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12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

harald schmidt, leserunde, familie, koma, schuld

Niemand trägt die Schuld allein

Harald Schmidt
E-Buch Text: 149 Seiten
Erschienen bei null, 03.09.2016
ISBN B01LJN2RNE
Genre: Sonstiges

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30 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 26 Rezensionen

zwangsprostitution, mord, silke nowak, menschenhandel, karpaten

Die Tigerin

Silke Nowak
E-Buch Text: 223 Seiten
Erschienen bei Viktoria Publishing, 07.09.2016
ISBN B01LWCQZCW
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der erste große Fall von Anna Gaspar: Der Zuhälter Bela Titus wird ermordet. Kurz darauf erreicht Anna eine Einladung in ein Hotel, in dem sie ihren vor Jahren gedrehten Dokumentarfilm über Zwangsprostitution zeigen soll.
Durch schlechtes Wetter eingesperrt in diesem abgeschotteten Hotel in den Bergen, ohne funktionierende Telefonleitung, ohne Handyempfang, ist an sich schon spannend genug. Aber dann beginnt auch noch ein Spiel ums Überleben und vor allem ums Vertrauen. Jeder könnte den Mord an Titus begangen haben und nun unter ihnen lauern, um wieder zu töten. Die Protagonisten trauen niemanden mehr, teilweise nicht mal mehr sich selbst. Auch die Hauptprotagonistin Anna Gasper ist hin- und hergerissen. Kann sie nicht einmal mehr ihrer ehemaligen großen Liebe Richard Parker vertrauen?

Der Schreibstil, die Hintergrundstory und die aktuellen Geschehnisse verursachen eine Sogwirkung. Auch in langsameren Abschnitten bleibt die Spannung erhalten, einerseits durch die kurzen Kapitel und andererseits dadurch, dass längere Dialoge in einer Mischung aus Dialogen und erzählter Rede verfasst worden sind. Dadurch werden auch längere Erzählungen nicht langatmig.

Dem Kriminalroman vorangestellt sind drei Zitate zum Thema Zwangsprostitution und Menschenhandel. Auch im Einstieg des Romans werden Informationen hierzu geliefert. Dadurch dass Anna selbst sehr emotional an den Fall herangeht und die Zustände beschreibt, hatte ich als Leser auch direkt diese emotionale Verbindung aufgebaut: Man hofft, dass solche Verbrecher zur Rechenschaft gezogen werden und den Mädchen geholfen wird, dies treibt ebenfalls die Geschichte weiter voran.

Fazit: 5/5 Hat alles, was ein guter Krimi so braucht.

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97 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

jugendbuch, freundschaft, lebe, götter, jugen

Das Morgen ist immer schon jetzt

Patrick Ness , Petra Koob-Pawis
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei cbj, 27.06.2016
ISBN 9783570172667
Genre: Jugendbuch

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1 Bibliothek, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Im Schatten von Xibalba: und andere Mayapunk-Storys

Sven Klöpping
E-Buch Text: 318 Seiten
Erschienen bei BookRix, 01.07.2016
ISBN 9783739662077
Genre: Sonstiges

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(673)

1.257 Bibliotheken, 30 Leser, 0 Gruppen, 162 Rezensionen

liebe, colleen hoover, musik, maybe someday, ridge

Maybe Someday

Colleen Hoover , Kattrin Stier
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 18.03.2016
ISBN 9783423740180
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Grundelemente für die Hauptstory werden im Prolog verraten: Sydneys Freund geht mit ihrer Mitbewohnerin fremd. Sie zieht spontan aus, weil sie den Gedanken nicht ertragen kann, mit ihrer Freundin noch länger zusammenzuwohnen. Unterschlupf findet sie bei Ridge, der direkt gegenüber wohnt; einem Gitarristen, den sie bereits öfter auf dem Balkon beim Spielen zugehört hatte. Trotz der Schmerzen und dem Verlust entsteht eine Nähe zwischen den Beiden. Und damit beginnt der Kampf um unterdrückte Gefühle, um Freundschaft und mehr.

Vor dem Lesen rechnete ich mit einem leichten Jugendbuch, dann wurde es aber weitaus erwachsener und tiefgründiger. Es ist auch nicht einfach nur ein Liebesroman, dafür spielen zu viele andere Aspekte mit hinein. Vor allem, da Ridge eine relativ seltene „Eigenschaft“ besitzt, wenn man es so beschreiben kann, mit der er zurechtkommen muss und die den Alltag manchmal erschweren kann. Mehr kann ich zu diesem Punkt nicht erwähnen, da diese Tatsache erst später im Buch aufgedeckt wird.

Die Tatsache, dass Ridge durch seine Gefühle zu Sydney seine Freundin Maggie hintergeht, ist natürlich alles andere als gut, aber beide versuchen sehr stark ihre Gefühle zu unterdrücken. Es mag andere Lösungen geben, die moralisch weitaus angebrachter sind, doch auch solche Geschichten muss es geben. Vielleicht finde ich gerade aus dem Grund den Roman so lesenswert.

Der Leser erfährt, geschrieben aus der Sicht von Sydney und Ridge, die Gedanken und inneren Kämpfe von Beiden; ab und zu auch eine Situation aus den unterschiedlichen Sichtweisen. Gepaart mit Rückblenden und Erzählungen von Zeiten, in denen sie sich noch nicht kannten. Und zwischen den Zeilen spürt man eine Verzweiflung, die kaum zu lösen ist. Trotzdem schafft es die Autorin ein realistisches Ende zu schreiben.

Fazit: Colleen Hoover wirkt auf mich bereits nach dem ersten Roman, den ich von ihr gelesen habe, und nach den Klappentexten der anderen Romane, wie das weibliche Pendant zu John Green: Emotionale, einfühlsame, aber auch zerrüttende Geschichten, die trotz schmerzhafter Aspekte Hoffnung aufzeigen und das Gefühl hinterlassen, dass das Leben schön ist, auch wenn es manchmal nicht so erscheint.

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536 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

mittelalter, thriller, ursula poznanski, saeculum, fluch

Saeculum

Ursula Poznanski
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Loewe, 17.06.2013
ISBN 9783785577837
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Mein erstes Buch von Ursula Poznanski war „Erebos“ und hat mich schwer begeistert, so auch „Layers“, wobei nicht ganz so stark wie „Erebos“.
Jetzt also „Saeculum“, das ich fast in einem Rutsch durchgelesen hatte, weil es mich wieder von Anfang an packen konnte. Es bleibt fast durchgehend spannend, auch in ruhigeren Abschnitten, die es durchaus gibt. Was genau läuft da eigentlich ab in dem Waldstück? Ist es wirklich verflucht oder wieso passieren so seltsame Dinge? Und wer kommt lebend wieder nach Hause? Wird es weitere Opfer geben?

„Saeculum“ lebt vor allem durch seine Charaktere. Jeder Protagonist hat seine eigene Geschichte, manche treten deutlicher hervor, manche weniger. Es handelt auch von menschlichen Abgründen und wie weit jemand gehen würde, um seine eigene Haut retten zu können.
Verfasst ist es abwechselnd aus der Sicht von Iris, einer geheimnisumwitterten Rollenspielerin, die ihre Zeit gerne auf Mittelaltermärkten verbringt, und Bastian, einem Medizinstudenten, für den das alles noch ganz neu ist und der diesen Schritt ins Abenteuer nur wagt, weil sein Schwarm Sandra ihn mitzieht, aber auch, um seinem arroganten Vater eins auszuwischen. Als erfolgreicher Arzt will dieser seinen Sohn unbedingt in seine Fußstapfen treten sehen und am liebsten auch nur lernend am Schreibtisch wissen.

Ein Buch, das die Leser scheinbar teilt: Ich habe es im Rahmen einer Leserunde in einer Facebook-Gruppe gelesen und nicht alle waren so begeistert, fanden es sogar langweilig oder haben abgebrochen.

Fazit: 5/5 Meiner Meinung nach aber ein Buch, das man nur lesen sollte, wenn man wirklich Zeit hat: Denn es lässt einen so schnell nicht mehr weg.

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3 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

anthologie

Gamer

André Skora , Armin Rößler , Frank Hebben , Constantin Gillies
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Begedia Verlag, 10.06.2016
ISBN 9783957770707
Genre: Science-Fiction

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

katzen, tierliebe, belletristik, trauer, liebeserklärung

Das Glück, von einer Katze gefunden zu werden

Anny Duperey , Doris Heinemann
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 01.10.2008
ISBN 9783596179435
Genre: Romane

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(406)

766 Bibliotheken, 27 Leser, 2 Gruppen, 142 Rezensionen

jugendbuch, thriller, ursula poznanski, layers, obdachlos

Layers

Ursula Poznanski
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Loewe, 17.08.2015
ISBN 9783785582305
Genre: Jugendbuch

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

mechaniker-in, eifersucht, freundschaft, ort fiktiv, spargeln

Land aufs Herz

Annell Ritter
E-Buch Text: 210 Seiten
Erschienen bei Forever, 13.05.2016
ISBN 9783958181007
Genre: Liebesromane

Rezension:

„Land aufs Herz“ ist der dritte Band aus der Brägenbeck-Reihe. Wie auch bei dem zweiten Roman kann man den dritten lesen, ohne die vorigen zu kennen. Manche Ereignisse aus der Vergangenheit werden angedeutet, damit der Leser mitkommt, falls sich eine aktuelle Situation auf eine ältere bezieht. Sonst wird aber nicht allzu viel verraten, so dass man die Bände auch durcheinander lesen kann.

Wieder erzählt die Hauptprotagonistin Carla in der Ich-Perspektive die Geschehnisse. Alle sind auch im dritten Band dabei: Carlas extrovertierte beste Freundin Lou, die sehr viel Wert auf ihr Äußeres legt und natürlich für die Jagd nach dem Täter auch gleich ein Geheimagentenoutfit zusammenstellt; Kai, der mittlerweile zu Carlas festem Lebensgefährten geworden ist und in deren Beziehung gerade nicht alles mehr so rosig läuft wie am Anfang. Auch die verrückte Kräuterhexe Gundula unterstützt die beiden Freundinnen bei der Aufklärung der seltsamen Geschehnisse.
Es gibt auch immer noch alteingesessene Dorfbewohner, die in den Zugezogenen weiterhin Eindringlinge sehen, und versuchen, ihre Heimat mit allen Mitteln vor Veränderungen, auch positiven, zu beschützen.

Die Story selbst konnte mich leider überhaupt nicht packen; die Kriminalgeschichte wirkt schwach konstruiert. Die seltsamen Ereignisse, wie die Zerstörung von Spargelanbauten, bringen zwar das scheinbar idyllische Landleben komplett durcheinander, können aber trotzdem die Spannung nicht halten. Die Suche nach der Lösung zieht sich hin. Und auch wenn ich die Protagonisten gut leiden konnte und ihnen gerne dabei zusah, wie sie auf ganz eigene Faust die Aufklärung vorantreiben, erschien mir der Plot zu lasch. Die Geschichte hatte diesmal keine Sogwirkung auf mich.

Fazit: 3/5 Zwar schön, wieder in die Brägenbeck-Welt mit den bekannten Charakteren einzutauchen, doch leider nicht so spannend wie gehofft.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Rost

Christian Günther
E-Buch Text: 308 Seiten
Erschienen bei null, 15.01.2012
ISBN B006YB4QUY
Genre: Fantasy

Rezension:

Die dystopische Cyberpunk-Welt, in der Aron, Natascha, Jules und die anderen leben, ist zweitgeteilt: Da sind die abgeriegelten scheinbar perfekten Großstädte, in denen die Menschen alles haben, was sie brauchen, und dann ist da das Draußen mit verlassenen Industrieruinen und verwahrlosten Wohnsilos, wo weder Sicherheit noch Wohlstand existiert. Hier musste ich an die Welten der Zombieapokalypsen, wie in „The Last of Us“, „DayZ“ oder anderen Computerspielen denken, nur halt ohne Zombies.

Der Roman ist in kurzen Kapiteln aufgeteilt, die personalen Perspektiven wechseln, aber zum größten Teil sind sie aus Arons Sicht beschrieben, der gezwungenermaßen sein Leben, so wie es war, verlassen muss und mit spannenden und gefährlichen Situationen konfrontiert wird. Nicht immer kann er sofort die Tragweite dieser verstehen – seine Sicht ist anfangs noch beschränkt – und seine festgelegten Meinungen ändern, was ihn noch menschlicher und den Roman realistischer macht.

Der Schreibstil ist sehr bildreich, die Beschreibungen zeigen deutlich die kaputte Welt, die im Kopf des Lesers zum Leben erwacht und Wirklichkeit wird: Man sieht sie nicht nur vor sich, sondern kann die Dinge fast schon riechen und schmecken.

Auch die einzelnen Ideen fand ich sehr krass und neu, wie die Party in der Großen Freiheit, in der alle nur Ohrhörer tragen, um teilnehmen zu können, mit eigenem Soundtrack für jeden Einzelnen und jeder tanzt zu seiner eigenen Musik. Oder die Hosakas, „kleine autarke Reinigungseinheiten“, die die Wohnungen sauber halten und dabei nicht einmal groß auffallen. Vielleicht gab es solche Ideen bereits, aber mir waren sie neu.

Fazit: 5/5 „Rost“ ist eins dieser Bücher, die man so gar nicht zu Ende lesen will, weil man noch länger mit den Protagonisten durch die Seiten reisen möchte. Bleibt einem aber nichts anderes übrig, weil sich die Spannung bis zu den letzten Seiten hält.

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 4 Rezensionen

jugendbuch, thriller, netzwerk, network, computer

GRID alive

Reinhold Ziegler
Fester Einband: 271 Seiten
Erschienen bei Ueberreuter, C, 29.07.2010
ISBN 9783800055708
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Eine Clique, so unterschiedlich sie sein kann, programmieren eine künstliche Intelligenz. Am Anfang läuft alles gut, bis dann plötzlich einiges aus dem Ruder gerät und nicht mehr steuerbar ist.

Nach den ersten Seiten dachte ich, dass es sich um einen typischen Jugendroman handelt. Es beginnt mit einer Szene zwischen den besten Freundinnen Anabell und Ljusja: Liebeskummer und die normalen Probleme in dem Alter. Dann freunden sich die beiden Mädels mit den Computernerds Joker und Nils an und es wird spannender.
Hervorstechend unter den vieren waren besonders Ljusja und Joker. Sie ein starkes rebellisches Mädchen, das sich nichts von anderen sagen lässt, trotzdem aber ihre Schwächen hat. Und er ein hochbegabtes emotional-abweisendes Computergenie. Alle vier verändern bzw. entwickeln sich im Laufe des Romans weiter, niemand ist am Ende noch so wie am Anfang.

Die Sicht ist aus der allwissenden Erzählperspektive geschrieben, was ich eher ungewöhnlich finde und bisher selten in Büchern vorgefunden habe. Gefiel mir aber recht gut, da man sich so in jeden Einzelnen hineinversetzen konnte, ohne direkt für jeden einen eigenen personalen Erzähler zu haben. Der Schreibstil ist ganz solide, allerdings ohne große Wow-Effekte. Dafür sind die Dialoge sehr lebendig.

Das Ende fand ich persönlich enttäuschend. Es war, als ob der Roman nach der Hälfte plötzlich falsch abbiegt, eine völlig andere Richtung annimmt. Zwar nicht das verkehrteste, weil ich als Leserin nicht damit gerechnet hatte. Trotzdem wirkte die Wendung auf mich unpassend und nicht stimmig.

Fazit: 4/5 Trotz enttäuschendem Ende ein spannender und lesenswerter Jugendroman.

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97 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 20 Rezensionen

bücher, mobril, zukunft, büchergilde, ultranetz

Die Scanner

Robert M. Sonntag
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 01.03.2013
ISBN 9783596855377
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Der Hauptprotagonist Robert arbeitet für die Scan AG als Buchagent, der Roman ist aus seiner Sicht in der Ich-Perspektive geschrieben. Er nimmt uns mit in eine dystopische Zukunft, in eine Welt, die sich um Ultranetz dreht, voller Mobrils und Metro-Gleiter. Seine Lebensumgebung ist in drei Zonen geteilt. Und die Bewohner versuchen alles, um in der A-Zone zu bleiben und nicht in die B-Zone – im schlimmsten Fall sogar in die C-Zone – abzurutschen. Bildlich beschrieben erlebt der Leser die negativen Ausmaße, zu denen es hier kommen kann.

Die Scan AG hat es sich zum Ziel gesetzt, alle Bücher digital zu sammeln und die „echten“ zu vernichten; auch verschiedene Versionen derselben Bücher, um mögliche Notizen und Randbemerkungen von Privatpersonen anderen zugänglich zu machen. Robert steht voll dahinter, bis er auf Menschen trifft, die sich dagegen verschworen haben. Der Roman erzählt die Geschichte, wie Rob mit dieser neuen Situation umgeht, aber auch was passieren kann, wenn alles Wissen für jeden zugänglich gemacht wird; was geschehen kann, wenn plötzlich Videos bei Leuten landen, die für diese eigentlich nicht bestimmt waren; oder wie sich die Menschen allgemein verhalten, wenn die virtuelle Welt scheinbar wichtiger als die reale geworden ist. Einige von diesen Grundgedanken erinnern auch an den Roman „Der Circle“, vertiefen sich thematisch aber in einer anderen Richtung – und was viel wichtiger ist: Sie regen zum Nachdenken an.

Ganz klar handelt es sich um einen Jugendroman, so auch der leichte frische Stil, mit einer starken Sogwirkung. Es gibt sogar zusätzlich im Internet Unterrichtseinheiten für dieses Buch und ich denke, dass es sich wirklich perfekt als Schullektüre eignet, aber auch für Erwachsene nicht uninteressant ist. Ich fand es ein wenig kurz, was aber durchaus positiv zu bewerten ist, da ich gerne länger in Robs Welt geblieben und auch noch tiefer eingetaucht wäre. Mir persönlich fehlte allerdings eine Aussprache mit Robs Eltern und das Ende kam etwas abrupt.

Der Kniff mit dem Pseudonym, dass der Hauptprotagonist der Autor sei, mag für Jugendliche witzig sein und realistischer wirken, erschien mir aber überflüssig.

Fazit: 4/5 Schäuble zeigt in spannender Weise eine dystopische Zukunftsvision, die den Leser nachdenklich machen soll.

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282 Bibliotheken, 17 Leser, 1 Gruppe, 29 Rezensionen

internet, dystopie, dave eggers, social media, der circle

Der Circle

Dave Eggers , ,
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 08.10.2015
ISBN 9783462048544
Genre: Romane

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Seit gestern ist es Liebe

Mila Sophie Haertel
E-Buch Text: 149 Seiten
Erschienen bei null, 15.04.2016
ISBN B01D7L0JEK
Genre: Sonstiges

Rezension:

Maries Großmutter zieht ins Altenheim und hat ihr Haus verkauft. Um ihr zu helfen, zieht die Hauptprotagonistin und Ich-Erzählerin Marie zurück in ihre Heimatstadt. Schnell findet sie einen neuen Job und damit fängt das ganze Chaos eigentlich erst an, das sich auch im Stil wiederfindet: Marie springt von einem Erlebnis ins nächste, zwischendurch mit Rückblenden der vorigen Wochen oder Erinnerungen an früher.

Die Figuren sind lebendig, mir allerdings teilweise auch etwas zu überzogen. Das macht diesen Roman aber aus: Eine große Prise Verrücktheit der Protagonisten. Besonders einige der Dialoge sind witzig geschrieben, nur erscheinen sie manchmal zu gewollt. Ein bisschen weniger Witz an ein paar Stellen hätte den humorigen Stil besser hervorgehoben.
Marie hat ihre ganz eigene Art, stolpert in peinliche Situationen und macht sie selbst schlimmer als sie eigentlich sein müssten, nur um einer unangenehmen Konfrontation zu entgehen. Dabei fällt ihr so die ein oder andere unkonventionelle Lösung ein, die mich schmunzeln lassen hat. Auch ihre neue Nachbarin ist eine Persönlichkeit für sich: Sehr extrovertiert, und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, poltert sie in Maries Leben und entwickelt sich zu einer guten Freundin.

Der Schreibstil ist okay, aber mit Luft nach oben: Es gibt viele Worthäufungen und Ausdruckswiederholungen, die das Lesen beschwerlicher machen als notwendig. Auch sind mir die Zufälle im Plot zu viele, dadurch wirken einige Wendungen gestellt und nicht ganz glaubhaft.

Fazit: 3/5 Liest sich trotz Schwächen gut und besitzt das Potenzial zu weitaus mehr.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

liebesroman

Three Night Stand

Ina Linger , Cina Bard
E-Buch Text: 406 Seiten
Erschienen bei null, 21.11.2015
ISBN B018BWI97O
Genre: Sonstiges

Rezension:

Im Vordergrund steht die Liebesgeschichte zwischen Nick und Lisa. Nach einem One-Night-Stand wollen sie sich eigentlich nie wieder sehen, sind aber aus Zufall gezwungen, an dem Drehbuch zu Lisas Bestsellerroman zu arbeiten. Spannend ist hier auch der Einblick, wie genau es mit der Verfilmung von Büchern und der Erstellung von Drehbüchern zu diesen funktioniert, und welche Probleme dabei vor allem auftauchen können.

Was in diesem Roman am meisten hervor sticht, ist eindeutig der Schreibstil der Autorin: Flüssige Gedankengänge, in die man nur so hineingezogen wird. Manchmal aus Nicks Sicht, manchmal aus der von Lisa, hier auch schnelle Wechsel, die aber nicht verwirren. Nach den ersten Seiten dachte ich zuerst an einen typischen Chick-Lit-Roman, wurde aber nach den weiteren Seiten eines Besseren belehrt. Dafür wirkt er im Vergleich zu anderen Büchern aus dem Bereich weitaus „erwachsener“.

Normalerweise sind Liebesromane für mich persönlich grenzwertig, da sich die Grenze von „Aw“-Momenten, in denen man automatisch beim Lesen lächeln muss, zu kitschigen Formulierungen sehr schnell verschieben kann. Ist hier nicht passiert. Im Gegenteil: Passend zum Thema des Romans konnte ich mir die Geschichte auch perfekt als Hollywood-Film vorstellen.

Auch gefallen hat mir die Ausarbeitung der Protagonisten: Dadurch, dass sie Fehler und Schwächen besitzen, wirken sie wie aus dem Leben gegriffen. Auch hat jeder eine Vergangenheit, die ausgeleuchtet wird, und zeigt, warum besonders Nick und Lisa so sind, wie sie sind. Vor allem Nicks bester Freund und Lisas früherer Filmschwarm Liam hat es mir angetan: Ein berühmter Schauspieler, der dann doch nicht nur so ist, wie Lisa es aus Interviews und Klatschzeitungen kannte. Dieser Kontrast war super dargestellt.

Einziger Kritikpunkt, den ich habe, ist, dass es sich wirklich fast nur um die Liebesgeschichte zwischen Nick und Lisa dreht. Das Hin- und Her, die Probleme, die Anziehung zwischen ihnen beiden, die die Arbeitsbeziehung stören, ist spannend geschrieben, aber zwischendurch zog sich mir dieser Aspekt doch ein wenig hin. Der Schreibstil hat es dann wieder rausgehauen.

Fazit: 4/5 Sicher nicht der letzte Roman, den ich von der Autorin gelesen habe.

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2 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Selbstporträt mit Bonaparte

Julia Schoch
Flexibler Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Piper, 10.12.2013
ISBN 9783492303064
Genre: Romane

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51 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 35 Rezensionen

thriller, mord, berlin, pharmaindustrie, ddr

Falsche Fährten

V. S. Gerling
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Bookspot Verlag, 23.07.2015
ISBN 9783956690334
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Falsche Fährten ist der zweite von vier Bänden um Kriminalhauptkommissar Nicolas Eichborn und Fallanalytikerin Helen Wagner. Band 4 ist noch nicht erschienen. Den ersten Band „Das Programm“ habe ich bisher nicht gelesen, trotzdem kann man den zweiten gut lesen und hat nicht das Gefühl, dass einem Informationen fehlen könnten.
Gleich am Anfang gibt es eine Rückschau zum vorigen Krimi, wobei ich mir nicht sicher bin, ob es die Spannung auf diesen weckt oder zu viel verrät. Auch im weiteren Verlauf gibt es Anspielungen auf die Vorgeschichte.

Der Roman besteht aus kurzen Kapiteln und schnellen Perspektivwechseln. Mal erzählt Eichborn als Ich-Erzähler, mal andere Protagonisten in der personalen Er-Perspektive. Jedem Kapitel ist ein Zitat aus den nachfolgenden Dialogen vorangestellt, was mir sehr gut gefallen hat. Die schnellen Perspektivwechsel dagegen nicht ganz so sehr, teilweise verwirren sie ein wenig und verlangsamen den Lesefluss, weil man sich erst wieder neu darauf einstellen muss. Das Ganze ist noch gepaart mit sarkastischen Sprüchen vom Eichborn. Besonders ein sehr seltsames Bewerbungsgespräch mit Helmes, dem „Frettchen mit Brille“, hat mich schmunzeln lassen.

Teilweise gibt es auch Passagen, in denen viel erzählt wird, in denen Hintergrundwissen für den weiteren Romanverlauf eingestreut wird; wobei ein bisschen weniger davon, auch gereicht hätte. Trotzdem macht man sich als Leser mehr Gedanken: Wie weit würden Firmen für Geld gehen? Und wozu sind Menschen fähig, um Profit zu vermehren oder Geld einzusparen?

Fazit: 4/5 Ein Krimi mit Hintergrund, der nachdenklich macht.

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Die Kreuzfahrt mit der Asche meines verdammten Vaters

Thorsten Nesch , , ,
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.04.2015
ISBN 9783499216992
Genre: Jugendbuch

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(1.151)

1.680 Bibliotheken, 31 Leser, 7 Gruppen, 107 Rezensionen

freundschaft, roadtrip, abenteuer, jugend, reise

Tschick

Wolfgang Herrndorf , , ,
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.03.2012
ISBN 9783499256356
Genre: Romane

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(61)

122 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

prag, verlust, freundschaft, identität, roman

Der Dieb in der Nacht

Katharina Hartwell
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 31.08.2015
ISBN 9783827012791
Genre: Romane

Rezension:

Ein Junge verschwindet und taucht scheinbar als Erwachsener in einer anderen Umgebung als fremder Mensch wieder auf. Tonfall, Gesten und Bewegungen deuten zumindest daraufhin. Aus Zufall läuft ihm Paul, sein damaliger bester Freund, über den Weg, der davon überzeugt ist, dass es sich um Felix handelt.

Das, was ich bereits in Hartwells Debütroman „Das Fremde Meer“ bewundert habe, hat mir auch in diesem wieder sehr gut gefallen: Ihr Schreibstil, sehr bildlich und metaphorisch, mit vielen Vergleichen. Auch Märchen und Fabeln, von denen in Dialogen berichtet wird, deuten eine tiefere Ebene an. Der Erzählton besteht aus einer Mischung von Erinnerungen, gegenwärtigen Ereignissen und Gedanken der Ich-Erzähler. Vor allem auch Pauls Sicht auf die Welt hat mir gefallen, seine Art, die Dinge auszudrücken. Bereits am Anfang auf seiner Reise nach Prag beschreibt er nicht die Schönheit der Stadt, sondern die Schattenseiten; so, wie er sie sieht: Unheimlich und hässlich.
Auch gibt es Passagen, die aus der Sicht von Felix‘ Schwester, Louise, geschrieben sind.

Im Vordergrund steht die Veränderung der Hauptprotagonisten, nachdem sie in Blixen ihren verschwundenen Freund und Bruder wiederentdeckten. Aber ist er es wirklich? Beide verlieren den Blick für die Wirklichkeit, für den Alltag. Was anfangs noch positiv wirkte, fast wie ein Wunder, bekommt im Laufe der Geschichte eine düstere und teils sogar unheimliche Wendung. Und gleichsam wie Louise und Paul wird auch der Leser in den Abgrund mit hineingezogen. Während die beiden den Halt verlieren und ihr Leben durcheinander gerät, wird auch der Stil kryptischer. Nicht immer versteht man als Leser, um was es wirklich geht. Es ist also nicht nur die Frage, ob es sich bei Blixen wirklich um Felix handeln würde oder nicht, sondern auch – oder viel mehr – inwiefern dieser einen Einfluss auf Paul und Louises Leben hat und welchen unverarbeiteten Verlust er in ihnen füllen kann.

Fazit: 5/5 Absolut lesenswert! Und man müsste den Roman mehr als einmal lesen, um alles zu entdecken, was in und zwischen den Zeilen verborgen liegt.

 

 Einige Lieblingszitate:

»Geheimnisse – man trägt sie weniger in sich als um sich herum, wie eine Mauer, wie einen unsichtbaren Wall, der sich stückweise selbst errichtet.« (S. 100)

»Ihr Bruder war vor sechs Jahren verschwunden. Nach seinem Verschwinden war kein einziger Tag mehr richtig gewesen, das spürte sie schon beim Aufwachen, spürte es in den Lungen, wenn sie die falsche Luft einatmete, und in den Knochen, die sie durch die falsche Welt trug.« (S. 136)

»Etwas war in mir wie ein Schatten oder etwas Lebendes – ich weiß nicht, wie ich darüber sprechen soll -, aber ich wurde abgedrängt, aus dem Leben oder aus mir selbst, daran erinnere ich mich sehr deutlich: In meiner Haut war kein Platz mehr für mich.« (S. 268)

»Damals, nachdem Felix verschwunden war, glaubte Agnes verstanden zu haben, dass sich die Menschheit in zwei Gruppen aufteilen ließe, jene, die nichts von dem Entsetzlichen wussten, und jene, die sahen, dass man bloß durch eine Folie, einen dünnen Film von dem Entsetzlichen getrennt war; dass es sich teerig glitzernd durch die Ritzen und die Risse in das Leben schob. [...] Es gibt eine dritte Gruppe, jene auf der anderen Seite der Folie, jene, die in den Ritzen hocken, die aus der Dunkelheit in die Welt hineinstarren.« (S. 275)

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(123)

299 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 79 Rezensionen

essstörung, magersucht, therapie, bulimie, tod

Alles so leicht

Meg Haston , ,
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Thienemann ein Imprint der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH, 13.07.2015
ISBN 9783522202152
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Es gibt so viele Romane über das Thema Magersucht. „Alles so leicht“ sticht besonders hervor, was zum größten Teil an der Hauptprotagonistin Stevie liegt und an dem Schreibstil, mit dem sie als Ich-Erzählerin ihre Zeit in einem Therapiezentrum beschreibt. Sie besitzt eine sehr rebellische, sarkastische Art, sie ist vor allem auch nicht immer besonders nett, dafür umso ehrlicher mit ihrer teils trotzigen Art. Ein fiktives Tagebuch, in dem wir alles über sie erfahren: Eine Mischung aus Gegenwart und Rückblenden.

Der Leser lernt Stevie kennen, durchläuft mit ihr zusammen die Wochen im Therapiezentrum, in dem sie nicht vorhat, lange zu bleiben. Warum das so ist und sie einfach in sich verschwinden – sterben – will, setzt sich nach und nach in den Vergangenheitspuzzleteilen zusammen. Der Leser kann ihre Haltung mit der Zeit besser nachvollziehen.
Niemand kommt mehr an Stevie heran, sie zieht sich komplett zurück, blockt die anderen Mädels ab und trotzdem entstehen Freundschaften in diesem geschützten Raum. SK, ihre Therapeutin, handelt auf den ersten Blick seltsam: Lässt Stevie erstmal halbwegs so weitermachen, bevor sie eingreift. Die Umgebung wirkt wie ein Springnetz, das sie auffangen könnte, bevor es zu spät ist. Aber ob Stevie es nutzt und sich verändern kann, zeigt sich erst im Laufe des Romans.

Die Beschreibungen, die manchmal auf den ersten Blick einfach gehalten scheinen, dafür jedoch umso mehr Wirkung zeigen, sind nicht immer nur gut oder schlecht. Beispielsweise die Stelle, an der sie ihren ersten Bulimieanfall schildert: Erst vergleicht sie sich mit einem Tier, dann wieder beschreibt sie es auf eine schöne, aber für Betroffene eventuell triggernde, Weise.

Fazit: 5/5 Bewegend und ehrlich, vor allem aber sehr intensiv.

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liebe, mädchen, freundschaft, auf eine wie dich habe ich lange gewartet, jugendbuch

Auf eine wie dich habe ich lange gewartet

Patrycja Spychalski
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei cbt, 13.07.2015
ISBN 9783570309735
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Es gibt Bücher, die machen einen traurig; solche, in denen man mitleidet, oder auch bei denen man Angst hat. Andere wiederum liest man einfach gerne zwischendurch. Und dann gibt es solche wie „Auf eine wie dich habe ich lange gewartet“: Bücher, die einen einfach nur glücklich machen.

Die Hauptprotagonistin Laura war mir auf Anhieb sympathisch, manchmal etwas rebellisch, aber sobald sie etwas Negatives sagt oder denkt, beispielsweise einen Spruch gegen ihre Eltern bringt, entkräftet sie ihn sofort wieder und erläutert es genauer. Mit ihrer Familie zieht sie von der Großstadt aufs Dorf und muss sich an diese enorme Veränderung erstmal gewöhnen. Dabei trifft sie dann unter anderem auf das Mädchen Irina, für das sie nach und nach mehr empfindet.

Es geht aber nicht vorrangig um das Thema Homosexualität; eher, wie es ist, Gefühle für jemanden zu entwickeln, auch wenn man nicht grundsätzlich das gleiche Geschlecht bevorzugt. Es handelt von dem Gefühl der Jugend, der Leichtigkeit, das Austesten und Überschreiten von Grenzen, und natürlich auch von Freundschaft und Liebe. Die Jugendlichkeit ist im Roman super eingefangen und genau deswegen macht dieses Buch glücklich, weil es leicht ist und trotz ernsthaften Stellen eben gerade gar nicht ernst wirkt. Besonders auch die Dialoge zwischen Laura und Enzo waren sehr süß und ich musste oft beim Lesen lächeln.

Das Gefühlschaos ist sehr gut beschrieben, es wirkt authentisch und nachvollziehbar. Wie Laura sich plötzlich immer mehr zu Irina hingezogen fühlt, es anfangs gar nicht so richtig merkt und sich dann bei Kleinigkeiten über sich selbst wundert. Es ist in leisen Tönen beschrieben.

Fazit: 5/5 Dieses Buch hat alles, was ein gutes Jugendbuch braucht: Toller Schreibstil, super Charakterführung und Einfühlungsvermögen.

 


 

Lieblingszitat:

»Es ist, als hätte gerade jemand anderes die Kontrolle über meinen Körper. Das passiert manchmal. Wenn ich zu lange vor dem Spiegel stehe zum Beispiel. Erst mal sehe ich mein Gesicht und denke, es wäre alles in Ordnung, aber schon wenige Sekunden später wird mir das Gesicht fremd, und ich habe dann den Eindruck, dass es jemand anderes ist, der mich da mit meinen Augen betrachten, während ich mich langsam auflöse.« (S. 53/54)

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krimi, versicherungsbetrug, schweiz, mord, 2015

Schlagzeile

Rolf von Siebenthal
Flexibler Einband: 281 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 01.07.2015
ISBN 9783839217610
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Anfangs hatte ich Schwierigkeiten, in den Krimi hineinzukommen, da mir besonders eine Szene zu typisch und vorhersehbar war. Das hatte sich dann aber schnell gelegt und ich war ganz drin in der Geschichte. Schlagzeile ist der dritte Band mit dem Journalisten Bollag. Ich kannte bis dato nur den ersten, Schachzug, den zweiten noch nicht. Das ist aber nicht schlimm, denn mögliche Hintergrundinformationen über die Protagonisten erfährt man in den Nebensätzen. Die Hauptstory ist in sich geschlossen.

Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, vor allem aus denen von Bollag und Kommissar Neuenschwander. Aber auch über Bundesrätin Mangold und ihrem politischen Gegner Heusser erfahren wir mehr; wie sie die Dinge sehen und was sie planen. So bekommt der Leser einen vielseitigen Überblick und weiß mehr als die einzelnen Protagonisten selbst.
Die Kapitel selbst sind kurz, der Perspektivwechsel erscheint dadurch noch schneller und hebt die Spannung zusätzlich.

Neben der Haupthandlung (die Suche nach dem Mörder der Journalistin) gibt es noch weitere interessante Nebenstränge, die besonders durch die verschiedenen Perspektiven ausgedrückt werden. Auch die Politik spielt eine Rolle, wie es beispielsweise für Mangold ist, Beruf und Privatleben miteinander zu verbinden und welche Schwierigkeiten entstehen können, wenn man in der Öffentlichkeit steht.

Stark waren die Dialoge. Besonders der Dialog zwischen Frattini und Bollag: Sehr viel Umgangssprache. Was in manchen Büchern überzogen wirkt, hat der Autor hier gekonnt in Szene gesetzt: Es wirkt glaubhaft und wie aus dem Leben gegriffen.

Ohne zu viel verraten zu wollen: Das Netz von Betrügern hat einen wahren Hintergrund. Auch das hätte direkt so passieren können.

Fazit: 4/5 Ein spannender Schweizer Krimi mit wahrem Hintergrund.

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finnland, familie, liebe, helsinki, fotografie

Liebten wir

Nina Blazon
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 26.06.2015
ISBN 9783548285771
Genre: Romane

Rezension:

Mein erstes Buch von Nina Blazon und sicher nicht das Letzte. Die Autorin hat einen sehr flüssigen Schreibstil, ich wurde in das Buch sofort hineingezogen und konnte kaum mit dem Lesen aufhören.

Liebten wir handelt von einem turbulenten Roadtrip der jungen Fotografin Moira und Aino, der Großmutter ihres Freundes. Die beiden starten eher zufällig zusammen auf ihre gemeinsame Reise, weil an diesem einen Tag beim Familienbesuch alles schief läuft, was nur schief laufen kann. Dabei verstehen sich Moira und Aino nicht mal besonders. Die Großmutter stellt eine schwierige Persönlichkeit dar, bei der es mir schwer fiel, sie zu mögen. Aber genau das macht diesen Roman aus: Es wird nichts verschönt, alles wird so erzählt, wie es nun mal ist, auch wenn es nicht immer positiv ist.

Im Laufe des Romans erfährt man immer mehr über die Beiden, hierbei stehen oft nicht die äußeren Handlungen im Vordergrund, sondern mehr der innere Spielraum: die Entwicklung jedes Einzelnen, aber auch die Beziehungen der Protagonisten untereinander. Manchmal wirken sie statisch, weil die Veränderungen besonders zu Anfang noch klein sind.

Eine große Rolle spielt vor allem die Fotografie, die für Moira viel bedeutet: Sie versteckt sich lieber hinter der Kamera, macht Fotos, als das Leben selbst zu leben. Immer wieder dringt dieses Motto hindurch: Durch ihre Handlungen, ihr Denken, durch den großen Unterschied zu Aino, die nichts vom ständigen Fotografieren ihrer Begleiterin hält.

Besonders gut gefiel mir auch der finnische Aspekt. Man lernt nicht nur einiges über die Eigenheit der Finnen, sondern auch über die Geschichte Finnlands; gespickt mit finnischen Ausdrücken. Die Kriegserzählungen werden von Aino intensiv geschildert und man nimmt sie auf, als wäre man selbst hautnah dabei gewesen. Sie fügen sich nahtlos in die Hauptgeschichte des Romans ein.

Fazit: 5/5 Ein bewegender Roman über eine ungewöhnliche Freundschaft, über Liebe und über die Freiheit, das zu tun, was man wirklich will.


Lieblingszitate:

»Fotos verraten alles. Sie zeigen das, was gezeigt werden soll – aber darüber hinaus zeigen sie die Lücken in den Familien, die schadhaften Stellen am Haus. Den Schimmel, halb versteckt hinter Girlanden von lächelnden Mündern. Sie zeigen Gesten und Berührungen, halb unbewusst ausgeführt.« (S. 18)

»Ich weiß schon, warum meine Fotos Beweise sind: Weil sie nicht zulassen, dass Wirklichkeiten einfach wieder verschwinden, als hätten sie nicht existiert.« (S. 201)

»Es ist einfacher, wütend zu sein, als die Enttäuschung zu spüren.« (S. 348)

»Das ist das Beschissene am Altwerden. Wenn du jung bist, lebst du in einem vollen Haus und machst dir keine Gedanken darüber, ob du Zeit verschwendest. Das ganze Haus ist ja noch hell erleuchtet. In jedem Raum tanzen und feiern Menschen, die du kennst, und dein Lieblingswort ist >morgen<. Aber mit den Jahren gehen in den Räumen die Lichter aus, eines nach dem anderen. Man rückt zusammen, immer mehr Zimmer bleiben leer. Dann sind noch drei Räume bewohnt, schließlich zwei. Die Musik verklingt, die Gespräche werden leiser. Und plötzlich sitzt du ganz allein in dem leeren Haus, im letzten Zimmer, in dem nur noch eine Kerze brennt.« (S. 382/383)

»Du hast im Leben nämlich nur einen einzigen wichtigen Moment. Einen einzigen, der zählt, der dich ausmacht, der alles erklärt, alles an seinen Platz rückt und alles vollendet. Alles, was danach kommt, ist nur noch Abglanz, wertlos, unwichtig. Und kein Foto der Welt ist es wert, ihn zu verpassen.« (S. 431)

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