Leserpreis 2018

Schreibmamsells Bibliothek

3 Bücher, 3 Rezensionen

Zu Schreibmamsells Profil
Filtern nach
3 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

Seefeuer

Elisabeth Herrmann , Laura Maire
Sonstiges Audio-Format: 1 Seiten
Erschienen bei Der Hörverlag, 23.06.2014
ISBN 9783844513349
Genre: Jugendbuch

Rezension:




Mit Seefeuer von Elisabeth Herrmann hörten Töchterchen und ich uns unser erstes Jugendthriller-Hörbuch. Die geplante 600 km Fahrt zu Oma und Opa fiel aus, so dass wir es nur häppchenweise hören konnte, was teilweise etwas blöd war, weil es doch einige spannende Stellen gab, bei denen ich sehr ungerne unterbrochen habe. Doch von vorne.

Warum hatte ich „Seefeuer“ rausgesucht? Es versprach Spannung. Es spielt an der Nordsee und die Seehundstation Friedrichskoog, in der Marie, die Hauptperson arbeitet, kennen wir auch. Praktisch beim Fahren auf der Autobahn wäre auch gewesen, dass der Hörverlag die gekürzte Lesung auf eine mp3 gebracht hat, da entfällt der CD-Wechsel. 7 Stunden, 20 Minuten. Prima Länge für einmal Hamburg und zurück. Theoretisch.

Seefeuer handelt von Marie und ihrer Familie, der alteingesessenen Familie Vosskamp, bekannt für ihren Teehandel und von einem gesunkenen Schiff, der Trinity. Ausgerechnet bei der Rettung zweier Seehunde kollidiert Maries Schiff mit der Trinity, was für einen Riesenwirbel sorgt, die Trinity umrankt eine Legende. Als Marie und ihre Kollegen von der Rettung zurückkehren, erhält sie die Nachricht, dass ihre geliebte Großmutter Clara nach einem Schlaganfall im Krankenhaus liegt. Während Maries Mutter Viola und deren Lebensgefährte Magnus nicht allzu viel Interesse an Claras Zustand zu haben scheinen, sorgt Marie sich sehr. Währenddessen fragt sie sich, was ihr der Name des gesunkenen Schiffes sagt. Schnell wird klar, dass es etwas mit ihrer Familiengeschichte zu tun hat. Die Trinity soll geborgen werden, wenigstens soll eine Firma prüfen, ob die Tanks dicht sind und was noch an Bord ist. Magnus setzt alles daran, es zu verhindern und auch Clara gibt Marie zu verstehen, dass sie auf keinen Fall möchte, dass das Wrack erforscht wird. Als wäre das alles nicht genug, häufen sich im Hause Vosskamp seltsame Vorfälle, einer beunruhigender als der andere. Welches Geheimnis verbindet Maries Familie mit der Trinity? Welche Rolle spielt ihre Großmutter? Wem kann Marie vertrauen und was will Magnus?

Die Geschichte führt langsam an die Protagonisten heran. Erzählt wird „Seefeuer“ stets aus der Perspektive von Marie. Sprecherin Laura Maire nimmt die Hörer mit in Maries Gedanken, ihre Sorgen, ihre Zweifel, ihre Angst, ihr Entdecken. Wir lernten Marie als sympathische junge Frau kennen, die man einfach ins Herz schließen muss. Ihre – sagen wir mal – wunderliche Mutter Viola entlockte Töchterchen manches Kopfschütteln. Die Frage, wer Magnus ist, welche Rolle er spielt, die erlebten wir aus Maries subjektiver Sicht.

Es gibt Einschübe im Text, in denen eine rätselhafte weitere Person mit Marie spricht. Deren Gedanken setzt Laura Marie gut abgesetzt, mit dem entsprechenden drohenden, leicht wahnsinnig klingendem Tonfall vom Rest des Textes ab. Interessant für mich dabei, das Töchterchen sehr schnell eine wesentliche Eigenschaft dieser Person erkannt hatte, für mich war das völlig offen. Kann ich hier aber nicht verraten ;). Mir war dagegen etwas anderes ziemlich schnell klar, was Maries Großmutter betrifft. Das änderte die Spannung in einem Aspekt für mich mehr in die Richtung, ob ich damit Recht hatte. Hatte ich. Einzelne Teile der Handlung scheinen also früher oder später voraussehbar zu sein.

Insgesamt aber ist fast durchweg ein Spannungsbogen vorhanden, der allerdings etwas einbricht, als die scheinbar unvermeidliche Liebesgeschichte ins Spiel kommt. Zumindest im Hörbuch, also in der gekürzten Fassung ist das an manchen Stellen nicht ganz rund. Aber das ist ja ein grundsätzliches Problem gekürzter Lesungen. Außerdem hat das Fräulein Tochter (noch?) so gar keinen Draht zu Liebesgeschichten und verdreht dann immer genervt die Augen. In dem Fall stört sie vielleicht wirklich die Handlung, zumindest mal ist sie nicht unbedingt eine zentrale Säule, auch wenn sie manches Verhalten von Marie erklärt.

Die Personen werden mehr oder weniger detailliert beschrieben, gerade so, wie es für ihre Rolle in der Handlung notwendig ist. Manch einer bleibt ziemlich flach, an Marie kommt man aber so nahe heran, dass man ihre Gefühle und Ängste teilweise wirklich mitlebt. Man muss ihre Großmutter lieben, weil Marie es tut. Man könnte ihre Mutter manches Mal schütteln, spürt aber auch immer, wie sehr Marie sie trotzdem liebt. Das ist Elisabeth Herrmann beim Schreiben und Laura Maire beim Lesen hervorragend gelungen. Der Hörer fragt sich immer wieder, wer in diesem Spiel aus Intrigen und Lügen welche Rolle innehat, stückweise erfährt er gemeinsam mit Marie die Wahrheit. Das Ende – nun ja – mir persönlich ist es dann etwas zu dick, zu kitschig. Da ich es zunächst alleine zu Ende hören mußte, kann ich hier nur meinen Erwachsenen-Eindruck mitteilen, die jugendliche Hörerin mußte ca. 1,5 Kapitel vor Ende zum Schüleraustausch und ich wollte die vorhandene Spannung nicht gut eine Woche länger aushalten.

Laura Maire macht Maries Gefühle hörbar, ein großes Glück für uns vor den Lautsprechern, sie erzeugt Spannung, man versteht, warum sie u.a 2014 den Deutschen Hörbuchpreis erhalten hat. Konnte ihre Lesung uns bei „Ein Meer aus Tinte und Gold“ nicht überzeugen, so war hier das Gegenteil der Fall. Allerdings hat Töchterchen ein grundsätzliches Problem mit ihr, weil ihr die Stimme nicht so zusagt.

Fazit

Elisabeth Herrmann ist mit „Seefeuer“ ein spannender Jugendthriller gelungen, der auch meine 12 jährige Tochter fesselte, aber nicht ängstigte. Seehunde sind hier im Haus immer ein guter Einstieg, das machte es leicht, aber die spielen sehr bald nur noch eine Nebenrolle. Das Geflecht zwischen den einzelnen Personen ist undurchschaubar, nahezu bis zur Auflösung hat man keine Ahnung, wer eigentlich wer ist und wie er zur Familie Vosskamp  oder dem Wrack der Trinity steht und welche Interessen er verfolgt. Wir wurden schnell in die Geschichte hineingezogen, hielten manches Mal fast den Atem an und wetteten zwischendurch auch mal auf unterschiedliche Vermutungen. Die Liebesgeschichte am Rande wirkt hingegen teilweise ein wenig erzwungen. Insgesamt hat uns der Hörverlag mit der Produktion jedoch Lust auf mehr gemacht. Ein wenig schade für mich, dass die Lütte mit Laura Maires Stimme nur bedingt warm werden kann und damit immer ein wenig im Konflikt ist, zwischen der hervorragenden Lesung und dem Klang der Stimme.

(von mir selbst zuerst veröffentlicht bei www.senkpiel.net)

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(102)

214 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 37 Rezensionen

"amoklauf":w=11,"schule":w=7,"jugendbuch":w=4,"spannung":w=3,"rache":w=3,"amok":w=3,"lea-lina oppermann":w=3,"roman":w=2,"geheimnisse":w=2,"gerechtigkeit":w=2,"schockierend":w=2,"beltz verlag":w=2,"was wir dachten was wir taten":w=2,"tod":w=1,"verrat":w=1

Was wir dachten, was wir taten

Lea-Lina Oppermann
Flexibler Einband: 180 Seiten
Erschienen bei Julius Beltz GmbH & Co. KG, 24.07.2018
ISBN 9783407822987
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Sehr bedächtig, beeindruckt und nachdenklich legte ich den Debütroman der beim Schreiben erst 18jährigen Lea-Lina-Oppermann aus der Hand. Ich hatte „Was wir dachten, was wir taten“ für Töchterchen zum Nikolaus gekauft. Auf Empfehlung unserer Buchhändlerin, die die Autorin auch schon für eine Lesung zu Gast hatte. „Ja, es ist ab 14, aber bei dem, was sie sonst liest – das paßt!“ Mit 180 Seiten hat das kleine Buch ein angenehmes Format für den Stiefel, so dass ich es dann auch auswählte, aus all den anderen Wünschen. Die Art, wie die Buchhändlerin mir das Buch beschrieb, hatte mich so neugierig gemacht, dass ich es zu Hause direkt aufschlug. Und las. Und las. Wow. Wie stark geschrieben! Dann mußte ich das Lesen jedoch abbrechen, weil ich das Buch gesichert vor Töchterchens Augen verstecken mußte. Doch jetzt konnte ich „Was wir dachten, was wir taten“ zu Ende lesen. Da Töchterchen noch ein anderes Buch am Wickel hat, folgt hier nur meine Erwachsenen-Meinung dazu.

„Was wir dachten, was wir taten“ schildert 143 Minuten eines Amoklaufs an einer Schule. 143 unendlich lange Minuten erzählt aus der Sicht Dreier, die dabei waren. Die Musterschülerin Fiona, die unbedingt immer alles richtig machen will, wie ihre große Schwester es so gut kann. Der Einzelkämpfer Mark, dem die Schule relativ egal ist, der genug mit seinem gewalttätigen Vater zu tun hat. Der Mathelehrer Herr Filler, der auch Vertrauenslehrer ist, aber ein teilweise gespaltenes Verhältnis zu sich, seinem Beruf und seinen Schülern hat. Lea-Lina Oppermann läßt sie in jeweils kurzen Abschnitten die Situation aus ihrer subjektiven Sicht beschreiben. Dadurch bekommt man auch stets einen Blick auf die anderen in der Klasse. Die Charaktere, die Klischees, die Verhältnisse untereinander. Man erlebt, wie die drei Erzähler mit sich und ihren eigenen Ansprüchen und Unfähigkeiten ringen. Intimste Geheimnisse werden offengelegt.

Die Klasse schreibt eine Matheklausur, als eine Lautsprecherdurchsage verkündet: »Es ist ein schwerwiegendes Sicherheitsproblem aufgetreten. Bitte bewahren Sie Ruhe.« Amokalarm? Die Gedanken der Schüler drehen sich sofort nur noch um diese Frage, nicht mehr um die Matheklausur, während der Lehrer versucht, den Fokus auf die Klausur aufrechtzuerhalten, um eine Panik bei den Schülern (und auch sich selbst) zu vermeiden. Letztlich entgleitet ihm die Situation jedoch vollkommen. Der vermummte Amokläufer dringt genau in seine Klasse ein. Mit dabei hat er außer einer Pistole auch Umschläge mit Wünschen, die Herr Filler vorlesen soll. Wünsche, die Abgründe verschiedener Schüler und ihres Lehrers gnadenlos offenbaren. Wie weit werden sie gehen? Die Schüler? Der Lehrer? Die Forderungen des Amokläufers?

Es ist erschreckend, wie die Angst vor dem Amokläufer ausnahmslos alle dazu bringt, über Grenzen zu gehen. Es ist beeindruckend, wie Lea-Lina-Oppermann es schafft, den Leser innerhalb weniger Abschnitte im Bann der Geschichte zu haben. Man könnte sich fragen, ob die Charaktere nicht noch tiefer beschrieben werden könnten. Aber nein, das würde der Dichte schaden, der Intensität der Berichterstattung. Und kommen der Amokläufer und seine Beweggründe nicht zu kurz weg am Ende? Nein, finde ich, ganz klares Nein. Denn in dem kurzen Abschnitt wird alles offenbart und vor allem viel Raum für die Empfindungen gelassen. Ja, da steht wirklich alles, man muss das nur mal auf sich wirken lassen. Diese Worte nachfühlen. Da steht, wieso der Amokläufer zu eben diesem wurde. Wieso er so ungewöhnlich vorging. Da steht auch, wie bedenkenloses Verurteilen andere Menschen vernichten kann. Da steht so viel über unsere Gesellschaft, dass es schon fast beängstigend ist, wie das auf 180 Seiten dargestellt werden kann. Was mich an dem Begriff „der Amokläufer“ irritiert und stört, kann ich hier leider nicht aufführen, wer das Buch liest, wird es verstehen.

Ich konnte nicht anders, beim Lesen fragte ich mich immer wieder, wie ich mich verhalten hätte, welcher der Typen wäre ich gewesen? Wie weit wäre ich gegangen? Nur eines ist klar: Ich habe keine Ahnung. Wie sollte ich auch? Unwillkürlich urteilt man über die Beteiligten, nur um das eigene Urteil wieder in Frage zu stellen, denn es beschreibt eine Situation, die man sich nicht vorstellen kann. Ich war irritiert, dass allen Beteiligten die ganze Zeit etwas Entscheidendes nicht auffiel: Dass die Wünsche gezielt an bestimmte Personen gerichtet waren. Aber auch das zeigt deutlich, wie die Autorin die Szenerie letztlich realistisch beschreibt. Die Intensität der Situation, in der die Opfer nicht denken können, nicht über das, was tatsächlich gerade geschieht hinausblicken können. Wie sehr dieser Psychostreß der Ausnahmesituation das Denken und Handeln verändert. Übrigens werden hier nicht wahllos Leute erschossen, auch wenn durchaus von der Waffe Gebrauch gemacht wird. Nein, das Vorhaben des Amokläufers ist hier ein ganz anderes, im Klappentext heißt es: „…sind die Grenzen der Normalität so weit überschritten, dass es für niemanden mehr ein Zurück gibt.“

Ja, Lea-Lina Oppermann hat mich mit „Was wir dachten, was wir taten“ sehr beeindruckt. Ein intensives Buch, welches mich sehr nachdenklich zurückläßt, in vielerlei Hinsicht. Ich las die letzten Sätze, klappte es zu, betrachtete es still, legte es neben mich und staunte, wie ruhig ich jetzt war, wie nachdenklich, während ich nur da saß und versuchte, der Wirkung des kleinen Buches auf die Schliche zu kommen.

(von mir selbst veröffentlicht zuerst bei www.senkpiel.net)

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(34)

76 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 19 Rezensionen

"rätsel":w=5,"bücher":w=5,"jugendbuch":w=3,"edgar allan poe":w=3,"abenteuer":w=2,"chiffre":w=2,"bücherjagd":w=2,"roman":w=1,"freundschaft":w=1,"jagd":w=1,"san francisco":w=1,"schatzsuche":w=1,"bookcrossing":w=1,"code":w=1,"schnitzeljagd":w=1

Mr Griswolds Bücherjagd - Das Spiel beginnt

Jennifer Chambliss Bertman , Elisa Martins
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei mixtvision, 07.02.2018
ISBN 9783958540651
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Auf „Mr Griswolds Bücherjagd – Das Spiel beginnt“ von Jennifer Chambliss Bertman wurde ich durch eine Aktion von Lovelybooks und dem Verlag Mixtvision aufmerksam. Zur Veröffentlichung des Kinderbuches versteckten Blogger 35 Exemplare am Tag der Veröffentlichung in ihrer Stadt. Mit Hilfe von Hinweisen konnte man sich dann auf die Suche nach dem Buch begeben. In unserem Umkreis wurde allerdings keines versteckt, aber der Inhalt reizte mich. Sind es doch genau meine Themen. Bücher und Schatzsuche, bzw. Schnitzeljagd. 

Denn bei „Mr Griswolds Bücherjagd“ handelt es sich um ein Spiel, in welchem Bücher von Spielern versteckt werden. Sie geben Hinweise in Form von Rätseln und Codes an die Community, die anderen Bücherjäger, die sich dann auf die Jagd nach dem Buch begeben können. Durch ein Punktesystem kann man in der Community verschiedene Level erreichen.

Emily, die mit ihrer Familie frisch nach San Francisco zieht, ist begeisterte Bücherjägerin. Emilys Leben ist ein wenig ungewöhnlich. Ihre Eltern haben sich vorgenommen in allen 50 Staaten der USA gelebt zu haben und somit ziehen sie ungefähr einmal im Jahr um. Während Emilys Bruder Matthew damit scheinbar wenig Probleme hat, hat Emily schwer damit zu kämpfen, nie irgendwo wirklich dazugehören zu können. Doch in San Francisco ist es vom Einzug in die neue Wohnung an anders. Im Haus wohnt auch James, der zwar kein Bücherjäger ist, aber genial im Codeknacken. 

Garrisson Griswold, der Erfinder der Bücherjagd, wird jedoch überfallen, kurz bevor Emily und ihre Familie in der neuen Stadt ankommen. Durch Zufall finden Emily, Matthew und James am Ort des Überfalls ein Buch von Edgar Allen Poe, welches Mr Griswold dort zuvor versucht hat zu schützen. „Der Goldkäfer“ ist ein Einzelexemplar und der Auftakt zu einem neuen, ganz besonderen Spiel von Mr Griswold. Schnell erahnt Emily genau das und sie begibt sich mit ihrem neuen Freund auf die Schnitzeljagd. Mehr sei an dieser Stelle nicht verraten.

Emily und James schließt man als Leser sofort ins Herz. Emilys Perspektive ist so authentisch geschrieben, dass man ihre Gedanken und Gefühle sehr gut nachvollziehen kann. Es geht in „Mr Griswolds Bücherjagd – Das Spiel beginnt“, was übrigens der erste Teil einer Trilogie ist, natürlich auch um mehr, als nur um die Bücherjagd. Es geht auch um Freundschaft, Familie, Enttäuschung, Zusammenhalt und darum, das Leben mal aus einer anderen Perspektive zu sehen. Außerdem steht es dem Leser frei, aus der Bücherjagd ein Mitmachbuch zu machen. Denn immer wieder müssen Emily und James unterschiedliche Rätsel, Chiffre und Codes lösen. Auch schicken sie sich Nachrichten in ihrer eigenen Geheimschrift. Wir haben es unterschiedlich gehandhabt, da ich das Buch vorgelesen habe, als Töchterchen krank war. Teilweise haben wir einfach nur gelesen, teilweise selber die Chiffren und Codes geknackt. Damit läßt sich durchaus eine Weile zubringen. Auch in sich ist die Geschichte vor allem für die jungen Leser durchaus spannend aufgebaut. 

Schon bei der Blogger-Aktion fragte ich mich, wer die Idee der Bücherjagd jetzt in das reale Leben überträgt? Ich finde das Konzept des Spiels, welches auch direkt am Anfang des Buches erklärt wird, sehr interessant und reizvoll. Ich würde das als Verlag direkt mit inszenieren… Schon deswegen gewinnt Jennifer Chambliss Bertmans Kinderbuch bei mir sofort. Allerdings gibt es auch Abzüge. Es ist mit einer Altersempfehlung von 11-12 Jahren erschienen, für den Großteil des Stils und Inhalts ist das auch zutreffend. Allerdings gibt es sehr häufig Begriffe und auch Bezüge, die Kinder in dem Alter unmöglich kennen können. An einigen scheitere auch ich. Da hilft nur das Internet befragen oder drüber weglesen. Auch sind einige Bezüge zur Stadt San Francisco enthalten, die deutsche Leser in reiner Übersetzung nicht unbedingt nachvollziehen können. Richtig schwierig wird es mit der Übersetzung dann, als es für ein Rätsel hinten und vorne nicht mehr paßt. Eine bekannte Figur hat im deutschen einen anderen Namen. Somit verstehen deutsche Leser einen vorigen Hinweis nicht, der zur Art des Chiffre führt, für das Chiffre selbst wird aber der Originalname benötigt, den deutsche Leser aber nicht kennen. Sorry, dass ich das hier nicht präzisieren kann, aber ich will ja nicht spoilern. 

Vieles in der Geschichte beruht auf der Realität. Nicht nur Edgar Ellen Poe und seine Literatur. Die Autorin erläutert am Ende, wie sie auf die Idee kam, wie sie den Inhalt aus diversen realen Vorbildern zusammenfügte. Durchaus auch interessant, das zu lesen.

Eine Sache ist für mich noch offen. Entweder ist es ein großer Kritikpunkt oder eine klasse Meta-Ebene. Im Buch sind auffällig viele Tippfehler. Entweder also kein sonderlich sorgfältiges Lektorat oder ein im Buch versteckter Code. Ich habe irgendwann angefangen, die Fehler zu markieren, es fehlen aber noch einige, die ich zuvor ignoriert habe. Das erfordert dann einen extra Nachmittag, dem Rätsel auf die Spur zu kommen.

Fazit

Uns hat „Mr Griswolds Bücherjagd“ auf jeden Fall gefallen. Dahinter stecken gleich mehrere tolle Ideen und es ist - bis auf die oben angeführten Kritikpunkte - wunderbar zu lesen. Jennifer Chambliss Bertram schreibt spannend und humorvoll. Die Kinder können beim Lesen noch Rätsel lösen, die Erwachsenen übrigens auch. Ein Empfehlung weit über die angegebene Altersklasse hinaus. Zumindest für alle, die gerne lesen und  Rätsel lösen. Für Schatzsucher und Schnitzeljäger. Für Codeknacker. Ich bin immer noch Fan der Idee hinter dieser Detektiv- und Abenteuergeschichte. 

Abschließend sei noch erwähnt, dass es zwar bei der Aktion zur Veröffentlichung kein Buch jagen konnten, Lovelybooks und Mixtvision aber auch diverse Exemplare verlosten und ich dort das Glück hatte eines zu gewinnen. Danke dafür!

(veröffentlicht auch im Familienblog senkpiel.net)

  (0)
Tags:  
 
3 Ergebnisse

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks

Mit der Verwendung von LovelyBooks erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir und unsere Partner Cookies zu Zwecken wie der Personalisierung von Inhalten und für Werbung einsetzen.