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53 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Eine Versammlung von Krähen

Brian Keene
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Festa Verlag, 31.05.2013
ISBN 9783865522061
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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45 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal - Band 2

Robert McCammon , Nicole Lischewski
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Luzifer-Verlag, 31.10.2017
ISBN 9783958352308
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ich habe lange überlegt, ob ich dieses Buch lesen soll. Einerseits hat es mich total gereizt, aber irgendetwas schreckte mich auch immer wieder ab.

Da ich den ersten Band der Geschichte irgendwann als Rezensionsexemplar vom Luzifer-Verlag zur Verfügung gestellt bekommen hab, konnte ich mich nicht mehr rausreden.

Und habe ich es bereut?

Ganz klar:

Nein!

»Matthew Corbett« ist ein äußerst spannender und vergnüglicher Historienkrimi, mit wunderbarer Atmosphäre, einem großartigen Plot, fantastischer Sprache (Kompliment an die Übersetzerin) und hervorragend ausgearbeiteten Figuren.

Damit ist eigentlich schon alles gesagt, oder?

Die Geschichte um: »Matthew Corbett« ist vom Autor als Serie angelegt, weswegen der erste Band, zunächst einmal »nur« die Figur und das Setting einführt. Dies allerdings bereits grandios und alle Register ziehend.

So weiß man z.B. über lange Zeit nicht, wohin die Reise wirklich gehen wird, welches Genre der ehemalige Horrorautor hier wirklich bedienen will: Mystery, Horror, Historienkrimi, vielleicht sogar ein wenig Abenteuerroman a la J.F. Cooper?

Doch nach und nach wird klar, dass Robert McCammon mit Matthew Corbett einen neuen Ermittler ins literarische Rennen schickt, der es durchaus mit Sherlock Holmes oder Hercule Poirot aufnehmen werden wird.

Ähnlich diesen Vorbildern arbeitet Corbett rein logisch und deduktiv und findet z.B. die Lösung des Falls vor einer Versammlung aller wichtiger Protagonisten statt.

Bis dahin erwartet den Leser ein Abenteuerschmöker, der nicht nur durch den eigentlichen Kriminalfall spannend unterhält, sondern vor allem der o.g. Frage. Denn durch die großartige Sprache, die Atmosphäre und das handwerkliche Können des Autors, gelingt es ihm tatsächlich, all die verschiedenen Genre gekonnt zu einem in sich stimmigen Roman zu vereinen.

Da sein Protagonist hier die erste Phase seiner Entwicklung durchläuft, könnte man neben Krimi, Mystery, Horror, Indianergeschichte, Thriller, Historienabenteuer auch noch Coming-Of-Age nennen.

Insgesamt also eine wirklich unterhaltsame Lektüre, bei der ich mich keinen einzigen Satz lang gelangweilt habe.


Zum Schluss möchte ich noch kurz erläutern, warum ich die in deutsch erschienenen beiden Teile in einer Rezension zusammenfasse.

Es ist offensichtlich, dass das Werk nie als Zweiteiler geplant war und im englisch-sprachigen Raum auch nicht als solcher veröffentlicht worden ist.

Dennoch halte ich es hier nicht für »Geldmacherei«, da es sich beim Luzifer-Verlag um einen eher kleinen Genre-Verlag handelt. Mir sind die Kosten für Lizenzen solcher Bücher durchaus bekannt und gerade kleine Verlage (wie z.B. auch Festa in der Vergangenheit) gehen damit oft ein Risiko ein, dass sie an die Grenze des finanziellen Ruins bringen kann. Hinzu kommen dann noch Übersetzer- und Lektoratskosten. Hier hat der Luzifer-Verlag wirklich gute Arbeit geleistet.

Insofern denke ich, wem die beinahe schon bibliophil zu nennende (zumindest vom Gesamtpreis) zweiteilige Hardcoverausgabe (aus nachvollziehbaren Gründen) zu teuer ist, der soll bitte unbedingt zur Ebook-Variante greifen.
Diese hat einen vernünftigen Preis und ich hoffe nur, dass die Reihe erfolgreich genug ist, dass der Luzifer-Verlag die Veröffentlichung fortsetzt. (Was sich ja abzeichnet, da zumindest der zweite Fall für Mathew Corbett schon veröffentlicht ist.)


5 Sterne




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Tags: historien roman, horror, krimi, mystery thriller   (4)
 

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Batman - Detective Comics

James Tynion IV , Christian Duce , Fernando Blanco , Marcio Takara
Flexibler Einband
Erschienen bei Panini, 11.09.2018
ISBN 9783741609688
Genre: Comics

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26 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Don Quijote

Flix
Fester Einband: 136 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 03.07.2012
ISBN 9783551783752
Genre: Comics

Rezension:  
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42 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

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Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal

Robert McCammon , Nicole Lischewski
Fester Einband: 516 Seiten
Erschienen bei Luzifer-Verlag, 23.03.2017
ISBN 9783958351974
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ich habe lange überlegt, ob ich dieses Buch lesen soll. Einerseits hat es mich total gereizt, aber irgendetwas schreckte mich auch immer wieder ab.

Da ich den ersten Band der Geschichte irgendwann als Rezensionsexemplar vom Luzifer-Verlag zur Verfügung gestellt bekommen hab, konnte ich mich nicht mehr rausreden.

Und habe ich es bereut?

Ganz klar:

Nein!

»Matthew Corbett« ist ein äußerst spannender und vergnüglicher Historienkrimi, mit wunderbarer Atmosphäre, einem großartigen Plot, fantastischer Sprache (Kompliment an die Übersetzerin) und hervorragend ausgearbeiteten Figuren.

Damit ist eigentlich schon alles gesagt, oder?

Die Geschichte um: »Matthew Corbett« ist vom Autor als Serie angelegt, weswegen der erste Band, zunächst einmal »nur« die Figur und das Setting einführt. Dies allerdings bereits grandios und alle Register ziehend.

So weiß man z.B. über lange Zeit nicht, wohin die Reise wirklich gehen wird, welches Genre der ehemalige Horrorautor hier wirklich bedienen will: Mystery, Horror, Historienkrimi, vielleicht sogar ein wenig Abenteuerroman a la J.F. Cooper?

Doch nach und nach wird klar, dass Robert McCammon mit Matthew Corbett einen neuen Ermittler ins literarische Rennen schickt, der es durchaus mit Sherlock Holmes oder Hercule Poirot aufnehmen werden wird.

Ähnlich diesen Vorbildern arbeitet Corbett rein logisch und deduktiv und findet z.B. die Lösung des Falls vor einer Versammlung aller wichtiger Protagonisten statt.

Bis dahin erwartet den Leser ein Abenteuerschmöker, der nicht nur durch den eigentlichen Kriminalfall spannend unterhält, sondern vor allem der o.g. Frage. Denn durch die großartige Sprache, die Atmosphäre und das handwerkliche Können des Autors, gelingt es ihm tatsächlich, all die verschiedenen Genre gekonnt zu einem in sich stimmigen Roman zu vereinen.

Da sein Protagonist hier die erste Phase seiner Entwicklung durchläuft, könnte man neben Krimi, Mystery, Horror, Indianergeschichte, Thriller, Historienabenteuer auch noch Coming-Of-Age nennen.

Insgesamt also eine wirklich unterhaltsame Lektüre, bei der ich mich keinen einzigen Satz lang gelangweilt habe.


Zum Schluss möchte ich noch kurz erläutern, warum ich die in deutsch erschienenen beiden Teile in einer Rezension zusammenfasse.

Es ist offensichtlich, dass das Werk nie als Zweiteiler geplant war und im englisch-sprachigen Raum auch nicht als solcher veröffentlicht worden ist.

Dennoch halte ich es hier nicht für »Geldmacherei«, da es sich beim Luzifer-Verlag um einen eher kleinen Genre-Verlag handelt. Mir sind die Kosten für Lizenzen solcher Bücher durchaus bekannt und gerade kleine Verlage (wie z.B. auch Festa in der Vergangenheit) gehen damit oft ein Risiko ein, dass sie an die Grenze des finanziellen Ruins bringen kann. Hinzu kommen dann noch Übersetzer- und Lektoratskosten. Hier hat der Luzifer-Verlag wirklich gute Arbeit geleistet.

Insofern denke ich, wem die beinahe schon bibliophil zu nennende (zumindest vom Gesamtpreis) zweiteilige Hardcoverausgabe (aus nachvollziehbaren Gründen) zu teuer ist, der soll bitte unbedingt zur Ebook-Variante greifen.
Diese hat einen vernünftigen Preis und ich hoffe nur, dass die Reihe erfolgreich genug ist, dass der Luzifer-Verlag die Veröffentlichung fortsetzt. (Was sich ja abzeichnet, da zumindest der zweite Fall für Mathew Corbett schon veröffentlicht ist.)


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Tags: historienthriller, horro, krimi, mystery   (4)
 

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Sandman Deluxe

Neil Gaiman , Shawn McManus , Colleen Doran , Bryan Talbot
Fester Einband
Erschienen bei Panini, 27.08.2018
ISBN 9783741608070
Genre: Comics

Rezension:

Auf diesen Teil der »Deluxe« Ausgabe des legendären, ja beinahe sagenumwobenen »Sandman« Zyklus habe ich mich sehr gefreut. Immerhin war von vornherein klar, dass die Zeichner gewechselt haben und wer meine bisherigen Betrachtungen zu »Sandman« gelesen hat, weiß, dass ich mit den Zeichnungen so meine Probleme hatte.

Bisher haben mich immer die Storys von Neil Gaiman mehr fasziniert, beschäftigt und unterhalten, als der (in meinen Augen zu Old-School-mäßige) Zeichenstil).

Und wie war jetzt Band 4 »Über die See zum Himmel«, für mich?

Leider ein deutlicher Abfall zu den vorhergehenden Bänden.

In der ursprünglich veröffentlichten Reihenfolge beinhaltete der so betitelte Band, ausschließlich die Geschichte, aus deren Kapitelüberschriften die Zeile »Über die See zum Himmel« entnommen wurde. (Mich erinnert es auch an »Münchhausen« wo ja die Idee vorkommt, dass man einfach dem Meer bis zum Himmel folgt und dann so auf den Mond gelangt. Was natürlich nicht störend ist, denn »Lügen« und »Träume« könnten Interpretationsmöglichkeiten ein und derselben Sache sein.)

Die Story um Barbie (ja die heißt wirklich so und ihr Ex auch noch »Ken«), die mit einigen verrückten Gestalten in einem New Yorker Hochhaus lebt, und nicht mehr träumen kann, bis sie dann doch wieder in das Phantasialand ihrer Kindheit gelangt und - wir wären nicht im »Sandmann« Universum – sich Träume und Alpträume mit der Realtität mischen ...

Diese Geschichte ist eine wunderbare Erzählung, wie ich sie von Gaiman gewohnt bin. Voller literarischer Anspielungen, popkultureller Verweise, ein Hauch Urban-Fantasy mit etwas Horror und einem Figurenensemble, das mich an Paul Auster erinnert. Großartig.

Leider gefallen mir die Zeichnungen im gesamten Band 4 nicht. In der längeren Titelstory »a game of you« wechseln die Zeichner, was im DC (Vertigo) Heft-Universum des Öfteren geschieht und hier einen derart starken Bruch darstellt, der mich wirklich störte.

Aber auch die anderen Zeichner konnten mich nicht überzeugen. Allein die Story »Weiche Stellen« um Marco Polo passt mit ihren an »Prinz Eisenherz« gemahnenden Stil noch zur Erzählung. Doch z.B. die Zeichnungen in »Die Jagd« sehen aus, wie schlecht, bzw. gar nicht zu Ende geführte Skizzen, denen man versucht hat, durch die Kolorierung eine Vollständigkeit zu verschaffen.

Auch storytechnisch konnten mich alle anderen Geschichten, außer die um »Barbie im Wonderland« nicht vom Hocker reißen. Sicher, man kann in ihnen ebenfalls eine Menge guter Ideen finden, wie sie für Gaiman typisch sind:

Eine überbordende Fülle an Einfällen, Referenzen, Querverweisen und vor allem einen intellektuellen Ansatz, der definitiv für das Medium Comic revolutionär gewesen sein mochte.

Doch bis auf die Story um Marco Polo und das »Parlament der Krähen« fügen sie sich mir viel zu wenig in den Kosmos um den Traumkönig und seine Geschwister »Die Ewigen« ein.

Sie kämen, trotz der auftauchenden Traumthematik, auch gut ohne Morpheus daher.

Und wenn, dann werfen sie viel zu viele neue Dinge diese Figuren betreffend in den Raum und hinterließen bei mir als Leser das Gefühl, ich müsse doch eigentlich wissen, was jetzt damit gemeint ist. (Sohn? Frau mit der er händchenhaltend durch die Traumlande spaziert?)

So mag ich (wenn auch schweren Herzens) dem vorliegenden 4. Band der »Sandman« Deluxe-Ausgabe nur folgende völlig subjektive Wertung geben:

3 Sterne.

  (0)
Tags: comic, neil gaiman, sandman, urban fantasy   (4)
 

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Münchhausen

Flix , Bernd Kissel
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 30.05.2016
ISBN 9783551763037
Genre: Comics

Rezension:  
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Batwoman

Marguerite Bennett , James Tynion IV , Steve Epting , Stephanie Hans
Flexibler Einband
Erschienen bei Panini, 10.04.2018
ISBN 9783741606908
Genre: Comics

Rezension:  
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2 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

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Joe Shuster

Julian Voloj , Thomas Campi
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 30.05.2018
ISBN 9783551769206
Genre: Comics

Rezension:

New York, 70er Jahre des 20sten Jahrhunderts, ungefähr zu der Zeit, als der erste große »Superman« Film in die Kinos kam, wurde ein älterer Herr von einem Polizisten auf einer Parkbank geweckt und in einem nahegelegenem Diner zum Aufwärmen und Essen eingeladen. Dort erzählt der alte Mann seine Lebensgeschichte.

Er heißt Joe Shuster und ist einer der beiden Erfinder der Figur »Superman«. Heute wissen das die Meisten, zumindest die, die sich für Comics und speziell Superhelden-Comics interessieren.

Damals, zu dem Zeitpunkt, wo die Geschichte einsetzt, wusste das so gut wie niemand.

Was eine Story!

Der amerikanische Traum umgekehrt.

Die Geschichte um die beiden Schöpfer einer der populärsten Figuren unserer Zeit ist derart berührend, spannend und erschreckend realistisch, dass man beinahe denken möchte, sie wurde geskripted.

Es ist alles drin.

Die naiven Künster, die vom kapitalistischen Markt gefressen werden, die Freundschaft zweier Männer, die irgendwann doch zerbricht, Liebe und und und ...

Atemberaubend erzählt, so dass ich den Band an einem Tag regelrecht verschlungen habe.

Was definitiv ein Verdienst von Julian Voloj ist. Ich habe (bis auf die über Marquis De Sade und die über Salvador Dali) noch nie Biographien gelesen. Hätte nie vermutet, dass die wirklich so spannend sein können. Das das Ganze dann noch in Comic-Form funktioniert ... ja ich weiß, es gibt da dieses Werk über Johnny Cash ...

Wie auch immer. Vielleicht führe ich mir die doch mal zu Gemüte.

Ein Beitrag auf 3SAT »Kulturzeit kompakt«, machte mich auf dieses Werk aufmerksam. Als bekennender »Batman« Leser, der kaum eine Superman-Story im Regal hat, machte mich das ganze doch sehr neugierig. Immerhin, das Leben ist noch verrückter als Scheiße, wie es in »Es war einmal in Amerika« so schön heißt und in kaum einem anderen Land scheint dieser Satz auch genauso zu stimmen, wie eben dort.

Dort, wo zwei jüdische Jungs sich eine Comci-Figur ausdenken, die tatsächlich die Welt verändert und so derart dem brutalen Kapitalismus zum Opfer fallen, bis ein paar Fans irgendwann für Gerechtigkeit sorgen.

Whow!

Neben dem handwerklichen Geschick, des Autors, eine Biographie, die in diesem Fall tatsächlich das Potential eines ganz großen Dramas hat, so zu erzählen, sind es (bei einem Comic nicht überraschend) natürlich die Zeichnungen, die dem noch die Krone aufsetzen.

Kongenial illustriert von Thomas Campi, dessen Bilder tatsächlich an Edward Hopper-Gemälde erinnern.
Vor allem zieht der Zeichner alle Register der Comic-Kunst, um die Story noch eine Ebene aus der erzählerischen hervorzuheben.
Solange die Story in der Gegenwart spielt, benutzt er schwarze Bildrahmen und einen deutlichen Strich um Figuren und Interieur. Wenn Joe Shuster seine Geschichte in Rückblenden erzählt, verschwinden diese klaren Konturen.
Übrig bleiben blasse Tuschfarben, die den Panels so einen leicht traumhaften Anstrich verleihen.

Schön auch, die verschiedenen Stilwechsel, wenn es darum geht, andere Comics zu zitieren oder auch die Idee, Bilder aus Storys von Shuster und Siegel zu zeichnen, in den Sprechblasen aber die eigentliche Geschichte weiterlaufen zu lassen.

Am meisten habe ich mich allerdings über die kurze Sequenz gefreut, in der sich Bob Kane (Neben Bill Finger, einer der Väter von »Batman«) auf Grund eines Verhaltens Shuster und Siegel gegenüber, unter Campis Feder in den Joker verwandelt.

Das Werk ist voll solcher zeichnerischer Kunstgriffe, dass es mir wirklich mehr als einmal die Beine unter dem Arsch wegzog.

Vollendet wird der Comic dadurch, dass Carlsen dem Werk ein eher raues, also wirklich an die damalige Zeit erinnerndes Papier »spendiert« und den Einband innen mit den zwei Superman-Farben rot und blau ausgekleidet hat.

Ein absolutes Kunstwerk, das meiner Meinung nach kein Comic-Leser und kein Fan von Superhelden-Storys ignorieren sollte.

Link zur Leseprobe bei Carlsen: https://www.carlsen.de/hardcover/joe-shuster/69437

5 Sterne

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Tags: american way of life-kritik, batman, bill finger, bob cane, carlsen, comic, d.c., graphic novel, jerry siegel, joe shuster, superhelden, superman   (12)
 

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13 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

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Tsukuyumi - Full Moon Down

Bernhard Hennen , Verena Klinke , Bernd Perplies , André Wiesler
Fester Einband: 72 Seiten
Erschienen bei Cross Cult, 04.06.2018
ISBN 9783959817547
Genre: Comics

Rezension:

Als großer Freund der analogen Unterhaltung (um mal "Hunter und Cron" zu zitieren) wurde ich schon sehr früh auf die Kickstarter-Aktion von Felix Mertikats Brettspiel »Tsukuyumi« aufmerksam.

Mertikat ist für mich spätestens seit »Steam Noir« einer der besten deutschen Zeichner mit einem eigenständig erkennbaren Stil.

Das Brettspiel selbst, klingt durchaus spannend, da die Mindestspieleranzahl von 3 Personen bei uns aber kaum zustande kommt, kam es für mich nicht in Frage.

Nun brachte der feine Comic-Verlag Cross-Cult ein Comic mit gleichem Titel heraus und veranstaltete dafür eine Leserunde auf Lovelybooks. (Durch die ich das Buch erhielt.)

Der Klappentext auf dem Buch selbst (in dem das Spiel überhaupt nicht erwähnt wird) und die Veranstaltung dieser Leserunde, weckten die Erwartung, dass mit dem Comic eben Leute in den Genuss von Mertikats Zeichnungen und Weltenentwurf kommen können, ohne das Brettspiel kennen zu müssen, zu wollen.

Funktioniert »Tsukuyumi« der Comic also unabhängig vom Brettspiel?

Leider nein.

Außer Verena Klinke schafft es keiner, der beteiligten Autoren wirklich eine Story zu erzählen. Deren Teile des Werkes wirken eher wie Texttafeln in alten Stummfilmen und nicht wie Geschichten.
Die erzählerischen Mittel des Mediums Comic werden – außer in den zwei Storys von Klinke – kaum bis überhaupt nicht genutzt. Es wird lediglich immer wieder erzählt, dass der Mond auf die Erde stürzte und warum die jeweilige Fraktion jetzt so ist, wie sie ist und warum sie so handelt. Also gegen jeden und vor allem gegen den Drachen aus dem Mond kämpfen. Allerdings erzählt das bereits der Klappentext.

Das Ganze mag als hochwertiges Beiwerk zum Regelheft des Brettspiels ein super Gimmick sein. (Ähnlich z.B. den auf der Homepage zum kostenfreien Download befindlichen Einführungen in die verschiedenen Fraktionen zum Kartenspiel »51st state« von Portalgames.)
Hätte zumindest den Vorteil, dass man durch das Entscheiden für eine Fraktion und das damit spielen, ja zumindest eine emotionale Bindung zur jeweiligen Truppe hat, die man dann vielleicht noch mit dem Comic vertiefen kann.

Als eigenständiges Comic würde es, so ich es denn gekauft hätte, bei mir das Gefühl »sein Geld rausgeschmissen zu haben« erzeugen.

Bernhard Hennen und Bernd Perplies mögen gute Romanautoren sein - ich weiß es nicht, da ich von ihnen noch nichts gelesen habe - gute Comic-Skripter sind sie nicht!

Spannende Geschichten entstehen, in dem man dreidimensionale Figuren schafft, zu denen der Leser eine emotionale Bindung aufbaut und sie dann Konflikten aussetzt, die sie bewältigen müssen.

Das tut nur Verena Kline in »Cybersamurai«.

»Show dont tell« gilt nicht nur für Bücher und Filmskripte, sondern auch für Comics. Und das »show« sollte man nicht ausschließlich dem Zeichner überlassen. Ähnlich einem Drehbuch lebt eine Comic-Erzählung in erster Linie vom Dialog und Handlung. Die ständige Verwendung einer »Stimme aus dem Off« wirkt auf Dauer nur langweilig, zumal sie immer wieder das gleiche erzählt und oft unnötig ist (bestes Beispiel die erste veröffentlichte Fassung des Filmes »Blade Runner«).

Hier scheint es, als hätte Mertikat das eigentlich selbst schon längst geschrieben. Denn die verschiedenen Fraktionen und ihre Rolle im Setting von »Tsukuyumi« sind seit der Kickstarter-Kampagne bekannt. Die Bilder von ihm würden also, so man das Spiel kennt, sogar ohne die wenigen Texteinblendungen funktionieren. Eventuell sogar besser, da sie dem Leser bzw. Spieler, die eigene Fantasie arbeiten lassen würden.

Die Beteiligung einiger Autoren beim Buch »Tsukuyumi« wirkt auf mich lediglich wie Namedropping - was Mertikat wirklich nicht nötig hat – der Versuch also, das Comic auch Lesern zugänglich zu machen, die nie zum Brettspiel greifen werden. Nur machen sie dafür einen viel zu schlechten Job.


Vielleicht merkt man es: Ich bin tatsächlich extrem verärgert, da der Inhalt dem hochwertigen äußeren Eindruck des Hardcoverbandes, mit seiner teilweisen Klarlackveredelung, in keiner Weise gerecht wird.
Auch wenn ich, als Gewinner der Leserunde keinen Cent bezahlt habe, hätte ich lieber die doppelte Summe des eigentlichen Preises dieses Buches, für z.B. einen hochwertigen Band mit Skizzen und Artwork von Mertikats Schaffen ausgegeben, als derart langweilige und überflüssige Comicstorys zu lesen. (Ja, ich habe schon beim Klappentext verstanden, dass der Mond auf die Erde gestürzt ist und neue Kreaturen geschaffen hat ... blablabla ...)


Fans des Brettspiels können meiner Meinung nach bedenkenlos zugreifen, so sie es nicht eh im Rahmen der Kickstarter-Kampagne erhalten haben. Comic-Leser mit Interesse an gut erzählten Geschichten sollten die Finger von lassen.

Die Zeichnungen sind 5 Sterne wert. Verena Klinkes zwei Geschichten saubere 3 Sterne. Bernhard Hennes Ansatz einer Story 2 Sterne. Dem Gesamtwerk kann ich auf Grund seiner – meiner Meinung nach – völlig fehlgeleiteten Zielgruppenausrichtung leider nur 1 Stern geben.

  (1)
Tags: bernd perplies, bernhard hennen, brettspiel, comic, cross cult, dystopie, felix mertikat, postapokalypse, science fiction, verena klinke   (10)
 

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Judas Goat: Horrorthriller

Greg F. Gifune
E-Buch Text
Erschienen bei Luzifer-Verlag, 30.06.2018
ISBN 9783958353336
Genre: Sonstiges

Rezension:

Atmosphärisch dicht erzählt, allerdings ist die Geschichte ziemlich spannungsarm. Was einfach daran liegt, dass der Leser nicht mit dem Protagonisten mitfiebern kann, da für diesen absolut nichts auf dem Spiel steht.
Er hat ein Sch ... Leben, fährt unmotiviert zu diesem Haus, das er geerbt hat, obwohl ihm nicht klar ist warum, erinnert sich ein wenig an die Frau, die ihn als Erbe eingesetzt hat ... es gibt seltsame und mysteriöse Vorkommnisse (das ist die gut geschriebene Atmosphäre, mit ein paar guten Ideen, Spiegel etc.) aber eben keine Gefahr in dem Sinne für den Protagonisten.
So plätschert die Geschichte halt irgendwie dahin und am Ende ist es egal, ob er dem Grauen nun entkommt, dem Geheimnis auf die Schlichte kommt, sich seinen Erinnerungen stellt oder nicht.

Gute Bilder, laue Handlung. Kein Meisterwerk aber auch kein totaler Griff ins Klo. Kann man für den Preis durchaus mal lesen.

  (0)
Tags: ebook, greg f. gifune, horror, luzifer verlag   (4)
 

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Batman: Der Dunkle Prinz

Enrico Marini , Monja Reichert
Fester Einband
Erschienen bei Panini, 10.07.2018
ISBN 9783741607349
Genre: Comics

Rezension:

Nach meiner Meinung zum ersten Teil war hier ja nur eine Frage zu beantworen:

Kann der zweite Teil die Erwartungen erfüllen?

»Der dunkle Prinz« ist erzählerisch durchaus so gehalten, dass man schnell merkt, dass Marini die Geschichte ganz offensichtlich nicht als Mehrteiler geplant hatte. Warum sie dann doch in zwei Teilen erschien, könnte an Marktgegebenheiten liegen. Eine Gesamtausgabe hätte den Preis definitiv in die Höhe getrieben und ich denke, das Mutterschiff DC, ebenso wie Panini-Comics, waren sich da nicht so sicher, ob sie genügend Interessenten erreichen. (Immerhin war die Wartezeit zwischen beiden Teilen ebenso erfreulich kurz, wie die Veröffentlichung in deutsch nach dem englischen Original.)

Denn es bleibt dabei: Marini erzählt schon eine andere Geschichte aus dem Batman-Universum, die völlig losgelöst von allem funktioniert, dass im DC-Universum sonst so um den Dunklen Ritter gestrickt wird. Am ehesten könnte man Marinis Ansatz noch mit Christopher Nolans Interpretation in seinen Filmen vergleichen.

Das Batman kein Superheld, sondern ein Mensch mit allerlei technischen Schnickschnack und ja, einigen übermäßig ausgeprägten Fertigkeiten (wie oft der auf die Fresse kriegt ...) ist, macht für seine Fans einen großen Teil des Reizes dieser Figur aus.

Bei Marini sind aber auch keine übernatürlichen Schurken vorhanden. (Genial seine Interpretation von Ciller Croc. Optisch, wie erzählerisch.)

Die Story, ist viel mehr eine wunderbare Noir-Detektivgeschichte, angereichert um das klassische Thrillerelement. (Der Unterschied zwischen Krimi und Thriller ist, dass der Ermittler im ersteren Genre niemals selbst betroffen oder involviert ist.)
Könnte also eher ein Publikum ansprechen, dass nicht zu den regelmäßig erscheinenden Heftserien greift. (Insofern ist »Der dunkle Prinz« eigentlich die erste Veröffentlichung das angekündigten »DC Black Labels« ohne, dass er diesen Titel trägt.)

Ja, diese Geschichte richtet sich an ein erwachsenes Publikum.

Der Batman bei Marini ist derart involviert und betroffen, von der Entführung die der Joker hier abzieht, dass es für den Leser eine wahre Freude ist. Hier reizt Marini das Sujet der (immer wieder selbstzweifelnden und vor allem selbstzerstörerisch agierenden) Figur Batman voll und ganz aus.

Man muss mit dem Universum nicht allzu sehr vertraut sein, um Marinis Umsetzungen solch schillernder Figuren wie Catwoman oder Harley Quinn genießen zu können. Allem voran sein Joker.
Ja, der wird (in meinen Augen) sogar noch von Heath Ledgers Darstellung im Film getoppt. (Der Joker, der bei Marini wie Gene Kelly im Regen tanzt und dabei etwas über »Wayne« statt »Singing in the Rain« trällert. Großartig!)

Also bleibt es dabei:

Erzählerisch ist »Der dunkle Prinz« grandios.
Eine Geschichte, die auf Grund ihrer emotionalen Tiefe (Kind entführt) eine Intensität erreicht, die im Superheldengenre doch eher selten ist. Ein Schluss, der so genial offen und in sich geschlossen ist, wie es mir sonst tatsächlich nur bei richtig großen Romanen vorkommt. Eine Nebenfigur (Archie), die derart kongenial ausgearbeitet ist, dass sie die Hauptprotagonisten beinahe in den Schatten stellt ...

Und Marinis Strich, seine Panels, seine Perspektiven, seine Tusche, seine Schattierungen, seine Figuren, seine Mimiken, seine Actionszenen ... der Mann ist ein Gott unter den Zeichnern.

In meinen Augen reiht sich »Der dunkle Prinz« (beide Bände) jetzt schon in die ganz großen Klassiker des Batman-Kosmos (»Dark Knight Return«, »Hush«, »Long Halloween« ...) Ein und zeigt einmal mehr, dass Comic Kunst ist. Kunst, die dennoch perfekt unterhält.
Denn irgendwie liefert Marini hier fast schon ein filmisches Meisterwerk ab. Ein Meisterwerk, von dem ich dennoch hoffe, dass es nie verfilmt wird. Denn »Der dunkle Prinz« ist so wie er ist:

Genial!


5 Sterne

  (2)
Tags: batman, comic, der dunkle prinz, enrico marini   (4)
 

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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per ignem: c23 - Band 2

Ralph Edenhofer
E-Buch Text: 501 Seiten
Erschienen bei null, 22.05.2017
ISBN B0728HQVWX
Genre: Sonstiges

Rezension:

Meine Meinung über den ersten Band »ex vitro« kann man auf meinem Blog ja noch mal nachlesen.

Obwohl dieser nicht mit einem Cliffhanger endete, also gut und gerne erst einmal als eigenständiges Werk stehen bleiben könnte ... obwohl ich oft auch gerne mal eine Pause zwischen mehreren Teilen mache, da mich das Verweilen in den gleichen Sujets oder Genres doch manchmal langweilt ...

Begann ich dennoch sofort nach Abschluss von »ex vitro« mit dem Nachfolger »per ignem« und wie immer lautet die Frage:

Hat es sich gelohnt?

Ganz klar: Ja!

Ralph Edenhofer macht auch im zweiten Band alles richtig, was man in einem zweiten Band richtig machen kann.
Sein handwerkliches Können als Autor steht für mich mittlerweile erhaben über jedem Zweifel.
Edenhofer bringt dezent einige neue Protagonisten in die Geschichte, damit durch den Fokus auf die bisherigen Hauptfiguren auch gar keine Langweile auf kommen kann. Dies ist oft der Tod einer Serie. Beim TV heißt es: »Wenn es den Autoren nicht mehr gelingt, die Story voran zu treiben, werden neue Figuren eingeführt.« (Bestes bzw. in diesem Fall schlechtestes Beispiel dafür ist die zweite Staffel von »Twin Peaks«.)
Der Autor von »c23« tut dies allerdings so geschickt, dass der Leser nicht nur das Gefühl hat, dies wäre absolut notwendig – was es auch ist, da sie entscheidend zur Geschichte beitragen – nein, es fühlte sich sogar so an, als wären die auch im ersten Band schon vorhanden gewesen. (Gut, eine wurde sogar erwähnt.)
Allein aber dies ist in meinen Augen ein absoluter Beweis für die goldene Schriftstellerhand von Herrn Edenhofer.

Ansonsten gibt es die, für den zweiten Teil plottechnisch wirklich wichtigen Veränderungen und Entwicklungen. Es werden große (kinoreif erzählt) Raumschlachten geschlagen.
Erste Siege werden wieder zu Niederlagen.
Es gibt große Verluste an Leib und Seele.
Vieles wird zerstört und die Figuren werden Konflikten ausgesetzt, die sie auf jeden Fall verändern.

Nun bleibt nur noch, mich auf ein fulminantes Finale zu freuen.

Edenhofer schafft in »per ignem« Verschwörungen und Intrigen auf politischer Ebene, die uns nur zu bekannt vorkommen, nur dass sie in seiner Welt eben das gesamte Sonnensystem bedrohen.
Er inszeniert kleine Kämpfe, wie aus einem guten Actionfilm und cineastische Raumschlachten, die man sonst nur von »Star Wars« (als Film!!) kennt.
Er kreiert Figuren, deren Motivation er uns immer wieder nahe bringt, so dass er den Leser des Öfteren mit dem Durchbrechen des Gut-Böse-Schemas überrascht, bzw. ihn mit seinen Erwartungen an der Nase herumführt.

Für mich war der Lesegenuss tatsächlich noch um einiges höher als beim ersten Band, obwohl das mathematisch auf Grund meiner Sternvergabe gar nicht möglich ist.

»per ignem« schafft es »ex vitro« erzähltechnisch, sprachlich handwerklich, unterhaltsam spannend und emotional wuchtig tatsächlich noch zu toppen.

5 begeisterte Sterne(nsysteme).


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in abyssum

Ralph Edenhofer
Flexibler Einband: 412 Seiten
Erschienen bei Belle Epoque Verlag, 27.04.2018
ISBN 9783963570124
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Meine Meinung über die ersten beiden Bände der Trilogie kann man bei meinen Rezensionen oder auf meinem Blog  nachlesen.

Wie immer stellt sich für mich, und damit hoffentlich für Sie lieber Leser meines Blogs, die Frage:

Lohnt es sich, die gesamte Trilogie zu lesen?
»Sie wollen die Freiheit? Dazu gehört es, Verantwortung für seine Taten zu übernehmen und die Konsequenzen zu tragen.«

Ich fange diesmal mit einem Zitat aus der Geschichte an, welches erst kurz am Ende auftaucht, dass ich aber als gelungenes Beispiel sehe, warum die »c23« Trilogie so eine verdammt gute Sci-Fi-Unterhaltung ist.

Als großer Fan der 3-Akt-Struktur befindet sich »in abyssum« Anfangs am Ende des 2. Aktes und damit dem großen »all is lost«.

Die Hauptfiguren haben an diesem Punkt der Geschichte wirklich alles verloren, was sie bisher ausgemacht hat und man merkt als Leser schnell, warum diese Erzählstruktur sinnvoll ist.

Denn ansonsten wäre nach dem Ende von Band 2 eigentlich nur belangloses »Blablabla« drin gewesen, dass vielleicht noch die ein oder andere Frage aus den ersten Bänden beantwortet hätte aber nicht für einen kompletten dritten Band ausreichend gewesen wäre.

Aber Ralph Edenhofer, den ich mittlerweile neidlos als ganz großen Handwerker bezeichnen kann, ist ein wirklich viel zu guter Autor, als dass er in diese Falle tappt.

Sein dritter Band ist ein fulminantes Finale mit ein paar (manchmal sogar schmerzhaften) Überraschungen für das Setting, die Figuren und den Leser. Ein Showdown in dem er noch einmal aufzeigt, dass Weltraumschlachten nicht nur auf der Kinoleinwand funktionieren, in dem er sie einfach aus der Sicht seiner wichtigsten Protagonisten erzählt.
Es gibt Wendungen und Weiterentwicklungen, das gesamte Szenario wird aufgelöst, alle Fäden sauber zum Ende hin verknotet und die Geschichte zu einer guten Auflösung gebracht.

Im Nachwort kündigt der Autor an, dass noch weitere Geschichten aus dieser Welt erzählt werden wollen. Für den Freund von intelligenter, unterhaltsamer Science-Fiction stellt sich damit also nur die Frage, was er bis zum nächsten Buch aus Edenhofers Feder lesen soll.

Ich bereue keine einzelne Sekunde, die ich in den letzten Wochen mit der »c23«-Trilogie verbracht habe, wo ja Sci-Fi nicht mein bevorzugtes Lesegenre ist. Aber es hat sich gelohnt. Und der vorläufige Abschluss genügt mir völlig, um mich ohne vor Neugier zerfetzt zu werden, jetzt erst einmal anderen (von mir eher prefärierten) Genres zu widmen.

Hut ab Herr Edenhofer und ich hoffe, dass man Sie eines Tages in einem Atemzug mit den großen Namen des Science-Fiction nennen wird. Verdient hätten Sie es!

Weiterhin 5 begeisterte Sterne.

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Tags: science fiction   (1)
 

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ex vitro

Ralph Edenhofer
Flexibler Einband: 388 Seiten
Erschienen bei Belle Epoque Verlag, 17.01.2018
ISBN 9783963570100
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Irgendwo auf Facebook tauchte mal der Satz von jemandem auf, dass er keine deutschen Autoren lese, da die keine Science Fiction können. (Vielleicht denken viele so, da es eine Menge deutscher Autoren gibt, die Science Fiction unter angloamerikanischen Pseudonymen schreiben.)

Ich sehe das anders.

Hinter dem Eisernen Vorhang aufgewachsen, las ich in meiner Jugend sehr viele, sehr gute Werke eines Genres, das dort konsequenter Weise als »wissenschaftlich fantastisch« betitelt wurde. Anglizismen waren verpönt, da es die Sprache des »Klassenfeindes« war. Daneben machte diese Benennung allerdings auch Sinn.

Denn in all den Geschichten stand durchaus ein wissenschaftlicher Aspekt, ähnlich dem, was Jule Verne einst kreierte, im Vordergrund. Die Autoren griffen meist Entwicklungen und Errungenschaften auf, die es bereits gab, entwickelten (sponnen) sie einfach weiter und kombinierten sie oft mit einer Menge philosophischen Gedankenansätzen.
Verpackt in einer meist simplen aber handwerklich sauberen Abenteuergeschichte, in der es nicht nur um das Entdecken ferner Welten, sondern eben auch um die Erkundungen der inneren Welt ging.
(Ich will nicht abstreiten, dass einige dieser Werke durch die herrschende Gesellschaftsform ihrer jeweiligen Herkunftsländer stark beeinflusst waren ... aber das ist Literatur immer.)
Meine Lieblingsautoren aus dieser Zeit waren natürlich die großartigen Strugatzki-Brüder, Stanislav Lem aber auch die deutschsprachigen Vertreter wie Klaus Frühauf und Michael Szameit (Dessen »Sonnenstein-Trilogie« ich nur jedem Fan von anspruchsvoller und unterhaltender Science Fiction empfehlen kann).

Nach der Wende stürzte ich mich dann voller Neugier auf die englisch-amerikanische Science-Fiction und ... war schnell enttäuscht. Ich stellte fest, dass fast alles nur eine Art »Western« oder »Fantasy« im Weltraum war. Etwas, was mich in keiner Weise antriggerte, weshalb ich lieber wieder zu meinen (oben genannten) alten Klassikern griff und sie erneut las.

Ich hielt allerdings weiterhin Ausschau nach Science Fiction und (meiner Vorliebe entsprechend) natürlich nach deutschsprachiger und stieß dabei irgendwann auf Ralph Edenhofer. (Der auch noch kackfrech verweigert, sich ein englisches Pseudonym zu verpassen. Dafür schon einmal: Glückwunsch, Herr Kollege!)

Da ich müde von begonnenen und nie fortgeführten Serien bin (was unter Selfpublishern leider auch immer wieder verbreitet ist) wartete ich trotz vielversprechendem Klappentext und haufenweise guten Rezensionen ab. Nun, wo zumindest 3 Bänder der »c23« Reihe erhältlich sind und ich grad mal wieder Lust auf »wissenschaftliche Fantastik« hatte, begann ich mit »ex vitro«.

Für sein Setting verwendet Ralph Edenhofer einfach das, was wir heute schon kennen und spinnt es eben etwas weiter. Statt ständig Smartphones mit ununterbrochenen Internetzugang in der Hand zu halten, haben die Menschen ein Implantat im Kopf. Wo wir (gut: Einige von uns) noch vor kurzem über »Freihandelsabkommen« diskutiert haben, haben in »c23« längst die Konzerne die Herrschaft übernommen und das, was dort von der EU übrig ist, benimmt sich nicht viel anders als heute. (Grenzen dicht, alles was fremd ist, soll draußen bleiben, es sei denn, es nützt.)

So greift Edenhofer viele aktuelle (und ewige) Themen (Rassismus, Angst vor Flüchtlingen, Allmacht der Konzerne, unberechenbare KI, Wert des menschlichen Lebens ...) auf und kreiert aus ihnen ein überzeugendes, in sich plausibles Setting. Das ist für mich »Science Fiction«. Ich mag es z.B., dass der Autor mir zeigt, dass Flüge von einem Planeten zu einem anderen auch in Zukunft mit bestimmten Beschwerlichkeiten verbunden sind, weil der menschliche Körper dem eben nicht gewachsen ist.

Sicher halfen dem Autor beim Entwickeln seines Settings zwei Erfahrungen. Die seiner Ausbildung in Physik und Ingenieurwissenschaften und seine Leidenschaft als Rollenspieler.

Natürlich ist kaum etwas, was dem Leser hier präsentiert wird, wirklich neu. Nicht die ständige Verbindung mit dem Internet, nicht die Raumflüge, nicht die Kolonisierung des Weltalls, nicht die »Mutanten-Thematik« (vergleichbar mit dem philosophischen Überbau bei »Blade Runner«) aber alles ist verdammt gut umgesetzt.

Ralph Edenhofer hat eine coole, actionreiche und spannungsgeladene Abenteuerstory geplottet, die zwei tief ausgearbeitete Hauptakteure aufweist, so dass am Ende meiner Rezension nur eins bleibt:

Ich war jede einzelne Sekunde, ich mit diesem Buch verbracht habe, begeistert und fühlte mich gut (intelligent) unterhalten. Wer also das oben ausgeführte, mit dem Begriff »Science Fiction« assoziiert, sollte unbedingt zugreifen!

Auf de letzten Seite lässt Herr Edenhofer den Leser nicht mit einem übertriebenen Cliffhanger zurück. Das Ende von »ex vitro« ist ein runder und würdiger Abschluss der Geschichte, der genügend Möglichkeiten für Fortsetzungen beinhaltet, den man aber auch so stehen lassen kann.

Ein Punkt noch, den ich bei einem Selfpublisher nicht unerwähnt lassen möchte:

Handwerklich ist das Buch über jeden Zweifel erhaben. Es ist sprachlich auf einem guten Niveau (die Verwendung von »unbekannten« Worten oder Fremdworten bei Adjektiven und Substantiven ist dem Sujet entsprechend sehr angemessen), sehr gut geschrieben, sauber korrigiert und lektoriert. Ich habe in der ganzen Geschichte nur einen einzigen Tippfehler bemerkt. Hut ab!


5 verdiente Sterne.


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Hex

Thomas Olde Heuvelt , Julian Haefs
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Heyne, 16.10.2017
ISBN 9783453319066
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Grundidee der Geschichte, die der Klappentext vermittelt, sprach mich sofort an.
Zwei Aspekte hielten mich allerdings lange Zeit davon ab, zum Buch zu greifen. Wie die treuen Leser meines Blogs wissen, mag ich einfach keine (ok, mit ganz wenigen Ausnahmen) Geschichten mehr, die in den USA spielen. Vor allem dann nicht, wenn sie von europäischen Autoren stammen.
Das Zweite war tatsächlich die Vielzahl an schlechten Kritiken.

Letzteres ist aber oft auch ein Grund für mich dann doch zum Werk zu greifen (ich fühle mich da irgendwie provoziert) und so habe ich »Hex« endlich gelesen und ... war von Anfang an begeistert.

Ja, Heuvelt lässt sich Zeit. Am Anfang der Story steht eine, für manchen Leser vielleicht zu ausführliche, lange Exposition. Die wichtigsten Protagonisten und der Ort werden anschaulich detailliert eingeführt. Genau hier, begann aber schon meine Begeisterung. Das, was der Klappentext für mich versprach, wurde hier eingehalten.

Die »Hexen« Thematik in der Neuzeit.
Wie geht man im Zeitalter des Internet und der sozialen Medien, mit einer Hexe, mit einem Fluch um, ohne dass die gesamte Welt Schlange steht, die Sensation in Augenschein zu nehmen und zu begutachten. Denn genau das, muss, so sagt es die Chronik, verhindert werden.
Niemand darf von der Hexe erfahren.

Der Autor zeigt also zunächst ein beschauliches Örtchen, in dem die Leute sich mit dem Anblick der seit dreihundert Jahren toten Hexe mit ihren vernähten Augen und Lippen längst gewöhnt haben.
Wenn ihr z.B. ein Scheuertuch über den Kopf gehangen wird, da sie das abendliche Familienidyll sonst zu sehr stört ... oder die Jugendlichen sie in einem ausgeklügelten Streich gegen eine Laterne laufen lassen ... dann ist das eher skurril und lustig, denn schauderhaft.

Allerdings ist es genau das, was die Leute und der Ort im Umgang mit »ihrer« Hexe charakterisiert.
Für sie ist die Hexe allenthalben etwas Skurriles, mit dem man sich eben arrangieren muss, wenn man in Black Spring lebt.
An eine wirkliche Bedrohung glaubt hier offensichtlich niemand mehr so richtig und nur der Klappentext lässt den Horror-Fan erahnen, dass die Sache natürlich nicht gut ausgeht. (Wem so eine ausführliche Exposition zu lang ist, der sollte tatsächlich die Finger von dem Buch lassen, was viele negative Rezensionen wohl vermieden hätte.)

Ja, der Gruselfaktor hält sich in Grenzen, die Gänsehaut lässt eher auf sich warten, was in der Geschichte aber nur konsequent und schlüssig ist.

Sobald die Hexe dann einmal »losgelassen« ist und die Bewohner ihr wahres Antlitz offenbaren, bricht wirklich die, im Klappentext versprochene, Hölle los und diese hat es in sich.

Am Ende des »Showdowns« saß ich mit einem vergleichbaren Gefühl da, dass ich nach dem Anschauen von Michael Hanneckes »Das weiße Band« hatte.
Langsam, ja beinah beschaulich erzählt und mich mit der Wucht eines ins Gesicht geschlagenen Vorschlaghammers zurücklassend.

Dieser Vergleich zeigt auch, dass »Hex« keine »Blair Witch« Variante ist. Dass es weniger um den übernatürlichen Grusel denn um den zwischenmenschlichen geht. Auf dieser Erzählebene ist »Hex« eher mit Kings »Needful Things« vergleichbar, als mit diversen »Hexen-Horror-Werken« (vor allem filmischen).

Im Nachwort erfuhr ich dann, dass der Autor die Story nur für den internationalen Markt in die USA verlegt hat, was ich schade finde. Nicht nur, weil er verspricht, dass das niederländische Original einen anderen Schluss hat, sondern weil ich als Europäer auch wieder bei dieser Geschichte ständig das Gefühl hatte, dass diese gut auch auf unserem Kontinent spielt.

Vielleicht kommt ja eines Tags eine »Directors Cut« Fassung heraus, ich würde es begrüßen.

Dennoch bleibt »Hex« für mich eine der literarischen (positiven) Überraschungen diesen Jahres.


5 begeisterte Sterne.

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Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal

Robert McCammon , Nicole Lischewski
Fester Einband: 516 Seiten
Erschienen bei Luzifer-Verlag, 23.03.2017
ISBN 9783958351974
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ich habe lange überlegt, ob ich dieses Buch lesen soll. Einerseits hat es mich total gereizt, aber irgendetwas schreckte mich auch immer wieder ab.

Da ich den ersten Band der Geschichte irgendwann als Rezensionsexemplar vom Luzifer-Verlag zur Verfügung gestellt bekommen hab, konnte ich mich nicht mehr rausreden.

Und habe ich es bereut?

Ganz klar:

Nein!

»Matthew Corbett« ist ein äußerst spannender und vergnüglicher Historienkrimi, mit wunderbarer Atmosphäre, einem großartigen Plot, fantastischer Sprache (Kompliment an die Übersetzerin) und hervorragend ausgearbeiteten Figuren.

Damit ist eigentlich schon alles gesagt, oder?

Die Geschichte um: »Matthew Corbett« ist vom Autor als Serie angelegt, weswegen der erste Band, zunächst einmal »nur« die Figur und das Setting einführt. Dies allerdings bereits grandios und alle Register ziehend.

So weiß man z.B. über lange Zeit nicht, wohin die Reise wirklich gehen wird, welches Genre der ehemalige Horrorautor hier wirklich bedienen will: Mystery, Horror, Historienkrimi, vielleicht sogar ein wenig Abenteuerroman a la J.F. Cooper?

Doch nach und nach wird klar, dass Robert McCammon mit Matthew Corbett einen neuen Ermittler ins literarische Rennen schickt, der es durchaus mit Sherlock Holmes oder Hercule Poirot aufnehmen werden wird.

Ähnlich diesen Vorbildern arbeitet Corbett rein logisch und deduktiv und findet z.B. die Lösung des Falls vor einer Versammlung aller wichtiger Protagonisten statt.

Bis dahin erwartet den Leser ein Abenteuerschmöker, der nicht nur durch den eigentlichen Kriminalfall spannend unterhält, sondern vor allem der o.g. Frage. Denn durch die großartige Sprache, die Atmosphäre und das handwerkliche Können des Autors, gelingt es ihm tatsächlich, all die verschiedenen Genre gekonnt zu einem in sich stimmigen Roman zu vereinen.

Da sein Protagonist hier die erste Phase seiner Entwicklung durchläuft, könnte man neben Krimi, Mystery, Horror, Indianergeschichte, Thriller, Historienabenteuer auch noch Coming-Of-Age nennen.

Insgesamt also eine wirklich unterhaltsame Lektüre, bei der ich mich keinen einzigen Satz lang gelangweilt habe.


Zum Schluss möchte ich noch kurz erläutern, warum ich die in deutsch erschienenen beiden Teile in einer Rezension zusammenfasse.

Es ist offensichtlich, dass das Werk nie als Zweiteiler geplant war und im englisch-sprachigen Raum auch nicht als solcher veröffentlicht worden ist.

Dennoch halte ich es hier nicht für »Geldmacherei«, da es sich beim Luzifer-Verlag um einen eher kleinen Genre-Verlag handelt. Mir sind die Kosten für Lizenzen solcher Bücher durchaus bekannt und gerade kleine Verlage (wie z.B. auch Festa in der Vergangenheit) gehen damit oft ein Risiko ein, dass sie an die Grenze des finanziellen Ruins bringen kann. Hinzu kommen dann noch Übersetzer- und Lektoratskosten. Hier hat der Luzifer-Verlag wirklich gute Arbeit geleistet.

Insofern denke ich, wem die beinahe schon bibliophil zu nennende (zumindest vom Gesamtpreis) zweiteilige Hardcoverausgabe (aus nachvollziehbaren Gründen) zu teuer ist, der soll bitte unbedingt zur Ebook-Variante greifen.
Diese hat einen vernünftigen Preis und ich hoffe nur, dass die Reihe erfolgreich genug ist, dass der Luzifer-Verlag die Veröffentlichung fortsetzt. (Was sich ja abzeichnet, da zumindest der zweite Fall für Mathew Corbett schon veröffentlicht ist.)


5 Sterne




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Tags: historienthriller, horro, krimi, mystery   (4)
 

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All-Star Batman

Scott Snyder , Rafael Albuquerque , Rafael Scavone , Sebastián Fiumara
Flexibler Einband
Erschienen bei Panini, 13.03.2018
ISBN 9783741607417
Genre: Comics

Rezension:  
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batman, comic, scott snyder

All-Star Batman

Scott Snyder , Giuseppe Camuncoli , Francesco Francavilla , Jock
Flexibler Einband
Erschienen bei Panini, 09.01.2018
ISBN 9783741605413
Genre: Comics

Rezension:  
Tags: batman, comic, dc rebirth, scott snyder   (4)
 

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29 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

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Calamity

Brandon Sanderson , Jürgen Langowski
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.04.2018
ISBN 9783453269019
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Spoilerfrei, für alle die, die noch am Überlegen sind, mit der Reihe zu beginnen und sich die Frage stellen: Lohnt es sich?

Ja!

Das Finale steht den vorhergegangenen Teilen in nichts nach.

Wer es jetzt noch etwas detaillierter möchte, klickt auf:

Auch wenn es beinahe wie eine gebetsmühlenartige Wiederholung klingen mag: Ich kann nicht oft genug betonen, dass Sanderson sein Autorenhandwerk versteht.

»Calamity« ist (oberflächlich betrachtet) wieder einfach nur gute Unterhaltung. Ich habe mich keine einzige Seite lang gelangweilt, war versucht vorzublättern oder habe auch nur einen Satz gehabt, wo ich auch nur eine Augenbraue hochgezogen habe.

In sich ist die »Rächer-Trilogie« wunderbar schlüssig und nachvollziehbar. Es gibt keine Plotholes, keine Logiglöcher, keine überflüssigen Figuren, keine ...

ACHTUNG SPOILER, da ich aber davon ausgehe, dass Leser, die bis hier hin lesen, Teil 1 und 2 kennen.

Der Schluss war mir persönlich ein wenig zu »Happy End« mäßig. Was aber wahrscheinlich eher ein Zugeständnis an die jugendliche Zielgruppe sein dürfte. Auch habe ich meine Probleme mit der »Multiversen-Theorie«. (Das es darauf hinauslaufen wird, ist spätestens ab Teil 2 klar.)
Sie wirkt auf mich oft als eine Art Entschuldigung, dafür, keine Verantwortung für sein Handeln übernehmen zu müssen. (Wenn es in diesem Universum scheiße läuft, in einem der vielen Anderen bin ich wahrscheinlich ein ganz Lieber.)
Auch wenn das Sanderson nicht sagt.
Im Gegenteil.
Seine Botschaft ist, sich seinen Ängsten zu stellen, zu lernen sie zu akzeptieren und damit umzugehen.
Auch das in der Fantasy nichts Neues. Ebenso wenig, wie das Ende eines (literarisch/filmisch) apokalyptischen Szenarios, in dem festgestellt wird, dass Menschen nicht nur Raubtiere, Allesfresser und Monster sind. Es gibt auch immer ein paar, die lieben, die selbstlos anderen helfen ...

Nein, Sanderson erfindet das Rad nicht neu. Muss er nicht und will er wahrscheinlich nicht.

Er erzählt saugute Geschichten.

Seine religiösen und philosophischen Betrachtungen, die mir bereits in der »Mistborn« Reihe aufgefallen sind, sind Fragen, über die man nachdenken kann, aber nicht muss.
Für mich stellt dieses kritische Hinterfragen von Religion und die Bewertung von gottgleichen Figuren die Würze des Ganzen innerhalb einer fantastischen Story dar.

Das alles ist in der Trilogie in ein wunderbar erfrischendes Setting verpackt. Großartig spannend und nachvollziehbar erzählt. Mit einer Prise Humor gewürzt und hat sogar mich alten Sack, trotz jugendlicher Protas, hervorragend unterhalten. Was auch dem Können Sandersons geschuldet ist, verdammt gute Action-Szenen zu schreiben. (Hier läuft das Kino im Kopf auf Hochtouren.)

Superhelden-Urban-Fantasy vom Feinsten. Man kann sich hervorragend unterhalten lassen und wenn man möchte, findet man genügend Tiefgang, um nach Abschluss der Trilogie über die oben angerissenen Fragen nachzudenken oder sich gar mit anderen auszutauschen.



Weiterhin 5 verdiente Sterne.

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Tags: brandon sanderson, superhelden, urban fantasy   (3)
 

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batman, charles dickens, comic, comics, deutsch, graphic novel, weihnachtsmärchen

DC COMICS BATMAN PREMIUM # 81 - BATMAN - NOEL SC (Panini 2012) (DC Comics , Batman)


Buch: 116 Seiten
Erschienen bei Panini Verlag, 01.01.2012
ISBN B009M5QRHO
Genre: Comics

Rezension:  
Tags: batman, charles dickens, comic, graphic novel, weihnachtsmärchen   (5)
 

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batman, comic, grant morrison, scott snyder

All-Star Batman

Scott Snyder , John Romita Jr. , Ralph Kruhm
Flexibler Einband
Erschienen bei Panini, 18.09.2017
ISBN 9783741604676
Genre: Comics

Rezension:  
Tags: batman, comic, grant morrison, scott snyder   (4)
 

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42 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

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Lost Souls

Thomas Finn
Flexibler Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 03.04.2018
ISBN 9783426521762
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bereits mit »Darkwood« und »Weißer SChrecken« konnte mich Thomas Finn ziemlich begeistern. (»Schwarze Tränen« ist auch cool, gehört aber einem anderen Genre an.)(
Finn bewies mit gerade »Weißer Schrecken«, dass deutsche Autoren guten Horror/Mystery können. Und dass es durchaus reizvoll ist, sich deutscher/europäischer Mythen anzunehmen, um eine spannende und unterhaltsame Schauermähr zu erzählen.

Nun also die Sage um den »Rattenfänger von Hameln«. Ist das Horror?

Eines der Grundprinzipien von Horrorgeschichten ist ja, dass wir mit unseren ureigensten Ängsten konfrontiert werden.
Als Zuhörer, Zuschauer oder Leser aus einer gewissen Sicherheit heraus, können wir den wohligen Schauer genießen, der uns über den Rücken läuft und die Härrchen im Nacken aufstellen lässt.

Ratten gehören wohl zu den Lebewesen, die wir aufrechtgehenden Primaten instinktiv fürchten. Vor denen wir uns ekeln. Ob nun zu recht oder nicht, sei für die Grundlage einer Geschicthe undiskutiert.

Und auf dieser Ebene funktioniert »Lost Souls« ganz wunderbar. Die Passagen, in denen Rattenschwärme Menschen angreifen, sind bedrohlich und somit extrem spanntend zu gleich. Hier dürfte eine allzu lebhafte Fantasie sogar für nachhaltige Alpträume sorgen.
Auch darüber hinaus versteht es Thomas Finn, immer wieder eine wunderbar gruselige Grundstimmung zu erzeugen, auch (oder gerade weil) er auf bekannte Mittel zurückgreift:
Das alte Haus im Wald. Die Schrift im beschlagenen Badezimmerspiegel. Die unheimliche Präsenz von schattenhaften Gestalten im Walt.

Das ganze kombiniert er mit einem hervorragend recherschierten Grundwissen um die Sagen und Mythen des »Rattenfängers«, denen er eine gehörige Portion Lokalkolorit, germanische Legenden und Naturbeschreibungen des Ith hinzufügt. (Ich habe jedenfalls beschlossen, eine meiner nächsten Wandertouren wird mich in diese Gegend führen.)

Insgesamt bietet »Lost Souls« eine gute, in sich schlüssige Gothic-Novel modernen Gewandes, die gerade durch ihre beinahe schon klassisch zu nennenden Schauerelemente besticht.

Dem einen oder anderen könnten die Beschreibungen von Örtlichkeiten und die Erläuterungen des geschichtlichen Backgrounds vielliecht etwas zu detailliert sein. Ich habe sie genossen. Denn Finn nutzt her gut das »show don’t tell« Mittel und außerdem gönnt er den Lesern damit notwendige Atempausen, bevor der nächste unheimliche Rattenangriff startet.

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Tags: hameln, horror, mystery, rattenfänger, thomas finn, urbane legenden   (6)
 

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25 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Neil Gaiman: Marvel 1602

Neil Gaiman , Andy Kubert , Richard Isanove
Flexibler Einband: 248 Seiten
Erschienen bei Panini, 17.03.2010
ISBN 9783866079304
Genre: Comics

Rezension:

Mittlerweile habe ich das Gefühl, dass Neil Gaiman immer dann am besten ist, wenn er eine Story nur kurz anreißt, einen Plot gerade mal skizziert, ein paar Figuren kreiert oder umändert und den Rest z.B. einfach einigen talentierten Zeichnern überlässt.

Was Gaiman hier aus dem Marvel-Universum macht, ist in meinem Augen schlichtweg genial. Unterhält gut, macht eine Menge Spaß und ist herrlich erfrischend.

Muss man das Marvel-Universum kennen, um der Geschichte folgen zu können?

Nein.

Ich vermute, dass eine genauere Kenntnis die eine oder andere Anspielung vielleicht köstlicher werden lässt. Aber das Grundwissen, vermittelt durch die Filme, die wohl fast jeder kennt, der überhaupt zu solcher Art Comics greift, reicht aus. (Ich lese eher Sachen aus dem DC-Universum, schaue dafür lieber die Marvel-Filme.)

So fiel es auch mir nicht schwer die Fantastic Four, die X-Men, Spiderman, Thor, Hulk und diverse andere Gestalten aus der Marvel-Welt wiederzuerkennen. Und dabei durchaus meine diebische Freude zu haben, dass mir klar ist, dass der vertraute Leser, sie sicherlich anders vor den Augen hat.

Wie immer sprüht Gaimans Story vor Ideen, Wahnwitz, Querverweisen durch Popkultur, Literatur und Philosophie ... wahrscheinlich ist es nur dem Umstand geschuldet, dass Vertigo ein DC Imprint ist und somit Gaimans grandioseste Schöpfung »Dream« (besser gekannt als »Sandman«) hier nicht auch noch auftauchen kann.

Am Ende gelingt es ihm sogar, seinen alternativen Weltenentwurf schlüssig in das bekannte Marvel-Universum zu integrieren.

Großartig.

Und die Zeichnungen?

Andy Kuberts Panels folgen dem gewohnten Muster. Nur hin und wieder wird mit den Rahmen etwas experimentiert, um z.B. verschiedene Zeitebenen von einander abzuheben.
Ansonsten liegt Kuberts Augenmerk auf den Figuren und ihren Gesichtern. Gebäude und Hintergründe, Stadtansichten und Landschaften, bleiben oft Andeutungen, was dem Ganzen den Hauch einer Bühnenaufführung verleiht.
Sein Strich ist sehr graphisch, er arbeitet mit klaren Linien und Schraffuren statt Schattierungen. Hier erinnert die Darstellung an Kupferstiche.
Durch die pastellenen Farben des Tuschers Richard Isanove erhalten die Bilder einen Touch, der an die »holländischen Meister« erinnert. Was auf mich beinahe den Eindruck erweckte, ein historisches Werk in den Händen zu halten.
Somit schaffen die beiden eine beinahe gemäldeartige Umsetzung von Gaimans Story, die der Zeit, in der sie angesiedelt ist, mehr als gerecht wird.

Wieder einmal beweisen drei hervorragende Meister ihres Faches, dass Comic durchaus Kunst sein kann, die zudem noch verdammt unterhaltend ist.

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Tags: comic, marvel, neil gaiman, x-man   (4)
 

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Revival 4

Tim Seeley , Frank Neubauer , Mike Norton
Buch: 128 Seiten
Erschienen bei Cross Cult, 28.09.2015
ISBN 9783864255762
Genre: Comics

Rezension:

Spoilerfrei für alle 8 Teile

Seit 2013 erscheint diese Serie beim deutschen Comic-Verlag Cross-Cult und just in diesem Monat ist der abschließende 8 Band erschienen.

Grund genug für mich, mich der Serie zu widmen, zumal sie wirklich gut auf einem 10 Zoll Tablet als E-Book zu lesen ist.

Tim Seeley ist mir als alter »Batman-Fan« aus seinen Beteiligungen an diversen Serien, Crossovern und Storys um den dunklen Ritter bekannt. Bei »Revival« weckten zunächst die augenscheinlichen Parallelen zur französischen TV-Serie »The Returned« deren 1. Staffel ich für wirklich ganz große Kunst halte, meine Neugier.

Ähnlich zu »The Returned«, wird die Grundidee, dass die Toten zurückkehren, nicht in einer Zombie-Schlachteplatte dargeboten. Nein. Auch bei »Revival« geht es eher um das ganz große und zutiefst menschliche Drama. Um Leben und Tod. Um Trauer, Verlust, Schmerz und die Bewältigung dieser Emotionen. Um Familie und Beziehungen.

Nicht die Toten bilden den wirklichen Motor der Story, sondern die Lebenden. Wie gehen sie damit um, dass die, von denen sie eigentlich Abschied genommen hatten, plötzlich wieder da sind.

Hier drängten sich mir sogar Parallelen zu »The Leftovers« auf, wo auch nie die Frage wichtig war, wo die »Verschwundenen« hin sind, sondern, wie die Verbliebenen mit ihrem »Schicksal« umgehen.

All diesen Fragen geht Tim Seeley in seiner Geschichte nach und behält dabei geschickt alle Fäden in der Hand.

»Revival« ist ein großartige Ensemblestory. Man alle Teile am Stück lesen, um die vielfältigen Handlungsstränge und unterschiedlichsten Figuren im Auge zu behalten. Das eine oder andere Mal in einem der vorhergehenden Bände zu blättern (»Hmm ... wer war das jetzt eigentlich noch mal?«) Bleibt vielleicht dennoch nicht aus.

Der Spannung tut es keinen Abbruch. Zu geheimnisvoll sind die Vorgänge in und um die Kleinstadt. Zu sehr ist der eine rote Faden ja eigentlich eine klassische Krimihandlung. Dana Cypress sucht den Mörder ihrer, mittlerweile ebenfalls »wiedererweckten« Schwester. Da diese sich nicht an ihn erinnern kann. Scheinbar unbeeindruckt von den irrsinnigen Vorgängen um sie herum, hat Dana nur dieses eine Ziel vor Augen.

Überhaupt spielt der Autor geschickt mit den »Gut und Böse« Erwartungen des Lesers. Jeder Akteur hat hier seine (durchaus nachvollziehbaren) Motive.

Dabei lässt er noch ohne großen Zeigefinger aktuelle politische Themen einfließen. Zeigt ein gesellschaftskritisches Bild der heutigen USA. (Muslimphobie, reaktionäre Hinterwäldler, aber auch homosexuelle Beziehungen mit Kind.)

Überhaupt scheinen die verschiedenen Entwürfe zu möglichen Familienmodelle und die Rolle, die ihre jeweiligen Mitglieder darin einzunehmen versuchen, einer der Haupthintergedanken der Story zu sein. Damit wird »Revival« zu einem überraschend tiefsinnigen Horrorvergnügen.

Im Gegensatz zu »The Returned« oder »Leftovers« schließt »Revival« sogar mit einer, in der Story, schlüssigen und nachvollziehbaren Erklärung, warum die Toten zurückgekehrt sind.

Ab dem dritten Band schleichen sich nach und nach immer mehr Horror (teilweise sogar Splatter) Elemente in die Story ein.
Da dies aber, eventuell im Gegensatz zu Seeleys »Hack’n’Slash« Streich nicht das Hauptelement bilden sollen, nehmen Mike Nortons Zeichnungen ihnen zum Glück den brutalen Charakter.

Die Panels sind schlicht und gewöhnlich. Mike Norton verzichtet auf jegliche Experimente. Sein Strich ist klar, die Farben einfach.
Dafür sind die Bilder allerdings sehr detailliert und realistisch gearbeitet.
Und genau diese Schlichtheit, verschafft dem Horror-Mystery-Drama eine oberflächlich verspielte erscheinende Ebene, die umso mehr in der Tiefe wirkt.
Ich glaube, wenn z.B. jemand wie Dave McKeen (Arkham Asylum, Sandmann etc.) »Revival« umgesetzt hätte, wäre Tim Seeleys Story kaum noch zu ertragen.

Insgesamt ein wunderbar spannendes, großartig erzähltes und passend gezeichnetes Werk, dass zumindest Freunden der o.g. Fernsehserien einen Blick wert sein sollte.

4 Sterne. (Einen Stern Abzug gibt es für die teilweise wirklich sehr schlecht übersetzte bzw. nicht gut lektorierte/korrigierte deutsche Fassung.)

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