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365 Bücher, 105 Rezensionen

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44 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

absolut lesenswert, mustread, lohnt sich zu lesen, #darkdiamonds, 5sterne

SnowFyre. Elfe aus Eis

Amy Erin Thyndal
E-Buch Text
Erschienen bei Dark Diamonds, 25.11.2016
ISBN 9783646602975
Genre: Sonstiges

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63 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

liebe, so geht liebe, jugendbuch, schwangerschaft, schwanger

So geht Liebe

Katie Cotugno , Astrid Finke
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Heyne, 19.09.2016
ISBN 9783453596474
Genre: Jugendbuch

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558 Bibliotheken, 12 Leser, 1 Gruppe, 62 Rezensionen

mondprinzessin, mond, fantasy, ava reed, liebe

Mondprinzessin

Ava Reed
Flexibler Einband: 252 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 01.10.2016
ISBN 9783959913164
Genre: Fantasy

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

hoover, liebe, drama

November 9

Colleen Hoover
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Simon & Schuster UK, 10.11.2015
ISBN 9781471154621
Genre: Sonstiges

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582 Bibliotheken, 20 Leser, 1 Gruppe, 72 Rezensionen

dystopie, jugendbuch, das juwel, magie, liebe

Das Juwel - Die weiße Rose

Amy Ewing , Andrea Fischer
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 25.08.2016
ISBN 9783841422439
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Als ich endlich Die weiße Rose in die Finger bekam, lag der erste Band schon eine ganze Weile zurück. Erstaunlicherweise habe ich aber sehr gut in die Geschichte hineingefunden, die direkt nach dem Ende des ersten Bandes einsetzt. Die Autorin wiederholt die wichtigsten Ereignisse und erklärt kurz einige Zusammenhänge, sodass mein Gedächtnis wieder aufgefrischt wurde.

Von den märchenhaft schönen Covern dieser Buchreihe sollte man sich nicht in die Irre führen lassen. Diese Bücher haben es in sich und die darin enthaltenen Themen sind nichts für schwache Nerven. Die Reihe spielt in der Einzigen Stadt, die sich auf einer geheimnisvollen Insel befindet und vom Adel regiert wird. Die Stadt ist in mehrere Kreise eingeteilt, die durch hohe Mauern voneinander abgeschottet wurden. Gerade in den äußeren Randbezirken (dem Schlot, der Farm und dem Sumpf), aber auch im prächtigen Juwel selbst trifft man auf alle Arten der modernen Sklaverei. Die Autorin versteht es, die Schicksale der verschiedenen Nebencharaktere, die Violet bei ihrer Flucht helfen, lebendig werden zu lassen und den Leser mitfühlen zu lassen. Ich habe beim Lesen einen regelrechten Hass auf den Adel entwickelt.
Violet, Raven und Ash entkommen ihrem Gefängnis und treffen auf Sil, eine ältere, verbitterte Frau, die einst selbst ein Surrogat war. Doch, anders als die anderen Surrogate, überlebte sie die Geburt ihres Kindes und entkam dem Juwel vor vielen Jahren. Seitdem ist sie Teil einer Widerstandsbewegung, die sich Der schwarze Schlüssel nennt. Ihr Ziel: Den Adel stürzen und das Gleichgewicht in der Stadt und auf der Insel wiederherstellen.

Im Laufe der Geschichte erfährt man viel über die Hintergründe, die Insel und die Rolle der Surrogate, die weit mehr sind als reine Brutkästen für den Adel. Violet erkennt ihre Bestimmung und erfährt, dass ihre Gabe weit über die verhassten Auspizien hinausgeht. Gemeinsam mit Raven, Sil und Ash schmiedet sie einen Plan, um das Juwel zu stürzen. Doch auch der Adel ist nicht untätig und so drängt die Zeit. Zu allem Überfluss setzt die Herzogin vom Haus am See alle Hebel in Bewegung, um die Flucht ihres Surrogats und des Gefährten Ash zu rächen. Und so endet die Geschichte mit einem spannenden Cliffhanger, als Violets schlimmste Alpträume wahr werden.

Wie auch der erste Band lies sich das Buch zügig weglesen. Die Geschichte ist spannend, geheimnisvoll und steckt voller psychischer Gewalt, die dem Leser oftmals Gänsehaut bereitet. Trotzdem konnte das Buch für mich nicht restlos mit dem ersten Band mithalten.  Wie oftmals bei Mittelbänden führen alle Geschehnisse auf das große Finale hin, das ich auch gar nicht mehr erwarten kann. Aber außer Flucht, Pläne-Schmieden und Vorbereitungen treffen passiert leider auch nicht wirklich viel.

Deshalb gibt es von mir solide 3,5 Sterne.

Fazit:

Die weiße Rose von Amy Ewing ist etwas schwächer als der erste Band, aber dennoch sehr spannend und geheimnisvoll. Von den wunderschönen Covern der Reihe sollte man sich nicht täuschen lassen, denn die enthaltenen Themen sind nichts für schwache Nerven. Einige Geheimnisse werden gelüftet und neue Verbündete gefunden. Es handelt sich um einen „typischen“ Mittelband, in dem alle Vorbereitungen auf ein großes Finale getroffen werden und ansonsten wenig passiert – nicht mehr, aber auch nicht weniger.

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946 Bibliotheken, 60 Leser, 3 Gruppen, 124 Rezensionen

thriller, psychothriller, sebastian fitzek, fitzek, spannung

Das Paket

Sebastian Fitzek
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Droemer, 26.10.2016
ISBN 9783426199206
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Vergleich zu anderen Büchern des Autors beginnt Das Paket ziemlich ruhig. Durch eine Rückblende lernen wir die 6-jährige Emma kennen, deren cholerischer Vater ihr schon in jungen Jahren das Leben schwer macht. Dass sie sich als Unterstützung Arthur ausdenkt, eine Art Monster, das in ihrem Kleiderschrank wohnt, macht die Sache nicht besser.
Viele Jahre und eine erfolgreiche Therapie später, ist Emma selbst Psychiaterin und sorgt mit einem Experiment bei einer Konferenz für großen Wirbel unter ihren Kollegen. Eigentlich ist sie glücklich – verheiratet, schwanger und nah dran, ihre beruflichen Ziele zu erreichen, bis sich ihr Leben in einer einzigen Nacht von Grund auf ändert. Vergewaltigt, kahl geschoren und verängstigt vegetiert sie in den nächsten Monaten vor sich hin und traut sich nicht einmal, das eigene Haus zu verlassen. Zu groß ist die Angst vor dem „Friseur“, der bisher all seine Opfer nicht nur rasiert, sondern auch getötet hat. Emma lebt in ständiger Angst, dass er zurückkommen und seine Tat vollenden könnte. Aber das Schlimmste: Niemand glaubt ihre Geschichte. Nicht einmal ihren Ehemann Philipp, der Profiler bei der Polizei ist, kann sie überzeugen. Als eines Tages der Postbote klingelt und ein Paket für einen ihr unbekannten Nachbarn bei Emma abgibt, erreicht ihre Paranoia eine ganz neue Ebene.

Die Geschichte wird in mehreren Zeitebenen erzählt. Emma findet sich im Sprechzimmer ihren guten Freundes und Anwaltes Konrad Luft wieder, dem sie erzählt, was nach der Übergabe des Pakets geschehen ist. Konrad soll ihr dabei helfen, vor Gericht freigesprochen zu werden. Schnell wird dem Leser klar: Es gab Tote, für die Emma verantwortlich zu sein scheint. Und so erzählt sie ihrem einzig verbliebenen Vertrauten die ganze Geschichte.

Kurze Kapitel und fiese Cliffhanger sind Fitzeks Stärken. Sie erzeugen Spannung und zwingen den Leser, unbedingt schnell weiterzulesen. So kommt es, dass man das Buch kaum aus der Hand legen kann. Nach und werden werden die Puzzleteile aufgedeckt und gemeinsam mit Konrad erfährt man, was wirklich geschehen ist, nachdem das Unheil seinen Lauf nahm. Immer, wenn man denkt, man habe das Rätsel gelöst, legt Fitzek noch einen oben drauf und stellt alles wieder auf den Kopf. Vor allem gegen Ende war das Buch so spannend, dass ich mich wie in einem Sog gefühlt habe.
Die Auflösung hat mich überrascht und vollends überzeugt. Auch das ist eine große Stärke des Autors: einen Täter mit einem starken Motiv zu präsentieren, den man zuvor gar nicht auf dem Schirm hatte. Bisher hat mich jedes seiner Bücher völlig verblüfft zurück gelassen. Deshalb lese ich seine Bücher so gerne und deshalb bleiben sie mir auch im Kopf.

Insgesamt musste ich aber feststellen, dass es ruhig noch eine Spur gruseliger und atemloser hätte sein können. An den Nachtwandler oder den Seelenbrecher (bisher meine zwei Lieblings-Fitzeks) kommt das Paket leider nicht heran.

Von mir gibt es 4 Sterne.

Fazit:

Mit Das Paket ist Sebastian Fitzek wieder ein rundum überzeugender Psychothriller gelungen. In gewohnter Manier führt der Bestellerautor seine Leser an der Nase herum, bis eine Lösung präsentiert wird, die man so nicht erwartet hätte. Kurze Kapitel und fiese Cliffhanger erzeugen atemlose Spannung. Eine klare Leseempfehlung für alle Thrillerfans, die die Abgründe der menschlichen Seele aushalten.

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76 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

liebe, göttertochter, sommer, spin off, familie

Göttertochter - Das Kind der Jahreszeiten

Jennifer Wolf
E-Buch Text: 246 Seiten
Erschienen bei Impress, 06.10.2016
ISBN 9783646602692
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Zum Abschluss der wunderschönen Jahreszeiten-Reihe habe ich mich sehr auf Götterkind gefreut. Allein das tolle Cover hat mir richtig große Lust aufs Lesen gemacht.
Nachdem schon einige Wochen vergangen waren, seitdem ich Tagwind gelesen hatte, musste ich leider feststellen, dass es mir schwer fiel, die vielen Charaktere und Verwandtschaftsbeziehungen auf die Reihe zu kriegen. Deshalb mein Tipp: Lest diese tolle Reihe am besten am Stück.

Jennifer Wolf hat sich etwas ganz Besonderes ausgedacht, um ihre vielen Fans aus Hemera zu verabschieden. Liora, die Tochter des Frühlingsgottes Aviv und der neuen Sommergöttin Ilea, wird es nicht leicht gemacht, ihre große Liebe zu erobern. Der Weg dorthin ist mit vielen Hindernissen gespickt, die ein Happy End lange Zeit erschweren. Dieser Mix aus Drama und Romantik ist es, für den die Geschichten der Jahreszeiten stehen und den ich so sehr liebe. Man lacht, liebt und leidet gemeinsam mit der Protagonistin bis zum Schluss.

Besonders gut hat mir Lioras Familiengeschichte gefallen. Sie wächst als älteste von fünf Geschwistern bei ihren beiden Vätern, dem ehemaligen Sommergott Sol und seinem Auserwählten Yannis, auf. Die Liebe und Fürsorge innerhalb dieser wundervollen Patchworkfamilie ist auf jeder Seite spürbar und kommt sogar noch besser zur Geltung als im Vorgängerband Tagwind. Sol und Yannis sind so ein tolles Paar, das für ihre Liebe und ihr Glück gekämpft hat – genauso, wie Liora es jetzt tun muss.

Im Buch werden noch andere aktuellen Themen aufgegriffen und in die märchenhafte Welt Hemeras hineingewoben. Dabei steht die Familie in all ihren Facetten im Vordergrund, einmal als glückliches Vorzeigebeispiel und einmal als das genaue Gegenteil davon.

Das Ende war für mein Geschmack etwas zu happy und kitschig. Doch so muss es als Abschluss dieser tollen Reihe wahrscheinlich sein, um den vielen Fans gerecht zu werden. Zum krönenden Abschluss gibt es noch ein kleines Wiedersehen mit alten Bekannten.

Für Göttertochter vergebe ich insgesamt 4 Sterne.

Fazit:

Mit „Göttertochter“ ist Jennifer Wolf ein wundervoller, runder Abschlussband ihrer erfolgreichen Jahreszeiten-Reihe gelungen. Mit einem lachenden und einem weinenden Auge begleiten wir Liora bei ihrem Kampf um die Liebe und verabschieden uns gleichzeitig aus der märchenhaften Welt von Hemera.
Für mich ist die Reihe ein Must-Read, deshalb kann ich sie euch nur wärmstens empfehlen.

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751 Bibliotheken, 25 Leser, 1 Gruppe, 146 Rezensionen

mona kasten, begin again, liebe, vergangenheit, new adult

Begin Again

Mona Kasten
Flexibler Einband
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 14.10.2016
ISBN 9783736302471
Genre: Liebesromane

Rezension:

Der Einstieg fiel mir sehr leicht, denn die Geschichte hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Monas angenehmer Schreibstil ließ mich nur so durch die Seiten fliegen.
Allie gefiel mir als Protagonistin richtig gut. Sie weiß, was sie will und tut alles dafür, um es zu bekommen. Kaden geht sie anfangs aus dem Weg. Ich fand es toll, dass sie keine dieser weichgespülten Romanheldinnen war, die sofort zerfließen, wenn sie den Mann ihrer Träume sehen und plötzlich keinen anderen Lebensinhalt mehr haben, als Bad Boy Nummer 145. Doch leider wandelt sich Allie zum Ende hin und lässt sich Dinge gefallen, die für mich persönlich unentschuldbar wären. Egal, wie sehr man in jemanden verliebt ist, niemand sollte sich so behandeln lassen.
Kaden empfand ich einerseits zwar als klischeehaft beschrieben, andererseits hat mich seine mürrische Art gut unterhalten. Anfangs behandelt er Allie richtig scheiße und man möchte ihn am liebsten dafür hassen, aber man kann es nicht. Für seine guten Seiten möchte man ihn küssen, aber am Ende hat er sich für meinen Geschmack zu viel geleistet, was unverzeihlich ist. Dennoch lieben wir Bad Boys, oder etwa nicht?

Warum Allie nach Woodshill gezogen ist und sich neu erfunden hat, wird erst langsam im Laufe der Geschichte klar. Somit bleibt die  Spannung erhalten. Als Kaden daraufhin jedoch total austickt und wieder anfängt, sich wie ein Arsch zu benehmen, konnte ich seine  Gründe dafür nicht vollends nachvollziehen. Sein Motiv war mir nicht stark genug und hat mich leider nicht überzeugt.

Richtig gut gefallen haben mir die Dialoge. Sie waren authentisch, teilweise witzig und immer auf den Punkt gebracht. Würde ich nur die Dialoge bewerten, gäbe es sofort volle Punktzahl. Sie waren aus dem Leben gegriffen und haben der Geschichte Pepp verliehen, wenn ausufernde Beschreibungen und Gedankengänge manchmal zu viel des Gutes waren.Ab der Mitte des Buches fiel es mir leider etwas schwerer, am Ball zu bleiben. Da hat mir die Spannung gefehlt. Trotzdem lies es sich gut und flüssig lesen.

Ein klarer Pluspunkt sind die sympathischen Nebencharaktere, die Allie und Kaden als Freunde haben. In den folgenden Bänden wird es mit einigen von ihnen weitergehen. Ob ich diese Bände auch lesen werde, weiß ich aber noch nicht.

Begin Again zählt zum Genre New Adult und natürlich kann man das Rad nicht neu erfinden. Mich hat die Story stark an Colleen Hoovers Ugly Love erinnert. Wer dieses Buch mochte, wird hier also gut aufgehoben sein.
Insgesamt hat mir Begin Again, trotz einiger Längen und des wechselhaften Verhaltens der Charaktere, gut gefallen.


Fazit:

Mit Begin Again ist Mona Kasten ein überzeugender und gefühlvoller New-Adult-Roman gelungen, der auch in die Tiefe geht. Neben der eigentlichen Liebesgeschichte haben mir besonders die lebensechten Dialoge und die sympathischen Nebenfiguren gefallen. Ob die Story überzeugt, muss jeder für sich selbst entscheiden. Ich kann das Buch allen Fans des Genres empfehlen.

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162 Bibliotheken, 12 Leser, 2 Gruppen, 17 Rezensionen

dystopie, aliens, endzeit, rick yancey, cassie

Der letzte Stern

Rick Yancey , Thomas Bauer
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 03.10.2016
ISBN 9783442313365
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Wie ihr vielleicht wisst, war ich von den ersten beiden Teilen der Reihe hellauf begeistert. Selten habe ich eine so intelligente, rasant erzählte Dystopie gelesen, bei der einfach alles gestimmt hat: vom unglaublich tollen, teils poetischen Schreibstil des Autors über die Hauptperson (Cassie) bis hin zu einer in der Rahmenhandlung eingebetteten, überzeugenden Liebesgeschichte, hat mich diese Reihe in diesem Jahr einfach umgehauen. Endlich ist Band 3 erschienen und ich habe mich wahnsinnig gefreut, als ich das Buch schon einige Tage vor dem offiziellen Erscheinungsdatum in den Händen halten konnte. Innerhalb von zwei Tagen habe ich den Inhalt verschlungen, um am Ende … ja was eigentlich? Zufrieden zu sein? Oder enttäuscht? Irgendetwas dazwischen ist es letztendlich geworden. Auf jeden Fall konnte mich der dritte und finale Band dieser außergewöhnlichen Reihe nicht so sehr überzeugen, wie seine zwei Vorgänger.

Wurde Band eins noch hauptsächlich aus Cassies Sicht erzählt, haben sich in Band zwei schon mehrere Erzählperspektiven entfaltet. In „Der letzte Stern“ spielt Cassie nun sogar eine eher untergeordnete Rolle. Stattdessen kommen diesmal fast alle wichtigen Protagonisten zu fast gleichen Anteilen zu Wort und sogar einige Nebencharaktere werden großzügig in den Handlungsverlauf integriert. Gleichzeitig wird die Geschichte so rasant erzählt, dass sich das Buch innerhalb weniger Stunden wegliest. Trotzdem ist es mir dieses Mal sehr schwer gefallen, einen Zugang zur Geschichte zu bekommen. Es hat fast bis zur Hälfte des Buches gedauert, bis ich richtig „drin“ war. Und das keineswegs, weil die Geschichte schlecht wäre, sondern einfach, weil in den Vorgängerbänden so viele wichtige Dinge passieren, die ich einfach wieder vergessen hatte. Deshalb mein Tipp an alle, die die Reihe noch nicht kennen und sie gerne lesen würden: Lest sie am Stück. Genau das habe ich mir auch für einen Re-Read vorgenommen, den ich garantiert irgendwann machen werde, denn diese Reihe verdient einfach die volle, ungeteilte Aufmerksamkeit ihrer Leser.

Über Rick Yanceys einzigartigen Schreibstil habe ich schon in meinen Rezis zu den ersten beiden Bänden geschwärmt. Daran hat sich zum Glück nicht viel geändert. Seine bildgewaltige Sprache, die reich an Metaphern ist, hat mir mehr als einmal eine Gänsehaut über die Arme gejagt. Vor allem zum Ende hin entfaltet er sein volles erzählerisches Talent vor dem großen Finale.
Da wären wir auch gleich beim nächsten Thema: das Ende hätte ich mir anders gewünscht.Meine Emotionen haben sich irgendwo zwischen Schock, Fassungslosigkeit und Kopfschütteln bewegt. Und trotzdem bin ich mit dem Ende einverstanden und habe es schlussendlich akzeptiert. Falls ihr das Buch schon gelesen habt, bin ich sehr gespannt darauf, wie ihr die Auflösung findet.

Nun zu meinen Kritikpunkten: 

Insgesamt fehlte mir hier die Vertiefung der Liebesgeschichte zwischen Cassie und Evan. Seit dem ersten Band ist diese leider total untergegangen und wird sogar von Cassie selbst als fast schon belanglos hingestellt. Das fand ich total schade und hat mir im Herzen weh getan.
Von Cassie selbst gab es auch nicht viel zu lesen. Zu sehr wurde auf die anderen Charaktereeingegangen, die zwar alle wichtig sind, aber für meinen Geschmack zu sehr im Fokus standen.
Die Geschichte um Ringer und die damit verbundenen Entwicklungen am Ende waren mir too much. Natürlich sollte all das die Hoffnung für die kleine Gruppe der Überlebenden und die Menschheit an sich symbolisieren, aber ich habe einfach nicht verstanden, warum ausgerechnet sie ihr Happy End kriegt und andere, für mich wichtigere Personen, nicht.
Aber natürlich sind genau das die Enden, die ich liebe und die mir im Gedächtnis bleiben. Ich bin da wohl selbst zwiegespalten, aber gerade bei dieser Reihe hätte ich mir doch einen anderen Ausgang gewünscht.
Das Ende ist sehr offen gehalten. Das lässt Raum für weitere Stories, vielleicht ein Spin-Off zu Evan? Ich würde es mir jedenfalls wünschen.

 

Trotz meiner Kritikpunkte überwiegt der positive Gesamteindruck des Buches. Die dreibändige Reihe zählt zu meinen Highlights des Jahres 2016. Daran ändert auch der etwas schwächere letzte Band nichts.

Von mir gibt es diesmal 4 Sterne.


Fazit:

Eine der besten dystopischen Jugendbuch-Reihen ist nun zu ihrem Abschluss gekommen. Obwohl mich „Der letzte Stern“ nicht so begeistert zurücklässt, wie seine zwei Vorgängerbände, ist dem Autor mit dem finalen Band insgesamt ein würdiger Abschluss gelungen. Vor allem der bildgewaltige, einzigartige Schreibstil macht diese Bücher zu etwas ganz Besonderem. Die rasant erzählte Geschichte ist bis zum Schluss spannend, aber leider lässt mich das Ende etwas enttäuscht zurück.
Nichtsdestotrotz zählt „Die 5 .Welle“ zu meinen absoluten Highlights des Jahres 2016.

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(27)

42 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

yvonne westphal, liebe, sommer, du und ich und dieser somme, freundschaft

Du und ich und dieser Sommer

Yvonne Westphal
E-Buch Text: 349 Seiten
Erschienen bei Forever, 09.09.2016
ISBN 9783958181212
Genre: Liebesromane

Rezension:

„Du und ich und dieser Sommer“ ist Yvonne Westphals Debütroman, der im September als E-Book bei Forever, dem digitalen Imprint von Ullstein für Liebesromane, erschienen ist. Das Buch umfasst 34 Kapitel, die abwechselnd aus der Sicht der beiden Hauptpersonen, Nicole und Milias, erzählt werden. Dabei wechseln sich die Erzählperspektiven jedoch nicht pro Kapitel ab, sondern pro Szene innerhalb der Kapitel. Diese Einteilung war für mich mal etwas Neues und sehr erfrischend.

Im Fokus der Geschichte steht die erste große Liebe. Nicole ist 16 Jahre alt und Einzelkind. Sie wächst in einer scheinbar behüteten Familie auf, vor allem ihr Vater ist sehr liebe- und verständnisvoll. Nicoles Mutter hingegen ist mit Vorsicht zu genießen. Seit dem Tod ihres Vaters leidet sie unter Depressionen und starken Stimmungsschwankungen, mit denen sie ihrer Tochter das Leben schwer macht.
Nicole ist ein liebes, gutmütiges Mädchen. Sie hat ein reines Herz, ist manchmal ein bisschen naiv, aber insgesamt die Art Mädchen, die man sich selbst als Freundin wünscht. In Bezug auf Jungs ist sie noch sehr unerfahren, als sie ihr Herz ausgerechnet an den attraktiven Schulschwarm Milias verliert. Die beiden begegnen sich im Schwimmbad; der Sommer und die Ferien stehen vor der Tür und dieses unbeschwerte Feeling bringt die Autorin super rüber. Da wünscht man sich glatt selbst noch einmal in seine eigene Schulzeit zurück. Dank ihrer besten Freundin Lucy, die immer einen frechen Spruch auf den Lippen hat und gerne flirtet, finden Nicole und Milias zueinander und verabreden sich. Die beiden kommen sich schnell näher, die Funken fliegen mit Schallgeschwindigkeit und das Herzklopfen ist auf jeder Seite spürbar. Doch bevor die beiden eine echte Chance haben, muss ihre junge Liebe einige Hürden überwinden. Damit bleibt die Geschichte bis zum Ende spannend.

Yvonne Westphal hat einen angenehmen, lockeren Schreibstil. Sie schreibt in der Vergangenheitsform, was mir gut gefallen hat, weil diese Erzählperspektive immer ein bisschen anspruchsvoller klingt, als die Präsens-Variante. Sie benutzt viel Jugendsprache, was die Dialoge der Clique einerseits authentisch macht, aber manchmal etwas anstrengend ist. Das muss man mögen, zugegeben, aber als ich mich einmal richtig eingelesen hatte, stellte das kein Problem mehr dar. Das Verhalten von Milias und seinen Freunden, aber auch von Nicoles Freunden ist oftmals sehr wechselhaft und nicht immer moralisch einwandfrei, aber für mich durchaus nachvollziehbar und in Anbetracht des Alters der Protagonisten authentisch. Besonders gut hat mir gefallen, dass Nicole und Milias, egal wie aussichtslos die Umstände manchmal wirken, immer wieder zueinander finden und an die Kraft ihrer Liebe glauben. Die Szenen, in denen sich ihre junge Liebe entwickelt, haben mir Herzklopfen und weiche Knie bereitet und mich wünschen lassen, diese einzigartigen Gefühle selbst noch einmal zu ersten Mal erleben zu dürfen. Yvonne Westphal schafft es spielend leicht, die Besonderheit der ersten Liebe auf unbeschwerte Weise direkt in das Herz ihrer Leserinnen zu katapultieren. Wer hier keinen „Hach“-Moment erlebt, der hat vermutlich kein Herz.

Ganz toll haben mir auch die Kapitelüberschriften gefallen, die den Inhalt kurz zusammenfassen. Sie haben mich immer total neugierig auf das folgende Kapitel gemacht.

„Du und ich und dieser Sommer“ ist nicht nur eine süße Liebesgeschichte für Jugendliche und jung(geblieben)e Erwachsene, sondern hat auch einen tiefergehenden Hintergrund, auf den ich hier nicht näher eingehen möchte. Das muss jede Leserin selbst herausfinden. Auf jeden Fall macht die Auflösung am Ende sehr neugierig darauf, wie es mit Nicole, Milias und ihren Freunden weitergeht.

Lieblingszitate:

„Der einzige Unterschied zwischen dabei sein, sich zu verlieben, und in jemanden verliebt zu sein ist der, dass dein Herz schon weiß, was du fühlst, aber dein Hirn noch zu stur ist, um es zuzugeben.“

Ich beschloss, dass es an der Zeit war, aufzuhören zu zweifeln und anzufangen zu glauben.

Schicksal. Es ist unsere eigene Entscheidung, ob wir daran glauben wollen oder nicht. Es macht das Leben weder leichter noch schwerer. Aber es macht die Liebe ein kleines bisschen magischer.

Fazit:

Wer sich noch einmal an die Zeit der ersten großen Liebe zurückerinnern möchte, der sollte unbedingt „Du und ich und dieser Sommer“ von Yvonne Westphal lesen. Die Geschichte ist nicht nur jugendlich-frisch und toll erzählt, sondern bescherte mir auch den ein oder anderen „Hach“-Moment.
Dieses vielversprechende Debüt bringt den Sommer nicht nur zurück in den Herbst, sondern auch in die Herzen der Leserinnen.

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991 Bibliotheken, 21 Leser, 4 Gruppen, 59 Rezensionen

thriller, noah, verschwörung, sebastian fitzek, amnesie

Noah

Sebastian Fitzek
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 18.12.2014
ISBN 9783404171675
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der gedächtnislose Noah irrt mit dem obdachlosen Oskar durch das winterliche Berlin, alles was er bei sich trägt, ist eine Tätowierung, der er seinen Namen verdankt. Als er in der Zeitung auf ein Bild stößt, das ihm bekannt vorkommt, zögert er nicht lange und wählt die angegebene Rufnummer. So kommt Noah mit der amerikanischen Journalistin Celine in Kontakt, die ihm sofort ein teures Hotelzimmer reserviert, um ihn zu treffen. Doch dieses Treffen findet nie statt – jedenfalls nicht so, wie geplant. Kaum im Hotel angekommen, wird Noah von schrecklichen Flashbacks heimgesucht und erinnert sich an einzelne Szenen aus seiner jüngsten Vergangenheit. Verstörende Szenen. Und als wäre das noch nicht genug, dauert es nicht lange, bis ein Killer auftaucht, der ihn loswerden soll. Eine atemlose Hetzjagd gegen den unbekannten Feind beginnt, während Noah sich langsam an immer mehr Details erinnert.

Die Geschichte wird wie ein Puzzle vor dem Leser ausgebreitet. Die Szenen, in denen es um Noah geht, wechseln sich mit anderen ab, in denen auf verschiedene, wichtige Personen eingegangen wird. Schnell wird klar, dass es in diesem Buch um mehr geht, als nur einen normalen Thriller. Und so ist Noah nicht einfach nur ein Unterhaltungsroman, sondern ein nachdenklich stimmendes Buch mit einer ernsten und sehr wichtigen Message. Nach und nach kommen immer mehr verstörende Details ans Licht. Besonders einprägsam war die Geschichte einer jungen Mutter, die im Slum um das Überleben ihres Babys kämpft und bereit ist, alles zu opfern, um ihren Sohn zu retten.

Fitzek schafft es spielend, den Leser zu fesseln. Man will immer weiterlesen und das Rätsel um Noah und seine Verwicklung in das größte und abstoßendste Projekt der Menschheitsgeschichte lüften.
Dieses Buch ist anders, als andere Fitzek-Romane. Es stellt politische und moralische Fragen in den Vordergrund, die nicht einfach zu beantworten sind. Der Leser wird zum Nachdenken und Mitdenken angeregt. Er wird für Probleme sensibilisiert, die ihm vorher vielleicht gar nicht bewusst waren. Noah ist ein Buch, das auf jeden Fall im Gedächtnis bleibt.

Und trotzdem gefallen mir Fitzeks Psychothriller besser. Ich mag die Beziehungstaten, die Verbindungen zwischen Menschen, die sich nahe stehen. An Noah las ich nahezu eine Woche, was vorher bei Fitzek noch nie der Fall war. Normalerweise inhaliere ich seine Romane innerhalb von wenigen Lesestunden. Hier war das anders.

Von mir gibt es dennoch 4 Sterne.

Fazit:

Noah ist ein etwas anderer Fitzek. Dieses Buch wirft Fragen auf, die den Leser noch lange beschäftigen und nicht einfach zu beantworten sind. Wie alle seine Bücher steht auch dieser Thriller für atemlosen Spannung und Gänsehaut-Momente. Ich persönlich mag seine Psychothriller etwas lieber, dennoch kann ich das Buch uneingeschränkt weiterempfehlen.

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305 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 83 Rezensionen

liebe, liebesbriefe, jenny han, familie, briefe

To all the boys I’ve loved before

Jenny Han , Birgitt Kollmann
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 25.07.2016
ISBN 9783446250819
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Unter der Gesichte habe ich mir zugegebenermaßen etwas anders vorgestellt. Die Liebesbriefe, die unfreiwillig an an ihre Empfänger geraten, spielen nur eine kleine Rolle. Der Brief an den Nachbarsjungen Josh, der seit Jahren mit Lara Jeans großer Schwester Margot zusammen war, bringt das Fass erst so richtig ins Rollen. Seit der Middle School ist Lara Jean in Josh verliebt, doch niemand darf es wissen – am allerwenigsten Margot, die zum Studium nach Schottland gezogen ist und sich kurz vorher von Josh getrennt hat. Eigentlich könnte man meinen, wäre jetzt die Bahn frei, aber stattdessen lässt Lara Jean sich auf eine Fake-Beziehung mit Schulschönling Peter Kavinsky ein. Der ist ebenfalls frisch getrennt und will seine Ex eifersüchtig machen. Eine Dreiecksgeschichte beginnt, bei der Lara Jean bald nicht mehr weiß, wem ihre Gefühle gelten …

Die Geschichte ist sehr jung. Ich kann das Buch bedenkenlos schon ab 12 Jahren empfehlen. Der Schreibstil ist auch eher jung und hat mich leider ein wenig enttäuscht. Lara Jean erzählt ihre Geschichte aus der Ich-Perspektive, aber dabei scheint es manchmal, als wäre sie noch viel jünger als 16. Jungs hat sie bisher nur aus der Ferne angeschmachtet und die Briefe gingen an all jene, die sie sowieso nicht haben kann. Als Peter ihr das klar macht, ist sie erst einmal sauer, doch dann erkennt sie, dass er recht hat.   Die Probleme, mit denen sich Lara Jean außerhalb ihres Gefühlschaos herumschlagen muss, sind typische Teenieprobleme. Die Geschichte plätschert auch eher belanglos vor sich hin. Action oder besondere Höhepunkte sucht man hier vergebens.

Mir sind vor allem die Nebenfiguren sehr ans Herz gewachsen, allen voran Lara Jeans kleine Schwester Kitty. Das Mädchen ist zuckersüß und spielt auch gerne mal Amor. Auch der Vater der beiden ist ein herzensguter Mensch und kümmert sich rührend um seine drei Mädels.
Die Liebesgeschichte an sich entwickelt sich so schön, dass man am Ende nicht mehr weiß, ob man nun Team Josh oder Team Peter sein soll. Da das Ende offen gelassen wird, muss diese Entscheidung sowieso auf die Fortsetzung „P. S. I still love you“ vertagt werden, die aber momentan noch nicht auf Deutsch erschienen ist. Ob ich die Dilogie weiter verfolge, halte ich mir an dieser Stelle mal offen. So süß das Buch auch war, so unscheinbar ist es im Grunde auch und ich fürchte, dass ich es schnell wieder vergessen haben werde.

Von mir gibt es 3,5 Sterne.


Fazit:

„To all the boys I’ve loved before“ von Jenny Han ist ein süßes Jugendbuch, das die erste Liebe thematisiert. Die Geschichte ist sehr jung und unschuldig, sodass schon jüngere Mädchen bedenkenlos zugreifen können. Ich hatte mir unter dem Titel etwas anderes vorgestellt und wurde ein wenig vom Schreibstil und dem offenen Ende enttäuscht. Wer wissen möchte, ob Lara Jean ihr Glück findet, wird um die Fortsetzung „P. S. I still love you“ nicht herumkommen.
Für Fans von Geschichten über die erste Liebe durchaus zu empfehlen.

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195 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 107 Rezensionen

dresden, krimi, 2. weltkrieg, serienmörder, krieg

Der Angstmann

Frank Goldammer
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 23.09.2016
ISBN 9783423261203
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Max Heller, Kriminalinspektor und selbst ehemaliger Soldat, der 1915 schwer verwundet wurde, sieht sich mit einem brutalen, psychopathischen Frauenmörder konfrontiert, als die Welt um ihn herum zugrunde geht. Mehr als einmal sieht er sich der Frage gegenüber: „Was interessieren uns einzelne Morde in Zeiten des Krieges?“ „Wie viel ist ein Menschenleben wert, in Zeiten des Krieges?“ Doch er hält beharrlich an der Auflösung des Falls fest, obwohl ihm von höherer Stelle immer wieder Steine in den Weg gelegt werden. Schnell wird klar: der vorschnell Verurteilte kann es nicht gewesen sein und irgendjemand scheint ein Interesse daran zu haben, die Aufklärung der Morde zu sabotieren. Mehr als einmal gerät Heller auf der Suche nach dem Angstmann, wie ihn die verschreckte Bevölkerung nennt, selbst in Lebensgefahr und findet sich in der Kriegshölle wieder. Die Jagd nach dem Unbekannten findet in der Bombennacht vom 13. Februar 1945 ihren vorläufigen Höhepunkt. Beklemmend und authentisch wird das Inferno beschrieben, in dem sich der Kriminalist wiederfindet und schon fast mit dem Leben abgeschlossen hat.
Nach dieser Nacht ist nichts mehr wie es vorher war. Die Welt liegt in Schutt und Asche, die Stadt ist zerstört, Freunde, Nachbarn, Bekannte und Kollegen sind tot. Auch der Angstmann kann diese Nacht unmöglich überlebt haben – oder?

Max Heller ist eine beeindruckende Persönlichkeit. In einer Welt, in der Gehorsam und Linientreue alles sind, geht er seinen eigenen Weg, vertraut auf seinen Instinkt und bleibt seinen Prinzipien treu. Seine Frau Karin, mit der er zwei Söhne hat, die an der Front kämpfen, ist sein einziger Halt, seine Konstante in diesen schweren Zeiten. Ihr verspricht er, sich keinen unnötigen Ärger einzuhandeln, obwohl das fast unmöglich ist. Und so macht er sich allein auf die Jagd nach dem Unbekannten, als die Polizei aufgelöst wird und er alles verloren hat. Doch Informationen machen nicht satt und Ermittlungen auf eigene Faust unter den Russen sind gefährlich – lebensgefährlich.
Der Charakter und die Geschichte des Max Heller bieten noch so viel Stoff für weitere Geschichten und ich hoffe, dass seine Ermittlungen weitergehen. Er wird bald zu den ganz Großen im Bereich der Kriminalliteratur werden – da bin ich mir sicher.

Der Autor schafft es, den Leser durch knappe und präzise Sätze, in denen auf ausschweifende Beschreibungen und Erklärungen verzichtet wird, in die Kriegswirren im Winter 1944 / 45 hineinzuversetzen. Mit jeder Seite, die ich gelesen habe, fühlte ich mich, als wäre ich dort. Das Elend der Bevölkerung, die allgegenwärtige Angst und der Hunger waren stets greifbar. Dabei ist es dem Autor gelungen, diese Zustände eher durch die Nebensätze zu vermitteln und dadurch ein objektives Bild der Geschehnisse zu vermitteln.
Die Geschichte ist temporeich und unglaublich packend geschrieben. Die Suche nach dem Angstmann gerät zur atemlosen Hetzjagd, bei der sich mehr als einmal das Blatt wendet. Dem Autor ist es gelungen, eine Geschichte zu spinnen, die spannend und düster ist, furchterregend und authentisch.
Ich liebe es, wenn Krimis aufgelöst werden und den Leser fassungslos zurücklassen. Dies ist so ein Krimi und der Autor versteht sein Handwerk!

Von mir gibt es volle Punktzahl und eine eindringliche Leseempfehlung.


Fazit:

„Der Angstmann“ bietet alles, was einen fesselnden Krimi ausmacht. In den Schrecken des Zweiten Weltkriegs gerät die Suche nach einem Frauenmörder zu einer atemlosen Hetzjagd, die niemanden kalt lässt. Der Autor versteht es, den Leser aufs Glatteis zu führen, ihm Lösungsansätze zu bieten und am Ende alles durcheinanderzuwirbeln. So muss ein guter Krimi sein! Bitte mehr davon!

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514 Bibliotheken, 23 Leser, 0 Gruppen, 136 Rezensionen

nina mackay, plötzlich banshee, banshee, fantasy, feen

Plötzlich Banshee

Nina MacKay
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.09.2016
ISBN 9783492703932
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Dieses Buch war im September in aller Munde. Viele Blogger haben es gelesen und waren begeistert. Schnell war auch mir klar: Das muss ich haben!

Nun ist es so, dass ich nicht mit jedem Fantasyroman etwas anfangen kann. High Fantasy geht gar nicht und auch die Subgenres müssen einen gewissen Anteil Realität und zumindest eine kleine Liebesgeschichte beinhalten, um mich zu begeistern. All das ist in „Plötzlich Banshee“ gegeben. Trotzdem konnte mich das Buch nicht wirklich umhauen. Woran lag’s?

Zuerst einmal gefällt mir die Grundidee ausgesprochen gut. Von Vampiren, Engeln, Dämonen und jungen Frauen mit übernatürlichen Kräften hat man schon einiges gelesen, von irischen Todesfeen allerdings noch nichts. So plötzlich, wie der Titel es beschreibt, tritt ihre Gabe oder ihr Fluch (je nachdem) nun aber doch nicht in Alanas Leben. Immerhin sieht sie die Lebensuhren ihrer Mitmenschen schon seit ihrer Kindheit ablaufen und brüllt dabei wie am Spieß. Bisher hat sie sich allerdings strikt dagegen gewehrt, sich mit ihrem Schicksal auseinanderzusetzen. Das ändert sich, als in ihrem kleinen Heimatort eine Reihe Morde an Jugendlichen verübt wird, von denen sich schnell herausstellt, dass sie Magische waren – genau wie Alana, ihr bester Freund Clay und alle ihre Freunde. Surprise! Schnell findet sich die junge, schusselige Privatdetektivin an der Seite des attraktiven Detective Shane wieder und ist mitten in die Aufklärung der Morde involviert.

Nina MacKay hat einen locker-leichten und sehr flüssigen Schreibstil. Insgesamt lässt sich das Buch gut lesen, trotzdem musste ich manchmal zurückblättern, um einige Zusammenhänge zu verstehen oder um bei der Vielzahl der Nebenfiguren den Durchblick zu behalten. Die Autorin schreibt durchaus humorvoll und hat mir auch an der ein oder anderen Stelle ein Schmunzeln entlockt, aber mehr auch leider nicht. Die meisten Witze und Sprüche haben bei mir nicht gezündet und auch der – für meinen Geschmack viel zu häufig verwendete – Spitzname Detective Sockenschuss konnte mir nach der dritten Erwähnung nur noch ein müdes Gähnen entlocken. Trotzdem lockert Alanas unkonventionelle Art die Geschichte auf und sorgt für Pepp.

Ich weiß nicht woran es genau lag, aber ich habe unverhältnismäßig lange an dem knapp 400 Seiten starken Buch gelesen. Das ist kein gutes Zeichen und hat am meisten mich selbst enttäuscht. Im Mittelteil empfand die Geschichte als zu lang gezogen und vor allem die immer wiederkehrenden Fragen, die sich Alana stellt, wurden zu oft wiederholt. Nichts langweilt mich mehr als ausufernde innere Monologe.

Das Ende hat mich dann aber doch mit der Geschichte versöhnt. Die Auflösung, die gebrachten Opfer und alle aufgeklärten Verwicklungen haben mich zufriedengestellt.
Warum also hinterlässt das Buch dann trotzdem nur einen mittelmäßigen Eindruck bei mir? Ich weiß es nicht. Vermutlich ist es wie mit allen Hypes – einfach Geschmackssache.

Von mir gibt es jedenfalls 3,5 Sterne.


Fazit:

Die Grundidee der tollpatschigen, irischen Todesfee hat mir durchaus gut gefallen. Trotzdem habe ich bei „Plötzlich Banshee“ wieder einmal feststellen müssen, dass nicht jedes Fantasybuch etwas für mich ist.
Wer humorvolle Jugendfantasy mag, sollte dennoch einen Versuch wagen. Ihr werdet mit einer ungewöhnlichen, gut ausgearbeiteten, locker-leichten Geschichte belohnt, die ihr so schnell nicht vergessen werde

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291 Bibliotheken, 16 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

audrey carlan, calendar girl, erotik, mia, calendar girl - berührt

Calendar Girl - Berührt

Audrey Carlan , Graziella Stern , Christiane Sipeer , Friederike Ails
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 12.08.2016
ISBN 9783548288857
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

War ich vom ersten Band der Reihe noch ganz angetan, nahm meine Begeisterung in Band 2 sehr schnell ab. In Mias Leben dreht sich alles nur um das Eine und es scheint, als ob die Gute mittlerweile geradezu sexbesessen wäre. Jeder Mann, der ihr über den Weg läuft und halbwegs gut aussieht, landet in ihrem Bett – oder wahlweise landet sie auch mal auf der Motorhaube. Zwar versucht der Klappentext etwas Tiefe zu vermitteln, doch leider konnte ich im Buch davon nicht viel entdecken. All diese schönen Landschaftsbeschreibungen oder Mias soziale Ader wirkten auf mich wie lieblos eingestreutes, schmückendes Beiwerk, wenn gerade mal kein Koitus stattfand. Von Hilfsorganisationen über Verkupplungsaktionen bis hin zu einer kleinen Nebenstory über Mias jüngere Schwester Maddy waren viele gute Ansätze dabei, nichts wirkte jedoch auf mich so, als ob Mia wirklich dahinter stehen würde. Viel mehr sah es danach aus, als ob die Autorin ein paar „Lückenfüller“ gesucht hätte, um nicht eine Sexszene an die nächste zu reihen.
In allen drei Geschichten des zweiten Bandes spielt Mia die Kupplerin und das war mir eindeutig zu viel des Guten.

Der absolute Tiefpunkt der Story bestand darin, als Mias beste Freundin Ginelle (die sie übrigens ganz charmant unter Hurenschlampe in ihrem Handy abgespeichert hat) mit nach Hawaii reiste und sich schön mit dem Bruder von Mias aktuellem Opfer Tai vergnügte. Spätestens da drehte sich alles nur noch um lauter Dinge, die ich hier alle wegpiepen müsste, weil sie in ihrer wörtlichen Umschreibung einfach nur geschmacklos sind. Diese Szenen sollten wahrscheinlich auf den Leser wirken, als handelte es sich um zwei emanzipierte Frauen, die sich nehmen, was sie wollen, doch auf mich wirken die beiden Freundinnen einfach nur dumm wie Stroh.

Ich kann den Hype um die Reihe dennoch nachvollziehen und muss zugeben, dass ich trotz aller Kritik auch wissen wollte, wie es nach Band 1 weiter geht. Vor allem die Liebesbeziehung zu Wes, Mias erstem Kunden, interessiert mich sehr und ich würde nur zu gerne wissen, ob die beiden am Ende des Jahres ein Paar werden. Aber die völlig flache Handlung, Worte und Bezeichnungen, die an Stumpfsinnigkeit und Niveaulosigkeit nicht mehr zu unterbieten sind, sowie die halbherzig ausgebauten Nebenstränge der Story machen es mir schwer, überhaupt den Willen aufzubringen, um weiterzulesen.

Außerdem finde ich es sehr gefährlich, dieses Buch in die Hände von Teenagern zu geben, die Mias Abartigkeiten total begeistert in sich aufsaugen. Ich halte das für sehr bedenklich und würde als Bibliothekarin dringend davon abraten, diese Bücher an junge Mädchen weiterzugeben, die vielleicht noch nicht dazu in der Lage sind, diese gesammelten Eskapaden mit der Realität in Einklang zu bringen. Wer diese Reihe in die Hände nimmt, sollte die emotionale Reife besitzen, um zu erkennen, dass die dargebotenen Abenteuer im Leben einer jungen Frau keineswegs erstrebenswert sind, um glücklich zu werden oder zu sich selbst zu finden.

Insgesamt vergebe ich für Calendar Girl – Berührt 2,5 Sterne.


Fazit:

Fans von Erotikromanen sollen Mia und ihr Year of Sex selbst beurteilen. Persönlich habe ich mich dazu entschieden, die Reihe nach Band 2 nicht weiter zu verfolgen, weil die Geschichten immer flacher und niveauloser wurden. Von mir gibt es diesmal keine Leseempfehlung.


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80 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

liebe, schweigen, liebesroman, geige, gefühle

Finian Blue Summers

Emma C. Moore
Flexibler Einband: 278 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 25.08.2016
ISBN 9781537247670
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Finian Blue Summers ist mein allererstes Buch von Marah Woolf. Ich wollte schon lange mal etwas von ihr lesen. Die Inhaltsangabe und vor allem das schöne Cover haben mich sofort angesprochen. Auch der verhältnismäßige günstige Preis für das Taschenbuch hat für mich den Kaufausschlag gegeben.

Die Geschichte wird abwechselnd auf Finians und Raynes Sicht in der Ich-Form erzählt. Der Schreibstil ist sehr simpel gehalten und hat mich ehrlich gesagt etwas enttäuscht. Teilweise hatte ich das Gefühl, dass die Sätze einfach so aneinander gereiht wurden, wie sie der Autorin den Sinn gekommen sind. Da fehlte mir der geschmeidige Übergang. Aber als ich mich einmal daran gewöhnt hatte, bin ich gut in die Geschichte hineingekommen und wollte unbedingt wissen, ob die zarte Liebe dieser beiden unterschiedlichen Personen bestehen kann.

Rayne bricht zum ersten Mal in ihrem Leben aus und tut, was sie für richtig hält. Dieses Thema gefällt mir äußerst gut und wurde auch toll umgesetzt. Man spürt förmlich, wie sie aufblüht und aus sich heraus kommt. Und auch wenn sie noch keine nennenswerten Erfahrungen mit Jungen gemacht hat, kämpft sie um Finian und seine Liebe, die er ihr verweigert, weil er sich ihrer nicht würdig fühlt. Wie die beiden sich langsam näher kommen, wird intensiv und authentisch erzählt und hat mir Schmetterlinge in den Bauch und ein Lächeln auf die Lippen gezaubert.

Im Laufe der Geschichte lernt man einige Nebenfiguren kennen, die sich liebevoll und fürsorglich um Rayne kümmern und sogar Amor spielen. Der Zusammenhalt in dem kleinen verschlafenen Dörfchen war auf jeder Seite spürbar und man bekommt richtig Lust, selbst in so einer Gemeinschaft zu leben, in der sich jeder um den anderen kümmert.

Zum Ende der Geschichte gibt es einige Wendungen, die ich wirklich nicht erwartet hätte. Trotzdem haben genau diese Entwicklungen für mich den Reiz des Buches ausgemacht, sonst wäre mir Finian Blue Summers wohl nur als eine von vielen süßen Teenie-Liebesgeschichten im Kopf geblieben. So aber werde ich noch lange an das Buch zurückdenken.

Lobend erwähnen möchte ich noch die liebevolle Gestaltung des Buches. Neben dem wunderschönen Cover, das einfach auf ein gedrucktes Buch gehört, weil es sonst viel zu schade wäre, gibt es am Anfang jeden Kapitels eine kleine Grafik. Am Ende des Buches wartet Oma-Raynes Originalrezept für Blaumeermalade darauf, ausprobiert zu werden. Beim Layout innerhalb des Buches gibt es ein paar Kleinigkeiten, die nicht ganz stimmig sind, aber das kann ich bei einem SP-Titel verschmerzen.
Wer sich gerne über das Buch hinaus mit der Geschichte beschäftigen möchte, kann dies anhand der zugehörigen Pinterest-Leinwand und Spotify-Playlist tun.

Fazit:

Wirkt Finian Blue Summers bis zur Hälfte des Buches noch wie eine typische Teenie-Liebesgeschichte, so konnten mich vor allem die unerwarteten Wendung am Ende überzeugen. Vom Schreibstil hatte ich mehr erwartet, doch insgesamt konnte mich das Buch um die junge Liebe der beiden ungleichen Protagonisten Finian und Rayne überzeugen.
Für mich ein rundum gelungenes Buch mit einer überzeugenden Geschichte!

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Tags: drama, erste liebe, gefühle, jugendliebe, leben, leid, liebe, musiksta, neuanfang, schicksal, sommer, trauer, überbehütet, usa   (14)
 

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86 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

liebe, musik, kyra groh, tage zum sternepflücken, musical

Tage zum Sternepflücken

Kyra Groh
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 14.03.2016
ISBN 9783734101755
Genre: Liebesromane

Rezension:

Kyra Groh hat einen locker-leichten Schreibstil, der genau die richtige Mischung aus Emotion und Humor beinhaltet. Die Geschichte, die sie rund um Layla und Julius gestrickt hat, hat mir sehr gut gefallen. An vielen Stellen gibt es musikalisches Wissen, das in den Text hinein gewoben wird. Zeitlich erstreckt sich die Geschichte über ungefähr ein halbes Jahr, genau den Zeitraum, in dem das Musical Sweeney Todd an Laylas Privatuni auf die Beine gestellt wird.
Beim Vorsingen für die Hauptrolle stolpert der gutaussehende, aufstrebende YouTube-Star und Gitarrenstudent Julius in Laylas Leben und verdreht ihr gehörig den Kopf. Der Klappentext verrät ja schon, dass die beiden miteinander im Bett landen, aber leider entwickelt sich daraus nicht die von Layla erhoffte große Liebesgeschichte.Als Layla erfährt, dass Julius vergeben ist, ist sie erstmal stocksauer. Seit der unglücklichen Ben-Geschichte wollte sie schließlich nichts mehr mit selbstverliebten Musikern anfangen. Doch Julius ist nicht Ben und obwohl man ihn im ersten Moment dafür hassen möchte, dass er seine Freundin betrügt und Layla Hoffnungen macht, kann man sich bald nicht mehr gegen seinen Charme wehren und verliebt sich zusammen mit Layla in ihn. Ich konnte seine Beweggründe sogar nachvollziehen. Wer allerdings die moralische Keule ganz hoch hält, sollte von dem Buch lieber die Finger lassen. Alle anderen dürfen sich jedoch gerne hineinstürzen in diese turbulente Geschichte, die sich bald irgendwo zwischen Freundschaft und Affäre einpendelt.

Das Buch wird durch viele liebenswerte Nebencharaktere und unzählige witzige Sprüche aufgelockert. Der locker-leichte Erzählton hat mich nur so durch die Seiten fliegen lassen. Kyra Groh ist ein großes Talent und über ihre witzigen Wortkreationen musste ich mehr als einmal herzhaft lachen. Wer moderne Unterhaltungsromane für junge Frauen sucht, sollte hier unbedingt zugreifen. Ich freue mich schon darauf, die anderen Bücher der Autorin zu lesen.

Leider empfand ich das Ende als etwas zu einfach gestrickt, da hätte ich mir mehr Initiative und Kämpferwillen von Julius gewünscht. Trotzem ist es natürlich das einzig richtige Ende für den hoffnungslos verzückten Laylius-Shipper. Auch hätte ich mich über einen Bezug zum Buchtitel im Text gefreut, doch der kam leider nicht. Nichtsdestotrotz ist „Tage zum Sternepflücken“ ein toller Roman, der von mir verdiente 4,5 Sterne bekommt.


Fazit:

„Tage zum Sternepflücken“ ist ein wundervoller, moderner Liebesroman mit viel musikalischem Hintergrund, der in einem locker-leicht-humorvollen Ton erzählt wird. Mir hat die turbulente Liebesgeschichte um Layla und Julius sehr gefallen, deshalb möchte ich sie euch unbedingt ans Herz legen.

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107 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

liebe, colleen hoover, warren, sex, freundschaft

Maybe Not

Colleen Hoover
E-Buch Text
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 26.08.2016
ISBN 9783423429962
Genre: Liebesromane

Rezension:

Leider war ich von Maybe Someday nicht besonders begeistert. Dennoch war ich gespannt auf das Spin-Off um Warren und Bridgette, deren Geschichte unabhängig vom Roman gelesen werden kann. Den Preis finde ich für den geringen Umfang des E-Books ziemlich hoch angesetzt, aber das wird die Colleen-Hoover-Fans sicher nicht davon abhalten, es zu kaufen.

Als Bridgette ins Warrens WG einzieht, ist das ein Schock für ihn. Ein Mädchen in einer Männer-WG? Mit der er sich auch noch das Badezimmer teilen muss? Unvorstellbar! Welch ein Glück, dass Bridgette neben der Uni bei Hooters arbeitet und öfter als nötig in ihrer winzigen, sexy Uniform durch die Wohnung streift. Es dauert nicht lange und Warren ist seiner neuen Mitbewohnerin restlos verfallen. Doch die ist ziemlich biestig und scheint ihn zu hassen. Dennoch gibt es diese knisternde Spannungzwischen den beiden, die sich bald in heißer Erotik entlädt. Sex sells – das hat auch Colleen Hoover erkannt und scheint mittlerweile nur noch sehr erotische Geschichten zu schreiben.

Warren kommt ziemlich einfach gestrickt daher: Er ist mit sich und der Welt zufrieden, ist faul, ein bisschen vorpubertär in seinem Verhalten und schaut den lieben langen Tag Pornos. In Maybe Not wird auch erklärt, warum er das tut. Für ihn gibt es nichts Wichtigeres, als Bridgette endlich flachzulegen und natürlich passiert das auch ziemlich schnell. Bridgette hingegen ist schon ein wenig undurchschaubarer. Es dauert lange, bis sie in der Lage ist, sich zu öffnen und ihre Gefühle für Warren einzugestehen. Auf dem Weg dahin passieren allerlei witzige Dinge, denn in der WG ist es üblich, sich gegenseitig Streiche zu spielen. Gegen Ende erhält man noch einen kleinen Einblick in Warrens Familiengeschichte und Bridgettes Hintergrund.

Insgesamt hat mir diese kurzweilige Zusatzgeschichte gut gefallen. Von mir gibt es vier Sterne.

Fazit:

Maybe Not kann unabhängig von Maybe Someday gelesen werden und hat mir insgesamt auch besser gefallen als die langweilige und zum Teil sehr verkitschte Romangrundlage. Zwischen Warren und Bridgette fliegen gewaltig die Funken, aber auch am Humor wird nicht gespart. Die kurze Zusatzgeschichte ist dank des hohen Preises kein Must-Read, aber für Colleen Hoover Fans sicherlich trotzdem interessant.

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58 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

liebeskummer, kathrin wessling, morgen ist es vorbei, liebesschmerz, trennung

Morgen ist es vorbei

Kathrin Weßling
Flexibler Einband: 196 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 10.08.2015
ISBN 9783630874944
Genre: Romane

Rezension:

Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes! Das habe ich schon beim Durchstöbern der Leseprobe erkannt. Jede einzelne Geschichte hat mich in ihren Bann gezogen und durch ihre Intensität und Wortgewalt schlichtweg umgehauen. Kathrin Weßling schreibt sich hier das blutende Herz aus der Brust und bringt Geschichten zu Papier, die das Leben tagtäglich schreibt. Ich bin mir sicher, dass sich jeder Leser in mindestens einer Geschichte wiedererkennen wird.
Kathrin Weßlings Sprache ist reich an Metaphern und einzigartig hart und schön. In diesem Buch stecken so viel Wahrheit und intelligente Sätze, das ich mir am liebsten endlos viele Zitate herausgeschrieben hätte.

Alle Stories handeln von der Kehrseite der Liebe, von Einsamkeit, Schmerz, Leid, Sehnsucht oder Verlangen. Happy Ends sucht man hier vergeblich, aber genau das ist es, was den Reiz der Geschichten ausmacht: die schonungslose Ehrlichkeit, erzählt in fast schon beiläufig schlichten Worten, die den Leser dennoch mitten ins Herz treffen.
Ich bin sofort in jede einzelne Story hineingetaucht und wurde von den Worten der Autorin eingesaugt und nicht mehr losgelassen.

Damit ich mich auf jede Geschichte einlassen konnte, habe ich mir für das schmale Büchlein sehr viel Zeit genommen. Ich wurde mit einer einzigartigen, wundervollen und ausdrucksstarken Sprache belohnt, die mich sehr neugierig auf das Erstlingswerk von Kathrin Weßling (Drüberleben) gemacht hat. Ich bin mir sicher, dass auch dieses Buch bald bei mir einziehen wird.


Lieblingszitate:

Und noch immer: Schweigen. Ihr Schweigen, das sie dir wie Schmirgelpapier über’s Herz zieht. Ihr Schweigen, das dich zu dem müden Reh macht, das vor den Scheinwerfern ihrer Wortlosigkeit erstarrt ist. (S. 36, „Wilde Wesen“)

Und irgendwann gibst du auf und läufst mit einem Stacheldraht im Herzen herum, macht ja nichts, macht ja überhaupt gar nichts, das geht vorbei. (S. 37, „Wilde Wesen“)

Und wenn man schon seit Tagen, seit Wochen und Monaten hungrig ist, dann kommen einem die kleinen Bonbons, die Menschen wie Tom sind, beinahe ein bisschen vor wie Nahrung. Aber am Ende wird einem bloß schlecht und man ist noch immer hungrig, den Bauch voller Sehnsucht, den Kopf voller Schmerz, weil Zucker bloß gierig macht und nicht ruhig. (S. 124, „Schwimmen“)

Für dieses rundum gelungene Buch, das ganz nach meinem Geschmack ist, vergebe ich fünf Sterne.

Fazit:

Wer melancholische, überraschende Texte mag und sich im Strudel der verschiedensten Emotionen verlieren möchte, die man beim Lesen  von „Morgen ist es vorbei“ unweigerlich durchlebt, der sollte dieser Kurzgeschichtensammlung unbedingt eine Chance geben. Für dieses dünne, aber wortgewaltige, ausdrucksstarke Buch solltet ihr viel Zeit einplanen – ihr werdet mit einer unglaublich intensiven Sprache belohnt. Absolute Leseempehlung!

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681 Bibliotheken, 35 Leser, 2 Gruppen, 175 Rezensionen

erotik, calendar girl, audrey carlan, liebe, sex

Calendar Girl - Verführt

Audrey Carlan , Friederike Ails , Graziella Stern , Christiane Sipeer
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 27.06.2016
ISBN 9783548288840
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Kaum ein Buch wurde in letzter Zeit so sehr gehyped wie Calendar Girl. Ich habe viele positive, aber mindestens auch genauso viele negative Stimmen über die Reihe gehört, habe Werbung in Zeitschriften, im Internet und sogar im Kino dafür gesehen. Als wir das Buch für die Bibliothek bestellt hatten, war schnell klar: Das muss ich auch lesen. Und überraschenderweise hat es mir sogar gefallen.
Seit 50 Shades of Grey sprießen die Erotik-Reihen wie Pilze aus dem Boden. Da ich das Buch damals furchtbar langatmig fand, habe ich seither nichts mehr aus dem Genre gelesen. Das hat sich nun geändert.

Zuallererst gefällt mir das Konzept der Reihe: eine abenteuerlustige, unerschrockene junge Frau, die jeden Monat ein neues Abenteuer erlebt und bereits im Januar ihrem potentiellen Mr. Right begegnet. Hach, es könnte so schön und einfach sein … ist es aber nicht. Die Autorin versteht es, ihre Leserinnen bei der Stange zu halten. Mia bleibt auch nach dem Januar mit Wes in Kontakt und wünscht sich eine gemeinsame Zukunft mit ihm. Gleichzeitig erlaubt sie sich aber auch, ihrem Herz (und ihrer augeprägten Libido) zu folgen und lässt nichts anbrennen. Sie fliegt von einem Traummann zum nächsten und erlebt eine ganze Menge erotische Abenteuer.

Mia ist die Anti-Anastasia und allein aus dem Grund hat sie mir schon gefallen. Sie steht auf Leder, Motorräder und nimmt kein Blatt vor den Mund. Zwar ist sie auch nicht die hellste Kerze auf der Torte, aber sie hat ihr Herz am rechten Fleck und kümmert sie rührend um die Menschen, die sie liebt. Bei der Wahl ihrer Männer hat sie in der Vergangenheit immer nur ins Klo gegriffen und ist daher skeptisch, selbst als der charmante Wes ihr Herz langsam und trotz aller vorher aufgestellten Regeln erobert. Aber nicht nur er, sondern auch Mr. Februar kann sich durchaus sehen lassen. Der hat nicht nur einen spannenden Job, sondern gibt Mia auch die ein oder andere Lebensweisheit mit auf den Weg. Tja, und Mr. März? Der ist ganz anders als erwartet, aber das müsst ihr selbst herausfinden.

Nachdem ich so angenehm überrascht war, habe ich beschlossen, die Reihe weiter zu verfolgen und mir direkt Band 2 als Leseexemplar über Netgalley geschnappt. Für Band 1 gibt es vier Sterne von mir.


Fazit:

Um kaum eine Reihe wurde in letzter Zeit so viel Tamtam gemacht wie um Calendar Girl. Und ich muss zugeben, dass Band eins mich durchaus in seinen Bann gezogen hat. Mia ist zur Abwechslung mal eine richtig taffe Protagonistin, die eine interessante Vergangenheit und echte Überzeugungen mitbringt und sich jeden Spaß gönnt, den ihr neuer Job für sie bereithält.
Fans von Erotikromanen sollten hier zugreifen. Es lohnt sich.

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106 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 45 Rezensionen

tokio, abschied, japan, jugendbuch, umzug

Sieben Nächte in Tokio

Cecilia Vinesse , Stephanie Singh
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 26.08.2016
ISBN 9783423761499
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zuerst ist mir das wunderschöne Cover ins Auge gesprungen. Die Farben und die Manga-ähnliche Zeichnung passen wunderbar zu Sophia und ihrer Geschichte.

Sophia ist 17 und Scheidungskind. Durch den Beruf der Mutter und die Trennung ihrer Eltern musste sie schon zweimal ihre Heimat hinter sich lassen, um in einem anderen Land, auf einem fremden Kontinent, neu zu beginnen. Und nun steht der nächste Umzug bevor. Nichts wünscht sie sich mehr, als in Tokio bleiben zu können, gleichzeitig sehnt sie sich aber auch nach einem Leben bei ihrem Vater, der in Paris wohnt. Seitdem er eine neue Familie hat, vertröstet er sie immer wieder. Irgendwann erkennt Sophia, dass es nur leere Versprechen sind, aber keine Zukunft, die er ihr bietet. Trotzdem hängt sie an der alten Kinderuhr, die er ihr einst geschenkt hat. Mit Hilfe des integrierten Countdowns zählt sie die Stunden, Minuten und Sekunden bis zu ihrem Abschied, so wie sie es früher immer getan hat, als sie die Zeit bis zum Wiedersehen mit ihrem Vater verfolgt hat.
Sophia ist ein anständiges junges Mädchen. Seit einigen Jahren ist sie heimlich in ihren besten Freund David verliebt, der ziemlich undurchsichtig ist. Auf der einen Seite macht er ihr Hoffnungen, aber andererseits zeugen seine häufig wechselnden Freundinnen von seiner Unfähigkeit, eine feste Beziehung einzugehen. Gemeinsam mit der quirligen, unangepassten Mika geben die drei ein festes Gespann ab, das zusammen durch dick und dünn geht. Bis eines Tages etwas ans Licht kommt, dass die Freundschaft kurz vor Sophias Abschied aus Tokio auf eine harte Probe stellt …

Jamie ist das genaue Gegenteil von David. Er ist ruhig und schüchtern und obwohl Sophie sich mit aller Macht dagegen wehrt, flammen ihre alten Gefühle schnell wieder für ihn auf. Die Entwicklung der beiden von Fast-Fremden zu Wieder-Freunden hin zu einer zarten Liebe ist sehr liebevoll und authentisch dargestellt. Beim Lesen fühlte ich mich in meine eigene Teenagerzeit zurückversetzt, als ich zum ersten Mal Schmetterlinge im Bauch hatte.
Sophia und Jamie verbringen die letzten Tage gemeinsam und kommen sich dabei immer näher. Obwohl sie wissen, dass ihre Liebe unter den gegebenen Umständen eigentlich keinen Bestand haben kann, halten sie an ihr fest. Sophias innere Zerrissenheit wird so gut beschrieben, dass sich jeder in sie hineinversetzen kann. Hin- und hergerissen zwischen dem Pflichtgefühl ihrer Mutter gegenüber und ihren Gefühlen für Jamie, entwickelt sich ihre letzte Woche zur glücklichsten und gleichzeitig traurigsten Zeit ihres Lebens. Der Abschied rückt unaufhaltsam näher und mit jedem Tag und jeder Stunde, die vergeht, leidet Sophie mehr – und der Leser mit ihr.

Das bunte, pulsierende Leben in Tokio wird so gut beschrieben, dass ich mich beim Lesen fühlte, als wäre ich dort. Die Autorin hat mich mitgenommen auf eine Reise in dieses fremde, faszinierende Land und staunend dort zurückgelassen. Zusammen sind wir im kleinen Kombini an der Ecke einkaufen gegangen, haben mit Sophia in der internationalen Schule gearbeitet, waren mit Mika, David und Jamie Karaoke singen und haben in einem Schrein gebetet.
Sprachlich hat mir der Roman gut gefallen. Die detaillierten Beschreibungen und treffenden Dialoge lassen das Buch flott weglesen. Einzig für die vielen japanischen Begriffe hätte ich mir ein Glossar gewünscht. Aber es geht auch ohne, da man sich das meiste erschließen kann.

Jeder, der schon einmal Abschied nehmen musste, wird sich in Sophia und ihrer Geschichte wiedererkennen. Ihre Vorfreude, ihr Schmerz, die Verlustangst und die Furcht vor dem ungewissen Neuanfang sind stets spürbar.
Wie die Geschichte von Sophia und Jamie endet, müsst ihr selbst herausfinden.

Fazit:

„Sieben Nächte in Tokio“ ist ein einfühlsames, authentisches Buch über die erste Liebe, das Abschiednehmen und allem, was damit verbunden ist. Das Leben im pulsierenden Tokio wird so deutlich beschrieben, als wäre man dort. Gemeinsam mit Sophia und Jamie liebt, leider und hofft man bis zum Schluss. Eine wunderbare Geschichte.

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79 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

colleen hoover, obdachlos, schmerz, contemporary, misshandlung

It Ends With Us

Colleen Hoover
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Simon & Schuster UK, 02.08.2016
ISBN 9781471156267
Genre: Sonstiges

Rezension:

Keinem anderen Buch habe ich dieses Jahr so sehr entgegengefiebert wie „It ends with us“. Die Autorin, die vorher schon kräftig Werbung gemacht und Leseexemplare verlost hat, sagt selbst, dies ist ihr persönlichstes Buch, das sie am meisten Kraft und Nerven gekostet hat. Mehr als einmal stand sie kurz davor, den Plot zu ändern, Handlungen zurückzunehmen oder die Geschichte gar abzubrechen.
Jeder, der das Glück hatte, das Buch im Vorfeld zu lesen, ist der Meinung, dass dies ihr bestes Buch sei.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Lily Bloom, die eine schwierige Kindheit hinter sich hat und trotz ihrer Arbeit in einer renommierten Marketingagentur nur einen Wunsch hat: ihren eigenen Blumenladen zu eröffnen. Lily ist eine clevere, taffe Protagonistin, die eine innere Stärke mitbringt, die ich im Young-Adult-Bereich bisher nur selten gefunden habe. Sie arbeitet hart für ihre Träume und als es soweit ist und sie ihren Blumenladen eröffnet, scheint sie am Ziel angekommen zu sein. Ihre angestellte Allysa wird zu ihrer besten Freundin und deren Bruder Ryle beginnt einen ganz besonderen Platz in Lilys Leben einzunehmen. Ryle, der erfolgreiche Neurochirurg, der eigentlich keine Zeit und Lust auf eine feste Beziehung hat, verliebt sich Hals über Kopf in Lily und wirft seine bisherigen Überzeugungen über Bord, um sich auf eine Beziehung zu ihr einlassen. Von diesem Punkt in ihrem Leben scheint alles nur noch bergauf zu gehen. Lily könnte nicht glücklicher sein. Doch als Atlas, ihre Jugendliebe, plötzlich in ihrem Leben auftaucht, und ihre alten Gefühle für ihn zurückkehren, steht alles auf dem Spiel, wofür sie so hart gekämpft hat. Obwohl Lily nur Ryle will, lässt Atlas sie nicht mehr los. Sie beginnt damit, ihre alten Tagebuchaufzeichnungen zu lesen und plötzlich ist alles wieder da, was sie und Atlas einst verband …

Was erst einmal nach einer typischen Lovestory klingt, ist so viel mehr als das. Lily, Atlas und Ryle mussten in ihren jungen Leben schon so viel Schlimmes erleben und hinter sich lassen. Jeder von ihnen hat sein Päckchen zu tragen, das sie auch in der Gegenwart belastet. Colleen Hoover greift sehr ernste Themen auf, die in diesem Genre selten behandelt werden. Ich will nicht zu viel über die Umstände und Entwicklungen verraten, sondern nur so viel sagen, dass die Geschehnisse mich mehr als mitgenommen haben. Was die Autorin mit einfachen sprachlichen Mitteln beim Lesen in mir ausgelöst hat, ist unglaublich. Dieses Buch hat mich, mehr als jedes andere in diesem Jahr, lieben und leiden lassen. Dabei blieben die Handlungen und Gedanken von Lily, die sich in einem wahren Albtraum wiederfindet, stets authentisch und nachvollziehbar. Je näher das Ende der Geschichte kam, umso schwerer wurde mir das Herz. Dieses Buch ist keine leichte Kost und in so vielerlei Hinsicht anders als ihre vorherigen Bücher.

Bei den letzten Kapiteln sind meine Tränen nur so geflossen und obwohl ich gemeinsam mit Lily hin- und hergerissen war, wie sie sich am Ende entscheiden soll, hat mich das Ende gleichermaßen überrascht und glücklich gemacht. Aber auch traurig. Spätestens an dem Punkt der Geschichte, als mir der Bezug zum Titel klar wurde, musste ich mir selbst eingestehen, dass mich das Buch emotional tief berührt hat.

Lieblingszitate:

This is just human nature, healing an old wound to prepare for a fresh new layer. (Pos. 1754-1755)

All humans make mistakes. What determines a person’s character aren’t the mistakes we make. It’s how we take those mistakes and turn them into lessons rather than excuses. (Pos. 2474-2475)

Just because someone hurts you doesn’t mean you can simply stop loving them. It’s not a person’s actions that hurt the most. It’s the love. (Pos. 4021-4022)

Ich habe noch viel mehr tolle Zitate im Text markiert, aber die solltet ihr selbst entdecken. Nachdem ich mit dem Buch fertig war, musste ich dringend über den Inhalt reden, so sehr hat es mich beschäftigt. „It ends with us“ wird mich definitiv nicht mehr so schnell loslassen. Für mich bis jetzt das absolute Jahreshighlight und endlich ein Colleen-Hoover-Buch, das mich wieder so richtig überzeugen konnte. 

Fazit:

Selten hat mich eine Geschichte so sehr aufgewühlt und emotional berührt wie „It ends with us“. Dieses Buch ist etwas ganz Besonderes und sollte unbedingt auf eurem Reader oder im Bücherregal einziehen. Die Geschichte wird euch noch lange begleiten und vielleicht nie wieder loslassen. Lest dieses Buch!

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stiefgeschwister, liebe, romance, hass, lyx verlag

Was auch immer geschieht

Bianca Iosivoni
E-Buch Text
Erschienen bei Egmont LYX.digital, 01.07.2016
ISBN 9783736302884
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die guten Bewertungen dieses New-Adult-Romans haben mich neugierig gemacht. Ich habe mich gefreut, als das E-Book über Netgalley zur Verfügung stand und nicht lange gezögert. Vielen Dank an dieser Stelle für das Rezensionsexemplar.

Kurz zum Inhalt: Die Protagonistin Callie muss einen schweren Schicksalsschlag überwinden, mit dem sich auseinanderzusetzen sie in den letzten Jahren völlig verdrängt hat. Auch ihr Highschool-Schwarm und Stiefbruder Keith war sieben Jahre lang aus ihrem Leben und ihren Gedanken verschwunden, bis sie ihm am Flughafen begegnet und zunächst nicht wiedererkennt. Sofort sprühen die Funken zwischen Callie und dem attraktiven Unbekannten, doch als sich herausstellt, dass es Keith ist, der ebenfalls den Sommer über nach Hause zurückgekehrt ist, fährt Callie ihre Scheuklappenwieder hoch und schaltet sofort in den Verdrängungs- und Hassmodus. Ihre Devise lautet: bloß nicht mit der Vergangenheit beschäftigen, sondern alles schön unter den Teppich kehren. Lieber hält sie an den Erinnerungen an ihren Vater fest und studiert ihm zuliebe sogar Medizin, obwohl das Studium sie aufzehrt und nicht glücklich macht.

Callie ist nicht so eine weichgespülte Protagonistin, wie man sie in manchen NA-Romanen findet, sondern geht ihren eigenen Weg und kann auch ganz schön stur sein. Sie hat in ihrem jungen Leben bereits ihre zwei Elternteile verloren und leidet noch immer sehr darunter. Ihre Schwester Holly und ihre Stiefmutter Stella bedeuten ihr alles.

Keith kommt zunächst wie der typische Badboy rüber: verdammt gut aussehend, immer ein überhebliches Grinsen im Gesicht, mit einer gehörigen Portion Arroganz ausgestattet und natürlich kein Kind von Traurigkeit. Dennoch liegt mehr unter seiner harten Schale und auch er kämpft mit den Geistern der Vergangenheit. Er ist ein vielschichtiger Protagonist, den ich von Anfang an mochte, mehr sogar als Callie.

Zwischen den beiden sprühen die Funken und sie haben große Mühe, sich voneinander fernzuhalten. Denn obwohl Callie sich irgendwann eingestehen muss, dass ihre kleine Schwärmerei für Keith viel mehr ist, quälen sie zwei Probleme:
1. Er ist Schuld am Tod ihres Vaters und das kann sie ihm niemals verzeihen
2. Er ist ihr Stiefbruder und ihre Gefühle füreinander haben in diesem Quasi-Verwandtschaftsverhältnis nichts zu suchen.

Bianca Iosivoni hat einen tollen, bildhaften Schreibstil. Ich habe es richtig genossen, ihre Worte in mich aufzunehmen und habe das Buch wie einen Film vor meinem inneren Auge ablaufen sehen. Bitte mehr davon!
Am besten haben mir die Dialoge gefallen. Die sind auf den Punkt gebracht und unglaublich gut gelungen. Treffende Dialoge zu schreiben ist eine Kunst, die nicht jeder Autor beherrscht. Hier stimmt einfach alles, es gab keine Ausschweifungen und auch keine Knappheiten.
Geschichten über Stiefgeschwister scheinen gerade wieder in zu sein, trotzdem ist dieses Buch etwas anderes und bietet noch mehr Tiefgründigkeit, als nur das eine Problem: Stiefbruder und Stiefschwester verlieben sich verbotenerweise ineinander. Die gesamte Handlung mit all ihren Wendungen und allen Nebenfiguren, die zum Verlauf beigetragen haben, hat mir sehr gut gefallen.

Kritisieren muss ich leider das komplette zweite Drittel des Buches, das sich für mein Empfinden endlos gezogen hat. Callie verliert sich in ihren Gedanken und stellt sich immer wieder die gleichen Fragen. Der innere Monolog hat so sehr überhandgenommen, dass diese ständigen Wiederholungen meine Lesefreude drastisch geschmälert haben. Ich empfand die ganze Story im zweiten Drittel als viel zu sehr in die Länge gezogen. Das hat dazu geführt, dass ich das Buch zwischenzeitlich abgebrochen und ein anderes gelesen habe, was ich sonst so gut wie nie tue. Wäre dieser lange, unspannende Part nicht gewesen, würde meine Bewertung besser ausfallen. Wirklich schade.

Dafür hat mir die Geschichte ab ca. 80% wieder gefallen. Das Ende empfand ich als gut gelungen und mitreißend gestaltet. Sprachlich hat die Autorin hier noch mal alles herausgeholt und mich sehr gefesselt, weil ich unbedingt wissen wollte, wie es ausgeht. Das hätte ich vorher nicht mehr für möglich gehalten.

Für den Epilog dagegen hätte ich gewünscht, dass er zu einem späteren Zeitpunkt einsetzt, weil er für meinen Geschmack noch zu viele Fragen offen lässt. Sicher ist es so gewollt, dass der Neubeginn im Vordergrund steht und das finde ich auch vollkommen in Ordnung, nur leider habe ich mich viele Dinge gefragt, die nicht (mehr) geklärt werden, obwohl sie vorher angeschnitten wurden.


Fazit:

„Was auch immer geschieht“ ist eine insgesamt gut gelungene New-Adult-Geschichte, die positiv aus dem sehr überladenen Genre heraussticht. Der leichte, bildhaft schöne Schreibstil und die sympathischen Charaktere haben mir gut gefallen. Leider gab es innerhalb der Geschichte viele Längen und für meinen Geschmack zu viel inneren Monolog, die meine Lesefreude über einen längeren Zeitraum drastisch geschmälert haben. Trotz dieser kleinen Schwächen hat mich das Ende versöhnt. Wenn ihr gefühlvolle New-Adult-Stories mit Tiefgang sucht, solltet ihr hier zugreifen.

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Tags: neubeginn, new adult, romance, schicksalsschlag, stiefgeschwister, überwindung, usa, vergangenheit   (8)
 

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liebe, colleen hoover, pilot, vergangenheit, tate

Zurück ins Leben geliebt

Colleen Hoover , Katarina Ganslandt
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 22.07.2016
ISBN 9783423740210
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Lange habe ich mich auf das neue Buch von Colleen Hoover gefreut. Von den Bloggern, die es schon auf Englisch gelesen haben, wusste ist, dass es sehr gut sein soll. Entsprechend neugierig war ich. Dieses Buch ist etwas anders, als ihre bisher ins Deutsche übersetzten Bücher: es enthält explizite Erotikszenen und wird daher erst ab 16 Jahren empfohlen.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Miles‘ und Tates Perspektive in der Ich-Form erzählt. Während Tate die Geschehnisse im Jetzt beschreibt, erfährt der Leser, was Miles vor sechs Jahren zugestoßen ist. Diese Rückblenden waren es auch, die ich am interessantesten fand – teilweise sogar spannender als die Haupthandlung der Jetzt-Zeit.

Auf den ersten Blick ist Miles der typische Bad Boy: heiß, wortkarg, ausschließlich an Sex interessiert und ansonsten sehr abweisend Tate gegenüber. Normalerweise würde die selbstbewusste, junge Tate, die ihre Ziele klar vor Augen hat, sich gar nicht auf diesen Typ Mann einlassen, doch von Miles kommt sie einfach nicht los. Zwischen den beiden herrscht eine unbeschreibliche, knisternde Anspannung, die sich schnell in einem überraschenden Kuss entlädt. Je näher sie sich kommen, umso mehr nimmt das Unheil seinen Lauf. Während Tate bereits ahnt, dass es ihr unmöglich ist, eine ausschließlich körperliche Beziehung zu Miles einzugehen, legt er zwei simple Regeln für sie fest:

1. Frage nicht nach meiner Vergangenheit
2. Erwarte keine gemeinsame Zukunft

So schwer es Tate auch fällt, sie stimmt zu. Es kommt, wie es kommen musste – Miles wird immer mehr zum Arschloch, Tate leidet und sieht trotzdem weiterhin keinen Ausweg, als sich dennoch mit ihm zu treffen und wenigstens das winzige bisschen körperliche Aufmerksamkeit zu bekommen, das er bereit ist, ihr zu geben. Und trotzdem gibt es immer wieder diese Momente, in denen Tate spürt, dass da mehr zwischen ihnen ist. Miles öffnet sich ihr, ob er will oder nicht. Doch immer, wenn er gerade einen Schritt auf sie zugegangen zu sein scheint, geht er zwei zurück – und macht alles nur noch schlimmer.

Die beiden Protagonisten stehen im absoluten Fokus der Geschichte. Vor allem Tate wächst dem Leser schnell ans Herz. Obwohl manch einer sich vielleicht fragt, warum sie das alles mit sich machen lässt, konnte ich sie gut verstehen. Colleen Hoover beschreibt die Achterbahn ihrer Gefühle, Tates innere Zerrissenheit und ihren Schmerz so authentisch, als wäre man sie selbst.
Wie oben bereits angekündigt, gibt es einige Erotikszenen, die sich auch gerne mal über mehrere Seiten hinziehen. Vielleicht habt ihr ja meine Diskussion zum Thema „Sex in Büchern“ mitverfolgt, jedenfalls passt dieses Buch sehr gut hinein – und zwar als äußerst positives Beispiel, wie ich finde. Der körperliche Part gehört untrennbar zur Geschichte, ohne ihn wäre sie eine völlig andere, aber er steht nicht allein im Mittelpunkt. Die Szenen sind geschmackvoll beschrieben, niemals over the top und haben mir insgesamt gut gefallen.

Neben Miles und Tate gibt es noch einige sympathische Nebencharaktere. Da wären zum einen Tates älterer Bruder Corbin, der – genau wie Miles – Pilot ist und viel unterwegs. Er nimmt ihr gegenüber die Beschützerrolle ein und sorgt sich um seine kleine Schwester.
Ein kleines Highlight im Buch war der 80-jährige Cap, der in dem Appartmenthochhaus, in dem Tate, Miles und Corbin wohnen, die Fahrstühle bedient, um seiner einsamen Wohnung zu entfliehen. Von ihm erhält Tate viele wertvolle Lebensweisheiten, obwohl er sich nie einmischt oder sich aufdrängt. Der Leser erfährt auch Caps eigene, traurige Geschichte, die der von Tate gar nicht so unähnlich ist.

Zum Schreibstil muss ich nicht viel sagen. Colleen Hoover schreibt leicht und flüssig und dennoch sehr emotional. Sie schafft es spielend, den Leser in den Strudel der Gefühle hineinzuziehen, den ihre Charaktere durchleben müssen und entlockt sicher auch der ein oder anderen ein paar Tränchen.

Obwohl mir das Buch insgesamt ganz gut gefallen hat, muss ich für mich feststellen, dass es nicht Colleen Hoovers bestes Buch ist. Das ist und bleibt – in meinen Augen – „Love and Confess“. Ähnlich wie bei „Maybe Someday“ fand ich die Handlung bei „Zurück ins Leben geliebt“ teilweise etwas unnötig in die Länge gezogen. Und obwohl es auf den letzten 50 Seiten nochmal sehr emotional wird, fand ich das letzte Kapitel sehr übertrieben. Ich bin ein Fan von realistischen Enden und mag es nicht so überzogen.
Insgesamt vergebe ich deshalb gute 4 Sterne.


Fazit:

Das neue Buch von Colleen Hoover enthält wieder alle Elemente, die ich bei meiner Lieblingsautorin liebe und schätze: eine verzwickte Lovestory, vielschichtige Charaktere, ein Problem, das es zu überwinden gilt, etwas Drama und Emotionen pur. Im Gegensatz zu ihren anderen Büchern, die bisher ins Deutsche übersetzt wurden, hält „Zurück ins Leben“ geliebt einige Erotikszenen bereit, die aber durchaus gut gelungen und niemals anstößig sind.
Meine Empfehlung für alle Fans der Autorin und Liebhaber von dramatischen Liebesgeschichten.

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liebe, raumschiff, these broken stars, amie kaufman, jugendbuch

These Broken Stars - Lilac und Tarver

Amie Kaufman , Meagan Spooner , Stefanie Frida Lemke
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 27.05.2016
ISBN 9783551583574
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ich gebe es zu: Das wunderschöne Cover hat mich zum Kauf verleitet. Aber dieses Buch hat so viel mehr zu bieten, als nur sein schönes Äußeres.

Der Schreibstil ist leicht und fließend. Die Geschichte wird abwechselnd aus Tarvers und Lilacs Sicht erzählt. Alles beginnt auf der Icarus, dem größten und modernsten Raumschiff, das LaRoux Industries – die Firma, die Lilacs Vater gehört – je gebaut hat. Tarver, ein einfacher Soldat und gefeierter Kriegsheld, der seit Wochen in allen Medien präsent ist, darf am Empfang der feinen Gesellschaft teilnehmen und stößt dort auf Lilac. Sie macht ein Spiel daraus, mit ihm zu flirten, obwohl sie genau weiß, dass kein Mann sich ihr nähern darf. Tarver weiß nicht, wer das schöne Mädchen ist, doch er fühlt sich vom ersten Moment an zu ihr hingezogen. Und auch Lilac wünschte, dass die beiden sich wiedersehen könnten, doch in ihrer Welt ist das unmöglich. Und so stößt sie ihn beim nächsten Aufeinandertreffen vor den Kopf und demütigt ihn, bis sie sich sicher ist, dass er sie hasst.
Als es zu Turbulenzen kommt, rettet Tarver Lilac, die im Strom der flüchtenden Menschen auf den Weg zu den Rettungskapseln über das Geländer fällt und droht, in die Tiefe zu stürzen. Gemeinsam finden sie den Weg zu einer Kapsel und schaffen es nach anfänglichen Schwierigkeiten auch, sie zu starten.
Die beiden landen auf einem fremden Planeten, der zwar Lebensformen aufweist, aber diese hat Tarver noch nie zuvor gesehen. Die beiden müssen mit ansehen, wie die Icarus abstürzt und nichts als Schrott und Rauch übrig lässt. Um zu überleben, beginnen sie, sich auf den Weg zum Schiff zu machen, das mehrere Kilometer entfernt, hinter einem Gebirgskamm, abgestürzt ist. Sie hoffen, in den Wrackteilen funktionierende Kommunikationssysteme zu finden, um ein Notsignal senden zu können. Lilac rechnet fest damit, dass ihr Vater – der einflussreichste und reichste Mensch im Universum – Himmel und Hölle in Bewegung setzt, um seine einzige Tochter zu finden.

Auf ihrem Weg geraten Lilac und Tarver sehr oft aneinander. Dass die beiden so unterschiedlich sind wie Eis und Feuer ist auf jeder Seite spürbar und Lilac machte es mir am Anfang nicht leicht, sie zu mögen. Doch bald bröckelt ihr Schutzmantel und spätestens, nachdem Tarver sie aus einer gefährlichen Situation gerettet hat, beginnen sie, einander zu vertrauen.
Auf dem Planeten werden viele offene Fragen aufgeworfen. Es geschehen merkwürdige, gruselige Dinge. Teilweise hat sich der Roman wie ein Thriller gelesen. Das hatte ich am Anfang gar nicht erwarten, war dann jedoch positiv überrascht. Was sie auf dem Planeten entdecken, ist so grausam wie unvorstellbar und Lilac muss ihre Welt und ihre Familie in Frage stellen.
Die Liebesgeschichte entwickelt sich langsam und wirkt daher sehr authentisch. Es müssen viele Rückschläge überwunden und Krisen gemeistert werden, bis die beiden erkennen, was sie einander bedeuten. Doch gerade, als alles gut zu werden scheint, passiert das Undenkbare. Lilac und Tarver drohen sich zu verlieren.
An dieser Stelle war die Geschichte so unglaublich intensiv und gefühlvoll, dass mir sogar ein Paar Tränchen über die Wangen gelaufen sind. Ich habe wirklich mit den zwei Helden mitgelitten und so sehr gehofft, dass alles gut wird.

Besonders gut hat mir die Entwicklung der Charaktere gefallen. Vor allem Lilac entwickelt sich zu einer starken und mutigen jungen Frau, die für ihre Liebe zu kämpfen beginnt.
Auch das Ende konnte mich überzeugen. Es hätte nicht besser sein können. Ich bin rundum zufrieden mit dieser wunderbaren Geschichte.
Wer viel Science-Fiction oder Action erwartet, wird allerdings enttäuscht sein. „These broken stars“ ist vor allem eine intensive Liebesgeschichte, die zwar in den Weiten des Alls spielt, aber ansonsten wenig typische SciFi-Anteile enthält, da sie sich fast ausschließlich auf einem scheinbar unbewohnten Planeten abspielt.

Die Geschichte um Lilac und Tarver ist Band 1 einer Reihe, der aber in sich abgeschlossen ist. Es werden noch zwei weitere Bände erscheinen, die im selben Universum spielen, sich aber um andere Liebespaare drehen. Teil 2 trägt den Namen „Jubilee und Flynn“ und erscheint im November 2016.

Fazit:

„These broken stars“ ist die unglaublich spannende, eindringliche und düstere Liebesgeschichte um die reiche Erbin Lilac und den einfachen Soldaten Tarver, die auf einem einsamen Planeten nicht nur ums nackte Überleben kämpfen, sondern auch lernen, was es heißt, bedingungslos zu lieben.
Für mich ist dieses Buch ein Jahreshighlight, das ich allen Romantikern da draußen wärmstens ans Herz legen möchte.

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