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29 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

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Anstand

Matthew Quick , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Fester Einband: 272 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 09.10.2017
ISBN 9783959671354
Genre: Romane

Rezension:

Ein herrlich eigenwilliger Roman über Vorurteile, Rassismus, Kriegsfolgen, Schuld und Sühne, erzählt von einem bornierten Ich-Erzähler, den man nicht vergessen kann.

Seine Sprache ist herb, seine Ausdrucksweise heftig. Er nimmt kein Blatt vor dem Mund. Sein Name: David Granger. Vietnam-Kriegsveteran. Er ist Erz-Republikaner, läuft in Tarnklamotten und bewaffnet herum. Er leidet unter Verfolgungswahn und Albträumen. Wer ihn des Nachts weckt, riskiert sein Leben. Den Ärzten, die sein Gehirn operiert haben, traut er nicht, denn David ist sich sicher, dass die Regierung den Auftrag gegeben hat, Teile seiner Erinnerung herauszuschnippeln.
Durch den äußeren Anschein steckt man ihn schnell in eine Schublade. Sogar sein Sohn hält seinen Vater für rassistisch. Doch wenn der Leser genauer hinsieht, sieht er zweierlei: Seine rassistischen Äußerungen und seine nicht rassistischen Taten.

Schublade auf. Wenn jemand von "Schlitzaugen, Pyjamaträgern, Homos, Windmühlenschlampen, Dschihad-Jennys, Flower-Power-Händchenhalter, iranischen Sauhunden, …" spricht, passt er wunderbar ins rassistische Klischeebild. Schublade zu.
Auf. Wenn die gleiche Person aber mit Homosexuellen befreundet ist, eine vietnamesische Wunschziehtochter hat, mit Schwarzen verkehrt, tja dann entsteht ein herrlicher Widerspruch zwischen Äußerungen und Taten. Als Leser wird man angeregt, genauer hinzusehen. Zu unterscheiden, was jemand sagt, was jemand tut.
Dazu unterhält die gestörte Vater-Sohn-Beziehung noch zusätzlich. Denn sein "verweichlichter linksliberaler" Sohn hält seinen Vater für den Rassisten in spe. Sein Vater wiederum sieht seinen Sohn als jemanden, der zwar keine rassistischen Äußerungen von sich gibt, aber Probleme damit hat, mit Minderheiten zu kommunizieren. Wer ist hier also eher rassistisch veranlagt?

Am Ende bleibt dem Leser nur eines übrig: sich ein eigenes Bild zu machen. Denn nicht immer ist es innen so, wie es außen den Anschein hat.

Die sehr eigenwillige Sprache des Ich-Erzählers ist sicherlich nicht jedermanns Sache. Hier aber passt sie herrlich zu David Granger, untermauert die Missverständnisse, den Charakter, das Trauma. Herb und deftig sind seine Äußerungen, so richtig "frei nach Schnauze", was David Granger zu einer Figur macht, die unvergesslich bleibt.

Matthew Quick ist ein Roman gelungen, der unterhält und den Leser über Vorverurteilungen und Klischeedenken nachdenken lässt, der aber auch die Folgen des Krieges für Soldaten und deren Familienmitglieder am Rande mitzieht, über Schuld und Sühne streift, und somit auch eine gute Gesellschaftskritik hinterlässt.

Ein Buch, das für anspruchsvollere Leser voll ins Schwarze trifft und mit der eigenwilligen Sprache besondere Lesestunden liefert. 

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22 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

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Kaltes Land

Norbert Horst
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.09.2017
ISBN 9783442486175
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der sympathische Kommissar Steiger ermittelt im dritten Band der Steiger-Reihe im illegalen Geschäftsfeld von Flüchtlingen. Denn mit heimatlosen Hilfesuchenden lässt sich durch Angst und Hoffnung verdammt viel Geld verdienen.
Die Löcher im System machen es möglich und so sammeln Menschenfänger, die mit Scheinidentitäten Asylsuchende aufgabeln, nächste Opfer. Manche dienen als Bodypacker zum Transport von Drogen, von anderen werden Organe verkauft oder ins Rotlicht verschachert.
Ein sehr authentisch zu lesender Ermittlungsstrang führt den Leser in die Schattenwelt des Asylgesetzes. Denn viele der Asylsuchenden geben falsche Namen an, bekommen von den Menschenfängern weitere Scheinidentitäten und so ist es für Steiger schwierig, die Identität der aufgeschlitzten und ausgenommenen Leiche festzustellen, die in der Nordstraße aufgefunden wurde.
Steigers Ermittlung zeigt dem Leser viele Probleme, vor denen Kommissare stehen, wenn sie im Flüchtlingsmilieu ermitteln. Das liest sich verdammt realistisch und verdammt realistisch ist auch das Thema. Denn Organhandel und Missbrauch von Flüchtlingen als Drogenkuriere gibt es auch in der Wirklichkeit.

Sehr gesellschaftskritisch wird das Flüchtlingsthema angepackt. Denn alles kommt vor. Ablehnende Figuren, die das "Asylantenpack" lieber gestern als heute abschieben wollen und in jedem männlichen Flüchtling einen Massenvergewaltiger sehen, aber auch Figuren, die um jeden verschwundenen Flüchtling Tränen vergießen und täglich mit den Schwierigkeiten der Systemlöcher zu kämpfen haben.
Auch Flüchtende werden gezeigt, wie die Flucht von Arjun und Samira und wie leicht es für Menschenfänger ist, solche Hilfesuchende abzufangen und mit ihnen Geld zu verdienen. Und das auf eine sehr glaubwürdige Art.

Verdammt realistisch liest sich das Buch, mit einem überzeugenden, authentischen Ermittlungsstrang. Ein Buch, das nicht nur unterhält, sondern auch nachdenklich stimmt, ob das System, so wie es ist, gut oder nur gut für illegale Einnahmequellen ist. Lesetipp!

Authentische Ermittlergeschichte über das Geschäft mit Asylsuchenden. Das Erschreckende: Nicht alles ist erfunden.

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67 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

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Fever

Deon Meyer , Stefanie Schäfer
Fester Einband: 702 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 09.10.2017
ISBN 9783352009020
Genre: Romane

Rezension:

Ein leergefegtes Afrika, denn der Mensch schafft sich ab. Erst kommt das Fieber, dann der Tod. Übrig bleiben ein paar Einzelne, die diese Fieberepidemie überleben. Doch diese müssen um ihr weiteres Überleben kämpfen, denn die Nahrungsmittel werden knapp und wilde Gangs belagern die Straßen, nehmen Frauen gefangen, töten Männer und Kinder.

Deon Meyer lässt Nico den Verlauf dieser Postapokalypse erzählen. Er hat als Junge das Fieber überlebt und ist mit seinem Vater unterwegs nach Vanderkloof, wo er eine neue Siedlung namens Amanzi gründen will.
Nico hat nicht nur das Fieber überlebt, sondern auch den Kampf ums Überleben. Als 47jähriger erzählt er seine Memoiren, die Geschichte des Mordes an seinem Vater, die Geschichte seines Lebens. Dazwischen streut er Aufzeichnungen seines Vaters ein, so dass auch einzelne Bewohner Amanzis zu Wort kommen.

Das ganze liest sich erschreckend. Hart, düster, teils blutig, hoffnungslos. 700 Seiten lesen sich weg wie nix. Denn auch wenn der Mensch großteils absolut unmenschlich handelt, so ist er doch nicht langweilig. Alle Facetten des menschliches Daseins kommen vor. Vom Humanisten Willem bis zu schweren Jungs und geläuterten Sträflingen.

Das Leben ist hart, das wird in diesem Buch klar vor Augen geführt. Denn rücksichtslos handelt der Mensch, gierig und unmenschlich, und auch wenn einzelne Menschen dazwischen zu kleinen Hoffnungsinseln werden, so müssen auch sie erkennen: Der Mensch ist und bleibt unberechenbar und ist jederzeit bereit für sich selbst das Menschsein zu opfern. Immer und überall, hinterrücks und vorderrücks, Tag und Nacht.

Ein Buch, das zum Nachdenken anregt, das einen nicht mehr loslässt, das eine Warnung an unsere Gesellschaft darstellt. Denn es ist ein Buch der Zerstörung, bei dem am Ende nur die Hoffnung bleibt.

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45 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

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Der weiße Affe

Kerstin Ehmer
Fester Einband: 280 Seiten
Erschienen bei Pendragon, 30.08.2017
ISBN 9783865325846
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

"Der weiße Affe" entführt den Leser in eine andere Welt nach Berlin in die 1920er Jahre. Authentisch, detailstark, sprachlich ein Genuss!

Ariel Spiro kommt aus der Provinz nach Berlin, wo er sogleich als Kriminalkommissar mit einem Mord konfrontiert wird. Schnell wird er mit dem bunten, verruchten Stadtleben vertraut, denn in den Gassen Berlins tummeln sich nicht nur Pferdedroschken und Einbeinige von Bar zu Bar, sondern auch Männer, die Männer lieben, und Männer, die Kinder kaufen, und Männer, die in Frauenkleidern stecken. Und Frauen, die sich von Männern weiße Affen schenken lassen.
So eine ist das Fräulein Hilde, eine Tänzerin. Ihr Geliebter, ein Bankier, wird erschlagen vor ihrer Wohnungstür gefunden. Der erste Hauptverdächtige ist schnell gefunden, der Freund von Fräulein Hilde. Aber auch die Familie des Getöteten hätte Motive, besonders der Sohn. Und in die Tochter verguckt sich unser ehemalige Provinzpolizist auch noch. Ganz schön viel für den Herrn Spiro, der sich von der Stadt verführen lässt und so langsam seinen Anfangsbonus bei seinem Vorgesetzten verspielt.
Zwischendurch verwirren ein paar wahnsinnige Fantasietexte den Leser. Von Königinnen mit bösen Mündern ist da die Rede, dann wieder ist der Text klar verfasst, ein Junge, der in einer Schule gemobbt wird und nur schwer Anschluss findet. Wie im Drogenwahn wirken die Texte, die sich erst gegen Ende erklären.

Sprachlich ist der Text ein Genuss. Mit Berliner Dialekt wird da zwischendrin aufgepeppt und ist überraschenderweise gut zu lesen und macht die Geschichte noch authentischer. Überhaupt beleben die vielen kleinen, eingeflochtenen Details die Zeit der 1920er und das Stadtleben Berlins, das von Künstlern bevölkert wird, aber auch von hungernden Kindern, "Kriegerwitwen" und Einbeinigen. Schranken werden übergangen, aufgehoben, denn die sexuelle Befreiung ist spürbar, sie wird gelebt in den verruchten Bars und in den Zeilen.

Die Figuren sind nicht überladen, so ist Spiro derjenige, der sich wie der Leser auf in unbekanntes Terrain begebt. Derjenige, der dieses Stadtleben erst kennenlernen muss, der lernen muss, damit zurecht zu kommen. Denn eigentlich ist er ein einfacher, geradliniger Mann aus Wittenberge.
Sein Kollege Bohlke hat den Krieg, in dem er war, nie hinter sich gelassen. Auch die Zeit nach dem Krieg ist in dem Roman spürbar, die Probleme, die diese Zeit mitbringt. Die Folgen. Aber ebenso sind diese schillernden Figuren, die ihre Sexualität ausleben wollen, ein Zeichen der Änderung, das durch sie erst lebendig wird.
Und zu guter Letzt gibt es einen Krimiplot mit vielen Verdächtigen, so dass bis zum Schluss gerätselt werden darf, wer war es und was hat es mit diesen rauschhaften Zwischenstücken auf sich.

"Der weiße Affe" entführt den Leser in die 1920er Jahre Berlins, in all der geräuschvollen, verruchten Pracht, in die Bars, die Theaterszene, den sexuellen Aufbruch. Das Buch ist ein Krimi mit dem gewissen Etwas. Sprachlich ein Genuss, aber aufgrund der Zwischenkapitel, die man anfangs schwer einordnen kann, wohl eher für anspruchsvolle Leser geeignet. Aber die werden dieses Buch genießen.

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Stern des Nordens

D.B. John , Sabine Längsfeld , Karen Witthuhn
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 25.09.2018
ISBN 9783805200325
Genre: Krimi und Thriller

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4 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Noir

Christopher Moore , Jörn Ingwersen
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.10.2018
ISBN 9783442314867
Genre: Romane

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Nana im Morgengrauen

Park Hyoung-su , Yun Sun Young , Philipp Haas
Fester Einband: 504 Seiten
Erschienen bei Septime Verlag, 24.09.2018
ISBN 9783902711786
Genre: Romane

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Fay

Larry Brown , Thomas Gunkel
Flexibler Einband: 656 Seiten
Erschienen bei Heyne, 12.11.2018
ISBN 9783453677258
Genre: Romane

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36 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

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Chicago

David Mamet
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 01.10.2018
ISBN 9783959672245
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mike Hodge, ehemaliger Kampfpilot im Ersten Weltkrieg, arbeitet inzwischen bei der Chicago Tribune. Chicago in den 20er-Jahren wird von den Mafiaclans Al Capone und Dion O'Banions regiert. Es ist zudem die Zeit des Rassismus und der Prohibition. 

Verbotenerweise ist Mike in Annie verliebt, eine Irin. Die wird dann kurzerhand abgemurkst und Mike versinkt in Kummer und Trauer und der Suche nach dem Täter.
Seine Nachforschungen führen ihn zu den Mafiaclans und reichen bis zur IRA.
Nur ist die ganze Story leider sehr sperrig, sehr langatmig, sich ständig wiederholend und total spannungsfrei erzählt.

Das fängt schon mit den zwei ständig philosophierenden Reportern Mike und Parlow an. Die Gespräche drehen sich im Kreis, die Fragen, die Antworten, alles ein Kreis, der ständig wiederholt und nie endet. Das ist alles andere als interessant zu lesen. Das ist pure Langweile, zumal auch die Sprache ziemlich sperrig daherkommt. Noch dazu führt diese sperrige Sprache zu keinem Gefühl eines 20er-Jahre Settings. Es kommt einfach keine 20er-Jahre-Atmosphäre auf, in die man als Leser eintauchen könnte.

Die einzige interessante Figur, eine Puffmutter namens Peekaboo, kann den Roman auch nicht retten, auch wenn sie wenigstens ein bisschen ein Gefühl für die 20er-Jahre aus Sicht einer Farbigen einbringen kann.

Für mich ist die Buchbeschreibung um Weiten besser als die Story selbst. Sehr schade.

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42 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

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Dodgers

Bill Beverly , Hans M. Herzog
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 26.09.2018
ISBN 9783257070378
Genre: Romane

Rezension:

Als die Polizei in die Straße stürmt, ist von einer Sekunde auf die andere alles anders: Der 15-jährige East verliert sein Crackhaus, das er mit ein paar Ghettojungs seit zwei Jahren bewacht hat, während vor seinen Augen ein Mädchen durch einen Schuss sein Leben verliert.

Von seinem Boss Fin bekommt er einen neuen Auftrag, einen tödlichen, einen Auftragsmord. East muss mit dem Möchtegern-Witzbold Michael Wilson, dem schlauen Walter und seinem Ist-mir-alles-scheißegal-Bruder Ty einen Zeugen umbringen. Dazu müssen die vier afroamerikanischen Jungs 3000 Kilometer quer durch die USA bis nach Wisconsin fahren.

Auf der Fahrt läuft alles schief, was so schief laufen kann. Die Jungs sind zum Teil selbst daran schuld, denn zum ersten Mal in der großen weiten Welt außerhalb von The Boxes, gibt es eine Menge zu sehen und zu entdecken. Die bunten Lichter Las Vegas, die Kälte des Hinterlandes, ein Telefonhäuschen, …

Was wie ein Roadtrip beginnt, entpuppt sich dann doch als Coming-Of-Age-Story, denn besonders East lernt viel während der Fahrt und man spürt beim Lesen diese innere Hin- und Hergerissenheit, eines Jungen, der nach seinem Weg, seinen Platz im Leben, nach richtig und falsch sucht.
Obwohl East ein Gangmitglied ist, der kein Problem damit hat, seine Waffe auch zu nutzen, spürt man den kleinen unschuldigen Jungen in ihn, der die Welt nur aus der Gangsterperspektive sieht und sich doch nach einem ganz normalen Leben sehnt.
Das macht das Buch dann doch emotional zu lesen, denn als Leser wünscht man East einen Ausweg. Doch Bill Beverly schreibt im Noir-Stil und Noir heißt auch, dass Happyends unerreichbar sind, denn das Leben spielt üble Spiele.

Ein sehr gelungener Coming-of-Age-Roman im Noir-Stil, der Young-Gangsters on Tour schickt und den Leser an der Seite von East im Lebenssumpf versinken lässt. Lesetipp für Noir-Fans und Coming-of-Age-Leser!

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35 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Ohne Spur

Haylen Beck , Wolfram Ströle
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 21.09.2018
ISBN 9783423217644
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Silver Water klingt ja richtig niedlich, entspannend und hat von all dem nichts. Silver Water ist ein böser Ort mit heruntergekommenen Häusern, verbarrikadierten Fenstern und einem richtig fiesen Sheriff. Wer kann, meidet den Ort.

Genau hier wird Audra Kinney vom Sheriff angehalten. Ihre beiden Kinder sitzen im Auto, während Sheriff Whiteside die Mutter verhaftet. Deputy Collins holt die Kinder ab, bringt sie an einen "sicheren Ort", während Audra auch an einen "sicheren Ort" verfrachtet wird, nämlich direkt in die Zelle. Als sie nach ihren Kindern fragt, fragt Whiteside zurück: "Was für Kinder?"

Der Albtraum beginnt. Für die Mutter und für die Kinder. Denn niemand glaubt ihr, dass der Sheriff ihre Kinder entführt hat, schlimmer: Alle glauben, dass Audra selbst ihre Kinder irgendwo in der Wüste verscharrt hat.
Und die Kinder? Die kämpfen draußen gegen die Großen, denn man hat schlimmes mit ihnen vor. 

Trotz des wirklich ernsten Themas liest sich der Thriller rasant und kurzweilig. Er geht nicht zu sehr in die Tiefe, so dass man ihn als Unterhaltungsthriller einstufen kann. Als Leser galoppiert man durch die Seiten, wird von Anfang an mit der erschreckenden Story mitgerissen und bis zum Ende gefesselt. 
Auch der Hintergrund der Familie ist interessant, denn Audra hat schon eine schwierige Ehe hinter sich und flüchtet nicht umsonst vor dieser Familie. Trotz all dem ist es kein Thriller, der einen im Herz berührt, sondern ein Thriller, der für unterhaltsame Lesestunden sorgt und einen durch den rasanten Aufbau bis zum Ende nicht mehr loslässt.

Ein Lesetipp für Thrillerliebhaber für verregnete Herbsttage!


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18 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

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Quittengrab

Gabriela Kasperski
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 20.09.2018
ISBN 9783740804305
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Danz Weisz liegt im Koma. Der Autor wurde im Zürcher Schauspielhaus zusammengeschlagen. Da die Lesung so ein richtiges Spektakel ist, schließt Commissario Meier eine schiefgelaufene PR-Kampagne dahinter nicht aus. Doch dann tauchen terroristische Videobotschaften im Internet auf und da der Autor jüdische Wurzeln hat, zieht die Kantonspolizei Zürich Oberland auch eine rechtsradikale Tat nicht aus.

Doch der Fall wird noch verworrener. Im Publikum sitzen alte Jugendfreunde des Autors und auch der Literaturkritiker Lippert, der Weisz Texte seit jeher verreisst, wird in der Nähe gesichtet. Verdächtige, wohin man schaut.
Doch eigentlich ist das gar nicht Meiers Fall. Er unterstützt nur seine Kollegin Beanie, denn er selbst muss klären, ob die aufgetauchten Babyknochen keltischen Ursprungs sind oder jünger. Und da Meier nicht überall sein kann, übernimmt seine Freundin Zita die  Nachforschungen in Weisz' Umfeld in London, während er einen auf alleinerziehenden vollberufstätigen Papa macht, das ihn natürlich nicht ganz so leicht gelingt. So neben den Jobs.

Anfangs fordert die Autorin ihre Leser wirklich heraus. Da gibt es viele Figuren. Massenweise. Und alle haben ihren Auftritt, ihre Szenen, die wechseln, wechseln, wechseln. Als Leser ist man bald genauso verwirrt wie die Polizisten von dem undurchsichtigen Fall. 

Doch irgendwann, wenn man durchhält, blickt man bei den vielen Figuren doch durch und wird belohnt mit einer ungewöhnlichen Geschichte, die an Romeo und Julia erinnert. Nur auf schweizerische Art, denn der Humor fehlt hier wirklich nicht. Die Truppe ist so eigen, dass man sich bald wie in einer großen Familie fühlt. Und da werden alte Geheimnisse und Verbindungen ausgegraben, die am Ende alle zusammenlaufen. Und das macht beim Lesen Spaß, man muss nur den Anfang durchhalten. Es zahlt sich aus. Am Ende gibt es wie bei jedem großen Spektakel eine Zugabe: Es wird verraten, welche Kinder das Fundament für den Weltfrieden sind. Wenn sie überleben.


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3 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

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Dann sei wenigstens vorsichtig

Ross Thomas , Jochen Stremmel , Alexander Wewerka , Gisbert Haefs
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Alexander, 14.08.2018
ISBN 9783895814761
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ross Thomas ist einer der richtig großen Hardboiled-Klassiker-Autoren. Mit seiner McCorkle & Padillo - Reihe und Wu & Durant -Reihe konnte er schon einige Leser, auch mich, sehr überzeugen.


In "Dann sei wenigstens vorsichtig" geht es weniger politisch zu als anfangs vermutet, denn hier wird im Umfeld eines Politikers schmutzige, familiäre Wäsche gewaschen.

Der Ich-Erzähler Decatur "Deke" Lucas ist ein typischer Hardboiled-Antiheld. Eigentlich ist er Historiker, doch hauptsächlich - zumindest zwischendurch - als Bundesschnüffler unterwegs. Einen Schnüffeljob bekommt er nun auch von dem meistgefürchtesten Mann Washingtons: dem Kolumnisten Frank Size. Der hat über den Senator Robert Ames geschrieben, in dem er ihn der Bestechung bezichtigt. Auch wenn es ihm normalerweise ziemlich egal ist, ob seine Kolumnen der Wahrheit entsprechen oder nicht, dieser Fall hier macht ihn neugierig. Denn der Senator hätte das Geld keinesfalls nötig. Also soll Deke herausfinden, was dahinter steckt.

Hardboiled macht sich nun Deke daran, herauszufinden, was dahinter steckt. Blöd nur, dass seine Zeugen in Rauch aufgehen oder durchlöchert auf dem Asphalt liegen. Deke, der bei diesen Morden selbst Zeuge ist, nimmt das ziemlich gelassen hin. Total ausgekochter Typ, dieser Deke, der natürlich viel trinkt und eine seltsame Nicht-Beziehung führt!

Doch Ross Thomas wäscht hier nicht politisch schmutzige Wäsche, vielleicht nur etwas am Rande, sondern fasst eher familiäre alte Unterwäsche an. Und die haben ziemlich viele Fäden, die erst gegen Ende aufgelöst werden und teilweise ziemlich viel Dreck mit sich ziehen. All das erzählt er in Hardboiled-Manier und würzt mit trockenem Humor die Handlung. Das liest sich gut, wenn auch nicht ganz so gut wie die oben erwähnten Reihen, aber Krimi-Insider werden diesen Hardboiled-Polit-Presse-Krimi mit Genuss lesen.

Ross Thomas ist eine Größe für sich. Und diese Größe darf in keinem Krimi-Liebhaber-Regal fehlen. Ein Krimitipp für Krimi-Insider!

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Tags: hardboiled, korruption, krimi-klassiker, lügenpresse   (4)
 

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42 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

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Nanos - Sie bestimmen, was du denkst

Timo Leibig
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 24.09.2018
ISBN 9783764531904
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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16 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

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Troll

Michal Hvorecky , Mirko Kraetsch
Fester Einband: 216 Seiten
Erschienen bei Tropen, 30.08.2018
ISBN 9783608504118
Genre: Romane

Rezension:

Der in Bratislava geborene Autor und Journalist Michal Hvorecky weiß, wovon er schreibt: Ist er doch schon selbst Opfer von Hasspostings geworden und hat die systematische Zerstörung seiner Kollegen mitbekommen.

In "Troll" zeigt er erschreckend glaubwürdig, wie so eine Trollfabrik funktioniert. Der namenlose Ich-Erzähler schleicht sich mit Johanna an seiner Seite in so ein System ein, wird selbst zum Troll, manipuliert die öffentliche Meinung, denunziert Menschen, die er eigentlich mag, verbreitet Hasspostings und Falschmeldungen.
Was als Trojanisches Pferd geplant war, nämlich das System von innen heraus zu lernen und zu zerstören, droht bald nach hinten los zu gehen. Wer sich zwischen Verrätern und Lügnern bewegt, droht nämlich selbst ein solcher zu werden. Ein Troll.

Dieses Trollsystem hat Hvorecky wirklich unglaublich realistisch und glaubwürdig geschildert. Leider aber driftet die Geschichte zwischendurch in andere - nicht so glaubwürdige, teilweise sogar widersprüchliche - Themen ab.
Beispiel: Anfangs ist der Ich-Erzähler an Masern erkrankt, landet im Krankenhaus in einem Land, das fast nichts für das Gesundheitsbudget übrig hat und immer mehr von Esoterikern und Alternativen Heilern übernommen wird. Trotzdem bleibt er 5 (!) Jahre im Krankenhaus, obwohl er - außer anfangs - nicht richtig krank zu sein scheint, sondern eher an hypochondrischen Psychosen leidet, die sich dann von alleine verflüchtigen; stiehlt Medikamente, die eigentlich nicht vorhanden sind, usw.
Oder: Nach dem Krankenhaus bezieht die Mutter eine Invalidenrente, lebt von der Hand in den Mund, macht Schulden. Aber der Ich-Erzähler schafft es, trotzdem Jahre zu studieren und sich weiterzubilden, mit seiner Mutter im privilegierten Viertel wohnen zu bleiben.
All das hat mir etwas die Freude gedämpft.

Auch Johanna ist so ein Thema an sich. Anfangs sehr lebendig eingeführt, gerät sie im Laufe der Geschichte beinahe in Vergessenheit, obwohl sie eine treibende Kraft der Handlung ist.

Dennoch möchte ich dieses Buch empfehlen, denn diese Trollfabrik macht nicht nur nachdenklich, sondern spiegelt erschreckend glaubwürdig Aspekte unserer aktuellen Internetnachrichten und SocialMedia-Postings. Und dieses Thema hat Michal Hvorecky wirklich meisterhaft geschildert.
Deswegen: Auf in die Trollfabrik!

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

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Feinde

Susanne Saygin
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.09.2018
ISBN 9783453438897
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In Köln werden zwei Getötete in morbider Stellung gefunden. Schnell stellt sich heraus, dass es sich um zwei Roma-Jungs handelt, die vom Arbeiterstrich gekommen sind. Doch die anderen Roma schweigen. 


Der 46-jährige Can Arat bringt einen Jungen dazu, doch auszupacken. Gemeinsam mit seiner Chefin sind sie einem Menschenhandel auf der Spur, der in politisch hohe Kreise reicht und kaum Aussicht bietet, den Schuldigen zu bestrafen. 
Doch Can lässt sich nicht einschüchtern und ermittelt privat weiter. Dazu fährt er bis nach Bulgarien, die Route der Roma-Arbeiterstrichjungen.

Susanne Saygin hat mit "Feinde" nicht nur einen spannenden, erschreckenden Thriller geschrieben, der - bis auf ein paar Stellen der Nebensächlichkeiten, die die Handlung etwas stocken lassen - unterhaltsam zu lesen ist, sondern greift mit diesem Buch wirklich heiße Eisen an.
Denn zwischen den Zeilen steckt wahnsinnig viel Kritik und die tretet nach allen Seiten aus. Die Rechten kommen verständlicherweise nicht gut weg, sie werden als hirnlose Schlägertypen in Chinohosen gezeigt. Aber auch die Linken bekommen einiges vor dem Bug: Denn Saygin zeigt, dass es mit Gutmenschentum nicht getan ist, dass das Problem der Migration- und Flüchtlingspolitik hausgemacht und gewollt ist , und viel tiefer sitzt. Dass EU-Subventionen die Armut fördern und überhaupt, dass wir alle mal nachdenken und genauer hinsehen sollten.  Denn wenn sich zwei streiten, freut sich bekanntlich der Dritte. Und der macht aus Armut richtig viel Kohle. Hier in "Feinde" sind es die Roma, die auf der Strecke bleiben oder tot auf dieser Balkanroute aufgefunden werden. Oder eben in Köln.

Ein sehr mutiges Buch über ein absolut wichtiges Thema, das tief blicken lässt und so einiges erklärt. Und dazu noch sehr unterhaltsam zu lesen, denn dieser Can ist eine coole Socke, könnte man sagen. Und dass er auf Alleingang macht, macht ihn noch sympathischer. Dazu noch diese unzensierte Sprache zwischendurch (seine Chefin Simone wird als "Kampflesbe" bezeichnet, die Roma als "Zigeunersoße", Can selbst als "Kanake") macht diesen Thriller erschreckend lebendig und etwas derb zu lesen.

Für mich das wahrscheinlich wichtigste Buch des Jahres im Krimiregal. Lesen!

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Tags: arbeiterstrich, bulgarien, deutschland, eu-kritik, eu-subventionen, gutmenschen, hooligans, köln, menschenhandel, roma, schrottstrich, zigeuner   (12)
 

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Blutiger Januar

Alan Parks , Conny Lösch
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 03.09.2018
ISBN 9783453271883
Genre: Historische Romane

Rezension:

Harry McCoy ist alles andere als ein Saubermann. Er säuft, er nimmt Drogen, er wird fast täglich verdroschen und in gewisser Weise teilt er mit seinem Freund, einem Bandenboss, seine Freundin, eine Prostituierte.
McCoy ist Detective bei der Glasgower Polizei. Ein Typ mit vielen, vielen Ecken und noch mehr Kanten, die ihn besonders interessant machen, wenn man raue Hauptfiguren mag. Und rau ist McCoy auf jeden Fall.

Auch der Fall ist herbe rau. Gleich am Anfang gibt es - natürlich - einen Mord. Der führt McCoy und seinen Kollegen, einem Grünschnabel, Wattie hinein in die Welt des Geldes, der Politik, der Korruption. Aber all das ohne kritischen Aspekt, sondern nur zur Unterhaltung.
Da Glasgow eben Glasgow ist, die Stadt des Bösen, die Stadt mit den Straßen der Verdammten, in die sich nicht mal Polizei und Heilsarmee wagen, geht die Handlung ziemlich blutig, brutal und derb zu. In Glasgow ist ein Menschenleben nichts wert, viel weniger als Alkohol, denn eine "alte schottische Art ist, man besoff sich zusammen und blieb dann ein Leben lang befreundet". (S.117)

Etwas viel hat Parks in die Handlung gestopft: Politische Einmischung, die Macht des Geldes, Korruption, Bandenprobleme, Prostitution, Kindesmissbrauch und -misshandlung, und sogar die Freimaurer kommen am Rande vor. Das hätte die Geschichte gar nicht gebraucht, denn McCoy ist derart kantig ausgestattet, dass er selbst schon viel Raum einnimmt. Und trotzdem: Das Buch lässt einen durch die Seiten fliegen - oder in dem Fall: durch Glasgows dunkle, düstere Straßen, die den Banden gehören.

Auch wenn es klitzekleine Unglaubwürdigkeiten gibt (z. B. heilen McCoys Wunden ziemlich blitzartig) unterhält das Buch den Krimifan von der ersten bis zur letzten Seite durch die raue Art, die harte, schonungslose Handlung und diesem kantigen Bullen namens McCoy.

Ein sehr unterhaltsamer Auftakt zur neuen Harry-McCoy-Reihe, die ich besonders Krimilesern ans Herz legen möchte, die raue, düstere, harte Noir-Thriller suchen. Krimitipp!

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Tags: glasgow, korruption, noir, noir thrill, schottland   (5)
 

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

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Zeuge des Spiels

Daan Heerma van Voss , Thomas Heerma van Voss , Ulrich Faure
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Schöffling, 07.08.2018
ISBN 9783895612084
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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161 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 106 Rezensionen

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Der Abgrund in dir

Dennis Lehane , Steffen Jacobs , Peter Torberg
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 29.08.2018
ISBN 9783257070392
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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105 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 72 Rezensionen

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Dreckiger Schnee

Joseph Knox , Andrea O´Brien
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.09.2018
ISBN 9783426522103
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Aidan Waits arbeitet als verdeckter Ermittler für zwei Aufträge, die etwas gemeinsam haben: Zain Carver. Ein Drogendealer. Weil er aus der Asservatenkammer Speed gestohlen hat, wird er von seinem Vorgesetzten in diese verdeckte Ermittlerrolle abkommandiert. Zugleich setzt ihn der Justizminister Rossiter auf seine Tochter Isabelle an, die abgehauen ist und sich in Fairview aufhält. Beide Ermittlungen führen in die Londoner Drogenszene und da geht es ziemlich rau, sehr schmutzig und verdammt dreckig zu. Denn bald erscheinen auch die Burnsiders wieder auf Londons Straßen und es droht ein Bandenkrieg.

Jospeh Knox weiß seine Leser zu überzeugen. Kein Wunder, er ist Buchhändler für Spannungsliteratur. Und seine Hauptfigur Aidan Waits passt in diese schmutzige Unterwelt perfekt rein, denn noch mehr Ecken und Kanten kann eine Figur gar nicht haben. Bei seinen Polizistenkollegen zählt er als korrupt, in der Unterwelt trifft man ihn selten ohne Speed und Alkohol an. Und noch seltener ohne Veilchen im Gesicht, denn er bekommt so ziemlich im Dauerfeuer neue verpasst.
Irgendwie passt er in keine der Welten, und doch schlägt er sich durch. Wenn er nicht gerade bis zur Besinnungslosigkeit gesoffen hat.
Knox nimmt seine Figur hart ran, führt ihn und den Leser weit abseits der Touristenattraktionen und zeigt den Überlebenskampf nicht im Great, sondern im Grey Britain. Das kommt ohne Schwarz-Weiß-Denken aus, denn alle sind ziemlich schwer zu durchschauen und führt in eine vielschichtige, gangstertaugliche, sehr graue, absolut schmutzige Geschichte. Dazu dieser trostlose Stil für die hoffnungslose Geschichte inmitten dieser schmutzigen Drogengeschäfte.

Das macht Spaß, das unterhält, das bleibt in Erinnerung. Warum ein Great Britain, wenn man Grey Britain haben kann? Joseph Knox sollte man im Auge behalten, wenn man mehr Grey Britain tanken möchte.

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Tags: antiheld, drogen, drogenwelt, korruption, london, verdeckte ermittlung   (6)
 

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 2 Rezensionen

Safe

Ryan Gattis , Ingo Herzke , Michael Kellner
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 21.08.2018
ISBN 9783498025373
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Okay, "In den Straßen die Wut" ist um einen Tick besser als "Safe" zu lesen. Aber Ryan Gattis beweist wieder sein Können: Sein Thema ist Programm, von der ersten bis zur letzten Seite. Knallhart bleibt er an diesem Thema dran, lässt es nicht los, zieht es voll durch. Dieses Mal lautet es: Gangster.


Ghost ist Tresorknacker für die Polizei. Wie ein Geist kommt er mit geschwärzten Nummerschildern daher, geht rein, öffnet den Safe, geht wieder raus, ist weg.
So war er nicht immer. Früher war ein Junkie, verliebt in eine todkranke Frau, die starb, und als Stimme auf einen Tape ihn noch heute begleitet.
Nun ist sein Gehirntumor zurück und er wünscht sich nur eines: einen sauberen Abgang. Also knackt er wieder einen Safe und klaut daraus eine Menge Kohle. Die ist nicht für ihn, sondern für Leute, die das Geld dringend brauchen. So als gute Tat an seinen letzten Tagen.

Natürlich lassen sich Drogenbosse nicht so einfach beklauen. Hier kommt Glasses ins Spiel, ein Handlanger des Drogenkönigs Rooster, ein Gangster in einer Gangsterwelt. Er soll Ghost suchen, das Geld zurückholen, ein Zeichen setzen.
Doch auch Glasses spielt ein eigenes Spiel, denn hinter seiner finsteren Miene hat er ganz andere Absichten. Er will aussteigen aus der Gangsterwelt. Er hat Familie. Er will alt werden. Auch das lassen Drogenbosse eigentlich zu.

Gattis nimmt den Leser mit in diese Gangsterwelt, lässt die Gangster selbst auftreten und erzählen, so dass ein Gangsterstil entsteht. Das Thema "Gangster" drängt sich in jedes Wort, jede Tat, von Anfang bis zum Ende durch. Da bleibt Gattis sich treu, sein Thema ist Programm, bleibt es von der ersten bis zur letzten Seite und einfach alles - wirklich alles - hat mit diesem Thema zu tun. Wie auch schon in "In den Straßen die Wut" die Wut einfach allgegenwärtig war, so sind es hier Gangster.

Das ist Gattis Markenzeichen. Und das macht er wieder richtig gut. Ein absolut lesenswertes Buch für Gangsterleser!

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Finsterwalde

Max Annas
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Rowohlt , 24.07.2018
ISBN 9783498074012
Genre: Romane

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250 Bibliotheken, 16 Leser, 0 Gruppen, 91 Rezensionen

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Vox

Christina Dalcher , Marion Balkenhol , Susanne Aeckerle
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 15.08.2018
ISBN 9783103974072
Genre: Romane

Rezension:  
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38 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Blackout Island

Sigríður Hagalín Björnsdóttir , Tina Flecken
Flexibler Einband: 276 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 13.08.2018
ISBN 9783518468890
Genre: Krimi und Thriller

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Krumme Type, krumme Type

Tom Franklin , Frank Nowatzki , Nikolaus Stingl
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei PULP MASTER, 27.07.2018
ISBN 9783927734999
Genre: Romane

Rezension:

Larry, oh Larry, der weiße Junge hat keine Freunde. Nur Bücher von Stephen King begleiten ihn. Selbst seine Mutter betet zu Gott, er möge dem Jungen wenigstens einen einzigen Freund schicken. Doch mit Freundschaften ist das nicht so leicht in Chabot, wo Schwarze und Weiße aufeinandertreffen und zusammen leben müssen. Denn rassistische Ansichten stecken tief drinnen in den Menschen und sorgen für Vorurteile und Ausgrenzungen. Als dann ein Mädchen spurlos verschwindet, wird Larry verdächtigt. Doch man kann dem Jungen nichts nachweisen, nur ausgrenzen, der Außenseiter wird zum Außenseiter.
Jahre später verschwindet wieder ein Mädchen. Larry, inzwischen 41 Jahre alt, gerät natürlich sofort in den Verdacht. Seine Außenseiterrolle, die er ohnehin schon inne hat, wird nochmal verstärkt. Erst als er im Krankenhaus landet will ein Polizist den Fall klären. Der Polizist ist ein Schwarzer und natürlich wird gemunkelt, warum Silas Larry helfen will. Denn, wie gesagt, Rassismus lebt hier zwischen all den Menschen, obwohl sie alle zu diesem Ort gehören und sich von klein auf kennen.

Tom Franklin zeigt in diesem Roman, dass es egal ist, welche Hautfarbe man hat. Dass das Leben da keinen Unterschied macht, es vergibt die Chancen auf ein gutes Leben per Zufallsprinzip. Franklin zeigt die Folgen der Rassentrennung, wie schwierig es ist, Menschen wieder zusammenzuführen, jahrhundertaltes Rassismusproblem aus den Zellen zu bekommen. Die Widersprüche im täglichen Leben zwischen Schwarzen und Weißen, die es eigentlich besser wissen, und doch wieder rassistisch handeln. Die Vorurteile, die man als Verdächtigter durchleben muss. Die Ausgrenzung von jungen Leuten, die einfach nur scheu oder zurückgezogen leben. Oder eben die vermeintlich „falsche Hautfarbe“ haben.
All das packt Franklin in eine Geschichte, in der es um Freundschaft und Verrat geht, die sich über Jahrzehnte streckt, die wie vererbt wirkt und aus der es aufgrund gesellschaftlicher Festgefahrenheit kaum eine Chance gibt, diesen Rassismusquatsch endlich zu beenden.

Ein absolut genussvoller Roman mit Südstaaten-Flair, der kritisch gesellschaftlich verankerten Rassismus aufgreift, noir zu lesen, und ohne Hoffnung auf ein glückliches Happy-End ist. Weil das Leben nicht fair ist. Hier in Chabot.

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