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78 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

fantasy, katherine addiso, high fantasy, elfen, elfe

Der Winterkaiser

Katherine Addison , Petra Huber
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 13.10.2016
ISBN 9783596036189
Genre: Fantasy

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(87)

182 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 52 Rezensionen

demon road, derek landy, vampire, dämonen, roadtrip

Demon Road - Hölle und Highway

Derek Landy , Ursula Höfker
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Loewe, 19.09.2016
ISBN 9783785585085
Genre: Jugendbuch

Rezension:

»Ein Typ, den ich mal getroffen habe, hat sie schwarze Straßen genannt – Straßen, die Orte der Dunkelheit miteinander verbinden und kreuz und quer durch Amerika führen. Halte dich an die schwarzen Straßen und irgendwann begegnest du jedem unheiligen Gräuel, das das Land zu bieten hat. Es ist ein Netzwerk. Manche Leute nennen es den dunklen Highway oder die Demon Road. Sie verläuft keine zwei Mal gleich, und es gibt keine Karten, die einem den Weg weisen könnten.«
(Seite 100/101)

Die 16-jährige Amber ist ein stinknormales und ziemlich langweiliges Mädchen. Sie wächst relativ behütet auf, auch wenn ihre Eltern keine wirklich liebevolle Beziehung zu ihr pflegen. Als sie eines Tages in ihrem Aushilfsjob von zwei Halbstarken blöd angemacht wird, diese daraufhin des Schnellrestaurants verwiesen werden und ihr nach der Arbeit in einer dunklen Seitengasse auflauern, setzt Amber sich auf eine Art und Weise zur Wehr, die sie sich selbst niemals zugetraut hätte. Bei ihrer Heimkehr scheinen ihre Eltern sie das erste Mal wirklich zu sehen und tatsächlich stolz auf sie zu sein. Amber hingegen ist eher erschrocken über ihre Reaktion und ihre Handlung, außerdem ist sie völlig erschöpft und versteht das plötzliche Interesse ihrer Eltern überhaupt nicht. Bis sie nachts ein heimliches Gespräch zwischen ihren Eltern und deren Freunden belauscht, in der es darum geht, Amber zu essen – denn sie sind Dämonen und haben einen teuflischen Pakt mit dem Leuchtenden Dämon geschlossen. Ehe sie überhaupt richtig begreift, was das bedeutet, befindet sich die 16-Jährige bereits auf der Flucht vor ihren Eltern und auf der Suche nach dem Verursacher ihrer Misere. Zur Seite gestellt wurde ihr Milo, der nur das Nötigste spricht und eine besondere Verbindung zu seinem Wagen zu haben scheint. Auf ihrer gemeinsamen Reise quer durch die Vereinigten Staaten muss sich Amber nicht nur den verschiedensten dunklen Gestalten stellen, sondern auch der Tatsache, dass sie selbst alles andere als ein stinknormaler Teenager ist …

Schon lange ist Derek Landy aus der Jugendliteratur-Welt nicht mehr wegzudenken. Mit seiner Skulduggery Pleasant-Reihe hat er sich in die Herzen vieler Leser geschrieben, auch außerhalb seiner jugendlichen Zielgruppe. Wem diese Reihe bisher zu umfangreich war, um nur mal in Landys Schreibstil reinzuschnuppern, der darf sich nun über den Auftakt zu einer neuen Reihe freuen. Mit Demon Road – Hölle und Highway werden nun die Tore zur Unterwelt geöffnet, die sich weit näher an der Oberfläche der normalen Welt befindet, als mancher sich vorstellen möchte. Tatsächlich bewegt man sich als Leser gemeinsam mit der Protagonistin und ihrer Begleitung auf einer Art Route 66 der Hölle, aber eben nicht unter der Erde, wie man vielleicht vermuten würde. Derek Landy nimmt seine Leser mit auf einen RoadTrip der besonderen Art und liefert dabei jede Menge Unterhaltung. Mit seinem schwarzen Humor bewegt er sich zwar oft an der Grenze des guten Geschmacks, sorgt aber immer wieder für einen befreienden Lacher. Trotz der aufgrund des Settings eher düsteren Atmosphäre, deren Gestaltung greifbar gut gelungen ist, hat man nie den Eindruck, sich auf dem symbolischen Weg in die Hölle zu befinden – auch wenn der amerikanische Straßenverkehr dieser manchmal durchaus nahe kommt. Landy schafft es, den amerikanischen Lifestyle so authentisch aufs Papier zu bannen, dass man sich als Leser fast direkt neben den Protagonisten wähnt.

Beeindruckend ist nicht nur die Gestaltung der Umgebung und der Atmosphäre, richtig viel Spaß bringen vor allem die Charaktere in die Geschichte. Angefangen bei Amber, die sich von einem Tag auf den anderen der Tatsache stellen muss, dass ihr gesamtes bisheriges Leben eine Lüge war, und damit überhaupt nicht klarkommt, weiter über Ambers Eltern und deren Freunden, die mit einer derartigen Kaltschnäuzigkeit daher kommen, dass es sie fast schon wieder sympathisch macht, und Milo, über den man sich zwar die ganze Zeit so seine Gedanken macht, aber bis zum letzten Drittel des Buches nicht wirklich viel erfährt, bis hin zu all den mehr oder weniger liebenswürdigen Nebencharakteren, von denen zahlreiche eine eigene Geschichte verdient hätten. Besonders hervorstechend ist dabei Glen, der die beiden eine Zeit lang begleitet und den Leser mit seiner unglaublich nervtötenden, aber gleichzeitig so liebenswerten Art so großartig unterhält, dass er die besten Chancen hat, zum Lieblingscharakter gekürt zu werden. Derek Landy beweist bei seiner Charakterdarstellung viel Liebe zum Detail und verlässt sich dabei, neben einigen abzudeckenden Klischees, vor allem auf seine innovativen Ideen. Es macht einfach Spaß, gemeinsam mit den Protagonisten durch die Seiten zu streifen und so manches Mal einfach nur lachen zu müssen.

Sieht man einmal davon ab, dass die Beschreibungen für eine Altersempfehlung von 14 bis 17 Jahren teilweise doch sehr plastisch und möglicherweise ein wenig zu krass sind, kann Demon Road – Hölle und Highway so ziemlich auf ganzer Linie überzeugen. Man fühlt sich durchweg gut unterhalten und auch gut aufgehoben. Da fällt es auch kaum ins Gewicht, dass sich die Handlung manchmal ein wenig überschlagen möchte und dem Leser nur wenig Zeit bleibt, zwischen der ganzen Action auch mal durchzuatmen. Vielleicht ist aber genau das der Grund, warum Demon Road – Hölle und Highway ein derartiger Pageturner ist. Schon jetzt freut man sich auf den zweiten Band, dessen Übersetzung für September 2017 angesetzt ist – was auch den einzigen wirklichen Minuspunkt darstellt. Denn der Leser ist so von der Geschichte gefangen, dass die Wartezeit von einem ganzen Jahr unerträglich lang erscheint. Andererseits wäre doch genau jetzt die Gelegenheit, es eventuell doch mal mit Skulduggery Pleasant zu versuchen, sofern noch nicht geschehen …

Fazit:

Wer sich bislang aufgrund des Umfangs nicht an Derek Landys Skulduggery Pleasant gewagt hat, bekommt jetzt eine neue Chance, in den Genuss seines vielgelobten Schreibstils zu kommen. Mit Demon Road – Hölle und Highway startet eine neue Reihe um eine Jugendliche, die bereits mit dem Auftakt süchtig nach mehr macht. Mit jeder Menge schwarzem Humor und einer sich teilweise fast überschlagenden Handlung wird der Leser gefesselt und auf höchstem Niveau unterhalten. Teilweise sehr drastische, nicht gerade unblutige Darstellungen sind vielleicht nichts für wirklich Zartbesaitete, doch ein Blick zwischen die Seiten lohnt sich in jedem Fall. Eine klare Leseempfehlung nicht nur für die angedachte Zielgruppe, sondern auch für erwachsene Leser!

Wertung:

Handlung: 4 / 5
Charaktere: 5 / 5
Lesespaß: 4.5 / 5
Preis/Leistung: 4.5 / 5

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466 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 42 Rezensionen

liebe, schauspielerei, leisa rayven, new adult, theater

Bad Romeo und Broken Juliet - Ich werde immer bei dir sein

Leisa Rayven ,
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 22.10.2015
ISBN 9783596033232
Genre: Liebesromane

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(429)

925 Bibliotheken, 18 Leser, 0 Gruppen, 155 Rezensionen

liebe, theater, leisa rayven, romeo und julia, schauspieler

Bad Romeo & Broken Juliet - Wohin du auch gehst

Leisa Rayven ,
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 23.07.2015
ISBN 9783596033225
Genre: Liebesromane

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(588)

1.119 Bibliotheken, 19 Leser, 2 Gruppen, 178 Rezensionen

magie, magisterium, fantasy, cassandra clare, holly black

Magisterium - Der Weg ins Labyrinth

Cassandra Clare , Holly Black , Anne Brauner
Fester Einband: 332 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 14.11.2014
ISBN 9783846600047
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Callum Hunt hatte einen wahrlich holprigen Start ins Leben – neben der von seiner gerade ermordeten Mutter ins Eis geritzten Botschaft „Tötet das Kind!“ wird das Baby nach einem Angriff durch erstmal Unbekannte in einer versteckten Höhle inmitten eines Gebirges gefunden. Sein Vater beschließt daraufhin, auch aus Sicherheitsgründen, der Magie so weit wie möglich aus dem Weg zu gehen, und erzieht seinen Sohn in genau diesem Stil. So gibt sich Call bei der Pflicht-Eignungsprüfung zur Aufnahme ins Magisterium redliche Mühe, diese auf ganzer Linie zu vermasseln. Als sozial bisher eher schwacher Mensch, der zudem ein verkrüppeltes Bein hat, sollten die Chancen auf ein Versagen in diesem Punkt eigentlich nicht schlecht stehen – doch weit gefehlt. Callum weckt das Interesse des Meisters Rufus und findet sich unversehens auf dem Weg in die Magieschule wieder. Begeisterung sieht definitiv anders aus und so zeigt Call auch sehr deutlich, was er von seiner Anwesenheitspflicht im Magisterium hält. Erstaunlicherweise findet er allerdings recht schnell andere Schüler, die ihn ziemlich gut leiden können, und baut sogar Freundschaften auf. Diese Verbindungen helfen ihm, den mal langweiligen, mal anstrengenden, zwischendurch aber sogar auch spannenden Alltag durchzustehen. Aber natürlich wäre alles viel zu einfach, würden nicht doch einige Hürden auf die Schülerschaft warten – wie zum Beispiel der uralte Kampf zwischen den Magiern der hellen Elemente und denen des dunklen Elements, der auch am Magisterium nicht spurlos vorbeizieht und Call und seine Freunde früher direkt betrifft, als sie zu Beginn ihrer Ausbildung ahnen können.

Jugend-Fantasy, die an einer Zauberschule spielt – klar, dass hier sofort sämtliche Alarmglocken in den Köpfen der Anhänger des berühmtesten Zauberlehrlings der Welt schrillen und schnell „Abklatsch“-Rufe laut werden. Umso cleverer ist es, wenn genau auf diesen Zug aufgesprungen und der junge Protagonist der Magisterium-Reihe direkt als der neue Harry Potter angekündigt wird. Inwiefern tatsächlich Parallelen auftauchen und wie weitreichend diese sind, darüber dürfen sich gerne die Potterheads und ihre „Gegner“ streiten, denn wenn man weder Bücher noch Filme kennt, freut man sich einfach auf eine spannende, gut vermarktete Geschichte. Wobei natürlich auch die Namen des Autorinnenduos allein schon Grund genug für viele Fans sind, trotz aller Skepsis zum Auftaktband Der Weg ins Labyrinth zu greifen. Holly Black und Cassandra Clare schaffen eine ganz eigene Atmosphäre, die im Großen und Ganzen vor allem düster anmutet, was aufgrund des Schauplatzes – nämlich dem weitreichenden Höhlensystem der Schule – nicht weiter verwunderlich ist. Doch die Bilder, die dem Leser hier vermittelt werden, vermitteln zwischendurch auch immer mal wieder kleine Lichtblicke, da in den Katakomben durchaus auch schöne Ecken existieren. Dadurch bleibt das Magisterium zwar weitestgehend unterirdisch, wirkt aber nicht immer so. Natürlich spielen manche Szenen auch über der Erdoberfläche, doch der Großteil der Geschichte findet tatsächlich unterirdisch statt. Was dem Lesevergnügen jedoch keinen Abbruch tut.

Man merkt schnell, dass die Charaktere den beiden Autorinnen sehr am Herzen liegen. Allen voran kann vor allem Callum als Hauptprotagonist sofort überzeugen und den Leser auf seine Seite ziehen. Als bisheriger Außenseiter behauptet er sich ziemlich gut in seinem Leben und lässt sich nicht unterkriegen. Sein vorlautes Mundwerk entlockt dem Leser oft ein kleines Schmunzeln, gerade wenn er sich mit Mitschülern oder gar Lehrern anlegt und ihnen die Stirn bietet. Das macht Call einfach rundherum sympathisch, sodass man früh warm mit ihm wird und auf sein weiteres Abenteuer gespannt ist. Doch auch die anderen Charaktere haben ihre wunderbaren und liebeswerten Seiten, selbst mit den „Bösewichten“ kann man sich recht gut anfreunden. Dass Der Weg ins Labyrinth noch nicht ganz klassisch mit Gut und Böse auffährt, übt dabei einen ganz besonderen Reiz aus. Erst in den letzten Kapiteln wird einiges in die richtigen Bahnen gelenkt und das Ende birgt ein wirklich überraschendes Feuerwerk, welches den Leser ein wenig verwirrt, vor allem aber neugierig zurück lässt. Und so darf man sich schon jetzt auf den zweiten Band Der kupferne Handschuh freuen, der pünktlich zur Frankfurter Buchmesse im Oktober 2015 den Buchmarkt erobern wird. Wenn die Qualität der Geschichte und der Aufmachung im Verlauf des kompletten Fünfteilers aufrechterhalten werden kann, darf sich ein Harry Potter vielleicht auf ernstzunehmende Konkurrent freuen.

Fazit:

Callum, der Hauptcharakter im Magisterium, wurde vielerorts als der neue Harry Potter angekündigt. Und vielleicht sind tatsächlich gewisse Parallelen zu erkennen – doch Holly Black und Cassandra Clare schaffen eine ganz eigene Atmosphäre, sodass bereits der Auftaktband Der Weg ins Labyrinth beweist, dass diese Quintologie ihre ganz eigene Leserschaft anziehen und begeistern wird. Insgesamt eher düster macht die Geschichte neugierig und vor allem das große, überraschende Finale lässt sehnsüchtig die Hände nach dem zweiten Teil Der kupferne Handschuh (ET Oktober 2015) ausstrecken.

Wertung:

Handlung: 4 / 5
Charaktere: 5 / 5
Lesespaß: 4 / 5
Preis/Leistung: 4 / 5

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(241)

550 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 49 Rezensionen

magie, magisterium, fantasy, elemente, freundschaft

Magisterium - Der kupferne Handschuh

Cassandra Clare , Holly Black ,
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 08.10.2015
ISBN 9783846600177
Genre: Jugendbuch

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(337)

751 Bibliotheken, 14 Leser, 2 Gruppen, 161 Rezensionen

dystopie, hacker, jugendbuch, zukunft, luna

Mind Games

Teri Terry ,
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Coppenrath, 01.06.2015
ISBN 9783649667124
Genre: Jugendbuch

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249 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

selbstfindung, amy harmon, liebe, für immer blue, lehrer

Für immer Blue

Amy Harmon ,
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei INK, 01.10.2015
ISBN 9783863960766
Genre: Jugendbuch

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(662)

1.302 Bibliotheken, 18 Leser, 2 Gruppen, 107 Rezensionen

liebe, layken, colleen hoover, will, weil wir uns lieben

Weil wir uns lieben

Colleen Hoover , Katarina Ganslandt
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 24.07.2015
ISBN 9783423716406
Genre: Jugendbuch

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874 Bibliotheken, 10 Leser, 2 Gruppen, 188 Rezensionen

selbstmord, liebe, depression, depressionen, jugendbuch

Mein Herz und andere schwarze Löcher

Jasmine Warga
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 23.04.2015
ISBN 9783737351416
Genre: Jugendbuch

Rezension:

FrozenRobot hat genau den richtigen Moment erwischt. Könnte sein, dass ich zum ersten Mal im Leben Glück habe. Das ist sicher ein Zeichen aus dem Kosmos – wenn du nur ein einziges Mal im Leben Glück hast und das ausgerechnet bei der Planung deines Selbstmords, dann ist es wirklich an der Zeit, dich zu verabschieden.
(Seite 21/22)

Seit dieser Sache mit ihrem Vater hat die Aysel das Gefühl, dass sich ihr Herz immer mehr in eine schwarze Qualle verwandelt, die jeden kleinen Lichtschimmer auf der Stelle verschluckt. Es gibt in ihrem Leben nichts mehr, woran das junge Mädchen sich wirklich erfreuen kann, und es ist auch niemand da, mit dem sie über die Dunkelheit in sich sprechen kann. Deshalb hat sie beschlossen, sich das Leben zu nehmen. Nur den richtigen Zeitpunkt für die Umsetzung ihres Plans hat sie noch nicht gefunden und eigentlich ist sie auch viel zu feige, um diesen letzten Schritt alleine zu gehen. In einem Forum findet sie Gleichgesinnte und stellt schnell fest, dass sie bei Weitem nicht alleine mit diesen Gedanken ist. Auf dieser Plattform findet sie andere Menschen, die nicht mehr leben wollen, und besser noch – Aysel entdeckt, dass sich dort tatsächlich Paarungen für den gemeinsamen Selbstmord ergeben. In einem Mitglied des Forums, FrozenRobot, scheint sie den perfekten Begleiter für ihren scheinbar unausweichlichen Weg gefunden zu haben. Doch dazu müssen sie beide den Weg aus der Anonymität finden und sich persönlich treffen. Gemeinsam planen sie ihren Tod, legen Zeitpunkt und Ort fest, treffen entsprechende Vorbereitungen und lernen sich immer besser kennen – auch die dunklen Seiten ihres Lebens, die zum letztlichen Entschluss geführt haben, verheimlichen sie einander nicht. Doch irgendwann während dieser Zeit verändert sich etwas zwischen Aysel und Roman, wie FrozenRobot im wahren Leben heißt. Und plötzlich stellt Aysel fest, dass ihr doch eine ganze Menge am Leben liegt. Nicht nur an ihrem eigenen, sondern auch an dem von Roman. Doch was wird aus ihrem Pakt, gemeinsam aus dem Leben zu scheiden, wenn sie einen Weg finden könnte, die schwarze Qualle zu besiegen?

Was die meisten Leute nicht verstehen: Depressionen haben nichts mit der Umgebung, den äußeren Umständen zu tun. Es geht nur um die Innenwelt.
(Seite 59)

Depressionen sind längst kein Thema mehr, über das nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen wird, auch wenn diese inzwischen offiziell anerkannte Krankheit weiterhin von viel zu vielen Menschen nicht ernstgenommen und oftmals als Sich-Anstellen und Überempfindlichkeit abgetan wird. Jasmine Warga wagt sich mit ihrem Debütroman daher an eine heikle Thematik heran, vor allem weil die Protagonisten im jugendlichen Alter sind. Wie oft hört man, dass gerade derart junge Menschen doch noch gar nicht genug erlebt haben können, um wirklich depressiv zu sein? Aus solcherlei Aussagen spricht eindeutige Unwissenheit und mit dieser kann die Autorin in Mein Herz und andere schwarze Löcher zumindest ein Stück weit aufräumen. Natürlich ist dieser Roman keinesfalls als Ratgeber zu verstehen, doch die Geschichte um Aysel und Roman und ihren gemeinsamen Plan, sich das Leben zu nehmen, ist so authentisch, dass die beiden Charaktere dem Leser sofort ans Herz gehen und man sehr schnell merkt, dass es sich hierbei um ganz besondere Persönlichkeiten handelt – trotz oder gerade wegen ihrer Depressionen, die sich manchmal nicht in Worte fassen und erklären lassen. Sehr anschaulich werden dem Leser hier verschiedene Gesichter dieser psychischen Krankheit nahegebracht, ohne dabei zu sehr runterzuziehen. Tatsächlich kann man zwischendurch sogar auch mal lachen oder zumindest schmunzeln – denn sowohl Aysel als auch Roman sind auf eine herzerwärmende Weise intelligent und liefern sich dementsprechend gerne mal das eine oder andere Wortgefecht. Auch auf diese Art zeigt Jasmine Warga, dass Depressionen nicht zwangsläufig immer nur in Schwarz- und Grautönen zu sehen sind, sondern es durchaus auch helle oder sogar bunte Augenblicke gibt.

Kann es sein, dass die Dunkelheit den Sieg davonträgt, weil sie uns einredet, dass wir sie in uns verschließen müssen, statt sie loszulassen?
(Seite 343)

Die Story, die Mein Herz und andere schwarze Löcher erzählt, ist genauso vielseitig, wie die Covergestaltung suggeriert. Auf der einen Seite erhält der Leser eine wunderschöne Liebesgeschichte, die Regenbogenfarben vermittelt, auf der anderen Seite sind zwischen den Buchstaben aber auch die dunklen Seiten der Depression versteckt. Oder vielmehr ganz deutlich zu sehen, ähnlich wie der schwarze Schriftzug des Titels auf dem buntgepunkteten Cover. Die Mischung aus Hell und Dunkel ist Jasmine Warga sehr gut gelungen, auch wenn man beim Griff zum Buch vielleicht etwas anderes erwartet. Allerdings sollten gute Romane doch genau das liefern – ein an sich ernstes Thema in einer angenehmen Verpackung, die auch überraschen kann. Und wenn dann auch noch der Schreibstil überzeugt, kann man ohne schlechtes Gewissen beherzt zugreifen und sich in die Geschichte fallen lassen. Hier erhält der Leser ein genau solches Paket, weshalb Mein Herz und andere schwarze Löcher möglicherweise zu den empfehlenswertesten Büchern dieses Jahres gehört und genau so behandelt werden sollte.

Fazit:

Mein Herz und andere schwarze Löcher ist nicht nur eine wundervolle, mitreißende und authentische Liebesgeschichte für Jugendliche, sondern bringt dem Leser auch die Schwierigkeiten im Umgang mit Depressionen näher. Jasmine Warga legt mit ihrem Debütroman die Messlatte für folgende Bücher zu dieser Thematik ziemlich hoch, obwohl Aysels und Romans gemeinsamer Weg kaum mit irgendetwas vergleichbar ist. Berührend, tiefsinnig, intensiv – eine ganz klare Leseempfehlung für dieses Jahr!

Wertung:

Handlung: 4 / 5
Charaktere: 5 / 5
Lesespaß: 4.5 / 5
Preis/Leistung: 4.5 / 5

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764 Bibliotheken, 26 Leser, 2 Gruppen, 142 Rezensionen

jugendbuch, thriller, ursula poznanski, layers, obdachlos

Layers

Ursula Poznanski
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Loewe, 17.08.2015
ISBN 9783785582305
Genre: Jugendbuch

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(403)

959 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 152 Rezensionen

drachen, talon, fantasy, liebe, julie kagawa

Talon - Drachenzeit

Julie Kagawa ,
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Heyne, 05.10.2015
ISBN 9783453269705
Genre: Jugendbuch

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(514)

1.076 Bibliotheken, 11 Leser, 3 Gruppen, 234 Rezensionen

magie, jennifer estep, black blade, fantasy, liebe

Black Blade - Das eisige Feuer der Magie

Jennifer Estep ,
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Piper, 05.10.2015
ISBN 9783492703284
Genre: Jugendbuch

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(83)

175 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 58 Rezensionen

jugendbuch, roadtrip, liebe, auf und davon, freundschaft

Auf und davon

David Arnold ,
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Heyne, 24.08.2015
ISBN 9783453269835
Genre: Jugendbuch

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(145)

289 Bibliotheken, 8 Leser, 3 Gruppen, 110 Rezensionen

zodiac, sternzeichen, fantasy, weltall, romina russell

Zodiac

Romina Russell ,
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 09.11.2015
ISBN 9783492703819
Genre: Jugendbuch

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(507)

875 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 172 Rezensionen

liebe, krankheit, jugendbuch, nicola yoon, leben

Du neben mir und zwischen uns die ganze Welt

Nicola Yoon
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Dressler, 17.09.2015
ISBN 9783791525402
Genre: Jugendbuch

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(13)

42 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

drachen, fantasy, fantas, nebel, deutsche fantasy

Drachenmahr

Robert Corvus
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 13.07.2015
ISBN 9783492280150
Genre: Fantasy

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53 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

magier, fantasy, dark fantasy, hexen, wicca

Der unrechte Wanderer

Michael Marcus Thurner
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.03.2015
ISBN 9783442264049
Genre: Fantasy

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(26)

55 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

liebe, gestaltwandler, bayou heat, fantasy, parish

Bayou Heat - Raphael / Parish

Alexandra Ivy , Laura Wright , Cornelia Röser
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Heyne, 08.12.2014
ISBN 9783453316232
Genre: Fantasy

Rezension:

An den Grenzen der Sumpfgebiete Louisianas, den sogenannten Bayous, ist das Leben nicht unbedingt einfach. Schon gar nicht für die Pantera, eine im Geheimen lebende Spezies von Gestaltwandlern, die sich weitestgehend im Verborgenen halten. Aufgrund der Problematik, dass sie seit bereits fünfzig Jahren keine Nachkommen mehr zeugen können, sind sie inzwischen gezwungen, sich auch verstärkt unter Menschen zu begeben. Denn die eigenen Mediziner sind ratlos, warum die weiblichen Pantera nicht schwanger werden. Natürlich paaren sich die Männer auch mit menschlichen Frauen, doch hierbei ist eine Schwangerschaft nicht möglich. Dachten die Pantera zumindest bisher immer, werden nun jedoch eines Besseren belehrt. Denn als der Diplomat Raphael vor sechs Wochen mit der vom Leben gebeutelten Ashe in sexuellen Kontakt kam, ist die Frucht seiner Lenden durchaus aufgegangen. Für Raphael steht fest, dass er Ashe in die Bayous bringen muss, um sie und seinen Nachwuchs vor den Feinden der Pantera zu schützen. Für die menschliche medizinische Versorgung wird die junge Ärztin Julia ebenfalls in die Bayous gebracht – nicht ganz mit ihrem Einverständnis. Der Pantera-Jäger Parish lässt sich allerdings auf keinerlei Diskussionen ein, denn für den Nachwuchs seines engen Freundes ist das Beste gerade gut genug. Doch das Risiko, das die Pantera mit der Aufnahme der beiden menschlichen Frauen eingehen, ist nicht gerade gering – denn ihre Feinde lauern dicht hinter den Grenzen der Bayous und warten nur auf die richtige Gelegenheit, um in das Land der Gestaltwandler einzudringen …

Der Wirbel um die Dark bzw. Romantic Fantasy hat in den letzten Jahren stark abgenommen und andere Genres sind wieder stärker vertreten. Trotzdem hält sich das beliebte Genre weiterhin hartnäckig und tapfer und bringt immer wieder neue Titel auf den Markt, für die es allerdings schwer ist, sich tatsächlich auf dem Markt zu behaupten. Ein relativ sicheres Erfolgsrezept ist es dann, zwei namhafte Autorinnen aus der Sparte an einen Schreibtisch zu setzen und ein gemeinsames Projekt zu starten. So oder ähnlich kam es wahrscheinlich auch zu der Entstehung der Bayou Heat-Reihe, bei welcher sich Alexandra Ivy und Laura Wright zusammen getan haben. Doch anstatt das Beste aus der an sich wirklich interessanten und potentialreichen Idee zu holen, hinterlässt der Auftaktband Raphael & Parish beim Leser einen eher faden Nachgeschmack. Zum einen wird schnell deutlich, dass hier keineswegs tatsächlich zusammen gearbeitet wurde, sondern jede Autorin vielmehr für sich geschrieben hat, wodurch man eher zwei Kurzgeschichten, die im gleichen Setting spielen und aufeinander aufbauen, als einen wirklichen Roman geliefert bekommt. Das macht sich vor allem an den deutlichen Unterschieden im Schreibstil und bei der Umsetzung der einschlägigen Szenen bemerkbar. Zum anderen kommt die Geschichte selbst viel zu kurz – besonders die Hintergründe zu den Pantera werden nur spärlich gesät, im Grunde wird man als Leser direkt in die Geschichte geworfen und muss alle interessanten und wichtigen Details als gegeben hinnehmen, ohne sie überhaupt bekommen zu haben. Ob den Autorinnen vorab bereits eine begrenzte Seitenzahl vorgegeben wurde oder nachträglich einiges stark gekürzt wurde, spielt für den Leser dabei keine große Rolle – Fakt ist, dass hier versucht wurde, viel Geschichte auf wenige Seiten zu quetschen, und das Ergebnis schlechtweg kaum vorhandener Inhalt ist.

Während sich in der ersten Geschichte, die sich um Raphael und Ashe dreht, das Hauptaugenmerk eindeutig auf die für Romantasy so klassische sexuelle Komponente konzentriert und diese von Alexandra Ivy auch durchaus ansprechend und fantasievoll umgesetzt wurde, scheint sich Laura Wright im zweiten Teil bei der Abhandlung von Parish und Julia ein wenig mehr Gedanken um die tatsächlichen Hintergründe gemacht zu haben, denn hier erfährt der Leser zumindest bruchstückhaft ein paar interessante Details zur Geschichte der Pantera. Ein wenig Action und Drama werden dem Leser in beiden Hälften des knapp 225 Seiten starken Buches geboten, was die Lektüre recht kurzweilig macht, allerdings bleibt man nach der letzten Seite doch eher unbefriedigt zurück. Daran ändert leider auch der verhältnismäßig gute Preis nichts. Gerade in Anbetracht der Tatsache, dass es sich wohl von Beginn an um eine mehrteilige Reihe handeln sollte, hätte man durchaus aus jeder der beiden Kurzgeschichten einen wirklich guten, eigenständigen und umfangreicheren Roman machen können, der die Leserschaft und Fans des Genres hätte begeistern können. Denn die Grundidee ist wirklich eine gute – es bleibt abzuwarten, ob das Autorinnenduo sich bei den Folgebänden etwas mehr auf diese Tatsache konzentriert und dem Leser nicht nur plumpen Sex mit einer mysteriös angehauchten Atmosphäre bietet. Denn sowohl der Leser als auch die Pantera haben hier weitaus mehr Spielraum verdient. Und Potential ist in jedem Fall vorhanden, es muss nur ausgeschöpft werden.

Fazit:

Zwei gestandene und namhafte Autorinnen tun sich zusammen und stellen etwas Neues auf die Beine – das war wahrscheinlich der Plan für den Entstehungsprozess der Bayou Heat-Reihe. Allerdings wird schnell deutlich, dass Alexandra Ivy und Laura Wright die Geschichte um die sagenumwobenen Pantera gar nicht gemeinsam geschrieben haben. Vielmehr handelt es sich bei Raphael & Parish mit den dazugehörigen Frauen um zwei eigenständige Storys, die zwar miteinander zu tun haben und im gleichen Setting spielen, darüber hinaus jedoch nicht viele Berührungspunkte haben. Der geringen Seitenanzahl geschuldet wird zudem die eigentlich interessante Grundidee auf ein Minimum runtergebrochen und auf wenige Fakten zusammengestaucht, sodass es sich hierbei eher um Kurzgeschichten als tatsächlich um einen Roman handelt. Man kann nur hoffen, dass sich die Folgebände mehr auf ebendiese Idee konzentrieren, anstatt ebenfalls viel zu schnell auf den (erotischen) Punkt zu kommen.

Wertung:

Handlung: 3 / 5
Charaktere: 3.5 / 5
Lesespaß: 4 / 5
Preis/Leistung: 3.5 / 5

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(8)

12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

kinderärzt, berlin, mord

Amok Baby

André Bawar
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 12.03.2015
ISBN 9783954514762
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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(4)

18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

detroit, thriller

Broken Monsters

Lauren Beukes , Alexandra Hinrichsen , ,
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 30.05.2015
ISBN 9783499267048
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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34 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

thriller, mobbing, zombie, tami hoag

Das Mädchen ohne Gesicht

Tami Hoag , ,
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 20.07.2015
ISBN 9783734101380
Genre: Krimi und Thriller

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347 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 56 Rezensionen

thriller, mord, gefängnis, liebe, familie

That Night - Schuldig für immer

Chevy Stevens , Maria Poets
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 25.06.2015
ISBN 9783596030330
Genre: Krimi und Thriller

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98 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

thriller, autor, jenny milewski, schweden, schriftsteller

Skalpelltanz

Jenny Milewski , Maximilian Stadler
Flexibler Einband: 399 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.05.2015
ISBN 9783453418370
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Jonas Lerman ist ein gefeierter und erfolgreicher Autor und der Schöpfer von Carl Cederfeldt. Nachdem dieser ihm eines Tages seltsame Bilder übermittelt hat, konnte Jonas einfach nicht mehr aufhören zu schreiben und brachte so seine ersten Thriller auf den Markt. Doch dann versiegten die Botschaften auf einmal und Jonas entschied sich, es mal mit einer anderen, wenn auch nicht weniger blutigen Geschichte, jedoch einem anderen Protagonisten zu versuchen. Und obwohl seine Fans ein wenig enttäuscht sind, verkauft sich auch der Nachtjäger erstaunlich gut. Allerdings steht Jonas vor einem anderen Problem – die Bilder, die ihn zum Schreiben inspirierten, sind die Grundlage seiner Arbeit und nun steckt der Autor mitten in einer schlimmen Schreibkrise, aus der er nicht herausfindet, aller Tricks und Rituale zum Trotz. Und genauso plötzlich, wie sie verschwanden, kehren die Bilder mit einem Mal wieder zurück und Jonas kann sich kaum bremsen. Doch dann geschehen seltsame Dinge in seinem direkten Umfeld und, was noch schlimmer ist, seine gerade erst nieder geschriebenen Morde werden Wirklichkeit. Anscheinend hat sich jemand Carl Cederfeldt zum Vorbild genommen und stellt die Geschichten eins zu eins nach – auf Kosten der Leben junger Mädchen und Jonas‘ Nerven. Oder ist es gar kein Nachahmer, sondern Carl selbst, der Jonas heimsucht und sich an ihm rächen möchte?

Wir haben alle Momente im Leben, in denen wir in gewohnten Gedankenmustern feststecken und nicht weiterkommen. Da kann es nützlich sein, wenn jemand diese Muster durchbricht und alles auf den Kopf stellt. Und wenn es sein muss, kreative Prozesse in Gang setzt, die ein wenig ins Stocken geraten sind.
(Seite 84)

Wie es scheint, verstehen sich die Schweden nicht nur auf das Herstellen von Möbeln, sondern auch auf das Schreiben von sehr blutigen Thrillern, die dem Leser das Fürchten lehren. Auch Jenny Milewski fährt mit ihrem Debüt Skalpelltanz ziemlich harte Geschütze auf und schafft es, dem Genre neues Leben einzuhauchen. Dabei bedient sie sich nicht unbedingt neuer Ideen, sondern modernisiert vielmehr Altbekanntes und Bewährtes. Außerdem bewegt sich die Autorin hart an der Grenze zum Horror, denn ihre Gewaltszenen sind sehr anschaulich und detailreich beschrieben. Genau das macht den Roman allerdings auch zu einem besonderen Schmankerl, der nach etwas schwer zugänglichem Anfangsgeplänkel voll mitreißt. Zwar verliert sich Jenny Mileswki zwischendurch immer mal wieder in ausschweifenden Erzählungen und Beschreibungen, doch dies kann sie mit den relevanten Szenen durchaus wieder ausgleichen. Geschickt flechtet sie verschiedene Kapitel aus den Büchern des Protagonisten in den Handlungsstrang ein und zeigt dabei auf, dass die Parallelen zwischen Fiktion und Realität oftmals verschwommen sein können. Dieses Verwirrspiel bringt nicht nur den Hauptcharakter fast zum Verzweifeln, sondern kann auch dem Leser so manches Stirnrunzeln entlocken. Auch erschreckende Momente kommen in Skalpelltanz nicht zu kurz und mehr als einmal fragt man sich, ob man nicht selbst in dieser Situation völlig durchdrehen würde.

Vielleicht ist ja das innerste Wesen des Bösen gar nichts Vorhandenes, sondern
vielmehr etwas, das nicht da ist. Das Fehlen von guten Eigenschaften, die das
Loch kitten können.
(Seite 234)

Wo die Handlung zu wünschen übrig lässt, weil an sich nicht wirklich viel passiert, kann man Jenny Milewski bei der Gestaltung ihrer Charaktere ohne Bedenken die volle Punktzahl anrechnen. Es dauert zwar einige Zeit, bis man ganz dahinter kommt, in welche Richtung sich die ganze Geschichte wahrscheinlich entwickeln wird, doch wenn man am Ball bleibt und sich mit der Zeit einfach mitreißen lässt, wird man mit einem explosionsartigen Finale überrascht. Und dieses lässt auch noch genügend Spielraum für eine mögliche Fortsetzung, auch wenn diese vielleicht nur im Kopf des Lesers stattfindet. Die vielen losen Fäden, die am Ende zusammenlaufen und ein sinnvolles Ganzes ergeben, unterstützen nur das von der Autorin angedachte Verwirrspiel und geben dem Leser zwischendurch immer wieder die Möglichkeit, seine eigenen Vermutungen nochmals über den Haufen zu werfen. Und obwohl lange Zeit alles auf nur eine einzige Möglichkeit hinweist, läuft es letztendlich doch auf etwas anderes hinaus – der Überraschungsmoment ist in diesem Fall definitiv auf Seiten der Autorin. Und wer weiß, ob man nicht schon bald wieder von Frau Milewski und Herrn Lerman hört oder liest.

Fazit:

Mit Skalpelltanz erreicht der nächste, vermutlich erfolgreiche Schweden-Thriller den deutschen Buchmarkt. Und Jenny Milewski steht ihren Kollegen in nichts nach – ihr Debüt ist blutig, erstaunlich gut durchdacht und kann trotz unterschwelliger Vorhersehbarkeit als Gesamtpaket durchaus unterhalten. Definitiv ein Buch, das von der Autorin überzeugen kann und Lust auf weitere blutige Geschichten aus Schweden macht. Man darf gespannt sein, was diese Feder noch so niederschreiben wird.

Wertung:

Handlung: 3.5 / 5
Charaktere: 5 / 5
Lesespaß: 4 / 5
Preis/Leistung: 4 / 5

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41 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

fantasy, akitanien

Sieben Heere

Tobias O. Meißner
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 09.11.2015
ISBN 9783492703123
Genre: Fantasy

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