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83 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

lügen, mobbing, jugendbuch, familie, lauren wolk

Das Jahr, in dem ich lügen lernte

Lauren Wolk , Birgitt Kollmann
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 30.01.2017
ISBN 9783446254947
Genre: Jugendbuch

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27 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

insekten, wespen, jugendbuch

Das Nest

Kenneth Oppel , Jessika Komina-Scholz , Sandra Knuffinke , Jon Klassen
Fester Einband
Erschienen bei Dressler, 25.01.2016
ISBN 9783791500058
Genre: Kinderbuch

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

folter, krimi, jena, henry kilmer, theatermilieu

Tod in Jena

Christoph Heiden
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 23.06.2016
ISBN 9783954518197
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Tochter des Jenaer Bürgermeisters wird von einem Auto angefahren und fällt ins Koma. Die Untersuchungen ergeben, dass sie zum Zeitpunkt des Unfalls unter dem Einfluß von K.O.-Tropfen stand. Die Ermittlungen für Henry Killmer und seine Kollegen ans örtliche Theater. Schon bald offenbaren stoßen sie auf wesentlich größere Abgründe und finden sich auf einmal in einem brisanten Fall wieder, der viel mehr von ihnen abverlangt, als nur die täglichen Routinen.

Nachdem ich Christoph Heidens Erstling »Teufelsloch« letztes Jahr geliebt habe, hatte ich schon im Vorfeld große Erwartungen an das Buch. Hier erfahrt ihr, ob diese auch erfüllt worden sind.

Das Cover ist nicht sonderlich aufregend und auf den ersten Blick sagt es nicht sehr viel aus. Der obere Teil zeigt wohl ein schwarz-weiß Bild von einem Teil Jenas und der Pfeil unten steht vermutlich symbolisch für die vielen Entscheidungen zwischen gut und böse, die in diesem Buch getroffen werden müssen. Auf den ersten Blick sicherlich kein Cover, das man unbedingt aus dem Regal in der Buchhandlung zieht, aber insgesamt für dieses Buch passend und rund.

Neben den ermittelnden Beamten Linda Liedke und Henry Killmer, fand sich auch die 14-jährige Alina Wagner in einer Hauptrolle wieder. Während die Polizisten auf die meiste Zeit eher blass blieben, war Alina eine Figur, welche nachvollziehbar und detailreich dargestellt wurde. Dennoch ist dieses Buch keines bei dem man die Geschichte aus der Sicht einer Figur miterleben und fühlen kann, sondern man bleibt ein außenstehender Betrachter, der sich mal in einem, mal in einem anderen Handlungsstrang wiederfindet. Heiden zeigt uns die Geschichte nicht nur durch die Augen der Protagonisten, sondern lässt auch einige andere Figuren zu Wort kommen. So gibt es insgesamt um die zehn Perspektiven, welche teils klar erkennbaren Figuren zugeordnet waren, aber auch teils aus mysteriösen Sichtweisen von Tätern oder Opfern geschrieben waren, welche eine zusätzliche Spannung aufgebaut haben. Wer allerdings nichts mit vielen Perspektivwechseln anfangen kann, sollte von diesem Buch die Finger lassen. Mir persönlich hat das gut gefallen, denn es hat für Vielschichtigkeit und Tiefe gesorgt, die sonst verloren ginge.

Durch die vielen Perspektivwechsel haben auch die Nebenfiguren deutlich an Charakter gewonnen und man hat seine Lieblinge fernab der Protagonisten finden können. Mein persönlicher Held des Buches – wenn gleich ein tragischer – war die »fette Mietzekatze«. Wer das allerdings ist, müsst ihr selbst rauskriegen.

Der Schreibstil des Autors ist sehr eigen. Man kann ihn flüssig lesen und die Spannung wird bis zum Schluss sehr hoch gehalten, allerdings sind so manche Metaphern und Beschreibungen nichts für schwache Nerven oder Leute mit zu bildhafter Fantasie, da sie einen gewissen »Ekelfaktor« haben. Der Qualität der Geschichte tut das jedoch keinen Abbruch, im Gegenteil es ist erfrischend unkonventionell und anders.
Dass der Autor selbst auch viel mit dem Theater zu tun hat, wird schnell klar, denn hier spürt man das Herzblut und die Leidenschaft dafür in jeder Beschreibung. Diese Leidenschaft überträgt er auch auf den restlichen Text, der auch vor Tabuthemen keinen Halt macht.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass meine Erwartungen an den Krimi vom Autor nahezu komplett erfüllt wurden, lediglich die Polizeibeamten hätte ich mir etwas nahbarer ausgearbeitet gewünscht. Dennoch kann ich das Buch jedem empfehlen, der gerne auch mal unkonventionellere Krimis liest und auch vor Tabuthemen nicht die Augen verschließt. Der Fairness halber möchte ich aber dazusagen, dass ich nicht verstehe, warum auf die Bücher immer »Kriminalroman« gedruckt wird, da sie viel näher am Thriller liegen als am Krimi.

Von mir gibt es verdiente

4 von 5 Punkten.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Der Sommer, als wir den Esel zähmten

Annette Roeder , Stefan Wilkening
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Der Hörverlag, 27.07.2015
ISBN 9783844520330
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Der 10-jährige Hugo Hummels hat es wirklich nicht leicht. Seine Eltern sind beide sehr erfolgreich in ihrem Beruf, seine große Schwester ist hervorragend in der Schule und seine kleine Schwester kann so gut schwimmen, als sei sie mit Fischen groß geworden. Natürlich darf er da nicht zurückbleiben und so hat seine Mutter entschieden, dass er der Musiker der Familie sein soll, und hat ihm zum Unterricht mit dem Cello angemeldet. Obwohl Hugo, und auch sein Musiklehrer der Meinung sind, dass sein Talent nicht reicht, will Hugos Mutter nichts davon hören und meldet ihn bei einem renommierten Musikwettbewerb an. Natürlich ist Hugo alles andere als begeistert, aber mit seiner Mutter lässt sich nicht reden. Doch dann passiert etwas, mit dem Familie Hummels nicht gerechnet hat. Florentine, die jüngste Tochter hat so einen entsetzlichen Wutanfall, dass sie dem Bademeister fast die Nase abbeißt. Eine Psychologin rät der Familie eine Eselwanderung zu machen, um wieder zueinanderzufinden und den Tobsuchtsanfällen von „Flöhchen“ Herr zu werden. Dafür müsste aber sowohl der All-inklusive Urlaub in Marrokko, als auch der Wettbewerb von Hugo ausfallen. Vor allem Letzteres will Mutter Hummels auf alle Fälle verhindern und so schafft sie es, beide Dinge zu kombinieren. Ob das gut gehen kann?


Dieses Kinderbuch ist für die gesamte Familie. Für die Kinder ist es eine wirklich lustige und schöne Geschichte und für die Erwachsenen ist eine Anregung über ihr eigenes Leben und die Beziehung zu den eigenen Kindern nachzudenken. Denn Familie Hummels ist ein Paradebeispiel einer Familie, die zwar nach außen hin alles hat und glücklich ist, aber in Wirklichkeit aneinander vorbei lebt. Mutter und Vater sind rund um die Uhr mit ihren Jobs beschäftigt und verlangen auch einiges von ihren Kindern ab, ohne zu bemerken, dass die Kinder eigentlich gar nicht glücklich sind. Die Autorin hat somit auf lustige und kindgerechte Art eine Kritik an unserer Gesellschaft geübt, in der es immer schneller und immer besser sein muss, obwohl manchmal die einfachen Dinge im Leben die Schönsten sind.

Das Cover ist wirklich schön gestaltet und zeigt wie sich Vater und Mutter Hummels mit dem Esel abmühen, der gerade keine Lust hat weiterzugehen. Diese Szene findet sich dieser Geschichte öfter wieder, denn Esel sind ja bekanntermaßen störrisch und tun nicht immer das, was sie sollen. Natürlich ein Graus für Menschen, die immer alles durchorganisiert und geplant haben. Auf dem Rücken des Esels sieht man Flöhchen, natürlich mit Flossen zum Schwimmen und im Vordergrund sitzt Hugo im Gras und genießt die Sonnenstrahlen. Gefällt mir wirklich gut.

Die Protagonisten sind natürlich die Familie Hummels. Da hätten wir die Mutter, die hervorragend organisiert ist, immer einen Plan in petto hat und die Zügel in der Hand hält. Vater Hummels ist der typische Versorger. Er geht in seinem Job auf und macht ihn auch sehr gern. Er unterstützt seine Frau zwar, hält sich aber aus dem Großteil der Erziehungsarbeit heraus. Die älteste Tochter Hetti, ist ein Teenager und findet den Lebensstil und vor allem den Urlaub in Marokko ziemlich toll, da sie damit, bei ihren Freunden, angeben kann. Deshalb gehört sie auch zu denjenigen die von der Eselwanderung nicht wirklich begeistert sind. Anders verhält es sich da bei Hugo und Flöhchen. Diese beiden sind wirklich begeistert davon und Hugo findet sogar heraus, dass er ein gutes Händchen für Tiere hat.

Der Stil ist angenehm und recht locker gehalten. Der Sprecher Stefan Wilkening macht seine Sache richtig gut und durch die vielen lustigen Szenen kommt man aus dem Lachen kaum mehr heraus. Auch mein Sohn war, nachdem wir dieses Hörbuch zusammen gehört haben, richtig begeistert. Eben ein Hörvergnügen für die ganze Familie und deswegen bekommt es neben einer Empfehlung auch

5 von 5 Punkten.

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Der Herzschlag Connemaras

Pia Recht
E-Buch Text: 110 Seiten
Erschienen bei KopfKino-Verlag Thomas Dellenbusch, 16.05.2016
ISBN B01FSN32OY
Genre: Sonstiges

Rezension:

Nachdem ihr wisst, dass meine Rezensionen stets spoilerfrei sind, verzichte ich hier zunächst einmal auf die Wiedergabe des Inhalts und werde euch ganz ans Ende nur den Klappentext setzen, so dass ihr selbst entscheiden könnt, ob ihr ein paar Ideen möchtet, worum es in diesem Band gehen wird oder nicht.

Die Hauptfiguren John Palfrey und Shioban Keating könnten unterschiedlicher nicht sein. Er, der typisch englische Bürohengst, und Sie, die irische Besitzerin eines Bauernhofs mit Wanderreitangebot, rufen so einige klassische Vorurteile im Kopf des Lesers wach und spielen ganz gekonnt mit diesen Klischees. Dennoch harmonieren die Figuren sehr gut miteinander. Nichts wirkt gezwungen oder aufgesetzt, alle Charaktere haben den passenden Tiefgang und handeln nachvollziehbar, so dass man sich wirklich gut auf sie einlassen kann und mit ihnen in die Geschichte eintauchen kann.

Diese zeichnet sich aber nicht nur durch ein geschicktes Spiel mit den Charakteren aus, sondern durch enorm viel Spannung, welche sich sehr rasch aufbaut und dann auch bis zum Schluss hochgehalten wird, so dass man das Buch auch gar nicht zwischenzeitlich weglegen möchte. Der Kopfkino Verlag verspricht mit seinen Büchern stets »Unterhaltung in Spielfilmlänge« und genau dies hat man auch hier. Meine Lesezeit betrug in etwa 90 Minuten, was sich durchaus mit der Länge des allabendlichen Spielfilms deckt, nur dass man hier keine lästigen Werbepausen in Kauf nehmen muss. Pia Recht schafft es mit ihrer Geschichte aber nicht nur zu unterhalten, sondern auch Liebhaber der unterschiedlichsten Genres anzusprechen. So wird neben Drama und Herzschmerz auch die Krimi und Action immer mitbedient, was diese Geschichte einfach zu einem ultimativen Leseerlebnis für alle Altersgruppen und Geschlechter macht.

Nachdem mich auch der Stil der Autorin, sowohl durch seine oft bildhaften Beschreibungen als durch die Art wie das Buch mich bannen konnte, überzeugt hat, gibt es an diesem Werk einfach nichts, was ich aussetzen könnte und daher bekommt es von mir auch ganz klar

5 von 5 Punkten.

——– (SPOILER)——–

Inhalt:
Nachdem John Palfrey seine Londoner Stelle gekündigt hat, verbringt er mehr und mehr Zeit bei seiner irischen Freundin Siobhan. Aber der Unfalltod ihres Ex-Mannes Deccy wird ein Nachspiel haben, das ihre junge Liebe auf eine harte Bewährungsprobe stellt. Siobhan wird unter Druck gesetzt, ein Dokument aus Deccys Nachlass herauszugeben, von dem sie überhaupt nichts weiß. Die Situation verschärft sich, als beiden klar wird, dass sie zwischen die Fronten eines uralten Konflikts geraten sind. Es dauert nicht lange, und die Ereignisse fördern einen Konflikt auch zwischen John und Siobhan zutage, den sie zwischen sich nicht für möglich gehalten hätten: den zwischen Iren und Engländern.

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753 Bibliotheken, 19 Leser, 2 Gruppen, 105 Rezensionen

mars, science fiction, überleben, astronaut, andy weir

Der Marsianer

Andy Weir , Jürgen Langowski
Flexibler Einband: 509 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.10.2014
ISBN 9783453315839
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Mark Watney ist Mitglied der dritten bemannten Mission auf dem Mars. Alles läuft wie geplant, bis ein gewaltiger Sandsturm über das Basislager hinwegfegt und die Crew zum Abbruch zwingt. Auf dem Weg zu ihrem Raumschiff wird Mark von seiner Antenne getroffen und bricht bewusstlos zusammen. Seine Kameraden halten ihn für Tod und reisen ohne ihn ab. Durch mehrere glückliche Umstände überlebt er den Unfall, befindet sich aber nun allein auf dem roten Planeten. Zwar hat er noch seine Ausrüstung sowie das gesamte Basislager, aber keine Chance zu kommunizieren. Die nächste Crew soll in 4 Jahren in 3200km Entfernung eintreffen. Damit hat Mark einen Hoffnungsschimmer und versucht irgendwie zu überleben.


Zum Cover des Buches möchte ich nicht viel sagen, denn es ist einfach nur das Bild von Matt Damon als Mark Watney. Wie schon öfter erwähnt, will ich meiner Phantasie freien Lauf lassen, wenn ich mir die Protagonisten vorstelle und nicht etwas vorgesetzt bekommen. Das ist auch der einzige Kritikpunkt an diesem Buch. Aber da es bei Büchern nicht nur um Cover geht, kann ich das verschmerzen, wenn der Inhalt gut ist. Ob das bei „Der Marsianer“ der Fall sein wird, werdet ihr nun lesen.

Der Protagonist Mark Watney ist ein optimistischer, humvorvoller und sehr kreativer Überlebenskünstler. Sein Überlebenswille ist enorm, denn egal wie viele Rückschläge er einstecken muss, er gibt einfach nicht auf. Das an so einem menschenfeindlichen Ort wie dem Mars nicht alles läuft wie geplant, ist sicherlich jedem klar, aber die Wege die Mark findet, um mit seinen begrenzten Mitteln, die Situation doch noch zu retten, sind spannend zu verfolgen. Als Techniker und Botaniker der Crew verfügt er über ein ziemlich großes Wissen, was er sich natürlich zu Nutze macht. Was ich an ihm aber am sympathischsten finde, ist sein pechschwarzer Humor und wie er selbst in der verzwicktesten Situation noch einen Witz reißt.

»Was ich im Überfluss besitze sind Plastiksäcke. Sie unterscheiden sich kaum von normalen Mülleimerbeuteln, aber da sie für die NASA angefertigt wurden, kosten sie vermutlich 50.000$. Außerdem habe ich Klebeband. Gewöhnliches Klebeband, wie man es im Baumarkt bekommt. Anscheinend kann nicht einmal die NASA Klebenband aus dem Baumarkt verbessern.«
(Seite 53)

Allerdings muss man den Humor mögen und vor allem, die kleinen Nebenbemerkungen verstehen, die Mark ab und zu von sich gibt. So gibt es Erwähnungen von Comic-Figuren und einige Gedankengänge die einfach nur typisch männlich sind und bei denen manche Frauen sicherlich mit den Augen rollen.

Aber die Sprüche, Gedanken und Kommentare in diesem Buch macht die Geschichte zu etwas besonderen, denn die Handlung an sich ist ein Drama. Allein auf dem Mars, Millionen Kilometer von zu Hause entfernt, ohne die Möglichkeit zu kommunizieren und auf sich aufmerksam zu machen. Ein sehr düsteres Szenario. Aber wie Mark in die Sache herangeht, die Ideen, die Gedanken und Gefühle dazu sind wirklich interessant zu verfolgen. Es ist zwar spannend und man will wirklich wissen, wie es weitergeht bzw. ob Mark es schafft, am Ende doch irgendwie zu überleben, aber gleichzeitig will man auch wissen, was er als Nächstes anstellt, welche Idee er hat um seine Situation zu verbessern. Ein weiterer interessanter Punkt in dem Buch ist, dass es alles sehr realistisch geschrieben ist. Natürlich gibt es einige Punkte, die wirklich noch Science Fiction sind, aber der Großteil sind physikalische und chemische Begebenheiten, welche schon bewiesen worden sind.

Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Der Großteil der Geschichte wird aus der Sicht von Mark erzählt. Es ist so gestaltet, dass seine Erlebnisse in Tage unterteilt ist und er ein Logbuch führt, in dem er seine Ideen und Gefühle für die Nachwelt aufnimmt. Dadurch hat man auch immer den Überblick, wie lange er nun schon auf dem Roten Planeten gestrandet ist.

Für mich ist es das beste Science Fiction Buch, dass ich je gelesen habe, obwohl ich zugeben muss, dass es noch nicht viele waren. Aber der Marsianer hat die Latte ziemlich hochgelegt. Dieses Buch ist auch für Männer geeignet, die ansonsten nicht viel mit Büchern anfangen können. Von mir gibt es jedenfalls

5 von 5 Punkten.

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177 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 60 Rezensionen

wachkoma, thriller, alkoholismus, alkohol, koma

Locked in

Holly Seddon , Astrid Finke
Flexibler Einband
Erschienen bei Heyne, 14.03.2016
ISBN 9783453419223
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Alex Dale ist eine alkoholkranke, freischaffende Journalistin, die in Tunbridge Wells, einer Stadt südöstlich von London, lebt und sich irgendwie von einem Job zum Anderen hangelt. Ihren journalistischen Spürsinn hat sie, zusammen mit ihrem Job bei der Times und ihrer Ehe, schon vor langer Zeit dem Alkohol geopfert. Aber als sie für einen neuen Artikel recherchiert, stößt sie auf die Geschichte von Amy Stevenson, die seit über 15 Jahren im Koma liegt. Als 15-jähriges Mädchen, kam Amy nämlich eines Tages nicht mehr nach Hause und die großangelegte Suchaktion fand sie einige Zeit später mit schwersten Verletzungen. Der Täter wurde jedoch nie gefasst. Von der Geschichte fasziniert, begann Alex immer tiefer in Amys Vergangenheit zu graben und stieß schnell auf ein furchtbares Geheimnis. Überzeugt, einen wichtigen Hinweis gefunden zu haben, versucht sie sich Hilfe zu holen, aber wer würde einer Alkoholsüchtigen schon glauben?

Bevor ich es etwas zum Inhalt des Buches sage, möchte ich noch ein paar Worte über das Cover verlieren: Es ist in den Farben blau und schwarz gehalten, wobei das blau richtig schön glänzt und sehr edel wirkt. Was der schwarze Fleck, in dem sich sowohl Titel, als auch Untertitel befinden, darstellen soll, kann ich leider nicht sagen, aber vielleicht macht es das ja aus. Denn Amy kann auch nichts erkennen oder irgendwie mit der Außenwelt kommunizieren. Der Titel passt hervorragend zu dem Buch und gefällt mir sogar besser, als der englische Originaltitel. Nun aber zu den wichtigeren Themen.

Das Buch, aber vor allem die Protagonistin sind wirklich anders. Es gibt einige Bücher mit Protagonisten, die ihr Päckchen zu tragen haben und alles andere als perfekt sind, aber die Beschreibung von Alex Alkoholsucht und ihres (selbst)zerstörerischen Verhaltens war, nicht nur sehr realistische beschrieben, sondern hat mir im Nachhinein auch sehr gut gefallen. Während des Lesens hat es mich allerdings ab und zu ein wenig gestört, besonders wenn Alex die spannenden Stellen mit ihrem Wunsch etwas zu trinken zu dürfen, unter- bzw. abgebrochen hat. Allerdings war es dadurch wieder sehr realistisch, da die Sucht bei Stresssituationen immer stärker wird. Während man also das Buch liest, verfolgt man also nicht nur einen Thriller, sondern erlebt nebenbei noch die Versuche eines Alkoholikers, sich selbst zu mäßigen. Dieser Aspekt wird jedoch wiederum dadurch gedämpft, dass Alex oft einfach viel zu beschäftigt ist und es oft schafft ihr Verlangen unter Kontrolle zu bekommen. Die Autorin hat somit einen recht guten Weg gefunden, um diese Problematik realistisch einzubauen, ohne dass es zum Hauptthema der Geschichte wird.

Alex konnte den Gedanken an Amy nicht abschütteln. Vermisst wird Amy. Telegene tragische Halbwüchsige in Schuluniform, strahlendes Schulfoto in jeder überregionalen Nachrichtensendung, Amys schluchzende Mutter und ihr besorgter Vater, oder war es Stiefvater gewesen? (Seite 19 )

Die Handlung ist zum Großteil aus Alex‹ Sichtweise beschrieben, aber es gibt auch einige Szenen mit Amy, sowie einer dritten Person, so dass ein wenig Abwechslung rein kommt. Das Buch hat neben der Haupthandlung noch eine weitere, die sich aber auch auf Amy und ihre Vergangenheit bezieht. Also ein schönes Geflecht, in das man gut eintauchen kann, ohne das es langweilig wird. Bis zum Ende wird man im unklaren gelassen, wie die ganze Sache nun ausgeht und man kann nicht vorhersehen, wer der Täter war, weil fast alle Indizien auf mehrere Personen verweisen.
Der Stil ist einfach und schnell zu lesen, so dass ich auch recht schnell durchgekommen bin. Nur ein einziges Mal bin ich ein wenig hängen geblieben und das war bei einer Erinnerung von Alex, die ziemlich lang war und die ich nicht richtig einordnen konnte. Aber das nur nebenbei. Insgesamt war es eine spannende Handlung, mit einigen überraschenden Wendungen und einem unvorhersehbaren Ende. Für alle Fans von Thrillern, die sich nicht von einer ziemlich eigenen Protagonistin abschrecken lassen, kann ich das Buch empfehlen und es gibt auch

4 von 5 Punkte

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1.169 Bibliotheken, 22 Leser, 1 Gruppe, 258 Rezensionen

1001 nacht, orient, liebe, märchen, jugendbuch

Zorn und Morgenröte

Renée Ahdieh , Dietmar Schmidt
Fester Einband: 390 Seiten
Erschienen bei ONE, 12.02.2016
ISBN 9783846600207
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das Buch ist anders… mein Lesegefühl war auch ein eher besonderes und daher wird auch meine Rezension anders sein als sonst.
Verzichten wir auf die klassische Inhaltsangabe, denn dieser wird sich noch früh genug aus dem Text ergeben und steigen direkt beim Einstieg in das Buch ein.

Der Anfang des Buches hat es gleich sehr in sich. Es gibt kein wirkliches Vorgeplänkel und keinen sanften Einstieg. Die Protagonistin Shahrzad ist direkt im Palast eines orientalischen Herrschers und befindet sich in Lebensgefahr, denn jener Herrscher heiratet jeden Abend eine Jungfrau, welche er am nächsten Morgen hinrichten lässt. Da Shahrzads Ziel nicht nur das Überleben sondern auch noch die Tötung des Herrschers ist, sind die Sympathien zunächst einmal vermeintlich schnell verteilt. Doch entgegen der vielen Rezensionen, die ich schon gelesen habe, teile ich die Zuneigung zu Shahrzad keinesfalls. Sie ist mir von ihrem ganzen Charakter und Auftreten her unsympathisch und lässt sich im Lauf der Geschichte immer mehr von den falschen Dingen leiten bzw. hält auf Teufel komm raus an den falschen Sachen fest. Chalid, der Herrscher, mit seiner dunklen Vergangenheit, seinem Schicksal, welches erst im Lauf der Zeit herauskommt und auch sonst eine eher mysteriöse Figur, liegt mir da deutlich mehr. Er ist mir richtig ans Herz gewachsen und mein klarer Liebling geworden.

Doch genug von meinem persönlichen Verhältnis zu den Figuren, denn darüber soll sich jeder selbst eine Meinung bilden. An dem Buch angesprochen hat mich damals klar die Leseprobe. Denn auch, wenn das Cover sehr viel gelobt wird, so konnte es mich doch nur mit den filigranen Blättern an den Rändern überzeugen, das Auge im Zentrum empfand ich als unpassend und als Stilbruch. Die Leseprobe hingegen versprach großes, denn so sollte es doch darum gehen, dass in einer Geschichte, die Geschichten aus 1001 Nacht erzählt werden und die Protagonistin damit versuchen will ihren Plan auszuführen. Doch leider hielt diese Freude nur unwesentlich länger an als die Leseprobe selbst und schon verschwand das Geschichtenerzählen aus dem Buch.

Lieblingsstelle:
„Mein Leben ist verwirkt. Das hast du deutlich gemacht. Vielleicht sollten wir diese Frage hinter uns lassen und uns dem Unmittelbarem zuwenden.“
„Ich bitte sehr darum“
Sie ließ sich einen Augenblick Zeit, in dem sie sich wappnete.
„Ich möchte dir eine Geschichte erzählen.“
(Seite 38)

Was für mich den ersten Minuspunkt bedeutete. Ich hatte mir dann eine Geschichte versprochen in der es um die Annäherung zwischen Chalid und Shahrzad gehen würde, denn auch wenn ihr Verhältnis enorm kompliziert war, so fühlten sie sich doch sehr früh zueinander hingezogen. Doch auch hier wurde ich enttäuscht. Denn anstatt die Geschichte, welche wirklich eine Menge Potential gehabt hätte um sie geradlinig durchzuziehen und eine tolle, konfliktreiche Liebesgeschichte daraus zu machen, kamen dann Nebenstränge auf, welche immer mehr an Wichtigkeit gewannen und die Vorzeichen für eine Trilogie und eine Dreiecksgeschichte setzen.

So begeistert wie ich in das Buch eingestiegen bin, so frustriert bin ich am Ende des Buches gewesen. Mir wurde leider durch diese ganzen unnötigen Verwicklungen, die sich nicht einmal sonderlich rund oder sinnvoll in das Bild einfügten von Seite zu Seite mehr Lesespaß geklaut bis einfach nur noch Frust übrig blieb.

Ich habe sehr selten ein Leseerlebnis dieser Art gehabt, denn wenn mich eine Geschichte einmal gefangen nimmt, dann ist es normalerweise eher schwierig mich wieder loszuwerden. Doch hier wurde der Beweis erbracht, dass ein Buch, welches die ersten knapp 100 Seite noch auf einem guten Weg war eine volle Punktzahl zu erhalten, am Ende noch wirklich tief fallen kann.

Für mehr als

2 von 5 Punkten

reicht es hier definitiv nicht und ob ich die Fortsetzungen wirklich lesen werde steht in den Sternen, denn aktuell reizt mich so gar nichts daran.

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55 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

emma wagner, liebesroman, humorvoll, rezension, herzerwärmend

Regie führt nur die Liebe

Emma Wagner
E-Buch Text: 443 Seiten
Erschienen bei Emma Wagner, 28.02.2016
ISBN B01CDJPFGE
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ich hatte die große Ehre, diese Geschichte von Emma Wagner zum Vorablesen zu bekommen und muss sagen, dass ich es nicht bereut habe.

Der Inhalt ist scheint zunächst einmal sehr klischeehaft zu sein, denn Lehrerin Laura, liebt Bollywood, hat einen fiesen Kollegen und glaubt neben Liebe auf den ersten Blick auch an das Schicksal. Soweit so fein. Als sie dann auch noch aus Zufall den Filmstar Logan White das Leben rettet, scheint für sie alles klar zu sein und sie stürzt sich voller Inbrunst in eine Schwärmerei, welche durch die Kontaktaufnahme von Logan noch angeheizt wird. Einzig ihre besten Freunde und Mitbewohner James und Moni bleiben skeptisch. Doch das Schicksal nimmt seinen Lauf und bringt Lauras Leben damit ganz schon durcheinander.

Nun wer mich kennt, weiss auch, dass ich spätestens nach so einer Inhaltszusammenfassung die meisten Bücher wieder aus der Hand gelegt hätte und mir ein wenig Mord und Totschlag oder Phantasy zur Brust genommen hätte, doch die Bücher von Emma Wagner sind eben einfach anders. Der Schreibstil der Autorin ist locker leicht, lässt sich flüssig lesen und ist von unheimlich viel Charme und Witz durchzogen.

Ebenfalls charakteristisch für ihre Bücher ist die Kulisse ihres Wohnorts Heidelberg, welche sich auch wieder durch dieses Buch zieht. Die Kulissen sind stets mit großer Sorgfalt gewählt und werden stimmig ins Buch eingebunden, so dass sie nicht gewollt oder aufdringlich wirken.

All diese Vorzüge hatte ich auch in dem Zweiteiler „Die Liebe ist (k)ein Basketballspiel“ kennengelernt und sie haben Ausschlag dafür gegeben, dass ich, trotz nur mittelmäßiger Bewertung der Bücher, auch dieses gerne lesen wollte.

Tatsächlich hat sich wenn ich einen direkten Vergleich zwischen den Büchern viel getan. Die Geschichten hatten viel mehr Wirrungen, die Paarungen wurden komplexer, es gab mehr Figuren mit mehr Tiefe. Man wusste nie, ob eine Figur am Ende der Gewinner im Kampf um Lauras Herz werden wurde oder sich vielleicht doch noch zu einer Nebenfigur entwickelt oder gar aus der Versenke auftaucht, denn die männlichen Figuren des Buches haben in diesen Rollen quasi dauernd durchgewechselt.

Ebenso positiv ist mir aufgefallen, dass die Figuren mehr Schnittstellen hatten und nicht mehr komplete Gegenteile waren. Erst dadurch wurde das komplexe Zusammenspiel erst möglich.

Das Ende des Buches war für mich dieses Mal auch sehr viel stimmiger und ich konnte es wesentlich besser verdauen, denn es ging nicht alles so zwanghaft gut aus. Es war hier runder und bis auf eine Kleinigkeit auch viel stimmiger und passender zur Geschichte.

Für mich zeigt dieses Buch einen deutlichen Fortschritt in der Entwicklung der Autorin, welchen ich mit

4,5 von 5 Punkten

auch sehr gerne honoriere.

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169 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 109 Rezensionen

humor, frauen, sachbuch, männer, klischees

Hinten sind Rezepte drin

Katrin Bauerfeind
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 21.01.2016
ISBN 9783596033966
Genre: Sachbücher

Rezension:

Tja, was soll ich sagen... oder möchte ich überhaupt etwas sagen? Nicht wirklich, denn dieses Buch hat mich wirklich sprachlos gemacht, aber es ist mir irgendwie auch ein Bedürfnis euch davor zu warnen, denn dieses Buch ist einfach nur... ich weiss es nicht... schlecht ist das falsche Wort.

Ich hatte das Buch gekauft, weil es eigentlich nicht schlecht klang und auch die Leseprobe war unterhaltsam. Doch irgendwie hat sich der Unterhaltungsfaktor auch ziemlich kurz nach der Leseprobe wieder gehabt und stattdessen wurde es ein Buch, dass mir nur die Nackenmuskulatur vom vielen Kopfschütteln gekräftigt hat.

Ein hartes Urteil? Leider nein. Eigentlich sollte das Buch auf eine humoristische Art gewisse Missstände in der Gesellschaft aufs Korn nehmen, die kleinen und großen Konflikte zwischen Mann und Frau aufzeigen und eben nicht so ernst sein, sondern uns auch zeigen, dass man die Dinge lockerer angehen kann.

So weit die Theorie. In der Praxis habe ich mich dazu entschieden, viele der Kapitel, welche alle eigenständig lesbar waren, abzubrechen und mich gleich am Nächsten zu versuchen in der Hoffnung auf Besserung. Leider meistens eher erfolglos. Das Buch hat gut angefangen, hat dann nachgelassen, seinen Höhepunkt bei Geschichten über Stuhlgang, Porno und ähnlichen Themen gefunden und dann, wenn man es bis dahin durchgehalten hat, noch ein Ende gefunden, welches an 1-2 Stellen wieder etwas Unterhaltungswert genossen hat.

Ich persönlich konnte weder mit dem Humor noch den Ansichtsweisen oder dem Erzählstil der Autorin etwas anfangen und muss sagen, dass dieses Buch für mich nicht nur reine Zeit- und Geldverschwendung war, sondern auch jetzt schon kaum mehr von Platz 1 meiner Flopliste für 2016 zu verdrängen sein wird.

Von mir gibts

1 von 5 Punkten.

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841 Bibliotheken, 18 Leser, 4 Gruppen, 93 Rezensionen

hexen, fantasy, liebe, magie, hexe

Everflame - Tränenpfad

Josephine Angelini
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Dressler, 19.10.2015
ISBN 9783791526317
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Diesmal verzichte ich auf eine Inhaltsangabe und auch auf den Klappentext, denn dieser ist mir eindeutig zu spoilerlastig, wenn man Band 1 noch nicht kennt.  Darum geht es diesmal direkt in die Bewertung:

Das Buch geht ebenso rasant weiter wie das Erste aufgehört hat und man kann es vor lauter Spannung kaum weg legen. Das Cover und der Schutzumschlag haben dieses Mal einen blauen Farbakzent. Auf dem Schutzumschlag sind 2 halbe Gesichter von Frauen zu erkennen, welche Lillian und Lily darstellen sollen. Das Cover ist gut gewählt, denn das Buch befasst sich zu einem großen Teil mit der Beziehung zwischen den beiden. Während die Gesichter in Grautönen gehalten wurden, gibt es durch das blaue Feuer ein farbliche Note, die das ganze angenehm abrundet. Mir gefällt das Cover wie auch der Titel. Was es mit dem Tränenpfad auf sich hat, wird recht schnell erklärt, aber man kann ihn auch mehrdeutig sehen.

An der Protagonistenkonstellation Lily, Lilian und Rowan hat sich auch in diesem Band nichts verändert. Während die Anziehungskraft zwischen Lily und Rowan immer stärker wird, kommt auch die Hintergrundgeschichte von Lilian langsam ans Licht. Man erfährt, warum sie so handelt und all die grausamen Taten begeht. Das führt dazu, dass Lily mit ihrem anderen Ich teilweise mitfühlen kann, was wiederum zu Spannungen zwischen ihr und Rowan führt. Es ist eine spannende und manchmal schwierige Beziehung, da Rowan Angst hat, dass Lily wie Lillian werden könnte.

»Aber Lily konnte nicht sagen, was er hören wollte. Sie lächelte Rowan an, gestand sich und ihm dieses Gefühl unbedingter gegenseitiger Liebe noch einen winzigen Moment lang zu und dann zerstörte sie es. ‚Schon gut Rowan. Ich werde der Bösewicht sein, damit du der Held bleiben kannst‘, wisperte sie.«
(Seite 358)

Neben diesen dreien gibt es zwar noch andere Charaktere, aber diese sind eher im Hintergrund anzusiedeln. Dennoch gibt es hier einen kleinen Kritikpunkt, denn für meinen Geschmack gibt es zwischen ihr und den drei Helfern, welche sie aus ihrer Welt mitgenommen hat, zu wenig Spannungen. Diese drei werden aus ihrer vertrauten Umgebung in eine lebensbedrohliche Umgebung geworfen und akzeptieren das ohne jegliches Murren. Das war mir dann doch etwas zu einfach gelöst, aber anscheinend war für diese Art von Konflikten kein Platz, da es einige andere zu meistern galt.

Die Geschichte ist wieder spannend erzählt und was mir besonders gefällt ist, dass es keinen wirklichen Antagonisten gibt. Es gibt mehrere Parteien und Ansichten und jede hat ihre Daseinsberechtigung. Man kann jede davon nachvollziehen und so entsteht ein interessanter Konflikt. Ich bin wirklich neugierig wie sich das Ganze am Ende auflösen wird. Die Hintergrundgeschichte von Lillian ist gut durchdacht, aber auch der Weg, den die Autorin Lily einschlagen lässt, hat etwas für sich und endet in einem ziemlich gemeinen Cliffhanger, der einen geradezu nötigt das dritte Buch zu kaufen.

Der Stil ist sehr flüssig und durch das richtige Spannungslevel entwickelt sich auch dieses Buch zu einem Pageturner. Ich hatte es enorm schnell durch, weil ich nicht davon ablassen konnte, auch wenn es mich definitiv mal wieder zu viel Schlaf gekostet hat. Der Cliffhanger am Ende hat mich allerdings ziemlich frustriert, einfach weil ich nicht warten wollte, sondern gleich mit dem dritten Buch weitermachen. Wem das erste Buch schon gefallen hat, der kann sich auch ohne zu Zögern den zweiten Teil kaufen, denn die Geschichte bleibt spannend und interessant. Von mir gibt es jedenfalls

4.5 von 5 Punkten.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

böse träume, adoption, freunde, familie, kinderheim

Narbenkuss

Michelle Parker
Flexibler Einband: 375 Seiten
Erschienen bei AAVAA Verlag, 01.09.2015
ISBN 9783944223759
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Die 17-jährige Alecia zieht mit ihren Eltern in eine Kleinstadt. Anfangs noch recht unsicher, findet sie mit Simon und Kate schnell zwei gute Freunde, wobei sie für Simon noch viel mehr empfindet. Allerdings gibt es da eine schwierige Sache, denn Alecia ist oft von Selbstzweifel, Selbsthass und anderen negativen Gedanken sowie Emotionen geplagt. Dazu kommt noch, dass ihr rechter Zeigefinger mit der wachsenden Negativität immer stärker schmerzt, was die Sache natürlich nicht einfacher macht. Als die durch die Verkettung mehrerer unglücklicher Umstände von einer Brücke fällt, findet sie sich plötzlich in einer anderen Welt wieder. Celest wird diese genannt und Alexian, ein junger Kerl, der Alecia gefunden und gerettet hat, weiß anscheinend mehr über den Zusammenhang zwischen ihren seelischen und körperlichen Schmerzen. Aber nicht nur diese Thematik bereitet ihr Kopfzerbrechen, denn Simon, der ihr hinterhergesprungen ist, um sie zu retten, befindet sich wahrscheinlich auch in Celest und so machen sich Alecia und Alexian auf den Weg um ihn zu suchen. Werden sie es schaffen oder wird ihnen die menschenfeindliche Umgebung von Celest zum Verhängnis?

Das Buch ist auf alle Fälle anders und man braucht echt gute Nerven um es durchzustehen. Das Cover ist recht schön gestaltet, mit der jungen Frau und den Blumen. Es hat auf alle Fälle etwas und wird sicher von dem einen oder anderen in die Hand genommen, um einen genaueren Blick darauf zu werfen. Was es mit dem Wort, welches als Titel verwendet wird, auf sich hat, wird auch recht schnell erklärt und ist meiner Meinung nach passend.

Nun kommen wir zu dem schwierigsten Thema dieses Buches. Die Protagonistin. Alecia ging mir mit ihrer Negativität oftmals so sehr auf die Nerven, dass ich das Buch mehr als einmal in die Ecke schmeißen wollte. Wer das Buch liest sollte gute Laune haben bzw. sich mit einer völlig depressiven, unsicheren und von Selbstzweifel geplagten Protagonistin abfinden können. Ich verstehe, warum sie so charakterisiert wurde und im Zusammenhang mit der ganzen Handlung ist es auch irgendwie passend, aber oftmals war es einfach mehr als zu viel und ich konnte einige Wörter bzw. Formulierungen mit der Zeit einfach nicht mehr sehen. Da haben mir Alexian, Kate und Simon eindeutig besser gefallen, wobei mir Letztere ein bisschen zu gutmütig und verständnisvoll waren, was aber im Großen und Ganzen eigentlich zu vernachlässigen ist.

Der Ansatz der Geschichte war recht gut und großteils hat sie mir auch gefallen, nur mit dem Ende konnte ich mich absolut nicht anfreunden, weil dort plötzlich eine Antagonistin aufgetaucht ist, welche vorher eigentlich nur eine wichtige Nebenrolle gespielt hat und mir eine ordentliche Hintergrundgeschichte dazu gefehlt hat. Es gab zwar eine halbgare Erklärung warum sie Alecia nicht freundlich gesinnt war, aber das war mir eindeutig zu wenig. Ein Antagonist, der auftaucht weil man eben einen braucht, geht für mich gar nicht, besonders da es noch einige anderen Optionen gegeben hätte, die man aber nicht genutzt hat. Das Potenzial war jedoch eindeutig da!

Auch der Stil war manchmal etwas schwierig und einige Formulierungen gewöhnungsbedürftig, aber insgesamt konnte man das Buch gut lesen und vor allem zum Ende hin gab es eine deutliche Steigerung. Die Autorin sagt selbst, dass sie schon in jungen Jahren damit angefangen und über mehrere Jahre und Etappen daran gearbeitet hat und ich kann sagen, dass man das ab und zu schon merkt, denn es gibt öfter Schwankungen in der Qualität des Stils.

Für einen Debütroman war es trotzdem nicht schlecht, aber es gibt eindeutig Luft nach oben. Leser, die sich von der Protagonistin nicht abschrecken lassen, können einen Blick ins Buch wagen, aber mir hat es leider nicht zugesagt und deshalb gibt es trotz Berücksichtigung das es ein Debüt war nur

2.5 von 5 Punkten.

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210 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 77 Rezensionen

digby, jugendbuch, liebe, krimi, entführung

Digby #01

Stephanie Tromly , Sylke Hachmeister , Carolin Liepins , Christiane Schultz
Fester Einband
Erschienen bei Oetinger, 22.02.2016
ISBN 9783789148095
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zoe ist mit ihrer Mutter aus New York in eine Kleinstadt gezogen, weil ihr Vater die Familie verlassen hat, um sein Leben mit einer neuen Flamme zu verbringen. Eine der ersten Personen, denen Zoe in ihrer neuen Heimat begegnet, ist Digby. Er ist ein 16-jähriger Junge, der immer in einem Anzug herumläuft und ziemlich oft merkwürdige Ideen hat. Kurz gesagt, dieser Junge bedeutete Ärger. Trotzdem schafft es Zoe nicht sich einem Einfluß zu entziehen und so werden die beiden schon bald gute Freunde, was für Zoe oftmals ziemlich gefährlich wird, denn Digby setzt alles daran den Fall seiner verschwundenen Schwester aufzuklären, die Jahre zuvor plötzlich spurlos verschwunden ist. Werden Zoe und Digby den Fall lösen, oder bringt sie eine von Digby’s Ideen um Kopf und Kragen.

Zu dem Buch kann ich sagen, dass es anders ist und so einen Protagonisten hatte ich auch noch nie. Digby ist, sagen wir mal, sehr speziell, aber fangen wir mal mit dem Cover an, welches in schwarz und weiß gehalten ist. Der einzige Farbakzent ist der Titel des Buches und selbst der ist in einem dunklen Rot gehalten. Das Cover zeigt einen Jungen und ein Mädchen aus verschiedenen Perspektiven, welche Digby und Zoe darstellen sollen. Ich mag es ja nicht, wenn die Protagonisten auf dem Cover abgebildet sind, denn ich möchte lieber meiner Phantasie freien Lauf lassen, aber trotzdem sind die beiden ganz gut getroffen. Nur bei Digby hätte ich lieber den Anzug gesehen und nicht nur ein Polohemd. Der Titel ist schlicht und einfach der Name des Protagonisten, aber durch die #1, weiß man schon, dass es wohl noch Fortsetzungen geben wird.

Die Protagonisten sind Zoe und Digby. Erstere ist eigentlich ein selbstbewusstes Mädchen, dass jedoch unter ihrem herrischen Vater leidet, der, obwohl er sich von seiner Familie getrennt hat, erwartet, dass Zoe ihr Leben nach seinen Plänen ausrichtet. Sie ist ehrgeizig und will eigentlich nicht negativ auffallen, was mit Digby als Freund gar nicht so einfach ist und trotz der zahlreichen Schwierigkeiten,  in die er sie bringt, ist sie immer für ihn da und unterstützt ihn so gut sie kann. Digby ist in meinen Augen ein vollkommener Psychopath. Hyperintelligent, manipulativ, ohne Gewissen oder Reue. Er macht was er will, wann er es will und interessiert sich erstmal nicht für die Konsequenzen. Erst wenn die Probleme da sind, kümmert er sich um sie und versucht dann einen Weg zu finden, um sich aus der misslichen Lage zu manövrieren. Als Leser ist es schwer Sympathien für ihn aufzubauen, weil er zu eigen ist, zu unnahbar. Man weiß nicht, was als nächstes kommen wird und deshalb kann man ihn einfach nur schwer einschätzen. Im Prinzip könnte er alles  sein. Der unkonventionelle Held oder der geniale Schurke.

Obwohl mir die Geschichte vom Grundaufbau recht gut gefallen hat, wurde sie mit der Zeit immer unglaubwürdiger und einfach nur vollkommen übertrieben.

»Aber jetzt stehe ich vor einem Haus so voller Sprengstoff, dass man damit die ganze Straße in Schutt und Asche legen könnte, während ich fieberhaft überlege, wie ich wieder in das Haus reinkomme.«
Seite 6

Besonders was Digby angeht. Obwohl erst 16 Jahre alt, hatte er sich ein Netzwerk aufgebaut, welches der Mafia Konkurrenz macht, wusste immer irgendetwas von den Leuten, um sie unter Druck zu setzen und seinem Willen nachzugeben. Außerdem war er, egal in welcher Situation er sich auch befand, cool, abgeklärt und vollkommen ruhig. Klar gibt es Hochbegabte und Digby scheint so einer zu sein, aber mir das sein ganzer Charakter einfach zu viel. Aber eben diese Übertreibungen haben mich gut unterhalten obwohl ich mehr als einmal seine Gedankengänge und Aktionen nicht fassen konnte.

Sowohl der Stil als auch der Spannungslevel sind sehr angenehm und man kommt recht schnell durch das Buch, so dass ich auch recht zügig damit fertig war. Für alle Leser, die gerne einen Krimi lesen wollen, mit einem Jungen, der alle Fäden in der Hand hält, kann ich das Buch empfehlen. Man darf es aber nicht zu ernst nehmen, sondern sollte sich von dem schrägen Humor fesseln lassen. Trotz einiger Schwächen hat mit das Buch gut gefallen und deshalb gebe ich auch

3.5 von 5 Punkten

Mein Dank geht an Oetinger für das Vorabexemplar!

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die vierzig Tage des Musa Dagh

Franz Werfel , Alexander Fehling , ,
Audio CD
Erschienen bei Der Hörverlag, 14.04.2015
ISBN 9783844518290
Genre: Klassiker

Rezension:

Gabriel Bagradian ist ein Armenier, der den Großteil seines Lebens in Frankreich verbracht hat. Zusammen mit seiner Frau Juliette und seinem Sohn Stephan kehrt nach 23 Jahren in sein Heimatdorf am Fuße des Musa Dagh zurück um seinem verstorbenen Großvater die letzte Ehre zu erweisen. Dann jedoch bricht der erste Weltkrieg aus und aufgrund einer Entscheidung der Regierung sitzen Gabriel und seine gesamte Familie fest. Nach einigen Nachforschungen wird klar, dass die Türken beschlossen haben die gesamte armenische Bevölkerung auszurotten. Die Menschen der sieben Dörfer am Fuße des Musa Dagh beschließen jedoch, nicht auf das Ende zu warten, sondern sich, so gut es geht, zu wehren und ihr drohendes Schicksal abzuwenden. So verschanzen sich 5.000 Armenier auf dem Berg und versuchen den anrückenden türkischen Truppen etwas entgegenzusetzen und irgendwie zu überleben.


Das Cover ist ziemlich unruhig und mit den Farben schwarz, weiß und rot schon recht düster gehalten. Erkennen kann man darauf leider nichts und der Fokus ist klar auf den Titel gerichtet. Dieser beschreibt die Zeit, wie lange die Menschen auf dem Musa Dagh ausharren mussten, bevor sie vom Berg befreit wurden.

Der Protagonist Gabriel Bagradian ist ein stolzer Mann, der sich nicht so leicht unterkriegen lässt. Es war seine Idee sich auf dem Berg zu verschanzen und er ist auch die treibende Kraft, wenn es darum geht, diesen Plan umzusetzen. Da er Reserveoffizier der türkischen Armee ist, hat er eine militärische Ausbildung und weiß worauf man achten muss, wie man Verteidigungslinien aufbaut,  eine provisorische Zeltstadt aufbaut und am Laufen hält. Während der Handlung muss er einige Rückschläge einstecken und Verluste ertragen, er muss unpopuläre Entscheidungen treffen und mit der Zeit hadert er immer öfter mit sich selbst. Aber bis zum Ende gibt er die Hoffnung nicht auf, sondern kämpft, so lange jemand auf ihn angewiesen ist und ihm bereitwillig folgt.

Das Buch selbst ist ein Klassiker und da sich der Völkermord, welcher 1915 in der Türkei begangen wurde, 2015 zum 100.ten Mal gejährt hat, wurde dieses Hörbuch verlegt. Das Buch hat über 990 Seiten, das Hörbuch hingegen dauert nicht einmal 3 Stunden. Wahrscheinlich kam mir die Handlung deshalb recht dünn vor und es fehlte meiner Ansicht nach auch an Tiefe und Emotionen. Man muss sich zumindest am Anfang enorm konzentrieren um der Handlung folgen zu können, da es viele Namen gibt die man sich merken muss und obwohl die Thematik anfangs recht interessant war, verblasst die Umsetzung im weiteren Verlauf und am Ende fragte ich mich was an diesem Buch so besonders sein soll. Mir fehlte einfach etwas und das könnte einfach damit zusammen hängen, dass der Roman so komprimiert wiedergegeben wurde.

Das für fast jeden Charakter ein eigener Synchronsprecher engagiert wurde, bringt eine Menge Abwechslung und jedem Charakter eine besondere Note. Das hat mir gut gefallen ebenso die musikalische Untermalung, die nach wichtigen Szenen eingespielt wurde.  Wenn man sich für die Geschichte interessiert und näheres zur Thematik erfahren möchte, sollte man sicher besser zum Buch greifen. Das Hörbuch selbst ist recht interessant und gibt einen guten Überblick über die Geschehnisse, aber wie gesagt fehlt es da an einigem. Deshalb kann ich auch nicht mehr als

3 von 5 Punkten geben,

jedoch wurde mein Interesse für das gedruckte Werk geweckt.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Professor Unrat, 7 Audio-CDs

Heinrich Mann , Manfred Steffen
Audio CD
Erschienen bei Der Hörverlag, 27.04.2015
ISBN 9783844511734
Genre: Romane

Rezension:

Professor Raat ist ein alter, verbitterter, narzisstischer Tyrann von einem Lehrer, der es sich zur Aufgabe gemacht hat jenen Schülern, die sich in seinen Augen nicht korrekt verhalten, das Leben schwer zu machen. Da er von allen Schülern mit seinem verhassten Spitznamen „Unrat“ betitelt wird, hat er genügend zur Auswahl, aber auf den Schüler Lohmann hat er es ganz besonders abgesehen. Dieser ist ein intelligenter und spitzfindiger Zeitgenosse, der es immer wieder schafft den Professor zu Weißglut zu treiben, ohne das dieser ihn ernsthaft bestrafen kann. Eines Tages fällt Unrat, eher durch Zufall ein Liebesgedicht von Lohmann in die Hände, welches dieser über die Künstlerin Rosa Fröhlich verfasst hat. Um nun Lohman endlich habhaft zu werden und um die guten Sitten in der Stadt zu bewahren, macht sich Unrat auf die Suche nach dieser Künstlerin und findet sie tatsächlich. Triumphierend nimmt Unrat nun den Platz an ihrer Seite ein und wacht mit Argusaugen über sie, sodass Lohmann ihr nicht mehr zu Nahe kommen kann. Aber dann verliebt er sich selbst in die Künstlerin und will ihr die Welt zu Füßen legen, da sie in seinen Augen für höheres bestimmt ist. Aber kann das wirklich gut gehen?

Das Buch ist ja schon ein echter Klassiker und wurde auch schon am Ende der 1920er Jahre unter dem Namen „Der blaue Engel“ verfilmt und verhalf Marlene Dietrich zu einer weltweiten Karriere. Die Handlung des Buches ist der langsame Verfall des Professors Raat, welcher durch seine Verbitterung und den Wunsch nach Rache immer bestrebt war seinen Schülern das Leben schwer zu machen. Jede Schmach, jedes Fehlverhalten blieb in seinem Kopf hängen und auch wenn seine ehemaligen Schüler schon seit Jahrzehnten die Schule abgeschlossen haben, trägt er ihnen alles nach und versucht immer wieder einen Weg zu finden Rache zu üben. Man verfolgt das Leben einer narzisstischen Persönlichkeit, die sich selbst als am höchsten gestellt sieht. Einzig die Künstlerin Fröhlich, in die er sich verliebt und die ihm dabei helfen soll Rache zu üben, duldet er an seiner Seite und sieht sie stellenweise sogar über sich stehen. Durch seine Verblendung merkt Unrat gar nicht wie er nach und nach immer weiter an einen Abgrund gerät. Nicht nur im sozialen sondern auch im privaten Bereich. Es steht eine Menge zwischen den Zeilen und es regt auch zum Nachdenken an, ist aber trotz seiner ernsten Thematik auch irgendwie ziemlich lustig und stellenweise auch ein bisschen überzeichnet. Immerhin soll es auch eine Karikatur der damaligen Zeit darstellen.­

Der Stil ist etwas gehobener und manchmal muss man sich schon ein wenig konzentrieren um zu verstehen was gemeint ist. Aber Manfred Steffen macht seine Sache sehr gut und durch ein paar Wörter, welche im Dialekt gesprochen werden, wird die ganze Sache auch ein wenig aufgelockert. Insgesamt hat mir das Hörbuch ganz gut gefallen und deshalb kann ich auch

4 von 5 Punkten vergeben.­

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(99)

185 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 61 Rezensionen

jason segel, jugendbuch, kinderbuch, schlafwandler, cypress creek

Nightmares! - Die Stadt der Schlafwandler

Jason Segel , Kirsten Miller , Simone Wiemken
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Dressler, 19.11.2015
ISBN 9783791519487
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Das Böse gibt nicht auf. Das ist im echten Leben so und auch bei Charlie. Nachdem ich euch auf Band 1 hin gar nicht spoilern möchte, gibt es diesmal nur den Klappentext:

KAUM HAT SICH CHARLIE SEINEM TRAUM GESTELLT, WARTET DAS BÖSE IN DER WACHEN WELT…

Albträume können einem wirklich den Schlaf rauben, das weiß Charlie nur zu gut. Verständlich, dass auch die Bewohner des Nachbarstädtchens Orville Falls begeistert sind, als der neue Kräuterladen im Ort ein Elixier gegen ihre allgegenwärtigen Albträume anbietet. Doch kann es sein, dass das Elixier schaurige Nebenwirkungen hat? Plötzlich geistern die Bewohner wie Schlafwandler durch die Stadt.
Charlie weiß: Wenn er und seine Freunde nicht schnell etwas unternehmen, schwebt nicht nur das Traumreich, sondern auch die wache Welt in schrecklicher Gefahr.
Copyright: Dressler Verlag

Bei einer Trilogie kommt man natürlich immer in die Versuchung die Bände bis zu einem gewissen Grad miteinander zu vergleichen. Da ich auch nicht umhin kann, werde ich den Teil des Vergleichs gleich abhandeln, ehe ich das Buch dann noch einmal separat auf mich wirken lasse.
Die Außengestaltung ist bei beiden Bänden sehr liebevoll gemacht und gerade dieser giftgrüne Buchschnitt ist wirklich ein Eyecatcher. Allein der Optik wegen gehört diese Reihe ja schon fast ins Regal. Was das Innenleben angeht, konnte mich Band 1 allerdings wesentlich mehr überzeugen, denn es gab zwar auch im zweiten Teil Illustrationen, aber diese waren leider nur Randerscheinungen und wirkten nicht richtig in die Geschichte mit rein.Was mich im ersten Teil auch mehr überzeugen konnte, waren die Botschaften zwischen den Zeilen. Sicherlich gab es auch hier wieder welche, allerdings waren dies größenteils die klassischen Dinge eines jeden Kinderbuchs und nicht unbedingt wirklich besondere Botschaften, welche Band 1 für mich auch ausmachten.

So  nun aber genug verglichen. Der Schreibstil des Autors liest sich locker leicht und man hat viel Freude dabei dieses Buch zu genießen. Die Sprache ist angenehm kindlich und gut zu verstehen für die entsprechende Altersgruppe.
Der Gruselfaktor ist angenehm aber moderat genug, dass ein Kind keine Albträume bekommt, wenn es das Buch abends zur Seite legt. Der Spagat mit der Vermischung der Welten ist dem Autor meistens ganz gut gelungen, nur wenig Stellen gibt es, an denen man offensichtlich merkt, dass gewisse Aspekte außer Acht gelassen wurden. Dennoch sind diese für Kinder nicht so gravierend, dass sie sich daran aufhängen werden und den Spaß verlieren.

Besonders gut hat mir übrigens die Familienentwicklung der Familie Laird/DeChant gefallen. Ich will hier nichts vorwegnehmen, aber sie kann für Kinder aus Patchworkfamilien oder auch ältere Geschwister vielleicht wirklich ermutigend sein.

…“Ha! Ihr habt den ersten Wandler abgeschossen! Oh! Es ist meine Mom!“
Er hob ein Bein seiner Mutter an. „Helft mir mal! Wir müssen sie auf die Couch legen. Wenn Theresa Tobias auf dem Boden aufwacht, wird sie uns das Leben zur Hölle machen.“
(Zitat: Seite 304/305)

Insgesamt hatte ich wirklich viel Freude mit dem Buch und auch mein Sohn wird es bei passender Gelegenheit zu lesen bekommen.
Dennoch: Ihr habt es sicher schon während der Rezension gemerkt… ein paar kleine Mankos gab es für mich, auch wenn ich trotzdem total begeistert bin unterm Strich.

Daher gibt es von mir:

4 von 5 Punkten.

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

tanja bern, thomas dellenbusch, irlan, pia rech

Der Zauber Irlands

Tanja Bern , Pia Recht , Thomas Dellenbusch
E-Buch Text: 223 Seiten
Erschienen bei KopfKino-Verlag Thomas Dellenbusch, 15.09.2015
ISBN B015FZAXTC
Genre: Sonstiges

Rezension:  
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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

kinderbuch, hörbuch, robert missler, hörspiel, jonny duddle

Die Jolley-Rogers im Bann der Geisterpiraten

Jonny Duddle , Ulrich Thiele , Robert Missler
Audio CD
Erschienen bei Der Hörverlag, 13.07.2015
ISBN 9783844519174
Genre: Kinderbuch

Rezension:

In das Museum der Stadt „Schnarch am Deich“ wird eingebrochen und ein uralter Piratenschatz gestohlen. Die Polizei ermittelt, aber die Verbrecher haben keine Spuren zurück gelassen. Nur der Nachtwächter behauptet felsenfest, dass er eine Bande Piraten gesehen hat. Auch das junge Mädchen Matilda erfährt von der Sache und beschließt ihren besten Freund Jim in die Sache einzuweihen. Jim und seine ganze Familie, die Jolley-Rogers, sind nämlich waschechte Piraten und wer wüsste besser über Piraten Bescheid als andere Piraten? Natürlich eilen die Jolley-Rogers sofort zur Hilfe und bald darauf befinden sich Jim und Matilda in einem wilden Abenteuer und haben es mit dem berüchtigten Kapitän Zwirbelbart zu tun.

Das Cover ist sehr schön und auch kindgerecht gestaltet. Man sieht Matilda, Jim und dessen Hund als Piraten an Deck eines Schiffes stehen. Der Hund hat einen Schlüssel im Maul, der eine wichtige Rolle in der gesamten Geschichte spielt, und auch der Vollmond mit dem fliegenden Schiff hat einen Bezug zur Handlung. Insgesamt ist das Cover wirklich schön geworden und man sieht auf den ersten Blick, dass es sich um eine Piratengeschichte handelt.

Die Protagonisten sind Jim und Matilda. Beide sind sehr liebenswerte Charaktere und man begleitet sie gerne auf ihrem Abenteuer. Jim, der ja selber Pirat ist und von seinem Vater einige Tricks gelernt hat, geht dabei ziemlich waghalsig vor und wagt es auch mit Erwachsenen die Klingen zu kreuzen. Matilda hingegen ist ein zwar ein ganz normales Mädchen, schreckt aber auch nicht so schnell vor Gefahren zurück, sondern versucht aus den Situationen in die sie gerät das beste zu machen. Aber auch die Nebencharaktere, vor allem Jims & Matildas Eltern sowie Jims Großvater sind lustige Charaktere und tragen ihren Teil zu der Geschichte bei.Besondern das Piratenlied von Jims Großvater ist super gelungen und hat mir sehr gefallen.

Das Hörbuch hat einen angenehmen Stil und Robert Missler macht seine Arbeit als Synchronsprecher richtig gut. Es ist eine humorvolle Geschichte, aber man muss erwähnen, dass mit dem Piratenjargon nicht gespart wurde. So fällt von bösen Piraten Zwirbelbart auch einmal die Drohung „Ich reiße euch dir Gedärme aus dem Leib“, was vielleicht nicht für jedes Kind geeignet ist und auch sonst ist es teilweise recht düster gehalten, wird aber auch von vielen Witzen und lustigen Aktionen wieder aufgelockert. Eine gelungene Mischung, an der vor allem Jungs, die „echte Piraten“ sein wollen, Gefallen finden werden. Mir hat es jedenfalls gut gefallen und es wird sicher nicht das letzte aus der Jolley-Rogers-Reihe sein, dass bei uns einzieht. Von mir gibt es eine Hörempfehlung und

5 von 5 Punkten.

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(22)

24 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

new york, freunde, familie, bibliothek, hörbuch

Young World – Die Clans von New York (2 MP3 CD)

Maria Koschny
Audio CD
Erschienen bei Oetinger Media GmbH, 19.10.2015
ISBN 9783837309041
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Welt, wie wir sie kennen, ist vor 2 Jahren untergegangen, als ein synthetisches Virus aus einem Versuchslabor entkommen ist und sowohl alle Erwachsenen als auch alle Kinder getötet hat. Einzig die Teenager, die durch die Pubertät einen gewissen Hormoncocktail im Körper haben, konnten überleben. Diese haben sich, vom Zusammenbruch der Gesellschaft überfordert, in Gruppen und Gangs organisiert und versuchen irgendwie zu überleben. Zu einer dieser Gangs, die sich am Washington Square verschanzt hat, gehören Jefferson, genannt Jeff und Madonna, Donna gerufen. Zusammen mit einigen anderen Jugendlichen versuchen sie ihre neue Heimat mit Waffengewalt gegen andere Gruppen zu verteidigen, aber als das junge Genie Andrew, auch Brainbox genannt, einen Hinweis auf ein Heilmittel findet, machen sich Jeff, Donna, Brainbox und ein weiterer Junge namens Peter auf den Weg um dieses zu finden. Dabei müssen sie durch die Straßen von New York und an jeder Ecke lauert die Gefahr. Werden sie ihr Ziel erreicht oder wird die Welt untergehen?
Das Cover, das die Skyline von New York zeigt, ist mit seinen dunklen Farben schon recht düster gehalten. Der einzige Farbakzent kommt von der roten Linie zwischen den beiden Wörtern des
Titels, die eine Blutspur darstellen soll. Auch das passt hervorragend zum Inhalt, denn von einer friedlichen Welt kann nicht die Rede sein. Es herrscht Anarchie und das Gesetz des Stärkeren. Auch der Schriftzug des Titels gefällt mir gut, daher finde ich das Cover insgesamt sehr gelungen.

Die Protagonisten sind Jeff und Donna, aus deren Sicht die Geschichte abwechselnd erzählt wird. Sie sind beide sympathisch und richtige Kämpfernaturen, denn obwohl die Welt im Chaos versinkt versuchen sie das beste aus ihrer Situation zu machen. Allerdings sind sie stellenweise völlig überfordert, vor allem weil dann auch noch ihre eigenen Hormone verrückt spielen und sie sich ineinander verlieben. Es macht Spaß ihre Geschichte zu verfolgen und an ihren Gedanken, Wünschen und Träumen teilzuhaben, denn auch wenn sie um ihr überleben kämpfen müssen, sind sie am Ende doch nur Teenager, die ihren Platz in der Welt suchen. Diesen Kontrast hat der Autor wirklich gut hinbekommen.

Was mir leider nicht so gefallen hat, waren der Stil und das Ende des Buches. Beim Stil kritisiere ich,  dass bei einigen Gesprächen sie Sätze nicht ausformuliert wurden, sondern einfach der Name des Sprechers genannt wird und dann das, was er sagt. Sowas mag ich schon in einem Buch nicht wirklich, ist dort aber noch eher zu verschmerzen. Für ein Hörbuch passt es aber leider ganz und gar nicht, sondern hört sich ziemlich unprofessionell an. Ansonsten hatte die Geschichte jedoch einen tollen Spannungsbogen und eine sehr interessante Handlung. Nur beim Ende muss ich ein paar Abzüge machen, denn es kam einerseits zu abrupt nach einer besonders unerwarteten Wende und andererseits auch noch mit einem absolut fiesen Cliffhanger, so dass ich erstmal richtig rumgeschimpft habe, dass es das ja wohl nicht gewesen sein kann. Der Autor weiß, wie er seine Leser in den Wahnsinn treibt.

Die Sprecher Maria Koschny und Leonhard Mahlich machen ihre Sache gut und  ihre Stimmen sind sehr angenehm und passen auch zu den Figuren. Insgesamt kann ich das Buch für alle Freunde von Dystopien empfehlen und vergebe aufgrund der oben genannten Kritikpunkte

3.5 von 5 Punkten

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

thomas dellenbusch, thriller

CHASE - Jagd auf die stumme Dichterin

Thomas Dellenbusch
E-Buch Text: 75 Seiten
Erschienen bei KopfKino-Verlag Thomas Dellenbusch, 11.10.2015
ISBN B016IWSQ8G
Genre: Sonstiges

Rezension:

Hallo ihr Lieben,
heute ist es mal wieder Zeit für eine ungewöhnliche Rezension. Es gibt Bücher, die passen eben in kein Schema und dementsprechend darf man sich auch nicht in solche zwingen. Statt meine eigene Inhaltsangabe gibt es diesmal „nur“ den Klappentext:

Enrique „Rique“ Allmers ist Inhaber eines Hamburger Security Unternehmens. Als er am Fischmarkt von einer jungen Frau umgerannt wird, beschützt er sie vor ihren beiden Verfolgern. Rique und die junge Frau fliehen, aber man ist ihnen schon mit Verstärkung auf den Fersen. Rique weiß nicht, wer sie ist oder wer ihre Verfolger sind. Auch weiß er nicht, warum man hinter ihr her ist. Denn sie spricht nicht mit ihm …
(Copyright by Kopfkino-Verlag)

Mehr sollte man an dieser Stelle auch gar nicht in die Inhaltsangabe packen, denn letztlich hat das  Buch nur 75 Seiten und man könnte viel zu leicht den Dingen vorgreifen. Damit sind wir auch tatsächlich bei dem Vorurteil, welches aufkam als ich die Seitenzahl gehört habe, denn die geringe Seitenzahl erschien mir eher hinderlich für eine gute Geschichte.

Nun zumindest mit diesem Vorurteil konnte der Autor gleich auf der ersten Seite aufräumen, denn es ging ohne Vorgeplänkel gleich mitten ins Getümmel und die Charaktere haben sich einfach im Laufe der Zeit erklärt. So wusste man nie mehr über die Gegner aber auch nicht über die Protagonisten als zu diesem Zeitpunkt unbedingt notwendig. Diesen Umstand wusste der Autor auch sehr geschickt zu nutzen, denn so konnte er immer wieder erstaunliche Wendungen einbauen, die den Leser immer wieder ins Leere laufen ließen und damit die Spannung sehr lange oben hielten. Der rasante Plot, der mich eher an einen Actionfilm erinnerte als an einen Thriller, passt genau in das Konzept des Verlags. Den Spielfilm mit der Familie lesen statt im Fernseher zu sehen ist der Ansatz und ich denke, dass es mit solchen Büchern durchaus gut gelingen kann.

Da ich zu den Protagonisten nichts erzählen möchte, denn alles würde zu viel verraten, komme ich gleich mal zum Schreibstil. Das Buch nimmt einen von der ersten Seite an mit und lässt einen dann auch nicht mehr durchschnaufen. Der Stil ist so eingängig,  dass man sich schnell in der Geschichte wiederfinden kann und dann live dabei sein kann. Zumindest für mich wurde der Fernseheffekt damit gut erfüllt.

Was mich persönlich etwas gestört hat war das Ende, denn hier ging es mir eindeutig alles etwas zu gut aus und das Geplänkel zum Schluss, um das alles so zu richten, war, für mich persönlich, dann nicht so packend wie der Rest der Geschichte und für mich irgendwie nicht so rund. Dennoch ist das natürlich nur ein kleiner Teil, der dem Spaß an der Geschichte wenig Abbruch getan hat.

Daher vergebe ich insgesamt

4,5 von 5 Punkten.

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(66)

111 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 63 Rezensionen

liebe, krimi, seniorenheim, senioren, michaela grünig

Ohne Ziel ist der Weg auch egal

Michaela Grünig
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.10.2015
ISBN 9783426516522
Genre: Humor

Rezension:

Lenja ist eine attraktive, selbstbewusste junge Frau, die ihren Lebensunterhalt als erfolgreiche Drehbuchautorin einer deutschen Krimiserie verdient. Ihr Chef Tim ist gleichzeitig ihr bester Freund und eigentlich könnte das Leben so wunderschön sein, doch Lenja hat Liebeskummer, denn ihr über alles geliebter Freund Ben hat sie einfach so verlassen. Gut, da war die Wette mit Tim, die sie verloren hatte und deshalb einen anderen Kerl küssen musste, aber das war ja nichts Ernstes! Nachdem nun mehrere Versuche seine Liebe zurückzugewinnen gescheitert sind,beschließt sie, dass die außergewöhnliche Situation auch eine außergewöhnliche Maßnahme erfordert. Daher lässt sie sich von ihrer besten Freundin so herrichten, dass sie wie eine alte Frau aussieht, um sich dann heimlich in das Altenheim einzuschleusen, in dem ihr Ben als Arzt arbeitet. Wird Lenja es schaffen ihren Freund zurückzugewinnen, oder scheitert sie auch dieses Mal?


Das Cover ist dem Titel nachempfunden und beschreibt den Inhalt eigentlich ganz gut. Jede Menge Wege, auf welchen Männer und Frauen gehen, aber kein wirkliches Ziel vor Augen haben. Ziemlich mittig gehalten ist auch noch ein Herz abgebildet, so dass man gleich erkennt, dass es sich um eine Liebesgeschichte handelt. Der Titel rechnet ein wenig mit dem alten Sprichwort „Der Weg ist das Ziel“ ab, denn der Weg kann noch so gut sein, ohne ein Ziel vor Augen lohnt es sich nicht einen Weg zu beschreiten.

Die Protagonistin Lenja ist eigentlich eine selbstbewusste Frau und weiß was sie will, aber mit der Tatsache, dass sich Ben von ihr getrennt hat, kommt sie einfach nicht klar. Sie hat sich eine Zukunft mit ihm ausgemalt, welche nun in Scherben vor ihr liegt, und das will so einfach nicht akzeptieren. Sie ist verständnisvoll, hilfsbereit, aber auch ziemlich schnell eifersüchtig, was eine sehr interessante Mischung ergeben hat.

Zugegebenermaßen am Anfang war ich ihr gegenüber äußerst skeptisch, denn ich habe mich wirklich gefragt, was das den nun werden soll, aber mit der Zeit bin ich mit ihr warm geworden und sie wurde dann doch recht sympathisch. Allerdings gab es einige Rentner, allen voran Leopold und Gloria, die ihr in Sachen Sympathie den Rang abgelaufen haben und von denen ich gerne mehr hören würde. Vor allem Leopold hab ich durch seine direkte und schelmische Art schnell ins Herz geschlossen.

Die Geschichte ist in wenig anders als die klassischen Liebesgeschichten, denn so ganz nebenbei ist auch ein kleiner Krimi in der Geschichte enthalten, bei dem Lenja, als alte Dame verkleidet, zusammen mit den anderen Rentnern Detektiv spielt. Die dritte Baustelle sind die beiden besten Freunde von Lenja mit ihren ganz eigenen Problemen. Obwohl mich der Anfang ein wenig abgeschreckt hat, bin ich doch froh, dass ich weitergelesen habe. Vor allem die Bewohner des Altenheimes hatten es teilweise faustdick hinter den Ohren, was mich das ein oder andere ordentlich lachen liess, aber auch Lenjas Erkenntnis, dass es auch bei älteren Mensch noch Liebe, Eifersucht und Leidenschaft gibt, hat mir gut gefallen.

Die Spannung war recht moderat gehalten, aber in erster Linie war es auch mehr eine Liebesgeschichte als ein Krimi. Der Humor hat mir gut gefallen und der Stil war flüssig und angenehm zu lesen, so dass ich sehr gut durch das Buch getragen wurde. Allerdings fürchte ich, dass mir das Buch nicht allzu lange in Erinnerung bleiben wird, denn durch den flachen Spannungsbogen, gab es keine großartigen Höhe- und Tiefpunkte, welche so richtig einprägsam gewesen wären. Dennoch ist es für eine Unterhaltung zwischendurch bestens geeignet und für Leser, die nach einer lockeren Liebesgeschichte ohne viel Herzschmerz, aber mit viel Humor und ein wenig Spannung suchen, kann ich das Buch empfehlen und vergebe insgesamt

3.5 von 5 Punkten.

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Du bist in meiner Hand

Corban Addison , Birgit Moosmüller
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.09.2014
ISBN 9783453437517
Genre: Romane

Rezension:

Die jungen Frauen Ahalya und Sita führen eine ruhiges und beschauliches Leben mit ihren Eltern, ihrer Großmutter und einer liebevollen Haushälterin an der Küste des Indischen Ozeans. Das alles hat jedoch ein jähes Ende, als ein Tsunami alles zerstört und nur sie wie durch ein Wunder überleben. Nachdem die beiden den Schock halbwegs überwunden haben und wieder klar denken können, machen sie sich auf den Weg in die nächste größere Stadt zu einer Klosterschule, um dort Unterschlupf zu suchen. Aber auf dem Weg werden sie von Menschenhändler aufgegriffen und an ein Bordell verkauft. Zur gleichen Zeit steht in Washington der junge Anwalt Thomas vor den Trümmern seiner Ehe und seiner Karriere. Seine Frau hat ihn verlassen und ist zurück in ihre Heimat Indien gegangen und seine Kanzlei benutzt ihn nach einem verlorenen Prozess als Sündenbock. Auf Anraten seinen Chefs, beschließt er sich aus der Schussbahn zu bringen und geht für ein Jahr nach Mumbai. Dort versucht er nicht nur seine Ehe zu retten, sondern erfährt auch die Geschichte der zwei Schwestern, die ihn tief berührt. Mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, versucht er sie zu retten, aber der Kampf wirkt aussichtslos.

Das Cover ist mit seinen pinken und gelben Tönen in relativ warmen Farben gehalten. Die Muster und auch die Tänzerin sorgen für einen orientalischen Flair und auf den ersten Blick scheint es, als hätte man das Cover eines Liebesromans in der Hand. Mir gefällt es richtig gut, auch die Tatsache, dass es über die eigentliche Thematik des Buches hinwegtäuscht, sondern ein harmonisches Bild präsentiert. Ein Bild, dass das Leben der beiden jungen Frauen symbolisiert, bevor ihnen ein Schicksalsschlag alles genommen hat. Der deutsche Titel hingegen gefällt mir nicht wirklich, da er die Harmonie des Bildes ein wenig zerstört, weil er eher die Thematik des Buches beschreibt. Da hätte mir ein Titel, der näher am englischen Original „A walk across the sun“ angeleht ist, besser gefallen, da er nicht nur besser zum Titelbild gepasst hätte, sondern auch eine tiefere Bedeutung für die beiden Mädchen hat.

Die Protagonisten sind Ahalya, Sita und Thomas, wobei von den beiden Frauen Ahalya im ersten  Drittel des Buches die wichtigere Rolle einnimmt, bevor sie in den Hintergrund gerät und Sita in den Vordergrund rückt. Beide Frauen sind noch minderjährig, was die ganze Thematik noch heikler macht und einem richtig unter die Haut geht. Beide sind starke Persönlichkeiten und echte Kämpfernaturen, die sich nicht so schnell unterkriegen lassen. Außerdem sind sie auch sehr intelligent, was ihnen das ein oder andere Mal enorm geholfen hat. Thomas ist zu Beginn ein gebrochener Mann, der sich einen neuen Weg im Leben suchen muss, da ihn anscheinend alle im Stich gelassen haben. Allerdings versinkt er nicht in Selbstmitleid, sondern versucht das beste aus seiner Situation zu machen. Obwohl er viele Rückschläge einstecken musste und die Situation mehr als einmal einfach nur hoffnungslos ausgesehen hat, hat er trotzdem nicht aufgegeben, sondern ist seinen Weg weitergegangen.

Die Geschichte ist spannend, aber auch sehr emotional geschrieben. Die Schicksale der Protagonisten berühren den Leser, besonders da hier eine Thematik angesprochen wird,
die von der Gesellschaft totgeschwiegen wird. Man erhält einen erschreckenden Einblick wie einfach es für manche ist, Menschenhandel zu betreiben und wie machtlos die Leute, die dagegen kämpfen, oftmals sind. Man fühlt ihre Ohnmacht, kämpft und leidet mit ihnen, wobei letzteres eindeutig öfters der Fall ist.
Es ist ein sehr tiefgründiges Buch und man erfährt eine Menge über die indische Geschichte und über ihre Kultur und Gebräuche. Beim Ende hatte ich erstmal bedenken, ob es mir wirklich zusagt, aber nachdem ich eine Weile darüber nachgedacht und die Geschehnisse Revue passieren ließ, bin ich doch zu dem Schluss gekommen, dass es wirklich passt. Mir selbst hat diese Geschichte sehr gut gefallen und deshalb gibt es auch eine Leseempfehlung und

5 von 5 Punkten.

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2.596 Bibliotheken, 29 Leser, 28 Gruppen, 240 Rezensionen

märchen, fantasy, cornelia funke, spiegel, brüder

Reckless - Steinernes Fleisch

Cornelia Funke , Lionel Wigram ,
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Dressler, 14.09.2010
ISBN 9783791504858
Genre: Jugendbuch

Rezension:

12 Jahre ist Jacob alt, als er die Welt hinter dem Spiegel im Arbeitszimmer seines verschwundenen Vaters entdeckt. Die Spiegelwelt anders. Er muss sich dort keine Sorgen um seine Liebsten machen, während in der realen Welt sein kleiner Bruder und seine Mutter auf ihn warten. Viele Jahre besucht er die Spiegelwelt heimlich, doch eines Tages folgt ihm sein Bruder Will in diese Welt. Ab diesem Moment ist nichts mehr einfach, denn Will wird beim Angriff durch einen Goyl verletzt und beginnt nun selbst eine Haut aus Stein zu entwickeln. Doch diese wird nicht nur seine Haut, sondern auch sein Wesen so sehr verändern, dass es eigentlich geboten ist, Leute in der Wandlung umzubringen. Doch Jacob möchte Will um jeden Preis retten und bekommt dabei Hilfe von Fuchs, Clara und Valiant. Doch können sie es wirklich schaffen Will zu retten oder ist schon längst alles verloren?

Cornelia Funke entführt uns im Auftakt der Reckless-Trilogie in eine Welt, welche so verschiedene und doch so ähnlich ist zu der unseren ist. Die Welt hinter dem Spiegel ist in einer gewissen Form eine etwas ältere Version unserer Welt, die noch in den Kinderschuhen der Industrialisierung steckt. Aber die Welt ist auch voller Magie und ungewöhnlichen Gegenständen. Sie ist angefühlt mit Dingen und Figuren aus Märchen, seien es nun Feen, KnüppelausdemSack oder goldene Kugeln. Vieles ist hier nicht so wie es scheint und die Grenzen zwischen Gut und Böse sind hier so fließend, dass man eine Entscheidung darüber nicht einfach pauschal, sondern nur situationsabhängig treffen kann.

Der Hauptkonflikt zwischen den Goyl, welche aus dem Erdreich hervorkommen und den Menschen, bis auf ihre Haut aus Gestein und ihre Abneigung gegen Sonnenlicht, gar nicht so unähnlich sind, und den Menschen, welche die Goyl nicht gerne auf der Erdoberfläche sehen möchten, löst den Krieg aus, welcher schließlich Anstoß der Handlung ist. Aber nicht nur diese beiden Rassen, sondern auch eine Fee, welche ihren Platz im Leben nicht zu kennen scheint, spielt eine wichtige Rolle.

Man sieht schon an meiner Beschreibung, dass die Spiegelwelt unheimlich komplex und detailiert aufgebaut ist und die Autorin wahnsinnig viel Liebe zum Detail hineingesteckt hat. Doch während die Welt wirklich mit sehr vielen Details glänzen konnte, haben die Charaktere daneben fast ein wenig blass ausgesehen. Man hat zwar immer wieder winzige Fetzen ihrer Geschichte erfahren, allerdings waren sie sehr stark an die aktuelle Zeit der Geschichte gebunden und ihre Vergangenheit, welche aber bei allen eine sehr prägende Rolle hat, was man auch aus den Minirückblenden herauslesen konnte, wurde leider sehr vernachlässigt. Vielleicht kommt in den weiteren Bänden der Trilogie dann noch mehr zu diesem Thema, schließlich muss man sich etwas aufheben, aber an dieser Stelle war es mir fast zu wenig.

Dennoch waren die Charaktere der Geschichte alle sehr individuell und haben sich auch durch ihre unterschiedlichen Fähigkeiten ganz gut ergänzt.
Jacob hat bei mir vor allem durch seinen unerschütterlichen Willen und seinen Ideenreichtum gepunktet, dafür allerdings Minuspunkte gesammelt, was den Umgang mit seinen Freunden anging, denn er hat ihnen viel zu viel verschwiegen.
Valaint war eben der typische Zwerg, der für die richtige Summe Geld alles und jeden verkauft. Allerdings hat er im Laufe der Geschichte eine kleine Veränderung durchgemacht, die ihn dann doch noch sympathischer werden ließ.
Fuchs, eine Gestaltwandlerin, ist eine so unglaublich loyale Person, dass es mich wirklich zu tiefst beeindruckt hat, denn sie hat sich für Jacob oft ohne nachzudenken in die größten Gefahren begeben, nur um ihn zu schützen.
Will, der durch die anstehende Verwandlung von Mensch zu Goyl sicherlich das meiste durchzumachen hatte, hat im Lauf der Geschichte sehr viele Wandlungen auch in charakterlicher Sicht durchgemacht und war für mich trotz seiner zentralen Rolle, eigentlich eher eine Randfigur, da er kaum selbst etwas entschieden hatte, sondern eher ein Spielball war.
Clara hat es für mich irgendwie am Schlechtesten getroffen. Ihr fiel zwar eine durchaus wichtige Rolle im Mittelteil der Geschichte zu, allerdings muss man ehrlich sagen, dass sie die größte Zeit der Geschichte nur mitgeschleift wurde und auch ihre Höhepunkte in ein paar Sätzen abgehandelt waren. Hier hätte ich mir deutlich mehr gewünscht.
Hentzau, war der wichtigste Mann an der Seite des Goylfürsten und in einigen Kapiteln durfte man auch die Dinge aus seiner Sicht betrachten, was dem Ganzen enorm gut getan hat. Leider wurde dies dann  aber ab einem gewissen Punkt aufgegeben und seine Sicht auf die Dinge herausgenommen. Hier hätte ich mir die Beibehaltung wirklich sehr gewünscht, denn es hat die Geschichte wirklich aufgewertet.

Insgesamt muss ich aber sagen, dass die Charaktere im Vergleich zu Spiegelwelt einfach etwas blass zurückgeblieben sind und ich mich nicht so gut, wie ich es gerne gewollt hätte, in sie hineinversetzen konnte. Dennoch war die Geschichte einfach durch die vielen Wendungen und unvorhersehbare Ereignisse so spannend und eng gestrickt, dass ich mich dennoch nicht davon losreißen konnte und sie ziemlich fix durchgelesen hatte.

Hervorheben möchte ich allerdings noch das Cover, welches mich extrem neugierig gemacht hat. Der Rahmen soll wohl den Spiegel darstellen und durch die Prägungen im Schutzumschlag, kommt er auch sehr plastisch raus. Dahinter befindet sich das Gesicht von Will mit seiner Steinhaut. Durch seine Fremdartigkeit und gleichzeitig so menschlichen Züge, fand ich es sehr anziehend und habe genauer hingeschaut. Zum Titel muss man denke ich nichts sagen, denn während der Reihentitel ganz banal der Nachname von Jacob und Will ist, ist der Titel der ersten Bandes einfach nur Programm und der Hauptinhalt.

Alles in allem hat mir das Buch sehr gut gefallen und ich freue mich auch schon sehr auf Band 2. Da der erste Band zu einem Ende kommt, welches man auch ohne eine weitere Fortsetzung zu lesen stehen lassen kann, kann ich ihn auch auf jeden Fall schon einmal empfehlen ohne den Rest der Trilogie zu kennen. Von mir gibt es

4 von 5 Punkten.

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81 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

ballett, gemein, bette, streiche, eifersucht

Dein letztes Solo

Sona Charaipotra , Dhonielle Clayton , Stefanie Zeller
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Heyne, 22.06.2015
ISBN 9783453269873
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die russische Ballettakademie in Manhattan ist eine der Angesehensten im ganzen Land. Giselle, genannt Gigi, Bette und June haben die große Ehre dort trainieren zu dürfen, doch die Konkurrenz ist groß. Jede von ihnen möchte gerne die Hauptrolle im Nussknacker tanzen, die Primaballerina sein und die große Chance nutzen ein renommiertes Ensemble auf sich aufmerksam zu machen. Jede von ihnen trainiert sehr hart, doch auch Gemeinheiten und fiese Methoden sind an der Tagesordnung, denn für ihren großen Traum würde manch einer auf der Akademie einfach alles tun, egal welchen Preis es kostet.

Das Cover ist mir durch seinen kräftigen, pinken Farbton gleich ins Auge gefallen und die Ballerina darauf stellt eines der Mädchen und gleichzeitig das Thema des Buches dar. Ich würde sie am ehesten für June halten, denn sie hat asiatische Einschläge. Obwohl die Haltung auf dem Cover durchaus grazil ist, so hat sie gleichzeitig auch etwas aggressives an sich, so dass man gleich spüren konnte, dass dieses Buch konfliktträchtig wird und auch die Scherben bekommen im Verlauf des Buches immer wieder wichtige Rollen. Insgesamt hat mir die Aufmachung gefallen und auch der Titel hatte eine gewisse Drohung, welche mitschwang, um die Aussagekraft des Bildes nochmal zu unterstreichen. Gestört hat mich aber klar der Klappentext, denn dieser stellte ein vollkommen falsches Bild der Situation her. Wenn die 3 Mädchen eines nicht waren, dann Freundinnen.

Während Bette der Inbegriff des russischen Ballettideals ist mit ihrer hellen Haut und den blonden Haaren, sind June mit ihrer halbkoreanischen Abstammung und Gigi mit ihrer schwarzen Haut eher für Außenseiterrollen prädestiniert, doch sie wären nicht auf dieser Schule, wenn sie sich damit zufriedengeben würden. Sie trainieren härter, hungern mehr und ihre Nerven sind zum zerreißen gespannt. Jede muss Methoden finden damit umzugehen und diese sind so verschieden wie die Mädchen selbst. Während Bette ihren Stress gerne an anderen Mädchen auslässt und diese mobbt, zieht sich June ganz in sich zurück und redet mit niemandem. Einzig Giselle versucht echt Freundinnen zu finden und die Sache gemeinschaftlich durchzustehen, doch als sie dabei versehentlich Bettes Freund Alec zu nahe kommt, spitzt sich die Lage zwischen den Mädchen zu.

Die Geschichte und die Protagonistenkonstellation klingt zwar auf den ersten Blick sehr spannend, allerdings konnten mich die Geschehnisse nicht wirklich mitreissen und hatten keinen Thrillercharakter. Es war spannend und es gab einen gewissen Psychoterror, aber dieser ging mir als Leser überhaupt nicht unter die Haut. Ich kann mir zwar mit meinem Verstand vorstellen, wie groß der Druck für die Mädchen auf so einem Konservatorium sein muss, aber in der Geschichte selbst wurde es zwar oft erwähnt, war für mich aber einfach nicht fühlbar. Ich denke, dass dies vor allem an den vielen Perspektivwechseln lag, denn jedes Kapitel war aus der Sicht einer anderen Protagonistin geschrieben und auch nur im Schnitt 10 Seiten lang. Dadurch ging mir die Tiefe verloren und auch die Möglichkeit mich in die Mädchen hineinzuversetzen, denn so schnell konnte ich mich gar nicht auf eine einstellen, wie schon wieder die nächste dran war.  So wurde leider von Anfang an verhindert, dass ich richtig in das Buch rein kam und dann zog es sich wie Kaugummi bis zum Ende, weil ich immer irgendwie außen vor bleib.

Daher muss ich sagen, dass dieses Buch insgesamt leider weit hinter den Erwartungen zurückblieb, welche ich nach der Außengestaltung hatte und so kann ich auch nur

2 von 5 Punkten

vergeben.

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224 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

homosexualität, liebe, weltrekord, jungs, schwul

Two Boys Kissing - Jede Sekunde zählt

David Levithan ,
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 24.09.2015
ISBN 9783737351850
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Als ich dieses Buch in die Hand nahm hatte ich keine speziellen Erwartungen außer das es eine Thematik sein würde, welche sich um schwule Jungs dreht. Dies wird sowohl im Titel als auch in der Covergestaltung mehr als deutlich. Das Cover wirkt auf den ersten Blick recht schlicht, doch es sind lauter kleine Pärchen im Hintergrund zu sehen. Es gibt sehr viele heterosexulle Paarungen, ein paar lesbische und bunt hervorgehoben ein paar schwule.  Besser könnte ein Cover die Thematik wohl kaum herausstellen und dabei doch dezent bleiben.

Was das Innenleben des Buches anging bin ich jedoch sehr zwiegespalten. Er zählt wird es von einem allwissenden Erzähler oder eher von einem Erzählerkollektiv. Doch dies sind nicht wirklich unbeteiligte Personen, sondern wie sich recht schnell herauskristallisiert all jene schwulen Toten, welche an AIDS verstorben sind. Sie blenden die Geschichte auf und ab, springen zwischen den Schauplätzen hin und her, greifen vor oder vermischen mit ihrer eigenen Vergangenheit wie es ihnen gefällt. Sie berichten, erzählen, kommentieren und lenken die Meinung des Lesers in die von ihnen gewünschte Richtung.

Genau das hat dieses Buch für mich sehr schwierig gemacht, denn für mich waren diese Erzählpersönlichkeiten zu dominant, zu präsent. Sie waren für mich wie eine Trennwand zu den verschiedenen Protagonisten und Geschichten. Sie haben mich ferngehalten und ausgeschlossen. Vielleicht war es ein Teil des Konzeptes des Buchs, das man kein Teil sein sollte, sondern nur Betrachter, aber ich fand es sehr schade, denn ich wäre gerne näher gewesen.

Neben den Passagen, welche sich mit den Erzählern beschäftigen, gab es 4 Handlungsstränge. Da waren Harry und Craig, die unbedingt den Weltrekord im Dauerküssen brechen wollten. Mitten auf einem öffentlichen Platz vor den Augen aller um ein Zeichen zu setzen. Avery, ein als Mädchen geborener Junge, und Ryan, welche sich kennengelernt haben und einander näherkommen wollen, Peter und Neill, die eine ganz „normale“ Beziehung führen und schließlich Cooper, dessen Leben sich auf Datingseiten abspielt und der den Sinn des Lebens wiederfinden muss.

Jeder dieser 7 Protagonisten hat sein eigenes Schicksal, sein eigenes Dilemma und leidet auf seine Art, doch irgendwie hat mich das alles nicht sonderlich berührt. Die Erzählperspektive hat mich wie gesagt davon fern gehalten und auch die Tatsache, wie dieses Buch aufgebaut ist, hat es nicht besser gemacht. Es gibt keine Kapitel nur größere Absätze. Nach jedem Absatz, welche zwischen meistens nur zwischen ein paar Zeilen und einer Seite, in ein paar Ausnahmen bis zu 5 Seiten, lang waren, wurde der Handlungsstrang gewechselt. Man hatte keine Chance sich auf irgendeinen der Jungs wirklich einzulassen, denn man war schon wieder weg bevor man die Figuren richtig fassen konnte.

Im Nachwort wird geschrieben, dass der Autor lebende Menschen als Vorbild hatte. Zwar nicht deren Geschichte sondern einfach nur mit ihnen verknüpfte Ereignisse, welche in zu bestimmten Charakteren angeregt haben. Vielleicht ist es genau das, was mich besonders enttäuscht hat, denn jemand, der mit vielen schwulen Leuten Kontakt hat, wäre doch prädestiniert, um die Gefühle und Gedanken der schwulen Jungs zu transportieren und uns in ihr Innenleben mitzunehmen, damit wir sie besser verstehen können. Irgendetwas in diese Richtung hatte ich mir von dem Buch auf jeden Fall gewünscht und leider wurde ich enttäuscht.

Für mich hat sich das Buch leider als Flop herausgestellt und ich kann somit auch nur

2 von 5 Punkten

vergeben.

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