Ruffian

Ruffians Bibliothek

194 Bücher, 78 Rezensionen

Zu Ruffians Profil
Filtern nach
194 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(14)

33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

jugendbuch, bücher, calypso, familiäre probleme, *****

Eine Geschichte der Zitrone

Jo Cotterill , Nadine Püschel
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2016
ISBN 9783551560360
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Eigentlich will die 11jährige Calypso gar keine Freundin, denn ihr Vater hat ihr beigebracht, dass man sich selbst der beste Freund sein sollte und man keine anderen Menschen braucht um glücklich zu sein. Und so lebt sie alleine mit ihm, seit dem Tod ihrer Mutter. Ihre liebste Gesellschaft sind ihre Bücher, denn beim Lesen kann sie in fremde Welten eintauchen und wenn sie ein Buch ihrer Mutter liest oder berührt, hat sie das Gefühl mit ihr verbunden zu sein.
Ihr Vater ist damit beschäftigt sein Buch über die Geschichte der Zitrone zu schreiben und vergisst darüber ganz seine Tochter und vieles mehr. Und so bleibt es meistens Calypso überlassen sich um das Essen oder den Haushalt zu kümmern.

Doch ihre neue Mitschülerin Mae erobert im Sturm ihr Herz und Calypso hat das Gefühl eine Seelenverwandte gefunden zu haben. Bald sind die beiden Mädchen unzertrennlich und Calypso ist oft und gerne bei Mae Zuhause. Während sie den Alltag von Maes Familie miterlebt, wird ihr bewusst, wie einsam und leer ihr eigenes Leben ist und wie sehr ihr menschliche Nähe und Wärme fehlt.

In einer klaren jugendgerechten Sprache, die oft sachlich klingt, erzählt die Autorin Calypsos Geschichte, die mich so sehr gefesselt und berührt hat, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen wollte. Aber das Buch ist keinesfalls sachlich, im Gegenteil, denn es geht um so emotionale Botschaften wie den Wert einer Freundschaft und dass ein Mensch keine Insel ist, sondern andere Menschen braucht, die ihm Halt geben, was das folgende Zitat sehr schön verdeutlicht: „ ... Tief in mir drin zerbricht etwas und meine Knie geben nach, aber Maes Mutter fängt mich auf. Jemand anders fängt mich auf. Diesmal, nur dieses eine Mal, muss ich mich nicht selbst auffangen. Ich muss nicht selbst innerlich stark sein, weil jemand anders für mich stark ist. Was für eine Erleichterung...“
Vor allem Kinder brauchen Halt und menschliche Wärme.

Am meisten hat mich beschäftigt, was alles auf Calypsos Schultern lastet, denn man spürt beim Lesen regelrecht, wie diese Last immer mehr auf Ihre Seele drückt, bis sie fast nicht mehr kann. Kein Wunder, denn sie hat unbewusst und aus der Not heraus die Rolle einer Erwachsenen übernommen und sehnt sich danach nur Kind sein zu dürfen und umsorgt zu werden.
Der Autorin ist es gelungen diese Gefühle für mich fühlbar zu machen. Calypsos Gedanken, ihre Traurigkeit und ihre Ängste werden genauso spürbar wie der Spaß und die Freude, die sie beim Zusammensein mit Mae empfindet. Etwas Besonderes ist die Liebe der beiden Freundinnen zu Büchern und es werden einige Buchtitel genannt, die bekannt sind und mich an meine Kindheit erinnert haben.

Jo Cotterill erzählt Calypsos Geschichte ohne zu be- oder verurteilen. Und ich habe dieses Buch, das ganz ohne reißerische Elemente auskommt sehr gerne gelesen und werden es ohne Bedenken weiterempfehlen und das nicht nur jugendlichen Lesern.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

amanda prowe

Bis die Flüsse aufwärts fließen

Amanda Prowse , Ulrike Brauns
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 04.10.2016
ISBN 9783492309295
Genre: Liebesromane

Rezension:

Inhalt
Jackie ist fest in ihren Alltag eingebunden. Sie kümmert sich um den Haushalt, ihre beiden Kinder, ihren Mann und ihre demente Mutter. Dazwischen bleibt kaum Zeit für sie selbst. Was sie aufrechterhält sind ihre Träume von einem besseren Leben, in die sie sich gerne flüchtet. In diesem Leben sieht sie sich an der Seite ihrer ersten großen Liebe Sven, der sie vor neunzehn Jahren in Weston-super-Mare zurückgelassen hat.
Wenn sie es schon nicht geschafft hat, dann hofft sie, dass wenigstens ihre Tochter Martha den kleinen Ort verlässt, um zu studieren und in eine bessere Zukunft aufzubrechen. Und während die entscheidenden Prüfungen immer näher rücken, hält das Schicksal einige Überraschungen für Jackie bereit ...

Meine Eindrücke
Je mehr ich über Jackies Leben erfahren habe, umso größer wurde mein Respekt vor ihr und ihrer Geduld. Damit ihre demente Mutter sich bemerkbar machen kann, hat sie eine Glocke bekommen, die sie gerne und oft benutzt um Jackie zu sich zu rufen. Und obwohl Ida keine besonders liebevolle Mutter war, folgt Jackie diesem Ruf mit einer Engelsgeduld, genauso wie sie nie mit ihrem Sohn Jonty meckert, wenn er ihr immer in letzter Sekunde morgens sagt, was er an diesem Tag Besonderes in die Schule mitbringen soll.

Jackie opfert sich für ihre Familie auf und fällt abends erschöpft ins Bett. Wenn sie sich in ihre Tagträume flüchtet, träumt sie von einem schönen und luxuriösen Leben mit dem reichen Sven. In ihren Träumen hat er sie nicht verlassen, sondern sie sind gemeinsam nach Amerika gereist um dort auf einer Farm zu leben und abends in die Sterne zu schauen.

Die Kapitel switchen zwischen den Zeiten – heute und vor neunzehn Jahren. Und so erfährt man nach und nach, was damals passiert ist und welche Ereignisse Jackies Leben bis heute beeinflussen und warum es ihr so wichtig ist, dass ihre Tochter Martha eine bessere Zukunft und ein einfacheres Leben hat.

Doch es geht nicht nur um geplatzte Träume, sondern auch um die besondere Beziehung von Müttern zu ihren Töchtern und die Frage, was Glück bedeutet. Jackie geht davon aus, dass sie glücklich wäre, wenn sie ein einfacheres Leben ohne Geldsorgen hätte, an der Seite von Sven. Doch wäre sie bereit für diesen Traum ihre Familie zu verlassen, die sie so dringend braucht und deren Mittelpunkt sie ist? Und würde sie das wirklich glücklich machen?

Die Autorin hat einen angenehm zu lesenden Schreibstil, indem sie ausführlich das Leben von Jackies Familie und ihren beschwerlichen Alltag schildert, wodurch ich mich sehr gut in sie hineinversetzen und mit ihr mitfühlen konnte.

Ich habe das Buch gerne gelesen, denn es ist ein Plädoyer für die Familie und dass man alle Probleme lösen kann, solange man zusammenhält.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(189)

318 Bibliotheken, 7 Leser, 2 Gruppen, 135 Rezensionen

new york, liebe, ally taylor, liebesroman, freundschaft

New York Diaries – Claire

Ally Taylor
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 04.10.2016
ISBN 9783426519394
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die 4-teilige Reihe wird von den Autorinnen Ally Taylor und Carrie Price im Wechsel geschrieben. Es geht jeweils um Frauen, die alle im gleichen Haus im Herzen New Yorks leben.

Claire ist Anfang 30 und kehrt mit gebrochenem Herzen aus London nach New Jersey zurück nachdem ihr Freund sie abserviert hat. Vor der Möglichkeit in ihr altes Kinderzimmer einzuziehen, flieht sie nach New York und zieht dort in den begehbaren Wandschrank ihrer Freundin June. Abgerundet wird die Wohngemeinschaft von Danny, ihrem guten Freund aus Collegezeiten. Aber warum ist ihr noch nie aufgefallen wie heiß er aussieht und wie verführerisch sein Mund ist? Doch er ist tabu, denn er hat eine Freundin und sicher kein Interesse an ihr - oder etwa doch?
Perfekt wird das Gefühlschaos durch Jamie. Er war in der Highschool ihre erste große Liebe und der erste Mann, der Claires Herz gebrochen hat. Warum wohnt ausgerechnet er in der Wohnung über ihr? Und warum hat er sie damals ohne ein Wort der Erklärung verlassen?

Kein Wunder, dass Claire gefühlsmäßig in totalen Aufruhr gerät. Und genau darum geht es in dem Buch, um Claire und ihre Männer, jene welche ihr das Herz gebrochen haben, ihre guten Freunde in der Vergangenheit und in der Gegenwart und die Frage wie ihr Leben nun weitergeht.

Die Autorin bezeichnet ihre in den USA spielenden Liebesromane selbst als Popkornkinoliteratur, was ich sehr treffend finde. Der Roman ist in einer lockeren und leicht zu lesenden Sprache geschrieben, wodurch er sich sehr flott liest. Die Handlung ist unterhaltsam und konzentriert sich stark auf Claires Gefühlswelt. Die Nebenhandlungen hätten für mich ausführlicher sein können, genauso wie das Happy End, das für diesen emotionalen Roman recht kurz ausgefallen ist.

Es ist nur logisch, dass die Protagonistin in „New York Diaries“ Tagebuch führt. Und so kann man in ihren Einträgen erneut in Claires Gefühlswelt abtauchen. Mir war das ein bisschen zu viel davon. Die Tagebuchtexte sind in einer speziellen Schrift abgedruckt, die für mich nicht so angenehm zu lesen war wie der Rest.

Trotz allem habe ich das Buch gerne gelesen, denn es hat mir unbeschwerte Lesestunden geschenkt, in denen ich abschalten und den Alltag hinter mir lassen konnte. Und als sich am Ende das richtige Paar für ein Happy End findet, fand ich es schön, dass sich meine Ahnungen erfüllt haben.

Gut gefallen haben mir die eingestreuten Hinweise auf Lieder, die Claires Leben begleitet haben. Die entsprechende Playlist ist im ausklappbaren Umschlag des Buches zu finden.

Den Folgeband hat Carrie Price geschrieben und darin geht es um Sarah, die wir bereits in diesem Band kennengelernt haben. Ich bin gespannt, ob wir dann auch wieder Claire begegnen.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(58)

116 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 56 Rezensionen

liebe, cat jordan, freundschaft, sommer, jugendroman

Der Sommer, der uns trennte

Cat Jordan , Ivonne Senn
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 15.08.2016
ISBN 9783959670371
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Meredith, genannt Middie, und Nate sind seit 5 Jahren ein Paar. Nate ist Middies Lebensmittelpunkt, ihre Gegenwart und ihre Zukunft. Sie sind das ideale Paar und das sieht auch ihr Umfeld so. Die beiden haben gemeinsame Pläne, wie z.B. dass sie zusammen die gleiche Uni besuchen wollen. Doch während Middie noch das Abschlussjahr auf der Highschool vor sich hat, verbringt Nate ein Jahr in Honduras um unterprivilegierte Kinder zu impfen. Ein paar Tage nach seiner Ankunft wird das Dorf, in welchem Nate war, angegriffen und es werden keine Überlebenden gefunden.
Für Middie bricht ihre Welt zusammen.

In ihrer Trauer ist es erstaunlicherweise Nates bester Freund Lee, der sie versteht und ihr Halt gibt. Er lockt sie aus ihrem Kokon der Trauer. Gerade er, der in ihren Augen ein Loser, Kiffer und Faulenzer ist, schafft es als einziger ihr einen Weg zu zeigen wie es ohne Nate weitergehen kann.

Von der ersten Seite an, hat mich die Geschichte in ihren Bann gezogen. Am Anfang zeigt die Autorin Middie und Nate als Liebespaar, bevor er sich auf die Reise macht. Es wird deutlich dass die beiden eine Einheit sind und dass sie eine innige und von Liebe geprägte Bindung miteinander verbindet. Dadurch konnte ich Middies Verzweiflung gut verstehen, als sie von dem Überfall erfährt.

Es folgt eine Zeit der Trauer und Fassungslosigkeit, in der ihr viel Verständnis von ihrem Umfeld entgegengebracht wird, dass sie aber oft mehr erdrückt als ihr zu helfen. Ohne Nate fühlt sie sich leer und hat das Gefühl nicht zu wissen wer sie eigentlich ist.

Und dann kommt der interessanteste Teil der Geschichte. Durch Lee wird aus Middie Meredith, die ihren eigenen Weg und zu sich selbst findet, bis sie an einen Punkt gelangt, an dem sie entscheiden muss, wer sie in Zukunft sein will. Einer Zukunft, die nicht bereits verplant ist, sondern die sie frei und ganz nach ihren Wünschen gestalten kann, ohne den Einfluss von Nate, ihren Freunden oder ihrer Familie.
Und wieder stellt das Schicksal sie auf eine harte Probe und sie muss eine schwere Entscheidung treffen.

Die Autorin hat der Geschichte Raum gegeben sich zu entwickeln. Sie erzählt sie ruhig und ohne große dramatische Gesten und Szenen. Trotzdem, oder vielleicht gerade deswegen, konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen. Ein weiterer Grund war sicherlich Lee, ein junger Mann mit etwas sperrigem Charakter, der keinen Wert auf die Meinung anderer legt und der ein Gespür dafür hat, was Meredith gut tut.

Auch wenn der Klappentext schon einiges verrät und der Rest oft vorhersehbar ist, liest es sich einfach sehr schön, wie Middie und Lee sich gegenseitig helfen ihre Trauer zu bewältigen und wie sie sich dabei näher kommen. Für mich war das Buch ein echter Pageturner.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(26)

85 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

äther, wasser, feuer, himmelstiefe, daphne unruh

Himmelstiefe

Daphne Unruh
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Loewe, 19.09.2016
ISBN 9783785585658
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt:
Für Kira beginnt das letzte Schuljahr an ihrem Gymnasium in Berlin. Sie träumt bereits davon, was sie alles nach diesem Jahr unternehmen wird. Sie möchte reisen und die Welt kennen lernen.
Doch gleich am ersten Schultag wird ihr ruhiges Leben auf den Kopf gestellt, als sie ihrem neuen Mitschüler Tim begegnet. Er übt eine magische und unerklärliche Anziehungskraft auf sie aus und zusätzlich befallen sie plötzlich Fieberanfälle und unheimliche Visionen von Schattenwesen, die ihr Angst machen.

Sie hat das Gefühl, dass etwas Merkwürdiges mit ihr passiert, doch ihr Umfeld reagiert entweder mit banalen Erklärungen oder Unverständnis, was dazu führt, dass Kira aufgrund ihrer Visionen und ihres aggressiven Verhaltens in ärztliche Behandlung kommt. Denn es muss doch eine plausible Erklärung dafür geben, dass Kira sich plötzlich so verändert, oder?

Die Einzige, die sie wirklich zu verstehen scheint, ist ihre Freundin Atropa, die sie allerdings nur aus einem Internet-Chat kennt und der sie noch nie in der Realität begegnet ist. Auf ihrer Flucht vor den Ärzten und den Schattenwesen, bleibt Kira nur noch der Treffpunkt, den Atropa ihr vorgeschlagen hat. Doch dort findet sie nicht ihre Freundin, sondern den Zugang zu einer geheimen Welt, in welcher man sie versteht, wo man ihr hilft und sie sicher ist. Oder trügt der Schein?

Meine Eindrücke
Mir ist es nicht leicht gefallen Zugang zu dem Buch zu finden. Ich lese sehr oft Jugendbücher, auch wenn ich dieser Altersgruppe schon lange nicht mehr angehöre. In diesem Genre gibt es sehr viele fantasievolle und schöne Geschichten zu entdecken. „Himmelstiefe“ ist durchaus beides, doch mir war Kiras Verhalten zu pubertär, unberechenbar und oft sogar oberflächlich, als dass ich mir ihr mitfühlen und mitfiebern konnte.

Kira ist ein ganz normaler Teenager. Sie hat ein unauffälliges Aussehen und keine besonders innige Beziehung zu ihren Eltern. Nach Tims Auftauchen beginnt sich jedoch einiges zu ändern. Sie verändert sich optisch und entwickelt ungeahnte Kräfte und Fähigkeiten. Gleichzeitig hat sie aggressive Schübe, in denen sie sich nicht im Griff hat, die sich dann wieder mit Fressattacken und düsteren Visionen abwechseln. Es wird schnell klar, dass hier eine Metamorphose stattfindet. Von Kiras Verwandlung träumen sicher viele junge Mädchen. Welches Mauerblümchen möchte nicht gerne zur atemberaubenden Schönheit werden die zusätzlich auch noch Superkräfte hat, die sogar alle Menschen in der Parallelwelt in den Schatten stellen?

In Kira finden sich bestimmt viele pubertierende Jugendliche wieder. Ihre ganze Welt wird auf den Kopf gestellt, vieles verändert sich und einige Menschen versuchen sie zu beeinflussen. Sie muss ihren eigenen Weg finden und lernen zu erkennen, was sie will, wen sie will und wer es gut mit ihr meint.
Mit Kira wird perfekt ein Teenager mit all seinen Stimmungsschwankungen beschrieben. Für romantisch dramatische Stimmung ist auch gesorgt, denn Kira wird in beiden Welten von den interessantesten Jungs begehrt.

Die Autorin beschreibt ausführlich, was in Kira vorgeht, was sie bewegt und was sie fühlt. Genauso detailliert und liebevoll lässt Daphne Unruh diese neue und unbekannte Welt der Elemente vor dem inneren Auge des Lesers Gestalt annehmen.
Aber genau durch diese Ausführlichkeit hatte die Lektüre für mich ein paar Längen.

Insgesamt habe ich das Buch doch gerne gelesen, weil die Autorin viele schöne und interessante Ideen hat.
Die Handlung macht einige Wendungen, von denen nicht alle überraschend waren, aber die ein oder andere hat auch mich erstaunt. Zum Ende hin wurde es noch richtig spannend und die Seiten sind nur so dahingeflogen.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Ich bin Ausländer und das ist auch gut so

Mahmood Falaki , Tarlan Mirshekari
Buch: 168 Seiten
Erschienen bei Sujet, 01.03.2016
ISBN 9783944201177
Genre: Romane

Rezension:

Mahmood Falaki wurde 1951 im Norden Persiens geboren. Während der Schah-Zeit wurde er wegen seiner politisch-literarischen Aktivitäten zu drei Jahren Haft verurteilt. Nach der Übernahme der Herrschaft durch die Mullahs musste er das Land verlassen. 1983 kam er nach Deutschland und seit 1986 wohnt er in Hamburg. Er studierte Chemie und Bibliothekwissenschaft im Iran und später Germanistik und Iranistik an der Universität Hamburg.

Die Kurzbeschreibung auf Amazon fasst es eigentlich sehr gut zusammen:
In seinen pointierten Kurzgeschichten und Momentaufnahmen skizziert Mahmood Falaki auf humorvolle Art Begegnungen von Menschen verschiedener Kulturen.
Mit ironisch distanziertem Blick beschreibt er komische Dialoge und Missverständnisse, die sich aus den unterschiedlichen Blickwinkeln der Protagonisten ergeben und zum Überdenken eingefahrener Sichtweisen und Vorurteilen anregen. Die Geschichten handeln von den Banalitäten und Absurditäten des alltäglichen Lebens „Fremder“ in Deutschland. Bei aller Komik geht es jedoch auch ans Eingemachte: während der Lektüre der poetisch und klug erzählten Storys kann einem das Lachen manchmal im Halse stecken bleiben.

Mit einem guten Blick für Details schildert Falaki seine Beobachtungen und Erlebnisse, die er im Laufe der Jahre in Deutschland gemacht hat. Dabei schont er auch nicht sich selbst, wenn er beschreibt wie er sich z.B. zu einer Provokation hinreißen lässt, die ihm später peinlich ist.
Es geht hier nicht um Einblicke in die Situation der Flüchtlinge, die in letzter Zeit nach Deutschland gekommen sind, sondern um die Erfahrungen des Autors, die er zum Teil schon vor vielen Jahren gemacht hat.

In meinen Augen handelt es sich hier nicht um ein „Ausländerbuch“, sondern um einen kurzen Einblick in die Studien und Beobachtungen des Verhaltens von Menschen unterschiedlichen Alters, Nationalitäten oder Denkweisen. Die Hamburger U-Bahn scheint ein idealer Ort zu sein, da Falaki hier auf ein breites Spektrum von Persönlichkeiten getroffen ist.

Mal ist die Botschaft deutlich und dann wiederum bleibt es dem Leser überlassen sich Gedanken über das Gelesene zu machen.
Beim Lesen hatte ich die unterschiedlichsten Gefühle. Das ging von Ärger und Traurigkeit bis hin zu Mitgefühl und amüsiert sein, wenn es z.B. um sprachliche oder kulturelle Missverständnisse geht.

Insgesamt liest sich das Buch sehr gut durch die unterhaltsamen und kurzweiligen Geschichten, die oft zum Nachdenken anregen.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(28)

76 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

jugendthriller, mörder, genial, hacker, sarah alderson

Keep Me Safe

Sarah Alderson , Franziska Jaekel
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 24.08.2016
ISBN 9783473584932
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nach den traumatischen Erlebnissen in L.A. lebt Nic in New York und versucht sich ein neues Leben aufzubauen. Sie lebt in einem Haus, dass sie mit allen verfügbaren Sicherheitsmaßnahmen abgesichert hat und doch wird ihr schlimmster Alptraum wahr und Eindringlinge versuchen sie zu töten. Obwohl sie ihnen entkommen kann, bleibt die Frage: Warum sind sie hinter Nic her?

Zuflucht findet sie ausgerechnet bei Finn Carter, dem sie bereits während des Prozesses in L.A. begegnet ist. Er scheint der einzige zu sein, der mit seinen Computerkenntnissen herausfinden kann, warum Nic erneut bedroht wurde. Doch er ist nicht nur ein begnadeter Hacker, er sieht auch noch gut aus und man merkt schnell, wie sehr sich die beiden zueinander hingezogen fühlen, egal wie sehr sie sich dagegen wehren.
Auch wenn es klar ist, worauf das hinausläuft, macht es Spaß den beiden dabei zuzuschauen, wie sie sich heimlich mustern und die gegenseitige Faszination und das Herzklopfen steigen.

Aber es bleibt nicht viel Zeit sich näher zu kommen, denn Nics Verfolger spüren sie auf und eine wilde Flucht beginnt. Die Handlung ist sehr spannend und actionreich und wird immer wieder durch Humor aufgelockert. Dadurch ist das Buch sehr kurzweilig und unterhaltsam und man fragt sich die ganze Zeit, warum Nic verfolgt wird.

Mit den Hauptpersonen Nic und Finn sind der Autorin zwei interessante Charaktere gelungen, von denen Jugendliche sich sehr angesprochen fühlen dürften. Auf den ersten Blick wirken sie sehr gegensätzlich, doch unter der Fassade haben beide einen großen Gerechtigkeitssinn und sie haben Dramatisches erlebt. Abwechselnd erzählen sie als Ich-Erzähler von ihren Erlebnissen und Gedanken, wodurch man sie besser versteht und mit ihnen mitfiebert. Allerdings musste ich mich ab und zu auch darauf konzentrieren, wer denn nun gerade die Handlung erzählt.

Auch wenn stellenweise etwas dick aufgetragen wird, bekommt man hier einen spannenden Thriller voller Action und mit einem ordentlichen Schuss Romantik geliefert. Würde es sich um einen Film handeln, würde ich sagen: Richtig gutes Popcornkino 

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(29)

105 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

blutprophetin, vampire, die anderen, fantasy, prophezeiung

In Blut geschrieben

Anne Bishop
Flexibler Einband: 516 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 30.06.2016
ISBN 9783959916110
Genre: Fantasy

Rezension:

Anne Bishop zeichnet hier ein Bild von paranormalen Wesen, die nicht im Geheimen leben, oder von den Menschen gejagt werden. Hier sind sie die Starken, welche die Städte der Menschen dulden, diese aber ohne große Mühe jederzeit vernichten könnten. Für sie sind Menschen „Affen“ oder auch „Futter“ wenn diese unvorsichtig sind. Da die Menschen allerdings auch Dinge herstellen, welche „die Anderen“ zu schätzen wissen, hat sich ein Nebeneinanderleben entwickelt, dass leicht aus dem Gleichgewicht geraten kann.
Meg Corbyn kennt nichts von dieser Welt, denn sie wurde in Gefangenschaft groß, weil sie eine Blutprophetin ist, deren Fähigkeit sehr selten und wertvoll ist. Aus Angst vor ihren Verfolgern bewirbt sie sich um den Job der Kontaktperson bei den Anderen um dort Unterschlupf zu finden. Durch ihre freundliche und zuverlässige Art gewinnt sie bald Freunde unter den Anderen genauso wie bei den Menschen. Doch wie lange wird es dauern, bis ihre Besitzer sie finden und zurückholen?

Eigentlich lese ich nur noch selten paranormale Romane, doch die vielen positiven Stimmen haben mich neugierig auf dieses Buch gemacht und ich wurde nicht enttäuscht. Die Welt, welche Anne Bishop hier zeichnet war für mich etwas Neues und dadurch Interessantes.

Meg Corbyn hat eine ungewöhnliche Fähigkeit und durch ihr Leben in Gefangenschaft hat sie keine Ahnung vom normalen Leben. Dadurch geht sie für einen Menschen relativ schnell entspannt mit den Anderen um und ab und zu kommt es zu lustigen Situationen, die mich und die Anderen zum Schmunzeln gebracht haben.

Simon Wolfgard ist ihr Chef und der Führer der Wölfe in dem Courtyard von Lakeside, wo die Anderen leben. Er duldet Menschen in seinem Geschäft, hat aber keine Ahnung, was in ihnen vorgeht. Er arbeitet zwar mit menschlichen Angestellten, die er aber nur deshalb nicht frisst, weil das schlecht für das Betriebsklima ist.

Die Ideen der Autorin haben mir sehr gut gefallen. Die Werwesen, wie z.B. die Krähen, haben nichts von Kuscheltieren an sich und werden in ihrem Verhalten meistens von ihren tierischen Instinkten geleitet. Und so gibt es noch einige andere Arten von Anderen, die jede auf ihre Art besondere Fähigkeiten hat.

Die Geschichte ist unterhaltsam, abwechslungsreich und ab und zu blutig und brutal. Doch da dies nie im Detail geschildert wird, ist es zwar manchmal düster aber nie erschreckend. Interessanterweise waren für mich die Andeutungen, was Blutprophetinnen von ihren Besitzern angetan wird, schlimmer als jede Grausamkeit der Anderen.

Obwohl einiges vorhersehbar war, habe ich das Buch sehr gerne gelesen, ja regelrecht verschlungen. Auch die Schreibfehler, die immer wieder vorkommen, konnten meinen Lesespaß nicht schmälern. Die Fortsetzungen sind in Amerika bereits erschienen und ich hoffe, dass dies auch bald bei uns der Fall sein wird. Wenn nicht, wird es das erste ebook sein, dass ich mir auf englisch kaufe um zu erfahren, wie es weitergeht. Ich denke, das sagt genug :-) 

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(19)

35 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

ritter, lebensweisheiten, ethan, lebensregeln, ratschlag

Regeln für einen Ritter

Ethan Hawke , Kristian Lutze
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 11.08.2016
ISBN 9783462049336
Genre: Romane

Rezension:

In den 20 Geschichten geht es um Werte, nach denen ein Ritter leben sollte. Es sind so grundlegende Dinge wie Freundschaft, Großzügigkeit oder Gerechtigkeit, denen auch heute noch Beachtung geschenkt werden sollte, die aber doch oft in unserem hektischen und schnelllebigen Alltag in Vergessenheit geraten. Wer macht sich schon Gedanken darüber was für ein Geschenk es ist, dass wir leben?

Die Botschaften werden nicht mit erhobenem Zeigefinger vermittelt, sondern sind verpackt in schöne kleine Geschichten, die Erlebnisse aus dem Leben Sir Hawkes schildern. Es ist ihm wichtig seine Erfahrungen an seine Kinder weiterzugeben, damit sie auch ohne ihn zu aufrechten und anständigen Menschen heranwachsen.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Es hat mich zum Nachdenken angeregt, ob ich mich immer „ritterlich“ verhalte und welche Werte ich an meine Kinder weitergegeben bzw. ihnen vorgelebt habe.

Mit seinem kleinen Format und dem hochwertigen Leineneinband mit Goldschrift hat mir das Buch auch optisch sehr gut gefallen. Abgerundet wird das Ganze von einem Lesebändchen und kleinen Zeichnungen mit denen Ethan Hawkes Frau Ryan jedes Kapitel gestaltet hat.

Das Buch wird mich sicher noch eine Zeit lang begleiten und ich werde immer wieder mal darin lesen.

Ein Buch zum Selbstlesen und Verschenken! Ich empfehle es gerne.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Fast perfekte Heldinnen

Adèle Bréau
E-Buch Text: 380 Seiten
Erschienen bei Ullstein eBooks, 13.01.2017
ISBN 9783843714228
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

10 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

anthologie, kurzgeschichten, geschlechterrolle, mädchen, freundschaft

Unicorns don't swim

Antje Wagner , Ingrid Annel , Antje Wagner , Juliette Bensch
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei AvivA, 16.03.2016
ISBN 9783932338823
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das Buch besteht aus 20 Kurzgeschichten, bei denen es sich fast immer um Mädchen oder junge Frauen dreht. Man erlebt als Leser jeweils einen kurzen Abschnitt aus deren Leben. Jede Geschichte hat ihre ganz eigene Botschaft. Manchmal wird dazu ermutigt das Leben so zu leben, wie man es will und sich nicht in ein Korsett zwängen zu lassen, egal ob es z.B. um die sexuelle oder berufliche Orientierung geht. Es ist schwierig, zu sich selbst zu finden, wenn die Familie oder das Umfeld versuchen einen jungen Menschen nach ihren Vorstellungen zu formen und manchmal zerbricht man daran. Auch vor dieser realistischen und leider immer wieder aktuellen Tatsache macht das Buch nicht halt.
Die Erzählungen sind nicht zur reinen Unterhaltung gedacht, sondern sie enthalten Botschaften, die Mut machen sollen oder zum Nachdenken anregen.
Es sind wichtige Botschaften und Kurzgeschichten sind eine gute Möglichkeit diese vor allem an Jugendliche weiterzugeben. Aber auch Eltern empfehle ich dieses Buch.

Und so begegnen wir im Laufe des Buches den unterschiedlichsten Menschen, wie dem Flüchtlingsmädchen Djemile die versucht in einer ihr fremden Welt zurechtzukommen, oder Alina, die als Kind von ihrer Mutter verlassen wurde und erst mit 16 Jahren erfährt warum.
Mal schicken die Autorinnen ihre Protas in die Zukunft, mal in die Vergangenheit oder auch einfach nur in die Schule oder auf den Skaterplatz. Durch die diversen Erzählstile und die Vielseitigkeit der Handlungsorte war die Lektüre für mich sehr kurzweilig.

Damit die Geschichten jede für sich auf mich wirken konnten, habe ich sie nicht in einem Rutsch gelesen, damit sie nicht miteinander verschwimmen. Beim Lesen hatte ich die unterschiedlichsten Emotionen, mal habe ich mich amüsiert, dann wieder war ich betroffen, wütend oder traurig. Einzelne Eindrücke hallen immer noch in mir nach.
So ein Buch hätte ich mir in meiner Jugend gewünscht.

Am Ende des Buches werden die einzelnen Autorinnen vorgestellt und jede hat ein paar persönliche Worte zu einem ihr wichtigen und zum Buch passenden Thema geschrieben. Eigentlich mag ich solche Nachworte nicht, aber hier haben mir vor allem die als „O-Ton“ bezeichneten Abschnitte sehr gut gefallen.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(22)

37 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

liebe, freundschaft, sehnsucht, dreiecksbeziehung, roman

Auf die andere Art

Phoebe Ann Miller
Flexibler Einband: 364 Seiten
Erschienen bei Amrun Verlag, 27.07.2015
ISBN 9783958690820
Genre: Romane

Rezension:

Dies ist die ungewöhnliche Geschichte von Charlotte. Sie sieht aus wie ein Engel und führt seit 15 Jahren eine glückliche Beziehung mit ihrem gut aussehenden Mann Jason, der ein erfolgreicher Bestsellerautor ist. Sie sind verliebt wie am ersten Tag und leben in einem wunderschönen Haus direkt am See. Die Arbeit in einer Rechtsanwaltskanzlei ist ihr wichtig und macht ihr viel Spaß.
Als sie einen neuen Chef bekommt, ahnt sie nicht, dass das ihr Leben auf den Kopf stellen wird. Dominic sieht nicht nur verdammt gut aus, nein, er ist auch mitfühlend, hilfsbereit und im Beruf sehr kompetent. Man merkt sofort beim Lesen, dass Charlotte ihm vom ersten Moment an gefällt und durch die gemeinsame Arbeit verbringen sie viel Zeit miteinander und lernen sich immer besser kennen.

Besonders gut hat mir gefallen, dass es bei Charlotte nicht Liebe auf den ersten Blick war, sondern dass es einige Zeit dauert, bis auch sie Gefühle für Dominik entwickelt. Und selbst dann stürzt sie sich nicht Hals über Kopf in eine Affäre, sondern versucht das Richtige zu tun. Doch was ist das Richtige, wenn man merkt, dass man tatsächlich zwei Männer aufrichtig liebt? Sie macht sich die Entscheidung nicht leicht und die Autorin beschreibt ausführlich und glaubwürdig, wie sehr Charlotte unter der Last der Entscheidung leidet.

Obwohl Jason und Dominik nach einiger Zeit erstaunlich entspannt mit ihrer unkonventionellen Beziehung umgehen, gibt es immer wieder Ereignisse, die Charlotte zu schaffen machen. Und so geht es auch hauptsächlich um Charlottes Gedanken und ihr Gefühlsleben. Man kann als Leser jederzeit nachvollziehen, was in ihr vorgeht, da dies sehr emotional und detailliert geschildert wird.

Aufgelockert wird die Geschichte durch den Fall, den Charlotte gemeinsam mit Dominik bearbeitet. Hier lernt man eine andere Facette der beiden kennen, was den Figuren mehr Format gibt. Dieser Handlungsstrang hat mir gut gefallen, da er etwas Abwechslung bringt.

Anfangs hat mir das Buch sehr gut gefallen und die Seiten sind nur so dahingeflogen. Die Personen waren mir sympathisch, auch wenn sie fast schon zu perfekt sind um glaubwürdig zu sein. Doch zum Ende hin ließ mein Interesse leider nach und die Lektüre hat sich gezogen. Woran lag das? Vielleicht daran, dass etwas zu oft betont wird, wie toll Charlotte ist, oder wie sehr und bedingungslos sie von beiden Männern geliebt wird?

Insgesamt habe ich das Buch über diese Dreierbeziehung gerne gelesen, weil es erfrischend war mal einen etwas anderen Liebesroman zu lesen und sich mit einer unkonventionellen Art der Partnerschaft zu beschäftigen, die von den gewohnten moralischen Mustern abweicht.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(25)

58 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

honig, sardinien, cristina caboni, erbschaft, natur

Die Honigtöchter

Cristina Caboni , Ingrid Ickler
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.06.2016
ISBN 9783734102776
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt
Angelica ist Imkerin und reist mit ihrem Campingbus, ihrem Hund Lorenzo und ihrer Katze Pepita durch Südfrankreich, dorthin wo sie gerufen wird, um Bienenvölkern und ihren Imkern zu helfen.
Die Nachricht einer überraschenden Erbschaft in ihrer Heimat Sardinien, lässt sie an den Ort ihrer Kindheit zurückkehren. Dort erwarten sie nicht nur die Bienen ihrer verstorbenen Patentante, sondern auch die Vergangenheit holt sie wieder ein.

Meine Eindrücke
In diesem Buch spielen die Bienen und der Honig eine große Rolle. Zu Beginn jedes Kapitels wird eine Honigsorte vorgestellt, wie sie schmeckt, welche Farbe sie hat, wie sie kristallisiert und welche Wirkung ihr zugeschrieben werden.

Angelica ist eine Honigtochter. D.h. dass sie eine besondere Verbindung zu Bienen hat. Sie spürt wie es ihnen geht und was ihnen fehlt. Wenn sie ihre Arme ausbreitet und für sie singt, fühlt sie sich eins mit ihnen und kommt zur Ruhe. In einer Zeit, in der es hektisch zugeht und der Profit im Vordergrund steht, ist sie eins mit der Natur, hat gelernt zu lauschen und zu schauen. Dadurch nimmt sie vieles wahr, was anderen verborgen bleibt.
Dieser Bereich der Geschichte hat mir besonders gut gefallen, denn Angelicas besondere Verbindung zu den Bienen und der Natur ist deutlich spürbar. Der Umgang mit Menschen fällt ihr nicht so leicht. Sie verschließt ihre Gefühle nach etlichen Enttäuschungen tief in sich und muss erst wieder lernen zu vertrauen, sich zu öffnen und Liebe zuzulassen.
Die Stärken des Buches liegen für mich eindeutig in der Beschreibung von Angelicas besonderer Beziehung zu den Bienen und in den Schilderungen Sardiniens. Man merkt, dass dies zwei Themen sind, die der Autorin am Herzen liegen. Kein Wunder, denn sie lebt auf Sardinien und züchtet dort Bienen und Rosen.

Leider konnte mich die Geschichte in anderen Bereichen nicht überzeugen. Die Autorin hat viele interessante Ideen, die sie z.T. in Nebenhandlungen einfließen lässt. Leider gibt sie kaum einer davon den Raum, der nötig wäre um mehr mitfühlen zu können. Das Buch wird zwar durch die Vielseitigkeit kurzweilig, schafft es aber nicht mich zum Mitfiebern zu bringen, wodurch sich die Lektüre in die Länge zog.
Der Einstieg ist mir noch leicht gefallen, doch durch die fehlende Tiefe kam trotz der teilweise berührenden Themen keine Leselust bei mir auf.

Die Themen der Handlung variieren von schwieriger Mutter-Tochter-Beziehung, Umweltschutz, Profitgier bis hin zu Freundschaft und Liebe. Ein bunter Strauß, der für kurzweilige Unterhaltung sorgt. Das Buch ist sicher gut als sommerliche Urlaubslektüre geeignet.


3,5 Sterne auf 4 Sterne aufgerundet :-)

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(42)

80 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 31 Rezensionen

lissabon, portugal, krimi, erbschaft, heyne

Portugiesisches Erbe

Luis Sellano
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.06.2016
ISBN 9783453419445
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Inhalt
Der ehemalige Polizist Henrik Falkner hat unerwartet eine Erbschaft in Lissabon gemacht. Sein Onkel Martin hat ihm dort ein Haus inklusive Antiquitätengeschäft vererbt. Doch kaum ist Henrik dort angekommen, um zu entscheiden, ob er das Erbe antritt, ist sein Leben in Gefahr.
Steckt eventuell mehr hinter dem plötzlichen Tod seines Onkels und welche Informationen halten die Mieter des Hauses zurück? Die Hinweise zur Klärung scheinen im Antiquariat versteckt zu sein und schicken Henrik auf eine Schnitzeljagd quer durch Lissabon.

Meine Eindrücke
Henrik Falkner hat vor zwei Jahren, nach dem plötzlichen Tod seiner Frau, den Polizeidienst quittiert. Nach und nach erfährt der Leser was damals passiert ist und wie Henrik sich dadurch verändert hat. Die Reise nach Lissabon und die dort lauernde Gefahr, wecken seine Lebensgeister und seinen Spürsinn wieder.
Er lernt einige interessante Menschen kennen, wie z.B. die bunte Mischung der Mieter seines Onkels. Leider bleiben die Figuren etwas blass, da kaum auf jemanden, außer Henrik, näher eingegangen wird. Vielleicht passiert dies ja nach und nach in eventuellen Fortsetzungen.

Neben Henrik Falkner ist Lissabon der Protagonist des Buches. Der Autor schafft es mit seinem angenehm zu lesenden Schreibstil Bilder zu malen und Atmosphären und Stimmungen spürbar zu machen.
Ausführlich schwärmt der Autor von Vierteln, Sehenswürdigkeiten, der Stimmung und der pulsierenden Lebensfreude dieser Stadt. Wer sie kennt wird sicher seine Freude an den atmosphärischen Beschreibungen haben. Auch wenn mir das alles zu ausführlich ausgeführt wurde, hat es mich doch neugierig gemacht und in mir den Wunsch geweckt irgendwann selbst Lissabon zu erkunden. Leider bleibt dabei ab und zu die Spannung auf der Strecke.

Da noch mehr Hinweise auf ungelöste Verbrechen im Antiquariat versteckt sind, kann es gut sein, dass dies der Auftakt einer neuen Reihe ist, die sicher Lissabonfans gut gefällt.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Wolf in White Van

John Darnielle , Tobias Schnettler
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 13.05.2016
ISBN 9783847906049
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext
Sean Philips ist durch einen schweren Unfall entstellt. Er verlässt seine Wohnung nur selten, vertieft sich in Bücher und Fantasyfilme, und er entwickelt ein Rollenspiel. In „Trace Italian“ finden sich die Spieler in einem postapokalyptischen Amerika wieder, in dem sie um ihr Leben kämpfen müssen. Sean gibt die Handlung vor, jede Aktion der Spieler beantwortet er mit immer neuen Wendungen.
Als zwei Spieler die Anweisungen Seans nicht in Trace Italian, sondern in der realen Welt ausführen, hat dies Konsequenzen und Sean muss sich die Frage stellen, welche Verantwortung er dafür trägt.

Meine Eindrücke
Sean liebt als Jugendlicher düstere Fantasyfilme und in Gedanken gleitet er gerne in diese Welten. Als er nach einem Unfall schwerverletzt im Krankenhaus liegt, helfen ihm diese Welten vor den Schmerzen und der Realität zu fliehen. Dort ist er der Herr und entscheidet, wer lebt und wie derjenige lebt. Der Grundstein für sein späteres Rollenspiel „Trace Italian“ ist gelegt. Sean ist der Spielleiter und gegen eine Gebühr können Spieler daran teilnehmen. Es wird nicht im Internet oder am Computer gespielt, sondern die Anweisungen, Aufgaben und Züge werden per Brief geschickt. Das war für mich der interessanteste und faszinierendste Teil des Buches, wenn geschildert wird wie Sean die Züge der Spieler per Post erhält und dann in seinen umfangreichen und detaillierten Karten und Unterlagen nachschaut, wie es nun weitergeht.

Was genau passiert ist und was demnach zu Seans Entstellung im Gesicht geführt hat, wird nur in kleinen Häppchen nach und nach eingestreut. Endgültige Klarheit erhält man erst ganz am Ende.

Viel wichtiger ist es dem Autor ausführlich zu schildern, wie Seans Leben vor dem Unfall war und wie danach. Was ihm durch den Kopf geht, welche Musik er mag und warum usw. Und so bekommt man als Leser einen ausführlichen Einblick in die Gedankenwelt und den Alltag eines Teenagers und eines jungen Mannes der mit einer Entstellung leben muss. Anfangs springt der Autor von Szene zu Szene und innerhalb der Zeitebenen, was für mich sehr verwirrend war, weil viele Informationen noch fehlten, um die Zusammenhänge zu verstehen.

Traurig und deprimierend ist die Unfähigkeit von Jeans Eltern mit ihm über den Unfall zu reden, ja überhaupt generell mit ihm ein gutes Gespräch zu führen. Sie verstehen ihn nicht und suchen nach Erklärungen, mit denen sie leben können. Auch Sean kann nicht über seinen Schatten springen und sich in einem klärenden Gespräch öffnen. Er kommt mir vor wie die Zuflucht in Trace Italian, die von hohen Mauern umgeben ist und deren Innerstes nie ein Spieler erreicht. Genauso unerreichbar ist Sean für seine Mitmenschen und lebt lieber in seiner Fantasiewelt.

Doch wie soll er sich verhalten nachdem zwei Spieler ohne sein Wissen seine Anweisungen in der Realität ausführen, was dramatische Folgen hat? Genau wie Sean scheinen sie keinen Halt in der Wirklichkeit zu finden und vermischen irgendwann gedanklich Fantasie und Realität, denn Trace Italian ist so viel aufregender als ihr normales Leben. An die Folgen denkt dabei keiner.


Beim Lesen des Klappentextes bin ich von einer ähnlich spannenden Handlung wie in Erebos ausgegangen. Doch hier geht es nicht darum eine unterhaltsame Geschichte zu erzählen, sondern in die Gedankenwelt eines jungen Mannes einzutauchen, um zu verstehen wie es zu dem Unfall kam und wie dieser Seans Leben und das seiner Eltern für immer verändert hat. Mir ist bewusst, welche Ambitionen der Autor hat und es geht hier um ein interessantes Thema, das jede Menge Gesprächsstoff bietet. Durch die stellenweise verwirrende und dann wieder epische Erzählweise hat John Darnielle es leider nicht geschafft mich für die Geschichte zu begeistern. 

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(46)

106 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

liebe, sarah morgan, hollywood, maine, familie

Einmal hin und für immer

Sarah Morgan , Judith Heisig
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 10.05.2016
ISBN 9783956495670
Genre: Liebesromane

Rezension:

Einst schworen sich die Freundinnen Brittany, Scylar und Emily immer füreinander da zu sein und für den Fall wenn eine von ihnen einen Rückzugsort braucht, hat jede einen Schlüssel für Brittanys Cottage auf Puffin Island.
Genau dahin flüchtet Emily mit der 6jährigen Juliet, der Tochter ihrer verstorbenen Schwester, die sie vor neugierigen und aufdringlichen Journalisten in Sicherheit bringen will.
Direkt nach ihrer Ankunft auf der Insel bietet ihr der attraktive Jachtclub-Besitzer Ryan Cooper seine Unterstützung an, die Emily tatsächlich gut gebrauchen kann, denn sie hat panische Angst vor Wasser, was nicht gerade vorteilhaft ist, wenn man sich auf einer Insel befindet.

Emily begegnet vielen liebenswerten Menschen und die Insel wirkt wie ein Ort, an den man sich gerne zurückzieht, um zur Ruhe zu kommen. Sicher werden öfters Emilys und Ryans gutes Aussehen und Reize beschrieben, doch es wird deutlich, dass hinter der schönen Fassade zwei Menschen stecken, die in der Vergangenheit Traumatisches erlebten und Schwierigkeiten haben Bindungen einzugehen. Trotzdem sind sie für andere da, egal ob es z.B. um Juliet geht, oder um ältere Damen, die nicht mehr so mobil sind.
Wenn sie sich begegnen ist die Atmosphäre erotisch aufgeladen und es ist klar, wo der Weg hinführt. Es hat mir Spaß gemacht die beiden auf diesem Weg zu begleiten.

Die Autorin erzählt ihre Geschichte mit viel Herz und in unterhaltsamem und lockerem Schreibstil. Dabei kommt sie ganz ohne unnötige dramatische Verwicklungen aus. Von der ersten Seite an bin ich in die Geschichte eingetaucht und konnte wunderbar abschalten und alles vergessen was mich beschäftigt hat.

Es handelt sich um den Auftakt einer Reihe. In jedem Band geht es um eine der drei Freundinnen. Am Ende des Buches gibt es eine Leseprobe von Band 2 und darin wird es um Brittany gehen, die nach Puffin Island zurückkehrt. Ob sie dort Emily und Juliet begegnet? Ich werde es herausfinden, denn ich werde „Für immer und ein Leben lang“ auf jeden Fall lesen.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

16 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

hamburg, zeugen jehovas, gernot griecksch, liebe

Morgens in unserem Königreich

Gernot Gricksch
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.05.2016
ISBN 9783426515594
Genre: Romane

Rezension:


InhaltArne ist ein lebenslustiger Windhund, der mit seinem Leben ganz zufrieden ist. Er arbeitet in St.-Pauli in einer Imbissbude, hat eine Freundin und Pläne für ein eigenes Lokal. Doch von einem Moment auf den anderen verliert er alles und die Schläger eines Kredithais sind ihm auf den Fersen. Gerade als er nicht mehr weiter weiß tauchen zwei Zeugen Jehovas auf und er nutzt diese Begegnung um bei ihnen unterzutauchen, bis er weiß, wie es weitergehen soll. Doch Arne sorgt mit seiner unkonventionellen Art für einige Aufregung in der Gemeinde.

Meine Eindrücke
Nach dem Lesen des Klappentextes hatte ich mich auf eine lockere Komödie mit vielen lustigen Szenen und Situationskomik eingestellt. Doch das Buch ist so viel mehr. Ich hatte noch nie Kontakt mit den Zeugen Jehovas und wusste so gut wie nichts über ihre Ansichten und ihre Lebensweise. Hier bekam ich Einblick in ihre Welt, die mir anfangs noch freundlich vorkam, doch nach und nach wurde ich nachdenklicher und es wurde immer deutlicher worin die Nachteile und Kritikpunkte bestehen.

Arne lernt in der Gemeinde Johanna kennen, eine junge Frau, die dort aufgewachsen ist. Ihm fällt sofort auf, wie natürlich und echt sie wirkt im Vergleich zu den meisten Frauen, denen er bisher begegnet ist.
Anhand ihrer Geschichte erfährt man, wie schwer es ist als Kind oder Jugendlicher in dieser Gemeinschaft aufzuwachsen, oder wie wenig Rechte Frauen dort haben. Johanna ist intelligent, doch das darf sie nicht zeigen, weder früher in der Schule, noch heute in ihrem Alltag und je mehr sie mit Arne in Berührung kommt, umso mehr ist sie fasziniert von seinem freundlichen und weltoffenen Wesen. Und so wie Johanna viel zu wenig über die Welt jenseits der Gläubigkeit weiß, kann Arne wenig mit Spiritualität anfangen. Die beiden diskutieren immer häufiger über das Leben und seinen Sinn und es ist nicht immer nur Johanna, die von diesen Gesprächen profitiert.

Arne und seine Art zu leben wird nicht beschönigt. Irgendwie bekommt er nichts auf die Reihe, wozu auch sicher seine sorglose Art in den Tag hineinzuleben und seine Unzuverlässigkeit ihren Teil beitragen. Aber er hat das Herz auf dem richtigen Fleck, er ist hilfsbereit und freundlich, auch wenn ihm das nicht beim Lösen seiner Probleme hilft.
Seine Entscheidung bei den Zeugen Jehovas unterzutauchen geschieht aus reiner Not und mangels Alternativen. Dort lernt er einige freundliche und hilfsbereite Menschen kennen, allen voran Matthias, bei dem er wohnt und er erkennt dabei, wie leer sein bisheriges Leben war und dass er keine richtigen Freunde hat, auf die er im Notfall zählen kann. Aber nicht alle Zeugen Jehovas sind ihm gut gesinnt und er muss sich entscheiden, wie es mit ihm und seinem Leben weitergeht.

Der Schreibstil des Autors ließ sich angenehm lesen und er hat mich mit seiner Geschichte in eine mir fremde Welt entführt. Er beleuchtet diese Religion von verschiedenen Seiten und verweist am Ende auf die Internetseite zeugenjehovas-ausstieg.de, deren Betreiberin eine große Hilfe bei seiner Recherche war.
Mal war die Stimmung humorvoll, dann wieder nachdenklich oder auch traurig und dies so überzeugend, dass ich mitgefühlt, mitgelitten und zum Glück auch ab und zu geschmunzelt habe. 

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

24 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

london, frauen, vincenzi, 2016, duft

Rosenblütenträume

Penny Vincenzi , Sonja Hauser
Flexibler Einband: 700 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.04.2016
ISBN 9783442483877
Genre: Romane

Rezension:

Es dauerte etwas bis ich in die Geschichte hineingefunden habe. Viele Personen werden eingeführt und es wird ausführlich auf die Belange des Hauses Farrell eingegangen, egal ob es dabei um Marketing, Personalentscheidungen oder die Umstrukturierung geht.

Durch die vielen Personen gibt es auch viele Handlungsstränge, zwischen denen oft hin- und hergewechselt wird. Das sorgt auf der einen Seite für Kurzweiligkeit, aber es fällt dadurch auch nicht ganz leicht in die einzelnen Geschichten einzutauchen und mitzufiebern.
Doch irgendwann haben mich vor allem die privaten Schicksale gepackt.

Und so entfaltet sich vor dem Leser eine komplexe Geschichte in der es nicht nur um die Kosmetikfirma und ihre Geschichte geht, sondern auch um die Menschen, die dahinter stehen. In Rückblicken in die Vergangenheit erfährt man von Erfolgen genauso wie von dleikaten Geheimnissen und gemeinsam mit den Ereignissen der Gegenwart ergibt sich nach und nach ein Gesamtbild, dass sich nicht immer positiv präsentiert.

Mit den beiden weiblichen Hauptpersonen sind der Autorin zwei konträre Persönlichkeiten gelungen. Die über 80jährige Fimencheffin Athina Farrell ist arrogant, überheblich und nimmt keinerlei Rücksicht auf die Gefühle anderer. Für sie kommt die Firma an erster Stelle und sie hat das Gefühl, dass niemand diese so gut leiten kann wie sie. Ihr gegenüber steht die 38jährige Bianca Bailey, die es sich zur Aufgabe gemacht hat das Unternehmen so zu modernisieren und umzustrukturieren, dass es wieder konkurrenzfähig wird und Gewinne erwirtschaften kann. Bisher hat ihr Mann Patrick ihr immer den Rücken freigehalten und sich um die Kinder gekümmert. Doch als er sich beruflich verändert, kommt Biancas Privatleben ins wanken. Gemeinsam mit dem ständigen Kampf gegen Athina Farrell ist sie enormem Druck ausgesetzt. Im Privatleben haben vor allem die Kinder unter dieser Entwicklung zu leiden und es wird deutlich wie schwer es ist als vollzeitbeschäftigte Frau und Mutter allem gerecht zu werden.

Neben diesen beiden Frauen gibt es noch jede Menge weitere Personen, die entweder im Haus Farrell arbeiten oder private Verbindungen zu den Hauptpersonen haben. Zu fast jedem gibt es eine eigene kleine Geschichte mit dramatischen Momenten, was für kurzweilige Unterhaltung zumindest in diesem Bereich sorgt.

Da wir uns hier in der Welt der Kosmetik bewegen hat es mich nicht gewundert, dass es viele gutaussehende Personen gibt, die Frauen eine tolle Figur haben, sich mit Markenkleidung und –artikeln schmücken und gerne in Louboutins herumstöckeln, was natürlich von den anderen Frauen zur Kenntnis genommen wird. Eine oberflächliche Welt, in der es viel um den Schein geht, aber ohne die entsprechende Leistung und Strategie ist auch hier nichts zu erreichen, wie uns Bianca Baileys harte Arbeit deutlich macht.it

Zum Ende hin geht vor allem der Story rund um den Relaunch der Marke etwas die Luft aus und ich hätte mir ein paar Seiten weniger gewünscht. Für meinen Geschmack hat dies die Autorin zu ausführlich geschildert.

Insgesamt habe ich das Buch gerne gelesen auch wenn der Anfang und das Ende etwas Geduld von mir forderten.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

yoga, midlife-crisis, fremdgehen, freundinnen, intrigen

Gib's mir, Karma!

Doris Riedl
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 14.03.2016
ISBN 9783746632070
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt
Die 40jährige Andrea lebt seit 10 Jahren mit ihrem Freund Leo zusammen in Berlin. Mit ihrer Arbeit finanziert sie ihrer beider Leben, was Leo bereitwillig annimmt, denn schließlich ist er ja Künstler und da hat man Wichtigeres im Sinn, als Geld.
Um ihr etwas Gutes zu tun schleppt Andreas Freundin Coco sie zu einer Yoga-Stunde und von diesem Moment an nimmt Andreas Leben ungeahnte Wendungen ...

Meine Eindrücke
Der Einstieg in die Geschichte ist mir leichtgefallen und ich hatte das Gefühl, dass ein amüsanter und humorvoller Roman auf mich zukommt.

Andrea ist eine Frau, deren soziale Kontakte sich auf ihre Freundin Coco und ihren kaum anwesenden Freund Leo beschränken, da sie selbst ihre Arbeit von Zuhause aus am PC erledigt. Und so ist es kein Wunder, dass sie krampfhaft an dieser Partnerschaft festhält, obwohl sie Leo aushält und die Beziehung alles andere als harmonisch ist. Doch die Angst vor dem Alleinsein hindert sie daran die Augen zu öffnen und zu handeln.
Mal tat mir Andrea leid und dann wieder hätte ich sie beim Lesen schütteln können, damit sie endlich zur Vernunft kommt. Doch kann man eine Frau verurteilen, die krampfhaft an einer Beziehung festhält und die Augen vor den Tatsachen verschließt, weil sie glaubt dass Leo ihre große Liebe ist?

Leo war mir von Anfang an unsympathisch mit seiner schmarotzerhaften Art und seinem unfreundlichen Verhalten Andrea gegenüber. Nur wenn er Angst hat sie zu verlieren kann er schmeicheln und freundlich sein. Doch bekanntlich macht Liebe blind und auch die gutgemeinten Kommentare von Andreas Freundin Coco bringen Andrea nicht dazu ihre Meinung zu ändern.

Andrea geht gemeinsam mit Coco zum Yoga und es wird ausführlich beschrieben, wie sie das empfindet. Für sie ist es eine Schinderei und Plagerei, bei der sie dennoch den Kopf frei bekommt. Ironisch und bissig schildert die Autorin die Übungen und das esoterische Geplapper der Yoga-Lehrerin, die in anderen Sphären zu schweben scheint.
Es wird deutlich, wie gefährlich es ist auf die Einflüsterungen vermeintlich gutmeinender Menschen zu hören, statt auf seine Freunde oder den gesunden Menschenverstand.

Ganz so leicht und unbeschwert wie ich dachte, war die Lektüre nicht. Andrea sinniert und jammert viel. Ihre Gedanken drehen sich meistens um sie selbst und dabei übersieht sie häufig wie es ihren Mitmenschen geht.
Es ist schnell klar, wie sich einiges entwickeln wird, doch unerwartete Wendungen und etliche Fettnäpfchen, in die Andrea mit Begeisterung springt sorgen manchmal für unterhaltsame und dann wieder peinliche Momente und Abwechslung.

Das Buch ließ sich flott lesen und den Schreibstil der Autorin habe ich als angenehm und humorvoll empfunden. Manche Entwicklung war etwas auf die Spitze getrieben, doch ist das Leben nicht oft verrückter als jeder Roman? ;-)
Ich hoffe nur, dass das Karma für mich nicht so verrückte Erlebnisse und Veränderungen vorgesehen hat, wie für Andrea.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

29 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

blindheit, 2016, alzheimer, schwangerschaft, england

Wo ich dich finde

Amanda Brooke ,
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 14.03.2016
ISBN 9783442483754
Genre: Romane

Rezension:

Anfangs hatte ich das Gefühl, dass vorhersehbar ist, wie die Handlung verläuft. Doch da hatte ich mich getäuscht. Immer wieder hat mich die Autorin mit Wendungen überrascht.

Maggie ist eine bewundernswerte, hilfsbereite junge Frau. Trotz ihrer Sehbehinderung meistert sie ihren Alltag und ist als Aromatherapeutin tätig. Ihr ganzes Leben lang war ihre Mutter ihre Stütze, die ihr immer Mut gemacht hat und für sie da war. Doch seit sie nicht mehr lebt verlässt Maggie manchmal der Mut und sie fragt sich, wie sie es schaffen soll ihr Kind großzuziehen.
An ihrer Seite ist ihr Ehemann James. Er liebt sie über alles und ist ein gutmütiger Kerl. Leider zu gutmütig, denn er überhört gerne die spitzen Bemerkungen seiner Mutter Judith, die Maggies Zweifel schürt und richtig gemein und manipulativ ist. Gerade wenn es um Judith ging, wurde ich beim Lesen oft richtig wütend.

Neben Maggie ist Elsie eine weitere Hauptperson. Sie ist eine ältere Dame, die Maggie im Park kennenlernt. Immer wieder gleiten Elsies Gedanken zurück in die Vergangenheit, als sie noch Elsa genannt wurde und dramatische Ereignisse ihre Spuren in ihrem Leben hinterlassen haben. Maggie ist fasziniert von Elsie und ihrer Vergangenheit und sie macht es sich zur Aufgabe den Geheimnissen, die ihre Freundin umgeben auf den Grund zu gehen. Hierbei ist Maggie mehr als eifrig und ich hätte mir oft etwas mehr Zurückhaltung von ihr gewünscht. Es ist eine Sache jemandem helfen zu wollen, aber eine ganz andere sich ungewollt einzumischen, egal wie gut man es meint.

Die Autorin setzt sich damit auseinander, wie blinde bzw. sehbehinderte Menschen ihren Alltag meistern. Immer wieder hat es mich erstaunt, was Maggie alles kann und wie durchdacht sie alles organisiert hat.
Ein weiteres Thema ist Elsies Demenz. Es ist nicht leicht mitzuerleben, wie sie sich mehr und mehr verliert und wie schmerzlich ihr das in ihren klaren Momenten bewusst ist. Der Schrecken dieser Krankheit wird spürbar, wodurch die Lektüre für mich stellenweise sehr bedrückend war.

Die Lichtblicke waren für mich die männlichen Protagonisten wie Maggies Blindenhund Harvey, ihr warmherziger Ehemann James oder auch Ted, der sich liebevoll um seine Frau Elsie kümmert.

Das Buch ist sehr schön geschrieben mit viel Liebe zum Detail, doch genau dadurch zieht es sich in die Länge. 

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(86)

161 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

jane austen, liebe, football, familie, emma mills

Jane & Miss Tennyson

Emma Mills , Katharina Diestelmeier
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 18.03.2016
ISBN 9783551560254
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Von Anfang an bin ich in diesem Buch versunken. Der leise Humor und die angenehm ruhige und doch interessante und unterhaltsame Entwicklung der Geschichte haben mir sehr gut gefallen.

Wie viele Jugendliche heutzutage ist Devon ein typischer Teenager, der noch nicht weiß, wo sein Weg hingeht. Auf welches College soll sie gehen? Will sie überhaupt aufs College? Und wie um alles in der Welt soll sie das schaffen?
Zusätzlich beschäftigt sie ihr Cousin Foster, der seit kurzem bei ihrer Familie wohnt, weil seine Mutter sich nicht um ihn kümmert. Er ist ein Sonderling, der Devon oft mit seinen Eigenarten und seiner Anhänglichkeit auf die Nerven geht. Es ist schön zu lesen, wie sich die Beziehung der beiden entwickelt und verändert. Foster war für mich eines der Highlights in diesem Buch. Er hat seine ganz eigene Art Dinge wahrzunehmen und zu beurteilen und trifft mit seinen Äußerungen oft schmerzlich genau den Kern der Wahrheit. Aber wenn es um ihn selbst und seine Gefühle geht, lässt er kaum einen Blick hinter die Fassade zu.

Devon als Hauptfigur hat kaum Ecken und Kanten und sie selbst hat auch das Gefühl nichts Besonderes zu sein. Auch wenn sie anfangs fast schon etwas langweilig wirkt, entdeckt man beim Lesen nach und nach, was für ein liebenswerter und warmherziger Mensch sie ist. Ihre Mitschüler und Freunde vertrauen ihr und fühlen sich in ihrer Nähe wohl und mir als Leserin ging es genauso. Sie ist eher zurückhaltend und trotzdem schafft sie es immer wieder, auch die verschlossensten Mitschüler aus der Reserve zu locken. Man muss sie einfach mögen.
Und so erleben wir im Laufe der Geschichte, was Devon in ihrem letzten Schuljahre erlebt, welche emotionalen Verwicklungen es unter den Jugendlichen gibt und dass nicht alles und jeder so ist, wie es auf den ersten Blick wirkt.

Umgeben wird Devon von einigen mehr oder weniger interessanten Mitschülern, wie z.B. ihrem langjährigen besten Freund Cas, dem attraktiven aber verschlossenen Ezra, dem charmanten Jordan, der wunderschönen Lindsay oder der schwangeren Marabelle. Gerade bei Marabelle habe ich mich gefragt, warum die Autorin sich so eine ungewöhnliche Figur einfallen lässt, nur um sie im Laufe der Geschichte im Hintergrund verschwinden zu lassen, ohne die sie betreffenden offenen Fragen zu beantworten.

Ursprünglich bin ich davon ausgegangen, dass Devons Vorliebe für Jane Austen häufiger Thema des Buches sein würde. Es gibt aber nur ab und zu einen Gedanken, wie die ein oder andere Situation wohl zu Janes Zeiten abgelaufen oder ausgedrückt worden wären. Ähnlichkeiten mit Figuren aus Janes Austens Romanen mögen vorhanden sein, doch für mich verkörpert Devon weder Emma noch Ezra Mister Darcy. Was mich an die Klassiker erinnert ist das Hin und Her der möglichen Beziehungen, wobei hier für mich doch relativ schnell klar war, wo die Reise hingeht.
Da ich nur zwei Romane von Jane Austen gelesen habe und die Lektüre schon viele Jahre zurückliegt, sind mir vielleicht auch einige Parallelen entgangen, was meinem Lesevergnügen jedoch keinen Abbruch getan hat.

Zum Glück hatte ich die Kurzbeschreibung bei Amazon schon wieder großteils vergessen, als ich begann das Buch zu lesen, denn leider verrät diese Teile der Handlung, die teilweise erst Ende des Buches zur Sprache kommen.

Von der Seitenzahl sollte man sich nicht abschrecken lassen, denn die Seiten sind nicht allzu dicht bedruckt. Die englische Orginalausgabe hat im Vergleich dazu lediglich 272 Seiten.

Fazit: Ein Wohlfühlbuch rund um die Erlebnisse einer liebenswerten und warmherzigen Protagonistin und ihren Mitschülern im letzten Jahr auf der Highschool.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(14)

35 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

silke schütze, alter, gegenwartsliteratur, seniorenresidenz, hamburg

Rosmarintage

Silke Schütze
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.03.2016
ISBN 9783426514368
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt

Der 76jährige Max Engel lebt in der „Seniorenresidenz am Park“, die er für sich JVA „Abendsonne“ nennt, weil er sich hier wie in einem Knast für alte Leute vorkommt. Es fehlen ihm Respekt und Menschlichkeit und deshalb will er schnellstens hier weg. Ein Ziel für seine Flucht hat er auch schon, denn er will nach Frankreich um einen besonderen Menschen aus seiner Vergangenheit zu besuchen.

Für die Umsetzung dieses Planes kann er die Pflegerin Tamara Finke gewinnen, die ihn spontan nach Frankreich begleitet, auf eine Reise durch malerische Orte und mit überraschenden Begegnungen.

Meine Eindrücke

In diesem Buch gibt es einige schöne Gedanken, die mir sehr gut gefallen haben. Besonders passend finde ich:

„Es ist verrückt, mit wie viel Gepäck wir alle unterwegs sind. Mit Gepäck meine ich nicht deine Yogamatte … Ich meine unser Lebensgepäck. Denk mal an uns vier gestern im Auto. In Wahrheit waren wir nicht nur zu viert. Es waren viel mehr dabei. Wir treffen nicht nur den einzelnen Menschen, sondern auch immer seine Geschichte…“

Und genau darum geht es in diesem Buch. Um die Geschichten aus der Vergangenheit, welche belasten und die wie eine offene Wunde immer wieder wehtun. Im Verlauf der Reise erfährt man wie unterschiedlich diese Wunden entstanden sind und es ist schön mitzuerleben, wie sie nach und nach heilen. 

In mal leichtem und beschwingtem, dann wieder melancholisch schwermütigem Ton erzählt die Autorin die Geschichte von Max und seiner großen Liebe Rosalie, Tamara und ihren Träumen und Ängsten und noch von einigen Personen mehr, wie z.B. dem jungen Holländer Jakob, der sich den beiden auf ihrer Reise anschließt.

Besonders gut haben mir die Abschnitte mit Max und Rosalie gefallen. Hier gelingt es der Autorin eine ganz besondere Atmosphäre heraufzubeschwören und es zeigt sich ihr Gespür für Gefühle und ihr Talent diese zu formulieren.

Auf den 300 Seiten werden noch einige Themen mehr angesprochen, wie z.B. auch die aktuelle Flüchtlingsthematik, oder wie alte Menschen in Pflegeeinrichtungen behandelt werden, drei verschiedene Arten einen geliebten Menschen zu verlieren, die Ängste einer Mutter,  Liebe trotz großen Altersunterschiedes, Diebstahl - und einiges mehr.

Diese Themen sind jedes für sich interessant und wurden gekonnt in die Handlung eingebunden, hätten aber mehr Raum verdient, damit man sich als Leser eingehender damit auseinandersetzen kann. Hier wäre weniger mehr gewesen.

Und so wie im Leben auch, gibt es in diesem netten Unterhaltungsroman lebhaftere und ruhigere Abschnitte und gerade in letzteren zeigt sich erneut das Können der Autorin, wenn sie z.B. einen heißen Sommertag beschreibt und man das Gefühl hat die Trägheit solcher Tage zu spüren.

Fazit: Eine unterhaltsame und nachdenklich stimmende Reise nach Frankreich, die dazu auffordert sich vom Ballast der Vergangenheit zu befreien und das Leben im Hier und Jetzt zu leben.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(85)

180 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 65 Rezensionen

aneurysma, liebe, jugendbuch, krankheit, friedhof

All die schönen Dinge

Ruth Olshan , Cornelia Niere
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 22.02.2016
ISBN 9783789103711
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt

Wie fühlt sich Leben an - mit einer tickenden Zeitbombe im Kopf?

Um Diese Frage dreht sich ziemlich viel im Leben der 16jährigen Tammie. Ein Aneurysma hat sich in ihrem Gehirn breitgemacht und bestimmt ihren Alltag und den ihrer Familie, denn schließlich kann das Aneurysma jeden Moment platzen. Oder eben auch nicht.

Auf der Suche nach dem einen perfekten Grabspruch, verbringt Tammie sehr viel Zeit auf dem Friedhof und lernt dort eines Tages Fynn kennen. Doch hat diese Liebe eine Zukunft?

Meine Eindrücke

Das Buch hat mich von der ersten Seite in seinen Bann gezogen. Ich habe es zwar nicht atemlos verschlungen, dafür aber in Ruhe genossen.

Mit viel Humor beschreibt die Autorin Tammies Leben, ihre Gedanken und wie sich die Liebe zwischen Tammie und Fynn nach und nach entwickelt. Mit den beiden sind ihr zwei liebenswerte Protagonisten gelungen. Vor allem Fynn hat mir gefallen. Er ist so einfühlsam und verständnisvoll und ihn verbindet eine wunderbare Freundschaft mit seinem Hund Okay. Durch ihn kommt Tammie zu dem Schluss, dass es so viele schöne Dinge im Leben gibt, die man auf keinen Fall verpassen sollte. Sie fängt an sich nicht länger nur mit sich und ihren Ängsten zu beschäftigen, sondern mit anderen gemeinsam durchs Leben zu gehen.

Auch das Leben von Tammies Familie wird von der Angst vor dem Aneurysma und dem Verlust der Tochter bzw. Schwester bestimmt. Aufregungen sollen vermieden werden, Normalität soll trotzdem gelebt werden, was aber nicht immer einfach ist. Mit diesem Thema geht die Autorin sehr umsichtig um. Es wird spürbar, dass die Angst allgegenwärtig ist, doch in einem Maß, dass ich für das Alter der Zielgruppe passend fand.

Um diese Geschichte herum hat sich die Autorin noch ein paar schöne, manchmal witzige, manchmal nachdenklich stimmende Nebenhandlungen ausgedacht. 

Insgesamt ist es eine schöne, ruhige Geschichte, die manchmal humorvoll, dann aber auch wieder nachdenklich ist. Ich habe das Buch sehr gerne gelesen und finde, dass es ein gelungener Jugendroman ist, mit der Botschaft sich nicht von Ängsten bestimmen zu lassen, sondern ja zum Leben zu sagen. 

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(51)

94 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

psychiatrie, willkür, schicksal, vergangenheit, lebenswege

Die dunklen Mauern von Willard State

Ellen Marie Wiseman ,
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Piper, 09.11.2015
ISBN 9783492307581
Genre: Historische Romane

Rezension:

In diesem Buch geht es in zwei unterschiedlichen Handlungssträngen um zwei junge Frauen. In der Gegenwart begegnen wir Izzy, deren Mutter vor vielen Jahren ihren Vater erschoss. Seit dem lebte Izzy in verschiedenen Pflegefamilien, ohne zu wissen, was damals geschah.

Als Izzy mit ihrer Pflegemutter in einer stillgelegten psychiatrischen Einrichtung nach interessanten Dingen für ein Museum sucht, stößt sie auf das Tagebuch von Clara, einer Insassin von Willard State. Neugierig geworden beschließt Izzy Claras Geschichte in Erfahrung zu bringen.

Was wir über Clara erfahren ist erschrecken und beklemmend. Sie wächst in der Zeit um 1930 als Tochter einer reichen Familie auf. Sie genießt ihr Leben und erschleicht sich die ein oder andere Freiheit. Doch als sie gegen ihre Eltern aufbegehrt und einen armen Mann heiraten will, lassen diese sie kurzerhand in die Psychiatrie einweisen. Claras Kampf und Leidensweg beginnt und ich war entsetzt und habe mit ihr gelitten und auch mit den anderen Schicksalsgenossinnen, die Clara in Willard State begegnen. Es ist erstaunlich wie einfach es damals war einen Menschen für immer wegsperren zu lassen.

Auch Izzys Leben ist nicht immer einfach. Sie kommt auf eine neue Schule und wird hier vom ersten Tag an gemobbt. Halt gibt ihr ihre neue Pflegefamilie. Doch die Angst diese zu enttäuschen sorgt dafür, dass Izzy ihre Ängste und Sorgen für sich behält und versucht alles alleine durchzustehen. Zudem glaubt Izzy dass ihre Mutter geisteskrank ist und hat Angst, dass das auch in ihr steckt. Das macht für sie die Besuche in der alten Psychiatrie nicht gerade einfach.
Während Izzy mit ihrer Angst kämpft, dass auch sie psychisch krank ist, erlebt Clara die Schrecken einer Einweisung am eigenen Leib, obwohl sie gesund ist.

Die Geschichte ist sehr spannend geschrieben und liest sich flott. Allerdings fand ich vor allem Claras Teil manchmal so beklemmend, dass mir das Weiterlesen nicht immer leicht gefallen ist. Zum Glück hat die Autorin die Schrecken nicht bis ins letzte Detail geschildert und manches nur vage angedeutet.

Auch bei Izzy gab es einen Moment, bei dem mir der Atem gestockt hat und ich musste unbedingt weiterlesen. Ich hätte das Buch nicht weglegen können ohne zu wissen, wie sich diese Situation
auflöst.

Das Ende ließ mich zur Ruhe kommen und auch wenn es sehr harmonisch war, ist das Buch kein Wohlfühlroman, sondern die spannende Geschichte zweier junger Frauen, die in unterschiedlichen Zeiten mit ihren Problemen kämpfen und sich nicht unterkriegen lassen.

Im Anhang gibt es Anmerkungen der Autorin zu den historischen Gegebenheiten und den Büchern auf die sie sich stützt. Außerdem beantwortet sie auf einigen Seiten Fragen zum Buch und ihrer Inspiration dazu.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(740)

1.247 Bibliotheken, 35 Leser, 0 Gruppen, 248 Rezensionen

erotik, geneva lee, liebe, royal passion, royal

Royal Passion

Geneva Lee , Andrea Brandl
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 18.01.2016
ISBN 9783734102837
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

An dieses Buch bin ich eindeutig mit den falschen Erwartungen herangegangen. Nach dem Lesen des Klappentextes hatte ich mich auf eine romantische Teenieromanze eingestellt. Ich war nicht auf das vorbereitet, was ich da zu lesen bekam. Mir war nicht bewusst, dass es sich hier um einen Erotikroman handelt. 
Da ich normalerweise dieses Genre meide, kann ich auch keine Vergleiche mit anderen Büchern dieser Sparte ziehen. 

Und so bin ich ganz unvoreingenommen an die Geschichte herangegangen und hatte mir vorgenommen, mich darauf einzulassen und es als neue Leseerfahrung zu sehen. 

Anfangs fand ich das Geschehen noch ganz spritzig und unterhaltsam. Eine junge Frau, küsst einen geheimnisvollen Fremden, der natürlich sagenhaft aussieht. Es wird mehr als einmal von ihr erwähnt, dass er wie ein Engel aussieht. 
Sie hat keine Ahnung, dass es sich um den Thronfolger von England handelt, erfährt dies aber schnell durch die Presse. 

Es kommt zu einem erneuten Treffen und die beiden spüren, dass sie sich stark zueinander hingezogen fühlen, dass Clara regelrecht Wachs in Alexanders Händen ist. Und so beginnt die Geschichte einer exzessiven leidenschaftlichen Affäre.

Jedes Treffen der beiden wird von Sex beherrscht oder von sexuellen Fantasien. Zu Beginn war für mich noch alles neu und interessant, doch irgendwann hat mich dieses Dauergepoppe nur noch gelangweilt. Die Ausdrucksweise war immer die gleiche und es wurde immer obsessiver. Alexander macht Clara zu seiner Sexsklavin, sie ist ihm hörig und gehört nur ihm. Zwischendurch habe ich mir überlegt, ob so tatsächlich ein künftiges Königspaar aussehen kann, dass sich ohne Unterlass lüstern anschaut und die Finger nicht voneinander lassen kann.

Damit es nicht allzu langweilig wird haben die beiden natürlich tragische Geheimnisse, die sie sich nach und nach anvertrauen und die sie angreifbar machen.
Die Rahmenhandlung liest sich ganz nett und hat das Potential für einen unterhaltsamen und spannenden Roman. Leider kommt sie viel zu kurz.

Dass die königliche Familie nicht von dieser Beziehung begeistert ist, dürfte klar sein. Dafür ist Claras Mutter es umso mehr. In dieser aufregenden Zeit steht Clara ihre gute Freundin Belle bei, die mir sehr gut gefallen hat. Die beiden wohnen zusammen und können sich aufeinander verlassen.
Alexanders Umfeld ist hingegen wie ein ständiges Kriegsgebiet. Trotzdem ist ihm klar, was von ihm erwartet wird. Eine gemeinsame Zukunft mit Clara scheint unmöglich zu sein.

Es gibt so viele Hinweise, wie sich die Handlung im Folgeband weiterentwickelt, dass es für Fans von Erotikromanen in royaler Umgebung sicher nicht langweilig wird.

  (2)
Tags:  
 
194 Ergebnisse