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Bösland

Bernhard Aichner
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei btb, 01.10.2018
ISBN 9783442756384
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In einer kleinen Stadt, in einem alten Bauernhaus wird im Sommer 1987 ein Mädchen erschlagen. Mit einem Golfschläger schlägt der dreizehnjährige Mitschüler sieben Mal auf sie ein und richtet damit ein Blutbad an. Aber die Geschichte bleibt im Verborgenen, wird vergessen und es herrscht Schweigen darüber. Bis dreißig Jahre vergehen und die Wahrheit mit voller Wucht an den Tag tritt und den früheren Jungen zu einer weiteren Tat verleitet. Er mordet mit voller Absicht wieder ... Wer ist sein neustes Opfer? Warum kommt erst jetzt die Wahrheit ans Tageslicht? Und wo genau ist Bösland?

Ein neuer Aichner ist da und mein Herz hüpft. Ich habe meinen Buchhändler sofort besucht und es dort sogar direkt ausgepackt, um die ersten Seiten zu verschlingen. Was soll ich sagen, ich hatte es an einem Tag durch, die volle Aichner Wucht gelesen und danach ein schlechtes Gewissen. Der Autor schreibt so lange daran und ich verschlinge es an einem Stück. Allerdings ist das auch ein Kompliment, oder? Denn ich konnte einfach nicht aufhören, es war wie ein Rausch, und ob ich ohne Nebenwirkungen daraus hervorgegangen bin, erzähle ich euch nun.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Ben, ein Mann, dessen Leben es überhaupt nicht gut mit ihm gemeint hat. Vom Vater geschlagen, ständig misshandelt und ins Bösland geholt. Seine Mutter steht ihm nicht zur Seite, sondern sieht weg und gibt ihm am ganzen Elend noch die Schuld. So kann er die Schläge und Schmerzen kaum noch ertragen und denkt mit seinen zehn Jahren schon an den Tod. Sein einziger Lichtblick und der Grund, warum er sich selbst nichts tut, ist seine Freundschaft zu Kux, dem wohlhabenden Sohn des Arztes, der alles andere als begeistert über diese Verbindung ist. Doch eines Tages nimmt das Schicksal eine Wende und Ben findet seinen Vater erhängt vor, jetzt müsste doch sein Leben besser werden, aber das hat seine Lebenslinie nicht vor. Nur drei Jahre soll die gute Zeit bleiben, denn dann passiert das mit Mathilda und Ben kann sich nur an das ganze Blut erinnern und an die Zeit danach, in der Psychiatrie.

So ist der Einstieg in die Geschichte, schwer verdaulich und extrem berührend, lernen wir Ben kennen und entdecken eine verwundete Seele, der mit Schuldgefühlen und Qualen lebt. Nach der schweren Zeit in der Anstalt hilft ihm eine Therapeutin ins Leben und so versucht er über zwanzig Jahre ein geregeltes unauffälliges Leben zu führen, wenn da nicht die Erinnerungen wären. Jede Nacht holen sie ihm ein und wollen nicht Ruhe geben und Ben sucht Hilfe und findet diese bei der Therapie. Mit jeder Sitzung bricht mehr hervor, Erinnerungen werden wach und mit gutem Zuspruch versucht Ben seinem Mut zusammenzukratzen und sich seiner Vergangenheit zu stellen, denn Ben hat bis zum heutigen Tag, über die Ereignisse auf dem Dachboden geschwiegen und weiß selbst nicht mehr, was dort passiert war.

Das ist der ganze Ausgangspunkt und man denkt sich zuerst und das soll 400 Seiten füllen? Weil die Vorahnung was kommt, hängt wie ein großes Ausrufezeichen in der Luft. Und dann dreht der Autor auf, und zwar so richtig. Er lässt meine Vorahnung Wahrheit werden, aber noch viel schlimmer als geahnt. Er spielt hier mit Macht, Falschheit, Ohnmächtigkeit, Hilflosigkeit und lässt so richtig das Böse auf den roten Teppich flanieren. Aus Bens Gefühlen wird eine Achterbahnfahrt, aus seinem Leben ein Irrgarten aus Ungerechtigkeit und das Ende soll noch bitterer werden. Geschickt spielt Bernhard Aichner eine ganze Palette von Gefühlen ab, man leidet mit, man ist fassungslos und wie gern möchte man selber in die Geschichte eingreifen, aber nur wie. Man steht einfach neben der Hauptfigur und je böser es wird, um so schockierter ist man. Aber am schlimmsten ist es, das dieser Typmensch gar nicht so weit hergeholt ist und das ist das Extreme an der Geschichte.

Ach, ich kann gar nicht mehr verraten, denn das wäre Wahnsinn, ihr müsst es lesen. Es ist einfach Aichner in best Form und einer schnellen bösen Schreibfeder, die mit jedem Strich, vor Schreibfreude tropfte, um den Leser zu treffen und für rasante, fesselnde Lesestunden zu sorgen. Dieser Autor beherrscht es einfach einen emotional an seine Figuren zu binden, dann in den höllischen Abgrund der Mitmenschen schauen zu lassen und auf psychologischer Höchstebene zu fesseln. Sein Spiel mit Gut und Böse ist so unglaublich rasant und einfach verschlingend. Er kann es einfach und hält sein enormes Tempo auch hier wieder ganz hoch.

Bösland ist nicht nur rasant, fesselnd und unglaublich böse. Es ist auch wieder typisch Bernhard Aichner und absolut lesenswert. Und jetzt ist es wieder böse, zu warten.

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Der Blumensammler

David Whitehouse , Dorothee Merkel
Fester Einband: 346 Seiten
Erschienen bei Tropen, 30.08.2018
ISBN 9783608503739
Genre: Romane

Rezension:

Peter Manyweathers ist Raumpfleger, aber nicht von der ganz gewöhnlichen Art, sondern man ruft ihn, wenn es Schmutz und Dreck von Jahrzehnten zu beseitigen gibt. Dieser Beruf macht aber auch unglaublich einsam und so kommt es, dass Peter gern liest. Als er bei einer Hausreinigung eine wunderschöne Blume im größten Dreck entdeckt, will er mehr über Pflanzen wissen und stößt bei seinen Nachforschungen in der Bibliothek auf einen Liebesbrief. Dieser junge Mann beschreibt seine Liebe mit sechs seltenen Blumen und macht Peter so neugierig darauf, dass sich fortan alles um Blumen dreht und für ihn das größte Abenteuer beginnt. Nämlich die Reise an den unterschiedlichsten Orten. Wird er alle sechs Blumen finden? Was macht das aus ihm? Und wie wird sich dadurch sein Leben verändern?

Dieses Buch ist, mir zugespielt worden und das, auf nette und interessante Weise. Eine Geschichte über einen Mann und Botanik, ich war neugierig, vielleicht auch, weil ich dieses Jahr auch meinen Garten neu in Angriff genommen habe. Oder vielleicht auch die Freude über Blumen, die nicht alltäglich sind und unglaubliche Geschichten in sich tragen. Der Klappentext sprach mich auf jeden Fall an und nun ist die Geschichte gelesen. Ob sie mich letztendlich überzeugen konnte, erzähle ich euch nun.

Die Geschichte wird aus drei Erzählsträngen bestritten und abwechselnd erzählt, wobei noch unterschiedliche Zeitebenen dazu kommen. Alle drei Stränge könnten unterschiedlicher nicht sein und doch laufen sie im Laufe der Geschichte ineinander. Die Eröffnung macht Professor Cole, der direkt am Anfang des Buches, fasst sein Leben im Meer lässt, aber durch seine Rettung einem verschollen Flugschreiber findet. Dieses Flugzeug ist, nie gefunden worden und man verspricht sich endlich eine Aufklärung. Danach lernen wir Dove kennen, ein einsamer junger Mann, der immer noch nach seinem Platz und seiner Identität sucht. Allerdings sind seine Träume oder Erinnerung von Peter Manyweathers geprägt und diese Person übernimmt den Löwenanteil der Geschichte.

Peter Manywathers Geschichte beginnt in der Vergangenheit, nämlich in New York des Jahres 1983. Er ist vom Beruf her Putzer und hat eine eigene Firma, was er leidenschaftlich gern tun, stößt in seiner Umgebung nicht unbedingt auf Zuneigung und Beliebtheit und so ist er doch einsam. Was im früher nicht so viel ausgemacht hat, stört ihm mit zunehmenden Alter doch ein wenig. Durch seinen Fund in der Bibliothek wendet sich allerdings sein Leben. Nicht nur das er von den Worten tief bewegt ist und selbst über Gefühle nachdenkt, nein er interessiert sich auch mehr für die Botanik, ganz besonders über diese sechs Blumen. So sucht er Anschluss an Gleichgesinnte, aber die meisten sind wohl eher Selbstdarsteller und interessieren sich weniger für seine Blumen, aber so lernt er Hens Berg kennen. Die beiden Männer werden Freunde und bestreiten doch ganz gern die Blumengeschichte weiter voran. Da Hens durch seinen Lehrstuhl in der Welt der Pflanzen mehr Informationen zu getragen wird, ist auch er der Schlüssel zur ersten Reise nach einer der Blumen. So machen sich die beiden unterschiedlichen Männer auf den Weg und so nimmt die Reise ihren Lauf.

Die Geschichte beschreibt nicht nur die Suche und das Finden der Blumen, sondern entwickelt sich anders, denn die beiden Männer begegnen einer Frau und beide haben Interesse. Hier kommt, der Knall und die wahren Masken fallen.

David Whithouse beschreibt nicht nur eine kaum unvorstellbare Vegetation, aus Wüste und Dschungel, nein, er schaut auch in die Abgründe der Seelen. Dabei wählt er eine angenehm zu lesende Sprache und treibt es mit Fremdwörtern nicht ganz so doll, was gut ist und nicht verwirrt. Lateinische Pflanzennamen finde ich nämlich Horror. Aber obwohl er die Blumen im ersten Moment in den Vordergrund stellt, ist schnell klar, dass diese nur Mittel zum Zweck ist. Hier geht es nämlich um eine Dreiecksgeschichte und welche folgen daraus geschehen. Mehr werde ich nicht verraten, denn diese Achterbahn aus Freundschaft, Liebe und übergroßen Gefühlen muss man selbst lesen. Außerdem muss doch dieser Fährte noch zu den beiden anderen Erzählsträngen enträtseln.

Ich muss sagen, ich hatte mit der Entwicklung vorab beim Lesen des Klappentextes nicht gerechnet. Da es doch eher mystisch und geheimnisvoller klang, aber was gibt es Besseres, als über die Liebe zu schreiben und dieser Brief ist ja auch irgendwie der Ausschlag dafür. Geschickt erzählt hier der Autor und lässt schon teilweise erahnen, wie und wer und was alles zusammenhängt. Dabei beschreibt er toll die Gefühlsebenen, lässt gut in die Wut und den Schmerz schauen und einen pausenlos an den Seiten kleben. Je mehr geschieht, umso mehr baut sich ein Tornado auf, der einen kalt erwischt, obwohl man es ahnt.

Der Blumensammler ist melancholisch, berührend und doch herrlich zu lesen. Ein wahrer Strauß an außergewöhnlichen Blumen und tiefen Gefühlen, dem man gern beim Blühen zu schaut und Lesezeit verbringt.
 

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Bluthaus

Romy Fölck
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 28.09.2018
ISBN 9783431041118
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Frida ist erst mal auf den elterlichen Hof eingezogen und versucht die Erlebnisse zu verarbeiten. Dabei dreht sich die gleiche Frage immer wieder durch ihren Kopf, ist sie für den Polizeidienst noch bereit. Aber den Hof ihrer Eltern übernehmen, kommt für sie auch nicht infrage, momentan möchte sie einfach nur verdrängen. Nur hat Frida dazu keine Zeit, denn ein Hilferuf einer Freundin erreicht sie. In der Marsch wurde die Leiche einer Frau gefunden und ihre Freundin Jo gerät unter Verdacht. Alle Hilfe die Frida Jo anbietet, stößt auf taube Ohren und plötzlich ist Jo spurlos verschwunden. Besorgt, verwirrt, aber festentschlossen macht sich Frida auf die Suche nach ihr und folgt der Spur auf die Halbinsel Holnis und stößt dabei auf eine alte Geschichte, und einer schlimmen Bluttat, die die Bewohner immer noch nicht in Frieden lässt. Aber was hat das mit Jo zu tun? Kann Frida ihrer Freundin helfen? Und wird ihr dabei Bjarne Haverkorn helfen?

Endlich geht es mit den beiden Sympathieträgern Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn weiter. Wie werden die beiden zusammenarbeiten, was für ein Fall wird sie zusammenführen und wie entwickelt sich das alles weiter? Das und noch viele weitere Fragen, gingen mir beim Aufklappen des Buchdeckels durch den Kopf und dann war ich in der Geschichte versunken. Wie sie mir schlussendlich gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Frida ist nach den letzten Ereignissen noch völlig von der Rolle. Albträume bestimmen ihren Schlaf und viel Selbstkritik lassen sie an ihrem Beruf zweifeln. So flüchtet sie erst mal zu ihren Eltern, wohnt in ihrem alten Zimmer und hofft mit Abstand, eine Entscheidung für die Zukunft treffen zu können. Allerdings holen sie die Ereignisse schneller wieder ein, als ihr lieb ist. Denn auf einmal steht Jo vor ihr, ihre beste und einzige Freundin aus Internatszeiten. Beide haben eine schwere Jugendzeit hinter sich und ihre Geheimnisse für sich behalten und trotzdem verbindet sie eine feste Freundschaft. Frida hat das Gefühl, das Jo ihr was sagen möchte, aber bevor sie wirklich zu ihren Anliegen kommt, flieht sie auch schon wieder auf ihren Motorrad davon. Bis sie ein Anruf erreicht und Frida ihrer Freundin aufs Präsidium folgt, um sie auszuweisen. Dort erfährt sie von einem Mord, außerdem das Jo darin vielleicht verwickelt ist und Kriminalhauptkommissar Bjarne Haverkorn die Ermittlung aufgenommen hat. Frida findet das Verhalten von Jo ungewöhnlich, aber will ihr unbedingt helfen und so ist sie eher wieder auf den Posten, als ihr bewusst ist.

Bjarne Haverkorn ist momentan Strohwitwer und merkt immer mehr, dass ihm der Gedanke an eine endgültige Trennung von seiner Frau keinen Schrecken mehr einjagt, ganz im Gegenteil, der Gedanke an seinen wohlverdienten Ruhestand schmeckt ihn immer mehr. Aber dann kommt der Fall von Jo rein und auch Bjarne hat mit den Dämonen seines Berufes zu kämpfen. Die junge Frau kommt ihm verschlossen und sehr unnahbar vor. Was verschweigt sie und warum macht sie sich damit absichtlich verdächtig. Umso überraschter ist er, als sich Frida als Freundin herausstellt und er hin und her gerissen ist, zwischen polizeilicher Pflicht und der Sympathie für die junge Polizistin. So kommt es, dass er ermittelt, aber auch Frida in die Spur los schickt, weil sie sich eh nicht aufhalten lässt. Allerdings ist in seinem Leben nicht nur der Fall, der ihn Kopfschmerzen bereitet, sondern auch sein privat Leben nimmt ganz überraschend eine andere Wendung.

Romy Fölck strickt hier ganz klasse ihre beiden Figuren weiter zusammen. Beide tragen noch seelischen Verletzungen aus dem ersten Fall und lecken ihre Wunden, so kommen sie sehr zugänglich rüber und man begibt sich direkt auf eine persönliche Ebene. Man muss sie einfach gern haben, diese Zwei wachsen einen direkt ans Herz. Aber auch der Fall hat es in sich, alte Geheimnisse sind zu entwirren, eine Vergangenheit aufzuarbeiten und hinter die Kulissen zu gucken. Dabei verwendet die Autorin geschickt eine Figur aus der Vergangenheit, die uns in jedem Kapitel begegnet und uns ein Stück erzählt. Das macht das Ganze natürlich noch einem Ticken spannender, da man ja selbst mit ermittelt und versucht die Fäden zusammenzuknüpfen. Tja, und dann haben wir ja noch die knallharte Jo, die so unberechenbar und unnahbar wirkt und wir uns oft Fragen, was verbindet diese beiden Frauen überhaupt noch. Diese ganze Mischung ist äußerst gut umgesetzt, verdammt gut eingebettet und extrem unterhaltsam erzählt. Man stürmt regelrecht voran, verschlingt die Seiten und kann einfach nicht aufhören. Mannomann!

Bluthaus ist ein würdiger zweiter Teil, der an Spannung und Geheimnissen mithalten kann, der den Leser mitreißt und richtig gut unterhält. Die Figuren sind einfach wunderbar gezeichnet und für mich gibt es diesmal auch nix zu meckern. Frida hat mich überzeugt und diesmal ihre Spürnase gezeigt und auch Haverkorn ist trotz, turbulenten Privatleben, seiner Rolle als Polizist treu geblieben. Dazu noch der komplexe Fall und die wunderbare Landschaft, ob Marsch oder Meer, man war einfach durch die Beschreibungen der Autorin dort. Für mich richtig gute Lesestunden.

Bluthaus hat eine extrem gute Mischung, aus Mordfall, Privatleben und vergangene Geheimnisse. Viele Verstrickungen, so einige lose Fäden und zwei tolle Ermittler. Es macht trotz der Spannung unglaublich viel Freude, diese Krimis zu lesen und ich freu mich jetzt schon auf Band drei. Wie lange kann das wohl noch dauern!
 

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100 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 63 Rezensionen

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Loyalitäten

Delphine de Vigan , Doris Heinemann
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 12.10.2018
ISBN 9783832183592
Genre: Romane

Rezension:

Théo ist ein unauffälliger Schüler, still, selbstständig und schreibt gute Noten und doch hat seine Lehrerin ein komisches Gefühl bei Ihm. Auch die Mutter von seinem besten Freund beäugt die Freundschaft kritisch und misstrauisch. So ganz unbegründet ist der Verdacht auch nicht, denn hinter Théo stehen zwei zerstrittene Eltern, eine schlimme Scheidung und Kontakt untereinander schon lange nicht mehr. Théo muss so zwischen einer unglücklichen Mutter und einen depressiven Vater hin und her pendeln. Keiner will von anderen was wissen und jeder erdrückt ihn mit seiner Last. Das wird Théo zu viel, er ist mit diesen Leben überfordert und sucht dringend einen Ausweg. Diesen findet er in der Wärme von Alkohol und dem Taubheitsgefühl. Wie lang wird das gut gehen? Wem wird Théos zerbrochene Seele auffallen? Und wie weit darf Loyalität zu den Eltern gehen?

Delphine de Vigan hat ein neues Buch und wieder kein leichtes Thema gewählt. Loyalitäten begleiten uns unbewusst den ganzen Tag. Wir entscheiden nach Gefühl und Zuneigung, Verschweigen oder vermitteln, weil wir loyal zu jemanden stehen. Aber wo kommt das her, wann hört das auf und ist man immer gerecht? Das versucht die Autorin mit der Geschichte eines Scheidungskindes einzufangen und nimmt wie immer das Skalpell der genauen Beobachtung in die Hand. Ob mir diese Geschichte gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Die Geschichte wird aus mehreren Sichten geschildert. Da haben wir natürlich zuerst Théo, er ist zwölf und hat schon die Last zwei erwachsener zu tragen, nämlich die seiner Eltern. Als Scheidungskind muss er zwischen Vater und Mutter hin und her pendeln und darf keinen vom anderen erzählen. Er versucht es jedem Recht zu machen und wird von ihren Gefühlen erdrückt. Der Vater rutscht in eine Lebenskrise und Depression, Théo darf es aber keinem erzählen, so ist die Zeit bei seinem Vater extrem belastend. Aber sobald er bei der Mutter ist, muss er alles abstreifen und darf nicht zeigen, wie fertig er sich fühlt. Er wandert durch die starken Gefühlswelten seiner Eltern, deren Gefühle er nicht verletzten möchte, und muss dabei ein Minenfeld durchlaufen. So versucht er, seinem Alltag unbemerkt und fast durchsichtig zu überleben. Der einzige Lichtblick ist seine Freundschaft zu Mathis und das Geheimnis des Alkohols.

Da bekommen wir auch schon die zweite Sicht Mathis, der Théo schon lange zur Seite steht und seinem Freund bei seiner Trinkerei besteht. Erst ist es ein Spaß, aber bald fühlt sich Mathis nicht mehr wohl bei der Sache und macht sich Sorgen um seinen Freund. Er weiß das Théo zu Hause Probleme hat, kann sie aber nicht ganz greifen und ist hilflos. Aber auch bei Mathis zu Hause ist nicht alles in Butter und hier haben wir die nächste Stimme. Mathis Mutter Cécile hat mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen und entdeckt ein Geheimnis in ihrer Ehe, was diese komplett in einem anderen Licht erscheinen lässt. Aber obwohl sie damit mehr als ausgelastet ist, ist ihr die Freundschaft von ihrem Sohn Mathis mit Théo ein Dorn im Auge, da sie diesen Jungen merkwürdig findet und er einen schlechten Einfluss auf Mathis hat. So versucht sie immer wieder, Mathis zu überreden auch mit anderen Kindern sich anzufreunden.

Und die letzte Stimme ist Hélène, eine Lehrerin von Théo und die Einzige, die ahnt, dass mit Théo etwas nicht stimmt. Sie beobachtet ihn genau und merkt kleine Veränderungen, kann diese aber nicht so konkretisieren, dass das Schulamt was unternimmt. Aber sie bleibt am Ball und je mehr sie sich hineinsteigert, bringt sie sich selbst und ihren Job in Gefahr. Dabei kann sie sich vorstellen, was mit Théo nicht stimmt, da sie selbst ein Opfer von Missbrauch in der Kindheit war.

So wechselt die Geschichte ständig die Perspektive und wirft ein ganzes Spektrum an Loyalitätsfragen auf. Zum einen die Loyalität zu den Eltern, zur Freundschaft, zu seinem Partner und natürlich zur Schule. Alle befinden sich in irgendeiner Zwickmühle, keiner möchte so gern aus der Komfortzone raus und keiner wirklich was hinterfragen. Jeder ist mit der eigenen Last erdrückt und versucht sich ohne große Explosionen durch die Probleme zu schiffen. So wird ein Kind dazu genötigt für jeden Elternteil eine Rolle zu spielen und die Wahrheit für sich zu behalten, weil sie selbst zu feige sind. Man will es ja Mama und Papa recht machen, ein guter Sohn sein und geliebt werden. So sind wir erzogen, wir wollen geliebt werden und sind allein schon deshalb loyal. Delphine de Vigan ist selbst ein Scheidungskind und kann aus ganz persönlichen Gründen hier ein wirklich genaues Bild geben. Das beschreibt sie auch wieder ganz kurz und mit treffenden Worten, dass es direkt ins Herz trifft und man sich selbst in einigen Situationen wieder findet. Dieses kleine Buch hat eine unglaubliche Wucht in sich, man spürt die Ohnmacht, die Hilflosigkeit und die Wut und weiß, genau so ist sie, unsere Welt, in der wir nicht mehr richtig hingucken.

Loyalitäten ist ein starkes Buch, was mit Gesellschaftskritik, Offenheit und Weisheit ans Werk geht und ein ganz genaues erschreckendes Bild wiedergibt. Dabei packt es einem und berührt emotional sehr. Diese Autorin hat es wirklich drauf seine Leser Themen zu erklären und diese kritisch nachdenklich zurück zulassen. Dickes Kompliment dafür.
 

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Heilige und andere Tote

Jess Kidd
E-Buch Text: 382 Seiten
Erschienen bei DUMONT Buchverlag, 17.09.2018
ISBN 9783832184315
Genre: Romane

Rezension:

Maud Drennan ist Sozialbetreuerin und bekommt einen besonders schweren Fall zugeteilt. Viele ihrer Kollegen haben schon aufgegeben und nun ist sie die letzte Chance von Cathal Flood. Ein alter Antiquitäten- und Kuriositätenhändler, der seit dem Tod seiner Frau allein lebt und sich alle Fremden mit Beschimpfungen und seinem überfluteten Messie-Anwesen vom Leib hält. Aber er hat die Rechnung ohne Maud gemacht, diese behält die Ruhe, geht mit einer Unerschrockenheit gegen Müll und Bewohner an und lässt sich nicht in die Flucht schlagen. Obwohl sie Bridlemere mehr als unheimlich empfindet und sie über einige Geheimnisse zu stolpern droht. Denn ihr werden Botschaften zugespielt und diese lassen vermuten, das Mr. Flood auch noch eine Tochter hatte. Aber wo ist sie? Und warum spricht er nicht von ihr? Tja, und was ist mit seinem Sohn? Denn diese Verbindung ist durch Hass durchwoben. Maud möchte am liebsten gar nix wissen, wird aber wegen ihrer Freundin zur Detektivin und bekommt Unterstützung von einigen Heiligen, die nur sie sehen kann.

Ich habe mich schwer in das Debüt der Autorin verliebt gehabt und konnte die Freude kaum bändigen, als ich hörte, dass nun ein zweites Buch an den Start geht. Ihre Gesichten aus Geheimnissen, Menschenschicksalen und ihren Geistern sind so wunderbar sprachlich verstrickt und herrlich zu lesen. Nun steht also eine Sozialarbeiterin im Mittelpunkt und ihr folgt eine ganze Horde schrulliger Heiliger. Das wird bestimmt ein Spaß, und ob es einer wurde, erzähle ich euch nun.

Maud Drennan ist in ihrem Job richtig gut und deshalb auch der letzte Versuch für Mr. Flood, bevor es sonst ins Altenheim geht. Sie bewahrt stoische ihre Ruhe, flippt nicht direkt aus und kämpft einfach unerbittlich weiter. Sie stellt sich Dreck, Müll und Mr. Flood im Weg, und ob er will oder nicht, so langsam zeigt es Wirkung. Dabei ist Maud alles andere als innerlich ruhig, denn auch sie hat eine Vergangenheit und ihr Päckchen zu tragen, das sie in Form einer Horde Heiliger hinterher rennt. Diese verstorbenen Märtyrer kann nur sie sehen und auch hören und das ist nicht immer toll. Und da sie nun für Übernatürliches empfänglich ist, bekommt sie in dem Haus Botschaften zugespielt. Zuerst erreicht sie auf ganz dramatischem Weg ein Foto, was ein Geschwisterpaar zeigt, wo das Gesicht des Mädchens ein Brandloch hat. Erst will sie es wegtun, aber dann zeigt sie es doch Renata, ihrer Vermieterin und Freundin und diese liebt Kriminalfälle. So kommt es, das sie beide anfangen detektivisch vorzugehen. Allerdings spitzt sich die Lage immer mehr zu und es tauchen nicht nur neue Botschaften auf, sondern auch Gewalt, dass ihre Ermittlung unterbinden soll. Aber sie ist nicht gewillt klein beizugeben und ihre Heiligen unterstützen sie dabei.

Was soll ich sagen, klingt gut und ist gut. Ich mochte Maud unglaublich gern und das gilt irgendwie für alle Figuren im Buch, ob Gut oder Böse. Sie alle haben so eine tolle Aura und sind so liebevoll beschrieben und in Szene gesetzt, dass man sie einfach sieht und gern mehr Zeit mit ihnen hätte, als die Buchseiten hergeben. Dann die unglaubliche Wortwahl der Autorin, ihre Beschreibungen, ihre fast schon poetischen Verknüpfungen lassen einen einfach herrlich seufzen, dabei ist der Inhalt manchmal gar nicht nett. So gibt es schlimme Szenen und diese werden aber so unglaublich mit Worten geschildert, das man ein bisschen zwischen den Zeilen lesen muss, um die Genauigkeit zu bekommen, aber genau das macht das Magische an den Geschichten aus. Es sind nicht nur die Geister, sondern die Wörter. Aber auch die Geister haben es in sich, zynisch, schlecht launig und doch zauberhaft in ihrer Schrulligkeit. Ich bin immer wieder total entzückt, wie toll sie das alles hinbekommt und aus einem Familiendrama solch ein Hokuspokus erwachen lassen kann. Ah, ich habe noch den einzigartigen Mr. Flood vergessen zu erwähnen, aber ich glaube, denn muss jeder selber kennenlernen.

Heilige und andere Tote ist wieder herrlich skurril, aber mit dem gewissen magischen Etwas, was einfach einmalig ist und wahnsinnig gut unterhält. Schicksale werden geheimnisumwoben verpackt und mit warmherzigen Figuren ausgestattet. Entdecken und mit rätseln wird inklusive mitgeliefert. Ach, ich möchte mehr, viel mehr, solcher magischen Bücher.

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72 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 48 Rezensionen

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Die Gesichter

Tom Rachman , Bernhard Robben
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 31.08.2018
ISBN 9783423289696
Genre: Romane

Rezension:

Bear Bavinsky ist ein großer Künstler, hat zahlreiche Ex-Frauen und so einige Kinder. Mit Natalie hat er eine aufregende Zeit in Rom und einen Sohn, Charles, der nur Pinch genannt wird, aber alles Schöne findet ein jähes Ende. So geht der Maler zurück nach Amerika und lässt Mutter und Sohn zurück. Pinch sehnt sich nach seinem Vater und richtet sein Leben danach aus, Liebe, Anerkennung und Stolz in den Augen seines Vaters zu sehen. Er eifert ihm sogar nach und versucht sich selbst in der Malerei, was von seinem Vater aber beiläufig abgetan wird. Für Pinch ein Schock, aber er findet, neue Wege um seinen Vater zu unterstützen und selbst Großes zu schaffen. Seine Suche findet auch ein Ende und seine wirkliche Begabung tritt ihm irgendwann entgegen und Pinch hat Pläne, große Pläne, für sich selbst und der Unsterblichkeit von Bear Bavinskys Kunst. Wird Pinch seinen Vater noch stolz machen? Welche Begabung schlummert in Pinch? Und wird ihm sein Lebensweg glücklich machen?

Ich kann gar nicht mehr so genau sagen, warum ich unbedingt dieses Buch lesen wollte. Aber ich glaube, es ist die Kunst gewesen und die Dramatik in Familien. Immerhin sind Künstler keine einfachen Leute und machen es nicht nur sich, sondern auch ihrer Umgebung verdammt schwer. Wie ist es da, ein Kind von solchen Eltern zu sein und warum ist seine Liebe so unverwüstlich zu seinem Vater. Das wollte ich unbedingt wissen und nun erzähle ich euch, ob mir die Geschichte gesamt gefallen hat, oder nicht.

Die Geschichte ist in fünf Lebensabschnitte unterteilt und wir fangen mit der Kindheit an. Pinch schaut zu seinem Vater auf, dem großen gefeierten Ausnahmekünstler, der überall gern gesehen wird und der sich gewannt und charmant im leuchtenden Mittelpunkt aufhält. Er liebt seinen Vater abgöttisch und saugt förmlich jedes Wort und jede Tat auf. Dabei nimmt er seine Mutter gar nicht so genau wahr. Obwohl Natalie auch Künstlerin ist, bleibt sie immer im Hintergrund, kann sich kaum mit ihren Töpferarbeiten hervor heben und verliert sich selbst immer mehr. So nimmt der Weggang des Vaters auch das Licht aus Pinch Universum. Er bleibt mit der Mutter zurück und für diese dreht sich alles nur noch um ihren Sohn, er fühlt sich beengt und bekommt keine Luft. Während so Natalie immer mehr am Lebenskraft verliert und in eine Depression abrutscht, sehnt sich Pinch nur noch nach seinem Vater. Nach Jahren sehen sie sich wieder, aber so glücklich, wie erhofft wird das Treffen für Pinch nicht, denn sein Wunsch sein malerischer Nachfolger zu werden, erstickt der Vater im Keim und so sucht Pinch im weiteren Leben immer wieder nach Möglichkeiten, seinen Vater stolz zu machen und aus seinem Schatten zu treten.

Tom Rachman erzählt hier eine große Familiengeschichte, von einer einnehmenden und Komplexen Vater-Sohn-Beziehung. Ein Vater, der talentiert, charmant, eigensinnig und absolut einen einnehmenden Charakter hat. Dieser dazu führt, dass er sich selbst für größer hält, als er ist und sich als übermächtig und dem gefeierten Künstler da stellt, dessen Werke ins Museum gehören und nicht in private Sammlungen. Aber im Laufe der Gesichte lässt der Autor so einige andere Farbschattierungen durchblicken und wir nehmen nicht nur den übergroßen Künstler wahr, sondern jemanden der auch um Anerkennung kämpfen muss. Die Kunstszene ist ein hartes Pflaster und auch ein Bear Bavinsky hat ein Haltbarkeitsdatum. In den Augen von Pinch ist der Vater aber unerreichbar und seine Kunst das Maß aller Dinge. Er sehnt sich danach, es ihm gleich zu tun und lechz förmlich danach enger in den Dunstkreis seines Vaters zu kommen. Seine Angst, dass sein Vater ihn vergisst, da es immer neue Frauen und Kinder gibt, ist riesengroß. So richtet er sein Leben danach aus, seinem Vater nützlich sein zu können und probiert nach der Malerei eine Biografie über seinen Vater zu schreiben, allerdings ist diese nicht mit Erfolg gekrönt und so muss Pinch weiter suchen. Dabei dreht sich alles in seinem Leben um seinen Vater und er selbst bleibt auf der Strecke.

Dieser Autor beschreibt diese Beziehung sehr einnehmend, ergreifend, mitfühlend und emotionsvoll. Die Figuren wurden warmherzig ausgeschmückt und richtig lebendig dargestellt. Die Konflikte fand ich greifbar und man geht so richtig in Pinchs Welt mit. Man leidet mit, man freut sich über kleine Erfolge und man gönnt Pinch am Ende seinen Durchbruch, denn er hat sein Schicksal doch noch ein bisschen ausgetrickst. Überhaupt wurden hier die Gefühle und Konflikte gut aufgegriffen, entwickelt und erstaunlich unterhaltsam rübergebracht. Ich glaube, das hat mich wirklich überrascht, es war überhaupt nicht trocken, sondern klasse zu lesen, immerhin ist der Stoff nicht leicht, denn Familie kann so unhübsch sein. Dennoch fand ich es Schade, dass der Klappentext schon auf das Ende hindeutet, da man als Leser immer erwartet, dass die Entwicklung früher beginnt und man somit noch mehr zu lesen bekommt. So hat man das Gefühl, die Geschichte zieht sich etwas hin, weil man ja auf die große Begabung wartet. Also etwas Geduld.

Für mich war „Die Gesichter“ ein toller Roman über eine besondere und machtvolle Vater-Sohn-Beziehung, die mich toll unterhalten und wunderbar überrascht hat.

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

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Mein Herz ist ein Chamäleon

Sandra Henke
E-Buch Text: 249 Seiten
Erschienen bei Romance X-Press, 01.12.2016
ISBN 9783946786030
Genre: Liebesromane

Rezension:

Stella steht am Abgrund und schaut in die tiefe stürmische See. Ihre Gedanken wirbeln im Kopf hin und her und plötzlich spricht sie jemand an. Aus dem Takt geratend verliert sie ihr Gleichgewicht und landet in den Armen des Fremden. Nach seiner Rettungsaktion nimmt Simon sie einfach mit in sein schnuckeliges kleines Cottage am Ende der Welt, oder besser Cornwall. Dort genießt Stella die Nähe und das Lächeln des charmanten Malers, der sie zu verstehen scheint und ihr ungeahnte Kraft gibt. Denn Stella ist nicht einfach so in Cornwall, sondern aus einem ganz bestimmten Grund und auch Simon scheint ein Geheimnis mit sich zu tragen. Wird Stella dahinter kommen? Welche Konsequenzen wird die Wahrheit für beide bedeuten? Und wird Stella ihren Weg finden?

Sandra Henke ist ja für ihre prickelnden Erotikromane bekannt, aber sie kann auch wunderschöne Liebesgeschichten schreiben. Das macht sie in der Herzchenkonfetti Reihe, die witzig, feurig und einfach herrlich zu lesen sind. Diesmal schlägt sie aber leisere Töne an, wird melancholisch, und ob mir das auch gefällt, erzähle ich euch jetzt.

Stella ist eine junge Frau, die sich seelisch so verkapselt hat, dass sie ihr Leben mehr als Belastung empfindet, als es einfach zu leben und Freude daran zu haben. Von ihren Eltern schon früh aufs Internat geschickt und später zu allen Psychologen, die sie finden können, da sie mit den Gefühlen ihres Kindes überfordert sind. Dabei wäre die Lösung ganz einfach, Zeit für ihre Tochter und Liebe. So landet sie im abgelegenen Sanatorium in Cornwall. Ausgerechnet dort trifft sie auf jemanden, der sie versteht, der in ihre Seele schaut und nachempfinden kann, was darin vorgeht. Er scheint endlich derjenige zu sein, der die richtigen Worte findet, ihr Kraft gibt und sie zum Umdenken bringt. Stella wird munterer, lebendiger, taucht langsam aus dem Dunstschleier ihrer Gedanken auf und ihr Herz taut auf. Nur je mehr sie wahrnimmt, umso mehr Unstimmigkeiten findet sie bei Simons Geschichte. Welche Geheimnisse hat er vor ihr? Wer ist er wirklich? Und wird es Stella zerstören, oder endlich handeln lassen?

Sandra Henke nimmt sich hier einem sehr wichtigen Thema an, nämlich seelischen Erkrankungen. Wie belastend diese sein können, wie unverstanden man sich fühlt und wie man immer für die Umwelt problemlos funktionieren soll, sind nur einige Gedankengänge. Diese Qualen werden in unsere Gesellschaft immer noch gern abgetan, obwohl sie überall lauern und jede Person belasten können. Man sieht sie nun mal nicht und wir sind alle doch ganz gute Schauspieler. Natürlich gibt es Lebensentwicklungen, die unser negatives Selbst, anders beeinflussen und was wäre ein Leben ohne Liebe. Liebe hat nämlich Kraft zu heilen und zu bewegen und das ist das Wundermittel für Stella, aber so einfach macht es die Autorin nun auch wieder nicht. Das verrate ich euch hier aber nicht, die Irrungen und Wirrungen dieser Liebesgeschichte müsst ihr selbst herausfinden.

Für mich war die Geschichte wieder toll zu lesen und ich mochte recht gern, diesen melancholischen tatsch. Während die anderen Bücher immer sehr heiter und fast etwas Komödiantisches haben, stehen Ruhe und Gefühle mehr im Vordergrund. Stellas Zerrissenheit und auch Simon hat einige Dämonen in seiner Vergangenheit. Irgendwie war diese Geschichte etwas ernster und nachdenklicher, was zur Abwechslung unglaublich toll war. Was mir nicht so gefallen hat, ja, ich muss es gestehen, war die ständigen Wiederholungen, wenn man es in Etappen liest, fällt es wohl nicht auf, aber alles hintereinander, fand ich es zu viel, zu sehr hervortretend, sogar ein bisschen darauf rumtrampelnd. Aber das ist jetzt nur meine persönliche Wahrnehmung, anderen mag es gar nicht auffallen.

So fand ich „Mein Herz ist ein Chamäleon“ wirklich toll gelungen. So richtig was Feines fürs Herz, melancholisch, aber auch stark entwickelnd und natürlich mit genug Romantik zum Träumen. Da darf ruhig gern noch ein weiterer Teil in der Herzchenkonfetti Reihe auftauchen.
 

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Ein Fall für Fuchs & Haas: Die Leiche am Strand

Ivo Pala
Flexibler Einband: 243 Seiten
Erschienen bei Independently published, 25.04.2018
ISBN 9781980858508
Genre: Sonstiges

Rezension:

Kommissar Bodo Fuchs wird in den frühen Morgenstunden an den Strand zu einem Tatort geordert. Missgestimmt und noch nicht richtig wach trifft er dort ein und wird direkt vom Bürgermeister behelligt. Dabei will er sich erst einmal dem Opfer zuwenden. Der Tote ist unkenntlich, von den Möwen angeknabbert wurden und somit nicht identifizierbar. Ob es sich hier um Mord handelt, ist die zweite Frage, man muss einfach abwarten. Schneller als gedacht haben sie aber einen Mord und beginnen mit dem Ermittlungen. Dieser führt sie ins Herz der Künstlerkolonie und zu einer geheimen Liebe, dabei stoßen beide Kommissare an ihre Grenzen. Für Fuchs liegt der Fall klar auf der Hand, aber Kollegin Haas hält dagegen. Wer wird richtig liegen? Werden die Kommissare die Zerreißprobe überstehen? Und wer ist der Mörder?

Dieses Ermittlerduo hat sich mit ihrem ersten Fall in mein Herz ermittelt und nun stand für mich Teil zwei auf dem Speiseplan. Ja, ihr lest ganz recht, denn ohne Essen funktioniert dieser Küsten-Krimi nicht. Überhaupt mag ich die Mischung aus regional, kulinarischen und dem unterschiedlichen Team sehr gern. Ob Ivo Pala hier auch wieder bei mir ins Schwarze getroffen hat, erzähle ich euch nun.

Wer liebt es nicht, Sonne, Strand und Meer. Wer möchte dort nicht auch leben. Aber möchte man auch dort kriminalistisch ermitteln. Ich sage, ja. Ganz klar, denn es gibt spannende Fälle. Während wir im ersten Band ein Unglück vor Ort hatten, weiten sich hier schon die Kreise aus, denn das Opfer ist aus Berlin. Ein Urlauber sozusagen, der jedes Jahr zweimal am Wasser Urlaub macht und sich der Kunst verschrieben hat. So dürfen wir einen Blick in die Künstlerkolonie werfen und ein bisschen mehr von der Frau Gisa Haas erfahren. Aber was wären Ermittlungen, wenn nicht auch die Lokal Politik und die Gerüchte mitspielen würden. So ein paar Gerüchte können ja nicht schaden und machen den Fall spannend.

Fuchs und Haas wachsen hier mehr zusammen, obwohl sie andere Ansichten haben, was der Ermittlung unglaublich gut tut, denn so brodelt nicht nur der Fall, sondern auch die Ermittler untereinander. So stapft Bodo Fuchs dickköpfig voran und Gisa Haas lässt sich von Kindheitsgefühlen beeinflussen. So hält jeder dagegen und verstrickt sich in neuen Spuren und Abzweigungen. Trotz der unterschiedlichen Ansichten läuft die Arbeit zwischen den Ermittlern einheitlich weiter, was im ersten Fall nicht wirklich harmonierte. Natürlich kommt auch das Essen nicht zu kurz und ich Liebe diese schrecklichen Beschreibungen sehr. Der dumme Nebeneffekt ist halt nur, dass man ständig Hunger hat. Also für reichlich Essen vorsorgen.

Ivo Pala weiß zu unterhalten, das schafft er zum einen mit einem interessanten Fall und zum anderen mit dem ganzen drum herum. Einen eigenbrötlerischen Kommissar, der für seinen Beruf nicht immer nette Worte hat und lieber in den Wind singt, oder gerne bei seiner Mutter isst. Dagegen stellt er die überkorrekte Gisa Haas, die ihren Job sehr ernst nimmt und dem Herrn Kollegen an Bildung eine Nasenlänge voraus ist. Außerdem hat sie noch eine Zwillingsschwester am Start und unser Bodo, weiß gar nicht wohin mit seinen Augen. Eingewickelt wird das Ganze vom Meer und seinen Küstenbewohnern, die ein eingeschworenes Völkchen sind und sich gern bei Fremden zurückhalten, während doch der Meertratsch beachtlich ist. Diese Mischung ist einfach wunderbar zu lesen und lässt den Alltag vergessen. Für mich war es wieder ein unglaublicher Spaß es zu lesen und ein Gefühl von nach Hause zu kommen.

Fuchs und Haas laufen hier schon runder, aber es gibt noch viel zu erzählen. Ein unglaublich stimmiger Krimi, für spannende, heitere und köstliche Lesestunden. Für mich ein wohlfühl Krimi deluxe.

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111 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 56 Rezensionen

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Liebe ist so scheißkompliziert

Sabine Schoder
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei FISCHER Kinder- und Jugendtaschenbuch, 22.08.2018
ISBN 9783733504069
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nele ist einfach zu groß für ihre Umwelt, mit ihren eins neunzig schaut sie immer über alle Köpfe, und obwohl sie keiner übersieht, ist sie trotzdem eine Außenseiterin. Diesen Zustand versucht sie mit Humor zu nehmen und hängt an ihren Nachbarn und besten Freund Tom. Doch dann knallt sie mit ihrer Nase gegen eine aufschwingende Tür und so richtig in Fahrt, will Nele ihren Gegenüber anmotzen, als sie auf einmal den Kopf heben, statt Senken muss. Diese Begegnung mit Jerome, den Basketballstar der Schule soll nicht die Einzige bleiben. Auf einer Party stürzen beide zusammen ab, und obwohl Nele an ihren Erinnerungen zweifelt, weiß sie, dass das Video, was am nächsten Tag online ist und sie definitiv mit zu wenig Kleidung zeigt, nur von einem gemacht worden sein kann. Hat Jerome mit ihren Gefühlen gespielt? Ist das Video wirklich von ihm? Und warum kann Nele es einfach nicht glauben und hat trotzdem Schmetterlinge im Bauch?

Ein neuer Roman von Sabine Schoder, mit zwei ganz neuen Protagonisten und einen wichtigem Hintergrundthema, nämlich Mobbing. Für mich war ihr Debüt „Liebe ist was für Idioten. Wie mich.“ ein absolut überraschendes Highlight. Gar nicht auf dem Schirm gehabt und dann hat die Geschichte total bei mir eingeschlagen. Humorvoll und mit starken Figuren, somit bedeutet ein neuer Roman von der Autorin, auch eine tolle und große Liebesgeschichte. Ob ich mich hier irren sollte, erzähle ich euch jetzt.

Nele hält sich selbst für eine Riesin und statt das passende Selbstbewusstsein zu haben, versucht sie sich klein zu machen und am besten unsichtbar zu sein. Das gelingt ihr natürlich so gar nicht. Der Einzige, der immer zu ihr hält, ist ihr Freund und Nachbar Tom. Obwohl er ziemlich wortgewandt ist und Nele nicht hängen lässt, hat er eine schlimme Eigenschaft, er kifft nämlich leidenschaftlich gern. Das das nicht das beste Hobby in der Schule ist, muss auch ständig Nele in Erfahrung bringen. So lebt sie das typische ereignislose Teenagerleben und träumt doch von den einen Jungen, der sie endlich küsst. Sogar ihre kleine Schwester scheint aus dem Rosa rausgewachsen zu sein und einen heimlichen Schwarm zu haben. Wo bitte sind die großen Männer! So kommt es, dass Nele eines Tages mehr oder minder einen Zusammenstoß mit Tür und Jerome hat, dem Basketballstar der Schule. Und als ob das Schicksal dieses Ereignis vorbestimmt hat, treffen diese beiden immer wieder aufeinander, nicht immer glücklich, aber mit explosionsartigem Hormonausstoß. Was eigentlich vielversprechend beginnt, macht dieses Video kaputt.

Aber an dieser Schule gibt es nicht nur Riesinnen, Kiffer, Klatschblogger und unschuldige Groupies, nein, diese Schule hat auch einige komische Vorkommnisse, die gezielt einige Schüler betreffen. So hat Nele nicht nur mit ihren Gefühlen zu kämpfen, sondern hat auch ein Ohr für die Gerüchteküche, besonders die, die sich um Jerome drehen. Denn obwohl er der Star ist, steht er oft allein im Abseits und wirkt unnahbar.

Der Anfang fiel mir diesmal etwas schwerer, da ich es zuerst etwas langatmig fand und mich in dem Humor etwas eingrooven musste. Außerdem fand ich das ständige Kiffen, sehr im Mittelpunkt und ich dachte schon, wann kommt der richtige Typ und wann die brenzlige Szene. Da man schon einiges vom Klappentext halt weiß, war ich etwas ungeduldig. Aber dann nimmt die Geschichte total an Fahrt auf und lässt einen nicht mehr los. Ich habe die Seiten förmlich in mich hineingesaugt und erst aufgehört, als die Danksagung endete. Diese Autorin hat es einfach drauf, einen mit zu reißen, wieder ins Teenageralter zu transformieren und genau die Probleme von damals aufschimmern zu lassen. Dabei ist sie immer so nah dran und das machen ihre Geschichten so besonders, sie fühlen sich real an und das mit starken Figuren, die einem sofort ans Herz wachsen.

Und was hat sie sich diesmal für tolle Protagonisten entschieden. Nele sympathisch und herzallerliebst. Die ihr eigenes Potenzial gar nicht wahrnimmt und viel Zuwenig zu sich steht und dann dieser Jerome. Also wenn der mal den Mund aufmacht und in Flirtlaune ist, kommen da ganz tolle Sprüche raus und mein Gott, was hatte ich selber für Schmetterlinge im Bauch, wenn es zwischenmenschliche Szenen gab. Wo zum Teufel waren bei mir in der Schule diese Basketballer! Ich glaube, ich habe den Sport total unterschätzt. Aber nicht nur, dass sie wieder eine ganz zauberhafte Liebesgeschichte geschrieben hat, sie hat auch die perfekte Balance zum Tiefgang gefunden. Denn Mobbing ist so schrecklich und je nach Persönlichkeit, kann es nicht auszuhalten sein. Dieses schlimme Thema hat Sabine Schoder perfekt mit eingebettet und toll rübergebracht. Ich finde zwar, dass der Hintergrund zu Jerome etwas zu dick aufgetragen war, denn es gibt ja keinen Helden mehr ohne schlimme Schicksalsschläge, war es schlussendlich aber passend und nicht wirklich störend, das macht der Gute ja mit seinem Einsatz wieder weg.

Liebe ist so scheisskompliziert. Jawohl, aber auch wunderbar, herzerfrischend und absolut hinreißend schön. Sabine Schoder + Schreiben = Liebe! Große Liebe. Mehr mehr mehr ...

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51 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

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Warum ich trotzdem an Happy Ends glaube

Alessia Gazzola , Renée Legrand
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Thiele & Brandstätter Verlag , 01.08.2018
ISBN 9783851794076
Genre: Liebesromane

Rezension:

Emma de Tessent sieht ihn ganz klar vor sich, den lang ersehnten Arbeitsvertrag der Filmfirma Fairmont. Endlich kann sie den Kittel der ewigen Praktikantin abstreifen und richtig durchstarten. Nur leider sind Träume auch manchmal Schäume und so steht Emma, am Ende ihres Praktikums auf der Straße. Gefrustet, verärgert und ihrem gewünschten Leben weit zurück, muss sie sich dem Arbeitsmarkt stellen. Allerdings ist diese Branche nicht einfach und so spielt das Schicksal ein anderes Spiel mit ihr. Aber wird Emma aufgeben? Nein, das steht ganz und gar nicht auf ihrem Plan. Eher schickt sie alle Filmproduzenten in die Hölle, auch den attraktiven Schnösel Pietro Scalzi, dessen Vorstellungsgespräch der Horror war. So geht Emma vielleicht ein paar Umwege, aber ihren großen romantischen Traum verliert sie nicht aus den Augen. Was wird Emma finden? Werden sich die Wege von Pietro Scalzi und Emma nochmals kreuzen? Und wird es für die Jane-Austen Liebhaberin ein Happy End geben?

Eine italienische Geschichte, die locker und leicht daher kommt und auch noch einen Aufkleber mit Bestseller trägt, ist mein Untergang. Dann muss ich das Buch natürlich lesen, ist ja fast Pflicht. Außerdem wer möchte nicht bei diesen Temperaturen in Rom sein, oder einfach das Leben genießen und seien wir ehrlich, wir wollen alle ein Happy End. Nun habe ich es gelesen, und ob es mich überzeugen konnte, erzähle ich euch nun.

Emma de Tessent ist eine arbeitsreiche und tüchtige ewige Praktikantin, die etwas naiv jahrelang an ihren Arbeitsvertrag glaubt. Dabei sollte sie es doch besser wissen, immerhin ist sie mit ihren exzellenten Uni-Abschlüssen überqualifiziert. Dazu kommt noch, dass es privat auch nicht so toll läuft, sie lebt mit ihren dreißig, immer noch bei ihrer Mutter und träumt von einer alten glyzininenbewachsenen Villa, die sie sich nie im Leben leisten kann. Außerdem hat sie eine Schwester mit zwei Nichten und einen Schwager, der es mit der Treue nicht so hält. Überall in ihren Leben herrschen somit Brandherde vor und ihr eigenes Leben läuft auch eher aus dem Ruder. Dabei hatte sie schon für die Firma fast Filmrechte von einem Autor in Sack und Pack, der nie verkaufen wollte. Aber auch das liegt jetzt auf Eis. Nun heißt es überlegen und neu orientieren.

Ehrlich gesagt möchte ich gar nicht mehr zum Inhalt verraten, genügend Stoff ist auf jeden Fall da und noch einiges mehr. Familiengeheimnisse, Verwünschungen, Ehebruch, Versteckspiel der Gefühle und, und, und. Also an Abwechslung mangelt es nicht, genug Stoff um erzählt zu werden. Dazu kommt noch ein lockerer, witziger und heiterer Schreibstil, dass man das Gefühl hat, nur so durch die Geschichte zu schweben. Und das ist der Punkt, sie kommt nicht wirklich glaubwürdig rüber, oft ist das Geschehen überzogen und zu dick aufgetragen. Außerdem ist die Portion Humor schon recht groß, dass es nicht immer mein Geschmack war. Was ich Schade fand, ist, dass alle Kapitel für sich standen und so die Geschichte etwas abgehackt wirkte. Auch war mir die Liebesgeschichte zu unterkühlt, es brodelte zwar, aber da hätte ich mir eine Portion mehr gewünscht. Die Leichtigkeit das Leben zu bestreiten und am Ende immer ein Licht zu sehen, herrscht hier vor und lässt den Tiefgang für die Figuren einfach außen vor, hier gibt es nur leichten Wellengang.

Nichtsdestotrotz hatte ich eine wirklich unterhaltene Lektüre, die perfekt zu den sommerlichen Temperaturen passt, und einen kurzweilig aus dem Alltag entführt. Locker und leicht, gut für zwischendurch, aber mehr nicht.

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7 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

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Das brennende Mädchen

Claire Messud
E-Buch Text
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 14.08.2018
ISBN 9783455003949
Genre: Romane

Rezension:

Julia und Cassie. Cassie und Julia, zwei Mädchen und eine große Freundschaft. Sie fühlen sich wie Schwestern, benehmen sich wie siamesische Zwillinge und können sich ein Leben ohne einander nicht vorstellen. Unzertrennlich, draufgängerisch und unbeschwert erleben sie ihren letzten gemeinsamen Sommer, bevor sie die Schule wechseln und alles anders wird. Die Freundschaft verliert sich, obwohl nichts Schlimmes passiert ist, kann Julia sie nicht wieder finden, trotz ihrer Bemühungen. Aber was hat die beiden so verändert? Kannten sie sich wirklich so gut? Und wie erklärt sich Julia diese Freundschaft von damals?

Normalerweise hätte mich der Inhalt nicht ganz angesprochen, aber der Vermerk mit New York Times Bestseller und, und, und, sind einfach extrem verlockend. So was zieht am Ende doch bei mir und ich werde neugierig und nehme das Buch zur Hand. Das brennende Mädchen ist auch nun ausgelesen, aber ob ich schlussendlich auch für die Geschichte entbrannt bin, erzähle ich euch nun.

Das Buch ist in drei Teile gegliedert und der Erste widmet sich den einen letzten Sommer, wo alles noch gut war. Da haben wir die besonnene und schlaue Julia. Die aus wohlerzogenem Hause kommt und deren Weg irgendwie schon gefestigt vorbestimmt ist. Dagegen steht Cassie, draufgängerisch und auch etwas übermütig, die von ihrer Mutter allein groß gezogen wird, da ihr Vater schon verstorben ist. Tja, und wo man jetzt schon weis, wie auch ihr Leben aussehen wird. Beide kennen sich ewig, beide haben den festen Glauben, dass es ein Leben ohne ihre Freundschaft nicht geben wird, da es einfach undenkbar ist. So stromern sie durch die Gegend, erzählen sich Geheimnisse und suchen sich einen Platz, nur für sich. Es ist die Zeit, wo die Zukunft in weiter Ferne liegt und man sich einfach nicht vorstellen kann, dass sich der gegenwärtige Zustand je ändern wird. Die Beschreibungen der Autorin lassen einen selbst die jugendliche Naivität nochmals nachspüren und Erinnerungen wach werden. Tja, und man spürt schon, was kommen wird.

Der zweite Teil widmet sich dann dem Umbruch. Julia ist eine schlaue Schülerin, die an der weitergehenden Schule direkt gefördert wird und deren Leistungen mit denen von Cassie weit auseinanderliegen. So kommt es, das beide in der Schule wenig Miteinander zu tun haben und sich die Freundinnen immer weiter entfernen. Während Julia an der Freundschaft festhält und sich irgendwie bemüht, ändert sich der Wirkungskreis von Cassie ganz gravierend, ihre Interessen gelten nun mehr Partys und Jungs. Schnell ist zu spüren, dass die einstige Unbefangenheit, in Bemühen und Unnahbarkeit umschlägt. Dabei ist bei dem beiden gar nix passiert, nur der Lebensweg hat sich extrem verändert und gerade in der Zeit des Heranwachsens, kann dieser auch Freundschaften lahmlegen. Und so schlittern wir auch direkt in den dritten Teil, wo sich alles noch einmal verschärft und die Konturen an Härte und Klarheit gewinnen. Wie gut kennen wir unseren gegenüber und können wir ihm auch noch helfen, wenn wir nicht mehr so wirklich wissen, wie dieser tickt? Julia muss einiges lernen, was das Heranwachsen so mit sich bringt.

Claire Messud nimmt sich einer Freundschaft an und lässt uns den Wandel von Zeit und Raum miterleben. Dabei gewährt sie uns Einblicke in unsere eigene Jugend und Wahrnehmung. Wo wir einst dachten, da passt kein Blatt zwischen uns, wird ein klaffender Abgrund draus. Wege, die ganz klar, in die gleiche Richtung gehen, biegen Kilometer weit voneinander ab und es ist die Frage, lohnt sich die Kraft dran festzuhalten? Diese Erfahrung mussten wir bestimmt alle schon mal machen und es tut weh, loslassen zu müssen. Sich von dem Gefühl, der Unsterblichkeit einer Freundschaft zu lösen und nicht dran zu zerbrechen. Aber nicht nur das ist Thema dieser Geschichte, da stecken noch einige andere zwischenmenschliche Dinge drin und die Erfahrung, der erste Blick bedeutet nicht, jemanden wirklich zu kennen. Und wie genau schau ich hin und wie interpretiere ich Schicksale besser.

Die Autorin beschreibt ruhig, ausdehnend und intensiv von dieser Freundschaft und den auf- und ab‘s derer. Dabei steht ganz klar Julia mit ihrer Sicht im Mittelpunkt. Und jetzt muss ich was gestehen, mir fallen solche Geschichten immer im ersten Moment sehr schwer, da ich nicht weiß wohin soll das führen, was will uns der Autor sagen. Somit kann ich nicht immer das Gelesene genießen und suche nach dem großen Ganzen. Das befindet sich aber hier in der Erzählung und kommt oft etwas zu lang und ausschweifend daher, obwohl es kein langes Buch ist. Was mein Geschmack betrifft, war es mir einfach zu unaufgeregt, schön zu lesen, aber dadurch, dass es kaum Fahrt aufnimmt, etwas zäh zu lesen. So ist es etwas für schöne Sommertage mit Zeit.

Das brennende Mädchen ist eine Geschichte über die Freundschaft und das man diesen Veränderungsweg nicht immer aufhalten kann. Toll, sehr lebensklug erzählt, aber auch mit einigen Längen.

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205 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 133 Rezensionen

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Ins Dunkel

Jane Harper , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 24.07.2018
ISBN 9783499274732
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Aaron Falk ist zurück in Melbourne und steckt bis zum Hals in Arbeit. Er und seine Kollegin sind einer korrupten Firma, wegen denn Verdacht der Geldwäsche auf der Spur und höllisch unter Druck. Da kommt es natürlich gar nicht gut, dass ihre Informantin sich auf einer betrieblichen Wanderung befindet. Alice Russel kennt nämlich nicht nur die Machenschaften der BaileyTennants, sondern auch die dunklen Geheimnisse ihrer Mitstreiterinnen. Noch schlimmer wird es allerdings, als Alice in der Wildnis zurückbleibt und nur ihre vier anderen Kolleginnen wieder auftauchen. Wo ist Alice? Was ist dort draußen in der grünen Wildnis passiert? Und wie kommt jetzt Falk an die notwendingen Verträge dran?

Nach ihren beeindruckendem Debüt legt die Autorin Jane Harper nun den zweiten Fall für Aaron Falk vor. Was soll ich sagen, nachdem mich Teil eins so begeistert hatte, ist es ja wohl naheliegend das ich unbedingt auch Teil zwei lesen wollte. Diesmal soll Falk auch wirklich in seinem Metier agieren und doch wird er wieder mit ungeahnten Problemen konfrontiert. Ob mich der zweite Fall auch begeistern konnte, erzähle ich euch nun?

Aaron Falk ist aus der Vergangenheit zurück und wieder an Ort und Stelle in der Gegenwart, aber die alten Geister lassen ihn auch immer noch nicht in Ruhe. So lebt er noch allein und pflegt bis auf seinen Job, keine weiteren großen Kontakte. Aber nun hat er eine Kollegin und diese durchschaut seine ruhige Art auf eine ganz besondere Weise. So bekommen wir nicht nur einen neuen Fall zu sehen, sondern schreiten mit Aarons Neufindung weiter voran.

Wirklich beeindruckt hat mich auf dem Klappentext der erste Satz: „Grausamer als die Natur, ist nur der Mensch.“ Und gleichzeitig auch daran erinnert, wie grausam man seinem gegenüber sein kann. Das nimmt sich die Autorin, hier auch wirklich vor, in die Abgründe von Schicksalen zu schauen und uns sogar mitzunehmen. Der Ausgang der Geschichte ist nämlich, dass die besagte Firma mit ihren Angestellten eine Trekkingtour macht und nach vier Tagen Wildnis, sollen sich alle besser kennen und ein Team sein. Bei der Männertour sind zumindest alle an dem Treffpunkt nach vier Tagen wieder aufgetaucht, aber die Frauen lassen auf sich warten. Irgendwann sind auch diese da, zwar am falschen Ort, aber da, nur halt völlig aufgelöst, verletzt und eine fehlte. Ausgerechnet die Informantin von Aaron Falk. So kommen diese Ermittler überhaupt ins Spiel und an den Ort des Geschehens, in die grüne Hölle.

Jane Harper erzählt ziemlich geschickt ihre Geschichte in zwei Zügen. Erst kommen die Ermittlungen von Aaron Falk dran und dann erfahren wir in Rückblenden aus verschiedenen Sichten, was sich wirklich auf dieser Tour zugetragen hat. Das alles hat einen perfekten Effekt, man spekuliert nämlich immer mit. Diese fünf Frauen haben nämlich alle ihr Päckchen zu tragen, und da jede zu Wort kommt, enthüllen sich immer mehr Unstimmigkeiten, Zwietracht, Hass und Macht. Hier stimmt es wirklich, Frauen können unglaublich grausam sein. Durch diese Konstellation ist auch wirklich jede verdächtig und man fragt sich auch ständig, was ist passiert. So erleben wir erst ein heiter erzwungenes Aufbrechen, dann verlaufen sie sich und je mehr passiert, umso mehr brodelt es an der Oberfläche. Schuld, Unfähigkeit und persönliche Abneigung lassen sich in der Wildnis immer schlechter verstecken und die Masken fallen Stück für Stück.

Diese Autorin kann einen wirklich atmosphärisch einfangen und dann so geschickt einflechten, dass man selbst mittendrin steht. Man kann wirklich die Wildnis und die streitenden Furien sehen und dieses Intermezzo hat mir richtig gut gefallen. Die Ermittlungen selber blieben ehrlich gesagt etwas blass zurück, was mich aber nicht gestört hat. So waren die Befragungen interessant und das zwischen den Zeilen lesen auf jeden Fall spannend genug, dass man schnell weiterlesen wollte. Welchen Faden ich aber wirklich überflüssig fand, war die des Sohns des Serienmörders, das sollte für Verwirrung sorgen, aber kam mir echt zu lahm rüber und manche Fäden sollten einfach ruhen.

Ins Dunkel ist nicht nur der Weg in den grünen Dschungel, sondern auch die Sicht in die menschlichen Abgründe. Jane Harper hat hier geschickt erzählt, einen tollen Erzählbogen gewählt und einen richtig gut unterhalten. Ich mag ihren Aaron Falk und freu mich auf den nächsten atmosphärischen Fall in Australien.

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465 Bibliotheken, 33 Leser, 2 Gruppen, 164 Rezensionen

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Children of Blood and Bone – Goldener Zorn

Tomi Adeyemi , Andrea Fischer
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 27.06.2018
ISBN 9783841440297
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Zélies Welt ist von Angst und Armut durchwandert. Einst gehörte Magie zu ihr, aber das wurde ihrem Volk vom König genommen, seit der Blutnacht werden sie alle geknechtet und leben am Rande der Gesellschaft. Aber Zélie ist eine Kämpferin und will sich diese Ungerechtigkeit nicht gefallen lassen. Mit dieser Einstellung ist sie immer wieder eine Belastung für ihren Vater und ihrem Bruder und so versucht sie sich einzuschränken, um nicht noch mehr aufzufallen. Auf dem Markt fällt ihr allerdings eine Flüchtige in die Arme, und obwohl Zélie gerade geschworen hat, ruhiger zu werden, kann sie diese arme Elende nicht hängen lassen und gerät somit erst recht ins Fadenkreuz. Ohne es zu ahnen, hält Zélie durch ihre Rettung ein wichtiges Artefakt der Magie in den Händen und hat die Möglichkeit, diese neu zu erwecken und ihrem Volk die Hoffnung wieder zugeben. Wird Zélie dieses Abenteuer antreten? Kann sie der Arme des Königs entfliehen, vor allem dem Kronprinzen? Und wird die Magie wieder belebt werden?

Dieses Buch ist schon vorab ein absoluter Hype, auf der Bestsellerliste ganz oben und sogar schon in Verfilmung für die Kinos. Aber ist es das auch wirklich wert, warum geht so eine Welle durch die Medien? Das waren meine Fragen und ich glaube, es ist die Begründung der Autorin. Sie konnte die Nachrichten nicht mehr anmachen, ohne die ständigen Horrornews über polizeiliche Gewalt gegenüber Schwarzen. Sie selbst ist nigerianischer Herkunft und in ihr keimte der Wunsch nach Gerechtigkeit und somit zu dieser Geschichte. Sie wollte ein Fantasyroman schreiben, mit einer Botschaft gegen Rassismus und Unterdrückung. Lassen wir es mal dahingestellt sein, ob sie auch wirklich mit ihrer Botschaft ankommt, aber gelesen wird diese Geschichte auf jeden Fall. Ich konnte mir nicht wirklich was darunter vorstellen und bin recht unvoreingenommen ans Buch rangegangen. Wie und ob es mir gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Die Geschichte spielt in einer Welt, die sich Orisha nennt und in dieser Welt, sind die Menschen schwarz, was durch ständige Benennung lebendig im Kopf des Lesers erhalten bleibt. Es gibt einen König, der durch seine grausamen Art, ein ganzes Volk fast niedergemetzelt hat, um die Magie auszumerzen und lässt die übrig gebliebenen im Staub dahinvegetieren. Man kann diese Ausgestoßenen recht gut erkennen, denn sie tragen weißes Haar. Aber die Magie ist nicht ganz weg und das macht den König unruhig, denn die magischen drei Artefakte lassen sich nicht zerstören und der Widerstand ist spürbar. Und da kommen wir zu unserer Hauptprotagonistin Zélie.

Zélie ist eine Kämpferin, sie versucht stark zu sein und will gegen die Ungerechtigkeit kämpfen und sich auflehnen. Allerdings bringt sie dadurch immer den Rest ihrer Familie in Gefahr. So versucht sie, ihnen zuliebe einen Gang runter zu schalten, allerdings zieht Zélie ungünstige Situationen förmlich an. Das Chaos bricht einfach in ihrer Umgebung immer aus, egal wie sie sich verhält. Sie ist eine starke Persönlichkeit und sehr impulsiv, wie gut ist es da, dass ihr großer Bruder immer im Hintergrund steht und auf sie aufpassen möchte. Allerdings ist er diesem Unterfangen nicht immer gewachsen. Durch den Tod der Mutter und dem gebrochenen Vater hängen die beiden Geschwister sehr aneinander und so geht der Bruder natürlich mit auf ihre Abenteuerreise.

Ich möchte gar nicht mehr zu den Figuren verraten, denn nicht nur Zélie und ihr Bruder gehören zu den Hauptfiguren, sondern auch ein anderes Geschwisterpaar, was nicht unterschiedlicher sein könnte. Die Autorin spielt hier mit den Gegensätzen, arm gegen reich, freier Wille gegen manipulative Ansichten, Hoffnung gegen Pflichterfüllung. Allein das hätte der Gesichte gereicht, aber hier muss die Autorin auch noch die Liebe mit einfließen lassen. Zwei Geschwisterpaare, zwei Lieben, für meinen Geschmack hätte eine gereicht, und zwar die ruhiger und leicht anbahnende. Diese fand ich schön zu lesen, das knistern zu hören und doch nicht so zu können, wie man möchte, da Welten zwischen zwei Menschen stehen. Zélie dagegen bekommt zuerst eine Hassliebe, dann überbrodelt und überschwappt alles, um dann jegliches Gefühl zu vernichten. In meinen Augen hätte es die Geschichte gar nicht gebraucht, da diese beiden Figuren schon allein, einen Kampf auszutragen hatten.

Aber was soll ich zum Rest der Geschichte sagen, sie war atemberaubend. Klar, nicht wirklich was Neues vorhanden, aber unglaublich fesselnd, mitreißend und absolut magisch geschildert. Dieses Setting war so atmosphärisch und bildlastig geschildert und allein die starken Figuren machten mir diese Geschichte zu einem absoluten Genuss. Ich konnte gar nicht aufhören zu lesen und bin wirklich durch die Seiten geflogen. Eine spannende Szene folgte der nächsten, und wenn man denkt, man kommt zum Luft holen, ereilt einen schon die nächste actiongeladene Begegnung von Gut und Böse. Hier kommt alles Drin vor, Entwicklung der Hauptfiguren, ein Spannungsbogen, der zum Zerreißen gespannt ist, Intrigen vom Feinsten, aber auch Gewalt und Verrat. Die Autoren mischt das alles gut zusammen und lässt uns zwischen brutalen aber auch zarten Szenen hin und her pendeln, außerdem hat sie ein ziemlich spekulierendes Ende hingelegt, so dass man einfach weiter lesen muss.

Children of Blood and Bone ist ein Wahnsinns Auftakt, der überrascht, mitreißt und einen atemlos zurücklässt, wie eine Achterbahnfahrt aus bangen und hoffen!

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Die Optimierer

Theresa Hannig
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.09.2017
ISBN 9783404208876
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Samson Freitag genießt den Luxus, mit dem eigenen Auto zum nächsten Termin zu fahren. Dort wartet nämlich seine nächste Beratung auf ihn, eine junge Frau, deren beruflichen Wünsche sich durch ihn verwirklichen sollen. Samson Freitag ist nämlich Lebensberater und hält sich strikt an das Protokoll. Alle ihn vorliegenden Informationen hat er schon ausgewertet, er wartet nur noch das Gespräch ab, um der jungen Frau sein Urteil vorzutragen. Das Urteil fällt nicht positiv für die junge Frau aus und genau dieser Fall, soll Samson noch nach verfolgen. Er steht nämlich kurz vor der Beförderung und es fehlen ihm nur noch ein paar Punkte, da hat sein Leben etwas anderes vor. Es steuert nämlich immer mehr den Abgrund entgegen und das System setzt alles daran, ihn zu optimieren. Was hat Samson angestellt? Wieso gleiten ihm alle Fäden aus den Händen? Und was wird das System mit ihm machen?

Ein Debüt, was schon mehrfach ausgezeichnet wurde und was sich unser Buchklub ausgesucht hat. Mich hatte die Inhaltsangabe ein bisschen an Georg Orwells 1984 erinnert und das war nicht wirklich meine beste Schullektüre, also war ich gespannt, wie mir diese Zukunft gefallen würde. Tja, und ob sie mir gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Vielleicht ist es ganz gut, wenn man kurz vorab auf den Rahmen der Handlung eingeht. Wir leben im Jahr 2052, die Bundesrepublik Europa hat sich vom Rest der Welt abgekapselt. Der Wohlstand ist für alle Bürger gesichert und es gibt für jeden ein Grundeinkommen, aber auch die eigenen Fähigkeiten zur Verwirklichung stehen zur Verfügung. Damit man den besten Beruf für sich findet, gibt es vom Staat die Agentur für Lebensberatung. Diese Organisation überwacht jeden Einzelnen in der Gesellschaft, damit jeder den richtigen Platz findet. Außerdem gibt es ein soziales Punktesystem, was besonders engagierte Bürger auszeichnet. Außerdem wird jeden alleinstehenden Haushalt ein hoch entwickelter Roboter zur Seite gestellt, damit für Sicherheit und Wohlgefühl gesorgt ist. Hier merkt man doch schon ganz hervorragend, dass der Staat alles dafür tut, seine Bevölkerung zu überwachen.

Samson Freitag ist ein Musterbeispiel am perfekten Bürger. Er hat immer seine Punkte im Blick, hält sich an die Regeln und versucht jeden als gutes Vorbild voranzugehen. Allerdings fragt man sich schnell, hat der Typ auch eine Persönlichkeit? Ist er so in seinem Regelsystem gefangen, das er seine Umwelt gefühlsmäßig gar nicht wahrnimmt. Und dann passiert diese Beratung und alles fängt an zu kippen. Denn sein Urteil hat fatale Folgen, es ist wie, wenn ein Dominostein umfällt und alles mitreißt. Und plötzlich steht Samson da, am Abgrund und versucht alles Mögliche um aus dieser Abwärtsspirale herauszukommen. Aber je mehr er kämpft und je mehr er sich bemüht, wird es nur noch schlimmer. Sein heiß geliebtes System, wonach er lebt und was seine absolute Überzeugung hat, lässt ihm im Stich und macht ihm das Leben zur Hölle.

Es ist schon eine Neuauflage vom „Big Brother is watching you“ und so sehr erschreckend. Natürlich ist das ganze Szenario an unsere Zeit angepasst und es entsteht einfach ein mulmiges Gefühl beim Lesen. Allein dieses sozial Punkte System macht absolut Angst, wenn man hört, das so etwas seit 2017 in China auch existiert. Außerdem fallen einem viele kleine Dinge im Buch auf, die man selber im Hier und Jetzt tätigt und so bekommt das alles eine Realität, die erschreckt. Hier herrscht ein System vor, was alle überwacht und das hört nicht vor der Haustür auf, nein, es geht noch viel weiter. Dann noch der Protagonist, der absolut unsympathisch rüber kommt und das auch so sein muss. Er ist eigentlich nur eine Hülle der Gesellschaft, freier Wille Fehlanzeige und immer schön auf der richtigen Spur bleiben. Eine Freundin hat er nur wegen der sozialen Punkte und der Gedanke über einen Heiratsantrag hat in seinem Leben nichts mit Liebe zu tun, sondern das weitere Aufsteigen im Punkteranking. Ganz ehrlich es rüttelt an einem und erschreckt, es macht einen oft sprachlos und lässt einen die Gänsehaut den Rücken hinablaufen, wenn man parallelen im eigenen Leben findet.

Theresa Hannig hat hier wirklich einen tollen Plot entworfen, hat den Albtraum gut inszeniert und dabei sogmäßig geschrieben. Man bleibt trotz der Sympathielosigkeit an Samson dran und will wissen, wie es endet. Tja, und hier war sie wirklich ziemlich schnell und sehr überraschend, sodass es nach einem zweiten Band schrie. Und wie ich jetzt auch weiß, wird wohl noch ein zweiter Teil folgen.

Die Optimierer ist ein wirklich tolles Debüt, was eigentlich den Klassiker „1984“ reloadet hat. Oder eine Folge wie in Black Mirror ist, nur eben halt in Buchform und die eigene Fantasie, ist oft noch schlimmer. Verdammt erschreckend, aber fesselnd und unglaublich besorgniserregend, lässt es einen zurück. Die Zukunft kommt, hoffentlich nicht diese.

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143 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 91 Rezensionen

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Bis zum Himmel und zurück

Catharina Junk
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Kindler, 13.03.2018
ISBN 9783463406947
Genre: Romane

Rezension:

Katja ist Drehbuchautorin und steht kurz davor eine neue Familienserie zu entwickeln. Sonst schreibt sie für eine Krimireihe, die ziemlich abhängig von ihrer Hauptdarstellerin ist und Katja die letzten Nerven raubt. Da ist so ein neues Projekt doch perfekt als zweites Standbein. Nur kann man eine Familiengeschichte entwickeln, wenn die eigene dermaßen in Trümmern liegt, dass man daraus nichts schöpfen kann. Katja ist hin und her gerissen und weiß nicht recht, ob sie dem gewachsen ist. Tja, und bevor sie sich richtig entschieden hat, holt sie das eigene Leben erbarmungslos ein, denn ihre Mutter ruft an und teilt ihr eine erschütternde Neuigkeit mit. Katja ist blockiert und verdrängt alles, was sie kann, nur das Mädchen vor ihrer Tür lässt sich schwer ausblenden, wenn diese behauptet, ihre Halbschwester zu sein. Was wird Katja tun? Wird sie sich der neuen Situation stellen? Und warum ist ihre Familie zu kaputt?

Ich wollte immer das Debüt „Auf Null“ der Autorin lesen und habe es auch hier liegen, aber wie das nun mal ist, habe ich ihr zweites Werk zuerst verschlungen. Der Klappentext klingt einfach genial und ich war ziemlich gespannt darauf, wie die Autorin uns verzaubert und diese Familiengeschichte umsetzt. Ob sie mich auch endgültig begeistert hat, erzähle ich euch nun.

Katja ist also Drehbuchautorin und kann so viele unzählige Leben und Geschichten erfahren, ohne selbst sich ins Gefühlschaos und andere Lebensrisiken hineinzustürzen. Sie lebt lieber in ihrer Blase und versucht sich große Gefühle vom Halse zu halten. Ihr Lebenselixier ist Cola und ab und zu Ratko, der hin und wieder mal reinschaut. Ihr sozialer Kontakt besteht aus ihrer besten Freundin Alexa, mit der sie schon einige Höhen und Tiefen durchgestanden hat. Sie schwebt so recht heiter durch ihre Welt und man kann gar nicht erahnen, welche Blessuren sie erlebt hat. Denn unter den ganzen Schichten von Haut und Fett geht es Katja gar nicht gut und ihre Schutzschilde laufen auf Hochtouren, erst recht wenn eine nicht bekannte Halbschwester vor ihr steht. Da bekommen ihre Mauern doch Risse und die Vergangenheit holt sie schnell ein. Aber was macht sie daraus, hält sie sich alles vom Hals, oder versucht sie selbst das aufzuarbeiten.

Catharina Junk fängt mit ihrer Geschichte unglaublich locker und humorvoll an. Man hat erst das Gefühl in eine Komödie hinein zu stolpern, bis man merkt, hier stimmt was ganz und gar nicht. Ihre Hauptfigur so unbedarft und herzlich sie rüberkommt, hat eine Vergangenheit, die sie lieber unter dem Mantel des Schweigens belassen würde. Aber trotzdem kann sie dieser nicht entrinnen. Als Leser fragt man sich, was ist da passiert, nun gut, die Eltern haben sich getrennt, was ist mit ihr als Kind so schlimmes passiert und wo ist ihre andere Schwester. Erst durch Rückblenden erkennen wir, das ganze Ausmaß dieser Familie und auch wie feige sich die Eltern ihrem Kind gegenüber verhalten haben. Katja ist die Leidtragende und diese Erfahrung prägte sie für ihr ganzes Leben. Nun heißt es, wie gehe ich mit dem neuen Wissen um eine Halbschwester und eine andere Familie um. Lass ich zu, dass die Wunden wieder aufbrechen, um erneut zu leiden, oder können sie vielleicht sogar jetzt heilen. Katja muss sich in diesem Buch entscheiden und auch für ihr eigenes Leben. Aber sie ist ja Drehbuchautorin, sie kann bestimmt ihren Leben eine neue Richtung geben.

Dieses Gemisch aus heiter und nachdenklich hat mich unglaublich überrascht, aber auch begeistert, es ist genau das richtige Maß, um kein bitterernster Roman zu werden, sondern noch gut verdaulich für den Alltag zu sein. Die Geschichte so traurig sie ist, ist durch den tollen Schreibstil gut gemeistert und macht auch Spaß zu entdecken. Ganz Große klasse fand ich die Anlehnung an die Raumfahrt mit ihren Astronauten, das war wirklich toll hineingeflochten und hat mich beim Lesen glücklich gemacht. Allerdings gab es für mich einen Haken, und zwar die Familie, ich habe es zwar nicht so schwer getroffen wie Katja, aber ich weiß nicht, ob ich diesen Weg gegangen wäre, vor allem als Erste. Das ist für mich ein wunder Punkt und passte zwar für die Geschichte und hätte auch gar nicht anders funktioniert, aber das war eher etwas weichgespülter Komerzzwang. Ich bin immer noch der Meinung, auch Eltern müssen sich die Liebe ihres Kindes verdienen. Aber für das Herz und den Wunsch nach einem Happy End war es schon gut gewählt.

Bis zum Himmel und zurück ist ein heiterer emotionaler Roman mit unerwartetem Tiefgang, der toll geschildert ist und unglaublich Freude beim Lesen macht, allein die Seitenhiebe ans Fernsehen, herrlich.
 

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Stille Schwester

Martin Krist
Flexibler Einband: 232 Seiten
Erschienen bei epubli, 17.07.2018
ISBN 9783746743653
Genre: Romane

Rezension:

Henry Frei und sein Team haben gerade einen Fall abgeschlossen, schon werden sie zum nächsten gerufen. Ein Brandanschlag mit Todesfolge, aber hier taucht die Vergangenheit des Kriminalhauptkommissars auf und so muss er die Finger von lassen. Bevor er sich aber darüber ärgern kann, gibt es einen neuen Toten, und zwar von dem Täter, dem er seit vier Monaten versucht dingfest zu machen. Jedes Opfer wird erdrosselt, hergerichtet und hält in der Hand, die Telefonnummer für den nächsten Tatort. Alle Opfer haben nichts miteinander zu tun und es lässt sich keine Verbindung herstellen. Die Polizei tappt im Dunkeln, aber Henry Frei lässt nicht locker, irgendwas haben sie übersehen. Sein Team und er nehmen den Faden wieder auf und ermitteln auf Hochtouren. Werden sie das nächste Opfer retten können? Können sie den Täter dingfest machen? Und kann Henry mit der Vergangenheit endlich abschließen?

Ein neuer Martin Krist, da freut sich das Thrillerherz. Dazu noch ein neuer Henry Frei und mit diesem Ermittler hat der Autor bei mir genau ins Schwarze getroffen. Ich mag den überkorrekten und gut angezogenen Kommissar gern und finde es klasse, das es nicht nur einen Fall gibt, sondern sich ein roter Faden durch die Bücher zieht. Ob stille Schwester auch wieder bei mir punkten konnte, erzähle ich euch nun.

Dieser Autor versteht es einfach einen perfekt an sein Buch zu binden, denn der Prolog ist schon der Hammer. Hier lässt er nämlich schon kurz das Finale aufflimmern und man will einfach wissen, wie es dazu kam und ob es ein gutes oder böses Ende nimmt. So liegt die Spannung schon greifbar in der Luft und man muss einfach weiterlesen. Danach folgt eine Mail an unseren Kommissar und man merkt schnell, dass hier wieder ganz viele Fäden gezogen werden, die einen durch das Buch begleiten sollen. So haben wir die Mails, Rebeccas Geschichte und natürlich das Ermittlerteam. Okay, es sind nur drei, aber wie immer ziemlich gut gesetzt und diese jagen einen förmlich durch die Geschichte. Mittlerweile kenne ich den Autor ja so gut, dass man weiß, er macht perfekte Cliffhänger am Ende seiner Kapitel und steigert somit den Spannungsbogen. Man kann einfach nicht aufhören zu lesen, weil man immer wissen möchte, was als Nächstes passiert.

Aber kommen wir zu Henry Frei, dem zum Verschnaufen keine Zeit gelassen wird. Der von einem Fall zum nächsten eilt und an seine Belastungsgrenze gerät. Dazu eine kranke Kollegin, die sich niesend und hustend durch die Ermittlung schleppt. Außerdem lässt ihn seine Vergangenheit nicht in Ruhe und ich fürchte, das wird sie nie tun, bis er wirklich weiß, was mit Alanna, der verschwundenen Tochter, eines damaligen Kollegen, passiert ist. Nicht desto trotz mag ich diesen Kommissar unglaublich gern. Ich finde es toll, dass er verheiratet ist, Kinder hat, die nicht einfach sind und dass er so ganz besondere Macken hat. Immer muss er alles perfekt ausrichten und seine Kleidung glatt streichen, für andere ein Kraus, für mich macht es ihm nur sympathischer. Ich glaube, deshalb mag ich diese Reihe besonders gern.

Was ich aber auch besonders mag, ist die Beschreibungen von alltäglichen Problemen. Martin Krist ist ein Könner, realistisch von menschlichen Sorgen und Problemen zuschreiben. Er ist dabei hautnah dran und lässt es so lebendig werden, dass man einfach nur nickt und denkt, was hat er für eine besonderes gute Beobachtungsgabe. Nichts ist sofort ersichtlich, aber je mehr man liest, umso mehr brechen diese Tatbestände auf. Wie ein großes tolles Puzzle was man zusammensetzen kann. Für mich ist das eine ganz große Stärke bei diesem Autor und der Schluss lässt einen einfach nur denken, Herr Krist, sie sind so was von böse und gemein. Ich möchte jetzt sofort weiter lesen!!

Stille Schwester ist ein großartiger zweiter Henry Frei Fall, der wieder mal alles hat, Spannung, klug gesetzte Fallen und einen Lesesog vom Feinsten. Dieser Autor ist einfach der Master of Crime und ich freu mich auf den dritten Teil, der ist nämlich Pflicht, jawohl!

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157 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

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Ein kleines Wunder würde reichen

Penny Joelson , Andrea Fischer
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 23.05.2018
ISBN 9783841440235
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Jemma ist in ihrem Körper gefangen, sie kann sich weder bewegen noch sprechen. Sie ist auf Hilfe angewiesen und das bekommt sie von ihren Adoptiveltern, die sich für Kinder mit Behinderung liebevoll aufopfern. So gibt es in diesem Haushalt nicht nur Jemma, sondern auch Finn, der Autist ist und Olivia, die zwischen Hyperaktivität und Wutausbrüchen hin und her pendelt. Aber auch Sarah ist ein Bestandteil der Familie, obwohl sie als Pflegerin nur für Jemma da ist, kümmert sie sich rund um alles mit. Für Jemma ist Sarah ein wichtiger Teil ihres Lebens und liebt es, wenn diese ihr Geheimnisse anvertraut. Nur eins kann Jemma gar nicht leiden, Sarahs Freund Dan. Der gern abends mal vorbei kommt, den Charmeur gibt und nur Jemma sein wahres Gesicht zeigt. Immer wenn sie allein sind, schenkt er ihr besondere Bosheiten und traut ihr sogar ein fruchtbares Geheimnis an, weil er genau weiß, dass sie es keinen erzählen kann. Was würde Jemma doch dafür geben, allen zu offenbaren, was für ein Mensch Dan doch ist. Und dann verschwindet Sarah. Wo ist sie? Steckt Dan dahinter? Jemma will unbedingt helfen, aber wie?

Als ich damals den Klappentext gelesen hatte, war ich sofort neugierig. Wie wird sie die Figur beschreiben, wie sieht ihr Leben aus und welches Wunder wird es wohl geben. Ich bewundere Menschen, die ganz leicht und ungezwungen mit behinderten Menschen umgehen können. Leider gehöre ich nicht dazu und schwebe immer in einem Zustand der Hilflosigkeit und der Hemmung dahin. Es ärgert mich immer maßlos, wenn ich nur danebenstehe und nicht weiß, was ich machen soll, aber diese Schamgrenze will einfach nicht weichen. Total frustrierend, um so interessanter trotzdem einen Weg zu finden, doch in den Kopf eines behinderten Mädchens schauen zu dürfen und dort tut sich Unglaubliches auf. Wie mir nun dieses kleine Wunder gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Jemma ist vierzehn Jahre alt und leidet an Zerebralparese und ist Quadriplegikerin. Das bedeutet, das sie keine Kontrolle über ihre Arme und Beine hat, oder überhaupt irgendetwas. Sie kann ohne fremde Hilfe nichts machen und das Schlimmste, wie ich finde, sie kann sich nicht verständlich machen, da sie nicht sprechen kann. Jede Möglichkeit, des Zwinkerns oder des Fingers bewegen, haben sie durch und so ist Jemma in sich eingeschlossen. Aber das bedeutet nicht, dass sie ein unglückliches Mädchen ist, die keine Tagesbeschäftigung hat. Sie geht zur Schule, liebt es gute Bücher vorgelesen zu bekommen, schaut gern Quizsendungen und versteht ihren autistischen Bruder wohl besser, als jeder anderer. Aber wenn man etwas auf dem Herzen hat, kann Jemma es nicht mitteilen und sie würde so gern einiges los werden. Vor allem da ein Brief für sie ins Haus flattert, der ihre Welt umwirbelt und ihr Leben unglaublich bereichert. So ist sie auch nicht mehr ganz abgeneigt zu dem College zu fahren und einen Professor zu treffen, der sich mit erweiterten Sprachmöglichkeiten auskennt. Obwohl Jemma erst Angst hatte, das ihre Eltern sie abgeben möchten. Aber dann verschwindet Sarah und Jemma will unbedingt mitteilen, wer der Täter ist.

Ich kann gar nicht in Worte beschreiben, wie sehr mich Jemmas Schicksal berührt hat und wie herausragend ich diese Pflegeeltern empfand. Immerhin kümmern sich diese beiden nicht nur um ein behindertes Kind, nein sie haben mehr oder minder drei. Für jedes Kind muss man das richtige Wort haben, die Situationen richtig einschätzen können und jeden die Aufmerksamkeit schenken, die es benötigt. Ich wäre mit einem schon völlig überfordert und wüsste gar nicht, wo mir der Kopf steht. Diese Arbeit müsste viel mehr honoriert werden. Tja und dann auch Jemma, die in ihrem Körper eingeschlossen ist und der neuen Pflegerin nicht sagen kann, dass sie nur körperlich behindert ist und nicht geistlich. Dass sie durchaus auf dem Niveau einer Vierzehnjährigen denken kann und nicht gern Bilderbücher anschaut oder Kinderlieder hört. Was muss das für ein Gefühl sein, dem ohnmächtig entgegen zu stehen. Unglaublich tapfer dieses Mädchen, kämpferisch und sympathisch.

Die Autorin setzt ganz klar, die Behinderung in den Vordergrund. Räumt mit Vorurteilen auf, lässt einen in die Welt der Kinder schauen und öffnet so die Wahrnehmung des Lesers. Auch die technischen Möglichkeiten lässt sie nicht unerwähnt und allein das, ist schon unglaublich lesenswert. Aber dabei belässt sie es nicht, sondern strickt noch einen Nachbarschaftsmord und eine Entführung mit rein. Das hält die Geschichte unglaublich am Laufen, man steckt mit Jemma zusammen im Körper und möchte so gern und kann nicht. Dieser Kampf ist authentisch geschrieben, ohne zu übertreiben und mach aus dieser Geschichte eine wahre kleine Heldin.

Ein kleines Wunder würde reichen ist eine Geschichte über ein Mädchen, was kämpft und über sich selbst hinauswächst. Authentisch, ehrlich und so unglaublich Horizont öffnend. Dieses Buch ist eine Wucht!

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21 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 2 Rezensionen

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Narren und Sterbliche

Bernard Cornwell , Karolina Fell
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 24.07.2018
ISBN 9783805200288
Genre: Historische Romane

Rezension:

Das Leben in London als Bühnendarsteller ist nicht leicht, erst recht nicht im Jahre 1595 und unter der Fuchtel des eigenen Bruders. Richard Shakespeare ist verbannt, immer die Frauen in den Stücken zu spielen und sehnt sich doch so sehr nach einer Männerrolle. Dann herrscht auch noch ein kalter Winter vor und die Spielsaison ist erst mal auf Eis gelegt und die Münzen in den Taschen wachsen nicht nach. Wie gut, das man ein Stück für eine Hochzeit wenigstens proben kann und das im warmen. So macht sich die Gruppe mit dem neusten Stück aus der Feder von William Shakespeare bekannt und lässt so manchen Darsteller verzweifeln. Da London gerade im Theaterfieber schwelgt und die Konkurrenz nicht schläft, ist sogar das Stück in Gefahr. Wer hat da böse Absichten? Wem muss sich die Theatergruppe entgegenstellen? Wird Richard seine Männerrolle bekommen? Und kann er seinen Bruder endlich von sich überzeugen?

Ich lese viel zu selten historische Romane, da diese oft schwer und langatmig sind, dass dies nicht bei allen zutrifft, hat mir wiedermal Bernard Cornwell gezeigt. Für mich war es nicht das erste Buch von ihm, denn er konnte mich schon von seinem Krieger Uhtred überzeugen. Aber als ich gesehen hatte, dass es um Shakespeare geht und dann auch noch um das Stück „Der Sommernachtstraum“ bin ich förmlich erblüht vor Freude. Ob ich diese Freude auch mit dem Buch hatte, erzähle ich euch nun.

Als Erstes stelle ich euch den armen Tropf Richard Shakespeare vor. Ich muss gestehen, dass ich nicht unbedingt mit ihm als Hauptfigur gerechnet hatte, ja es steht im Klappentext, aber so richtig begriffen habe ich es erst beim Beginn des Buches. Aber ehrlich, ich finde, das ist ein gut gewählter Schachzug und lässt viel Spiel für Fantasie und Fiktion. Richard ist ein armer Kerl, der Familie Last, in eine Lehre gegeben, die nach hinten losging, dann ist er nach London zu seinem Bruder getürmt, der ihn aber auch eher abgeschoben hat, als gekümmert. So ist er in Zwielichtigen Gesellschaft groß geworden und hat das Theaterhandwerk gelernt. Nun fristet er sein Dasein in der Gruppe seines Bruders und muss die älteren Damen spielen. Mit ziemlichem Frust und keiner Anerkennung schmollt er vor sich hin und hat Angst vor der Zukunft. Aber Richard ist nicht Richard, wenn er nicht doch irgendwie ins Fettnäpfchen treten kann. Ich mach es kurz, ich liebe diesen jungen Mann. Richard ist ein unglaublicher Held, arm wie eine Kirchenmaus, aber immer bedacht zu leben. Er nimmt seine Umwelt gut wahr und hat eine tolle Auffassungsgabe. Vom Bruder als Dieb gehalten, ist er doch eher der liebe Gutmütige, mit dem gewissen Schalk in den Augen und ihn zu begleiten war ein absoluter Genuss.

Bernard Cornwell erschafft nicht nur das London zu der Zeit vom Shakespeare, nein, er lässt auch so richtig das Theaterherz aufblühen. Wir erleben die Zeit hautnah mit und stehen mit auf den Brettern, die die Welt bedeuten. Was für ein farbiger und atmosphärischer Wirbel aus Theaterstücken und Lebensbewältigung. Es ist so aufregend gewesen, zu einem Richard kennenzulernen, der sich mit Zukunftssorgen rumplagt und um Anerkennung kämpft. Aber auch zu sehen, wie solch eine Theatergruppe aufgestellt ist, wie schwierig die Zeiten sind und wie wichtig es ist, einen Schreiberling in einer Gruppe zu haben. So ist man, hautnah dran, wie Shakespeare seine Stücke schreibt und wie er sie zum Leben erweckt. Und genau wie seine Stücke ist dieses Buch mit Abenteuer, Eifersucht, Liebe, Verrat und großen Heldenmut ausgestattet.

Die ganz große Stärke ist einfach von Bernard Cornwell, wie er die Geschichten erzählt und lebendig werden lässt. Man ist sofort drin, erlebt Sensationelles und kann nicht aufhören diese Figuren zu lieben und ihren Weg mitzubeschreiten. Man merkt gar nicht, dass man einen historischen Roman liest, obwohl alles darin alt und verstaubt ist, liest man es lebendig und äußerst verzückt. Die Beziehung der Brüder ist verzwickt und der Kampf um einen Platz im Leben nicht einfach. Da haben wir das Genie William, der sich in hohen Kreisen bewegen kann und der für sein Theater lebt, anstatt bei der Familie auf dem Land zu sein. Dagegen den jungen Bruder, der seinen Platz haben möchte, aber dem die Vergangenheit immer wieder einzuholen scheint. Es ist ein herrliches Gespann und die Entwicklung der beiden genial eingeflochten. Aber nicht nur das Leben von Richard ist hier ein Punkt, nein, auch die Stücke von Shakespeare. Diese Geschichte ist ein Theaterstück von ganz besonderer Güte.

Narren und Sterbliche ist eine Hommage an Shakespeare und seine Stücke und ich hebe den Hut vor diesem wunderbaren, atmosphärischen, turbulenten, humorvollen, farbenfrohen und liebevollen Roman. Chapeau Bernard Cornwell, ich bin immer noch ganz verzückt.

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272 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 141 Rezensionen

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Der Schatten

Melanie Raabe
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei btb, 23.07.2018
ISBN 9783442757527
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Norahs altes Leben hat so viele Baustellen, das sie kurzum alles hinter sich lässt und neu in Wien anfangen möchte. Als Journalistin hat sie dort eine Stelle bekommen und freut sich auf die Stadt. Aber der Anfang gestaltet sich schwer. Innerlich unruhig, ob sie vielleicht doch überreagiert hat. Und die Stadt zeigt sich abweisend, grau und nicht von der besten Seite. Allein steht sie nun in der neuen Wohnung, ohne Möbel und hält die Stille nicht aus. Also raus auf die Straße, aber auch hier ist kein Gefühl von Willkommen zu spüren. Auf ihren Weg zur Redaktion begegnet sie einer Bettlerin und diese sagt zu ihr: „Am 11. Februar wirst du am Prater einen Mann namens Arthur Grimm töten. Aus freien Stücken. Und mit gutem Grund.“ Norah nimmt die verwirrte Irre nicht ernst, obwohl sie das Datum berührt, denn ihre Vergangenheit hat an diesem Tag einen Schatten. Sie versucht einfach weiter zu machen und plötzlich taucht der Name Arthur Grimm auch in ihrer Umgebung auf. Ist das wirklich ein Zufall? Hat Norah doch einen Grund sich an dieser Person zu rächen? Und ist sie wirklich bereit zur Mörderin zu werden?

Ich bin ein absoluter Fan von Melanie Raabes Thrillern, bis jetzt konnte sie mich immer packen und ihre Art zu erzählen ist einfach erste Sahne. Sie kann so wunderbar den Leser um den Finger wickeln und einen verwirren, gern treibt sie einen auf die falsche Spur und lässt einen wirklich zappeln. Für mich sind es aber auch nicht reine Thriller, sondern sie packt auch gern noch ein oder zwei andere Zutaten mit hinein. Ihr könnt euch also vorstellen, dass ich es kaum abwarten konnte, ihre neues Buch in den Händen zu halten. Ob sie es wieder geschafft hat mich zu begeistern, erzähle ich euch nun.

Norah hat schon ein ziemlich bewegendes Leben geführt, als wir sie kennenlernen. Eine Vollblut Journalisten, die auch die Schattenseiten kennt und verdammt gut ist in ihren Job. Aber genau der Job, treibt sie raus aus Berlin und nach Wien. Ihre letzte Story hat ihr Leben schwer erschüttert und sie versucht, in Wien sich wieder zu erden und zu ihrer alten Stärke zurück zu kehren. Aber schnell schleichen sich Gedanken ein, ob es wirklich die richtige Entscheidung war, musste sie wirklich alles hinter sich lassen, auch ihren Freund. Man spürt sofort diese Einsamkeit, man kann die Stille förmlich laut ticken hören und ihre Unruhe spüren. Norah ist ein schwieriger Charakter, der nicht unbedingt sympathisch erscheint, oft impulsiv, schnell eingeschnappt und gern in der Außenseiterrolle. Sie macht es ihren Freunden, ihrem Umfeld und dem Leser nicht immer leicht. Nach der Begegnung mit der Bettlerin fragt man sich schnell, ob sie nun überschnappt, oder sich ihre Wahrnehmung trübt. Was die Autorin ja gern mit ihren Figuren macht, mit der Auffassung ihrer Protagonisten spielen, verwirren und uns Rätseln lassen, ist es jetzt echt passiert, oder nur in ihren Kopf. Obwohl man sich auch fragt, macht sie das nun wirklich zum dritten Mal so, oder legt sie uns rein. Sprich das Spiel zum wild spekulieren ist eröffnet und gern nimmt man den Kampf auf.

Melanie Raabe hat sich hier wieder einen ganz interessanten Rahmen ausgesucht und sich als Schauplatz, meine Lieblingsstadt rausgesucht. Im Sommer ist diese Stadt einfach ein Traum, an Farben, Freude und beschwingter Gemütlichkeit. Im Winter allerdings kommt auch die Farbe grau, die Melancholie und die Schwermut hinzu. Es ist einfach ein anderes Bild, was hier eingefangen wird und passt hervorragend zur Geschichte. Dort kann die Figur durch dunkle Gassen eilen, den langen Schatten um die Ecke erahnen und das Flüstern durch Mauern hören. Es ist mystisch und schaurig zu gleich. Auch die Leidenschaft für die Kunst, bietet Wien einen großen Rahmen und so kann die Autorin aus ihren eigenen Leidenschaften voll schöpfen und das hat sie ganz wunderbar geschafft.

Allerdings konnte mich die Geschichte zum Ende hin nicht ganz überzeugen und das ist für mich ein großer Wehmutstropfen. Da ich absolut kein Freund davon bin, Szenen nicht komplett zu erzählen, damit die Auflösung sonst am Ende nicht klappt. Das spüre ich beim Lesen einfach, da denke ich, da fehlt was und Moment, da muss noch was kommen und am Ende wird es dann ausgeschmückt. Ganz ehrlich das funktioniert bei mir nicht und nimmt mir wirklich das Vergnügen an der Entwicklung der Geschichte. Das war für mich absolut nicht stimmig und fand ich Schade, da einfach die Atmosphäre ziemlich gut eingefangen war. Immerhin stellt man sich selbst die Frage, würde man selbst zum Mörder werden? Was muss passieren, um einen dahin zu bekommen? Diese Idee war schon ziemlich genial gemacht.

Der Schatten hat mir gut gefallen, düster, atmosphärisch, fesselnd, aber es ist für mich kein typischer Thriller gewesen, sondern eher ein ziemlich gelungener Schauerroman.

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8 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

Kalte Haut

Martin Krist
Flexibler Einband: 360 Seiten
Erschienen bei epubli, 01.02.2018
ISBN 9783745091533
Genre: Romane

Rezension:

Sera Muth hat ihren freien Tag und der steht ganz im Zeichen des Familien Frühstücks, da kommen ihre Schwestern mit Kindern und ihre Mutter, es ist laut und wild. Tja, und bevor ihr Leben im Mittelpunkt aller steht, wird sie zu einem Fall, wegen Ehrenmords dazu gerufen. Der Vorfall geht ihr zu herzen und lässt sie über sich selbst grübeln, aber bevor sie überhaupt richtig loslegen kann, kommt schon der nächste Mord. Dieser Fall ist so brisant, dass alles andere in Schatten steht. Der Mörder foltert seine Opfer und schickt dieses Video an die Presse. Genau eine Stunde danach, wird der Journalist zum Fundort der Leiche geführt. Die Polizei ist ratlos und zieht den Polizeipsychologen Dr. Babicz hinzu. Dieser war bis vor Kurzem in Amerika tätig und hat einen Serienmörder hinter Schloss und Riegel gebracht. Nun versucht er hier zu helfen und ahnt Schlimmes, denn der Mörder aus den USA hatte eine ähnliche Vorgehensweise. Mit was hat es Kommissarin Sera Muth und ihr Team zu tun? Wird es auch zu einer Opferwelle kommen? Und warum verhält der Täter sich, wie der Serienmörder aus Amerika?

Ein Thriller von Martin Krist ist ja immer eine gute Idee, das holt einen aus einem Leseloch definitiv heraus und man weiß, es wird gut. Vorweg vielleicht noch als kleine Anmerkung, dieser Thriller ist nicht ganz neu, sondern nur neu aufgelegt. Ob er mir im neuen Kleid gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Sera Muth kennt man schon von anderem Kalkbrenner Fällen, denn sie ist ein Bestandteil dieses Teams, aber hier solo im Mittelpunkt. Sonst steht sie eher am Rande der Geschichte, umso erfreulicher mal hinter ihrer Fassade gucken zu dürfen und da muss sie sich gar nicht verstecken. Sera ist türkischer Abstammung und muss den Spagat zwischen ihrer Freiheit und Familie hinbekommen. Ihr Vater ist zwar stolz auf ihren Weg und lässt sie beruflich gewähren, aber das Thema Heirat und Kinder ist wohl nie vom Tisch. Für Sera eine aufreibende Sache und ihr sonstiges Privatleben auch eher eine Gratwanderung. Also eine Frau mit vielen Geheimnissen und einem Leben, was nicht leicht ist, zum frei und glücklich sein, fehlt ihr einfach die Zeit. Das fand ich richtig gut in Szene gesetzt, diese ganze Spannung in ihrer Familie, die brodelnde Tradition, diese beiden unterschiedlichen Welten, in deren sie sich bewegt. Sera muss immer den richtigen Ton finden, in die passende Rolle schlüpfen und das macht sie innerlich mürbe. Zum ersten Mal war mir diese Frau nah und ich konnte sie in einem ganz anderen Licht sehen. Für meinen Geschmack darf sie gern mehr in den Kriminalfällen auftreten, denn mit Sera würde ich auch gern mal was trinken gehen.

Der Fall an sich war mal was ganz anderes, das hatte ich bis jetzt von Herrn Krist nicht gelesen und erwartet. Ein Serienkiller in Berlin und das ziemlich blutig und unschön. Das ist diesmal nichts für schwache Nerven. Dabei fing es richtig gut mit diesem Ehrenmord an und für mich wäre dieser Weg authentischer gewesen. Aber hier geht es in eine andere Richtung und der Autor bringt Dr. Babicz ins Spiel. Ein Mann der vier Jahre in Amerika einen Serienkiller gejagt hat und nun wieder in die Heimat zurückkehrt. Seine Vergangenheit liegt im Schatten und er scheint einige seelische Wunden zu tragen. Zurück in Berlin möchte er neu beginnen und stürzt sich doch direkt wieder in die Arbeit. Diese Person war mir von Anfang an suspekt und passte nicht so richtig rein. Schnell war für mich klar, wohin der Hase laufen soll und das hat mir ein bisschen den Spaß genommen.

Klar ist der Thriller wieder ein richtiger Krist, gut konzipiert, rasant geschrieben, die Cliffhänger an der richtigen Stelle und auch der Spannungsbogen ließ nichts offen. Aber mich störte Dr. Babicz und die amerikanischen Splatter-Elemente, das passte nicht so gut zusammen, aber jeder muss sich ja mal ausprobieren, oder? Allerdings wenn ich das ausblende und mich auf Sera Muth und den anderen Fall beziehe, war es absolut großartig, das war für mich real, greifbar, interessant, absolut überzeugend. So war dieser Thriller für mich ein abwechslungsreicher Mix, aus dem Gedanken, wirklich, ist das dein Ernst und ja, bleib lieber hier dran, ich mag mehr, also langweilig war mir absolut nicht.

Kalte Haut ist ein Mix aus Psychospielchen und Imigratioshintergrund. Ein Gemisch mit kulturellen Problemen und kaltblütiger Brutalität. Wieder sehr klasse in Szene gesetzt, auch wenn ich kleine Anmerkungen habe. Ich hätte wirklich gern mehr von dieser Kommissarin lieber Herr Krist.

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13 - Das erste Buch der Zeit - Die Zukunft ist jetzt

Rose Snow
E-Buch Text: 285 Seiten
Erschienen bei null, 15.06.2018
ISBN B07DS6H6BT
Genre: Sonstiges

Rezension:

Das Leben kann so ungerecht sein, findet Lizzy. Denn nach dem Tod ihrer Tante muss sie zu dem unbekannten Patenonkel ihres verstorbenen Vaters aufs Land ziehen. Und als ob, sie sich es in ihrer Fantasy nicht schon schlimm genug ausgemalt hätte, wird es noch schlimmer. Der Patenonkel setzt ihr direkt Regeln vor, die Kleinstadt ist winzig, ihr Laptop geht kaputt und ständig läuft sie in den unnahbaren Rouven rein. Je mehr sie sich versucht in ihr momentanes Dasein hineinzuleben, umso mehr Geheimnissen begegnet sie, aber das Größte ist sie wohl selbst. Lizzy produziert nämlich blaue Lichtblitze, wenn ihre Gefühlswelt in Bewegung gerät. Das konnte sie doch vorher nicht? Was passiert in diesem Ort und warum sind die Blitze nicht immer blau? Und was sollen diese Versionen, die mit den Blitzen kommen? Lizzy ist in heller Aufruhr.

Bis jetzt kannte ich von den beiden Autorinnen nur ihre Anna Pfeffer Bücher, aber diese konnten mich klasse begeistern und machten unglaublich viel Freude zu lesen. Nun versuche ich also mein erstes Self-Publisher Werk von den beiden, dabei haben diese schon so viel veröffentlicht. Und die Bücher laufen wie am Schnürchen und sie schreiben so viel und so schnell, man fragt sich, wann machen die das. Aber nun zum Auftakt zur neuen Trilogie und ob mir dieser gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Lizzy ist schon früh, mit dem Sterben konfrontiert worden und musst den Tod ihrer Eltern verkraften. Jetzt ist auch noch ihre Tante verstorben und sie hatte nicht wirklich die Wahl. Entweder sie geht in ein Heim, oder zu diesem unbekannten Mann, der der Patenonkel ihres Vaters war, und kehrt an dem Ort zurück, wo ihre Großeltern gelebt haben. Die Erinnerung an diesen Lebensabschnitt ist sehr schwach, aber sie will dieses eine Jahr in dem Kaff am Ende der Welt durchstehen. Mit ihrer älteren Schwester kommt sie an und ihre schlimmen Vorahnungen sind bestätigt. Das Städtchen ist eher ein Dorf, der Onkel mürrisch und dann muss sie auch noch direkt mit einem Kerl zusammenprallen. Der Start hätte nicht ungünstiger anfangen können, aber Lizzy will durchhalten und sich einleben, was soll sie auch machen, sie hat keine Wahl, außer das Beste daraus zu machen. Allerdings macht diese Stadt etwas mit ihr, und zwar immer, wenn sich ihre Gefühle aufwallen, versprüht sie blaue Lichtblitze und kein anderer, als sie selbst, kann sie sehen. Lizzy beunruhigt das sehr und gibt sich sehr viel Mühe nicht den Verstand zu verlieren.

Die Hauptfigur Lizzy ist die ruhigere und jüngste von den beiden Schwestern, gern mal für sich und weiß Stille zu schätzen. Ihre Leidenschaft ist das Schreiben und dafür engagiert sie sich sehr. Damit sie sich besser einlebt, nimmt sie einen Kellnerjob an und natürlich gibt es gleich zwei Typen, die interessant sind. Da haben wir nämlich Tristan, der Sohn dessen Vater die halbe Stadt gehört und vor dem sie alle warnen. Und natürlich Rouven, der Cousin von Tristan, den alle hilfsbereit und freundlich finden, der aber bei Lizzy verschlossen und unnahbar wirkt. Mit Rouven knallt sie regelmäßig aneinander und Lizzy kann gar nicht verstehen, warum ihn alle so nett finden und die Mädels ihn gern einfangen möchten. Darüber kann sie nur lachen, aber in ihrem Mädchenherz sieht es anders aus und in einen paar Momenten sprühen ihre Blitze in einer anderen Farbe. Aber da er immer verschlossener und um eine Ausrede nie verlegen ist, will sie statt, seinem Herzen, erst mal hinter seinem Geheimnis kommen.

Ach, ich fürchte, ich verrate schon viel zu viel, aber das sind nun mal die großen Aufhänger der Geschichte und diese wird richtig schön flüssig, humorvoll und mit viel Teenagercharme erzählt. Man geht total mit, jauchzt bei den richtigen Stellen, amüsiert sich bei Lizzys Irrungen und Wirrungen und seufz, wenn Rouven auftaucht. Ich war zu der Zeit einfach wieder 17 und konnte das große Karussell der Gefühlswelt miterleben. Dazu kommt noch das große Geheimnis, was über der Stadt hängt und natürlich Lizzys Blitze und es sind ja nicht nur die Blitze, da kommen ja noch Visionen drin vor, aber das müsst ihr einfach selber herausbekommen.

Rose Snow haben wirklich ein Talent zu begeistern und zu unterhalten, man liest nicht gemütlich vor sich hin, man frisst dieses Buch förmlich auf und das an einem Tag. Klar gibt es am Ende einen Cliffhänger und auch klar, ist der böse und gemein, sprich man möchte sofort weiterlesen, denn so kann das ja nicht weitergehen. Außerdem spürt man von den Autorinnen den Spaß dahinter, den ihnen das Schreiben macht. Sie entwickeln nicht nur die kleine süße Lovestory, sondern lassen Fantasyelemente mit einfließen und dazu noch ein bisschen Detektivgeschichte. Ich fand, das war eine wirklich gelungene Mischung und so herrlich, um aus dem Alltag rauszufallen und zu schmökern.

13 ist nicht nur eine tolle Zahl, sondern ein ganz gelungener Trilogieauftakt, der so viel richtig macht und unglaublich herzig, überraschend und süchtig machend ist. Also dann auf zur Runde zwei.
 

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Das weibliche Prinzip

Meg Wolitzer , Henning Ahrens
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 24.07.2018
ISBN 9783832198985
Genre: Romane

Rezension:

Greer Kadetsky ist eine junge Frau, die endlich am College ist, allerdings nicht an dem, welches sie sich gewünscht hat, denn dafür reichte das Geld nicht und ihre Eltern waren leider unfähig, die entsprechenden Formulare auszufüllen. So muss sie das Beste daraus machen und setzt auch die Ratschläge ihres Freundes um, versucht Leute kennenzulernen und mal rauszugehen. Aber die erste Tour über den Campus endet schockierend, denn Greer wird von einem jungen Mann belästigt. Da Greer sich das nicht gefallen lassen möchte, kommuniziert sie das Ganze nach außen und siehe da, es ist kein Einzelfall, aber wird es wirklich dafür eine Strafe geben. Alle sind enttäuscht, über das milde Urteil und wollen die Sache fallen lassen, nur Greer kann sich damit nicht abfinden. So geht sie mit einer Freundin zu einem Vortrag der Frauenrechtlerin Faith Frank und Greer ist total beeindruckt. Diese Frau ist alles, was sie sein möchte, stark, schlagfertig und selbstbewusst, sie fühlt sich total zu Faith hingezogen und nimmt ihre Lehren sehr ernst. Greer möchte mehr aus ihren Leben machen, alles was sie tut, ist nicht genug und so träumt sie von einem Job an der Seite von Faith Frank, das dieser Traum in Erfüllung geht, kann sie kaum glauben. Aber hält ihr Traum auch das, was er verspricht? Was ist, wenn das Leben andere Wege einschlägt? Und wie geht man mit Enttäuschungen um?

Der Name Meg Wolitzer ist mir schon lange ein Begriff und ich besitze sogar viele ihrer Romane, aber kennt ihr das, ihr kauft ihre Bücher, ohne zu lesen, einfach weil sie so vielversprechend klingen. Und ihr wisst, Bücher warten ja gern auf einen, aber hier war ich wirklich mal schnell und habe das neuste Werk von dieser Autorin gelesen. Ob und wie mir „Das weibliche Prinzip“ gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Im Vordergrund steht die schüchterne Greer, die in ihrer Kindheit eine Außenseiterin war und auch als junge Frau sich nicht gern in den Mittelpunkt stellt. Von ihren Eltern fühlt sie sich vernachlässigt und ihr einziger Lichtblick ist ihr Freund Cory. Sie wollten eigentlich am gleichen College studieren, aber nun müssen sie eine Fernbeziehung durchhalten. Der Vortrag von Faith Frank löst in Greer irgendetwas aus, sie nimmt sich diese Frau als Vorbild und möchte auch gern was Bewegendes tun und helfen, damit Frauen in der Gesellschaft noch besser für ihre Rechte einstehen können. Das führt dazu, das Greer aber auch ihre eigene Umwelt vernachlässigt und manchmal mit Scheuklappen durch das Leben läuft. So erleben wir ihre Collegezeit, ihre Anfänge in der Berufswelt und gehen mit ihr einige Lebensschritte mit. Dabei dürfen wir in ihren Kopf schauen und einige Ereignisse miterleben, deren Entscheidungen wir dann mit verfolgen. Greer hätte gern ein gradliniges Leben und plant alles fest voraus, aber mit Wendungen und Einschnitten kann sie nicht so gut jonglieren. Für mich war sie oft ein bisschen zu naiv, zu Taten hungrig, oft eigensinnig und doch konnte man sich gut in sie hineinversetzten.

Aber nicht nur Greer bekommt eine Stimme, nein auch Cory ihr Liebster, der so ein vielversprechender junger Mann war, dem das Leben übel mitspielt und der für sich andere Wege finden muss. Auch Greer‘s Collegefreundin Zee darf zu Wort kommen, sie kommt aus gutem Hause, ihre Eltern sind Richter und haben bestimmte Voraussetzungen an ihre Tochter. Allerdings scheint sie eine einzige Enttäuschung zu sein, denn immerhin ist sie lesbisch und kann mit dem Anwaltsjob nichts anfangen. Auch sie dürfen wir begleiten und dann natürlich Faith Frank, eine beeindruckende Frau. Ihr Kampf für Emanzipation ist ihr Leben, sie möchte viel Gutes tun und muss doch immer am Limit kämpfen. Sie kann führen, bewegen, anspornen und trotzdem schwebt die Frage im Raum, kann sie mit allen Entscheidungen auch Leben. Alle Wege sind ein Bild unserer Gesellschaft und bilden so ein Gerüst aus Lebendigkeit, Ehrlichkeit und der Erkenntnis, dass das Leben nicht immer einfach zu bewältigen ist und es viele Ecken und Abzweigungen gibt.

Meg Wolitzer erzählt verdammt klug, gewitzt und sehr präsent vom Leben. Dieses Leben ist nicht immer leicht und der Weg ist oft mit Enttäuschungen besät, aber es kommt immer darauf an, was man daraus macht, das ist doch die Stärke von uns Menschen. So müssen alle ihre Figuren einen Lebensweg beschreiten, der sich nicht klar vor ihnen ausbreitet und dann genauso kommt, sondern es gibt Wendungen, Einschnitte, Enttäuschungen und auch die Suche nach dem Mut, um neue Wege einzuschlagen. Aber auch die Entwicklung der Emanzipation kommt hier nicht zu kurz und man merkt wie schwer es wird weiterhin für Frauenrechte zu kämpfen. Wie sehr sich der Kampf verändert und wie schwierig es ist mit der Generation mitzugehen. Ich fand dieses Thema toll eingebunden, aber auch beängstigend wie doch oft Gutes so gern missbraucht wir. Denn eins steht fest, auch wenn es nur ein Punkt aus dem Buch ist, wir Frauen müssen für unser Recht weiter kämpfen, diese Botschaft sticht ganz klar und deutlich hervor.

Allerdings fand ich teilweise ihre ausschweifenden Kapitel einfach zu viel. Die Autorin hat zwar einen unglaublich tollen Witz und manche Gedanken sind einfach klasse und treffend, aber manchmal war es einfach zu viel. Man verliert sich in die Gedankenwelt ihrer Figuren, man schweift ab und zu zuweit ab und so fand ich es zwischendurch etwas anstrengend zu lesen, um mit vollem Geist dabei zu bleiben. Hier wären mir etwas weniger mehr gewesen, um einfach besser am Ball zu bleiben und um die wichtigen Entscheidungen, die eine tragende Rolle spielen besser greifen zu können. Aber das nur am Rande, denn gelesen habe ich es dennoch sehr gern.

Das weibliche Prinzip ist ein Abbild vom Leben und wie dies nicht immer so läuft wie gewünscht. Unglaublich klug, witzig und authentisch erzählt.

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alkohol, alte freunde, beste freunde, drogen, erfolgreich, london, obdachlos, versager

Alte Freunde

John Niven , Stephan Glietsch
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Heyne, 30.10.2017
ISBN 9783453269446
Genre: Romane

Rezension:

Alan ist erfolgreicher Gourmetkritiker und läuft gerade nach einem Restaurantbesuch durch die Straßen und sucht nach den passenden Worten für seine vernichtende Kritik. Gedankenversunken steht er da und wird plötzlich von jemandem angesprochen, einen Obdachlosen, der sogar seinen Namen kennt und jetzt, macht es bei Alan klick. Es ist Craig, der ihn da anspricht, Craig sein alter Schulfreund, der Rockstar, der nun als Penner vor ihm steht. Alan ist mit der Situation überfordert, wie reagiert man, was macht man und wie kann er überhaupt helfen. So gehen die beiden erst mal was trinken, lassen alte Zeiten aufleben und dann nimmt Alan Craig einfach mit nach Hause. Es steht fest, Craig soll erst mal bei der Familie bleiben und er will ihm helfen, wo er kann. So nimmt Craig‘s Leben wieder Form an und läuft in eine gute Richtung, und während bei dem einen alles besser wird, strudelt Alans Leben einer Katastrophe entgegen. Was wird passieren? Wie stehen die beiden Schulfreunde zueinander? Und kann Craig der Obdachlosigkeit wirklich entfliehen?

Ich hatte noch kein Buch von John Niven gelesen und ich bin ganz ehrlich, ich hätte dieses Buch auch nicht in die Hände genommen, wenn sich der Buchklub nicht dafür entschieden hätte. Obwohl das Cover allein schon recht stimmig ist, hätte ich es deswegen schon nicht in die Hand genommen, da lobe ich mir die englische Ausgabe, die ist da etwas unverfänglicher. Aber ich habe es gelesen, und wie es mir gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Alan war als Kind nicht der beliebteste Junge und eher ein geduldeter Mitläufer. In Schottland geborgen und immer mit dem Wunsch, der Enge und der sozialen Unterschicht zu entfliehen. Genau wie sein Freund der Rockstar. Aber schaut man Alan jetzt an, hat sich das Blatt gravierend geändert. Nun ist er der erfolgreiche Mann, verheiratet, drei Kinder und steht finanziell verdammt gut da. Durch die Heirat mit seiner Frau hat sich ihm auch die Oberschicht geöffnet und nun wandelt er auf ganz anderen Festen rum. Er ist angekommen und ist auch ein wenig stolz darauf. Als er nun Craig wieder trifft, ist er peinlich berührt, hilflos und irgendwie, weiß er nicht recht was er machen soll. Es ist eine verzwickte Situation, soll er ihn einfach wieder gehen lassen, sein Leben als Penner weiter zuführen, oder greift Alan ein. Er greift beherzt ein und sucht ganz blauäugig nach Lösungen um Craig zu helfen, denn sie sind doch Freunde. Alan ist ein wirklich gutmütiger Trottel, der durch günstige Wendungen in seinem Leben, endlich da ist, wo er immer hin wollte. Ein großes Haus, gute Absicherung, eine Familie und Anerkennung. Obwohl er es manchmal etwas übertreibt, nimmt man Alan sympathisch auf und begleitet ihn durch sein eigenes Chaos.

Was mir als Erstes bei dieser Geschichte aufgefallen ist, geht es hier eigentlich wirklich um Freundschaft? Wie definieren die beiden Charakter ihre Freundschaft und was ist Freundschaft überhaupt für sie. Mit dieser, im Kopf schwirrenden Frage, habe ich das Buch gelesen und dabei entdeckt, das der Autor auch ein Spiegel auf unsere Gesellschaft geworfen hat. Schauen wir doch das Umfeld von Alan an, reiche und verwöhnte Statusmenschen, aber sind das, Freude? Ruft man diese in der Not? Aber was ist mit Craig, der unterm Dach wohnt. So richtig freundschaftlich gehen die beiden gar nicht miteinander um. Obwohl beider Lebenssituationen so unterschiedlich sind, spürt man sofort das unterschwellige Konkurrenzdenken. Dem einen ist es etwas unangenehm und den anderen nervt der Protz, der ihm unter die Nase gehalten wird. So spürt man die unausgeglichene Situation und fragt sich wohin wird das führen und ganz langsam erahnt man, wohin die Abwärtsspirale läuft.

Ich muss sagen, mich hat diese Geschichte überrascht, mit solch einem realistischen Bild hatte ich nicht gerechnet und finde den Ansatz wirklich toll. Es ist eigentlich gar nicht so die Freundschaftsgeschichte an sich, sondern die eigenen Fragen, die man sich selbst danach stellt. Was ist Freundschaft für mich? Würde ich einen alten Schulfreund von der Straße mit nach Hause nehmen? Wie würde ich in einigen solcher Situation reagieren? Das finde ich, macht dieses Buch aus, das hat der Autor für mich geschickt gemacht. Allerdings fand ich einige ausschweifende Szenen wirklich zu viel ausgeschmückt und ein bisschen zu sehr in der fäkal Sprache gewälzt, das hätte für mich nicht sein gemusst, aber das scheint hier sein Humor zu sein. Der ganze Rest war allerdings gut zu lesen und wie gesagt, mit tollen Ansätzen und einigen Wendungen, die auch noch sehr unterhalten hatten.

Für mich war das bestimmt nicht der letzte John Niven Roman, da er mich trotz meiner Ablehnung überzeugt und mir wirklich heiter Lesestunden beschert hat. Witzig, klug und zum Nachgrübeln.

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Witchborn

Nicholas Bowling , Eva Riekert
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 31.05.2018
ISBN 9783551521057
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wir schreiben das Jahr 1577 und es herrschen in England unruhige Zeiten. Frauen und Mädchen, die sich in der Heilkunst auskennen, werden der Hexerei angeklagt und verbrannt. So versteckt sich Alyce im Keller ihres kleinen Hauses und bekommt mit, wie ihre Mutter verschleppt und ermordet wird. Aber so einfach entkommt auch sie den Hexenjägern nicht, denn einer schaut ganz genau hin. Mit dem Wissen bei ihrer Flucht, einen Mann getötet zu haben, begibt sich Alyce nach London, um den Mann zu finden, für dem sie einen Brief dabei hat. Aber Alyce ist schwach und gerät in falsche Hände, verwirrt, traurig und nicht wissend wohin gerät sie in einen Strudel aus Geheimnissen. Kann sie sich daraus befreien? Wird sie den Empfänger für den Brief noch finden? Und ist Alyce wirklich eine Hexe?

Ich glaube, alle sind von der Buchgestaltung und dem Wort hexen verzaubert, wenn man das Buch in die Hände nimmt. Es ist immer eine Verheißung auf spannende und abenteuerliche Unterhaltung. Dazu kommt noch die Nennung von wirklich realistischen Personen und der Zauber nimmt überhand. Ob mich nun diese Jagd nach Geheimnissen überzeugen konnte, erzähle ich euch nun.

Der Anfang ist wirklich schon toll atmosphärisch und absolut passend zu der Zeit. Eine Frau wird der Hexerei angeklagt und egal was sie auch sagt und tut, ihr Schicksal ist besiegelt. So startet die Geschichte und direkt darauf begleiten wir Alyce auf ihrer Flucht. Unwissend in der Welt, da sie bis jetzt immer nur abseits gelebt hat, muss sie sich durchschlagen und gerät dabei ins Irrenhaus. Dort kann sie aber fliehen und auf ihrer weiteren Flucht bekommt sie Hilfe von Soloman, einen jungen Schauspieler. Durch ihn bekommt sie Unterschlupf in einem Gasthaus und kann genesen. Aber die ruhige Zeit soll nicht lange andauern und sie muss sich dem Rätsel um ihren Brief stellen und so beginnt ihr großes Abenteuer.

Nicholas Bowling hat hier eher einen Abenteuerroman geschrieben mit der Rahmenhandlung, der Hexenzeit. Er schmückt die Gassen und Straßen gut aus, lässt einen atmosphärisch in diese Zeit eintauchen und versucht einen stetigen Spannungsbogen aufzubauen. Da trickst er ganz gern mit unterschwelligen Geheimnissen, Gerüchten und brodelnder Zauberei. Einige kleine Anmerkungen sollen den richtigen Weg weisen und mir war recht schnell klar, wohin die Reise geht. Seine Hauptfigur muss sich im Verlauf der Geschichte vom Mäuschen zur Hexe weiterentwickeln und dafür benötigt er ab und zu ein bisschen Zeit. Immerhin muss sie sich selbst erst finden und auch selber die Wahrheit herausfinde wollen. Dabei bekommt sie Unterstützung von Solomon und so zieht auch das Theater Einzug in die Geschichte.

Mir persönlich hat der Ansatz mit den beiden Königinnen nicht gefallen. Da beide Frauen zu der Zeit wahre Persönlichkeiten waren, kamen sie mir hier zu blass und unrealistisch rüber, aber das ist wohl dem Jugendbuch geschuldet, denn ich habe hier ja keinen historischen Roman vorliegen, aber trotzdem hat mich das etwas getriezt. Außerdem könnten einige mit dem Wort Hexe falsche Voraussetzungen haben, immerhin galt schon zu der Zeit sich mit Kräutern gut auszukennen, mit dem Teufel im Bunde zu sein. Ich denke, dass einige sich hier mehr Hokuspokus gewünscht hätten. Aber ich glaube, der Autor wollte es zur passenden Zeit belassen, als mehr Fantasyelemente einzubauen, was ich ihm wirklich hochhalte. Ich glaube, der Ansatz mit der dunklen Seite hätte hier noch einiges mehr reizen können, aber genauso die Gute, die blieb nun auch zum größten Teil verborgen, wie gesagt, es war eher für mich Mittel zum Zweck.

Witchborn ist ein angelehnter historischer Abenteuerroman, der sich der Hexerei verschrieben hat. Ich fühlte mich gut Unterhalten, fand die Zeit klasse eingefangen und die Freundschaft von Alyce und Solomon ganz rührig. Mit Sicherheit hätte das Ganze noch mehr Potenzial nach oben gehabt, aber für mich stimmte die Atmosphäre und das Drumherum.
 

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Insel 77

Halvar Beck
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Edition M, 27.02.2018
ISBN 9781542048996
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Kristin Jorgensen ist Ärztin und arbeitet auf einer Bohrinsel. Es ist nicht wirklich ihr Traum, aber dort kann sie mit ihrem Bruder zusammen sein, der schon einige Jahre dort arbeitet. Zusammen wollen sie ans Land fliegen, um den Geburtstag ihres Vaters zu feiern, aber Marius erscheint nicht auf dem Rückflug. Alle Bemühungen von Kristin bleiben erfolglos und ihr Bruder Marius verschwunden. Aber Aufgeben steht nicht auf ihrem Plan und so macht sie weiter. Dabei kommen einige Dinge zutage, die sie an ihrem Bruder zweifeln lassen, aber der Glaube an ihm ist größer. Auch erfährt sie, dass es nicht die erste verschwundene Person auf der Bohrinsel ist. Mit gemischten Gefühlen will sie zurück auf die Insel, und obwohl sie mehrfach gewarnt und bedroht wurde, es nicht zu tun, stellt sie sich der Gefahr. Wird Kristin die Wahrheit herausbekommen? Wo steckt ihr Bruder? Und was geht wirklich auf der Insel 77 vor?

Von diesem Autor habe ich noch gar nix gelesen. Ist auch nicht wirklich schwer, denn es ist sein zweites Buch unter diesem Pseudonym. Unter seinem richtigen Namen schreibt er aber auch Krimis, allerdings sind diese in seiner Heimat angesiedelt. So war ich recht unvoreingenommen und nach langer Zeit ohne Spannungsliteratur, wirklich neugierig. Ob es mir gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Die Geschichte ist in zwei Teile gegliedert und dem Ersten wird der Suche gewidmet. Es gibt immer ein Kapitel im Hier und Jetzt, das mit Zeitangaben beginnt, um einfach ein Gefühl von der Schnelligkeit zu haben. Das darauf Folgende ist, ein Blick in die Vergangenheit, damit wir dem Geschehen besser folgen können. Somit ist der Rahmen geschickt gewählt, denn man möchte einfach wissen, wie, wo und was passiert ist. So fliegt man durch die kurzen Kapitel und hängt am Spannungsbogen fest.

So begleiten wir Kristin zurück auf die Bohrinsel, auf der ihr Bruder verschwunden ist und sie will endlich die Wahrheit über seinen Verbleib wissen. Dabei geht sie diesem Weg ziemlich allein, denn keiner will ihr helfen oder bringt das aufrichtige Verständnis für ihre Suche auf. So wütet ein Sturm auf dem Meer, der fast das Landen des Helikopters unterbindet und dann die Bohrinsel von der Außenwelt abschneidet. Kristin ist nun auf sich gestellt und merkt auch hier, dass etwas im Dunklen lauert, denn ihre Ermittlungen am Land haben für einigen ungewollten Wirbel gesorgt. Die Figur der Kristin ist zum einem recht gut nachvollziehbar, weil sie einfach wissen will, wo ihr Bruder ist und sie daran ziemlich verzweifelt. Zum anderen weiß ich nicht, ob ich ihren Mut, nicht manchmal viel zu naiv fand. Sie geht manchmal so unüberlegt und unklug an manche Dinge heran, das kann man natürlich mit ihrer wachsenden Ungeduld erklären, aber manchmal war sie mir einfach zu blind. Aber gespannt an ihrer Seite bleibt man trotzdem.

Halvar Beck hat sich hier einen wirklich eingeschränkten Handlungsort ausgesucht. Alle Verdächtigen sind auf einer Bohrinsel, eine Gemeinschaft aus rauen Männern, die sich nicht gern was von Frauen sagen lässt. Ein eingeschworenes Team, welches Fremde nicht duldet und erst recht keine Neugierigen. Das weckt ganz klar Interesse beim Leser, man beginnt zu rätseln und fragt sich was steckt wirklich hinter dem Verschwinden und wo soll der Bruder hin sein. Ein Spiel mit den Nerven der Hauptfigur, lebt er noch oder nicht, kann sie dem neuen Wissen über ihren Bruder glauben schenken, oder verschleiert man was. Es ist ein Spiel auf Messerschneide und ziemlich gut unterhaltend.

Insel 77 ist vielleicht nicht der überragende und überraschende Thriller, den ich je gelesen habe, aber er bietet solide und unglaublich spannende Lesestunden. Für mich war es wie ein Theaterspiel, dunkle Ecken, heimliches Geflüster, stürmisches Jaulen und eine Atmosphäre die einen die Gänsehaut über den Rücken laufen lässt. Dazu noch ein Versteckspiel der Bösen und einen tollen Spannungsbogen. Wer also gern einen fesselnden kurzweiligen gut gemachten Thriller lesen mag, der ist hier wirklich gut beraten. Halvar Beck versteht es auf jeden Fall einen in seine Geschichte zu bannen und sorgt für klasse Lesestunden. Mir hat Insel 77 richtig gut gefallen und das, obwohl ich die Protagonisten oft zu übereifrig und naiv fand. Ich glaube, dass ich den Autor mal im Blick behalte.

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