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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

krimi, frankreich

Tod in Deauville

James Holin
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Dryas Verlag, 26.09.2017
ISBN 9783940258793
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Klappentext:

Im August herrscht in dem normannischen Badeort Deauville gelöste Stimmung: Das Filmfestival steht bevor, der malerische Küstenort erwartet Promis aus aller Welt. Plötzlich bricht Monsieur Bougival, der Buchhalter des Museums für zeitgenössische Kunst, während einer Vernissage zusammen und stirbt. Kommissar Serano, Frauenschwarm und leidenschaftlicher Surfer, ermittelt. An seine Seite gesellt sich die clevere Églantine de Tournevire. Gemeinsam mit der blaublütigen Rechnungsprüferin merkt Serano schnell: Bougival war nicht nur in einer unglücklichen Ehe gefangen, sondern auch dunklen Machenschaften auf der Spur.

Mein Eindruck:

Mit Tod in Deauville präsentiert uns der Dryas Verlag das deutschsprachige Romandebüt von James Holin. Leider kann dieser Normandie-Krimi den Erwartungen, die Cover und Klappentext hervorrufen, nur schwer gerecht werden. Die Sprache des Romans ist an manchen Stellen ein wenig holprig  - ein Effekt, der möglicherweise der Überstezung aus dem Französischen geschuldet ist. Die vielen Charakteren erschlagen den Leser förmlich. Gerade zu Beginn des Romans ist es bei dieser Vielzahl an Namen nicht einfach, den Überblick zu behalten. Dazu kommen zahlreiche, oftmals bizarre Nebenhandlungen. Zumeist sind diese Geschehnisse nur nebensächlich und haben mit dem Mord an dem Buchhalter wenig bis nichts zu tun. So rücken die Ermittlungen um die Machenschaften in Deauville und die Aufklärung des Mordes immer wieder in den Hintergrund. Auch wenn es James Holin gelingt, die Geschehnisse und seine Charakter durch detaillierte Beschrebungen bildhaft darzustellen, überzeugt der Krimi leider nur wenig. Die Grundidee des Krimis ist wirklich gut, aber hinter der Story steckt eindeutig mehr Potential!

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60 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 47 Rezensionen

familie, alkohol, vater, liebe, tochter

Sonntags fehlst du am meisten

Christine Drews
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 08.09.2017
ISBN 9783548290201
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

Schon immer war Caro das Liebllingskind ihres Vaters, doch seit einem großen Streit haben sie keinen Kontakt mehr. Nun steht die Goldene Hochzeit von Caros Eltern vor der Tür, aber wie soll Caro ihrem Vater gegenübertreten? Als arbeitslose, alleinerziehende Mutter fühlt sie sich von dem Mann, der nach dem Krieg seine Firma aus dem Nichts aufgebaut hat, nicht ernstgenommen. Erst durch ihre neugewonnene Freundschaft mit der alten Frau Schneiders kann sie Verständnis für die Generation der Kriegskinder entwickeln. Und plötzlich scheint eine Versöhnung doch möglich...

Mein Eindruck:

Christine Drews ist seit einigen Jahren als freie Autorin tätig. Sie schreibt für Film, Familien- und Comedyserien, aktuell beispielsweise für die ZDF ausgestrahlten Serien Soko Köln und Bettys Diagnose. Aber auch als Krimi- und Thriller-Autorin hat sie sich einen Namen gemacht. Mit Sonntags fehlst du am meisten legt sie uns nun einen generationenumspannenden Familienroman vor, in dessen Mittelpunkt der Konflikt zwischen Caro und ihrem Vater steht. Eng damit verwoben ist die Alkoholabhängigkeit der Protagonistin. Beide Themen behandelt Christine Drews äußers behutsam und mit viel Feingefühl. Zugleich schockieren die Darstellungen über Caros Sucht und deren Absturz. Auch sonst ist der ROman eher von einer gedrückten Stimmung geprägt: Verschiedene Rückblenden geben Aufschluss über die Erlebnisse des Vaters zur Zeit des Krieges und Caros schwieriger Vergangenheit innerhalb der Familie. Nach und nach setzt sich si ein Bild über die Familienverhältnisse zusammen. Dabei bleibt es spannend bis zur letzten Seite: Christine Drews lässt die Leserinnen und Leser auf fesselnde Weise an Caros Bemühungen, ihr Leben wieder auf die Reihe zu bringen, teilhaben - ob sie und ihr Vater sich wieder versöhnen, bleibt jedich offen bis zum Schuss. Sonntags fehlst du am meisten ist keine unbeschwerte Lektüre für zwischendurch, aber eine äußerst bewegende Geschichte, die zu lesen sich lohnt.

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32 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

wüste, glaube, philosophie, gott, religion

Nachtfeuer

Eric-Emmanuel Schmitt , Marlene Frucht
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 21.09.2017
ISBN 9783103972986
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

Als Philosophiestudent folgte der junge Schmitt den Spuren des französischen Mystikers Charles de Foucauld in die Wüste Algeriens. Bei einer Bergbesteigung verlor er seine Gruppe und verbrachte die Nacht alleine in größter Gefahr. In dieser existentiellen Not machte Eric-Emmanuel Schmitt eine außergewöhnliche Erfahrung, die ihn überleben ließ und wegweisend für sein Denken und Schreiben werden sollte.

Mein Eindruck:

Eric-Emmanuel Schmitt ist Autor zahlreicher Romane, Erzählungen, Novellen und Theaterstücke. Eine wichtige Rolle nimmt in vielen seiner Werke die literarische Auseinandersetzung mit den Weltreligionen ein, so beispielsweise in Oskar und die Dame in Rosa oder Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran. Mit Nachtfeuer legt uns der frankophone Autor nun seinen ersten autobiografischen Roman vor und erzählt darin von einer Nacht allein und verloren in der Wüste - eine Nacht, die ihn zum Glauben bringt und zu einem Schlüsselerlebnis für sein literarisches Schaffen in Bezug auf die Religionen wird.
Eric-Emmanuel Schmitt berichtet uns von den Ereignissen in der Wüste Algeriens in einem herrlich leichten und flüssig zu lesenden Schreibstil. Seine bildhaften Schilderungen über die Erlebnisse in der Wüste erlauben es, die Eindrücke und Emotionen des Protagonisten nachempfinden und miterleben zu können.
Die zahlreichen Überlegungen und Dialoge über "das Leben, Gott und die Welt", die einen Großteil der Erzählung ausmachen, setzt der Autor gekonnt ein, um den Leser seine eigene Gedankenwelt näher zu bringen und ihn so zum Nachdenken anzuregen.

Mein Fazit:

Unter dem klaren Sternenhimmel der Wüste offenbart sich Eric-Emmauel Schmitt dem Leser mit einer bewegenden Geschichte. Ich kann nicht nur Fans des Beststeller-Autos raten, das Werk bei Gelegenheit zur Hand zu nehmen und ihn auf diese wundersame Reise zu begleiten!

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39 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

adoption, zwilling, 50er jahre, england, familiengeschichte

Zeit der Schwalben

Nikola Scott , Nicole Seifert
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 18.08.2017
ISBN 9783805200370
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

Es ist ein goldener Sommer im England der späten 50er Jahre: Die 16-jährige Elizabeth ist begeistert von den jungen Leuten, die sie auf dem Anwesen der Freunde ihrer Eltern in Sussex kennenlernt. Sie erlebt unbeschwerte Tage mit Ausflügen, Picknicks und Partys. Und sie verliebt sich prompt...
London, 40 Jahre später. Nach dem Unfalltod ihrer Mutter erhält Adele Harington einen mysteriösen Anruf: Ein Mann spricht von "neuen Spuren" und nennt immer wieder ein Datum. Und dann steht plötzlich eine Fremde vor der Tür und behauptet, Teil der Familie zu sein...

Mein Eindruck:

Wie der Klappentext verspricht, birgt das Erstlingswerk von Nikola Scott eine spannende und dramatische Familiengeschichte. In "Zeit der Schwalben" schickt uns die Autorin gemeinsam mit der Protagonistin auf die Suche nach der geheimnisvollen Vergangenheit ihrer Mutter. Die Erzählung erfolgt auf zwei Zeitebenen: Neben Addies Recherchen befördern Tagebucheinträge der Mutter die Einzelheiten rund um die tragischen und herzzerreißenden Familiengeschehnisse nach und nach ans Licht. So entsteht von der ersten bis zur letzten Seite eine fesselnde Lektüre. Darüber hinaus bewegt die Hintergrund-Thematik des Romans: "Zeit der Schwalben" zeichnet das Bild einer Zeit, in der vorehelicher Sex nicht toleriert und voreheliche Kinder ein Dorn im Auge der Gesellschaft waren. Auf einfühlsame Weise widmet sich die Autorin dieser Schattenseite der 50er Jahre und schildert beispielhaft das Schicksal einer Frau, die die Folgen ihres in den Augen der damaligen Gesellschaft abweichenden Verhaltens schonungslos zu spüren bekommt. Schließlich überzeugt die Autorin mit ihrem angenehm leichten und berührenden Schreibstil, soass der Roman eine klare Leseempfehlung verdient.

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rasputin, entführung, wien, mossad, bundesamt für verfassungsschutz

Die Entführung des Rasputin

Mart Schreiber
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 08.07.2017
ISBN 9781548090272
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach zwei Bänden mit Kurzgeschichten legt uns Mart Schreiber dieses Mal einen Polit-Thriller vor – bleibt dabei aber seiner Linie treu. Die Entführung des Rasputin erzählt in gewohnt flüssigem Schreibstil eine Geschichte, die sich durchaus heutzutage so abspielen könnte. Dem Autor ist es erneut gelungen, aktuelle gesellschaftliche Themen in eine außergewöhnliche Erzählung zu integrieren. Die eine oder andere Szene mag etwas unrealistisch dargestellt sein, allerdings tragen diese kleineren Übertreibungen zur Spannung der Geschichte bei. In sprachlicher Hinsicht besticht der Roman durch Wiener Akzente. Anfangs ist dies ein wenig gewöhnungsbedürftig, jedoch verleihen die österreichischen Floskeln der Geschichte an Authentizität und lassen die Dialoge lebendig wirken. Auch mit seinem dritten Werk konnte mich Mart Schreiber überzeugen und mir packende Lesestunden bereiten! 

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oxford, roman, englische literatur, literatur, catherine lowell

Die Kapitel meines Herzens

Catherine Lowell , Gaby Wurster
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 16.08.2017
ISBN 9783455650860
Genre: Romane

Rezension:

Mit ihrem Debütroman "Die Kapitel meines Herzens" nimmt uns Catherine Lowell mit in die Welt der englischen Literatur. Auf sehr spannende und unterhaltsame Weise verbindet die sympathische Autorin in ihrem Erstlingswerk das Schicksal ihrer Protagonistin mit dem Leben und dem Wirken der Bronte-Geschwister.
Dabei ist es nicht unbedingt von Nöten, die Werke der Brontes zu kennen. Möglicherweise erleichtern Kenntnisse über die Arbeit der Geschwister Charlotte, Branwell, Emily und Anne das Verstehen an einigen Stellen. Dennoch ist es kein Muss, die Werke gelesen zu haben! Die Geschichte verliert auch so nicht an Spannung und Unterhaltungswert. Auch der angenehme und flüssige Schreibstil der Autorin sprechen dafür, nicht an dem Roman vorbeizugehen - "Die Kapitel meines Herzens" wird nicht nur Literatur-Fans angenehme Lesestunden bereiten!

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96 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 50 Rezensionen

trennung, humor, liebe, ehe, rache

Ich schenk dir die Hölle auf Erden

Ellen Berg
E-Buch Text: 336 Seiten
Erschienen bei Aufbau Digital, 14.06.2017
ISBN 9783841213068
Genre: Humor

Rezension:

Ein unverkennbares Cover. Eine authentische Geschichte aus dem Alltag. Ein flüssiger und leicht verständlicher Schreibstil. Liebevoll ausgestaltete Charaktere. Ein kesser Spruch nach dem anderen. Amüsant, humorvoll und charmant. Das ist Ellen Berg! 

Ich schenk dir die Hölle auf Erden ist ein Roman, der vergnügte Lesestunden liefert und die Leser und Leserinnen mehr als einmal zum Schmunzeln bringt. Auch wenn dies mein erster Roman der Autorin war, so erlaube ich mir dennoch eine allgemeine Empfehlung für Ellen Berg und ihre Werke auszusprechen! Für mich war das Buch ein absolutes Highlight diesen Sommers!

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mord, schweden, psychothriller, stockholm, thriller

Wenn das Eis bricht

Camilla Grebe , Gabriele Haefs
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei btb, 10.04.2017
ISBN 9783442757176
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Klappentext:

In der Wohnung des reichen Geschäftsmanns Jesper Orre wird die Leiche einer jungen Frau gefunden - auf brutale Art ermordert. Von ihm fehlt jede Spur. Vor zehn Jahren gab es einen ganz ähnlichen Fall - uneglöst. Hanne, die Kriminalpsychologin von damals, soll deshalb ermitteln. Sie muss in die Vergangenheit eintauchen, dabei verschwimmt gerade ihre Gegenwart - sie leidet an beginndem Alzheimer. Ihre Existenz bekommt zunehmend Risse, und die beiden Fälle verbinden sich auf ungute Weise. Kann Hanne sich selbst und ihren Erinnerungen trauen? Ist sie auf der richtigen Spur? Wann bricht das Eis, und was kommt darunter zum Vorschein?

Mein Eindruck: 

Mit Wenn das Eis bricht liefert uns Camilla Grebe zwar keinen harten Psychothriller, wie Cover und Aufmachung des Buches möglicherweise vermuten lassen, dafür erwartet den Leser eine fesselnde, geschickt konstruierte Geschichte rund um den brutalen Mord an einer jungen Frau und das Verschwinden eines Geschäftsmannes. In ihrer Erzählung legt die schwedische Autorin ihren Fokus nicht ausschließlich auf die sich ergebenden Ermittlungen. Sie setzt ihre Geschichte aus drei unterschiedlichen Handlungsströmungen zusammen. Dabei erfährt der Leser durch eine der Erzählperspektiven, wie es überhaupt zu dem Mord kam. Die sich so im Laufe des Romans zu einem Gesamtbild zusammensetzenden Fragmente tragen dazu bei, eine fesselnde Atmosphäre zu schaffen. Hinzu kommen ein flüssiger und packender Schreibstil sowie einige unerwartete Wendungen, die dazu führten, dass ich das Buch abends kaum aus der Hand legen konnte. Daumen hoch!

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392 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 184 Rezensionen

mord, psychologie, krimi, manuskript, erinnerungen

Das Buch der Spiegel

E.O. Chirovici , Werner Schmitz , Silvia Morawetz
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 27.02.2017
ISBN 9783442314492
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

Die Wahrheit des einen ist die Lüge des anderen.

EIN MORD, der nie aufgeklärt wurde. EIN BUCH, das nicht zu Ende geschrieben wurde. EIN RÄTSEL, das niemand lösen kann.

Als der Literaturagent Peter Katz ein Manuskript des Autors Richard Flynn erhält, ist er sofort fasziniert. Flynn schreibt über die Ermordung des berühmten Professors Joseph Wieder in Princeton vor einem Vierteljahrhundert. Der Fall wurde nie aufgeklärt, und Katz vermutet, dass der mittlerweile unheilbar kranke Flynn den Mord gestehen oder den Täter enthüllen wird. Doch Flynns Text endet abrupt. Katz will den Autor kontaktieren, aber er kommt zu spät, denn Flynn ist zwischenzeitlich verstorben. Besessen davon, das Ende der Geschichte zu erfahren, versucht Katz, Laura Baines ausfindig zu machen, die als Studentin auf undurchsichtige Weise mit Wieder verbunden war. Doch je tiefer Katz in den Fall eindringt, desto mehr scheint er sich von der Lösung zu entfernen. Denn im Spiegel der Erinnerung sieht er mehr als nur eine Wahrheit…

Mein Eindruck:

Das Buch der Spiegel ist eine raffiniert konstruierte und absolut fesselnde Geschichte. Mit seiner Erzählung rund um den Mord an einem berühmten Psychologie-Professor ist es C.O. Chirovici gelungen, ein Mysterium zu schaffen, das den Leser von Anfang an in seinen Bann zieht. Erzählt wird die Geschichte aus drei unterschiedlichen Perspektiven, die dazu beitragen, den Spannungsbogen aufrechtzuerhalten und nach und nach tiefer in Vergangenes einzutauchen. Zahlreiche interessante und schwer zu durchschauende Charaktere werden eingeführt, um den Fortlauf der Geschichte zu sichern. Um hier nicht den Überblick zu verlieren, bedarf es an vielen Stellen einem aufmerksamen Leser. Doch der spannende Erzählstil und die faszinierende Geschichte, die bis zum Ende ein Mysterium bleibt, entschädigt dies und macht Das Buch der Spiegel zu etwas Außergewöhnlichem.

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Geheimnisvolles Trier: Ausflug in die Römerzeit

Resemie Kertels , Rachel Bauer
Buch: 214 Seiten
Erschienen bei Stephan Moll Verlag, 27.08.2012
ISBN 9783940760357
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Mit ihrer fabelhaften Kinder- und Jugendbuchreihe Geheimnisvolles Trier nimmt uns Resemie Kertels mit auf ein unterhaltsames und lehrreiches Abenteuer in Treveris und bietet damit Jung und Alt Geschichtsunterricht der ganz besonderen Art.

In Ausflug in die Römerzeit, Band 1 der inzwischen 5-teiligen Serie, entdecken Rike, Lukas und Niko, drei der Hauptprotagonisten der Buchreihe, einen ungewöhnlichen Ring und finden sich plötzlich im Trier der Römerzeit wieder. Bisher nur aus Schule und Lehrbüchern bekannt, lernen die Jugendlichen die Stadt sowie Alltag und Kultur der Römer zu jener Zeit nun hautnah kennen. Kleidung, Essen, Schulalltag, Gladiatorenkämpfe, römische Bauten,… diese und viele weitere Themen werden im Verlauf der Geschichte angesprochen und für junge Leser anschaulich und informativ dargestellt. Aber auch Erwachsenen kann ich ein Blick in die Lektüre nur empfehlen, denn Resemie Kertels weiß durch einen ansprechenden  Erzählstrang und unterhaltsame Anekdoten zu begeistern.

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90 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

thriller, rom, verschwörungstheorien, roman, kirche

Die Seelenfischer

Hanni Münzer
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.03.2017
ISBN 9783492309615
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit dem ersten Band ihrer Seelenfischer-Reihe  legt uns Hanni Münzer einen historischen Thriller vor, in dessen Mittelpunkt die Machenschaften der katholischen Kirche stehen. Die Geschichte ist geprägt von Verschwörung, Glaube, Überzeugung, Rache, Freundschaft, Familie und Liebe. Beim Lesen fühlt man sich schnell in die Atmosphäre des Bestsellers Illuminati von Dan Brown versetzt, auch wenn es Hanni Münzer nicht ganz gelingt, einen ähnlichen Spannungsbogen aufzubauen. An manchen Stellen sind die Ereignisse ihrer Erzählung überzogen und realitätsfern. Den einen stört es, für den anderen macht es dies zu einer rasanten und aufgeladenen Erzählung.
Gelungen sind Hanni Münzer aber auf jeden Fall ihre Charaktere, die sie sehr anschaulich darstellt und sich wunderbar in die Geschichte einfügen. Besonders die beiden Protagonisten Lukas und Rabea und ihre Beziehung zueinander beschreibt die Autorin auf sehr geschickte Weise. Durch einzelne Flashbacks, die geschickt in die Erzählung eingebunden werden, erfahren wir nach und nach mehr über die Personen und über die gemeinsame Vergangenheit von Lukas und Rabea. Auch der Schreibstil der Autorin  ist in meinen Augen erwähnenswert. Die detailreiche und bildhafte Sprache von Hanni Münzer erlauben es, sich das Gelesene sehr genau vorstellen zu können.
Wer nichts gegen überzogene Handlungen hat und sich für Verschwörungsgeschichten à la Illuminati begeistern kann, macht mit einem Griff zu Seelenfischer sicherlich nichts falsch!

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412 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 66 Rezensionen

jugendbuch, physik, liebe, verlust, trauer

Ein bisschen wie Unendlichkeit

Harriet Reuter Hapgood , Susanne Hornfeck
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 23.02.2017
ISBN 9783737340335
Genre: Jugendbuch

Rezension:

In ihrem Debütroman erzählt Harriet Reuter Hapgood eine Geschichte über Liebe, Freundschaft, Trauer und Schmerz. Hinter einem fabelhaften Cover und einem verlockenden Klappentext verbirgt sich allerdings eine Story, die nur wenig überzeugen kann.

Das Besondere an der Erzählung sind die Zeitsprünge und Wurmlöcher, denen sich die Protagonistin immer wieder konfrontiert sieht. Mögen diese Flashbacks und Reisen durch die verschiedenen Zeitachsen zu Beginn sehr reizvoll sein, so tragen sie im Laufe der Geschichte eher zu Verwirrung bei und ziehen die Geschichte stark in die Länge. Gerade wenn man keine große Affinität zu naturwissenschaftlichen Bereichen hegt, kann die Geschichte durch die vielen Bezüge zur Physik und Astronomie an vielen Stellen sogar befremdlich wirken. Auch lässt sich nur schwer ein roter Faden ausmachen. Im Mittelpunkt steht mit Sicherheit die Freundschaft zwischen Gottie, der Protagonistin, und ihrem besten Freund Thomas, der nach einem Umzug vor vielen Jahren wieder auftaucht. Doch durch die zahlreichen weiteren Erzählstränge ist die Geschichte hin und wieder inhaltlich überladen.

Punkten kann die Autorin allerdings mit ihrem leichten und flüssigen Erzählstil. Und auch die sehr unterschiedlichen und vielfältigen Charaktere haben dazu beigetragen, dass "Ein bisschen wie Unendlichkeit" alles in allem eine nette Geschichte ist. Eine absolute Leseempfehlung lässt  sich jedoch nicht aussprechen.

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12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

gold, tauchen, nazis

18 Das Vermächtnis

Gerhard Wegner
E-Buch Text: 400 Seiten
Erschienen bei Wegner, Gerhard , 15.11.2016
ISBN 9783981680942
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„18 Das Vermächtnis“ ist ein spannender Thriller um längst verschollen geglaubtes Nazigold, eingebettet in politisch und gesellschaftlich hochaktuelle Themen. Diese Brücke zwischen Vergangenheit und aktuellen Geschehnissen ist Gerhard Wegner äußerst gut gelungen und macht die Besonderheit dieses Romans aus. Die Schilderungen zum Aufleben terroristischer Gruppierungen und das Erstarken rechtsorientierter Parteien werden authentisch dargestellt. Auch wenn die geschilderten Anschläge und Terrorakte sowie die ausführlich beschriebenen Gewaltszenen zunächst schockieren, ist dem Autor zu Gute zu halten, dass er in dieser Hinsicht nichts schön reden möchte. Dennoch konnte mich dieser Thriller nicht vollkommen überzeugen.  Viele Szenen waren für mich persönlich zu realitätsfern oder übertrieben dargestellt, der Übergang zwischen Fiktion und Realität an vielen Stellen zu abrupt. Dennoch ist der neueste Thriller von Gerhard Wegner ein rasantes und spannendes Leseerlebnis.

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255 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 100 Rezensionen

drachenreiter, drachen, cornelia funke, greif, fantasy

Drachenreiter - Die Feder eines Greifs

Cornelia Funke , Cornelia Funke
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Dressler, 26.09.2016
ISBN 9783791500119
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Nach 19 Jahren gibt es endlich ein Wiedersehen mit dem Drachenreiter! Cornelia Funkes Geschichte über Ben und seine Freunde hat zahlreiche LeserInnen verzaubert und Kinderherzen höher schlagen lassen. Auch ich kann mich daran erinnern, das Buch als Jugendliche regelrecht verschlungen zu haben. Nun wartet mit Die Feder eines Greifs ein neues Abenteuer auf den Drachenreiter: Um drei Pegasus-Fohlen zu retten und damit das Aussterben dieser außergewöhnlichen Wesen zu verhinden, begeben sich Ben & Co. auf eine äußerst gefährliche Reise.
Cornelia Funke entführt die LeserInnen auch dieses Mal in eine bunte Welt voller fabelhafter Wesen. Die bekannte Kinder- und Jugendbuchautorin erzählt eine lebendige und überaus spannende Geschichte, in der Freundschaft, Zusammenhalt und Mut eine zentrale Rolle spielen.
Mit Die Feder des Greifs ist Cornelia Funke eine wunderbare Fortsetzung des Bestsellers Drachenreiter gelungen, die nicht nur Kinder und Jugendliche begeistert, sondern auch erwachsene LeserInnen verzaubert und auf ein fantastisches Leseabenteuer mitnimmt.

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einsa, zwanghaftes wiederholen, missbrauch, heimerziehung, denken

Vom Licht

Anselm Neft
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei SATYR Verlag, 22.08.2016
ISBN 9783944035772
Genre: Romane

Rezension:

Vom Licht – keine leichte Lektüre, aber nachdrücklich beeindruckend. In seinem dritten Roman erzählt uns Anselm Neft eine befremdliche und verstörende Familiengeschichte: Adam, der mit seinen Zieheltern und seiner Stiefschwester Amanda auf einem Selbstversorgerhof aufwuchs, blickt auf sein abgeschottetes Leben zurück. Dabei gibt uns der Ich-Erzähler nicht nur einen Einblick in sein Inneres, sondern berichtet auch von der religiös-philosophisch geprägten Bildung und Erziehung, die er durch seine Pflegeeltern erfuhr. So kommt es, dass in diesem Roman fundamentale Fragen aufgeworfen werden, die dazu anregen über das Universum, das Wesen der Dinge, Religion, Sprache, Sexualität,… nachzudenken. Obwohl Anselm Neft eine herausragende Geschichte erzählt, ist Vom Licht, im Gegensatz zu seinen bisherigen Werken, definitiv kein humoristischer Roman. Wer nach einer leichten Abendlektüre zur Unterhaltung sucht, ist hier falsch. Wer sich jedoch auf ein Werk einlassen möchte, das sich auf beeindruckende Weise mit existentiellen Fragen auseinandersetzt, dem kann ich Vom Licht nur empfehlen! Anselm Neft ist hier ein herausragendes Werk gelungen, das in meinen Augen zu Recht für den Deutschen Buchpreis vorgeschlagen wurde.

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233 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 117 Rezensionen

dresden, krimi, 2. weltkrieg, serienmörder, krieg

Der Angstmann

Frank Goldammer
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 23.09.2016
ISBN 9783423261203
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Klappentext:

In den Wirren des letzten Kriegswinters ist Kriminalinspektor Heller einem grausamen Frauenmörder auf der Spur, der die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt. Nicht nur sei Vorgesetzter legt ihm bei seinen Ermittlungen Hindernisse in den Weg. In der beispiellosen Bombennacht vom 13. Februar 1945 kommt es zum dramatischen Höhepunkt...

Mein Eindruck:

Der Angstmann von Frank Goldammer ist der gelungene Auftakt einer neuen Kriminalreihe! Dabei handelt es sich jedoch nicht einfach nur um einen Kriminalroman. Frank Goldammer verlegt die Handlung seines Romans in die Jahre 1944/45 und bettet seinen fiktiven Kriminalfall damit in die historischen Geschehnisse des Dresden der Nachkriegszeit ein. Diese Verbindung zwischen Kriminalgeschichte und Zeitgeschichte macht das Besondere an Frank Goldammers Roman aus. Von der ersten Seite an gelingt es dem Autor, dem Leser/ der Leserin ein authentisches und lebendiges Bild der Kriegsereignisse aufzuzeigen. Frank Goldammer nimmt uns mit in eine Zeit geprägt von Not, Elend, Hunger, Angst und Zerstörung und schafft damit eine außergewöhnliche und beklemmende Atmosphäre für seinen Kriminalfall. Die Umstände dieser Zeit und die historischen Ereignisse beeinflussen und erschweren die Ermittlungen des Protagonisten Max Heller. Doch trotz der schwierigen Lebensumstände, der Angst um seine Familie und den Hindernissen, die ihm das Regime und später die Sowjets auferlegen, gibt Heller nicht auf und versucht unermüdlich, den Angstmann aufzupüren. Mit all dem liefert uns Frank Goldammer einen fesselnden Kriminalroman, der in weiten Teilen sehr spannend ist und nicht nur das fiktive Geschenen um die Frauenmorde, sondern auch die Bombennächte in Dresden sowie die Zeit und Umstände nach der Kapitulation realistisch und äußerst authentisch darstellt. Zum Ende hin überzeugt die Geschichte schließlich mit einer unerwarteten Wendung, die Lust auf die noch folgenden Fälle von Max Heller macht.

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395 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 182 Rezensionen

organspende, liebe, transplantation, lily oliver, depression

Die Tage, die ich dir verspreche

Lily Oliver
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.09.2016
ISBN 9783426516768
Genre: Liebesromane

Rezension:

Klappentext:

"Du hast Glück, Gwen. Alles wird gut." Seit ihrer Herztransplantation hört die junge Frau nichts anderes mehr. Doch statt Lebensfreude empfindet sie nur Schuld gegenüber dem Menschen, der für sie gestorben ist. In ihr reift ein ungeheuerlicher Plan: Sie will ihr neues Herz verschenken und postet einen entsprechenden Aufruf in einem Internetforum. Dessen Moderator Noah geht zum Schein darauf ein. Erst als Gwen vor ihm steht, merkt er, wie verzweifelt sie wirklich ist...

 Mein Eindruck:

Ein wundervolles Cover, ein verheißungsvoller Titel und ein viel versprechender Klappentext ließen ein großartiges Lesevergnügen erwarten... und ich wurde nicht enttäuscht! Intensiv, bewegend, herzergreifend und gefühlvoll - Die Tage, die ich dir verspreche gehört definitiv zu meinen Buchhighlights dieses Jahr!

Gwen und Noahs Geschichte hat mich gefesselt und emotional tief berührt, denn Lily Oliver erzählt uns eine außergewöhnliche Liebesgeschichte, die das Thema Organspende und -transplantation eindringlich, aber äußerst sensibel behandelt. So begeistert zunächst der einfühlsame Schreibstil der Autorin, der zu einer flüssigen und leicht zu lesenden Erzählung beiträgt. Die Geschichte wird im Wechsel aus der Sicht der beiden Protagonisten erzählt. Auf diese Weise erfährt der Leser/ die Leserin umfassend und eingehend von der emotionalen Reise, die Gwen und Noah durchlaufen. Die Gedanken und Gefühle der handelnden Personen darzustellen, ist der Autorin hervorragend gelungen. Vor allem Gwens Unsicherheit, Ängste, Zweifel und Schuldgefühle werden eindringlich dargestellt. Aber auch von den Gefühlen, die die beiden füreinander entwickeln, erhält man beim Lesen einen äußerst authentischen Eindruck. Dabei wirkt die Geschichte zu keiner Zeit kitschig oder aufgesetzt. Schließlich hat mich sehr beeindruckt, wie die Autorin mit ihrer Geschichte die Notwendigkeit zwischenmenschlicher Kommunikation darstellt. "Ein letztes Mal nehme ich meinen Mut zusammen. Sie sollen nicht länger raten müssen, was ich brauche." - Gwen erfährt im Laufe der Geschichte in dieser Hinsicht neue Erkenntnisse und lernt, wie wichtig es ist, sich Noah und ihrer Familie gegenüber ehrlich zu äußern sowie Wünsche und Gedanken offen darzulegen. Auch wenn zwischenmenschliche Kommunikation oft schwer fällt und sogar schmerzhaft sein kann, macht Lily Oliver mit ihrer Geschichte deutlich, wie entscheidend ein ehrlicher Umgang und ein offenes Miteinander sind.

Die Tage, die ich dir verspreche erzählt in meinen Augen eine äußerst gelungene und wundervolle Geschichte! Wer fesselnde, emotionale und zum Nachdenken anregende Erzählungen mag, findet hier definitiv eine passende Lektüre!

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81 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

roman, familie, beziehung, deutsch, verschwinden

Weit über das Land

Peter Stamm
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 25.02.2016
ISBN 9783100022271
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext:

Ein Mann steht auf und geht. Einen Augenblick zögert Thomas, dann verlässt er das Haus, seine Frau und seine Kinder. Mit einem erstaunten Lächeln geht er einfach weiter und verschwindet. Astrid, seine Frau, fragt sich zunächst, wohin er gegangen ist, dann, wann er wiederkommt, schließlich, ob er noch lebt.
Jeder kennt ihn: den Wunsch zu fliehen, den Gedanken, das alte Leben abzulegen, ein anderer sein zu können, vielleicht man selbst. Peter Stamm ist ein Meister im Erzählen jener Träume, die zugleich locken und erschrecken, die zugleich die schönste Möglichkeit und den furchtbarsten Verlust bedeuten. ›Weit über das Land‹ ist ein Roman, der die alltäglichste aller Fragen stellt: die nach dem eigenen Leben.

Mein Eindruck:

Peter Stamms Roman "Weit über das Land" hat mich von Anfang an gefesselt. Warum verlässt ein Mensch von jetzt auf gleich sein bisheriges Leben und verschwindet? Und wie gehen Familie und Angehörige mit dieser Situation um? Diese Fragen haben mich während der Lektüre unheimlich beschäftigt und ließen mich den Roman kaum mehr aus der Hand legen. In einer sehr nüchternen Schreibweise, die ohne wörtliche Rede und detailreiche Beschreibungen auskommt, berichtet uns Peter Stamm von Thomas Verschwinden. Dabei nimmt er abwechselnd die Perspektive von Thomas und die seiner Frau Astrid ein. Beide Blickwinkel auf das Geschehene überschneiden sich hin und wieder - eine hervorragend gelungene Erzählweise, die nach und nach das Bild auf die Geschehnisse rund um Thomas Aufbruch vervollständigt. Unklar blieben für mich jedoch bis zum Ende Thomas Beweggründe für sein plötzliches Verschwinden - eine Tatsache, die ich zum einen sehr schade finde, zum anderen hat mich diese offen gebliebene Frage aber auch lange über die Lektüre hinaus beschäftigt. Zum Nachdenken regt ebenso das Ende der Geschichte an. Der offene Charakter lässt Realität und Astrids Gedankenwelt miteinander verschwimmen. Ein herrlicher Abschluss für ein absolut gelungenes Werk, das in meinen Augen zu Recht für den Deutschen Buchpreis 2016 nominiert wurde! 

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220 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

leben, berge, roman, tod, einsamkeit

Ein ganzes Leben

Robert Seethaler
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.01.2016
ISBN 9783442482917
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Als Andres Egger in das Tal kommt, in dem er sein Leben verbringen wird, ist er vier Jahre alt, ungefähr - so genau weiß das keiner. Er wächst zu einem gestandenen Hilfsknecht hearn und schließt sich als junger Mann einem Arbeitstrupp an, der eine der ersten Bergbahnen baut und mit der Elektrizität auch das Licht und den Lärm in das Tal bringt. Dann kommt der Tag, an dem Egger zum ersten Mal vor Marie steht, der Liebe seines Lebens, die er jedoch wieder verlieren wird. Erst viele Jahre später, als Egger seinen letzten Weg antritt, ist sie noch einmal bei ihm. Und er, über den die Zeit längst hinweggegangen ist, blickt mit Staunen auf die Jahre, die hinter ihm liegen. 

Mein Eindruck:

Zu Recht werden die Werke von Robert Seethaler von allen Seiten gelobt! Mit seinem einfachen und nüchternen Schreibstil überzeugt der Autor auf ganzer Linie. Ohne Umschweife, aber dennoch bedächtig, erzählt uns Robert Seethaler die ergreifende Geschichte eines Mannes, die einen - einmal angefangen zu lesen - den Roman nicht mehr aus der Hand legen lässt. Ein ganzes Leben ist eine kurzweilige, aber tiefgreifende Geschichte, die mich persönlich neugierig auf die anderen Werke von Robert Seethaler gemacht hat. 

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25 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

afrika, kinderkrimi, thabo, entführung, kirsten boie

Thabo: Detektiv und Gentleman - Die Krokodil-Spur

Kirsten Boie , Maja Bohn
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 22.08.2016
ISBN 9783789103957
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Klappentext:

Was für ein Gebrüll! Das muss Sibusiso Pilot sein, ohne Frage. Wenn einer so brüllt, als ob eine ganze Nilpferdfamilie hinter ihm her wäre, kann das nur Sibusiso Pilot sein. "Thabo! Thabo! Delighty ist verschwunden! Du musst sie suchen!" Und damit habe ich auch schon meinen zweiten Fall. Ich bin nämlich Detektiv, und ich werde alles dafür tun, Delighty zu retten - wenn es nötig ist sogar vor den gefräßigen Krokodilen!

Mein Eindruck:

Auch mit ihrem zweiten Buch über Thabo, Detektiv und Gentleman, ist Kirsten Boie eine tolle und spannende Geschichte rund um einen äußerst sympathischen Protagnsten und seine Freunde gelungen. Besonders die Erzählweise der Autorin begeistert von Anfang an: Es ist Thabo höchstpersönlich, der sich direkt an den Leser/ die Leserin wendet und seine Geschichte mit aller Höflichkeit - so wie es sich für einen Gentleman gehört - erzählt. Dabei bringen seine Anmerkungen über Land und Leute, die klischeehaften und zugleich charmanten Vergleiche zur westlichen Welt und andere kleine Anekdoten einen immer wieder zum Schmunzeln. Auf diese Weise gelingt es Kirsten Boie, die LeserInnen auf eine authentische und fantastische Reise in ein kleines Dorf in Afrika mitzunehmen. Zugleich vernachlässigt sie jedoch nicht, die schwierigen Umstände, die oftmals in den Ländern Afrikas herrschen: In der Nacht lauern wilde Tiere am Wegestand, die unerträgliche Mittagshitze, ausgetrocknete Wasserzisteren, Kinder, die ohne Eltern aufwachsen und in großer Armut leben, Kinderhandel,... Kirsten Boie spricht hier eine bittere Realität an, die dieser spannenden und humorvollen Detektivgeschichte zugleich eine gewisse Tiefsinnigkeit verleiht. Spannend, humorvoll und lehrreich - fünf von fünf Sterne für ein wundervolles und liebenswertes Kinderbuch! Eine absolute Leseempfehlung für Groß und Klein!

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109 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 72 Rezensionen

italien, insel, familiengeschichte, sizilien, roman

Die langen Tage von Castellamare

Catherine Banner , Marion Balkenhol
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 12.08.2016
ISBN 9783471351307
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt:

Amedeo Esposito wächst als Waisenkind in Florenz auf. Schon immer hat er Geschichten geliebt und in seiner roten Kladde gesammelt. Als er ganz im Süden Italiens eine Stellung als Arzt antritt, fühlt er sich zum ersten Mal in seine Leben zu Hause. Die Insel Castellamare mit ihrer verschworenen Gemeinschaft kann einem Arzt nicht viel bieten, einem Geschichtenliebhaber jedoch eine Fülle an Erzählungen und Geschehnissen. Zusammen mit seiner Frau, der schönen, klugen Pina, restauriert Amedeo ein altes Café. Direkt über dem Meer gelegen wird es ein beliebter Treffpunkt. Und für mehrere Generationen das Zuhause der Familie, die ein Jahrhundert der Veränderungen durchlebt: Freundschaften und Fehden, Kriege, Hochzeiten, Geburten und immer wieder die Liebe.

Mein Eindruck:

In ihrem Roman Die langen Tage von Castellamare nimmt uns die Autorin Catherine Banner mit auf eine kleine Insel kurz vor der Küste Siziliens. Dort erzählt sie uns eine sich über mehrere Generationen erstreckende Familiengeschichte, die den Leser/ die Leserin von Anfang an in ihren Bann zieht. Dies liegt zum einen an dem sehr angenehmen Schreibstil der Autorin und der Tatsache, dass sich die Geschichte sehr flüssig liest. Zum anderen ist es die Erzählung selbst, die begeistert: Castellamare als Dreh- und Angelpunkt einer Geschichte, die immer wieder mit spannenden und unerwarteten Ereignissen rund um die Familie Esposito und ihr Café überzeugt. Dabei ist es ausgezeichnet gelungen, wie die Erzählung fließend von einer Generation in die nächste übergeht und immer wieder neue Protagonisten im Vordergrund stehen: Amadeo, Pina, Maria-Grazia, Concetta,.... fantastische Charaktere, die die Geschichte weiter aufleben lassen und ihr einen wunderbaren Reiz verleihen. An Authentizität gewinnt der Roman durch die zahlreichen historischen Ereignisse,die Catherine Banner geschickt in ihre Erzählung einbaut. Kriege, wirtschaftliche Krisen und politische Entwicklungen nehmen ebenso Einfluss auf das Familienleben wie technischer Fortschritt und zunehmender Tourismus. Die langen Tage von Castellamare beinhaltet alles, was man sich von einem Familienroman erwartet und überzeugt auf ganzer Linie!

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122 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 49 Rezensionen

türkei, istanbul, liebe, suche, vater

Aprikosensommer

Deniz Selek
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 26.03.2015
ISBN 9783733500665
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Deniz Selek nimmt uns gemeinsam mit ihrer Protagonistin Eve auf eine fantastische Reise nach Istanbul. Mit viel Gefühl und in einem leicht zu lesenden, angenehmen Schreibstil erzählt Aprikosensommer eine wunderschöne Familiengeschichte, die in einer berührenden Liebesgeschichte münde. Auch wenn man als LeserIn von Beginn an ahnt, dass die Geschichte ein Happy End findet und sie wenig Überraschendes birgt, ist der Autorin eine emotionale Erzählung gelungen. Besonders interessant ist die Thematik des Buches: heutzutage kommt es nicht selten vor, dass Kinder und Jugendliche mit nur einem Elternteil aufwahcsen. Wie Eve mit dieser Situation umgeht, ihre Gefühlslage und der sehnliche Wunsch, den eigenen Vater kennenzulernen, werden von Deniz Selek einfühlsam und authentisch dargestellt. Was lange unklar bleibt, ist die Bedeutung des Titels. Den bezug zwischen diesem und der Geschichte stellt Deniz Selek erst im letzten Kapitel her - ein Kapitel, das den Abschluss einer bezaubernden Erzählung bildet.

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22 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

flüchtlinge, illegal, wien, vergewaltigun, mitgefühl

Es muss brennen: Geschichten zu den Themen Asyl und Culture Clash

Mart Schreiber
Flexibler Einband: 146 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 19.07.2016
ISBN 9781535183451
Genre: Sonstiges

Rezension:

Nachdem im Frühjahr mit Der falsche Held sein Erstlingswerk erschienen ist, wurden nun zwei weitere Erzählungen von Mart Schreiber veröffentlicht. Es muss brennen beinhaltet zwei Geschichten zum Thema Asyl.

Menschen, die sich auf der Flucht befinden, Migranten, Asylsuchende… alle diese Menschen prägen zurzeit die gesellschaftliche und politische Lage in vielen Ländern Westeuropas. Dies darzustellen gelingt Mart Schreiber in seinen beiden Geschichten hervorragend, vor allem die Erzählung Es muss brennen zeichnet ein authentisches Bild der gesellschaftlichen Lage: Willkommenskultur, Verständnis für die Asylsuchenden, Hilfsbereitschaft und Toleranz treffen auf Hass, Angst und Ausländerfeindlichkeit. In einer realistischen Erzählung deckt Mart Schreiber diese unterschiedlichen Haltungen der westlichen Bevölkerung  gegenüber Asylsuchenden eindrucksvoll auf. Die zweite Erzählung hingegen, die den Titel Finderlohn trägt, lebt von einem Protagonisten, der sich aufopferungsvoll dem Schicksal einer asylsuchenden Familie aus dem Irak annimmt – eine bewegende Geschichte.

Besonders hervorzuheben ist die Schreibweise des Autors. Beide Erzählungen lassen sich leicht lesen und wirken durch die zahlreichen Dialoge lebendig und authentisch. Auch kommen durch seinen Erzählstil die Gefühle der handelnden Personen sehr gut zum Ausdruck. Wie bereits mit seinem Erstlingswerk sind Mart Schreiber hier zwei weitere fantastische Erzählungen gelungen, die ein gesellschaftlich hochbrisantes Thema hervorragend bearbeiten.

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31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

österreich, lügenland, dystopie, diktatur, rechtspopulismus

Lügenland

Gudrun Lerchbaum
Flexibler Einband
Erschienen bei Pendragon, 20.07.2016
ISBN 9783865325501
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Spannend bis zum letzten Satz! Mit Lügenland ist Gudrun Lerchbaum ein packender, atemraubender und hochbrisanter Polit-Thriller gelungen, der unter die Haut geht. Die Geschichte um Matteas Flucht vor einem rechtspopulistischen Regime ist unheimlich fesselnd und überrascht mit etlichen Wendungen. Die Szenerie schockiert: Propaganda, Überwachung, Kontrolle,.... Die Darstellung eines rechtspopulistisch regierten und hoch technologisierten Überwachungsstaates ist der Autorin hervorragend gelungen. Auch wenn Gudrun Lerchbaum in ihrer Erzählung eine fiktive Welt schafft, wirkt sie so real, dass mich beim Lesen oftmals ein beklemmendes Gefühl ereilt hat.  Die Geschichte lebt besonders von einem eigenwilligen Erzählstil. Auch wenn man sich als LeserIn möglicherweise zunächst an diese stilistisch etwas außergewöhnliche Schreibweise gewöhnen muss,trifft dieser genau den Ton der Geschichte: Charakter der Protagonistin und die auf ihrer Flucht herrschende Atmosphäre werden auf diese Weise authentisch dargestellt. Lügenland ist ein fesselnder Polit-Thriller, der begeistert und vor dem Hintergrund einiger gesellschaftlicher Entwicklungen lange nachhallt.

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23 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

lamien, fantasy, drachen, flucht, vereigerung

Flucht in ein sicheres Leben

Anja Gust , Lila Lestrange , Anton Vogel , Tamara Schadt
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Wölfchen Verlag, 15.04.2016
ISBN 9783943406610
Genre: Sonstiges

Rezension:

„Wir haben lange überlegt, wie wir als Verlag damit umgehen sollen, dass es in Deutschland so viel Hass gegen Kriegsflüchtlinge gibt.“ (Alfons Theodor Seeboth). Entstanden ist eine High-Fantasy-Anthologie mit 22 Geschichten rund um das Thema Flucht und Vertreibung. Und tatsächlich lässt sich in den Kurzgeschichten vieles entdecken, was Fantasy-Fans begeistert: Elfen, Orks, Fabel- und Märchengestalten, Fantasiewelten und mystische Orte,… Zugleich setzen sich all diese High-Fantasy-Geschichten in unterschiedlicher Weise mit den Themen Flucht und Vertreibung auseinander. Auch wenn es sich um Schicksale aus fernen Welten handelt, finden sich in den Kurzgeschichten so etliche Parallelen zu unserer Gesellschaft. Zahlreiche Probleme unserer Zeit, die im Zusammenhang mit Krieg, Flucht, Vertreibung, Not und Elend stehen, werden in den Geschichten thematisiert.  

Auch wenn ich normalerweise kein Fan von High-Fantasy-Geschichten bin, war ich sehr neugierig auf diese Anthologie. Der aktuelle und brisante Hintergrund dieses Projekts haben mich neugierig auf die Geschichtensammlung gemacht. Vielen Autoren ist die Thematisierung von Flucht und Vertreibung hervorragend gelungen. Einige Geschichten haben mich emotional sogar sehr mitgenommen. Sehr traurig gestimmt hat mich beispielsweise Raols Reise von Lila Lestrange. Natürlich mochte ich einige Geschichten mehr als andere. Besonders gefallen haben mir: Der Garten der tanzenden Sterne von Anna Eichenbach – märchenhaft –,  Sonnenwende von Sarina Wood - eine außergewöhnliche Geschichte mit einer geschickten Erzählweise, Die Geschichte meiner Eltern - eine hoffnungsvolle Geschichte von André Geist und mein Favorit : Vater sie trommeln wieder von Thomas Michalski. Leider gab es auch einige Geschichten, die mir kaum bis gar nicht zugesagt haben – das mag aber an der Tatsache liegen, dass ich mich wenig für High-Fantasy begeistern kann. Trotzdem ist diese Anthologie in meinen Augen ein gelungenes Projekt. Hoch brisante Themen und Probleme werden hier mal von einer anderen Seite angepackt und diskutiert, sodass sich ein Blick in die Geschichtensammlung durchaus lohnt.

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