Leserpreis 2018

SelmaNentwigs Bibliothek

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Adrenalin

Michael Robotham , Kristian Lutze
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 21.06.2011
ISBN 9783442476718
Genre: Krimi und Thriller

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261 Bibliotheken, 8 Leser, 2 Gruppen, 65 Rezensionen

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Der Sohn

Jo Nesbø , Günther Frauenlob
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 14.11.2014
ISBN 9783550080449
Genre: Krimi und Thriller

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369 Bibliotheken, 6 Leser, 3 Gruppen, 21 Rezensionen

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Sag, es tut dir leid

Michael Robotham , Kristian Lutze
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.11.2014
ISBN 9783442481934
Genre: Krimi und Thriller

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(64)

97 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 30 Rezensionen

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Miss Blackpool

Nick Hornby , Ingo Herzke ,
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 13.11.2014
ISBN 9783462046908
Genre: Romane

Rezension:

„Sie wollte keine Schönheitskönigin sein, aber wie das Leben so spielt, war sie gerade dabei, eine zu werden.“ 

Ja wie das Leben so spielt: Königinnen sind selten lustig. Aber Barbara Parker will lustig sein, sie will Fernsehkomikerin werden. Also verzichtet sie auf die glitzernde Schärpe und verlässt mit 19 ihre Heimatstadt Blackpool. 

Sie will RAUS aus der klimatisch rauen Küstenstadt in der es keinen Hafen gibt. REIN ins Swinging London! Sie will das pralle, das echte Leben spüren. London 1964 ist cool. Kulturell, politisch und modisch im Umbruch. Die Zeit von Twiggy und den Beatles. Plissee-Kleidern in Kanariengelb mit Schleife.
Barbara ist mutig und glaubt an sich, sie träumt vom großen Durchbruch und würde alles dafür tun zu unterhalten, zu singen und auf einer Bühne zu stehen. Sie will doch nur spielen! 

Ihre ersten Schritte sind holprig aber:
„Es half auch nicht, sich ins Gedächtnis zu rufen, dass sie sich, wenn sie in Blackpool geblieben wäre, jetzt nach London sehnen würde. Das verstärkte nur das Gefühl, dass sie niemals irgendwo glücklich sein würde.“

Sie gibt dem Zufall eine Chance und nur so können Wunder passieren. Es ist Glück, dass sie Glück hat und Talent, Charme und Biss. Doch Erfolg wird aus Übermut gemacht und so bekommt sie die Hauptrolle in der Sitcom Barbara (and Jim). Als Sophie Straw springt sie auf das Riesenrad der Karriere auf, in dem man sich immer bewegen muss, bevor es nach dem Höhepunkt irgendwann wieder nach unten geht. Doch wann ist man am Höhepunkt?

Zwischen Erwartung und Realität, Schein und Sein, liegen Welten. So auch hier.

„Sie hatte in einer Stadt leben wollen, die sich jung anfühlte aber jetzt fand sie, dass diese Leute auch etwas Unstetes an sich hatten, als hätten sie was angestellt und wären damit durchgekommen.“

Wie ein großer Fisch in einem kleinen Teich fühlt sie sich manchmal, umringt von dicklichen Herren, beäugt wie eine Trophäe.
 
Barbaras persönliche Geschichte verliert lose den roten Faden. Streckenweise rückt sie ganz in den Hintergrund. Das ist sicherlich Absicht, denn auch die fiktiven und realen Figuren der Serie verschwimmen. Schließlich konzentriert sich die Handlung auf das Zusammenspiel des ganzen Ensembles. Auf die Macher und Darsteller vor und hinter den Kulissen einer erfolgreichen Serie. Wir begleiten die Protagonisten durch die letzten 50 Jahre, durch Höhen und Tiefen. Besonders gelungen ist das finale Wiedersehen im letzten Kapitel. Am Ende ist man überzeugt, alles habe sich im Detail bis in den letzten Dialog genauso abgespielt.

In Anlehnung an die beliebte BBC-Sitcom „Steptoe and Son“ geht es im Kern von „Miss Blackpool“ um die Beziehung zweier Drehbuchschreiber. Bei Hornby heißen sie Tony Holmes und Bill Gardener, (erinnern an Ray Galton und Alan Simpson).

Schon vor deren Verfilmung (wer weiß?) ist Hornbys Geschichte großes Kino. Am Schluss des Buches dachte ich lange über die Entwicklung von Comedy nach. Von Stan Laurel & Oliver Hardy bis hin zu Joko & Klaas.

Bevor der letzte Vorhang fällt, stellt Sophie ernüchtert fest:
„Unterhaltung hat die Weltherrschaft übernommen, und sie war nicht sicher, ob die Welt davon besser geworden war.“

Applaus, applaus für diese Worte. Ein eleganter Erzähler mit feinem hintergründigem Humor ist dieser Nick Hornby.

Dem „Spiegel“ hat dieser Roman überhaupt nicht gefallen. Schade. Dabei fällt mir noch ein Zitat aus dem Buch ein:
„Wie schrecklich war doch Bildung, wenn sie einen Geist hervorbrachte, der Unterhaltung verachtete, und damit alle Menschen, denen sie etwas wert war.“

Ich fühlte mich wunderbar unterhalten.

  (10)
Tags: britischer humo, comedy, londo, sixties   (4)
 

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40 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

deutscher, glück, küstenmacher, küstenmacher tiki werne, leben, lebenshilfe, limbi, limbisches system, psychologie, ratgebe, ratgeber, sachbuch, schweinehund, tiki, werner

Limbi

Werner 'Tiki' Küstenmacher , Werner Tiki Küstenmacher , ,
Fester Einband: 383 Seiten
Erschienen bei Campus, 01.10.2014
ISBN 9783593392233
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das Glück kam durch den Briefkasten. Und nun?

Im Klappentext (auf der frischen Trendfarbe „Frühlingswiese“) heißt es:
„Das wird Ihr Leben revolutionieren, versprochen!“
Will ich das? Bitte keine Revolution! Ich will so bleiben wie ich bin. Tendenziell bin ich gerade glücklich und eher selten vor dem Regal Lebenshilfe anzutreffen. Muss man also unbedingt unglücklich sein um dieses Buch zu verstehen?
Nein.

Herr Küstenmacher verrät mir, wie meine neunmalkluge Großhirnrinde und mein bockiger Limbi ein besseres Team werden. Das kann nicht schaden. Fakten und Feeling zusammen bringen, das klingt schön. Sachlich bleiben und dabei gut auf sein „Bauchgefühl“ hören. Das Bauchgefühl, welches eigentlich ein kleiner launischer Knubbel am Ende der Wirbelsäule ist. Mein neuer Freund. Freund Limbi.


Limbi=
L atent
I mpulsiver
M enschenfreund
B esonderer
I ntelligenz?

Limbi braucht eine stimulierende Umwelt um uns zu motivieren und zu unterstützen. Flotte Karotten für seine Marotten. Das ist beeinflussbar. In übersichtlichen Kapiteln, wie Körper, Geld, Zeit, Liebe u.a. nimmt uns der Autor an die Hand und wedelt hier und da mit dem Zeigefinger. Er darf das, er ist ein Bestsellerautor.

Immer wieder wird graue Theorie mit hübschen Karikaturen und anschaulichen Beispielen untermalt. Das erfreut den Leser. Das liebevolle Design, die farbliche Gestaltung, der neurowissenschaftliche Part und viele kleine Gimmicks sind das Produkt eines kreativen Teams.

Dies ist ein Ratgeber-Buch. Wir erwarten Rat, es liefert Antworten. Ich fühlte mich kurzweilig gut unterhalten. Die meisten Dinge betrachte ich sehr ähnlich, einige Punkte waren neu und hilfreich.
Beispiel:

"Bis zu einer bestimmten Schwelle wächst das persönliche Wohlbefinden mit dem Einkommen. Wird diese Schwelle überschritten, bringt zusätzliches Geld jedoch eher zusätzlichen Stress, das Glücksgefühl stagniert."

Wie beruhigend.

Wie viele der zahlreichen Glücks-Bücher enthält es geschickt gebündelte Zitate anderer Philosophen. Zum Glück nicht für jeden Bereich. Unser Körper (auch Limbi) hat ein Recht auf Geheimnisse und wir sollten nicht alles erklären wollen. Zu viele Ratschläge können auch unglücklich machen. Wo bliebe dann unsere Intuition? Wo ein natürlicher Instinkt? Wo bliebe Platz für Limbi?

Doch wenn wir erstmal beschließen glücklich zu sein, ist das durchaus förderlich für unser Leben. Also los!

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286 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 52 Rezensionen

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Erlöse mich

Michael Robotham , Kristian Lutze
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 23.06.2014
ISBN 9783442313174
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Marnie ist unsere Hauptfigur. Bei Hitchcock ist „Marnie“ ein mit psychologischen Elementen gespickter Thriller. Darauf dürfen wir uns auch hier freuen. Nur soviel sei verraten: Im allgemeinen  Kern der Handlung verbirgt sich eine tief verwurzelte Sehnsucht nach Liebe, die uns alle verbindet. Immer gern genommen. Wer nun aber bei Robotham einen seelischen Spannungsbogen erwartet, wird überrascht sein. Dem Autor gelingt gar ein feiner Spannungskreis. Ein schlüssiger Reigen des Wahnsinns.


Marnie erscheint uns als tapfere Mutter zweier Kinder. Ihr Mann Daniel ist seit 13 Monaten verschwunden. Finanziell ist sie abgebrannt, psychisch schon länger angeschlagen, aber sie kämpft. Überdies fühlt sie sich ständig beobachtet. Voyeurismus, Stalking, eine Obsession? Ein geheimnisvoller Seher ohne gesehen zu werden. Clevere Perspektivwechsel. Man rauscht durch die Seiten. Keine Durststrecken. Bizarre Todesfälle kommen ans Licht. Aus der Dunkelheit ploppen immer mehr zwielichtige Verdächtige auf. Auch Marnies hübsche Fassade bröckelt. Der Leser rätselt. Ist die liebenswerte Marnie das Opfer? Oder doch der Täter? Ja. Nein. Doch. Vielleicht? Der Psychologe Joe O´Loughlin hilft. Freunden der Reihe wird die Figur bereits vertraut sein. Über ihn heißt es im Buch:

„Er macht den eigenen Kopf frei und versucht, sich auf den eines anderen zu konzentrieren, sucht nach einer Architektur in den Details, einer mentalen Fußspur, der er folgen kann. Die Frage, warum Dinge geschehen fasziniert ihn: Wie kleine Begebenheiten sich addieren und Schicht für Schicht übereinanderlegen.“

So ging es auch mir, bis zur allerletzten Seite.

„Menschliches Verhalten scheint willkürlich, doch man kann es kartographieren, bildlich darstellen.“
Oder verpackt es in einen raffinierten Thriller!

Normalerweise steht da mein Nachttisch, darauf liegt ein Buch, fertig. In den letzten Tagen war das anders: Nachttisch, Buch und…. oha! Ein paar Augen… Augen die einen verfolgen, Figuren die einem erscheinen. Keine Sorge, man hört keine Stimmen, aber immerhin: Die Geschichte hat einen gewaltigen Sog, eine Handlung die fesselt und uns gefangen nimmt. 

Der deutsche Titel ist meiner Meinung etwas missglückt, aber auf den Inhalt kommt es an.

Dies war mein erster Robotham. Ganz sicher nicht mein letzter. Unbedingte Empfehlung!

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442 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 43 Rezensionen

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Bretonische Verhältnisse

Jean-Luc Bannalec
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.08.2013
ISBN 9783442479276
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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295 Bibliotheken, 9 Leser, 3 Gruppen, 73 Rezensionen

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Untreue

Paulo Coelho ,
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 24.09.2014
ISBN 9783257069082
Genre: Romane

Rezension:

Linda lebt in Genf, ist 31 Jahre alt und hat schon alles. Haus, Baum, Mann, hübsche 68 Kilo und Kinder. Kaum noch Platz für Wunder. Zeit für einen Hund?
Sie wollte Sicherheit und erstickt an Langeweile. Eigentlich sollte sie glücklich sein. Ist sie aber nicht. Weil es an Herausforderungen fehlt. Durchaus vorstellbar.
Als Journalistin hört sie von einem Interviewpartner den Satz: „Mir geht es überhaupt nicht darum, glücklich zu sein. Ich ziehe es vor, voller Leidenschaft zu leben, auch wenn es gefährlich ist denn man weiß nie, wohin es führt.“ Oha! Der wunde Punkt. Unsere traurige Hauptfigur kommt ins Grübeln. Die böse Routine steht ihr im Weg, bei der ersehnten Leidenschaft. Sie steckt in einer Sackgasse. Eine Depression bahnt sich Raum. Linda will sich vom angesammelten Staub befreien. Leidenschaft, ein Privileg der Jugend? Eine aktuelle Frage, welche neugierig auf die nächsten Seiten macht. Zunächst.
Linda verwechselt Leidenschaft mit Lust und wir werden Zeuge einer seltsamen Affäre, welche sie mit ihrer Jugendliebe beginnt. Wer keine Probleme hat, der schafft sich welche. Sie hat nicht den Mut, ihre Sicherheitsleine zu kappen, also betrügt sie. Nicht unbedingt munter, aber sie betrügt. Nicht nur ihren Mann, sondern auch sich selbst. Coelho betrügt den Leser. Die Figuren bleiben farblos, die Kinder ohne Alter und Gesicht, die ganze Handlung wirkt schwach. Kein roter Faden. Kein Plot. Ein provokativer Roman. In der Tat! Denn man ist von Coelho anderes gewohnt und kann dieses Buch irgendwie überhaupt nicht fassen. Der Autor ist sich hier buchstäblich selbst UNTREU. Der Schreibstil wirkt flach, kitschig, streckenweise wie vom Praktikanten geschrieben. Im zweiten Teil des Romans wird es etwas besser. Doch insgesamt bleibt dieses Buch wie Lindas Ehe: Es heißt nicht, dass ES schlecht ist, die Enttäuschung hat vielmehr mit dem Fehlen von Leidenschaft zu tun, dem Mangel an Spannung.
Coelho trägt einen großen Namen und das wohl nicht zu Unrecht, über die Jahre sicherlich verdient. Als Leser fahre ich doch manchmal lieber mit unbekanntem Fuhrwerk durch einen abenteuerlichen Dschungel, als mit einem berühmten Auto(r) durch öde Steppe. Schade.

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19 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

banalverkehr, erwachsen werden, glitzerwelt, großstadt, heyne, liebeskummer, miaavelon, roman

Banalverkehr

Mia Avelon
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 08.08.2011
ISBN 9783453545434
Genre: Romane

Rezension:

Schnurstracks bin ich eingezogen in eine wilde „Puppenstube“ und war überrascht vom flotten Schreibstil, infiziert von den verwirrten Gedanken der Hauptfigur und berührt von den Aktionen überspielter Einsamkeit in einer Großstadt (die mir durchaus vertraut sind). Immer häufiger wünschte ich der Autorin: Lass es um Himmels Willen keine Autobiographie sein! Nicht so. Nicht ohne Stoßdämpfer! Was Puppe erlebt, hinterlässt schmerzhafte Spuren, die man nur mit Humor verwischen kann. Galgenhumor. Was sie perfekt beherrscht. Sonst wäre das alles nicht auszuhalten. Zuweilen wurde die Geschichte SCHEINBAR (!) unter einem verträglichen Pegel Alkohol zu Papier gebracht. Kommt irgendwie übermütig rüber. Tollkühn! 
Worum geht´s?
Sie ist weg. Lene. Der einzige Fels in der Brandung der Puppe Stockmann. Eigentlich ist sie nicht wirklich weg. Nur nicht mehr da, wenn man sie braucht. Also immer, quasi. Puppe fühlt sich allein und ergibt sich in ein berauschtes Spitzenleben ohne Substanz. Betäubt ihren Schmerz mit Schmerz. So ähnlich wie bei Zahnweh, man beißt extra auf den wunden Punkt. Dann fühlt es sich gut an, wenn es weh tut. Vorübergehend.
Puppe gibt sich nicht wirklich Mühe vom Leser gemocht zu werden. Glänzt durch kindlich bockige Emotionalität, die man in ihrem Alter (29) nicht mehr so recht kapieren mag, aber doch irgendwoher kennt. Wer will schon erwachsen werden und wozu? Wer sich (wie ich) hin und wieder gegen eine gewisse Reife sträubt, erfüllt auf den ersten Blick nicht die besten Voraussetzungen für diese Lektüre (wegen der Rückfallquote). Aber auf den zweiten Blick gerade deshalb. Erschreckend ehrlich und aufwühlend. Man möchte unser Püppchen manchmal retten aus dem gefährlichen Strudel aus Alkohol, Sex und Betäubung. Sie wach rütteln. Gedanklich rennt man ihr mit einem Sprungtuch entgegen und schreit: Lass mich deine Lene sein! Doch das wäre fatal. Diese Rolle spielt schon das Schicksal. Nach Lene kommt Lückenfüller Lutz, wie ein wohliges Feuer daher. Ein Strohfeuer, denn mit dem Ende einer flüchtigen Schwangerschaft ist auch Lutz schon wieder Geschichte. Der Krapfen wandert zurück in die Schublade. The Show must go on! Life is a Party! Ein ewiges Delirium. Das geübte Leserauge ahnt: Ein Drama bahnt sich Weg. Wie ein Pulle Rotwein über cremefarbenen Satin. Dann kommt rechtzeitig Edo um die Ecke. Kein Typ für Organspende oder Broccoli-Auflauf. Doch dieser Edo riecht gut. Und verfügt über eine hübsche Hülle, ein Sushiröllchen! Das muss reichen! Puppe projiziert alles, was es vorgeblich wert ist sich an es zu klammern, auf ihn. Ihren Superhelden. Er fühlt sich gebraucht als Erlöser und Puppe sich als Gerettete. Fast dankbar verliebt schaut sie zu ihm auf. Was bleibt einem auch anderes übrig wenn man am Boden liegt?
Leidenschaft versteht sich in dieser Kombi von selbst, weil es ausreichend Leiden schafft. Klar. Auch Itsy spielt in dieser Phase eine tragende Rolle. Ihr Ende bleibt eine Mahnung. Ein trauriger herber Beigeschmack, der in seiner gnadenlosen Härte vielleicht Puppes eigentliche Rettung war.
Der Leser muss wissen, worauf er sich einlässt. Sprachlich begegnet uns hier kein poetischer Schnickschnack, wie etwa: „Wieder streut der Herbst ins Land seinen gold’nen Blätterregen.“
Stattdessen ein klares: „Der Sommer, der alte Loser, kämpft sich schwermütig durch den September.“ Super!
Ich kämpfte mich nicht schwermütig durch die Kapitel, sondern wollte begierig wissen wie es weiter geht. Der Abspann lässt einen nachdenklich versöhnt zurück. So soll es sein! Kein Buch von der Stange. Starker Humor, besondere Autorin. Für mich persönlich etwas zu viel Wiederholung in Mias Kopf. Insgesamt 4 Sterne. Empfehlenswert!

  (14)
Tags: erwachsen werden, großstadt, liebeskummer   (3)
 

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

abenteuer, der audio verlag, der kleine wassermann, hörbuch, kinderbuch, kleiner wassermann, neugier, otfried preußler, tiere

Der kleine Wassermann - Herbst im Mühlenweiher

Otfried Preußler , Regine Stigloher , Gustav Stolze , Friedhelm Ptok
Audio CD
Erschienen bei Der Audio Verlag, 01.08.2014
ISBN 9783862314065
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Das Kinderbuch vom leider bereits verstorbenen Otfried Preußler wird nun bald 60 Jahre alt,  doch ist es nach wie vor ein zeitloses Erlebnis. Wer die Geschichte kennt und hier seine Ohren spitzt, den erwartet mehr als nur ein vertontes Buch. Nein kein Hörbuch, sondern ein Hörspiel! Das ist ein feiner Unterschied. Geräusche, Musik und verschiedene Stimme werden speziell fürs menschliche Ohr in Szene gesetzt. Das hat hier prima geklappt, würde ich sagen. Ein bisschen wie bei Peter und der Wolf. Wir stellen uns ein Tier vor, zum Beispiel einen Karpfen und hört hört! Es klingt wie ein Karpfen eben klingen muss. Genauso Biber-Freund Bockert, die frechen Frösche oder der abenteuerlustige Wassermann selbst. Die Musik konnte mein Sohn (8 Jahre, Sternzeichen Wassermann)  schon nach der ersten Runde mitsingen. Rhythmisch schunkelnd. Textsicher. Erstaunlich! Wir wurden hernach getrennt von einander befragt und sind uns (ausnahmsweise) mal einig:

unser Held: klarer Punktsieg für den neugierigen Wassermann

lustigster Teil: die 4 Frösche (im Versteck unterm Dreck)

der beste Kumpel: Cyprinus (Daumen hoch für die Stimme von Friedhelm Ptok), kleiner Abzug in der B-Note: zu viel Blub Blub

Und die Moral (Für kleine und große Menschenkinder): Der Winter will gut vorbereitet sein! Nicht einfach so weglaufen!!! (mit drei Ausrufezeichen!) Freunde sind toll, Ferien sind toll. Doch Obacht! Pfeif niemals auf die Flötenstunde!

 

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Tags: abenteuer, neugier   (2)
 

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afghanistan, burma, darfur, helden, hoffnung, irak, kinder, kongo, krieg, kriegsopfer, leben, philippinen, politik, reporter, soldaten

Das Leben ist ein wildes Tier

Carsten Stormer
Fester Einband: 318 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 11.11.2011
ISBN 9783785724408
Genre: Biografien

Rezension:

Der junge Carsten Stormer will nicht fürs Rumsitzen bezahlt werden. Er bezeichnet seine Zeit im Büro als Dunkelkammer seines Lebens. Indirekt zollt er damit auch denen Respekt, die jeden Tag fleißig einer „vernünftigen“ Arbeit nachgehen. Auch das sind in gewisser Weise Helden! Ihm bleibt das verwehrt. Die Routine des Alltags füllt die Zeit schon lange nicht mehr aus. Selbst ein intensives Partyleben bietet kaum Ersatz für Abenteuer. Es zieht ihn hinaus in die Welt. Irgendwas (aus dem Privileg der Muße geboren) treibt ihn an. Neugier und die Lust auf Herausforderung bekommt eine riskante Eigendynamik. Er träumt davon in den Krieg zu ziehen. Nein, er will nicht mit Sturmgewehren schießen, sondern mit seiner Kamera. Fotos. Jedoch keinesfalls als Paparazzi. Er sucht Grenzerfahrungen. Sucht die Gefahr und die Gefahr wird zur Sucht. Das Adrenalin. Echte Feuerproben. Was er findet ist schwer zu dosieren. Eine Überdosis von allem. Kaum Platz für Ironie. Keine Stellen zum Lachen. Pure Realität. Orte, die in Reiseprospekten nicht vorkommen. Sperrgebiete.
Ich zähle beileibe nicht zu den Menschen, die allen Bergsteigern wild applaudieren, nur weil sie um jeden Preis irgendwo hochjagen müssen. Sie tragen manchmal nicht nur das Risiko für sich selbst, sondern bringen zuweilen auch andere in Gefahr. Leichtsinn und Mut sind zwei Paar Schuhe. Doch ein Krieg ist kein Berg. Reporter wie Stormer sind wichtig. Seine Worte allein werden keine Gerechtigkeit bringen. Ihm geht es darum den Opfern des Krieges ein Gesicht und eine Stimme zu verleihen. Es geht um die Wahrheit, bei all den Lügen da draußen. Mit wachen, klugen Augen berichtet er in seinem Buch von berührenden Schicksalen, die in der pauschalen Fülle der Nachrichten untergehen. Dabei fällt es ihm zunehmend schwer journalistisch neutral zu bleiben, bei so viel Leid. Irgendwo hatte ich gelesen: Nicht nur das Leben ist ein wildes Tier, sondern auch der Mensch. Stormer wird Zeuge.
Jedes Foto könnte sein letztes sein. Es gibt keine Auftraggeber. Dennoch zieht es ihn immer wieder in die Krisengebiete dieser Welt. Ohne kugelsichere Weste. Die Verlockung ist groß. Warum? Damit die Welt Notiz nimmt. Damit er Spuren hinterlässt. Vielleicht. Aber, machen wir uns nichts vor: Menschen wir Stormer sieht man selten im eigenen Schrebergarten Zwetschgendatschi essen und Sonnenblumen pflücken. Die Eingliederung in das normale Leben fällt schwer. Er braucht eine andere Umlaufbahn. Bleibt ihm zu wünschen, dass er als Journalist niemals resigniert und auch sein privates Glück findet. Ich empfehle dieses Buch, weil es nicht umständlich versucht mir die Welt zu erklären. Es hat meine Wahrnehmung verändert. Danke dafür. 

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Tags: abenteuer, krieg, politik, reporter   (4)
 

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40 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

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Geschlossene Gesellschaft

Dennis Gastmann , Frank Ortmann
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Berlin, 15.08.2014
ISBN 9783871347733
Genre: Sachbücher

Rezension:

Würde man drei Weise bitten, über das Buch von Dennis Gastmann zu schreiben, sie würden drei verschiedene Geschichten erzählen:

Der Bewunderer berichtet von einem der besten Bücher, die der Planet je gesehen hat. Geistreich, sprachgewandt, humorvoll und echt wie sein Autor. Ohne ihn wäre ein Buch nur ein Buch. Seelenloses Papier. Ein schlauer Fuchs schlüpft in ein Pinguin-Kostümchen und redet mit den „großen Tieren“. Tarnung ist alles! Heitere Camouflage. Meisterhaft gegockelt!


Der Neidische erzählt von einer glitzernden Aufzählung gesammelter Storys über Pfeffersäcke, denen das Geld zugeflogen ist, durch den Zufall ihrer Geburt, Heirat oder Lug und Trug. Die Hauptdarsteller sind Diebe. Sie rotten sich in einer geschlossenen Gesellschaft zusammen und harren gemeinsam aus um nichts von ihrem Reichtum abgeben zu müssen. Gated Community. Er würde den Scharlatanen ins Gewissen reden wollen. Welches Gewissen? Der Neidische vermißt einen Krösus der Ballast abwirft, spendet oder verzichtet. Fehlanzeige! Außer dem einen. Ein entflohener arabischer Papagei, grau mit rotem Schwanz. Der Wüstensohn hatte genug vom goldenen Käfig. Verschwörungstheoretiker sind sich sicher: Der gefiederte Held sitzt jetzt in den Blättern einer Palme und kreischt: Willkommen auf Star-Island!


Der Psychologe macht aus dem Buch ein Drama. Ein Märchen mit traurigen Zügen. Über allem Glanz und Gloria schwingt ein Hauch Melancholie. Erinnert an die bleierne Bürde von Erbe und Besitz. Geld ist nicht grundsätzlich böse. Es ist wie Alkohol. Auf die Dosis kommt es an, sonst macht man sich am Ende noch lächerlich. (wenn es nicht so traurig wär). Die Welt der Reichen ist ein Gefängnis und sie haben sich selbst darin eingeschlossen.
Und der Trost des kleinen Mannes?
Wer viel hat und nichts muss, darf auch keine Wunder vom Leben erwarten! Kein Kribbeln mehr. Kein Kessel Brausepulver. Nur noch Langeweile.

Würde man mich zum Buch befragen?
Man kann es auf viele Arten interpretieren. Unterm Strich enthält es vorallem viel kluge Wahrheit. Man wünscht, es wäre ein niedlicher Phantasieroman. Doch blicken wir der Realität ruhig ins Auge. Frei von Neid und ohne Drama. Nur eine gescheite Portion Ironie muss erlaubt sein. Sonst wäre das Reich der Reichen nicht auszuhalten. Dem Autor ist das gelungen. Er hat hervorragend recherchiert, scharfsichtig beobachtet, Respekt gewahrt und mit genialer Komik erzählt. Hat durch unaufgeregte Fragen bereits Antworten geliefert. Sich dabei hoffentlich nicht infiziert. 

 
Ein einziger gelungener Streich!

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Tags: geld, glück, reichtum   (3)
 

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674 Bibliotheken, 4 Leser, 3 Gruppen, 49 Rezensionen

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Wüstenblume

Waris Dirie ,
Flexibler Einband: 356 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.04.2007
ISBN 9783426779781
Genre: Biografien

Rezension:  
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35 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

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Papa ante Palma

Stefan Keller
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.05.2011
ISBN 9783548373744
Genre: Romane

Rezension:

Was interessiert mich Papa Palma in der Mandelblüte?
Wäre Papa ante Panama nicht vielleicht exotischer? Spannender ?

Es spielt keine Rolle ob Geschichten wie diese am Sambesi, im Sauerland, dem Tibet oder eben auf Mallorca spielen. Ob Alltag oder Abenteuer, mit oder ohne Zwillingen, Drillingen oder Reinhold Messner...Interessant und unterhaltsam wird ein Buch allein dadurch, dass jemand wirklich gut erzählen kann und die Sachen auf den Punkt bringt.

Ich bin der Meinung das ist hier absolut gelungen. Ich könnte hier endlos viele meiner Lieblingsstellen aufzählen, genau so erlebt, ironisch und ohne Zeigefinger wunderbar unkompliziert formuliert. Aber im Grunde ist es wie mit Musik oder Wein. Sollte zur Stimmung passen oder den ganz persönlichen Geschmack treffen. Also einfach selbst lesen! Die sympathische natürliche und humorvolle Art des Autors die Dinge gut zu beobachten und wiederzugeben macht das Buch für mich zum echten Vergnügen und ich empfehle es gern weiter.

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Tags: familie, mallorca   (2)
 

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afrika, biografie, frauen, rhodesien, simbabwe

Unter afrikanischer Sonne

Alexandra Fuller , Sabine Roth
Flexibler Einband: 316 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 01.01.2005
ISBN 9783442458479
Genre: Biografien

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Léon und Louise

Alex Capus
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.07.2012
ISBN 9783423141284
Genre: Romane

Rezension:

Oberflächlich betrachtet ist die Romanze wenig aktionsreich, hier wechselt sich kein erotisches Stelldichein mit dem nächsten ab. Kein Feuerwerk aus Gefühlen und Schwüren. Und doch eine der ergreifendsten Liebesgeschichten, die mir bisher unter die Nase gekommen ist. Sich lieben bedeutet manchmal auch zwei zu bleiben. Getrennt durch historische Begebenheiten. Das nennt man Schicksal und Überlebenskampf. Sprachlich fantastisch. Die Entwicklung der kleinen Louise hat mich besonders berührt. Am Ende findet sie es nicht mehr allzu schlimm, dass sich im richtigen Leben nicht jeder Traum verwirklicht hat, man sich an die Leerstellen gewöhnt. Sie kann am Ende keine Pirouetten drehen und betrachtet alles was ihr im Leben fehlt allmählich als Wesensmerkmal. Das nennt man wohl Reife. Man schließt die zwei Helden zwangsläufig ins Herz, klappt das Buch zufrieden zu, sieht vor sich Notre Dame und die Seine. Dann schippert man glücklich mit beiden dem Ozean entgegen. Die Luft ist frisch und klar. Endlich!

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enttäuschung, (fast) die ganze welt, flucht, freundschaft, geld, leben, liebe, reise, reisen, schmerz, sinnsuche, strukturen, tod, trennung, ungewissheit

Die Fahrt

Sibylle Berg , any.way
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 02.03.2009
ISBN 9783499247750
Genre: Romane

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