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117 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 69 Rezensionen

liebe, affäre, alles begehren, begehren, ruth jones

Alles Begehren

Ruth Jones , Julia Walther
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 02.05.2018
ISBN 9783959672023
Genre: Romane

Rezension:

Callum MacGregor führt mit seiner Frau Belinda eine glückliche Ehe und sie freuen sich auf ihr drittes Kind. Als ihm die 17 Jahre jüngere Kate in der Bar seines Bruders begegnet fühlt er sich sofort zu ihr hingezogen und noch am gleichen Abend schlafen die beiden miteinander. Es bleibt nicht bei diesem einen Mal und so beginnt eine zerstörerische Affäre.
17 Jahre später reist die erfolgreiche Schauspielerin Kate Andrews in ihre Heimatstadt und begegnet dort zufällig wieder Callum. Beide sind ihren Weg gegangen, haben ihr Leben mit anderen Partnern gelebt. Und doch haben sie einander nicht vergessen. Wie könnten sie auch?
Was ist vor 17 Jahren passiert und wie wird die Geschichte dieses Mal enden?

Der Titel des Buches trifft es sehr gut. Es geht um Begehren, denn Kate und Callum können einfach nicht die Finger voneinander lassen. Vor allem Callum ist bewusst, dass er sich wie ein richtiger Scheißkerl benimmt und trotzdem kann er der 17 Jahre jüngeren Frau nicht widerstehen. Für Kate geht es nicht nur um Sex. Nein, für sie ist Callum ihre große Liebe und sie liebt ihn mit einer intensiven Obsession, welche die beiden und ihre Familien zu zerstören droht. Denn genau das sind die Leidtragenden, die Menschen, die ihnen nahe stehen. Und so verletzen sie ihre Partner und Kinder, die sie lieben, am meisten.

Kate war mir nicht besonders sympathisch und mein Mitgefühl für Callum hielt sich in Grenzen. Auf die leidenschaftlichen Szenen wird so gut wie gar nicht näher eingegangen. Ich habe zwar viel über das Begehren der beiden gelesen, aber gespürt habe ich es nicht. Vielleicht blieb es für mich deshalb so schwer greifbar.
Dafür haben mir die Nebenfiguren umso besser gefallen. Sie sind liebenswert und verleihen der Geschichte eine gewisse Bodenhaftung.

Die Autorin hat bei Callum die Mischung aus Selbsthass und Verlangen glaubwürdig geschildert und auch Kates Besessenheit hat sie gut getroffen. Es wird deutlich, dass ein Teil des Reizes im Risiko liegt und dass Verlangen eine Sucht sein kann, gegen die man nur schwer ankommt.

Die Seiten sind nur so dahingeflogen, aber nicht, weil ich die Geschichte so schön fand, sondern vielmehr weil ich wissen wollte wann und wie die beiden auffliegen und was danach passiert.
Und so hatte ich beim Lesen dauernd ein ungutes Gefühl und Bedenken, wo das alles hinführt. Umso überraschter war ich vom Ende, das mir sehr gut gefallen hat.

Fazit: Die spannende Geschichte einer zerstörerischen Leidenschaft. 

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(4)

10 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Das Schicksal der Drachentöchter

William Andrews , Alice v. Canstein
Flexibler Einband: 426 Seiten
Erschienen bei Tinte & Feder, 10.04.2018
ISBN 9782919800025
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die 20jährige Anna wurde in Korea geboren und mit 5 Monaten von einem amerikanischen Ehepaar adoptiert. Sie wächst in Amerika in einem liebevollen Zuhause auf, doch als ihre Mutter stirbt hinterlässt sie eine Lücke, die Anna gerne füllen würde. Sie reist nach Korea um dort nach ihren Wurzeln zu suchen. Ganz unerwartet findet sie ihre Großmutter Jae-hee in Seoul, die Anna nach und nach ihre Lebensgeschichte erzählt...

Jae-hees Geschichte ist die Haupthandlung des Buches und beginnt im September 1943 in Nordkorea als sie im Alter von 14 Jahren vom japanischen Militär mit einer List von Zuhause weggelockt wird. Sie wird mit vielen anderen Mädchen in die Mandschurei verschleppt, wo sie gezwungen werden als Trostfrauen den japanischen Soldaten zu dienen. Dieser Abschnitt war für mich sehr schwer zu lesen. Es wird geschildert, wie oft sie täglich vergewaltigt werden und wie die Mädchen mit Gewalt zum Gehorsam gezwungen werden. Am erschreckendsten ist, dass es sich hier um Tatsachen handelt und wie Japan mit diesem Kriegsverbrechen umgeht.

Jae-hees Schicksal führt sie an weitere wichtige Orte, an denen sich Koreas Geschichte entscheidend ändert und anhand ihres Lebens bekommt der Leser einen groben Einblick in die jüngste Historie Koreas bis hin zum Jahr 2008. Es ist kein einfaches Leben und ein ständiger Kampf ums Überleben und um Anerkennung.

Der Schreibstil des Autors war manchmal etwas spröde, fast schon schlicht und alle Figuren außer Jae-hee sind relativ blass. Dadurch fehlte mir ab und zu die emotionale Tiefe, die diese Geschichte verdient hätte. Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen und die Seiten sind nur so dahingeflogen. Auf jeden Fall habe ich einiges über ein wichtiges Thema und über Koreas Entwicklung erfahren. 

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(49)

77 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 49 Rezensionen

fantasy, jugendbuch, die drei opale - über das tiefe meer, kinderbuch, meer

Die drei Opale - Über das tiefe Meer

Sarah Driver , Wolfram Ströle
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.02.2018
ISBN 9783551553713
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die 13jährige Maus gehört zum Volk der Seestämme und lebt mit ihrer Familie auf einem Schiff. Sie sammeln die Schätze des Meeres, leben im Einklang mit den Wellen und haben eine ganz besondere Beziehung zu Walen.
Maus liebt ihr Leben und ist sich sicher, dass sie nach ihrer Oma Kapitän der „Jägerin“ wird. Doch als ihr Vater verschwindet gerät ihre heile Welt ins Wanken und nachdem sich der merkwürdige Elk ihrer Mannschaft anschließt, nimmt das Unheil seinen Lauf.
Maus muss unbedingt die drei Opale und die goldene Krone des letzten Königs finden, denn ihr Besitz bedeutet große Macht und in den falschen Händen könnte das schlimme Folgen für alle Völker haben.

Auf ihrer Suche nach ihrem Vater und den Opalen muss Maus viele Abenteuer und Kämpfe bestehen, denen sie mutig entgegentritt. Gerne habe ich Maus auf dieser Reise begleitet und dabei das Land, böse und gute magische Wesen und die Geschichten und Mythen dieser Welt kennengelernt.
Ein Ereignis jagt das nächste und kaum ist Maus irgendwo angekommen, geht die Reise auch schon wieder weiter. Dadurch ist das Lesen sehr kurzweilig, aber man hat kaum Gelegenheit sich tiefer in die jeweilige Situation hineinzuversetzen.

Für ihre Geschichte hat sich die Autorin eine fantasievolle Welt voller Magie und unheimlicher Wesen ausgedacht. Alle Menschen haben Tiernamen und viele haben eine besondere Beziehung zu Tieren. So hat z.B. Maus zu ihrem 13. Geburtstag ein Adlerweibchen bekommen, das künftig ihre treue Begleiterin sein wird. Die beiden sind ein tolles Gespann und haben mich ab und zu an Lyra und ihren Dämon aus „Der goldene Kompass“ erinnert.

Es hat mir viel Spaß gemacht dieses spannende Fantasy-Abenteuer zu lesen, das vor allem für junge Leser ab 12 Jahren ein Lesevergnügen sein dürfte und für alle die gerne eine neue magische Welt, an der Seite einer jugendlichen Heldin, kennenlernen.

Fazit: Ein spannendes und wendungsreiches Fantasy-Abenteuer mit einer jugendlichen Heldin.

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(3)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

amnesie, fugue-syndrom, gedächtnisverlust, mehrere handlungsebenen, spannung

Der Fremde am Strand

Lisa Jewell , Carola Fischer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Limes, 26.03.2018
ISBN 9783809026808
Genre: Romane

Rezension:

Alice lebt mit ihren drei Kindern und drei Hunden in einem winzigen Cottage am Strand von Ridinghouse Bay an der Küste von Yorkshire. Als sie mit den Hunden spazieren geht, entdeckt sie einen Mann, der im strömenden Regen am Strand sitzt und auf das Meer starrt. Er erzählt ihr, dass er sein Gedächtnis verloren hat und nicht mehr weiß wer er ist und wo er hinsoll. Nur eins weiß er ganz genau – zur Polizei will er nicht. Alice hat Mitleid mit ihm und gewährt ihm in einem kleinen Studio in ihrem Garten Unterschlupf. Ihre Kinder taufen den Fremden auf den Namen Frank und gemeinsam mit Alice versucht er sein Gedächtnis wiederzufinden.
Gleichzeitig vermisst die 21jährige Lily in der Nähe von London ihren 40jährigen Mann Carl, mit dem sie erst seit ein paar Wochen verheiratet ist. Sie ist sich sicher, dass ihm etwas zugestoßen ist und stellt eigene Nachforschungen an, nachdem die Polizei sich als wenig hilfreich erweist.
Ist Frank der vermisste Carl?

Als dritten Handlungsstrang gibt es eine Geschichte, die sich vor vielen Jahren in Ridinghouse Bay ereignet hat. Eine Familie mit ihren beiden Kindern Gray und Kirsty verbringt dort ihre Ferien. Am Strand lernen sie Mark Tate kennen, der großes Interesse an Kirsty zeigt und sofort hat man als Leser ein ungutes Gefühl, dass sich jedes Mal wenn die Geschichte zu diesem Teil der Handlung springt, verstärkt.

In der Gegenwart genießt Alice die Nähe von Frank und möchte ihn nur ungern gehen lassen. Doch was ist, wenn sich herausstellt, dass er ein Verbrecher ist oder verheiratet? Wird sie wieder allein sein oder sind sie und ihre Kinder sogar in Gefahr? Als Leser ist man genauso hin- und hergerissen wie sie.

Die drei Handlungsstränge bewegen sich langsam aufeinander zu und man fragt sich unwillkürlich, wie sie zusammenhängen. Ist Frank eine der Personen aus der Vergangenheit und wenn ja, welche? Gekonnt spielt die Autorin mit der Fantasie und den Gefühlen des Lesers. Immer, wenn ich mir sicher war, wie alles zusammenhängt, hat mich die Autorin überrascht und so wurde das Buch für mich eine kurzweilige Lektüre, bei der sich die Spannung immer mehr steigerte.

Die Geschichte ist wie ein Puzzle, bei dem man nach und nach fehlende Teile findet, aber erst am Ende das grausige und traurige Gesamtbild erkennen kann. 

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(85)

154 Bibliotheken, 15 Leser, 1 Gruppe, 71 Rezensionen

familie, roman, adoption, feuer, shaker heights

Kleine Feuer überall

Celeste Ng , Brigitte Jakobeit
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 20.04.2018
ISBN 9783423281560
Genre: Romane

Rezension:

In Shaker Heights gibt es Regeln, viele Regeln, die besagen was man tun und was man nicht tun darf. So darf der Rasen vor dem Haus nicht höher als 15 cm sein, ansonsten kommt ein strenger Brief der Stadt. Auch die Farben der Häuser sind genau geregelt. Je nach Baustil dürfen nur ganz bestimmte verwendet werden, um eine harmonische Ästhetik der Straßenzüge sicherzustellen. Ja, in Shaker Heights gibt es für alles einen Plan und das Motto der Stadt lautet „Die meisten Gemeinden entstehen einfach, die besten sind geplant.“

In dieser scheinbar perfekten Idylle lebt Mrs. Richardson mit ihrem Mann und ihren vier (natürlich geplanten) Kindern. Sie haben ein wunderschönes Haus und leben in Wohlstand ein ruhiges und beschauliches Leben, in das sich nur Izzy, die rebellische Jüngste der Familie, nicht so recht einfügen will.
Da sich Mrs. Richardson gerne als Wohltäterin sieht, vermietet sie eine freie Wohnung an die alleinerziehende Künstlerin Mia, die dort mit ihrer Tochter Pearl einzieht. Die beiden sind in den 15 Lebensjahren des Mädchens nie lange an einem Ort geblieben, aber das soll sich jetzt ändern. In Shaker Heights soll ihr Vagabundenleben ein Ende haben. Doch bereits auf den ersten Seiten des Buches wird klar, dass dies nicht gelingt, denn als diese beiden unterschiedlichen Familien aufeinandertreffen, gerät etwas in Bewegung, das am Ende dafür sorgt, dass einiges durcheinandergewirbelt wird. Jeder der Beteiligten geht verändert aus der Geschichte hervor.

Nach und nach lernt man beide Familien näher kennen. Die Jugendlichen gehen auf die selbe Schule und freunden sich schnell an. Die Entwicklung der Beziehung der jungen Leute wird toll beschrieben. Pearl hat zum ersten Mal in ihrem Leben Freunde und lernt, wie es ist, wenn man nicht nur das Nötigste besitzt.
Ihre Mutter Mia ist Fotografin, die getrieben auf der Suche nach dem nächsten perfekten Motiv ein ruheloses und minimalistisches Vagabundenleben führt. Äußerlichkeiten und die Meinung anderer sind ihr nicht wichtig. Alles was zählt sind sie und Mia.

Anhand dieser beiden Familien und ihren Mitgliedern wird deutlich wie unterschiedlich Menschen mit derselben Situation umgehen, wie sie diese beurteilen und wie wichtig sie sich selbst und ihre Meinung nehmen.

Eines der Themen ist es aufzuzeigen, wie trügerisch makellose Fassaden sein können und dass scheinbar Mittellose in mancher Hinsicht reicher bzw. zufriedener leben. Der ruhige Schreibstil spiegelt die Atmosphäre in Shaker Heights perfekt wieder. Doch er ist genauso trügerisch und indem sich die Autorin den Personen immer wieder aus einer anderen Perspektive nähert entsteht am Ende ein Gesamtbild, dass mit den anfänglichen Eindrücken kaum noch etwas zu tun hat.
Hier geht es um das ganz normale Leben, das manchmal aus den Fugen gerät, was dramatische Folgen haben kann.

Besonders gut gefallen haben mir die Frauenfiguren, egal welcher Altersgruppe, gesellschaftlicher Stellung oder Nationalität. Jede dieser Frauen hat ihre ganz eigene Geschichte, ihre Stärken und ihre Schwächen, die sie menschlich und verletzlich machen.
Interessant sind hier die unterschiedlichen Blickwinkel, aus denen die Autorin Mütter und die Beziehung zu ihren Kindern betrachtet.

Fazit: Eine ruhige Geschichte, die einen Blick hinter scheinbar perfekte Fassaden wirft und zeigt wie stark Frauen sein können, besonders wenn es um ihre Kinder geht.

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(5)

17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

19. jahrhundert, england, herrschaftshaus, junge liebe, regency

Eine Liebe in Blackmoore

Julianne Donaldson , Heidi Lichtblau
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Pendo Verlag, 03.04.2018
ISBN 9783866124509
Genre: Historische Romane

Rezension:

Jedes Jahr reisen Henry und Sylvia, die besten Freunde der 17jährigen Kate, nach Blackmoore um dort ein paar Wochen zu verbringen. Es ist Kates größter Wunsch die beiden einmal dorthin zu begleiten, um ihrer ungeliebten Familie zu entkommen und Blackmoore mit eigenen Augen zu sehen. Als endlich die ersehnte Einladung kommt, stimmt Ihre Mutter dieser Reise jedoch nur unter einer Bedingung zu. Kate muss in Blackmoore drei Heiratsanträge bekommen und ablehnen. Gelingt ihr dies nicht, kann ihre Mutter frei über Kates Zukunft bestimmen. Kate hat nur Blackmoore im Kopf und stimmt dieser Vereinbarung zu.
Doch in Blackmoore angekommen, muss sie feststellen, dass sich das Schicksal nicht so leicht beeinflussen lässt ...

Charmant und unterhaltsam erzählt die Autorin in diesem schönen Regency-Roman die Geschichte einer jungen Frau, die sich wie ein gefangenes Tier in einem Käfig fühlt. Kate ist temperamentvoll und sie hat einen unbändigen Drang nach Freiheit und danach die Welt zu erkunden. Doch das ist nicht das, was sich für eine junge Frau geziemt.
Ihr einziger Verbündeter ist ihr Freund Henry, der sie so oft es geht dabei unterstützt ihrem verhassten Zuhause zu entkommen.

Es hat mir Spaß gemacht Kate nach Blackmoore zu begleiten, diesem großen und herrschaftlichen Haus, das windumtost auf einer Klippe am Rand des Moores steht. Die Atmosphäre des Hauses und der wilden Landschaft bildet den Rahmen für die gemeinen Intrigen, die Standesdünkel und die Eifersucht, denen unsere tapfere und ungestüme Heldin hier begegnet.

Die Geschichte hat meine Erwartungen an einen Roman im Stil von Jane Austen voll und ganz erfüllt. Auch wenn die Nebenfiguren etwas blass sind und mir schnell klar war, wie die Geschichte ausgehen wird, hat die Autorin doch einige Überraschungen bereitgehalten, die für ein kurzweiliges Lesevergnügen gesorgt haben.

Fazit: Schöner Regency-Roman mit einer ungestümen Heldin, die um ihren Wunsch nach Freiheit kämpft.

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70 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

magie, spannung, familie, liebe, fantasy

Hidden Legacy - Das Erbe der Magie (Nevada-Baylor-Serie 1)

Ilona Andrews
E-Buch Text
Erschienen bei LYX.digital, 05.04.2018
ISBN 9783736308459
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die 25-jährige Nevada Baylor arbeitet als private Ermittlerin. Mit ihrem Einkommen sichert sie das Überleben ihrer Familie, für die sich Nevada seit dem Tod ihres Vaters verantwortlich fühlt. Gemeinsam leben sie in einer Lagerhalle in Houston. Die Stadt wird von Familien mit magischen Begabungen beherrscht. Sie nennen sich selbst „Häuser“ und besitzen Macht und Geld.

Als Adam Pierce, einer der begabtesten Söhne eines Hauses, seine Macht missbraucht, wird Nevada beauftragt ihn lebend seiner Familie zu übergeben. Wie soll man das schaffen, wenn man selbst kaum magisch begabt ist? Da bietet unerwartet einer der mächtigsten und gefährlichsten Magier Nevada seine Hilfe an. Doch Mad Rogan ist nicht nur eiskalt und tödlich, sondern auch verdammt sexy, was Nevadas Leben und Gedanken gründlich durcheinanderwirbelt, während sie gemeinsam mit ihm versucht Adam Pierce aufzuspüren.

Es hat etwas gedauert, bis ich mit der Geschichte warm geworden bin. Das lag sicher auch daran, dass ich sie anfangs dauernd mit der „Stadt der Finsternis“-Reihe des Autorenpaares verglichen habe.

Nachdem jedoch Mad Rogan auf der Bildfläche erschien, wurde die Geschichte unterhaltsamer und das ging nicht nur mir, sondern auch Nevada so, die sich gern und häufig von seinem sexy Anblick ablenken lässt und sich nur mit Mühe beherrschen kann, nur in Gedanken über ihn herzufallen. Natürlich führt das zu einem prickelnden Katz und Maus-Spiel, das im Folgeband sicher fortgeführt wird.

Gemeinsam sind die beiden ein tolles und ungewöhnliches Team und bei ihrer Jagd nach Adam lernt der Leser einiges über die gesellschaftliche Struktur der Magier und ihre unterschiedlichen Begabungen. Mit viel Action und humorvoll bissigen Dialogen kommen Nevada und Rogan einem gefährlichen Geheimnis auf die Spur.

Besonders gut gefallen hat mir Nevadas Beziehung zu ihrer Familie. Sie ist das Wichtigste in ihrem Leben und Nevadas Beschützerinstinkt treibt sie an. Die einzelnen Mitglieder sind liebevoll gezeichnet und sorgen für eine warmherzige Atmosphäre.

Die Geschichte bietet kurzweilige Unterhaltung und ich habe sie sehr gerne gelesen, auch wenn man sie in meinen Augen nicht mit den Büchern rund um Kate Daniels vergleichen kann bzw. sollte.

Ich freue mich schon auf den Folgeband, in welchem Mad Rogan bestimmt wieder auf Nevada und ihre Familie trifft.

Fazit: Kurzweilige Unterhaltung mit einer Prise prickelnder Erotik.

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(57)

109 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

adoption, geschwister, familie, kinderheim, usa

Libellenschwestern

Lisa Wingate , Andrea Brandl
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Limes, 05.03.2018
ISBN 9783809026907
Genre: Romane

Rezension:

Die zölfjährige Rill Foss lebt mit ihren vier Geschwistern und ihren Eltern auf einem Hausboot auf dem Mississippi.
Die Geschichte beginnt im August 1939, als Queenie, die hochschwangere Mutter der Kinder, so starke Wehen bekommt, dass ihr Mann Briny sie schnellstens ins nächstgelegene Krankenhaus bringen muss. Als die Kinder alleine zurückbleiben passiert das Unfassbare. Polizisten tauchen auf und nehmen die Kinder gewaltsam mit, um sie an Georgia Tann zu übergeben. Diese Frau beeinflusst zu dieser Zeit das Schicksal vieler Kinder und nicht immer zum Guten...
Mehr als 70 Jahre später besucht Avery, die Tochter von Senator Stafford, gemeinsam mit ihrem Vater ein Pflegeheim, wo sie durch Zufall die 90-jährige May Crandall kennenlernt. May scheint Averys Großmutter Judy zu kennen, will aber nicht verraten woher. Averys Neugier ist geweckt und da ihre Großmutter Judy an Demenz leidet, versucht sie auf anderen Wegen das Geheimnis zu lüften, das sie hinter der Verbindung der beiden Frauen vermutet. Und so beginnen die Vergangenheit und die Gegenwart sich aufeinander zuzubewegen...

Obwohl mir von Anfang an relativ klar war, wie die Geschichte in etwa verlaufen wird, war ich doch in keinster Weise auf das gefasst, was ich zu lesen bekam. Vor allem die Geschichte in der Vergangenheit hat mich erschüttert, besonders weil sie von wahren Begebenheiten inspiriert wurde. Georgia Tann gab es tatsächlich und sie hat jahrzehntelang unbehelligt Kinder ihren Eltern weggenommen und sie wie Waren verkauft und sogar in der Zeitung angeboten.
Der atmosphärisch dichte Erzählstil der Autorin ließ mich in die Handlung eintauchen und hat dafür gesorgt, dass ich die dramatische Geschichte von Rill und ihren Geschwistern atemlos und entsetzt verschlungen habe. Die Lektüre ist mir an einigen Stellen nicht leichtgefallen.

Die Kapitel wechseln immer zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit und jedes Mal wenn die Handlung zu Avery ins Hier und Jetzt gesprungen ist, konnte ich etwas entspannter lesen. Avery ist Anwältin und sie verbeißt sich in das Geheimnis, wie in einen Fall, den es zu lösen gilt. Mit leichter Hand erzählt die Autorin Averys Jagd nach Hinweisen und macht dabei deutlich wie stark der Druck der Öffentlichkeit ist, wenn es um Skandale rund um Politiker geht. Und genau einen solchen Skandal will Avery vermeiden. Ob ihr das gelingt?

Die Autorin hat es wunderbar geschafft, die ganz eigene Stimmung der beiden Handlungsstränge spürbar zu machen.

Diese spannende, dramatische und erschütternde Geschichte wird mich sicher nicht so schnell loslassen.
Es ist unfassbar wie grausam die Schicksale der Kinder waren, die in Berührung mit den kriminellen Zwangsadoptionen von Georgia Tann gekommen sind.

Fazit: Keine leichte Lektüre, aber trotzdem für mich ein ganz besonderes Buch, das mich sicher noch eine Zeit lang beschäftigen wird.

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(192)

398 Bibliotheken, 15 Leser, 1 Gruppe, 157 Rezensionen

fantasy, emily bold, jugendbuch, liebe, silberschwingen

Silberschwingen - Erbin des Lichts

Emily Bold , Carolin Liepins
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Planet! ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 13.02.2018
ISBN 9783522505772
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Thorn ist ein ganz normaler Teenager. Sie geht zur Schule, treibt gemeinsam mit ihren Freundinnen Sport und liebt ihre Familie. Kurz vor ihrem 16. Geburtstag zeigt auf einmal der coole Rebell Riley Interesse an ihr. Warum interessiert sich dieser Typ plötzlich für sie? Was er Thorn erzählt, stellt ihre Welt vollkommen auf den Kopf und nichts wird jemals wieder so sein, wie es vorher war, denn Thorn ist nicht die, die sie zu sein glaubt ...

Wie soll man das Buch rezensieren, ohne dabei zu viel von der Handlung vorwegzunehmen? Denn das war für mich gerade das Tolle an dem Buch. Es gab immer wieder überraschende und spannende Wendungen und es wäre schade, alles vorab zu verraten. Aber ganz ohne kleine Spoiler geht es nicht.

Thorn begegnet einer Gesellschaft von Wesen, die verborgen vor den Menschen leben und die ihre eigenen veralteten Gesetze und Traditionen hat. Auch wenn sie aussehen wie Engel, so sind sie doch keine. Grausamkeit und Gefühlskälte ist hier keine Seltenheit. Hier lernt sie Lucien kennen, einen faszinierenden jungen Mann, dessen Handlungen nicht auf den ersten Blick zu durchschauen sind.

Thorns Beschreibung ist gelungen, auch wenn ich ab und zu über ihre Handlungen den Kopf schütteln musste. Aber hey! Sie ist 16 Jahre alt und ihre Welt ist komplett aus den Fugen geraten. Das sollte man beim Lesen berücksichtigen, wenn sie sich in jugendlichen Schwärmereien ergeht oder sich nicht unbedingt rational verhält.

Es ist eine fantasievolle, dramatische und wildromantische Geschichte, die ich sehr gerne gelesen habe und die ich vor allem jugendlichen Leserinnen empfehlen kann, die ja auch die Zielgruppe sind. Wem die „Biss“-Reihe gefallen hat, der wird auch an diesem Buch seine Freude haben.

Am Ende sind einige Fragen offen und meine Neugier auf die Antworten ist geweckt. Ich werde die Fortsetzung auf jeden Fall auch lesen.

Fazit: Eine fantasievolle, dramatische und wildromantische Geschichte, perfekt für die jugendliche Zielgruppe.

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(53)

83 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 42 Rezensionen

kuba, liebe, road trip, karibik, havanna

Mit Hanna nach Havanna

Theresia Graw
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 19.02.2018
ISBN 9783734104404
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die 33jährige Journalistin Katrin Faber, moderiert schon seit Jahren die renommierte Fernsehsendung „Spaziergang mit Katrin“ bei Hello-TV. Als ihr Chef sie zum Abendessen einlädt, rechnet sie mit allem möglichen, nur nicht mit ihrer Versetzung zu einer Sendung für Senioren. Und als ob das ihr ruhiges und wohlorganisiertes Leben nicht schon genug auf den Kopf stellt, bittet sie auch noch eine ältere Zuschauerin ihre Biographie zu schreiben. Dafür soll Katrin mit Johanna Wagner von Trottau zu Dannenberg – genannt Hanna – nach Kuba reisen um dort nach Hannas großer Liebe zu suchen...

Und so macht sich ein sehr ungleiches Gespann auf die Reise. Während Hanna freundlich, lebenslustig, aufgeschlossen und sehr unbekümmert auf vieles reagiert, ist Katrin das genaue Gegenteil. Katrin ist kein einfacher Charakter. Sie wirkt oft verknöchert und unfreundlich und hat wenig Verständnis für Land und Leute. Ihr Denken ist von Vernunft und Logik geprägt und ihr beruflicher Ehrgeiz treibt sie an. Selbst ein romantischer Sonnenuntergang ist für sie nur Physik. Ich habe mir etwas schwer damit getan mit Katrin warm zu werden.

Dafür haben mir von Anfang an die Beschreibungen Kubas gut gefallen. Die Schilderungen der Natur, der Städte und der Menschen mit ihrem teilweise sehr einfachen Leben waren für mich das Highlight des Buches. Man merkt deutlich, dass die Autorin das Land selbst bereist hat und genau weiß, von was sie schreibt.

In lockerem und unterhaltsamem Schreibstil erzählt die Autorin dieses Roadmovie quer durch Kuba, denn die Reise und das Land halten für die beiden Frauen einige Überraschungen bereit.

Anfangs bin ich nicht gleich mit der Geschichte und Katrin warm geworden. Doch Hanna und Kuba haben dafür gesorgt, dass ich das Buch gerne gelesen habe. Auch wenn das Ende etwas sehr rosarot ist, passt es doch zu dieser perfekten Urlaubslektüre.

Fazit: Unterhaltsam erzähltes Roadmovie quer durch Kuba, mit einer etwas sperrigen Protagonistin.

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(85)

190 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 64 Rezensionen

eishockey, schweden, freundschaft, fredrik backman, kleinstadt

Kleine Stadt der großen Träume

Fredrik Backman , Antje Rieck-Blankenburg
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei FISCHER Krüger, 26.10.2017
ISBN 9783810530431
Genre: Romane

Rezension:

Als mir das Buch von Jellybooks zum Lesen angeboten wurde, habe ich erst gezögert. Will ich ein Buch über eine Stadt lesen, in der Eishockey das Wichtigste im Leben seiner Bewohner ist? Zum Glück habe ich mich doch für das Buch entschieden, denn es erzählt so viel mehr als die Kurzbeschreibung erwarten lässt.

Zu Beginn lernt man viele der Bewohner von Björnstadt kennen und erfährt wie ihre Beziehung zum Eishockey ist. Im Verlauf der Handlung erlebt man die Geschichte immer wieder aus dem Blickwinkel dieser Menschen, die in ihren Ansichten und Reaktionen so verschieden sind und dadurch ein komplexes Gesamtbild vermitteln.
Im Mittelpunkt steht Peter, der Sportdirektor des Eishockeyclubs, mit seiner Frau und seinen zwei Kindern. Er ist in Björnstadt aufgewachsen und war zu seiner Zeit der Star des Ortes, der es sogar bis nach Kanada in die dortige Liga geschafft hat. 

Für Björnstadt ist Eishockey nicht nur ein Spiel. Nein, die Menschen lieben diesen Sport, der das Leben und die sozialen Strukturen ihrer Gemeinschaft prägt. Der Autor schafft es ganz wunderbar deutlich zu machen wie unterschiedlich die Beziehung Einzelner zu diesem Sport ist und was er für sie bedeutet. 

Umso dramatischer sind die Reaktionen als ein schlimmes Ereignis die Menschen vor die Wahl stellt.  Ist ihre Loyalität dem Club und seinen Spielern gegenüber so stark, dass sie auch jegliche Moral und ihr Rechtsempfinden ignorieren?
Hier wird die ganz eigene Dynamik von eingeschworenen Gemeinschaften in kleinen Orten deutlich.

Anfangs habe ich das Buch einfach nur gerne gelesen und interessiert die einzelnen Menschen und Familien kennengelernt. So nach und nach hat mich die Geschichte immer mehr in ihren Bann gezogen und ich habe genauso wie die Zuschauer in der Geschichte bei den Wettkämpfen mitgefiebert.
Doch als sich der Schwerpunkt der Geschichte durch ein unerwartetes Ereignis verlagert, wurde das Leseerlebnis unglaublich intensiv und emotional. 

Man muss die Fortsetzung nicht unbedingt lesen, denn das Ende könnte man durchaus so stehen lassen. Doch da ich wissen will, wie es weitergeht, warte ich sehnsüchtig auf Band 2. 

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(8)

13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Der Klügere lädt nach

Castle Freeman , Dirk van Gunsteren
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Nagel & Kimche, 29.01.2018
ISBN 9783312010585
Genre: Romane

Rezension:

In einem kleinen Tal im Hinterland von Vermont lebt und arbeitet Sheriff Lucian Wing. Hier ist die Zeit stehen geblieben, jeder kennt jeden und man regelt die Dinge auf seine eigene Art und Weise, was so mancher Zugezogener erst noch lernen muss.
So wie der neue Vorsitzende des Gemeinderates Stephen Roark, welcher den Sheriff drängt mehr Engagement bei den Ermittlungen rund um die merkwürdigen Unfälle von jungen Rowdys an den Tag zu legen.
Auch privat läuft für Wing nicht alles rund, denn warum sonst würde er schon seit Wochen auf dem alten Sofa in seinem Büro schlafen? 

Wings Stärke sind seine Ruhe und Geduld. Er sitzt alles aus und lässt sich weder von seinen Eheproblemen noch von einem übereifrigen Vorsitzenden aus der Ruhe bringen. Doch unter der ruhigen, fast langweiligen Oberfläche schlummert ein intelligenter Geist, der genau weiß wem seine Loyalität gilt und wie man mit manchen Situationen umgeht.
Beim Lesen fühlte ich mich in die Zeit des Wilden Westens zurückversetzt und habe mir Lucian immer mit einem Stetson auf dem Kopf vorgestellt. 

Erst wiegt der Autor seine Leser in Sicherheit. Man bekommt Einblick in das Leben in einer ländlichen amerikanischen Kleinstadt, in der man sich kennt und gegenseitig hilft. Doch sobald man hinter die Fassade blickt, bleibt einem das Lachen im Hals stecken und man merkt, dass die Ruhe des Sheriffs und die Beschaulichkeit des Tales trügerisch sind. 

Freemans Art die Geschichte in seinem unaufgeregten, schnörkellosen und humorvollen Schreibstil zu erzählen hat mir sehr gut gefallen. Hier gibt es kein eindeutiges Schwarz und Weiß, auch wenn die Grautöne oft rabenschwarz sind. 

Ich habe das Gefühl, dass die Geschichte rund um Sheriff Wing noch nicht zu Ende ist, denn sowohl das Privatleben, als auch der Kriminalfall sind für mein Empfinden noch nicht endgültig abgeschlossen.
Oder ist das die ganz eigene Art des Autors auszudrücken, dass das Leben so weitergeht, als wäre alles in Ordnung? Das wäre ihm durchaus zuzutrauen.

Fazit: Schnörkellose und rabenschwarze Geschichte um einen Sheriff, der Probleme auf seine ganz eigene Art und Weise regelt.

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(39)

94 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 35 Rezensionen

new york, schnitzeljagd, code, chroniken von york, codes

Chroniken von York - Die Suche nach dem Schattencode

Laura Ruby , Jeannette Bauroth
Fester Einband
Erschienen bei Loewe, 12.02.2018
ISBN 9783785588864
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Band 1 der Reihe „Die Chroniken von York“

Zitat über New York:
„Die Stadt trug viele Spitznamen: Gotham, Metropolis, der Shining Star, der Big Apple, die Stadt, die niemals schläft. Wobei die Begriffe nicht immer zutreffend waren. Warum sollte zum Beispiel jemand eine Stadt als ein übergroßes Stück Obst bezeichnen? Außerdem schlief die Stadt sehr wohl, allerdings so wie eine Katze – mit halb geöffneten Augen, lauernd, bereit, beim ersten Anzeichen vom Spaß oder Gefahr aufzuspringen.“

Tess und ihr Bruder Theo leben mit ihren Eltern in einem alten Gebäude der Geschwister Morningstar in New York. Doch dieses New York ist in vielen Dingen anders, fortschrittlicher als wir es kennen. Das Bild der Stadt wird von Erfindungen und Gebäuden der Morningstars geprägt, die geniale Wissenschaftler, Architekten und Visionäre waren. 

Die Geschichte beginnt im Jahr 1855. Zu dieser Zeit verschwinden die Geschwister Morningstar von einem auf den anderen Tag spurlos. Sie hinterlassen jedoch ein Rätsel. Wie bei einer Schnitzeljagd sind in ganz New York Hinweise versteckt, die nach und nach gefunden und gelöst werden müssen. Am Ende würde man den größten Schatz finden, den ein Mensch sich vorstellen kann.

Bis heute wurde das Rätsel nicht endgültig gelöst und immer noch versuchen viele Menschen mit Eifer es zu lösen. Es haben sich sogar Gesellschaften gebildet, wie die „Codisten“, deren Mitglieder gemeinsam das Leben der Morningstars und das Rätsel erforschen. 

Als das Gebäude, in welchem Tess und Theo leben, verkauft wird und sie deshalb wahrscheinlich ausziehen müssen, erhalten die beiden durch Zufall einen Hinweis, der ganz neue Ansätze zur Lösung des Rätsels bietet. Warum erhalten sie den Hinweis gerade jetzt? Und können sie vielleicht in ihrem Zuhause bleiben, wenn sie den Schatz finden?

Eine spannende Schnitzeljagd und ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Während der Leser die Kinder auf ihrer Suche begleitet, erfährt er von den Erfindungen der Morningstars, die überall in New York ein fester Bestandteil des Lebens sind. Die fantasievollen Ideen und Beschreibungen der Autorin haben das Lesen für mich zum Vergnügen gemacht.

Die unruhige Tess und ihr hochbegabter Bruder Theo ergeben zusammen mit Jamie ein tolles Team. Jeder hat seine Eigenheiten und Talente und die drei sind mir schnell ans Herz gewachsen. Auch die Nebenpersonen sind mit einem liebevollen Augenzwinkern so gut ausgearbeitet, wie man es in einem Jugendbuch erwarten kann.

Mir war nicht bewusst, dass es sich um den Auftakt einer neuen Reihe handelt. Doch nun bin ich froh, dass ich den drei Spürnasen wieder begegnen darf. Nach dem überraschenden Ende bin ich auf die Fortsetzung gespannt, die ich auf jeden Fall lesen werde.

Fazit: Ein spannender und humorvoller Abenteuerroman mit vielen originellen und fantasievollen Ideen und einem herrlich schrägen Humor.

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101 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 56 Rezensionen

dystopie, tyrell johnson, schnee, thriller, wie wölfe im winter

Wie Wölfe im Winter

Tyrell Johnson
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 02.01.2018
ISBN 9783959671323
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die 23jährige Lynn lebt mit ihrer Mutter, ihrem Bruder, ihrem Onkel und einem Jungen in der Einsamkeit des Yukons. Ihr Leben wird vom ewigen Winter beherrscht, der nur durch kurze Frühlingsperioden unterbrochen wird. Es ist sieben Jahre her, seit es keinen Strom, keine Heizung, fließendes warmes Wasser und keinerlei Technik mehr gibt. 
An den Geschmack von Schokolade und Eiscreme kann sie sich kaum noch erinnern, aber dafür umso besser wie schön es war, als ihr Dad noch lebte. Er starb an der Grippe, die fast die gesamte Menschheit ausgerottet hat und Lynn vermisst ihn jeden Tag. 
Nun ist ihr Alltag von der Jagd geprägt, die zum Überleben der kleinen Gruppe beiträgt. Doch reicht es einfach nur zu überleben – zu leben? Sie möchte etwas erleben, die Welt erforschen und herausfinden was der Krieg und die Grippe übriggelassen haben.
Als eines Tages ein Fremder auftaucht, bringt er nicht nur Abwechslung in ihr Leben, sondern auch die gefährlichen Seiten einer neuen Welt ohne Regeln, in der es nur ums Überleben geht.

Lynns Leben macht deutlich wie hart es ist in dieser Welt des Winters zu überleben. Die Natur und die Tiere passen sich scheinbar schneller an, als es den Menschen möglich ist. Das harte und einfache Leben in der Wildnis wird gut beschrieben, ohne zu sehr ins Detail zu gehen.
In Rückblicken erinnert sich Lynn an ihren Vater und es wird nicht nur gezeigt, wie innig die Verbindung dieser beiden war, sondern auch wie anders das Leben vor der Grippe war und wie sich nach und nach alles verändert hat.

Das Buch ist eine leicht zu lesende und teilweise spannende Mischung aus dystopischem Abenteuerroman und Coming of Age, denn obwohl Lynn bereits 23 Jahre alt ist, wirkte sie auf mich mehr wie eine Jugendliche als wie eine junge Frau,  was ihr Handeln und ihre Gedanken betrifft. Ob dies eine Auswirkung des Lebens in der Einsamkeit ist?

Nach dem Lesen des Klappentextes hatte ich eine ungefähre Vorstellung davon, wie die Handlung wahrscheinlich verläuft und bis auf wenige Überraschungen ist alles genau so eingetroffen. Es sind hier nicht die Ideen, die neu sind bzw. überzeugen, sondern es ist das winterliche Setting, wenn sich Lynn z.B. durch einen Schneesturm kämpft und man das Gefühl hat die eisigen Flocken im Gesicht zu spüren.

Es wird mal wieder deutlich wie erbarmungslos Menschen sein können, manche aus der Not heraus, manche nur weil sie sich von allen Regeln befreit fühlen. Zum Glück deutet der Autor vieles nur an und ergeht sich nicht in grausamen Details.

Besonders gut gefallen hat mir Lynns Onkel Jeryl. Er ist ein starker Charakter, den man sich in einer solch postapokalyptischen Situation an seiner Seite wünscht. 
 
Eigentlich bin ich davon ausgegangen, dass es sich hier um einen Einzelband handelt, aber nach dem Ende kann es gut sein, dass es eine Fortsetzung gibt. Lassen wir uns überraschen. 

Fazit: Eine leicht zu lesende und teilweise spannende Mischung aus postapokalyptischer Dystopie und Coming of Age Roman in der es ums Überleben im eiskalten Winter geht.

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168 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 69 Rezensionen

happy end, liebe, amnesie, charlotte lucas, hamburg

Wir sehen uns beim Happy End

Charlotte Lucas
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 24.11.2017
ISBN 9783785725993
Genre: Liebesromane

Rezension:

Charlotte Lucas ist das Pseudonym von Wiebke Lorenz. Unter diesem Pseudonym ist bereits der Titel „Dein perfektes Jahr“ erschienen.

Das Lebensmotto von Emilia „Ella“ Faust ist: "Am Ende wird alles gut. Wenn es nicht gut ist, ist es nicht das Ende." Und getreu diesem Motto betreibt sie einen Blog mit dem Namen „Better Endings“ in welchem sie Erzählungen, Büchern, Filmen oder Serien mit einem unglücklichen Ausgang ein eigenes Happy End verpasst. Von Anfang an fand ich diesen Blog und die Idee wunderbar. Die Namen der User und die Kommentare waren auf unterhaltsame Art realistisch. Ella lässt hier auch ihre User an der Planung ihrer bevorstehenden Hochzeit mit ihrem Freund Philip teilhaben. 

Genau wie der Buchschnitt sind auch Ellas Träume von ihrer Hochzeit rosarot. Als sie jedoch so richtig klischeemäßig einen Zettel in Philips Mantel findet, drohen diese Träume zu platzen. aber Ella wäre nicht Ella, wenn sie nicht versuchen würde das Schicksal zu beeinflussen, indem sie ihm zum Ausgleich eine gute Tat anbietet. Wenn sie es schafft dem unglücklichen Oscar zu seinem Glück zu verhelfen, dann wird sich auch bei ihr alles zum Guten wenden. Doch lässt sich das Schicksal auf diesen Deal ein?

Ella ist hoffnungslos romantisch bis zur Selbstaufgabe. Sie klammert sich an ihr Happy End mit Philipp und ist bereits über vieles hinwegzusehen und die Augen vor der Realität zu verschließen. Nicht immer konnte ich das nachvollziehen und fand das stellenweise etwas nervig und überzogen. Am Ende wird allerdings klar, warum Ella sich so verhält und alles ergibt einen Sinn.

Oscar, den Ella unbedingt glücklich machen will, hat nach zwei unfreiwilligen Zusammenstößen mit Ella sein Gedächtnis verloren. Und so muss Ella zuerst das Geheimnis lüften, warum er so traurig ist, bevor sie ihm helfen kann. Immer wieder hat mich die Autorin hier auf eine falsche Fährte gelockt und mich mit unerwarteten Wendungen überrascht. 

Mit viel Humor schreibt Charlotte Lucas von Ellas Erlebnissen und vor allem die Dialoge mit Oscar haben mich immer wieder zum Schmunzeln gebracht, sodass ich über die ein oder andere Länge hinweggetröstet wurde. 
Es hat mir viel Spaß gemacht diesen unterhaltsamen Roman zu lesen und ich werde gerne wieder zu einem Buch dieser Schriftstellerin greifen.

Fazit: Eine humorvolle und unterhaltsame Romantikkomödie um eine junge Frau, die versucht ihre rosaroten Träume von einem Happy End in der Realität umzusetzen.

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197 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 104 Rezensionen

erotik, liebe, jodi ellen malpas, bodyguard, mit allem, was ich habe

Mit allem, was ich habe

Jodi Ellen Malpas , Christian Trautmann
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 13.11.2017
ISBN 9783956497049
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Jake Sharp ist der beste Personenschützer den man für Geld bekommen kann. Doch in seiner Vergangenheit lauern dunkle Geheimnisse, die ihn verfolgen. Deshalb braucht der durchtrainierte Ex-Soldat seine Arbeit, Sex und Alkohol um sich abzulenken und die Geister seiner Vergangenheit in Schach zu halten.
Alles ändert sich, als er seinen neuen Auftrag übernimmt. Ausgerechnet das Töchterchen eines reichen und mächtigen Tycoons soll er vor Erpressern beschützen. Eigentlich ist das nicht Jakes bevorzugtes Klientel, aber sobald er Camille begegnet, fühlt er sich stark zu ihr hingezogen. Sie scheint nicht das verwöhnte It-Girl zu sein, für das sie alle Welt hält und für Jake hat sie etwas ganz Besonderes an sich, was ihn nicht mehr loslässt. 

Auch Camille kann sich Jakes Anziehungskraft nicht entziehen. Sie hat zwar überhaupt keine Lust sich auf Schritt und Tritt von einem Bodyguard begleiten zu lassen, doch bei Jakes Anblick findet sie diese Vorstellung gar nicht mehr so schlimm. Es ist nicht nur sein heißer Körper, der ihr unheimlich gut gefällt, nein, bei ihm fühlt sie sich sicher. Doch sie spürt, dass er etwas vor ihr verbirgt – etwas das ihn belastet.
Was ist in Jakes Vergangenheit passiert?

Das hört sich doch nach einer spannenden und heißen Geschichte an, oder? Und das hätte sie auch sicher sein können, doch leider hat es die Autorin nicht geschafft, dass mich die Handlung in ihren Bann zieht.

Es wird gerne und oft beschrieben, was für tolle Körper Camille und Jake haben und wie sehr sie sich begehren und den gemeinsamen Sex genießen. Doch wenn der Prota dabei denkt „Ich erlebe einen Moment, der seinesgleichen suchen wird“, dann muss ich grinsen, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass einem Mann solche Gedanken durch den Kopf gehen, wenn er gerade heißen Sex hat. 
Überhaupt mutiert Jake, der zu Beginn als harter und männlicher Kerl geschildert wird, im Verlauf der Geschichte zum romantischen Weichei, zumindest wenn es um Camille geht. Beispiele werde ich hier keine anführen, aber ihr werdet sicher an mich denken, wenn ihr das Buch lest und an die entsprechenden Stellen kommt.
Durch die immer wieder eingehenden Drohungen und das unerwartete Auftauchen von Camilles Ex-Freund kommt etwas Spannung in die Geschichte und auch sonst gibt es unterhaltsame Handlungsstränge und Szenen in denen es z.B. um ihre Familie oder auch ihre beste Freundin geht, mit welcher sie eine gemeinsame berufliche Zukunft plant. 

Es gibt bestimmt viele Leserinnen, die mit einem verträumten Seufzen die Geschichte von Jake und Camille lesen werden. Für mich hat es leider zu lange gedauert, bis wirklich etwas passiert und die Geschichte in Fahrt kommt. Jedoch wird es zum Ende hin richtig spannend und emotional und die Seiten sind nur so dahingeflogen.

Fazit: Ein heißer Bodyguard beschützt und begehrt ein schönes It-Girl – eine Geschichte, die mich leider erst zum Ende hin in ihren Bann gezogen hat.

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69 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

kanada, leuchtturm, familiengeheimnis, insel, schwestern

Das Licht der Insel

Jean E. Pendziwol , Veronika Dünninger
Flexibler Einband
Erschienen bei Penguin, 16.10.2017
ISBN 9783328101611
Genre: Romane

Rezension:

Das Buch ist papego-fähig, was ich rege genutzt habe.

Die jugendliche Vollwaise Morgan muss wegen Sachbeschädigung in einem Altersheim arbeiten und lernt dort Elizabeth kennen, eine blinde Bewohnerin. Die beiden treffen ein Arrangement und Morgan beginnt Elizabeth aus Tagebüchern vorzulesen, die gerade jetzt aufgetaucht sind und die Geschichte von Elizabeths Familie und deren Leben als Leuchtturmwärter auf der Insel Porphyry Island im Lake Superior erzählen.
Elizabeth hofft darin die Antworten auf einige unbeantwortete Fragen zu finden. 

Und so taucht die Handlung immer wieder in die Vergangenheit ab und der Leser erfährt ausführlich, wie Elizabeth aufgewachsen ist und wie das Leben eines Leuchtturmwärters um 1920 ausgesehen hat. Geprägt ist ihr Leben von der harten Arbeit, der Begeisterung für die ursprüngliche Natur der Insel und der besonderen Liebe zu ihrer stummen Zwillingsschwester Emily, was die Autorin sehr detailliert und fast schon poetisch beschreibt. Diese Ausführlichkeit hat, trotz all ihrer schönen Worte, meinen Lesefluss ausgebremst. 


Doch die Idylle trügt und es gibt unerwartete Ereignisse und Wendungen, die mich bei der Stange gehalten haben. Zum Ende hin kommen immer mehr tragische Geheimnisse ans Licht, sodass der Spannungsbogen, der viele Seiten kaum vorhanden war, zum Ende hin wie ein Geysir in die Höhe schießt. 

Die Abschnitte in der Gegenwart haben mir sofort gut gefallen. Es ist schön zu lesen, wie sich die rebellische Morgan und die scharfsinnige Elizabeth langsam immer näherkommen und gemeinsam die Geheimnisse in Elizabeths Vergangenheit aufdecken. 

Diese tragische Familiengeschichte hat mir insgesamt doch gut gefallen und Leserinnen, die gerne in ausführliche und atmosphärische Beschreibungen abtauchen, werden sicher begeistert sein. 

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31 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

martha conway, conway, das schiff der träume, frauenroman, anti-sklaven-bewegung

Das Schiff der Träume

Martha Conway , Christine Heinzius
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.10.2017
ISBN 9783442205295
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die 22jährige May reist mit ihrer Cousine Comfort durch Amerika im Jahr 1838.
Comfort ist Schauspielerin und reist von Engagement zu Engagement und May begleitet sie als Ihre Schneiderin in Mädchen für alles. Nachdem die beiden bei einem Schiffsunglück voneinander
getrennt werden, steht May zum ersten Mal in ihrem Leben ganz alleine da und sie kann sich nicht weiterim Schatten ihrer Cousine verstecken. 
Zum Glück bekommt sie eine Stelle auf einem Theaterschiff, das auf dem Ohio Richtung Süden fährt und auf dem es unterwegs immer wieder Vorstellungen gibt. Für May beginnt ein ganz neues Leben... 

Der Ohio River bildet eine natürliche Grenze zwischen Nord- und Südstaaten und so wird May im Verlauf der Geschichte immer wieder mit Sklaverei konfrontiert und der Konflikt zwischen dem Norden und dem Süden ist bereits deutlich spürbar.

Doch den Hauptteil der Handlung macht Mays Leben auf dem Theaterschiff aus. Die Crew besteht aus Schauspielern, einem Smutje, einem Hund und dem Kapitän Hugo, der natürlich ein ganz besonderer Mann ist, eine starke Persönlichkeit mit viel Herz und Menschenkenntnis. Leider widmet sich die Autorin der Ausarbeitung der Charaktere nicht so ausführlich, wie ich mir das wünschen würde. Dadurch bleiben die Figuren etwas blass und eindimensional.
Dafür beschreibt sie eingehend einzelne Städte und Gegebenheiten, wodurch der Zeitgeist lebendig wird.

May ist ein etwas spröder Charakter. Sie lügt nur ungern und hat das starke Bedürfnis, Tatsachen penibel widerzugeben, was bei Gesprächen für die ein oder andere lustige oder auch peinliche Situation sorgt. Sie hat wenig Gespür für Menschen und sagt einfach ungefiltert wie sie die Dinge sieht. Sie tut das nicht mit böser Absicht, sondern weil sie Menschen und Gefühle nur schwer einordnen kann. Es wirkt fast so, als ob bei ihr eine leichte Form von Emotionsstörung vorliegt. Trotz allem hat sie das Herz am richtigen Fleck.
Es war jedoch für mich schwierig mit einem solchen Charakter mitzufiebern.

Die Beschreibung des Lebens auf dem Theaterschiff und die Begeisterung Hugos für sein Schiff und die Aufführungen der Stücke haben mir gut gefallen. Auch die explosive Stimmung zwischen Nord- und Südstaaten war deutlich zu spüren und haben Dramatik in die Geschichte gebracht.

Insgesamt habe ich diesen Schmöker doch gerne gelesen und dadurch die mir bisher fremde Welt der Theaterschiffe kennengelernt.

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64 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

leben, oetinger verlag, selbstliebe, selbstverwirklichung, selbstwahrnehmung

Was uns ganz macht

Kendra Fortmeyer , Fabienne Pfeiffer
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 25.09.2017
ISBN 9783789108457
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt
Seit ihrer Geburt hat die 17jährige Morgan ein Loch in ihrem Bauch, durch das man durchsehen kann. Obwohl es sie überhaupt nicht beeinträchtigt, fühlt sie sich kaputt, so als wäre sie nicht ganz, weil ein Stück von ihr fehlt.
Um sie vor den Reaktionen der Menschen zu schützen hat ihre Mutter mit Worten wie „erzähle es keinem“ und „du bist nicht wie die anderen“ dafür gesorgt, dass sich Morgan hinter einer Mauer aus Zurückhaltung versteckt und von ihren Mitschülern absondert. Nur ihre beste Freundin Carolin weiß von dem Geheimnis und die wunderbare Freundschaft der beiden ist das Licht in Morgans Alltag.

Doch tief in Morgan ist ganz versteckt und klein die Hoffnung, dass sie doch so akzeptiert wird wie sie ist und dass es irgendwo jemanden gibt der mit ihr zusammen sein will, der sie so nimmt, wie sie ist und der sie „ganz“ macht. 

Eines Tages fordert sie ihr Schicksal heraus und zeigt sich beim Tanzen. Zuerst sind kaum Reaktionen spürbar und sie fühlt sich frei bis sie merkt, dass ihr Loch im Internet und bei der Presse für Aufruhr sorgt und die unterschiedlichsten Reaktionen hervorruft. Es ist traurig und leider realistisch zu sehen, dass oft vergessen wird, dass hinter der Sensation ein Mensch steht, der Gefühle hat. Für viele ist sie nicht Morgan, sondern nur das „Lochmädchen“.

Zitat S. 65:
„Mein Geheimnis ist raus.
Und jetzt meint die ganze hässliche, beängstigende Welt, sie hätte das Recht, reinzukommen.“


Und dann taucht jemand auf der ihr perfektes Gegenstück zu sein scheint, der auch anders ist und genau versteht wie es in ihr aussieht. Ist er das Puzzleteil in ihrem Leben, das sie ganz machen wird?

Meine Eindrücke
Die Autorin macht deutlich, was in Morgan vorgeht, wie sie sich fühlt und wie sie immer wieder verletzt wird und sei es nur durch Gedankenlosigkeit. Doch kann nur ein Mensch, der auf die gleiche Art nicht perfekt ist, dein Glück sein und dich verstehen? Das halte ich für eine fragwürdige Botschaft. 

In der Geschichte geht es um so viel mehr, als der Klappentext erahnen lässt und ich habe das Buch sehr gerne gelesen, auch wenn nicht jede Botschaft nach meinem Geschmack war und Morgan manchmal ein sperriger Charakter ist. 
 
Das Buch ist ein Plädoyer für das Anderssein und für Mitgefühl. Es wird deutlich, dass man auf ganz unterschiedliche Art und Weise nicht ganz sein kann, sei es körperlich oder seelisch und dass es keine Lösung ist sich zu verstecken. Jeder Mensch hat Respekt verdient und die Möglichkeit sein Leben zu leben, ohne sich zu verstecken. Dieses Statement wird immer wieder deutlich gemacht und gerade in der heutigen Zeit, wo durch die sozialen Medien die Leute ihre Meinung in die Welt hinausschreien, egal wie fundiert oder unsachlich sie ist, kann man gar nicht oft genug darauf hinweisen. 

Fazit: Ein Plädoyer für den respektvollen Umgang miteinander und den Mut anders zu sein.

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75 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

freundschaft, liebe, katzen, katze, familie

Mr. Widows Katzenverleih

Antonia Michaelis
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Knaur, 02.10.2017
ISBN 9783426654309
Genre: Romane

Rezension:

Antonia Michaelis hat hier die zauberhafte Idee eines Katzenverleihs in einer märchenhaften und spannenden Geschichte eingebettet. Es ist ein Verleih der ganz besonderen Art, den Mr. Widows mitten in einer kalten Großstadt betreibt. Hier werden die Katzen nicht einfach verliehen, sondern sie entscheiden selbst welche von ihnen mit wem geht. Es hat mir viel Spaß gemacht zu lesen wie die Tiere mit ihren ausgefallen und witzigen Namen das Leben der Menschen bereichern und etwas Glück in ihren Alltag bringen.

Für Spannung sorgt die Handlung rund um Nancy, die Mr. Widows in einer schneekalten Nacht in einem Müllcontainer gefunden hat. Sie verbirgt ein Geheimnis rund um tragisches Ereignis und sie versteckt sich vor ihrem Ex, der darin verwickelt ist. 
In Mr. Widows Haus, das wie eine nostalgische Insel aus vergangener Zeit wirkt, kommt sie zur Ruhe.

Nancy sieht Dinge, die so eigentlich nicht sein können und genau wie sie wusste ich stellenweise nicht mehr, was nun Wirklichkeit ist und was nicht. Dadurch entsteht eine surreale Atmosphäre, die zusammen mit der liebenswerten Geschichte rund um die Katzen für eine ganz eigene märchenhafte Stimmung sorgt.

Mehr möchte ich gar nicht verraten, denn das Buch hält noch einiges an Überraschungen parat. Neben den Wendungen in der Handlung wimmelt es von einsamen, schrulligen und auch liebenswerten Personen und Katzen. 

Fazit: Eine melancholische und spannende Geschichte mit märchenhaftem Charakter. 

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232 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 86 Rezensionen

liebe, bücher, antiquariat, roman, poetry-slam

Ich treffe dich zwischen den Zeilen

Stephanie Butland , Maria Hochsieder-Belschner
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.10.2017
ISBN 9783426520758
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die 25jährige Loveday arbeitet in einem Antiquariat und fühlt sich zwischen den Büchern wohler als unter Menschen. Als sie Nathan kennenlernt, bekommen die Mauern, die sie um sich errichtet hat, Risse. Doch dann tauchen Bücher auf, die Loveday an ihre Vergangenheit erinnern und sie muss sich entscheiden, ob sie sich weiterhin verstecken will oder ob sie den Mut findet sich den Menschen, die sie lieben, anzuvertrauen und zu öffnen...

Das Setting war für mich das reinste Vergnügen. Vor allem am Anfang beschreibt Loveday ihre Arbeit in dem Antiquariat und es werden einige Buchtitel und Autoren genannt, die ihr gefallen oder die sie in den Kartons, die häufig abgegeben werden, entdeckt. Bücher sind schon seit ihrer Kindheit ihre treuesten Gefährten und Lovedays Liebe zu ihnen ist deutlich spürbar. 
Sicher kennt ihr das Gefühl, wenn man eine Buchhandlung betritt. Die Atmosphäre, der Geruch und die vielen Bücher sorgen bei mir für ein Wohlgefühl und ich komme zur Ruhe. So scheint es auch Loveday an ihrem Arbeitsplatz im Antiquariat zu gehen.

Doch so sehr sie Bücher mag, so sehr misstraut sie Menschen und lässt kaum jemanden an sich heran. Lediglich ihr Chef Archie ist ihr ein treuer und väterlicher Freund. Mit Begeisterung erzählt er immer wieder wie er Loveday kennengelernt hat und es ist schön zu lesen, wie die beiden füreinander da sind und sich ergänzen. 

Es hat seine Gründe, warum Loveday so verschlossen ist. Sie hatte keine einfache Kindheit und es wird deutlich welch bleibenden Schaden traumatische Erlebnisse bei Kindern anrichten können. Trotz dieses traurigen Themas schafft es die Autorin mit Lovedays trockenem Humor und warmherzigen Szenen, dass die Handlung nicht allzu sehr bedrückt. 

Die Wende kommt als Nathan in Lovedays Leben tritt. Mir hat gefallen, welche Details ihr an ihm aufgefallen sind und wie sie diese eingeordnet hat. Ohne sie zu bedrängen sucht er immer wieder ihre Nähe und nimmt sie mit zu Poetry Slam Veranstaltungen, die er regelmäßig veranstaltet. Das ist eine neue Welt für Loveday, in der sie sich wohlfühlt. Vielleicht weil man hier auch, wie in Büchern, mit Worten zum Ausdruck bringt, was einen bewegt.
Für Interessierte füge ich einen youtube-Link zu einem Poetry-Slam von Julia Engelmann an, um zu zeigen, was Poetry-Slam ist:
https://www.youtube.com/watch?v=DoxqZWvt7g8

Als die Vergangenheit Loveday nach und nach einholt, nimmt dieser Bereich ihres Lebens immer mehr Raum im Buch ein und die Stimmung ändert sich. Die Kapitel wechseln zwischen drei Zeitebenen und die Autorin schildert in ruhiger und eindringlicher Erzählweise, was Loveday erlebt hat, wie es ihr dabei ging und wie sehr ihre Gedanken von der Vergangenheit beherrscht werden.

Trotz der ausführlichen Schilderungen, die nur langsam und nach und nach Lovedays Erlebnisse enthüllen, hat mich das Buch gefesselt, vielleicht weil dadurch die Gefühle und Stimmungen intensiv spürbar waren und sicher auch weil ich wissen wollte, was damals geschehen ist. 

Fazit: Ein ruhiger und bewegender Roman um eine starke junge Frau, die durch Liebe und Freundschaft lernt, ihre Vergangenheit zu verarbeiten und nach vorne zu schauen um endlich ihr Leben zu leben.

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117 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 48 Rezensionen

liebe, schicksal, autorin, geheimnisse, als

Der Herzschlag deiner Worte

Susanna Ernst
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2017
ISBN 9783426521236
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die Geschichte beginnt mit dem Tod von Vincent. Das Merkwürdige dabei ist, dass sein Geist danach an seinen Sohn gebunden ist und er miterlebt, was in Alex’ Leben passiert, ohne dass er etwas dagegen tun kann. Ich hatte schon befürchtet, dass es eine Geistergeschichte wird, aber da habe ich mich zum Glück getäuscht. 
Dadurch dass er Alex begleitet erfährt er Dinge, die ihm zu Lebzeiten nicht bekannt waren und wenn Vincent in Gedanken in die Vergangenheit abtaucht und den Leser daran teilhaben lässt, ergibt sich ein Gesamtbild, dass nach und nach die Dramatik vergangener Entscheidungen und Erlebnisse aufdeckt.

Doch die eigentlichen Hauptpersonen sind Alex und Maila, die sich durch Zufall bei einer literarischen Veranstaltung kennenlernen. Oder war es Schicksal?
Beide sind auf ihre Art Künstler, deren Arbeit von der Vergangenheit beeinflusst wird. Alex komponiert und textet Songs. Doch seit er sich um seine kleine Tochter Leni kümmern muss, hat er eine kreative Blockade. Und Maila ist Schriftstellerin, die ihre Vergangenheit in ihren Büchern verarbeitet. Man spürt sofort, dass die beiden füreinander bestimmt sind, aber immer wieder stellen sich ihnen Hindernisse in den Weg. Warum will Maila auf keinen Fall eine feste Beziehung und schafft es Alex sie für sich und eine gemeinsame Zukunft zu gewinnen?

Lange weiß der Leser nicht, warum Maila sich so gegen eine feste Beziehung sträubt und ich war gespannt, wie die Autorin das glaubwürdig erklären will, ohne dass sie auf die gängigen Klischees zurückgreift. Es ist ihr gelungen.

Das Buch ist jedoch so viel mehr als eine einfache Liebesgeschichte. Eine wichtige Rolle spielt Jane, die Patentante von Alex, die früher die beste Freundin seiner Eltern war. Trotz ihrer Erkrankung an ALS und der damit einhergehenden Bewegungsunfähigkeit, ist sie eine sehr starke Persönlichkeit, die mit wenigen Worten und Blicken mehr zum Ausdruck bringen kann, als so mancher „Gesunde“ mit tausend Worten.

Auch Alex’ Tochter Leni hat mein Herz im Sturm erobert, genauso wie das von so mancher Figur in diesem Roman. Es war sehr schön über die liebevolle Beziehung der beiden zu lesen und die anfänglichen Schwierigkeiten verleihen dem Ganzen Glaubwürdigkeit.

Die Autorin hat eine schöne, vielschichtige und warmherzige Geschichte geschrieben, die ich sehr gerne gelesen habe. Sie gibt der Handlung und den Personen die Zeit und den Raum sich zu entwickeln.

Neben der Liebe ist ein zentrales Thema die Beziehung von Eltern zu ihren Kindern und welche schweren Entscheidungen man manchmal trifft, in dem Glauben das Beste für die Kinder zu tun, ohne Rücksicht auf sich selbst.

Fazit: Eine berührende Geschichte, die dramatisch, traurig, schön und warmherzig ist. Das Buch gehört zu meinen Highlights 2017 im Genre Liebesromane.

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103 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 50 Rezensionen

liebe, schwanger, familie, london, schwangerschaft

Und jetzt auch noch Liebe

Catherine Bennetto , Teja Schwaner , Iris Hansen
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 18.08.2017
ISBN 9783746633435
Genre: Romane

Rezension:

Die Kurzbeschreibung des Inhaltes ist irreführend, denn sie suggeriert, dass sich Emma gleich zu Beginn des Buches in einen Mann verliebt, der der Richtige sein könnte. Doch geht es vielmehr um die Zeit ihrer Schwangerschaft, welche Probleme sich ihr stellen und wie sie damit umgeht.

Die Geschichte umfasst so ziemlich genau die neun Monate ihrer Schwangerschaft. Sobald sie erfährt, dass sie ungewollt ein Baby erwartet, trennt sie sich von ihrem Lebensgefährten Ned, kündigt im Affekt ihren Job und verliert ungewollt ihre ganzen Ersparnisse.

Doch egal welche Probleme sich ihr in den Weg stellen, gibt es immer Menschen, die ihr zur Seite stehen. Ihre Familie ist zwar chaotisch und ihre Mutter etwas exzentrisch und oberflächlich, aber sie kann jederzeit auf sie zählen, genauso wie auf ihre Freunde. 
Trotzdem verfällt Emma oft in Selbstmitleid und ich hätte sie beim Lesen manchmal am liebsten geschüttelt, damit sie mit dem Jammern aufhört und ihr Leben in die Hand nimmt. 

Mit leichter Hand und viel Humor erzählt die Autorin, was Emma in den neun Monaten passiert, wie sie versucht sich finanziell über Wasser zu halten und welche Menschen ihr begegnen. 

Ich habe Emmas Geschichte gerne gelesen. Immer wieder gibt es Wendungen und witzige Erlebnisse und Dialoge, vor allem wenn ihre Familie mit im Spiel ist. Das Buch ist ideal um im Urlaub oder auf dem Sofa ein paar unbeschwerte Lesestunden zu genießen.

Fazit: Unterhaltsame und leichte Lektüre über eine ungewollt Schwangere und ihr chaotisches Leben.

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31 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

familie, neuanfang, gewalt in der ehe, schottland, sommer

Im siebten Sommer

Rowan Coleman , Marieke Heimburger
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.08.2017
ISBN 9783492308038
Genre: Romane

Rezension:

Mitten in der Nacht kommt Rose mit ihrer Tochter Maddie in Millthwaite im tiefsten Lake District an und findet Unterschlupf im Bed & Breakfast von Jenny. Sie hat Hals über Kopf ihren Mann Richard verlassen und anfangs hat man als Leser keine Ahnung warum sie das getan hat. Erst nach und nach erfährt man, wie sehr sie in ihrer Ehe gelitten hat und welcher Vorfall sie endlich wachgerüttelt hat. 
Es wird deutlich, warum sich Rose überhaupt auf Richard eingelassen hat und warum es ihm möglich war solche Macht über sie zu bekommen. Viele Frauen schaffen den Absprung leider nicht.

In Rückblicken wird erzählt, wie Roses Kindheit und ihre Ehe verlaufen sind, doch hauptsächlich geht es um die Gegenwart und wie sie sich immer mehr von ihren Ängsten befreit und wieder zu sich selbst findet, herausfindet was sie will und was sie mag, ohne dass sie es diktiert bekommt.
Mir hat es gut gefallen, dass der Klappentext nur wenig verrät, sodass der Handlungsverlauf mich immer wieder überraschen konnte. Es geht nicht nur um Rosies Ehe und ihre Flucht, sondern auch um die unerwartete Konfrontation mit ihrer unglücklichen Kindheit.

Ihre Tochter Maddie ist ein ganz besonderes Mädchen, denn sie sagt frei heraus was sie denkt und wie sie Situationen empfindet, ohne zu berücksichtigen. Es wird schnell klar, dass das Kind nicht bewusst unhöflich und verletztend ist, sondern dass eine soziale und emotionale Störung vorliegt, die sie isoliert. Maddie und ihre Art ihr Umfeld zu kommentieren haben mich berührt und es war schön zu sehen, wie sie nun akzeptiert wird und aufblüht.

Trotz des schweren Themas liest sich das Buch leicht, da es nicht in unschönen Details schwelgt.  Dennoch wird deutlich wie sehr Rose gelitten hat. Umso schöner ist es, sie auf ihrem Weg in ein neues Leben zu begleiten, auch wenn die Geschichte sehr ausführlich erzählt wird und manche Gedanken sich wiederholen. Aber das hat mich nicht gestört, denn ist es nicht normal, dass einem manchmal immer wieder die gleichen Gedanken durch den Kopf gehen, bis man zu einer Entscheidung kommt? Also mir geht das oft so :-)

Immer wieder blitzt Humor auf, der oft durch die knurrigen aber ehrlichen Bemerkungen der teils eigenwilligen Figuren entsteht und die Handlung auflockert. 

Fazit: Eine schöne Geschichte, die ein schwieriges Thema leichtfüßig erzählt und mich bestens unterhalten hat. 

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dinosaurier, jugendbuch, romeo und julia, paläontologie, rivalität

Vom Suchen und Finden

Kenneth Oppel , Jessika Komina , Sandra Knuffinke , Wolfgang Staisch
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Dressler, 24.07.2017
ISBN 9783791500409
Genre: Jugendbuch

Rezension:

In diesem Buch geht es um zwei Männer deren größte Leidenschaft es ist bei ihrer Suche nach Fossilien neue Dinosaurierarten zu entdecken. Zwischen den beiden herrscht ein unerbittlicher Konkurrenzkampf und es ist ihnen fast jedes Mittel Recht den anderen auszustechen. Erzählt wird die Geschichte von ihren beiden Kindern Samuel und Rachel, die sich bei einer zufälligen Begegnung sofort zueinander hingezogen fühlen und das ausgerechnet jetzt wo die Jagd nach einem Fossil von bisher noch nie dagewesener Größe beginnt – dem T-Rex. 

Die Handlung spielt in Amerikas Wildem Westen im späten 19. Jahrhundert und wurde inspiriert von dem sogenannten „Bone War“ – dem Krieg der Knochen zwischen den amerikanischen Paläontologen  Edward Drinkwater Cope und Othniel Charles Marsh. 

Genau wie ihre berühmten Kollegen versuchen Professor Cartland und Michael Bolt, die Väter von Samuel und Rachel, sich gegenseitig zu übertrumpfen, ihre Arbeit zu untergraben und schrecken auch nicht vor dem Versuch zurück den Ruf des anderen zu zerstören.

Doch die eigentlichen Hauptpersonen sind Samuel und Rachel, aus deren Sicht die Geschichte erzählt wird. Beide begleiten ihre Väter auf der Suche nach dem sagenhaften Fossil. Während Samuel Bolt alleine mit seinem Vater und zwei Begleitern mit geringen finanziellen Mitteln reist, wird die Expedition von Rachels Vater in großem Stil, mit vielen Helfern und einer Eskorte ausgestattet. Es ist interessant zu lesen, wie unterschiedlich die beiden Teams ausgestattet und organisiert sind, mit welchen Schwierigkeiten sie zu kämpfen haben und wie sie mit den Indianern und ihren Traditionen umgehen. 

Immer wieder lässt der Autor Informationen einfließen, die einen groben Eindruck der damaligen Zeit vermitteln. Besonders deutlich wird anhand von Rachel, wie schwer es für Frauen war ihr eigenes Leben zu leben oder gar zu studieren.  

In gewohnt flüssigem Schreibstil erzählt Kenneth Oppel seine spannende Geschichte um diesen Wettlauf im Wilden Westen. Die Romanze zwischen den Kindern der verfeindeten Forscher erinnert ansatzweise an Romeo und Julia, hat mich aber nicht immer überzeugt. 

Fazit: Spannende und unterhaltsame Mischung aus Indiana Jones meets Romeo und Julia im Wilden Westen.

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