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Handmade Hygge

Carmen Wedeland , Barbara Sander , Manuela Seitter , Eva Scharnowski
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Frech, 11.09.2017
ISBN 9783772481185
Genre: Sachbücher

Rezension:

Zunächst stellt die Autorin Carmen Wedeland Hygge als Lebensgefühl vor. Die gebürtige Deutsche, die seit 2013 selbst in Dänemark lebt, streift dabei verschiedene Seiten der positiven dänischen Lebenseinstellung: vom Zusammensein mit der Familie über verschiedene Jahreszeiten und deren Besonderheiten bis hin zu Handarbeiten als entspannende Beschäftigung, die glücklich macht. Auch ein kleines dänisches Wörterglossar wird dem Hygge-suchenden Leser mit auf den Weg gegeben.

Das weitere Buch unterteilt sich in die Räumlichkeiten wie Küche, Wohnzimmer, Schlafzimmer, Bad sowie die Kategorie Kleidung. Insgesamt 40 Strick-, Häkel- und Nähanleitungen sollen das eigene Zuhause gemütlicher machen und mit Behaglichkeit erfüllen. Schals und Mützen, Decken, Kissenbezüge und Tischdeko sind nur einige Beispiele. Dazu kommen zahlreiche Tipps für die hyggelige Interior-Gestaltung. Die Vorlagen finden sich entweder als Strick- oder Häkelschrift im Text oder auf dem beigefügten Schnittmusterbogen. Hier sollte beachtet werden, dass Grundkenntnisse in den drei Handarbeitstechniken vorausgesetzt werden. Erklärungen von Maschenarten oder Nähtechniken sind nicht enthalten.

Auch die Aufmachung des Buches steht ganz im Zeichen der Gemütlichkeit. Stimmungsvolle Bilder und an Handlettering erinnernde Illustrationen unterstützen den skandinavischen Charme. Alles in allem macht es allein schon Freude, das Buch in einer freien Stunde gemütlich durchzublättern. Auch die Kreativprojekte lohnen größtenteils der Nacharbeit. Da zur Zeit jedoch quasi alles, was einen skandinavischen Anstrich hat, automatisch im Trend ist, können hier auch die altbekannten Topflappen und Tassenuntersetzer wieder als innovative Häkelprojekte verkauft werden.

Bekommt man also auf der einen Seite einen wirklich gelungenen Eindruck in das dänische Lebensgefühl von Hygge, erscheinen auf der anderen Seite die traditionellen Handarbeiten teilweise ein wenig künstlich in einen modernen Look gekleidet, um sie als hyggelig zu vermarkten. Dennoch erhellt das Buch so manche graue Stunde und macht gerade in den trüben Herbsttagen Lust auf eine Tasse Tee mit einem neuen Kreativprojekt.


Bonusmaterial: Schnittmusterbogen

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Als die Bäume davonflogen

Gioconda Belli , Catalina Rojas Hauser , Barbara Steinitz
Fester Einband
Erschienen bei Peter Hammer Verlag, 13.02.2017
ISBN 9783779505655
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Pablo, ein kleiner Junge, ist anders als die anderen. Aufgrund einer Krankheit muss er die meiste Zeit zu Hause bleiben. Anders ist auch seine Wahrnehmung der Welt um ihn herum: er freundet sich mit den Bäumen vor seinem Fenster an, gibt ihnen Namen und denkt sich Geschichten zu ihnen aus. Als eines Tages alle Bäume von der Erde verschwinden (sie fliegen davon aufgrund der schlechten Behandlung durch die Menschen), ist die Not groß. Pablo gelingt es jedoch, die Bäume zur Rückkehr zu bewegen und die Menschen zum Umdenken zu bringen.

Dieses moderne Märchen beschreibt den Inhalt des Kinderbuches "Als die Bäume davonflogen". Die Autorin Gioconda Belli stammt aus Nicaragua, wo sie auch heute noch lebt. Bereits in früheren Kinderbüchern (z.B. "Die Blume und der Baum") behandelte sie Themen der Natur, die als Parabeln für menschliches Verhalten dienen können. Auch das aktuelle Buch regt, gerade angesichts momentan stattfindender Umweltdebatten, zum Nachdenken an.

Die Bilder stammen von der Freiburger (heute Berliner) Illustratorin Barbara Steinitz. Sie gestaltete ebenfalls das oben genannte Kinderbuch "Die Blume und der Baum" von Gioconda Belli. Die Illustrationen sind im Stil von Scherenschnitten gehalten und arbeiten mit dem Gegensatz von Licht und Schatten. Dadurch werden die Bilder auf das Wesentliche reduziert. Bei den Personen sind Stimmung und Gefühle lediglich an den Umrissen abzulesen. Die Menschen und alles von Menschenhand gemachte erscheint in schlichtem Schwarz. Die Farben sind allein der Natur vorbehalten.

Diese spezielle Art der Illustration mag unterschiedliche Gefühle auslösen. Man kann sie als Tor zur eigenen Fantasie wertschätzen, aber auch als zu ernst und hart für ein Kinderbuch verwerfen. Fest steht jedoch, dass sich das Buch gerade darin deutlich von anderen Kinderbüchern unterscheidet.

Seitenzahl: 24
Format: 24,8 x 28,7 cm
Verlag: Peter Hammer

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Heilige Pracht

Scot McKendrick , Kathleen Doyle , Hanne Henninger , Heike Rosbach
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Theiss, Konrad, 01.09.2017
ISBN 9783806236170
Genre: Sachbücher

Rezension:

Schon zu Beginn erhält der Leser nützliche Informationen zum Gebrauch des Buches. Es finden sich Angaben zur Zitation der abgebildeten Handschriften, ein Abkürzungsverzeichnis und Hinweise zur Literatur. Damit entfällt das lästige Suchen und Nachschlagen dieser Dinge in einem Anhang irgendwo am Ende des üppigen Bandes. Das sehr ausführliche Vorwort gibt einen Überblick über den Inhalt des Werkes und bietet interessante Hintergrundinformationen. Es erklärt die Entstehung des biblischen Kanons und früher Übersetzungen und führt in das Handwerk des Schreibens und der Kunst der Illumination (= Illustration) ein.

Nach einem Überblick über die Entstehung der vorgestellten Handschriften wird zudem erklärt, warum gerade Bibeln so prachtvoll illustriert wurden und daher so gut erhalten sind. Die vertiefenden Hinweise zu Materialien, Zweck und Typen der Illumination runden die Einführung in den kunsthistorischen Hintergrund der nun folgenden Handschriften ab. Den einzigen Störfaktor dieser Einführung bildet die etwas durcheinandergewürfelte deutsche Grammatik.

Die 45 vorgestellten Bibeln sind chronologisch geordnet, beginnend mit den Kanontafeln des Eusebius aus dem 6./7. Jh., den Abschluss bildet eine Schrift auf Äthiopisch aus dem 17. Jahrhundert. Ein Anliegen der beiden Autoren, die in der renommierten British Library tätig sind, besteht darin, die seltenen Schriften einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Bisher waren die Manuskripte vorwiegend im Archiv oder in einzelnen Ausstellungen zu sehen. Zudem wird auf die Internetseite der Library verwiesen, auf der immer mehr Schriften digitalisiert eingesehen werden können.

Die geografische Bandbreite der illuminierten Texte reicht vom Evangeliar von Lindisfarne im Norden Englands über London, Paris, Aachen, Rom u.v.a bis nach Konstantinopel und Jerusalem im Osten. Somit sind die wesentlichen Zentren des Christentums in der Zeit des Mittelalters abgedeckt. Jede Handschrift begleitet eine Beschreibung, die den Titel, die sowohl Sprache, den Abfassungszeitraum, den Umfang und die Maße angibt. In den Artikeln werden sowohl die Hintergründe der Entstehung und wichtige Persönlichkeiten erläutert, als auch Hinweise auf stilistische Besonderheiten der Illustrationen gegeben. Eine knappe Literaturangabe rundet jede Bibelvorstellung ab.

Doch nun zum Wichtigsten: Was wäre ein epischer Bildband über Prachthandschriften ohne seine Bilder? Hier kann sich die Arbeit der British Library in Bezug auf die Visualisierung der Dokumente wirklich sehen lassen. Die hochauflösenden Scans zeigen auch kleinste Details messerscharf. Die durchgehend farbigen Abbildungen sind vorwiegend seitenfüllend, zuweilen werden Ausschnitte in einem kleineren Format präsentiert. Das Buch leistet damit zugleich einen wichtigen Beitrag zur Erhaltung der prächtigen Illustrationen, da die Originalpergamente als organisches Material auch bei bester Aufbewahrung dem Verfall preis gegeben sind.

Mit der gelungenen Auswahl an handgeschriebenen Bibeln, den brillanten Abbildungen und interessanten Erklärungen avanciert dieser kunsthistorische Bildband zu einem neuen Schatz im Bücherregal.

Originaltitel: "The Art of The Bible. Illuminated Manuscripts in The Medieval World"
Seitenzahl: 336
Format: 26,2 x 31,8, gebunden
Verlag: Theiss

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Die Kinderbrücke

Max Bolliger , Stepan Zavrel , Stepan Zavrel
Fester Einband
Erschienen bei Bohem Press, 01.09.2005
ISBN 9783855814299
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Das Thema von Streit und Versöhnung war damals so aktuell wie heute. Das Buch betont außerdem, wie wichtig die Sicht der Kinder für die Welt der Erwachsenen ist, sind es doch gerade die Kleinen, die es schaffen, Frieden zu schließen. Der rational völlig unbegründete Streit der Bauern regt zum Nachdenken an, welche manchmal ganz unsinnigen Gründen man selbst gegen andere Menschen vorbringt.

Ein Klassiker sind zudem die Illustrationen von Štěpán Zavřel. Der Prager Künstler gründete nicht nur die International School of Illustration in Rugolo, sondern war auch Mitbegründer des Bohem Verlages. Seine Bilder geben in wunderbarer Weise den Text wieder. Sie nehmen die Gegensätze von Morgen und Abend, Sonne und Schatten in ihrem Farbschema auf und zeigen auch die Emotionen der Menschen auf eine sehr deutliche, manchmal fast überzogen wirkende Art.

Durch die großen, seitenfüllenden Illustrationen eignet sich das Buch sehr gut zum Vorlesen und gemeinsamen Betrachten mit Kindern. In seiner Kürze kann es auch an einem Abend als Gute-Nacht-Geschichte gelesen werden.

Seitenzahl: 32
Format: 10,8 x 16 cm, gebunden
Verlag: Bohem

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pasta, italienische küche, kochen, pizza, italien

Simply Pasta, Pizza & Co.

Julian Kutos
E-Buch Text: 184 Seiten
Erschienen bei Löwenzahn Verlag, 23.01.2017
ISBN 9783706628549
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ein gutes Kochbuch ist mehr als eine Sammlung von Rezepten. Es zeigt etwas von der Einstellung des Autors, seinen Vorlieben und macht Lust auf das eigene Ausprobieren und Nachkochen der Gerichte. Alle diese Voraussetzungen erfüllt das Buch "Simply Pasta, Pizza & Co" des Wiener Kochlehrers Julian Kutos.

Gleich zu Beginn berichtet er von seiner Liebe zur italienischen Küche, die man auch bei den einzelnen Gerichten merkt. Unter dem Slogan "Einfach, edel, pur" stellt Kutos zunächst seine Philosophie des Kochens vor. Obwohl die Rezepte alles andere als banal sind, werden sie aus einfachen und leicht zu beschaffenden Zutaten bereitet. Das senkt die Hemmschwelle und ermutigt selbst zum Kochlöffel zu greifen. Die umfangreiche Einführung enthält des Weiteren Empfehlungen für die eigene Vorratskammer und wichtige Kochutensilien. Mit der sehr unterhaltsamen Beschreibung der fünf Geschmacksrichtungen, einer äußerst ausführlich bebilderten Anleitung der richtigen Schneidetechniken sowie Empfehlungen zum Kauf der Lebensmittel und der passenden Getränke dazu ist man bestens für den folgenden Rezeptteil gewappnet.

Auch dieser lässt keinen Wunsch des Hobbykochs fehlen. Endlich einmal hat man die Grundrezepte für Pasta- und Pizzateig, Gnocchi und Pesto in einem Buch zusammen. Die wichtigsten Saucen werden ebenfalls erklärt. Danach gliedert sich das Buch in leichte Vorspeisen (Aperitivo), Pasta und schließlich Pizza Rezepte. Hier findet man all die schönen Begriffe, die man von italienischem Essen so kennt: von Tagliatelle über Fettuccine und Lasagne bis zu Pizza und Focaccia reicht die große Auswahl und bietet reiche Abwechslung. Der Anhang definiert wichtige Kochbegriffe, bietet ein Glossar mit Übersetzung der österreichischen Ausdrücke und macht Vorschläge für die Zusammenstellung von Menüs - von einfach bis elegant.

Neben der guten Auswahl und Anleitung der Gerichte unterstützen vor allem die zahlreichen hervorragenden Bilder von Wolfgang Hummer den guten Eindruck des Buches. Das Foodstyling lässt dem Leser das Wasser im Mund zusammenlaufen und immer wieder erklären Bilderserien komplexere Handgriffe. Als etwas Besonderes fangen die Fotografien nicht nur das leckere Essen ein, sondern auch den Autor selbst, wodurch seine Freude am Kochen sehr greifbar wird und sofort ansteckend wirkt.

Fazit: An diesem Buch stimmt einfach alles: die Rezeptauswahl, die Präsentation in Bild und Layout und die Mischung aus Gerichten und Hintergrundinfos. Eine klare Empfehlung für alle, die Freude am Kochen und einem guten Essen haben.

Seitenzahl: 184
Format: 20,5 x 25,1 cm, gebunden
Verlag: Löwenzahn

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unterwasserwelt, oktopus, meerestiere

Rendezvous mit einem Oktopus

Sy Montgomery , Heide Sommer , Donna Leon
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei mareverlag, 29.08.2017
ISBN 9783866482654
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ein Krake ist eigentlich nicht das typische Tier, bei dem man sofort in "Oh-wie-süß!"-Rufe ausbricht. Auch andere beliebte Tierattribute wie "niedlich" oder "goldig" wollen auf den wirbellosen Meeresbewohner nicht so recht passen. Im Gegenteil: Seit Jahrhunderten gilt der Krake als Ungeheuer aus der Tiefe, das Menschen und sogar Schiffe angreift und mit seinen acht Armen in den Ozean zieht. Warum ihm also ein Buch widmen, das auf fast romantisch anmutende Art die Begegnung mit diesem Tier als "Rendezvous mit einem Oktopus" tituliert?

Die amerikanische Forscherin Sy Montgomery möchte gerade mit solchen Vorurteilen aufräumen. In einer Ich-Erzählung berichtet sie von ihren Begegnungen mit Athena, Octavia, Kali und Karma. Die vier Oktopoden (Mehrzahl von Oktopus) lernt sie im New England Aquarium in Boston kennen. Kennenlernen ist hier ganz wörtlich gemeint: im Verlauf des Buches wird deutlich, wie die Forscherin nicht nur Bekanntschaft, sondern Freundschaft mit den Meeresbewohnern schließt.

Anschaulich erzählt sie von den verschiedenen Eigenschaften und Vorlieben der Tiere, wie man es auch über liebe Freunde tun würde. Man erhält dabei nicht nur unglaublich viele Informationen über Kraken, wie z.B. deren Lebensverhältnisse im Meer, ihre Intelligenz und die Kraft ihrer acht Arme und 1600 Saugnäpfe. Von Anfang an ist die Erzählung im eigentlichen Sinne spannend, was nur wenige Sachbücher zu leisten vermögen. Man nimmt Anteil an der fröhlichen Stimmung bei Ankunft eines neuen Oktopus und versteht die Trauer der Autorin beim Tod eines anderen.

Das Buch macht zudem auf die Bedrohung der Meere und ihrer Bewohner aufmerksam, ohne zu offensichtlich die Moralkeule zu schwingen. Der Wechsel zwischen erzählenden Teilen und informativen Abschnitten ist so gewählt, dass der rote Faden der fortlaufenden Geschichte stets in greifbarer Nähe bleibt.

"Rendezvous mit einem Oktopus" ist ein gelungenes Sachbuch, bei dem auf spannende Weise die eindrückliche Beziehung der Autorin zu den faszinierenden Meerestieren mit wissenswerten Fakten kombiniert wird. Eine klare Leseempfehlung nicht nur für Aquaristen!

Originaltitel: "The Soul of an Octopus: A Surprising Exploration into the Wonder of Consciousness"
Seitenzahl: 336
Format: 14,9 x 22,3 cm, gebunden
Verlag: Mare

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Noah und die große Flut

Cornelia Boese , Annemarie van Haeringen
Fester Einband
Erschienen bei Gerstenberg Verlag, 30.01.2017
ISBN 9783836959544
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Cornelia Boese wandelt den schweren Brocken der alten Sprache und des dichten Inhalts in leicht verdauliche lyrische Verse um, ohne die Erzählung dabei zu beschönigen. Der Handlungsverlauf bleibt durchgehend sehr nah an der biblischen Vorgabe, ohne irgendwelche Dinge dazu zu erfinden. Ein wenig anders steht es bei den Illustrationen. Dort tauchen plötzliche neben Zentauren und Einhörnern auch Meerjungfrauen und Riesen auf. Könnte man Letztere notfalls noch mit dem Vorgängerkapitel der Noah-Erzählung biblisch begründen, fällt das bei den übrigen Sagengestalten doch etwas schwer. Hier fällt also eine Diskrepanz zwischen der vorlagentreuen Sprache und der etwas freieren Bebilderung ins Auge.

Für den Großteil des Buches veranschaulichen die Zeichnungen jedoch sehr passend die wenigen gereimten Textzeilen der jeweiligen Seite. Das Gewand des Noah wurde aus einer Sternenkarte gestaltet, der tiefere Sinn dieses Kunstgriffs bleibt allerdings in seiner Tiefe verborgen. Die Besonderheit dieses Buches liegt vielleicht darin, dass in wenigen Worten und teilweise fast minimalistisch anmutenden Illustrationen dennoch alles Wesentliche der Geschichte eingefangen wird.

"Noah und die große Flut" ist keine glitzernde Heile-Welt Adaption der biblischen Geschichte. Gott erscheint nicht als gütig lächelnder weiß bebarteter Mann und Noah tanzt am Ende nicht lachend mit seiner Familie Ringelreihe unter dem Regenbogen. Das mag manch einem vielleicht als Zumutung erscheinen. Für manch anderen liegt darin vielleicht gerade der Reiz dieses Buches.

Seitenzahl: 40
Format: 24 x 28,5 cm, gebunden
Verlag: Gerstenberg

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Unterwegs zu Luther

Thomas A Seidel , Heinz Stade , Harald Wenzel-Orf
Flexibler Einband: 260 Seiten
Erschienen bei Wartburg Verlag, 15.03.2010
ISBN 9783861601968
Genre: Romane

Rezension:

 Keinen theologischen oder biografischen, sondern einen geografischen Zugang zu Martin Luther bietet dieser kirchengeschichtliche Reiseführer. Das Buch listet alphabetisch fünfzig für den Reformator oder die Reformation prägende Orte auf. Dabei wird jeweils die Stadt zunächst allgemein charakterisiert, bevor der Bezug zu Luther erläutert wird. Schließlich erfolgt eine Auswahl sehenswerter Bauwerke des Ortes, die neben der geschichtlichen Bedeutung auch auf die bauhistorischen Merkmale eingeht.

Zwischen den Vorstellungen der Lutherorte finden sich theologische Texte, die "wichtige Anstöße zur geistigen Orientierung" (Vorwort S. 7) zu geben versuchen. Sie vertiefen spezifische Aspekte von Luthers Theologie und wollen zum weiteren Nachdenken anregen. Am Ende des Buches findet sich die Auflistung der verwendeten Literatur (sechs Werke), auf die ein Glossar der wichtigsten Begriffe folgt. Eine Übersichtskarte aller vorgestellten Lutherorte erleichtert die geographische Orientierung. Schließlich endet das Reisebuch mit dem Lebenslauf des Reformators, der überblicksartig die zentralen Stationen Luthers und der Reformation aufführt.

Illustriert werden die Texte durch Fotografien von Harald Wenzel-Orf. Der Leser erhält damit ein Bild der vorgestellten Orte, wodurch die Sachinformationen mehr Lebendigkeit erhalten. Besonders die Luftaufnahmen zeigen dabei Perspektiven der bekannten Bauten und Städte, die man auf der eigenen Reise nicht einnehmen kann.

"Unterwegs zu Luther" möchte als ein "touristisches und ein spirituelles Reisebuch" fungieren. Das bedeutet, es muss nicht nur den fachlichen, sondern ebenso den praktischen Prüfstand absolvieren. Hat das Buch also einen konkreten Nutzen, wenn man selbst Lutherorte wie Eisenach, Erfurt usw besuchen möchte? Hier lautet die eindeutige Antwort: teilweise.

Zum einen erfährt man sehr schnell, was Luther mit dem konkreten Ort verbindet, ohne vorher zweihundert Seiten seiner Biografie gelesen haben zu müssen. Man wird zügig zu relevanten Bauwerken oder Gedenkstätten geleitet, die nochmals separat beschrieben werden. Dass in einem solchen Sammelwerk bei jeder Stadt nur wenige Sehenswürdigkeiten Erläuterung erfahren, kann eher als Pluspunkt gewertet werden: es bewahrt den Leser vor visitatorischer Überlastung. Allerdings ist das Buch (zumindest in dieser Ausgabe) für den Reiserucksack etwas unhandlich. Zu dem relativ hohen Gewicht kommt das gebundene Format sowie die innere Unübersichtlichkeit, da man beispielsweise die Adressen der Lutherstätten dem Fließtext entnehmen muss. Hier hätten ein paar "touristenfreundliche Zugaben" das Buch etwas aufpeppen können.

Alles in allem sei das Reisebuch reisefreudigen Lutherinteressierten ebenso empfohlen wie Freunden der Reformationsgeschichte, die einmal einen etwas anderen Zugang zur Materie haben möchten als die 1001 theologischen Einführungen.

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Martin Luther

Elke Junker , Stefan Horst
Fester Einband
Erschienen bei Kaufmann, Ernst, 01.08.2016
ISBN 9783780662705
Genre: Kinderbuch

Rezension:

"Die Nacht des 10 November 1483 war kalt und stürmisch" - so lautet der erste Satz dieses Kinderbuchs, das die Geschichte von Martin Luther für die Jüngsten aufbereitet. Die biografische Erzählung setzt mit der Geburt des Reformators ein, begleitet ihn auf seinem Weg durch die Schul- und Studienzeit sowie bei zentralen Geschehnissen der Reformation bis zu seinem Tod. Dass er dabei durchweg schlicht "Martin" genannt wird, macht ihn für die Kinder zu einer greifbaren und nahbaren Figur. Sehr schön werden immer wieder Luthers Gedanken mit den äußeren Ereignissen verflochten. So ist die innere Entwicklung des Mönchs ebenso erkennbar und nachvollziehbar wie die Turbulenzen ab 1517.

Weitere wichtige Charaktere sind Luthers Vater, dessen Konflikt mit seinem Sohn ausführlich angesprochen wird, Johann Staupitz und Friedrich der Weise. Am Rande erscheinen zudem Cajetan, Katharina von Bora und Philipp Melanchthon, sowie Papst und Kaiser. Die Erzählung wird also sehr auf die Figur Luther zentriert, die anderen Charaktere werden oft als "Freunde Luthers" oder "die Theologen" zusammengefasst.

Natürlich und nachvollziehbarerweise wurden historische Fakten geglättet und vereinfacht. So heißen die Eltern des Reformators von Anfang an Luther und nicht Luder, wie der Familienname eigentlich lautete. Das Aufeinandertreffen mit Humanisten sowie anderen Reformatoren (Zwingli) fehlt ebenso wie die Erwähnung von Tetzel oder seinen Weggefährten Georg Spalatin und Justus Jonas. Ein amüsantes Detail findet sich bei Luthers erster Messe: die Illustration zeigt die Menschen fröhlich sitzend im Gottesdienst und auf Luther lauschend. Kirchenbänke gab es jedoch zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht überall, man stand meist in der Kirche, und dies vermutlich nicht besonders gut gelaunt.

Ansonsten veranschaulichen die Zeichnungen jedoch sehr schön die erzählte Geschichte. Jede Doppelseite ist durchgehend farbig gestaltet. Das Buch ist jedoch kein Bilderbuch in dem Sinne, dass die Illustrationen im Vordergrund stehen und der Text nur nettes Beiwerk wäre.

Insgesamt fasst das Buch das bewegte Leben des Reformators auf spannende Weise und in kindgerechter Sprache für Leser ab 8 Jahren zusammen.

Seitenzahl: 32
Format: 20 x 14,2 cm, gebunden
Verlag: Kaufmann

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Warum die Arche nie gefunden wird

Eric H. Cline , Michael Sailer
Fester Einband
Erschienen bei Theiss, Konrad, 01.09.2016
ISBN 9783806233858
Genre: Sachbücher

Rezension:

Wo liegt der Garten Eden? Gab es Sodom und Gomorra wirklich? Diesen und weiteren spannenden Fragen geht der renommierte Archäologie Eric H. Cline in diesem Buch nach. Dabei ist der Inhalt wesentlich sachlicher und seriöser als der reißerisch klingende deutsche Titel.

Cline betritt das Feld der biblischen Archäologie vom Standpunkt des neutralen Wissenschaftlers. Nun wird man sofort einwenden, dass es diesen scheinbar unabhängigen Standpunkt gar nicht gibt. Damit soll jedoch lediglich eine nicht tendenziöse Herangehensweise angedeutet werden. Kurz gesagt: Cline versucht nicht von vornherein, die Bibel zu beweisen oder zu widerlegen, wie man es leider in zahlreichen anderen Publikationen zu diesem Thema vorfindet.

Auch in der Methodologie bleibt der Historiker in seinem Fachgebiet. Für die Diskussion einer These versucht er, nach Möglichkeit drei unabhängige Quellen zu vergleichen. Dafür werden die biblischen Berichte, nichtbiblische literarische Texte sowie Artefakte der Archäologie herangezogen. Aus der Sicht des Theologen ist hier bemerkenswert, dass die biblischen Erzählungen überhaupt als der Betrachtung wert erachtet und als mögliche Quelle herangezogen werden. Das ist in der Theologie keineswegs üblich. Im Anschluss an die Vorstellung der Quellen gibt Cline einen kurzen Abriss über die Forschungsgeschichte. Schließlich diskutiert er unterschiedliche Theorien zur Klärung einer Sachfrage. Wenn dabei kein für ihn plausibles eindeutiges Ergebnis herauskommt, lässt er das Mysterium als solches stehen. Hier ist positiv hervorzuheben, dass bei solchen ungeklärten Fragen nicht vorschnell einer Darstellungsweise zugestimmt und eine andere verworfen wird. Alle Quellen erfahren eine sorgfältige Auswertung und sachkundige Bewertung.

Man muss sich bei diesem Buch bewusst sein, dass hier nicht ein Theologe schreibt, der biblische Archäologie betreibt, sondern ein Althistoriker und Archäologe. Das bedeutet, es findet an keiner Stelle eine theologische Bewertung der Quellen oder der Ergebnisse statt. Das bedeutet weiterhin, es geht hier nicht um Glaubensfragen. Anliegen von Cline ist es, den biblischen Geschichten archäologisch auf die Spur zu gehen und nicht, den christlichen Glauben durch Verifizierung oder Widerlegung des biblischen Fundamentes zu beweisen oder zu nihilieren (obwohl die hermeneutische Frage natürlich immer mitschwingt).

Wer eine archäologische Sichtweise auf sieben bekannte Berichte aus der Bibel wünscht, findet in diesem Buch viele interessante Ausführungen. Die Bewertung derselben gerade hinsichtlich des Glaubens muss jeder eigenständig vornehmen.

Originaltitel: "From Eden to Exile – Unraveling Mysteries of the Bible"

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Neuland

Sven Fennema , Christoph Gunkel
Fester Einband
Erschienen bei Frederking & Thaler, 24.05.2017
ISBN 9783954162055
Genre: Sonstiges

Rezension:

Nach dem Erfolg von "Nostalgia" liegt nun der nächste hochwertige Bildband des Fotografen Sven Fennema vor. Darin widmet er sich verlassenen Orten, die von der Natur zurückerobert wurden. Diese besonderen Lost Places fallen durch ihr eigentümliches Zusammenspiel von einstigem menschlichem Ordnungswillen in Form der Architektur und der langsamen, aber stetigen Wiedervereinnahmung durch die grünen Bewohner auf.

Die exakte Lage der Orte verrät Sven Fennema nicht. Zu viele der morbiden Schönheiten wurden bereits durch Vandalismus beschädigt und verunstaltet. Doch tut das der Faszination der Reise, auf die man von dem Fotografen mitgenommen wird, keinen Abbruch. Gemeinsam mit ihm steigt man schmale, überwucherte Gassen empor, um zu einem abgelegenen italienischen Bergdorf zu gelangen. Man bestaunt die verlassene Siedlung mit ihren verwinkelten Wegen, während man Fennemas Worte liest: "Hier hat sich mir die Gewalt der Natur besonders eindrücklich gezeigt. Ich fühle mich in den zugewachsenen Gassen so verloren, als ob ich der letzte Mensch auf Erden sei."

Dieses Gefühl stellt sich ebenso bei alten Fabrikanlagen ein, in denen nun friedlich das Grün sprießt, in märchenhaften Schlössern, die direkt einer Fantasywelt entsprungen scheinen oder früheren Vergnügungsparks, deren einzige Gäste heute lange Efeuranken sind. Die Bilder nehmen den Betrachter durch sorgfältige Bildkomposition, kreativen Umgang mit Licht und Schatten und technischem Können unmittelbar mit hinein in diese geheimnisvolle Welt. Im Focus steht dabei immer die Art und Weise, wie die Natur in die durch Menschen angelegten Orte eindringt.

Das Buch gliedert sich in vier Hauptkapitel, die grob den Jahreszeiten nachempfunden sein sollen. Dabei geht es jedoch nicht um Aufnahmen im Frühling, Sommer usw., sondern um die Art des Verfalls. Jeder Abschnitt wird eingeleitet von Christoph Gunkel. Auch für jedes Bild gibt es einen kleinen erklärenden Text. Diese wären jedoch nicht immer nötig gewesen, da viele Fotografien für sich wirken. Positiv hervorzuheben ist, dass der Fotograf selbst zu Wort kommt und von seinen Reisen berichtet. Die thematisch passenden Zitate berühmter Persönlichkeiten sind eine nette Zugabe.

Sven Fennema gelingt in diesem Bildband eine ansprechende und anspruchsvolle Dokumentation von schwer zugänglichen Lost Places in Europa. Ein bisschen weniger Text hätte nicht geschadet, um die Bilder für sich stehen zu lassen. Für Profi- als auch für Hobbyfotografen sowie allen entdeckerfreudigen Naturliebhabern sei das Buch als Anregung und Inspiration empfohlen.

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Midrasch (Jüdische Studien 4675)

Gerhard Langer
E-Buch Text: 360 Seiten
Erschienen bei UTB GmbH, 10.10.2016
ISBN 9783846346754
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Einführung des Wiener Alttestamentlers Gerhard Langer in Midrasch ist der erste Band der utb-Reihe "Jüdische Studien". Die darin erscheinenden Monografien wollen die wichtigsten Themenfelder des Fachs Judaistik erfassen und in kompakter Form darstellen. Weitere bereits erschienene Bände behandeln den Chassidismus und die Texte von Qumran.

Unter Midrasch wird oftmals schlicht die Schriftauslegung im Judentum verstanden. Dass der Begriff jedoch noch zahlreiche weitere Facetten in sich vereint, stellt Gerhard Langer in seiner Einführung heraus. Nach einem Forschungsüberblick nähert sich Langer dem Midrasch mit der Frage, was darunter eigentlich zu verstehen sei und wie sich die hermeneutischen Grundlagen beschreiben lassen. Im Anschluss daran richtet der katholische Alttestamentler seinen Blick auf die Wurzeln des Midrasch sowie Methodenfragen. Schließlich folgen noch einige Kapitel zur Verhältnisbestimmung von Midrasch zu Exegese, Halacha, Haggada, Liturgie und Geschichte. Der geschichtliche Bogen des Anfangs schließt sich im letzten Abschnitt, wenn die Entwicklung des Midrasch bis in die Moderne dargestellt wird.

Positiv hervorzuheben ist zudem der umfangreiche Anhang. Die wichtigsten Midraschim werden hier erklärt und historisch eingeordnet. Auf das Abkürzungsverzeichnis folgt die Erklärung der Transkription des Hebräischen. Das Literaturverzeichnis bietet in umfangreichem Sinn die Primärtexte und nimmt in den weiteren Angaben der Sekundärliteratur erfreulicherweise auch evangelische Monografien auf.

Die inhaltlichen Kapitel geben zusammen mit dem detaillierten Anhang dem Leser ein wissenschaftlich hochwertiges Hilfsmittel an die Hand, um die eigenen Studien zu vertiefen. Man erhält einen umfassenden Einblick in das Phänomen Midrasch auf methodischer, geschichtlicher und inhaltlicher Ebene. Die breiten Seitenränder geben wichtige Kernbegriffe an und lassen zugleich Platz für eigene Notizen. Damit ist das Buch auch zur Prüfungsvorbereitung geeignet. Das Einzige, was den Lesefluss unterbricht, ist die durchgehende Transkription des Hebräischen. Da das Buch ja explizit für ein Fachpublikum aus dem Bereich Theologie, Religionswissenschaft und Judaistik geschrieben wurde, sollte die Kenntnis der Hebräischen Schrift doch eigentlich vorauszusetzen sein. Wären einige Begriffe schlicht auf Hebräisch stehen gelassen worden, hätte das die Lesbarkeit mehr vereinfacht als deren Umschreibung.

Zusammenfassend sei das Buch jedem Studierenden und Interessierten der Judaistik und des Alten Testaments zur Lektüre und Lernvorbereitung empfohlen.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

diy, verlag: frech

Wortwerkstatt. Deko- und Geschenkideen mit Sprüchen, Zitaten & Co.


Fester Einband
Erschienen bei Frech, 13.03.2017
ISBN 9783772477515
Genre: Sachbücher

Rezension:

Handlettering kann mehr als nur Grußkarten. Gemäß diesem Motto zeigt die Wortwerkstatt dreißig Projekte, in denen mit Schrift dekoriert oder Schrift-Geschenke erarbeitet werden. Das klassische Handlettering-Material Papier kommt zwar noch vor, steht jedoch nicht mehr im Mittelpunkt der Möglichkeiten für die Schriftgestaltung.

Das Buch startet mit einer Erklärung der Vorgehensweise. Daraufhin werden die Projektideen vorgestellt. Im Anschluss verdeutlicht die Grundanleitung einige Techniken, die im Buch verwendet wurden. Dies sind z.B. Embossing, Stempelschnitzen oder das Vorbereiten von Textilien. Auf zwei Handlettering-Alphabete folgt dann bereits die Sammlung der 1.000 Sprüche, aus der der eigene Lieblingsvers ausgewählt und kreativ umgesetzt werden kann.

Leider hört sich das in der Theorie teilweise besser an, als es sich in der Realität zeigt. Die Erklärung der Vorgehensweise ist einerseits gestalterisch sehr schön aufbereitet. Dass man sich aber ein Projekt und einen Spruch auswählt und beides umsetzt, darauf kommt man eigentlich auch ohne ein zweiseitiges Hinweisschild. Die Grundanleitung erklärt die gezeigten Techniken sehr gut, leider fehlen jedoch auch Handgriffe, die in Projekten verwendet werden und die nicht einfach als bekannt vorauszusetzen sind. Die Handlettering-Alphabete sind eigentlich nur ein Alphabet derselben Schriftart in Groß- und Kleinbuchstaben aus dem Buch "Handlettering – Das große Buch der Schmuckelemente" von Frau Annika. Noch dazu wird dieses Alphabet bei keinem Projekt verwendet. Warum hat man hier nicht verschiedene Schriftarten oder zumindest kalligrafische Alphabete eingefügt?

Dafür erweisen sich sich die Projekte als sehr vielseitig, spannend und gut umzusetzen. Handlettering kommt auf Materialien wie Holz, Stoff oder Porzellan zum Einsatz. Einige der Ideen dienen als dekorative Wandgestaltung, andere haben einen praktischen Nutzen und so gut wie alle lassen sich verschenken. Verantwortlich für die Modelle ist Susanne Pypke, die bereits mehrere Kreativbücher bei TOPP veröffentlicht hat. Auch die Sprüche sind witzig, thematisch breit aufgestellt und passen auch von der Länge zu den verschiedenen Projekten.

Wer neue, ungewöhnliche oder herausfordernde Ideen zum kreativen Umgang mit Schrift sucht, wird in diesem Buch sicher fündig. Natürlich sind bei der eigenen Nacharbeit der Fantasie und Weiterentwicklung der Projekte keine Grenzen gesetzt. Man sollte sich jedoch schon einmal mit dem Thema des Handlettering auseinandergesetzt haben. Allerdings hätte dem Buch ein größerer Projektteil und dafür vielleicht nur fünfhundert Sprüche ganz gut getan.

Seitenzahl: 256
Format: 19,2 x 24,9, gebunden
Verlag: Topp

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

krimi, sherlock holmes

Sherlock Holmes und die letzte Fahrt der Lusitania

Wolfgang Schüler
Flexibler Einband: 250 Seiten
Erschienen bei KBV, 01.03.2015
ISBN 9783954412259
Genre: Sonstiges

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11 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

gebet, impulse, christ, entspannung, nachdenken

Einfach Gebet

Johannes Hartl
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei SCM R. Brockhaus, 09.01.2017
ISBN 9783417268072
Genre: Sonstiges

Rezension:

Dieser Frage geht Johannes Hartl in seinem neuen Buch auf zweifache Weise nach. Zum einen gibt er in zwölf Kapiteln Anregungen, wie die eigene Gebetszeit gestaltet werden kann. Die Impulse bleiben dabei immer Möglichkeiten, kein verpflichtender Masterplan für ein perfektes Gebet. Hartl betont immer wieder, dass die Bewertung von Gebet letztlich bei Gott selbst liegt.

Jedes Kapitel beginnt mit einer kurzen Einführungsgeschichte, die zum jeweiligen Thema hinführt. Nach einem geistlichen Input wird schließlich in praktischen Übungen zur Umsetzung der Anregung angeleitet. Die Zeit, die dafür eingeplant werden sollte, liegt zwischen 15 Minuten und einer Stunde.

Womit bereits die zweite Herangehensweise an die eingangs gestellte Frage angerissen wird. Hartl möchte nicht nur Vorschläge zur inhaltlichen Gestaltung der Gebetszeit machen, ebenso wichtig ist ihm eine feste Verankerung dieser Zeit im Alltag. So thematisiert das Buch auch den Gesichtspunkt des Beten-Lernens als Bestandteil im Tagesrhythmus.

Als Kritikpunkt am Buch erscheint immer wieder der Vorbehalt, dass das Motto "In zwölf Schritten zum Erfolg" in Bezug auf Gebet keine angemessene Herangehensweise darstellt. Dahinter steht oftmals die Vorstellung, dass Gebet etwas intuitives ist, ein Gespräch des Menschen mit Gott, welches nicht durch ein paar Verbesserungsvorschläge optimiert werden kann. In der Tat weisen Äußerungen wie "Wenn du das tust, wird es garantiert deinen kompletten Alltag verändern" in diese Richtung.

Doch das Anliegen des katholischen Theologen ist ein anderes. Hartl macht unter Bezugnahme auf die Bibel deutlich, dass nach biblischer Vorstellung Gebet sehr wohl erlernt werden kann. Dabei geht es nicht um das Auswendiglernen von Kirchengebeten, sondern um Räume der Begegnung mit Gott. Hartl sieht damit das Gebet nicht als menschliche Leistung an, sondern verweist immer wieder auf die direkte Beziehung des Menschen zu Jesus Christus. Um Anregungen, diese Beziehung vertieft wahrzunehmen, Zeit für sie aufzuwenden und einzuplanen und sie zu pflegen, darum geht es hier.

"Einfach Gebet" von Johannes Hartl ist keine theologische Abhandlung zum Thema Gebet, sondern eine praxisnahe Hilfestellung für Christen, ihren Alltag vom Gebet her auszurichten und diese Zeiten auf unterschiedliche Weise zu gestalten.

Seitenzahl: 144
Format: 14,6 x 21,8 cm, gebunden
Verlag: SCM Hänssler

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29 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 16 Rezensionen

galapagos, evolution, brandstiftung, hybriden, meeresbiologie

Abgrund

Bernhard Kegel
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei mareverlag, 28.02.2017
ISBN 9783866482517
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Idee klingt spannend: biologische und kriminalistische Rätsel werden miteinander verwoben, teilen sich den gleichen Tatort und bedürfen der gleichen akribischen, stets weiterforschenden Herangehensweise. Dazu lässt das ungewöhnliche Setting aufhorchen. Der exotische Schauplatz der Galápagosinseln ist vom Namen her vielen Menschen bekannt. Doch jenseits der berühmten Schildkröten und dem ebenso berühmten Charles Darwin ist die Kenntnis dieses Ortes dann auch schnell an ihre Grenzen gekommen. Bernhard Kegel baut sein biologisches und landeskundliches Fachwissen über diese Inseln aber immer wieder geschickt in den Handlungsverlauf ein. Dadurch entsteht ein plastisches Bild dieses Naturreservats, das sogar ein wenig Fernweh auslösen kann.
 
Leider enden die beiden zu lösenden Fälle nicht so spannend, wie sie beginnen. Das biologische Mysterium verschwindet fast im Hintergrund, bevor es ganz am Ende mit einigen erklärenden Worten wieder aufgegriffen wird. Der Fall der brennenden Boote wird zwar aufgeklärt, doch ohne allzu viele Überraschungen: der einzige wirkliche Verdächtige entpuppt sich schließlich auch als einer der Übeltäter. Dass der Autor Bernhard Kegel, der selbst Biologe ist, in seinem Buch auch auf die Probleme der bekannten Inseln und die Bedrohung ihrer Artenvielfalt aufmerksam machen möchte, ist durchaus verständlich und ein gutes Anliegen. Teilweise wird jedoch über lange Abschnitte allzu sehr die Moralkeule geschwungen, so dass die eigentlichen Handlungsstränge verblassen und fast zur Nebensache avancieren. Das ist schade, birgt ein solcher Roman doch gerade die Möglichkeit, auf spannende Art und Weise die Anliegen der Fachwissenschaft zu vermitteln.

Insgesamt dennoch eine Empfehlung.

Seitenzahl: 384
Format: 13,7 x 21,1 cm, gebunden
Verlag: mare

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bildband, lesen, fotos, lese, bücher

Steve McCurry Lesen: Eine Leidenschaft ohne Grenzen

Paul Theroux
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Prestel Verlag, 03.10.2016
ISBN 9783791382753
Genre: Sonstiges

Rezension:

Das Besondere ist die Art und Weise, wie und wo der Fotograf seine Protagonisten porträtiert. Er findet alte und junge, reiche und arme, gesunde und kranke Leser und Leserinnen nicht nur in Bibliotheken, sondern entdeckt sie in Klöstern, in Parks, auf der Straße, am Wasser und in der Luft. Lesestoff sind neben Büchern auch Zeitungen, Gebetbücher und heilige Texte. Manchmal reicht sogar schon ein Papierfetzen, um die stille Begeisterung und Konzentration in den Augen des Betrachters hervorzurufen. Steve McCurry gelingt es, nicht nur lesende Menschen in Bildern festzuhalten, sondern gleichzeitig die eigenartige Stimmung und Atmosphäre der Versunkenheit, Abgeschiedenheit und Selbstvergessenheit beim Lesen einzufangen.

Das Buch wird eingeleitet mit Zeilen des Autors Paul Theroux, in denen er seine eigene Geschichte des Lesens erzählt. Damit endet bereits der Großteil des Textes im Buch. Im Folgenden liegt der Fokus klar auf den Fotografien, die jeweils eine Seite in Anspruch nehmen. Auf der gegenüberliegenden Hälfte der Doppelseite findet sich lediglich eine knappe Ortsangabe. Dadurch haben die Bilder viel Platz zum Atmen und stehlen sich nicht gegenseitig die Schau. Das ungewöhnliche Format des Bandes unterstützt die Wirkung der Aufnahmen. Freude beim Betrachten macht zudem das qualitativ hochwertige Fotopapier, das dem Standard guter Kunstbücher entspricht.

Obwohl das Vorwort recht interessant von einer persönlichen Leseleidenschaft erzählt, wäre es noch schöner und passender gewesen, etwas mehr über den Fotografen und die Entstehung der Bilder zu erfahren. Für Fotografen, begeisterte Leser und alle Bücherliebhaber ist der Bildband dennoch eine eindrucksvolle Dokumentation einer der schönsten Tätigkeiten der Welt – des Lesens.

Originaltitel: "On Reading"
Seitenzahl: 144
Format: 22,1 x 29,7 cm, gebunden
Verlag: Prestel

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bibel, kurznachrichten, naher osten, junge leute, twitter

Und Gott chillte


Flexibler Einband: 332 Seiten
Erschienen bei edition chrismon, 16.10.2009
ISBN 9783869210124
Genre: Sachbücher

Rezension:

Da so viele unterschiedliche Menschen an dem Vorhaben mitgewirkt haben, sind die Kurznachrichten sehr uneinheitlich in ihrer Herangehensweise. Teilweise wurde der vorgegebene Abschnitt wie eine Inhaltsangabe zusammengefasst. Dabei geht oft die Eigenart des ursprünglichen Textes verloren. Andere Tweets geben einen Kerngedanken der Passage wieder und bleiben dabei im Modus der entsprechenden Gattung. Ein Beispiel: Psalm 8 lautet in der Twitterbibel wie folgt: "Aus allen Munden erklingt ein Lob dem Vater. Alles wurde wunderbar von ihm geschaffen. Gott ist groß und herrlich, unser guter Hirte." Diese Zusammenfassung beschreibt inhaltlich grob, was der Psalm ausdrückt (abgesehen davon, dass Gott im Original als Herrscher und Schöpfergott angeredet wird und nicht als Vater und Hirte). Dass dieser Psalm als Loblied direkt an Gott gerichtet ist und nicht neutral seine Taten wiedergibt, geht jedoch verloren. Anders ist es bei Psalm 51. Hier merkt man auch dem Text der Twitterbibel den Charakter des Bußliedes an, obwohl die Zusammenfassung der 21 Verse eine große Herausforderung darstellt.

Natürlich ist es nicht immer einfach, einen längeren Bibelabschnitt auf so prägnante Form einzudampfen. Oft ist es gut gelungen. An vielen Stellen wird der jeweilige Tweet jedoch sehr ungenau und weicht doch erheblich von der ursprünglichen Aussageabsicht ab. Durch den Charakter der Inhaltszusammenfassung fällt es zudem schwer, die Bibel am Stück zu lesen, weil dadurch natürlich vieles an Spannung herausgenommen wird.

Die Twitterbibel hat nach Selbstaussage nicht den Anspruch, die originale Bibellektüre zu ersetzen. Daher kann sie vor allem als Geschenk für Teens (zur Konfirmation, Firmung …) empfohlen werden, da der Einstieg in den oftmals als zu alt und sperrig empfundenen Text durch eine moderne Sprache erleichtert wird. Auch die äußere Gestaltung im Stil einer Smartphone-Bedienoberfläche weckt die Lust, in dieser neuen Bibel zu lesen. Ebenso vermag das zeitgemäße Bibelprojekt kirchenferne Menschen zu erreichen, die über die etablierten Übersetzungen keinen Zugang zur Bibel finden.

Seitenzahl: 336
Format: 12 x 19 cm, Taschenbuch
Verlag: edition Chrismon

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Farben des Verfalls

Burkhard Schade
Buch: 160 Seiten
Erschienen bei Mitteldeutscher Verlag, 01.02.2014
ISBN 9783954621880
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die Lost-Places Fotografie übt beständig Anziehungskraft auf Fotografen aus. Einstmals bedeutende Orte sind nun verlassen und teilweise von der Natur zurück erobert. Diese Spannung zwischen ehemaliger Anmut und Würde und gegenwärtigem Verfall im Bild festzuhalten, hat sich der Fotograf Burkhard Schade zum Ziel seiner Arbeit gemacht.

Sein Bildband zeigt elf prägnante Orte zwischen Dresden und Meißen. Sie besaßen früher strategische Bedeutung, übten beträchtlichen Einfluss auf die Region aus oder prägten das Landschaftsbild durch ihr imposantes Erscheinen. Heute werden sie zum Teil als Wohnraum genutzt oder sind dem Verfall anheim gefallen.

Zu jedem Gebäude findet sich ein kurzer Einführungstext von Thomas Gerlach, der bauhistorische Merkmale und architektonische Besonderheiten beschreibt. Die darauf folgenden Fotografien zeigen die Facetten des verlassenen Ortes sowohl im Detail als auch in der Totalen oder im Weitwinkel. Dabei will Schade vor allem die vielfältigen Farben seiner Motive herausstellen. Dies unterscheidet seine Bilder von der übrigen, häufig in s/w gehaltenen Lost-Places Fotografie. Burkhard Schade arbeitet dabei mit dem natürlichen vorhandenen Licht und ist mutig genug, auch sehr dunkle Fotografien zuzulassen. Eindrücklich sticht das Spiel mit den Farben vor allem bei abblätternden Farbschichten hervor, die neue Farben auf dem Untergrund hervortreten lassen. Sehr gelungen werden Gegensätze miteinander in Szene gesetzt, wie bsw. auf Seite 76/77 oder 134/135, wo der Kontrast zwischen Gelb und Blau bzw. hell und dunkel ins Auge fällt.

Durch das Zusammenspiel von technischem Können und künstlerischer Freiheit gelingt es, die Vergänglichkeit dieser Bauwerke aufzuzeigen und dabei dem Betrachter eine Ahnung von dem einstigen Glanz, dem Ingenieurgeist und der Handwerkskunst der früheren Epoche zu geben.

Interessant wäre noch gewesen, zu erfahren, in welchem Jahr oder Zeitraum die Bilder gemacht wurden. Zuweilen beschreibt der einführende Text die Geschichte des Bauwerks nur bis in die 90er Jahre oder erwähnt wage, dass dort "heute" gewohnt wird. Daher stellt sich die Frage, der Zustand welchen Zeitpunktes in den Fotografien zu sehen ist.

Seitenzahl: 160
Format: 22 x 25 cm, gebunden
Verlag: Mitteldeutscher Verlag

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Der Mensch ist verschieden

Michael Köhlmeier , Monika Helfer
Fester Einband
Erschienen bei Haymon Verlag, 16.03.2017
ISBN 9783709972694
Genre: Romane

Rezension:

 Wer bin ich, und wenn ja, wie viele? Dieser bekannte Buchtitel von Richard David würde inhaltlich ebensogut zu dem Buch von Michael Köhlmeier und Monika Helfer passen. Das Autorenehepaar beschreibt darin dreiunddreißig menschliche Charakterzüge, in denen man sich sehr gut selbst wiederfinden kann.

Die populärwissenschaftlich vielleicht bekannteste Einteilung unterschiedlicher Persönlichkeitstypen erfolgte in der Temperamentenlehre des Galenos von Pergamon. Auf ihn gehen die vier Bezeichnungen Sanguiniker, Phlegmatiker, Melancholiker und Choleriker zurück. Man kann heute viele lustige Tests machen, welchem Typen man wohl am ehesten entspricht. "Der Mensch ist verschieden" schildert die Eigenheiten der Gattung Mensch nicht nur anhand vier verschiedener Grundwesensarten, sondern differenziert 33 Charaktertypen. Dabei beziehen sich die Autoren auf die weitaus ältere Beschreibung der menschlichen Charaktere durch Theophrastos von Eresos. Der griechische Philosoph war Schüler von Aristoteles und legte die bedeutendste Charakterlehre des Hellenismus vor.

Auch die Benennung der Einteilungen fällt ein wenig ansprechender aus als bei Galenos. So liest man mit einem Schmunzeln von der Schweigerin, dem Langanhaltend-Traurigen, dem Nimmersatten oder der Feinsten von den Feinen. Beim Schmökern stellt sich dann ganz automatisch die Frage ein: "Wer bin ich wohl?" Zugleich finden sich natürlich in mehreren Charakterbildern Elemente, die aus dem eigenen Leben bekannt sind.

Die dreiunddreißig Kapitel sind stets sehr kurz gehalten. Dadurch entsteht der Eindruck, als würde man literarische Fotografien oder Schnappschüsse der einzelnen Persönlichkeiten betrachten, die eine Seite verstärkt herausstellen. Die Autoren erzählen in einem leichten, zuweilen sehr direkten Tonfall, der an den Stil einer Kolummne, manchmal auch Novelle, erinnert. Bei einigen Kapiteln wird die Aussageabsicht jedoch in so metaphorisch tiefgreifenden Worten dargelegt, dass man sie noch eine Weile danach suchen muss.

Glücklicherweise erscheint dieses Buch nicht als weiterer populärpsychologischer Persönlichkeitstest. Es beobachtet sehr genau die Ausprägungen des Menschen in der heutigen Gesellschaft und beschreibt seine Eigenarten in amüsanter Weise. Auch wenn man sich ab und an fragt, wie die Autoren denn auf ihre Schlussfolgerungen kommen, sei das Buch als kurzweilige Lektüre empfohlen.

Seitenzahl: 112
Format: 15,6 x 21,2 cm, gebunden
Verlag: Haymon

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Papierszenen durchs Jahr (kreativ.kompakt.): Filigrane Motive mit 3D-Effekt

Armin Täubner
Geheftet: 32 Seiten
Erschienen bei Frech, 25.01.2017
ISBN 9783772442520
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Themen des Buches reichen von den ersten Schneeglöckchen im Frühling über den sommerlichen Palmenstrand bis zu den verschneiten Häusern im Winterwald. Zu jeder Jahreszeit findet sich ein passendes Projekt. Der Anspruch der Motive erstreckt sich von leicht zu erarbeitenden Szenen bis zu filigranen Kunstwerken, für die viel Geschick und Können erforderlich ist.

Die beiden Vorlagenbögen zum Heraustrennen zeigen die Motive in Originalgröße. Die Vorlagen sind gut zu erkennen und die Anleitungen im Buch zeigen detailliert die einzelnen Schritte der Erarbeitung. Die Qualität der Publikation entspricht somit dem hohen Standard, den TOPP normalerweise bietet.

Einzig für die Orginalität der Motive gibt es einen Punkt Abzug. Zwar sind einige wirklich schöne Motive enthalten. Andere Szenen erscheinen jedoch allzu simpel und ohne charakteristische Details. Natürlich sind einfache Vorlagen für Anfänger gut zum Basteln geeignet. Doch zuweilen fehlt hier das gewisse etwas, das die Szenen einzigartig und unverwechselbar werden lässt.

Alles in Allem erhält das Buch eine klare Lese- und Bastelempfehlung für Freunde von kleineren Motiven und schönen Dekorationsideen. Zudem ist mit den "Papierszenen" neben den vielen neuen Trends einmal wieder ein reines Papierbastelbuch erschienen, das sich vor Zencolor, Wollowbies und DIY-Ratgebern auf keinen Fall verstecken muss.

Seitenzahl: 32
Format: 17 x 22,1 cm, Broschur
Verlag: Topp

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pfarrer, kirche, katholische kirche, gemeindearbeit, kirche in zukunft

Himmel - Herrgott - Sakrament

Rainer M. Schießler
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Kösel, 14.03.2016
ISBN 9783466371471
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die katholische Kirche steckt in der Krise. Das ist die Grundbotschaft von Rainer M. Schießler. Gleichzeitig fühlt sich der Münchner Stadtpfarrer seiner Kirche sehr verbunden und ist tief in ihr verwurzelt. Der Kirchenaustritt ist daher für ihn keine Option. Vielmehr, und das möchte er mit seinem Buch vermitteln, braucht es an vielen Stellen neues Leben und vor allem viel Liebe.

Das Buch schildert eine Erzählung aus dem Gemeindealltag, ist gleichzeitig Biografie und fungiert als Programmschrift. Leider geht durch diese Vielschichtigkeit der rote Faden verloren. Die Erzählung wirkt zerstückelt aufgrund der langen Exkurse und Unterbrechungen. In den biografischen Teilen erzählt Schießler seine Lebensgeschichte von den recht turbulenten Anfängen in der Kirche an. Dabei erfährt man viel über seine geistlichen Vorbilder, jedoch auch über die inneren Kämpfe und Schicksalsschläge. Zum Teil ist es sehr ermutigend, wie Schießler beispielsweise mit Rückschlägen umgeht, so dass man daraus neue Impulse für das eigene Leben erhält. Viel öfter allerdings ermüdet das lange Lamentieren über die Trostlosigkeit der Welt, vor allem dann in den Teilen, die von der Krise der Kirche handeln. Hier wird über die Einsamkeit der Dienstwohnung, Gegner des Glockengeläuts und Priester ohne Herz für die Sache verhandelt. Bei vielen Punkten spricht der Münchner Pfarrer bestimmt wichtige Baustellen der Kirche an, die Veränderung benötigen. Oft (nicht immer) bleibt es jedoch bei der negativen Sichtweise, ohne Alternativen aufzuzeigen oder nach vorn zu blicken.

Das Buch ist jedoch ebenso ein Statement für ein leidenschaftliches Pfarrersein, das sich bei Schießler auf erfrischend andere Weise von der Masse abhebt. Man spürt seine Hingabe für seine Gemeinde und seinen Beruf und den ehrlichen Wunsch, den Menschen ganz persönlich die gute Botschaft nahe zu bringen. Allerdings wird diese ehrbare Motivation auf langatmige und oft pessimistische Art und Weise vermittelt.

Seitenzahl: 256
Format: 14,7 x 22,4 cm, gebunden
Verlag: Kösel

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bilderbuch, fliegende kiste, originel, vergangene zeite, oldtimer

Die tollkühnen Schafe in ihrer fliegenden Kiste

Peter Bently , Salah Naoura , David Roberts
Fester Einband
Erschienen bei Knesebeck, 16.02.2017
ISBN 9783868739206
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Die "tollkühnen Schafe" stechen durch einige Besonderheiten im Vergleich zu anderen Kinderbüchern hervor. Der Text ist gereimt, was nicht nur das Vorlesen und Zuhören zur Freude macht, sondern die Kinder auch zum Selberlesen animiert. Zudem stehen die Sätze nicht nur, wie üblich, in einer horizontalen Linie, sondern passen sich den Bildern an. Beim Tanz in Frankreich und Spanien beschreiben auch die Verse wellenförmige Linien, und bei den ersten Flugversuchen läuft der Text entlang des Flugzeugrauchs. Damit verdeutlicht das Schriftbild den witzigen und zuweilen chaotischen Inhalt auch typografisch. So steht der Text nicht unverbunden neben den Illustrationen, sondern ergibt zusammen mit ihnen ein sehr ansprechendes Gesamtbild.

Die Bilder selbst sind in kräftigen und fröhlichen Farben gehalten. Immer wieder finden sich lustige Details, so dass sich auch nach mehrmaligem Anschauen immer noch Neues entdecken lässt. Als wiederkehrendes Element befindet sich auf jeder Seite das gelbe Flugzeug und (fast immer) ein kleiner blauer Vogel. Damit lässt sich das Vorlesen zugleich mit einem schönen Suchspiel dieser Bildteile verbinden. Die Schriftart selbst erscheint auch etwas verspielt, ist aber noch gut lesbar und in einer angemessenen Größe gehalten. Die Seiten bestehen aus stabilem Papier und werden von einem robusten Hardcover geschützt, das auf eine lange Haltbarkeit hoffen lässt.

Wer witzige und fröhliche Kindergeschichten mag und sich an zuweilen etwas frechen Illustrationen nicht stört, wird mit den "tollkühnen Schafen" schöne Lese- und Vorlesestunden erleben.

Originaltitel: "Those Magnificent Sheep in their Flying Machine"
Seitenzahl: 32
Format: 21 x 28,8 cm, gebunden
Verlag: Knesebeck

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Das große Buch der Abendgebete

Marlene Fritsch
Fester Einband: 120 Seiten
Erschienen bei Patmos Verlag, 01.09.2011
ISBN 9783843600941
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Marlene Fritsch stellt in diesem Sammelband zahlreiche schöne Abendgebete aus verschiedenen Zeitepochen vor. Viele der Klassiker sind weitreichend bekannt. Da findet sich "Der Mond ist aufgegangen" von Matthias Claudius ebenso wie "Müde bin ich, geh zur Ruh" oder das Vaterunser. Diese Gebete und Liedtexte aus der Tradition sind nicht explizit kindgerecht geschrieben, entfalten aber auch heute noch ihre tiefgreifende Wirkung und bringen auf ihre ganz eigene Art den großen und heiligen Gott auch Kindern nahe.
  Die weiteren Kapitel sind thematisch gegliedert in Vertrauen, Bitte, Dank und Segen. Hier kommen alte und neue Texte zu Wort. Für zeitgemäße Verfasser stehen beispielsweise der Pfarrer und Buchautor Peter Spangenberg und Sandra Salm, die bereits eigene Gebetbücher veröffentlicht hat. Lobenswert ist ebenso die weitere Auswahl der Autoren, die über Konfessionsgrenzen hinweg sehr ökumenisch ausfällt. Als einige Beispiele seien Dietrich Bonhoeffer, Martin Luther, Franz von Assisi, Anselm Grün oder Augustinus angeführt. 
Illustriert wurden die Gebete mit bunten Collagen von Rita Efinger-Keller. Auf wunderbare, fast märchenhaft anmutende Weise unterstreichen die Bilder die geistlichen Verse. Das Buch ist durchgehend farbig und in großer Schriftart gesetzt. Dadurch macht sowohl das Vorlesen und Betrachten der Bilder Spaß, als auch das erste eigene Lesen. 
Obwohl die thematische Gliederung recht allgemein gehalten ist, lassen sich die konkreten Alltagssituationen gut in die Felder von Vertrauen, Dank und Bitte eintragen. Das letzte Kapitel über den Segen bietet viele schöne Anregungen, um dem Kind den eigenen Segen zur guten Nacht zuzusprechen. 
Zusammengefasst erweist sich das Buch als eine gelungene Auswahl wunderschöner klassischer und neuer Abendgebete, die mit dazu passenden Illustrationen ein bezauberndes Gesamtwerk ergeben.

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Beer + Food

Ross Dobson , Carla Gröppel-Wegener , Jason Loucas
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Hölker Verlag, 01.08.2016
ISBN 9783881171120
Genre: Sachbücher

Rezension:

Dass dieses Buch von einem Bierliebhaber und -kenner geschrieben wurde, wird auf jeder Seite deutlich. Bereits im Vorwort beschreibt der Autor Ross Dobson seine Verehrung für das Hopfengetränk als "beste Erfindung aller Zeiten". Doch was ebenso glücklich macht wie ein gutes Bier zu genießen, ist seiner Meinung nach, ein gutes Bier mit leckerem Essen zu genießen. Dies ist zugleich das Ziel seines außergewöhnlichen Kochbuchs: es werden zahlreiche interessante Kombinationen der schmackhaften Gerichte mit dazu passenden Bieren vorgestellt.
 
Dabei geht es weniger darum, mit dem Bier selbst zu kochen. Dobson berichtet immer wieder über besondere Biersorten, charakterisiert ihre Eigenschaften und weist auf geschmackliche Besonderheiten hin. Dabei erfährt man nicht nur Wissenswertes über die klassischen Sorten, sondern erhält ebenso Einblick in die fernöstliche Braukultur Japans oder Indonesiens.
 
So wie bei den Bieren darauf hingewiesen wird, zu welcher Art von Essen sie passen, so wird umgekehrt bei den Rezepten stets eine Empfehlung für ein geeignetes Bier als Begleitung gegeben. Leider fallen diese Hinweise sehr allgemein aus. So wird oftmals schlicht ein "gutes Lager", ein "kaltes Pils" oder ein "kräftiges dunkles Bier" nahe gelegt, ohne näher auf Stile und Geschmacksrichtungen einzugehen. Was man aus dieser Angabe macht, muss man dann selbst entscheiden. Es gibt jedoch einige Rezepte mit konkreteren Anregungen.

Die Kochanleitungen an sich sind verständlich und gut nachzuarbeiten. Ebenso wie bei den Biersorten wird auch bei den Rezepten weit über den eigenen kulinarischen Tellerrand hinausgeschaut. Vom leichten Tex-Mex-Salat über die herzhafte Wok-Ente bis zum originellen Karamell-Fisch sind Mahlzeiten aus Ländern von nahezu allen Erdteilen vertreten. Viele Gerichte sind zudem vegetarisch oder glutenfrei. Allerdings sollte für die Zubereitung etwas mehr Zeit und Geduld eingeplant werden.
 
Neben den neuen Ideen für Speis und Trank erfreuen die beeindruckenden Fotografien das Herz des Hobbykochs. Die Art, in der die Farben und Nuancen der Biere eingefangen werden, ist durchaus appetitanregend. In das Food-Styling wurde viel Mühe investiert, die sich sehen lassen kann. Dobsons Buch sei daher allen Bierliebhabern und Kochfreunden empfohlen, die neue, bisweilen ungewöhnliche Kombinationen ihrer beiden Lieblingsbeschäftigungen ausprobieren möchten.

Seitenzahl: 240
Format: 20,5 25,1 cm, gebunden
Verlag: Hölker

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