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529 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 74 Rezensionen

magie, london, fantasy, vier farben der magie, kell

Vier Farben der Magie

Victoria Schwab , Petra Huber
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 27.04.2017
ISBN 9783596296323
Genre: Fantasy

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285 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 36 Rezensionen

science fiction, weltraum, aliens, der lange weg zu einem kleinen zornigen planeten, becky chambers

Der lange Weg zu einem kleinen zornigen Planeten

Becky Chambers , Karin Will
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 27.10.2016
ISBN 9783596035687
Genre: Science-Fiction

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147 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

fantasy, askir, richard schwartz, rollenspiel, das geheimnis von askir

Askir - Die komplette Saga 1

Richard Schwartz
Flexibler Einband: 1.184 Seiten
Erschienen bei Piper, 08.12.2014
ISBN 9783492703338
Genre: Fantasy

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50 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

neandertaler, roman, genmanipulation, klonen, science fiction

Neanderthal

Jens Lubbadeh
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.11.2017
ISBN 9783453318250
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Danke, Jens Lubbadeh, dass wir mit „Neanderthal“ in ein wunderschönes, gesundes Deutschland reisen durften! Vorab, ohne irgendetwas zu spoilern: Wir lieben dieses absolut, durch und durch gelungene Werk!!! 

Dank auch von meiner Seite. Nicht nur das uns Wissen einer Sparte vermittelt wurde, die wir vorher keine Beachtung geschenkt haben – nämlich der Anthropologie. Auch wurden wir von einer Geschichte mitgerissen, die einen von perfekt platzierten Spannungsbögen lebte und somit den Leser, also uns, begeistert hat.

Ungerne, aber in diesem Fall notwendig, starten wir kurz mit dem Inhalt: Ein Leichnam wird gefunden, der außergewöhnliche DNA-Strukturen aufweist. Es könnte sich um einen der wenigen behinderten Menschen handeln, die noch in Deutschland leben, aber das wäre ja zu einfach und langweilig. Also lernen wir zwei Forscher kennen, die uns mit dem Genpool von Neandertalern vertraut machen und sich mit uns in ein kurzweiliges Abenteuer stürzen. 

Und vor allem werden wir in ein zukünftiges Deutschland entführt, welches sich dem Gesundheitswahn, der Genmanipulation und der Verachtung des Andersartigen verschrieben hat. Beängstigend ist diese Zukunftsvision deshalb, weil in weiten Teilen der Ideologie schon heutige Ansatzpunkte der Politik wiederzufinden sind.

Außerdem haben wir super gezeichnete Protagonisten. Wir können nicht mal unsere Lieblingsfiguren ausmachen, da sich jede für sich in unser Leserherz geschlichen hat. 

Und dennoch versuchen wir es. Ich ergreife an dieser Stelle kurz das Zepter des Wortes und beginne mit Sarah. Sie ist Doktorin der Anthropologie. In ihrem Fachgebiet, also auf der beruflichen Ebene, strotzt sie vor Selbstbewusstsein. Im Privaten dagegen kämpft sie mit sich und ihren „Makeln“. In einer Welt, in der Anderssein verpönt ist, kommt sie sich mit ihrer ungewöhnlichen Körpergöße und ihren komischen Fingernägeln, wie ein Fremdkörper vor.

Fremdkörper ist ein gutes Stichwort. Ein Fremdkörper in der ach so perfekten Welt ist nämlich auch unser lieber Max. Max ist taubstumm und damit einer der wenigen behinderten Menschen in dieser konstruierten Welt. Alleine die Kommunikation mit ihm ist für seine Umwelt nicht einfach. Nur wenige, um nicht zu sagen, nur Sarah versteht sich darin mit ihm in der Gebärdensprache zu kommunizieren und ihm gegenüber ein wenig Respekt zu erweisen. Natürlich gibt es technische Möglichkeiten der Kommunikation mit ihm, aber Max verweigert diese konsequent. Er ist genauso intelligent wie wütend auf die Welt. Diese Mischung macht’s und ist einfach herrlich. Einerseits löst er die verschiedensten genetischen Konstrukte, andererseits verscherzt er sich seine Entdeckungen durch sein widerspenstiges Verhalten. Dies sorgt dann auch in einer höchst komplexen Geschichte für den ein oder anderen Schmunzler.

Was ich nun natürlich unterschlagen habe sind die wissenschaftlichen Hintergründe. Ich hab sie tatsächlich verstanden, aber Apos vermag sie eindeutig besser erklären. Bei mir hängengeblieben ist: DNA von Neandertalern und Homo Sapiens ist verschieden. Homo Sapiens haben die Evolution „überlebt“ und die Neandertaler sind auf der Strecke geblieben.

Apos, dein Auftritt bitte.

Das ist fast richtig, gewissermaßen zu sehr pauschalisiert und daher eigentlich falsch, liebe Troph. Ich möchte dem zukünftigen Leser nur ungern zu viel vorweg nehmen und bleibe daher bei der richtigen, aber dennoch wagen Behauptung, dass unser heutiges Dasein nur dadurch möglich ist, dass eine Genpoolvermischung von Homo Sapiens und Homo Neanderthalensis erfolgte.

Im Grunde auch eine schöne Botschaft und daher perfekt für die Einleitung des Schlußwortes. Wenn ich bitten darf, Troph.

Ja, na ja gut. In diesem Wissenschaftszeug steck ich ja eh immer nicht 200%ig drin. Dringend gesagt werden muss nur noch: LEST DIESES BUCH !!!! Es war einfach interessant, lehrreich, zum Teil witzig und ist geprägt von nicht zu vergessenden Charakteren. Also auf auf in die Welt des Neanderthals!

https://schizothekare.wordpress.com/2017/12/10/jens-lubbadeh-neanderthal/

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266 Bibliotheken, 6 Leser, 3 Gruppen, 18 Rezensionen

fantasy, askir, magie, elfen, richard schwartz

Das Erste Horn

Richard Schwartz
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.06.2011
ISBN 9783492268172
Genre: Fantasy

Rezension:

Einst saßen zwei junge Frauen in einem sonst verlassenen Schankraum. Ihre Erscheinung wirkte in dem großen Saal mit all den leeren Tischen verloren. Ihre Wahl fiel auf den Platz nahe dem Kamin, in dem die noch feuchten Holzscheite knisterten. Das Schattenspiel des Feuers umspielte ihre Gesichter und tauchte die Zwei in eine geheimnisvolle Aura.

Sie hätten beide nicht unterschiedlicher sein können und doch saßen sie hier zusammen, angetrieben durch die ihnen beiden innewohnende Leidenschaft.

Eine der Beiden fasste mit flinken kleinen Händen in ihren Rucksack und warf mit einer theatralischen Geste ein Buch auf den Tisch.

„Was ist das?“ fragte die Andere überrascht.

„Das ist „Askir“. Es ist zumindest im Umfang schon ein großes Werk. Endlich mal wieder eine Herausforderung. Und, Apos, das Beste: Es ist eine Reihe“

„Und worum geht es?“

„Joa ähhh. also da ist ein Mann. Also ein Held. Er heißt Herbert oder so. Naja, jedenfalls ist Askir ein Reich und dieser Held ist ein Teil dessen. Welchen Teil genau er inne hat, weil man noch nicht. Jedenfalls ist er sehr alt. Er macht Rast in einem Gasthaus. Dort trifft er auf die Magierin Leandra und auf jede Menge andere Gestalten. Sie werden in dem Gasthaus eingeschneit und es passieren magische Dinge…also mehr kann und will ich eigentlich noch nicht verraten. Also, bist du dabei? Hast du Lust zu lesen?“

„Weiß nicht. Klingt wie so viele andere Geschichten auch… Was soll an dieser denn besonders sein?“

„Also eigentlich war es ja nicht mein Plan, jetzt zu Spoilern. Aber du wolltest es ja nicht anders: Wir befinden uns in einem Gasthaus, welches dunkel, dunkel und dunkel ist. Direkt auf der ersten Seite gerät man in diese Atmosphäre und sie lässt einen einfach nicht mehr gehen. Das geht übrigens den Protagonisten dort auch so. Wie schon erwähnt, im Großen und Ganzen spielt der erste Teil dieser wunderbaren Reihe nur an einem Ort. Eigentlich weiß man auch gar nicht so recht, wo genau man sich befindet. Also außerhalb der Gaststätte. Alleine diese Tatsache bringt mich glatt ins Schwärmen und ich möchte nochmals betonen: ein Raum, 400 Seiten und kein bisschen Langeweile. Naja, aber nun wirklich zurück zur eigentlich Geschichte. Hervald, so ist sein richtiger Name, ist der Hauptdarsteller zwischen so vielen anderen spannenden Personen. Aus seiner Warte sehen und erleben wir, wie ein Mord in einer verschlossenen Gaststätte geschieht. Es stellt sich heraus, dass dafür ein Werwolf verantwortlich ist und man versucht nun herauszufinden, wer unter den Anwesenden nun dieser Werwolf ist… „

Apos räuspert sich. Ich weiß auch warum. Ich verliere mich im Detail, darf mich aber nicht unterbrechen lassen.

„Jaja, ich weiß schon, auch das ist nicht neu oder sonderlich aufregend. Aber….wir lernen in diesem ersten Teil ja auch schließlich noch andere Personen kennen, die uns vermutlich die Reihe über begleiten werden. Nehmen wir zum Beispiel Leandra. Sie taucht auf, weil sie einen Ritter sucht, der das Reich Askir und die Königin retten soll. Direkt stellt sie aber fest, dass sie wohl nicht in dem Gasthaus fündig wird. Sie kommt nun leider auch nicht mehr heraus und beginnt eine Unterhaltung und Freundschaft, nennen wir es mal so, mit Hervald. Mehr will ich nicht sagen. Oder…ach jaja, die Dunkelfee, die auch dort ist. Herrlich, sie ist so furchtbar unnett. Man schließt auch sie direkt ins Herz. Auch du würdest sie mögen…soll ich nun weiter ausholen oder konnte ich dich nun überzeugen, liebe Apos?“

„Nein danke, das reicht mir. Gib schon rüber.“

„Och, na gut. Ich würd ja wirklich gern noch von dieser Dunkelfee und den Halunken erzählen…aber hier.“

Mit einem schelmischen Grinsen überreichte Troph Apos das Buch. Diese zog die Tasse dampfenden Kaffee näher zu sich heran, drehte ihren Stuhl in Richtung des Kaminfeuers und tauchte ein in die Welt von Askir. Troph griff während dessen erneut in ihre Tasche und zog den zweiten Teil der Saga ins schummrige Licht des Schankraumes. Beide befanden sie sich nun an einem anderen Ort.

https://schizothekare.wordpress.com/2018/01/01/richard-schwartz-askir-das-erste-horn/

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45 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

Das Haus der gebrochenen Schwingen

Aliette de Bodard , Simon Weinert
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.08.2017
ISBN 9783426519868
Genre: Fantasy

Rezension:

Ein Buch zu dem einem leider nicht viel Gutes einfällt. Um nicht schon wieder in einen bösartigen Hatepost zu verfallen, haben wir unsere Gedanken mal sortiert und stellen sie euch fast wertfrei zur Verfügung. Vorsicht! Aufstellung enthält Spoiler!

Ja Spoiler, aber auch einiges an Kritik. Selten war eine Contra-Seite soviel ausgeprägter als die Pro-Seite.

https://schizothekare.wordpress.com/2017/12/17/aliette-de-bodard-das-haus-der-gebrochenen-schwingen/

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469 Bibliotheken, 14 Leser, 5 Gruppen, 67 Rezensionen

sherlock holmes, krimi, bienen, jugendbuch, detektiv

Young Sherlock Holmes - Der Tod liegt in der Luft

Andrew Lane , Christian Dreller
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 23.02.2012
ISBN 9783596193004
Genre: Jugendbuch

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75 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

historischer krimi, edinburgh, schottland, historischer roman, englische autoren

Die Schatten von Edinburgh

Oscar Muriel , Peter Beyer
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.02.2017
ISBN 9783442485055
Genre: Krimi und Thriller

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134 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 72 Rezensionen

darwin, marx, london, ilona jerger, karl marx

Und Marx stand still in Darwins Garten

Ilona Jerger
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 11.08.2017
ISBN 9783550081897
Genre: Romane

Rezension:

„Und Marx stand still in Darwins Garten.“ Ein Satz voller Poesie und Tiefsinn. Ein Buchtitel, der darauf schließen lässt, dass ein tiefes Luftholen notwendig ist um in eine Sinnhaftigkeit einzutauchen, die den Leser langsam umschließt um ihm dann in voller Gänze einzunehmen.

Dazu ein Cover, welches diesen Eindruck verstärkt. Und man möchte so dringend Teil eines Dialoges werden, dass man es kaum erwarten kann die erste Seite aufzuschlagen und sich in diese Flut zu stürzen.

Danke Apos, reicht dann aber auch mit diesen Metaphern. Denn nun ist es soweit. Wir haben uns in den letzten Rezensionen dagegen gewehrt und sind kein Freund davon, aber wir müssen diese Rezension mit dem Klappentext beginnen, der uns vollkommen zum Lesen des Werkes animierte:

Auch der Titel tat es. Bitte nicht vergessen.

England, 1881.

Zwei bedeutende Denker leben nur wenige Meilen voneinander entfernt: Charles Darwin in einem Pfarrhaus in Kent und Karl Marx mitten in London. Beide haben mit ihren Werken die Welt für immer verändert, beide wissen es und sind stolz darauf. Und doch leiden sie unter Schlaflosigkeit und Melancholie: Darwin hat den Schöpfer abgeschafft, fühlt sich missverstanden und forscht inzwischen still am Regenwurm. Marx wartet auf die angekündigte Revolution, grollt der Welt und kommt über Band 1 von Das Kapital nicht hinaus. Eines Abends begegnen sie sich beim Dinner…

Warum fangen wir so an? Naja, weil wir so ungefähr jeden Satz auseinander nehmen können, der uns zum Kauf animierte und hohe Erwartungen bei uns schürte.

„Zwei bedeutende Denker leben nur wenige Meilen voneinander entfernt: Charles Darwin in einem Pfarrhaus in Kent und Karl Marx mitten in London.“

Brilliant recherchiert. Von einer solchen räumlichen Nähe wussten wir, wie wahrscheinlich einige andere von euch auch, nichts. Alleine diese Tatsache macht das Lesen interessant, denn sie wird auch schön in dem Werk aufgeführt und dargestellt. Die beiden wohnen quasi nebeneinander und ahnen nichts davon. Die einzige Gemeinsamkeit der beiden ist der behandelnde Arzt der beiden.

Erste Assoziation. Marx geht noch mal schnell zu Darwin um eine Passage aus „Die Entstehung der Arten“ mit ihm zu diskutieren. Netter Gedanke. Leider nein!

Weiter Troph!

„Beide haben mit ihren Werken die Welt für immer verändert, beide wissen es und sind stolz darauf.“

Ja die beiden haben die Welt verändert mit ihren Werken. Sie wissen es und sind stolz darauf? Das kam meines Erachtens etwas zu kurz.

Rückblickend betrachtet, scheint es mir, als ob der Verfasser des Klappentextes sich nicht sicher war, ob der Leser des Selbigen sofort etwas mit Marx und Darwin anfangen kann. Eine infame Unterstellung, das gebe ich zu, aber berechtigt. Denn ob „stolz“ das Wort der Wahl ist, muss hier tatsächlich in Frage gestellt werden.

Es ist eher so, dass die Autorin uns in innere Dialoge der zwei Protagonisten entführt, die wenig darauf schließen lassen, dass sie mit vor stolz geschwellter Brust vor die Tür treten.

„Und doch leiden sie unter Schlaflosigkeit und Melancholie: Darwin hat den Schöpfer abgeschafft, fühlt sich missverstanden und forscht inzwischen still am Regenwurm.“

Ja äh, wären es doch nur Schlaflosigkeit und Melancholie gewesen. Das hätte eindeutig gereicht. Aber nein, wir haben hier eine über hunderte von Seiten beschriebene Krankenakte. Da blieb ganz ehrlich nicht viel Ehrbares über die Werke der beiden übrig. Wirklich schade. Darwin forscht auch übrigens nicht still am Regenwurm. Wir durften sehr langatmig daran teilhaben und wissen nun wahrscheinlich mehr darüber als wir je wollten. 

Zusammenfassend kann man sagen: Darwins Verdauung und die Verdauung des Regenwurmes spielen eine große Rolle und nehmen eindeutig zu viel Seiten in Anspruch.

„Marx wartet auf die angekündigte Revolution, grollt der Welt und kommt über Band 1 von Das Kapital nicht hinaus.“

Naja. Mit dem Satz kann man schon mal d’accord gehen. Der Groll gegen die Welt und die Gesellschaft im Einzelnen, der Gram auf Grund des Exils und der damit verbundenen Einsamkeit, ist wahrlich gut dargestellt.

Die Wenigsten dürften sich mit dem Menschen Marx auseinandergesetzt haben, vielleicht mit den Theorien und dem Gedankengut, wenn überhaupt. Zu diesen Menschen zählen wir auch. Man weiß nichts über seine Persönlichkeitstrukur und sein Privatleben. Vielleicht ist man deshalb so enttäuscht über seine Darstellung. Der erste Band des Kapitals ist geschrieben. Seine Theorien sind in aller Munde, das Gedankengut revolutionär, die Kapitalisten sehen darin eine ernsthafte Bedrohung.

Und was denkt sich der Leser die meiste Zeit? „Bitte stirb jetzt nicht, alter Mann. Bitte nicht. Du musst noch zwei Mammutbände verfassen und deinem Namen mehr Ehre leisten!“

FAIL!

„Eines Abends begegnen sie sich beim Dinner…“

Genau das war der Grund des Lesens des Werkes!!! Wir haben uns soooooo viel davon versprochen. Was könnte es spannenderes geben als Darwin und Marx, die bis ins Unermessliche diskutieren, nicht von ihrem Standpunkt abrücken und dann ohne Ergebnis auseinander gehen?! 

Oder sich in einer gemeinsamen Auffassung wiederfinden, darüber leise sinieren und dann unter stillem Einverständnis in den Garten gehen, dort die Ruhe auf sich wirken lassen und nebeneinander stehen!

Also lasen wir fleißig weiter und weiter und erwarteten diesen Augenblick. Aber wie ihr euch jetzt vielleicht schon denken könnt: er kam nicht. 

Obacht!

Ja, es gab ein Dinner und die beiden saßen dort zusammen. Die Diskussion kam wegen zu vieler unbedeutender Teilnehmer an dem Dinner einfach nicht richtig in die Gänge. Wir reden hier von ca. zwei Seiten Begegnung der beiden. Zwei Seiten!!! Eindeutig zu kurz. Mehr mag ich nicht zu meiner Enttäuschung sagen

Was soll ich sagen? Ich hätte auch Angst gehabt, einen Dialog zu verfassen, der zwischen Darwin und Marx stattfindet. Aber wenn es dazu nun wirklich nicht in einem Buch kommt, dann sollte man es auch nicht damit anpreisen.

Pure Enttäuschung!

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Tags: ilona jerger, und marx stand still in darwins garten   (2)
 

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302 Bibliotheken, 10 Leser, 1 Gruppe, 71 Rezensionen

satire, zukunft, roman, qualityland, humor

QualityLand

Marc-Uwe Kling
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 22.09.2017
ISBN 9783550050237
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Qualityland – Ihr Garant für die Stärkung der Lachmuskulatur

Erinnern Sie sich noch an das Känguru? Ja genau, DAS Känguru, vorlauter Kommunist mit einer Vorliebe für Schnapspralinen – mmmmhhh lecker Schnapspralinen, die beste Art des Alkoholkonsums .  Haben Sie Vorbehalte, deswegen in Qualityland – das beste Land der Welt – vorbeizuschauen?

Das kennen wir. Und können Sie beruhigen. Qualityland – das beste Land der Welt – überzeugt mit einer neuen, realen Form des Lachmuskel-Aufbaus und kommt ganz ohne tierische Unterstützung aus. Alles Vegan also.

Qualityland – das beste Land der Welt – besticht durch seine besondere Überwachung jedes Körpers und der Informationspolitik über den entsprechenden Zustand. Jeder Ihrer Wünsche wird aus Ihren Gedanken gelesen. Sie wissen nicht mal, dass Sie es sich wünschen und doch kann TheShop – der weltweit beliebteste Versandhändler – es Ihnen per Drohnenlieferung sofort zukommen lassen. Bitte vergessen Sie nicht die Drohne zu bewerten!

Auch können Sie hier alles Vergessen was in der Vergangenheit je negativ war. Kommen Sie ins Qualityland – das beste Land der Welt – und Hitler und Mussolini sind nur noch Figuren eines Schauspiels. – Heute zu sehen: Hitler!  – Das Musical. Die Geschichte von Ado und Eva – Sie vergessen, dass es sie jemals gab.

Sie können sich auch einfach fallen lassen und den politischen Attitüden eines sympathischen Androiden lauschen. Oder Sie schaffen sich beimyRobot – Roboter für dich und mich – den neusten Androiden selbst zu und merken dann, dass Sie und Ihre Arbeitskraft absolut entbehrlich sind.

In Qualityland – das beste Land der Welt – ist alles möglich.

Buchen Sie schnellstmöglich Ihren Termin und wir garantieren, dass Sie innerhalb von zwei Tagen einen Aufbau des Lachmuskels zu verzeichnen haben. Fußnote: Jeder Versuch einer Rückgabe könnte tödlich sein.

 

* Ein Rückgaberecht existiert nicht. Jeder Versuch einer Rückgabe könnte tödlich sein.

Kommentare

Troph Regierungsangestellte: Reist nach Qualityland. Egal, ob rechts, links oder geradeaus. Ihr werdet euch wohlfühlen.

Apos Linsenschleiferin: Ich kann dem nur vollkommen zustimmen. Nach zwei Tagen konnte ich schon einen starken Anstieg der besagten Lachmuskeln feststellen. Das Produkt hält wirklich was es verspricht. Ich werde dementsprechend meine Bewertung ausfallen lassen, wenn mein Qualitypad mich danach fragt. Und was ist das eigentlich für ein Känguru? Find ich das auch bei TheShop?

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Tags: humor satire, marc-uwe kling, qualityland   (3)
 

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127 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

venedig, italien, oper, krimi, dirigent

Venezianisches Finale

Donna Leon
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 01.05.2012
ISBN 9783257231717
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Venedig, Oktober 2017

Ein kleiner Raum, die Wände sind mit dunklem Teakholz getäfelt. Zwei Stühle stehen an der Wand. Ihnen gegenüber steht ein weiterer Stuhl. Kerzenschein erhellt den Raum und wirft flackernde Schatten an die Wände. Apos und Troph sitzen auf den zwei Stühlen. Commissario Brunetti sitzt ihnen gegenüber und schaut in ihre unschuldigen Gesichter. Es ist seine x-te Befragung.

Comissario: Wie haben Sie vom Venizianischen Finale erfahren?

Troph: Ständig lagen Donna Leons Werke auf den Tischen in unseren Lieblingsbuchhandlungen. Wenn Sie schon so lange ermitteln, mussten wir ja mal reinschauen.

Apos: Reine Neugier also.

Commissario: Wann genau haben Sie das Werk gelesen?

Troph: Naja, jetzt, vor kurzem halt. Habe direkt festgestellt, dass wir 20 Jahre zu spät dran waren. Krass, dass Sie zur Ermittlungen weder Handy, noch Internet hatten. Das war schon etwas irritierend.

Apos: Mittlerweile dürften Sie ja auch in diesem Zeitalter angkommen sein.

Commissario: Wie stehen Sie zu Opern? Sind Sie Experten auf dem Gebiet der klassischen Musik?

Troph: Äh, nö. Gar nicht. Habe auch noch keine Oper besucht, erhrlich gesagt, aber genau deswegen war der Hintergrund und die Bühne quasi echt spannend.

Apos: Ich nutze klassische Musik um meine Denkprozesse zu optimieren. Sie führt ja nachweislich zu synchronen Gehirnwellen. Das ist wohl nicht ganz die Antwort, die Sie erwartet haben.

Commissario: Was sagen Sie zur Beschreibung der Stadt?

Apos: Authentisch, schätze ich. Ein Hauch des provinziellen umgibt sie.

Troph: Aufregend. Hatte während des Lesens schon Lust mal hinzureisen und ein bisschen zu gondeln.

Commissario: Sind Ihnen Personen in der Stadt besonders ans Herz gewachsen?

Troph: Schon, ja. Diese ältere Dame da auf der Insel. Apos, hilf mir mal.

Apos: Kann mich nicht an den Namen erinnern. Aber sie ist auch nicht meine erste Wahl. Commissario Brunetti, es ist wohl eher Ihre Frau. Sie wurde als unglaublich sympathischer Mensch dargestellt.

Commissario: Was halten Sie denn überhaupt von meinen Ermittlungen?

Troph: Tja, Herr Brunetti. Sie waren schon, äh, bisschen langsam find ich. Aber gut, dass lag vielleicht an Ihren Mitteln damals. Also an den nicht vorhandenen. Für Ihre Verhältnisse wars dann also gut.

Apos: Sie laufen von einer Befragung zur anderen. Kurzzeitig hatte ich den Verdacht, wir würden lediglich Verhörprotokolle lesen, und ab und an ein Loblied auf die Stadt Venedig.

Commissario: Haben Sie dieses Ende erwartet?

Troph: Nope. Ganz und gar nicht. Das hat dann auch ziemlich viel zwischenzeitliche Langeweile wieder wettgemacht.

Apos: Später habe ich mich dann auch gefragt, ob es mir möglich gewesen wäre, selbst darauf zu kommen. Und ja. Mir lagen alle Informationen vor. Man hätte darauf kommen können. Aber es war schöner Ihnen die Arbeit zu überlassen.

Commissario: Ich danke Ihnen für diese ehrlichen Worte. Falls ich noch Fragen habe, komme ich wieder auf Sie zu.

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Tags: commisario brunneti, donna leon, kriminal-literatur   (3)
 

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47 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

maschinenintelligenz, hacker, ki, künstliche intelligenz, virus

Das Erwachen

Andreas Brandhorst
Flexibler Einband: 736 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.10.2017
ISBN 9783492060806
Genre: Fantasy

Rezension:

Liebe Apos, 

es wird mal wieder Zeit für einen glücklichen, aber auch verzweifelten Brief an dich. Vor gerade mal sieben Minuten beendete ich „Das Erwachen“ von Andreas Brandhorst. Ich weiß, dass du es natürlich auch gelesen hast. Ich muss sagen, ich bin schon schwer begeistert. Um nicht zu sagen: übertriebenst begeistert. Eine Maschinenintelligenz, die die Welt übernehmen will und die Menschheit, die verzweifelte Versuche unternimmt, sie zu stoppen. Tja, das ist das was ich verstanden habe. Und das reichte tatsächlich für meine Begeisterung schon aus. Dabei ist es eigentlich egal, dass ich vollkommen „technikdumm“ bin. Vielleicht auch „physikdumm“ und „computerdumm“. Nein, es ist nicht nur eigentlich egal, sondern vollkommen egal. Ich habe nämlich verstanden und gelernt, dass es gar nicht so unwahrscheinlich ist, dass Menschen eine Maschinenintelligenz „erfinden“ und dessen nicht mehr Herr werden können. 

|Korrekt wäre an dieser Stelle, dass sich die Maschinenintelligenz selbst schafft und wir lediglich den Anstoß geben.|

Ich habe auch verstanden, dass Daten und die daraus resultierenden Prozesse unser Leben bestimmen und wir ohne diesen ganzen Kram absolut lebensunfähig sind. Zum Beispiel Strom. Hab ich mir vorher noch nie Gedanken zu gemacht. Strom ist halt da. Aber Andreas Brandhorst hat es geschafft, dass auch ich mal darüber nachdenke und zu dem Ergebnis komme, dass alles mit allem zusammenhängt. 

|Die Gefahren der Vernetzung der Welt dürfte vielen Menschen bereits bewusst geworden sein . Aber ich gebe dir recht, dass auch mir erst das ganze Ausmaß mit dem Lesen dieses Buches ersichtlich wurde.|

Ich fand es übrigens genial, dass nicht alle Protagonisten technischen Sachverstand besaßen und das selbst ihnen die Daten- und Maschinenwelt erklärt wurde. So konnte auch ich das alles tatsächlich etwas nachvollziehen. Ich habe echt was gelernt!!! 

Und nun kommen wir zu meiner Verzweiflung. Du musst mir mal wieder auf die Sprünge helfen. Wie du ja weißt und ich auch eben nochmal betonte: ich bin „technikdumm“. Aber jetzt spätestens nach dem Lesen des Werkes möchte ich es nicht bleiben. Also bitte erkläre mir doch kurz die wesentlichen Dinge: Botnetze? TakeOff? Augmented Reality (sogar mein Iphone hat so was?!) ? Maschinenintelligenz im Allgemeinen? Besitzt die Welt tatsächlich Cyberwaffen? 

|Ich hab mal einiges zusammengetragen. Du findest es auf einem gesonderten Blatt.|

Faszinierend finde ich übrigens auch, dass die letzten drei Werke, die wir zu diesen Themen lasen, diese Intelligenzen anders interpretierten. In „Qualityland“ zum Beispiel steckte der Teufel in der Künstlichen Intelligenz, während nun die Maschinenintelligenz das allwissende „Wesen“ war. Kann es sein, dass wir Menschen uns noch nicht mal einig darüber sind, wie wir so etwas nennen? Wissen wir, welche Auswirkungen diese ganze Intelligenzsache auf unser Dasein hat? Oder können wir das momentan nur erahnen?

Also Apos, wie du merkst hab ich viele Fragen, die sich nur mit Deinem Sachverstand beantworten lassen. In diesem Sinne erwarte ich Deine Antwort schnellstmöglich, da ich vor Neugierde fast platze!

Ich hoffe natürlich, dass dieses Werk ebenso zu Deinen Jahreshighlights gehört, wie zu meinen. Auch wenn wir es auch vermutlich aus zwei völlig verschiedenen Perspektiven gelesen haben. 

Bis bald, 

Troph

PS. Auch wenn es Spoilergefahr für die anderen Leser ist: bitte erklär mir doch nochmal kurz, in einfach, das Ende mit diesem Quantenmechanik-Zeug. Danke !!!

Du weißt, dass das der schwerste Part für mich ist. Wir streiten uns öfter über existenzielle Themen und nicht selten geht es soweit, dass der Eine den Anderen als engstirnig bezeichnet. Aber bitte, du hast ja darum gebeten:

Die Quantentheorie trifft im Allgemeinen nur Wahrscheinlichkeitsaussagen für mögliche Messwerte und sagt nicht etwa einen bestimmten Messwert voraus. Somit kann jedem Quantensystem ein Zustand zugeordnet werden, aus dem sich die Wahrscheinlichkeiten der erzielbaren Messwerte präzise berechnen lassen. Messungen jedoch ändern den Zustand unstetig.

Denn die Messgröße hat vor der Messung keinen Wert, sondern dieser Wert entsteht erst bei der Messung.

Übertragen auf unsere uralte Diskussion – könnten wir sagen, dass ein ständiger und andauernder Schöpfungsakt staffindet und wenn man Gott sucht, dann sollte man im Kleinsten beginnen.

Ich weiß, dass du jetzt laut KETZER rufst. Ich verbleibe dennoch mit atheistischen und freundlichen Grüßen!

Botnetz: Ist eine Gruppe vernetzter Rechner, deren Netzwerkanbindung sowie lokale Ressourcen, dem Zugreifenden zur Verfügung stehen, ohne Einwilligung des Eigentümers.

Augmented Reality: Im Grunde genommen ist es eine Erweiterung der Realität gestütz durch Computer. Dir werden zum Beispiel durch das Betrachten eines Denkmales durch das Objektiv deiner Smartphone-Kamera viele Informationen über das jeweilige Objekt angezeigt.

KIvsMI: Eine Künstliche Intelligenz (KI) zeichnet sich dadurch aus, dass sie auf einem Fachgebiet überragend ist. Konfrontiert man sie jedoch mit Problemen eines anderen Fachgebietes, versagt sie. (Beispiel: Einen Schachcomputer kann man nicht an das Steuer eines Selbstfahrenden Fahrzeuges lassen. Die Folgen wären fatal.) Die Maschinenintelligenz (MI) zeichnet sich dadurch aus, dass sie Lern-und Selbstoptimierungsprozessen unterliegt. Durch selbstständige Veränderungen von Algorithmen und Programmierungen kann eine MI lernen und somit Probleme lösen. Durch eine immer größeren Vernetzung und der damit verbundenen Aufnahmen von weiteren Daten und Bibliotheken, entsteht so eine Superintelligenz, die auf einem qualitativ übergeordnetem Niveau arbeitet.

Take-Off: Die Maschinenintelligenz kommt an einen Punkt, bei dem die Selbstoptimierung so quantitativ und qualitiav fortgeschritten ist, dass ein Eingreifen des Menschens nicht mehr möglich ist und die Kontrolle jeglicher elektronischer und elektrischer Ressourcen lediglich durch die Maschinenintelligenz erfolgt. An diesem Punkt wird die Maschinenintelligenz auch als Singleton bezeichnet – technologische Singularität.

Cyberwaffen: Es gibt sie. Im einfachsten Fall zielen die Angriffe mit diesen Waffen wohl auf rechnergestütze Verbindung und wollen die Kommunikation dieser Verbindungen stören. Komplexere Waffen, also komplexere Programme oder Algorithmen sind dafür ausgelegt die Kontrolle zu übernehmen.

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953 Bibliotheken, 53 Leser, 1 Gruppe, 121 Rezensionen

fantasy, das lied der krähen, leigh bardugo, krähen, grischa

Das Lied der Krähen

Leigh Bardugo , Michelle Gyo
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Knaur, 02.10.2017
ISBN 9783426654439
Genre: Fantasy

Rezension:

Hier haben wir euch mal einen Ausschnitt von einen Brainstorming zu das Lied der Krähen online gestellt. Im Nachhinein ist uns aufgefallen, dass es auch als andere Art der Rezension verwendet werden kann. Apos: Ideen zu themen die unbedingt angeschnitten werden müssen? Troph: kaz & inej Apos: die anderen nicht so unbedingt? Troph: doch doch....ich suche gerade noch wie diese "hexen" hießen Apos: du meinst die Entherzer? Troph: grischas und ihre fähigkeiten Troph: dann vielleicht noch die gesellschaft als solche in dem buch Troph: ja allgemein grischas halt Apos: ok Apos: dann noch die Story an sich und die Rückblicke, die die Geschichten der Einzelnen erzählen Apos: Allerdings nicht zu ausführlich, könnten fiese spoiler werden Troph: Vllt auch noch die Pläne der Befreiung und diese wunderbare Durchtriebenheit der verschiedenen Personen, die Perspektivwechsel etc Troph: japp Troph: so kommt doch gut was zusammen Apos: jut. Also Kaz dürfte ja dann dein Part sein. Apos: Schon Ideen, was unbedingt aus deiner Sicht rein muss? Troph: ja absolut Troph: Ganz klar: Kaz ist verkrüppelt....körperlich und seelisch. Wurde in seiner Kindheit Überrest verarscht, ist zwischen Leichen aufgewacht, musste sich selbst retten und wurde zum Rächer und Bandenchef Troph: Galans wichtig find ich auch, dass er immer mit sich selbst hadert und die anderen nicht an seinen Gedanken teilhaben lässt Troph: blöde Autokorrektur: Gaaaanz sollte das heißen Apos: Na da müssen wir nur aufpassen, dass wir nicht zu viel vorwegnehmen Apos: überrest heißt übelst? Apos: könnte man sich jetzt streiten, ob die Leichengeschichte angeschnitten werden sollt Troph: Na viel mehr sollte da nicht rein. Seine Gedanken, die wir erfahren, seine Mitstreiter aber nicht, bleiben natürlich weg Troph: ja genau ÜBELST Apos: Aber das eigenbrödlerische ist schon wichtig und auch die Selbstzweifel Apos: und von ihm kommen wir dann zu meinem Liebling? Troph: Doch doch, die Leichengeschichte soll rein. Dann wissen zartbesaitete Leser gleich, dass sie die Finger von der Story lassen müssen Troph: Klar! Das liegt ja Nahe...das Phantom Troph: Was willst du über Inej denn sagen? Apos: Also wenn die Leichengeschichte mit reinkommt, dann sollte zumindest auch die Bordellgeschichte nicht fehlen Apos: Dann ihre Eigenarten eben, die Lautlosigkeit und Ihre Aufgabe innerhalb der Bande Apos: die kleine Spionin eben Troph: Richtig, die darf auf gar keinen Fall fehlen! Die Hintergründe der Protagonisten machten ja gerade auch die Story aus Apos: Aber ich bin trotzdem der Meinung, dass da nicht zuviel vorweggenommen werden darf. Es ist doch schöner, wenn man sich das als Leser selbst erarbeitet Apos: Komrpomiss: kurz anschneiden ohne viel Details Troph: Guter Kompromiss. Damit kann ich gut leben Troph: Wollen wir die anderen auch noch erwähnen oder es bei den Lieblingen belassen? Apos: Ich würde sie kurz erwähnen und ihr jeweiliges "Talent" Apos: Mehr nicht... Troph: Ok...lass uns das mal kurz zusammentragen, dass ich nicht was durcheinander haue Apos: Jesper Troph: Ja Jesper. Hmmm...Spieler, kann gut mit Waffen?! Apos: Kann sehr gut mit Waffen - ein ausgezeichnter Schütze Troph: Ok Troph: Wie hieß denn nochmal der Kleine? Apos: Der Sohn von dem Kaufmann? Troph: Ja genau der...ich komm nicht drauf Troph: Ach, ist auch egtl egal. Wir nennen ihn Kaufmannssohn Troph: Der blieb ja eh eher blass, aber mochte Sprengstoff Apos: Ja. Ist ja auch eher ein Pfand gewesen oder eine Versicherung Apos: und er konnte gut Flöte spielen Troph: Troph: ganz ganz wichtig ja Apos: dann ist da noch Nina Apos: eine Korporalki Troph: Nina...ja Nina...Nina... Apos: was du gegen Nina? Troph: Viel zu kompliziertes Wort für so ne blöde Person Apos: Nur weil sie Prinzipien und Prioritäten hat, ist sie keine schlechte Person Troph: Türlich....ich mag sie einfach nicht...Verräterbraut...ich bleib dabei. Daran ändert auch der weitere Verlauf der Geschichte nix Apos: mmmpf Apos: Ohne Nina kein Inej Troph: Du sollst das doch nicht schreiben!!! Apos: dann fehlt nur noch Matthias Troph: Jaaaaaaa, schon gut. Dann schreiben wir so was wie: Mörderin und Heilerin zugleich Apos: Mörder sind die alle! Troph: Ich lass es mir aber nicht nehmen, dann mehrfach zu wiederholen, dass sie ne Verräterin ist Apos: ...gut... zurück zu Mathias Troph: Wir schenken hier selbst hier beim Brainstorming zu viel Aufmerksamkeit Troph: Ja Troph: Wurde von Nina verraten Apos: nein Apos: damit nimmst du doch schon wieder viel zu viel vorweg Troph: Ok, wir lassen das Thema einfach raus. Sollen sich die Leser ein eigenes Bild machen Troph: Matthias: Gefangener in einem Hochsicherheitsgefängnis Apos: Mathias hat lediglich die Aufgabe Informationen für die Eisinsel an die Krähen zu liefern, oder? Troph: Eisinsel? Oha....na das klingt aber mickrig Troph: Eistribunal, liebe Apos ! Apos: du weisst doch was ich meine! Troph: Ja, aber wollte mal klugscheißern Troph: zurück zu Matthias Troph: Ja er war mal eine Wache im Eistribunal bzw. wurde dazu ausgebildet, deswegen braucht der Trupp von Kaz ihn Apos: sag ich doch. Ansonsten nichts besonders cooles Troph: Hmmm...nee nicht wirklich. Vielleicht, dass er Wölfe  mag Troph: DenHaufen Nebendarsteller lassen wir aber weg ne?! Das führt sonst wirklich zu weit Troph: Aber wir müssen unbedingt auch was zu dieser düsteren Welt sagen. Was meinst du? Apos: das führt ja jetzt schon fast zu weit. Apos: ja Apos: Ich würde diesbezüglich gern darauf eingehen, dass eine recht komplex gehaltene Gesellschaft ist - bezogen auf die wirtschaftlichen Beziehungen und Verflechtungen. Die Atmosphäre mittelalterlich wirkt, aber es so scheint, dass sie dennoch viel weiter entwickelt ist - so ein eigenartiger Mix Troph: Düster // arm und reich // interessante Straßennamen (Geldstraat) Troph: ja das trifft es doch perfekt Troph: Dann haben wir doch fast alles...hehe nur nix zur Story Troph: Die müssen wir ja schon noch erwähnen Apos: kurz und bündig: Auftrag des Stadtrates einen Menschen aus dem Eistribunal zu befreien Apos: Die truppe wird von Kaz zusammengewürfelt Troph: Jawoll. So machen wirs Troph: Noch was vergessen? Apos: ja Apos: der Stil Apos: die Perspektivwechsel Apos: das sofortige in die Welt geschmeisse ohne Erläuterungen Troph: Stimmt. Die Geschichte wird aus den Perspektiven der Hauptpersonen erzählt Troph: Na das war ja erstmal nicht so toll. Also ich erinnere mich an unsere ersten Gespräche, in denen nur Verwirrung über die ersten Kapitel herrschte Troph: Was ist mit der Magie? Bzw den Fähigkeiten der Grischa? Erwähnen? Apos: ja. Aber man kommt irgendwann rein und es erklärt sich einem alles. Das macht es ja auch. Man erarbeitet es sich quasi Apos: Nö. würde ich eher lassen. Verwirrt nur zu sehr Troph: Stimmt Troph: Ok Troph: Dann haben wir ja alles zusammen. Troph: Fazit wird dann wieder: JAHRESHIGHLIGHT !!!! Apos: würde ich auch sagen. jetzt müssen wir es nur noch ordentlich verpacken Apos: DEFINITIV Troph: Na jut, dann setzen wir uns wohl mal ran. Hören dann später?! Apos: jep Apos: bis dann Troph: Bis dann

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415 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 185 Rezensionen

mord, krimi, psychologie, manuskript, erinnerungen

Das Buch der Spiegel

E.O. Chirovici , Werner Schmitz , Silvia Morawetz
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 27.02.2017
ISBN 9783442314492
Genre: Romane

Rezension:

Gekennzeichnet als Roman, wurden wir hier in eine spannende Krimiwelt hineingezogen. Natürlich wollen wir euch lieben Lesekünstler daran teilhaben lassen. Und beginnen mit Apos‘ und Troph’schen Grundsätzen zum Thema Krimi:

Was wir von einem Krimi erwarten…

Von einem Krimi erwarten wir erstmal mindestens einen Toten, einen interessanten Ermittler und einen Haufen Verdächtiger, der uns verwirrt.

Genau. Eine undurchsichtige Geschichte. Eine Geschichte, die uns bei einer Tasse Kaffe dazu verleitet, stundenlang darüber zu diskutieren, wer lügt und wem man Glauben schenken sollte. Eine Theorie, abstruser als die anderen, sollten über den Mörder aufzustellen sein um dann von dem anderen Lesekünstler in der Luft zerpflückt zu werden.

Das erwarten wir von einem Krimi.

Was wir von „Das Buch der Spiegel“ erwartet haben…

Joa nicht allzu viel. Alleine der Titel gab ja nicht so viel her. Ich dachte an ein Werk, also ein Buch, das gejagt wird. Also ein Buch wird geschrieben und soll nicht veröffentlicht werden. Der Autor versucht es zu verstecken und die Protagonisten suchen es auch diversen Gründen.

Ich hatte eher ein Autorenjagd im Sinn. Jemand erhält ein Manuskript und versucht so viel wie möglich über den Autor und den dort beschriebenen Personen in Erfahrung zu bringen. Und bei dieser Schnitzeljagd kommen, wie soll es anders sein, dunkle Geheimnisse ans Tageslicht und tiefe Abgründe breiten sich aus.

Was wir im „Buch der Spiegel“ bekamen…

Ein Satz meinerseits: Die Zahl DREI spielt eine sehr wichtige Rolle!

Drei Tote, drei Ermittler und drei Verdächtige. Aber zum Glück nicht ganz so platt, wie es jetzt zunächst klingt. Wir sind nämlich gar keine klassischen Krimileser. Zunächst werden wir in eine melancholische Welt eines Autors gebracht. Richard Flynn schrieb ein Manuskript zu seinem entscheidenden Lebensabschnitt. Diesen reichte er unserem ersten „Ermittler“ ein. Unser erster „Ermittler“ ist ein Mitarbeiter eines Verlags, der immer auf der Suche nach spannenden Manuskripten ist. 

Wir lesen also zusammen mit ihm den ersten Teil des eingereichten Manuskripts. Dabei vergisst man direkt,dass es sich nur um einen Ausschnitt handelt und befindet sich gedanklich in der Story von Richard Flynn. Soweit so gut, aber das Manuskript endete [damit hat es nicht wirklich geendet – der Tod von ihm wurde nur vorausgesagt]…und zwar mit dem Tod bzw. der Ermordung eines prominenten Psychologen.

Da hatten wir dann zumindest schonmal unseren Toten. Es sollte nicht der Einzige bleiben.

Wohl wahr. Denn auch der Autor unseres Manuskriptes stirbt und somit die einzige Möglichkeit an die weiteren Fragmente zukommen. Und so kommen wir zu meiner Schnitzeljagd, anders als erwartet, aber dennoch nicht unspannend. Der Verlagsmitarbeiter beauftragt einen alten Freund mehr über diese Geschichte herauszufinden. Dieser spielt im Grunde Detektiv und versucht die beteiligten Personen ausfindig zu machen und folgt somit den ersten Brotkrumen, die zur Lösung führen.

Um der Troph’schen Ausschweifung vorauszueilen, will hier zum Inhalt nur noch gesagt sein, dass die Dreiteilung des Buches natürlich voraussetzt, dass sich noch jemand einklinkt. Hier handelt es sich dann um den Polizeibeamten, der schon vor Jahren an diesem Fall gearbeitet hat. {Mehr wird nicht mehr verraten!}

Was bleibt ist…

… Verwirrung. Das Werk war gut zu lesen. Das Ende war…naja. Mir blieben unlogische Dinge im Kopf. Interessant ist natürlich der Bezug zum Spiegel bzw. der Titel: Das Buch der Spiegel. Im Werk selbst wird mehrfach auf Spiegellabyrinthe eingegangen (wenn auch ein bisschen kurz). Diese stehen für den Verlust der Orientierung. Und genau so ging es mir während des Lesens zwischenzeitlich. Außerdem bleiben ein paar Fragen offen, die ich gerne beantwortet bekommen hätte. Wenn man relativ offene Enden mag, dann ist es sicherlich gut gelungen. Meins ist es leider nicht. Nun ja, es war lesenswert, aber wirklich empfehlenswert auch nicht. 

… die Erkenntnis, dass wir wohl einfach nicht für dieses Genre geschaffen worden sind. Es bleibt zu wenig Platz, um sich in eine Welt auszumalen – es fühlt sich eher wie ein Korsett an, in das man beim Lesen hineingezwängt wird. Anderen mag genau das ein Vergnügen und Entschwinden in fremde Welten ermöglichen, uns leider nicht.

Troph nickte zustimmend.

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das geheime vermächtnis des pan, sandra regnier, fantasy, pan, magie

Das geheime Vermächtnis des Pan

Sandra Regnier
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 02.07.2015
ISBN 9783551314932
Genre: Fantasy

Rezension:  
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ruhm, daniel kehlmann, kurzgeschichten, identität, schriftsteller

Ruhm

Daniel Kehlmann , any.way , Walter Hellmann
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.11.2010
ISBN 9783499249266
Genre: Romane

Rezension:

Ein Roman oder doch sich verknüpfende Kurzgeschichten? Die Kurzgeschichten in diesem Werk ließen uns darüber nachdenken. Nach dem Lesen kann man hier deutlich sagen: ein Roman in einem genialen, äußerst seltenen Format.

Vorab möchte ich kurz eine Begrifflichkeit klären.

Was ist Identität?

Laut einem einschlägigen Onlinelexikon ist Identität die Gesamtheit der Eigentümlichkeiten, die das Seiende, einen Gegenstand oder ein Objekt kennzeichnet und als Inidividuum von allen anderen unterscheidet. Der Verlust der Selbigen ist das Schwinden der Fähigkeit, sich selbst in seinen Handlungen erkennen zu können.

Die Zahl 9

Beginnen wir hier ganz objektiv. Sie ist die natürliche Zahl zwischen Acht und Zehn. Sie ist ungerade, eine Quadratzahl sowie die höchste einstellige Zahl im Dezimalsystem. Ferner, und hier muss ich kurz in den Bereich der Mystik abschweifen, gilt die 9 als die zweite vollkommene Zahl in der ersten Dekade. Sie ist die dreifache Triade, und steht für Anfang und Ende, die Vollendung, das Ganze und die Erfüllung.

In diesem Roman von Daniel Kehlmann geht es also um Identitätsverlust in 9 Geschichten, vorgestellt in seinen verschiedensten Ausprägungen. Das Besondere an dieser Gestaltungsform ist, dass sich alle Figuren in der jeweils anderen Geschichte wiederfinden und sie so über die Geschichten hinaus doch miteinander verknüpft sind.

Natürlich kann man hier nicht alle Charaktere näher beschreiben oder erwähnen, so dass wir uns auf unsere "liebsten" Figuren beschränken wollen. Ansonsten könnten wir ja schließlich "Ruhm" in Gänze abtippen.

Die Figuren mit den ,meines Erachtens nach, einprägsamsten Identitätsverlusten waren der Abteilungsleiter und Rosalie.

Rosalies Geschichte wird in "Rosalie geht sterben" erzählt. Bei Rosalie handelt es sich um eine alte Dame, bei der Krebs im Endstadium ohne Heilungschancen diagnostiziert wird. Sie entschließt sich dazu, in die Schweiz zu reisen um Sterbehilfe in Anspruch zu nehmen. Der Autor dieser Geschichte ist hier die Figur aus einer anderen Geschichte und zwar Leo Richter. Während des Lesens bekommt man davon allerdings zunächst nichts mit. Man hat es mit einem Autor zu tun, der allwissend ist und mit dem sich die Figur Rosalie sogar unterhält. Diese Form der Einbindung des Erzählers habe ich persönlich noch nie gelesen und war schwer beeindruckt davon. Rosalie bittet den Autor mehrfach konkret darum, ihre Geschichte umzuschreiben und dieser antwortet darauf. Wie es dann endet, kann hier natürlich nicht wiedergegeben werden, um die Geschichte nicht vorwegzunehmen.

Hier nimmt also auch der Identitätsverlust..

Hier möchte ich mich kurz dazwischen drängeln und auf Trophs Nutzungs des Wortes Identitätsverlust zurückkommen. Zuvor habe auch ich diesen Begriff als passend erachtet. Doch je weiter meine Betrachtungen reichen, denke ich, dass ein anderer Terminus hier um einiges zutreffender ist:

Identitätszerfall

Zerfall suggeriert eine allmähliche Auflösung. Und das ist es, was wir in den Geschichten beobachten können. Den allmählichen Zerfall der jeweiligen Identität.

...eine spannende, andere Form an. Es geht nämlich insbesondere um die Frage: Existiert eine Figur in einer Geschichte? Oder existiert sie nicht? Kann diese Person überhaupt ihre Identität verlieren oder nicht? Diese Fragen werden dann am Ende konkret durch das Eingreifen des Erzählers in die Geschichte beantwortet. Wobei man sich natürlich auch selbst eine Meinung dazu bilden kann. Dies ist in jeder Geschichte so und regt wirklich zum Nachdenken an.

Die zweite, spannende Figur für mich war der Abteilungsleiter. Er spielt in der Geschichte "Wie ich log und starb" die Hauptrolle. Der Abteilungsleiter führt ein normales, bürgerliches Leben. Er arbeitet und hat eine Familie. Sein Leben ändert sich als er eine andere Frau kennenlernt. Mit dieser Frau führt er dann das gleiche Leben. Er hat also zwei Leben oder auch ein Doppelleben.

Hier haben wir es nicht mit einem Verlust der Identität zu tun, sondern mit der Verdopplung bzw. der Spaltung. Der Abteilungsleiter behält im Großen und Ganzen sein Leben bei. Der Job bleibt der Gleiche, jedoch führt er zwei unabhängige Privatleben. Diese beiden Leben vverstricken ihn jedoch in ein Geflecht aus Lügen. Er ist gezwungen, das eine Leben zu verheimlichen,um das andere zu führen. Dies alles nur, damit er aus einem einzigen Leben Zwei machen kann. Ob diese Dinge dann letztendlich aufrecht erhalten werden können oder die Leben sich kreuzen, bleibt offen. Auch hier kann man sich selbst Gedanken zu dem Fortlaufe der Geschichte machen. Konkret wird hier kein Ende vorgegeben.

Eine besondere Rolle spielt in dieser Geschichte auch ein am Rande auftauchender dünner Mann, der den Kern dieser Spaltung der Identität auf den Punkt bringt und demnach hier auch zitiert werden soll:

Sie fragen sich, warum so vieles nicht geht, lieber Herr? Weil ein Mensch vieles sein will. Im wörtlichen Sinn. Er will viel sein. Vielfältig. Möchte mehrere Leben. Aber nur oberflächlich, nicht im Tiefsten. Das letzte Drängen, lieber Freund, zielt darauf, eins zu sein. Mit sich, mit allem.

Ich denke, dass dieses Zitat den gesamten Roman hervorragend beschreibt und will dies so auch hier stehen lassen.

Kommen wir zurück auf die vorherigen Begriffserläuterungen und schließen den Kreis. Diese neun Geschichten bilden eine Einheit. Es ist also absolut nachvollziehbar, dass Kehlmann hier neun verwinkelte Geschichten genutzt hat um einen Anfang, ein Ende und somit ein Ganzes zu schaffen. Die Symbolik der Zahl 9 wird hier subtil eingesetzt und lässt den Leser klar in der Überzeugung zurück, dass es keine Geschichte mehr oder weniger hätte sein dürfen.

Fazit: Ein absolut kurzweiliges Lesevergnügen mit tiefsinnigem Hintergrund. Also absolut lesenswert, liebe Lesekünstler !

Copyright Schizothekare

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Tags: daniel kehlmann, neun erzählungen, shorts stories   (3)
 

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paul auster, new york, krimi, 1. teil trilogie, comic

Paul Austers Stadt aus Glas

Paul Auster , Paul Karasik , David Mazzucchelli , Michael Grönewald
Flexibler Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Reprodukt, 01.08.2005
ISBN 9783938511060
Genre: Comics

Rezension:

Eine Betrachtung des ersten Bandes der New York Trilogie aus zwei Blickwinkeln. Aufgeteilt in drei Phasen und nichts als Chaos und Verwirrtheit zurücklassend.

Die Erwartungen waren klar. Der Klappentext verriet nicht viel, versprach aber folgendes:

Ein spannungsgeladener Kriminalroman, der den Leser mit clever ausgelegten “Ködern” in seinen Bann zieht. Schritt für Schritt wird man in ein Spiel mit seinen eigenen Erwartungen verstrickt.

Ein Verbrechen also. Ein oder sogar mehrere Schurken. Schurken, die vielleicht gar keine sind und Helden, die zu Antihelden mutieren. So vermutet man also das zu erwarten was unerwartet ist. Der Titel “Stadt aus Glas” – eine gläserne Stadt. Glas – eine amorphe, lichtdurchlässige Substanz – etwas, das man durchschaut und im besten Falle auch versteht. Eine Geschichte, die man durchschauen wird. Am Ende jedoch hat man einer Variable in der Gleichung zu wenig Beachtung geschenkt. X = Auster.

Nun wird in Kürze dargestellt, was aus den Erwartungen wurde:

eine Metapher auf die Dreieinigkeit Gottes Der Turm von Babel ein rotes Notizbuch Buchstabenjagden durch die Straßen New York’s Eier Don Quijote die Variable X (auch in einer gewissen Dreieinigkeit)

Was bleibt?

Am besten erklärt Auster es selbst, indem er folgendes zu Papier bringt.

Das Problem ist die Geschichte selbst, nicht ob sie etwas bedeutet oder nicht, muss die Geschichte nicht sagen.

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Tags: 1. teil trilogie, die new york trilogie, paul auster, shortstory   (4)
 

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nevernight, jay kristoff, assassinen, fantasy, mia corvere

Nevernight - Die Prüfung

Jay Kristoff , Kirsten Borchardt
Fester Einband: 704 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 24.08.2017
ISBN 9783596297573
Genre: Fantasy

Rezension:

Nevernight. Die Nimmernacht. Eine Welt mit drei Sonnen. Der Auftakt einer Trilogie, die uns mehr als nur begeistert hat.1

Sprechen wir kurz über den Inhalt, nur kurz. Mädchen verliert in ihrer Kindheit ihre ganze Familie. Findet Halt in der Idee der Rache an den Menschen, die ihr diesen Verlust bereitet haben. Ein kauziger Antiquar bildet sie in der Kunst des Tötens aus und sie begibt sich auf die Reise zu einem geheimen Assassinenorden. So weit so gut.

Die Grundidee der verlorenen Seele haben wir in dieser Art von Büchern schon des Öfteren gefunden. Entscheidend ist hier die Umsetzung. Diese Geschichte lebt. Und sie lebt durch ihren Autor2.

Sarkasmus, Fäkalsprache per Excellence, Ideen- und Schaffungsreichtum en masse und eine Vielfältigkeit an Charakteren, die nichts zu wünschen übrig lässt.

Dringend ist es an dieser Stelle erforderlich den Charakteren ein wenig Aufmerksamkeit zu schenken. Mia Corvere, unsere Antiheldin – auch wenn man sie nie als diese wahrnimmt3. Fluchend und rauchend, aber ihren Prinzipien treu, wird Mia begleitet von Mr. Freundlich.

Mr. Freundlich - der sarkastische, eigentlich auch ins Zynische neigende Schatten, welchen wir kennen und lieben lernen. Dieses Buch wäre ohne seine Kommentare nur halb so komisch und halb so lesenswert4.

Trix. Ein, durch Narben und grauenvolle Tätowierungen entstellter Junge oder junger Mann, der bald zu Mias bestem Freund wird. Ab und an ist er Mias moralischer Stützbalken5  und dann wieder liebestoller Spielgefährte6.

Es gibt noch viele andere und erwähnungswürdige Mörder, Lehrer, Schüler, Heiler und Barbesitzer. Leider sprengt das den Rahmen und wahrscheinlich eure Aufmerksamkeitsspanne.

Was ist noch einzigartig?

Die Quantität aber auch die Qualität der Fußnoten ist nicht zu verachten7.

Warum?

Sie bringen Geschichten in Geschichten. Manchmal über zwei Seiten gehend, erschafft Kristoff durch Annekdoten, Erläuterungen zu Redewendungen und kleinen Abstecher in die Götterwelt eine Atmosphäre der Lehre, dass man glauben könnte, es gäbe diese Welt wirklich.

Jedoch muss auch der moralische Zeigefinger erhoben werden. Eine Welt so voller Gewalt und Sex6 als Jugendbuch einzustufen, erschien uns bei einigen Passagen doch sehr unangemessen. Troph und ich können uns schon seit geraumer Zeit nicht mehr als Jugendliche bezeichnen und doch mussten wir hier und da arg schlucken. Wie selbstverständlich mit dem Töten Anderer umgegangen wird ist erschreckend. Viel erschreckender ist, dass man Selbst ab einem bestimmten Punkt beginnt, es als etwas Normales anzusehen.

Aber gut. Dies wäre der einzige Kritikpunkt. Und er bezieht sich auch nur darauf, dass es in der Jugendbuchabteilung zu finden ist.

Schlußendlich mag dieses Buch die Geister spalten. Es vermag zu polarisieren. Aber es hat eins ganz besonders – uns unterhalten. Und das so nachhaltig, dass wir hier nur eine ganz klare Leseempfehlung geben können8.

Begeistert? Begeistert?! Es gibt überhaupt keine Worte, die das Gefühl während und nach des Lesens beschreiben könnten, liebe Apos. Ich versuche es mit dem nicht zu steigernden Superlativ "super". Das Cover ist super. Die gesamte Geschichte ist super. Die Charaktere sind super. Die Welt ist super....haaaach...ich könnte ewig bis ins Detail so weitermachen, aber wir wollen ja hier auch weiterkommen. Aber eines sei noch gesagt: ich liebe liebe liebe liebe "Nevernight". Und ich vergöttere Jay KristoffX Ich liebe liebe liebe Jay Kristoff. Stopp, stopp, stopp. Antiheldin? Das reicht nicht. Sie ist hier unsere großartige, vielfältige, sympathische, mordende Protagonistin. Sie ist der Dreh- und Angelpunkt des ganzen Aufbaus. Wir lernen Sie nett und böse, egoistisch und selbstlos kennen. Sie ist nicht einfach nur ein "Antiheld". Sie ist der Hammer. Auch hier lasst euch gesagt sein: er ist eine genial dargestellte, stilisierte Figur. Ich freue ich mich wahnsinnig drauf, zu erleben, wie er sich weiterentwickelt. ja ,er ist auch mal nett und hat eine außergewöhnliche Nase. Ich finde das wichtig. Wirklich? Ernsthaft? Liebestoller Spielgefährte? Schön ausgedrückt. Ich hasse, hasse, hasse, verdammt nochmal Erotikszenen. Direkt als ich das Buch aufschlug blieb ich ja nicht verschont davon. Habe zumindest im Anschluss ja verstanden, was das sollte. Aber dann, einfach so, mitten im Buch; nochmal dieser Käse. Nach einer Stelle, die hier später noch Verwendung findet, die ich so sehr mochte, quasi völlig verliebt war, kommt so ein Scheiß. Was denkt sich denn unser kranker Autor da eigentlich? Uhhh es könnte ohne Sex langweilig werden? Ich war schon die ganze Zeit darüber verwundert, dass wir dieses Werk in der Jugendbuchabteilung fanden, aber danach wunderte es mich dann auch noch, dass es nicht neben "After Passion" oder anderen Büchern dieser Kategorie lag. Ich hasse Erotikszenen einfach. Ich möchte so was verdammt nochmal nicht lesen. Vor allem nicht über gefühlt hundert Seiten und aus jeglichem Blickwinkel. Es ekelt und kotzt mich an, so was!!! Liebe Lesekünstler, das musste raus. Nun wisst ihr Bescheid. Wer auf so was steht, bitte, der lese die entsprechenden Romane und bleibe mir weg! Troph Off  [Ihr habt das nicht LIVE erlebt. Ihr könnt euch glücklich schätzen. Troph kann ziemlich …. wie sage  ich es am Besten?…. ausdrucksstark sein!] So wie meine. Gruß, Troph Wir machen uns auch direkt daran, Band 2 zu lesen - im Original.

X.  Ja,ich vergöttere ihn. Und nein, es war nicht das erste Werk, welches wir von ihm                 lasen.

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fantasy, magie, zauberer, jugendbuch, septimus heap

Septimus Heap - Magyk

Angie Sage , Reiner Pfleiderer (Übers.) , Mark Zug (Ill.)
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.12.2007
ISBN 9783423623278
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Liebe Lesekünstler, dieses Werk lag eindeutig zu lange auf unserem Stapel ungelesener Bücher (SuB). Wir sind seinerzeit in der Jugendbuchabteilung darauf gestoßen. Überzeugt waren wir zum einen vom Cover, zum anderen von der Tatsache, dass wir endlich mal wieder eine Reihe fanden und nicht nur eine Trilogie. Also, gekauft und erstmal gebunkert. Ihr kennt das. 

Zu unserer Verteidigung: Haben ist manchmal besser als brauchen. Ein wohl gefüllter SuB verbreitet ein Gefühl der Sicherheit, verspricht Geborgenheit und lässt den Betrachter in der Verzückung auf viele schöne Lesestunden zurück.

Nun wurden die Tage wieder kürzer und unsere Suche nach Abenteuer, Spannung, Zauberei und schönen Welten wieder größer. Wir griffen also zu „Septimus Heap Magyk“. Vorab direkt: wir wurden nicht enttäuscht!

Angie Sage erschafft interessante Charaktere, über die wir schmunzeln mussten und eine Welt, in der wir uns gerne verloren. 

Zum Inhalt machen wir es wieder gewohnt kurz: Die Familie Heap ist eine alte Zaubererfamilie, die sechs leibliche Kinder hat. Das siebente Kind ist laut der Oberhebamme verstorben. Stattdessen bringt Vater Silas am selben Tag ein neugeborenes Mädchen mit, welches er in der Stadt fand. So beginnt die Geschichte. Jahre später erfährt man nun, dass das Mädchen, die totgeglaubte Prinzessin des Reichs ist und der neue Oberste Wächter sie töten will. Die Familie Heap bekommt zur Rettung der Tochter eine Menge Hilfe von verschiedensten Figuren. Der besondere Retter in der Geschichte ist Junge 412, der wie zufällig ebenfalls bei der Familie strandet.

Soweit so gut. Eine klassische Fantasy-Abenteuer-Geschichte. Aber wie gesagt, besonders begeistert hat mich die Vielfalt der Charaktere. Natürlich können wir an dieser Stelle nicht alle aufführen und vorstellen, aber lasst euch einfach gesagt sein: jeder Einzelne ist etwas besonderes. Und ganz ehrlich, welcher Autor schafft das schon in einer solch kurzweiligen Geschichte? Ob Geist, Magier, Bösewicht, Hexen oder Ratten, alle bekommen ihre eigene Rolle.

Genau das macht das Werk gut, sogar sehr gut. 

Mein Freund – der Rattenkurier. Unglaublich sympathisch. In seinem blinden Gehorsam und Eifer ab und an ein wenig verstörend, aber dennoch zum gern haben. Und dieses Loblied kommt von jemanden, der sonst nur wenig positive Wort für diese Nager findet.

Passend war auch der einfache Schreibstil. Daran ist natürlich erkennbar, dass es sich um ein Kinder- bzw. Jugendbuch handelt. Vielleicht sind wir ein bisschen herausgewachsen, aber, wie gesagt, die Charaktere holen das alles wieder heraus. 

Es muss ja auch nicht immer eine hoch-philosophischer Schinken oder ein zum Nachdenken animierendes Drama sein. Ab und an möchte man sich von einer Geschichte einlullen lassen, in eine Welt eintauchen und sich dann von komischen Wasserwesen entführen lassen. So war es hier – klassischer Fall von Realitätsentschwindung!

Ein persönliches, trophsches Problem hatte ich mit dem allwissenden Erzähler. Ich mag es einfach nicht. Natürlich ist es schön, immer alles über jeden zu wissen, aber meines Erachtens, geht dann immer auch ein bisschen die Überraschung des Handelns der Personen flöten und das mag ich einfach nicht.

Aber Trophs Kritik bei Seite, denn ich kann mich gut erinnern, dass das Gute überwog, als die morgendlichen enthusiastischen Leseerlebnisse ausgetauscht wurden.

Fazit Apos: Septimus hat meine vollste Zustimmung, wenn eine weitere Realitätsentschwindung von Nöten ist, hierfür mein Werkzeug zu sein!

Fazit Troph: Ich werde diese Reihe sicherlich zwischendurch weiter verfolgen. Nach und nach und wenn mir nach einfacher Literatur ist. Aber es warten nun erstmal andere Werke.

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283 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 150 Rezensionen

fantasy, horror, palast, abenteuer, expedition

Palast der Finsternis

Stefan Bachmann , Stefanie Schäfer
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 23.08.2017
ISBN 9783257300550
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Ein Tisch in der Fantasyabteilung. Apos und Trophs Blicke fliegen über die vielen Stapel. Überbordende Buchcover, gehalten in den grellsten Farben. Die Augen huschen von einem Highlight zum Anderen. Apos kneift ab und an die Augen zusammen, sind doch gesetzte Farben die bevorzugten Skalawerte. Und mittendrin ein kleines Taschenbuch. Ein sanftes grün umrahmt von dem weichen, eierschalen-farbenen weißen Rahmen des Diogenes Verlages - "Der Palast der Finsternis"!

Vier Jugendliche machen sich auf den Weg nach Frankreich, um an einer Expedition teilzunehmen. Sie sollen einen unterirdischen Palast erforschen. Mehr wissen sie zum Zeitpunkt ihrer Anreise nicht.

Soweit so gut. Der Klappentext und auch das Cover luden also definitiv zum Lesen ein.

Auch der Start dann ist meines Erachtens äußerst gelungen. Wir lernen die vier Jugendlichen anhand einer für die Expedition erstellten Mappe ein bisschen kennen. Gemeinsamkeiten ergeben sich keine und man ist gespannt, wie diese Gruppe dann zusammen agiert. Natürlich sticht unsere Protagonistin Anouk hier besonders hervor.

Ganz ehrlich, ich mochte sie von Anfang an. Sie ist eine Art Antiheldin, wobei Anti in jeglicher Weise zutrifft. Sie hat immer einen kotzigen Spruch auf Lager, ist unzufrieden und bleibt am liebsten für sich selbst.

Nicht nur ist ihre Persönlichkeit eindrucksvoll auch ihr Name: Anouk Geneviève von Roijer-Peerenboom. Und der Grund, warum sie uns so schnell in ihren Bann zog, war wohl auch dem geschuldet, dass die Geschichte aus ihrer Perspektive geschildert wird. Viel weniger besticht sie mit dem was sie sagt, als mit dem was sie denkt.

(Für all diejenigen, die das Buch schon gelesen haben, singt doch bitte mit: Let's get rich and buy our parents house in the south of france. Let's get rich and get everybody big sweaters and teach them how to dance!)

Nun denkt man also, das kann ja nur gut werden. Tolle Protagonistin, vielversprechende Story, ein Haufen unterschiedlicher Charaktere und ein unterirdischer Palast.

Dann landen wir in Frankreich und die Story kippt, meiner Meinung nach. Kennt ihr noch "Das Geisterschloss"? "Das Geisterschloss" ist ein mittelmäßig bis schlechter Horrorfilm aus den 90er Jahren.

Ich kenne diesen Film nicht. Werde mich aus diesem Grund hier geflissentlich zurückhalten müssen.

Hier haben wir das gleiche Schema. Leute werden eingesperrt und merkwürdige Kreaturen und Fallen tauchen in verschiedenen Szenarien auf und die Darsteller versuchen zu fliehen. Same here. Unsere Jugendlichen sind einfach nur ständig auf der Flucht. Sie hetzen ohne Sinn und Verstand von einem in den anderen Raum und versuchen aus dem Palais herauszukommen.

Selbst die Spiegelsäle sind dieselben wie im Film. Puh, eigentlich ist alleine dieser Vergleich schon traurig, aber was soll ich machen, wenn ich ab dem Zeitpunkt die ganze Zeit an den botoxgetunten Gesichtsausdruck von Catherine Zeta-Jones denken muss? Ganz einfach: weiterlesen. Schließlich ist die Story ja kurzweilig und vielleicht gibt es ja noch den ein oder anderen Clou.

Wie schon gesagt, mir blieb dieser ständige Vergleich mit einem B-Movie erspart. Daher hatte ich durchaus Spaß beim Lesen. Fasziniert von der Größe des Palastes und den Geheimnissen, die sich in ihm versteckt hielten, wurde es nie langweilig.

Den Clou fand ich dann immer mal zwischendurch. Die Geschichte springt nämlich zwischendurch in das Jahr 1789 und wir erleben dort das Leben und (Überraschung!) die Flucht der Aurelie. Aurelie erinnert von Anfang an stark an Anouk, bleibt jedoch eher blass. Zusammenhänge anderer Art erkennt man zunächst nicht, wird jedoch durch die Geschichte weitergeführt. Schön und gut, aber auch da hatte ich die ganze Zeit etwas im Sinn:

"Aurelie. So klappt das nie."

Erinnert ihr euch daran? "Wir sind Helden-Song" von irgendwann Anfang der 2000er. Hört mal kurz rein und es schwirrt euch im Kopf rum und es geht auch nicht mehr weg.

Troph tut Aurelie an dieser Stelle ein wenig unrecht oder sagen wir, ich kann mich erneut nicht ihrer Meinung anschließen. Ich kann nicht stichhaltig argumentieren ohne zu spoilern und das habe ich in keinster Weise vor. Man bedenke an dieser Stelle jedoch, dass Aurelie ein gepudertes Adelsmädchen im 18. Jahrhundert ist. Ihre Möglichkeiten und Fähigkeiten waren somit begrenzter als man meinen mag.

Die Auflösung der Story. Endlich nach 300 Seiten. Irgendwie war ich erleichtert. Da wir ja ungerne spoilern, sag ich dazu mal nichts. Zu erwarten war es nicht, spannend aber auch nicht.

Bitte?! Wie kann etwas, dass man nicht erwartet hat, nicht spannend sein. Vermag sich das nicht zu widersprechen?

Ich sage: es war spannend. Denn es lief, wie aus heiterem Himmel, in eine Richtung, welche zu dem auch noch hochaktuell ist. Zu ärgerlich, dass ich das nicht weiter ausführen kann ohne den Unmut derer heraufzubeschwören, die das Buch noch nicht gelesen haben.

Fazit Troph: "Aurelie, so klappt das nie....!" Das ist, was bleibt. Ansonsten Gedanken an eine Hetzjagd und ein schönes Cover, welches mein Bücherregal ziert.

Fazit Apos: Ein mit Tempo und Abzweigungen geladener Roman, den man gelesen haben muss. Um Anouks und Aurelies Willen.

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dystopie, drogen, krimi, heyne, roboter

Junktown

Matthias Oden
E-Buch Text: 450 Seiten
Erschienen bei Heyne Verlag, 09.05.2017
ISBN 9783641197179
Genre: Science-Fiction

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usa, thriller, weißes haus, us, sam bourne

Der Präsident

Sam Bourne , Ruggero Leò
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 21.07.2017
ISBN 9783404176588
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Erschreckend realitätsnah und brisant, gemessen an der aktuellen, politischen Lage. Das ist was Sam Bourne mit seinem neustem Thriller “Der Präsident” geschaffen hat.

[Die Kombination Cover und Klappentext verführte uns hier tatsächlich zum Kauf.]

Ein über die Maßen erfolgreicher Geschäftsmann wird Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Ein Mann, dessen Machtbesessenheit nur noch von seinem Narzissmus und seinem Jähzorn übertroffen wird. Und so verwundert es nicht, dass nach der Amtseinführung im Machtgefüge Washingtons kein Stein mehr auf dem anderen liegt. So wird der Leser sofort mit dem Jähzorn des Präsident konfrontiert. Nordkorea veröffentlicht eine Verlautbarung, die auf wenig Gegenliebe trifft und wir werden Zeuge, wie der mächtigste Mann der Welt den Abschuss von Atomraketen befiehlt. Und das Räderwerk dieses Thrillers beginnt sich zu drehen.

Es dürfte an niemanden vorbei gegangen sein, dass auch im wahren Leben ein ständiger Schlagabtausch und ein nicht zu überhörendes Säbelrassen zwischen Donald Trump und Kim Jong Un stattfindet. Ein Konflikt, der auf Grund von scheinbar unüberlegten Tweets Trumps und unverständlichen Machtdemonstrationen Un’s, weiter angefacht wird. Umso mehr erschreckt diese - nennen wir es Zukunftsvision? – bereits auf den ersten Seiten.

[Erschreckend und vor allem kurzweilig trifft es an dieser Stelle gut. Anhand der kurzen Kapitel ist die Schnelllebigkeit der heutigen Gesellschaft und insbesondere der Politik deutlich zu erkennen. Ich würde allerdings dystopische Vision der Zukunft bevorzugen, da ich noch wirklich die Hoffnung habe, dass es die Mannschaft des Weißen Hauses es nie so weit kommen lassen könnte.]

Bourne spickt die Situationen im Weißen Haus und den Machtverhältnissen in Washington mit so vielen, manchmal nebensächlich erscheinenden Details, dass man geneigt ist, diese als Tatsachenbericht anzuerkennen. Und das ist es auch, was meines Erachtens, dieses Buch ausmacht. Man wird in eine Welt gerissen, in die man als Normalsterblicher, so nie gelangt. Man erfährt so einiges über die geschriebenen und ungeschriebenen Gesetze Washingtons. Es benötigt also nur einen Anruf des Präsidenten um einen atomaren Erstschlag auszulösen und niemand ist befugt ihn davon abzuhalten oder sich diesem Befehl zu widersetzen. Interessant war auch die Erläuterung zu der Hierarchie im Weißen Haus selbst. Wer darf mit wem reden, wer kann bei wem Termine bekommen.

[Japp, auch hier stimme ich dir zu, liebe Apos. Allerdings ist die Frage, ob man diese Welt denn auch wirklich kennenlernen will?! Ich persönlich fand auch diese Darstellung genauso erschreckend wie das Szenario mit den Atomraketen selbst. Na klar, weiß man, dass es viel Gemauschel gibt, aber das wirklich der gesamte Regierungsstab untereinander, miteinander und vor allem einzeln und gegeneinander agiert und nur auf sich selbst schaut, fand ich echt schlimm.]

Das alles steht auf meiner Pro-Seite für dieses Buch. Leider gibt es auch Schattenseite. Es beginnt rasant. Die Szenenwechsel sind schlau gewählt und schaffen eine nicht zu verachtende Dynamik. Doch scheint es als ob nach der Hälfte dem Autor die Luft ausgegangen sei und er mit aller Kraft das Buch zu Ende bringen musste und das so schnell wie möglich.

[Das Gefühl hatte ich auch. Nichts wurde mehr detailliert dargestellt. Aber auch genau dieser Punkt zeigte ebenfalls die Schnelllebigkeit in all seiner Negativität.]

Desweiteren sind die Figuren nicht so präsentiert, dass man eine grenzenlose Loyalität oder eben Abneigung gegen Selbige entwickelt. Es gibt, denen so etwas in überbordenden Maße gelungen ist. Hier ist das nicht der Fall und das macht es unattraktiv.

[Sehr sehr unattraktiv sogar!!! Wie ihr ja wisst, sehen wir uns ja als Lesekünstler. Die Kunst beim Lesen liegt doch vor allem darin, dass wir uns in andere Welten und Menschen hineinfühlen. Die Charaktere sind demnach unser Handwerkszeug. Wir arbeiten mit ihnen. Vergisst man nach einem einzelnen Satz ihren Namen und kann sich kein richtiges Bild von Ihrem Äußeren und Ihrer Persönlichkeit machen, so ist das ganze Werk einfach belanglos. Fehlen diese Eigenschaften, verstehen wir Ihr Handeln nicht und können uns nicht hineinversetzen und gerade das wollen wir doch, wenn wir einen Roman lesen. Natürlich ist die Story wichtig, aber bleibt alles auf einer nüchternen, sachlichen Ebene, lachen, bibbern und weinen wir eben nicht. Wir legen das Werk weg und vergessen es.]

Alles in allem. Informativ. In weiten Teilen unterhaltend. Bedrohlich, wenn man es als nostradamische Prophezeiung verkehrt.

[Man kann Sam Bournes Präsident lesen oder einfach weiter in die Zeitung schauen. Dieses Buch ist weder gut noch schlecht. Klar empfehlen kann ich es nicht. Ich werde es vermutlich nicht nochmal aus dem Regal herausnehmen.]


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fantasy, nicholas flamel, michael scott, magie, zwillinge

Die Geheimnisse des Nicholas Flamel - Die mächtige Zauberin

Michael Scott , Ursula Höfker
Flexibler Einband: 509 Seiten
Erschienen bei cbj, 11.10.2011
ISBN 9783570401040
Genre: Jugendbuch

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nicholas flamel, fantasy, magie, michael scott, paris

Die Geheimnisse des Nicholas Flamel - Der dunkle Magier

Michael Scott , Ursula Höfker
Flexibler Einband: 507 Seiten
Erschienen bei cbj, 18.04.2011
ISBN 9783570401200
Genre: Jugendbuch

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magie, fantasy, jugendbuch, nicholas flamel, michael scott

Die Geheimnisse des Nicholas Flamel - Der unsterbliche Alchemyst

Michael Scott ,
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei cbj, 01.03.2010
ISBN 9783570400005
Genre: Jugendbuch

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