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110 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 65 Rezensionen

island, thriller, sog, missbrauch, mord

SOG

Yrsa Sigurdardottir , Tina Flecken
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei btb, 18.09.2017
ISBN 9783442756643
Genre: Krimi und Thriller

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33 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

indien, saroo, australien, familie, sheru

LION

Saroo Brierley , Michael Windgassen
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 10.02.2017
ISBN 9783548376479
Genre: Biografien

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10 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

'Suche Mann für meine Eltern'

Valentin Wolker
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 21.09.2017
ISBN 9783596299935
Genre: Biografien

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157 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 38 Rezensionen

hitler, der junge auf dem berg, verrat, ns-zeit, weltkrieg

Der Junge auf dem Berg

John Boyne , Ilse Layer
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 24.08.2017
ISBN 9783737340625
Genre: Romane

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

krebsforschung, thriller, geheimbun, geheimbund, action

Akte Kronos

Matthias Bürgel
Flexibler Einband: 428 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 15.09.2017
ISBN 9783744810371
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In einem Hotelzimmer in Konstanz wird die Leiche des renommierten Krebsforschers Hartmut Wilberg gefunden. Möglicherweise hat der Professor zusammen mit seiner Doktorandin Sina Forget ein Heilmittel gegen alle Arten von Krebs entwickelt. Allem Anschein nach hat Wilberg sich umgebracht. David Sprenger, der die Ermittlungen übernimmt, zweifelt allerdings am Selbstmord des Professors. Trotz der unerwarteten Anweisungen seiner Vorgesetzten, den Fall auf sich beruhen zu lassen, beginnt David auf eigene Faust zu recherchieren. Wem würde die Entdeckung Wilbergs am meisten schaden? Sprenger kommt bei seinen Nachforschungen nicht nur mächtigen Konzernen in die Quere…

Meine Meinung:

„Akte Kronos“ ist der zweite Thriller von Matthias Bürgel, der mich mit seinem Debüt „Projekt Goliath“ wirklich sehr begeistern konnte. Für sein neuestes Werk hat Bürgel die Messlatte also deutlich hochgelegt. Der Sprung ist im definitiv gelungen.

Wird z.B. die Politik oder die Wissenschaft tatsächlich durch Großkonzerne geleitet und beeinflusst? Matthias Bürgel hat aus dieser Frage oder Vermutung ein interessantes Thema aufgegriffen und daraus einen spannenden Plot für seinen Thriller konstruiert.
Der scheinbare Selbstmord des Krebsforschers Wilberg wird für David Sprenger zum Spießrutenlauf. Der Kriminalist ist dunklen Mächten auf der Spur, die ihre Spione scheinbar überall haben. Ein Wettlauf um Leben und Tod beginnt.

Bürgel jagt seine Leser förmlich durch sein Buch. Sein Schreibstil ist bildhaft und angenehm zu lesen. Kurze knackige Kapitel voller Aktion wechseln sich mit spannendem und informativem Hintergrundwissen ab. Hier merkt man deutlich, dass der Autor durch seine Arbeit als Kriminalbeamter beim Kriminaldauerdienst weiß, wovon er redet, was die Story unter anderem glaubhaft und realistisch macht. 


Außerdem hat mir der teils fiktive Background, der ein bisschen an den Film „Das Vermächtnis der Tempelritter“ mit Nicolas Cage oder auch an die Bücher von Dan Brown erinnert, sehr gut gefallen. Er bringt zusätzlich Pfeffer in die Story und bewegt diese immer am Rande der Realität ohne ins Unglaubwürdige abzudriften.

Zudem baut Matthias Bürgel seinen Hauptcharakter David Sprenger weiter aus. Mit ihm hat er einen sympathischen Protagonisten erschaffen, der gnadenlos aber nie unbedacht reagiert und trotz allem ein feinfühliger Mensch mit Tiefgang ist. 

Mein Fazit:
„Akte Kronos“ ist das zweite Buch des Autors Matthias Bürgel. Ein Thriller, der aufgrund seines interessanten und durchaus aktuellen Plots, sowie der nötigen Spannung und Aktion alles hat man für eine fesselnde und unterhaltsame Lektüre braucht. Zudem bietet Bürgel, der selbst seit vielen Jahren im Kriminaldienst tätig ist, interessante Einblicke in die kriminalistische Ermittlungsarbeit.Ein Buch, das aufgrund seiner Thematik zum Nachdenken anregt.

Ich hoffe sehr, dass David Sprenger auch zukünftig in spannenden und packenden Fällen zum Einsatz kommt! „Akte Kronos“ kann durchaus eigenständig gelesen werden, ich lege aber jedem den Thriller „Projekt Goliath“ ans Herz, das Debüt des Autors und der Auftakt der Reihe. Von mir gibt’s eine absolute Leseempfehlung!

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Tags: action, geheimbund, krebsforschung, thriller   (4)
 

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23 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

journalismus, ruth ware, mord, thriller, identitätsdiebstahl

Woman in Cabin 10

Ruth Ware , Stefanie Ochel
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 27.12.2017
ISBN 9783423261784
Genre: Krimi und Thriller

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53 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

thriller, vergangenheit, mord, missbrauch, reihe

Blutzeuge

Tess Gerritsen , Andreas Jäger
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Limes, 20.11.2017
ISBN 9783809026389
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Detective Jane Rizzoli von der Bostoner Polizei sieht sich erneut mit einem Mord konfrontiert. Eine junge Frau musste ihr Leben lassen, die Todesursache bleibt unklar. Die Frau wurde nach ihrem Tod fruchtbar verstümmelt, in ihre offene Handfläche hat der Mörder ihre Augäpfel gelegt. Kurze Zeit später wird der Leichnam eines Mannes gefunden, aus seiner Brust ragen Pfeile. Auch diese wurden erst nach seinem Tod dort platziert. Für die Polizei ist klar, dass es sich um denselben Täter handeln muss, doch eine Verbindung zwischen den Ermordeten lässt sich nicht herstellen. Die Morde scheinen jedoch einen religiösen Hintergrund zu haben.

Eine Spur führt Rizzoli schließlich zu einem Fall von Misshandlungen in einem katholischen Kinderhort, doch die Vorkommnisse liegen Jahrzehnte zurück. Damals verschwand ein neunjähriges Mädchen spurlos. Doch wie hängen die beiden Morde mit dem längst vergangenen Fall zusammen? Jane Rizzoli und Maura Iles tauchen tief hinab in eine schreckliche Vergangenheit…


Meine Meinung:

Endlich hat die Thriller-Queen Tess Gerritsen mit ihrem neuesten Buch „Blutzeuge“ den bereits 12. Fall für Detective Jane Rizzoli und Dr. Maura Iles herausgebracht. Einmal mehr hat sie bewiesen, dass sie in Sachen Spannung und Thrill immer nochmal eine Schippe drauflegen kann. Dank Netgalley und Blanvalet/Limes hatte ich die Gelegenheit, den Thriller vorab zu lesen.

Schon nach den ersten Seiten und dem Fund der Leiche der jungen Frau ist klar, dass man hier wieder ein absolut spannungsgeladenes Buch in den Händen hält. Die Handlung entwickelt sich rasant. Es geht um Schuld, Abhängigkeit und die Verdrängung einer dunklen Vergangenheit.

Zudem beleuchtet Tess Gerritsen die vielschichtige Story aus verschiedenen Perspektiven. Unter anderem kommt die sonderbare und verschlossene Holly zu Wort, die beide Opfer gekannt hat und die im Handlungsverlauf immer undurchsichtiger wird. Was hat sie zu verbergen?

Die Autorin bedient sich diversen Wendungen, die Stoff für neue Vermutungen bieten und immer wieder aufs Neue in die Irre führen. Dieser Wechsel und ein hochexplosiver, lebendiger und nervenzerreißender Plot treiben die Spannung in kaum auszuhaltende Höhen. Alles wirkt undurchsichtig, nichts ist wie es scheint, wer ist schuldig, wer unschuldig?

Die ungeahnte Auflösung des Falls ist schockierend und tragisch zugleich. Sie bricht wie eine Flutwelle über einen hinweg und hinterlässt Fassungslosigkeit. Tess Gerritsen lässt die scheinbar losen Handlungsfäden schlüssig und konsequent zusammenlaufen und konfrontiert den Leser mit dunkelsten Abgründen der menschlichen Psyche, bedingungsloser Liebe und Manipulation.

Auch die privaten Momente der beiden Hauptcharaktere Jane Rizzoli und Dr. Maura Iles finden Erwähnung. Maura hat weiterhin mit den Dämonen ihrer Vergangenheit zu kämpfen und auch in Janes Familie gibt es eine Veränderung. Nie jedoch nehmen diese privaten Szenen zu viel Raum ein, im Vordergrund steht immer die Handlung und alles andere verwebt sich mit ihr zum großen Ganzen.


Mein Fazit:

Tess Gerritsen ist die große Meisterin des Thrills. Mit „Blutzeuge“ ist ihr einmal mehr ein absolut hochspannender, rasanter und vielschichtiger Thriller gelungen. Mit falsch gelegten und geschickt in die Irre führenden Fährten entfacht die Autorin nervenzerreißende Spannung bis zum Schluss. Obwohl „Blutzeuge“ bereits der zwölfte Teil der Reihe um Rizzoli und Dr. Iles ist, ist auch dieser erneut ein absoluter Pageturner. Besser geht es kaum. Von mir gibt’s eine uneingeschränkte Leseempfehlung.

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Tags: boston, mord, pageturner, thriller, thriller-queen, vergangenheit   (6)
 

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38 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

horror, monster, schwarzer humor, vampire, vampir

The Monster Man of Horror House

Danny King
E-Buch Text: 277 Seiten
Erschienen bei Luzifer-Verlag, 03.10.2016
ISBN 9783958351844
Genre: Fantasy

Rezension:


In dem kleinen englischen Städtchen Thetford steht, wie vermutlich in jeder Stadt irgendwo auf der Welt, ein altes, heruntergekommenes Haus. Es wirkt unheimlich und gruselig, unter anderem auch wegen seinem eigenbrötlerischen und etwas verrückt wirkenden Bewohner John Coal.

Irgendwann finden die Jungs aus der Nachbarschaft Spaß daran, dem alten Sonderling Streiche zu spielen, die allerdings immer übermütiger und dreister werden. Die Halbstarken ahnen jedoch nicht, mit wem sie sich da anlegen. John Coal hat viele dunkle Geheimnisse, einige davon handeln von Vampiren und Werwölfen, von Serienmördern und Geistern. 

Eines Tages hat John Coal keine Lust mehr, das Opfer nerviger Streiche zu sein. Er stellt den Nachbarsjungen eine Falle. Diese schnappt zu und die Kids landen in Coals düsterem Keller…

Meine Meinung:

„Das Haus der Monster“ von Danny King hat mich aufgrund seines Klappentextes angesprochen. Ein altes Haus, ein Sonderling und gruselige Monster versprachen schaurig schöne Lesestunden. Auch wenn ich nicht wirklich das bekommen habe, was ich erwartet habe, wurde ich dennoch gut unterhalten.

In diesem Buch geht es nicht um ein altes, gruseliges Haus in dem Monster ihr Unwesen treiben. Vielmehr lässt Danny King den Außenseiter John Coal seine Lebensgeschichten erzählen. Geschichten, die unglaublicher nicht sein könnten. John hatte es mit Serienmördern zu tun, die ihm näherstanden als er jemals vermutet hätte. Er kämpfte auf hoher See mit schrecklichen Monstern, traf Geister und Vampire und kam doch immer mit dem Leben davon. Doch was haben diese Erlebnisse aus ihm gemacht?

All diese unfassbaren und kuriosen Abenteuer gibt John Coal den in die Falle geratenen Jungs zum Besten, die zuerst voller Angst und Misstrauen, später dann voller Faszination den Worten des Sonderlings lauschen. 

Danny King schreibt voller Sarkasmus und mit viel schwarzem Humor. Einige der Geschichten sind mir persönlich etwas zu langatmig. Spannung und Nervenkitzel gehen so etwas verloren. Andere hingegen waren spannend und kurzweilig, atmosphärisch und schaurig schön. 

Das Ende war vielleicht vorhersehbar, dennoch lässt Danny King genug Raum für die Gedanken und Fantasien seiner Leser.

Mein Fazit:

„Das Haus der Monster“ von Danny King hat meine Erwartungen nur zum Teil erfüllt. Ich habe mir eine Gruselgeschichte in einem düsteren Haus voller Monster gewünscht. Letztlich habe ich vier düstere, skurrile, scharfzüngige und mit viel schwarzem Humor gespickte Episoden bekommen, die das Leben des ungewöhnlichen Protagonisten John Coal wiederspiegeln. Nicht alle haben mich gleich begeistert, dennoch hat mich Danny King mit seinem Buch gut unterhalten. Von mir gibt’s eine Leseempfehlung, vor allem für Fans des schwarzen Humors.

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Tags: geschichten, horror, monster, sonderling   (4)
 

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54 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

thriller, roman klementovic, entführung, wien, countdown

Verspielt

Roman Klementovic
Flexibler Einband: 312 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 01.07.2015
ISBN 9783839217979
Genre: Krimi und Thriller

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191 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 78 Rezensionen

thriller, berlin, entführung, martin krist, mord

Drecksspiel

Martin Krist
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.10.2013
ISBN 9783548285375
Genre: Krimi und Thriller

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61 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 30 Rezensionen

thriller, roman klementovic, österreich, immerstill, vermisst

Immerstill

Roman Klementovic
Flexibler Einband
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 03.02.2016
ISBN 9783839218884
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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79 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 25 Rezensionen

thriller, wulf dorn, horror, mystery, die kinder

Die Kinder

Wulf Dorn
Flexibler Einband
Erschienen bei Heyne, 04.09.2017
ISBN 9783453270947
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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106 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 50 Rezensionen

angola, revolution, afrika, portugal, angolanische revolution

Eine allgemeine Theorie des Vergessens

José Eduardo Agualusa , Michael Kegler
Fester Einband: 200 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 21.07.2017
ISBN 9783406713408
Genre: Romane

Rezension:  
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263 Bibliotheken, 17 Leser, 1 Gruppe, 110 Rezensionen

sklaverei, flucht, amerika, underground railroad, usa

Underground Railroad

Colson Whitehead , Nikolaus Stingl
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 21.08.2017
ISBN 9783446256552
Genre: Romane

Rezension:

Die junge Cora lebt, wie andere unzählige Schwarze auf einer Baumwollplantage in Georgia. Ihre Leben besteht aus harter, mühsamer Arbeit, Leid und Quälerei. Die Plantagenbesitzer behandeln ihre Sklaven oft schlimmer als Tiere. Viele träumen von Flucht und einem freien Leben. Eines Tages erfährt Cora durch einen anderen Sklaven von dem geheimen Fluchtnetzwerk Underground Railroad. Zusammen mit ihm gelingt es der jungen Schwarzen zu fliehen. Ob am Ende ihrer gefährlichen und strapaziösen Reise wirklich die Freiheit wartet?

Meine Meinung:

„Underground Railroad“ von Colson Whitehead ist mir aufgrund seiner derzeitigen Popularität aufgefallen, erfolgreich, hochgelobt und mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet, ein Roman den man gelesen haben muss. Mich hat die Lektüre mit zwiespältigen Gefühlen zurückgelassen.

Erzählt wird die Geschichte der Sklavin Cora, der die Flucht von einer Baumwollplantage in Georgia mit Hilfe des Netzwerks Underground Railroad gelingt. Whitehead stellt dieses Netzwerk im Buch als eine fiktive Eisenbahnlinie untertage dar. In Wahrheit erhielt das Netzwerk seinen populären Namen, weil man sich der Ausdrücke aus der Welt der Eisenbahn bediente, um so verschlüsselte Botschaften zu übermitteln. So war zum Beispiel „Station“ eine Unterkunft für Flüchtlinge und die Flüchtenden bezeichnete man als „Passengers“. 

Die Erlebnisse, die Cora auf ihrer beschwerlichen Reise miterleben muss, sind eine Aneinanderreihung von Grausamkeiten. Menschen sterben, werden brutal niedergemetzelt, erhängt, missbraucht. Die flüchtenden Sklaven und ihre Helfer erleiden unvorstellbare Qualen.
Colson Whitehead gönnt Cora keine Pause, auf ihrer Flucht quer durch Amerika erlebt sie Unvorstellbares, immer die Hoffnung auf Freiheit im Herzen. 


Whitehead lässt Bilder im Kopf entstehen, die einem nicht kalt lassen können, Bilder, die berühren, schockieren und wütend machen. Und immer mit dem Wissen, dass dies alles grausame Realität war: Menschen wurden zu Sklaven aufgrund ihrer Hautfarbe, wurden gefoltert, verkauft und misshandelt. 

Dennoch hatte ich stellenweise Mühe, dieses Buch zu lesen. Es fiel mir teilweise schwer, der Geschichte konzentriert und gespannt zu folgen. Bei aller Emotionalität, die dieses Thema hervorruft, hat mich der nüchterne, fast neutrale Erzählstil nur vereinzelt erreicht. Die Protagonisten, egal ob Sklave, Helfer oder Plantagenbesitzer, sind wenig greifbar, distanziert, fast möchte ich sagen farblos. 

Mein Fazit:
„Underground Railroad“ von Colson Whitehead ist meiner Meinung nach zurecht mit dem Pulitzer-Preis ausgezeichnet worden. Das Thema „Diskriminierung“ egal in welcher Form ist stets aktuell. Sogenannte „Feindbilder“ sind in den Köpfen vieler Menschen allgegenwärtig, sie bieten das Ziel um Hass zu projizieren und Gewalttaten zu rechtfertigen. 


Auch wenn mich „Underground Railroad“ aufgrund seiner nüchternen Erzählweise nicht wirklich emotional berühren konnte, so ist das Buch dennoch großartige, lesenswerte und wichtige Literatur. Es beschreibt anspruchsvoll eines der dunkelsten Kapitel in der Geschichte Amerikas. Leider sind Folter und Diskriminierung verfolgter Menschen keine Fehler aus unserer geschichtlichen Vergangenheit. Die gleichen Vergehen werden nach wie vor überall auf der Welt begangen.

  (48)
Tags: amerikanische geschichte, flucht, hanser literaturverlage, sklaverei, underground railroad   (5)
 

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126 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 63 Rezensionen

ukraine, prostitution, gewalt, straßenkind, kukolka

Kukolka

Lana Lux
Fester Einband: 375 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 18.08.2017
ISBN 9783351036935
Genre: Romane

Rezension:

Ukraine, 90er Jahre. Nach der Auflösung der Sowjetunion gelangt die Ukraine erneut zur staatlichen Unabhängigkeit. Das Land feiert seine Freiheit und den aufkommenden Wohlstand. 

Viele jedoch suchen noch danach. Auch die siebenjährige Samira, die in einem Waisenhaus unter strengen und harten Bedingungen lebt. Als ihre beste Freundin Marina von einem deutschen Ehepaar adoptiert wird, hat Samira nur einen Wunsch: sie will auch nach Deutschland, zu Marina und ihren neuen Eltern. Das Mädchen reißt aus und wird auf der Straße von Rocky aufgegabelt, der sie in ein Haus bringt, in dem auch andere Kinder leben. Es gibt zwar kein warmes Wasser, keinen Strom und auch kein Klo, aber Samira ist glücklich. Fast hat sie so etwas wie eine Familie, eine beinahe erwachsene Freundin, die ihr alles beibringt und einen Job. Samira bettelt und klaut für Rocky. Wenn sie ihn gut macht, dann nennt Rocky das hübsche Kind Kukolka, Püppchen und macht ihr sogar manchmal Geschenke. Doch Kukolkas Leben wird härter, je älter sie wird. Dennoch hält das Mädchen, trotz aller Grausamkeiten die sie erleben muss, an ihrem Traum von einer Familie in Deutschland fest, komme was wolle…

Meine Meinung:

„Kukolka“ ist das Erstlingswerk von Lana Lux, ein Roman über das Leben am Rande einer Gesellschaft, in dessen Fokus das Mädchen Samira steht.

Die Autorin lässt ihre Hauptprotagonistin in der Ich-Form erzählen. Schon nach den ersten Seiten war ich in der Geschichte des naiven siebenjährigen Mädchens gefangen. Schnell wird klar, dass es sich hier nicht, wie das Cover vielleicht versprechen könnte, um eine verschnörkelte und liebreizende Geschichte handelt, die dem Leser die rosarote Brille aufsetzt. 

Samiras Leben ist hart, voller Entbehrungen und oft sehr brutal. Ein Leben das geprägt ist von Ausbeutung, Müll, Hunger Missbrauch und Prostitution und doch beschreibt Samira alles was ihr wiederfährt mit einer kindlichen Naivität und mit einer Selbstverständlichkeit, die mich ins Herz getroffen hat. Nie versinkt das Mädchen in Selbstmitleid, nie hört man sie klagen. Natürlich leidet sie, sie weint und ist wütend. Dennoch machen sie die einfachsten Dinge wie ein Stück Schokolade, ein heißes Bad oder ein neues Kleid schnell wieder zu einem glücklichen Kind. 

Samiras Schicksal machte mich Seite um Seite wütender und trauriger. Ich wollte nicht glauben, nicht wahrhaben, wie das hübsche Kind mit seinen Kulleraugen vertrauensselig in ein Leben rennt, dessen Tragweite ihr noch gar nicht bewusst ist. Ich war voller Hass gegen die Menschen, die Samira und ihre Gutgläubigkeit und ihren Wunsch in Deutschland ihr Glück zu finden, gnadenlos ausnutzten.


Lana Lux schreibt mit der Sprache eines Kindes, das am Rande der Gesellschaft lebt. Vielen mag diese Sprache zu derb, zu hart oder obszön erscheinen, doch wie bitte soll man mit blumigen Worten eine derart tragische Geschichte erzählen?

Ein Buch, das nur schwer mit Worten zu beschreiben ist.

Mein Fazit:
„Kukola“ von Lana Lux ist ein absolut gelungenes Debüt! Schonungslos und ergreifend erzählt die Autorin die Geschichte des Mädchens Samira, das in ein Leben am Rande der Gesellschaft hineingeboren wurde. Ein Schicksal, das Kinder und junge Menschen überall auf der Welt täglich erleiden müssen. Ein Buch, dass mich erschüttert und nicht mehr losgelassen hat und Gefühle wie Wut und Fassungslosigkeit hervorruft. Das Zitat von Olga Grjasnowa spricht mir aus der Seele: „Ein großes, ergreifendes Buch, bei dem ich mich so sehr nach einem Happy End gesehnt habe wie noch niemals zuvor“. „Kukolka“ von Lana Lux ist für mich definitiv ein Lesehighlight 2017. Von mir gibt es eine uneingeschränkte und absolute Leseempfehlung. 

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Tags: debüt, missbrauch, prostitution, roman, straßenkind, ukraine   (6)
 

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159 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 77 Rezensionen

paris, nanny, roman, familie, kindermord

Dann schlaf auch du

Leïla Slimani , Amelie Thoma
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Luchterhand, 21.08.2017
ISBN 9783630875545
Genre: Romane

Rezension:

Myriam und Paul und ihre beiden Kinder sind vordergründig die perfekte Familie. Doch hinter den Kulissen brodelt es, denn das Paar möchte Kinder und Beruf unter einen Hut bringen, was ohne Hilfe nur schwer gelingt. Ein Elternteil muss immer zurückstecken. Doch dann finden die beiden das ideale Kindermädchen. Louise ist der Traum von einer Nanny, sie kümmert sich nicht nur um die Kinder, Louise kocht, backt und hält die Wohnung sauber. Schon nach wenigen Wochen ist die Nanny unentbehrlich geworden. Myriam und Paul bemerken nicht, wie Louise immer mehr das Zepter in der Hand hält und die kleine Familie lenkt wie Marionetten an unsichtbaren Fäden.

Niemand ahnt, dass das dunkle Abgründe und tiefe Einsamkeit das Leben von Louise bestimmen. Die kleine Familie treibt langsam, aber unaufhaltsam auf eine schreckliche Tragödie zu…

Meine Meinung:

„Dann schlaf auch Du“ von Leila Slimani ist ein Buch, welches nicht eindeutig einem bestimmten Genre zugeordnet werden kann. Für mich war das Buch Psychothriller, Familiengeschichte und Drama zugleich. Ein Roman, der mich geschockt wie fasziniert zurückgelassen hat.

Leila Slimani startet ihren Roman wie andere Autoren ihre Bücher beenden. Nämlich mit der Auflösung der Geschichte. Das Kindermädchen Louise tötet die beiden ihr anvertrauten kleinen Kinder ihrer Arbeitgeber. Mein erstes Gefühl war Enttäuschung. Warum soll ich ein Buch zu Ende lesen, wo ich doch das Ende gleich im ersten Kapitel auf dem Silbertablett präsentiert bekomme. Doch was bleibt ist die Frage nach dem Warum und genau hier setzt Slimani an und beleuchtet Seite um Seite die Geschichte eines Dramas, einer Familientragödie.

Der Leser lernt Myriam und Paul kennen, die jungen Eltern der Kinder Mila und Adam. Beide wollen Kinder und Job unter einen Hut bekommen, was selten gelingt und worunter vor allem Myriam immer mehr leidet. Das Leben als Vollzeitmutter und Hausfrau liegt ihr nicht. Als die beiden die Nanny Louise engagieren, kann das Paar sein Glück kaum fassen. Die Fünfzigjährige entpuppt sich nicht nur als liebevolle Kinderbetreuung, sie ist auch Putzfee und Küchenengel zugleich. Alle sind glücklich und zufrieden. So scheint es zumindest, jedoch steuern die Eheleute direkt auf die totale Abhängigkeit von ihrer Kinderfrau zu. Louise macht sich unentbehrlich. Die Autorin gibt nach und nach immer mehr über die Hintergründe, über das Leben der Nanny preis und zum Vorschein kommt eine zutiefst einsame, verzweifelte und irgendwie auch hilflose Frau, die für ihr neues Glück, ihre neue Familie alles geben würde.

Leila Slimani schildert die Geschichte einfach grandios. Ihr Erzählstil wirkt scheinbar objektiv und emotionslos, genau damit fesselt sie ihre Leser. Sie baut feine Spannung auf und schockiert mit vordergründig einfachen, nebensächlichen Sätzen. Außerdem schlägt die Autorin einen sanften, gesellschaftskritischen Unterton an, ohne anklagend zu werden.

Den wenigen Protagonisten wurden ausgereifte und tiefgründe Charaktere zugeschrieben. Nie wirkten sie auf mich oberflächlich oder langweilig, sondern lebendig und authentisch.

Mein Fazit:

„Dann schlaf auch Du“ von Leila Slimani ist ein großartiges, sprachgewaltig erzähltes Buch und Psychothriller, Drama, Familiengeschichte und Gesellschaftsroman zugleich. Silmani rollt die Geschichte von hinten auf, der Schluss wird vorweggenommen und das Augenmerk liegt allein auf der Frage nach dem „Warum?“

Leila Slimanis Buch hat mich gefesselt, schockiert und gleichzeitig auch unheimlich traurig gemacht. Von mir gibt es eine ganz klare und absolute Leseempfehlung.

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Tags: einsamkeit, frankreich, kindermädchen, mord, verzweiflung   (5)
 

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41 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

thriller, killer, action-thriller, waise, regierung

Orphan X

Gregg Hurwitz , Mirga Nekvedavicius
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 10.04.2017
ISBN 9783959671026
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Evan Smoak ist ein speziell ausgebildeter Elite-Agent. Bei dem sogenannten Orphan-Programm wurden Waisenkinder zu hocheffizienten Killern herangezogen. Sein halbes Leben mordete Evan für die Regierung. Jetzt lebt er als Schatten verborgen im Untergrund. Für seine Nachbarn ist Evan ein unauffälliger Verkäufer, doch seine Wohnung gleicht einem Hochsicherheitstrakt. Der Ex-Agent hat es sich zur Aufgabe gemacht, denjenigen zu helfen, die verzweifelt sind und verfolgt oder bedroht werden, sich aber nicht an die Polizei wenden können. 

Als an jenem Tag das schwarze Telefon klingelt und ein Mädchen, das von einem korrupten Cop verfolgt wird, seine Hilfe braucht, ahnt Evan nicht, dass er bald gegen jede Regel und jedes Gebot nach denen er lebt, verstoßen wird.
Wichtigstes Gebot: Es ist nie persönlich….

Meine Meinung:
„Orphan X“ von Gregg Hurwitz ist der Auftakt einer Action-Thriller-Reihe rund um den Agenten Evan Smoak. Ehrlich gesagt, mit Action-Thrillern habe ich nicht sehr viel am Hut, weder Filme dieses Genres noch die entsprechenden Bücher können mein Interesse so richtig wecken. Jack Reacher und Jason Bourne sind nicht meine favorisierten Superhelden. Evan Smoak hingegen schon!

Man merkt, dass Gregg Hurwitz nicht nur Bücher schreibt, sondern auch als Drehbuchautor für viele bekannte Hollywood-Studios fungiert. Schon die ersten Seiten waren wie Szenen aus einem Film und ich war sofort gefesselt und mitten drin in der Story.
Die Idee, dass ein ehemaliger, für die Regierung arbeitender, perfekt ausgebildeter Top-Agent seine Ausbildung und sein Wissen nutzt, um anderen zu helfen, hat mir wirklich gut gefallen. Ein moderner Robin Hood, wenn man so will. 

Evan Smoak, als Hauptcharakter hat mich sehr beeindruckt. Hurwitz hat hier einen faszinierenden Protagonisten erschaffen. Evan, für seine Nachbarn der unauffällige Verkäufer von Industriereinigern, ist im wahren Leben knallhart, absolut durchtrainiert und unfassbar diszipliniert. Seine Wohnung gleicht einem Hochsicherheitstrakt. Es gibt dort nichts Persönliches, außer eine Kräuterwand und eine Aloe Vera-Pflanze. Und trotz all der Perfektion hat Evan Smoak seine Menschlichkeit nicht verloren. Es gibt sie aber auch, die Momente der Einsamkeit, die der Einzelkämpfer zwangsläufig verspürt und die auch dem Leser nicht verborgen bleiben.

Gregg Hurwitz reflektiert zudem in einzelnen Kapiteln Evans Vergangenheit. Er gewährt interessante Einblicke in Smoaks früheres Leben und in die extrem harte Ausbildung, die er durchlaufen musste und die ihm zu dem machte was er heute ist.

Der Autor schreibt flüssig und angenehm, spannend und voller Action. Auch wenn hier knallharte Kampf- und Actionszenen beschrieben werden, die einem beim Lesen regelrecht erstarren lassen, so wirkt es dennoch nie übertrieben oder unglaubwürdig, Evans Handlungen waren für mich logisch und nachvollziehbar.

Auch wenn Evan Smoak als Hauptprotagonist absolut im Mittelpunkt steht, so hat Gregg Hurwitz dennoch genug Raum für Nebenfiguren gelassen, deren Leben und Geschichten perfekt mit der eigentlichen Story verschmelzen. 

Mein Fazit:
„Orphan X“ von Gregg Hurwitz ist ein spannungsgeladener und ausgereifter Action-Thriller der mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt und gepackt hat. Ein sympathischer und ehrlicher Protagonist und ein interessanter Plot machen diesen Thriller zu einem echten Lesevergnügen. Ich bin gespannt, wie Gregg Hurwitz die Story um Evan Smoak weiterspinnt. Von mir bekommt „Orphan X“ eine absolute Leseempfehlung.

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Tags: agent, evan smoak, geheim, killer, orphan-programm, thriller-reihe   (6)
 

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(30)

61 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

mord, thriller, mystery, alkoholiker, pageturner

One to go - Auf Leben und Tod

Mike Pace
E-Buch Text: 359 Seiten
Erschienen bei Luzifer-Verlag, 30.06.2016
ISBN 9783958351271
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
Tags:  
 

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(7)

14 Bibliotheken, 1 Leser, 3 Gruppen, 8 Rezensionen

jürgen albers, crossroads, kanalinseln, guernsey, 2. weltkrieg

Crossroads

Jürgen Albers
E-Buch Text: 554 Seiten
Erschienen bei eigene Publikation, 28.05.2017
ISBN B0723GN3NX
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eigentlich hat der erfahrene Londoner Inspektor Charles Norcott auf der beschaulichen britischen Kanalinsel Guernsey ein ruhiges Arbeitsleben ohne große Herausforderungen. Doch im Frühsommer 1940 wird auf der Insel eine junge Frau erdrosselt in ihrer Wohnung aufgefunden. Kurz danach wird Guernsey von der deutschen Wehrmacht eingenommen und die Insel gilt fortan als besetzt und abgeschnitten von der restlichen Welt. Die Ermittlungen zum Mordfall gestalten sich schwieriger als gedacht, Norcott hat es nicht nur mit einem undurchsichtigen Ehemann zu tun, auch die Unannehmlichkeiten durch die deutsche Besetzung machen der örtlichen Polizei die Arbeit schwer. Als ein zweiter Mordfall die Insel erschüttert muss Norcott erkennen, dass er es mit mehr als nur einem Feind zu tun hat, doch wer ist Feind und wer ist Freund?

Meine Meinung:
Der Debüt-Krimi „Crossroad“ von Jürgen Albers handelt von einem Mord an einer jungen Frau auf der im Jahr 1940 von der deutschen Wehrmacht besetzten britischen Kanalinsel Guernsey. Chief Inspektor Charles Norcott ermittelt in diesem Mordfall, dessen Aufklärung sich nicht allein aufgrund der Besetzung durch die Deutschen als schwierig und kompliziert gestaltet.

Gleich nach den ersten einleitenden Seiten ist man durch den Mord an der jungen Frau mitten im Geschehen. Die Handlung nimmt ihren Lauf, Norcott nimmt die Ermittlungen auf, es werden Verdächtige befragt und mögliche Hintergründe beleuchtet. Die folgende Besetzung der Insel durch die Deutschen bringt zusätzlich neue Spannung in Spiel. Meiner Meinung nach hat Jürgen Albers diesen historischen Teil der Geschichte hervorragend und detailreich recherchiert. Die geschichtlichen Hintergründe und Informationen fügen sich fließend in die Handlung mit hinein ohne langweilig oder trocken zu wirken. 

Das Setting und die vom Autor gewählten Protagonisten haben mir sehr gut gefallen. Ich habe mich vorher in der Tat nie mit den Kanalinseln befasst. Jürgen Albers beschreibt die Insel Guernsey, ihre Bewohner und das Leben dort jedoch wunderbar bildhaft und lebensnah, so dass alles wie ein Film vor meinem inneren Auge abgelaufen ist. Die Inseln müssen traumhaft schön und abwechslungsreich sein und eine Urlaubsreise auf die Kanalinseln kann ich mir absolut gut vorstellen.

Die Charaktere hat der Autor für mich sehr gut gezeichnet. Die ruhige und menschliche Art von Charles Norcott, gepaart mit seinem scharfen Verstand, mochte ich sehr. Auch die zahlreichen Nebenfiguren verblassen nicht im Schatten des Hauptprotagonisten. Besonders angenehm aufgefallen ist mir, dass sich Albers keinen Klischees bedient. Es gibt sie nicht, die bösen Deutschen oder die patriotischen Engländer, die klischeebehafteten Grenzen verschmelzen hier, die Personen sind facettenreich und glaubhaft in ihren Handlungen.

Im Mittelteil verliert die Story etwas an ihrer Spannung, die Erzählung plätschert still vor sich hin, es scheint, als würde die Handlung nochmals Atem holen, bevor es packend und rasant weitergeht.

Mein Fazit:
„Crossroads“ von Jürgen Albers ist ein wirklich gelungenes Krimi-Debüt. Spannend, abwechslungsreich mit einem interessanten und gut recherchierten historischen Hintergrund. Dazu ein traumhaftes Setting und lebensechte und fein gezeichnete Protagonisten. Trotz ruhigerer und wenig handlungsreicher Passagen im Mittelteil hat mir der Roman sehr gut gefallen. 


Auch der Schreibstil des Autors ist angenehm und flüssig, die Gratwanderung zwischen moderner Leseunterhaltung, historischen Ausdrücken und Redewendungen ist Jürgen Albers sehr gut gelungen. Ich freue mich schon sehr auf „Erased“, den zweiten Teil der Reihe und auf ein Wiedersehen mit Charles Norcott. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung.

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Tags: 2. weltkrieg, crossroads, kanalinsel, kriminalroman, mord, norcott, wehrmacht   (7)
 

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257 Bibliotheken, 12 Leser, 4 Gruppen, 46 Rezensionen

thriller, chris carter, mord, los angeles, hunter

Death Call - Er bringt den Tod

Chris Carter , Sybille Uplegger
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 11.08.2017
ISBN 9783548289526
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Für Tanya Kaitlin endet der Abend, der eigentlich ruhig und entspannend werden sollte, in einem Alptraum. Die junge Frau bekommt einen Videoanruf von ihrer besten Freundin, doch etwas stimmt ganz und gar nicht. Tanya sieht ihre Freundin gefesselt und geknebelt und eine unheimliche, dämonische Stimme stellt ihr zwei Fragen. Beantwortet Tanya diese korrekt wird ihre Freundin frei gelassen, beantwortet sie die Fragen falsch, stirbt sie. Tanya Kaitlin scheitert und muss mit ansehen, wie ihre Freundin brutal ermordet wird.
Ein neuer Fall für die Profiler Hunter und Garcia, die sogleich fieberhaft die Ermittlungen aufnehmen. Noch während ihrer Recherchen wird erneut eine Frau ermordet, die Vorgehensweise ist die Gleiche, jedoch muss die Frau auf andere, aber nicht weniger brutale Art sterben. Trotz erster Erkenntnisse ist der Täter ist Robert Hunter und seinem Partner einen Schritt voraus und sein grausames Spiel hat gerade erst begonnen…

Meine Meinung:

Endlich ist er da, der 8. Teil der Thriller-Reihe mit dem Profiler-Duo Robert Hunter und Carlos Garcia. Mit „Death Call – Er bringt den Tod“ ist Chris Carter, dem Meister der Hochspannung und des Nervenkitzels wieder ein Thriller der Extraklasse gelungen.

Hunter und Garcia haben es einmal mehr mit einem perfiden Serienkiller zu tun, der seinen Opfern in den sozialen Medien auflauert und ein teuflisches Spiel mit ihnen spielt. Ein Spiel, das zu gewinnen mehr als unmöglich ist. Ein durchaus aktuelles Thema, denn die sozialen Netzwerke sind für viele Menschen nicht mehr aus ihrem Leben wegzudenken. Viele geben – oft unbewusst – Informationen über sich preis. Ein Fehler, der wie in diesem speziellen Fall, zur tödlichen Falle werden kann.

Chris Carter hat es wieder einmal geschafft, mich schon nach den ersten Sätzen zu packen. Sein gewohnt fesselnder und flüssiger Schreibstil peitschte mich regelrecht durch die Story. Wie immer endet jedes Kapitel mit einem fiesen Cliffhanger, man kann also gar nicht anders als weiterzulesen.

Die Morde sind gewohntermaßen brutal und blutig, der Täter begeht sie eiskalt und gnadenlos. Erneut war mir bis kurz vor Schluss nicht klar, wer der Mörder ist. Chris Carter gelingt es einfach immer wieder mich diesbezüglich an der Nase herumzuführen. Die Frage bezüglich des Motivs, die sich im Laufe der Geschichte zwangsläufig stellt, wird am Ende lückenlos und schlüssig aufgeklärt. Alle losen Fäden laufen gekonnt zusammen und ich muss zugeben, mich hat das Motiv durchaus erschütternd zurückgelassen.

Die Protagonisten, Hunter und Garcia, habe ich im Laufe der Zeit wirklich ins Herz geschlossen. Hunter, mit seinem messerscharfen Verstand und seiner außergewöhnlichen Intelligenz und Garcia, der auf mich immer wie Hunters ruhender Pol wirkt, ergänzen sich als Team einfach perfekt. Endlich gewährt Chris Carter seinem Hauptprotagonisten auch einmal eine private Seite. Eine Begegnung mit einer Frau, die man fast schon Rendezvous nennen kann. Ich bin sehr gespannt, ob dieses Zusammentreffen im nächsten Band eine Fortsetzung findet. Ich würde mich sehr für Robert Hunter freuen.

Mein Fazit:

„Death Call – Er bringt den Tod“ vom Thrillerkönig Chris Carter ist wieder einmal ein absoluter Pageturner. Meine Sorge, Hochspannung und Originalität könnten mit der Zeit abflauen, ist absolut unbegründet gewesen. Chris Carter legt auch im achten Teil der Reihe nochmal eine Schippe drauf. Erschreckend, brutal, teuflisch und nervenaufreibend sind nur einige Adjektive, die dieses Buch umschreiben. Ein absolutes Muss für alle Chris Carter-Fans und für solche die es werden wollen. Für mich ein Lesehighlight 2017. Chapeau Mr. Carter!

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Tags: chris carter, hunter & garcia, lapd, los angeles, pageturner, profiler, serienkiller, thriller   (8)
 

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66 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

bürgerkrieg, usa, krieg, dystopischer roman, zukunftsvision

American War

Omar El Akkad , Manfred Allié , Gabriele Kempf-Allié
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei S. FISCHER, 27.07.2017
ISBN 9783103973198
Genre: Romane

Rezension:  
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243 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 96 Rezensionen

okapi, tod, westerwald, liebe, leben

Was man von hier aus sehen kann

Mariana Leky
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 13.09.2017
ISBN 9783832198398
Genre: Romane

Rezension:

Ein kleines Dorf im Westerwald, eine Dorfgemeinschaft, in der jeder jeden kennt und alle irgendwie miteinander verbunden sind. Selma kann angeblich den Tod vorhersehen. Immer wenn die alte Westerwälderin von einem Okapi träumt, stirbt am nächsten Tag jemand aus dem Dorf, so sagt man. Wen es treffen wird, weiß niemand. Die folgenden 24 Stunden versetzen die ganze Gemeinschaft in Aufruhr, es gibt Dinge zu klären, Neues zu wagen und Geständnisse vorzubringen. Vor allem ist in dieser Zeit höchste Vorsicht geboten. 


Selma ahnt nicht, dass es dieses Mal vor allem ihre Enkelin Luise ganz besonders treffen wird. Nicht nur ihr Leben wird sich verändern, auch das Dorf und seine Bewohner wird das einschneidende Ereignis nachhaltig prägen…

Meine Meinung: 

Mit „Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky habe ich, dank der Empfehlung einer lieben Freundin, mal wieder die Pfade meines Lieblingsgenres „Krimi und Thriller“ verlassen. Wie so oft bei diesen kleinen aber feinen Ausflügen, wurde ich positiv überrascht. Mariana Leky hat mein Herz berührt.

Die Autorin erzählt aus der Sicht von Luise vom beschaulichen Leben in einem kleinen Westerwälder Dorf und von Luises Großmutter Selma, die, wenn sie von einem Okapi träumt, den Tod voraussehen kann. Eines Tages ist es wieder soweit und niemand im Dorf ahnt, wie sehr dieser Schicksalsschlag nicht nur Luise, sondern die ganze Dorfgemeinschaft erschüttert und für immer prägt.

Das Buch lebt weniger von der Handlung als von den wunderbaren Charakteren und Figuren, die Mariana Leky zum Leben erweckt hat. Da ist in erster Linie Selma, eine warmherzige und gefühlvolle Frau, die ihrer Enkelin Luise Vater und Mutter zugleich zu sein scheint. Luises Eltern sind eher Randfiguren, sie sind mit sich beschäftigt und finden nicht wirklich statt. Selma scheint außerdem der Lebensmittelpunkt der Dorfgemeinschaft zu sein. Alle kreisen um sie wie kleine individuelle Planeten. Der Optiker, der schon sein ganzes Leben heimlich in Selma verliebt ist, die abergläubische Elsbeth, die schrullige und verrückte Marlies und dann ist da noch ein fremder buddhistischer Mönch, der nicht nur Luise den Kopf verdreht, sondern das Planetensystem des ganzen Dorfes durcheinanderwirbelt. 

Die Autorin erzählt mit bildhafter, außergewöhnlicher Sprache und feinem Humor. Sie kreiert eine ganz besondere, wundervolle und warmherzige Stimmung, die mich berührt und verzaubert hat. Ich konnte nicht anders, als jeden einzelnen der Dorfbewohner, egal wie schrullig oder verschroben, in mein Herz zu schließen. Am liebsten wäre ich in das Buch getaucht, um alle persönlich kennen zu lernen.

Mein Fazit:
„Was man von hier aus sehen kann“ von Mariana Leky ist ein ganz besonderes, feinfühliges wortgewandtes und humorvolles Buch über den Tod, das Leben, die Liebe und die Gemeinschaft. Die Autorin hat wundervolle und individuelle Charaktere erschaffen, die das Buch zum Leben erwecken und es zu einer einzigartigen und wunderschönen Lektüre machen. Ich habe jede Zeile genossen und kann es jedem, der sich von einer einfühlsamen Geschichte verzaubern lassen möchte, nur ans Herz legen. Von mir gibt es eine hundertprozentige Leseemfehlung!

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Tags: dorfgemeinschaft, leben, liebe, mariana leky, okapi, tod, traum, westerwald   (8)
 

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familientragödie, marc pain;, mord, brutalität, thriller-reihe

Der Jäger

Marc Pain
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei JustTales Verlag, 01.08.2017
ISBN 9783947221004
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Holger Kuhn, Star der Hamburger Mordermittlung, quittiert 10 Jahre vor seiner Pension seinen Dienst bei der Polizei, um sich seinen großen Traum, eine private Detektei, zu erfüllen. Nach wie vor ist er aber auf die Unterstützung des Kommissariats angewiesen. Um sich und seine Selbstständigkeit zu beweisen, muss Kuhn sich mit den alten Vermisstenakten herumschlagen, dabei hat er lediglich nur ein Ziel vor Augen: Die Leitung der Ermittlungen rund um den Fall des „Jägers“ zu übernehmen. Ein Täter, der seine Opfer, immer junge Frauen, erst vor sich hertreibt und dann brutal tötet.

Um sein Team zu vergrößern, stellt Holger Kuhn den jungen Computernerd Christian Dunn ein. Durch seinen Einfallsreichtum und Kuhns erfahrenem Instinkt entdecken die beiden in den unaufgeklärten Vermisstenfällen Hinweise, die Parallelen zum aktuellen Mordfall der Polizei aufweisen. Chris und Holger ahnen nicht, dass sie dem „Jäger“ bereits sehr nahe gekommen sind…

Meine Meinung:

Der Thriller „Der Jäger“ ist der Auftakt einer Reihe und bereits mein drittes Buch des Autors Marc Pain. Da mir „Geh nicht dorthin“ und „Auf Schritt und Tritt“ schon sehr gut gefallen haben, war für mich die Messlatte für sein neuestes Werk sehr hoch gesetzt. Pain konnte meine Erwartungen fast zu 100 Prozent erfüllen.

Der Autor startet mit einem beklemmenden und unglaublichen Prolog. Ein junges Mädchen wird durch einen dunklen Wald gehetzt, sie stolpert, stürzt, rappelt sich immer wieder auf, ihren Peiniger im Nacken. Doch der holt sie ein, tötet sie auf grausame Weise und lässt sie im Wald zurück.

Der folgende Perspektivenwechsel stellt den Privatermittler Holger Kuhn und seinen Assistenten Christian Dunn vor, die beiden Hauptprotagonisten des Romans. Kuhn, der nach vielen Jahren im Polizeidienst endlich seinen Traum einer privaten Detektei verwirklicht hat und vom Kommissariat mit den für ihn langweiligen ungeklärten Vermisstenfällen abgespeist wird will nur eins: Die aktuellen Mordfälle des „Jägers“ übernehmen. Wegen Christians Einfallsreichtum und dessen Kenntnisse was die moderne Technologie betrifft, sowie durch den feinen und erfahrenden Instinkt von Holger Kuhn entdecken die beiden rasch Parallelen zum Jäger-Fall. Doch Holger und Chris begeben sich mit ihren eigenständigen Ermittlungen auf dünnes Eis, denn noch hat Kuhn keine Lizenz als privater Mordermittler.

Auch den „Jäger“ lässt Marc Pain zu Wort kommen. Abwechselnd mit den Ermittlungen von Dunn & Kuhn erfährt der Leser Stück für Stück mehr über den Mann und kaltblütigen Mörder, dessen dunkle „Karriere“ erschreckend und schockierend weit zurückreicht. Die Schlinge zieht sich jedoch immer enger um ihn zusammen und auf seiner Flucht hinterlässt er eine blutige Spur.

Marc Pains Schreibstil ist klar und flüssig zu lesen und macht es dem Leser leicht, der Story zu folgen. Ein atmosphärischer Erzählstil und der Perspektivenwechsel, in denen der Autor zwischen dem Täter und dem Ermittlerteam hin- und herspringt, sorgt für spannenden Nervenkitzel und aufregende Momente. Vor allem die Szenen, in denen man sich gefühlt alleine mit dem Opfer und dem Jäger im Wald befindet, sorgen für prickelnde Spannung. Ich konnte mich zu 100 Prozent in die Gejagte hineinversetzen, sah mich selbst durch den unwegsamen Wald hetzen, den Jäger im Nacken.
Marc Pain setzt gekonnt falsche Fährten, lässt die Ermittler in Sackgassen schliddern und Verluste erleiden. Selbst kurz vor Ende des Buches wird nicht nur der Leser nochmals mit einem Schockmoment konfrontiert.
Einen Wermutstropfen gibt es jedoch. Zu meinem Bedauern sind einige Szenen unglaubwürdig und leider verliert sich Pain hin und wieder in Kleinigkeiten und Wiederholungen, die zwar den Lesefluss nicht unterbrechen, aufgrund dessen aber die Spannung bedauerlicherweise etwas auf der Strecke bleibt.

Die Charaktere sind lebensecht und vielschichtig gezeichnet. Der Autor hat sie meines Erachtens gekonnt zum Leben erweckt. Holger Kuhn, der mürrische aber mit perfekten Instinkten ausgestattete Privatermittler mit weichem Kern. An seiner Seite der junge, sensible Chris Dunn, der eher zufällig in seinen ersten Mordfall rutscht und eine echte Reifeprüfung durchlebt.
Vor allem die Figur des Jägers ist Marc Pain sehr gut gelungen. Ein hochintelligenter junger Mann, psychisch krank und ein eiskalter Mörder. Ein Mann, der einem permanenten Druck auf seiner Seele ausgesetzt ist, der erst nachlässt, wenn er grausam und brutal getötet hat. Erst dann spürt er Befreiung. Der Jäger ist eine tragische Erscheinung, traumatisiert durch etwas, das weit in seiner Vergangenheit liegt.

Mein Fazit:

„Der Jäger“ von Marc Pain ist der erste Fall für das Ermittlergespann Dunn & Kuhn. Verschiedene Blickwinkel, eine spannende Verfolgungsjagd und ein weit zurückliegendes Familiendrama, machen den Thriller grundsätzlich interessant, abwechslungsreich und fesselnd. Bedauerlicherweise gibt es einige Passagen, die die Spannung und den Nervenkitzel etwas ausbremsen und auch einige unglaubwürdige Szenen tauchen auf. Ohne diese Wermutstropfen, wäre der Thriller annähernd perfekt gewesen.

Dennoch hat mich Marc Pain einmal mehr überzeugt, ich bin sehr gespannt, wie es mit Dunn & Kuhn weitergeht, wie sich die Charaktere entwickeln werden und was für ein neuer Fall das Team erwarten wird. Von mir gibt es, trotz kleiner Abzüge, eine absolute Leseempfehlung.

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Tags: auftakt, brutalität, familientragödie, marc pain;, mord, palinger heide, thriller-reihe   (7)
 

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13 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

ostfriesland, krimi, friesenauge, krimi-reihe, ritualmord

Friesenauge

Stefan Wollschläger
E-Buch Text: 196 Seiten
Erschienen bei BookRix, 23.06.2017
ISBN 9783743819214
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


Ein junges Pärchen findet auf ihrem Spaziergang im Naturschutzgebiet Hollesand einen abgetrennten Kopf, dem die Augen entfernt wurden. Der Fund ruft Kommissarin Diederike Dirks auf den Plan, die zusammen mit ihrem Kollegen Breithammer die Ermittlungen übernimmt. Schon bald führt die Spur zu einer jungen Frau aus Emden, die als vermisst gemeldet wurde. Gehören die beiden Fälle zusammen? Ist die Verschwundene dem Mörder zum Opfer gefallen, oder ist ihr Verschwinden Zufall und hat nichts mit dem aktuellen Fall zu tun? Dirks und Breithammer ermitteln unter Hochdruck in alle Richtungen und vor allem Dirks muss nicht nur in ihrer Beziehung eine Entscheidung treffen, sondern sich auch einem wunden Punkt in ihrer Vergangenheit stellen…

Meine Meinung:

„Friesenauge“ von Stefan Wollschläger ist mein erster Krimi des Autors, aber schon der dritte Teil einer Reihe. Ein Buch, das mich wirklich begeistern konnte und in wenigen Stunden verschlungen war.

Wollschlägers flüssiger und einnehmender Schreib- und Erzählstil hat mich sofort an die Story gefesselt. Der spannende Kriminalfall mit vielen Wendungen und falschen Fährten lässt zu keiner Zeit Langeweile aufkommen. Es bleibt genug Raum für eigene Spekulationen und Vermutungen.

Die immer wieder eingeschobenen Zeilen aus einem Tagebuch sorgen anfangs vielleicht für neugierige Verwirrung, weil sie augenscheinlich zunächst nichts mit dem Fall in Ostfriesland zu tun haben. Erst kurz vor Schluss löst Wollschläger auf und alle Fäden laufen schlüssig und durchdacht zusammen.

Das Privatleben der Ermittler in Krimis und Thrillern verursacht mir meist immer etwas Bauchschmerzen. Hier hat es der Autor aber geschafft, Diederike Dirks Beziehung zu dem Journalisten wie auch ihre Vergangenheit gekonnt in die Story zu integrieren, ohne dass diese den eigentlichen Fall überlagern.

Stefan Wollschläger greift in seinem Krimi das interessante Thema „Spionagesoftware“ auf und verknüpft dies gekonnt mit regionalen Begebenheiten. Eine atmosphärische und idyllische Landschaftsbeschreibung, die einem fast buchstäblich die Seeluft um die Nase wehen lässt sowie sympathische, realistische, interessante und auch zum Teil auch etwas skurrile Protagonisten und Charaktere runden das Ganze ab und machen das Buch zu einem echten Lesegenuss.

Mein Fazit:

„Friesenauge“ von Stefan Wollschläger ist ein spannender und fesselnder Ostfrieslandkrimi mit vielen falschen Fährten, die dem Leser Platz für eigene Spekulationen bietet. Ein interessanter Plot, tolle Landschaftsbeschreibungen und Lokalkolorit sowie ansprechende Protagonisten machen „Friesenauge“ zu einer kurzweiligen Lektüre. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen. Obwohl das Buch der dritte Teil einer Reihe ist, hatte ich auch ohne Vorkenntnisse keine Probleme der Handlung zu folgen. Von mir gibt es auf jeden Fall für diesen Ostfriesland-Krimi eine Leseempfehlung!

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Tags: abgetrennter kopf, krimi-reihe, ostfriesland, ritualmord, vergangenheit   (5)
 

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43 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 41 Rezensionen

freundschaft, entführung, hass, neid, psychothriller

WO IST JAY?

Astrid Korten
Flexibler Einband: 344 Seiten
Erschienen bei Independently published, 18.05.2017
ISBN 9781521310021
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Nach einem Mädelswochenende mit ihrer besten Freundin Mia, verschwindet die charmante, beliebte und gutaussehende Jay de Winter spurlos. Sie hinterlässt ihrem Mann Hugo einen Abschiedsbrief. Doch Mia glaubt nicht, dass Jay ihre Familie freiwillig verlassen hat. Der Freundeskreis, selbst der Ehemann, zweifeln jedoch nicht an Jays Entscheidung. Für sie geht das Leben ohne Jay einfach weiter, irgendwie scheinen sie sogar erleichtert über ihr Verschwinden zu sein. Mia ist verzweifelt und macht sich allein auf die Suche nach ihrer Freundin. Für die junge Frau beginnt ein regelrechter Alptraum und schon bald findet sie sich verstrickt in einem Netz aus Lügen, Intrigen, Hass und Verrat. Alles, was Mia noch umtreibt ist die Frage: Wo ist Jay?

Und dann ist da noch die junge Frau, die im Aachener Stadtgarten brutal zusammengeschlagen wurde und kurze Zeit später an ihren schweren Verletzungen stirbt. Gibt es eine Verbindung zwischen dem Überfall im Stadtgarten und dem Verschwinden von Jay oder hat Jay de Winter tatsächlich ihre Familie verlassen…?

Meine Meinung:

„Wo ist Jay“ von Astrid Korten ist ein Psychothriller, der auf einem alten Aachener Mordfall basiert. Ein Thriller, der einem vom ersten Moment an in seinen Bann zieht.

Im Vordergrund, so glaubt man, steht die Suche nach der verschwundenen Jay de Winter und die Frage, warum sie ihre Familie von heute auf morgen verlassen hat. Doch hat sich die junge Mutter wirklich abgesetzt um ein neues Leben zu beginnen oder ist ihr vielleicht etwas zugestoßen? Mia, Jays beste Freundin ist felsenfest davon überzeugt, dass Jay nicht freiwillig gegangen ist. Doch warum steht sie mit ihrer Überzeugung völlig alleine da? Warum verhalten sich der komplette Freundeskreis, Mias Mann und sogar Jays Ehemann Hugo, völlig passiv? Warum sieht es für Mia so aus, als wären sie sogar froh darüber, dass Jay verschwunden ist?

Astrid Korten hat mich gefangen, gefesselt und verwirrt. Ich war hin- und hergerissen. Mal war ich absolut davon überzeugt, dass Jay einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Ich habe mit Mia gelitten und war fassungslos, dass niemand ihr auch nur im Ansatz helfen wollte. Was sind das nur für Freunde? Warum hinterfragen sie Jays Verschwinden nicht? Warum lassen sie Mia mit ihrer Sorge und Angst alleine? Sollten Freunde, gerade in schlechten Zeiten, bedingungslos zueinander stehen?

Doch je weiter und tiefer ich in die Geschichte eingetaucht bin, je mehr unfassbare und erschütternde Details ans Tageslicht kamen, desto verunsicherter wurde ich. War Jays Leben tatsächlich nur vordergründig so perfekt? Hat sie wirklich ihre Freunde untereinander ausgespielt, den Männern aus der Clique reihenweise den Kopf verdreht? Und warum erkennt Mia das nicht? Warum hält sie nach all den unglaublichen Erkenntnissen über Jays Leben noch weiterhin daran fest, dass Jay nicht freiwillig ihre Familie verlassen hat. Dass sie einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Stellenweise wollte ich Mia einfach nur schütteln, nach all dem neuen Wissen schien mir die obsessive Suche völlig irrsinnig! 

Tatsächlich beherrscht die Frage nach dem „Warum“ die gesamte Story. Wo Jay wirklich ist, werde ich hier natürlich nicht verraten. Die Autorin löst diese Frage am Ende auf, bis dahin wurde ich aber weiterhin von Zweifeln geplagt, ich war mir nie wirklich sicher, ob ich mit meinen Vermutungen auf der richtigen Spur war. 
 
Astrid Korten schreibt flüssig und sehr angenehm, atmosphärisch und mit einer permanenten unterschwelligen Spannung, die einem nicht mehr los lässt. 

Mein Fazit:

„Wo ist Jay“ von Astrid Korten ist ein nervenaufreibender Psychothriller und hinterfragende Gesellschaftskritik zugleich, in dessen Focus die Themen Freundschaft, Intrigen, Neid und Hass stehen. Die Tatsache, dass dieses Buch auf einem wahren Mordfall beruht, die interessanten und tiefgründigen Charaktere sowie eine permanente subtile Spannung, machen den Thriller zu einer perfekten und absolut unterhaltsamen Lektüre. „Wo ist Jay“ geht unter die Haut und hat mich mehr als nachdenklich zurückgelassen. Ein Thriller, der definitiv nachwirkt und meiner Meinung nach eine absolute Leseempfehlung mehr als verdient.

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Tags: aachen, entführung, freundschaft, hass, intrigen, mord, neid, wahre begebenheit   (8)
 
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