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388 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 70 Rezensionen

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Der Mann, der den Regen träumt

Ali Shaw , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei script5, 16.01.2013
ISBN 9783839001462
Genre: Romane

Rezension:

_Ich kann dir nicht Versprechen, dass du es verstehen wirst. Ich glaube nicht, dass es viele Leute gibt, die das können.

Ich werde mir Mühe geben._ 

S. 93 
 
Gleich am schönen, verschnörkelten Cover habe ich das neue Buch von Ali Shaw erkannt, das wieder im Sript5 Verlag erschienen ist. Was mir auch sehr gut gefällt, ist das weiße Lesebändchen! Ich finde, dass sollte häufiger bei Büchern dabei sein!

Und bei den ersten, wortmalersischen Sätzen schmelze ich in die Atmosphäre ein.
Auf den ersten Seiten lernen wir die 29 jährige Elsa Beletti kennen. Sie sitzt im Flugzeug und fängt an, mit ihren Gedanken abzuschweifen. Sie denkt an die Vergangenheit. Zeigt uns Rückblicke aus ihrer Kindheit.
Ihre Mutter wirft ihren Vater vor die Tür an einem verregneten Nachmittag und er steht im niederpassenden Regen wie ein „obdachloser Hund“. Und im Frühling verlässt er sie ein zweites Mal, diesmal auf eine endgültigere Art. Seit dem ist Elsa überzeugt davon, dass das Leben sich einen Spaß daraus macht, ihr Dinge zu entreißen.
Entlang der Zeilen merkt man Elsa eine unbändige Wut an. Wut auf die triviale, beengende Welt. Und auch eine stille, jedoch heiße Wut.
Sie möchte Frei sein, „ihr gesamtes früheres Leben hinter sich lassen“.

Nach dem Tod ihres Vaters entzieht sich Elsa dem gewohnten Alltag und flüchtet regelrecht in das kleine Städtchen Thunderstown. Einer Stadt voller Legenden. Hier hofft Elsa Beletti halt zu finden. In einer Welt die ihr haltlos erscheint. Hier hofft Sie zu sich selbst zu finden und dabei wiederfährt ihr unverhofftes.

Ich liebe Regen und in „Der letzte Regen“ von Antonia Michaelis wurde dieses schöne Naturwunder eindrucksvoll in die Stimmung der Geschichte miteingebaut. Auch hier ist dem Wetter eine große, bedeutende Rolle zugeordnet.

Zum Inhalt des Buches muss ich leider sagen, dass es mich erst kurz vor Ende (aus Seite 250 von 333) geschafft hat zu fesseln. Trotz bezaubernden Vergleichen (sein Pullover erinnert an bunten Obstsalat; Sie waren sich so nah wie die Seiten eines geschlossenen Buches) und einfallsreicher Grundidee blieb mir Elsa schrecklich distanziert. Teilweise hab ich nur den Kopf über Sie schütteln können, so unsympathisch war Sie mir.

Dagegen durchleben alle Figuren eine Weiterentwicklung, der ich mit Spannung gefolgt bin.

Alles in allem ein solides Buch, was man schnell gelesen hat.

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Bevor ich falle

Lilly Lindner
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Droemer, 26.09.2012
ISBN 9783426226223
Genre: Romane

Rezension:

"Was sind berechtigte Sätze?" wollte Love Intention Girl sofort wissen. "Sätze mit Papierhaftung", habe ich erklärt.

Und so sitz ich schon minutenlang vor meinem Laptop und überlege, wie ich die passenden Worte finde. Für so ein gelungenes Buch. Was mich so sehr berührt hat. Um ihm gerecht zu werden.

Lilly Lindner hat gedankenreich eine Geschichte entwickelt, die sich mit einem zerrissenen Mädchen und ihrem Schicksal beschäftigt. Cherry, die Hauptfigur in diesem Roman, verliert ihre Mutter mit 9 Jahren, als diese aus dem Fenster springt.

"Wir haben damals im elften Stock gewohnt.
So weit oben.
War ich danach nie wieder."

Fortan wächst Sie mit ihrem gefühlskalten Vater auf.

""Kannst du mich bitte lieben?", habe ich meinen Vater eines Tages in einem Anfall von hirnloser Sehnsüchtigkeit gefragt. Denn es war Weihnachten, und die fluffigen Schneeflocken sind am Fenster vorbei bis in mein stilles Herz getanzt. "Du bist vierzehn!", hat mein Vater, ohne aufzublicken, entgegnet und einfach weiter seine neu erworbenen Bundesschatzbriefe und Aktienpapiere neben dem riesengroßen mit dunkelblauen Kugeln behangenen Tannenbaum aufgestapelt. "Was hat das damit zu tun?", habe ich gefragt. "Du bist zu alt, um geliebt zu werden", hat mein Vater erwidert. "Das verstehe ich nicht", habe ich gesagt. "Kleine Kinder muss man lieben", hat mein Vater ungeduldig erklärt. "Damit sie einen Ansporn haben, um groß und arbeitsfähig zu werden, aber bei dir ist der Zug schon abgefahren.""

Bis Sie dessen Kälte nicht mehr aushält und von zu Hause abhaut.

Ein Buch, das sich mit Magersucht, der schuldgebalten Zerrissenheit und deren selbstzerstörerischen Folgen auseinandersetzt.

"Wir können nur so schuldig sein, wie wir es verstehen. Und im gleichen Atemzug können wir auch nur so unschuldig sein, wie wir es uns zugestehen."

"Bevor ich falle" ist Lilly Lindners zweites Buch. Auch dieses Buch ist Droemer Verlag erschienen. In ihrem autobiografischen Erstlingswerk "Splitterfasernackt" verarbeitet Sie durchs Schreiben den sexuellen Missbrauch den Sie jahrelang überlebt hat. Und hier fängt meine Zerrissenheit an. Einerseits möchte ich alles von Lilly lesen, was ich unter die Finger und Augen kriege, um in ihr Wörterreich einzutauchen. Andererseits, werde ich beim Lesen immer Wissen, dass Sie das alles durchgemacht hat. Geholt habe ich es mir. Mit dem Lesen lasse ich mir noch Zeit.

Lilly Lindner kann, obwohl ihre bisherigen Bücher nur sensible und verwundbare Ereignisse thematisieren, diese sehr fühlbar und mit einer Weisheit und Emotionalität beschreiben, die ihren einzigartigen Schreibstil ausmachen. Ich denke ihre Worte können Kraft geben und Halt schenken.

Das Cover von "Bevor ich falle" ist einen Hauch dunkler als das vom Vorgänger und hat so auch einen Wiedererkennungswert. Beim öffnen des Buches finden wir gleich ein paar Liedtexte, die dem Buch, neben den Worten seine innere Schönheit geben.

"Bevor ich falle" ist ein Buch, was mich sehr traurig gemacht hat. Nachdenklich hinterlassen hat. Und wo man ansatzweise verstehen - nein vestehen ist zu viel gesagt ...erklärt bekommt, warum Cherry sich so sehr bestraft.

"Wir müssen nicht alles auf der Welt verstehen, es reicht aus, es zu versuchen. Wir müssen nicht alles können, wir müssen nicht alles und jeden berechnen, und wir müssen auch nicht mit jedem konkurrieren um das, was sowieso schon uns allen gehört. Denn worum geht es im Dasein? Um das Leben. Nichts weiter. Und das gehört niemals nur einem Mensch allein. Und egal, wie krampfhaft wir uns an jede einzelne Sekunde klammern - am Ende verlieren wir sie doch. Aber keine Angst. Es ist kein großer Verlust. Wenn die Zeit, die wir hatten, eine gute war."

Vielleicht, ganz vielleicht, wird dieses Buch euch so zu Herzen gehen, wie es das bei mir geschafft hat.

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Tags: traurig, wortgewaltig   (2)
 

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Gib den Jungs zwei Küsse

St John Greene , Rachel Murphy , Elfriede Peschel , St John Greene
Fester Einband: 361 Seiten
Erschienen bei Schroeder, Marion von, in Ullstein Buchverlage GmbH, 21.05.2012
ISBN 9783547711837
Genre: Biografien

Rezension:

Hab das Buch abgebrochen, da es mir überhaupt nicht zugesagt hat. Die ganze Zeit dreht sich alles viel zu sehr ums Geld. Das Buch entspricht überhaupt nicht meinen Erwartungen. Die Liste ist eher eine, die er abarbeitet und überhaupt nicht schön romantisch in einem Brief verpackt, der für die Familie geschrieben wurde.

Es hat schon damit angefangen, als ich entdeckte, dass das Buch doch nicht von Ihm geschrieben wurde. Das war meine Annahme, die durch eine Meldung bestätigt wurde.

Natürlich ist es brutal, welche Niederschläge die Familie in jungen Jahren schon einstecken musste! Der bekämpfte Krebs bei seinem Sohn und die Todesangst um Ihn!

Aber es kommen auch nur schwer Emotionen rüber.
Seine Frau ist Tot (wird nur in den höchsten Tönen gelobt, was ich auch verstehen kann. Nach dem Tod denkt man nur an die guten Eigenschaften und natürlich daran, wie sehr man die Person vermissen wird.) und er räumt ihr Sachen aus, bzw. will Sie in Gruppen sortieren. Das erste was er aus der Handtasche nimmt ist der Geldbeutel?
Dann ist es Kates Wille, dass die Leute bei der Beerdigung eher für die Jungs spenden?
Sie hatte X-Konten und er wußte nichts davon? Für was braucht man überhaupt soviele Konten? Dauernd ist im Buch irgendwelche Schleichwerbung.
Und dann stellt sich aber raus, dass das Haus schon von Kate "heimlich" abgezahlt wurde. Wie soll das möglich sein? Sie musste sich doch um die Kinder kümmern und konnte (auch wenn Sie Teilzeit gearbeitet hätte) sowas doch nie und nimmer abbezahlen.

Mir wird hier zu sehr gelogen und Stinge ist mir total unsypmpathisch.

Durch die Eindrücke von den anderen fühle ich mich schuldig, weil sich jeder mehr oder weniger durch das Buch gequält hat. Aber momentan ist es bei mir sehr hektisch und dann will ich die wenige Zeit, die mir für ein Buch bleibt, nicht für so ein "schlechtes" opfern.

Eine Rezi von Queenelyza finde ich zu diesem Buch sehr gut formuliert:

"Oh je, oh je, wo fang ich nur an? Dieses Buch zu bewerten, fällt mir ausgesprochen schwer. Ausdrücklich muss ich vorab sagen, dass ich NICHT die Geschichte des Buches bewerte. Es ist eine wahre Geschichte, das Tagebuch eines Mannes, der seine Frau an den Krebs verloren hat und nun seine beiden Söhne alleine großziehen muss. Wer, bitte bin ich, dass ich es wagen könnte, eine solch traurige Geschichte zu beurteilen, ja, gar mit Punkten oder Sternen zu bewerten?

Was ich aber durchaus bewerten kann und will, ist das Buch an sich. Dazu aber kurz ein Abriss der Geschichte."

Schöne, wahre Worte.

Leider bin ich Stringe emotional überhaupt nicht näher gekommen, die Geschichte hat mich "kalt" gelassen und das bei so einem tragischen Thema!
Ok, es wird gesagt, dass ihm das Haus jetzt viel lauter vorkommt und sehr gut kann man nachempfinden, dass er in den Erzählungen mittendrin abschweift...Auch durch die gemeinsamen Rituale wird Singe schmerzlich bewußt, dass seine Frau nicht mehr da ist.

Und doch "fehlt" mir mehr Gefühl.

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49 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

blog, chaotin, erwachsen werden, frauen, frauenliteratur, frech, freche frauen, humor, italien, italienisch, jugend, kindheit, leben, plusatilla, sex

Die Ballade der Trockenpflaumen

Pulsatilla , Esther Hansen
Flexibler Einband: 214 Seiten
Erschienen bei Graf Verlag, 11.03.2011
ISBN 9783862200023
Genre: Romane

Rezension:

Italiens berühmte Bloggerin und ihre Geschichte...

Valeria di Napoli, geboren 1981, ist durch ihren Blog "Pulstatilla" in Italien zu einer Berühmtheit geworden! "Die Ballade der Trockenpflaume" hat sich dort bereits über 100.000 mal verkauft. Ihr derzeitige Wohnort ist Rom und neben ihrer journalistischen Tätigkeit, schreibt sie Drehbücher, Comics und Bücher.
(Diese Informationen kann man dem Klappentext entnehmen.)

Sofort ins Auge, fällt das ausgefallene Cover von semper smile, welches ein junges, sommersproßiges Mädchen mit Pilotenbrille zeigt. Eine stilistische Sprechblase enthält den Titel des Buches.

In der heutigen Zeit wo jeder eine eigene Identität im Web aufbaut, jeder Dritte sogar seinen eigenen Blog hat, ist es gar nicht mehr so erstaunlich, dass man damit sogar weltweit bekannt wird, wie uns Frau Valeria di Napoli alias Pulsatilla beweist.

Frische, freche, humorvolle, aber auch anregende Gedankengänge der Autorin machen dieses Buch aus und zeichnen ihren lebensfrohe Art zu schreiben.

"Wenn es nach mir ginge, würde man das Marketingprinzip umkehren zu: Kekse ohne Salz, ohne Hefe, ohne Eier, ohne Zucker und ohne Milch (man könnte auch sagen: ohne Keks) kosten das Dreifache der guten alten fetttriefenden und kalorienstrotzenden Mulino-Bianco-Kekse, und genau deswegen kann ich nicht umhin, sie mit der moralischen Überlegenheit einer Betschwester in mein Wägelchen zu packen. Was die Schuhe betrifft, halte ich es mit dem alten Einstein, der einen ganzen Kleiderschrank voll mit absolut identischen Anzügen hatte. Ich habe einen Schrank voll mit absolut identischen schwarzen Stiefeln und absolut identischen schwarzen Springerstiefeln, drei von jeder Sorte, also insgesamt sechs Paar Schuhe, die nicht voneinander zu unterscheiden und dazu unterschiedslos langweilig sind. Ihr Mehrwert - für die Augen unsichtbar, wie der Kleine Prinz so schön sagt - besteht darin, dass bei ihrer Herstellung kein einziger Wal harpuniert, nicht eine Robbe inkommodiert und kein noch so kleiner Panda beim Knabbern seines Bambusrohrs gestört wurde."

Die Einblicke in ihre Kindheit wecken bei mir wieder Erinnerungen an lang vergessenes Spielzeug (zeitlich liege ich nur 5 Jahre vom Alter der Autorin entfernt), wie zum Beispiel My Magic Nursery. Bei dieser Puppe wußte man beim Kauf nicht, ob es ein Mädchen ist oder ein Junge. Dies konnte man durch herunternehmen der Haube oder für die Füchse unter uns - durch die Wasserprobe erfahren. Hierzu wurde das Baby in eine Wanne gelegt, die Windel ging auf und man erhielt eine eingeschweißte Geburtsurkunde die dann das jeweilige Geschlecht preisgab. Ebenso musste ich bei der Erwähnung von Miss Make-up und Miss Dress-up herzhaft lachen.

Leider war nicht jedes Kapitel für mich aufregend und lesenswert, was hier nicht weiterschlimm ist, da man einfach zum nächsten springen kann, da die Kapitel unabhängig zueinander stehen und in sich selbst geschloßen sind.

Alles in allem, ein Buch für zwischendurch zum Abschalten und Lachen.

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Tags: blog italien miss_dress_up miss_make_up my_magic_nursery   (1)
 

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358 Bibliotheken, 13 Leser, 3 Gruppen, 59 Rezensionen

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Schoßgebete

Charlotte Roche
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Piper, 15.08.2011
ISBN 9783492054201
Genre: Romane

Rezension:

"Das Buch fängt an mit einer Blaseszene" Charlotte Roch im Interview mit Markus Lanz auf ZDF.

"Feuchtgebiete" mit seinem grell-rosa Cover wurde über 2 Million mal verkauft und bei Amazon 1.743 mal rezensiert, bei Lovelybooks 1.229 mal. Das Buch, was am 1.2.2008 für viele Skandale gesorgt hat, hat nun einen Nachfolger. Das dunkel lila "Schoßgebete".

Erzählt wird von Elizabeth, 33, einer Frau mit einem riesen Traumata und alltäglichen Sorgen. Im Klappentext entnimmt man folgende Inhaltsangabe:

"Am liebsten tagsüber und Fenster zu wegen der Nachbarn. So mag es Elizabeth. Ihr Mann macht die Heizdecken auf dem Bett an, dann kann´s losgehen. Sie fährt sofort mit der Hand rein in Georgs XXL-Yogahose. Und ab hier betrügt sie ihre Männer hassende Mutter, die ihr beibringen wollte, dass Sex etwas Schlechtes sei. Hat aber nicht geklappt, Glück für Elizabeth, Glück für Georg. Aber Sex ist ja nicht alles, es gibt auch noch das Essenkochen für ihre Tochter Betty, und es gibt den Exmann, Bettys Vater. Keine geringe Rolle spielen auch ihre Ängste und ihre schrecklichen Eltern. Wobei diese Themen für Elizabeth seit dem Unfall immer zusammengehören. »Schoßgebete« erzählt von Ehe und Familie wie kein Roman zuvor. Radikal offen, selbstbewusst und voller grimmigem Humor ist es die Geschichte einer so unerschrockenen wie verletzlichen jungen Frau."

Nachdem ich "Feuchtgebiete" aufgrund meines Ekels nach den ersten zwei Kapiteln abbrechen musste, hat mich "Schoßgebete" positiv überrascht.

Zu Beginn des Buches hab ich mir noch ein zweites Buch zurecht gelegt, da es wie oben erwähnt mit besagter Blaseszene anfängt. Für mich war das wenig reizvoll und ehrlich gesagt, wäre es so weiter gegangen, hätte ich wenig gefallen an dem Buch gefunden. Da ich es jedoch bei Lovelybooks durch die Leserunde gewonnen habe und mich somit auch eher verpflichtet fühle, eine Rezi zu schreiben und da ich zum anderen auch Neugierig war, habe ich weitergelesen.

Mir gefällt Charlotte Roches Art offen über alle möglichen Themen zu sprechen. Bei so manchen Dingen die Sie anspricht, habe ich mich zwischenzeitlich mit dem Charakter "verbunden" gefühlt. Dagegen stehen dann wieder andere extreme, mit denen ich gar nicht klar kam.

Das Buch ist, so wie Charlotte Roche selbst, sehr vielseitig.

Sie stellt Elizabeth alles andere als perfekt dar. Ein Mensch wie so manch anderer, denn jeder von uns hat sein Paket zu tragen, bei dem einen kleiner bei dem anderen größer.

Die Message die es mir verrmittelt: "Jeder muss an sich arbeiten!" Man sollte bewußt Leben und wenn man etwas selbst nicht hinkriegt, kann man sich allerlei Hilfe holen.

Sollte dies in Form von Sachbüchern, Ratgebern oder einem Therapeuten sein. Schön auch, dass Sie hier die Frage anspricht, jedoch nicht beantwortet, wo der Unterschied zwischen einem Psychologen und Psychiater liegt, denn diesen glaube ich, kennen immer noch nicht alle.

Ein Buch was die Themen Kindererziehung, Traumata, Ernährung, Selbstliebe, Selbstverleugnung, Selbsttäuschung, Patchwork-Familien, Selbstlosigkeit, Zwischenmenschlichen Beziehungen, Selbstmord, Religion und Glauben, Partnerschaft und Ängsten anreißt.

Mir persönlich ist negativ aufgefallen, dass Charlotte Roch sich in späteren Kapiteln über schon geschriebenes immer wieder auslässt, immer wiederholt. Für mich war das auf Dauer eher anstrengend und hat auch das flüssige Lesen der 283 Seiten erschwert. Hierfür habe ich einen Stern abgezogen. Der zweite Abzug bezieht sich auf den Preis. 2 EUR teurer als das erste TASCHENBUCH und erheblich teurer als der übliche Preis für solche.

ACHTUNG SPOILER:

Zum Schluß überrascht mich Roche mit folgendem:

" Ich würde gerne, aber ich kann nicht. Ich weiß schon, was er will. Ich soll mich entscheiden für ihn, für das Leben, für das Kind, ich kann aber nicht, nicht ganz jedenfalls. Ich weine. Das ist auf Dauer ganz schön anstrengend: ein Bein im Leben, ein Bein im Grab, die ganze Zeit auf dem Sprung, ich kann mich nicht entscheiden, weder für das eine noch für das andere. Ich will deswegen nicht so stark lieben, dass es mir das Herz rausreißt, wenn jemand davongehen muss. Ich möchte nicht so viel investieren, dass ich nachher dran kaputtgehe, wenn der- oder diejenige dann weg ist. Alles mit angezogener Handbremse, immer in Lauerstellung, ich beobachte dich, Gevatter Tod."

Doch diesen tiefsinnigen Satz zerstört Sie meiner Meinung nach mit den darauffolgendem "Sexeinwurf" und dem unsinnigen Wort Klitorisgediddeldididdel!

Schade!

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328 Bibliotheken, 7 Leser, 9 Gruppen, 67 Rezensionen

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Das Herz ihrer Tochter

Jodi Picoult , Ulrike Wasel (Übers.) , Klaus Timmermann (Übers.)
Fester Einband: 460 Seiten
Erschienen bei Piper, 11.09.2009
ISBN 9783492053006
Genre: Liebesromane

Rezension:

"Das Herz ihrer Tochter" ist ein wirklich bewegendes Buch.

June Nealon hat nach dem Tod ihres Ehemannes, der durch einen schweren Unfall gestorben ist, erneut geheiratet. Ihr zweiter Mann, Kurt, ist Polizist und zieht mit ihr zusammen die Tochter aus erster Ehe auf.

Doch ein Schicksalsschlag bringt alles auseinander. Ein engagierter Zimmermann, Shay Bourne tötet die Tochter und Kurt und bekommt dafür die Todesstrafe.

Die Gewissensfrage in diesem Buch ist folgende: June Nealon war zum Zeitpunkt des Todes ihrer Tochter und ihres Ehemannes schwanger. Das Mädchen kommt mit einem Herzleiden auf die Welt und benötigt dringend ein Spenderherz. Aus letzter Verzweiflungsakt werden die Medien eingeschaltet um so einen geeigneten Spender zu finden.

Und so kommt Shay Bourne wieder ins Spiel. Er möchte unbedingt sein Herz spenden.

Doch wie reagiert man als Mutter? Lässt man sich von einem Menschen helfen, der das Leben, dass man gekannt hatte zerstört hat? Ist man stark genug, um darüber hinweg zusehen, damit ein junges Leben die Chance erhält weiter am Leben zu bleiben? Damit die eigene Tochter, dass einzige was einem geblieben ist weiterleben kann?

Das Buch ist flüssig geschrieben und wird aus verschiedenen Personenansichten geschrieben. Man lernt unterschiedliche Charaktere kennen und lieben. Die Verkettung der einzelnen Personen und wie sie ihren Teil zur Geschichte beitragen hat mich wirklich gefesselt. Und auch wenn ich nicht sehr religiös bin, fand ich es sehr interessant zu lesen, wie sich die Religion im laufe der Jahrzehnte geändert hat und wie sie beeinflusst wurde.

Meiner Meinung nach ist das Buch eine Mischung aus der Bibel und "The green Mile". Die vorhersehbare Handlung ist für mich nicht schlimm, da das Buch so spannend geschrieben ist, dass man alles genau erfahren möchte.

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Die Wahrheit über Alice

Rebecca James , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Fester Einband: 317 Seiten
Erschienen bei Wunderlich, 21.10.2010
ISBN 9783805250030
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Die Wahrheit über Alice" ist ein Buch das ich in einem Ruck gelesen habe. Dabei bin ich mit gemischten Gefühlen an das Buch herangegangen und dieses hatte ich auch weiterhin beim Lesen.

Die Beschreibung hat mich sehr neugierig auf das Buch gemacht:

"Das beliebteste Mädchen der Schule, Alice, freundet sich mit der Einzelgängerin Katherine an. Doch diese hat ein dunkles Geheimnis."

Und zum anderen wurde mein Neugier verstärtk durch die Diskussionen, die das Buch ausgelöst hat. Zum einen die Beführworter und auf der anderen Seite die, die es total schlecht reden.

Schon auf der ersten Seite des Handlungsanfanges wird einem Verraten, dass Alice gestorben ist, Katherine Mutter geworden ist und ihre einst mal beste Freundin hasst.

Hmmm...irgendwie ist da von vorne rein die Luft draußen, aber anderer Seits will man ja auch erfahren, wie es zu all dem gekommen ist.

Die Geschichte wird immer aus Katherine's Sichtweise erzählt. Diese Sichtweise unterteilt sich in alten Erinnerungen, Vergangenheit und Gegenwart.

In diesem Buch zeigt uns die Autorin den Beginn einer Freundschaft, die damit zusammenhängenden Gefühle und auch den Wandel der Beziehungen und Verhalten zwischen den Personen.

Zu meinem gemischten Gefühlen: Zum einen liest man folgenden Dialog: Katherine:"...wer nicht schlecht ist, kann nicht gut sein" Robbie: "Was? Man muss schlecht sein, um gut zu sein? Das ist Quatsch. Das klingt doch total unlogisch" "Tut es auch, nicht? Ich wollte sagen, wenn du das Schlechte in dir erkennst und es nicht ablehnst und versuchst, es nicht zu empfinden, dann ist das gut. Kein Mensch ist durch und durch gut. Glaub ich zumindest. Wahrscheinlich können wir nur nicht mehr tun, als zu versuchen, gut zu sein, oder zumindest zu versuchen, nicht schlecht zu sein."

Schöne Gedanken, Denkansätze...

Und dann aufeinmal diese totale Naivität was Verhütungsmethoden angeht. Darüber habe ich mich etwas geärgert. Dies steht im totalen Kontras zu den sonst so gut überlegten Ideen von der Figur "Katherine" die mir zumindest im Buch als reif und klug dargestellt wurde.

Alles in allem, hat mir das Buch gut gefallen. Die Schicksalsschläge die Katherine durchlebt sind für viele nichts ungewöhnliches. Es ist nun mal keine perfekte Welt auf der wir leben und jeder muss sein Päckchen tragen.

Dieses Buch vermittelt mir indirekt die Botschaft, dass man immer nach vorne schauen muss, dass es schwer fallen kann, aber dass es sich immer lohnt.

Das offene Ende ist ideal um die Geschichte von Katherine so weiterzugestalten, wie man es einem selbst für Katherine wünscht.

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Tags: freundschaft schicksal trauma hoffnung liebe große gefühle   (1)
 

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33 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 5 Rezensionen

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Gewitter über Pluto

Heinrich Steinfest
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.09.2009
ISBN 9783492053105
Genre: Romane

Rezension:

Lorenz Mohn begreift im vierzigsten Jahr seines Lebens, dass er selbiges radikal ändern muss – und beendet seine Karriere als Porno-Darsteller. Inspiriert durch den Anblick einer Kollegin, die mit Vermeerscher Ruhe an einem Pullöverchen häkelt, eröffnet er einen Strickwarenladen. Geldgeberin ist die von Gerüchten umwehte Grande Dame der Wiener Unterwelt. Ihre einzige Bedingung für das zinslose Darlehen: es auf den Tag genau in sieben Jahren zurückzuzahlen oder aber an eben diesem 14. Juli 2015 ein Leben zu retten …
Meine Meinung:
Ein charmant geschriebenes Buch. "Gewitter über Pluto" ist mein erstes Buch von Heinrich Steinfest gewesen und wird bestimmt nicht das letzte bleiben.
Jedoch bin ich mit falschen Erwartungen an das Buch herangegangen. Der Klappentext hat meine Neugier geweckt und diese gekuppelt mit Spannung hat mich bis zur Mitte des Buches begleitet. Bis zur unverhofften Wendung des Buches. Es gab wirklich eine kurze Pause, in der ich überlegte, das Buch liegen zu lassen. Konnte ich dann doch nicht, zum Glück, denn so schlimm war der Überraschungseffekt dann doch nicht. Eben mal eine andere Art eines Krimis :)
Steinfest hat eine sehr wortmalerische Art Dinge/Situationen zu beschreiben, zudem schreibt er flüssig und klar. Das gefällt mir sehr gut.

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Tags: agent, stuttgart, verzwickte liebeleien, wortmalerische beschreibungen   (4)
 
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