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125 Tage Leben

Tina Köpke
Buch: 320 Seiten
Erschienen bei Romance Edition, 23.02.2018
ISBN 9783903130449
Genre: Romane

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42 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

liebesroman, romance, cinderellas prinzessin, charlee, annie laine

Cinderellas Prinzessin

Annie Laine
Flexibler Einband: 280 Seiten
Erschienen bei moments, 28.09.2017
ISBN 9783962320089
Genre: Romane

Rezension:


Nachdem mir bereits der Debütroman der Autorin („Romina – Tochter der Liebe“) gut gefallen hat, war ich sehr gespannt auf „Cinderellas Prinzessin“. Das wunderschöne Cover lässt bereits erahnen, was den Leser erwartet. Märchenadaptionen stehe ich zwar etwas kritisch gegenüber, da es aber hier keinerlei Fantasy gibt, sondern sich um eine realistische Liebesgeschichte handelt, konnte ich guten Gewissens zugreifen.


Der Schreibstil der Autorin ist schön locker, leicht und flüssig. Vor allem die Dialoge haben mir sehr gut gefallen. Der Schreibstil erinnerte mich ein wenig an den von Jennifer Wolf, die ich auch sehr mag. Wer also z. B. die Jahreszeiten-Reihe mochte, wird sicherlich auch dieses Buch lieben.


Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der beiden Hauptpersonen – Ashley und Charleen – erzählt. Beide Mädchen sind mir richtig ans Herz gewachsen und ich konnte mit ihnen mitfiebern. So unterschiedlich sie auf den ersten Blick auch wirken, so toll passen sie zueinander. Da sie sich erst mit ihrer neuentdeckten Homosexualität auseinandersetzen müssen, verfolgt man die Entwicklung ihrer zarten Liebe mit Spannung. Doch das große Glück wartet nicht an der nächsten Ecke auf sie – beide müssen sich erst gegen widrige Umstände behaupten. Dabei erhalten sie zum Glück Hilfe. Auch die Nebencharaktere, die eine entscheidende Rolle beim Happy End spielen, fand ich toll. Natürlich gibt es in der Geschichte auch die „Bösen“. Hier kommen sie in Form eines alkoholkranken, gewalttätigen Vaters und eines egoistischen superreichen Schnösels daher. Die damit verbundenen Konflikte bringen die richtige Würzung in die Geschichte.


Die Story konnte mich absolut überzeugen. Bis zum Ende habe ich mit Charlie und Ash beiden mitgefiebert und das Happy End herbei gesehnt. Wer modernen Märchenadaptionen gegenüber aufgeschlossen ist, sollte sich diese zarte Lovestory nicht entgehen lassen.


Fazit:


„Cinderellas Prinzessin“ ist eine absolut gelungene Märchenadaption, die Leserherzen höher schlagen lässt. Die Geschichte hat mich sehr gut unterhalten. Obwohl ich kein allzu großer Fan von LGBT-Büchern bin, kann ich diese hier wärmstens weiterempfehlen, denn es ist eben so viel mehr als nur eine lesbische Liebesgeschichte.

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64 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

zimtzauber, katrin koppold, schornsteinfeger, humor, kurzroman

Zimtzauber

Katrin Koppold
E-Buch Text: 122 Seiten
Erschienen bei Aureolus Verlag: Inhaberin Katrin Hohme, 28.11.2016
ISBN B01N1M4PJY
Genre: Romane

Rezension:


Im Großen und Ganzen hält die Geschichte, was der Klappentext verspricht. In angenehm kurzen Kapiteln verfolgen wir die anfangs etwas bieder wirkende Buchhändlerin Elisa auf ihrem Weg ins Pech, bevor sie ihr Glück findet. Skurrile Unfälle aller Art sorgen dabei für den ein oder anderen Lacher. Der Schreibstil war sehr angenehm zu lesen, genauso, wie ich es mir erhofft hatte. Erst in der zweiten Hälfte bin ich über die ein oder andere Wortwiederholung gestolpert, die die Autorin hätte vermeiden können. Aber das fiel zum Glück nicht weiter ins Gewicht.


Wer – wie ich – eine romantische Liebesgeschichte erwartet, wird aber leider enttäuscht. Gerade, als Elisa sich ihrem attraktiven Schornsteinfeger annähert, ist das Buch urplötzlich zu Ende. Es gibt kein großes Happy End, keinen Ausblick in eine gemeinsame Zukunft, ja nicht mal einen Kuss. Zwar erklärt die Autorin in ihrer Danksagung, warum sie sich für ein solches Ende entschieden hat, aber wirklich zufrieden stellte mich diese Rechtfertigung nicht. Als Leserin, die auf der Suche nach einer schönen humorvoll-romantischen Weihnachtsgeschichte ist, und gerade bei diesem wundervollen Cover, erwarte ich ehrlich gesagt etwas anderes.


Dennoch empfand ich die Geschichte durchaus als rund und ingesamt zufriedenstellend. Gerne hätte ich mir jedoch noch etwas mehr „Danach“ gewünscht. Vor allem, weil das Hauptbuch nach 87 % o. Ä. endet und man denkt, da kommt noch was. Aber Pustekuchen, das einzige, was da noch kommt, sind Leseproben und Werbung. Für mich war dies also leider eine kleine Enttäuschung. Leider fürchte ich, dass mir das Buch deshalb auch nicht lange im Gedächtnis bleiben wird.


Deshalb kann ich, trotz vieler guter Ideen und des tollen Schreibstils nur 3 Sterne vergeben. Schade, da wäre noch mehr Potential da gewesen.


Fazit:


Von „Zimtzauber“ hatte ich mir leider mehr erhofft. Der schöne Schreibstil und die humorvollen Elemente konnten mich leider nicht über das abrupte Ende hinwegtrösten. Wer viel Romantik erwartet, wird hier enttäuscht. Da gibt es sicherlich schönere Geschichten zur Weihnachtszeit.

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495 Bibliotheken, 29 Leser, 3 Gruppen, 131 Rezensionen

john green, schlaft gut, ihr fiesen gedanken, freundschaft, johngreen, zwangsneurose

Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken

John Green , Sophie Zeitz
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 10.11.2017
ISBN 9783446259034
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Lange mussten wir auf neuen Lesestoff von Bestsellerautor John Green warten. Fünf Jahre nach dem Megaerfolg von „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ legt Green mit „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ einen weiteren preisverdächtigen Jugendroman vor, der alles hat, was das anspruchsvolle Leserherz sich nur wünschen kann.


Im Fokus der Geschichte steht die 16-jährige Aza, die als Ich-Erzählerin fungiert. Neben den gewöhnlichen Teenager-Problemen (Schule, Familie, Freunde) wird ihr Leben durch eine Angststörung beherrscht. Jeden Tag und jede Minute muss sie gegen ihre inneren Dämonen ankämpfen, um ein halbwegs normales Leben führen zu können. Green beschreibt Azas Ängste so intensiv und nachvolllziehbar, dass mir beim Lesen mehr als einmal mulmig zumute wurde. Einmal angefangen, dreht sich die Spirale immer schneller und Azas Gedanken werden immer gefährlicher. Nichts und niemand vermag es, sie von ihrem Leid zu befreien, dabei wünscht sie sich nichts sehnlicher, als ein ganz gewöhnliches Mädchen sein zu können.
Nicht nur Azas Mutter leidet unter der Krankheit ihrer Tochter, auch ihre beste Freundin Daisy schafft es nicht immer, für sie da zu sein. Als Davis ins Spiel kommt, für den Aza Gefühle entwickelt, wird es immer schwerer, gegen die Zwänge in Innerem anzukämpfen. Eine normale, stabile Beziehung scheint zwischen den beiden Teenagern unmöglich.


Sorgen sind die angemessene Reaktion auf das Leben. Das Leben ist besorgniserregend. 
(S. 55)


John Green zeigt in seinem neuen Buch auf, an welche Grenzen psychisch kranke Menschen stoßen. Ihr Umfeld, ihr Leben und die eigenen Gedanken werden von Azas Ängsten beherrscht. Ein Entkommen scheint unmöglich und auch die ihr verordneten Medikamente und Therapiesitzungen führen nicht zum gewünschten Erfolg.


Green schreibt Bücher für Jugendliche, die fernab der üblichen Lebens- und Liebesgeschichten liegen. Die Charaktere sind ebenso verschroben wie authentisch und gleichzeitig ganz normal. In lockerem, fast sachlichen Ton erzählt er vom Leben, Lieben und Zu-sich-selbst-finden. Dazu gibt es viele zitatwürdige Stellen im Buch, die man sich herausschreiben und immer wieder zur Hand nehmen möchte, weil sie so viel über das Leben aussagen und zudem voller Wahrheit stecken.


Unsere Herzen waren an der gleichen Stelle gebrochen. Das ist so etwas wie Liebe, aber vielleicht nicht ganz dasselbe.
(S. 204)


Wer actionreiche Spannung und große Gefühle sucht, wird bei diesem Buch sicher nicht gut aufgehoben sein. Auch ein filmreifes Happy-End sucht man (wie bei seinen anderen Büchern) vergeblich. Und doch hat mich vor allem das Ende begeistert, das einen Blick über das Hier und Jetzt hinauswagt und eine Zukunft skizziert, die zwar nicht rosa-rot, dafür aber sehr authentisch und gleichzeitig berührend ist.


Die hochwertige Ausstattung der limitierten Hardcoverausgabe kann sich wirklich sehen lassen. Da wird das Lesen auch durch die Optik des Buches zum Genuss.


Um einen Vergleich zu seinem bisher erfolgreichsten Buch „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ komme ich an dieser Stelle nicht herum. So gut ich „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ auch fand, so muss ich leider sagen, dass es mich emotional nicht richtig packen konnte. Und obwohl ich die Geschichte als sehr wichtig und lesenswert empfinde, kann ich doch nicht die volle Punktzahl geben.


Fazit:


Mit „Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken“ legt John Green fünf Jahre nach seinem Welterfolg „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ein wichtiges, preisverdächtiges Buch vor, das alles bietet, was das anspruchsvolle Leserherz sich wünscht. Von mir gibt es, wie für alle seine Bücher, eine ganz klare Leseempfehlung.

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62 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

liebe, frankfurt, hamburg, gefühle, sarkasmus

Mitfahrer gesucht - Traummann gefunden

Kyra Groh
E-Buch Text: 427 Seiten
Erschienen bei Forever, 06.11.2017
ISBN 9783958182141
Genre: Liebesromane

Rezension:


Nachdem mir bereits die ersten drei Bücher von Kyra Groh wahnsinnig gut gefallen haben, war ich sehr gespannt auf ihr viertes Buch. Das E-Book war zur Veröffentlichung für unschlagbar günstige 0,99 € im Angebot und ist somit schnurstracks auf meinen Kindle gewandert.


Innerhalb weniger Seiten wurde ich direkt in die Geschichte hineingesogen. Die liebevoll gestalteten Charaktere sind mir sofort ans Herz gewachsen. Die alles durchplanende, manchmal unfreiwillig komische, aber genauso schlagfertige Romy, der attraktive Leon und sein Hund Dexter haben mich um den Finger gewickelt. Zwischen den beiden stimmt nicht nur die Chemie, es sprühen auch wie verrückt die Funken. Sie auf ihrer 5-stündigen Autofahrt und darüber hinaus zu begleiten, hat mir sehr viel Freude bereitet. Auch die Nebencharaktere waren sehr unterhaltsam. Da sind zum Beispiel Romys Chef, der ein verrücktes Marketing-Denglisch spricht und abgefahrene Klamotten trägt, oder ihr introvertierter Nerd-Kollege Pierre-Holger, die der Geschichte den gewissen Pepp verleihen.


Ich habe nie behauptet, Beziehungen zu verstehen. Im Gegenteil. Die Liebe macht mir Angst. (43%)


Ich liebe Dreiecksgeschichten, also habe ich Romys Gefühlschaos, ihre Gedanken und Taten stets gut nachvollziehen können. Hier geht es nicht darum, eine Beziehung zu retten, zu von vornherein zum Scheitern verurteilt ist oder sich besonders moralisch zu verhalten, sondern um die Frage: Was verdammt nochmal mache ich, wenn ich den Mann meines Lebens treffe – zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt? Ein spannendes Thema, dessen Umsetzung wunderbar gelungen ist.


Es ist komisch, wie sehr man sich an Dinge, die einen stören, gewöhnen. Und ehe man sichs versieht, gehören sie zum Leben dazu, und man redet sich ein, dass es richtig so ist. (65%)


Neben dem Grundthema haben mir vor allem die tollen und schlagfertigen Dialoge gefallen. Dank der kurzen Kapitel (die mit herrlich witzigen Überschriften ausgestattet sind), hat mich das E-Book nicht nur bestens unterhalten, sondern wurde förmlich von mir inhaliert. Außerdem habe ich zahlreiche kluge Sätze markiert, die so viel Wahrheit beinhalten, dass ich mich jetzt schon darauf freue, sie später wieder anzusehen.


Du warst nicht geplant. Du bist einfach passiert. (93%)


Besonders hervorheben möchte ich das Ende der Geschichte. Hier wurde nichts kitschig überzeichnet, sondern alle Konflikte sehr angenehm aufgelöst. Als ich das Buch beendete, hatte ich das Gefühl, dass es genauso im echten Leben hätte passiert sein können. Und diese Bücher mag ich am liebsten. Also, liebe Kyra: wieder alles absolut richtig gemacht!


Fazit:


Mit ihrem vierten Roman legt Kyra Groh eine humorvolle Liebesgeschichte vor, die mich von Anfang bis Ende in ihren Bann gezogen hat. Die toll ausgearbeiteten Charaktere und schlagfertigen Dialoge haben dieses Buch zu einem wahren Lesegenuss gemacht. Ich habe das E-Book förmlich inhaliert. Die Autorin versteht es wie keine Zweite, mit Worten zu spielen und einen Text zu erschaffen, der nicht nur berührend, witzig und herzerwärmend, sondern auch absolut genial geschrieben ist.

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78 Bibliotheken, 4 Leser, 3 Gruppen, 29 Rezensionen

dresden, nachkriegszeit, max heller, krimi, historischer krimi

Tausend Teufel

Frank Goldammer
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 13.10.2017
ISBN 9783423261708
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Frank Goldammer ist unter Krimifans längst kein Geheimtipp mehr. Schon im letzten Jahr konnte er tausende Leser, darunter auch mich, mit seinem Bestseller „Der Angstmann“ begeistern. Meine Rezension zum Buch findet ihr hier.


In seinem zweiten Fall ermittelt Heller im Falle eines getöteten Sowjetsoldaten. Es ist tiefster Winter, die Dresdner Bevölkerung leidet unter der Kälte, Hungersnot und Krankheit. Wieder werden Max bei seiner Arbeit Steine in den Weg gelegt, wieder muss er sich gegen seine Vorgesetzten behaupten. Es bleibt nicht bei einer Leiche und so muss Heller bald ein Geflecht aus Verwicklungen aufdecken, das es in sich hat.


Frank Goldammer schafft es spielend leicht, den Leser in die Zeit des zerstörten Nachkriegs-Dresden zu entführen. Jedes Detail – vom Wetter über die Sprache und andere Kleinigkeiten – wurde brillant recherchiert. Man fühlt sich beim Lesen absolut gefangen, wie in einem Film, der vor dem inneren Auge abläuft. Neben den Morden, die es aufzulösen gilt, lernen wir auch Max näher kennen – seine Ängste und Zweifel genauso, wie seinen starken Charakter und unerschütterlichen Willen.


»Sie sehen wohl immer nur das Gute im Menschen. Sie glauben, immer noch etwas verbessern zu können. Da, schauen Sie hinaus aus dem Fenster! Sie, Heller, sehen da raus auf die Straße und sehen tausend Menschen. Tausend Menschen, von denen Sie glauben, dass sie harmlos sind, unschuldig, unwissend. Ich aber bin nicht so blind wie Sie, ich sehe nicht tausend Menschen. Wissen Sie, was ich sehe? Ich sehe tausend Teufel! Und Sie, Heller, Sie sind einer von denen!« 


Inmitten des Elends, das in der Bevölkerung herrscht, geben ihm seine Frau Karin und die Familie Halt. Neben Habgier, Neid und all den Gräueltaten erfährt Heller aber auch  Güte und Zusammenhalt. Mich konnte der Roman nicht nur durch die raffinierten Verstrickungen der Taten, sondern vor allem auch emotional voll und ganz überzeugen.  Gerade das Schicksal der kleinen Leute und der Kinder hat mich stark getroffen.
Ich freue mich schon jetzt auf den dritten Fall für Max Heller, der unter dem Titel „Die Vergessenen“ im Juni 2018 erscheinen wird.


Fazit:


Auch der zweite Fall für Max Heller konnte mich auf ganzer Linie begeistern. Neben den raffinierten Verstrickungen der Morde haben mich vor allem die Schicksale der Menschen im zerstörten Nachkriegs-Dresden berührt und bedrückt. Brillant recherchiert, fesselnd geschrieben – so muss ein Krimi sein!

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20 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

selbstmord, familie, merit, suizid, depression

Without Merit

Colleen Hoover
E-Buch Text: 384 Seiten
Erschienen bei Atria Books, 03.10.2017
ISBN 9781501170638
Genre: Sonstiges

Rezension:

Colleen Hoover zählt zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Fast alle ihre Bücher habe ich geliebt. Auf ihren neuen Roman war ich sehr gespannt und habe ihn mir deshalb in der günstigen Kindle-Version gekauft.

„Without Merit“ ist kein typischer Hoover-Liebesroman, so viel wird schnell klar. Die Protagonistin ist ziemlich jung (17) und lebt in einer unkonventionellen Familie. Jedes Familienmitglied hat seine Geheimnisse, die zu hüten Merit leid ist. In der Kleinstadt, in der die Voss-Family lebt, kursieren die wildesten Gerüchte über die schräge Sippe – die meisten davon sind leider wahr. Merit fühlt sich missverstanden und ungeliebt. Während sie denkt, dass es normal ist, ein zorniger, leicht reizbarer Teenager zu sein, der die Schule schwänzt, muss sie bald erkennen, dass ihre eigenen Probleme tiefer liegen.
Als sie den attraktiven Sagan kennenlernt, der sie – dank einer Verwechslung – bei ihrem ersten Treffen schier um den Verstand küsst, scheint sich ihre dunkle Welt kurz aufzuhellen. Doch dann erkennt Merit, dass sie Sagan nicht haben kann und sinkt immer tiefer im Strudel ihrer persönlichen Probleme …

Ich bin ohne Erwartungen an das Buch herangegangen, wusste nicht einmal, worum es überhaupt geht. Aus den Posts der Autorin hatte ich noch in Erinnerung, dass es ein jüngeres Young-Adult-Buch ist und ließ mich überraschen.
Hoovers große Stärke ist es, tiefe, herzzerreißende Liebesromane zu schreiben, die den Leser emotional mitnehmen. So zählen zu meinen Lieblingsbüchern z. B. „It ends with us“, „November 9“ und „Love & Confess“. Auf eine solche Liebesgeschichte wartet man hier vergeblich. Im Mittelpunkt steht ein Teenager, der neben den ganz normalen Problemen des Alltags auch mit seiner verrückten Familie klar kommen muss. Die Liebesgeschichte zwischen Merit und Sagan passiert nur am Rande und geht kaum in die Tiefe. Das hat mich sehr enttäuscht.

Mich persönlich konnte der neueste Hoover-Roman emotional leider nicht fesseln. Zwar habe ich die Geschichte gerne gelesen und wollte auch wissen, wie es weitergeht, aber mir fehlte einfach die Verbindung zu Merit. Alle angesprochenen Geheimnisse, die jeder in ihrer Familie mit sich herumträgt, bleiben an der Oberfläche. Nicht mal Merits persönliche Probleme gehen in die Tiefe. Eine schwere Krankheit wird anhand einer Internet-Checkliste diagnostiziert. Der Syrien-Konflikt wird von einem traumatisierten Flüchtling auf Kindergarten-Niveau erklärt. Mit dem Thema Tattoos geht die Autorin wieder einmal sehr leichtfertig um. Ein lebenslanges Tattoo? Klar, wird spontan und ohne, dass die Tätowierte das Motiv vorher gesehen hat, gestochen. Da konnte ich nur den Kopf schütteln.

Gut gefallen haben mir hingegen die Plottwists und die Auflösungen am Ende, dank derer ich mit jedem Mitglied der Familie Voss versöhnt auseinander gehen konnte. Auch die Dialoge konnten mich überzeugen.
Doch insgesamt wird mir das Buch wohl nicht lange im Gedächtnis bleiben. Dafür blieben Charaktere und Handlung einfach zu blass. Stellenweise hatte ich das Gefühl, als ob die Autorin einfach ein paar aktuelle politische und gesellschaftliche Themen aufgreifen und irgendwie in ihre Jugendstory einbauen wollte. Doch dabei blieb die Emotion leider auf der Strecke.

Deshalb kann ich leider nur 3 Sterne vergeben.

Fazit:

Von „Without Merit“ hatte ich mir leider mehr erhofft. So toll und ungewöhnlich die Grundidee und das Setting waren, so blass blieben leider die Charaktere und ihre persönlichen Hintergründe. Weder zu Merit noch zu ihren Familienangehörigen konnte ich eine Bindung aufbauen. Viele Themen werden nur oberflächlich angekratzt, sodass es mir persönlich an Emotionen fehlte.
Für Fans der Autorin sicher interessant, aber ansonsten kein Muss.

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416 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 112 Rezensionen

liebe, drogen, brittainy c. cherry, wie das feuer zwischen uns, krebs

Wie das Feuer zwischen uns

Brittainy C. Cherry
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei LYX, 21.07.2017
ISBN 9783736303560
Genre: Liebesromane

Rezension:


Und wieder einmal hat es die Autorin geschafft, eine tolle Liebesgeschichte zu entwickeln, die mir an Herz und Nieren ging. Die beiden Protagonisten Alyssa und Logan könnten auf den ersten Blick nicht unterschiedlicher sein, doch unter der Oberfläche haben sie einiges gemeinsam.
Alyssa stammt aus einer wohlbehüteten Familie. Mit ihrer schrägen Schwester und ihrer strengen Mutter hat sie jedoch nicht gerade den großen Wurf gemacht. Zu dick, zu untalentiert – niemals scheint sie ihrer Mutter gut genug zu sein.
Logan hingegen stammt aus Verhältnissen, in denen Drogenmissbrauch, Vernachlässigung und häusliche Gewalt an der Tagesordnung sind. Zum Glück gibt es einige wenige Menschen, denen er zu 100% vertraut und die ihn davor bewahren, in die Dunkelheit abzudriften.


Die Geschichte umspannt einen Zeitraum von mehreren Jahren und wird abwechselnd aus der Sicht von beiden erzählt, sodass man einen guten Einblick in die Gefühle und Gedanken der Hauptcharaktere gewinnt. Ich habe Alyssa und Logan schnell ins Herz geschlossen und konnte gar nicht anders, als mir ein Happy End für sie zu wünschen – auch wenn es oftmals aussichtslos schien.


Das Buch überzeugt nicht nur durch die starken Hauptprotagonisten, sondern auch durch die gut ausgearbeiteten Nebencharaktere. Die Guten und die Bösen gehören zu dieser Geschichte einfach dazu und treiben die Entwicklung voran. Für sanfte Gemüter ist das Buch vermutlich nichts, denn es hält einige Gewaltszenen bereit. Aber auch das macht die Romane von Brittainy C. Cherry aus – nichts wird beschönigt. Ihre Geschichten wirken wie aus dem realen (kaputten) Leben gegriffen.
Durch die kurzen Kapitel, eine spannende Story und die Perspektivwechsel zwischen Alyssa und Logan war das Buch ein echter Pageturner.


Manche Formulierungen oder Dialoge könnten durchaus als kitschig bezeichnet werden, doch im Kontext der Geschichte hat mich das nicht so sehr gestört. Auch das Ende empfand ich als genau passend.


„Warum hast du mich nie aufgegeben?“
Ich zuckte mit den Schultern. „Weil manche Dinge – die besten – es immer wert sind, dafür zu kämpfen.“
(S. 329)


Gut zu wissen:


„Wie das Feuer zwischen uns“ ist der zweite Teil der Romance-Elements-Reihe. Alle Bücher sind in sich abgeschlossen und beinhalten komplett unterschiedliche Geschichten mit verschiedenen Protagonisten. Allen ist gemeinsam, dass sie einem Element zugeordnet worden, zu denen zahlreiche Assoziationen im Text auftauchen.


Fazit:


„Wie das Feuer zwischen uns“ hat mich durch eine spannende, dramatische Story und liebenswerte Protagonisten überzeugt. Wie auch die anderen Bücher der Autorin konnte ich dieses kaum aus der Hand legen. Spannung, Charaktere, Drama – hier stimmt einfach alles. Brittainy C. Cherry steht für tiefgründigen New Adult, der jedes Fanherz des Genres höher schlagen lässt.

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32 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Always and Forever, Lara Jean

Jenny Han
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Scholastic, 06.04.2017
ISBN 9781407177663
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Das Buch setzt nahtlos dort an, wo der zweite Band aufgehört hat. Lara Jean ist glücklich, das College neigt sich dem Ende entgegen, mit Peter läuft es bestens und ihre Familie ist nach wie vor das Wichtigste für sie. Peter und sie machen Pläne, wollen auch auf dem College unbedingt zusammen bleiben und haben sich deshalb nahe ihrer Heimatstadt auf einen Platz beworben. Doch während Peter ein Sportstipendium erhält, bekommt Lara Jean eine Absage und von da an ist ihr schöner Plan zum Scheitern verurteilt. Für welches andere College soll Lara Jean sich nun entscheiden? Sollen sie und Peter eine Fernbeziehung wagen? Kann das überhaupt gut gehen?


Während die junge Protagonistin ihren 18. Geburtstag feiert, steht sie vor den ersten wichtigen Entscheidungen ihres Lebens. Nie wollte sie wegziehen und ihre Familie verlassen, doch eine Zulassung zu einem renommierten College außer Staates kann sie auch nicht einfach in den Wind schlagen. „Never be the girl who goes to College with a boyfriend“, hatte ihre Mutter ihren Mädchen einst geraten und auch Lara Jeans große Schwester Margot hat sich an diesen Rat gehalten. Doch Lara Jean ist nicht Margot und was sie und Peter haben, ist etwas ganz Besonderes, das sie auf keinen Fall wegwerfen will.


Zwischen Hochzeitsvorbereitungsstress, Prom-Night, Beach-Week und College-Wahl fühlt sich das junge Mädchen bald zunehmend überfordert. Nicht alle Freunde in ihrem Umfeld glauben daran, dass ihre Liebe zu Peter halten wird, wenn sie auf zwei verschiedene Colleges gehen und langsam beginnt auch Lara Jean daran zu zweifeln. Als sie beginnt, widersprüchliche Signale zu senden, geht Peter langsam auf Distanz. Hat ihre junge Liebe eine Chance?


One day all of this will be proof, proof that we were here, proof that we loved each other. It’s the guarantee that no matter what happens to us in the future, this time was ours. 
(S. 259)


Der Schreibstil ist einfach gehalten, wie in den beiden Vorgängerbänden wird die Geschichte komplett aus Lara Jeans Sicht erzählt. Dabei kann man sich gut in die Gedankenwelt des jungen Mädchens hineinversetzen, das oftmals jünger als 18 wirkt. Ich hatte keine Probleme damit, dem Englischen zu folgen und kann den Abschlussband daher im Original empfehlen.


Leider bleibt die Lovestory zwischen Lara Jean und Peter bis zum Schluss sehr unschuldig. Vor allem die konservative Einstellung von Lara Jeans Dad in Bezug auf Sex hat mich oftmals mit den Augen rollen lassen. Auch wenn es mir sehr gut gefällt, dass der Zusammenhalt innerhalb der Familie stets im Fokus steht, so leben die Protagonisten doch in einer teilweise rosaroten, sehr unwirklichen Welt. Deshalb würde ich die Reihe nach wie vor eher jüngeren Mädchen ans Herz legen, die sich nach einer leichten Liebesgeschichte sehnen, aber keine echten Dramen und erst recht keine Erotik erwarten.


Das Ende kam relativ plötzlich. Ich hatte das Gefühl, dass ein paar wichtige Stationen ausgelassen wurden (z. B. die Korea-Reise), um schnell fertig zu werden. Das empfand ich als sehr schade. Auch einen anderen Ausgang der Geschichte hätte ich gut heißen können, aber so bleibt dieser relativ offen. Dennoch wird er die Leserinnen zufrieden stellen. Vieles bleibt der Fantasie überlassen und vielleicht ist das auch gerade gut so. Jedenfalls ist es eine erfrischende Abwechslung zu den sonstigen 5-Jahre-später-Epilogen, die für meinen Geschmack meist viel zu kitschig ausfallen.
Natürlich lässt die Autorin sich auf diese Weise auch ein kleines Hintertürchen für eine eventuelle Fortsetzung offen, auch wenn sie in ihrer Danksagung anmerkt, dass das nicht geplant ist.


Fazit:


„Always and forever, Lara Jean“ war ein schöner Abschluss der Reihe um die junge Protagonistin Lara Jean und ihre erste große Liebe Peter. Ein letztes Mal lässt die Autorin uns teilhaben an der wunderbaren Familienidylle der Song-Mädels und platziert rosa Schmetterlinge in unseren Bäuchen. Wichtige Entscheidungen müssen getroffen werden, große Ereignisse stehen an und am Ende wird der Leser mit einem wohlig-warmen Gefühl im Bauch aus dieser kleinen amerikanischen Vorstadt-Seifenblase entlassen.
Als Reihenabschluss ein absolutes Muss. Besonders für jüngere Mädchen ist die Reihe zu empfehlen.

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144 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

liebe, jugendbuch, hund, beziehung, kid

So was passiert nur Idioten. Wie uns.

Sabine Schoder
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 21.09.2017
ISBN 9783733504281
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Sabine Schoders Debütroman „Liebe ist was für Idioten. Wie mich.“ war mein absolutes Jahreshighlight 2015! Bereits nach diesem ersten Buch war mir klar, dass die Autorin ab sofort zu meinen Lieblingsschriftstellerinnen gehört. Nachdem sie in diesem Frühjahr eine tolle Kurzgeschichte zu der Oetinger-Anthologie #herzleer beigesteuert hat, ist nun endlich die heißersehnte Fortsetzung ihres Debüts erschienen, auf das ich ungelogen sooo sehr hingefiebert habe.

Die Geschichte spielt drei Jahre nach dem Ende des ersten Buches. Viki und Jay haben sich zusammengerauft, leben gemeinsam in Vikis alter Wohnung, haben einen Hund und gehen ihrem Studium nach. Die beiden sind glücklich, doch als Jay anfängt, sich komisch zu verhalten, vermutet Viki etwas Schreckliches. Soviel verrät ja bereits der Klappentext. Auch ich war sehr gespannt darauf, was zwischen den beiden vorgefallen ist. Natürlich möchte ich nicht spoilern, deshalb sage ich nur: Die Autorin schafft es durch das gesamte Buch hindurch, den Leser auf falsche Fährten zu locken und so stets die Spannung aufrecht zu erhalten. Teilweise liest sich der Roman wie ein Krimi.

Das Besondere an diesem Band ist, dass er aus verschiedenen Perspektiven geschildert wird. Hauptsächlich kommen Viki und Jay zu Wort, aber diesmal erzählen auch ihre jeweils besten Freunde Mel und Dave, sowie einige andere Personen. Diese gelungenen Perspektivwechsel, zusammen mit den knackig kurzen Kapiteln haben mir richtig gut gefallen. An jedem Kapitelende wartet ein kleiner Cliffhanger, der das sofortige Weiterlesen fast unverzichtbar macht.

Und trotzdem habe ich dieses Buch bewusst in kleinen Happen verschlungen. Denn Sabine Schoders Geschichten sind nicht mit anderen Jugendbüchern vergleichbar. Die Autorin hat einen unglaublich starken und sehr bildhaften Schreibstil, der voller Metaphern und zitatwürdiger Sätze steckt. Diese Schreibe muss man einfach genießen. Ich habe viele Absätze mehrmals gelesen, sie mir nochmal auf der Zunge zergehen lassen und war schlichtweg begeistert. Jeder Satz ist ein Genuss, ohne dass die Geschichte jemals kitschig oder unnatürlich wirkt. Denn Schoders zweite große Stärke ist die Authentizität: seien es die Charaktere, ihre Vergangenheit, ihre Gefühle, Worte oder Taten – ich konnte mich stets mit Viki, Jay und ihren Freunden identifizieren und habe sie alle sehr ins Herz geschlossen.

Das Ende war genau nach meinem Geschmack. Gerade, als man denkt, jetzt kommt das große Happy End, folgt ein Schlag, mit dem niemand gerechnet hätte und alles wendet sich von Neuem. Da ist mir beim Lesen kurz das Herz stehen geblieben. Auch das ist Sabine Schoders Spezialität: Sie nimmt ihre Leser mit auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle und schmeißt sie an der höchsten Stelle einfach aus dem Sitz. So etwas liebe ich!

Ein ganz besonderes Schmankerl stellte für mich der Epilog dar. Ohne zu viel verraten zu wollen, möchte ich anmerken, dass ich ihn perfekt fand – so wie auch das gesamte Buch. Die lange Wartezeit hat sich definitiv mehr als gelohnt. Ich wünsche mir sehnlichst, dass die Autorin uns ganz bald wieder mit neuem Lesestoff versorgt.

Gut zu wissen: Obwohl dieses Buch eine Fortsetzung von „Liebe ist was für Idioten. Wie mich.“ ist, könnte man es auch unabhängig davon lesen. Die Geschichte spielt einige Jahre später. Durch viele kurze Einschübe werden dem Leser die Geschehnisse des ersten Bandes an den wichtigsten Stellen wieder ins Gedächtnis gerufen. Dabei fand ich es besonders spannend, diesmal viele Dinge aus Jays Perspektive zu erfahren. Wer Band eins nicht kennt, sollte also dennoch keine Probleme haben, der Geschichte zu folgen. Allerdings empfehle ich euch, beide Bücher zu lesen. Es lohnt sich!

Fazit:

Mit „So was passiert nur Idioten. Wie uns.“ hat Sabine Schoder es wieder geschafft, mich auf eine Achterbahnfahrt der Gefühle mitzunehmen. Drei Jahre nach dem Ende des ersten Buches müssen Viki und Jay erneut beweisen, dass ihre Beziehung nicht zum Scheitern verurteilt ist. Dabei kämpft vor allem Viki gegen ihre inneren Dämonen und ihre miese Vergangenheit an.
Neben den authentischen Charakteren haben mir vor allem die spannungsvollen kurzen Kapitel gefallen, die aus verschiedenen Perspektiven erzählt werden. Das Beste am Buch ist jedoch der unvergleichbare bildhafte Schreibstil der Autorin, der voller zitatwürdiger Sätze und Metaphern steckt. Hier ist jeder Satz ein Genuss. Bitte ganz bald mehr davon!
Für mich eines des Highlights 2017!

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42 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

liebe, homosexuell, freundschaft, familie, schwul

No Return - Versteckte Liebe

Jennifer Wolf
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 03.08.2017
ISBN 9783646603279
Genre: Liebesromane

Rezension:


„Versteckte Liebe“ setzt nahtlos dort an, wo „Geheime Gefühle„ aufgehört hatte. Tony und Drew haben sich voneinander entfernt. Missverständnisse, die eigenen Ängste und vor allem die äußeren Umstände stehen ihrer Liebe im Weg. Vor allem der sensible Tony muss erst lernen, seine Homosexualität zu akzeptieren. Dazu nimmt er sich eine Auszeit und verlässt die Band, seine Freunde und seine große Liebe, um zu sich selbst zu finden.


Der Einstieg in die Geschichte verlief bei mir etwas holprig. Ich musste mir die Geschehnisse des ersten Bandes und die Rollen der verschiedenen Nebencharaktere erst wieder ins Gedächtnis rufen, bevor ich richtig hineingekommen bin. Da wäre eine kurze Wiederholung sicher hilfreich gewesen, doch es klappte auch ohne.


Ohne dass sie es wollen, verletzten sich Tony und Drew gegenseitig, nähern sich an und gehen dann wieder auf Abstand. Ihre Liebe steht auf unsicheren Füßen und wird vor allem durch das Management der Band erschwert. Beide Jungs leiden und mit ihnen der Leser. Die Auszeit, die Tony sich nimmt, empfand ich als angemessene Lösung, um mit sich ins Reine zu kommen. Er lernt nicht nur, sich selbst zu akzeptieren, sondern erfährt zum ersten Mal seit seinem Outing auch, was es heißt, eine Familie zu haben. Gerade dieser Nebenstrang hat mir sehr gut gefallen.


Jennifer Wolfs Schreibstil ist wie immer einfach gehalten, aber dafür sehr gefühlvoll. Da die Geschichte aus Tonys Sicht erzählt wird, bekommt man einen sehr guten Einblick in seine Gedanken und Gefühle. Seine Unsicherheit wird oftmals durch „…“ in Dialogen und Gedanken widergespiegelt. An manchen Stellen war es jedoch etwas too much für mich hat meinen Lesefluss gestört.


Leider konnte sich der durchweg positive Gesamteindruck des ersten Bandes nicht ganz bei Band zwei fortsetzen. Nachdem die beiden sich wieder annähern, hagelt es nur so obszöne Sprüche ihrer Bandkollegen. Zwar passt diese Derbheit sicher zu den Charakteren der Jungs, doch für mich haben die vielen expliziten Ausdrücke und Beschreibungen das Gefühlvolle und Romantische an der Geschichte einfach zerstört. Manche Dinge wollte ich als (weibliche heterosexuelle) Leserin auch gar nicht so genau wissen.


Insgesamt wurde der Konflikt mit dem Management ganz gut gelöst. Die Geschichte bekommt das Ende, das sie verdient hat, auch wenn es für meinen Geschmack wieder etwas zu kitschig ausfiel. Auch da wäre weniger mehr gewesen, aber die Hardcore-Anton-Fans wird es sicher gefreut haben.


Fazit:


„Versteckte Gefühle“ bildet einen soliden Abschlussband der Gay-Romance-Dilogie „No Return“. Auch wenn das Finale für mich nicht an den ersten Band herankommt, so hat mir die Geschichte um den schüchternen Tony und seinen Schwarm und Bandkollegen Drew insgesamt gut gefallen. Fans des Genres werden sicher nicht enttäuscht, für alle anderen Ermessenssache.

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283 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 77 Rezensionen

superhelden, karma girl, jennifer estep, bigtime, piper verlag

Karma Girl

Jennifer Estep , Vanessa Lamatsch
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 03.04.2017
ISBN 9783492280372
Genre: Fantasy

Rezension:


Ich weiß nicht genau, was ich erwartet habe, aber nun muss ich sagen, dass diese Geschichte nicht wirklich mein Fall war. Der Einstieg fiel mir sehr schwer, nach einem bis zwei Kapiteln musste ich das Buch wieder weglegen. Mir fehlte der Wille, unbedingt wissen zu wollen, wie es weitergeht. Stattdessen musste ich mich bis zur Hälfte regelrecht durch das Buch kämpfen. Sogar über einen Abbruch habe ich nachgedacht.
Dabei ist die Geschichte keinesfalls schlecht. Man fühlt sich in einen Comic versetzt, erlebt den Alltag zusammen mit der taffen Journalistin Carmen Cole, die immer einen witzigen Spruch auf Lager hat und verfällt gemeinsam mit ihr dem attraktiven Superhelden Striker. Zwischen den beiden fliegen die Funken und auch die Erotik kommt im Buch nicht zu kurz.
Soweit, so gut. Doch so richtig viel passiert außerdem nicht. Stattdessen hatte ich das Gefühl, dass die Story sich zieht wie Kaugummi. Da haben leider auch die kessen Sprüche der Protagonistin nicht weitergeholfen.


Zudem musste ich beim Lesen öfter mal die Stirn runzeln, als ich über den ein oder anderen (Übersetzungs?)fehler gestolpert bin. Diese haben sich zum Teil wirklich gehäuft und das darf bei so einem großen Verlag eigentlich nicht in diesem Ausmaß passieren. Leider haben die kleinen Schusselfehlerchen, egal ob in Rechtschreibung oder Grammatik, meine Lesefreude noch zusätzlich geschmälert.


Insgesamt habe ich fast zwei Wochen für die 400 Seiten gebraucht – unverhältnismäßig lange für mich. Erst im letzten Viertel des Buches nahm die Geschichte an Fahrt auf und schaffte es, mich wenigstens ein bisschen in ihren Bann zu ziehen. Doch auch dieser positive Schlusseindruck reicht leider nicht aus, um das Buch weiterzuempfehlen. Die Reihe werde ich nicht weiter verfolgen. Zum Glück ist das Buch in sich abgeschlossen und wartet nicht mit einem Cliffhanger auf, obwohl es natürlich doch einige Fragen offen lässt. Aber die Antworten darauf werde ich nicht mehr erfahren.


Fazit:


Von „Karma Girl“ hatte ich mir mehr erhofft. Die langatmige Story, wenig Action in der ersten Hälfte des Buches und das allgemeine Setting waren einfach nicht mein Ding. Zwar konnte die Geschichte am Ende noch an Fahrt aufnehmen und Spannung aufbauen, doch insgesamt überwiegt die Zähigkeit in meinem Gesamteindruck. Fans von humorvollen Fantasygeschichten und Superheldenstories können einen Blick riskieren, doch für mich war das Buch leider nicht das Richtige.

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

fantasyroman, eine junge liebe, albtraum, ein altes wesen, mysteriöser retter

Eine Ewigkeit ohne dich (Ava & Lio 1)

Jill Noll
E-Buch Text
Erschienen bei null, 27.07.2017
ISBN B074CMFMCL
Genre: Sonstiges

Rezension:


Lange bin ich um dieses Buch herumgeschlichen. Das wundervolle Cover und die sehr sympathisch wirkende Autorin haben mich neugierig gemacht. Jill Noll hat lange Zeit intensiv über ihren Weg zur Autorin gebloggt und einige wertvolle Tipps zusammengetragen. Vielleicht hatte ich daher zu hohe Erwartungen an ihren zweiten Roman, die leider nicht erfüllt werden konnten. Doch von vorne …


Die Gestaltung des Taschenbuches ist wirklich toll gelungen. Vom Cover, das ein wahrer Eye-Catcher ist, bis hin zum Klappentext macht der Buchumschlag einen sehr professionellen Eindruck. Auch im Inneren des Buches setzt sich dieser Eindruck fort. Auf einen Schmutztitel wurde verzichtet, ebenso auf Informationen zum Buch oder zur Autorin. Gut, das muss nicht sein, ich hätte es aber durchaus schön gefunden. Dafür hat mich der Buchsatz positiv überrascht. Kleine Grafiken zum Kapitelanfang wirken hochwertig, genauso wie die sehr gut lesbare Schriftart und -größe. Wenn man das Buch durchblättert, hat man sofort den Eindruck, etwas Wertiges in der Hand zu halten. Daumen hoch dafür!


Die Geschichte selbst plätschert bis zur Hälfte des Buches leider nur so dahin. Die Gespräche zwischen der 17-jährigen Ava und ihrer besten Freundin Jess fand ich ebenso ermüdend wie die seitenlangen Beschreibungen von den Unterrichtstagen der beiden. Zwar beginnt die Story mit einem spannenden Zwischenfall, doch dieses Tempo flaut schnell wieder ab. Als Lio auftaucht, sprühen sofort die Funken, doch so ganz nachvollziehen konnte ich das nicht. Dass sich eine 17-jährige relativ schnell verliebt mag ja sein, aber Lios Faszination für die tollpatschige Ava konnte ich nun wirklich nicht verstehen. Von Gefühlen und dem Wunsch nach einer Beziehung ist sehr schnell die Rede. Für meinen Geschmack zu schnell.
Die gesamte Story spielt in einem sehr kurzen Zeitraum, nämlich nur knapp anderthalb Wochen. Dafür ging mir die Entwicklung auf der Gefühlsebene viel zu flott vonstatten.


Dass Lio ein besonders Wesen ist, erfahren wir schon im Klappentext. Die Autorin hat sich hier mal was anderes einfallen lassen, was ich sehr spannend fand. Seine Geschichte bietet auf jeden Fall Potenzial für Folgebände. In diesem Buch erfährt man leider nur sehr oberflächlich, was mit ihm und seiner Familie los ist. Viele Fragen werden angeschnitten und dann offen gelassen. Das ist sicher so gewollt, nur leider wurde meine Neugier nicht in dem Maße geweckt, dass ich nach dem Ende von Band eins weiterlesen möchte.


Ab der Hälfte nimmt die Geschichte dann endlich an Fahrt auf. Auch der Schreibstil verbessert sich merklich. Vom belanglosen Teenager-Geplapper und klischeebeladenen Fettnäpfchen gewinnt die Autorin Abstand. Die Szenen zwischen Lio und Ava werden sehr schön beschrieben. Hier habe ich eine merkliche Steigerung in Ausdruck und Satzbau festgestellt.


Leider muss ich einen ganz dicken Minuspunkt für das nicht vorhandene (professionelle) Lektorat und Korrektorat aussprechen. Auf den ersten Blick mag das Buch inhaltlich zu den besseren SP-Titeln gehören, aber ich bin der felsenfesten Überzeugung, dass ich, wenn ich Geld für ein Buch ausgebe, auch eine gewisse Qualität erwarten kann. Da reichen ein paar aufmerksame Testleserinnen leider nicht aus. So musste ich viele Kommafehler und etliche Grammatikschnitzer sowie Zeitformpatzer feststellen. Das stört nicht nur den Lesefluss, sondern ärgert mich persönlich sehr.
Auch inhaltlich habe ich an mancher Stelle die Stirn gerunzelt. Als Beispiele seien hier genannt: der Club, der schon um 19 Uhr öffnet, die erste Motorradfahrt, die offenbar ohne Helm angetreten wird, später fährt Lio aber selbst mit Helm durch die Gegend. Die Eltern, die sich nicht um ihre Tochter zu kümmern scheinen. Ein Vater, der bei der Polizei arbeitet, aber seine Tochter hält es nicht für nötig, ihm von ihrer Fast-Vergewaltigung zu erzählen usw.


Insgesamt muss ich leider sagen, dass das Buch äußerlich einen tollen Eindruck macht, die Qualität des Textes aber leider, gerade in der ersten Hälfte, mich nicht überzeugen konnte. Deshalb werde ich die Reihe auch nicht weiter verfolgen.


Fazit:


Meine Erwartungen an „Eine Ewigkeit ohne dich“ von Jill Noll waren leider zu hoch. So sehr mich die professionelle Gestaltung des Taschenbuches überzeugt hat, so wenig konnte es leider der Inhalt. Die Geschichte hat mich nicht mitgerissen, inhaltliche und formale Fehler ließen mich beim Lesen oftmals die Stirn runzeln und die Gefühlsentwicklung zwischen den Protagonisten ging mir viel zu schnell vonstatten.
Wer ein günstiges E-Book aus dem Bereich Self Publishing sucht, kann mal in die Romantasy-Geschichte reinlesen, allen anderen kann ich leider keine Empfehlung aussprechen.

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231 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 70 Rezensionen

italien, florenz, liebe, jenna evans welch, toskana

Love & Gelato

Jenna Evans Welch , Henriette Zeltner
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 12.06.2017
ISBN 9783959670913
Genre: Liebesromane

Rezension:


Lina ist 16, als ihre Mutter an Krebs stirbt und ihr das Versprechen abnimmt, zumindest einen Sommer in Italien zu verbringen, um ihren Vater kennenzulernen, der in ihrem Leben nie eine Rolle gespielt hat. Widerwillig lässt Lina sich auf den Deal ein und macht sich auf den Weg von Seattle in die Toskana, wo sie eine völlig neue Welt erwartet. Zum ersten Mal lernt sie den Mann kennen, der im Leben ihrer Mutter eine kleine, aber sehr bedeutende Rolle gespielt hat. Howard lebt auf einem amerikanischen Friedhof, der zu Ehren der im 2. Weltkrieg gefallenen amerikanischen Soldaten erbaut wurde. Zunächst findet Lina ihr neues Zuhause gruselig und möchte schnellstmöglich wieder zurück in die Staaten, doch schon bald lernt sie die schönen und geheimnisvollen Seiten der Denkmäler und Grabsteine zu schätzen.


Als sie ihren Nachbarn Lorenzo, genannt Ren, kennenlernt, der halb Amerikaner und halb Italiener ist, freunden sich die beiden Teenager an. Zusammen erkunden sie Florenz und besuchen Partys. In einer Welt, in der sie sich nicht richtig zugehörig fühlen, verbindet sie die Andersartigkeit.
Schnell freundet Lina sich mit Rens Freunden, die die internationale Schule besuchen, an und verguckt sich in den attraktiven Thomas. Doch nicht nur er hat es ihr angetan, auch Ren wird bald zu mehr als nur einem guten Freund. Für wen schlägt Linas Herz?


Neben den wundervoll idyllischen Landschaftsbeschreibungen und dem außergewöhnlichen Setting des Friedhofes hat mir besonders gut gefallen, wie Linas Familiengeschichte Stück für Stück aufgedeckt wird. Während sie ein altes Tagebuch ihrer Mutter entdeckt, erfährt sie die Wahrheit über ihren Vater und die Vergangenheit ihrer Eltern. Gemeinsam mit Ren besucht sie die Orte, die im Tagebuch beschrieben werden und lernt so Italien und ihre verstorbene Mama besser kennen. Nichts ist so, wie es anfangs scheint und bald lernt Lina, was Familie wirklich bedeutet.


Ich fand die Geschichte toll. Sommerlich leicht und gleichzeitig durch die Hintergrundgeschichte der Familie mit einer Tiefe versehen, die ich so nicht erwartet hätte. Für junge Mädchen, die von der ersten Liebe träumen oder als (verspätete) Ferienlektüre genau das Richtige. Man kann gar nicht anders, als sich gemeinsam mit Lina in das Land und den Jungen ihrer Träume zu verlieben. Italien steht jetzt jedenfalls ganz oben auf meiner Urlaubswunschliste.


Der einfache, aber sehr bildhafte Schreibstil hat mich nur so durch die virtuellen Seiten fliegen lassen. Lina ist ein tolle Protagonistin, die sich innerhalb kürzester Zeit in der Fremde zurechtfinden und mit der Trauer um ihre Mama umgehen muss. Dabei verliert sie nie ihren Humor und lernt sich Stück für Stück selbst besser kennen. Es macht großen Spaß, ihr dabei zu folgen, wie sie den Sommer ihres Lebens und die erste große Liebe erlebt.


Fazit:


„Love and Gelato“ ist ein sommerlich leichtes Jugendbuch, das eine geheimnisvolle Familiengeschichte mit der ersten großen Liebe verknüpft. Vor der wundervollen Kulisse Italiens und einiger skurriler Nebenschauplätze begleiten wir die 16-jährige Lina dabei, wie sie die Vergangenheit ihrer verstorbenen Mutter aufdeckt und Stück für Stück erkennt, was Familie wirklich bedeutet.
Der bildhafte und teils sehr humorvolle Schreibstil sorgt trotz des ernsten Ausgangspunktes stets für Leichtigkeit. Junge Mädchen und junggebliebene Romantiker(innen) bekommen hier ein wundervolles Jugendbuch, das sie mit einem wohlig warmen Gefühl in der Brust zurücklässt – Urlaubsfeeling und Herzklopfen garantiert.

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806 Bibliotheken, 23 Leser, 0 Gruppen, 145 Rezensionen

liebe, trauer, brittainy c. cherry, wie die luft zum atmen, verlust

Wie die Luft zum Atmen

Brittainy C. Cherry , Katja Bendels
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei LYX, 13.01.2017
ISBN 9783736303188
Genre: Liebesromane

Rezension:


Als die jung verwitwete Elizabeth in ihren Heimatort Meadows Creek zurückkehrt, fällt ihr der Neuanfang zunächst schwer. Ein Jahr ist es her, seitdem ihr Mann Steven ums Leben kam und ihres mit in Stücke riss. Nur ihrer kleinen Tochter Emma hat Liz es zu verdanken, dass sie noch nicht vollends zerbrochen ist. Während sie versucht, ihr Leben wieder in geordnete Bahnen zu lenken, zieht nebenan der geheimnisvolle Tristan Cole ein. Sein Ruf eilt im voraus: Ein Monster soll er sein, ein A*** und ein Ungeheuer. Als Liz seinen Hund anfährt, könnte ihr erstes Aufeinandertreffen nicht schlechter verlaufen. Tristan tut alles, um ihr zu beweisen, dass die Gerüchte über ihn wahr sind. Und dennoch wagt Liz einen Blick hinter seine Fassade. Sein wildes Äußeres, die sturmumtosten Augen und seine abweisende Art hindern sie nicht daran, die Verletzlichkeit hinter Tristan Cole zu erkennen. Denn auch er kämpft mit seinem Schicksal, das mehr ist, als ein Mensch ertragen kann.


Was beginnt wie die Geschichte eines typischen Bad Boys, der mit seiner Vergangenheit fertig werden muss, entwickelt sich schnell zu so viel mehr. Echter Schmerz, tiefe Wunden, Schuldgefühle und rohe Narben verbinden Liz und Tristan auf ganz besondere Weise. Ganz langsam kommen die beiden sich näher, tasten sich Stück für Stück vorwärts, um nicht an den Scherben ihrer gebrochenen Herzen kaputt zu gehen. Die Geschichte wird ebenso feinfühlig wie derb erzählt. Detaillierte Sexszene wechseln sich mit starken Emotionen ab. Diese Story wird niemals langweilig. Während die beiden Protagonisten es ganz langsam schaffen, ihre Herzen füreinander zu öffnen, zeichnet sich aber schon die nächste Katastrophe am Horizont ab.
Gerade im letzten Viertel entwickelt sich die Geschichte zu einem regelrechten Psychothriller. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und hatte gleichzeitig Angst vor dem Ende. Zu sehr waren mir die Figuren bereits ans Herz gewachsen, um sie wieder gehen zu lassen.


Neben Tristan und Liz haben sich auch die Nebenfiguren in mein Herz geschlichen. Sei es die kleine lebensfrohe Emma, Tristans treuer Hund Zeus oder Liz‘ beste Freundin Faye, die immer einen ordinären Spruch auf Lager hat – sie alle machen dieses Buch zu etwas ganz Besonderem und tragen einen wichtigen Teil zur Geschichte bei.


Die Autorin schreibt so authentisch über die Liebe und den Schmerz, dass ich beim Lesen alles nachfühlen konnte. Mehrmals habe ich ein paar Tränen vergossen, auch wenn das sonst nicht meine Art ist. Ich liebe dramatische Liebesgeschichten und bin von diesem Buch rundum überzeugt.


Zum Ende möchte ich noch gar nicht so viel verraten, außer, dass mir diese Art Finale normalerweise etwas gegen den Strich geht. Aber hier passt es zur Geschichte und den Protagonisten, deshalb finde ich die Auflösung in diesem Falle völlig okay.


Fazit:


„Wie die Luft zum Atmen“ hat mich tief berührt. Gleichermaßen roh und einfühlsam erzählt Brittainy C. Cherry die Geschichte von Liz und Tristan, die lernen müssen, die Scherben ihrer gebrochenen Herzen zu heilen, um wieder atmen zu können. Dabei gelingt ihr der Spagat zwischen herzzerreißendem Drama und erotischer New-Adult-Geschichte auf wunderbare Art und Weise. Ein rundum wundervolles Buch, das ich gerne weiterempfehle.

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23 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

geige, musiker, taub

Wovon du träumst

Kira Gembri
E-Buch Text
Erschienen bei Independently Published, 07.08.2017
ISBN B074NCGQJZ
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Kira Gembris neuer Roman entführt uns in eine Welt voll scheinbarer Gegensätze. Die gehörlose Emilia trifft auf den Stargeiger Nick. Seine Kindheit verbrachte er in vollen Konzertsälen und wurde als Wunderkind der Klassik gefeiert. Emilia hingegen wünscht sich nichts sehnlicher, als Musik als solche wahrnehmen zu können. Es gibt eine Operation, die es ihr ermöglichen würde, zu hören, doch die Risiken sind hoch. Ganz abgesehen davon, dass ihre Eltern, ebenfalls gehörlos, wenig Verständnis für ihren Wunsch zeigen. Emilia versteckt ihre Gehörlosigkeit vor ihrer Umwelt und gibt sich lieber als hörend aus. Sie kann Lippenlesen und ist auch selbst nicht auf den Mund gefallen. Flapsige Sprüche sind dank einer ausgiebigen Sprachtherapie in ihrer Kindheit kein Problem für sie. Doch ihre Gehörlosigkeit lässt sich nicht immer verbergen. Mehr als einmal gerät sie im Alltag in schwierige Situationen. Und auf einmal ist da Nick, der attraktive Junge mit dem schiefen Grinsen und dem zerzausten schwarzen Haar. Als er im Affekt eines ihrer teuren Hörgeräte zerstört, fühlt er sich dazu verpflichtet, Emilia bei der Abarbeitung ihrer Wünsche-Liste zu unterstützen. Doch aus reinem Pflichtgefühl wird bald mehr …


Zwischen den beiden entsteht eine tiefe Freundschaft. Stück für Stück bauen sie ihre Vorurteile, die sie anfangs gegeneinander hegten, ab. Je näher sich Emilia und Nick kennenlernen, desto mehr begreifen sie, dass ihre Welten doch nicht so weit voneinander entfernt sie, wie sie anfangs dachten. Der vermeintliche Aufreißer und Partyhengst entpuppt sich bald als echter Freund, auf den sich Emilia immer verlassen kann. Und auch sie ist für ihn da, als er ihre Hilfe braucht, um zu erkennen, was er wirklich will. Beide unterstützen sich dabei, ihre Träume zu verwirklichen und gehen dabei über ihre Grenzen hinaus.


„Wovon du träumst“ besticht, wie auch Kira Gembris andere Bücher, durch einen tollen flüssigen und sehr bildhaften Schreibstil. Nicht umsonst zählt sie zu meinen absoluten Lieblingsautorinnen. Sie schreibt so grandios, dass die knapp 300 Seiten auf dem Kindle nur so verfliegen. Die angenehm kurzen Kapitel lassen keine Langeweile aufkommen, genauso, wie ich es mag. Auch an humorvollen Dialogen fehlt es nicht. Flapsige Wortgefechte und schlagfertige Sprüche haben mich oftmals zum Lachen gebracht. Trotz des ernsten Themas ist dieser Roman ein absolutes Wohlfühlbuch mit Seufz- und Schmachtgarantie.
Auch Emilias Gehörlosigkeit und ihr damit verbundener innerer Konflikt, der sie zwischen ihren eigenen Wünschen und den Erwartungen ihrer Familie hin- und her taumeln lässt, wird sehr gut beschrieben. Hier merkt man, dass die Autorin intensiv recherchiert hat und in der Lage ist, dieses Thema behutsam und für die Zielgruppe interessant im Jugendbuch umzusetzen.


Mir hat „Wovon du träumst“ sehr gut gefallen. Als kleines Schmankerl gibt es auch ein Wiedersehen mit bekannten Charakteren aus Kiras anderen Büchern. Da wären zum einen Flocke („Wenn du dich traust„), der sich als wahrer Kumpel für Emilia und Nick erweist und immer für ein kleines Schmunzeln im Mundwinkel sorgt und die flippige Kris („Wir beide in Schwarz-Weiß„), die vorübergehend mit Emilia zusammenwohnt. Aber auch ohne Kiras andere Bücher zu kennen, kann man sich voll und ganz auf „Wovon du träumst“ freuen, da alle Bücher in sich abgeschlossen sind und unabhängig voneinander gelesen werden können.


Fazit:


Kira Gembri hat es wieder geschafft: In „Wovon du träumst“ schafft sie eine Welt voll scheinbarer Gegensätze und entspinnt daraus eine tolle, mitreißende Story.
Als die gehörlose Emilia auf den Stargeiger Nick trifft, prallen Welten aufeinander. Und doch entwickelt sich zwischen den beiden eine tiefe Verbundenheit, die sie füreinander einstehen lässt. Mit gewohntem Humor und dank tiefgründiger Recherche schafft es die Autorin, das Thema Gehörlosigkeit spannend und behutsam in ihrem neuen Jugendroman zu verarbeiten. Dank ihres wunderbar bildhaften und locker-flüssigen Schreibstils ist das Buch viel zu schnell zu Ende.
Wieder ein rundum gelungener Kira-Gembri-Roman. Absolute Empfehlung!

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1.147 Bibliotheken, 30 Leser, 1 Gruppe, 180 Rezensionen

mona kasten, liebe, feel again, again-reihe, feelagain

Feel Again

Mona Kasten
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei LYX, 26.05.2017
ISBN 9783736304451
Genre: Liebesromane

Rezension:


Die ersten beiden Teile der Again-Reihe (Begin Again, Trust Again) fand ich okay, aber nicht atemberaubend. Typisch New Adult, irgendwie. Meine Erwartungen waren nicht allzu hoch, als ich mich endlich an den finalen Band herangewagt habe. Umso mehr wurde ich überrascht!


Schon der Einstieg in die Geschichte fiel mir unglaublich leicht. Die taffe, sarkastische Sawyer mochte ich sofort. Ihre Sprüche fand ich klasse und ihr Stil gefiel mir ausgesprochen gut. Ich hatte sofort ein Bild zu ihr im Kopf. Endlich einmal eine etwas andere Protagonistin, die nicht den üblichen Schüchternes-Mädchen-Klischees entspricht. Zwar hat auch Sawyer ihr Päckchen zu tragen und in der Vergangenheit schlimme Dinge durchgemacht, doch ihre Geschichte erschien mir weitaus spannender und glaubwürdiger als die von Allie (Begin Again) und Dawn (Trust Again).
Und dann ist da noch Isaac: der unsichere Nerd. Ich liebe Nerds! Und auch bei ihm steckt so viel mehr hinter den bunten Klamotten, den verstrubbelten Haaren und seiner ausgeprägten Schüchternheit. Isaac muss man einfach lieben, es geht gar nicht anders.


Es hat mir so viel Freude bereitet, die Geschichte der beiden scheinbar nicht zusammenpassenden Protagonisten zu lesen und Stück für Stück mitzuerleben, wie sich Sawyer und Isaac zueinander hingezogen fühlen. Die Entwicklung war genau nach meinem Geschmack und im Gegensatz zu den beiden Vorgängerbänden konnte ich keine unnötigen Längen feststellen. So macht New Adult Spaß!


Das Buch glänzt nicht nur durch eine außergewöhnliche Lovestory, sondern vor allem durch viele liebevolle Details. Sei es Sawyers Liebe zur Fotographie, die einen großen Platz einnimmt oder Isaacs herzliche Großfamilie, genauso wie die Freundschaft zwischen Sawyer und Dawn oder Gian und Isaac – alles wird so liebevoll und authentisch beschrieben, dass ich mich stets gefühlt habe, als wäre ich mittendrin im idyllischen Woodshill.


Natürlich gibt es – wie bei allen NA-Geschichten – eine schlimme Vergangenheit, die aufgearbeitet werden muss. Sawyers Hintergrundgeschichte hat mir sehr gut gefallen, sie war dramatisch, aber dabei stets stimmig und nicht total übertrieben. Wie sich ihre Vergangenheit in ihre Gegenwart einfügt und sie Stück für Stück lernt, Gefühle zuzulassen, hat mich komplett überzeugt.


Es gibt einige erotische Szenen, die auch durchaus detailliert beschrieben werden. Dabei wirkt der Sex im Buch aber nie ordinär oder fremdschäm-furchtbar. Der Autorin hat in diesem Buch ein Händchen für geschmackvolle Liebesszenen bewiesen.


Für diese wundervolle Geschichte gibt es von mir die volle Punktzahl.


Fazit: 


„Feel Again“ von Mona Kasten hat alles, was einen guten New-Adult-Roman ausmacht. Ausgefallene Protagonisten überzeugen mit einer tollen Liebesgeschichte, die nicht den gängigen Klischees entspricht. Viele liebevoll eingearbeitete Details und sympathische Nebenfiguren machen das Buch zu etwas ganz Besonderem. Ich habe die Geschichte um die rockige, verschlossene Sawyer und den schüchternen Isaac geliebt und möchte sie euch unbedingt weiterempfehlen.

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81 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

götter, liebe, devin, griechische mythologie, 4 sterne

Romina. Tochter der Liebe

Annie Laine
E-Buch Text
Erschienen bei Dark Diamonds, 28.07.2017
ISBN 9783646300567
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Als die 18-jährige Romina, Tochter des Liebesgottes Eros, vom Olymp auf die Erde verbannt wird, bricht für sie eine Welt zusammen. Ganz auf sich allein gestellt muss sie sich in einer Welt zurechtfinden, die ihr fremd ist. Zum Glück trifft sie Devin, den liebevollen und attraktiven Studenten, der sie spontan bei sich aufnimmt und auf den Spitznamen „Romy“ tauft.
Während Romina verzweifelt nach einer Möglichkeit sucht, um zurück nach Hause gehen zu können und endlich eine richtige Göttin zu werden, entwickelt Devin Gefühle für seinen ungewöhnlichen Gast. Es dauert nicht lange, bis er begreift, dass er kein gewöhnliches Mädchen bei sich aufgenommen hat, sondern eine stolze, wenn auch etwas verpeilte Halbgöttin.


Der Debütroman von Annie Laine verbindet die griechische Mythologie mit einer modernen, zuckersüßen Lovestory. Das ist ein wirklich spannender Mix. Dabei bleibt der Heldin wirklich nichts erspart: sie wird hintergangen, belogen, mit falschen Hoffnungen gelockt und obendrein muss sie sich zum ersten Mal in ihrem Leben mit ihren eigenen Gefühlen auseinandersetzen. Obwohl sie sich nichts sehnlicher wünscht, als auf den Olymp zurückzukehren, begreift Romy langsam, was es heißt, zu lieben. Egal, wie sehr sie sich gegen ihre eigenen Gefühle wehrt, gegen die Kraft der Liebe ist auch eine Liebesgöttin machtlos.


Die Geschichte spielt im Winter in Toledo, einer Stadt im Osten der USA. Romys Schicksal ist eng an diesen Ort gebunden. Und auch Devins Weg hat ihn nicht zufällig nach Toledo geführt. Während langsam alle Fäden dort zusammenlaufen, beginnt Romina im Laufe der Geschichte zu verstehen, dass ihr Lebensweg schon lange vor ihrer Geburt von den Schicksalsgöttinnen geplant wurde. Nichtmal der Tod ihrer Mutter kann an ihrer Bestimmung etwas ändern.


Der Schreibstil der Autorin ist jugendlich und frisch. Die knapp 400 Seiten lassen sich recht schnell weglesen. Besonders gut haben mir die Dialoge und der Humor in der Geschichte gefallen. Auch an Dramatik wird, vor allem in den letzten Kapiteln, nicht gespart. Die Geschichte besticht durch viele liebevolle Details und Überlegungen. So fand ich z. B. Romys Liebespfeile sehr interessant und auch die Beschreibung des Olymp hat mir sehr gut gefallen. Man spürt, wie viel Herzblut die Autorin in ihr Erstlingswerk gesteckt hat.


Ein paar kleine Ungereimtheiten sind mir beim Lesen aufgefallen, aber die fallen nicht ins Gewicht. Insgesamt ist die Geschichte sehr gut durchdacht und überrascht den Leser an der ein oder anderen Stelle durch unvorhergesehene Wendungen.
Rominas und Devins Geschichte zu verfolgen, auch wenn sie an manchen Stellen für meinen Geschmack etwas zu süß oder zu sprunghaft war, hat mir insgesamt sehr viel Spaß gemacht. Für mich hat dieses Buch alles, was einen gelungenen Debütroman ausmacht.


Von mir gibt es 4,5 Sterne (aufgerundet auf 5).


Fazit:


„Romina – Tochter der Liebe“ verbindet die griechische Mythologie mit einer jugendlich-süßen Lovestory. Während die Heldin der Geschichte alles versucht, um ihren rechtmäßigen Platz im Olymp zurückerobern, muss sie bald feststellen, dass sie gegen ihre eigenen Gefühle nicht ankommt. Ihre Liebe, ihr Leben und ihr Schicksal sind ihr seit langer Zeit vorherbestimmt. Es macht großen Spaß Romina auf ihrem Weg zum Glück zu begleiten.

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55 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

hipster, berlin, neukölln, club mate, stoffbeutel

Genau mein Beutelschema

Sebastian Lehmann
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 24.06.2013
ISBN 9783746629407
Genre: Humor

Rezension:  
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458 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 62 Rezensionen

venedig, liebe, julie heiland, fantasy, unsterblichkeit

Pearl - Liebe macht sterblich

Julie Heiland
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 24.05.2017
ISBN 9783841440174
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Nachdem mir die Bannwald-Trilogie der Autorin so wahnsinnig gut gefallen hat, war schnell klar, dass ich auch „Pearl“ unbedingt lesen musste.


Die Grundidee hat mich sofort angesprochen: Pearl ist 200 Jahre alt. Sie starb als junge Erwachsene, bevor sie Liebe erfahren hat. Seither ist sie dazu verdammt, ewig zu leben – bis sie die wahre Liebe findet. Doch das ist nicht so einfach. Küsst sie den Falschen, entzieht sie ihm seine Gefühle und verdammt ihn dazu, sein Leben ohne Glück und Liebe fortzusetzen. Aus diesem Grund werden die Suchenden gejagt. Weil sie selbst ein kurzweiliges Glücksgefühl aus diesem Gefühlsraub ziehen können, stellen sie eine Bedrohung für die Menschheit dar und sollen auf barbarische Weise aus dem Weg geschafft werden.
Dabei wünscht sich Pearl nichts sehnlicher, als diese unstillbare Sehnsucht endlich hinter sich zu lassen und erlöst zu werden – oder zu sterben.


Gemeinsam mit ihren Freunden Damien und Alexa lebt sie seit 3 Jahren in Venedig und sucht dort nach der wahren Liebe. Der Schauplatz wird so lebendig und detailliert beschrieben, als wäre man dort. Obwohl die Stadt mich eigentlich nicht reizt, habe ich mich in den engen Gassen, den prunkvollen Palazzi und auf den zahlreichen Wasserstraßen sofort wohl gefühlt. Hier ist der Autorin eine richtig tolle Umgebungsbeschreibung gelungen. Man taucht ein in diese ungewöhnliche Stadt und möchte nicht mehr gehen.


Als Pearl auf Noah trifft, spürt sie zum ersten Mal in ihrem langen Leben so etwas wie Glück. Doch Noah birgt ein Geheimnis. Er ist gefährlich und undurchschaubar. Außerdem arbeitet er mit einem Mann namens Hubertus zusammen, der Pearl und ihren Freunden nach dem Leben trachtet.
Die Geschichte wird vorwiegend aus Pearls Sicht erzählt. Aber auch Hubertus kommt in kurzen Kapiteleinschüben zu Wort. Er ist der typische böse Gegenspieler, während Pearl das nicht ganz so typische „Gute“ in der Geschichte verkörpert. Obwohl Hubertus‘ Verhalten nicht besonders überraschend war, konnte ich es doch durch seine tragische Hintergrundgeschichte nachvollziehen.


Im Zentrum der Geschichte steht die Sehnsucht nach der einen, großen Liebe. Mir gefällt die Vorstellung, dass zwei Menschen ausschließlich füreinander geschaffen sind. Der romantische Aspekt kommt hier definitiv nicht zu kurz und lässt die Herzen der Leser/innen höher schlagen.
Auch die Idee der Suchenden und ihre jeweiligen Geschichten haben mir sehr gut gefallen. Ich habe die Szenen beim Lesen wie in einem Film vor meinem inneren Auge ablaufen sehen und könnte mir das Buch sehr gut verfilmt vorstellen.


Julie Heilands Schreibstil ist jugendlich und flüssig. Obwohl das Buch für mich leider einige Längen aufwies, wollte ich stets wissen, wie es weitergeht. Vor allem gegen Ende spitzen sich die Geschehnisse noch einmal auf dramatische Weise zu.
Dennoch muss ich sagen, dass mir der Schreibstil in der Bannwald-Trilogie noch besser gefallen hat. Er war weniger jugendlich, ich empfand ihn sogar als poetischer. Natürlich spielt Pearl in einer ganz anderen Welt, doch in diesem Punkt war ich leider etwas enttäuscht bzw. hatte vielleicht einfach zu viel erwartet. Nichtsdestotrotz gehört Julie Heiland für mich jetzt schon zu den besten deutschen (Nachwuchs)-Romantasy-Autorinnen und ich bin sehr gespannt, was sie als Nächstes schreibt.


Fazit:


„Pearl“ ist ein toller romantischer Fantasyroman, der mich vor allem durch die Grundidee der Suchenden und ihrer Geschichte und das wundervolle Setting im Herzen Venedigs überzeugt hat. Große Gefühle treffen auf Spannung und unvorhersehbare Wendungen. Trotz kleinerer Längen im Mittelteil ist das Buch für mich ein wahrer Lesegenuss gewesen. Allen Romantikern da draußen wärmstens empfohlen.

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253 Bibliotheken, 13 Leser, 0 Gruppen, 63 Rezensionen

liebe, hochzeit, the one, liebesroman, maria realf

The One

Maria Realf , Sabine Längsfeld
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 23.06.2017
ISBN 9783499273148
Genre: Liebesromane

Rezension:


Verliebt habe mich als Erstes in dieses wunderschöne Cover. Ich bin normalerweise nicht so coverfanatisch, aber die Farben und die Gestaltung springen einfach ins Auge und ich könnte das Buch stundenlang anschauen.
Geschichte über die erste große Liebe, die gescheitert ist und später eine neue Chance bekommt, reizen mich generell sehr. Als ich den Klappentext gelesen habe, wusste ich: Dieses Buch muss ich lesen!


Die Geschichte wird durch einen personalen Erzähler aus Lizzies Sicht wiedergegeben. Sie beginnt drei Monate vor ihrer Hochzeit mit dem verlässlichen, bodenständigen Sportlehrer Josh. Die beiden sind seit mehreren Jahren ein Paar, haben eine gemeinsame Wohnung und leben in einer stabilen Beziehung. An Josh weiß man, was man hat. Er ist einer von den „Guten“ und trotzdem bekam ich beim Lesen schnell den Eindruck, dass er vielleicht nicht genug für Lizzie ist.


Die Hochzeitsvorbereitungen wechseln sich mit Kapiteln aus der Vergangenheit ab. Man erfährt, wie Lizzie ihre erste große Liebe Alex kennengelernt hat. Da ihre Beziehung in größeren Zeitsprüngen erzählt wird, bekommt man einen guten Eindruck von der tiefen und innigen Verbundenheit zwischen den beiden.
Als er kurz vor der Hochzeit überraschend wieder in Lizzies Leben auftaucht und den Kontakt zu ihr sucht, steht ihre Welt zunächst Kopf. Zehn Jahre ist es her, seitdem er sie Hals über Kopf verlassen und ihr Herz gebrochen hat. Und plötzlich gibt es da etwas, das er ihr unbedingt sagen muss.


Mir hat vor allem dieser Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit gefallen. Nach und nach erfährt man, was damals vorgefallen und warum Alex verschwunden ist. Obwohl man ihn für sein Verhalten hassen möchte, so kann man es doch nachvollziehen. Die beiden verbringen wieder viel Zeit miteinander und versuchen, ihre alten Wunden zu heilen. Hin- und hergerissen zwischen ihrer Liebe zu Josh und ihrer Loyalität gegenüber Alex findet sich Lizzie bald in einer Zwickmühle wieder. Kann sie Josh wirklich heiraten? Und ist es vielleicht doch mehr als Freundschaft, was sie und Alex heute verbindet?


Der Klappentext verspricht einen berührenden Roman und den bekommt der Leser auch geboten. Schwere Entscheidungen müssen getroffen werden. Gegen Ende des Buches wird es sehr emotional und dramatisch. Das letzte Viertel des Buches spielt ausschließlich in der Gegenwart, kurz vor der Hochzeit, und hier passiert sehr viel. Man liebt und leidet mit Lizzie und wünscht und hofft mit Alex. Am Ende bekommt die Geschichte genau das Finale, das sie verdient.


Mir hat das Buch rundum gut gefallen. Von mir gibt es fünf verdiente Sterne.


Fazit:


„The One“ ist ein berührender Roman über die zweite Chance für die erste Liebe. Vor dem Hintergrund einer großen Tragödie muss Lizzie sich zwischen ihrem bodenständigen Verlobten Josh und  ihrer Jugendliebe Alex, der ihr vor 10 Jahren das Herz gebrochen hat, entscheiden. Hier gibt es große Gefühle, spannende Wendungen und einen fesselnden Erzählstil. Romantisch, dramatisch und sehr empfehlenswert!

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42 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

pubertät, kurzgeschichten, kein ratgeber, mit viel humor, lustig

Und ewig schläft das Pubertier

Jan Weiler , Till Hafenbrak
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Piper, 03.07.2017
ISBN 9783492057721
Genre: Humor

Rezension:


Die Pubertiere sind wieder da! Nachdem mir der Vorgänger „Im Reich der Pubertiere“ Lachtränen in die Augen getrieben hat, war ich sehr gespannt auf die neuen Abenteuer aus dem Hause Weiler.


Carla ist mittlerweile 17, hat einen festen Freund und einen ausgeprägten Kommunikationsdrang – nur leider nicht ihren Eltern gegenüber. Dafür klebt sie förmlich an ihrem Smartphone fest und verschickt am Tag gefühlte 5.000 Whats-App-Nachrichten, selbst wenn der Empfänger neben ihr sitzt.
Nick ist 13, schläft oft und viel, und wenn man ihn doch mal zu Gesicht bekommt, liegt meistens etwas im Argen. Zum Beispiel die neue Abo-Falle, die exklusive Premiumfotos leichtbekleideter Damen verspricht. Wie die auf sein Smartphone kommt? Natürlich, weil es neben dem ebenfalls infizierten Handy des besten Kumpels lag. Kenn doch jeder, diese spontane Handy-zu-Handy-Übertragung 😀


Die neuesten Geschichten der Pubertiere haben mich wieder verlässlich zum Lachen gebracht. In manchen Dingen erkannte ich mich sogar selbst wieder. Ob das jetzt gut ist? Auf jeden Fall ist es sehr authentisch, wenn der Vater von den ersten Fahrstunden der Tochter erzählt. Plötzlich wird der eigene Fahrstil kritisiert und die Tochter mutiert selbst zur Fahrlehrerin. Hach ja, kommt mir alles noch sehr bekannt vor.


Je älter die Kinder werden, desto mehr muss der Papa erkennen: Langsam gibt es nicht mehr viel, das er ihnen noch beibringen kann. Beim Abistoff der Tochter ist er raus – zu lange her. Selbst beim Berufsberatungstag an der Schule interessiert sich niemand für den Beruf des Journalisten. Stattdessen gibt Papa Weiler den drei Schülern, die sich zu ihm verirren, anderweitige Life-Hack-Tipps. Überhaupt beschreibt der Autor sich als völlig tiefenentspannt im Umgang mit seinen Pubertieren. So einen Papa wünscht sich jeder Teenager (auch wenn er es nicht zugeben würde, weil Eltern ja meistens trotzdem peinlich sind).


Der schmale Band kommt als Hardcover mit praktischem Lesebändchen daher. Das kleine Format liegt gut in der Hand und lässt sich prima transportieren. Die insgesamt 27 kurzen Geschichten können zwischendurch, vor dem Schlafengehen oder unterwegs verschlungen werden. Wie auch bei den beiden Vorgängern „Das Pubertier“ und „Im Reich der Pubertiere“ hat der Berliner Illustrator Till Hafenbrak tolle Grafiken gezaubert.


Fazit:


Die Pubertiere sind wieder los! Ob in der ersten Fahrstunde, beim Whats-App-Marathon oder während der ersten Annäherung an das andere Geschlecht – Jan Weiler nimmt uns schon zum dritten Mal mit in die Welt seiner Kinder Carla und Nick.
In den authentischen und teils skurrilen Alltagsgeschichten habe ich mich selbst wiedererkannt und herzhaft dabei gelacht. Wie auch die beiden Vorgänger lege ich diesen Band allen Teenagern, den von ihnen geplagten Eltern oder allen, die es mal werden wollen, wärmstens ans Herz.
Da wünscht man sich, dass die Jugend der beiden niemals endet und Jan Weiler niemals die Geschichten ausgehen. Wer nicht genug von den Pubertieren bekommt, hat übrigens die Möglichkeit, ihre Abenteuer ab sofort im Kino zu bestaunen.

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ney sceatcher, tod, leben, to, als das leben mich aufgab

Als das Leben mich aufgab

Ney Sceatcher
Flexibler Einband: 220 Seiten
Erschienen bei Zeilengold Verlag, 14.06.2017
ISBN 9783946955023
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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dystopie, liebe, laura kneidl, ermittlung, luftkolonie

Water & Air

Laura Kneidl
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 03.03.2017
ISBN 9783551315441
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Laura Kneidl hat ein außergewöhnliches Setting geschaffen, das mich vom ersten Moment an fasziniert hat. Sei es die Wasserkolonie, aus der Kenzie stammt, die von Genügsamkeit und strengen Regeln geprägt ist und denen sich die junge Protagonistin nicht unterordnen kann oder die Luftkolonie, die einen riesigen schwebenden Glaswürfel darstellt – die Schauplätze in diesem Buch sind gleichermaßen beeindruckend, einzigartig und gut durchdacht. Die Geschichte spielt in einer zerstörten Zukunftswelt, in der der Menschheit nach dem rasanten Anstieg des Meeresspiegels nichts anderes übrig blieb, als diese neuen Lebensräume zu erschließen. Welche Technik alldem zugrunde liegt bleibt offen – ist aber für den Verlauf der Geschichte nicht maßgeblich.

Kenzie ist eine Protagonistin, die genau weiß, was sie will – und was sie nicht will. Weil sie in ihrer Meereskolonie keine Zukunft sieht, beschließt sie die Flucht nach vorn und verlässt ihr Elternhaus und ihre Freunde Hals über Kopf, um fortan in der Luftkolonie zu leben. Kenzie ist eine mutige 18-Jährige, die sich keine Illusionen darüber macht, dass auch das Leben im Würfel nicht nur gute Seiten hat. Als Flüchtige wird sie nicht gerade mit offenen Armen begrüßt und muss mit der Ablehnung und Skepsis der Einwohner klar kommen. Zum Glück trifft sie auf Callum, der sie bei sich aufnimmt und für sie stark macht. Seine Motive sind nicht so heldenhaft, wie Kenzie anfangs vermutet – doch gerade die Hintergrundgeschichte um Callum fand ich äußerst interessant. Zwischen den beiden entwickelt sich langsam eine Romanze, auch wenn sie unter keinem guten Stern zu stehen scheint: mysteriöse Mordfälle, für die Kenzie verantwortlich gemacht wird, sowie Raub und Aufstände erschüttern den Frieden in der Luftkolonie.

Die Charaktere haben mir allesamt gut gefallen. Sie sind gut ausgearbeitet und bringen ihre eigenen Geschichten mit sich. Auch die Nebencharaktere spielen wichtige Rollen und bleiben keinesfalls blass. Trotzdem gibt es Kritikpunkte: die Verwicklungen um Callums Mutter waren von Anfang an allzu offensichtlich und auch das Motiv des Bösewichts war mir zu einfach gestrickt. Ebenso die Auflösung der Geschehnisse am Ende – nach wochenlangen zermürbenden Ermittlungen, die nirgendwo hingeführt haben, wird der Mörder zu schnell und zu einfach überführt und ebenso schnell zur Strecke gebracht. Zwar fand ich die Krimi-Elemente des Romans insgesamt gut, nur leider nicht überzeugend umgesetzt.

Insgesamt habe ich verhältnismäßig lange an dem Buch gelesen. Vor allem der Mittelteil hat sich für meinen Geschmack zu sehr in die Länge gezogen. Zwar gab es einige Plottwists, die mir gefallen, mich aber nicht wirklich überrascht haben.
Positiv möchte ich die Liebesgeschichte zwischen Kenzie und Callum hervorheben. Sie entwickelt sich in einem angemessenen Tempo, ist authentisch und für das Alter der Protagonisten sehr erwachsen. Ohne Kitsch oder übertriebene Romantik entspricht diese junge Liebe genau meinen Vorstellungen.

Die Geschichte wird durch einen personalen Erzähler aus Kenzies Sicht erzählt. Dabei werden ihre Gedanken und Gefühle stets gut nachvollziehbar dargestellt. Laura Kneidl schreibt routiniert, leicht und sehr angenehm. Dafür gibt es nochmal einen dicken Pluspunkt.


Durch einige kleine Schwächen muss ich dem Buch anderthalb Sterne abziehen, dennoch überwiegt der positive Gesamteindruck der Geschichte, die mir vor allem dank der außergewöhnlichen Schauplätze und der tollen Protagonistin noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Fazit:

„Water & Air“ besticht durch außergewöhnlich fantasievolle Schauplätze, die mich beim Lesen tief beeindruckt haben. Die junge Protagonistin Kenzie zeichnet sich durch ihren Mut und ihre Entschlossenheit aus, mit der sie nicht nur für sich selbst, sondern für ein ganzes Volk kämpft. Es gilt nicht nur ein ungerechtes Gesellschaftssystem zu stürzen, sondern auch einen Mörder zu finden, dessen Taten Kenzie angehangen werden. Unterstützung erfährt sie durch den attraktiven Callum, der ihr loyal zur Seite steht und sich als echter Bookboyfriend erweist. Durch die überzeugende Lovestory, die fantasievolle Zukunftswelt und eingeflochtene Krimi-Elemente ist Laura Kneidl ein wunderbares Jugendbuch gelungen, das auch trotz kleiner Schwächen absolut lesenswert ist.

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74 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

liebe, freundschaft, vorurteil, best friends to lovers, loveislove

No Return - Geheime Gefühle

Jennifer Wolf
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 01.06.2017
ISBN 9783646603262
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die Story spielt im turbulenten Musikbusiness. WrongTurn sind die angesagteste Boyband der USA und mit ihrer Musik megaerfolgreich. Die fünf Jungs lassen Mädchenherzen höher schlagen und sind für jeden Spaß zu haben. Vor allem ihr heimlicher Frontman und Mädchenschwarm Andrew ist heiß begehrt. Auf Tour ist sein Bandkollege Tony so etwas wie sein Zuhause. Die beiden kennen sich seit vielen Jahren und sind die allerbesten Freunde. Doch, was keiner weiß: Tony ist schwul und heimlich in Drew verliebt.

Die Geschichte wird aus Tonys Perspektive in der Ich-Form erzählt. Dem Sohn erzkatholischer Eltern fällt es schwer, mit seiner Homosexualität umzugehen. Niemand weiß davon und das muss auch so bleiben. Nicht nur seine Eltern würden ihn verstoßen, wenn die Wahrheit ans Licht käme, auch das Management der Band wäre nicht begeistert. Immerhin wurde vertraglich festgehalten, dass die fünf Jungs für die Öffentlichkeit heterosexuelle Singles sein müssen. Doch eine kleine, hartnäckige Gruppe Fans shippt Tony und Drew und verbreitet unter dem Hashtag #Anton Fotos und Videos im Netz, die von einer heimlichen Romanze künden. Als Tony davon erfährt, wünscht er sich nichts sehnlicher, als dass die Gerüchte wahr wären. Für ihn wird es immer schwerer, Drews Nähe zu ertragen. Seine unbekümmerten Flirts und freundschaftlichen Berührungen reißen ihm schier das Herz aus der Brust. Außerdem schämt er sich für seine Gedanken und Gefühle, die ihm zeitlebens als unnormal und pervers eingetrichtert worden.

Wie auch in ihren anderen Büchern erzeugt die Autorin intensive Emotionen, die der Leser durch den Protagonisten und seine innere Zerrissenheit nachfühlen kann. Nichts bleibt dem armen Tony erspart und mehr als einmal fragt man sich: Wie kann ein Mensch das ertragen? Doch dann erhält er überraschend Unterstützung und beginnt langsam, mit sich ins Reine zu kommen.

Die Beziehung zwischen Andrew und Tony ist geprägt von Heimlichkeiten und Missverständnissen. Bis zum Ende habe ich mit den beiden mitgefiebert und mir gewünscht, dass sie zueinander finden. Der gemeine Cliffhanger am Ende des ersten Bandes hat mir dabei einen Strich durch die Rechnung gemacht, doch bereits im August erscheint der Folgeband mit dem Titel "Versteckte Liebe". Da der erste Band für meinen Geschmack noch recht unschuldig war, hoffe ich auf etwas mehr (natürlich jugendfreie) Erotik bei der Fortsetzung.

Insgesamt hat mir die Geschichte gut gefallen. Meine Erwartungen wurden erfüllt und die knapp 200 Seiten sind auf meinem Kindle nur so verflogen. Der Schreibstil der Autorin gefällt mir ausgesprochen gut und bringt die starken Emotionen der Protagonisten wunderbar zur Geltung.
Die Geschichte hat mich sehr an "Don't kiss Ray" von Susanne Mischke erinnert. Auch in diesem Buch geht es um eine "heimliche" Liebe vor dem Hintergrund einer Boyband. Jedoch wurde in Mischkes Roman das Problem mit der Vertragsklausel gut gelöst, was hier leider (noch) gar nicht der Fall ist. Im Gegenteil - die Jungs scheinen sie einfach kampflos hinzunehmen. Da erhoffe ich mir vom Folgeband eine überzeugende Lösung.

Fazit:

"Geheime Gefühle" ist der emotionale Auftakt der Gay-Romance-Dilogie "No Return". Vor dem Hintergrund des Musikbusiness wird die spannende Liebesgeschichte der Boybandmitglieder Tony und Andrew erzählt, die viele Aufs und Abs durchleben müssen. Wie bei ihren anderen Büchern kann man auch im neuesten Werk von Jennifer Wolf mitlieben, -leiden und -hoffen. Für Fans des Genres eine klare Empfehlung!

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