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54 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

hipster, berlin, neukölln, club mate, stoffbeutel

Genau mein Beutelschema

Sebastian Lehmann
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 24.06.2013
ISBN 9783746629407
Genre: Humor

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343 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 38 Rezensionen

verlag fischer, romantasy, jugendroman, roma, venedig

Pearl - Liebe macht sterblich

Julie Heiland
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 24.05.2017
ISBN 9783841440174
Genre: Fantasy

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163 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 36 Rezensionen

liebe, hochzeit, maria realf, tod, the one

The One

Maria Realf , Sabine Längsfeld
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 23.06.2017
ISBN 9783499273148
Genre: Liebesromane

Rezension:


Verliebt habe mich als Erstes in dieses wunderschöne Cover. Ich bin normalerweise nicht so coverfanatisch, aber die Farben und die Gestaltung springen einfach ins Auge und ich könnte das Buch stundenlang anschauen.
Geschichte über die erste große Liebe, die gescheitert ist und später eine neue Chance bekommt, reizen mich generell sehr. Als ich den Klappentext gelesen habe, wusste ich: Dieses Buch muss ich lesen!


Die Geschichte wird durch einen personalen Erzähler aus Lizzies Sicht wiedergegeben. Sie beginnt drei Monate vor ihrer Hochzeit mit dem verlässlichen, bodenständigen Sportlehrer Josh. Die beiden sind seit mehreren Jahren ein Paar, haben eine gemeinsame Wohnung und leben in einer stabilen Beziehung. An Josh weiß man, was man hat. Er ist einer von den „Guten“ und trotzdem bekam ich beim Lesen schnell den Eindruck, dass er vielleicht nicht genug für Lizzie ist.


Die Hochzeitsvorbereitungen wechseln sich mit Kapiteln aus der Vergangenheit ab. Man erfährt, wie Lizzie ihre erste große Liebe Alex kennengelernt hat. Da ihre Beziehung in größeren Zeitsprüngen erzählt wird, bekommt man einen guten Eindruck von der tiefen und innigen Verbundenheit zwischen den beiden.
Als er kurz vor der Hochzeit überraschend wieder in Lizzies Leben auftaucht und den Kontakt zu ihr sucht, steht ihre Welt zunächst Kopf. Zehn Jahre ist es her, seitdem er sie Hals über Kopf verlassen und ihr Herz gebrochen hat. Und plötzlich gibt es da etwas, das er ihr unbedingt sagen muss.


Mir hat vor allem dieser Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit gefallen. Nach und nach erfährt man, was damals vorgefallen und warum Alex verschwunden ist. Obwohl man ihn für sein Verhalten hassen möchte, so kann man es doch nachvollziehen. Die beiden verbringen wieder viel Zeit miteinander und versuchen, ihre alten Wunden zu heilen. Hin- und hergerissen zwischen ihrer Liebe zu Josh und ihrer Loyalität gegenüber Alex findet sich Lizzie bald in einer Zwickmühle wieder. Kann sie Josh wirklich heiraten? Und ist es vielleicht doch mehr als Freundschaft, was sie und Alex heute verbindet?


Der Klappentext verspricht einen berührenden Roman und den bekommt der Leser auch geboten. Schwere Entscheidungen müssen getroffen werden. Gegen Ende des Buches wird es sehr emotional und dramatisch. Das letzte Viertel des Buches spielt ausschließlich in der Gegenwart, kurz vor der Hochzeit, und hier passiert sehr viel. Man liebt und leidet mit Lizzie und wünscht und hofft mit Alex. Am Ende bekommt die Geschichte genau das Finale, das sie verdient.


Mir hat das Buch rundum gut gefallen. Von mir gibt es fünf verdiente Sterne.


Fazit:


„The One“ ist ein berührender Roman über die zweite Chance für die erste Liebe. Vor dem Hintergrund einer großen Tragödie muss Lizzie sich zwischen ihrem bodenständigen Verlobten Josh und  ihrer Jugendliebe Alex, der ihr vor 10 Jahren das Herz gebrochen hat, entscheiden. Hier gibt es große Gefühle, spannende Wendungen und einen fesselnden Erzählstil. Romantisch, dramatisch und sehr empfehlenswert!

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24 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

pubertät, kurzgeschichten, kein ratgeber, klischee, kolumnen

Und ewig schläft das Pubertier

Jan Weiler , Till Hafenbrak
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Piper, 03.07.2017
ISBN 9783492057721
Genre: Humor

Rezension:


Die Pubertiere sind wieder da! Nachdem mir der Vorgänger „Im Reich der Pubertiere“ Lachtränen in die Augen getrieben hat, war ich sehr gespannt auf die neuen Abenteuer aus dem Hause Weiler.


Carla ist mittlerweile 17, hat einen festen Freund und einen ausgeprägten Kommunikationsdrang – nur leider nicht ihren Eltern gegenüber. Dafür klebt sie förmlich an ihrem Smartphone fest und verschickt am Tag gefühlte 5.000 Whats-App-Nachrichten, selbst wenn der Empfänger neben ihr sitzt.
Nick ist 13, schläft oft und viel, und wenn man ihn doch mal zu Gesicht bekommt, liegt meistens etwas im Argen. Zum Beispiel die neue Abo-Falle, die exklusive Premiumfotos leichtbekleideter Damen verspricht. Wie die auf sein Smartphone kommt? Natürlich, weil es neben dem ebenfalls infizierten Handy des besten Kumpels lag. Kenn doch jeder, diese spontane Handy-zu-Handy-Übertragung 😀


Die neuesten Geschichten der Pubertiere haben mich wieder verlässlich zum Lachen gebracht. In manchen Dingen erkannte ich mich sogar selbst wieder. Ob das jetzt gut ist? Auf jeden Fall ist es sehr authentisch, wenn der Vater von den ersten Fahrstunden der Tochter erzählt. Plötzlich wird der eigene Fahrstil kritisiert und die Tochter mutiert selbst zur Fahrlehrerin. Hach ja, kommt mir alles noch sehr bekannt vor.


Je älter die Kinder werden, desto mehr muss der Papa erkennen: Langsam gibt es nicht mehr viel, das er ihnen noch beibringen kann. Beim Abistoff der Tochter ist er raus – zu lange her. Selbst beim Berufsberatungstag an der Schule interessiert sich niemand für den Beruf des Journalisten. Stattdessen gibt Papa Weiler den drei Schülern, die sich zu ihm verirren, anderweitige Life-Hack-Tipps. Überhaupt beschreibt der Autor sich als völlig tiefenentspannt im Umgang mit seinen Pubertieren. So einen Papa wünscht sich jeder Teenager (auch wenn er es nicht zugeben würde, weil Eltern ja meistens trotzdem peinlich sind).


Der schmale Band kommt als Hardcover mit praktischem Lesebändchen daher. Das kleine Format liegt gut in der Hand und lässt sich prima transportieren. Die insgesamt 27 kurzen Geschichten können zwischendurch, vor dem Schlafengehen oder unterwegs verschlungen werden. Wie auch bei den beiden Vorgängern „Das Pubertier“ und „Im Reich der Pubertiere“ hat der Berliner Illustrator Till Hafenbrak tolle Grafiken gezaubert.


Fazit:


Die Pubertiere sind wieder los! Ob in der ersten Fahrstunde, beim Whats-App-Marathon oder während der ersten Annäherung an das andere Geschlecht – Jan Weiler nimmt uns schon zum dritten Mal mit in die Welt seiner Kinder Carla und Nick.
In den authentischen und teils skurrilen Alltagsgeschichten habe ich mich selbst wiedererkannt und herzhaft dabei gelacht. Wie auch die beiden Vorgänger lege ich diesen Band allen Teenagern, den von ihnen geplagten Eltern oder allen, die es mal werden wollen, wärmstens ans Herz.
Da wünscht man sich, dass die Jugend der beiden niemals endet und Jan Weiler niemals die Geschichten ausgehen. Wer nicht genug von den Pubertieren bekommt, hat übrigens die Möglichkeit, ihre Abenteuer ab sofort im Kino zu bestaunen.

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36 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

tod, leben, ney sceatcher, to, empfehlung

Als das Leben mich aufgab

Ney Sceatcher
Flexibler Einband: 220 Seiten
Erschienen bei Zeilengold Verlag, 14.06.2017
ISBN 9783946955023
Genre: Fantasy

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274 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 52 Rezensionen

dystopie, laura kneidl, liebe, luftkolonie, ermittlung

Water & Air

Laura Kneidl
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 03.03.2017
ISBN 9783551315441
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Laura Kneidl hat ein außergewöhnliches Setting geschaffen, das mich vom ersten Moment an fasziniert hat. Sei es die Wasserkolonie, aus der Kenzie stammt, die von Genügsamkeit und strengen Regeln geprägt ist und denen sich die junge Protagonistin nicht unterordnen kann oder die Luftkolonie, die einen riesigen schwebenden Glaswürfel darstellt – die Schauplätze in diesem Buch sind gleichermaßen beeindruckend, einzigartig und gut durchdacht. Die Geschichte spielt in einer zerstörten Zukunftswelt, in der der Menschheit nach dem rasanten Anstieg des Meeresspiegels nichts anderes übrig blieb, als diese neuen Lebensräume zu erschließen. Welche Technik alldem zugrunde liegt bleibt offen – ist aber für den Verlauf der Geschichte nicht maßgeblich.

Kenzie ist eine Protagonistin, die genau weiß, was sie will – und was sie nicht will. Weil sie in ihrer Meereskolonie keine Zukunft sieht, beschließt sie die Flucht nach vorn und verlässt ihr Elternhaus und ihre Freunde Hals über Kopf, um fortan in der Luftkolonie zu leben. Kenzie ist eine mutige 18-Jährige, die sich keine Illusionen darüber macht, dass auch das Leben im Würfel nicht nur gute Seiten hat. Als Flüchtige wird sie nicht gerade mit offenen Armen begrüßt und muss mit der Ablehnung und Skepsis der Einwohner klar kommen. Zum Glück trifft sie auf Callum, der sie bei sich aufnimmt und für sie stark macht. Seine Motive sind nicht so heldenhaft, wie Kenzie anfangs vermutet – doch gerade die Hintergrundgeschichte um Callum fand ich äußerst interessant. Zwischen den beiden entwickelt sich langsam eine Romanze, auch wenn sie unter keinem guten Stern zu stehen scheint: mysteriöse Mordfälle, für die Kenzie verantwortlich gemacht wird, sowie Raub und Aufstände erschüttern den Frieden in der Luftkolonie.

Die Charaktere haben mir allesamt gut gefallen. Sie sind gut ausgearbeitet und bringen ihre eigenen Geschichten mit sich. Auch die Nebencharaktere spielen wichtige Rollen und bleiben keinesfalls blass. Trotzdem gibt es Kritikpunkte: die Verwicklungen um Callums Mutter waren von Anfang an allzu offensichtlich und auch das Motiv des Bösewichts war mir zu einfach gestrickt. Ebenso die Auflösung der Geschehnisse am Ende – nach wochenlangen zermürbenden Ermittlungen, die nirgendwo hingeführt haben, wird der Mörder zu schnell und zu einfach überführt und ebenso schnell zur Strecke gebracht. Zwar fand ich die Krimi-Elemente des Romans insgesamt gut, nur leider nicht überzeugend umgesetzt.

Insgesamt habe ich verhältnismäßig lange an dem Buch gelesen. Vor allem der Mittelteil hat sich für meinen Geschmack zu sehr in die Länge gezogen. Zwar gab es einige Plottwists, die mir gefallen, mich aber nicht wirklich überrascht haben.
Positiv möchte ich die Liebesgeschichte zwischen Kenzie und Callum hervorheben. Sie entwickelt sich in einem angemessenen Tempo, ist authentisch und für das Alter der Protagonisten sehr erwachsen. Ohne Kitsch oder übertriebene Romantik entspricht diese junge Liebe genau meinen Vorstellungen.

Die Geschichte wird durch einen personalen Erzähler aus Kenzies Sicht erzählt. Dabei werden ihre Gedanken und Gefühle stets gut nachvollziehbar dargestellt. Laura Kneidl schreibt routiniert, leicht und sehr angenehm. Dafür gibt es nochmal einen dicken Pluspunkt.


Durch einige kleine Schwächen muss ich dem Buch anderthalb Sterne abziehen, dennoch überwiegt der positive Gesamteindruck der Geschichte, die mir vor allem dank der außergewöhnlichen Schauplätze und der tollen Protagonistin noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Fazit:

„Water & Air“ besticht durch außergewöhnlich fantasievolle Schauplätze, die mich beim Lesen tief beeindruckt haben. Die junge Protagonistin Kenzie zeichnet sich durch ihren Mut und ihre Entschlossenheit aus, mit der sie nicht nur für sich selbst, sondern für ein ganzes Volk kämpft. Es gilt nicht nur ein ungerechtes Gesellschaftssystem zu stürzen, sondern auch einen Mörder zu finden, dessen Taten Kenzie angehangen werden. Unterstützung erfährt sie durch den attraktiven Callum, der ihr loyal zur Seite steht und sich als echter Bookboyfriend erweist. Durch die überzeugende Lovestory, die fantasievolle Zukunftswelt und eingeflochtene Krimi-Elemente ist Laura Kneidl ein wunderbares Jugendbuch gelungen, das auch trotz kleiner Schwächen absolut lesenswert ist.

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40 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

familie, outen, gay-romance, romance, vorurteil

No Return 1: Geheime Gefühle

Jennifer Wolf
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 01.06.2017
ISBN 9783646603262
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die Story spielt im turbulenten Musikbusiness. WrongTurn sind die angesagteste Boyband der USA und mit ihrer Musik megaerfolgreich. Die fünf Jungs lassen Mädchenherzen höher schlagen und sind für jeden Spaß zu haben. Vor allem ihr heimlicher Frontman und Mädchenschwarm Andrew ist heiß begehrt. Auf Tour ist sein Bandkollege Tony so etwas wie sein Zuhause. Die beiden kennen sich seit vielen Jahren und sind die allerbesten Freunde. Doch, was keiner weiß: Tony ist schwul und heimlich in Drew verliebt.

Die Geschichte wird aus Tonys Perspektive in der Ich-Form erzählt. Dem Sohn erzkatholischer Eltern fällt es schwer, mit seiner Homosexualität umzugehen. Niemand weiß davon und das muss auch so bleiben. Nicht nur seine Eltern würden ihn verstoßen, wenn die Wahrheit ans Licht käme, auch das Management der Band wäre nicht begeistert. Immerhin wurde vertraglich festgehalten, dass die fünf Jungs für die Öffentlichkeit heterosexuelle Singles sein müssen. Doch eine kleine, hartnäckige Gruppe Fans shippt Tony und Drew und verbreitet unter dem Hashtag #Anton Fotos und Videos im Netz, die von einer heimlichen Romanze künden. Als Tony davon erfährt, wünscht er sich nichts sehnlicher, als dass die Gerüchte wahr wären. Für ihn wird es immer schwerer, Drews Nähe zu ertragen. Seine unbekümmerten Flirts und freundschaftlichen Berührungen reißen ihm schier das Herz aus der Brust. Außerdem schämt er sich für seine Gedanken und Gefühle, die ihm zeitlebens als unnormal und pervers eingetrichtert worden.

Wie auch in ihren anderen Büchern erzeugt die Autorin intensive Emotionen, die der Leser durch den Protagonisten und seine innere Zerrissenheit nachfühlen kann. Nichts bleibt dem armen Tony erspart und mehr als einmal fragt man sich: Wie kann ein Mensch das ertragen? Doch dann erhält er überraschend Unterstützung und beginnt langsam, mit sich ins Reine zu kommen.

Die Beziehung zwischen Andrew und Tony ist geprägt von Heimlichkeiten und Missverständnissen. Bis zum Ende habe ich mit den beiden mitgefiebert und mir gewünscht, dass sie zueinander finden. Der gemeine Cliffhanger am Ende des ersten Bandes hat mir dabei einen Strich durch die Rechnung gemacht, doch bereits im August erscheint der Folgeband mit dem Titel "Versteckte Liebe". Da der erste Band für meinen Geschmack noch recht unschuldig war, hoffe ich auf etwas mehr (natürlich jugendfreie) Erotik bei der Fortsetzung.

Insgesamt hat mir die Geschichte gut gefallen. Meine Erwartungen wurden erfüllt und die knapp 200 Seiten sind auf meinem Kindle nur so verflogen. Der Schreibstil der Autorin gefällt mir ausgesprochen gut und bringt die starken Emotionen der Protagonisten wunderbar zur Geltung.
Die Geschichte hat mich sehr an "Don't kiss Ray" von Susanne Mischke erinnert. Auch in diesem Buch geht es um eine "heimliche" Liebe vor dem Hintergrund einer Boyband. Jedoch wurde in Mischkes Roman das Problem mit der Vertragsklausel gut gelöst, was hier leider (noch) gar nicht der Fall ist. Im Gegenteil - die Jungs scheinen sie einfach kampflos hinzunehmen. Da erhoffe ich mir vom Folgeband eine überzeugende Lösung.

Fazit:

"Geheime Gefühle" ist der emotionale Auftakt der Gay-Romance-Dilogie "No Return". Vor dem Hintergrund des Musikbusiness wird die spannende Liebesgeschichte der Boybandmitglieder Tony und Andrew erzählt, die viele Aufs und Abs durchleben müssen. Wie bei ihren anderen Büchern kann man auch im neuesten Werk von Jennifer Wolf mitlieben, -leiden und -hoffen. Für Fans des Genres eine klare Empfehlung!

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167 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 74 Rezensionen

teufel, hölle, liebe, benne schröder, in der liebe ist die hölle los

In der Liebe ist die Hölle los

Benne Schröder
Flexibler Einband: 450 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 24.04.2017
ISBN 9783736304499
Genre: Fantasy

Rezension:

Die Tochter des Teufels hat keinen Bock auf ihren Job. Nur äußerst widerwillig erledigt sie ihre Arbeit und befördert frisch Verstorbene ins Dunkel. Mit ihrem Vater,und seinen dekadenten Angestellten würde sie am liebsten gar nichts zu tun haben. Viel lieber möchte sie als ganz normale junge Frau im Diesseits leben und ihre Ruhe haben. Doch als ihr der Mord an einem hochrangigen Dunklen angehangen wird, steht ihr Leben plötzlich Kopf und Catalea sieht sich einer ganzen Reihe von Gefahren gegenüber, gegen die sie als einfaches Halbblut nicht viel ausrichten kann. Zum Glück ist da Timur, der geheimnisvolle Totenanwalt, der sie verstecken und ihr bei der Flucht vor den Feinden helfen soll. Nur leider ist dieser respektlose, arrogante Arsch nicht gerade die Gesellschaft, die Catalea sich gewünscht hätte ...

Die Geschichte wird aus Cataleas Sicht erzählt. Die junge Frau lebt ihren Sarkasmus in vollen Zügen und hat immer den ein oder anderen lockeren Spruch auf Lager, mit dem sie ihre Umgebung schier zur Weißglut treibt. Vor allem die Wortgefechte zwischen ihr und Timur haben mich sehr gut unterhalten. Überhaupt lebt der Roman von seinen herrlich komischen Dialogen.
In kurzen Einschüben erfährt der Leser durch das "Handbuch der Toten", wie es nach dem Tod in der Hölle so zugeht. Und wer hätte das gedacht: Alles ganz schön bürokratisch und verworren da unten. Da kann der berühmte Passagierschein A 38 aus Asterix erobert Rom einpacken. Gerade diese Stellen im Buch haben mich auch herrlich zum Lachen gebracht. Auf solche Ideen muss man erstmal kommen! Da scheint die Fantasie des Autors schier grenzenlos zu sein.

Die Story selbst ist ein wilder Ritt durch das Diesseits und das Dunkel. In einer Mischung aus humorvoller Liebesgeschichte und junger Erwachsenenfantasy mit Krimi-Elementen begleiten wir Catalea und Timur einmal quer durch Europa und lernen einige skurrile Weggefährten kennen. Jede Nebenfigur ist ordentlich ausgearbeitet und bleibt im Gedächtnis haften. Von der ein oder anderen hätte ich mir sogar mehr Hintergrundinfos gewünscht - aber vielleicht kommt das noch im zweiten Band.
Auch die ungewöhnliche Liebesgeschichte, die sich langsam und gut nachvollziehbar entwickelt, konnte mich überzeugen. Leider wies der Roman im Mittelteil einige Längen auf, die ich beim Lesen als anstrengend empfand. Und auch wenn mir der Schreibstil insgesamt gut gefallen hat, hätte ich mir weniger Wortwiederholungen (in der ersten Hälfte) gewünscht. So richtig Spannung nimmt die Geschichte erst im letzten Viertel auf, da flogen die Seiten nur so dahin. 

Bereits im November soll die Fortsetzung "Zum Teufel mit der Liebe" erscheinen. Ob ich den Folgeband lesen werde, lasse ich mir an dieser Stelle noch offen. Der erste Band ist auf jeden Fall in sich abgeschlossen. Es steht dem Leser frei, sich danach erneut in Cataleas Welt zu begeben, gezwungen ist er dazu nicht.

Fazit:

"In der Liebe ist die Hölle los" ist der turbulente Auftakt einer zweibändigen humorvollen Fantasyreihe. Die Tochter des Teufels muss sich gegen einen Feind in den eigenen Reihen behaupten, der ihr einen Mord anhängen will. Auf dem Weg zu ihrer Bestimmung flüchtet sie einmal quer durch Europa, entfacht ihre übernatürlichen Kräfte und macht ganz nebenbei noch ihre große Liebe klar.
Der Roman lebt vor allem durch witzige Dialoge, schräge Charaktere und ein wahres Potpourri an fantastischen Ideen. Bereits im November geht Cataleas Geschichte weiter. Wer humorvolle Erwachsenenfantasy sucht, dem sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt.

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95 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

jugendbuch, rezension, liebe, mobbing, rockstar

Don't Kiss Ray

Susanne Mischke
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 07.04.2017
ISBN 9783423740265
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Dass „Don’t kiss Ray“ ein sehr junges Buch ist, wusste ich schon vorher. Trotzdem fand ich es spannend, die Liebesgeschichte von Jill und Ray zu verfolgen, die sich zufällig auf einem Festival treffen und dann doch wieder auseinandergerissen werden. Ihre junge Liebe steht von Anfang an unter keinem guten Stern. Alles, was in ihnen in die Quere kommen kann, passiert auch: vom Gewitter über hysterische Rockstar-Groupies bis hin zu sittenwidrigen Plattenvertragsklauseln muss Jill so einiges wegstecken. Dabei fand ich es gut, wie erwachsen sich die 16-jährige verhält. Sie reflektiert ihr Verhalten und bleibt sich stets selbst treu. Dem umschwärmten Rocksänger Ray hinterherlaufen? Das hat sie gar nicht nötig. Für diese Message möchte ich die Autorin küssen! Junge Mädchen brauchen viel mehr solcher Vorbilder in Literatur und Film.


Der Roman ist ein Auf und Ab der Gefühle. Auf glückliche Momente der Verliebtheit folgt bittere Ernüchterung. Mit ihren drei besten Freundinnen verkracht sich Jill aufgrund ihrer Heimlichtuerei und auch die Beziehung zu ihrer Mutter leidet zeitweise unter der nervenaufreibenden Beziehung. Das Gefühlschaos der jungen Frau wird dabei stets nachvollziehbar beschrieben, auch wenn ich mir an manchen Stellen weniger Selbstreflexion und mehr Plot gewünscht hätte. Leider haben mich die Wiederholungen von Jills Sorgen und Ängste oftmals in meinem Lesefluss gebremst, sodass ich nach den einzelnen Kapiteln erstmal eine kleine Verschnaufpause brauchte.


Die Geschichte wird abwechselnd in der Ich-Perspektive aus Jills und Rays Sicht erzählt, wobei Jills Parts länger sind. Dennoch fand ich Rays Perspektive ingesamt spannender, vor allem sein Alltag als Vollzeit-Musiker wurde anschaulich dargestellt.
Mir hat besonders gut gefallen, dass auf die üblichen Rockstarklischees im Großen und Ganzen verzichtet wurde. Zwar sieht Ray atemberaubend gut aus und könnte sicherlich an jedem Finger zehn Groupies haben, wenn er das wollte, aber trotzdem ist er auf dem Boden geblieben und hat den Fokus auf die wichtigen Dinge im Leben nicht verloren. Für seine Band würde er alles tun, denn jedes Mitglied hat sein eigenes Päckchen zu tragen. Durch die angerissenen Backroundstories erhielt der Roman zusätzliche Tiefe, die man bei Jugendbüchern dieses Genres nicht immer findet. Ray versucht zu seinen Gefühlen für Jill zu stehen, aber es wird ihm nicht leicht gemacht. Sein Fehlverhalten, das er selbst als feige bezeichnet, konnte ich ihm jedoch aufgrund der dahinterstehenden Gründe leicht verzeihen. Ich fand es toll, dass er ein junger Mann ist, der weiß, was er im Leben will und sich eben nicht bis zur Besinnungslosigkeit durch die Gegend vögelt. Vom typischen Bad-Boy fehlt hier jede Spur und das empfand ich als sehr angenehm!


Der Schreibstil ist einem Jugendroman angemessen leicht und locker gehalten. Die Charaktere wurden gut ausgearbeitet und die Autorin kratzt nie nur an der Oberfläche. Über einen Zeitraum von 8 Monaten hinweg erlebt der Leser, wie Jill erwachsen wird, die Höhen und Tiefen der ersten Liebe erlebt und sich weiterentwickelt.
Das Ende wurde meiner Meinung nach gut gelöst. Ich hätte gerne gewusst, wie es später mit den beiden weitergeht, doch das bleibt jetzt der Fantasie der Leser überlassen. Ein offenes (Happy)End ist ja nichts Schlechtes.


Fazit:


„Don’t kiss Ray“ ist ein Rockstar-Liebesroman, der überzeugt. Obwohl das Buch für ein junges Publikum geschrieben wurde, hat mich die Geschichte um Jill und Ray gut unterhalten. Wer eine moderne Liebesgeschichte mit einer starken Protagonistin sucht, die es nicht nötig hat, einem Kerl hinterherzurennen, sondern aufrecht und stolz durchs Leben geht, der sollte sich das Buch unbedingt genauer anschauen. Für mich eine wahre Bereicherung für den Bereich Jugendbuch / Liebesroman.

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211 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 112 Rezensionen

liebe, autor, verlag, lesereise, lyx

Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt

Kristina Günak
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 24.04.2017
ISBN 9783736304659
Genre: Liebesromane

Rezension:


Bea hat ein Problem: Sie kann einfach nicht Nein sagen. Um ihren kleinen Verlag zu retten, überträgt ihre Chefin ihr die Aufgabe, mit dem störrischen Newcomer-Autor Tim Bergmann auf Lesereise zu gehen. Weil der große Hoffnungsträger auf den Roderich-Literaturpreis es mit dem guten Benehmen nicht so genau nimmt und seine Interviewpartner und Kritiker gerne beleidigt, muss Bea den Anstandswauwau spielen und soll die Lesungsbesucher nebenbei dazu animieren, für den verschrobenen Autor abzustimmen. Denn ohne den Roderich-Preis, das steht leider fest, geht der kleine Königstein-Verlag den Bach runter.


Als Multi-Organisationstalent kümmert sich Bea um die Organisation der Lesereise und bekommt nebenbei noch allerlei andere Aufgaben aufgebrummt. Als sie Tim Bergmann schließlich zum ersten Mal persönlich gegenübersteht, erkennt sie, wie schlimm ihre Lage wirklich ist. Schlecht gelaunt, ungekämmt und mitten in einer Schreibkrise schüchtert der gut aussehende Autor sie ein. Doch schlussendlich bleibt den beiden nichts anders übrig, als sich zusammenzuraufen und die nächsten vier Wochen hinter sich zu bringen. Was beide nicht ahnen: Sie verbindet mehr, als sie für möglich halten.


Dies ist mein erstes Buch von Kristin Günak. Eine humorvolle Lovestory, die in der Buchbranche angesiedelt ist, klang sofort verlockend, deshalb musste ich das Buch unbedingt haben. Die knapp 300 Seiten ließen sich auch wirklich schnell weglesen.
Den Schreibstil der Autorin fand ich sehr angenehm. Auch der fein eingestreute Humor konnte mich überzeugen und wirkte keinesfalls überzogen, wie es manchmal der Fall bei Büchern dieses Genres ist. Die Vergangenheit der Protagonisten verleiht dem leichten Roman eine Tiefe, die ich nicht erwartet hätte.


Auch die Entwicklung der Liebesgeschichte geht langsam und glaubwürdig voran. Je mehr Tim seine harte Schale ablegt, umso leichter fällt es Bea, Vertrauen zu ihm zu fassen. Er ermutigt sie dazu, auch mal Nein zu sagen und für ihre Entscheidungen einzustehen. Genau so einen Mann hat die fleißige Arbeitsbiene, die noch nie zuvor verliebt war, gebraucht. Und auch, wenn er anfangs sehr klischeehaft rüberkommt, habe ich den ruppigen Autor schnell in mein Herz geschlossen.


Fazit: 


„Wer weiß schon, wie man Liebe schreibt“ verbindet eine glaubwürdige Lovestory mit dem spannenden Hintergrund der Buchbranche. Dank des lockeren Schreibstils und des gut portionierten Humors habe ich das Buch sehr genossen. Wer sich eine Liebesgeschichte mit einem erwachsenen Badboy und einer überzeugenden Entwicklung wünscht, der sollte unbedingt einen Blick riskieren.

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(78)

159 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 52 Rezensionen

amrum, demenz, familie, liebe, sommer

Immer wieder im Sommer

Katharina Herzog
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 22.04.2017
ISBN 9783499291111
Genre: Liebesromane

Rezension:


Eigentlich hatte Anna sich ihren Kurzurlaub ganz anders vorgestellt. Doch anstatt ihrer Jugendliebe Jan heimlich auf Amrum zu treffen, findet sie sich plötzlich mit ihren zwei Töchtern, ihrer dementen Mutter plus Hund und ihrem untreuen Exmann im Auto wieder und das Abenteuer beginnt. Immer im Hinterkopf begleitet sie die seit Jahren präsente Frage: Gibt es eine zweite Chance für Jan und mich?


Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven aus der Sicht eines personalen Erzählers wiedergegeben. Obwohl ich die Ich-Form in Romanen favorisiere, fand ich die Erzählweise angenehm und gut verständlich. Man bekommt einen guten Einblick in die Köpfe von Anna und ihrer 14-jährigen, pubertär-zickigen Tochter Sophie und kann sich mit deren Gedanken und Sorgen identifizieren. Zwischendurch erzählt Frieda ihre Lebensgeschichte, die sie für ihre Tochter in einem Notizheft festhält.


Mit der Mischung aus Road-Trip, Strandurlaub, Familiengeschichte und leichter Lovestory ist Katharina Herzog ein überzeugender Sommerroman gelungen, der sich perfekt für warme Urlaubstage eignet. Nach und nach erfährt der Leser Annas Geschichte, die tiefer geht, als der Klappentext anfangs vermuten lässt. Neben Friedas Demenz spielen z. B. Mobbing in der Schule oder Versagensangst eine Rolle.


Der Schreibstil ist angenehm locker und leicht, passend zu einem Sommerroman und gut lesbar. Die angenehm kurzen Kapitel haben mir genauso gut gefallen, wie die Perspektivwechsel der Erzähler. Auch die landschaftlichen Beschreibungen der Insel Amrum habe ich genüsslich aufgesogen und freue ich mich jetzt schon mal auf meinen hoffentlich irgendwann einmal stattfindenden Nordseeurlaub.


Die Geschichte ist keinesfalls vorhersehbar und damit wirklich gut gelungen. Auch die Entwicklung von Annas Liebesleben hat mich gleichermaßen überrascht und überzeugt. Die Auflösung der Konflikte am Ende des Buches waren weder übertrieben, noch unrealistisch.


Fazit: 


Wer einen locker-leichten Sommerroman für entspannte Urlaubstage sucht, der ist bei „Immer wieder im Sommer“ von Katharina Herzog gut aufgehoben. Die liebevoll gestaltete Familiengeschichte überzeugt mit authentischen Charakteren und glaubhaften Wendungen. Durch wechselnde Erzählstimmen kommt keine Langeweile auf. Mein Buchtipp für den Sommer.

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641 Bibliotheken, 21 Leser, 1 Gruppe, 64 Rezensionen

fantasy, liebe, dystopie, amy ewing, das juwel

Das Juwel – Der Schwarze Schlüssel

Amy Ewing , Andrea Fischer
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 27.04.2017
ISBN 9783841440198
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Nachdem der zweite Band schon ein paar Monate zurückliegt, fiel mir der Einstieg in die Geschichte leider schwer. Zwar werden am Anfang die wichtigsten Ereignisse wiederholt und die Hauptpersonen noch einmal genauer beschrieben, aber dennoch konnte ich bis zum Schluss die vier Gründungshäuser nicht auseinanderhalten. Auch einige der zahlreichen Nebenfiguren habe ich ständig verwechselt. Schuld daran sind u. a.  Namensähnlichkeiten (z. B. Cora und Coral).


Leider hatte ich beim Lesen auch nicht das dringende Bedürfnisse, unbedingt wissen zu wollen, wie die Geschichte endet. Stattdessen nahm ich es hin, dass die Vorbereitungen und Pläne zum Niederschlag des Adels mehr oder weniger vor sich hinplätscherten und Violet ihr eigenes Ding durchzog – gegen den Rat ihrer Freunde.
Als sie schließlich tatsächlich ins Haus am See zurückkehrt, um ihre Schwester zu retten, wurde es zum Glück wieder einigermaßen spannend. Hinter den Kulissen erfährt der Leser viel Neues und teilweise auch Schockierendes. In veränderter Gestalt arbeitet Violet fortan als Kammerzofe, während der Tag der Auktion unweigerlich näher rückt.
Mir kam es so vor, als wenn bis zu diesem Tag sehr wenig geschieht. Zwar werden einige Geheimnisse aufgedeckt, aber für meinen Geschmack wurde sich auch viel mit Nebensächlichkeiten aufgehalten. Fast wirkte es so, als müsste der dritte Band noch ein wenig in die Länge gezogen werden.


Das Finale selbst hat mich nicht enttäuscht. Es kommt zum großen Kampf, auf den ich seit dem zweiten Band gewartet habe. Wie es sich für einen Befreiungsschlag gehört, fließt viel Blut – sowohl auf der Seite der Verbündeten, als auch auf Seiten der Gegner. Einige Mädchen bekommen ihre Rache, andere fallen im Kampf. Auch eine wichtige Hauptfigur verlässt uns, wofür Violet sich selbst die Schuld gibt. Aber keine große Geschichte kommt ohne Opfer aus.


Insgesamt konnte mich der Finalband leider nicht wirklich mitreißen, was ich sehr schade fand, vor allem, weil mir der Schreibstil sehr gut gefallen hatte.


Fazit:


Als Finalband kommt „Der schwarze Schlüssel“ leider etwas unspektakulär und auch vorhersehbar daher. Die letzten Geheimnisse werden gelüftet, bevor der große Showdown startet. Bis zum Ende des Buches passiert für meinen Geschmack leider zu wenig, stattdessen hält sich die Autorin mit Nebensächlichkeiten auf.
Insgesamt bildet das Buch einen soliden Abschluss der Reihe, die so vielversprechend begonnen hatte, aber schlussendlich kein Must-Read ist.

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(19)

31 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

liebe, kurzgeschichten, oetinger verlag, sehnsucht, intensive gefühle

#herzleer - was ich noch sagen wollte

Jennifer Benkau , Lena Gorelik , Tanja Heitmann , Ruth Olshan
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 20.03.2017
ISBN 9783789104954
Genre: Jugendbuch

Rezension:


#herzleer beinhaltet acht Kurzgeschichten, die sich melancholisch mit der Liebe und deren Ende auseinandersetzen. Von verpassten Chancen ist hier zu lesen, genauso wie von gescheiterten Beziehungen oder denen, die gar nicht erst zustande kommen. Alle Geschichten waren auf ihre Weise faszinierend und konnten mich in ihren Bann ziehen. Besonders gut hat mir gefallen, dass ich mich während des Lesens wie bei einem Roman fallen lassen konnte. Keine Geschichte kratzt nur an der Oberfläche, sondern nimmt den Leser mit in ihre eigene Welt und setzt dabei eine ganz bestimmte Atmosphäre frei.


Ein paar Worte zu meinen drei Favoriten im Buch:


In „Herz-Pogo“ erzählt Anke Weber die kurze, intensive Geschichte einer Festivalbegegnug, die mich einfach mitgerissen hat. Die Wucht der Gefühle wird so authentisch beschrieben, dass ich mir sehnlichst ein Happy End für Jo und Nayra gewünscht habe. Zudem hat mir besonders gut gefallen, dass Jo nicht nur umwerfend, sondern auch sehr liebevoll beschrieben wird. Endlich einmal ein männlicher Protagonist, der nicht nur durch sein blendendes Aussehen, sondern auch durch seinen Charakter punktet.
Der locker-leichte Schreibstil hat mich so schnell durch die Seiten fliegen lassen, dass mir beim unvermeidlich traurigen Ende der Geschichte das Herz schwer wurde. Festivalgänger und Musikliebhaber werden sich in dieser Story sofort zu Hause fühlen.


Ich hatte mich so sehr darauf gefreut und wurde nicht enttäuscht. Sabine Schoder ist eine meisterhafte Erzählerin, die in „Herzspieß“ eine fesselnde Story rund um einen magisch-verstaubten Buchladen, die junge Vielleserin Elva und den frechen Levi spinnt, der das Geschäft seiner Oma ordentlich umkrempelt. Im Laufe der Geschichte kommen die beiden Jugendlichen sich näher und beweisen, dass Gegensätze sich tatsächlich anziehen. Bei dieser Geschichte konnte ich schmunzeln, seufzen und fühlte mich inmitten der Bücherberge sofort heimisch. Das Ende hat mich in seiner Dramatik nicht nur überrascht, sondern regelrecht betroffen zurück gelassen. Von allen Geschichten im Buch werde ich diese wohl so schnell nicht vergessen.


„Erdbeermond“ von Katrin Zipse bringt das Sommergefühl der Jugend direkt zurück ins Gedächtnis der Leser. Marie, eigentlich vergeben, trifft beim Grillen am See auf ihr Gegenstück Levi. Liebe auf den ersten Blick – was für sie eigentlich undenkbar schien, entwickelt sich zur Nacht ihres Lebens. Auch hier wurde die Wucht der Gefühle so gut beschrieben, dass die Liebesgeschichte, trotz ihres Tempos, keineswegs unglaubwürdig ist. Die Umstände, die zum viel zu schnellen Ende dieser besonderen Nacht führen, sind genauso nachvollziehbar wie schade. Auch hier wäre eine Fortsetzung denkbar – und wünschenswert.


Nicht viel anfangen konnte ich leider mit der Geschichte „Nur einmal“ von Tanja Heitmann. Der Protagonist bleib ungreifbar, seine Motive wurden nicht deutlich und die Naivität der Protagonistin fand ich erschreckend. Auch das Ende ließ mich mehr ratlos als zufrieden zurück.


Thematisch interessant fand ich zwar „Ein halber Sommer lang“ von Maike Stein, dass im frühen geteilten Berlin spielt und sich um eine lesbische Liebe dreht. Doch die Charaktere, der Dialekt und das eingeflochtene Thema Fußball haben mich einfach nicht packen können. Der Schreibstil passt zwar in die Zeit, zu der die Geschichte spielt, war für mich aber leider unmodern und langatmig.


Mit 15 € ist das schmale Büchlein nicht gerade preiswert. Trotzdem möchte ich es euch ans Herz legen, wenn ihr melancholische Geschichten mögt, die euch für jeweils eine halbe Stunde in eine andere Welt entführen und dabei genauso atmosphärisch sind wie ein ganzer Roman. Wer die Möglichkeit hat, das Buch auszuleihen oder es geschenkt zu bekommen, der sollte nicht lange zögern.


Fazit:


„#herzleer“ beinhaltet acht melancholische Geschichten, die sich mit den verschiedenen Enden einer junge Liebe auseinandersetzen. Allein schon wegen der drei Highlights „Herz-Pogo“, „Herzspieß“ und „Erdbeermond“ hat sich dieses Buch einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen und meinem Bücherregal erobert. Mit 15 € zählt das 220-Seiten umfassende Hardcover zwar nicht gerade zu den Schnäppchen, dennoch lohnt sich die Investition. Ich habe nicht nur vielversprechende Autorinnen kennengerlernt, sondern auch echten Herzschmerz verspürt. Bitte mehr davon!

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liebe, anne freytag, jugendbuch, homosexualität, den mund voll ungesagter dinge

Den Mund voll ungesagter Dinge

Anne Freytag
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 06.03.2017
ISBN 9783453271036
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Sophie ist 17, Einzelgängerin und sieht aus wie eine ordinäre Version von Schneewittchen: blasse Haut, große blaue Augen und ein unerhört sinnlicher Schmollmund. Kein Wunder, dass die Jungs auf sie fliegen. Weil ihr Vater als Chirurg schwer beschäftigt ist und sie oft allein ist, lässt Sophie keine Gelegenheit aus, um ihrem zweifelhaften Ruf als Schneeflittchen alle Ehre zu machen. Sex mit Jungs bedeutet für sie Ablenkung und für einen kurzen Moment findet sie dabei Ruhe vor ihren Gedanken, die sie ständig auf Trab halten. Aber gefühlt hat sie dabei noch nie etwas, im Gegenteil – hinterher stellten sich die unbedeutenden One-Night-Stands stets als Fehler heraus. Und doch scheint sie es nicht lassen zu können.
Ihr bester Freund Lukas bedeutet die Welt für sie. Blöd nur, dass er zu seiner Freundin Vianne nach Frankreich gezogen und nur noch über Skype erreichbar ist. Trotzdem verbindet die beiden eine tiefe Freundschaft, die mir gerade in der Konstellation Junge-Mädchen sehr ans Herz ging.
Als Sophies Vater aus heiterem Himmel beschließt, wenige Wochen vor dem Abi von Hamburg zu seiner Freundin nach München zu ziehen, stellt er sie vor vollendete Tatsachen. Auf nichts hat sie weniger Lust, als auf dieses schöne große Haus, in dem die perfekte Lena mit ihren zwei Söhnen und ihrem Mischlingshund Carlos lebt. Und doch stellt sich Sophies neues Leben als gar nicht so schlecht heraus, als sie die Nachbarstochter Alex kennenlernt.


Zwischen Alex und Sophie besteht sofort eine besondere Verbindung. Anfangs gehen sie noch etwas verkrampft miteinander um und müssen sich erst kennenlernen, doch schon bald kann Sophie an nichts anderes mehr denken, als an Alex. Bei einer Party passiert es schließlich: während einer Partie „Wahrheit oder Pflicht“ muss Alex Sophie küssen. Und plötzlich ist alles anders. Hin- und hergerrissen zwischen ihrer Faszination für Alex und ihrer Unsicherheit diesbezüglich, versucht Sophie alles, um zu verdrängen, dass Alex eigentlich einen Freund hat. Und außerdem ist sie schließlich gar nicht lesbisch. Oder etwa doch? Nur weil Alex ein Mädchen ist, heißt es doch nicht, dass Sophie generell auf Mädchen steht?


Anne Freytags wunderbarer Schreibstil hat mich von der ersten Seite an in ihren Bann gezogen. In ruhigen Tönen erzählt sie die außergewöhnliche und sehr intensive Liebesgeschichte zweier Mädchen, die von ihren Gefühlen überrumpelt werden. Viele bildhafte Vergleiche machen die Sprache lebendig. Man spürt förmlich, wie sich der eigene Herzschlag beschleunigt, wenn Alex Sophie berührt, man fühlt den Regen auf der eigenen Haut, wenn Sophie in einer Regennacht Hals über Kopf aus dem Club flüchtet, und man platzt schier vor Glück, wenn die beiden Mädchen die Welt aussperren und ganz für sich sein können.


Die zahlreichen Liebesszenen sind anschaulich, aber stets geschmackvoll beschrieben. Die Autorin spart die sexuellen Details aus und überlässt sie der Fantasie des Lesers. Sophies Gefühle werden authentisch und gut nachvollziehbar geschildert. Ihr innerer Konflikt ist stets spürbar, sodass man mit ihr mitlieben und -leiden muss.


Die Klappenbroschur überzeugt durch eine liebevolle Umschlaggestaltung. Kleine, zur Geschichte passende Grafiken, kennzeichnen die Anfänge der angenehm kurzen Kapitel; zwei Playlists laden zum Anhören der Songs ein, die im Buch eine wichtige Rolle spielen. Auch das farbenfrohe Cover, das meiner Meinung einfach perfekt zur Geschichte passt, ist ein toller Eyecatcher.


Und trotzdem habe ich unverhältnismäßig lange an diesem Buch gelesen. Obwohl die kurzen Kapitel meinen Lesegewohnheiten sehr entgegenkommen, wollte ich einfach nicht so recht vorankommen. Vielleicht lag es auch daran, dass diese Geschichte eher ruhig daher kommt. Wirkliche Spannung wird erst in den letzten Zügen aufgebaut.
Insgesamt hat mir Mein bester letzter Sommer besser gefallen, was sicher zum Teil auch daran liegt, dass ich auf gefühlt jeder Seite Zitate herausschreiben wollte. Freytags erster Jugendroman war gefüllt mit intelligenten und berührenden Aussagen über das Leben und die Liebe. Diese Lebensweisheiten haben mir hier leider gefehlt. Auch habe ich festgestellt, dass die Liebesgeschichte zwischen den beiden Mädchen mich leider nicht so sehr berührt hat, wie ich mir das vorher erhofft hatte. Vielleicht ist Gay Romance aber auch einfach nicht mein Ding.


Fazit:


„Den Mund voll ungesagter Dinge“ ist die sanfte Geschichte von Sophie und Alex, die von ihren Gefühlen füreinander überwältigt werden. Innere Konflikte werden glaubhaft dargestellt, äußere Einflüsse machen den beiden zusätzlich das Leben schwer. Die zarte Liebe gleicht einer Fahrt auf der Gefühlsachterbahn, die ich zwar glaubhaft nachvollziehen konnte, die mich aber dennoch nicht auf eine Weise berührt hat, wie ich es mir erhofft hatte.
Wer eine außergewöhnliche Lovestory im Jugendbuchsegment sucht, die sich von der breiten Masse abhebt, der sollte es mit diesem Buch versuchen.

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liebeskummer, neuanfang, trennung, kinder, liebesgeschichte

Überall bist du

Gerhild Stoltenberg
E-Buch Text: 272 Seiten
Erschienen bei Atlantik, 11.04.2017
ISBN 9783455171419
Genre: Romane

Rezension:

Diese Geschichte ist ganz anders, als ich sie mir vorgestellt hatte.
Martha ist Anfang dreißig und lebt ein eintöniges Leben, in dem sie so gut wie alles von ihren älteren Geschwistern geerbt hat: ihren langweiligen Listenjob, ihre kleine Wohnung und sogar die beste Freundin, die früher mit ihrem Bruder zusammen war. Ihren Namen erfahren wir erst in der Mitte des Buches, was eine Distanz zu der Ich-Erzählerin aufbaut.

Das Buch beginnt in Belgrad, wohin Martha Hals über Kopf geflüchtet ist. Wie und warum es soweit gekommen ist, erzählt sie detailliert von Anfang an.
Als ihre vermeintlich große Liebe Tom sie verlässt, bricht für Martha eine Welt zusammen, hätte sie doch schwören können, dass die beiden füreinander bestimmt sind und ihre Liebe ewig hält. All die kleinen Warnsignale, die im Vorfeld der Trennung aufgetaucht sind, hat sie übersehen. Nun schleppt sie sich mehr schlecht als recht durchs Leben und trauert um ihre verlorene Liebe. Nichts kann sie tun oder ansehen, ohne an ihren Verlust erinnert zu werden. Ein Gang durch ihre Heimatstadt wird zum Spießrutenlauf der Erinnerungen.
Erst als sie auf das alternde Model Stella und ihre vier Kinder trifft und spontan einen Job als Kindermädchen annimmt, kehrt die Sonne in ihr Leben zurück. Die Passagen, in denen sich die unbeholfene Martha um die altkluge Rasselbande gekümmert hat, haben mir am besten gefallen. Vor allem der 5-jährige Oskar hat sich mit seiner liebenswert-oberlehrerhaften Art direkt in mein Herzen geschlichen. Auch wenn Martha mit Kindern vorher nicht viel zu tun hatte, werden die fünf schnell zu einem eingespielten Team. Die Kinder bringen ein Stück weit Lebensfreude in Marthas tristen Alltag zurück. Doch das kleine Glück hält nicht lange – nach einer Weile wird der Kummer wieder übermächtig.

Die Autorin hat einen angenehmen, leicht poetischen, aber auch anspruchsvollen Schreibstil. Verschachtelte Sätze sind keine Seltenheit in diesem besonderen Debütroman. Dennoch liest sich das Buch wunderbar flüssig. Gerade der außergewöhnliche Stil fesselt den Leser.

Leider empfand ich die Passagen ohne die Kinder als langatmig. Vor allem die letzten Kapitel, die wieder in Belgrad spielen, haben sich sehr in die Länge gezogen. Auch wenn der Schluss überzeugend und konsequent war, hätte ich mir am Ende vielleicht noch eine Aussprache oder einen eindeutigeren Abschluss für Martha gewünscht.
Leider fürchte ich, dass außer den zauberhaften Kids nicht viel von diesem Buch bei mir hängen bleiben wird. Trotzdem wünsche ich der Geschichte zahlreiche Leser/innen.

Für „Überall bist du“ vergebe ich 3,5 Sterne

Fazit:

„Überall bist du“ ist ein melancholischer Roman über die Trauer und das Verlassenwerden. Obwohl Martha sich alle Mühe gibt, will ihre Liebe einfach nicht enden. Dieser besondere Roman besticht durch einen anspruchsvollen, wunderbaren Schreibstil und liebenswerte Nebenfiguren. Leider empfand ich den Anfangs- und Endteil als sehr langwierig, trotzdem wünsche ich der Geschichte viele Leser.

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götter, götterfunke, marah woolf, griechische mythologie, jugendbuch

GötterFunke. Liebe mich nicht

Marah Woolf
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Dressler, 20.02.2017
ISBN 9783791500294
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Was habe ich mich auf dieses Buch gefreut! Die begeisterten Rezensionen vieler Blogger, das wundervolle Cover, die schöne und hochwertige Gestaltung des Buches – all das hat mich mega neugierig gemacht. Als ich das Buch endlich aus der Bibliothek mit nach Hause nehmen konnte, war ich überglücklich und habe mich voller Tatendrang auf die Seiten gestürzt, nur um … ja was eigentlich? Enttäuscht zu sein trifft es nicht richtig, aber meine Erwartungen wurden auch nicht erfüllt. Woran lag’s?


Die Grundidee klang sehr vielversprechend. Prometheus, der seine Sterblichkeit zurückerlangen will, kehrt in Gestalt eines attraktiven Jugendlichen alle 100 Jahre auf die Erde zurück, um eine Frau zu finden, die ihm widersteht. Als Setting wurde ein entlegenes Feriencamp in den Rocky Mountains gewählt. Jess ist eine tolle Protagonistin, die alles mitbringt, was ich mir von einer modernen, jungen Frau wünsche. Doch trotz dieser guten Grundvoraussetzungen ist der Funke einfach nicht übergesprungen.


Bis zur Hälfte des Buches habe ich mich unfassbar abgequält. Mehr als zwei Kapitel am Stück konnte ich nicht lesen, dann musste ich das Buch weglegen. Am Ende habe ich über zwei Wochen gebraucht, um die Geschichte zu beenden – unverhältnismäßig lange für meine Verhältnisse. Ich hatte das Gefühl, das einfach nichts passiert und habe mehrmals mit dem Gedanken gespielt, das Buch abzubrechen. Erst nach der Hälfte nimmt die Geschichte langsam Fahrt auf und das langwierige Vorgeplänkel der Charaktervorstellungen, Hintergrundinfos und Freizeitaktivitäten im Camp hat endlich ein Ende. Doch dann kam die nächste Schwierigkeit: Je mehr ich über die Götter und ihre Beziehungen zueinander erfahren habe, desto schwieriger konnte ich die ganzen Informationen auseinanderhalten. Zunächst habe ich gedacht, dass die griechische Mythologie vielleicht einfach nicht mein Ding ist, dabei fand ich die Legenden doch eigentlich ganz interessant. Das eigentlich Blöde dabei: Am Ende des Buches gibt es ausführliche Informationen zu allen Göttern, Titanen, Legenden und Schauplätzen. Sogar ein Stammbaum ist beigefügt, der durchaus hilfreich ist – wenn man ihn denn nicht erst, so wie ich, fast am Schluss entdeckt. Ein Hinweis am Anfang des Buch, z.B. ein Inhaltsverzeichnis, wäre hier Gold wert gewesen.


Die Geschichte selbst hat mich grundlegend ganz gut unterhalten. Zwar gibt es keine unvorhersehbaren Wendungen oder Wow-Effekte, aber das hat mich kaum gestört. Es werden einige Klischees bedient, zum Beispiel in Bezug auf Caydens alias Prometheus‘ Wirkung auf Frauen, aber auch das war in Ordnung. Selbst als Jess‘ beste Freundin sich als verwöhnte Ziege entpuppt, der ein kurzer Flirt mehr bedeutet als jahrelange Freundschaft, hat das gut zur Geschichte gepasst. Soll’s schon gegeben haben, gerade in dem Alter. Generell würde ich das Buch eher jüngeren Mädchen ans Herz legen, ich  selbst fühlte mich ein wenig aus der Geschichte herausgewachsen.


Obwohl ich die Zusammenhänge später besser verstanden und das Ende dann auch am Stück verschlungen habe, vermute ich, dass dieses Buch keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen wird. Ob ich die Reihe überhaupt weiterverfolgen werde, steht in den Sternen. Ich tippe mal eher auf Nein. Dennoch bin ich froh darüber, dem Buch eine Chance gegeben zu haben. Nachdem ich von Finian Blue Summers (Self Publishing) ziemlich enttäuscht war, habe ich mich nun doch sehr über den flüssigen Schreibstil gefreut, bei dem sich Autorin meiner Meinung nach deutlich verbessert hat. Man spürt natürlich, dass hier ein großer Verlag im Rücken sitzt, der alles daran setzt, das Buch bestmöglich zu verkaufen, und das hat mir sehr gefallen. Qualitativ dürfte Götterfunke nicht mit Woolfs selbstpublizierten Büchern zu vergleichen sein.


Dennoch muss ich aufgrund der Langwierigkeit und meiner ganz persönlichen Probleme mit dem Buch einige Punkte abziehen und kann am Ende, mit allen zugedrückten Augen, nur 3 Sterne für Götterfunke vergeben.


Fazit:


„Götterfunke – Liebe mich nicht“ war einfach nicht mein Buch. Die Seiten haben sich endlos gezogen, die Geschichte konnte mich nicht wirklich begeistern und die Götterthematik mitsamt ihren Legenden und Verwicklungen wollte sich einfach nicht in meinem Gedächtnis behalten lassen.
Für junge Leserinnen mit einem Faible für Mystik ist das Buch sicher ein Genuss, für mich war es leider eine Enttäuschung, deshalb gibt es an dieser Stelle keine Leseempfehlung.

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thriller, achtnacht, sebastian fitzek, berlin, fitzek

AchtNacht

Sebastian Fitzek
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 14.03.2017
ISBN 9783426521083
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Klappentext verrät schon ziemlich viel. Gleichzeitig hat er mich sehr neugierig gemacht, denn das Thema ist meines Wissens neu und ich war sehr gespannt auf die Umsetzung.
Schon im ersten Kapitel erfährt der Leser, wie die Hetzjagd ausgegangen ist, trotzdem wird kein bisschen Spannung genommen, sondern vielmehr durch Einstreuen von bestimmten Hinweisen aufgebaut.

Die Geschichte wird aus mehreren Perspektiven erzählt. Viele Nebencharaktere kommen zu Wort, dadurch kann man das Buch wie einen Film vor seinem inneren Auge verfolgen. Im Mittelpunkt der Geschichte stehen die beiden AchtNächter Ben Rühmann und Arezu Herzsprung, die gnadenlos verfolgt und bedroht werden. Beide haben eine traurige Geschichte im Hintergrund. Vor allem Ben, der sich für den Unfall seiner beinamputierten Teenager-Tochter verantwortlich fühlt, verkörpert einen Protagonisten, mit dem man einfach mitleiden muss.

Im Gegensatz zu meinen bisherigen Lieblings-Fitzeks „Der Seelenbrecher“ und „Der Nachtwandler“ nimmt „AchtNacht“ langsam nur Fahrt auf. Die Spannung wird gemählich erhöht, bis sie am Höhepunkt angelangt ist. Atemloses Seiten-Umblättern und Herzklopfen kamen deshalb bei mir nicht auf, dennoch konnte mich die Geschichte überzeugen. Und das liegt vor allem an den Themen, die der Autor eingeflochten hat. Während Ben und Arezu von einem namen- und gesichtslosen Unbekannten erpresst werden, geraten sie immer tiefer in den Sumpf des Rotlichtmileus und decken Grausamkeiten auf, bei denen mir teilweise der Atem gestockt hat. Sowohl die Täter als auch die Opfer dieser perfiden Spielarten haben bei mir bleibenden Eindruck hinterlassen und gezeigt, wie krank die Menschheit ist.

Wer Fitzek kennt, der weiß, dass am Ende eine Auflösung wartet, mit der man so nie gerechnet hätte. Auch bei „AchtNacht“ hat der Autor es wieder geschafft, mich zu überraschen. Mit den Enden meiner oben erwähnten Lieblingsbücher kann dieses zwar nicht ganz mithalten, trotzdem hat es mich zufrieden gestellt.

Fazit:

In seinem neuen Thriller „AchtNacht“ verbindet Sebastian Fitzek, der Meister des Wahns, eine gnadenlose Hetzjagd ohne Regeln mit den tiefsten Abgründen der Menschheit. Obwohl die Geschichte erst langsam an Fahrt aufnimmt, bevor sie so richtig spannend wird, konnte ich das Buch nur schwer aus der Hand legen. Durch den bildhaften Schreibstil und die vielen Perspektivwechsel entsteht ein Film im Kopf des Lesers, der es in sich hat. Wie alle seine Bücher ist auch „AchtNacht“ nichts für schwache Nerven. Mich hat Fitzek wieder einmal rundum überzeugt. Unbedingt lesen!

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53 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

freundschaft, liebe, krimi, humor, entführung

Digby #02. Zu cool zum Sterben

Stephanie Tromly , Sylke Hachmeister
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 20.03.2017
ISBN 9783789148101
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Fünf Monate sind vergangen, seitdem Digby Zoe geküsst und sich dann aus dem Staub gemacht hat. Kein Lebenszeichen hat er seitdem von sich gegeben. Zoes Leben ist mittlerweile weitergegangen. Sie hat sich gut in der Kleinstadt River Heights integriert, Freundinnen gefunden und ist mit dem angesagten Footballspieler Austin zusammen. Die Aufnahmetests für die Colleges stehen an und eigentlich hätte Zoe damit schon genug zu tun, doch dann steht plötzlich Digby vor ihrer Tür und das Chaos bricht wieder aus.

Während Zoe sich mit den alltäglichen Dramen des Highschoollebens auseinandergesetzt hat, war Digby unterwegs, um neuen Spuren im Fall seiner entführten Schwester Sally nachzugehen. Viele bekannte Nebencharaktere aus Band 1 tauchen wieder auf und werden mehr oder weniger freiwillig in die Ermittlungen des ungleichen Paares verwickelt. Obwohl sich alle sicher sind, dass Zoe und Digby mehr als nur Freundschaft verbindet, weigern die beiden sich zunächst, sich das einzugestehen. Stattdessen bandelt Digby mit der ebenso schrägen wie nervigen Bill an, während Zoe weiter an ihrem Traum einer ganz normalen Teenagerromanze mit Austin festhält.

Auf ihrer Suche nach Sally werden sie in einen weiteren Fall verwickelt, der eng mit ihrem Freundeskreis und der Highschool verknüpft ist. Mehr als einmal finden die beiden sich in lebensgefährlichen Situationen wieder, aus denen sie sich kreativ zu befreien wissen.

Wie auch in Band 1 schafft es die Autorin spielend leicht, die Spannung von Anfang bis Ende aufrecht zu erhalten. Ich konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen, was vor allem dem schrägen Humor und dem sarkastischen Schlagabtausch zwischen den Protagonisten geschuldet ist. Dennoch ist mir aufgefallen, dass ich - im Gegensatz zum ersten Band - nicht so oft gelacht habe. 
Auch hat mich diesmal der Buchsatz sehr gestört. Da das Buch zu einem Großteil aus Dialogen besteht, die Absätze jedoch nicht eingerückt sind, fiel es mir manchmal schwer, zu erkennen, wer gerade redet. Da hätte ich mir vom Verlag ein übersichtlicheres Layout gewünscht.

Ingesamt kann Digby #02 locker mit Band 1 mithalten und hat mich auch ebenso gut unterhalten. Vor allem das Ende mit Aussicht auf einen weiteren Band, in dem hoffentlich der Entführungsfall Sally gelöst wird, lässt mich erwartungsvoll zurück. Ich würde mir sehr wünschen, nicht so lange auf die Fortsetzung warten zu müssen.

Für diese rundum gelungene Fortsetzung vergebe ich 4,5 Sterne.

Fazit:

Digby #02 - Zu cool zum Sterben ist die rundum gelungene Fortsetzung des starken ersten Bandes, der im letzten Jahr zu meinen Highlights gezählt hat. Schrullige Charaktere treffen auf spannende Kriminalfälle, die mit unkonventionellen Mitteln gelöst werden. Die witzigen Wortgefechte zwischen Digby und Zoe haben mich wieder einmal sehr gut unterhalten. Nach dem vielversprechenden Ende freue ich mich bereits jetzt wahnsinnig auf den nächsten Band.

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60 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 33 Rezensionen

familie, bretagne, tod, frankreich, trauer

Ein geschenkter Anfang

Lorraine Fouchet , Sina de Malafosse
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 17.03.2017
ISBN 9783455600568
Genre: Romane

Rezension:

Ein geschenkter Anfang ist mein erstes Buch aus dem Atlantik-Verlag, aber es wird bestimmt nicht das letzte sein. Unter dem unscheinbaren Schutzumschlag verbirgt sich eine berührende und ganz besondere Familiengeschichte, die darauf wartet, entdeckt zu werden.

Lou, Mittelpunkt der Familie, liebende Mutter, Ehefrau und Großmutter, ist tot. Mit nur Ende fünfzig erliegt sie der tückischen Krankheit Alzheimer, die ihr nach und nach ihre Erinnerungen und ihren Lebenswillen nahm. Sie hinterlässt ihren Mann Jo, Kardiologe im Ruhestunde, ihre zwei Kinder Cyrian und Sarah, sowie die Enkeltöchter Pomme und Charlotte.
Lou und ihr Mann leben auf Groix, einer kleinen Insel vor der französischen Küste, auf der jeder jeden kennt und immer etwas los ist. Mit ihrer liebenswürdigen und mütterlichen Art hat sie die Familie stets zusammengehalten und doch war ihr klar, dass ihre Kinder nicht glücklich waren. Jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen und lebt vor sich hin. Die Beziehung der Kinder zu ihrem Workaholic-Vater Jo ist schwierig. Nach Lous Tod droht die Familie zu zerbrechen. Um das zu verhindern, überträgt Lou ihrem Mann eine Aufgabe, die er in zwei Monaten lösen soll. Als Belohnung erhält er einen letzten Brief seiner großen Liebe.

Die Geschichte wird einer zarten, leicht poetischen Sprache erzählt. In kurzen Kapiteln kommen über einen Zeitraum von zwei Monaten alle wichtigen Personen zu Wort und schildern die Geschehnisse aus ihrer Sicht. Auch die weniger wichtigen Nebenfiguren erhalten eine Stimme und vermitteln so ein rundum gelungenes Bild um Jo und seine Bemühungen, an den letzten Brief seiner Frau zu gelangen.
Obwohl Lou gestorben ist, steht sie noch lange im Mittelpunkt der Gespräche und Gedanken ihrer Lieben. Auch sie bringt ihre Gefühle zum Ausdruck, vom „Ort, an den wir alle einmal gehen“.

Die Geschichte spielt um die Zeit vor und nach Weihnachten. Gerade jetzt ist es besonders schwer für Jo, den Verlust seiner geliebten Frau zu verkraften. Doch er setzt alles daran, ihre letzte Aufgabe zu erfüllen und seine Kinder wieder glücklich zu sehen.
Besonders ans Herz gewachsen sind mir die Mädchen Pomme und Charlotte (10 und 9 Jahre alt). Die ungleichen Halbschwestern lernen erst langsam, was es heißt, eine Familie zu sein und füreinander einzustehen.

Durch die wundervolle Sprache und einige dramatische Ereignisse fiel es mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Gleichzeitig habe ich mir gewünscht, dass es noch lange nicht zu Ende ist.


Für dieses wundervolle Buch gibt es von mir volle fünf Sterne.

Fazit:

Ein geschenkter Anfang von Lorraine Fouchet ist die berührende Geschichte um die verstorbene Lou und ihren Plan, ihre Familie nach ihrem Tod wieder zusammenzuführen. In einer zarten, leicht poetischen Sprache wird der Leser auf die Insel Groix entführt und von ihrer rauen Schönheit verzaubert. Durch zahlreiche Perspektivwechsel und dramatische Entwicklungen fiel es mir schwer, das Buch aus der Hand zu legen. Hier wartet eine ganz besondere, sehr berührende Familiengeschichte auf euch! Unbedingt lesen!

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Tags: familie, frankreich, glück, groix, insel, tod, trauer, weihnachten, zusammenhalt   (9)
 

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laura newman, trauer, this new world, verlust, gabe

This New World (New World Chronik 1)

Laura Newman
E-Buch Text
Erschienen bei null, 02.03.2017
ISBN B06XDDHVQD
Genre: Sonstiges

Rezension:


Zoe lebt mit ihrer Familie in der amerikanischen Kleinstadt Rigby. Sie befindet sich im letzten Jahr der Highschool, plant und genießt ihr Leben. Sie gehört zu den beliebtesten Mädchen der Schule, ist mit dem Footballstar Coben zusammen und feuert ihn als Cheerleaderin an. Mit ihrer besten Freundin Dilan wohnt sie seit Kindertagen Tür an Tür. Kurzum: ihr Leben ist perfekt! Bis eines Tages ein Meteorit in der Erdumlaufbahn auftaucht und sich alles ändert. Plötzlich entdecken immer mehr Menschen seltsame, superheldenmäßige Fähigkeiten an sich. Vom Fliegen über das Unsichtbar-Werden, dem Zerstören von Dingen mit Gedankenkraft oder der Gestaltwandlung ist alles dabei. Zunächst nehmen die Menschen an, sie wären von einer Art Krankheit befallen und das öffentliche Leben steht nahezu still, doch nach und nach kehrt Normalität ein. Willkommen in dieser schönen neuen Welt, in der jeder etwas mehr oder weniger Besonderes kann.


Auch Zoe entdeckt ihre Gabe, wenn auch etwas später als die anderen. Während der Zeit, in der sie auf das Auftauchen ihrer Fähigkeit wartet, beginnt sie allmählich an ihrem perfekten Leben zu zweifeln. Liebt sie ihren Freund wirklich? Haben ihre beste Freundin und sie überhaupt noch Gemeinsamkeiten? Und warum fühlt sie sich plötzlich zu dem Außenseiter der Schule, Josh, hingezogen?


Dieser Roman verbindet eine spannend erzählte Science-Fiction-Story mit den üblichen Problemen einer Highschool-Schülerin. Zwischen ihrer fliegenden Mama, ihrer Avatar-blauen Freundin und ihrem feuerkontrollierendem Freund lernt Zoe eine Menge über sich selbst und das Leben, das sie führen möchte.


Die Sprache ist angenehm locker und leicht. Die Seiten fliegen nur so dahin und obwohl die Geschichte nicht durch knallharte Action oder atemlose Spannung besticht, sondern eher gemächlich erzählt wird, kann man kaum aufhören zu lesen.


This new world ist der erste Teil einer geplanten Dilogie. Gegen Ende häufen sich schlimme Zwischenfälle in Zoes Leben und langsam wird klar: die schönen neuen Fähigkeiten sind keineswegs ungefährlich. Das Ende ist durchaus dramatisch, dennoch kam es für mich zu abrupt. Für meinen Geschmack hätte das Buch mit einem schockierenden Knaller enden sollen, der den Leser kopfschüttelnd und atemlos zurücklässt. Leider fiel der Abschluss von Band eins eher unspektakulär aus. Schade.


Fazit:


Mit ihrem Science-Fiction-Jugendbuch This new world beweist Self-Publisher-Autorin Laura Newman einmal mehr, dass sie zu den Besten ihres Fachs gehört. Story, Charaktere und Erzählstil überzeugen auf ganzer Linie und machen es nahezu unmöglich, das Buch aus der Hand zu legen. Obwohl die Geschichte eher gemächlich voranschreitet, hält die Autorin ihre Leser stets bei der Stange und offenbart fortlaufend neue, schockierende Geheimnisse in dieser schönen, neuen Welt. Science-Fiction trifft hier auf typische Highschool-Probleme und schafft es so, ein unkonventionelles Szenario in den Alltag der Schülerin Zoe zu integrieren. Einzig das Ende konnte mich leider nicht überzeugen. Trotzdem: Lesen lohnt sich!

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rezension, freundschaft, highschool, magellan, strei

Überlieben in 10 Schritten

Rachel McIntyre , Jessika Komina , Sandra Knuffinke
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Magellan, 18.01.2017
ISBN 9783734850141
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nachdem ihr langjähriger Freund und ihre einzig wahre Liebe Matt mit seiner Mutter nach Spanien gezogen ist, hat Daisy genug vom Trübsal-Blasen. Ein Neuanfang muss her. Daisy will weg von ihrer alten Schule, wo sie alles an die gemeinsame Zeit mit Matt erinnert. Sie freut sich auf das College und das damit verbundene, aufregende Studentenleben. Von Jungs hat sie die Nase voll und von ihrem alten Leben sowieso.
Doch am College angekommen, stellt sie schnell fest, dass die schöne, heile Welt aus den Hochglanzprospekten so gar nicht der Realität entspricht: Cliquenbildung, Zickenkrieg, langweilige Schulstunden – alles genau wie vorher. Nur sie steht ohne ihre Freundinnen da und muss sich an den neuen Alltag gewöhnen. Als dann auch noch der filmstarmäßig gutaussehende Toby in ihrem Kurs auftaucht und sich ausgerechnet für sie interessiert, steht Daisys Welt plötzlich Kopf.

Daisy ist eine wahnsinnig tolle Protagonistin. Sie hat das Herz am rechten Fleck und ein sehr lockeres Mundwerk. Über ihre eigensinnigen Wortkreationen musste ich mehr als einmal herzhaft lachen. Der Roman quilt schier über vor herrlich schrägem und pechschwarzem Humor, Sarkasmus und flotten Sprüchen. Da haben die beiden Übersetzerinnen ganze Arbeit geleistet. So liebe ich das!
Inmitten ihres behüteten Elternhauses, der Hochzeitsagentur ihrer noch immer schwer verliebten Eltern und ihrer beiden besten Freundinnen, hat Daisy alles, was sie braucht – bis auf Matt, der ihr immer noch schrecklich fehlt. Da kommt Toby gerade recht. Ein Date oder zwei können ja nicht schaden. Immerhin hat ihr Ex auch schon längst eine bildschöne neue Freundin. Warum also nicht die Vergangenheit für ein paar Stunden vergessen? Doch Toby will mehr von Daisy. Innerhalb kurzer Zeit fährt er die schweren Beziehungsgeschütze auf und weicht kaum mehr von ihrer Seite. Blind vor Glück sieht Daisy nicht, dass ihr neuer Schwarm nicht nur gute Seiten hat. Wird sie sich voll und ganz auf ihn einlassen? Oder rennt Daisy am Ende in ihr Verderben?

Neben der lockeren Liebesgeschichte, die sich rasant entwickelt, spielen auch Werte wie Freundschaft und Familienzusammenhalt eine wichtige Rolle in diesem Buch. Vor allem die enge Bindung zwischen den drei Freundinnen und ihre 10 „goldenen Regeln“ für alle Lebenslagen fand ich super.
Alle Charaktere waren liebevoll ausgearbeitet und man schließt sie schnell ins Herz.
Durch den herrlichen Humor und viele unvorhergesehene Wendungen wird die Geschichte nie langweilig. Die knapp 300 Seiten fliegen vobei wie nix. Neben dem absolut hochwertigen Print finde ich vor allem die Umschlag- und Buchdeckelgestaltung sehr süß. Dieses Buch spricht einfach alle Sinne an!

Was anfangs als locker-witziges Jugendbuch daherkommt, offenbart schnell seine Stärken: ernste Themen, gut verpackt in einer leichten Sprache, und ein offenes Ende ganz nach meinem Geschmack haben dieses Buch zu einem tollen Lesegenuss für mich gemacht. Überlieben in 10 Schritten war mein erstes Buch aus dem Magellan-Verlag, aber es wird definitiv nicht das letzte sein!

Für dieses wunderbare Buch vergebe ich 5 Sterne.

 Fazit:


Überlieben in 10 Schritten ist ein Jugendbuch ganz nach meinem Geschmack. Die ausgeflippte Protagonistin Daisy, die ihr Herz auf der Zunge trägt und dem Liebeskummer den Kampf ansagt, hat mich wunderbar unterhalten. Liebevoll ausgearbeitete Charaktere, spannende Wendungen und die humorvolle Sprache haben dieses Buch zu einem echten Pageturner gemacht. Ein ganz besonderes Buch – von innen und von außen. Ein absoluter Geheimtipp.

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143 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

liebe, jennyhan, hanser, jenny han, psistillloveyou

P.S. I still love you

Jenny Han , Birgitt Kollmann
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 30.01.2017
ISBN 9783446254800
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der zweite Band setzt nahtlos dort an, wo der erste aufhört. Es ist Weihnachten, das Fest der Liebe, und Lara Jean hat Liebeskummer. Was als Fake-Beziehung zwischen ihr und dem Schulschönling Peter Kavinsky begann, um seine Exfreundin Genevieve eifersüchtig zu machen, wuchs den beiden schnell über den Kopf, als ihre Gefühle tiefer gingen.
Gleich zu Beginn der Geschichte nähern sich Lara Jean und Peter wieder an und wollen es diesmal „richtig“ machen: keine Fake-Beziehung mehr, aber ein paar Regeln müssen her. So versprechen die beiden sich z. B., immer ehrlich zu sein und einander nicht das Herz zu brechen.

Peter und Lara Jean sind ein tolles Paar. Obwohl Kavinsky in seiner Vergangenheit reichlich Erfahrungen mit Mädchen gesammelt hat, respektiert er Lara Jeans Unschuld und setzt sie niemals unter Druck. Ihre Liebe wächst langsam, aber die tiefe Verbundenheit zwischen ihnen ist stets spürbar. Es könnte alles so schön sein, würde da nicht plötzlich ein Video im Internet auftauchen, dass die beiden in scheinbar eindeutiger Pose im Whirlpool zeigt. Schnell hat Lara Jean den „Schlampen-Stempel“ weg, während Peter als großer Macker gefeiert wird. Das junge Mädchen muss lernen, was es heißt, angefeindet und herabgewürdigt zu werden. Doch Peter setzt sich heldenhaft ein, um ihre Ehre zu retten. Überhaupt ist Peter ein Junge, wie ihn sich jedes Mädchen nur wünschen kann. Zwar hat auch er seine kleine Macken (ein bisschen selbstgefällig und eitel ist er z. B.), dennoch tut er alles, um Lara Jean zu beweisen, wie viel sie ihm bedeutet. Doch als seine Exfreundin Genevieve, die gleichzeitig Lara Jeans ex-beste Freundin ist, seine Nähe sucht, droht die junge Liebe auseinander zu brechen.
Und dann ist da noch der gut aussehende John, in den Lara Jean früher verliebt war. Eine harmlose Brieffreundschaft zwischen den beiden entwickelt sich bald zu einer ausgewachsenen Schwärmerei …

Dieses Buch hat alles zu bieten, was junge Mädchen sich von einem Jugendliebesroman wünschen können: Schmetterlinge, die erste große Liebe, der erste Krach, Liebeskummer, Intrigen und noch viel mehr warten darauf, der Leserin sämtliche Gefühle zwischen zuckersüßen Hach-Momenten und betrübtem Seufzen samt Herzschmerz zu bereiten. Da die Geschichte auch im zweiten Teil noch sehr unschuldig bleibt, kann die Reihe bedenkenlos bereits ab 12 Jahren empfohlen werden.

Neben den Irrungen und Wirrungen der ersten Liebe spielen auch Werte wie Freundschaft, Zusammenhalt innerhalb der Familie, Verantwortungsbewusstsein und Moral eine große Rolle. Es ist einfach zauberhaft, die enge Verbindung zwischen den drei Song-Mädels und ihrem alleinerziehenden Vater zu erleben. Vor allem die 10-jährige Kitty hat es mir wieder besonders angetan. Die kleine Schwester von Lara Jean ist ein besonders aufgewecktes Mädchen, das gerne die Fäden in die Hand nimmt, um den Menschen, die sie liebt, einen kleinen Schubs in die richtige Richtung zu geben.
Sehr gut gefallen hat mir auch John, der vor allem ab der Hälfte des Buches eine wichtige Rolle spielt. Mit seiner liebenswürdigen, aufopferungsvollen Art hat er sich sofort in mein Herz geschlichen. Aber ob auch er es sein wird, für den Lara Jean sich am Ende entscheidet? Nun, das müsst ihr selbst herausfinden.

Gut zu wissen: 2018 soll der finale Band der Reihe, Always and forever, Lara Jean, erscheinen. Darauf freue ich mich schon sehr. Ich bin gespannt, wie die junge Protagonistin, die mir beim Lesen so sehr ans Herz gewachsen ist, sich auf ihrem Weg ins Erwachsenenleben machen wird.

Fazit:

P.S. I still love you ist der zweite Band der Lara-Jean-Reihe, in der die 16-jährige Protagonistin sich zwischen Schule und Familie mit den Irrungen und Wirrungen der ersten Liebe auseinandersetzen muss. Die liebenswerten Charaktere machen dieses Buch zu einem ganz besonderen Lesegenuss. Durch die vermittelten Werte, wie z. B. Familienzusammenhalt, soziales Engagement und Freundschaft, kann die unschuldig-süße Geschichte bereits für junge Mädchen empfohlen werden.



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48 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

fernsehkoch, liebesgeschichte, köln, humor, krankenhaus

Franz oder gar nicht

Nikola Hotel
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 19.01.2017
ISBN 9783746632674
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die locker-leichte Geschichte um die schusselige Anästhesistin Josephine Henning und den selbstsicheren Fernsehkoch Raphael Franz hat mich von Anfang an in ihren Bann gezogen. Die Sprache ist einfach gehalten und das Buch sprüht nur so vor Situationskomik, Fettnäpfchen-Treffsicherheit und witzigen Dialogen. Der Großteil der Geschichte wird aus Josephines Sicht erzählt. In kurzen Einschüben erhält der Leser aber auch kleine Einblicke in Raphaels Gedankenwelt. Zusätzlich lockern Auszüge aus Raphaels Biographie die Geschichte auf und erzählen uns, wie er es vom einfachen Koch zum berühmten Fernsehstar geschafft hat. Die Kapitel sind angenehm kurz und knackig, genauso wie ich es mag und für das Genre als angemessen empfinde.

Die Liebesgeschichte von Jo und Raphael gleicht einem Katz- und Mausspiel. Bereits ihr erstes Aufeinandertreffen im OP steht unter keinem guten Stern. Nach ihrer ersten 24-Stunden-Schicht ist die junge Ärztin so fasziniert von der Schönheit ihres Patienten, dass sie ihm kurzerhand ein Stück Schneidezahn ausschlägt. Als wäre das noch nicht genug, bringt Josephine sich immer wieder in brenzlige Situationen, in denen sie dem attraktiven Fernsehkoch mehr oder weniger großen Schaden zufügt. Aber auch er lässt keine Gelegenheit aus, um sie zu piesacken und zu verwirren. Was seine Kollegin im Restaurant als eine Art „Vorspiel“ bezeichnet, ist für den Leser herrlich amüsant nachzulesen. Ich habe mich öfter kringelig gelacht.

Besonders gut gefallen hat mir die Rollenverteilung in diesem Roman. Zwar haben wir es auch hier mit einer schusselig-verträumten weiblichen Protagonistin zu tun, aber als bodenständige Karrierefrau hat Josephine mir gut gefallen. Dass der männliche Part ebenfalls ein bodenständiger Typ ist und zur Abwechslung mal kein superreicher Multimillionär mit Bindungsängsten, fand ich toll. Gerne mehr davon im modernen Frauenroman!

Das Buch lebt durch humorvolle Situationen und Dialoge. An manchen Stellen war es ein bisschen viel für meinen Geschmack, doch ingesamt habe ich mich stets gut unterhalten gefühlt.
Die Geschichte selbst ist leider schon nach 270 Seiten vorüber. Das Ende kam so abrupt, dass ich noch überhaupt gar nicht damit gerechnet hatte. Das fand ich sehr schade und gibt leider einen großen Minuspunkt. Gerne hätte ich noch mehr Liebesszenen zwischen Josephine und Henning gelesen, doch bis es endlich soweit war, war die Geschichte auch schon wieder vorbei. Über einen kleinen Epilog hätte ich mich z. B. sehr gefreut.


Für Franz oder gar nicht vergebe ich vier Sterne.

Fazit:

Franz oder gar nicht von Nikola Hotel gehört zu den unterhaltsamsten und besten Chick-Lit-Büchern, die ich bisher gelesen habe. Mit seinen herrlich erfrischenden Protagonisten und den humorvollen Situationen und Dialogen habe ich das 300-Seiten-Buch regelrecht verschlungen. Von mir gibt es eine ganz klare Leseempfehlung für alle Liebhaberinnen von gutem Essen und modernen, leichten Frauenromanen!

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775 Bibliotheken, 30 Leser, 1 Gruppe, 122 Rezensionen

dystopie, cecelia ahern, liebe, perfect, fehlerhaft

Perfect – Willst du die perfekte Welt?

Cecelia Ahern , Christine Strüh , Christine Strüh
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 17.11.2016
ISBN 9783841422361
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Nachdem der erste Teil der Dilogie Flawed mich gefesselt hat, habe ich sofort mit dem zweiten Band weitergemacht.
Celestine befindet sich auf der Flucht, Richter Crevan sucht nach ihr und kommt ihrem Versteck dabei immer näher. Der zweite Band netzt nahtlos an das Ende des ersten an. Er beginnt ruhig, nimmt aber bald Fahrt auf.
In kurzen Rückblenden werden die Geschehnisse aus dem ersten Band aufgegriffen, die es dem Leser erleichtern, wieder in die Geschichte hineinzukommen. Mir waren die Wiederholungen fast ein bisschen zu viel, aber wer eine längere Pause zwischen den Büchern hatte, wird sie zu schätzen wissen.


Die Geschichte entwickelt sich rasant weiter. Celestine flüchtet von einem Ort zum nächsten, nirgends kann sie sich sicher fühlen. Endlich findet ihr Verbündeter Carrick sie und bringt sie zu einem geheimen Zufluchtsort, an dem viele Fehlerhafte leben und arbeiten. Doch so liebevoll sie von den meisten Menschen dort aufgenommen wird, ist sie doch nicht bei jedem willkommen und so findet sie sich schon bald in einer Falle wieder. Langsam erkennt Celestine, dass sie kämpfen muss, wenn sie sich nicht den Rest ihres Lebens auf der Flucht befinden will.


Gemeinsam mit Carrick, einigen alten Bekannten aus dem ersten Band und neuen Verbündeten aus dem zweiten Teil, beginnt sie, einen Plan auszuhecken, der ihr und den anderen Fehlerhaften zur Freiheit verhelfen soll. Doch es läuft nicht alles wie geplant und so wird die Protagonistin wie ein Spielball ihrer übermächtigen Gegner und Verbündeten hin und her geworfen.
Es passiert viel im zweiten Band und nicht alles war für mich immer nachvollziehbar. Zwar werden alle offenen Fragen zu einem zufriedenstellenden Ende zusammengeführt, doch blieben mir manche Handlungsweisen von Celestine unverständlich (z.B. ihre Selbstverstümmelung).


Die von mir erhoffte Liebesgeschichte zwischen Celestine und Carrick entwickelt sich ganz nach meinem Geschmack und auch wenn die beiden sehr gegensätzlich sind und ihre junge Liebe oftmals wackelig wirkt, so bin ich sehr glücklich über diese Beziehung. Aber auch Celestines Jugendliebe Art spielt im zweiten Band eine wichtige Rolle und muss sich beweisen.


Mit viel Action und unvorhergesehenen Wendungen schaffte die Autorin es auch mit Perfect, mich bis zum Ende zu fesseln. Die Reihe überzeugt mich voll und ganz, deshalb gibt es von mir wieder 4,5 Sterne für dieses tolle Finale.


Fazit: 


Perfect – Willst du die perfekte Welt? ist ein gelungener, atemloser Abschluss einer ganz besonderen Dystopie. In Band 2 geht es rasant weiter und Celestine muss sich entscheiden, wie ihr Schicksal aussehen soll. Mit Hilfe von alten und neuen Verbündeten schafft sie es, sich selbst treu zu bleiben und ein zufriedenstellendes Ende herbeizuführen.

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dystopie, flawed, cecelia ahern, jugendbuch, fehlerhaft

Flawed – Wie perfekt willst du sein?

Cecelia Ahern , Anna Julia Strüh , Christine Strüh
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 29.09.2016
ISBN 9783841422354
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Celestine lebt in einer verstörenden Zukunftswelt, in der eine Einrichtung namens „Die Gilde“ über das moralische Fehlverhalten der Menschen urteilt. Wer einen Fehler macht, wird bestraft, gebrandmarkt und fortan von der Gesellschaft ausgeschlossen. Fehlerhafte müssen sich strengen Kontrollen unterziehen und auf jeden Luxus verzichten.
Celestine hat diese Entscheidungen nie infrage gestellt. Als feste Freundin von Art, dessen Vater der Anführer der Gilde ist, glaubt sie fest an das System – bis ihre Nachbarin abgeführt und verurteil wird, weil sie ihrer todkranken Mutter im Ausland Sterbehilfe geleistet hat. Langsam beginnt sie, Fragen zu stellen: Ist es wirklich verwerflich, einer Sterbenden ihren letzten Wunsch zu erfüllen, um ihrem Leid ein Ende zu setzen?
Als Celestine mitbekommt, wie die verurteilte Nachbarin aufgrund ihrer Ausgrenzung langsam den Verstand verliert und ihre Tochter von ihren Mitschülern gemieden und drangsaliert wird, bröckelt ihr Vertrauen in die Gilde.
Und dann begeht sie selbst einen großen Fehler. Nur wenige Sekunden sind ausschlaggebend, um Celestines perfektes Leben von jetzt auf gleich zu zerstören. Von der beliebten Musterschülerin mit der aussichtsreifen Zukunft zur gebrandmarkten Fehlerhaften, an der die Gilde ein Exempel statuieren will, ist es nur ein kurzer Weg. Fortan erlebt Celestine, was es heißt, der Willkür boshafter Menschen ausgesetzt zu sein, die Fehlerhafte wie Menschen zweiter Klasse behandeln und ihren Frust an ihnen auslassen. Nicht nur sie selbst, sondern auch ihre Familie ist in Gefahr, denn Richter Crevan – Anführer der Gilde – ist noch lange nicht am Ende mit seiner Bestrafung für die junge Frau. Als auch ihr Freund Art und ihre Schwester Juniper sich gegen Celestine zu wenden scheinen, bricht ihre Welt vollends zusammen.

Flawed beginnt sehr ruhig. Der Leser erhält einen umfangreichen Einblick in Celestines perfektes Leben, in dem ihr alle Türen offen stehen. Nach und nach geschehen immer mehr Dinge, die ihre Überzeugungen ins Wanken geraten lassen und Celestine gegen ihren Willen zum Aushängeschild einer Revolte gegen die Gilde werden lassen.
Dabei ist sie keineswegs von Anfang an die entschlossene Kämpferin, sondern muss erst lernen, wer sie ist und was sie wirklich will. Gerade weil sie zufällig zwischen die Fronten gerät, wirkt diese Geschichte so authentisch und bedrohlich. Man leidet mit der Protagonistin mit und möchte sie oftmals davor bewahren, blindlings in ihr Verderben zu rennen.
Einige Geschehnisse sind zwar vorhersehbar, aber dennoch verstörend. Die Autorin schafft es, die Spannung bis zum Ende aufrecht zu erhalten.

Ich habe Flawed, vor allem ab der Mitte, geradezu verschlungen und nach dem Ende von Band 1 sofort mit Perfect, dem zweiten und letzten Teil der Reihe, weitergemacht. Nun muss Celestine sich als Kämpferin gegen einen übermächtigen Feind behaupten. Gleichzeitig bin ich gespannt auf die zarte Liebesgeschichte, die sich zwischen ihr und ihrem Verbündeten Carrick andeutet.

Für Flawed – Wie perfekt willst du sein? vergebe ich 4,5 Sterne.

Fazit:

Flawed von Cecelia Ahern ist der erste Teil einer dystopischen Dilogie, die interessante Fragen aufwirft und bis zum Ende Spannung erzeugen kann. Die junge Protagonistin Celestine gerät eher zufällig zwischen die Fronten und muss ihren Platz im Leben erst finden. Man leidet mit ihr und hofft, dass sie es schafft, die Gilde zu stürzen. Wer Dystopien mag und auch vor Gewalt in Büchern nicht zurückschreckt, dem lege ich diese Reihe ans Herz.

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