Seefahrer

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Kabir

Hans Montag
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei SWB Media Publishing, 20.10.2016
ISBN 9783946686088
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nachdem Fahima im ersten Band der Trilogie aus Afghanistan geflüchtet war und bei einer Pflegefamilie in Freising unterkam, zieht nun ihre Familie nach.
Sie wundern sich über den Reichtum, die Mentalität der Menschen, knappe Bekleidung und selbstbewusstes Auftreten der Frauen.
Fahima muss ihre Pflegefamilie verlassen und zu ihrer Familie in die beengten Verhältnisse einer Flüchtlingsunterkunft in Freising.
Traditionelle Werte sollen den Zusammenhalt der Familie gewährleisten, können es aber nicht. Fahima hat einen Freund den sie regelmäßig trifft, einen Freundeskreis, hat den westlichen Lebensstil übernommen, Ausgehverbote weiß sie geschickt zu umgehen. Ihr Onkel Ali, der mittlerweile ihr Stiefvater ist und in Afghanistan für die Bundeswehr gearbeitet hat, trifft sich heimlich mit seinem Liebhaber. Die Doppelrolle als Familienoberhaupt, Ehemann und Homosexueller belastet ihn zunehmend.

Fahimas kleiner Bruder Kabir integriert sich zunächst gut, findet neue Freunde, lernt die Sprache. Doch ein Übergriff Rechtsgewandter, gefolgt von einer gegen ihn gerichteten Pressekampagne, bringt sein Leben gründlich durcheinander. Halt findet er bei Emre, der ihn für den IS anwerben möchte.

War „Fatma“ noch eine eher nette Familiengeschichte, macht Montag in „Kabir“ das, was ich schon bei „Wider deinem Nächsten“ an ihm schätze: er stellt die Verhältnisse auf eine schiefe Ebene, auf der sich alles überschlägt. Das dramatische Ende, das ich nicht vorwegnehmen möchte, kommt unausweichlich und macht neugierig auf die Fortsetzung.

Mein Fazit: ein gut geschriebenes und leicht lesbares Buch, mit viel Spannung, Hintergrund und guter Unterhaltung.
Für meinen Geschmack umarmen sich die Protagonisten zu oft, Rechtschreibfehler bleiben im erträglichen Maß.
Von mir gibts volle Punktzahl für ein gewagtes und gelungenes Werk.

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alexander kühne, düsterbusc, heyne hardcore

Düsterbusch City Lights

Alexander Kühne , Ulla Mothes
Flexibler Einband
Erschienen bei Heyne, 29.02.2016
ISBN 9783453270183
Genre: Romane

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romance, mut, krimi, freundschaft, mord

13 Tage, und keinen mehr

Robert Königshausen
Flexibler Einband: 134 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 14.02.2016
ISBN 9781530044368
Genre: Sonstiges

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Tags: liebe, krimi   (1)
 

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Leise Gedanken

Dirk Juschkat
Flexibler Einband: 102 Seiten
Erschienen bei cenarius, 09.11.2012
ISBN 9783940680525
Genre: Gedichte und Drama

Rezension:

Trittsicher und kurzweilig lenkt Juschkat den Blick abseits der breiten Wege, rückt Aspekte in den Mittelpunkt, an denen man sonst vorbei gehastet wäre. Doch es lohnt sich innezuhalten, und mit ihm zu schmunzeln, leiden, staunen oder amüsiert zu beobachten. Seine Sprache ist „einfach“ und verständlich, aber nicht banal. Nichts Verschwurbeltes oder Überladenes - wer etwas zu sagen hat, kann das auch leiser tun.
Es sind „nur“ kleine Momente, aber sie sind es, die den Blick schärfen und den Weg ebnen - wie das Cover es verspricht.
Ich nehme das Büchlein immer wieder gerne zur Hand.

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Der Stimmer

Mechtilde Lichnowsky , Brian Keith Smith
Fester Einband
Erschienen bei Edwin Mellen Pr, 01.01.2000
ISBN 9780773478596
Genre: Sonstiges

Rezension:

Mechtild Lichnowsky „Der Stimmer“

Durch eine Radiosendung wurde ich neugierig und besorgte mir „Der Stimmer“ im Antiquariat, original von 1917.
Und ja: Man kann es lesen.

Oktoberluft zieht durch die Kirche mit dem Polster in der Tür, in der die Orgel eingestimmt wird, und zieht den Klavierstimmer Raymund Egger in sein Lieblingshaus, dem er von aussen ganz tolle Eigenschaften andichtet.
In den folgenden drei Stunden, während er in einer Wohnung das Klavier stimmt, erfährt man ganz viel aus seinem Leben und seiner Gedankenwelt. Außerdem kommen und gehen die Bewohner, wollen ihm Dinge erzählen - er käme gar nicht mehr zum arbeiten vor lauter zuhören... Er spielt frei (möchte ein ebenso geachteter Musiker werden wie sein großer Bruder), erfindet Melodien und bewegt damit das ganze Haus. Sein Spiel ist Leben, nicht diszipliniertes Abspielen von Noten, das im Hause vorherrscht, und bringt die Gefühlslage der Bewohner in Rotation. „Nicht aufhören!“ heißt es deshalb immer. In diesem Gefühlskarrussell erfährt er auch, dass die Angebetete, Tochter des Hauses, ihn herbestellt hat, um seinem Bruder näher kommen zu können.
So schön das Haus von aussen wirkte, innen tun sich familiäre und menschliche Abgründe auf.
Nachdem das Klavier gestimmt ist, sind alle wieder mit sich beschäftigt. Ihm bleibt nur die Treppe. Und der Oktoberwind, der ihn herbrachte, schließt die Tür hinter ihm, bringt ihn (durch den gepolsterteten Türspalt) zurück in die Kirche - und den Tönen der (gestimmten) Orgel.

Das war wieder mehr eine Zusammenfassung.
Denn leider ist das Buch nur über Antiquariat erhältlich. Aber die Idee, falsche Moralvorstellungen durch drei Stunden Klavierstimmen auszuhebeln, so ganz ohne Action, war mir die Lektüre wert.  

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Begräbnis auf dem Mond: und andere abgründige Begebenheiten

Harry Michael Liedtke
E-Buch Text: 124 Seiten
Erschienen bei Edition Paashaas Verlag, 06.02.2013
ISBN B00BC6SN32
Genre: Sonstiges

Rezension:

Wohl kaum ein Leser, der Figuren in Erzählungen nicht zum Selbstabgleich nutzt. Der stottert wie ich, der wird vom Pech verfolgt, die sucht sich immer die falschen Männer, und doch schaffen sie es bis zum Schluss ... so oder ähnlich wollen wir es lesen.

Doch was, wenn die Figuren so viel mit den Lesern gemein haben, mit all seinen Unzulänglichkeiten, dass man sich selbst fragt, wie man in der jeweiligen Geschichte handeln würde. Schmunzeln ist garantiert. Und das Tröstliche: so weit wie die Figuren würden wir nie gehen! Höchstens in Gedanken - und da holen sie einen ein, die Geschichten von Harry M. Liedtke.
Wer den Autor live erleben durfte weiß, dass es immer angenehm menschelt und vor Selbstironie sprüht. Und seien wir ehrlich: Genau das wollen wir doch hören.
Wer jetzt vor Scham versinkt und sich lieber gleich auf dem Mond begraben lassen möchte - sorry, auch diese Idee kam hier schon vor. Als Wermutstropfen bleibt lediglich der Wunsch nach mehr davon.

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Des armen Mannes Ehre

Heðin Brú
Fester Einband: 223 Seiten
Erschienen bei Flamberg Verl., 01.01.1966
ISBN B0000BQ98O
Genre: Sonstiges

Rezension:

Alte und neue Welt kollidieren. An Generationenkonflikten enstpannen sich die größten Dramen und Epen der Literaturgeschichte (Nibelungenlied, ...). Oder auch kleine Erzählungen, wie diese hier.

Ein alter Fischer auf den Färöer-Inseln lässt sich dazu hinreißen, beim Fest der traditionellen Waljagd „Grindadráp„ ein großes Stück Walfleisch zu kaufen, obwohl es sein Budget übersteigt.
Für uns mag dieses „Abschlachten“ der Wale im Sund undenkbar sein. Für Ketil, den alten Fischer, ist es die Tatsache diesen Kauf getätigt zu haben, obwohl es seine Finanzen nicht zulassen. Da die Rechnung erst in ein paar Monaten kommt, bleibt ihm Zeit das Geld aufzutreiben. Denn Schulden machen, das ist gegen die Ehre des armen Fischers.

Zugegeben, für uns im Hier und Heute klingt das nicht spannend. Doch wegen der Handlung liest man dieses Buch nicht.
Man liest es, weil man dem Zeitgeist der 1960er und dem Milieu nachspüren will. So erwarten einen liebevoll gezeichnete, schrullige Charaktere und jede Menge Lokalkolorit, das nicht bemüht wirkt.
Mittelpunkt von Ketil‘s Haus ist die Rauchküche, über der auf Balken Hühner herumlaufen, ab und an etwas fallen lassen. Das Grasdach kann bei Sturm wegfliegen, man muss sich darauf legen und die Schäden mit neuem Stroh decken. Seine Frau hatte 40 Jahre lang dieses Haus nicht verlassen. Walfleisch ist Delikatesse, man kaut auf derben Stücken.

Doch bereits die Jungen leben in einer anderen Welt. Die Häuser haben Metalldächer, die Fischerboote Motoren, man geht einkaufen und gönnt sich etwas, zur Not auf Kredit. Walfleisch wird zerkleinert, oder gar gebraten.

Vor diesem Hintergrund laufen viele menschliche Konflikte. Verwandte reden nicht miteinander, untätige Alte jammern, Töchter wollen besser sein als ihre Mütter, der Tagedieb kommt immer durch. Am Ende helfen sie sich und teilen alles - und sei es nur, weil die Tradition es so will.

Die Alten arbeiten und sparen, stehen früh auf, benutzen alles bis zum Gehtnichtmehr. Sie verstehen die Jungen nicht, die auf Kredit kaufen, ihr Essen beim Krämer kaufen, morgens ausschlafen (also länger als bis 4 Uhr), faul mit Motorbooten fahren und sich fein benehmen.
Die Jungen verstehen die Alten nicht, die nur arbeiten und sparen, ohne zu wissen wozu, anstatt sich Zeit zum Leben zu nehmen.

Als Höhepunkt dient die Beerdigung seines Nachbarn. Die Alten kommen ins Dorf (nach 40 Jahren), sehen all die neuen Häuser, größer und schöner. Finanziert von systematischem Fischfang mit Motorbooten (damals die Industrialisierung der Färöer). Der Ortsvorsteher veruntreute einst Steuergelder, wurde danach als Kämmerer gewählt, weil er immerhin eine zeitlang in Dänemark lebte und vornehm reden kann. Ketils 24-jähriger, etwas minderbemittelter Sohn, bleibt zuhause - wo er mit der Tochter des Tagediebs im Bett erwischt wurde. Für Ketil, den alten Fischer, bricht eine Welt zusammen.
Aber genau darauf zielte dieses Buch ab.

Für uns ist dieser Höhepunkt nicht mehr sonderlich dramatisch. Ein nettes Zeitzeugnis des Lebens auf den Färöer-Inseln der 1960er ist es allemal. Und die menschlichen Konflikte sind ohnehin immer die gleichen. Nur kommen sie hier ganz unaufgeregt daher - was dieses Buch auf jeden Fall zu einer kurzweiligen und gelungenen Unterhaltung macht.

Das war jetzt mehr eine Zusammenfassung als eine Rezension. Nachdem das Buch im Deutschen aber nur über Antiquariate zu finden ist, kann ich ruhig Handlung vorwegnehmen - man sehe es mir nach.

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leipzig, ddr, gewalt, alkohol, wende

Als wir träumten

Clemens Meyer
Fester Einband: 517 Seiten
Erschienen bei Fischer, S, 01.02.2007
ISBN 9783100486004
Genre: Romane

Rezension:

Nein, es geht nicht um Traumdeutung, ist auch kein verklärter Rückblick. Leipzig, Wendezeit, Heranwachsende; Kleinkriminalität, Tekkno-Parties in einer alten Fabrik, Schlägereien. Man muss dieses Mileau nicht mögen, aber es erleichtert die Sache.

Es beginnt mit einem Rückblick auf die Schulzeit in der DDR. Dann folgen zahlreiche zeitliche Sprünge vor und zurück.
Doch jedes Kapitel -und das ist wirklich der Clou- erzählt eine in sich geschlossene Kurzgeschichte, einen Aspekt aus dieser Zeit. Man kann sie alleine lesen und stehen lassen. Doch alle diese Geschichten zusammen entwerfen ein großes, natürlich subjektives, Bild dieser Zeit. Werfen Fragen auf, lösen sie später. „Warum bist du nur so?“, die Frage der Mutter, ist roter Faden. Das „Warum“ wird aber nicht gelöst, nur gründlich beleuchtet.

Ob Abende im Keller einer dunklen, zerfallenden Wohngegend; ob nachmittags im Stadion, Spritztouren mit geknackten Autos, Ladendiebstahl ohne besonderen Grund, Selbstmitleid am Tresen - Meyer schildert gekonnt die jeweilige Stimmung. So auch die Resignation des Vaters ob der vielen Änderungen, was die Jungs natürlich noch nicht verstehen.

Plötzlich sind über 400 Seiten vorüber, lassen einen staunend zurück, in einem Kaleidoskop dieser Zeit und der Gefühlswelt junger Männer. Die Bilder hallen noch lange nach.
Allein die Erzählweise, geschlossene Geschichten zu einem Netz zu knüpfen, Antworten zu liefern, auf Fragen die erst später gestellt werden, ohne die drängendsten Fragen freilich zu lösen - eben wie im richtigen Leben - in den Raum zu stellen und umfassend zu beleuchten, allein diese aufwändige und genial gelöste Erzählweise, macht es zu meinem absoluten Lieblingsbuch.

Dass mir Leipzig gefällt und diese Zeit bis heute nachwirkt - dafür kann Clemens Meyer nichts.

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norwegen, erzählungen, krimi

Tod am Fjord

Ingvar Ambjörnsen , Karin Fossum
Flexibler Einband: 281 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.06.2005
ISBN 9783492244206
Genre: Krimi und Thriller

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vampire, gedichte, kurzgeschichten, schmerz, unheimlich

Frühling, Sommer, Herbst und Blut

B. A. Moon
Flexibler Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 06.10.2009
ISBN 9783839105498
Genre: Sonstiges

Rezension:

Dass Vampire untot sind und das Genre nicht abgenutzt, beweist dieser Band eindrucksvoll. Unvermittelt erscheinen sie in der heutigen Welt, um frisches Blut zu jagen.

Die Kurzgeschichten bieten unheimlich kurzweilige Unterhaltung, lassen mitfiebern und schmunzeln ob der unerwarteten und pfiffigen Wendungen. Mit immer neuen Ideen und Plots treiben sie den Lesespaß voran. Trotz einer dichten Sprache bleiben sie allzeit gut verständlich.
Selbst wer sich von Gentlemen alten Stils oder Frauenverstehern verführen lassen möchte, wird dem Charme und Einfallsreichtum dieser Wesen nur schwer widerstehen können.

Die Lyrikblöcke dazwischen vermitteln düster-romantische Atmosphäre und bieten Gelegenheit zum innehalten und verschnaufen.

Selbstgestaltete Illustrationen bieten willkommene Abwechslung fürs Auge, die man sonst leider nur in Klassikern findet.

Die Gliederung in Blöcke tut dem Werk gut. Warum dazu die Jahreszeiten herhalten müssen, hat sich mir leider nicht erschlossen.
Die Kombination aus Prosa- und Lyrik-Blöcken ist ungewöhnlich, aber gelingt. Doch dass einzelne Kurzgeschichten mit einem Gedicht enden, ringt mir Abstriche ab.
Dennoch von mir eine unbedingte Leseempfehlung! Auch und gerade für Leute, die das Genre schon abgeschrieben haben.

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Tags: gedichte, illustrationen, kurzgeschichten, vampire   (4)
 
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