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rastlosen, betty blue, bukowski, brautigan, djian

Die Rastlosen

Philippe Djian
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 01.10.2012
ISBN 9783257068344
Genre: Romane

Rezension:

Mit Anfang 20 entdeckte ich Philippe Djian für mich und es war eine Offenbarung. Ohne Übertreibung: „Erogene Zone“ und „Betty Blue“ veränderten mein Leben. Die schiere Wut und Emotionalität, der Stil zwischen Gossenslang und poetischen Sprachbildern faszinierten mich. Eröffneten neue Horizonte. Djian war für mich absolut neu, ungewöhnlich, erfrischend, jung...
Nun, Rebellen werden älter. Djian wurde älter. Ich wurde älter. Es folgten noch einige gute Bücher („Matador“, „Sirenen“... ) aber auch richtig schlechte. („Schwarze Tage, Weiße Nächte“) Auch seine Soap („Doggy Bag“) in Romanform konnte mich über Strecken noch fesseln. Aber schon bei „Die Leichtfertigen“ fiel Einiges unangenehm ins Auge, was sich im neusten leider Werk manifestiert.
„Die Rastlosen“. Oberflächlich betrachtet ein Krimi. Marc 53, Literaturdozent – weil er zum Glück rechtzeitig erkannt hat, dass er kein Schriftsteller ist. (die Kriterien, was ein richtiger Schriftsteller ist, werden uns tausendfach um die Ohren gehauen) Er lebt mit seiner Schwester zusammen. Die Beiden verbindet mehr, als nur Geschwisterliebe. Das liegt an ihrer Kindheit voller Trauma und Misshandlungen. Marc hat eine Vorliebe für junge Studentinnen, bis zu dem Tag, wo er neben Einer von ihnen erwacht und die ist tot.
Körperlich nicht mehr so fit, obwohl knapp 10 Jahre jünger als sein Schöpfer, sieht er sich verfolgt oder zumindest argwöhnisch beobachtet. Von Polizisten, von seiner Schwester, von seinem Intimfeind, dem Leiter des Fachbereichs, der sich außerdem noch an seine Schwester ran macht, und verliebt sich ausgerechnet in die Mutter der Toten, die ihn auf der Suche nach ihrer Tochter kontaktiert.
Der Roman hat gute Momente. Djian deutet z.B. vieles aus der Kindheit von Marc und Marianne nur an. Streut immer mal wieder Fragmente ein, die so einen guten roten Faden bilden. Einen Spannungsbogen, weil man auf Antworten wartet. Die man, soviel sei verraten, nicht alle erhält. Im Vergleich zu früheren Werken, wird Djian mit zunehmendem Alter weit aus kürzer und das tut ihm gut.
Auf der anderen Seite gibt es ein großes Problem. Djian hat immer behauptet, dass ihm der Stil wichtiger als die Geschichte ist.
War das früher die berechtigte Wut eines jungen Rebellen, ist es jetzt irgendwie nur noch die Bequemlichkeit oder sogar Arroganz einer altgewordenen Diva.
Die Handlung entfaltet zwar durch die o.g. Elemente einen gewissen Sog. Auf der anderen Seite zieht sie sich hin. Und die von Djians neuesten Alter Ego massenhaft eingestreuten Betrachtungen über Literatur, Stil, wahre Schriftsteller und verblendete Möchtegernliteraten nerven. Sind unglaubwürdig und albern.
Allein die letzten Seiten, in denen Djian die Handlung, die Vorgeschichte, die Motivation seiner Figuren in aller Kürze zu einem fulminanten Höhepunkt/Schluss bringt, der durchaus Qualität hat, faszinieren noch einmal.
Darüber hinaus bleibt ein fader Beigeschmack, das hier ein arroganter, alter Sack, sich einbildet, noch einmal an die alten Erfolge anknüpfen zu können. Sein vielgerühmter (in letzter Zeit aber nur noch von ihm!) Stil ist nicht mehr da. „Die Rastlosen“ ist über weite Sätze so dermassen platt und peinlich. Selbst die Kämpfe von Marc mit seinem alternden Körper (Steißbein, Ischias), die durchaus komödiantisch hätten sein können, sind hochgradig platt. Gerade im Spiel mit dem Älter werden, wäre aber durchaus Potential gewesen. Doch ein „alter Sack“ der unter Hexenschuss leidet, dafür aber angeblich 36h lang durch poppen kann. Das ist nur noch lächerlich. Hier war wahrscheinlich der Wunsch, des in die Wechseljahre gekommenen Autors, Vater des Gedanken. Eine gute Geschichte ist eben doch wichtiger als (behaupteter) Rhythmus der Sprache. Angedeutet ist sie. Das hätte klappen können. Weil es Djian seinen eigenen Vorbildern, den Meistern der amerikanischen Shortstory (z.B. Brautigan) näher bringt. Die Reduktion, die viel Spielraum für Interpretation und Fantasie lässt. Wenn da nicht die ewigen Selbstbeweihräucherungen wäre, die längst nicht mehr Rebellion sind. Da man sie ihm mit über sechzig einfach nicht mehr abnehmen kann. Djian erinnert in seiner Literatur an einen alten Rockstar, der es nicht geschafft hat in Würde zu altern. Der immer noch einen auf geschminkten, durchgeknallten Krieger macht und nicht merkt, dass er seine größten Hits von vor 30 Jahren längst auf Ü 40 Parties spielt, vor Leuten, die ihn nur wegen seiner Vergangenheit anhimmeln.
Sicherlich bezeichnend, dass Diogenes auf dem Umschlag ausgerechnet wieder für „Betty Blue“ aus dem Jahre 1985 in der genialen Übersetzung von Michael Moosblech wirbt. (Mal von dem ewig jungen Portrait des Autoren seit gefühlten 100 Jahren auf der Rückseite abgesehen.)
Wenn Djian nicht mal vor vielen Jahren so bedeutend für mich gewesen wäre, hätte ich dieses Buch wohl nie zu Ende gelesen.
Schade eigentlich.

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Tags: betty blue, brautigan, bukowski, djian, rastlosen   (5)
 

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183 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 13 Rezensionen

kurzgeschichten, schuld, verbrechen, anwalt, gericht

Verbrechen

Ferdinand von Schirach
Flexibler Einband: 246 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.09.2011
ISBN 9783492272438
Genre: Romane

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77 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 25 Rezensionen

parabel, bauern, seil, wald, dorf

Das Seil

Stefan aus dem Siepen
Flexibler Einband: 180 Seiten
Erschienen bei dtv, 01.06.2012
ISBN 9783423249201
Genre: Romane

Rezension:

Mein Verleger hat mir vor einiger Zeit den Tipp gegeben, mir ein Post It an den Monitor zu kleben, auf dem „KÜRZEN“ steht. Man weiß es ja eigentlich, aber es ist besser, dass beim Schreiben auch vor Augen zu haben.
Zumindest, was das Kürzen anbelangt hat Stefan aus dem Siepen mit „Das Seil“ ein echtes Vorzeugeobjekt geschaffen.
175 Seiten im Softcover, dann noch relativ große Schrift, weit auseinander stehend, hat man schnell durch. (Das der Deutsche Taschenbuch Verlag dafür 14,90€ verlangt und sich Leute immer aufregen, dass die Paperbacks bei sog. Indie-Verlagen so teuer sind, steht auf einem anderen Blatt.)
Fakt ist, bei Stefan aus dem Siepen ist kein Wort, kein Verb und kein Adjektiv zuviel. Warum auch?
Es gibt den ausschweifenden, manchmal zum Schwarfeln neigenden Schreibstil, bei dem ich auch schon mal ein paar Seiten nur noch querlese. „Eis und Feuer“ von Hr. Martin ist so ein Beispiel.
Bei Hr. aus dem Siepen war das genau andersrum. Die Knappheit seiner Sprache zwang mich immer öfter dazu, den Satz, den Abschnitt mehrmals zu lesen. Die Phantasie, die Bilder im Kopf waren oft genug, der Erkenntnis beim Lesen schon längst voraus und es galt Beides irgendwie im Einklang zu halten, um der Geschichte folgen zu können.
Worum geht’s aber eigentlich in „Das Seil“? Da zitiere ich mal ganz unverschämt und faul den Klappentext:
„Ein abgelegenes, von Wäldern umschlossenes Dorf. Einige Bauern führen hier ein einsames und zufriedenes Dasein, das von Ereignissen kaum berührt wird. Eines Tages geschieht etwas vermeintlich Belangloses: Einer der Bauern findet auf einer Wiese am Dorfrand ein Seil. Er geht ihm nach, ein Stück in den Wald hinein, kann jedoch sein Ende nicht finden. Neugier verbreitet sich im Dorf, ein Dutzend Männer beschließt, in den Wald aufzubrechen, um das Rätsel des Seils zu lösen. Ihre Wanderung verwandelt sich in ein ebenso gefährliches wie bizarres Abenteuer: Das Ende des Seils kommt auch nach Stunden nicht in Sicht – und die Existenz des ganzen Dorfes steht auf dem Spiel.“
Diese Ausgangsidee versprach so absurd, so surreal, so kafkaesk zu sein, dass ich das Buch unbedingt lesen musste. Und ja, es erfüllte alle seine Erwartungen. Ungeneim spannend, fesselnd, leicht düster. Nachdenklich und nachhallend. Die Phantasie und die eigenen Gedanken anregend. Eine Parabel im besten Sinne des Wortes. Eine Geschichte, in der man selbst entscheiden muss, inwieweit man dem Seil folgen will, wofür dieses Seil und die Suche der Bauern danach, steht. Ein Buch, das viel Aufmerksamkeit fordert, dafür aber auch sehr viel zurück gibt. Weil es noch lange nachwirkt. Ähnlich einem Film von Michael Haneke.

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Tags: absurd, düster, haneke, intelligent, kafka, parabel, spannend, sureal   (8)
 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

arno wilhelm, leonard cohen, jack rodman, periplaneta, johnny cash

Jack Rodman - Die ganze Wahrheit, m. Audio-CD

Arno Wilhelm
Flexibler Einband: 242 Seiten
Erschienen bei Periplaneta, 01.07.2012
ISBN 9783940767936
Genre: Romane

Rezension:

Kennen Sie Jack Rodman?
Nein?
Dann wird’s aber mal Zeit.
Jack Rodman ist ein amerikanischer Musiker, ein wenig Johnny Cash, ein wenig Leonard Cohen. Eher spartanisch, hauptsächlich Gitarre, der aber auch ganz gut rocken kann er. Der Mann mit dem Hut, der Sonnenbrille und der Pique-Tätowierung im Gesicht. Aber wer ist dieser Jack Rodman?
Arno Wilhelm hat seine autorisierte Biographie geschrieben, der auch gleich eine EP mit drei unveröffentlichten Songs des neuen „Mannes in Schwarz“ beiliegen, mit denen der Amerikaner jetzt endlich auch Deutschland erobern will...
Doch halt!
Ist das nicht irgendwie alles ganz anders?
Da ist Sven. Der ist glücklich. Oder zumindest zufrieden. Schicke Freundin, akzeptablen Job, vernünftige Wohnung... so normal, so harmonisch, dass es sehr, sehr langweilig für den Leser ist. Aber, wir wissen alle: Ein guter Thriller oder ein guter Horror muss erstmal die Idylle zeigen, damit er sie zerstören kann.
Und ZACK:
Sven ist von einem Moment auf den nächsten arbeitslos, wohnungslos, Freundin-los und dann wird er auch noch vom Auto überfahren.
Irgendwann aus dem Koma erwachend, wird ihm klar, dass sein Leben vielleicht doch eher langweilig war und dass es jetzt Zeit ist, sich mal was einfallen zu lassen. Mit Hilfe des Internets und all seiner seltsamen Blüten (YouTube, Facebook etc.) erschafft er Jack Rodman. Den amerikanischen Musiker, der jetzt in Deutschland durchstarten will, weil er im Homeland schon so bekannt ist. Die Nummer gelingt. Jack Rodman wird ein Star. Ausverkaufte Konzerte, traumhafte Plattenverkäufe... bis eines Tages Svens Ex dem „Schwindel“ auf die Spur kommt und Sven erpresst.
Arno Wilhelm erzählt eine schöne Geschichte. Die Grundidee ist so einfach wie genial. Ist es möglich sich mit Hilfe des Webs eine zweite Persönlichkeit aufzubauen? Zählt für den Erfolg als Musiker wirklich die Kreativität oder doch nur die Anzahl der „Gefällt mir“ Klicks?
Und spätestens ab dem Moment, wo die ganze Sache aufzufliegen droht, wird „Jack Rodman – Die ganze Wahrheit“ zum spannenden Thriller.
Und am Ende?
Am Ende ist dann sowieso alles wieder anders, wie es sich zum Schluss einer guten Geschichte, mit einem schönen Twist gehört.
Wir legen die EP von Jack Rodman ein und fragen uns: Wer hat jetzt hier eigentlich wen erschaffen? Jack Rodman den Arno Wilhelm, damit dieser sich die Geschichte von Sven ausdenkt, um Jack Rodman eine zweite Persönlichkeit zu verschaffen... oder umgekehrt. Zwischen Schein und Sein, Ruhm und Alltäglichkeit liegt mehr, als man im ersten Moment erahnen mag.
Ein spannendes, unterhaltsames Buch, das geschickt mit der Doppelbödigkeit unserer gesamten modernen Medienwelt (Bücher, Musik, Internet... ) spielt.

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Tags: arno wilhelm, jack rodman, johnny cash, leonard cohen, periplaneta, rock'n'roll   (6)
 

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schuld, ferdinand von schirach, justiz, gericht, verbrechen

Schuld

Ferdinand von Schirach
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2012
ISBN 9783492273770
Genre: Krimi und Thriller

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61 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

new york, usa, liebe, brooklyn, sunset park

Sunset Park

Paul Auster , Werner Schmitz ,
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 20.07.2012
ISBN 9783498000820
Genre: Romane

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78 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

japan, hikikomori, freundschaft, einsamkeit, außenseiter

Ich nannte ihn Krawatte

Milena M Flasar , Milena Michiko Flašar
Buch: 139 Seiten
Erschienen bei Wagenbach, K, 31.01.2012
ISBN 9783803132413
Genre: Romane

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

wilder westen, goldrausch, killer, psychopaten

Die Sisters Brothers

Patrick deWitt , Marcus Ingendaay
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Manhattan, 01.06.2012
ISBN 9783442547005
Genre: Romane

Rezension:

Mein erster Western. Zumindest mein erster "gelesener" Western. Und irgendwie cool. Lakonisch geschrieben, amüsant und unterhaltsam. Eli, der Ich-Erzähler, ein dicker, grübelnder Mann, der eigentlich nur auf der Suche nach Liebe und Geborgenheit ist. Sein Bruder Charlie, ein psychopatischer, durchgeknallter Killer. Gemeinsam erledigen sie die Schmutzarbeit für den Kommodore und killen sich durch den Wilden Westen 1851. Das ganzer erinnert an einen Film der Cohen-Brüder. Eine Menge absurde Ereignisse, durchgeknallte Figuren und hat irgendwie sogar postmoderne Elemente. Hat auf jeden Fall Spaß gemacht es zu lesen.

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123 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 14 Rezensionen

schweden, musik, horror, mord, psychose

Wolfskinder

John Ajvide Lindqvist , Thorsten Alms
Flexibler Einband: 556 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 13.10.2011
ISBN 9783785760567
Genre: Krimi und Thriller

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45 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

horror, hollywood, sex, geister, spannung

Coldheart Canyon

Clive Barker , Peter Robert
Flexibler Einband: 874 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 01.09.2004
ISBN 9783453879591
Genre: Krimi und Thriller

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85 Bibliotheken, 3 Leser, 4 Gruppen, 23 Rezensionen

new york, kiffen, chronic city, astronautin, manhattan

Chronic City

Jonathan Lethem , Johann Ch Maass , Michael Zöllner , Johann Ch Maass
Fester Einband: 490 Seiten
Erschienen bei Tropen, 21.02.2011
ISBN 9783608501070
Genre: Romane

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319 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

new york, usa, krimi, roman, identität

Die New York-Trilogie

Paul Auster , Joachim A. Frank
Flexibler Einband: 374 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 02.11.1989
ISBN 9783499125485
Genre: Krimi und Thriller

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41 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

stasi, ddr, utopie, mord, krimi

Plan D

Simon Urban
Fester Einband: 550 Seiten
Erschienen bei Schöffling, 28.07.2011
ISBN 9783895611957
Genre: Romane

Rezension:

Die DDR lebt. Die Wiedervereinigung hat es nie gegeben. Statt dessen schloss Egon Krenz 1990 die Mauer wieder. Mit der sog. "Wiederbelebung" wurde die DDR fortgeführt. Ein wirschaftliches Überleben sicherte das Transitabkommen mit der BRD, dass es gestattete russisches Gas durch das Gebiet der DDR in den Westen zu leiten. Im Gegenzug musst Krenz zusichern, die Stasi abzuwickeln. Wir schreiben 2011.
Die DDR ist wirtschaftlich am Ende. Sie hat das beste Handy der Welt "Minsk" genannt, von der Stasi entwickelt, aber es hapert bei den Akkus. Der Trabantnachfolger "Phobos" fährt mit Rapsöl, weshalb ganz Ostberlin wie eine Frittenbude stinkt. Oskar Lafontaine ist Bundeskanzler. Margot Honnecker sitzt in der Irrenanstalt und singt Wolf Biermann-Lieder. Sarah Wagenknecht und Peter Sodann sind die Helden in einem DEFA Actionfilm namens "Die Rote Flut"...
Ein neues Gastransitabkommen steht kurz vor dem Abschluss. Die DDR braucht das Geld. Da wird an einer der Pipelines ein Toter gefunden. Ein ehemaliger hoher Parteifunktionär, aufgehangen, die Schnürsenkel der beiden Schuhe zusammen gebunden. Ein Zeichen der Stasi, mit der sie Verräter in den eigenen Reihen stigmatisierte. Schnell wird der Mordfall zum Politikum, weswegen sich ein ostdeutscher und ein westdeutscher Ermittler zusammen tun müssen. Ist die Stasi wieder aktiv? Will ein westdeutsches Solarunternehmen die Gasverhandlungen boykottieren? Oder ist doch alles ganz anders?
Mit "Plan D" legt Simon Urban sein Debüt vor. Ein Buch, das von seiner "Was wäre wenn" Ausgangssituation durchaus an "Vaterland" von Robert Harris erinnert.
Oberflächlich betrachtet hat Urban einen durchschnittlich guten, spannenden Krimi geschrieben. Es gibt den grantigen Ermittler, den ewigen Looser, der seiner Exfrau und seinem verschwundenen Vorbild und Mentor nachtrauert. Es gibt die korrupten Politiker, die undurchsichtigen Seilschaften, die Undergroundkämpfer, es gibt falsche Spuren, überraschende Twists... alles was ein guter Krimi eben braucht.
Was "Plan D" in meinen Augen aber zum absoluten Geniestreich macht, ist die Fülle an liebevollen und absurden Details. Eben jene bringen mich dazu, zu behaupten, dass Simon Urban das einzig wahre DDR Buch seit der Wende geschrieben hat. Nichts gegen Thomas Brussig und Kollegen, aber mehr als einmal habe ich beim Lesen von "Plan D" gedacht: Ja, so war es. Nein, nicht: So wäre es, wenn es die DDR wirklich noch geben würde. Sondern: Genauso war es. Kein sog. DDR-Buch hat es in den letzten Jahren so perfekt geschafft, das alltägliche Lebensgefühl in der DDR so genau und nachvollziehbar zu beschreiben, wie Urbans Fiktion. Erstaunlich. Vor allem, weil der Autor aus dem Westen kommt und noch relativ jung ist. Entweder hat er viele ehemalige DDRler als Freunde oder verdammt gut recherschiert. Mir als Ex-Ossi hat "Plan D" soviel Freude bereitet, dass ich Urban auch die zum Ende hin etwas ausufernden pornografischen Detailbeschreibungen (Hier bin ich nun mal der Meinung, dass weniger mehr ist und sich die Erotik im Kopf des Lesers, nicht auf dem Papier, abspielen sollte!) und die etwas zu langen inneren Monolog des Protagonisten (auf sowas stehe ich persönlich einfach nicht) verzeihe.
"Plan D" von Simon Urban, ein Buch das ich JEDEM ehemaligen DDR Bürger dringend ans Herz legen möchte. Bei Wessies besteht das Risiko, dass sie nur die Krimi Handlung betrachten und die ist eben Durchschnitt. Wenn auch guter.
Simon Urban, ein Autor, den ich zumindest im Auge behalten werde und ich hoffe, dass sich "Plan D" so gut verkauft, dass er noch viele, feine Ideen für eine Fortsetzung, eine "Wiederbelebung" hat.

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Tags: ddr, egon krenz, honecker, krimi, parallelwelt, plan d, satire, stasi, utopie   (9)
 

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127 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

schweiz, krieg, afrika, kommunismus, dystopie

Ich werde hier sein im Sonnenschein und im Schatten

Christian Kracht
Fester Einband: 148 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 16.09.2008
ISBN 9783462040418
Genre: Romane

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102 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

afrika, sand, wüste, nordafrika, mine

Sand

Wolfgang Herrndorf ,
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Berlin, 15.11.2011
ISBN 9783871347344
Genre: Romane

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448 Bibliotheken, 13 Leser, 3 Gruppen, 24 Rezensionen

japan, aomame, tengo, liebe, little people

1Q84. Buch 3

Haruki Murakami , Ursula Gräfe
Fester Einband: 570 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 29.10.2012
ISBN 9783832195885
Genre: Fantasy

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8 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

schotten, siedler, indianer, amerika, delaware

Das Auge des Raben

Eliot Pattison , Thomas Haufschild
Fester Einband: 410 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 15.11.2010
ISBN 9783352007880
Genre: Historische Romane

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

brutal, total verrückt, frankreich

Die Leichtfertigen

Philippe Djian , Uli Wittmann
Fester Einband: 217 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 22.02.2011
ISBN 9783257067743
Genre: Romane

Rezension:

Natürlich wird Djian älter... seine ewigen Selbstbeweihräucherungen, wenn er (wieder mal) in die eigene Rolle des Schriftstellers schlüpft und seinen eigenen Stil in den Himmel lobt, über die Schwierigkeit einen Roman zu schreiben lamentiert... gehen mir inzwischen auch ein wenig auf den S... Trotzdem ist "Die Leichtfertigen" wieder ein richtig gutes Buch. Djian hat sein Tempo, seine Streckenlänge inzwischen wirklich gefunden, die Bücher werden kürzer, der Schreibstil skizzenhafter, vieles wird nur angedeutet, der Leser muss schon ab und zu mitdenken... Djian schreibt wirklich immer noch Sätze, die einem schlicht die Beine unter dem A... weghauen.

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

indianer, überfahrt, rätsel, das ritual, neue kolonien

Das Ritual

Eliot Pattison , Thomas Haufschild
Fester Einband: 542 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 01.02.2008
ISBN 9783352007545
Genre: Historische Romane

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244 Bibliotheken, 6 Leser, 4 Gruppen, 15 Rezensionen

japan, seele, einhörner, fantasy, parallelwelt

Hard-boiled Wonderland und Das Ende der Welt

Haruki Murakami ,
Fester Einband: 550 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 12.12.2006
ISBN 9783832179052
Genre: Fantasy

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261 Bibliotheken, 3 Leser, 6 Gruppen, 33 Rezensionen

irland, undercover, krimi, mord, dublin

Totengleich

Tana French , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Fester Einband: 780 Seiten
Erschienen bei Scherz, 21.08.2009
ISBN 9783502101925
Genre: Krimi und Thriller

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482 Bibliotheken, 21 Leser, 11 Gruppen, 42 Rezensionen

japan, parallelwelt, sekte, 1984, tengo

1Q84. Buch 1&2

Haruki Murakami , Ursula Gräfe
Fester Einband: 1.021 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 03.08.2012
ISBN 9783832195878
Genre: Romane

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