Leserpreis 2018

SalanderLisbeths Bibliothek

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14 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Das barmherzige Fallbeil

Fred Vargas , Waltraud Schwarze , Hannelore Hoger
Audio CD
Erschienen bei Random House Audio, 26.10.2015
ISBN 9783837131970
Genre: Krimi und Thriller

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Regengötter

James Lee Burke , Daniel Müller , Dietmar Wunder
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Random House Audio, 14.09.2015
ISBN 9783837132212
Genre: Krimi und Thriller

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

blind, reihe, spannung, thriller

Niemals

Andreas Pflüger , Nina Kunzendorf
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Random House Audio, 09.10.2017
ISBN 9783837135749
Genre: Krimi und Thriller

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34 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

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Der Malteser Falke

Dashiell Hammett , Peter Naujack
Flexibler Einband: 234 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 21.12.2010
ISBN 9783257240719
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Unter Schmerzen preßte Cairo durch die Zähne: „Ich hätte Sie erschießen können, Mr. Spade!“ „Sie hätten es versuchen können“, räumte Spade ein. „Ich habe es nicht versucht.“ „Ich weiß.“ „Warum haben Sie mich dann geschlagen, nachdem ich entwaffnet war?“ „Tut mir leid“, sagte Spade mit einem wölfischen Grinsen, das seine Backenzähne sehen ließ, „aber stellen Sie sich meine Bestürzung vor, als ich feststellen mußte, daß ihr Fünftausend-Dollar-Angebot nur aus Luft besteht.“ „Da irren Sie sich, Mr. Spade. Das war und ist weiterhin ein ehrliches Angebot.“ (Auszug Seite 55)


Ende der 20er Jahre betreibt Samuel Spade zusammen mit seinem Partner Miles Archer in San Francisco eine Privatdetektei. Eines Tages werden sie von der attraktiven Miss Wonderley konsultiert, die sich Sorgen um ihre Schwester macht, da diese angeblich mit einem ziemlich windigen Typen namens Fred Thursby durchgebrannt sei. Das hört sich nach einem harmlosen aber gut bezahlten Routinefall an und so übernimmt Archer noch am gleichen Abend die Observierung von Thursby. Mitten in der Nacht erfährt Sam Spade durch die Polizei, dass sein Partner erschossen wurde. Noch während Spade am Fundort der Leiche eintrifft, wird auch Thursby ermordet aufgefunden.


Was führt die schöne Rothaarige im Schilde?

Sam verärgert die Polizei, da er nicht kooperieren und den Namen der Auftraggeberin verraten will. Währenddessen befürchtet Miles‘ Witwe Iva Archer, mit der Sam hinter Miles Rücken ein Verhältnis hatte, er habe Miles umgebracht, um mit ihr zusammen sein zu können.

Spade sucht seine Klientin im Hotel auf, die ihm sofort gesteht, die Geschichte mit ihrer Schwester erfunden zu haben. Ihr richtiger Name wäre Brigid O’Shaughnessy und sie wäre vor kurzem mit Thursby aus Hongkong gekommen. Die attraktive Rothaarige scheint vor irgendetwas Angst zu haben, rückt aber nicht richtig mit der Sprache raus und macht Spade schöne Augen, damit er ihr hilft.

In seinem Büro erhält Spade Besuch von dem geheimnisvollen, halbseidenen Joel Cairo. Dieser bietet ihm 5.000 US-Dollar für die Beschaffung einer gestohlenen circa 30 cm großen Figur eines schwarzen Vogels an, die Cairo im Besitz von Brigid O’Shaughnessy vermutet.


Wo ist der Vogel ?

Spade wird schon seit einiger Zeit von einem jungen Mann beschattet. Er stellt den Verfolger zur Rede und wird kurz darauf von dessen Boss angerufen und um ein Treffen ins Hotel Alexandria gebeten. Caspar „ G“ Gutman ist ebenfalls hinter der offenbar sehr wertvollen Vogelstatuette her. Nach kurzem Zögern verrät G ihm die Geschichte hinter dem Falken. Es handelt sich um ein Geschenk des Malteserordens im 16. Jahrhundert an den damaligen König von Schweden. Die mit kostbaren Edelsteinen und Juwelen verzierte Goldstatue wurde mit schwarzer Emailleschicht bedeckt, um den Wert zu verbergen. Gutman jagt schon seit 17 Jahren wie besessen hinter dem Malteser Falken her und verspricht Spade die hohe Summe von 10.000,00 US-Dollar für das Auftreiben des Falken. Und der gewiefte Detektiv blufft, spielt mit und lässt sich nicht in die Karten schauen.

Während aus einer anfangs harmlos scheinenden Observation eine mörderische Jagd nach einer wertvollen Statue wird, verirrt sich der Erzählfaden teilweise im Gewirr der undurchschaubaren Figuren. Am Schluss kommt es bei der Aufklärung der Morde noch zu einigen Überraschungen.

Der unterhaltsame Krimi ist kurzweilig aber nicht rasend spannend, dafür fehlt es an Dramatik. Er lebt von dem kontroversen Aufeinandertreffen seiner Figuren und der Fokussierung auf seine Hauptfigur. Die trockenen, sprachlich knappen Dialoge ziehen sich teilweise in die Länge. Obwohl Hammett sich nicht in ausschweifenden Beschreibungen verliert, wird die Atmosphäre der 30er Jahre gut eingefangen.


Wer ist Sam Spade?

Dashiell Hammett erzählt die Geschichte komplett aus der Perspektive seines Helden Sam Spade. Trotzdem wird dem Leser kein Einblick in die Gefühlswelt des Detektivs präsentiert, so dass man dem Protagonisten nie wirklich nahe kommt. Man weiß nicht, was man von ihm halten soll. Die Ermordung seines Partners scheint ihn nicht zu kümmern, mit Miss O’Shaughnessy beginnt er eine Affäre, aber ob er ihr glaubt, kann man nur vermuten. Dagegen nimmt die Beschreibung der äußerlichen Kennzeichen wie zum Beispiel Gestik und Mimik übertrieben viel Raum ein. Sam wird als umgänglicher, blonder Satan beschrieben, dessen Gesicht aus lauter V’s besteht und der mit gelbgrauen Augen ein wölfisches Lächeln zeigt, dagegen wechselt seine Hautfarbe ins Gelbliche, wenn er wütend wird. Ich hatte beim Lesen die ganze Zeit Humphrey Bogart vor Augen. Dabei ist die kongeniale Kinoversion von John Huston aus dem Jahre 1931 bereits die dritte Verfilmung des Stoffes. Und für Bogart war es die Rolle, die ihn zum Kultstar machte.

Mit der Figur des Samuel Spade hat Dashiell Hammett eine unvergessliche Figur erschaffen, praktisch den Archetyp des hartgesottenen, coolen Privatdetektivs in Literatur und Film. Ein zynischer Einzelgänger ohne Illusionen, der niemandem traut. Er ist viel zu schlau, um sich manipulieren zu lassen und laviert opportun zwischen den Parteien.

Heute wirkt das vom Autor kreierte Figurenpersonal klischeehaft, aber zu seiner Zeit hat Hammett Maßstäbe gesetzt, denn zum ersten Mal waren die Charaktere alle rücksichtslos und konnten nicht einfach in Gut und Böse aufgeteilt werden. In einer skrupellosen Gesellschaft sind die habgierige Figuren in Der Malteser Falke nur auf ihren eigenen Vorteil bedacht, lügen und betrügen. Die düstere Bild- und Figurenwelt sowie die pessimistische Grundstimmung als Unterschied zum klassischen englischen Krimi revolutionierte in den 30er Jahren den Detektivroman. Ein Klassiker mit knapp 230 Seiten, den ich gerne gelesen habe!

Dashiell Hammett wurde 1894 in Maryland geboren. Mit 13 Jahren arbeitete er bereits in einer Detektivagentur, kann also aus einem reichen Erfahrungsschatz schöpfen. Er gilt neben Raymond Chandler als stilbildend für das Genre des Detektivromans und als Begründer der hardboiled Novel. Aufgrund seiner Mitgliedschaft in der kommunistischen Partei geriet er in die Mühlen der McCarthy-Ära. Seine Aussagen vor dem McCarthy-Ausschuss 1953 wurden im Fernsehen übertragen. Er saß im Gefängnis und verstarb verarmt im Jahre 1961.

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Tags: 20er jahre, sam spade, san francisco, vogelstatue   (4)
 

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Märzgefallene

Volker Kutscher , David Nathan
Audio CD
Erschienen bei Argon, 26.09.2018
ISBN 9783839893975
Genre: Krimi und Thriller

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Die Akte Vaterland

Volker Kutscher , David Nathan
Audio CD
Erschienen bei Argon, 26.09.2018
ISBN 9783839893944
Genre: Krimi und Thriller

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Tags: band 4, masuren   (2)
 

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

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Endgültig

Andreas Pflüger , Nina Kunzendorf
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Random House Audio, 08.03.2016
ISBN 9783837134025
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: band 1, barcelona, berlin, bka, blinde polizistin   (5)
 

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98 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 67 Rezensionen

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Die Lieferantin

Zoë Beck , Thomas Wörtche
Flexibler Einband: 324 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 10.07.2017
ISBN 9783518467756
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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89 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 38 Rezensionen

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Der Zorn der Einsiedlerin

Fred Vargas , Waltraud Schwarze
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Limes, 29.10.2018
ISBN 9783809026938
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Nehmen wir an, unser Mörder hat sich eine kleine Sammlung von Einsiedlerspinnen zugelegt. Er packt zwei oder vier davon in einen Schuh, in eine Hose – Hose ist gut, denn da bleiben sie hängen -, in eine Socke oder in das Bett des Alten, und es gibt große Chancen, dass der Mann sie quetscht und sie ihn beißen.“ „Das Problem ist nur“, sagte Adamsberg, „dass man bei zwei von den Todesfällen weiß, dass der Biss der Spinne draußen im Freien erfolgte.“ „Scheiße“, sagte Voisenet. Auszug Seite 172

  

Mord durch Spinnenbisse

Kommissar Jean-Baptiste Adamsberg genießt eine Auszeit in Island und es passt ihm gar nicht, als er ganz offiziell nach Paris zurück beordert wird. Ein ungeklärter Mordfall, bei dem eine Frau überfahren wurde, wird dann auch ziemlich schnell im Vorbeigehen geklärt. Vielmehr interessiert den Kommissar die zufällig aufgeschnappte Nachricht vom Tode mehrerer Senioren in Südfrankreich. Dass die alten Männer aufgrund von Spinnenbissen der braunen Einsiedlerspinne verstarben, lässt ihn nicht mehr los. Ja es packt den verschrobenen Kommissar eigenartigerweise am Nacken und versetzt ihn in unerklärliche Unruhe. Der wunderbar versponnene Adamsberg, der statt rational lieber mit psychologischem Gespür an die Fälle herangeht, beobachtet noch kleinste Details, ermittelt hauptsächlich intuitiv und zieht daraus die richtigen Schlüsse. Er vermutet eine Mordserie mittels Spinnenbissen. Dabei ist das schon rein statistisch gar nicht möglich. Außerdem ist die braune Einsiedlerspinne, wie der Name schon vermuten lässt, ein sehr scheues Wesen, das sich in dunklen Ecken versteckt.

  

Adamsberg gegen die Brigade

Adamsberg recherchiert die Umstände erst mal hinter den Kulissen, da er von den Mitarbeitern der Brigade criminelle im 13. Arrondissement von Paris kaum Unterstützung erfährt. Er kann nur einige wenige Kollegen, wie Louis Veyrenc mit den rostroten Haarspitzen, der wie Adamsberg aus einem kleinen Pyrenäendorf stammt und ihn noch am besten versteht, auf seine Seite ziehen. Ausgerechnet sein Stellvertreter Adrien Danglard versucht einen Keil ins Team zu treiben, in dem er immer wieder die Ermittlungen blockiert und seinen Chef der Lächerlichkeit preisgibt. Die Stimmung im Kommissariat ist in diesem elften Band dadurch sehr angespannt. Die Zwietracht zwischen Adamsberg und seinem Freund und engstem Vertrauten Commandant Danglard mit dem enzyklopädischen Wissen fand ich sehr betrüblich, sorgt aber auch für einen realistischen Anstrich und bringt einen weiteren spannenden Aspekt ins Spiel. 

 

Mobbing mit schlimmen Folgen

Während im Internet hitzige Diskussionen um die zunehmende Gefährlichkeit von Spinnen entbrennen und man beunruhigt über die Häufung der Todesfälle spekuliert, nimmt Adamsberg Kontakt zu einem Arachnologen auf. Er verbeißt sich in den Fall, gräbt immer tiefer und muss sich auch seiner eigenen Vergangenheit stellen. Die Spur führt in ein längst geschlossenes Waisenhaus in der Nähe von Nîmes, in dem in den 40er Jahren eine Bande grausamer Jugendlicher andere Kinder mit sadistischen Spielchen quälte, die lebenslange Schäden zur Folge hatten. Doch die Spur einer verspäteten Rache entpuppt sich als Sackgasse.

 

„1944 bis 1947. Das heißt zweiundsiebzig Spinnengenerationen vor den heutigen.“ „ Rechnen wir die Zeit jetzt in Spinnengenerationen?“, fragte Danglard. „ Und warum nicht?“ Auszug Seite 226

 

Als Lieutenant Froissy, die Computerexpertin der Brigade von einem Nachbarn sexuell belästigt wird, aber aus Scham keine Anzeige erstattet, zieht Adamsberg den Vergewaltiger aus dem Verkehr. Mit welcher Lässigkeit er diesen zur Strecke bringt und dass es ihm so wichtig ist, dass Froissy davon nichts mit bekommt, hat mich sehr berührt und für ihn eingenommen. Überhaupt die Brigade. Die schrulligen Gestalten werden so liebenswert mit allerlei Skurrilitäten gezeichnet, ich hatte das Gefühl alte und liebgewonnene Bekannte wieder zu treffen. Das hat mit der Realität natürlich nicht viel zu tun. Ich kann mir jedenfalls keine Dienststelle vorstellen, in dem das Maskottchen der Brigade, ein lebensuntüchtiger fetter Kater namens Die Kugel ständig auf dem Kopierer liegt, in dem eine Kollegin unverhältnismäßig viel Nahrung hortet oder ein anderer alle paar Stunden in den Tiefschlaf fällt. Aber alle haben auch ihre Stärken und werden genau dort eingesetzt, wo sie diese am besten entfalten können.

 

Und wenn dann die Ermittlungen stocken, und das tun sie oft, dann geht man ins Restaurant und isst erst mal Gabure, ein traditionelles Arme-Leute-Eintopfgericht aus den Pyrenäen und wenn dann noch mit einer Ernsthaftigkeit eine Amselfamilie gerettet wird, würde ich in jedem anderen Kriminalroman die Augen verdrehen. Aber hier ist alles stimmig, wird mit so viel absurdem Charme erzählt und ich kann nur jubilieren und Beifall klatschen.

 

Bis zum zugegeben etwas konstruierten Schluss wirft die französischen Autorin noch mit verschiedenen

Nebelkerzen und führt den Leser sowie Adamsberg auf Irrwege während seines unkonventionellen Weges der Ermittlung.

 

 

Mystik und Zoologie

Wer einen realistischen Polizeiroman lesen will und viel Wert auf Plausibilität und Logik legt, ist mit der Schriftstellerin Fred Vargas nicht gut bedient. Aber wer ein Faible für phantasievolle Fabulierlust fernab vom Mainstream und Dutzendware mit wunderbar pointierten Dialogen hat, der sollte zugreifen. Vargas hat einen ganz eigenen literarischen Schreibstil. Die Historikerin, Mittelalterarchäologin und Archäozoologin verbindet den spannenden Kriminalfall mit mystischen Elementen und in diesem speziellen Fall auch noch mit Zoologie, denn es kommen außer Spinnen auch noch Totenkäfer, Tauben und Amseln vor. Sie bietet dem Leser einige Details zur Historie in dem sie die Geschichte der Einsiedlerinnen im Mittelalter streift. Dabei verliert sie nie ihren scharfen Blick auf die gesellschaftliche Realität, denn es geht um Gewalt gegen Frauen, um Vergewaltigung, um Kindesmissbrauch und die damit zusammen hängende Sprachlosigkeit, alles ohne große Effekthascherei geschildert.

 

Vargas unterhält mit poetischer Sprache und nicht zuletzt mit augenzwinkerndem Humor, der oft in den

schrägen Dialogen aufblitzt.

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Tags: band 11, einsiedlerin, paris, spinne   (4)
 

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51 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

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Ohne Spur

Haylen Beck , Wolfram Ströle
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 21.09.2018
ISBN 9783423217644
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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38 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

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Knastpralinen

Simone Buchholz
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.02.2012
ISBN 9783426500385
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: band 2, elbe, hamburg, leichenteile, staatsanwältin, vergewaltigung   (6)
 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

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Der stumme Tod

Volker Kutscher , Reiner Schöne
Audio CD
Erschienen bei Argon, 26.09.2018
ISBN 9783839893951
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: band 2, filmwelt   (2)
 

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61 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 49 Rezensionen

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Mexikoring

Simone Buchholz
Flexibler Einband: 247 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 10.09.2018
ISBN 9783518468944
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In dem Krimi „Mexikoring“ wird die Reihe um Chastity Riley fortgesetzt. Diese wurde seit dem fünften Band kaltgestellt und darf nur noch als ermittelnde Staatsanwältin operieren.

Auf einer Lesung erzählte Simone Buchholz gutgelaunt, dass ihr oft vorgeworfen wird, dass in ihren Büchern so viel Alkohol getrunken würde. Darauf reagiert sie dann immer ganz trotzig und lässt noch mehr Alkohol fließen.

Auch in ihrem achten Hamburg-Krimi wird auf knapp 250 Seiten viel getrunken und noch mehr geraucht.

Es war einer dieser Anrufe am frühen Morgen, die einen ohne Punkt und Komma auf die Spur schicken. Ob ich da eben hin könnte. Ein brennendes Auto. Schon wieder. Wir müssten das mit den brennenden Autos langsam mal in den Griff kriegen, hieß es. Die brennenden Autors interessieren mich nicht besonders. Du weißt genau, warum deine Autos brennen, Hamburg. Auszug Seite 12


Romeo und Julia

Chas Riley ist permanent müde und ziemlich genervt, als sie morgens früh zu einem Tatort am Mexikoring gerufen wird. Ein brennendes Auto ist in Hamburg schon lange nichts Besonderes mehr, aber in diesem Wagen sitzt noch ein junger Mann, der wenig später an seinen Verbrennungen verstirbt. Als die Untersuchungen ergeben, dass er vorher betäubt wurde, ist klar, dass es sich definitiv um Mord handelt. Er wird als Nouri Saroukhan identifiziert und gehörte zu einer der Mhallamiye-Familien; kurdische Libanesen, die vorrangig in Bremen agieren. Nouri wollte aus dem kriminellen, von Gewalt geprägten Leben seines Clans ausbrechen und hat seine Familie Richtung Hamburg verlassen, wo sich seine Jugendfreundin Aliza Anteli versteckt hält. Schon als Kinder wollten die beiden ausbrechen und träumen nun von einem Leben in Mexiko. Es ist eine verbotene Liebesgeschichte, denn Alizas Zwangsheirat mit einem anderen ist von ihrer Familie bereits beschlossene Sache.


Riley macht sich mit einer schnell zusammengestellten Soko auf nach Bremen. Die Saroukhan-Familie verhält sich abweisend und zeigt kein Zeichen von Trauer. Sie leben abgeschottet in einer Parallelgesellschaft, halten von der Polizei gar nichts und regeln ihre Angelegenheiten intern. Sie haben Nouri, der nach einem abgebrochenem Jurastudium bei einer Versicherung arbeitete, verstoßen.


Eine Milieustudie

Buchholz greift in diesem Band ein aktuelles, politisch brisantes Thema auf und zeigt dem Leser ein Milieu, dass die meisten wahrscheinlich nur aus den Medien kennen. Sie hat gut recherchiert und gibt einen faszinierenden sowie realistischen Einblick in die Welt der großen kurdischen Familienclans, die es in dieser Form in Deutschland seit den 80er Jahren gibt. Die arabischen Großclans sind eine in sich geschlossene Gesellschaft mit eigenen Gesetzen und Strukturen und das ist in der deutschen Realität viel zu spät wahrgenommen worden. Mittlerweile sind sie eng mit der organisierten Kriminalität verwoben und profitieren davon, dass sie nur auf Verwandtschaft basieren, als Preis versäumter Integration.


Fazit

Die Wahlhamburgerin erzählt die Geschichte in ihrem eigenen unverkennbaren Schreibstil mit knackigen Sätzen in kurzen Kapiteln. Spannung wird durch den Wechsel mehrerer Erzählstränge erzeugt. Der Leser begleitet die Ermittlungen auf Tritt und Schritt, ist immer ganz nah an den Figuren. Das Team der Staatsanwältin ist mit Ecken und Kanten ausgestattet und für Chas fast schon so was wie eine Ersatzfamilie. Alle haben ihr Päckchen zu tragen, kämpfen mit Zweifeln, Verunsicherung und Einsamkeit und wirken daher sehr authentisch. Chas selbst ist eine spröde aber doch coole, lässige Frau mit einem trockenen Humor. In diesem Band bewegt sie sich müde und ausgebrannt, aber nie empathielos durch die Geschichte.

Simone Buchholz habe ich tatsächlich erst vor kurzem für mich entdeckt und zunächst mal mit dem Band Eins „Revolverherz“ angefangen. Und ich war sofort fasziniert von der unkonventionellen Ich-Erzählerin Chas Riley, dessen Vater Amerikaner ist.

Das Besondere an dieser Reihe ist nicht unbedingt der Krimi-Plot, sondern eher dieser spezielle Sound, den die Autorin erschaffen hat. Der Ton ist teilweise schnoddrig und dann wieder melancholisch und voller Poesie. Herausgekommen ist ein spannender und gesellschaftskritischer Großstadtkrimi.


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Tags: band 8, bremen, clans, hamburg, organisierte kriminalität   (5)
 

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

hamburg, kiez, organisiertes verbrechen, staatsanwältin

Blaue Nacht

Simone Buchholz
Flexibler Einband: 235 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 08.05.2017
ISBN 9783518467985
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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32 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 2 Rezensionen

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Revolverherz

Simone Buchholz
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.05.2009
ISBN 9783426500378
Genre: Liebesromane

Rezension:  
Tags: band 1, hamburg, skalpell, st. pauli   (4)
 

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 0 Rezensionen

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Corruption

Don Winslow , Chris Hirte
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 01.08.2018
ISBN 9783426305317
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags: cop, drogenhandel, fbi, harlem, nypd   (5)
 

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170 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 110 Rezensionen

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Der Abgrund in dir

Dennis Lehane , Steffen Jacobs , Peter Torberg
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 29.08.2018
ISBN 9783257070392
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

An einem Dienstag im Mai, im Alter von sechsunddreißig Jahren, erschoss Rachel ihren Mann. Er stolperte mit einem seltsam wissenden Gesichtsausdruck rücklings, als ob er schon immer geahnt hätte, dass sie es tun würde. Gleichzeitig wirkte er auch überrascht. Sie nahm an, dass sie ähnlich aussah. Anfang 

 

Rachel und Brian 

Rachel Childs wächst alleine bei ihrer Mutter, der prominenten Psychologin Elisabeth Childs auf. Ihr Vater, ein Kunstgeschichtsdozent hat die Familie früh verlassen, als Rachel noch ganz klein war. Rachels Mutter ist ein schwieriger Charakter und obwohl sie als Autorin von Ratgeber-Büchern eine kleine Berühmtheit erlangt hat, dominiert sie Rachels Kindheit durch ihre stete Verbitterung. Die permanent unglückliche Frau will Rachel nichts über ihren Vater verraten, und nimmt dieses Geheimnis nach ihrem frühen Unfalltod mit ins Grab. Rachel ist siebzehn Jahre alt, als sie sich verzweifelt auf die Suche nach ihrem Vater macht. Dabei lernt sie Brian Delacroix kennen, der ihr als Teilzeit-Detektiv zur Seite steht.

 

Rachel macht Karriere als Fernsehjournalistin und ihr Gesicht wird schnell im ganzen Land bekannt. Ihre Arbeit führt sie auch in Krisengebiete, bis ein Einsatz auf Haiti zu einem Nervenzusammenbruch vor laufender Kamera führt. Die Erlebnisse nach der schweren Naturkatastrophe werfen sie komplett aus der Bahn und sie zieht sich aus der Öffentlichkeit zurück. Es kommt zu einem Karriereknick, auch weil Angstzustände fortan ihr Leben bestimmen und sie kaum noch das Haus verlässt.

 

Zufällig taucht Brian Delacroix erneut in ihrem Leben auf und die beiden werden ein Paar. Er steht Rachel in dieser schweren Zeit bei, in denen sie von Panikattacken überfallen wird. Doch ein unbestimmtes Gefühl nagt an ihr und es mehren sich die Zeichen, dass Brian nicht der ist, der er vorgibt. Sie beginnt ihm zu misstrauen und versucht seiner wahren Identität auf die Spur zu kommen.

  

Teil Eins

In dieser ersten Hälfte des Buches steht der psychologische Aspekt im Vordergrund und wir erfahren viel über Rachels familiären Hintergrund. Die Charaktere werden behutsam aufgebaut und Rachel als Protagonistin kommt einem wirklich nah. Ihre schon fast zwanghafte Suche nach dem Vater ist nach einem Leben mit der unterkühlten Mutter absolut nachvollziehbar. Auch wenn der Roman hier mehr Belletristik ist, fand ich diese ruhigen Passagen wunderbar zu lesen und Lehanes tiefgründige Art zu schreiben hat mich gefesselt und in den Bann gezogen.

 

In diesem literarischen Teil gelingt es Lehane, durch die intensive Erzählweise subtile Spannung aufzubauen und neugierig auf die Auflösung zu machen. Deutlich spürbar ist, dass der amerikanische Krimiautor, der, bevor er „Creative Writing“ studierte, auch als therapeutischer

Berater gearbeitet hat, großen Spaß an der Entwicklung seiner Figuren empfindet und ihm die

Psychologisierung sehr wichtig ist. 

 

Teil Zwei

Deshalb frage ich mich, ob der gleiche Autor für die zweite Hälfte verantwortlich ist. Hier mutiert der Roman zum Action-Thriller und ein Cliffhanger jagt den nächsten. Das ist ohne Frage extrem spannend und auch gut geschrieben, auch wenn es an einigen Stellen an Logik und Glaubwürdigkeit mangelt. Die Protagonistin entwickelt sich von einer angstbesetzten Frau, die unter Panikattacken leidet, viel zu schnell zur taffen Superheldin. 

Was mich aber wirklich stört, ist der fehlende Bogen zur literarischen ersten Hälfte. Die so hervorragend aufgebauten Handlungsstränge werden nicht wieder aufgegriffen, verlaufen einfach im Sande oder werden nicht richtig aufgelöst. Rachels Suche nach ihrem Vater nimmt einen großen Teil der Geschichte ein, ist aber eigentlich nur für ihre Charakterentwicklung wichtig und spielt überraschenderweise und für mich enttäuschend für den eigentlichen Thriller keine Rolle. 

  

Fazit 

Der Thriller lässt mich ein wenig zwiegespalten zurück und ich habe mich mit der Bewertung schwer getan. Der amerikanische Krimiautor, dessen Bücher „Mystic River“ und „Shutter Island“ bereits erfolgreich verfilmt wurden, hatte vielleicht schon das Drehbuch zum Film im Kopf und überfrachtet zum Ende hin mit zu vielen Wendungen und Twists, die die Geschichte unnötig unüberschaubar machen. Die Auflösung kommt dann auch ein wenig zu glatt daher. Andererseits blitzt an einigen Stellen sein literarisches Genie durch und es gibt ein paar wunderbar spannende Szenen. 

Ich rätsele wirklich, was Lehanes Intention war, denn der Roman ist in weiten Teilen eine Mischung aus Thriller, Drama, Liebes- und Gaunergeschichte sowie psychologischer Spannungsroman. Das muss ja nicht unbedingt schlecht sein.

Herausgekommen ist aber leider ein zerrissenes Buch, dem es an Homogenität fehlt. 


Ich vergebe 3,5 Sterne





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Tags: angststörung, fernsehjournalistin, haiti, privatdetektiv   (4)
 

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84 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 59 Rezensionen

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Slow Horses

Mick Herron , Stefanie Schäfer
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 29.08.2018
ISBN 9783257070187
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

River hatte die Zielperson fast erreicht – er war eine halbe Sekunde entfernt. Aber er war nicht annähernd nahe genug. Die Zielperson zog an einer Schnur am Gürtel. Und das war's. Auszug Seite 22

Fiasko am Londoner King's Cross Bahnhof

Ohne große Einleitung finden wir uns mitten in einer missglückten Observierung wieder. Am Londoner Hauptbahnhof verfolgt der junge MI5-Agent River Cartwright aufgrund einer Verwechslung die falsche Zielperson. Die Handlung nimmt Fahrt auf, denn es gilt einen Terroranschlag zu verhindern. Dabei gelingt es dem Autor glänzend, die Hektik und Dramatik dieses Szenarios wiederzugeben. Mit einem flotten, knackigen aber auch bildhaften Schreibstil dreht er gekonnt an der Spannungsschraube bis zum nervenzerreißenden Cliffhanger.

Nach diesem furiosen Start geht es erst mal ruhiger weiter. River Cartwright landet nach dem total missglückten Einsatz im Slough House, einem alten runtergekommenen Gebäude in London. Dieses dient als Auffangbecken für aus verschiedenen Gründen in Ungnade gefallene Agenten. Diese werden von allen nur despektierlich Slow Horses genannt. Eine bunt zusammen gewürfelte Truppe von Versagern, abgeschoben vom Hauptquartier im Regent's Park, die man einfach nicht los wird. Sie werden mit sinnlosen Aufgaben betraut, in der Hoffnung, dass sie aus lauter Frust von selbst kündigen.

Mick Herron nimmt sich viel Zeit für die Einführung seiner Figuren, was ja auch Sinn macht, denn es handelt sich um den Auftaktband einer Reihe, von der in Großbritannien bereits vier weitere Bände erschienen sind. Sein Blick auf die Charaktere ist dabei immer sachlich und distanziert. Außer vielleicht auf River Cartwright, von dem man die meisten Hintergrundinformationen erfährt.



Die lahmen Gäule

Da ist zum Beispiel Min Harper, der eine CD-ROM mit Geheimdienstinformationen im Zug liegen gelassen hat. Oder der sozial inkompetente Computer-Nerd Roderick Ho, der andere Menschen für überflüssig hält. Catherine Standish ist der gute Geist von Slough House, eine 48jährige trockene Alkoholikerin und ehemalige Privat-Sekretärin eines hohen Tiers beim MI5, so etwas wie Miss Moneypenny. Nur vom korpulenten und ungepflegten Teamleiter selbst weiß niemand die Gründe seiner Abservierung. Dem rätselhaften Jackson Lamb, vor langer Zeit einer Legende im Dienst ihrer Majestät, jetzt nur noch verbittert und faul, scheint es Spaß zu machen, andere Menschen zu verletzen und zu brüskieren. Er wirkt distanziert, was der Autor noch verstärkt, in dem wir nur erfahren, was Lamb sagt und tut, aber nie was er denkt.

Die Truppe mag sich untereinander nicht und kommuniziert nur das Nötigste. Sie wirken wie erstarrt in ihren sinnlosen Tätigkeiten und manche hoffen auf Rehabilitierung. Andere wiederum sind völlig desillusioniert und wissen, dass die Rückkehr zum Hauptquartier noch niemandem gelungen ist. Besonders für den ehrgeizigen River erscheinen die Arbeiten besonders frustrierend, und so macht er sich ziemlich lustlos daran, den stinkenden Müll eines Journalisten zu durchsuchen. Dabei kann er noch froh sein, nicht entlassen worden zu sein. Und das auch nur wegen seines Großvaters David Cartwright, genannt OB für Old Bastard, der bis zu seiner Pensionierung eine große Nummer beim britischen Geheimdienst war.

Das ändert sich, als ein Video ins Netz gestellt wird, dass ganz London in Atem hält. Ein junger Mann pakistanischer Herkunft wurde entführt und die Entführer wollen ihn innerhalb zwei Tagen köpfen und diese Hinrichtung live im Netz zeigen. In einem weiteren Erzählstrang verfolgen wir, wie der entführte 19jährige Hassan um sein Leben bangt. Bei den drei Entführern handelt es sich um nicht besonders clevere, britische Nationalisten. Um mit seiner Todesangst klar zu kommen, nennt Hassan sie in Gedanken Larry, Moe und Curly nach der Komikertruppe The Three Stooges. Wären es zwei, würde er sie Dick und Doof nennen.

Lambs Stimme wurde flach und ausdruckslos. Der Junge auf dem Monitor, die Kapuze über seinem Kopf. Die Zeitung in seiner Hand – es hätte ein Bildschirmschoner sein können. Er sagte: „Dachten Sie etwa, das Rote Telefon würde läuten und Lady Di alle Mann an Deck rufen? Nein, wir werden uns das im Fernsehen ansehen, wie alle anderen auch. Und wir werden nichts unternehmen. Das ist etwas für die großen Jungs, und Sie alle hier dürfen nicht mit den großen Jungs spielen. Oder haben Sie das vergessen?“ Auszug Seite 144


Londoner Regeln

Es stellt sich heraus, dass der britische Geheimdienst seine schmutzigen Hände mit im Spiel hat und der entführte Junge nur das Werkzeug in einem wirklich niederträchtigen Plan darstellt. Ganz langsam wachen die lahmen Gäule auf, die ja mal ausgebildete Agenten mit Karriereaussichten waren. Die Protagonisten besinnen sich auf ihre Fähigkeiten, gewinnen alte Stärken zurück und wachsen über sich hinaus. Catherine Standish übernimmt die Rolle der Anführerin und brennt auf einmal wieder mit voller Wattzahl. Und es zeigt sich, dass das überhebliche Scheusal Jackson Lamb zur Furie wird, wenn es darum gilt, seine Agenten zu beschützen, die zu Sündenböcken gemacht werden sollen. Aber nicht jeder aus Lambs Team wird es bis zum Ende hin schaffen.

Ab diesem Punkt überschlagen sich die Ereignisse und die Spannungskurve geht durch schnell wechselnde Perspektiven, die manchmal nur eine Seite dauern, und vielen unglaublichen, überraschenden Wendungen deutlich nach oben. Beim Duell mit der Vizedirektorin des MI5, der coolen, opportunen Diana Taverner, genannt Lady Di und dem abgebrühtem Schlitzohr Jackson Lamb brilliert Mick Herron mit großartigen pointierten Dialogen. Jetzt gelten Londoner Regeln, die besagen: Im Ernstfall rettet jeder seine eigene Haut.

Ich weiß nicht, ob die Darstellung der Spionage-Arbeit, im Besonderen die des britischen Geheimdienstes besonders realistisch ist, aber ich wäre auf jeden Fall bei einem weiteren Band der in England mehrfach ausgezeichneten Serie dabei.

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Tags: band 1, hinrichtung, mi5   (3)
 

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Dreckiger Schnee

Joseph Knox , Andrea O´Brien
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.09.2018
ISBN 9783426522103
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Samstag. Ultraviolette Beleuchtung in der Kabine. Ist bei allen Bars im Zentrum so, denn Drogensüchtige können bei diesem Licht ihre Venen nicht finden und sich folglich auch keinen Schuss setzen. Rubik’s war keine Ausnahme. Es gab natürlich ganz Harte, die die Stelle draußen mit einem Filzstift markierten. Wenn sie danach mit marmorierten Augäpfeln wieder rauskamen, sahen die Kreuzchen auf ihren Unterarmen aus wie blutige Küsschen auf einer Karte. (Auszug Seite 101)


Die Sirenen

Der vermeintlich korrupte Detective Aidan Waits wurde vom Dienst suspendiert, da er Drogen aus der Asservatenkammer entwendet hat. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Inoffiziell soll sich Waits undercover in den Kreis von Geschäftsmann und Drogendealer Zain Carver einschleusen. Die Polizei hat den Drogenbaron schon länger im Visier, konnte ihm aber bisher nichts nachweisen und diverse Razzien laufen ins Leere. Waits Aufgabe ist es, Carvers Kontaktmann bei der Polizei ausfindig zu machen. DC Waits hat auch nicht den besten Ruf, konsumiert selbst Drogen und ist auch dem Alkohol nicht abgeneigt, bringt also die besten Voraussetzungen für den Job mit.

Er scheint auch der perfekte Mann zu sein, um Isabelle Rossiter zu suchen. Die 17-jährige Tochter eines prominenten Politikers ist schon vor einem Monat von zu Hause ausgerissen und im Dunstkreis von Zain Carver aufgetaucht. DC Waits findet Isabelle auf Carvers Anwesen in Fairview während einer seiner wilden Partys, für die er berühmt ist.

Der DC findet heraus, dass Carver minderjährige Mädchen als Drogenkuriere einsetzt, sogenannte Sirenen, so auch der englische Originaltitel. Diese jungen Frauen werden als Eintreiberinnen auf die Straßen und in die Bars und Clubs geschickt. Vor zehn Jahren verschwand eine der Sirenen. Der Fall wurde nie aufgeklärt. Noch bevor Waits der psychisch angeschlagenen Isabelle helfen kann, stirbt sie an einer Überdosis von verunreinigtem Heroin.

Gleichzeitig drängt eine andere Drogenbande in Carvers Imperium, um das lukrative Geschäft zu übernehmen. Es kommt zu einem Bandenkrieg und Catherine, eine von Carvers Vertrauten wird entführt und als Geisel genommen. Waits, der sich ein bisschen in die junge Frau verliebt hat, tut alles um ihr Leben zu retten. Der spannende Weg bis zur Auflösung ist übersät mit Gewalt, Sex, Alkohol und Drogen.


Feierwütiges Manchester

Das Debüt von Joseph Knox entführt den Leser nach Manchester. Aber ins düstere Manchester mit den ganz bösen Jungs. Die einstige Industriestadt hat sich zu einer vergnügungssüchtigen Metropole entwickelt. Der Ich-Erzähler Aidan nimmt den Leser mit auf seinen Höllenritt durch die Unterwelt. Angefangen von der Gosse, in der er zu Beginn der Geschichte orientierungslos liegt bis zu dem Beetham Tower, das höchste Gebäude außerhalb Londons mit Glasfront, in dem die Rossiters in einem Luxus-Penthouses wohnen. Wir bekommen einen Einblick in die Feierszene mit den ganzen Bars, Clubs und Kneipen und auch ein Besuch in der schillernden Schwulenszene darf nicht fehlen. In einer der schlimmsten Szenen haben sich Jugendliche auf einer Party in einem Privathaus verunreinigtes Heroin gespritzt und die meisten müssen unter grausamen Schmerzen sterben.


Eine Hauptfigur mit Ecken und Kanten

Der Protagonist Aidan Waits ist ein unangepasster, schwieriger Polizist ohne jegliche Illusionen mit einem Hang zu Drogen und Alkohol. Er kommt aus schwierigen sozialen Verhältnissen und hat kaum Freunde. Er verbeißt sich in den Fall und man leidet und fiebert mit ihm mit. Auf der anderen Seite hat er aber auch eine empfindsame Seele und ist mitfühlend. Um die jungen Frauen ist er sehr besorgt und versucht sie zu beschützen. Er handelt oft am Rande der Legalität und steckt im Laufe der Geschichte selbst oft Prügel ein. Klar ist das alles schon mal dagewesen, aber selten wurde das bis ans Ende so perfekt durchgezogen.


In der Tür fiel mein Blick auf mein Spiegelbild. Getrockneter Schweiß und verklumptes Blut am Kopf machten meine Frisur zu einer wilden Mähne. Aber dank der Handschellen passte ich perfekt hierher. Ich gab dem schwergewichtigen Ladyboy an der Tür fünf Pfund und wurde ohne Weiteres durchgewinkt. (Seite 362)


Joseph Knox lässt in seinem Debüt "Dreckiger Schnee" seine Hauptfigur sehr schnell in kurzen Kapiteln und kurzen Sätzen erzählen und erzeugt damit ein großes Tempo. Dabei macht die Vielzahl an unterschiedlichen Figuren und ihre Verstrickungen untereinander es manchmal etwas schwierig, durchzusteigen. Der Schreibstil ist nicht besonders gefällig und ich stolperte am Anfang auch über einige phantasievolle Formulierungen und Beschreibungen. Da verkrampfen sich Münder zu faltigen Wutwülsten oder Augen fixieren mit Kreuzblick. Die Atmosphäre ist durchgehend düster, wird nur durch die lakonische Sprache, die sehr cool und oft auch melancholisch rüberkommt, unterbrochen und zieht sich durch das ganze Buch. Die Dialoge sind dem Milieu angepasst. Ich vermute, dass manchem Leser die eindringlichen und schockierenden Einblicke in die Drogenszene und die Gewaltexzesse ein bisschen zu viel sind. Mich hat der Thriller und die authentischen Charaktere, einmal darauf eingelassen, sehr fasziniert.


Punkmusik aus den 80ern

Die Musik von Joy Division zieht sich durch die ganze Geschichte. Die Punkband aus Manchester war berühmt für ihre traurig düstere und verstörende Musik und der depressive Charakter machte den Sound unverwechselbar. Die fünf Teile des Buches sind mit Alben der Band aus den 80er Jahren überschrieben.

Josep Knox ist in Manchester geboren und aufgewachsen. Der ehemalige Buchhändler lebt mittlerweile in London. Dreckiger Schnee ist sein Thriller-Debüt und der Auftakt zu einer Reihe. Der zweite Teil der Aidan-Waits-Reihe ist bereits in Großbritannien erschienen.



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Tags: band 1, drogen, manchester   (3)
 

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Die Vögel

DAPHNE DU MAURIER
Audio CD
Erschienen bei vitaphon, 18.06.2018
ISBN 9783942210492
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Als Kind war der geniale Schocker „Die Vögel“ von Alfred Hitchcock das Spannendste und Gruseligste, was ich mir vorstellen konnte. Das Meisterwerk von dem amerikanischen Filmemacher aus dem Jahr 1963, der als Klassiker des Horrorgenres gilt, bezieht sich auf eine Kurzgeschichte der englischen Autorin Daphne du Maurier. Der Kultregisseur übernahm aber nur das Motiv der mörderischen Vogelattacken und hat die Story vom regnerischen Küstenort in Cornwall an die sonnige kalifornische Küste verlegt. Auch die Charaktere und der Handlungsverlauf wurden vollständig ausgewechselt.

Ich war erst skeptisch, aber Gott sei Dank habe ich mich für das Hörbuch entschieden, denn die Bearbeitung hat mich begeistert!

Nat Hocken ist ein einfacher Landarbeiter und lebt mit Frau und Kindern an der englischen Küste. Da er im zweiten Weltkrieg verwundet wurde, bekommt er eine kleine Invalidenrente und ist an ein paar Tagen die Woche bei seinem Nachbarn auf der Farm mit leichten Arbeiten beschäftigt. So hat der ruhige, nachdenkliche Einzelgänger Nat genug Zeit, die Natur und besonders die Vögel zu beobachten.

Eines Tages im Spätherbst fällt ihm auf, dass riesige Vogelschwärme laut kreischend und pfeifend über der Küste kreisen und in ihrer Vielzahl – ähnlich einer großen Wolke – den Himmel verdunkeln. Es sind unnatürlich viele Tiere und sie erscheinen ihm rastloser und unruhiger denn je. Nat ist der erste, dem auffällt, dass die See- und Landvögel sich eigenartig, fast aggressiv benehmen. Sie scheinen sich zu sammeln und Abertausende Möwen verwandeln das Meer in ein weißes Möwenmeer.


Der Angriff

Von einem Tag zum anderen verändert sich das Wetter und es wird bitterkalt, hervorgerufen durch einen eisigen Ostwind. In der Nacht versuchen mehrere Dutzend kleiner Singvögel in das Haus einzubrechen und die beiden kleinen, im oberen Stockwerk schlafenden Kinder Jill und Johnny anzugreifen. Nur mit Mühe kann Nat die Vögel davon abbringen, den Kindern die Augen auszuhacken. Während in der Nachbarschaft noch nach Erklärungen für das Verhalten der Vögel gesucht wird und sein Chef meint, den Vögeln mit der Schrotflinte beizukommen, wird Nat immer unruhiger und beschließt am nächsten Tag, seine Tochter vom Schulbus abzuholen. Auf dem Rückweg können sie nur mühsam die Angriffe der Vögel abwehren.

Nat mutmaßt, dass die Vögel nicht verwirrt sind, sondern vorsätzlich und mit einem Killerinstinkt ausgestattet angreifen um zu töten. Er muss an die deutschen Luftangriffe im Krieg denken. Er zieht als Einziger die richtigen Schlüsse und beginnt in aller Eile sein kleines Haus zu befestigen und verbarrikadiert die Fenster und den Kamin mit Brettern. Aus dem Radio erfährt die Familie, dass der Notstand ausgerufen wurde und dass es die Angriffe im ganzen Land gab. Nat beobachtet, dass die Vögel nur bei Flut angreifen, deshalb will er die Zeit während der Ebbe nutzen um sich mit Nahrungsmitteln einzudecken. Als er und seine Familie sich daraufhin bis zum Nachbarn durchschlagen, finden sie auf der Farm alle getötet vor.


Die Apokalypse

Am nächsten Tag bleibt das Radio stumm, denn kein Radiosender sendet mehr. Jetzt greifen auch die Möwen und andere Vogelarten an und hacken erbarmungslos mit ihren Schnäbeln an den Fensterläden. Sie scheinen über eine kollektive Intelligenz zu verfügen und stoßen immer wieder in Formationen vor. Nat und seine Familie verschanzen sich in der Küche und werden Zeuge, wie nicht einmal Kampfflugzeuge der Lage Herr werden. Wie eine Phalanx attackieren sämtliche Vogelrassen in der eindeutigen Absicht zu töten und sogar den eigenen Tod in Kauf nehmend. Die Vögel schlagen zurück! Warum weiß man nicht, denn das Ende ist offen und es gibt keine Erklärung für das Verhalten der gefiederten Tiere. Nat und seine Familie können sich nur von Tag zu Tag retten.


Horror vom Feinsten

Daphne du Maurier hat hier eine wirklich düstere, literarisch anspruchsvolle Kurzgeschichte geschrieben, in dem kein Wort zu viel ist. Ohne große Effekthascherei und total auf den Punkt kreiert sie eine verstörende Stimmung, in dem sie normale Menschen im Alltagsleben in ausweglose, lebensbedrohliche Situationen bringt. Man meint fast das grauenvolle Flattern Tausender Flügel oder die erbarmungslos hackenden Schnäbel zu hören. Man spürt die unnatürliche Kälte aus Russland, den bitterkalten Wind, der die Bäume entlaubt und den schwarzen Frost bringt, den schwarzen, nicht den weißen Frost! Das beschreibt sie so beklemmend, dass ich tatsächlich an einigen Stellen vor Spannung meine Hände ins Lenkrad krampfte.

Dazu hat auch die hervorragende Inszenierung durch Jens Wawrczeck beigetragen. Der Schauspieler und Synchronsprecher, bekannt vor allen als Mitglied der Hörspielserie Die Drei ??? flüstert, schreit, poltert und bebt immer an den richtigen Stellen und schafft es auch, dem melancholischen Nat Leben einzuhauchen. Er trifft den Ton und versteht es, die Stimmung perfekt in Szene zu setzen.

Daphne du Maurier war eine britische Schriftstellerin, die 1989 als 72-jährige in Cornwall verstarb. Ich kannte von ihr den ebenfalls von Hitchcock verfilmten Roman Rebecca, der ein Welterfolg wurde. Auch viele anderen Werke von ihr wurden verfilmt, am bekanntesten sicher die Verfilmung der Erzählung „Dreh dich nicht um“ besser bekannt unter dem Titel „Wenn die Gondeln Trauer“ tragen mit Donald Sutherland und Julie Christie inszeniert. Ihre Romane und Erzählungen zeichnen sich meistens durch psychologische Spannung aus, gehen oft ins Mystische und beinhalten auch immer ein bisschen Drama. 1969 wurde sie von der Queen zur „Dame“ ernannt.

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Tags: hörbuch, horror, kurzgeschichte, vögel   (4)
 

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Die Kairo-Affäre

Olen Steinhauer , Rudolf Hermstein
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.09.2015
ISBN 9783453438149
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Später hasste sie sich dafür, dass sie den Killer angesehen hatte und nicht ihren Mann. Sie hätte Emmett ansehen, ihm einen letzten Augenblick des Mitleids, der Zärtlichkeit, der Liebe schenken müssen. Aber sie hatte es nicht getan, weil sie das nicht erwartet hatte. (Auszug Seite 37)


Emmett und Sophie

Der US-amerikanische Diplomat Emmett Kohl sitzt mit seiner Frau Sophie in einem Budapester Restaurant. Seit einigen Monaten ist er als stellvertretender Generalkonsul in Ungarn stationiert. Davor lebten sie jahrelang in Ägypten und fühlten sich da sehr wohl, bis auf die letzten Monate, in denen Emmett gereizt und nervös war. Er konfrontiert seine Frau mit dem Wissen um ihre Affäre mit einem befreundeten CIA-Mitarbeiter in Kairo. Noch bevor sie sich richtig aussprechen können, stürzt ein Fremder ins „Chez Daniel“ und erschießt Emmett kaltblütig vor den Augen seiner Frau. Die schockierte Sophie reist auf eigene Faust heimlich nach Kairo, da sie hier die Drahtzieher für den Mordauftrag an ihrem Mann vermutet. Sie nutzt auch ihre Verbindungen als Diplomatenfrau, als sie sich mit ihrem Ex-Liebhaber, dem CIA-Agenten Stan Bertolli trifft.

Olen Steinhauer hat seinen Thriller „Die Kairo-Affäre“ mit den Ereignissen rund um den „Ägyptischen Frühling“ verknüpft. Anfang des Jahres 2011 rufen ägyptische Aktivisten zum Widerstand auf und der Tahrir-Platz wird zum Zentrum der Demonstrationen. Der langjährige Staatspräsident Mubarak tritt zurück, das Militär übernimmt die Macht und es kommt zu den ersten Unruhen in Libyen. Diese aufgeheizte Revolutionsatmosphäre mit Protesten und Aufständen erlebte das Diplomatenpaar Kohl in Kairo live mit.


Der Plan Stumbler

Die USA schauen mit Sorge auf diesen Prozess und lassen zum Wohle ihres Landes, beziehungsweise um amerikanische Wirtschaftsinteressen zu schützen, die CIA einen Plan namens „Stumbler“ entwickeln, der vorsieht, mithilfe libyscher Exilanten Diktator Gaddafi zu stürzen. In einem anderen Handlungsstrang geht es um dieses längst verworfene Vorhaben.

In Washington hat der junge CIA-Analytiker Jibril Aziz vor einiger Zeit diesen Plan für einen politischen Umsturz in seinem ehemaligen Heimatland Libyen entwickelt. Obwohl längst zu den Akten gelegt, befürchtet Aziz, aufgrund verschiedener Hinweise, dass die Amerikaner Stumbler nun doch umsetzen und die Revolution für ihre Zwecke instrumentalisieren wollen. Noch kurz vor Emmett Kohls Exekution hatte Aziz Kontakt mit ihm aufgenommen, denn der Botschaftsangehörige zählte zu den erklärten Gegnern von Stumbler. Mit seinem Wunsch, die Hintergründe aufzuklären, löst der von Gewissensbissen gequälte Aziz eine Kettenreaktion aus, denn es bleibt nicht bei dem einen Todesfall. Auch ein weiteres Mitglied der Botschaft und der CIA-Mann Stan Bertolli werden ermordet und Azis verschwindet wenig später spurlos in der libyschen Wüste. Versucht der US-Geheimdienst fieberhaft und mit allen Mitteln eine aus der Kontrolle geratene Operation zu vertuschen und die Aufdeckung seiner Machenschaften zu verhindern?

Immer wieder werden Episoden aus der Vergangenheit des Ehepaares Kohls eingestreut. Vor 20 Jahren führte die Hochzeitsreise der damals schon politisch Interessierten nach Osteuropa. Sehr ausführlich werden die zum Teil grausamen Erlebnisse während des Bürgerkrieges 1991 auf dem Balkan geschildert. Erst durch die vielen Rückblenden entwirren sich so langsam die Fäden der Erzählstränge, die der Autor geschickt miteinander verwoben hat.


Durch Beschreibungen des exotischen Kairo und spannende Szenen in der libyschen Wüste schafft der amerikanische Autor eine stimmige Atmosphäre. Olen Steinhauer hat einen sehr anspruchsvollen aber auch verwirrenden Spionagethriller geschrieben mit einer sorgfältig aufgebauten Handlung. Die Spannung entsteht aufgrund ständig wechselnder Perspektiven, Zeiten und Orte, um dann, und das fand ich besonders raffiniert, das gleiche Geschehen noch mal leicht zeitversetzt aus der Perspektive einer anderen Figur zu schildern. Der Leser erhält dadurch neue Hintergrundinformationen und es ergibt sich wieder ein ganz anderes Bild. Hier muss man aber auch sehr konzentriert bei der Sache bleiben, sonst verliert man den Überblick.


Das gleiche gilt für das hervorragend dargestellte Figurenensemble. Jeder der vielen Charaktere ist mit einem Geheimnis ausgestattet, lügt und betrügt und vertraut niemanden. Freunde können schnell zu erbitterten Feinden werden. Bis zum Schluss werden noch wichtige Figuren eingeführt oder können auch wieder geopfert werden, wie zum Beispiel der große schwarze Söldner John mit einem Hang zur Lyrik oder der ältere Omar Halawi, ein kluger Mann und Mitglied des ägyptischen Geheimdienstes, mit dem noch mal richtig Fahrt in die Geschichte kommt. Es bedarf volle Konzentration, um nicht den Überblick zu verlieren, wer hier mit wem oder gegen wen arbeitet. Das ist sicher auch die Absicht des Autors, denn sein umfangreiches Personal durchschaut die Intrigen schon lange nicht mehr.


Steinhauers ambitionierter Thriller führt in die paranoide Welt der Spionage und es ist eine bittere Geschichte.

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Tags: ägyptischer frühling, budapest, cia, kairo, lybien   (5)
 

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Marlow

Volker Kutscher
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Piper, 30.10.2018
ISBN 9783492055949
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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Ins Dunkel

Jane Harper , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.07.2018
ISBN 9783499274732
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Später waren sich die vier Frauen nur in zwei Dingen einig. Erstens: Niemand hatte gesehen, wie die Wildnis Alice Russell verschluckte. Und zweitens: Alice hatte eine so scharfe Zunge, dass man sich daran schneiden konnte. Auszug Seite 7


Teambildende Maßnahmen

Mehrere Mitarbeiter einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft machen eine Trecking-Tour in den australischen Busch und folgen einer Route durch ein Wandergebiet.


Teambuilding heißt das Stichwort und die Firma praktiziert das jedes Jahr. Es werden zwei nach Geschlechtern getrennte Gruppen gebildet und ausgerüstet mit Rucksäcken, Kompass und Landkarten geht es ab in die australische Wildnis. Während die Männer drei Tage später pünktlich am vereinbarten Treffpunkt erscheinen, fehlt von den fünf Frauen jede Spur. Schnell wird ein Suchtrupp gebildet, denn vermutlich stoßen die Outback-unerfahrenen Frauen in der unerbittlichen Natur fernab jeglicher Zivilisation und auf sich alleine gestellt schnell an ihre physischen wie psychischen Grenzen. Als sie viel später verletzt und am Ende ihrer Kräfte aus der Wildnis auftauchen, fehlt eine von ihnen und zwar Alice Russell. Und hier kommt Aaron Falk von der Bundespolizei ins Spiel, den mancher Leser vielleicht noch aus dem Vorgängerband „The Dry“ kennt. Er arbeitet in Melbourne bei der Steuerfahndung und Russell war sein Verbindungsglied. Als Informantin sollte sie für ihn Firmengeheimnisse aus dem Archiv der Kanzlei besorgen. Denn gegen die Firma wird wegen dem Verdacht der Geldwäsche ermittelt.


Zickenkrieg in der Wildnis

Parallel werden zwei Erzählstränge geschildert. In der Gegenwart begleiten wir Aaron Falk und seine Kollegin Carmen Cooper auf der Suche nach Alice Russell. Diese hatte Falk mit einem Handy, das sie trotz Verbotes mit auf die Tour geschmuggelt hatte, versucht zu erreichen und einen kryptischen Hilferuf abgesetzt. Auch die Presse stürzt sich auf den Fall, denn Alice verschwand in einem Gebiet, in dem vor Jahren ein Serienmörder sein Unwesen trieb. Dieser wurde gefasst, aber sein letztes Opfer wurde nie gefunden und sein Sohn gilt seit einiger Zeit als verschollen.


In einem weiteren Erzählstrang wird in chronologischen Rückblenden auf das tatsächliche Geschehen, die Wanderung der Frauen geschildert. Die von Beginn an schwelenden Konflikte, in der aus verschiedenen Hierarchien zusammengesetzten Truppe verstärken sich noch, als sie vom Weg abkommen, sich verlaufen und die Vorräte knapp werden. Besonders die dominante Alice weiß eigentlich alles besser und als die Kolleginnen beschließen, während der Dunkelheit und beißenden Kälte in einer Hütte zu rasten, macht sie sich schließlich gegen den Widerstand der anderen alleine auf den Weg. Die australische Autorin beschreibt sehr präzise, wie der Ton langsam rauer wird, die Umgangsformen sich verabschieden und schlussendlich die Gewalt eskaliert. Das harmlose Tekking-Abenteuer läuft aus dem Ruder und entwickelt sich zum Alptraum. Die unterschiedlichen Persönlichkeiten kooperieren nicht wirklich und tragen lieber Machtkämpfe aus, sodass die Gruppe sehr schnell instabil wird.


In dem Chaos, in der Dunkelheit, war es unmöglich zu sagen, welche der vier sich nach Alice' Befinden erkundigt hatte. Hinterher, als alles noch schlimmer wurde, sollte jede behaupten, sie wäre es gewesen. Auszug Seite 9


Meine Meinung

In kurzen Kapiteln springt Jane Harper immer hin und her. Sie streut falsche Fährten, arbeitet mit Cliffhängern und setzt das gefahrenvolle Setting des australischen Dschungels gekonnt in Szene. Das ist spannend und fesselnd geschrieben, über weite Strecken unterhaltend und lässt sich schnell weg lesen. Wie schon in ihrem mit dem CWA Golden Dagger ausgezeichneten Debüt „The Dry“ spielt die australische Landschaft eine gewichtige Rolle und Harper nimmt sich sehr viel Zeit für die Beschreibung des undurchdringlichen Dickichts. Trotzdem kann dieser zweite Band um Aaron Falk nicht an die Atmosphäre und Komplexität ihres ersten Thrillers heranreichen. Manche Finten waren mir auch zu offensichtlich und durchscheinend, glichen eher einem Budenzauber.


Auf die kriminellen Aktivitäten der Kanzlei hätte man noch genauer eingehen können, denn man erfährt über die schmutzigen Geschäfte sehr wenig. Während der Protagonist Falk gut ausgearbeitet und ein grundsolider, zurückhaltender Sympathieträger ist, waren mir die anderen Figuren alle ein bisschen zu blass gezeichnet, sodass man nicht richtig mit ihnen mitfiebert.


Überrascht war ich von der Häufigkeit der Tippfehler, die sich eingeschlichen haben und meinen Lesegenuss minderten.


Alles in allem ist „Ins Dunkel“ leichtgängige, spannende Unterhaltung, die zum Miträtseln einlädt.

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Tags: australien, band 2, dschungel, wanderung   (4)
 

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67 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 15 Rezensionen

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Macbeth

Jo Nesbø , André Mumot
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Penguin, 27.08.2018
ISBN 9783328600176
Genre: Krimi und Thriller

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The Woman in the Window - Was hat sie wirklich gesehen?

A. J. Finn , Christoph Göhler , Nina Kunzendorf
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Random House Audio, 19.03.2018
ISBN 9783837141481
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Agoraphobie ist die übertriebene Angst, die durch bestimmte Orte oder Situationen, wie das Überqueren eines Marktplatzes ausgelöst wird. Im Extremfall können die Betroffenen die eigene Wohnung nicht mehr verlassen. Tatsächlich ist diese grundlose, unrealistisch starke Furcht die am häufigsten vorkommende Angststörung. Das Wort bildet sich aus dem Altgriechischen: Agora = der Marktplatz und Phobie = die Furcht. Die in den allgemeinen Sprachgebrauch übernommene Platzangst meint ganz etwas anderes und beschreibt eher das Gegenteil.


Mord am Fenster

Unter dieser Angststörung leidet Anna Fox, die nach einem traumatischen Erlebnis ihr großes Haus in Harlem in New York seit circa zehn Monaten nicht mehr verlassen hat. Sie lebt von ihrer Familie getrennt und ist mit ihrem Mann Ed und Tochter Olivia nur telefonisch in Kontakt. Die Souterrain-Wohnung hat sie an den gutaussehenden David untervermietet, der ihr mit handwerklichem Geschick zur Seite steht. Die ehemalige Kinderpsychologin hat nicht viele soziale Kontakte und verbringt ihre Zeit mit Online-Schach, alten Schwarz-Weiß-Filmen und dem Beobachten ihrer Nachbarn, vorzugsweise durch ihre Nikon. Außerdem chattet sie mit Gleichgesinnten in einem Online-Forum, in dem sie psychologische Ratschläge gibt und mit ihrem Fachwissen zur Verfügung steht. Anna selbst ist in ärztlicher Behandlung und bekommt regelmäßig Besuch von ihrem Psychiater Dr. Fielding und ihrer Physiotherapeutin Bina.


Eines Tages beobachtet sie, wie gegenüber eine neue Familie einzieht. Jane und Alistair Russel mit ihrem schlaksigen Teenagersohn Ethan, die sie auch alle nacheinander kennenlernt. Mutter und Sohn sind ihr sofort sympathisch und das bringt ein bisschen Abwechslung in das Leben der einsamen Frau.


Kurz darauf wird Anna Zeuge, wie ihre Nachbarin Jane überfallen wird und blutend vor dem Fenster zusammen bricht. Sie ruft die Polizei und versucht zu helfen. Als sie sich tatsächlich überwindet, das Haus zu verlassen, bricht sie zusammen und wacht im Krankenhaus wieder auf. Niemand glaubt ihr, da keine Leiche gefunden wird. Und man präsentiert ihr eine Jane Russel, die sie aber nicht kennt. Anna ist auch keine besonders glaubwürdige Zeugin, da sie aufgrund ihre Erkrankung täglich Unmengen an Psychopharmaka nimmt, die sie mit literweisem Rotwein runterspült. Auch Anna selbst zweifelt und weiß nicht, ob sie sich nicht alles nur eingebildet hat.


Im letzten Drittel des Romans stellt eine überraschende Enthüllung, die ich als pfiffiger Krimileser schon auf dem Plan hatte, noch mal Annas Glaubwürdigkeit total auf den Kopf.


Das Fenster zum Hof

Man denkt natürlich sofort an „Das Fenster zum Hof“, den Hitchcock-Klassiker mit James Stewart von 1954, in dem ein Fotograf wegen eines gebrochenen Beines ans Haus gefesselt ist und aus Langeweile seine Nachbarn beobachtet. Oder die Jüngeren unter uns vielleicht an Disturbia, dem US-amerikanischen Remake von 2007 mit Shia LaBeouf. Auch wenn man zugeben muss, dass es sämtliche Storykomponenten schon mal so oder ähnlich gab, finde ich nicht, dass A.J. Finn hier phantasielos abkupfert. Mit seiner Schilderung von Annas großer Liebe zu den Filmklassikern sehe ich es eher als eine Art Verbeugung. Finn erfindet das Genre nicht neu, er spielt mit den einzelnen bekannten Formen wie der unzuverlässigen Erzählerin, falschen Wahrnehmungen, dem gutmütigen Polizisten und einigen anderen zwielichtigen Figuren.

Mädchen und Frauen kommen ja zur Zeit inflationär in Buchtiteln vor und in dieser Tradition der Girl/Women –Thriller setzt der Autor die Protagonistin Anna perfekt in Szene. A.J. Finn nimmt sich in seinem Debüt viel Zeit, um den Tagesablauf der psychisch Kranken minutiös zu beschreiben. Man schlüpft in Annas Haut, da aus ihrer Perspektive erzählt wird und begleitet sie durch das große Haus. Zum Schluss zieht die Spannungskurve noch mal an und es kommt zu einem dramatischen Showdown mit überraschender Auflösung.


Trotz ausführlicher Darstellungen und detaillierter Beschreibungen hatte ich nie ein Gefühl von Langeweile. Das kann aber auch daran liegen, dass es sich bei dem Hörbuch um eine gekürzte Version handelt, wobei auch der hervorragende Vortrag der Schauspielerin Nina Kunzendorf maßgeblich ihren Anteil hat.


Der Autor A.J. Finn ist tatsächlich ein Mann, womit ich nicht gerechnet hatte. Als der in New York lebende Journalist 2015 erfuhr, dass er an einer bipolaren Störung leidet, fing er mit dem Schreiben an dieser Story an. Er verarbeitet mit diesem Debüt seine eigenen Depressionen. Dabei gelingt es ihm sehr glaubwürdig und präzise, die inneren Ängste zu beschreiben. Die Panik vor der Welt außerhalb der eigenen vier Wänden ist jederzeit greifbar und ich konnte sie regelrecht nachempfinden. Er schreibt flüssig, in kurzen Kapiteln und mit trockenen Humoreinschüben.


Ich bin sicher, dass die Verfilmung nicht lange auf sich warten lässt.

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Tags: agoraphonie, fenster, filmklassiker, hitchcock   (4)
 
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