen" überzeugt. Ich fühlte mich zwischenzeitlich leicht an die Trilogie von Stieg Larsson und definitiv an TARGA erinnert aber nicht unbedingt im negativen Sinne. Dieser Psychothriller ist allein wegen der Protagonistin besonders lesenswert. Sie ist das Produkt eines oft missverstandenen Landes, ein Flickenteppich gebrochener Identitäten und Einflüsse. Bei Nora gibt es keine einfachen Antworten. Eine frühere Blues-Sängerin, die von Problemen verfolgt wird wie von dem streunenden Hund, den sie auf ihrem Weg aufgesammelt hat. Die Geschichte ist rasant, sehr spannend und voller Wendungen. Niemand kommt dem Bösen so nahe wie sie. Ein tödliches Spiel beginnt. Wer wird gewinnen? Ein Debütthriller, so herrlich grausam, wie nur Frauen ihn sich ausdenken können. Mit diesem Rezept fahren Krimi-Queens wie Kathy Reichs & Co sehr gut. Sheena Kamal kann da locker mithalten. Ausserdem wird der Leser mit der dunklen Vergangenheit, der komplizierten Identität und Künstlerseele der Privatdetektivin als ehemaliges Mitglied der Canadian Forces konfrontiert und der damit verbundenen Frage wo ist das Blut aus ihrer Nabelschnur hingekommen als sie nach der Geburt ihrer Tochter aus der Klinik entlassen wurde. Beim Einblick in die Wissenschaft des Nabelschnurblutes von Neugeborenen mit Nora Watts der perfekten Jägerin, bekommt der Roman eine gewisse wissenschaftliche Note. Die Charaktere sind sehr gelungen. Es gibt viele interessante Wendungen, so das der Spannungsbogen bis zum Ende sehr hoch gehalten wird. Fesselnde Einblicke in die Untiefen der menschlichen Seele. Die psychischen Abgründe, die die Autorin ihren Figuren auf den Leib schreibt, sind gruselig- aber eben auch bis zur letzten Seite hochspannend. Positiv möchte ich auch den Plot erwähnen. Den Hintergrund für diese Geschichte fand ich sehr interessant. Durch diese vielseitigen Details und die diversen Einblicke in die Abgründe der menschlichen Psyche ist dieses Buch nichts für schwache Nerven. Endlich mal wieder ein Thriller, der diesen Titel auch verdient. Dieses Buch ist ein wahrer Pageturner. Ein mitreißender, spannender Thriller, den man einfach gelesen haben muss. Aber nochmal vorsicht: "Untiefen" ist nichts für Zartbesaitete. In diesem Buch steckt wirklich das Böse und man ist bis zur herbeigesehnten Aufklärung daran gefesselt. Wirklich lesenswert! Eine spannende Geschichte, die schnelle und wendungsreich geschrieben ist. Lesen und sich in den Bann ziehen lassen! "Untiefen" bleibt im Gedächtnis, noch lange nachdem man die letzte Seite gelesen hat. Vielleicht für immer.
       

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17 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

utopie, will hofmann, million dollar boy, roulette, geld

Million Dollar Boy

Will Hofmann
Flexibler Einband: 284 Seiten
Erschienen bei Wiebers Verlag, 15.11.2017
ISBN 9783942606301
Genre: Science-Fiction

Rezension:

          Das Cover des Buches hat mich angesprochen. Nach der Lektüre der Leseprobe war ich jedoch gespaltener Meinung. Das Genre des Buches ist eigentlich nicht unbedingt mein Favorit. Doch ich habe mich eines Besseren belehren lassen. Der Schreibstil ist sehr schön, spannend und wirklich angenehm zu lesen. Die einzelnen Personen sind sehr gut gewählt und man kann sich schnell in sie hineinversetzen und fiebert mit ihnen mit. Die Geschichte handelt von einem weltweiten System ohne Geld, von Edes Weltreise durch exotische Spielhöllen welche zugleich zu einer Reise durch die Geschichte des Geldes und dessen unheilvoller Wirkung wird, einer Reise zur Entdeckung des eigenen Selbst und von Aufrechten und Gelackmeierten. Ede hatte es sich zur Aufgabe gemacht, immer mit fünfzehn Euro zu beginnen. Sollte das erste Spiel keinen Gewinn bringen, wäre sein Aufenthalt im Casino für diesen Abend beendet. Diese Vorsichtsmaßnahme hatte er Harry abgeschaut, sie war aber eigentlich nicht mehr nötig, seit er die Signale deuten konnte und sie umsetzte. Sie funktionierten unmissverständlich. Der Mittdreißiger entdeckte einen Zusammenhang zwischen den quälenden Reizen seiner Neurodermitis und dem Lauf von Roulettekugeln. Drei Körperstellen signalisierten ihm, ob die linke oder die rechte Seite gewann und ausgerechnet ein Jucken in der Kniekehle verhalf Ede zu unverhofftem Reichtum. Schnell perfektioniert er sein System und wird ein gemachter Mann. Doch der Traum vom sorglosen Leben voller sinnlicher Genüsse währt nicht lange. Ede gerät in die Hände einer Verbrecherbande, die sich mit seiner Hilfe bereichern will, und eine Odyssee durch Spielcasinos rund um den Globus beginnt. Zunächst erkennt Ede in ihrer Route ebenso wenig eine Bedeutung wie in seiner Marotte, an jedem Ort eine seltene Münze zu erstehen. Doch bald begreift er, dass das Ziel der Reise etwas gänzlich anderes sein wird als materieller Reichtum.                                                                               
Der utopische Gedanke einer Welt ohne Geld ist Ausgangs- und Endpunkt für Will Hofmanns fantastischen Roman. Ein wirklich sehr interessantes und spannendes Buch, das ich regelrecht verschlungen habe. Brisantes Thema, lakonisch, zumindest ironisch im Ton, perfide und immer am Rande der Glaubwürdigkeit. Dennoch kann ich das Buch nur wärmstens weiterempfehlen. Allein wegen des wahnwitzigen Plots der Lektüre wert. "Million Dollar Boy" ist ein kuscheliges Wohlfühlbuch für stürmische Herbsttage und kalte Winterabende, das sich auch zum Verschenken bestens eignet.Fazit: Ein ungewöhnliches und tolles Buch das mich fasziniert hat. Großartig!
       

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86 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 70 Rezensionen

krimi, berlin, havelland, profiler, strichermilieu

Dunkel Land

Roxann Hill
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 13.11.2017
ISBN 9783959671385
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

          Spannung zum Entspannen, der etwas andere Thriller. Gedankenfühligkeit..... Schon gleich zu Beginn wird man eingestimmt mit der wunderschönen Ballade von Theodor Fontane über Herrn von Ribbeck auf Ribbeck im Havelland. Aber hinter den Fassaden im Havelland tun sich Abgründe auf. Gute alte Herrenhaus-Tradition. Gut Wuthenow, ein altehrwürdiges Anwesen im Havelland; hier soll sich Verena Hofer die nächsten drei Monate um den Neffen der Hausherrin kümmern. Überrascht stellt sie fest, dass ihr Schützling der geniale wie arrogante Dr. Carl von Wuthenow ist. Ein verzwickter Fall harrt der Aufklärung und er fordert den Kriminalisten Dr. Carl von Wuthenow & seine Assistentin Verena Hofer heraus. In bester Krimimanier geschrieben. Dr. Carl von Wuthenow ist angesehener Kriminalist, Profiler und freier Berater der Berliner Polizei. Außerdem hat er ein kleines Problem: Seit er bei einem Anschlag schwer verwundet wurde funktioniert sein Kurzzeitgedächtnis nur noch eingeschränkt. Somit ist es vielleicht sogar Glück im Unglück, dass seine Tante ihm diese Verena Hofer als Aufpasserin zur Seite gestellt hat: Sie kann ihm bei seinen Ermittlungen assistieren. Zumal sein neuester Fall nicht von der einfachen Sorte zu sein scheint... Aber mit Hilfe seiner neuen Assistentin Verena Hofer, kommt er schließlich peu à peu den Hintergründen der Tat auf die Spur. Doch was er entdeckt, ist unfassbar grausam ...Sofort ist man in der Geschichte drin - Carl und Verena stehen vor neuen Herausforderungen. Carl zum einen, sich der Vergangenheit zu stellen, Vorurteile abzuwerfen, Verena darf sich in den Fall einarbeiten, der sie nun doch so beschäftigt und sie in den ersten Minuten schon Ungereimtes entdeckt... Ein wunderbarer und spannender Kriminalroman um Carl von Wuthenow und Verena Hofer voller Charme und Humor. Manchmal muss man eben gar nicht weit weg, um zu sich selbst zu finden. Unaufgeregtes Erzählen mit wenig Blut aber trotzdem mit Hochspannung und unglaublich fesselnd! Von Anfang bis Ende war die Geschichte absolut mitreißend, so schön und überhaupt nicht übertrieben oder langatmig. Roxann Hill weiß mit Spannung zu fesseln und entführt die Leser ins Havelland. Die Autorin hat die Handlungsstränge und die Charaktere der Protagonisten perfekt ausgearbeitet und fein verwoben. Sie sind in allen Belangen so lebensecht, sie könnten meine Nachbarn oder Freunde sein. Dabei bleibt das Buch spannend und fesselnd bis zum Schluss. Absolute TOP-Leseempfehlung, davon brauchen wir auf jeden Fall mehr. Die Geschichte ist super geschrieben und nur weiterzuempfehlen! Tolles Ermittlergespann, der besonderen Art und ein spannender Fall. Ich glaube das ist ein Buch für eine Tasse Tee, ein paar Kekse und einen gemütlichen Nachmittag auf dem Sofa, inklusive etwas Gänsehaut.  Humorvoll und Spannend. Was will man mehr?
       

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45 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 41 Rezensionen

kalter krieg, agenten, spionage, spione, george smiley

Das Vermächtnis der Spione

John le Carré , Peter Torberg
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 13.10.2017
ISBN 9783550050121
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

          Meisterspion Smiley ist zurück. John le Carrés neuer Roman schließt an sein berühmtes Werk an. Er ist eine Zeitreise, über 50 Jahre nach seinem ersten großen Erfolg knüpft er an das damalige Drama im geteilten Berlin an. "Das Vermächtnis der Spione" ist Epilog und Vorgeschichte zugleich. Das Buch bringt le Carrés berühmteste Figur zurück auf die Seiten, den von Gewissensbissen geplagten Meisterspion George Smiley. Diesmal geht es allerdings weniger um Smileys Geschick als um Smileys Sünden: Der britische Geheimdienst wird von den Kindern von zwei Menschen verklagt, die im Kugelhagel an der Berliner Mauer starben. Deshalb wird Smileys einstiger Protegé Peter Guillam, der inzwischen schon selbst um die 80 Jahre alt ist, von seinem Ruhestandssitz in Frankreich nach London zitiert, um in der Vergangenheit zu wühlen. Denn die Akten zu der damaligen Operation sind verschwunden, weil Smiley und Geheimdienstchef Control deren eigentlichen Zweck verschleiern wollten: Sie erhofften sich davon einen Hinweis auf den ranghohen Maulwurf Moskaus in der Chefetage des britischen Geheimdienstes. Den Maulwurf den Smiley später jagen wird. Jetzt, in der Gegenwart, sind aber nicht nur die Akten weg, sondern auch Meisterspion Smiley ist nicht aufzufinden. Also versuchen die Geheimdienst-Anwälte, aus Guillam die Wahrheiten herauszupressen, die er jahrzehntelang tief in sich versteckte, und für die er sich nie aufhörte zu schämen. Dennoch muss er sich ins geteilte Deutschland auf dem Höhepunkt des Kalten Krieges zurück denken. Und diese alte Geschichte macht den Kern des Buches aus. Es ist ein kurzes, cleveres, intensives Buch, eine auf den ersten Blick gradlinige Geschichte mit einem faszinierenden doppelten Boden. Jetzt baut le Carré in den doppelten Boden noch ein paar verborgene Etagen des Verrats ein, die den bereits ziemlich teuflischen Plan von Control und Smiley vollends diabolisch aussehen lassen. Für den Autor ist das die Basis um nach dem Punkt zu suchen, ab dem der Zweck nicht mehr alle Mittel heiligt. Auch Smiley erscheint in einem anderen Licht. Nicht nur der mitfühlende Onkel George, der seine menschlichen Regungen unterdrücken muss, sondern jemand, der sehenden Auges Menschen in den sicheren Tod schicken kann, für die "Sache", auch wenn er sich danach mit Gewissensbissen herumplagt. Letztlich beginnt man jetzt erst so richtig zu verstehen, woher Smileys Zweifel über seinen Berufsstand herrühren. Laut Carré wird es der letzte Auftritt Smileys sein. Und am Ende geht es wie der Titel schon sagt um das Vermächtnis der Spione. Oder sogar der ganzen Generation, die den Kalten Krieg gewonnen hatte, aber sich danach schwer damit tat, die demokratischen Werte des Westens zu wahren. Sehr spannender ultimativer Roman über die dunklen Seiten der Geheimdienste. Geschickt wechselt er zwischen den Zeiten, würzt die hochpolitischen Machenschaften mit Informationen über persönliche Schicksale und treibt die Geschichte rasant vorwärts. Faszinierende Begegnungen mit vielen Persönlichkeiten des 20.Jh, kleiner Blick hinter die Kulissen eines Geheimdienstes und eine wunderbare Zeitreise. Wieder einmal ein unglaublich guter Spionageroman mit aktuellem Bezug. Ein Genre-Klassiker, so kühl erzählt wie sein Titel, nix mit James-Bond-"Romantik", dafür glaubhaft, wie skrupellos Menschen aus politischem Kalkül geopfert werden. Spannender Spionage-Thriller in Zeiten des Kalten Krieges. Lesenswert.
       

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114 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 73 Rezensionen

thriller, australien, krokodil, krimi, verdacht

Crimson Lake

Candice Fox , Thomas Wörtche , Andrea O’Brien
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 09.10.2017
ISBN 9783518468104
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

          Die Mörderin und der Staatsfeind Nr. 1.  Ein Thriller über Rache und zerbrochene Seelen. Er ist versoffen und total fertig, Ex-Cop Ted Conkaffey erwacht jeden Tag mit der Furcht, man könnte ihn erneut verhaften und wieder ins Gefängnis stecken. Er saß zweihunderteinundvierzig Tage lang im Gefängnis. Die Anklage gegen ihn wegen Vergewaltigung der dreizehnjährigen Claire wurde zwar fallengelassen, doch alle Welt glaubt zu wissen, dass er schuldig ist. Auch von dem Verdacht des versuchten Mordes an Claire Bingley wurde er nie freigesprochen. Das war besonders schlimm, denn für die Öffentlichkeit blieb er ein Verbrecher. Ted Conkaffey hatte keine Ahnung, ob die Ermittlungen im Fall Claire Bingley andauerten, denn er war kein Polizist mehr, und seine alten Freunde hatten den Kontakt zu ihm abgebrochen. Um der gesellschaftlichen Ächtung zu entgehen, zieht sich der Ex-Cop nach Crimson Lake, eine Kleinstadt im Norden Australiens zurück. Sein neues Heim fand er am Ufer des Sees, nach dem der Ort benannt war und der sich wie ein glatter Spiegel in die verschlungene Vegetation der Feuchtgebiete schmiegte.  Auf Anraten seines weißhaarigen Anwalts Sean trifft er sich mit Amanda Pharrell, die weiß, was es heißt, Staatsfeind Nr. 1 zu sein, auch sie saß wegen eines angeblichen Verbrechens, nähmlich Mord, im Gefängnis. Nun ist sie Privatdetektivin und braucht bei ihrem neuen Fall ausgerechnet seine Hilfe. Die beiden Außenseiter tun sich zusammen und arbeiten als Privatdetektive. Ihr Fall: Ein berühmter Schriftsteller mit Doppelleben und kaputter Familie ist verschwunden, die örtliche Polizei behindert die Arbeit der beiden mit harschen Methoden. Es zieht Kreise, die kaum zu ermessen sind und die in ein Wespennest stechen. Dabei hat mir vor allem die Ermittlungsarbeit gut gefallen, die sehr gut nachvollziehbar gestaltet ist. Dabei wirkt alles sehr authentisch und geradeheraus. Doch ihre Vergangenheit holt die beiden wieder ein. Dann platzt das Inkognito von Conkaffey, die Medien erzeugen Hysterie. Lynchstimmung macht sich breit. Während er den Fall seiner neuen Partnerin wieder aufrollt und sie versucht, ihn zu entlasten, nimmt der Fall des Schriftstellers überraschende Wendungen … Wieder besticht die Autorin durch ihre außergewöhnlichen skurrilen und schrägen Charaktere jenseits von gut und böse und sorgt in ihrem neuen Thriller für Spannung vom Feinsten. Die Autorin versteht es durch einige Wendungen, die Spannung immer mehr zu erhöhen. Doch was mich letztendlich erwartet hat, hat mich schier umgehauen. Denn das hätte ich nie im Leben erwartet. Die Autorin konnte mich mit diesem Roman wieder vollkommen überzeugen. Candice Fox hat einfach ein Faible für die etwas "anderen" Protagonisten die wie eine frische Brise durch die Konventionen in ihren Büchern fegen. Sie macht ihrem Ruf als Autorin spannender Krimis wieder mal alle Ehre. Ihr neues Ermittler-Duo verspricht viele weitere Krimis auf höchstem Niveau. Abgedreht und absolut zu empfehlen für alle, die keine Mainstream-Charaktere mögen. Wer düstere Gestalten und besondere Situationen schätzt, ist hier richtig. Nicht mehr ganz so blutig und fies wie die "Eden-Hades" Trilogie eignet sich dieser Thriller auch für ein breiteres Publikum. Ein Thriller der Extraklasse. Richtig, richtig gut!
       

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(70)

96 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 64 Rezensionen

krimi, norwegen, frankreich, mord, munch

Kreuzschnitt

Øistein Borge , Andreas Brunstermann
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 01.09.2017
ISBN 9783426306048
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

          Der sehr alte, schwerreiche norwegische Unternehmer und Kunstsammler Axel Krogh wird in seiner südfranzösischen Villa an der Cote d'Azur ermordet aufgefunden. Vieles deutet auf einen Ritualmord hin, vor allem das seltsame Kreuz, das dem Opfer nach seinem Tod, durch die Kleidung, in den Rücken geschnitten wurde. Alle Verdächtigen haben ein wasserdichtes Alibi und Kommissar Bulls einziger Anhaltspunkt ist ein Bild von Edvard Munch, das einen Dämon zeigt, das der Mörder aus der Villa entwendet hat und zu dem es seltsamerweise sechs Pendants zu geben scheint, u.a. von Matisse... . Nichts anderes hat der Mörder aus der Villa entwendet. Und so macht er sich an die Recherche, die ihn bis in die 1940er Jahre und zu einem grausamen Kriegsverbrechen führt… Die Vergangenheit hört niemals auf. Auch für Bogart Bull, Kommissar bei der Osloer Kriminalpolizei, er durchlebt eine schwere Zeit, nachdem seine Frau und sein Kind ums Leben gekommen sind. In den Wochen nach dem Begräbnis hatte er dort Trost gesucht, wo ihn ein Mann ohne Familie und mit wenigen Freunden finden konnte. In der Flasche und balanciert am Abgrund, beruflich wie privat. Er hatte die betäubende Wirkung des Alkohols ganz bewusst gewählt, um die Alpträume auf Distanz zu halten. Im Büro fand er ständig neue Ausreden, um nicht an Besprechungen teilnehmen zu müssen. So sieht grenzenlose Trauer aus, dachte seine Chefin Eva Heiberg und versucht, ihm in einer schwierigen Zeit den Rücken zu stärken. Sechs Monate und sechzehn Tage waren vergangen. Heiberg konnte nicht umhin, festzustellen, dass die Tragödie vor anderthalb Jahren ihre Sympathien für ihn verstärkt hatte und versetzt ihn zu Europol. Dieser Thriller ist psychologisch raffiniert, voller abgründiger Wendungen und unerhört spannend. Øistein Borge, muss ich sagen, hat sich selbst übertroffen: intelligenter Plot, fiebrige Sprache, falsche Fährten, ansteckende Atmosphäre, meisterhaft gezeichnete Charaktere. Der komplexe Handlungsverlauf sorgt dafür, dass die Geschichte in ständiger Bewegung ist und uns auf schwankendem Boden zurücklässt. Der Autor ist ein Meister dieses erzählerischen Tricks, und wer die blutigen Details mag wird am Ende reich belohnt. Eine gut ausgedachte Geschichte mit einigen überraschenden Wendungen und eine Lösung, auf die man als Leser sehr lange nicht kommt. Die Mischung aus psychologischer Tiefe und brutaler Realität stimmt. Der Leser wird durch das Lesen von allen Zeitfenstern und Terminen befreit, denn er findet dafür keine freie Minute mehr. Kurzweilig verfasst, nicht langweilig, wunderbar geeignet für ungeduldige oder Wenig-Leser. Dieser Roman wird seinen Weg gehen, allein wegen seiner Qualität, ein richtiger Page-Turner genau nach meinem Geschmack! Empfehlenswert, vor allem für alle Fans von skandinavischen Krimis. Spannender Fall, starker Kommissar. Ein gelungenes Debüt welches alle Erwartungen erfüllt. Äußerst lesenswert, genau das richtige für die herbstliche Stimmung!!
       

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299 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 129 Rezensionen

sklaverei, amerika, flucht, underground railroad, usa

Underground Railroad

Colson Whitehead , Nikolaus Stingl
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 21.08.2017
ISBN 9783446256552
Genre: Romane

Rezension:

          Wenn Träume auf die Realität treffen. Toller Roman zur Zeitgeschichte und ein bewegendes, aufrüttelndes Buch das aber auch vor schwierigen Situationen nicht zurückschreckt. Cora lebt als Sklavin auf einer Baumwollplantage in Georgia und sie ist nur eine von unzähligen Schwarzen, die auf den Baumwollplantagen Georgias schlimmer als Tiere behandelt werden. Alle träumen von der Flucht – doch wie und wohin? Die schlimmen Bedingungen, denen sie ausgesetzt ist, lassen sie die Flucht wagen. "Ich gehe in den Norden zurück", sagte er zu ihr. "Und zwar bald. Ich laufe weg. Ich möchte, dass du mitkommst." Es war ihre Großmutter, die an jenem Sonntagabend aus Cora sprach, als Caesar von der Underground Railroad redete und sie nein sagte. "Ich will nicht, dass du mich verrätst", sagte er. "Ich muss dir da vertrauen. Aber ich gehe bald, und ich will dich dabeihaben. Du sollst mir Glück bringen." Da hört Cora von der Underground Railroad, einem geheimen Fluchtnetzwerk für Sklaven und drei Wochen später jedoch sagte sie ja. Diesmal sprach ihre Mutter aus ihr. Über eine Falltür gelangten sie in den Untergrund und es beginnt eine atemberaubende Reise, auf der sie Leichendieben, Kopfgeldjägern, obskuren Ärzten, aber auch heldenhaften Bahnhofswärtern begegnen. Jeder Staat, den sie durchqueren, hat andere Gesetze, andere Gefahren. Wartet am Ende wirklich die Freiheit? Mut heißt: von vornherein wissen, dass man geschlagen ist, und trotzdem den Kampf - ganz gleich, um was es geht - aufnehmen und ihn durchstehen. Man gewinnt selten, aber zuweilen gelingt es. Colson Whiteheads Roman ist eine virtuose Abrechnung damit, was es bedeutete und immer noch bedeutet, schwarz zu sein in Amerika. Dieser historische Roman ist hochaktuell. Nur vor dem Hintergrund, der Sklaverei lässt sich der heutige Rassismus wirklich verstehen, der sich über Generationen eingeschrieben hat ins Erbgut der weißen wie der schwarzen Amerikaner. Und wohl nur dann überwunden werden kann, wenn man sich traut, dem Damals wie dem Heute ins brutale und ins gebrochene Auge zu schauen. Wie Colson Whitehead es tut. Er kennt das Gefühl zwischen Hoffnung auf ein besseres Leben und Heimatlosigkeit. Ein hochaktueller Roman, den man gern Leuten wie Donald Trump in die Hand drücken würde. Wie verletzlich wir alle sind, egal ob wir uns auf der Sonnenseite befinden oder mühsam für ein besseres Leben kämpfen, davon erzählt dieser spannende, menschlich bewegende Roman, hoffnungsvoll und voller Zuneigung für seine Protagonisten. Eine aufrüttelnde Geschichte über verlorene Träume, Einsamkeit und der Hoffnung auf ein besseres Leben. Man möchte dieses wunderbare Buch zur Pflichtlektüre erklären! Absolut unverzichtbar, um den Horror des Vorgestern zu fassen zu bekommen, und somit zu begreifen, wie dünn die Tünche ist in der Gegenwart. Ein packender Roman über Unrecht und Gerechtigkeit, über Rassismus und Fremdheit und ein flammendes Plädoyer für die Gleichheit aller Menschen, sehr bildlich geschriebene Geschichte, der es einem leicht macht, in Coras und Caesars Leben einzutauchen, mit ihnen zu fühlen und zu hoffen. Toll und erschreckend aktuell! Muss man gelesen haben. Nicht nur für Erwachsene, auch Jugendliche werden großen Gefallen finden an dieser Geschichte.
       

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40 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 32 Rezensionen

christentum, frankreich, religion, wissen, spiritualität

Und du wirst den verborgenen Schatz in dir finden

Laurent Gounelle , Alexandra Baisch , Felix Mayer
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei O.W. Barth , 02.10.2017
ISBN 9783426292785
Genre: Romane

Rezension:

          Aimer la vie! Der Mensch hat in sich etwas Göttliches, mit dem er in Kontakt kommen kann, schreibt der begeisterte Philosoph, Psychologe und Bestseller-Autor Laurent Gounelle. Er nimmt uns in seinem neuen spirituellen Roman mit auf eine faszinierende Sinnsuche, die persönliche Entfaltung und wahres Glück ermöglicht. Seine tiefe Botschaft weist auf die universelle Wahrheit hinter allen Religionen. Alles beginnt an dem Tag als Alice, eine junge und erfolgreiche Kommunikations-Beraterin, ihren Jugendfreund Jérémie in ihrer Heimatstadt Cluny wiedertrifft. Er ist Priester geworden und sehr frustriert, weil nur sehr wenige Menschen zum Gottesdienst in die Kirche kommen. Alice verspricht, ihm zu helfen – auf ihre Art. Als Atheistin beginnt sie, sich in verschiedene Religionen und die Welt des Glaubens und der Spiritualität zu vertiefen. In einem spannenden Prozess der Selbsterkenntnis liest sie nicht nur die Bibel, sondern beschäftigt sich mit Daoismus, Hinduismus und Buddhismus und entdeckt dabei eine universelle Wahrheit, die nicht nur ihr Leben grundlegend verändert …  Ein wirklich gelungenes Buch, welches tiefe Lebensweisheiten nicht nur beschreit, sondern im Gegensatz zu den vielen Selbsthilfebüchern über alle möglichen Techniken, endlich auch mal praktische Beispiele für deren Umsetzung im wirklichen Leben bietet! Dies geschieht durch die Romanform und die Geschichte, in welcher Jérémie die Ratschläge von Alice auch in die Praxis umsetzen soll. Warum nicht den Beichtstuhl in "Die Hütte der Ratschläge" umbenennen. Ob Jérémie seine neuen Aufgaben und damit letztlich sein Leben meistert und wohin es ihn führen wird, lesen Sie selbst. Auf jedenfall ist es spannend bis zum letzten, mit viel Humor, guten Tips und einem überraschenden Ende ... Dieses Buch könnte die Entdeckung der universellen Weisheit hinter allen Religionen sein, auf jeden Fall, vor allem für mich, ist es eine überraschende und aufwühlende Lektüre, der es gelingen wird, unser Bewusstsein wachzurütteln, sich vom Ego zu befreien, um seinen Schatz im Inneren zu finden. "Und du wirst den verborgenen Schatz in dir finden" ist das Buch des literarischen Herbstes, sehr lesenswert, regt auch zum Nachdenken an und die Suche nach der Geschichte hinter den Dingen.... Eine traumhafte, humorvolle Erzählung mit französischem laissez-faire, die viel zu erzählen hat rund um Freundschaften, Solidarität, Zuverlässigkeit, Neuanfang tiefgründig, nachdenklich, einfach schön. Ein Lesevergnügen der etwas anderen Art, das ich Ihnen gerne ans Herz legen möchte, nie kitschig sondern immer warmherzig und mit viel Liebe zu Ihren Figuren. Sehr französisch! Eine Lektüre die sich lohnt und Spaß macht! Bringt Wärme in kalte Herbst- und Winterabende. Die leise poetische Sprache machen die Geschichte zu etwas Besonderen. Dazu passt das Cover mit der zarten Blüte vor dem Blau des Himmels.
       

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(44)

54 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

istanbul, türkei, geschichte, krimi, hass

Die Gärten von Istanbul

Ahmet Ümit , Sabine Adatepe
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei btb, 11.09.2017
ISBN 9783442715138
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

          Alles eitel Sonnenschein in der Türkei? Ahmet Ümit blickt hinter die Kulissen. Die Morde am Bosporus. An der Atatürk-Statue wird eine Leiche gefunden, kurz darauf eine zweite. Wieder an einem von Istanbuls Wahrzeichen. Die Serie reißt nicht ab, in dieser Stadt nehmen die Morde kein Ende. Und die Wunden am Hals der Mordopfer stammen nicht von einem Skalpell, der Mörder hatte seine Opfer regelrecht enthaupted mit einem scharfen Messer. Nevzat, Oberinspektor des Morddezernats, der Icherzähler des in der Gegenwart verfassten Romans, ist der Meinung Mordfallermittlungen gleichen der Geschichtswissenschaft. Mit der ihm eigenen Bedächtigkeit irrt Nevzat durch das Labyrinth des modernen Istanbul, unter der prallen Sonne - und dem Schatten der Vergangenheit.  Kein einfaches Unterfangen in der Millionenstadt Istanbul. Sieben Tote an sieben historischen Stätten - und nur ein einziger Faden scheint die Fälle miteinander zu verbinden: die jahrtausendealte Geschichte einer der geheimnisvollsten und faszinierendsten Städte der Welt - Byzantion, König Byzas' legendäre Stadt; Istanbul Stadt der geraubten Hoffnungen - das Kaleidoskop einer zerrissenen Gesellschaft. Ahmet Ümits packender Krimi erzählt von Liebe und Verrat, von Licht und Schatten der menschlichen Seele - in Geschichte und Gegenwart. Es geht um Brennpunkte der heutigen Türkei. Der spannende Thriller führt durch ein kosmopolitisches Istanbul und in die jüngste Geschichte des türkischen Staates. Dabei verknüpft Ümit geschickt die Charakterstudie eines Polizisten mit der Kritik an der Polizei. Darüber vergisst der Erzähler jedoch keineswegs die kleinen Dinge des Alltags und die großen Geschichten des Lebens. Die Charaktere und insbesondere der Protagonist, sind sehr gut gezeichnet und absolut nicht klischeehaft dargestellt. Das Ende verblüfft selbst hartgesottene Krimileser. Mit Charme und Ironie erzählt der Autor eine reizvolle, geschickt verwobene Kriminalgeschichte mit überaus lebensnahen Figuren. "Die Gärten von Istanbul" ist ein Krimi, ein Geschichtsbuch, und ein Reiseführer durch Istanbul. Sprachlich und stilistisch hat Ümit eine sehr gute Leistung abgegeben; auch die Übersetzung ist sehr gut gelungen. Unbedingt lesenswert und man kann so schön gedanklich durch Istanbuls Straßen streifen! Neben der Erzählung wird dem Leser ein Einblick in die türkische Metropole Istanbul gewährt, mit allen seinen Schönen und gräulichen Seiten.  Nach der Lektüre versteht man den anderen Kulturkreis etwas besser und hat ein Paar vegnügliche Stunden verbracht. Es ist ein wirklich großartiger Roman den man sich keinesfalls entgehen lassen sollte. Auch, oder gerade weil, türkische Literatur im deutschsprachigen Raum nicht sehr bekannt ist, es macht einfach Lust auf mehr. Man greift nicht zu hoch, wenn man Ahmet Ümit als türkischen Georges Simeon bezeichnet. Er ist der Grandseigneur des türkischen Krimis.
       

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(145)

233 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 100 Rezensionen

paris, roman, nanny, familie, mord

Dann schlaf auch du

Leïla Slimani , Amelie Thoma
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 21.08.2017
ISBN 9783630875545
Genre: Romane

Rezension:

          Der Stoff unserer Alpträume ein Psychodelischer Lese-Sog. Ein Pariser Ehepaar glaubt in der properen Louise die perfekte Nanny für seine Kinder gefunden zu haben. Doch eines Tages sind die Kleinen tot. Die Geschichte einer Tragödie, ein Psychothriller mit gesellschaftskritischem Unterton. "Das Baby ist tot", heißt es gleich zu Beginn des Romans und schnell wird klar, wer die Mörderin ist: ausgerechnet das Kindermädchen, die allseits verehrte Nanny, die gleich noch die ältere Schwester des Säuglings mit auf dem Gewissen hat. Eine Familie ist zerstört, aber warum? In Leïla Slimanis Thriller "Dann schlaf auch du" geht es nicht darum herauszufinden, wer der Mörder ist - das ist bereits nach einer Seite erledigt. Vielmehr zieht der Roman seine Spannung aus der Entwicklung hin zur tödlichen Katastrophe. Was macht eine propere Nanny zur Killerin? Das ist der Stoff unserer Alpträume, besonders bei Eltern. Und er stammt nicht einmal aus dem finsteren Reich der Fantasie. Die Geschichte hat sich tatsächlich so oder ähnlich ereignet, wenn auch nicht in Frankreich, sondern in den USA. Aus der Feder der französisch-marokkanischen Autorin wird daraus ein gut gemachter Psychothriller mit einem subtilen gesellschaftkritischen Unterton. Denn in ihrem Roman geht es auch um die Unwucht einer neu entstandenen Klassengesellschaft, die sich so in vielen westlichen Länder findet. Auf der einen Seite steht in dem Roman das gut verdienende Akademikerpaar Myriam und Paul mit seinen zwei kleinen Kindern, das seinen aufreibenden Lebensstil nur mithilfe häuslicher Dienstleister aufrechterhalten kann. Auf der anderen Seite die sich in prekären Verhältnissen durchwurstelnde Louise. Nach dem Tod ihres Mannes, der ihr nur Schulden hinterlassen hat, und dem Auszug ihrer misratenen Tochter verdingt sie sich als Kindermädchen. Sie lebt in einem dunklen Loch in einer Pariser Vorstadt. Doch äußerlich wirkt die puppenhafte Frau makellos und mit Kindern kann sie fantasievoll und geduldig umgehen. Die Kinder vergöttern Louise. Für die Familie wird sie unentbehrlich. Und die Familie wird unverzichtbar für Louise. Denn sie ist eine zutiefst vereinsamte Frau, die verzweifelt nach Anschluß sucht. Es entwickelt sich eine Art symbiotischer Abhängigkeit. Myriam und Paul als typische Vertreter eines liberalen Bürgertums werden zudem von ihrem schlechten Gewissen gequält: Beuten sie Louise vielleicht aus? Sie soll sich wie ein Mitglied der Familie fühlen. Deshalb nehmen sie sie einmal sogar mit in ihren Griechenlandurlaub und wecken damit falsche Hoffnungen. Ist Louises Tat also ein sozialer Racheakt? Nach und nach zeigen sich jedenfalls Unstimmigkeiten, irritierende Misstöne in ihrem Verhalten. Dass Louise zerbrochen ist oder ob dies von Anfang an in ihr angelegt gewesen ist, lässt sich mit Sicherheit nicht mehr sagen. Wohl sagen lässt sich aber, dass die Autorin diese Zerrissenheit von Louise großartig eingefangen hat. Slimani baut dabei geschickt Spannung auf, entkleidet Louise nach und nach ihrer Masken, führt den Leser atemlos der finalen Katastrophe zu. Nebenbei wirft die Autorin einen kritischen Blick auf die Schattenwelt der Nanny's, jener Frauen, die aus allen Teilen der Erde nach Frankreich gekommen sind und die nun die Kinder der gut situierten, gestressten Pariser hüten und somit das System am Laufen halten. Sie selbst stehen dabei am Rande. Keine heile Welt - der Preis des Glücks. Hintergründig und ruhig erzählt bis zum bitteren Ende. Interessant konstruierte Akteure, fesselnde Atmosphäre und ein flüssiger Sprachstil machen dieses Buch zum Lesegenuss. Hohe Schule der Psychologie in großer französischer Romantradition! Slimani erhielt für "Dann schlaf auch du" nicht ohne Grund den Prix Goncourt, den begehrtesten Französischen Literaturpreis. Sehr lesenswert.
       

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(78)

106 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 71 Rezensionen

afrika, kolonialismus, kapitalismus, sandmaler, reise

Der Sandmaler

Henning Mankell , Verena Reichel
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 21.08.2017
ISBN 9783552058545
Genre: Romane

Rezension:

          Einer der ersten Romane aus der Feder von Henning Mankell "Der Sandmaler", liefert einen spannenden Einblick in das frühe Wirken des beliebten Schweden. Es ist ein leichtfüßiger Roman mit schweren Themen, 160 Seiten dünn und es war erst sein zweiter Roman als er in Schweden 1974 erschien. Seine erste literarische Reise nach Afrika. Der Autor war da gerade einmal 26 Jahre alt. Die Protagonisten sind nicht viel jünger als der Autor selbst es beim Schreiben ist. Sie haben gerade die Schule hinter sich und begeben sich getrennt voneinander auf eine Reise nach Afrika, in ein nicht namentlich genanntes Land. Doch während die empathische Elisabeth in die Welt der Einheimischen eintauchen will und versucht, das fremde Land zu verstehen, ist Stefan, Sohn reicher Eltern vor allem auf Partys und Sex mit afrikanischen Frauen aus. Zufällig treffen sich die beiden am Flughafen. Zuerst standen sie nur da und starrten einander an, fünfzehn Meter voneinander entfernt. Doch Stefans Art geht Elisabeth schon im Flugzeug auf die Nerven, als er "idiotische Negewitze über Riesenpimmel und dergleichen macht. Im "Sandmaler" taucht Mankell zum ersten Mal in das Afrika ein, das ihn sein Leben lang beschäftigen wird, und vielleicht kommen dem Leser die Beobachtungen, die er schildert, deshalb noch naiv vor, und die Figuren schablonenhaft und bei Weitem nicht so vielschichtig wie in seinen späteren bekannten Romanen. Er beschreibt, wie die Gefühle Elisabeth bei der Ankunft übermannen, wie all die neuen Eindrücke zuviel für die junge Frau sind. Unvermittelt fing sie an zu weinen, ohne dass sie etwas dagegen tun konnte. Später wird sie Einheimische in den Slums besuchen und von einem Lehrer mehr über die afrikanische Kultur lernen. Stefan dagegen, der mit selbstsicherem Lächeln in der Bar seines Luxushotels sitzt, fühlt sich auf eine unverschämte Weise geil. Für einen weißen Typen mit reichlich Kohle gab es hier in den Nächten bestimmt genügend Abwechslung sinnierte er. Es dauert nicht lange, bis er die erste Afrikanerin mit in seinen Bungalow nimmt, auch wenn ihn die struppigen Haare vieler einheimischen Frauen eigentlich stören. Es braucht nicht viel, um sich auszureimen, auf wen die Reise großen Eindruck macht und wer von den beiden nach der Rückkehr einfach weitermacht wie bisher. Als sich die Protagonisten ein halbes Jahr später noch einmal treffen, kommt es Stefan vor, als habe sich Elisabeth von ihm losgerissen und nicht erzählt, wohin sie unterwegs war. Und das machte ihn unruhig. Dieser erste Afrika-Roman Mankells ist vor allem für Fans des schwedischen Autors in der Abgrenzung zu seinen späteren Werken interressant zu lesen, aber auch für Mankell-Einsteiger geeignet. Es ist eine ziemlich kurze Geschichte aus der Perspektive eines neugierigen jungen Mannes. Sie erlaubt auf 160 Seiten einen ganz anderen Blick auf den Schöpfer des schwermütigen berühmten Kommissars Wallander. Wer immer "Der Sandmaler" gelesen hat, wird Afrika anders sehen. Nachdenklich und bei aller Tragik eine hoffnungsvolle Geschichte. Der Roman hat spannende Charaktere, eine atemberaubende Story und ist toll geschrieben, spannend und gesellschaftskritisch. Sehr lesenswert!
       

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(103)

133 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 97 Rezensionen

thriller, action, spannung, auftragskiller, evan smoak

Projekt Orphan

Gregg Hurwitz , Mirga Nekvedavicius
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 07.08.2017
ISBN 9783959671088
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

          Er lebt nach seinen eigenen Regeln. Seine Nachbarn hielten Evan Smoak für einen harmlosen Verkäufer von Industriereiniger. Dabei war er eine der tödlichsten und geheimsten Waffen der US-Regierung: ein Absolvent des Orphan-Programms, in dem Waisenkinder zu hocheffizienten Killern ausgebildet wurden. Evan selbst wurde aus einem erbärmlichen Leben als Waisenkind herausgeholt und zum Profikiller ausgebildet. Als er nun diese Karriere beendet, zieht er sich in die absolute Anonymität zurück und verschreibt sein Leben und seine besonderen Fähigkeiten den Hilflosen. Killer und/oder Gutmensch?! Nach der Leseprobe zu urteilen sollte man sich "Projekt Orphan" gönnen, ein rasanter, amerikanischer Thriller mit Fortsetzungspotential, nicht immer glaubwürdig, aber auf jeden Fall mit sympathischem Helden und klassischem Plot. Und....ich habe ihn mir gegönnt. Fazit:  Es muss nicht immer anspruchsvoll sein, aber geil! Hier haben wir ein sehr gutes Beispiel dafür. Evan Smoak ist der "Nowhere Man", ehemaliger Regierungskiller mit geheimen Aufträgen, keinen menschlichen Bindungen und breit gefächertem Fachwissen. Er wusste nicht nur, wo die Leichen vergraben waren, er hatte die meisten eigenhändig dorthin befördert. Ein geflüsterter Name unter Kriminellen, den manche für einen Spuk halten. Nach Jahren des Mordens im inoffiziellen Regierungsauftrag, ist Evan in den Untergrund gegangen. Er hilft nun den Verzweifelten, die mit ihren Problemen nicht zur Polizei gehen können - mit allen Fähigkeiten, die ihm zur Verfügung stehen. Dabei hält er sich strikt an seine eigenen Gebote. Dies ist seine Art sich seine Menschlichkeit zu erhalten, nachdem er jahrelang unter dem Decknamen "Orphan X" im geheimen Auftrag der US-Regierung getötet hat. Doch diesmal bricht er eine der Regeln und sein Auftrag entwickelt sich zur Katastrophe. Nun muss er gegen ein Gebot nach dem anderen verstoßen, damit das allerwichtigste unangetastet bleibt: Lasse niemals einen Unschuldigen sterben. Jedoch sein neuer Auftrag scheint komplett aus dem Ruder zu laufen und Evan wird dazu gezwungen seine eigenen Gebote zu brechen... Einer der besten Action-Thriller seit Langem! Unglaublich tolle Hauptfigur, sagenhaft spannender Plot. Ein ehemaliger Auftragskiller der die Seiten gewechselt hat und nun für die Unschuldigen und Benachteiligten kämpft. Das ist der Stoff aus dem gute Actionthriller gemacht werden. Spannend geschrieben, ein toller Protagonist und eine actionreiche Story. Wer auf der Suche nach actionreicher Unterhaltung ist, darf hier völlig unbesorgt zugreifen denn "Projekt Orphan" zählt genau zu dieser Sparte und macht seine Sache dabei verdammt gut. Perfekt für alle, die kurzweilige und fesselnde Unterhaltung suchen. Die Geschichte ist sehr gradlinig, man bekommt die ein oder andere unerwartete Wendung serviert, die Charaktere sind gut ausgearbeitet und mit Evan hat man einen Protagonisten, der fast alles kann. Was will man als Action-Fan mehr? Nichts! Und genau darum geht es. Dieser Thriller ist wie sein Protagonist immer in Bewegung. Das alles ist so munter und mörderisch verschachtelt, wie es sich liest. Gregg Hurwitz plant so sorgfältig wie sein Held, ein intrikates Spiel des Ausspionierens und Belauerns wird jeweils vollzogen. Ein absolutes Muss für Fans des Abgründigen. Unfassbar gut und sehr zu empfehlen!
       

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(131)

187 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 114 Rezensionen

thriller, dänemark, mord, geheimbund, geheimdienst

Oxen - Das erste Opfer

Jens Henrik Jensen , Friederike Buchinger
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 08.09.2017
ISBN 9783423261586
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

          Da war es wieder. Das Mädchen mit der Barbiepuppe. Wieder stand sie in den Ruinen. Stumm, verdreckt, die Hand fest um die Puppe geschlossen. Das Mädchen hatte den Blick einer Neunzigjährigen und suchte Oxen heim, wann immer sein Schlaf besonders unruhig war. Sie war eine von Sieben. Seinen sieben Dämonen. Jens Henrik Jensen erzählt mit großer Empathie für Oxen, desen Stolz und dessen Seelenqual. So wird dieser Thriller zu einer faszinierenden Heldengeschichte mit nicht immer gradlinig verlaufenden Trennlinien zwischen Freund und Feind. Wir haben einen toten Topdiplomaten und Thinktank-Gründer, der allem Anschein nach auf seinem Schloss zu Tode gefoltert wurde. Und wir haben den tapfersten Kriegshelden der Nation, der aber in Wahrheit nichts weiter ist als ein armer Teufel. Er lebt fernab der Zivilisation zurückgezogen im Wald auf dem dänischen Festland. In der Einsamkeit Jütlands hofft er, seinen inneren Dämonen zu entfliehen. Das Gegenteil passiert, als er nach einem nächtlichen Besuch des nahegelegenen Schlosses Nørlund Slot zum Hauptverdächtigen in einem Mordfall wird. Und dann prescht von der Seite das Spitzenpersonal des Geheimdienstes heran. Es bleibt Oxen nichts anderes übrig, als selbst zu ermitteln, um seinen Kopf noch aus der Schlinge zu ziehen. Ihm bleibt ferner keine andere Wahl, als aus dem Untergrund zu agieren und sich mit dem Geheimdienstchef Axel Mossman und dessen kluger, unangepasster und tougher Geheimdienstmitarbeiterin Margrethe Franck zusammenzutun. Besonders als Mr. White sein treuer Samojedenspitz erhängt wurde, er war es ihm schuldig. Also wenn das kein Wespennest ist. Der offiziellen Ermittlungsmöglichkeiten beraubt, ist das Trio gezwungen, die Zerschlagung des Geheimbundes im Verborgenen in Angriff zu nehmen. Niels Oxen, ein hochdekorierter, aber schwer traumatisierter Elitesoldat und Margrethe Franck, eine toughe Geheimdiestmitarbeiterin, oder mit Oxens Worten: "Die einbeinige Lara Croft und der kiffende, durchgeknallte Superheld", im Kampf gegen einen übermächtigen Geheimbund. Die beiden, die ein ähnliches Schicksal teilen, fassen erst allmählich Vertrauen zueinander, denn in Wirklichkeit war Margarete eine echte einbeinige Granate, coole Frisur, Elfenbein und Ebenholz. Ein Kampf David gegen Goliath beginnt, denn bei ihren Ermittlungen bekommen es Oxen und Franck mit dem übermächtigen "Danehof" zu tun, einem Geheimbund, zu dem Hans-Otto Corfitzen, Ex-Botschafter,  Verbindungen hatte und der sich als Brutstätte dunkler Machenschaften entpuppt. Es gibt viele Thriller über mächtige Geheimorganisationen, aber selten sind sie so überzeugend wie dieses Buch von Jensen. Definitiv ein Meilenstein in der dänischen Kriminalliteratur. Alles in allem schafft Jens Henrik Jensen es, Spannungsliteratur zu kreieren, indem er ein hochaktuelles und gleichermaßen brisantes Thema gekonnt in ein kulturgeschichtliches Ambiente packt. Dieses Buch ist sprachlich, thematisch und atmosphärisch unglaublich packend und detailreich konstruiert. Die Handlung sowie die Protagonisten Oxen und Franck verweilen noch lange  im Gedächtnis des Lesers. Der Roman hebt spannend an und zieht einen sofort in die Handlung. Wie sich das für einen guten Thriller gehört. Rasant und mit viel Tempo geht es auf eine spannende Jagd zwischen Gut und Böse. Ein düsteres und bedrückendes Meisterwerk fesselnd bis zum Ende. Absolut lesenswert!
       

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50 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 37 Rezensionen

lesbisch, trauer, verlust, jüdin, ariel levy

Gegen alle Regeln

Ariel Levy , Maria Hochsieder-Belschner
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Knaur, 21.08.2017
ISBN 9783426214305
Genre: Biografien

Rezension:

          Die Idee hinter dem Buch gefällt mir und sie ist überraschend gut umgesetzt. Diese Geschichte hat keine Moral; Lektionen werden nicht erteilt; die Autorin wollte etwas ganz anderes. Man lebt nur ein Leben, aber durch intensives Mit-Erleben, Nach-Erleben gelingt es einem manchmal, in die Haut eines anderen zu schlüpfen. Sie wollte ihre Leser an den Erfahrungen teilnehmen lassen, die sie auf diese Weise gemacht hat. Ich stelle es mir sehr schwierig vor, als Betroffene, über bi-sexuelle Partnerschaften, gleichgeschlechtliche Liebe mit Heirat, die mit Hilfe eines reichen Freundes in einer Schwangerschaft und der Flucht in den Alkohol der Ehepartnerin endet, zu schreiben. Diese eindrucksvollen und tiefsinnigenden Schilderungen wecken jedes Gefühl, zu dem ein Mensch fähig ist. Ariel Levy hat ihre Trauer in Literatur verwandelt. Ich selbst hatte beim Lesen oft Angst, dass das ganze vielleicht unrealistisch werden könnte, doch alles ist sehr plausibel geschrieben. Zutiefst bewegend und mit entwaffnender Ehrlichkeit stellt sich Ariel Levy in einer Zeit überwältigender Trauer der großen Frage: Was kann ich vom Leben erwarten? Die Zeitspanne des Buches ist gut gewählt und der Leser wird in ein Wechselbad der Gefühle geworfen. Vor allem das Ende des Buches hat es in sich. Es konnte mich sehr überraschen und hatte so einige Wendungen parat, die die Spannung noch einmal auf einen Höhepunkt gebracht haben. Ariel Levy ist angekommen. Sie ist Journalistin beim New Yorker, hat ihre große Liebe Lucy geheirated und wird mit Hilfe eines reichen Freundes schwanger. Alles gelingt ihr, alles ist möglich. Im fünften Schwangerschaftsmonat reist sie in die Mongolei, um für eine letzte große Reportage zu recherchieren. Doch kurz nach der Ankunft verliert sie ihr Baby. Traumatisiert und taub vor Schmerz tritt sie einige Tage später die Heimreise an. Ein Anknüpfen an ihr altes Leben will nicht gelingen, denn sie scheint ihrer Identität beraubt: Ihr Körper schreit nach seiner Mutterrolle und verhindert eine Rückkehr in ein vertrautes Frauendasein. Ariels Ehepartnerin Lucy hat sich zu diesem Zeitpunkt in den Alkohol und aus der Beziehung geflüchtet. So zersplittert das selbstdefinierte Leben der 37-Jährigen. Allem beraubt, bleibt ihr nur noch die Liebe zur Sprache. Sie wollte dasselbe, was jeder von uns wollte: alles. Wir suchen einen Partner, der uns vertraut ist, einen Liebhaber, der exotisch und aufregend ist. Wir wollen jugendliche Abenteurer sein und reife Mütter. Aber alles kann es für uns nicht geben. Eine Liebeserklärung an das zerbrechliche, aber kostbare Leben! Wunderschön. Levy's schonungsloses Selbstporträt geht unter die Haut. Ein mutiges Buch, glänzend geschrieben. Der Roman ist generell sehr tiefgründig und hegt ein breites Spektrum an Gefühlen. Die Charaktere finde ich sehr gelungen. Man kann sich in sie hineinversetzen, ihre Gefühle nachempfinden und mit ihnen und ihrer Entwicklung mitfiebern. Auch wenn die Thematik sehr speziell ist überzeugt die Autorin mit der Ausarbeitung der Hauptpersonen. Eine unfassbare, sehr einnehmende und emotionale Geschichte mit fantastischem Schreibstil! Obwohl Sachbücher nicht mein Genre sind fand ich schon die Leseprobe zu "Gegen alle Regeln" eine meisterhafte Schilderung des Emanzipationsprozesses einer jungen Frau aus tiefer Einsamkeit und Angst hin zu einem einzigen Punkt: dem eigenen Denken und Fühlen. Auch wenn man sich dieses Buch vielleicht nicht selbst aussuchen würde, sollte man es unbedingt lesen, weil es einen zum Nachdenken anregt und wirklich toll geschrieben ist. Ich bin von diesem Buch maßlos begeistert und bin unglaublich froh, es gelesen zu haben. Ich kann es wirklich allen weiterempfehlen.
       

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(49)

58 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 49 Rezensionen

drogen, krimi, gewalt, altglück, dunkels gesetz

Dunkels Gesetz

Sven Heuchert
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 14.07.2017
ISBN 9783550081781
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

          Hart, schroff, melancholisch — und rabenschwarz. Ein moderner Provinz-Noir der einmalig ist, geschrieben in den Zeiten von True Detective und Breaking Bad. Ein Exsöldner, ein geplatzter Drogendeal und ein junges Mädchen. Altglück ist ein verlassenes Nest in der Nähe der belgischen Grenze, hier träumt es sich schlecht vom sozialen Aufstieg. Ein ödes Land. Überall herrscht eine seelische Versteppung. Alle leben eigentlich über ihre Verhältnisse, und man braucht kein Prophet zu sein, um vorauszusagen, dass sich das noch mal bitter rächen wird. Achim, der Tankstellenbesitzer, heuert bei der Lokalgröße Falco an und steigt gemeinsam mit seinem Knacki-Kumpel in den Drogenhandel ein. Seine letzte Chance auf ein gutes Leben, glaubt er für sich, seine Geliebte und deren Tochter Marie. Doch ein Mann droht alles kaputtzumachen: Richard Dunkel, Exsöldner, hat genug von der Welt gesehen. Seine Freizeit verbringt er an der Bar der Dorfkneipe. Um über die Runden zu kommen, arbeitet er als Security-Mitarbeiter keine Close Personal Protection, nur Objekt und Gelände für eine Chemiefirma nahe der belgischen Grenze. Anheuser, der seit dreißig Jahren sein Freund ist, hatte ihm diesen Job verschafft. In einer stillgelegten Grube der Chemiefabrik oben in Altglück, wurde eine Leiche gefunden, ein Junge, neun oder zehn Jahre alt. Die Wildschweine hatten nicht viel von ihm übrig gelassen. War überall groß in den Zeitungen vor ein paar Wochen. Suchtrupps, Hundestaffel, der ganze Aufriss. Ist zufällig gefunden worden. Ein Unfall sagt man, der Junge ist in dem gefluteten Stollen ertrunken, und nun steht das Image des Unternehmens auf dem Spiel. Da stößt Dunkel in einem weiteren Stollen auf ein Drogenlabor,  Achims Drogenversteck. Der Tod des Jungen lässt ihm nun keine Ruhe mehr. Wer im Ort handelt mit Crystal Meth? Dunkel steckt das Labor in Brand, zieht so alle Aufmerksamkeit auf sich. Und im grellen Schein des Feuers sind die Akteure deutlich zu erkennen: Achim, der Drogenboss, seine Muskelmänner und die Frauen, die er schlecht behandelt, seine Geliebte Anna und Marie, seine Stieftochter. Dunkel sagt Achim den Kampf an und findet in Marie eine überraschende Verbündete. Er setzt Falco und Achim mächtig unter Druck und bringt so, ohne es zu wollen, Marie in tödliche Gefahr. An der Geschichte fasziniert, dass der Autor Figuren schildert, die aus dem Leben gegriffen sind, er lässt uns keine Zeit zum Luftholen. Dabei wirkt Altglück als Schauplatz der Handlung ebenso originell wie unheimlich. Tolles Krimidebüt herrlich schaurig und actionreich mit gut gezeichneten Figuren. Viele unterschiedliche Charaktere und Perspektiven machen diesen Spannungsroman zu einem echten Lesevergnügen mit überraschendem Ende. Der Autor lässt mit seinem kompromisslosen Ton keinen Raum für Tümeleien, ihm ist mit "Dunkels Gesetz" ein Krimi gelungen, der problemlos mit Spannungsliteratur der Oberklasse mithalten kann. Gelungen.  
       

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(88)

122 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 83 Rezensionen

thriller, schweden, skandinavien, wolf, drogen

Zack Herry / Die Fährte des Wolfes

Mons Kallentoft , Markus Lutteman , Christel Hildebrandt
Flexibler Einband: 458 Seiten
Erschienen bei Tropen, 07.09.2017
ISBN 9783608503715
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

          Ein Thriller mit Tiefgang. Mann, oh Mann, mehr Action geht nicht. Was für ein spektakulär temporeicher, toller Thriller über einen unberechenbaren Ermittler, der raucht, trinkt, kifft, jede Nacht sich durch verschiedene Betten schläft und trotzdem, oder wegen dem, wenig Glück mit Frauen hat. Aber seine Fähigkeiten als cleverer und begnadeter Ermittler sind enorm, sodaß seine Vorgesetzten ihn zu allen wichtigen Fällen hinzuziehen. Wobei wichtig immer im Auge des Betrachters liegt. Zack Herry hängt in Clubs ab, konsumiert unkontrolliert Kokain und lässt sich auf Schlägereien ein. Während ihm die internen Ermittler auf den Fersen sind, versucht Zack mit seinem Team herauszufinden, warum vier thailändische Frauen in einem Massagesalon gnadenlos hingerichtet wurden. Handelten die Mörder aus blindem Frauenhass oder steckt ein rassistisches Motiv hinter dem Mordanschlag? Als eine Zeugin zugibt, dass auch illegaler Frauenhandel nicht auszuschließen ist, geraten die um das Prostitutionsmonopol konkurrierenden Banden der Stadt in Zacks Blickfeld. Zack ist ein beeindruckender, faszinierender Typ. Gegen alle Widerstände bringt er die Wahrheit ans Licht. Die Handlung ist aktuell, die Charaktere überzeugen durch Authentizität und Tiefgang und gewürzt wird das Ganze mit einem guten Schuß Verschwörungstheorie. Heraus kommt ein Roman, der von der ersten bis zur letzten Seite Spaß macht und erfreulicherweise keine Fragen offen läßt. Der furiose Auftakt des Schriftstellerduos Kallentoft/Luttemann schafft es, genau die richtige Mischung aus Spannung, Verwirrung, Intrigen und brillantem Ermittler, zu einem facettenreichen und spannungsgeladenen Kriminalroman zu vereinen. Skandinavischer Thriller par excellence, zügig und rasant zu lesen. Ein zerrissener Held, Action, Spannung, und stilistisch ein gelungener Kontrast zu anderen Skandinavienthrillern. Einzigartig, aufregend und fesselnd. Ein vielversprechendes fulminantes Thriller-Debüt mit interessanten und glaubwürdigen Charaktere, das man sich nicht entgehen lassen sollte! Die vielen Handlungsstränge werden schlüssig zusammengefügt und fordern die ganze Aufmerksamkeit des Lesers. Interessante Figuren und gelungene Dialoge machen diese Geschichte nahezu perfekt. Ein flüssig zu lesendes Buch mit einem sehr spannenden Hintergrund und sehr interessanten Wendungen, bietet Suchtpotenzial bis zur letzten Seite! Absolut gelungen und so real, dass es einem Angst macht. Für Fans von skandinavischen Krimis und Thrillern auf jeden Fall ein Muss!
       

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100 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 61 Rezensionen

england, krimi, geheimnisse, dorf, geheimnisvoll

Eine von uns

Harriet Cummings , Walter Goidinger
Fester Einband
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 24.07.2017
ISBN 9783552063358
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

          Harriet Cummings’ Debüt ist spannend, stilsicher und raffiniert – den Abgründen dieser Dorfidylle entkommt man nicht! Sommer 1984, ein Dorf in der englischen Provinz, in dem jeder jeden verdächtigt: Ist der geheimnisvolle Fox, der in Häuser einbricht, aber nichts stiehlt, der sie beobachted und verunsichert, einer von ihnen? Bürgerwehren wurden aufgestellt, von denen es hieß, der Fox würde es nicht überleben, wenn sie seiner habhaft würden. Und dennoch schaffte es der Fox weiterhin, in die Häuser einzudringen. Es hatte ganz den Anschein, als würden Bewehrungen, Fallen und Patrouillen nicht ausreichen. Es schien einfach zu abwegig, wie ein Gruselfilm. Als schließlich Anna eine junge Frau, die harmloseste, unscheinbarste von allen spurlos verschwindet, ist nichts mehr wie es war und je heißer die Tage, je intensiver die Suche nach ihr, desto mehr bekommen sie Angst voreinander. Der neue Seelsorger Jim, die unglückliche Ehefrau Deloris, Brian der netteste Polizist der Welt, kann einer von ihnen der Fox sein?  Und was dahintersteckt, auch darauf kommt man nie...verrückt, unvorhersehbar und ziemlich clever gemacht. Richtig gut und total spannend! Durch die verschiedenen Erzählstränge wird das Buch zu keiner Zeit langweilig. Eine Katz-und-Maus-Jagd, bei der bis zum Schluss unklar ist, wer nun eigentlich die Maus ist. Fesselnd von der ersten Zeile an. Und dank der großartigen, abwechslungsreichen und bisweilen spielerischen Prosa spannend bis zum Schluss. Die Beklemmung spürt man am eigenen Körper und ich konnte den Plot bis zum Schluss nicht durchschauen. Ein durch und durch außergewöhnlicher Thriller. Für jeden Fan des klassischen Krimis ist dieser Roman auf jeden Fall zu empfehlen und wer keine blutigen oder gewaltsamen Szenen erwartet, kommt an diesem Roman einfach nicht vorbei! Gute Unterhaltung!
       

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129 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 85 Rezensionen

thriller, gerechtigkeit, mord, band 6, folter

Du sollst nicht leben

Tania Carver , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.07.2017
ISBN 9783548613512
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

          Geplant und präzise und sadistisch- das schlimmste Grauen überhaupt. DI Phil Brennan wird zu einem grausigen Tatort in Birmingham gerufen und gerät in einen Alptraum, der sein eigenes Leben zugrunde zu richten droht, denn dieser Täter ist kein gewöhnlicher Serienkiller. Seine Triebhaftigkeit folgt einem seltsamen Muster. Seine Motivation: Gerechtigkeit und Wahrheit - nach diesem Rezept mordet er in England. Eine Mutter und ihr Baby wurden vor den Augen des Kindsvaters mit einer Armbrust erschossen. Dieser konnte selbst entscheiden: entweder mit seinem eigenen Leben oder mit dem seiner Familie für den Unfalltod zweier Menschen zu büßen. Er wählte seine Familie. Aber es bleibt nicht der einzige Mord dieser Art. Ausgerechnet beim Kampf gegen einen Serienmörder, der sich der Rechtsprecher nennt und seine Opfer zur Entscheidung zwingt, ist Phil Brennan auf sich allein gestellt. Denn seine Ehefrau, Polizeiprofilerin Marina Esposito, muss sich den Dämonen ihrer Vergangenheit kämpfen, die nicht weniger tödlich sind... Längst gebannte Geister kehren wieder zurück und bringen schockierende Geheimnisse ans Tageslicht. Die unglaubliche Bestialität dieser Morde raubt ihr den Schlaf. Sie bekommt es in der Psychiatrie von Colchester mit einer Frau zu tun, die einen bedrohlichen Einfluss auf ihre suizidgefährdete Patientin hat. Die Fremde weiß erstaunlich viel über Marina und Phil, und schnell wird klar, dass die Frau aus der Vergangenheit eine tödliche Gefahr darstellt. Krass, dieses Buch ist krass und zwar von der ersten Seite an bis zum Schluß. Normalerweise benutze ich dieses Vocabular nicht aber in der Tat, um diesen Thriller zu lesen muss man Nerven wie Straßenbahnschienen besitzen. Wer es absolut grausam, gruselig und blutig mag, liegt mit "Du sollst nicht leben" genau richtig. Dieses Buch ist nichts für "zartbesaitete Seelen". Nervenaufreibend und temporeich mit Garantie, dass man am Schluß nachdenklich überlegt ob man nicht vielleicht auch irgendwo eine Leiche im Keller hat. Eiskalt und mit hintergründigem Geschick geht Tania Carver in ihrem neuen Spannungsroman Kleinkriminellen und Menschen die sich grober Vergehen strafbar gemacht haben ohne dafür belangt worden zu sein, durch den Rechtsprecher an den Kragen und zwar so hautnah, dass dem Leser der Atem stockt. Meisterlich verbindet sie in ihrem neuen Buch die atmosphärische Dichte mit der Schnelligkeit und Schärfe ihrer psychologischen Thriller. Ein Spannungsroman mit ganz besonderer Note, ein Spiel mit den ausgeklügelten Szenarios der grausamsten Verbrecherhirne dieser Erde. Ein Thriller in Reinkultur, handwerklich perfekt gemacht – selten so gegruselt, selten so mitgefiebert, selten so die Story verschlungen. Großartige Idee des Meisterduos des Psychothrills. Und geniale Umsetzung. Man hört nicht auf zu lesen. Alles in allem empfehlenswerte Hochspannung, allerdings auch harte Kost!
       

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215 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 130 Rezensionen

thriller, serienkiller, spannung, berlin, psychopath

Targa - Der Moment, bevor du stirbst

B. C. Schiller
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin, 10.07.2017
ISBN 9783328101512
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

          Targa Hendricks wird von dem Leiter der Sonderabteilung K2 Volker Lundt zu einer seltsamen Mordserie hinzugezogen. Vier tote Mädchen wurden elend erstickt und im Abstand von mehreren Wochen trieben ihre leblosen Körper in Holzkähnen auf der Spree. Auf den ersten Blick wirken sie, als würden sie schlafen. Die vier Mädchen waren zudem alle Studentinnen einer privaten Universität, an der Falk Sandman Hochschuldozent, charismatisch, clever und besessen von den letzten Worten Sterbender – seiner Opfer, doziert. In seinem Bootshaus konnten Spuren von ihnen nachgewiesen werden und zwei der Boote gehörten Sandman. Er steht im Verdacht mindestens diese vier jungen Frauen offenbar durch Ersticken getötet zu haben, leider sind die Indizien nicht ausreichend, da Alibis vorhanden sind. Die polizeiliche Strategie ist, das Einschleusen einer vermeintlich ebenso gefährlichen Partnerin nähmlich Targa Hendricks, Undercover Ermittlerin der BKA-Sondereinheit K2, um ihn zu überführen. Targa lebt mit Hund in einem VW Bus auf einem gottverlassenen Campingplatz, hat keine Freunde, keine Liebe, nichts zu verlieren. Doch vor allem hat sie keine Angst – und genau das macht sie so verdammt gut in ihrem Job. Denn als Undercover-Ermittlerin einer Sondereinheit des BKA ist es ihre Aufgabe, Serienkiller auf frischer Tat zu überführen, und dazu gibt es nur zwei Wege: Targa muss sich einem Mörder ausliefern – oder ihn glauben lassen, sie sei wie er. Also, höchste Einsatzstufe 5, undercover mit direktem Kontakt zur hochgefährlichen Zielperson. Dabei droht das Risiko eine zu starke Faszination für die Zielperson zu entwickeln. Und tatsächlich sie sieht sich plötzlich einer Situation gegenüber, mit der sie nicht gerechnet hat und gerät selbst in den Strudel des Verbrechens: Sie könnte das nächste Opfer sein! Nervenkitzel pur. Ein herausragender Psychothriller, fesselnd und schockierend zugleich. Ich liebe den Roman dieses Autorenpaares Barbara und Christian Schiller, denn das ungleiche Paar Hendricks und Lundt ergänzen sich einfach großartig. Ein Serienmörder, Targa in Gefahr, aber es folgen ja noch mehr da es am etwas mysteriösen Ende des Buches heißt 'Fortsetzung folgt', nehme ich mal an dieser Roman ist der Auftakt zu einer fantastischen Reihe um Targa Hendricks und den hoffentlich bald wieder genesen Leiter der Sonderabteilung K2 Volker Lundt. Tolle Ermittlerarbeit und ein mehr als gruseliger Fall sorgen für schlaflose Nächte. Top! Ein extrem spannendes Buch. Gehört definitiv zu meinen Lieblingsthrillern.
       

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89 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 66 Rezensionen

drogen, thriller, london, drohnen, brexit

Die Lieferantin

Zoë Beck , Thomas Wörtche
Flexibler Einband: 324 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 10.07.2017
ISBN 9783518467756
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

          Darknet Chatroom Falle. Elliot Johnson. Sie leitet das heißeste Start-up Londons und zugleich das illegalste: Über ihre App bestellt man Drogen in höchster Qualität, und sie werden von Drohnen geliefert. Anonym, sicher, perfekt organisiert. Die Sache hat nur einen Haken - die gesamte Londoner Unterwelt fühlt sich von ihrem Geschäftsmodell bedroht und will Elliot tot sehen. Ein Kopfgeld wird auf sie ausgesetzt. Elliot beschließt zu kämpfen - ihre Gegner sind mächtig, und sie sitzen überall. Bei Scotland Yard, in den Gerichtssälen, im Parlament, in der Zentrale des Geheimdienstes. Und sie lauern an jeder Straßenecke. Jemand spielt ein falsches Spiel. Und macht Jagd auf Elliot … Dieser Thriller ist sowas von brisant! Zoe Beck hat einen ausgesprochen fesselnden Thriller geschrieben, der hochaktuell und höchst brisant ist. In London bzw. Großbritannien ist die Situation mit den Drogendealer noch weitaus problematischer als in Deutschland, weshalb sie sich für London als Schauplatz entschieden hat. Sie beleuchtet in diesem Buch, was junge Menschen dazu bewegt, sich dem Drogenkonsum anzuschließen. Aber es kommen auch noch ganz andere Komponenten mit ins Spiel, die ich Ihnen hier nicht verraten will. Nur so viel – das Ende hat mich überrascht und total geschockt! Und ich befürchte, dass es leider weitaus mehr als eine reine Fiktion ist. Ein hochaktueller Thriller, den ich nur jedem empfehlen kann, der sich mit der Problematik des Drogenmilieus, dealen und konsumieren, beschäftigt. Die Thematik dieses Thrillers macht es schwer ihn zu loben oder weiter zu empfehlen. Jedoch schafft es die Autorin, dass der Leser das ganze Ausmaß dieses Leides erfassen kann, da sie die Geschichte aus drei Perspektiven erzählt. Einerseits wird aus der Perspektive eines Opfers erzählt, andererseits wird der Leser, Teilnehmer der Ermittlungen. Auch die Perspektive der Lieferantin wird schonungslos beleuchtet, was mir den ein oder anderen Schauer über den Rücken jagte. Nichtsdestotrotz ist dieses Buch ein starker Thriller für alle, die sich als hartgesotten betrachten oder die mal etwas anderes lesen möchten als blutige Krimis. Diese Lektüre wird nicht jedem gefallen, aber das Buch regt eindeutig zu Diskussionen an. Eine erschreckend realitätsnahe Geschichte, die jeder Nutzer eines Sozialen Netzwerks gelesen haben sollte. Zoe Beck greift eine Thematik auf, vor der wir leider oftmals die Augen verschließen. Dieser Thriller ist der richtige Lesestoff für Fans von Matt Beyon Rees Krimis.
Das ist Kriminalliteratur at its best: Radikal, zupackend, aktuell - unentbehrlich. Die völlig realistische Gefahr aus dem Chatroom wird hier in einem Thriller gut auf den Punkt gebracht! Es kommt schlimmer und härter als man sich am Anfang vorstellen kann. Dieser Krimi raubt einem den Atem und die Zeit, an etwas anderes zu denken. Ein echtes Highlight, spannend bis zur letzten Seite! Und selbst der geübte Krimileser errät nicht sofort, was Sache ist - im Gegenteil. Fies, fies, fies. Und seien Sie gewarnt: Sie werden das Buch nicht wieder aus der Hand legen, bevor Sie das Ende lesen! Von der ersten bis zur letzten Seite durchgehend so spannend, dass man das Buch kaum aus der Hand legen will! Für Freunde der Spannung ein MUSS!!!
       

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116 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 68 Rezensionen

krimi, norwegen, oslo, serienmor, brutal

Teufelskälte

Gard Sveen , Günther Frauenlob
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 16.06.2017
ISBN 9783471351499
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

          Abgründe tun sich auf! Eine Prostituierte wurde auf brutale Weise ermordet. Kommissar Tommy Bergmann steht vor einem Rätsel. Er betrachtete die schmächtige Frau, eigentlich noch ein Mädchen. Sie hatte eine Sauerstoffmaske auf dem Mund. Die Decke, die sie über sie gelegt hatten, war schon vom Blut getränkt. An den Handgelenken waren Reste von Klebeband zu erkennen. Die Augen starrten steif an die Decke, als wäre sie bereits tot, die Blutkonserve und das junge, blasse Puppengesicht. Wie Kristiane, dachte Tommy. Der Mord weist große Ähnlichkeit zu einer Reihe von Morden an jungen Mädchen in den Achtzigerjahren auf, alles sieht aus wie damals. Ein Schauer lief ihm über den Rücken. Ein Nachahmer? Wie sehr kann man sich selbst hassen?
Oslo 1988. Im Wald liegt, halb unter Schnee begraben, die brutal verstümmelte Leiche einer jungen Frau. Obwohl sie schon Tage dort liegen musste, war Kristiane Thorstensen anhand der Fahndungsfotos leicht zu erkennen. Sie lag in zwei zusammengeklebten Müllsäcken unter ein paar Ästen und Zweigen. Sie war die erste in einer langen Reihe von Morden. Die Spur führte Tommy Bergmann damals in den einsamen Norden Norwegens. Der Fall scheint schnell gelöst, der Täter seiner gerechten Strafe zugeführt. Nie war Tommy Bergmann, ein Kommissar, der eigentlich mit seiner eigenen Biographie und seinen brutalen Ausfällen genug zu tun hat, verzweifelter, nie einsamer. Er hielt seinen ersten Fall für gelöst. Doch nun geht das Morden wieder los. Auf die gleiche Weise wie damals. Doch der Täter, Anders Rask, befindet sich im Hochsicherheitstrakt einer psychiatrischen Anstalt. Hat der Verurteilte einen Komplizen, der sich noch auf freiem Fuß befindet, oder ist er in Wirklichkeit ganz und gar unschuldig? Hat er den falschen eingesperrt? Ist der wahre Mörder seit Jahren auf freiem Fuß? Nichts ist so wie es scheint und Jahrzehnte nach der Tat, beginnt die wahre Aufklärungsarbeit. Zusammen mit seiner neuen Kollegin Susanne Bech rollt Tommy Bergmann den alten Fall erneut auf. Die stolze und verletzliche Frau fasziniert ihn, und er entwickelt Gefühle für sie, sie ist eine Frau nach seinem Geschmack: klug, verletzlich und schön. Doch sie hat einen Hang zu den falschen Männern. Schon bald stößt Susanne Bech auf einen groben Fehler in den alten Ermittlungen. Und so werden Tommy Bergmanns schlimmste Befürchtungen wahr. Ab sofort ist er in einem Wettlauf gegen die Zeit - und einen unaufhaltsam mordenden Täter, der in immer kürzeren Abständen zuschlägt! Ruhig erzählter Krimi-Klassiker, ein Pageturner mit Sogwirkung der Krimilesern gefallen wird. Es geschieht nichts an der Oberfläche, alles ist längst geschehen, und entzieht sich doch nicht der Gerechtigkeit. Ein Muss für alle Krimileser und Skandinavienfans, obwohl "Teufelskälte" nicht der übliche Skandinavien-Krimi ist, wie das Buchcover vermuten lässt, aber hat man sich erstmal eingelassen auf diesen Krimi, kann man ihn kaum weglegen, weil er auf eine spezielle Art spannend ist. Gard Sveen, stellt in seinem atemberaubenden Roman die Gesetze des Kriminalgenres auf den Kopf. Er erzählt die Geschichte einer tragischen Täuschung - und treibt dabei das raffinierteste Spiel mit der Leichtgläubigkeit der Leser. Die Figuren in dem Buch sind mit Liebe zum Detail und typisch nordischen Schrulligkeiten ein Erlebnis. Absolut empfehlenswert! Ein norwegischer Krimi der Spitzenklasse mit einem düsteren Hintergrund und Dank vieler überraschender Wendungen spannend bis zum furiosen Finale.
       

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118 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 86 Rezensionen

krimi, münchen, mord, gewalt, misshandlungen

Tiefe Schuld

Manuela Obermeier
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 16.06.2017
ISBN 9783548288635
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

          Fall 2. Tolles Kopfkino mit sympathischen Figuren und Spannung - was will der Krimileser mehr.... Fabian und Cem, zwei Schatzsucher, finden im Wald die halbentkleidete Leiche von Julia Krämer. Zahlreiche Hämatome und andere Verletzungen weisen daraufhin, dass sie vor ihrem Tode jahrelang misshandelt wurde. Kommissarin Toni Stieglitz nimmt sich des Falles an – mit bitterem Beigeschmack: Ihr eigener Exfreund war gewalttätig, böse Erinnerungen werden wach. Deshalb nimmt sie sofort Martin Krämer, den Ehemann der Toten ins Visier, da dieser bereits drei Jahre zuvor verdächtigt worden war, seinen damals zehnjährigen Sohn Sebastian misshandelt zu haben. Mangels Beweisen wurde das Verfahren jedoch eingestellt, und auch diesmal fehlen konkrete Beweise. Doch Toni, die selbst jahrelang unter Gewalt in ihrer Beziehung litt, ist sich sicher, den Schuldigen zu haben. Aber verdächtigt Toni den Partner des Opfers bloß aufgrund ihrer eigenen Vergangenheit, und ist der Fall in Wahrheit viel komplizierter? Ein psychologisch dichter Krimi, dessen verschiedene Stränge gekonnt miteinander verwoben sind. Sehr spannend geschrieben muss man einfach gelesen haben wenn man Thriller liebt. Die Charaktere sind zum Teil etwas schräge Gestalten, aber sehr genial! Eine Frau, die nicht aufgibt und ein Rechtsmediziner, der auf ungewöhnliche Weisen zum Ziel gelangt beruflich als auch privat! Perfekte Fortschreibung um das ungleiche Ermittler-Duo. Mit Toni Stieglitz und Rechtsmediziner Dr. Mulder hat Manuela Obermeier ein wirklich starkes Team am Start, das man gerne weiter begleiten möchte. Sympathische Ermittler - geheimnisvolle Story. Ganz tolles Buch für kleine Hobby-Spürnasen. Ein spannungsgeladener Fall wird mit ‚Tiefe Schuld‘ jedenfalls garantiert. Diverse Handlungen, Orte und Personen ergeben am Ende eine unglaubliche Story! Spannung pur und unglaublich fesselnd. Echt lesenswert.
       

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114 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 70 Rezensionen

freundschaft, liebe, leben, england, london

Als wir unbesiegbar waren

Alice Adams , Eva Kemper
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 19.06.2017
ISBN 9783832198411
Genre: Romane

Rezension:

          Was für ein schönes Buch...intensiv und unglaublich gut. Die Geschichte erzählt über Freundschaft, Selbstfindung, Liebe, Selbstverwirklichung und Träume. Traurig, ehrlich und wunderschön zu gleich - mehr als "nur" eine Liebesgeschichte! Wunderbare Freundschaften - wie Glück und Glas. Sie wollten die Welt verändern.... Eva, Benedict, Lucien und Sylvie - vier unzertrennliche Freunde, die nach dem College dem wahren Leben entgegenfiebern. Zwei Jahrzehnte später haben alle einen Weg mit Höhen und Tiefen hinter sich. Eva verlor ihren Job, Benedicts Ehe mit Lydia zerbrach, Lucien mußte die Rechnung für sein rücksichtsloses Leben zahlen, und Sylvie sieht sich plötzlich allein gelassen mit ihrem Kind. Inmitten ihrer jeweiligen Lebenskrise besinnen sie sich wieder aufeinander und sehen erneut einen gemeinsamen Weg. Alice Adams hat mit "Als wir unbesiegbar waren" einen berührenden, ungemein intensiven Roman über Freundschaft, Liebe und Treue geschrieben. Es ist ein bisschen so wie in einem fremden Tagebuch zu lesen. Wie das Leben, lustig, traurig, einfach voller Gefühle. Sinnlich, präzise und mit großem Gespür für die Gefühlswelt ihrer Figuren erzählt Alice Adams, was einem Halt gibt, wenn die eigenen Träume mit der Wirklichkeit kollidieren - wahre Freundschaft. Die meisten Figuren wirken sehr zerrissen in ihren Gefühlen, Erfahrungen, Tun - im Nachhinein betrachtet ein gutes Stilmittel, die Befindlichkeiten in ihrem kleinen täglichen Alltag aufzuzeigen. Unwiderstehlich, die Autorin ist eine excellente Geschichtenerzählerin. Voller Wärme, aber immer realistisch erzählt sie von Eva, ihren Freunden und ihrer Familie, die in einer Zeit mit den Härten des Lebens ihre Menschlichkeit zu bewahren versuchen. Beste Freunde fürs Leben - oder doch die große Liebe? Ein Wechselbad der Gefühle, zwischen weinen, lachen, schmunzeln und dem ganz großem Knall. Ein ganz tolles Buch, das es hier zu entdecken gibt. Ein durch und durch gelungener Roman! Ungewöhnlich packend erzählt, gut beobachtet- ein tolles Lesevergnügen ganz ohne Kitsch!
       

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