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Die Party

Jonas Winner
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.09.2018
ISBN 9783453439184
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Autor

 

Jonas Winner studierte in Deutschland und Frankreich und wuchs in Berlin, Rom und den Vereinigten Staaten auf. Er arbeitete als Fernsehjournalist und schrieb Drehbücher für das deutsche Fernsehen. Mit seinem Self-Publishing-Roman „Berlin Gothic“ gelang ihm endgültig der Durchbruch als Thrillerautor.

 

 

Worum geht es?

 

31. Oktober – Halloween. 30 Jahre nach der letzten Halloween Party im Jahr 1986 möchte Brandon zehn seiner damaligen Jugendfreunde wieder zu einer Revival-Party in das Haus von damals einladen das er mittlerweile nach dem Tod seines Vaters geerbt hatte.

Der Glasbungalow auf einem Felsplateau hoch über den dunklen Wäldern, scheint abermals der ideale Ort für eine Halloweenfeier zu sein. Fernab von modernen Kommunikationskanälen und ohne Handys wollen sie die 80er Jahre wiederaufleben lassen. Doch bereits als der letzte der Gruppe im Haus eintrifft, überschlagen sich die Ereignisse. Brandon der Gastgeber der Party stirbt plötzlich und alles deutet auch einen Unfall hin. Doch als plötzlich die Jalousien herunterfahren und Brandons Stimmer über Lautsprecher ertönt ist ihnen klar, dass es keineswegs ein Unfall war – denn man kann der Party nur entkommen, wenn man der letzte Überlebende ist. Spätestens als der nächste der Gruppe stirbt, wird ihnen bewusst, dass zweifelsohne Brandon allein nicht dafür verantwortlich sein konnte.

Ein weiterer Killer weilt unter ihnen und das gegenseitige Mistrauen hilft keineswegs bei Ruhe zu bewahren. Die Party auf Leben und Tod steht noch am Anfang und sie ist längst noch nicht vorbei …

 

 

Fazit

 

Die Party. Ein Haus, abgelegen und fernab jeglicher Kommunikationsmöglichkeiten. Der Festnetzanschluss funktioniert nicht, die Handys sind abgegeben worden und werden verwahrt. Der Gastgeber ist tot und die Gruppe war das letzte Mal vor mehr als dreißig Jahren im Haus. Und plötzlich scheint der Tod der einzige Ausweg für einen der Partygäste zu sein.

 

Das alles sind die Rahmenbedingungen und die Gegebenheiten für Jonas Winners neuen Roman „Die Party“. Wie bereits bei seinem letzten Roman „Murder Park“ schafft er eine Gruppe in eine Location, bei der es keine Möglichkeit zur Flucht gibt. Verteidigung ist scheinbar ausgeschlossen, bleibt nur noch der Weg nach vorne. Und einige seiner Protagonisten nehmen den Wortlaut Angriff ist die beste Verteidigung dann wohl doch etwas zu wörtlich und der Blutrausch beginnt.

Alle von Winner ausgewählten Charaktere spiegeln so ein bisschen das klischeehafte und typische Klassentreffer-Genre wieder: Eine sind richtig erfolgreich, andere erzählen nicht wirklich was sie gemacht haben und derzeit machen und einige treten auf der Stelle und wissen nicht so recht was sie aus ihrem Leben machen sollen.

 

Wir lernen jeden dieser Charaktere kennen und versuchen uns selbst allmählich ein Bild von der ganzen Situation zu schaffen. Wer war Brandon, warum ist er tot und hat er überhaupt etwas mit den Ereignissen zu tun? Spielt tatsächlich jemand aus der Gruppe ein falsches Spiel – und wenn ja wer? Das Ganze ist ein bisschen als Krimi zum Miträtseln gestaltet und tatsächlich könnte man den Roman auch als einen solchen verstehen, wären die Rätselstunden nicht immer durch brutale und blutige Szenen unterbrochen, die zusammen mit einem von der Außenwelt abgeschnittenen Haus und dessen düsteren und beklemmende Aura,  gänzlich den Thriller in die Geschichte bringen.

 

Doch wie ist die Geschichte selbst? Schafft es Jonas Winner das Klischeehafte gut herüberzubringen? Ich meine ja. Zwar ist die Story irgendwann ziemlich durchschaubar, weil viele Charaktere genau so handeln, wie selbstverständlich keiner von uns handeln würde (sicher?). Ein paar typische Szenen aus einem Horrorfilm hat sich auch Winner ein bisschen abgeguckt, dessen Strang auch seine Protagonisten ein bisschen folgen müssen, damit die Gruppe letztlich das wird, was der Killer erwartet: getrennt und aufgescheucht.

 

Was das Ende betrifft, so bekommen der Spannungsbogen plötzlich einen ziemlichen Riss, denn zum Ende hin, müssen so viele Geschehnisse von damals und heute zusammengeknüpft und gelüftet werden, dass einem als Leser doch ziemlich schwindelig werden kann, sichtlich in Eile versucht man das Geheimnis zu lüften, dass es dann zum Ende hin ein bisschen unglaubwürdig wirkt.

 

Aber das ist meine persönliche Meinung und wer sich selbst davon ein Bild machen möchte, der benötigte eine Eintrittskarte zur Party. Schaut nach, vielleicht liegt diese bereits in Eurem Briefkasten?

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Der Hundertjährige, der zurückkam, um die Welt zu retten

Jonas Jonasson , Wibke Kuhn
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 06.09.2018
ISBN 9783570103555
Genre: Romane

Rezension:

Der Autor
 
Jonas Jonasson ist schwedischer Journalist und Gründer einer sehr erfolgreichen Medien-Consulting Firma. Nach dem Verkauf dieser Firma widmete er sich dem Schreiben und bereits sein Debütroman „Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand“ wurde ein weltweiter Erfolg. Allein auf dem deutschen Buchmarkt verkaufte er mehr als 4,4 Millionen Bücher und stand wochenlang auf allen Bestsellerlisten. Auch seine weiteren Romane wurden gefeierte Nr. 1 Bestseller.
 
 
Worum geht es?
 
Allan Karlsson steht kurz vor seinem 101. Geburtstag. Nunmehr 1 Jahr ist es her, als er durch ein Fenster stieg, aus dem Altersheim verschwand und uns daran teilhaben lies, als er innerhalb seines hundertjährigen Lebens mehrmals die Weltgeschichte veränderte. Doch nun lebt er zusammen mit seinem Weggefährten Julius zurückgezogen in seiner Wahlheimat Bali. Doch als ihnen dort allmählich das Geld ausgeht, Allan abermals die Langeweile plagt und zu Ehren seines Geburtstages eine Heißluftballonfahrt auf dem Programm steht, ereilt ihn wieder ein Geistesblitz –mit einer Idee die ihn und seinen Gefährten plötzlich auf dem Meer notlanden lässt.
 
Das Schiff zur Rettung entpuppt sich als Kriegsschiff unter Nordkoreanischen Flagge mit dem Ziel Pjöngjang. Durch angelangt beginnt ein Kampf ums Überleben und erneut schafft es Allan mit Leichtsinn und Glück allem Schlamassel zu entkommen und eine Reise rund um die Welt beginnt: Von Nordkorea über die Vereinigten Staaten, zurück nach Schweden bis hin in den Kongo. Er trifft die großen Staatsmänner wie Donald Trump, unterhält sich mit Angela Merkel und schafft es letztlich wieder einmal die Welt vor der großen Katastrophe zu bewahren.
 
 
Fazit
 
Jonas Jonasson bringt endlich unseren Lieblingsgreis Allan zurück. Abermals lässt er den alten Mann auf die Welt los und strickt diesmal die Geschehnisse in der aktuellen Weltlage lückenlos mit ein. Viele Geschichten und Anekdoten rund um Allan Karlsson sind so geschickt gestrickt, dass der Leser meinen könnte, Allan hätte tatsächlich in der aktuellen politischen Lage seine Finger mit ihm Spiel gehabt. Egal ob die teils sehr satirischen Gespräche mit Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un, das Treffen mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten Donald Trump, an dessen Handlungen und Führungsstil sich Jonas Jonasson zweifelsohne am meisten auslässt oder auch die immer mehr an den rechten Rand rutschende Gesellschaft in Schweden, alle bekommen hier mehr oder weniger ein bisschen sein Fett ab. Und auch vor der deutschen Kanzlerin Angela Merkel macht diesmal Jonasson nicht Halt, vor allem, da er diesmal keinen seiner Charaktere namentlich verfälscht.
 
Allein dadurch erhält die Geschichte nochmals einen gewissen Schub, wenngleich der Wahrheitsgehalt der Geschehnisse selbstverständlich nicht wirklich steigt. Aber genau deshalb ist „Der Hundertjährige, der zurückkam, um die Welt zu retten“ eher eine mehr als aktuelle Politiksatire, geknüpft mit einer humorvollen und temporeichen Geschichte rund um die Welt. Die Protagonisten sind sehr gut ausgewählt und passen als Gefährten vollends zur lustigen und zerstreuten Person des Allan Karlsson.
 
Alles in einem ist der Romanheld zwar um ein Jahr gealtert, aber hat nichts von seinem eigenen persönlichen und doch teilweise grotesken Humor verloren und daher bringt er noch immer durch seinen Dusel die Welt erst durcheinander, um sie dann letzten Endes doch wieder ins Gleichgewicht zu bringen.
 
Jonas Jonasson hat uns einen großen Gefallen getan, die Hauptfigur wieder aus seinem langweiligen Leben auf Bali zu erwecken und uns seine weitere und vor allem lustige Geschichte zu erzählen. Und vielleicht finden eine paar der namentlich erwähnten Personen im Roman, den ein oder anderen Funken Wahrheit an dem Tun und Handeln ihrer selbst und sind darüber genauso amüsiert, wie alle anderen Leser auch.

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2 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Das tote Mädchen vom Strand

Lara Dearman , Marie-Luise Bezzenberger
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.09.2018
ISBN 9783442486670
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Autor

Lara Dearmann wurde auf der Kanalinsel Guernsey geboren und wuchs dort auf. In ihrem Debütroman „Das Tote Mädchen vom Strand“ bringt sie nicht nur ihren ersten Kriminalroman auf den Markt, sondern verarbeitet dort auch ihre Liebe zu der Insel. Viele Mythen und Sagen fanden dort eine tragende Rolle. Mittlerweile lebt Lara Dearmann mit ihrer Familie in Westchester, New York.


Worum geht es?

Die junge Journalistin Jenny kehrt der Hauptstadt London den Rücken zu und kommt dorthin zurück, wo ihr Leben einst begann: Auf die Insel Guernsey. Dort lebt sie erst einmal bei ihrer verwitweten Mutter und findet einen Job bei der örtlichen Zeitung. Als eines Tages ein totes Mädchen am Strand gefunden wird, geht die Polizei von einem tragischen Unfall oder einen Selbstmord aus. Auch ihr Chefredakteur denkt nicht, dass die Story einen Wert hat und bittet Jenny die Recherchen einzustellen.

Doch sie lässt das Schicksal der jungen Frau keine Ruhe und recherchiert auf eigene Faust weiter. Als sie an der Leiche ein seltsames Mal findet, findet sie urplötzlich Verbindungen zu anderen Todesfällen auf der Insel. Sie glaubt nicht mehr an einen Zufall und schnell wird ihr klar, dass auf der Insel ein Mörder umgeht und scheinbar seit mehr als fünfzig Jahren unbemerkt auf der Insel morden konnte. Und dabei scheinen die Legenden und Mythen der Insel einen großen Faktor dabei zu spielen. 
Als ein weiteres Mädchen verschwindet, muss Jenny handeln …


Fazit

Lara Dearmann’s Liebe zur Insel und deren Geschichte ich kaum zu verleugnen. Bereits von Anfang an erzählt sie uns von den Straßen, den Bewohnern, der Stille und der Liebe zum Meer aller jener, die seit ihrer Kindheit auf der Insel leben. Und mittendrin ist die Journalistin Jenny, die aufgrund einer gefährlichen Recherche das große London verlassen muss und in die Stadt ihrer Kindheit zurückkehren muss.
Die Geschichte beginnt aufgrund der großen Einleitung über die Insel etwas zäh und viele Kapitel, die immer wieder den Handlungsstrang einer Person unterbrechen, um die Geschichte einer anderen, darunter auch die des Mörders, erzählt. Das Ganze bremst den Lesefluss anfangs doch ziemlich aus. Denn wirklich spannend ist die Einleitung ebenfalls nicht, irgendwie wird man mit den Charakteren erst einmal nicht so richtig warm.

Als die Leiche auftaucht beginnt erstmals die Story etwas Fahrt aufzunehmen, es wird spannend als Jenny immer mehr Geheimnisse aufdecken kann und dadurch das Buch erst wirklich zu einem Krimi wird. Denn auf der dann doch kleinen Insel Guernsey scheint ein Mörder zu leben, der zudem seit Jahrzehnten morden kann, ohne, dass ihn jemand bisher entdeckt hatte.
Der Spannungsbogen ist zur Mitte hin ziemlich hoch und steigert sich allmählich immer weiter, wenngleich leider das Buch bereits zu Dreivierteln beendet ist, ohne dem Mörder wirklich dicht auf der Spur zu sein. Und dann wiederum überschlagen sich die Ereignisse, da viele plötzlich dann doch wissen, wer der Mörder ist und – wie sollte es anders sein - ausgerechnet die Journalistin als erste darauf stößt.

Es beginnt ein Showdown um Leben und Tod und Jenny muss sich dann noch ihrer größten Angst stellen, bevor das Buch endet und man doch ein wenig überrascht zurückbleibt, weshalb Dearmann zum Ende hin die Luft ausgeht und in Eile die Geschichte zu Ende bringen möchte.

Alles in einem ist „Das Tote Mädchen vom Strand“ ein schöner Heimatkrimi für die Insel Guernsey, in deren Ausschmückung der Geschichte sie zudem viele Mythen und Legender der Insel mit eingebaut hat, aber dann doch letzten Endes mich nicht wirklich überzeugen konnte. Für einen Debütroman war er in Ordnung, sollte eine Serie daraus werden, dann muss Dearmann nochmals eine Schippe drauflegen.

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41 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

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The House - Du warst nie wirklich sicher

Simon Lelic , Friederike Achilles
Flexibler Einband
Erschienen bei Bastei Lübbe, 31.08.2018
ISBN 9783404177233
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Autor

 

Simon Lelic ist britischer Thrillerautor und hat mittlerweile drei Romane international erfolgreich veröffentlicht wovon sein Debütroman „Ein toter Lehrer“ sogar den Bettsy Trask Award gewinnen konnte. Mit „The House – du warst nie wirklich sicher“ erscheint nun sein vierter Roman.

 

 

Worum geht es?

 

Jack und Syd, eigentlich Sydney, leben seit einiger Zeit bereits zusammen und wollen ihre Liebe mit einer eigenen Immobilie in London krönen. Da sie bereits einige Absagen hinter sich haben und nicht mehr damit rechnen überhaupt etwas zu finden, scheinen sie nunmehr zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Denn überraschend erhalten Sie den Zuschlag für ein Haus in London. Die Freude ist riesig und auch der Umstand, dass der Vorbesitzer all seine Habseligkeiten zurückgelassen hatte, scheinen die Euphorie – vor allem bei Sydney - keineswegs zu bremsen.

 

Doch vor allem Jack ist noch immer nichts gänzlich überzeugt, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Und nach einigen Wochen in dem Haus, scheint sich sein Verdacht zu bestätigen. Denn in dem Haus selbst gehen merkwürdige Dinge vor sich, nachts hört er Schritte, überall befinden sie Artefakte des Vorbesitzers die ihn nervös machen und als er dann noch auf dem Dachboden eine tote Katze findet, nebst einem mysteriösen Schuhkarton in der Bodendiele, bekommt er es langsam auch mit der Angst zu tun. Viele eigenartige Vorfälle behält er jedoch vorerst für sich.

 

Alles scheint seinen seltsamen, aber dennoch normalen Gang zu gehen, bis Syd auf Elise trifft, ein Mädchen aus der Nachbarschaft, die scheinbar mit den selben Qualen zu leben hat, die auch Syd aus ihrer Vergangenheit kennt. Nun überschlagen sich die Ereignisse und als der erste Tote auftaucht, gerät alles außer Kontrolle – das Haus wird zum Albtraum der beiden und plötzlich wird die Vergangenheit zur Gegenwart.

 

Finden die Beiden einen Weg aus dem Strudel aus Angst, Gewalt und Misstrauen?

 

Fazit

 

Simon Lelic – bis dato für mich ein noch unbekannter Thrillerautor aus Großbritannien – bringt nun mit „The House“ bereits seinen vierten Roman auf den Markt und schon der Buchtitel macht einen Neugierig. Wer sich dann noch den Klappentext durchliest, scheint endgültig überzeugt, dass es sich hier wohl um eine spannende Geschichte handeln könnte.

 

Die Story selbst ist abwechselnd in einem Stil eines Tagebuches aus der Sicht von Sydney und Jack erzählt und zeigt, wie die beiden an die ominöse Immobilie gekommen sind. Allmählich lernen wir die Protagonisten kennen und vor allem die Vergangenheit von Syd gerät immer mehr in den Fokus. Als die Geschehnisse im Haus zunehmen und die Geschichte immer düsterer wird, macht Simon Lelic meiner Ansicht nach einen großen und fatalen Fehler. Er lässt die sprichwörtliche Katze aus dem Sack und das dunkle Geheimnis des Hauses wird fast gänzlich gelüftet. Ab diesem Zeitpunkt nimmt dann auch rasch die eigentliche Spannung ab und die Handlungen werden verstrickter, teils auch unglaubwürdig.

 

Zum Ende hin des Buches bekommt die Geschichte nochmals eine unvorhersehbare Wendung die zwar den Spannungsbogen nochmals nach oben bringt, jedoch nicht mehr in die anfängliche Schiene rücken kann. Alle Handlungsstränge fügen sich nun zusammen und es wird ein großes Ganzes daraus. Das Ende passt dadurch letztlich auch zusammen, ist bis ins Detail schlüssig, aber kann mich jedoch nicht wirklich überzeugen.

 

Mein persönliches Fazit von dem Buch ist, dass ich mir selbst viel mehr erwartet hätte, denn zu schnell wurde das Rätsel gelöst und selbst die dann doch wirklich gute Wendung am Ende, war fast genauso schon bereits im Verlauf der Geschichte zu erahnen.

 

Daher ist „The House – du warst nie wirklich sicher“ eine sehr gute Idee, die aber dann irgendwie den Spannungsbogen verloren, nicht ausgereift umgesetzt wurden und letztlich einen auf eine Geschichte neugierig gemacht hat, die nicht wirklich im Kern überzeugt hatte.

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45 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

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Macbeth

Jo Nesbø , André Mumot
Fester Einband
Erschienen bei Penguin, 27.08.2018
ISBN 9783328600176
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Autor

 

Jo Nesbø zweifelsohne eine der erfolgreichsten Schriftsteller Skandinaviens, machte sich in unseren Breiten sicherlich durch seinen grandiosen Ermittler Harry Hole und dessen mittlerweile 11 Bänden umfassende Geschichte einen Namen und landet damit einen Bestseller nach dem nächsten. Doch mehr als 400 Jahre nach dem Tod Shakespeares bringt nun Nesbø mit „Macbeth – Blut wird mit Blut bezahlt“ seinen wohl ambitioniertesten und sicherlich schwierigsten Roman auf den deutschen Markt. Denn in diesem versucht er das legendäre Stück vollkommen neu zu interpretieren.

 

 

Worum geht es?

 

Macbeth ist ein erfolgreicher Polizist innerhalb des SWAT-Teams und beliebt unter Vorgesetzten, Kollegen und Freunden. Selbst von ganz unten gekommen, versucht er das schlechte Image in Capitol wiederherzustellen, die Stadt selbst gezeichnet von Drogen, Korruption, Mord und dem Kampf zweier Verbrecherbanden, die die Vorherrschaft in der Stadt einnehmen wollen. Doch geblendet und geschickt manipuliert von seiner großen Liebe Lady, Besitzerin eines der größten Casinos in der Stadt, begeht er nicht nur seinen ersten heimtückischen Mord, der ihn schnell an die Spitze des Commissioners katapultiert, sondern gerät selbst in einen Strudel der Korruption, Drogenmissbrauch und Gewalt. Er driftet immer weiter ab, verrät seine Freunde und merkt nicht, dass ihn die Macht besessen macht. Plötzlich hat er nur noch ein großes Ziel: die alleinige Kontrolle der Stadt und plötzlich scheint der Stein, den er ins Rollen gebracht hat, unaufhaltsam und Macbeth bleibt nur noch eine letzte Chance.

 

 

 

Fazit

 

Macbeth. Sicherlich das wohl bekannteste und zweifelsohne das brutalste, aber auch ein authentisches Stück von Shakespeare. Es geht um Liebe, Verrat, Tod und Gewalt, Blutvergießen und dem Drang des Menschen nach Macht. Nesbø nahm sich dessen Herausforderung an, kreierte mit Capitol, einer erfundenen Stadt in den 70er Jahre, einen düsteren Handlungspunkt der Geschichte. Korrupte Polizei, dunkle Gassen und Straßen, Drogen und Gewalt, schon von Anfang an merkt man den düsteren Charakter der Geschichte. Der König aus Macbeth wurde zu Commissioner Duncan, der Chef über alle Polizeiabteilungen, Macbeth und sein bester Freund aus dem Kindesalter Duff sind die Untergebenen.

 

Auf 600 Seiten zeigt uns Nesbø schnell, dass es in der Geschichte gar nicht wirklich nur darum geht, wer zu den Bösen und den Guten gehört, sondern vielmehr dreht es sich um die Hauptperson Macbeth, ein erfolgreicher Leiter des SWAT-Teams, der im Strudel der Stadt mitgerissen wird und gänzlich auf die dunkle Seite abdriftet. Ein Absturz zu Drogenmissbrauch, Gewalt, unzähligem und sinnlosen Blutvergießen, der blinden Liebe und alles nur mit einem Ziel: Den „König“ zu stürzen und selbst auf den „Thron“ zu kommen.

 

Jo Nesbø schafft mit Macbeth sicherlich ein absolutes Überraschungsbuch. Denn die Protagonisten sind gut gewählt, in die Neuzeit versetzt worden, seine Schauplätze authentisch und bereits ab der ersten Seite führt er uns in eine Stadt, die den Leser schnell an Filme wie Sin City oder dem Serienhit Gotham erinnern. Die Geschichte ist überraschend, spannend bis zum Schluss und bringt dem Leser immer wieder in Gewissenskonflikte: Ist Macbeth wirklich böse oder wird er böse gemacht? Liegen seine Fehler in der Vergangenheit oder doch in der Gegenwart? Kann man den Guten trauen oder trügt der Schein?

 

Macbeth ist wirklich sehr gut „übersetzt“ und Nesbø bringt seinen eigenen Stil mit in die Story, die nun, mehr als 400 Jahre, wiederauflebt, wenn auch in einer anderen Zeit.

 

Daher absolut lesenswert.

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107 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

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Der Outsider

Stephen King , Bernhard Kleinschmidt
Fester Einband: 752 Seiten
Erschienen bei Heyne, 27.08.2018
ISBN 9783453271845
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Autor

 

Stephen King, zweifelsohne aktuell der wohl bekannteste und erfolgreichste Autor der Welt, kann seine Finger nicht von der Tastatur lassen. Mit mehr als 400 Millionen verkauften Büchern in mehr als 50 Sprachen übersetzt, könnte man meinen, seine Geschichten sind allmählich alle erzählt. Doch weit gefehlt. Denn die Einfälle des Meister des Horrors nehmen auch Jahrzehnte nach seinem Debütroman keineswegs ab. Zu viele Ideen und Geschichten sind noch nicht zu Ende erzählt. Und so kommt es, dass er uns nun seinen neuesten Roman „Der Outsider“ präsentiert. Noch immer lebt King mit seiner Familie in Maine.

 

 

Worum geht es?

 

Flint City. Im Stadtpark der kleinen Stadt wird die geschändete Leiche eines elfjährigen Jungen gefunden. Auf bestialische Weise getötet und missbraucht. Lange muss die örtlichen Ermittlungsbeamte nicht warten, ehe sie bereits einen Schuldigen gefunden haben: Terry Maitland. Ein unbescholtener und allseits beliebter Englischlehrer, der zudem auch noch das örtliche Jugendbaseballteam betreut. Unzählige Augenzeugen und forensische Spuren am Tatort lassen für den Detective Ralph Anderson keinerlei Zweifel. Als er eine sofortige und öffentliche Festnahme anordnet, scheint der Fall für ihn bereits gelöst. Doch urplötzlich tauchen Beweise auf, dass Terry Maitland zum Zeitpunkt des Mordes an einem anderen Ort war. Auch das können einige Zeugen beweisen.

Doch wie kann ein Mann zeitgleich einen Mord begehen und zeitgleich an einem anderen Ort meilenweit entfernt ein Alibi vorweisen? Anderson ist auf Hilfe angewiesen um den Fall endgültig zu lösen. Doch die Hilfe die er benötigt wird nicht einfach sein zu erhalten.


Je mehr er nachforscht, desto mysteriöser wird der ganze Fall. Als dann auch noch in einer anderen Stadt von einem ähnlichen Fall erfährt, wird ihm langsam bewusst, dass er sich nicht mehr alles rational erklären kann.

 

 

 

Fazit

 

Stephen King schafft es Millionen Leser zu fesseln, seine Charaktere sind überschaubar, authentisch und leben meist in einer Kleinstadt in der nicht viel passiert. All das ist für seine Leser so selbstverständlich wie das Amen in der Kirche. Und doch verlässt King für seinen neuen Roman „der Outsider“ abermals eine Geschichte, die abseits seiner phantastischen Heimatregion rund um Castle Rock, Maine passiert. Wenngleich doch vieles an seine berühmte Kleinstadtidylle erinnert.


Doch beginnen wir von vorn. Wir finden uns – wie bereits erwähnt – in einer Kleinstadt, in der ein kleiner Junge ermordet wurde. Der Detective übernimmt die Ermittlungen und findet relativ schnell den Täter. Viele Indizien sprechen gegen ihn. Und obwohl er kein Geständnis bekommt, inszeniert er nicht nur eine Festnahme, sondern führt dem Täter dem Haftrichter vor. Bis zum Ende dieses Abschnitts, hält uns King, mit seiner bekanntlich langatmigen Erzählkunst, ein bisschen hin. Viel Spannendes oder Phantastisches präsentiert er uns erst einmal nicht, außer die mysteriöse Geschichte eines Mannes, der wohl an zwei Orten gleichzeitig war. Viele werden sich an die, meiner Ansicht nach eher untypischen Art seiner Geschichten, wie z. B. in Mr. Mercedes, erinnern, der viel von seinem Gruselfaktor einspart. Wir lesen eher einen Krimi, denn einem Thriller. Wenn man fast einen Großteil des Buches gelesen hat, beginnt die Geschichte plötzlich eine Wendung. Denn viele Ermittlungen in unterschiedlichen Städten führen plötzlich zu einem plausiblen Puzzle, dessen Lösung nahe liegt, aber keiner zu glauben mag.

Noch nimmt der Roman richtig fahrt auf, Stephen King schafft es wieder einige seiner Geschichten mit einzubauen, und hilfreich wäre es zudem die Mr. Mercedes-Reihe vorneweg zu lesen, um einige Charaktere der Geschichte wieder erkennen zu können. Doch einem eingefleischten King-Fan brauch man so etwas sicherlich noch vorab mitzuteilen.


Zum Ende hin steckt man nicht nur mittendrin im Rätsel, sondern findet sich seit langem mal wieder in einem „richtigen“ Stephen King Roman wieder. Wenngleich auch das Ende, sicherlich aufgrund der langen Einleitung in die Geschichte, meiner Meinung nach ein bisschen verfrüht und unspektakulär endet. Da hätte King sicherlich auch noch ein anderes Feuerwerk in petto gehabt.


Alles in einem ist „der Outsider“ ein sehr gelungener und in sich abschließender Roman aus der Feder des Meister des Horrors. Die Seitenanzahl hält sich in Grenzen und zu keinem Zeitpunkt der Geschichte kommt Langeweile auf.

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8 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

Der Riss im Raum

Madeleine L'Engle , Wolf Harranth
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.08.2018
ISBN 9783492704922
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Der Autor

 

Madeleine L’Engle zählt zu einen der erfolgreichsten Kinderbuchautorinnen der Welt. 1918 in New York geboren, schaffte sie es 1962 mit Ihrem magischen Abenteuerroman „Die Zeitfalte“ (2018 von Disney unter „Das Zeiträtsel“ verfilmt) millionenfach zu verkaufen. „Die Zeitfalte“ ist bis heute ein Klassiker und fasziniert noch immer viele Kinder und Erwachsene zugleich. Madeleine L’Engle starb 2007 in den USA.

 

 

Worum geht es?

 

Die junge Meg, ihr Bruder Charles Wallace und Calvin sind kaum von Ihrer Reise durch das Universum und Zeit und Raum zurück auf der Erde, als sie sich bereits ins nächste Abenteuer stürzen müssen. Charles ist überzeugt, dass in ihrem Gemüsebeet im Garten Drachen gesehen zu haben. Erst schenkt ihm keiner glauben, bis eines Tages tatsächlich ein Cherub, ein Drachenähnliches Wesen, nebst seinem Lehrmeister auftauchen. Und ihr auftauchen hat einen dramatischen Hintergrund: Charles‘ Leben ist in Gefahr und von dessen Überleben hängt nicht nur die Menschheit ab, sondern das gesamte Universum.

Meg und Calvin müssen Charles retten und kämpfen erneut gegen die Dunkelheit und eine neue ungemein starke Kraft. Noch ist ihnen nicht bewusst, dass nur ein Kampf auf der kleinsten, sich vorstellbaren Ebene dem ganzen ein Ende bereiten kann …

 

 

 

Fazit

Mit dem Roman „Der Riss im Raum“ schrieb Madeleine L’Engle noch eine Fortsetzung zu ihrem Bestsellerroman „Das Zeiträtsel“ (Die Zeitfalte) und lässt uns weiter am Leben der jungen Meg und ihren Abenteuern teilhaben. Der Piper Verlag hat nun das Buch mit einem neuen Design neu aufgelegt, um die Serie insbesondere nach der Verfilmung vom ersten Teil abzuschließen. Die Geschichte selbst beginnt kurz nach dem Abschluss des ersten Buches und wir finden wieder die bekannten Hauptcharaktere, Meg, ihren Bruder Charles Wallace, Calvin, ihre Eltern und ihre beiden Zwillinge, die wie bereits im ersten Teil, zwar an der Story teilnehmen, jedoch keine wirklich tragende Rolle zuteil bekommen haben.

 

Wer „das Zeiträtsel“ gelesen hat – und dessen Geschichte benötigt man zwingend für diesen Roman – weiß bereits, dass es sich bei den Büchern von L’Engle zwar um Kinderbücher ab einem empfohlenen Alter von circa 10 Jahren gedacht sind, aufgrund der komplexen und teils schwierigen Wörter, eine gewisse „Schwere“ im Lesefluss bereiten.

 

Und „Der Riss im Raum“ knüpft dort nicht nur an, sondern steigert das ganze nochmals. Viele selbst kreierte Wörter und Bezeichnungen (Cherub der Drache ist da noch das einfachere von allen) bringen leider den Leser schnell aus der Geschichte, zumindest hatte ich dieses empfinden. Vielleicht können Jugendliche damit besser umgehen.

 

Doch wie verhält es sich mit der Geschichte selbst im Vergleich zu dessen Vorgänger? Ich persönlich war leider etwas enttäuscht, eigentlich hatte ich eine Story genauso phantastisch wie „das Zeiträtsel“ gewünscht, fand jedoch, dass das Buch mit Fremdwörtern und komplexen Zusammenhängen überflutet wird, dass der eigentliche Lesefluss sehr darunter leidet. Die Charaktere und die kreierten Figuren selbst, sind von L’Engle wirklich großartig ausgedacht und in die Geschichte integriert.

Alles in einem ist „Der Riss im Raum“ eine schöne Fortsetzung, wenngleich es keinesfalls an den Vorgänger anknüpfen konnte.

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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Der Tod kommt nach Mitternacht

Matthew Sullivan , Christine Heinzius
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.08.2018
ISBN 9783442484133
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Autor

 

Matthew Sullivan, einst selbst Verkäufer in einer Buchhandlung, ist heute als Dozent für kreatives Schreiben, Literatur und Film tätig. Einige seiner bisher veröffentlichten Kurzgeschichten wurden preisgekrönt. Nun wagt sich Sullivan mit »Der Tod kommt nach Mitternacht« an sein Romandebüt. Privat lebt er mit seiner Familie in Washington.

 

 

Worum geht es?

 

Viele Jahre ist es her, als die damals 10-jährige Lydia, die wohl schreckliste Nacht ihres Lebens überlebte. Damals wurde eine junge Familie von einem Killer auf bestialische Weise ermordet, den die Presse auf den Namen „Hammermann“ taufte, und jetzt viele Jahre später noch immer nicht gefasst wurde.

 

Mittlerweile lebt Lydia als junge erwachsene Frau ein bürgerliches Leben und arbeitet in einer Buchhandlung. Als sich jedoch eines Tages ein Stammkunde in ihrem Laden das Leben nimmt, ahnt sie noch nicht, dass sie nicht nur seltsame Bücher von ihm erbt, sondern findet zudem in der Jackentasche des ihr eigentlich Fremden ein Foto: das Geburtstagsfoto ihres Zehnten Geburtstages.

 

Und wäre das allein nicht schon seltsame genug, entdeckt sie in den Büchern ihres Erbes, zerschnitte Seiten mit rätselhaften Hinweisen.

 

Der Tode aus ihrem Laden hat ihr scheinbar ein Rätsel hinterlassen und als sie beginnt dieses zu enträtseln, merkt sie plötzlich, dass die Spur nur eine Richtung: in ihre eigene Vergangenheit …

 

 

 

Fazit

 

Matthew Sullivan wagt sich mit »Der Tod kommt nach Mitternacht« an sein Romandebüt und schon allein der aufwendig gestaltete Buchumschlag macht das Buch interessant. Wer sich den Klappen- und Rückentext durchliest, hat sicherlich letztlich endgültig einen Anreiz das Buch zu lesen. Die Geschichte klingt interessant, nach einem Thriller oder eher an einen Kriminalroman, in dessen Genre das Buch „offiziell“ eher ins letztere eingegliedert werden soll.

 

Doch beginnen wir von vorn. Die Geschichte handelt eigentlich gänzlich um die junge Lydia, eine Überlebende des Massakers vom „Hammermann“, der die ganze Familie ihrer Freundin Carol ermordete. Noch immer kämpft sie mit den traumatischen Erlebnissen ihrer Jugend und doch schein sie allmählich Fuß zu fassen und arbeitet als Buchhändlerin. Das Leben scheint normal, bis sie wieder mit dem Tod konfrontiert wird: Joey ein äußerlich eher aus ärmlichen Verhältnissen stammender junger Stammkunde, hat sich in ihrem Laden erhängt.

 

Damit beginnt die Geschichte und das Rätsel um die nun von Lydia geerbten Bücher. Denn Joey hatte ihre ein Rätsel hinterlassen. Wir erleben erst einmal die Geschichte der 10-jährigen Lydia, die es schafft dem Hammermann zu entkommen. Das ist zweifelsohne der eigentliche Kern und das wichtigste Teil der ganzen Story. Doch plötzlich finden wir uns auch noch in einem weiteren Handlungsstrang: Joey. Der Tode aus ihrem Laden und die Bücher. Langsam beginnt die Geschichte verstrickt zu werden, als dann auch noch ihr alter Schulfreund Raj auftaucht und Lydia letztlich noch den damaligen ermittelten Polizisten und ihren Vater kontaktieren muss, ist »Der Tod kommt nach Mitternacht« vollkommen ineinander verstrickt.

 

Und eben dies macht die Geschichte spannend, denn keines der Kapitel ist eine langweilige endlose Handlung, irgendwelcher Geschehnisse aus der Gegenwart oder Vergangenheit, sondern alles kleine und wichtige Puzzleteile, die am Ende das wirklich große Ganze ergeben. Was kompliziert klingt, ist viel einfacher zu lesen und zu verstehen, als man sich vorstellen kann, denn eines schafft Matthew Sullivan auf ganzer Linie: Den Leser mit einem interessanten Thriller-/Kriminalroman zu unterhalten, dessen Auflösung bis zum Ende dauert.

 

Alles in einem ist das ein absolut überzeugendes Romandebüt, in dem man merkt, dass Sullivan seine ganze Liebe zum Buch bis ins Detail investiert hat.

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 9 Rezensionen

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Weißt du, warum ich tot bin?

Kim Lock , Andrea Brandl
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Diana, 13.08.2018
ISBN 9783453359833
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Autor
Kim Lock, geboren 1981, lebt mit ihrer Familie in Barossa Valley in Süd-Australien. Sie arbeitet als Grafikdesignerin und Stillberaterin, schreibt aber nebenbei auch für verschiedene Zeitschriften wie The Guardian und Daily Life. Mit Weißt du, warum ich tot bin? erscheint nun ihr erster Roman im Diana Verlag.

Worum geht es?
Jenna ist tot. Und ihre geliebte Freundin Fairlie Winter ist mitten in der Trauerphase um ihre beste Freundin, mit der sie bis zu ihrem Tod als unzertrennlich galt. Doch dann erhält sie einen Brief. Verschickt von Ihrer Freundin Jenna, abgesendet kurz bevor sie starb. Was sie Fairlie in diesem Brief offenbart, lässt nicht nur ihr Bild der perfekten Familienmutter Jenna wanken, sondern eröffnet ihr ein noch viel größeres Geheimnis. Fairlie bleibt nur eine Wahl: Sie muss die Wahrheit herausfinden, doch ist sie für diese Wahrheit so kurz nach Jennas Tod schon bereit?

Fazit
Kim Lock bis dato noch unbekannt unter den Autoren, schafft es nun im Diana Verlag erstmals auch ihren Roman aus Downunder in unsere Bücherregale zu bringen. Doch was erwartet uns in Weißt du, warum ich tot bin?

Sicherlich denkt man, wenn man sich den Klappentext durchliest, an einen Thriller der einen viele Wendungen erwarten lässt, vielleicht gespickt mit einer romantischen Geschichte zweier Freundinnen, die scheinbar voneinander doch nicht so viel wussten, wie zumindest die Hauptperson Fairlie vermutet. Doch werden wir dieser Vorstellung auch gerecht?

In vielen Dingen ja. Kim Lock schafft es einen direkt in die Geschichte zu katapultieren. Fairlie erfährt von dem Tod ihrer Freundin und wird sofort in die Familie ihrer Freundin gerissen. Denn als Jennas Mann Ark kurz nach der schrecklichen Nachricht verschwindet, muss sich Fairlie auch noch kurzzeitig um den Sohn Jennas kümmern.
Noch ahnt sie nicht, dass ihr viele Geheimnisse noch verwehrt werden und sie scheinbar das Leben ihrer Freundin, der sie sich immer so nah gefühlt hatte, in den letzten Jahren gar nicht mehr kannte.

Alles beginnt mit Jennas Liebe zu Ark, einer Romanze die einen schnell an ein anderes bekanntes Buch erinnern lässt. Der Reiche, gutaussehende Mann, der sich in das eher stillere Mauerblümchen verliebt. Doch die Ge-schichte selbst beginnt plötzlich zu einem Thriller, der einen die ganze Geschichte um den Tod von Jenna aus zwei Varianten zeigt: dem Damals und dem Heute.
Die Story an sich ist wirklich gut gestrickt, jedoch gerät irgendwann das Leben und die Handlung in der Vergangenheit von Jenna so weit in den Vordergrund, dass die eigentliche Hauptperson Fairlie, die sich ja scheinbar auf dem Weg befindet ein großes Geheimnis zu lüften, eher zur Randfigur werden lässt.

Und dennoch schafft Lock es dann doch irgendwie das Geheimnis zu offenbaren, dass man sich sicherlich schnell im Verlauf der Geschichte zusammenstricken konnte, und dann letztlich eigentlich überhaupt nicht so spektakulär erscheint, als anfangs gedacht.
Alles in einem ist Weißt du, warum ich tot bin? ein gelungenes Debüt der jungen Autorin und hätte aber am Ende der Geschichte dann doch noch, die ein oder andere größere Überraschung darbieten können, um den eigentlichen Thriller um Jenna, der letztlich der beste Teil des Buches ist, fortzuführen. Die Charaktere die uns Lock hier darbietet sind dennoch auf jeden Fall authentisch dargestellt.

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16 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

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MEG

Steve Alten , Bernhard Kleinschmidt
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.07.2018
ISBN 9783453439016
Genre: Romane

Rezension:

Der Autor

 

Steven Alten, amerikanischer Schriftsteller aus Philadelphia, Pennsylvania, ist Sportler und Hobby-Paläontologe und wurde 1999 mit dem Buch „MEG“ über Nacht zum internationalen Bestsellerautor. Viele Jahre geriet sein Buch eher wieder in Vergessenheit, bevor die Traumfabrik Hollywood eben jenes aus den Schubladen grub und im August dieses Jahrs in Bestbesetzung, u. a. mit Jason Statham, in die deutschen Kinos bringt.

Aufgrund dessen veröffentlicht der Heyne Verlag eine neue, vom Autor mit überarbeitete, Taschenbuchausgabe, die Anfang Juli ihren Weg in die Buchhandlungen schafften.

 

 

Worum geht es?

 

Jason Tylor, berühmter Tiefseetaucher und Paläontologe, begibt sich unter Führung der Navy auf eine Tiefseeexpedition in den Marianengraben. In 11.000 Metern Tiefe versucht er zusammen mit seinen beiden Kollegen die Erforschung der Tiefsee und sammelt einige Proben ein. Zunächst läuft alles nach Plan, bis er auf dem Sonar eine riesige Entdeckung macht: Ein ziemlich großes Tier scheint Kurs auf die Tauchkapsel zu machen und als Jason in den Rachen eines riesigen urzeitlichen Ungetüms macht, geriet er in Panik und bricht die Mission ab – mit Folgen für seine beiden Kollegen, die den plötzlichen Aufstieg der Kapsel in die Höhe nicht überleben.

Gezeichnet von seiner unehrenhaften Entlassung und dem Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik, findet er allmählich wieder zurück ins Leben. Und Jason ist sich sicher, welches Ungeheuer in der Tiefsee entdeckt hatte: das Carcharodon megalodon, kurz MEG, ein Riesenhai, der Millionen von Jahren der Herrscher Nr. 1 in den Weltmeeren war und eigentlich längst ausgestorben sein sollte. Kaum verwunderlich, dass ihm niemand Glauben schenken möchte.

Als er sich zu einer weiteren Mission in die Tiefen der Meere überreden lässt, geschieht das scheinbar unmöglich: Ein MEG verfängt sich in der Leine, stirbt und wird mit an die Überfläche gezogen, doch was noch viel schlimmer ist, ein weiterer, noch lebender MEG, steigt ebenfalls aus den Tiefen empor und lebt nun in den wärmeren Meeresströmen unterhalb der Wasseroberfläche. Sehr zum Leid der Wale, aber auch der Menschen entlang der Strände. Als Jason eine Möglichkeit sieht, dass Monster zu fangen, beginnt ein Wettlauf mit der Zeit …

 

 

 

Fazit

 

MEG, ein Thriller, der wie anfangs bereits erwähnt, viele Jahre in Vergessenheit geraten ist, ist nun wieder – dank Hollywood – allgegenwärtig und zeitgemäß. Die Dinosaurier sind zurück und was Steven Spielberg mit Jurrassic Park und Co zu Land schaffte, hatte Alten 1999 ins Wasser verlegt. Dass Carcharodon megalodon, ein Riesenhai in der Größe zweier Linienbusse, die ohne Mühe einen ausgewachsenen Elefanten mit nur zwei Bissen verschlingen könnten, haben es über die Jahre geschafft in den Tiefen des Meeres zu überleben.

Und der Drang der Menschen zur Erforschung eben jener Tiefen hatten zur Folge, dass dieses Ungeheuer nun Jagd auf Menschen machen kann. Was einem beim Lesen des Buchtitels schnell an „weißer Hai“ erinnern lässt, der sollte sich hier nicht zu schnell abschrecken lassen.

Alten schafft es hier mit wenigen Protagonisten, eine spannende und glaubwürdige Geschichte zu stricken, die uns ferner auch noch einen Einblick in die Geschichte und gegenwärtigen Forschung dieser einzigartigen und bewiesenen Bevölkerung auf unserer Erde, gewähren lässt. Mit dem Stil wie uns Alten all das näherbringt, gewinnt man schnell an Glaubwürdigkeit dieser Geschichte und die Fiction lässt sich anzweifeln. Denn wer kann schon mit Sicherheit behaupten, jemals in der Tiefsee (wir sprechen von 11.000 Meter und der Meeresoberfläche) nicht auf so ein Ungeheuer gestoßen zu sein.


MEG ist ein wirklich durchaus spannender und überzeugender Thriller, der den Leser fesselt, mit fiebern lässt und uns alle ein Fünkchen Hoffnung weckt, dass wir vielleicht doch eines Tages den Jurrasic Park Millionen vergangener Jahren vor unserer Haustüre und in greifbarer Nähe haben werden. Doch ob die Menschheit das wirklich möchte und sich den Folgen dessen bewusst sein wird? Lesen Sie MEG und entscheiden Sie selbst.


Einen kleinen Kritikpunkt habe ich am Ende doch. Leider haben sich in dem Buch doch sehr seltsame und sich ziemlich häufende Fehler eingeschlichen (falsche, fehlenden oder zu viele Satzzeichen auf einmal, Grammatikalische Fehler …), vielleicht war das Lektorat bereits gedanklich am Strand und hat sich die Größe des MEG noch einmal bildlich vorgestellt. Ein Zittern der Finger wäre da verständlich und nachvollziehbar … :-)

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173 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 46 Rezensionen

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Racheopfer

Ethan Cross
E-Buch Text: 94 Seiten
Erschienen bei Bastei Entertainment, 02.10.2013
ISBN 9783838747163
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Autor

 

Ethan Cross ist das Pseudonym eines amerikanischen Schriftsteller, der sicherlich seit seinem ersten Band Ich bin die Nacht aus der Shepherd-Reihe in keinem Bücherregal mehr fehlen dürfte. Auch wenn das Pseudonym längst gelüftet wurde, so ist Ethan Cross immer noch er selbst und bleibt seiner Linie treu. Er lebt mit seiner Familie in Illinois, USA.

 

 

Worum geht es?

 

Francis Ackerman jr, im Kindesalter von seinem Vater manipuliert, missbraucht und zu einer Tötungsmaschine ausgebildet, fehlen auch noch jegliche Gefühle der Angst. So kennen wir ihn mittlerweile aus der Shepherd-Reihe, die mit dem Buch Ich bin die Nacht begann und zuletzt mit Band Ich bin der Hass endete. Nun zeigt uns Ethan Cross mit Racheopfer die Vorgeschichte von Ackerman jr, wie das eigentliche Töten begann und weshalb er überhaupt frei herumlaufen kann. Wir erleben den Beginn des Albtraums seiner Opfer, seine Flucht in die Welt und wie er sich mit einem Tier des Waldes identifiziert, um letztlich seinen Platz in dieser Gesellschaft zu finden. Die Geschichte bekommt nun endlich einen lang ersehnten Anfang ...

 

 

Fazit

 

Mit Racheopfer, dessen Roman nun auch mit einer gelesenen Audioausgabe auf CD erhältlich sein wird, möchte uns Ethan Cross sicherlich das Warten auf den bereits angekündigten Band Nr. 6 Ich bin die Rache (erhältlich ab 29.02.2019) verkürzen und gleichzeitig noch einmal verstehen lassen, weshalb Francis Ackerman jr. so ist, wie er ist. Zwar wird in den vorherigen Bändern der Shepherd-Reihe mehrmals darauf eingegangen, letztlich wurde jedoch nie wirklich die Frage geklärt, weshalb man einen blutrünstigen und mordsüchtigen Serientäter nicht in einer Sicherungsverwahrung findet, sondern frei durch die Vereinigten Staaten ziehen kann. Man bekommt Einblick in seine Flucht, seinen ersten Mord und weshalb er manche Menschen vom Tode verschont.

 

Doch ist Racheopfer nun nahtlos in die Reihe einzuordnen, da er ja bekanntlich jetzt als Buch zwischen Band fünf und sechs erscheint, jedoch vor dem ersten Band eingegliedert werden sollte. Haben wir nicht bereits durch die vorherigen Bücher mehr erfahren, als man jetzt in einem einzigen Buch erfahren könnte? Wohl kaum, zwar wurde immer wieder erklärt, warum Francis Ackerman jr. ohne Schuldgefühle und Ängste wahllos töten kann und deshalb überall gefürchtet ist, und dennoch sind einige Fragen in der Reihe ungeklärt gewesen. Mit diesem Buch möchte Ethan Cross sicherlich aufklären, damit letztlich lückenlos die letzten Puzzleteile zusammengefügt werden können, um das Geschehen seines erfolgreichen Serienmörders zu dokumentieren und erzählen zu können.

 

Doch dem einen oder anderen Fan der Shepherd-Reihe wird sich das Buch sicherlich ein bisschen „seltsam“ darstellen, denn wir lesen zwar die Geschichte des Francis Ackerman jr., haben aber auch noch eine Nebendarstellerin, die schnell in dem Buch mehr oder weniger zur Hauptperson wird. Nur so kann die Geschichte einen Anfang nehmen, wenngleich die Brutalität und das Blutvergießen - sofern sei vorab verraten - auch in diesem Buch sicherlich nicht zu kurz kommen wird.

Dazu ein Hinweis: Racheopfer erschien vor Jahren bereits als Ebook Ausgabe und erschient nun als gedruckte Ausgabe.

Alles in einem ist Racheopfer wirklich ein Buch zur Aufklärung und zweifelsohne zur Überbrückung für den nächsten Band gedacht - für alle, die bereits am Ende angelangt sind und mehr möchten: Legen Sie doch die beiliegende CD ein und genießen Sie die Geschichte noch einmal.

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113 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

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Missing - Niemand sagt die ganze Wahrheit

Claire Douglas , Ivana Marinovic
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Penguin, 11.06.2018
ISBN 9783328101697
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Die Autorin

Claire Douglas arbeitete Jahre lang als Journalistin in England und träumte schon seit ihrer Kindheit von einer Karriere als Schriftstellerin. Mit ihrem Debüt-Thriller „Missing“ erfüllte sich letztlich diesen Traum und schrieb auf Anhieb in England einen Bestseller. Eben dort lebt sie mit ihrem Ehemann in Bath im Südwesten Englands.

 

Worum geht es?

Eine kleine verschlafene Ortschaft an der Küste von England. Die beiden besten Freundinnen Francesca und Sophie leben seit ihrer Kindheit dort, sind unzertrennlich, verbringen gemeinsame Abende mit der Clique am Pier und haben vor allem eins: keine Geheimnisse voreinander - bis Sophie eines Tages verschwindet. Lediglich einen Turnschuh findet die Polizei am Pier und geht schnell von einem Unfall ab. Keiner weiß, was am Abend ihres Verschwindens wirklich geschah.

 

Achtzehn Jahre später wird eine Leiche angespült und man geht davon aus, dass Sophie endlich gefunden wurde. Doch noch zu viele Fragen sind offen, daher muss Francesca ihrem neuen Leben in London erst einmal den Rücken kehren und zurück in ihre Heimatstadt. Sie muss endlich Antworten auf die vielen Fragen finden und möchte endlich wissen, weshalb Sophie verschwand.

 

Doch noch ahnt Francesca nicht, auf was sie sich da eingelassen hatte, denn die Vergangenheit möchte manchmal ruhen. Und niemand verschwindet, ohne eine Spur zu hinterlassen ... 

 

Fazit

Wenn man sich schon den Buchtitel und den dazugehörigen Text durchliest, ahnt man, wieder einen der vielen bereits unzählige Male ausgeschlachteten Geschichten zu bekommen. Ein verschwundenes Mädchen an der Küste Englands, eine beste Freundin, die abtrünnig in einer anderen Stadt lebt, plötzlich wieder zurück in ihre alte Heimat muss, um dann letztlich den Tod oder das Verschwinden aufzuklären. Klingt langweilig. Muss es aber nicht!

All das hatte ich mir auch vorgestellt, eine Geschichte von Schmerz, Trauer, alten Freunden, einer besten Freundin, die die Vergangenheit aufwühlen muss, um letztlich die Wahrheit zu finden, all das findet man zwar tatsächlich in dem Buch wieder, und dennoch ist die Story ganz anders aufgebaut. Wir haben eigentlich nur zwei Handlungsstränge: Handlungsstrang eins ist Sophie, das Mädchen das vor 18 Jahren verschwand. Wir lesen ihre Tagebucheinträge, bekommen einen Einblick in ihr Leben von damals, ihren Freunden, Gefühlen und vielleicht eine Antwort auf die brennende Frage „Warum?“; Handlungsstrang zwei erzählt die Geschichte von Francesca alias Frankie, die zweite Hälfte der besten Freundinnen, bekommen einen Einblick in ihre damalige Zeit und der Gegenwart. Sie ist die eigentliche Hauptperson, ist sie es doch, die versucht - übrigens auf Einladung des Bruders von Sophie - endlich an der Aufklärung des Todes mitzuwirken.

 

Mehr Handlungsstränge gibt es nicht und braucht es vor allem auch nicht. Alleine das reicht, um eine Story zu stricken, die letztlich spannend, teilweise undurchsichtig wird, mit vielen verschiedenen Charakteren, die plötzlich alle in einem anderen Licht stehen. Schnell bekommt man das Gefühl, das man eher versucht einen Mord aufzuklären, denn einen Unfall. Viele Freunde und Bekannte geraten ins Visier von Francesca, die schon damals nicht an einen Unfall glauben wollte, und als sie dann noch bedroht wird, kommt das Buch langsam an seinen Höhepunkt - um dann am Ende für alle eine große Überraschung darlegt. Welche, wird selbstverständlich nicht verraten und doch kann ich sagen, das der ein oder andere sicherlich oft falsch liegen wird mit seiner Vermutung.

 

Claire Douglas schafft es einen spannenden Thriller zu schreiben, der einen fesselt und letztlich einen danach sehnen lässt, endlich eine Antwort zu erhalten, was nun wirklich am Abend am Pier geschah. Absolut lesenswert für alle die solche Thriller mit vielen Wendungen lieben.



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77 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

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Die Brut - Das Ende naht

Ezekiel Boone , Rainer Schmidt
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 23.05.2018
ISBN 9783596035847
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Autor

Ezekiel Boone ist das Pseudonym eines amerikanischen Schriftstellers. Er lebt mit seiner Familie im Bundesstaat New York. Seine Bücher Die Brut - Sie sind da und Die Brut - Die Zeit läuft machten ihn in Deutschland letztlich bekannt.

 

Worum geht es?

Die Menschheit sieht dem Ende entgegen. Seit die Welle der Spinnen über die Kontinenten hereingefallen ist, wurden nicht nur durch die Zündung der Atombomben mehrere Orte weltweit für Jahrhunderte unbewohnbar gemacht, sondern reduziert sich die Population der Menschheit enorm. Schon die erste und zweite Welle der seltsamen und menschenfressenden Spinnenvölker machten einen Kampf bereits fast unmöglich, doch jetzt kommt mit der dritten Generation eine Spezies, die nicht nur größer als die vorherigen waren, schwerer zu töten, sondern ein großes Problem mit sich bringt: Die Schwärme scheinen miteinander zu kommunizieren.

Die Präsidentin der Vereinigten Staaten und ihr Forscherteam aus hochrangigen Spinnenexperten müssen mit aller Macht versuchen, eine Lösung zu finden. Doch dies scheint schwieriger als gedacht, und nachdem die Menschheit bereits am Abgrund steht, gibt es immer mehr kritische Stimmen, welche die Präsidentin ihres Amtes nicht für würdig sieht. Ein Kampf an mehreren Fronten beginnt und scheint bereits ausweglos, als sich plötzlich die Möglichkeit auftut, die Kommunikation zu stören und den Sender aller Kommandos aufzuspüren, doch reicht ihnen dafür noch die Zeit? Es beginnt ein dramatischer Kampf gegen die Spinnen und den Fortbestand der menschlichen Rasse ...

 


Fazit

Ezekiel Boone schaffte mit seinem ersten Band Die Brut - Sie sind da meiner Ansicht nach bereits eine absolute Überraschung auf dem deutschen Buchmarkt. Scheint die Geschichte einer Invasion durch Insekten, wie in diesem Fall seltsamer Spinnen, für bereits mehrmals und ausführlich als erzählt, so konnte er den Leser durch seine eigene neue Art der Geschichten wieder fesseln. Auch die Fortsetzung, der im ersten Bandes nicht endende Story mit Die Brut - Die Zeit läuft knüpfte an der Spannung des Vorgängers an und ließ den Leser nicht nur mitten im Kampf zurück, sondern weckte die Vorfreude auf den finalen letzten Band Die Brut - Das Ende naht, welches nun endlich erschienen ist.

Das Buch knüpft an das Zweite an und erzählt die Geschichte mit allen bereits bekannten Protagonisten lückenlos weiter. Schnell kommt der Leser wieder in die Handlung und identifiziert sich mit allen bekannten Charakteren der beiden Vorgängerromanen. An sich bleibt es spannend und immer wieder stellt man sich als Leser die Frage, weshalb und vor allem vorher diese Spinneninvasion kommt und wichtiger, wie kann sich die Menschheit davor befreien und letztlich den Kampf für sich entscheiden. Wird es gelingen oder scheint das Ende besiegelt.

Zum Ende hin erleben wir jedoch eine für mich große und nicht nachvollziehbare Wendung des ganzen Handlungsablaufs. Jetzt fällt es mir an dieser Stelle schwer, dies zu erklären und zu argumentieren, ohne einen Spoiler zu verbreiten. Aber so viel sei verraten: Die Geschichte findet einen Abschluss, wenn auch viele Fragen unbeantwortet bleiben. Auch das Ende der Geschichte hätte ich mir persönlich nicht so erwartet, der Spannungsbogen nimmt unverständlicherweise zum Ende hin rapide ab und endet in einem Finale, das mich nicht überzeugt hat. Bei zwei so großartigen Vorgängerromanen hätte ich mir zum Abschluss ein Feuerwerk gewünscht - für die letztlich eigentlich großartige und gut ausgearbeitete Geschichte - aber das ist meine Meinung, sicherlich gibt es viele andere Kritiker, die mir hier widersprechen wollen und werden.

Lesenswert daher zweifelsohne für alle Fans der Reihe und ein jeder soll sich seine eigene Meinung darüber bilden, wie sie den Abschluss einschätzen.

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300 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 182 Rezensionen

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Der Kreidemann

C.J. Tudor , Werner Schmitz
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 29.05.2018
ISBN 9783442314645
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Autorin

C. J. Tudor, eine bis dato unbekannte Schriftstellerin aus dem englischen Nottingham, schaffte das, wovon viele Autoren träumen: Ihr Debütroman Der Kreidemann schaffte es auf Anhieb zum Bestseller und verkaufte sich in 39 Ländern. Und das, obwohl C. J. Tudor bisher lediglich als Synchronsprecherin, Werbetexterin, TV-Moderatorin und Dogwalkerin ihren Lebensunterhalt verdiente. Nun erscheint auch bei uns der Roman erstmals in einer deutschen Übersetzung.

 


Worum geht es?

1986. Die fünfköpfige Clique um den 12-jährigen Ed Adams genießt den Sommer in einer Kleinstadt in England. Alles scheint eine Idylle zu sein, bis mit Mr. Halloran - einem bleichen Mann mit heller Haut und hellem Haar - ein neuer Lehrer an der Schule anfängt und die Clique Zeuge eines fast tödlichen Unfalls auf dem örtlichen Jahrmarkt erlebt. Ein junges Mädchen wird fast von einem Karussell getötet.

Eben jener Halloran lernt Ed auch die Kommunikation mittels Kreidezeichnungen. Ein toller Spaß für die Clique, bis plötzlich Zeichen auftauchen, die keiner von ihnen gezeichnet hatte. Als kurz darauf auch noch die Leiche eines jungen Mädchen ohne Kopf im Wald auftaucht, wird die Geschichte immer mysteriöser.

30 Jahre später, der junge Ed Adams ist mittlerweile erwachsen geworden, und unterrichtet selbst als Lehrer, hat er die Geschehnisse in seiner Jugend fast schon erfolgreich verdrängt, als er plötzlich eine Botschaft des Kreidemanns erhält. Und plötzlich holt ihn die Vergangenheit ein und er weiß, dass das Spiel noch nicht vorbei ist.

 

Fazit

Bereits zu Beginn der Geschichte, wir wechseln häufig zwischen der Vergangenheit von 1986 und der Gegenwart im Jahr 2016, findet man viele Parallelen zu einem großartigen Schriftsteller namens Stephen King. Eine Clique in einer Kleinstadt, eine seltsame auftauchende Person, eine Tote und zeitlichen Sprüngen von 30 Jahren. All das erinnert einen anfangs sehr an Romane wie Es oder Die Leiche von eben erwähnten Autor.

Und doch schafft es Tudor plötzlich, der Handlungen ihren eigenen Stempel aufzudrücken. Was nämlich gänzlich fehlt, sind brutale und sehr in die Tiefen gehende Schilderungen der Handlungen. Schnell schafft sie es dadurch eine fesselnde Spannung aufzubauen, die auch durch die vielen Abwechslungen der Zeiten, keinesfalls abreißt.

Wer also denkt, alle sei sehr von den anderen Geschichten kopiert, der sollte sich hier nicht täuschen lassen. Denn mit fortschreitenden Schilderungen der Ereignisse, vor allem aus dem Jahr 1986, ist die Verwirrung um alle Geschehnisse immer größer. Worin besteht der Zusammenhang? Wer ist daran beteiligt? Spielt jemand der Protagonisten ein falsches Spiel? Je klarer eigentlich die Geschichte werden soll, desto undurchsichtiger und mysteriöser wird das Ganze. Viele Verdächtige, viele parallel zueinander stattfindende Ereignisse und immer im Vordergrund: seltsame Kreidezeichnungen.

Wer oder was steckt hinter dem Kreidemann? Welches Spiel spielt der 12-jährige Ed in dem Ganzen? Je näher man der Auflösung kommt, desto weniger weiß man.

Und das Beste kommt bekanntlich zum Schluss: Keine Angst, es handelt sich um keinen Spoiler, aber am Ende des Buches stellt man fest, das man eigentlich die Lösung schon längst hätte wissen können. Warum? Das müssen Sie schon selbst herausfinden.

Alles in einem, ein wirklich überzeugender Debütroman, der mir persönlich wirklich gefallen hat, trotz der vielen - mittlerweile glaube ich auch von mir, oft genug erwähnten parallelen - und vor allem dank der Spannung lesenswert war.

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94 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 59 Rezensionen

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Immer wenn du tötest

B. C. Schiller
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Penguin, 14.05.2018
ISBN 9783328101635
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Autoren

Hinter B. C. Schiller verbergen sich die Autoren Barbara und Christian Schiller, die in der Vergangenheit bereits mit einigen Nr. 1 E-Book-Besteller die Leser begeisterten. Zusammen verkauften sie mittlerweile mehr als eine Millionen Bücher. Sie leben und arbeiten sowohl auf Mallorca als auch in Wien und waren vor dem Schreiben gemeinsam in einer Werbeagentur tätig.

Mit Immer wenn du tötest bringen Sie nun den zweiten Krimiroman ihrer neuen Reihe rund um die Ermittlerin Targa auf dem Markt. 

 

Worum geht es?

Drei Tote. Alle blond und blauäugig. Ihre toten Körper bizarr dargestellt in einem Berliner Schlachthaus und zudem blutleer. Schnell haben die Ermittler der Berliner Polizei auch schon einen Verdächtigen: Freya von Rittberg. Von Rittberg ist Künstlerin und machte sich auf dem Kunstmarkt vor allem durch ihre eigenartigen Bilder einen Namen. Allesamt ihrer Kunstwerk malte sie mit menschlichem Blut. Durch ihre eigens organisierten Mut-Events gehen ihr zudem hierfür nie die Freiwilligen aus.

Die Polizei ist sich sicher mit Freya von Rittberg die Schuldige gefunden zu haben, was jedoch fehlt, sind Beweise und schlimmer, von Rittberg scheint einen Kontakt zum Innenministerium zu haben, der sie bisweilen deckt.

Doch mit Targa haben die Behörden eine der großartigsten Undercoveragentinnen im Einsatz und so kommt es, dass eben sie den Auftrag erhält, sich als Personenschützer bei Freya von Rittberg einzuschleusen, die benötigten Beweise zu finden und sie letztlich zu überführen. Doch als Targa erfährt, welchen Geheimbund von Rittberg angehört und das dieser scheinbar Hinweise auf ihren leiblichen Vater besitzt, muss Targa eine schwerwiegende Entscheidung treffen: Sie vermischt Arbeit und Privates und merkt nicht, dass sie damit immer tiefer in den Strudel gerät und von Freya von Rittberg manipuliert wird.

Kann sich Targa noch rechtzeitig retten?

 

Fazit

Immer wenn du tötest ist die Fortsetzung des Ersten Krimi Targa - der Moment, bevor du stirbst, rund um die Ermittlerin Targa und daher zweifelsohne als eine Fortsetzung zu verstehen. Daher eines vorweg: Man sollte sich, bevor man das Buch zur Hand nimmt, erst einmal mit dem ersten Roman befassen und lesen, damit man viele der Handlungen und Zusammenhänge versteht. Zwar kann man das Buch, vom Beginn bis zum Ende abschließend verfasst, ohne den Background lesen, jedoch würde man sich damit sicherlich schwertun, die Geschichte und vor allem Person von Targa zu verstehen.

Doch nun zum Buch selbst. Was erwartet uns hier? Ein Krimi oder doch eher ein Thriller? Auf jeden Fall eher Letzteres und ferner sollte man keinerlei Probleme haben, mit Blut umzugehen. Denn die vielen Stellen drehen sich rund um das Thema Blut, welches in dem Roman ein zentrales Thema erhält und diese zudem noch sehr detailreich von den beiden Autoren verfasst wurden. Und genau das, finde ich, macht das Buch schon einmal großartig. Eben erwähnt Szenen werden so erklärt, dass man, bei einer Verfilmung, sicherlich Probleme bekommen würde, dieser weiter folgen zu wollen, doch in einem Buch, deren bildliche Darstellung allein in unseren Köpfen stattfindet, ist so etwas absolut legitim, ohne den Leser abzuschrecken.

Die Geschichte versteift sich dann recht schnell auf die beiden Hauptcharaktere Freya von Rittberg und Targa, und weiteren - eigentlich fernab der Geschehnisse in Berlin - handelten Protagonisten, die in das Geschehen eingreifen müssen. In wie weit, kann ich hier - der Spoilergefahr wegen - selbst verständlich nicht eingehen. Das Buch ist flüssig, ohne große Abschweifungen geschrieben und die Hauptgeschichte selbst beginnt und endet im Buch. Eine weitere Nebensächliche zweite Geschichte, die bereits im ersten Roman begann, nimmt an den Geschehnissen maßgeblich teil, wird aber - so viel vornweg verraten - wohl nicht bis zum Ende aufgeklärt werden.

Alles in einem ist Immer wenn du tötest eine sehr gute Fortsetzung des Auftaktromans und es bleibt zu hoffen, ob den beiden Autoren B. C. Schiller noch weitere Geschichten um ihre Ermittlerin einfallen, um die Person in ihrem Tun und Handeln weiter voranzutreiben.

Fazit kurz: lesenswert.

 

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Verlassene Orte in Franken

Nina Schütz
Fester Einband
Erschienen bei Sutton, 16.05.2018
ISBN 9783954008872
Genre: Sonstiges

Rezension:

 

Die Autorin

Nina Schütz wurde 1994 in der Oberpfalz geboren und widmete sich früh, sowohl beruflich, als auch privat allein der Fotografie. Mit ihrem Lebensgefährten zieht sie herum und sucht verlassene und vergessene Orte auf, die Lost Places. Ihre Arbeiten wurden bereits in einigen Ausstellungen und Wettbewerben honoriert.

 

 

Worum geht es?

 

In ihrem neuen Fotobuch Verlassene Orte in Franken verlässt sie diesmal ihre Heimat Oberpfalz und reist weiter gen Westen in das beschauliche Franken. Ob Mittel-, Unter- oder Oberfranken, für ihre neue fotografische Reise lässt sie keinen der fränkischen Regierungsbezirke aus, um dort die letzten vergessenen Orte aufzuspüren und abzulichten.

 

 

Fazit

 

Wir leben in einer Zeit, die sich scheinbar von Tag zu Tag schneller dreht und in der materielle Dinge nicht mehr den Wert von früher haben. Und obwohl wir in einem der reichsten Länder der Erde leben, so haben wir scheinbar schon lange nicht mehr den Blick für den Erhalt und die Wertschätzung materieller Dinge aus unserer Vergangenheit.

Verlassene Burgen, Kirchen, Krankenhäuser und vieles mehr lassen wir mittlerweile unbeachtet zurück, lassen die Natur zurückgewinnen, was sie einst an uns verloren hatte. Und doch stellt man sich die Frage, weshalb man all diese schönen Dinge nicht für die Nachwelt erhalten möchte? Ein Kinderkrankenhaus, das verfällt, obwohl die Geburtenrate steigt, ein Volksbad für das Volk in einer Halbmetropole, all das verlieren wir aus den Augen. Doch Nina Schütz bringt uns genau diese Objekte jetzt wieder vors Auge. Mit einer Vielzahl von schönen, vor allem ungestellten und unverfälschten Aufnahmen, auf deren Retuschierung sie ebenso verzichtet, um uns die verlassenen Orte so zu zeigen, wie wir sie ebenso vorfinden würden.

Zu jedem ihrer Ziele durch das Frankenland - selbstverständlich verrät sie die genauen Standorte nicht, um nicht dem Vandalismus noch mehr zu fördern - hatte sie zudem noch recherchiert, weshalb dieser Ort in Vergessenheit geraten ist oder wessen Zweck dieser einst hatte.

Herausgekommen ist ein schöner Bildband, der einem all diese Orte nahe bringt und doch muss ich leider eingestehen, dass ein paar zusätzliche Fotos dem Buch sicherlich nicht geschadet hätten, so ist die fotografische Ausbeute bei einigen Lost Places doch leider etwas sehr überschaubar. Auch die geschichtlichen Hintergründe und Beschreibungen des Ortes hätte man noch etwas weiter ausführen können. Doch für mich sollte ein Bildband vor allem eines haben: viele interessante, abwechslungsreiche Aufnahmen aus einer Welt, die wir so sicherlich (noch) nicht kannten. Und all das kann Nina Schütz letztlich in ihrem Foto Verlassene Orte in Franken vorweisen.

 

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Vatertage

Stephan Bartels
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.04.2018
ISBN 9783453438989
Genre: Humor

Rezension:

Der Autor

 

Stephan Bartels arbeitet als freier Journalist und verfasste unter anderem Texte für den Stern, Die Zeit, Brigitte und Barbara. Bartels, geboren 1967, ist selbst Vater eines erwachsenen Sohnes und lebt mit seiner Familie in Hamburg.

 

 

Worum geht es?

 

Simon ist Ende dreißig ein zweifacher Familienvater, Ehemann, und wenn er nicht gerade in Elternzeit ist, arbeitet er in einem gut bezahlten Job für ein Kinounternehmen in Hamburg. Sein Leben könnte normaler nicht sein, bis er eines Tages einen Bescheid vom Hamburger Sozialamt erhält: Er soll 697,69 Euro für die Pflegebeteiligung für einen gewissen Herrn Michael Petersen übernehmen, der in neununddreißig Jahren noch nie ein Wort mit ihm gewechselt hat. Simon selbst nennt ihn Erzeuger, das Sozialamt Vater.

 

Simon fährt persönlich zum Amt und legt Widerspruch ein und was er anfangs noch für einen Fehler in der Maschinerie des Staates hält, entpuppt sich für ihn als den Beginn einer Odyssee. Denn dort erfährt er nicht nur, dass sein Vater noch zwei weitere Kinder gezeugt hatte - einen Bruder und eine Schwester - sondern muss plötzlich seinen Vater, den er weder kennt, geschweige denn mag, schützen, denn seine Mutter versucht bereits das Problem mit der Zahlung auf eigene Faust zu klären.

 

Für Simon ändert sich daher mit dem Bescheid schlagartig sein ganzes Leben. Doch ist er dem auch gewachsen?

 

 

Fazit

 

Vatertage. Ein Vater, der nie etwas von seinem Sohn wissen wollte, dessen Leben durch eine Liebelei Ende der Sechziger entstand und eine Geschichte, die skurriler und doch auch authentischer nicht sein könnte. All das präsentiert uns Stephen Bartels in seinem eher satirischen Roman Vatertage.

 

Die Geschichte beginnt bereits damit, worum es eigentlich geht: den Zahlungsbescheid des Hamburger Sozialamts. Und ab diesem Moment stecken wir in der Geschichte von Simon. Wir lernen die Geschichte seiner Entstehung, wir lernen seine Familie kennen, seinen besten Freund und seine neue Familie, die er selbst noch gar nicht kannte. Und jeder weiter die Geschichte fortschreitet, dreht sich doch alles immer wieder nur um eine Person: seinen Vater. Ein obdachloser Mann, der nie Interesse an seinem Leben zeigte und nun im Koma in einem Pflegeheim liegt für einen Pflegebeitrag in Höhe von 697,69 Euro im Monat.

 

Bartels knüpft eine Geschichte, die sehr viel Satire zeigt, gespickt mit schwarzem Humor, aber letztlich auch ein bisschen ernst wirkt, denn urplötzlich wird aus dem verhassten Vater, den Simon anfangs nur lästig findet, ein Familienmitglied, für das er sich jetzt zuständig fühlt.

 

Alles in einem ist Vatertage ein sicherlich nicht ganz ernst gemeinter Roman, der jedoch auch die Ernsthaftigkeit der Thematik in den Vordergrund rücken soll, denn so wirklich ausgeschlossen ist die ganze Geschichte ja letztlich keineswegs. Immerhin leben wir in einem Land, in dem es für jede Regel eine Regel gibt, eine Vielzahl von Gesetzen und Verordnungen und wer weiß, vielleicht erschrecken Sie zukünftig auch, wenn sie einen Bescheid von einem Amt bekommen.

Wenn er vom Sozialamt ist, dann würde ich mich schon einmal vorsichtshalber setzen.

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abenteuer, aussteiger, erlebnisbericht, meer, mittelmeer, segelschiff, vorfahren

Die vergessenen Inseln

Thomas Käsbohrer
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Penguin, 10.04.2018
ISBN 9783328101789
Genre: Biografien

Rezension:

Der Autor

Thomas Käsbohrer arbeitete viele Jahre als Verleger in einem Buchverlag. Doch dieses Leben schenkte ihm nicht die Erfüllung, nach der er sich sehnte. Daher beschloss er, seinen normalen Beruf an den Nagel zu hängen und seinen Traum zu verwirklichen. Mit seinem Schiff Levje segelt er seither quer über das Mittelmeer. Seine Erfahrungen schreibt er unter anderem für die Zeitschrift YACHT und seinem eigenen Blog Mare Blu. Und wenn er mal nicht gerade mit seinem Boot unterwegs ist, lebt er südlich des Starnberger See.

 

Worum geht es?

Thomas Käsbohrer segelt mit seinem Schiff Levje regelmäßig über das Mittelmeer und entdeckt Inseln, die in Vergessenheit geraten sind, typische, bekannte Urlaubsinseln und Inseln, deren Namen im Laufe der Jahrhunderte mehrmals wechselten. Und wann immer er an einer Insel anlegt, nimmt er uns mit auf die Geschichten der Insel, zeigt uns Leute des Alltags, erzählt uns von seinen Erlebnissen fernab der Zivilisation auf dem offenen Meer und teilt uns sogar seine persönlichen Ängste mit.

 

 

Fazit

Als ich den Buchtitel Die vergessenen Inseln und die Informationen darüber las, war ich erst einmal sehr angetan. Ein Buch über Inseln, die man nicht kennt, die man vergessen hat oder die es womöglich eigentlich gar nicht mehr kartografisch gibt. Aber bereits zu Beginn hat man ein bisschen Schwierigkeiten in das Buch zu kommen, da erst einmal das nautische im Vordergrund steht. Man lernt das Schiff Levje kennen und irgendwie beginnt die Geschichte mit einer Insel.

Eine kleine Geschichte über die Insel, warum Thomas Käsbohrer dort anlegt, wie er hinkam und einige Anekdoten seiner Reise dorthin. Dann plötzlich ist man verwundert. Man springt in der Zeit. Plötzlich liest man geschichtliche Hintergründe über die Inseln. Wir beginnen weit vor Christi Geburt. Und das Springen nimmt kein Ende. Eine andere Insel. Eine andere Reiseanekdote. Ein anderer geschichtlicher Background. Das wirkt seltsam. Auch die Sprünge an sich. Wir springen von Sizilien nach Venedig, von Mallorca nach Kreta, um dann zwischenzeitlich auf einer der türkischen Inseln zu landen und kaum in deren Vergangenheit vertieft, finden wir uns erneut in Sizilien wieder. Das wirkt leicht verstörend. 

Aber warum? Weil wir falsch denken. Das wird einem aber erst ziemlich spät bewusst. Wir lesen keinen Reisereport eines Segeltörns „einmal rund um das Mittelmeer“, sondern wir lesen Geschichten, die über einen langen Zeitraum gesammelt wurden. Frühjahr, Sommer, Herbst und Winter, kaum eine Jahreszeit fehlt, in der Thomas Käsbohrer nicht einer dieser Inseln besucht hatte. Und die Sortierungen seiner Geschichten haben letztlich einen tiefgründigen Sinn. Denn er nimmt uns mit durch die Geschichte des Mittelmeers. Von den ersten Bevölkerungen, über Christis Geburt, entlang der ersten Kreuzzüge bis zur Neuzeit und deren Tragödien im Mittelmeer auf dem Zenit der Flüchtlingsbewegungen. Alle seinen Geschichten sind zeitlich geordnet und deshalb landen wir immer wieder auf den gleichen Inseln, nur in einer anderen Epoche.

Spätestens jetzt, wo dem Leser das klar geworden ist, teile ich dem Buch meine absolute Begeisterung. Denn die Geschichten sind authentisch, man bekommt eine Vielzahl von geschichtlichen Ereignissen, Hintergrundwissen, tiefgründige Zusammenhänge und letztlich ein gesammeltes Werk der wichtigsten Ereignisse im Mittelmeer und all das, aus der Sicht eines einzelnen kleinen Seglers namens Thomas Käsbohrer. Er fesselt den Leser an seine Geschichten, an die Inseln, er zeigt uns deren Seiten, die einem sicherlich verborgen geblieben wäre.

Daher ist Die vergessenen Inseln wirklich eine gelungene und überraschende Reisereportage eines mutigen Mannes, der die Chance und den Mut ergriffen hat, genau diese Reisen zu beginnen.

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Was ihr nicht seht

Nuala Ellwood , Elke Link
Flexibler Einband: 460 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.04.2018
ISBN 9783442205486
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Autor

Nuala Ellwood zog Mitte zwanzig nach London, eigentlich um dort ihre Musikkarriere zu starten. Sie begann jedoch mit dem Schreiben und schaffte es tatsächlich mit ihrem Debütroman Was ihr nicht seht in die Top-Ten der britischen Bestsellerlisten.

 

Worum geht es?

Kate ist Journalist und Kriegsreporterin und dadurch in den schlimmsten Krisengegenden der Welt unterwegs. Ihrer Heimat, dem kleinen südenglischen Küstenstädtchen Herne Bay, hat sie eigentlich längst den Rücken gekehrt und lebt in Soho. Als sie jedoch vom Tod ihrer Mutter erfährt, kehrt sie zurück und muss sich ihrer Vergangenheit stellen.

Der Vater, inzwischen ebenfalls tot, war einst ein übler Schläger, ihre Schwester Sally lebt aktueller in ihrer eigenen Welt und ist ganz dem Alkohol verfallen. Nur Paul, Kates Schwager, scheint bodenständig und geht einem geregelten Tagesablauf nach. Doch kaum ist Kate in das Haus ihrer Mutter gezogen, wird sie von Abträumen geplagt, hört Stimmen, und als sie eines Nachts nicht nur die Schreie eines Jungen, sondern dessen Gestalt selbst im Rosengarten ihrer Mutter entdeckt, glaubt sie gänzlich ihren Verstand zu verlieren.

Doch Kate versucht der Sache auf den Grund zu gehen, landet zwischenzeitlich bei einer Psychologin der Polizei und ahnt nicht, dass sie durch ihre Neugierde nicht nur ihre Schwester in Lebensgefahr bringt ...

 

Fazit

Nuala Ellwood, ein absoluter Autorenneuling, schaffte es doch tatsächlich mit ihrem ersten Thriller auf Anhieb in die Bestsellerlisten Großbritanniens. Doch wer den Buchtext selbst liest, findet erst einmal nicht eine Story, die gänzlich spannend und vollkommen neu wirkt, sondern eine Konstellation, die dem Klappentext anderer im Buchhandel vertretenen Thriller scheint. Und doch greift man zweifelsohne trotzdem zu diesem Buch. Warum? Vielleicht weil es spannend klingt, wenn eine Kriegsreporterin in ihre alte Heimat zurückkehrt und dort statt Familienidylle, einem Rätselhaften Jungen auf der Spur ist, dessen sie sich überhaupt nicht sicher sein kann, ob dieser nicht nur ihrer traumatisierten Fantasie entsprungen ist.

Und dann kommt sicherlich auch die Neugierde, weshalb ihre Schwester dadurch in Gefahr gerät. Sie merken also, dass sicherlich genau diese Kombination bei einem die Neugierde weckt.

 

Was ihr nicht seht ist meines Erachtens, ein bis zum Ende gut durchdachter und strukturierter Thriller, der ohne große Sprünge zwischen den Charakteren, fehlenden endlosen Zeitsprüngen und letztlich einer überschaubaren Anzahl an Personen die mitagieren, lesenswert, spannend und in seiner Geschichte und deren Ende, zwar sicherlich nicht gänzlich neu erfunden, aber doch mysteriös gestaltet.

 

Ellwood schafft es wirklich, den Leser zu fesseln und an dem gezeichneten Leben der Kate teilzuhaben. Daher auf jeden Fall ein Geheimtipp und lesenswert!

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König der Hobos

Fredy Gareis
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei MALIK, 03.04.2018
ISBN 9783890294827
Genre: Sachbücher

Rezension:

Der Autor

Fredy Gareis, geboren 1975, arbeitete lange Zeit als freier Journalist für DIE ZEIT, den Tagesspiegel und dem Deutschlandradio. In den Jahren von 2010 bis 2012 berichtete aus Israel und dem Nahen Osten. Für seine Reportage „Ein Picasso in Palästina“, dessen Reportage in der Zeitung DIE ZEIT erschien, wurde er mit dem Journalistenpreis des Deutschen Kulturrats ausgezeichnet.

Nun erscheint im Malik Verlag sein neues Buch „König der Hobos: Unterwegs mit den Vagabunden Amerikas“.

 

Inhalt

Hobos, abgeleitet von den Wörtern Hoe (englisch für Hacke) und boy (englisch für Junge), sind die Wanderarbeiter des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, bei uns auch unter dem Begriff Vagabunden bekannt sind. Diese am Rande der Gesellschaft lebende Schicht verweigert sich nicht nur dem System der Vereinigten Staaten von Amerika, sondern haben ein großes Laster: sie leben ohne Ortsbindung und ihr Leben besteht aus dem Reisen.

So galten Sie einst als ausgestorben, als die Eisenbahn durch immer schnellere Autos, ausgebaute Highways und vor allem nach Einzug des Innerkontinentalfluges, als abgelöst galt. Doch noch immer wird der Großteil des Güterverkehrs in den USA mit der Eisenbahn transportiert. Und genau das ist das Ziel der Hobos: Eine Reise durch Stadt und Land, als blinder Passagier auf einen der unzähligen Güterzüge.

Doch wer sind diese Leute, die es sich zur Lebensaufgabe gemacht haben, ohne großes Hab und Gut quer durchs Land zu reisen? Wo besteht der Sinn und was ist ihr Ziel? Genau dieser Frage möchte Fredy Gareis auf den Grund gehen und schloss sich daher diesen modernen Vagabunden an.

 

Fazit

Fredy Gareis reiste für dieses Buch über dreieinhalb Monate quer durch die Vereinigten Staaten von Amerika, er ließ seine Frau und Kind zurück, tauschte sein normales Leben gegen das Leben als Hobo. Dafür begibt er sich auf eine Reise fernab der bürgerlichen Gesellschaft, zwischen Duldung und Vertreibung, zwischen Respekt und Verachtung und vor allem mit der Angst vor Verletzungen, Tod und der allgegenwärtigen Flucht vor der Polizei.

Doch er merkt schnell, dass man nicht so einfach sein Leben tauschen kann, vor allem nicht, wenn man zudem noch als Journalist arbeitet. Anfangs stößt er daher erst einmal auf Ablehnung und sein Projekt scheint schon früh zu scheitern.

Doch dank seiner Offenheit, seinem Respekt und vor allem der Duldung dieser Gesellschaft, schaffte er es letztlich doch Zutritt zu erhalten, zu einer Welt, die er sich in dieser Art und Weise sicherlich nicht hat vorstellen können. Denn diese sind mehr als nur Landstreicher oder Obdachlose, es sind Aussteiger, Veteranen und Menschen, die in der normalen Gesellschaft nicht überlebensfähig wären. Und vor allem sind sie eine funktionierende Zivilisation mit einer eigenen Sprache, einen in der heutigen Gesellschaft kaum vorstellbaren Zusammenhalt und einem überlebenswichtigen Handbuch, mit dessen Hilfe das Reisen auf den Güterzügen undenkbare wäre.

Was es mit dem Handbuch auf sich hat, warum die Leute dieses Risiko des Reisens auf sich nehmen, warum sie öfter in Gefängnissen landen, als man sich vorstellen kann und was hinter der Geschichte steckt, all das fasst uns Fredy Gareis in diesem Buch zusammen. Seine persönlichen Erlebnisse und Gefühle kommen keineswegs zu kurz.
„König der Hobos: Unterwegs mit den Vagabunden Amerikas“ ist eine großartige Insider-Reportage, es ist spannend, lesenswert und authentisch, vermittelt viele geschichtliche Hintergründe zum Land der unbegrenzten Möglichkeiten, die sicherlich keinem von uns bisher bewusst war und ist vor allem eine große Hommage eine Gesellschaft, die große Schicksalsschläge erdulden muss, Rezessionen überlebt hat und erst dann aussterben wird, wenn die letzte Eisenbahntrasse stillgelegt wurde.

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Das Zeiträtsel: Roman (Reise durch die Zeit 1)

Madeleine L'Engle
E-Buch Text: 225 Seiten
Erschienen bei Piper ebooks, 01.03.2018
ISBN 9783492990820
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Die Autorin

Madeleine L’Engle, geboren in New York, war bis zu Ihrem Tod im Jahr 2017 eine der erfolgreichsten Kinderbuchautorinnen auf der Welt. Ihr magisches Abenteuer „Das Zeiträtsel“ erschien erstmals 1962 – damals noch unter dem Titel „Die Zeitfalte“ – und wurde weltweit bereits millionenfach verkauft. 

 

Inhalt

„Die Nacht, als alles begann, war dunkel und stürmisch…“ So beginnt die Geschichte der dreizehnjährigen Meg. Sie ist zwar ein Mathegenie, jedoch kann sie ihr Wissen im Alltag, vor allem aber in der Schule, nicht zu ihrem Vorteil nutzen. Sie gilt als eine rebellische Schülerin, die immer auf Konfrontation zu ihren Lehrern geht. Doch Meg muss immerhin auch einen schweren Schicksalsschlag verkraften, denn vor einigen Jahren verschwand ihr Vater, ein renommierter Wissenschaftler, spurlos. Seit dem lebt sie mit ihrer Mutter und ihren drei Geschwistern allein.

Doch schlagartig ändert sich ihr Dasein, als sie und ihr Bruder Charlie, Besuch von einer alten, merkwürdigen Dame bekommen und erfahren, dass ihr Vater seit Jahren auf dem weit entfernten Planeten Camazotz von einem ES gefangen gehalten wird. Und noch schlimmer: ES bedroht die Erde.

Nur Meg und ihr Bruder können diesen unvorstellbaren Kampf annehmen und es beginnt ein Wettlauf durch Raum und Zeit …

 

 

Fazit

Anlässlich der Verfilmung in diesem Jahr durch die Walt Disney Pictures bringt der Piper Verlag das Buch nun in einer Neuauflage auf den Markt. Eingeordnet wird das Buch in den Bereich Fantasy für junge Mädchen ab 10 Jahren, jedoch sicherlich auch etwas für den einen oder anderen Jungen im gleichen Altersbereich.

Doch was macht dieses Buch so erfolgreich bis in die heutige Zeit? Was bewegt Walt Disney Picture dazu, ein Buch das vor mehr als 30 Jahren erschien, jetzt als Vorlage für einen Kinofilm zu nehmen? Wer das Buch gelesen hat, findet vielleicht eine Antwort darauf, denn um das fantastische Abenteuer realgetreu an der Romanvorlage zu verfilmen, bedarf es doch einer unvorstellbaren Palette an Spezialeffekten.

Spätestens kurz nach der Einleitungsphase in die Geschichte nimmt diese rasant Fahrt auf und schnell finden wir uns gefangen zwischen den Planeten der Galaxien, springen durch Raum und Zeit und erleben nicht nur die Geschichte der beiden Geschwister Meg und Charles, sondern vielmehr auch die der drei seltsamen Damen, denen sie letztlich ihr Abenteuer verdanken.

Ob es Ihnen letztlich gelingt ihren Vater zu befreien, ES zu besiegen und die unsere Welt zu retten, erfahren Sie, wenn Sie eintauchen in die Zeitfalte und sich zusammen mit Meg in das Abenteuer stürzen.

Das Zeiträtsel ist ein spannendes, zeitloses und einfach zu lesendes Buch für alle Altersgruppen, das auch nach über 30 Jahren nichts von seiner fantastischen Überzeugung und Geschichte eingebüßt hat.

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Als Luca verschwand

Petra Hammesfahr
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Diana, 12.03.2018
ISBN 9783453292093
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Autorin

Petra Hammesfahr schaffte ihren großen Durchbruch mit dem Roman „Der stille Herr Genardy“. Seitdem stehen ihre Romane regelmäßig auf den Bestsellerlisten und wurden mit Preisen ausgezeichnet. Ihr Roman „Die Sünderin“ schaffte es sogar zu einer erfolgreichen Serienverfilmung unter dem Titel „The Sinner“ mit Jessica Biel in der Hauptrolle.

 

 

Worum geht es?

Die junge Mutter Mel ist mit ihren zwei Söhnen unterwegs und lässt sich in einem Drogeriemarkt von der Vielzahl der Lippenstifte ablenken, sodass sie nicht merkt, wie ihr kleinster Sohn Lucas aus dem Kinderwagen vor dem Markt entführt wird. Schnell stellt sich einem die Frage, warum Mel ausgerechnet an einen kalten Januartag den Kinderwagen mitsamt dem Baby vor dem Drogeriemarkt geparkt hatte. Als Kommissar Klinkhammer - ein Bekannter der Familie - inoffiziell bei den Ermittlungen hilft, steht er schnell einer Vielzahl von Verdächtigen gegenüber.

 

Hat etwa die merkwürdige Frau, die ihrem anderen Sohn einen Lolli geschenkt hatte und zwei in den Kinderwagen gelegt hatte, etwas damit zu tun? Und welche Rolle spielt der unhöfliche Mann, der kurz, nachdem er einen seltsamen Anruf erhielt, aus dem Laden geflüchtet war? Je weiter der Kommissar ermittelt desto weniger Antworten erhält er - schlimmer noch, er muss auch infrage stellen, ob Mel ihren Sohn überhaupt bei ihrem Shoppingtrip dabei hatte. Schließlich findet sich kein Zeuge, der den Jungen im Kinderwagen gesehen hatte. Und mit jeder Stunde die verrinnt, steigt auch die Gefahr, dass Luca die Entführung nicht überleben könnte.

 

Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt ...


 

Fazit

Als Luca verschwand, der Buchtitel alleine verrät dem Leser bereits, worum es im Kern der Geschichte geht. Ein Junge - Luca - verschwindet aus dem Kinderwagen, während die Mutter in dem Drogeriemarkt einen Lippenstift auswählt. Genauso so beginnt eine Jagd nach Luca und wichtiger, die Jagd nach dem Täter. Denn Petra Hammesfahr möchte von Anfang an den Leser an dem Entführungsfall teilnehmen lassen, deshalb beginnt der Roman auch nicht mit einer langen Einleitung, sondern beginnt mitten in der Geschichte. Luca ist verschwunden. Entführt. Das ist von Anfang an sofort klar.

 

Aber ist dem auch wirklich so? Würde eine Mutter ihren kleinen Sohn alleine im Kinderwagen, und dann noch dazu an einem kalten Januartag, vor einem Drogeriemarkt abstellen, in einer belebten Einkaufsstraße? Schnell kommen da auch dem Leser die ersten Zweifel. Als der Kommissar, der aufgrund der Nähe zur Familie nicht offiziell ermitteln darf, versucht die Umstände der Entführung zu lösen, gerät der Leser plötzlich in den tiefen Familiensumpf um die Hauptdarstellerin Mel.

Die Schwiegermutter, eine reiche Schriftstellerin, die für ihren Sohn eigentlich eine andere Frau vorgesehen hatte, eine zerrüttelte Ehe und eine immer wiederkehrende Frage: War Luca wirklich in den Kinderwagen.

 

Petra Hammesfahr schnürt hier einen Roman, der viele Charaktere zeigt, Protagonisten, die viele Schicksalsschläge hatten und plötzlich eine wichtige Rolle in dem Puzzle zu spielen scheinen, eine Handlung, die sich hauptsächlich zwar um die Entführung Luca’s dreht, jedoch eigentlich immer wieder davon abschweift. Denn letztlich wird nicht nur die Frage geklärt werden, ob den Luca überhaupt entführt wurde, sondern vielmehr, wo dieser steckt.

Es beginnt für den Leser ein Auf und Ab, ein Hin und Her, eine Story, die durchgestrickt ist von der ersten bis zur letzten Seite und letztlich den Leser mitnimmt, sich genau auf diese Suche zu begeben. Auf die Suche nach Luca.

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erziehung, familie, familienlandschaft, gesellschaft, kinder, kösel verlag, ratgeber

Die Tyrannenlüge

Julia Dibbern
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Kösel, 05.03.2018
ISBN 9783466310920
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die Autorin

Julia Dibbern ist Fachjournalistin für Nachhaltigkeit und Familie, sowie Autorin einiger erfolgreicher Familienratgeber. Sie lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Hamburg.
 

Worum geht es?

Mit ihrem aktuellen Buch "Die Tyrannenlüge - Warum unsere Kinder genau das sind, was die Welt von morgen braucht" geht sie auf Konfrontation mit den aktuellen Meinungen, unsere Jugend wäre verzogen, unsozial und früher wäre doch alles besser gewesen. Aber ist dem auch wirklich so? Müssen unserer Kinder in der Gesellschaft einfach funktionieren und durch Strenge dahin gedrillt werden? Brauchen wir eine Generation der Ja-Sager?
Julia Dibbern versucht genau mit diesen Vorurteilen aufzuräumen. Und sie geht sogar noch weiter: Unsere Kinder sind keine Tyrannen oder Rotzlöffel, es sind genau diese Kinder, die die Welt von morgen benötigt ...


 
Fazit

Es gibt sicherlich einige Ratgeber und Sachbücher rund um das Thema Baby und Kinder auf dem Markt. Wer sich oft in Buchhandlungen aufhält, weiß sicherlich wovon ich rede. Und viele Eltern lesen diese Bücher und merken schnell, dass sie die Situation kennen, ja also genau genommen könnten sie selbst auch eines dieser Bücher verfasst haben. Und tatsächlich findet man sich selbst scheinbar in dem ein oder anderen Ratgeber persönlich wieder.

Aber hinterfragen wir doch mal die ganze Thematik "Kindererziehung nachlesen" einmal kritisch.

Benötigen wir diese Bücher überhaupt? Benötigen wir ein Buch wie "Die Tyrannenlüge ...", ein Buch mit dem die Autorin Julia Dibbern versucht mit Vorurteilen aufzuräumen?

Meine Meinung dazu ist zweigeteilt und ich habe zweifelsohne bereits einige andere Bücher in diesem Bereich gelesen, die sicherlich hilfreich waren und versuchen einen Leitfaden zu geben, die Unterstützung anbieten und einen auch mal eine andere Sichtweise vermitteln. Meine Antwort dazu ist ein Jein. Nachlesen ist in Ordnung, eine Anleitung wie für den Aufbau eines Schranks, nur für ein Kind, gibt es (leider oder zum Glück - das ist Ihre Entscheidung!) nicht.


Doch nun zum Buch.

Ich muss sagen, ich hatte einige Schwierigkeiten mich in das Buch hineinzulesen, da der Titel "Die Tyrannenlüge ..." zwar allgegenwärtig war, ich aber lange nicht an die eigentliche Diskussion herankam, wo genau dieses Thema erläutert wurde. Eher war es eine zähe Einleitungsphase, die einem zwar mit viel Hintergrundwissen - ohne zu weit in die Tiefe zu gehen - langsam an diese Thematik herantaste. Wer also die Einleitungen schafft und dabei bleibt, der kann sich dann endlich in die Diskussion stürzen und ein alles in einem doch recht flüssig geschriebenes Sachbuch finden.


Was Julia Dibbern schildert, sind persönliche Fälle, von Freunden und Bekannten, wissenschaftliche Studien, befragt Schüler und Lehrer, alles mit einem Ziel: Endlich letzten Endes mit einem großen Vorurteil aufzuräumen: Sind unsere Kinder schlimmer als früher? Tyrannen oder gar unsozial? Sicherlich nicht.

Warum? Nun, das müssen sie natürlich selbst lesen und entscheiden.


Ich kann das Buch zwar als kleine Lektüre empfehlen, hätte mir aber ein bisschen mehr "Lockerheit" gewünscht. Das Thema wird doch ziemlich fad und zäh erzählt, um letzten Endes das Rätsel der "Tyrannenlüge" zu entschlüsseln. Wer sich jedoch in die Thematik vertiefen möchte, so viel sei fairerweise noch gesagt, den erwartet eine Vielzahl von Links am Ende des Buches.

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21 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Montana

Joshua Smith Henderson , Walter Ahlers , Sabine Roth
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei btb, 12.02.2018
ISBN 9783442715947
Genre: Romane

Rezension:

Der Autor

Joshua Smith Henderson war Sozialarbeiter, Gefängniswärter, arbeitete in einer Werbeagentur und arbeitet mittlerweile ausschließlich als Schriftsteller. Er selbst wurde in Montana geboren und wuchs dort auf. Als Schriftsteller erhielt er mehrere Preise für seine Kurzgeschichten, bevor er mit dem Buch Montana erstmals einen Roman schrieb, der in den Feuilletons eine Welle der Begeisterung auslöste und letztlich in zahlreichen Zeitschriften als „Book of the Year“ ausgezeichnet wurde.

 

 

 

Worum geht es?

Montana. Einer von vielen Bundesstaaten der Vereinigten Staaten. Abgeschiedene Täler und undurchdringliche Bergwälder prägen die Landschaften. Und in genau dieser Gegend ist der Sozialarbeiter Pete Snow unterwegs, um den Kindern zu helfen, die von ihren Familien vernachlässigt werden. Denn die ganze Gesellschaft der 80er Jahre in Montana ist geprägt von Kindesmissbrauch, Drogen und Alkohol. Für Pete der Alltag.

Bis er eines Tages in der Stadt auf Benjamin Pearl trifft, der mit seinem Vater Jeremiah und seiner Familie in den Wäldern lebt. Jeremiah hat der Gesellschaft und dem Staat den Rücken gekehrt und lebt als Anarchist und Weltverschwörer abgeschieden von der Außenwelt und wappnet sich gegen die Endzeit.

Doch über Benjamin erhält Pete Zugang und lernt die Welt der Familie Pearls kennen und spüren. Denn je mehr er sich in die sozialen Fälle der Leute Montanas hineinsteigert, desto weniger merkt er, dass er selbst in den Strudel gezogen wird.

Als dann noch seine Tochter spurlos verschwindet, findet Pete kaum mehr Zugang zu seinem eigenen Leben ...

 

 

 

Fazit

Montana erschien als deutsche Erstausgabe bereits im Jahr 2016 und konnte auch unter den deutschen Kritikern vollends überzeugen. Nun erschien das Buch erstmals auch in einer Taschenbuchausgabe.

Doch auch wenn die deutsche, genormte Gesellschaft in Deutschland sich das Leben in Montana in den Achtzigerjahren sicherlich überhaupt nicht vorstellen kann, so schafft es Joshua Smith Henderson mit Montana, einem genau dieses gesellschaftliche Leben und Denken der Leute näher zu bringen.

 

Die Gesellschaft ist vom Staat im Stich gelassen, vernachlässigt und Suchtabhängigkeit findet sich bis in die höchsten Kreise der Stadt. All dies prägt den Leser von der ersten Sekunde an und dadurch findet man sich auch gleich sofort in dieser Welt wieder: der Welt von Pete Snow.

Und Henderson lässt uns in diese Welt hineintauchen. Denn dank Pete lernen wir Debbie und Cecil kennen, Tochter und Sohn, die kurz davor stehen sich gegenseitig totzuprügeln, zeigt uns die Geschichte von Jeremiah und seinem Sohn Benjamin, die sich abgewandt haben und auf die Endzeit warten und wir lernen auch Pete Snow selbst kennen, der anderen hilft, dessen eigene Ehe aber in die Brüche ging, während seine Tochter ihm erst entzogen wurde und dann plötzlich aus der Obhut der Mutter verschwindet.

 

Joshua Smith Henderson schaffte es den Leser von der ersten Sekunde an zu fesseln, in einer schier unmöglich erscheinenden Welt, dessen Charaktere authentischer nicht seinen können. Montana ist ein Buch, dass mit der Gesellschaft in den USA aufrütteln möchte, wenngleich das Buch in der Zeit der Achtzigerjahre spielt. Und auch wenn die Geschichte anfangs scheinbar keinerlei überraschenden Wendungen enthält, so wird der Leser zum Ende hin doch überrascht. Da am Ende das Buch dann doch keinen Abschluss erhält - so viel sei, ohne Spoilergefahr zu erwähnen - macht die Geschichte Montanas rund um den Sozialarbeiter Pete Snow authentischer.

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Ich bin der Hass

Ethan Cross
Flexibler Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 23.02.2018
ISBN 9783404176304
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Autor

Ethan Cross, das Pseudonym eines amerikanischen Thrillerautors, lebt mit seiner Frau, seinen drei Kindern und zwei Shih Tzus in Illinois. Mit seiner Shepherd-Reihe um den berüchtigten Serienmörder Francis Ackermann junior schaffte er seinen internationalen Durchbruch.

Mit „Ich bin der Hass...“ bringt er nun den bereits 5. Band der Reihe in den Buchhandel.

 

Worum geht es?

Die Brüder Marcus Williams, Special Agent einer geheimen Organisation der Vereinigten Staaten und sein Bruder, Francis Ackerman jr. seines Zeichens berüchtigter Serienmörder und ebenfalls - gezwungenermaßen - Mitglied der Organisation, sind auf der Spur eines kaltblütigen Killers namens Gladiator, der an der Westküste in San Francisco, einem mächtigen Verbrechersyndikat angehört.

Was die beiden Brüder nicht wissen, ist, dass der Gladiator nicht nur als Auftragskiller arbeitet, sondern einen ganz anderen Plan verfolgt: Als moderner Dschingis Khan will er der Menschheit ewig in Erinnerung bleiben und seine eigene Gesellschaft aufbauen.

Damit er dieses Ziel jedoch erreichen kann, muss er in seiner Kampfarena seinem größten bisherigen Gegner gegenüberstehen und bezwingen: Francis Ackerman jr. Ein Kampf auf Leben und Tod beginnt ...

 


Fazit

Mit Ich bin der Hass veröffentlicht Ethan Cross den bisher fünften Roman seiner Shepherd-Reihe und knüpft damit an den Vorgänger Ich bin der Zorn nahtlos an. Und hier ist bereits mein erster Hinweis: All diejenigen, die die Vorgängerromane nicht gelesen haben, werden zwar der Story um den Gladiator folgen können, jedoch nicht die ganze Geschichte verstehen. Zu viele Querverweise zu den vorherigen Bänden und ein roter Faden, der im ersten Band begann und auch jetzt, ohne Spoilergefahr gesagt, nicht endet, werden es dem Leser schwer machen, gänzlich der Geschichte folgen zu können.

 

Aber jetzt zu denen, die bereits die vorherigen Bände gelesen haben und gespannt sind, was man von der Fortsetzung erwarten kann.

Die Geschichte beginnt fast genau dort, wo sie im Band zuvor endete. Francis Ackerman jr. darf auch weiterhin bei der Shepherd Organisation, unter Aufsicht versteht sich, mitwirken und versucht zusammen mit seinem Bruder die Spur des Gladiators aufzunehmen.

Die Geschichte um den Gladiator ist gut aufgebaut, spannend und verständlich, sofern, anfangs bereits erwähnt, die Vorkenntnisse über die Charaktere, bekannt sind. Gespickt mit viel schwarzem Humor, vor allem des mittlerweile vom Nebenprotagonisten zur Hauptperson aufgestiegenen Francis Ackerman jr., lockern die Story zusätzlich auf und sorgen stellenweise für ein Schmunzeln, das man bei einem Thriller und der damit dazugehörigen Gewaltszenen, sicherlich nicht erwartet hätte.

 

Aber genau das finde ich an der Shepherd-Reihe gelungen und so gefällt mir auch der fünfte Band, vor allem, da Ethan Cross den Bösewicht Gladiator zwar ab den ersten Seiten mit integriert, seine wahre Identität aber lange geheim hält und dann mit vielen Wendungen, letzten Endes das Puzzle fast vollständig zusammensetzt.

 

Man darf sich daher bereits jetzt auf eine weitere Fortsetzung freuen!

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