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44 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

frankreich, teufel, arbeitslosigkeit, roman, arbeitslos

Als der Teufel aus dem Badezimmer kam

Sophie Divry , Patricia Klobusiczky
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 22.09.2017
ISBN 9783550081361
Genre: Romane

Rezension:

          Akademisches Präkariat oder: die arme Poetin
Das Titelbild macht neugierig.
Ganz in rot gehalten, hat es zwei Ausstanzungen , die umgedrehte Apostrophe oder Teufelshörner  darstellen.


Originell sind auch Schreibstil und Inhalt
Die Protagonistin Sophie ,Journalistin mit abgeschlossenem Studium ,verliert ihre Festanstellung und rutscht auf der sozialen Leiter immer weiter nach unten, bis sie beim Bezug von  Sozialhilfe angelangt ist .
Sie scheint sich damit arrangiert zu haben , als ihr unerwartet eine Stromrechnung ins Haus flattert.

 Sie überweist sie brav und hat als Konsequenz nur noch 40 Euro , mit denen sie 10 lange Tage überleben muss.
Sie kann nur noch sättigende Grundnahrungsmittel wie Nudeln kaufen, für 5 Portionen Obst und Gemüse am Tag reicht es nicht mehr.
Das wird , trotz des Ernstes der Lage sehr originell geschildert und macht deutlich, dass Sophie ihren Humor nicht verloren hat.
Trotzdem geht das ganze natürlich einher ,  mit Entbehrungen aller Art  und stark reduzierter Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und schlicht und einfach HUNGER, ein Gefühl, dessen man sich in der heutigen Zeit des Überflusses nicht mehr gewärtig ist.
Sophies Strategien zur Kompensation  sind vielfältig .

Sie macht sich an eine alte Bekannte heran , die für ihre soziale Ader bekannt ist um sich zum Essen einladen zu lassen , weil sie es satt hat , von Nudeln leben zu müssen .
Sie veräußert Teile ihrer ohnehin geringen Habe, wobei es zu einem Dialog zwischen Saftpresse und dem Toaster kommt, der schließlich daran glauben muss.
All dies wird recht humorvoll geschildert.
Schließlich nimmt sie eine Familienfeier zum willkommenen  Anlass , für einige Tage in die finanzielle Sicherheit und Geborgenheit ihres Elternhauses zurückzukehren .
Hier gerät sie natürlich in Konflikte, weil sie sich ja eigentlich vom Elternhaus gelöst zu haben meint ;finanziell aber auch innerlich.
Das wird in einer Situation deutlich, in der sie über eine Bemerkung ihrer Mutter über eine arabische Familie entsetzt ist.
Zuletzt landet Sophie als unangemeldete Aushilfe in der Gastronomie, wo sie sich ausnutzen lässt.

Begleitet wird  dieser Weg  von  Sophies inneren Stimmen, der mahnenden Stimme ihrer Mutter,  der des aufsässigen Teufels Lorchus und der  ihres sexbesessenen Freundes Hector , der ebenso glücklos ist wie sie.
Das Buch ist stellenweise sehr lustig aber auch teilweise recht derb, wenn es um die Phantasien ihres Freundes Hector geht 
Einen nachhaltigen Ausweg aus ihrer Situation findet Sophie aber nicht.
Das Buch endet etwas abrupt nach den Erlebnissen in der Gastronomie und lässt den Leser im Unklaren darüber, wie es mit Sophie weitergeht.
Ansatzpunkte zur Hoffnung bietet das Buch aber nicht.
Von daher kann ich einen " Triumph der Literatur über die Niederlagen des Lebens"  nicht erkennen.
Der Schreibstil ist sehr originell .

Aus zwei Verben zusammengesetzte Wortschöpfungen( "kraquäkte" , " widernörgelte") und Wörter, deren graphische Anordnung ihre Bedeutung noch zusätzlich betont( ZB in Form einer Bombe) wären hier zu nennen.
Nach der anfänglichenEuphorie  habe ich das Buch etwas wirr gefunden und hätte mir ein Happy End für Sophie gewünscht, anstatt des unbefriedigenden Schlusses

Drei Sterne
        

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240 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 129 Rezensionen

fantasy, horror, palast, expedition, roman

Palast der Finsternis

Stefan Bachmann , Stefanie Schäfer
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.08.2017
ISBN 9783257300550
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Fünf Freunde auf dem Horrortrip Das Cover mit der grünen irisierenden Abbildung hat mir sehr gut gefallen ,so dass ich auf den Inhalt des Buchs sehr gespannt war. Fünf mit außergewöhnlichen Fähigkeiten ausgestattete Jugendliche werden zu einer geheimen Mission nach Frankreich eingeladen. Sie sollen einen unterirdischen Palast erforschen . Allen voran die Hauptfigur Anouk, von der man sich fragt, warum sie so zynisch und aggressiv ist und sich selbst so wenig mag. Dies beruht auf Begebenheiten in Anouks Vergangenheit, die gegen Ende des Buches dann enthüllt werden. Auch die anderen Hauptdarsteller sind irgendwo Außenseiter. Der Fokus wird jedoch auf Anouk gelegt. Dazu wird eine Parallelgeschichte erzählt . Diese spielt zur Zeit der französischen Revolution . Hauptfigur ist hier Aurélie( ich denke , die Namensähnlichkeit mit Anouk ist kein Zufall), die mit ihren Eltern und Geschwistern in einem Palast lebt . Die Handlung springt immer zwischen den beiden Epochen hin und her, oft bewusst dann, wenn gerade der Höhepunkt einer Spannungskurve erreicht ist . Aurélies Vater hat den unterirdischen Palast erbaut , um seiner Familie Zuflucht vor den Gefahren der Revolution zu geben . Die Figuren aus dieser Epoche werden sehr klischeehaft geschildert. So trägt Aurélies Vater eine gepuderte Perücke und hält sich eine Kräutermischung ständig vor das Gesicht, um sich vor Krankheiten zu bewahren. Aurélie wundert sich, warum sich ihre Mutter standhaft weigert, in dem unter irdischen Palast zu Flucht zu suchen und sich lieber töten lässt. Das gruselige Geheimnis wird im Laufe des Buches offenbart, und mit den Figuren und Ereignissen in der Gegenwart verknüpft. Das Buch springt für meinen Geschmack zu sehr zwischen den Epochen hin und her. Kaum hat man sich in eine Epoche hinein versetzt, schon ist man wieder in der nächsten. Die Gegenwart besteht hauptsächlich darin, dass die Freunde, eingeschlossen in dem unterirdischen Palast, in den man sie gelockt hat ,von Zimmer zu Zimmer stolpern und jeweils gruselige Abenteuer bestehen. Dies ist teilweise sehr brutal und auch sehr unheimlich geschildert. Wie die fünf Freunde halten Sie aber zusammen. Parallele zur Vergangenheit: Auch Aurélie ist in den Palast eingeschlossen, sie wird isoliert von ihren Geschwistern gehalten. Schließlich stellt sich heraus, dass die Figuren der Gegenwart Nachfahren der Figuren der Vergangenheit sind. Diese verwandtschaftliche Beziehung wurde auf sehr gruselige Weise erzeugt. Zum Schluss Happy End Die Fünf Freunde gelangen, wenngleich etwas lädiert wieder an die Oberfläche Dieses Buch war mir teilweise zu wirr und auch zu düster . Obwohl die Auflösung natürlich sehr überraschend und sehr kreativ war, denke ich, dass es auch Chancen verschenkt hat. So hätte man die beiden Figuren Aurélie und Anouk noch etwas sorgfältiger herausarbeiten und ihre jeweiligen Geschichten noch etwas genauer zueinander in Beziehung stellen können. Die teilweise etwas flapsige Diktion des Autors legt nahe, dass es sich um ein Buch für junge Leute handelt. 3 Sterne

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147 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 54 Rezensionen

neapel, freundschaft, italien, freundinnen, klassenkampf

Die Geschichte der getrennten Wege

Elena Ferrante , Karin Krieger
Fester Einband: 540 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 27.08.2017
ISBN 9783518425756
Genre: Romane

Rezension:

Natürlich war ich sehr gespannt wie es nach dem zweiten Buch mit den beiden Protagonistinnen weitergeht. Ich wurde nicht enttäuscht . Die beiden Freundinnen sind in den 70er Jahren angekommen . Elena, die das Glück hatte , dass ihre Begabung nicht nur bewundert , sondern auch gefördert wurde , hat einen Universitätsabschluss und inzwischen Bekanntheit erlangt durch ein Buch, das sie veröffentlicht hat. Sie hat einen Kommilitonen geheiratet, dessen Vater Professor ist. Sie hat in eine progressive, politische linksstehende Familie eingeheiratet, die nicht gegensätzlicher zu ihrer Herkunftsfamilie sein könnte, was die Autorin auch thematisiert Inzwischen hat Elena zwei Kinder, mit denen sie zum Teil ihre liebe Not hat und zu denen sie auch ein zwiegespaltenes Verhältnis hat, wie ich gefunden habe Lila hingegen ist in Neapel geblieben. Sie wohnt bei Enzo, mit dem sie ein nur ein rein platonisches Verhältnis hat. Sie zieht ihren Sohn Gennaro alleine groß. Lila arbeitet in einer Fabrik, deren Arbeitsbedingungen sehr verbesserungswürdig sind. Lila gelingt es allerdings, sich von der Arbeit in der Fabrik zu befreien und sie arbeitet in der damals noch brandneuen Computerbranche, in der sie dank ihrer Intelligenz einen bescheidenen Erfolg hat Die Geschichte der Protagonistinnen wird im Kontext mit der Zeit der siebziger Jahre weitererzählt , dem politischen Umbruch , den Bedingungen für die Arbeiter,aber auch dem Terror. Dieser hat auch Menschen aus dem Bekanntenkreis von Lila und Elena in seinen Bann gezogen hat. Auch wenn es mir manchmal nicht ganz gelungen ist das Handeln der beiden Heldinnen nachzuvollziehen, oder mich gar damit zu identifizieren (warum ist Lila nicht von Stefano längst geschieden, warum ist sie völlig ohne Geld von ihm gegangen, warum ist Elena nicht zufriedener ) so habe ich diese Fortsetzung dennoch mit Begeisterung gelesen. Ich freue mich auf den vierten Teil!

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