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31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

bestiarium, suche, familie, fabelwesen, abenteuer

Das verlorene Bestiarium

Nicholas Christopher , Pociao , Pociao
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.03.2011
ISBN 9783423248297
Genre: Romane

Rezension:

Überall auf der Welt gibt es Bestiarien, ältere und neuere, in denen die Tiere beschrieben und gezeichnet wurden, die es auf der Erde gibt. Aber nur in einem Bestiarium, dem "Karawanenbuch", sind jene Lebewesen verzeichnet, die der Legende nach keinen Platz auf der Arche Noah fanden, als die Sintflut kam, und fortan nur noch in Legenden und Mythen weiterlebten.

Xeno Atlas ist seit frühester Kindheit fasziniert von diesen Fabelwesen, von denen seine Großmutter abends erzählte, während sein Vater als Seemann um die Welt reiste und Xeno eher kühl gegenübertrat. Während seiner Schulzeit erfährt Xeno von dem Karawanenbuch und setzt seitdem alles daran, dieses Buch zu finden - eine Aufgabe, an der schon andere vor ihm gescheitert sind. Doch für Xeno ist die Suche nach dem Buch nicht nur eine wissenschaftliche Arbeit, sondern auch die Suche nach seiner Familiengeschichte, eine Reise zu sich selbst und ein Anker in einer Welt, die ihm mit allem Schönen und allem Schrecklichen begegnet.

Dieser Roman hat mich sehr gefesselt - obwohl er auf den ersten Blick wie ein Fantasy-Roman erscheinen mag, ist er es nicht, sondern vielmehr die Geschichte eines kleinen einsamen Jungen, der an der Suche nach fantastischen Geschöpfen wächst und erwachsen wird. Ein Buch für jeden, der in einer manchmal tristen Welt ein wenig Zauber und Magie erleben und erlesen möchte.

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44 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 7 Rezensionen

berlin, wien, mord, krimi, autor

Auf der Strecke

Claus-Ulrich Bielefeld , Petra Hartlieb
Flexibler Einband: 358 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 19.04.2011
ISBN 9783257240689
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der erfolgreiche Autor Xaver Pucher wird ermordet aufgefunden - im Nachtzug von Wien nach Berlin. Da die Gründe für den Mord nicht nur in Wien, sondern auch in Berlin zu finden sein könnten, muss die energische Enddreissigerin Anna Habel mit dem Mittfünziger Thomas Bernhardt aus Berlin gemeinsam ermitteln. Während sie zu Beginn immer wieder aneinandergeraten, finden sie im Laufe der Ermittlungen dann doch ein gemeinsame Ebene und können so auf der Frankfurter Buchmesse den Fall aufklären.

Natürlich gefällt einer Buchhändlerin ein Krimi, der in der Buchbranche spielt! Ich fand aber auch das ungleiche Ermittlerpaar, das sich irgendwie zusammenfinden muss, überzeugend. Anna Habel, die beherzt und manchmal vielleicht auch ein wenig übermotiviert agiert, hat natürlich so ihre Probleme mit dem eher behäbigen Berliner Kollegen. Aber nicht nur daraus bezieht dieser Krimi seinen Reiz, sondern es ist auch ein gut und spannend konstrierter Fall - lediglich die Aufklärung ging dann etwas hoppla - hopp. Aber einem Erstling verzeiht man das gerne und ich hoffe doch, wir werden noch mehr Fälle mit Anna Habel und Thomas Bernhardt zu lesen bekommen! #MA

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Tags: berlin, krimi, wien   (3)
 

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37 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

krimi, paris, meisterdieb, charlie howard, chris ewan

Kleine Morde in Paris

Chris Ewan , Stefanie Retterbush
Flexibler Einband: 390 Seiten
Erschienen bei Lübbe, 14.11.2009
ISBN 9783404163618
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Charlie Howard - Krimiautor und Meisterdieb - ist noch ganz berauscht vom Erfolg seines letzten Buches, als er ein seltsames Angebot erhält: Nach einer Lesung bittet ihn einer der Gäste, ihm zu zeigen, wie er in ein Apartment einbricht. Sein eigenes Apartment. Erst am nächsten Tag erfährt Charlie: Das Apartment gehört einer Frau, und deren Leiche taucht plötzlich in Charlies Hotelzimmer auf. (Klappentext)

Ein toller Krimi für alle Fans von "Oceans Eleven": Trickreiche Kunstraube statt blutiger Gemetzel - und eine Handlung, die einen immer wieder auf die falsche Fährte führt. #FR

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Tags: krimi, kunstdieb, paris   (3)
 

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89 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

schuld, polio, amerika, epidemie, newark

Nemesis

Philip Roth , Dirk van Gunsteren
Fester Einband: 218 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 01.01.2011
ISBN 9783446236424
Genre: Romane

Rezension:

1944 im Süden der USA: In der Stadt Newark lebt Bucky Cantor, ein sportlicher junger Mann, der wegen seiner Kurzsichtigkeit nicht eingezogen wurde. In den Sommerferien betreut er die Jungen des Viertels, in dem er lebt und spielt mit Ihnen Baseball. Aber ein Schatten liegt über diesem heißen Sommer: Es gibt Fälle von Polio, die sich im Laufe der Wochen immer stärker ausbreiten und zur Epedemie werden. Auch in Buckys Sportgruppe bricht die Krankheit ein und es gibt die ersten Toten zu beklagen. Als seine Verlobte Marcia, die in den Ferien als Betreuerin in einem Feriencamp in den Bergen arbeitet, ihn bittet, den Posten des Bademeisters zu übernehmen von einem jungen Mann, der eingezogen wurde, nimmt Bucky die Stelle an, obwohl er das Gefühl nicht loswird, seine Jungs im Stich zu lassen. Nach kurzer Zeit im Camp gibt es auch dort den ersten Poliofall......

Die Romane, die ich von Philip Roth nach "Der menschliche Makel" gelesen habe, haben mich alle enttäuscht. Dieser jedoch hat mich wieder sehr beeindruckt. Wie es Roth gelingt, die beklemmende Stimmung in Newark zu beschreiben, die Unsicherheit im Umgang mit der Epedemie - niemand weiß, wo die Ursache für die Krankheit liegt - das ist meisterhaft. Und auch das Schicksal von Bucky Cantor ist tragisch: Er fühlt sich verantwortlich für den Tod seiner Mutter, die bei seiner Geburt starb. Auch daß er aufgrund seiner Kurzsichtigkeit nicht zur Armee kann, bedrückt ihn. Um so hingebungsvoller kümmert er sich um die Jungen seines Vietrels und versucht, ihnen während der Epedemie Sicherheit und Zuversicht zu geben. Als er nach den ersten Todesfällen die Stadt verlässt, empfindet er das so, als ob er sie im Stichn ließe. Und als dann der erste Poliofall im Camp auftritt, hat er den Verdacht, daß er es war, der die Krankheit dorthin mitgebracht hat. Nachdem er selbst ebenfalls erkrankt, löst er die Verlobung mit Marcia, denn er meint, als Krüppel nicht gut genug zu sein - kurz, er fühlt sich für alles schreckliche, was in seinem Leben passiert, verantwortlich. Ich hätte ihn schütteln mögen!

Auch stilistisch hat mich das Buch überzeugt: In der Mitte des Buches merken wir plötzlich, wer die Geschichte erzählt: Einer der Jungen, die Bucky betreut hat und der ebenfalls an Kinderlähmung erkrankt ist. Ihm erzählt Bucky viele Jahre später Teile seines Lebens nach seiner Erkrankung.

Spannend, berührend, zum Nachdenken anregend - ein literarisches Meisterwerk, das mich so schnell nicht losgelassen hat! #MA

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Tags: kibderlähmung, newark, usa, ". weltkrieg   (4)
 

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217 Bibliotheken, 5 Leser, 3 Gruppen, 31 Rezensionen

rassentrennung, freundschaft, rassismus, dienstmädchen, mississippi

Gute Geister

Kathryn Stockett , Cornelia Holfelder-von der Tann
Fester Einband: 604 Seiten
Erschienen bei btb Verlag (HC), 01.01.2011
ISBN 9783442752409
Genre: Romane

Rezension:

Der Roman spielt am Vorabend der aufbegehrenden Bürgerrechtsbewegung im Süden Amerikas. Wir alle wissen um Martin Luther King, der Inhalt seiner Rede und seine Visionen sind uns bekannt (I have a dream..)

Der Autorin gelingt es in ihrem Roman, der in den USA durch "Mundpropaganda" zu einem Überraschungserfolg wurde,uns teilhaben zu lassen, am harten Leben der afroamerikanischen Hausangestellen, die den gutsituierten weißen Ladies ein angenehmes Leben ermöglichen. Weder um den Haushalt noch um die Kindererziehung brauchen sich diese Damen zu kümmern.

Die junge Skeeter kehrt nach ihrem Studium auf die Baumwollfarm ihrer Eltern zurück und hat den großen Wunsch journalistisch zu arbeiten.Ihr wird bewußt, wie schlecht ihre Freundinnen, aber auch ihre eigene Mutter die Hausangestellten behandeln und in ihr reift der Gedanke, ein Buch über den Alltag der schwarzen Hausangestellten zu schreiben. Sie muss nicht nur die Verlegerin von ihrer Idee überzeugen, auch bei den Hausangestellten stößt sie zunächst auf Angst und Ablehnung. Doch die Frauen finden den Mut und ziehen das Projekt trotz aller Gefahr durch.

Eine wunderbar erzählte Geschichte über das Leben in den frühren Siebzigerjahren in den USA, über drei mutige Frauen, die versuchen gegen bestehende Vorurteile und gegen die strengen Gesellschaftsstrukturen anzukämpfen. (EH)

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Tags: rassentrennung, südstaaten, usa   (3)
 

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23 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 4 Rezensionen

basel, rhein, mord, krimi, schweiz

Hunkeler und die Augen des Oedipus

Hansjörg Schneider
Fester Einband: 232 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.08.2010
ISBN 9783257067613
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wo ist Berhard Vetter, der sehr umstrittene Theaterregisseur aus Basel?
Auf seinem Hausboot, das an eine Schleuse gespült wurde jedenfalls nicht! Nun hat Kommissar Hunkeler kurz vor der Rente doch noch richtig zu tun. Dieser lebenslustige Pessimist und sympathische, eigenbrötlerische Ermittlaer macht sich auf die Suche nach dem skandaumwitterten Theaterdirektor. Die Recherche führt ihn nicht nur ins Theater, sondern auch ins Hafenmilieu des Rheins mit seinen vielen schillernden, dubiosen Gestalten!
Für alle, die bodenständige Krimikost lieben! (BH)

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Tags: basel, krimi, schweiz   (3)
 

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

äthiopien, medizin, zwillinge, usa, krankenhaus

Rückkehr nach Missing

Abraham Verghese , Silvia Morawetz
Fester Einband: 770 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 07.07.2009
ISBN 9783458174509
Genre: Romane

Rezension:

Dieser opulente Roman führt uns nach Äthiopien: In den 60er Jahren kommen im Missing, einem Missionshaus in Adis Abeba Zwillingsbrüder zur Welt - Marion und Shiva, Söhne einer indischen Nonne, die im Hsopital als Krankenschwester arbeitet und eines englischen Arztes. Während ihre Mutter während der komplizierten Geburt stirbt, verschwindet der Vater spurlos. Marion und Shiva werden von Hanna, Gynäkologin im Missing und Ghosh, ebenfalls Arzt dort, aufgezogen.
Die beiden Brüder sind unzertrennlich und scheinen sich ohne Worte zu verstehen. Beide interessieren sich früh für Medizin, allerdings für unterschiedliche Bereiche. Während Shiva seiner Pflegemutter nacheifert und seine Kenntnisse in der Frauenheilkunde vertieft, tritt Marion in die Fußstapfen seines leiblichen Vaters und studiert Chirurgie. Als die beiden Brüder beginnen, sich für das gleiche Mädchen zu interessieren, beginnen sie, sich zu entfremden. Daß Genet Shiva vorzieht, trifft Marion tief und er kann seinem bruder nicht verzeihen.
Währenddessen wird die politische Lage in Äthiopien immer instabiler und als Marion in falschen Verdacht gerät, muß er das Land verlassen. Er erhält ein Stipendium an einem Armenkrankenhaus in Brooklyn. Dort kann er seine medizinische Ausbildung beenden. Und er trifft Genet wieder. Als er kurz danach schwer knrank wird, kann nur Shiva ihn retten und es kommt zu einer schicksalhaften Begegnung der beiden Brüder.....
Eingebettet in die unruhige Geschichte Äthiopiens erzählt dieser Roman spannend nicht nur die Geschichte der beiden Zwillingsbrüder, sondern auch die der Missionsstation Missing und der Menschen, die dort leben, arbeiten, leiden und hoffen. "Halb Dickens, halb Greys Anatomy" lautet eine Zeitungskritik in Amerika - und das trifft den Nagel auf den Kopf! (MA)

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Tags: ärzte, äthiopien, chirurgie, frauenheilkunde, medizin, usa, zwillinge   (7)
 

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

krimi, weihnachten, münchen

Schampanninger

Max Bronski
Flexibler Einband: 174 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.10.2010
ISBN 9783453434844
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Antiquitätenhändler als Privatdetektiv im vorweihnachtlichen München - ein sehr lesenswerter Krimi, in dem die Münchner Schickeria ein paar Federn lassen muss. Max Bronski pflegt einen sehr gelungenen Erzählstil! (NP)

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Tags: krimi, münchen, weihnachten   (3)
 

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31 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

kinder, schlaflose nächte, erziehungsbuch, elternzeit, großeltern

Kinderkacke

Julia Heilmann , Thomas Lindemann
Flexibler Einband: 221 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 17.03.2010
ISBN 9783455501506
Genre: Sachbücher

Rezension:

Über das Kinderkriegen und das Leben mit Kindern gibt es unzählige Ratgeber, die pädagogisch sicher durchaus wertvoll sind. Aber sind sie auch realistisch? Spiegeln sie das reale Familienleben wirklich wieder oder fällt nicht doch ziemlich viel Familienwirklichkeit unter den Tisch?
Diese Frage beschäftigte Julia Heilmann und Thomas Lindemann bei der Btrachtung der zahlreichen Bücher in ihrem Regal, in denen sie sich nicht wiederfanden. Deshalb haben sie ein ehrliches Elternbuch geschrieben. Schon der Titel ihres Buches „Kinderkacke“ wiest darauf hin, dass hier nichts verklärt und verschwiegen wird, sondern Klartext gesprochen bzw. geschrieben wurde. „Kinder sind kleine Monster und sehr sehr anstrengend. Das Sexleben liegt darnieder, die Schwiegereltern nerven, die Freunde melden sich nicht mehr, das Geld ist knapp und die staatliche Hilfe ein Witz.“ So lautet der Klappentext, den Hoffmann und Campe Verlag, in dem das Buch erschienen ist, formuliert hat. Erstaunlich, dass Julia Heilmann und Thomas Lindemann nach dem ersten Kind nicht gleich Schluß gemacht haben, sondern inzwischen schon 2 Kinder haben. In manchen Presseberichten war gar zu lesen, dass sie über ein drittes Kind nachdenken!
In ihrem Buch reflektieren sie über verschiedene Themengebiete wie z.B. „Der äußere Kampf – Deutschland ist kein Kinderland“ oder „Der innere Kampf – Angst essen Eltern auf“. Dabei kommen kapitelweise immer entweder Vater Thomas oder Mutter Julia zu Wort. Sie erzählen amüsant und provozierend von ihren eigenen Erfahrungen und von Erfahrungen, die befreundete Familien gemacht haben. Wir lesen, wie man sich als Vater im Kindercafé Wolkenzwerg fühlt, wie man sich als Mutter fühlt, wenn man beim PEKIP aus Versehen einschläft oder wie familienfreundlich die sogenannten Kinderabteile wirklich sind. Nur bei einer Kapitelüberschrift ging mir persönlich die Provokation entschieden zu weit: Den Abschnitt über die Geburt aus Vatersicht mit „Erinnerung an Stalingrad“ zu überschreiben finde ich schlicht geschmacklos und wundere mich, dass hier das Lektorat des Verlages nicht eingegriffen hat. So ein Vergleich ist einfach unpassend, vor allem, weil die beschriebenen Erfahrungen wenig bis nichts mit den Kriegserfahrungen der Menschen, die Stalingrad erlebt haben zu tun haben.
Von diesem Fauxpax einmal abgesehen finde ich „Kinderkacke" ein wichtiges und wahrhaft ehrliches Buch, dem man viele Leserinnen und Leser wünschen möchte! (MA)

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Tags: erziehungsbuch, kinderratgeber   (2)
 

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

niederländische literatur, namibia, niederlande, tochter, familie

Tirza

Arnon Grünberg
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 01.02.2008
ISBN 9783257066371
Genre: Romane

Rezension:

Jörgen Hofmeester, Mitte 50, Lektor, alleinerziehender Vater, wird in den Vorruhestand versetzt. Seiner Berufstätigkeit trauert er kaum nach, denn er hat ja noch sein großes Projekt, sein einziges Lebensziel - seine Tochter Tirza. Seine Welt gerät ins Wanken, als die Tochter ihm eröffnet, ein Jahr lang Afrika bereisen zu wollen und als seine "abgetakelte" Exfrau nach drei Jahren wieder bei ihm einzieht.

Arnon Grünberg ist ein hervorragendes Psychogramm einer verstörenden Vaterliebe gelungen. Am Ende stockt einem der Atem - damit hat keiner gerechnet !(EH)

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Tags: familiengeschichte, vater-tochter-geschichte   (2)
 

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

himalaya, k 2, bergexpeditionen, bergsteigen

Kein Weg zurück

Graham Bowley , Karina Of , Ulrike Frey
Fester Einband: 319 Seiten
Erschienen bei Malik, 13.04.2011
ISBN 9783890293905
Genre: Sonstiges

Rezension:

Im August 2008 waren mehrere Expeditionen und Einzelbergsteiger im Basislager des K 2, um den zweithöchsten Berg der Erde zu besteigen. Neben Norwegern und Amerikanern, waren auch Serben, Franzosen, Niederländer und Südkoreaner gekommen, um den Berg zu erobern. Angesichts der großen Menge an Menschen gab es einen gemeinsamen logistischen Plan, der es am 1. August 24 Bergsteigern ermöglichen sollte, den Gipfel zu erreichen. An der Schlüsselstelle jedoch, dem sogenannten Flaschenhals, über dem ein gefährlicher Gletscherbruch hängt, gerät die Karawane ins Stocken und 2 Bergsteiger verunglücken tödlich. Durch den Stau im Flaschenhals erreicht ein Großteil der Teams den Gipfel erst gegen Abend, während sich am Flaschenhals eine weitere Tragödie ereigent: Aus dem Gletscher löst sich eine Eislawine, unter der der norwegische Bergsteiger Rolf Bae begraben wird, der zurückgeblieben ist, und nun auf seine Frau gewartet hat. Verhängnisvoll: Es gehen auch die Fixseile verloren, die den Absteigenden Halt und Orientierung geben sollten......
Akribisch und auf Basis vieler Gespräche, die er mit Überlebenden und Angehörigen führte, trägt der amerikanische Journalist Graham Bowley die Einzelheiten zusammen, die zu dem tragischen Unglück führten, bei dem letztendlich 11 Bergsteiger ihr Leben ließen und zwei weitere unter dramatischen Umständen in letzter Minute gerettet wurden. So läßt er uns teilhaben an der Faszination, die der Berg ausübt, aber auch an der Unbarmherzigkeit der Natur. Manches bleibt offen, da die Schilderungen der Vorfälle sich teilweise nicht decken - kein Wunder, ist doch das menschliche Gehirn in über 8000 m Höhe nur eingeschränkt funktionsfähig.

Dieses Buch ist wirklich sehr spannend geschrieben - der Vergleich mit Jon Krakauers Bergklassiker "In eisige Höhen" drängt sich auf. Ähnlich wie bei der Tragödie am Everest führt auch hier eine Mischung aus menschlicher Selbstüberschätzung, Leichtsinn und Naturgewalt zu den tragischen Todesfällen. Krakauers Buch war dadurch, daß der Autor selbst an der Expedition beteiligt war, sicher noch emotionaler. Aber Graham Bowley’s Bericht muss den Vergleich nicht scheuen - wer sich für Bergexpeditionen interessiert wird dieses Buch verschlingen! (MA)

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Tags: bergexpeditionen, bergsteigen, himalaya, k 2   (4)
 

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

spanien, spanischer bürgerkrieg, cello, musik, bürgerkrieg

Der Bogen des Cellisten

Andromeda Romano-Lax , Ulrike Thiesmeyer
Flexibler Einband: 638 Seiten
Erschienen bei bloomsbury taschenbuch, 29.04.2010
ISBN 9783833307232
Genre: Romane

Rezension:

Im Mittelpunkt dieses epischen Romans steht Feliu Delargo, der 1892 in einem katalanischen Dorf geboren wird. Nach dem Tod seines Vaters erbt er, noch Kind, von seinem Vater einen Cellobogen, ohne zunächst zu wissen, um was es sich bei diesem Gegenstand überhaupt handelt. Zuerst erhält er beim Dorlehrer Geigenunterricht, denn seine Musikalität wird schnell erkannt. Bei einem Konzert, das der berühmte Pianist Al – Cerraz zusammen mit seinem Trio in seinem Heimatdorf gibt, sieht er zum ersten Mal ein Cello. Sein Lehrer hatte ihn vorbereitet, nach dem Konzert von Al – Cerraz zu spielen, in der Hoffnung, der Pianist würde das Talent des Kindes erkennen. Feliu jedoch steht noch so unter dem Eindruck des Konzertes, dass er auf seiner Geige spielt wie auf einem Cello. Dafür erntet er zwar den Spott des Pianisten, aber er erhält auch eine Empfehlung für einen Lehrer in Barcelona, der er jedoch erst mit 14 Jahren zusammen mit seiner Mutter folgen kann. Er erhält dort Unterricht bei einem einst berühmten Cellisten.

Mit 17 Jahren wechselt er an den spanischen Hof, um dort beim Hofkomponisten Einzelunterricht zu erhalten. Dort begegnet er dem Pianisten wieder und von da an sind die Wege der beiden Musiker in Freundschaft und Rivalität miteinander verbunden. Feliu wird Mitglied im Trio von Al – Cerraz und reist mit ihm monatelang durch Spanien, beide Männer lieben die selbe Frau, die geheimnisvolle Geigerin Aviva. Eine Liebe, die tragisch enden wird.

Von 1892 – 1940 spannt die Autorin den Bogen ihres Romans. Es ist ein Roman, in dem die Musik im Mittelpunkt steht, aber auch die Geschichte Spaniens. Vieles in der Figur erinnert an Pablo Casals, den berühmten Cellisten, für den ebenso wie für Feliu im Roman die Cellosuiten Johann Sebastian Bachs von zentraler Bedeutung waren. Und der zu Beginn des spanischen Bürgerkriegs ebenso eindeutig politisch Stellung bezog und deshalb Spanien verlassen musste wie der Romanheld. Das ist kein Wunder, denn, wie Andromeda Romano – Lax im Nachwort des Romans schreibt, eigentlich wollte sie, die Sachbuchautorin, ursprünglich ein Buch über Casals schreiben.

Für dieses Buch solltet Ihr Euch Zeit nehmen, um Euch richtig auf die 640 Seiten einlassen zu können. Es ist eine spannende Lektüre für alle MusikliebhaberInnen und für LeserInnen, die sich für die neuere spanische Geschichte interessieren. Und vielleicht geht es Euch dann so wie mir: Ihr möchtet eigentlich gleich etwas von den Cellosuiten Bachs, das Cellokonzert von Edward Elgar oder andere Musikstücke, die in diesem Buch erwähnt werden anhören! (MA)

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Tags: bürgerkrieg, casals, cello, musik, spanien, spanischer bürgerkrieg   (6)
 

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61 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

musik, rockband, midlifecrisis, leben, roman

So viel Zeit

Frank Goosen
Fester Einband: 347 Seiten
Erschienen bei Eichborn, 24.07.2007
ISBN 9783821809205
Genre: Romane

Rezension:

Fünf Freunde, Mittvierziger mit den altersbedingten Problemen (Ehe, Trennung, Beruf, pubertierende Kinder, Hausbau....) beschließen das wahrzumachen, worüber sie mit 19 immer sprachen: Sie gründen eine Rockband, um bei der bevorstehenden Abijahrgangsfeier aufzutreten.

"Musik ist nicht dazu da, die Welt zu retten, Musik ist dazu da, das Leben zu retten." Dieses Zitat hat Frank Goosen seinem Roman vorangestellt. Ein Buch voller sympathischer Charaktere, das auch für Frauen äußerst lesenswert ist! (EH)

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Tags: band, midlifecrisis, musik, rockmusik   (4)
 

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versicherungen, wirtschaft, kosten, menschen, nutzen

Was bin ich wert? Eine Preisermittlung

Jörn Klare
Flexibler Einband: 268 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 24.05.2010
ISBN 9783518461686
Genre: Sachbücher

Rezension:

Kann man denn den Wert des Menschen überhaupt in Zahlen ausdrücken? Dieser Frage geht der Autor in seinem sehr informativen und unterhaltsam geschriebenen Buch nach. Es ist ein Thema, das zum Nachdenken anregt und sehr ernüchternd wirkt! (NP)

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243 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 48 Rezensionen

demenz, alzheimer, vater, familie, alter

Der alte König in seinem Exil

Arno Geiger
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 07.02.2011
ISBN 9783446236349
Genre: Romane

Rezension:

Arno Geiger erzählt die Geschichte seines Vaters, der an Alzheimer erkrankt ist. 1926 als drittes von 10 Kindern geboren, wächst er auf dem elterlichen kleinen Bauernhof im österreichischen Wolfurt auf. Mit 18 Jahren muss er in den Krieg, gerät in russische Gefangenschaft und überlebt nur knapp eine schwere Erkrankung, bevor er entlassen wird. Zu Fuss wandert er nach Hause in die Heimat, die er nie wieder verlassen möchte. Er heiratet spät, die Ehe wird nicht glücklich, denn seine Frau will reisen, aber er will nicht mehr fort aus seinem Heimatdorf und aus dem Haus, das er eigenhändig gebaut hat.

Diese Lebensgeschichte enthüllt sich uns Leserinnen und Lesern eher beiläufig, in kurzen Einschüben, Zitaten oder Gesprächen, die der Sohn mit seinem Vater führt. Denn die Hauptsache in diesem Buch ist die Annäherung eines Sohnes an seinen Vater, der nicht mehr Herr über sich selbst ist. Über längere Zeit war das Verhältnis zueinander eher distanziert, aber nun, wo es klar ist, was mit dem Vater los ist, will der Sohn sich ihm widmen. Liebevoll begegnet er dem Vater, führt Gespräche mit ihm und auch wenn diese Gespräche manchmal merkwürdig verlaufen. In verschiedenen Zitaten und Dialogen, die den jeweiligen Abschnitten vorausgestellt sind, erschließt sich einem das ganze Dilemma, das diese Krankheit mit sich bringt: Weisheit und Sinnlosigkeit liegen eng beieinander.

Dieses Buch hat mich zutiefst berührt. Trotz des schwierigen Themas hat das Buch eine gewisse Leichtigkeit. Arno Geiger jammert nicht, er beschönigt nichts: Die Zeit, die es gedauert hat, bis die Familie erkannte, was mit dem Vater los ist, und die Trauer über diese verlorene Zeit und die Energien die in dieser Zeit für die falschen Dinge aufgebracht wurden. Die Schwierigkeiten mit den Betreuerinnen, die sie einstellen müssen, als sie selbst die Betreuung nicht mehr leisten können, die Entscheidung, den Vater ins Heim geben zu müssen. Manche Situationen sind einfach komisch, auch wenn sie eigentlich tragisch sind, z.B. wenn der Vater dem Nachrichtsprecher Weihnachtsplätzchen anbietet. Dabei sprechen aus seinem Text stets Liebe und Respekt für seinen Vater, der sich immer mehr in eine andere Welt zurückzieht und das macht das Besondere aus im Vergleich zu anderen Büchern von Söhnen über ihre Väter.

Im Dialog zwischen Vater und Sohn heißt es einmal: "Ich fühle mich nicht verlassen oder enttäuscht. Ich habe Verschiedenes erlebt und Verschiedenes gehabt und Verschiedenes erreicht. Es ist nicht so schlimm, dass jetzt nur mehr wenig Leistung in mir vorhanden ist." "Ich finde, du unterschätzt dich. Ich unterschätze dich nicht. Es ist noch viel vorhanden, wenn auch vielleicht nicht Leistung im herkömmlichen Sinn."

Wunderbare Lektüre, die man nicht so schnell vergisst - ein Buch, das nicht nur einmal gelesen werden will! (MA)

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Tags: alzheimer, demenz   (2)
 

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82 Bibliotheken, 1 Leser, 7 Gruppen, 26 Rezensionen

hund, krimi, hundekrimi, privatdetektiv, entführung

Bernie und Chet

Spencer Quinn , Andrea Stumpf , Gabriele Werbeck
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 05.01.2011
ISBN 9783764530709
Genre: Romane

Rezension:

Chet ist ein echter Schnüffler. Schließlich hätte er beinahe sogar ein Polizeihund-Zeugnis bekommen, wäre da nicht der unglückliche Zwischenfall mit der Katze gewesen. Aber zusammen mit seinem Herrchen Bernie klärt er als Privatdetektiv trotzdem jede Menge Fälle auf. Die Arbeitsteilung ist dabei klar: Bernie, der beste Mensch der Welt, übernimmt das Kombinieren und Chet kümmert sich sozusagen um die Verhaftung – indem er die Bösewichte mit seinen Zähnen in die Mangel nimmt.

Der neue Fall bereitet den beiden Partnern aber einiges Kopfzerbrechen: ein fünfzehnjähriges Mädchen ist von zuhause verschwunden. Die Mutter glaubt nicht, dass sie ausgerissen ist, aber eine Lösegeldforderung ist nach Auskunft der geschieden lebenden Eltern auch nicht eingegangen. Und während Bernie sich über die Details den Kopf zerbricht, sucht Chet nach einer Spur des Mädchens – die er auch schon bald findet. Doch wie soll er das Bernie klarmachen, der sein Bellen einfach nicht versteht?

„Bernie & Chet“ ist endlich mal wieder ein richtig guter Krimi, der aus der Perspektive eines Tieres – in diesem Fall eines Hundes – erzählt wird. Sehr überzeugend ist der Autor in die Rolle des tapferen und klugen Chet geschlüpft, der von seinem Leben bei Bernie und den spannenden Fällen erzählt, die sie gemeinsam lösen. Sehr witzig sind Chets Abenteuer geschrieben, der sich gerne mal von einem guten Steak oder einer Katze oder einer Eidechse oder auch dem Bellen einer unbekannten Hundedame von seinem Fall abbringen lässt. Aber wenn’s drauf ankommt, kann sich sein Herrchen Bernie voll und ganz auf seinen Hund verlassen, der immer den richtigen Riecher hat – mehr oder weniger, jedenfalls. (FR)

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Tags: hund, hundekrimi, krimi, tierkrimi   (4)
 

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

by Colm Toibin Brooklyn

Colm Tóibín
Fester Einband
Erschienen bei Scribner, 01.01.2009
ISBN B0030IEHMQ
Genre: Historische Romane

Rezension:

Brooklyn ist eine Emigrantengeschichte, erzählt aus der Perspektive der jungen Ellis. Kaum je aus ihrer Heimatstadt im Süden Irlands herausgekommen, soll sie sich in Amerika eine Arbeit suchen. Ohne komplizierte Handlungsstränge wird hier ein wohltuender Roman über das Thema Heimatverlust, aber auch über die verschiedenen Phasen der Integration erzählt.

Der Roman war 2009 für den Booker Prize (wichtigter britischer Literaturpreis) nominiert, erhielt dann den Costo Book Award (britischer Literaturpreis) in der Kategorie "Bester Roman 2009" (EH)

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familie, krimi, ingrid noll, generationen, erpressung

Ehrenwort

Ingrid Noll
Fester Einband: 335 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.08.2010
ISBN 9783257067606
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nicht nur, weil ich Buchhändlerin bin und Petra heiße, wie eine der Hauptpersonen in diesem Buch, sondern auch, weil ich die Krimis von Ingrid Noll sehr lesenswert finde, habe ich "Ehrenwort" gelesen. Auch hier war, wie erwartet, Lesevergnügen und Spannung garantiert!

Der 90-jährige Großvater Willy Knobel kann nach einem Sturz und einem folgenden Krankenhausaufenthalt nicht mehr zurück in seine Wohnung, in der er, seit er verwitwet ist, alleine lebt.

Sein Sohn Harald und Schwiegertochter Petra beschließen, ihn zu sich zu nehmen. In der stillen Hoffnung, es ist ja nicht für lange!!!!

Ein großer Lichtblick für Willy ist sein Enkel Max. Dieser braucht nach abgebrochenem Studium dringend eine Beschäftigung und geht ganz auf in der Pflege seines Großvaters.

Erst einmal kommt er auf die lebensrettende Idee, den schwachen Willy mit Vanillepudding wieder aufzupäppeln. ( Übrigens eine eigene Erfahrung von Ingrid Noll, die ihre Mutter lange zuhause pflegte)

Nicht gerade zur Freude von Harald und Petra. Sie beobachten die steigenden Vitalisierung des Großvaters mit sehr gemischten Gefühlen!

Zunehmend geht Willy ihnen auf die Nerven, vorallem auch mit seinen lateinischen Sprüchen für alle Lebenslagen!

Jetzt wäre diese Geschichte ja keine Geschichte von Ingrid Noll, wenn sich die Situation nicht zuspitzen und verschiedene familiäre Abgründe sich auftun würden:

Petra und Harald entwickeln heimlich Mordgedanken, Max veliebt sich in Jenny, die Pflegerin Willys, die auch jede Menge Geheimnisse hat.

Ein sehr unterhaltsamer Mix aus Krimi und Familiendrama, voller Boshaftigkeiten und menschlicher Abgründe.

Wenn man die Bücher von Ingrid Noll kennt, denkt man sich gleich, daß hier ein Ehrenwort womöglich nicht gehalten wird!

Jeder verspricht jedem irgendetwas und hält es dann nicht.

Ein Hauch von Erotik bereichert das Ganze noch mit etwas " Würze"

Großartiges Lesevergnügen, Ehrenwort! ( Zu diesem Ehrenwort stehe ich!) (BH)

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Tags: krimi   (1)
 

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73 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

südstaaten, savannah, familie, freundschaft, frauen

Die Frauen von Savannah

Beth Hoffman , Isabel Bogdan , Beth Hoffmann
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 14.03.2011
ISBN 9783462042863
Genre: Romane

Rezension:

Cecilia Rose, genannt CeeCee ist zwölf Jahre alt und lebt in den 60er Jahren mit ihrer Mutter in einer Kleinstadt in Ohio. Ihr Vater ist Handelsvertreter und fast nie zu Hause, vor allem seitdem seine Frau immer verrückter wird. CeeCees Mutter stammt aus Georgia und ist ihrem viel älteren Mann in den Norden gefolgt, in dem sie sich nie heimisch fühlte. Sie trauert ihrer Jugend nach, der Zeit, als sie die Zwiebelkönigin gewesen ist. Ihre Leidenschaft sind shoppen und altertümliche Ballkleider, mit denen si dann am hellichten Tag durch die Stadt stolziert. Kein Wunder, daß CeeCee verspottet wird von ihren Klassenkameraden und ein sehr einsames Leben führt. Lediglich ihre Nachbarin, Mrs. Odell, eine alte Dame, gibt ihr Halt und Zuneigung.

Als eines Tages CeeCees Muter bei einem Autounfall tödlich verletzt wird, nimmt ihre Grosstante Tooti sie auf in ihr Heim in Savannah, in dem sie mit ihrer farbigen Haushälterin Oletta lebt. Zum ersten Mal erfährt CeeCee Liebe und Sorge um sich. Schnell freundet sie sich mit Oletta an, die Martin Luther King verehrt und liest ihr aus der Zeitung oder ihren Kinderbüchern vor. Auch in Miss Goodpepper, einer ziemlich exzentrischen Nachbarin, die Nachts in einer Freiluftbadewanne zu baden pflegt und ihre Blumen mit Musik verwöhnt, findet si eine Freundin. Und als sie sich in der Schule der Schulleiterin vorstellt, schein auch ihr größter Wunsch in Erfüllung zu gehen: Eine Schulfreundin zu haben.....

Dieser Roman ist ein richtig schönes Lesevergnügen und entführt uns in der Zeit der 60er Jahre, als die Schwarzen begannen, sich gegen die Rassendiskriminierung aufzulehnen. Im Mittelpunkt stehen, wie der Titel es sagt, die Frauen von Savannah und die enge Gemeinschaft, die sie bilden. Es entsteht ein gefühlvolles, atmosphärisch dichtes, auch mit stillem Humor erzähltes Bild über eine verletzte Kinderseele, die langsam zu heilen beginnt. Wunderbar für einen faulen Lesetag auf Balkon, Terrasse oder Couch! (MA)

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krimi, stuttgart 21, stuttgart, romane, s 21

Wo die Löwen weinen

Heinrich Steinfest
Fester Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Theiss, Konrad, 24.02.2011
ISBN 9783806224238
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Dies ist ein Roman über das Vorhaben, eine Stadt zu ermorden. Nie erschien mir die Form des Kriminalromans passender, zwingender, befreiender."

Dieses Motto hat Heinrich Steinfest seinem Roman zu Stuttgart 21 vorangestellt. Wer allerdings einen konventionellen Kriminalroman erwartet, der wird enttäuscht werden, denn Heinrich Steinfest ist sich selbst treu geblieben und legt einen Krimi vor, der sprachlich heraussticht und voller skurriler Ideen steckt. Damit gelingt es ihm, obwohl klar ist, daß er gegen das Projekt ist, die Geschichte auf eine andere Ebene zu heben. Bei ihm wird es eine Geschichte, die auch in einigen Jahren nichts von ihrer Aktualität verloren haben wird, ganz egal, ob und in welcher Form S 21 letztlich realisiert oder nicht realisiert werden wird.

3 Männer stehen im Mittelpunkt des Romans: Der Münchner Kommissar Rosenblüt, einst von Stuttgart nach München versetzt, weil er es sich mit einigen hohen Herren verdorben hatte, der jedoch nun zurückkehrt, weil die Spur einer Erpressung ihn zurück in seine Heimatstadt führt.

Tobik, der beim Unfalltod seiner Frau erleben musste, wie die Tatsachen so hingedreht wurden, daß seine Frau nicht mehr das Opfer war, sondern selbst schuld an ihrem Tod. Er will den Mächtigen, die nicht mehr wissen, was Angst ist, diese zurückbringen, denn nur wer die Angst kennt, ist in seinen Augen wirklich Mensch. Zurückbringen will er die Angst mithilfe eines Spezialgewehrs, das vor allem von Scharfschützen benutzt wird.

Und Mach, Archäologe, der geholt wird, weil unter dem Planetarium ein geheimnisvoller Artefakt gefunden wurde, der fest verankert und damit unbeweglich ist und so die Bauarbeiten behindert. Er soll versuchen, den Mechanismus zu verstehen, damit die Figur verschoben werden kann.

Dieser Krimi ist literarisch anspruchsvoll und nicht immer einfach zu lesen. Vor allem im Mittelteil fiel es mir manchmal schwer, dem Handlungsfaden zu folgen. Aber ich wurde belohnt mit vielen treffenden Formulierungen, die ich mir eigentlich hätte aufschreiben sollen, so genau trafen sie den Kern dessen, was beschrieben wurde.

Spannend, literarisch, skurril - eine absolute Leseempfehlung! (MA)

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Tags: krimi, s 21, stuttgart, stuttgart 21   (4)
 

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173 Bibliotheken, 2 Leser, 8 Gruppen, 65 Rezensionen

bonobos, affen, menschenaffen, journalist, explosion

Das Affenhaus

Sara Gruen , Margarete Längsfeld , Sabine Maier-Längsfeld
Fester Einband: 408 Seiten
Erschienen bei Kindler, 08.03.2011
ISBN 9783463406022
Genre: Romane

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

liebe, pflege, belletristik, irina korschunow, arzt

Langsamer Abschied

Irina Korschunow
Fester Einband: 156 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 16.02.2009
ISBN 9783455039986
Genre: Romane

Rezension:

Die Ehe von Nora und Pierre hat sich nicht ganz so entwickelt, wie man sich das wünscht: er will ein Kind, sie, wegen der Karriere erst nicht, dann, später, klappt es nicht mehr; ein Seitensprung von Pierre und, daraus entstanden, eine Tochter! Nora wollte so gerne das vollkommene Familienglück, an das ihre Mutter nicht mehr glaubte, alleinerziehend, verwitwet und deshalb für ihre Tochter einen ganz anderen Lebensentwurf. Nora hätte sie gerne eines Besseren belehrt. Bleibt jetzt dem Paar Nora und Pierre nur noch die Trennung?
Bevor sie das entscheiden können, erleidet Pierre einen Verkehrsunfall und zum Pflegefall.
Nun muß Nora mit all ihrem Kummer, ihren Schuldgefühlen, aber auch mit den (belastenden) Gefühlen der Erleichterung wieder zu sich und zurück ins Leben finden.
Dank Irina Korschunows Art zu schreiben, erleben wir eine nicht neue Geschichte sehr intensiv, gefühlvoll und nachhaltig. Eine bewegende Liebesgeschichte. Erzählt mit einer Kraft und Ruhe, die einen trotz Kummer, Trauer und Not an das Leben glauben läßt. (BH)

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juden, haggadah, venedig, sarajevo, australien

Die Hochzeitsgabe

Geraldine Brooks
Fester Einband: 446 Seiten
Erschienen bei btb Verlag (HC), 15.09.2008
ISBN 9783442752119
Genre: Romane

Rezension:

Die Rahmengeschichte beginnt 1996, als Hanna, eine leidenschaftliche junge australische Wissenschaftlerin nach Sarajevo gerufen wird, um die wertvolle Haggadah, ein jüdisches religiöses altes Buch aus dem 15. Jahrhundert zu untersuchen.
Anhand von feinem Haar, einem Weinfleck oder einem Pinselstrich versucht sie, die Geschichte dieser Schrift nachzuvollziehen. Hochspannend wird dies dadurch, daß die Autorin in mehreren Schritten rückwärts immer direkt in die historische Zeit springt und nun mit einer komplexen eigenständigen Geschichte in der Geschichte den Weg der Haggadah beschreibt: zum Beispiel Sarajevo im 2.Weltkrieg oder Venedig im Jahr 1609.
Hochspannend, beides, Hannas Leben, ihre Familiengeschichte und ihre Liebe, und der 500-jährige Weg der Haggadah. Ein gelungener Erzählfluß, trotz Zeitsprünge. Glaubwürdig und bereichernd.
Ein Lesevergnügen der besonderen Art! Und übrigens, die Haggadah existiert wirklich. Im Anhang erfahren wir von der Autorin was Realität ist und was ihrer Fantasie entspringt. (BH)

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798 Bibliotheken, 6 Leser, 5 Gruppen, 88 Rezensionen

kinder, scheidung, mütter, humor, liebe

Die Mütter-Mafia

Kerstin Gier
Flexibler Einband: 317 Seiten
Erschienen bei Lübbe, 22.03.2005
ISBN 9783404152964
Genre: Liebesromane

Rezension:

Es gibt Bücher, die man jahrelang verkauft, aber nie auf die Idee kommt, sie zu lesen. So ging es mir mit diesem Taschenbuch. Ich bin selbst nicht Mutter und mit vielen Büchern aus unserem Regal "Für Frauen" kann ich persönlich nicht so wahnsinnig viel anfangen. Aber nachdem mir dieses Buch immer wieder über den Weg lief und es mir in Gesprächen mehrmals ans Herz gelegt wurde, nahm ich es mit auf eine Wochenendfahrt mit meiner Mutter - das erschien mir passend, falls Gesprächsbedarf in Sachen Muttergefühle o.ä. bestünde.
Constanze wird (für sie völlig überraschend) von ihrem Mann Lorenz nach 14 Jahren Ehe vor die Tatsache gestellt, daß er sich scheiden lassen will. Großzügig überlässte er ihr die 3 Kinder und das Haus seiner kürzlich verstorbenen Mutter in einem Vorort inclusive deren geschmackvoller Wohnungseinrichtung.
Nach anfänglicher Schocklähmung beginnt Constanze mit tatkräftiger Unterstützung ihrer neuen Nachbarn, ihr Heim schön zu gestalten - E-Bay ist ihr dabei eine willkommene Geldquelle. Gerne würde sie der "Mütter Society der Insektensiedlung" beitreten, aber das erste Kontaktgespräch verläuft sehr unglücklich. So gründet sie mit ihren neuen Freundinnen die Mütter - Mafia, die ganz andere Grundsätze vertritt, als die Supermamis....
Witzig und bissig nimmt Kerstin Gier die Müter aufs Korn, die nur das Beste für ihr Kinder wollen: Spanisch für 3 - jährige, niveauvolle Strassenfeste und Farbberatungen, um attraktiv zu bleiben. Das alles überzeichnet, aber so, daß es nicht absurd wird, sondern man sich genau vorstellen kann, welche Mütter sie da aufs Korn nimmt.
Gesprächsbedarf mit meiner Mutter gab es zu diesem Thema dann doch nicht - aber ich habe mich einen Nachmittag locker und leicht unterhalten gefühlt! (MA)

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45 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 9 Rezensionen

london, feuer, digger, theater, pest

Unter der Asche

Tom Finnek
Fester Einband
Erschienen bei Ehrenwirth
ISBN 9783431037821
Genre: Historische Romane

Rezension:

Der historische Roman spielt in London 1666, vier Tage lang wütet das große Feuer und vernichtet beinahe die ganze Stadt. Finnek entwickelt seine eigene Theorie, wie es zu dem Inferno kam, obwohl es nur eine Randerscheinung in diesem Roman ist. Der Held der Geschichte ist der 13-jährige Geoffrey aus dem Elendsviertel Southwark. Erfrischenderweise weicht Geoff von den üblichen Schema des Helden eines historischen Romans ab. Er ist weder ein Genie noch beeinflusst er durch seine Einflüsterungen in das Ohr der Mächtigen die Geschicke der Welt.
Der Eremit von Southwark, der die Kinder sonntags kostenlos im Lesen und Schreiben unterweist, nötigt Geoffrey seine Erlebnisse aufzuschreiben, um so die Wahrheit über den Brand von London zu ergründen.
Der Roman setzt sich aus Geoffreys Erinnerungen und Berichten aus der Sicht anderer Bewohner Southwarks zusammen, und so werden Ereignisse immer wieder aus anderen Perspektiven beleuchtet. Es werden die unterschiedlichsten Themen behandelt, die Pest, das Leben der einfachen Leute, Gaunereien, das Laster, religiöse Sekten und natürlich auch eine Liebesgeschichte.
So entsteht ein unterhaltsamer, tiefgründiger Roman, der immer wieder vor Augen führt, dass es mehr als eine Wahrheit gibt. (CK)

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