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Warcross - Das Spiel ist eröffnet

Marie Lu , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Loewe, 17.09.2018
ISBN 9783785587720
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Emika Chen steht das Wasser bis zum Hals, das Geld ist knapp, aus der Wohnung zu fliegen, steht kurz bevor und es kommt kein gescheiter Kopfgeldjägerjob rein. Sie ist kurz vor der Verzweiflung und versucht, sich mit dem größten Videospiel der Welt abzulenken. Warcross. Wie gut, das die Meisterschaft kurz vor ihrem Beginn steht und das Eröffnungsfest am Abend stattfindet. Emika schiebt alle Sorgen beiseite, lockt sich ein und steht mitten in einer anderen Welt und der Verlockung, doch noch an Geld zu kommen, in dem sie dort etwas klaut, immerhin ist sie eine hervorragende Hackerin. Sie schafft die Glanzleistung, nur zu dumm, dass sie dabei für alle Zuschauer sichtbar wird. Emika wird über Nacht berühmt und kommt mit einem Schlag auch ihrem großen Idol, Hideo Tanaka, Erfinder von Warcross näher. Dieser engagiert sie auf der Stelle, um einen Hacker ausfindig zu machen, der die Meisterschaft sabotieren möchte. So steht Emika als Wildcard mitten im Spiel und muss den Drahtseilakt zwischen Ermittlung und Spiel hinbekommen, und als ob das nicht ausreicht, spielt auch noch ihr Herz verrückt. Was wird Emika herausbekommen? Was steckt hinter dem geheimnisvollen Hacker? Und bei wem wird Emika ganz schwach?

Ich kenne schon die Legend Trilogie von der Autorin und damit hat sie sich direkt in mein Herz geschrieben. Großartige Figuren und eine tolle Geschichte, die einfach nur fesselnd war, haben mich total überzeugt. Nun hat sie mit Warcross ein neues Kapitel aufgeschlagen und sich der Welt der Gamer zugewandt und was soll ich sagen, ich bin gespannt. Ob es mir als nicht virtueller Spieler gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Emika Chen ist allein auf der Welt. Von der Mutter verlassen und der Vater viel zu früh verstorben, musste sie in ein Waisenhaus, aber dort hielt sie es nicht lange aus. So ist ihr Weg nicht der Leichteste, aber diese junge Frau mit den Regenbogenfarbenden Haaren ist eine Kämpferin. Aufgeben ist keine Option. So schlägt sie sich als Kopfgeldjägerin durch, riskiert gern einiges und ist eine meisterhafte Hackerin und immer schön unter dem Radar der Öffentlichkeit. Aber klar hat Emika auch ihre stillen Momente, ihren Vater vermisst sie sehr und sie himmelt den unerreichbaren Hideo Tanaka heimlich an, er ist ihr ganz großer Held. Deshalb fällt sie auch aus allen Wolken, als sich ihr Leben nach ihren misslungen Hack so auf den Kopf stellt und sie in Tokyo Hideo höchstpersönlich selbst gegenübersteht. Und nicht nur der Traum geht in Erfüllung, nein, die beiden scheinen auch auf der gleichen Wellenlinie zu surfen. Was zu Beginn vielleicht eine Geschäftsbeziehung ist, nimmt mit der Zeit eine andere Wendung an.

Ich liebe Marie Lu für ihre Frauenfiguren, sie sind starke Persönlichkeiten, geben nicht schnell klein bei, vergessen nicht ihre eigenen Kopf und geben sich für einen Mann nicht komplett auf. Das allein, lohnt sich schon ihre Geschichten zu lesen. Dazu kommt nun die neue Welt, in der virtuelle ein wahrer Funkensprühregen herabrieselt. Die Menschen entfliehen ihrem Alltag und loggen sich in Warcross ein. Dort kann man sein, was man möchte und spielt sich in eine neue Sphäre. Ich glaube, diesen Aspekt haben schon einige andere Bücher aufgegriffen und schnell ist klar, dass das Leben ja trotzdem weitergeht und man nicht immer nur denn schönen Bildern glauben schenken darf. Aber der Mensch ist ja nicht immer schlau, da lässt man sich gern doch was vorgaukeln, um das reale Leben auszublenden. So haben wir zum einen das Bestaunen der virtuellen Effekte, aber auch Emikas Freude an wirklich handfesten und schönen Gegenden in der Realität. Dazu kommen dann noch die Gamerspiele, ich bin kein Gamer und das ist mir sonst schnuppe, aber im geschriebenen Wort, funktioniert es bei mir und die Autorin hat es wirklich bildreich, actiongeladen und spannend geschildert, man geht total mit, bei den Meisterschaftsspielen.

Außerdem und das hat mir besonders gefallen, war ihr Blick auf das Kritische, sich der Technik blind hingebende. Es ist das Eine, sich abends zu entspannen, aber sich dieser Welt komplett auszuliefern und nichts zu hinterfragen, stört mich ja schon heute. Hier treibt die Autorin es auf die Spitze und zeigt auf, dass was Gutes, auch durchaus seine Schattenseite hat und man dies auch sehr zum Schaden andere einsetzten kann. Ein ganz wichtiger Punkt in unserer heutigen Zeit und man kann nie genug darauf hinweisen. Und obwohl ich hier den Finger hebe, hatte auch meine romantische Seite ihren Spaß. Marie Lu kann ganz entzückend über ein anbannendes Liebespaar schreiben und man hat dann selbst Schmetterlinge im Bauch und dieses Seufzen in den Augen mit den Gedanken, ach sind die süß, da wird man ganz gefühlsdusselig, herrlich. So, ich fürchte, ich habe jetzt so viel gelobt, das man meine kritischen Worte nicht mehr lesen mag, manchmal konnte ich nämlich das Buch gut weglegen und vergessen. Also muss der Spannungsbogen nicht ganz so reißerisch gewesen sein. Obwohl mich das alles ziemlich gut unterhalten hat, fehlte mir hier wohl der Große, ich kann nicht mehr aufhören Punkt.

Für mich war Warcross, spannend, actiongeladen und eine ziemlich gute Unterhaltung, mit kritischem Blick auf unsere Welt. Ein unglaublich gut gelungener Auftakt und ich bin sehr gespannt, wie es im zweiten und finalen Teil weiter geht.  

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Hexenmacht

Kai Meyer , Jens Maria Weber
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 22.02.2018
ISBN 9783596701742
Genre: Fantasy

Rezension:

Ein Jahr ist vergangen, seit Iniza mit ihren Gefährten auf dem Priratenplanet Noa gelandet sind. Sie ist Mutter geworden und versucht ihre kleine Tochter vor allen Machenschaften und vor allem vor den Hexen zu beschützen. Genau wie Glains, der als Sicherheitschef die Augen und Ohren auf Noa offen hält, um seine Familie beschützen zu können. Aber es brodelt hinter geheimen Türen und Intrigen werden gesponnen und schneller als die beiden jungen Eltern denken können, wird ihre Tochter entführt. Glains jagt denn Entführern hinterher. Iniza muss auf Noa die Stellung halten und die Rebellen unter Kontrolle bringen. Aber auch Shara und Kranit steht ein Abenteuer des absoluten Horrors bevor, denn sie kommen den Hexen näher als gewünscht. Wird sich das Team wieder vereinen können? Bekommen Glains und Iniza ihre Tochter wieder? Und welche Kräfte werden erwachen?

Der erste Teil „Die Krone der Sterne“ hat mich damals absolut umgehauen, ich wurde richtig in die Seiten gedrückt und hatte ein fabelhaftes Science Fiction Abenteuer der super Klasse. Nun steht der zweite Teil schon etwas länger hier und ich freute mich schon ewig drauf, aber ihr kennt es, die Zeit hat es irgendwie verhindert. Aber nun endlich habe ich mich auf dem Rücksitz, der Nachtwärts festgeschnallt, und habe mich in den Weltraum gestürzt. Ob sich das Adrenalin in Grenzen hielt, oder nur so durch mich geströmt ist, erzähle ich euch nun.

Das Buch beginnt, nach einer kleinen Zusammenfassung, auch direkt ziemlich genial, denn wir begegnen direkt Shara und Kranit. Die maskuline Alleshändlerin und der letzte Waffenmeister von Amun sind beim Armdrücken. Was man halt so macht, wenn man die Crew unterhalten will, weil man auf einen Auftrag ist. Allerdings geraten die beiden in einem Hinterhalt und schippern von einer Katastrophe in die Nächste. Todesgefahr pur, aber die Zwei sind ein Team und rauschen einfach voran.

Währenddessen folgt Glanis einer Spur auf Noa. Denn als Sicherheitschef ist ihm etwas aufgefallen und dieser Sache möchte er gern auf den Grund gehen. Glanis ist alles andere als glücklich auf diesem Planeten aus Handlangern, Verbrechern und Intriganten, vor allem Inizas Onkel Fael lässt ihm Dunkles ahnen. So versucht er, im Hintergrund Informationen zu sammeln und seine Familie zu beschützen. Nun geraten allerdings die Dinge außer Kontrolle und er scheucht eine Bande Verschwörer auf, und ehe er es sich versieht, steckt er mit Fael in seinem Raumschiff und folgt dem Entführern seiner Tochter durchs All. Diesmal kann Glain zeigen, was in ihm steckt, und tritt hinter den Schatten von Iniza vor.

Auch Iniza hat alle Hände voll zu tun. Sie ist gerade mit der erwachten Muse unterwegs, als man ihre Tochter entführt und statt den Entführern und Glanis zu folgen, hängt sie auf Noa fest und muss sich als Anführerin der Piraten geben. Das hatte ihr gerade noch gefehlt, das sie auch noch Macht spielen muss. So stellt sie sich den Bewohnern Noa, aber auch mit dem Wissen, welches die Muse ihr offenbart und Iniza kommt aus dem Horror gar nicht mehr raus. Sorgenvoll schaut sie in den Himmel und weiß das die Zukunft aussichtslos ist.

Kai Meyer spinnt seine Fäden ganz geschickt weiter und wir erleben einen fabelhaften, actionreichen und aufregenden zweiten Teil. Es wird gekämpft, Intrigen aufgedeckt, Geheimnisse gelüftet und die Lage spitzt sich immer mehr zu. Auch wird das Hintergrundwissen über die STILLE, den Pilgerkorridor, der Hexenmacht und den Maschinengöttern weiter vertieft und die Abgründe dessen werden immer mehr sichtbarer. Unsere vier Helden kämpfen diesmal nicht Seite an Seite, sondern müssen sich oft allein durchschlagen, wo man als Leser immer wieder total mitgeht. Dadurch hält sich die Spannung rasant und konstant, da man schon das nächste Kapitel entgegen fiebert und hofft, mit der nächsten Figur durchs Feuer zu gehen. So viel Aufregung bei einem zweiten Teil ist nicht unbedingt üblich, aber umso mehr habe ich es genossen.

Dem Autor ist eine galaktische Achterbahn an Spannung, Adrenalin und Überraschungen gelungen. Man geht einfach mit, man möchte selber mitfliegen, mitkämpfen, oder einfach nur dabei sein, selbst wenn es der Notsitz ist. Man rauscht durch die Seiten, kann das Gelesene vor Augen sehen und hat ein unglaubliches Weltraumabenteuer. Für mich, ein absolut gelungenes Spektakel, und ich bin sehr gespannt, wie das Finale wird, denn das Ende hier, lässt einen vor Vorfreude zittern.

Hexenmacht hat mich auch diesmal wieder total überzeugt und mich mit weichen Knien aus dem Pilotensitz entlassen. Absolut rasant, hochgradig explosiv und ein Kopfkino der extra Klasse. Chapeau Herr Meyer, ich bin bereit fürs Finale.

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45 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 28 Rezensionen

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Freak City / Hexenkessel

Martin Krist
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei epubli, 13.11.2018
ISBN 9783746779751
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Patsy steckt im moralischen Dilemma, nach ihrer Scheidung lebt sie mit Milo zusammen, ihrer großen Liebe, aber ihre Tochter kommt dafür zu kurz. Das soll sich ändern und dafür muss sie nur einmal über die Grenze des Gesetzes treten und einen Einbruch begehen. Nur geht die ganze Sache schief, und bevor sich Patsy versieht, flieht sie nicht nur vor ihrer Tat, sondern auch vor einem Mörder, der seit Wochen in New York City sein Unwesen treibt. Dagegen hat es Pearl ja schon fast leicht. Sein erster Auftrag ist, bei einem Dinerbesitzer für Angst zu sorgen und das Schutzgeld einzufordern, denn Pearl hat keine Wahl, auch er steckt in der Klemme. Sein zweiter Auftrag ist es eine Broadway-Diva aufzuspüren, die einfach so vom Erdboden verschluckt wurde. Wie hängen die beiden Fälle zusammen? Was passiert in der Stadt die niemals schläft? Und worein ist Pearl diesmal wieder geschlittert?

Martin Krist ist für mich ein Garant für mörderisch spannende Thrillerlektüre. Nun steht sein Herzprojekt auf dem Plan, das in seiner Lieblingsstadt New York spielt, dazu ein ausgefallener Protagonist und die Idee, einer Reihe, die sich wie eine Serie anfühlt. Mich konnte das Vorhaben locken, und ob ich auch süchtig danach wurde, erzähle ich euch nun.

Ein ganz großer Krist Vorteil ist sein Talent, die Geschichte durch seine schnelle Erzählweise und seinem ständigen Ortswechsel zu erzählen. Dadurch hat man einen tollen Spannungsbogen, fühlt die Atmosphäre und ist durch die ständigen Cliffhänger noch mehr daran interessiert weiterzulesen. Das hat der Autor verdammt gut drauf und macht seine Geschichten immer zu etwas Grandiosen und spannendem. Er ist einfach der Herr der Handlungsstränge.

Die Hauptfigur in seiner Freak City Reihe ist Pearl, einfach nur Pearl, nix Mr. oder sonst eine Ansprache, einfach nur Pearl. Er ist Ermittler wieder Willen und verbirgt ein Geheimnis, was ihm zu einem Handlanger der korrupten Polizei macht. Was ich total spannend finde, ist die Wahl seiner Abstammung, denn Pearl ist Indianer. Finde ich unglaublich interessant und darüber erhoffe ich mir, noch viel mehr zu erfahren. Indianer haben in Amerika einen doch recht schlechten Stand und werden immer noch unterdrückt, misshandelt und als Menschen zweiter Klasse gesehen. Nur erfahren wir darüber nie viel in den Nachrichten, es ist ein Kampf der nie die Oberfläche erreicht und darum umso schmutziger ist. Diesen Menschen hat das Leben übel mitgespielt und dabei ist ihre Lebensphilosophie so viel wert. Naja, ihr seht, da hat der Autor bei mir etwas ausgelöst und ich mag den stillen gebeutelten Einzelgänger sehr. Er hat das Zeug dazu einer Reihe würdig zu sein und für viele Nebensächlichkeiten zu sorgen. Dieses Raubein mit Herz hat mich auf jeden Fall an seiner Seite.

Patsy ist hier der zweite Handlungsstrang, eine Figur, die nicht immer von Klugheit erleuchtet ist und sich mit ihrem neuen Lebensstil eher ins Abseits schießt. Aber das macht das ja auch irgendwie greifbarer und spannender, wer will hier schon die Übermutter haben. Kurz Patsy hat einen neuen Macker und streift ihr altes Leben einfach ab, nur die Tochter ist ihr noch wichtig. Das führt zu Streit mit dem Ex-Mann und ständigen Anklagen, für Patsy ist damit Schluss, sie hat sich durchgerungen einen Einbruch zu starten, damit sie genug Geld hat, um sich ihre zwei Liebsten zu schnappen und neu anzufangen. Aber das wäre ja zu einfach, oder? Nein, sie suchen sich das falsche Haus aus und stehen nicht nur den Besitzer gegenüber, nein, sie müssen auch noch den Serienkiller antreffen, das der sie nicht so einfach gehen lässt, ist ja logo. Damit beginnt eine reißerische Katz und Maus Jagd.

Mehr wird hier nicht verraten, keine weiteren Zusammenhänge offenbart, dieses Schätzchen müsst ihr schon selber lesen. Es geht auch ganz schnell, viel zu schnell und hat wirklich den Charakter einer guten aufregenden Serie, wo man sofort nach dem nächsten Teil schielt und ihn weiterlaufen lassen würde. Ich würde mal sagen Herr Krist, der Auftakt ist gelungen, ziemlich gute Figuren, die Stadt ist atmosphärisch greifbar und ganz ehrlich, solche Städte mit ihrem Schattenseiten liegen dem Autor einfach total. Dazu wird der Ton rauer und die Geschehnisse brutaler, aber solche Thriller Serien mögen wir doch ganz gern abends gucken, warum also nicht lesen. Dazu kommen noch interessante Nebenfiguren, wie ein wissender Barkeeper oder ein korrupter Cop und man weiß, das kommt noch ganz dick. So kennen wir also die Umgebung und die ungefähre Richtung und wissen, da geht noch was, das ist nur der Anfang, da ist noch ganz viel zu erwarten und die Luft nach oben immens.

Hexenkessel hat mir spannende New Yorker Lesestunden beschert und ich mag so düster, ungewöhnliche Antihelden Geschichten. Kommt also mit nach Freak City, auf die dunklere Seite der Stadt und in die Welt des Verbrechens, wo das Herz anders schlägt. Ich mag es.

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Mortal Engines - Krieg der Städte

Philip Reeve , Gesine Schröder , Nadine Püschel
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 24.10.2018
ISBN 9783596702121
Genre: Fantasy

Rezension:

Die Welt ist eine andere, als wir sie kennen, der Planet ist vergiftet und die Menschen bewegen sich in ihren rollenden Städten ständig hin und her. Wir befinden uns auf London und diese macht Jagd auf Beute und nimmt eine kleine Schürferstadt, zum plündern, in ihrem Bauchraum gefangen. Dort unten wo alles zerlegt und auseinandergenommen wird, trifft Tom aus der Historikergilde ein, um Artefakte fürs Museum zu finden und sieht seinen großen Helden, Thaddeus Valentine. Tom kann sein Glück kaum glauben, denn er spricht sogar mit ihm und dieser kennt sogar seinen Namen, aber dann taucht eine junge Frau auf und übt mit einem gezückten Messer einen Anschlag auf Valentine aus. Ihre Attacke wird von Tom verhindert und er rennt der Fliehenden hinterher. Bevor sie von Board springt, sieht sie Tom an und sagt, er soll seinen großen Helden nach Hester Shaw fragen und verschwindet. Verwirrt berichtet Tom es dem nach ihm eintreffenden Valentine, aber dieser stößt Tom direkt hinterher. So landet Tom in den Außenlanden und hängt sich an Hester dran, immerhin ist sie der beste und einzige Weg zurück nach London, denkt zumindest Tom. Dass diese Begegnung zu seinem größten Abenteuer wird, kann er da noch nicht ahnen. Wird Tom hinter das Geheimnis von Valentine kommen? Wer ist Hester Shaw? Und warum zum Teufel werden sie bis aufs Blut verfolgt?

Ich bin damals erst auf dem Kinotrailer gestoßen, bevor mir bewusst wurde, dass es sich hier um eine Buchverfilmung handelte. Die Bilder waren gigantisch, die Welt so anders und naja, wie Trailer nun mal sind, ziemlich reißerisch, aber ich wurde sehr neugierig und so jauchzte ich vor Glück, als mir das erste Buch von Mortal Engines in die Hände viel. Zuerst dachte ich, das ist aber ziemlich dünn für die ganzen opulenten Bilder. Aber das heißt ja auch nix, also ging ich an Board von London, unvoreingenommen, aber voller Abenteuerlust, ob ich dieses nun hatte, erzähle ich euch nun.

Die Geschichte legt, ganz ohne Vorgeplänkel, auch direkt los. Mit der Jagd nach der Schürferstadt und wir lernen Tom kennen. Dieser junge Mann ist auch der eigentliche Held in dieser Geschichte. Er steht ganz unten in der Hierarchie, wird ständig runtergeputzt und ist ein Niemand. Er versucht mit seinem Leben klarzukommen, schaut aber auch ganz gern noch oben in die Sterne. Dass er mal wirklich seinen Helden Thaddeus Valentine gegenübersteht, hätte er sich nie erträumen lassen und das dieser ein Schuft ist auch nicht. Gegen diese Erkenntnis kämpft er auch unheimlich lange an und das passt auch zu seinem loyalen naiven Wesen. Mit Hester hat er es nicht unbedingt leicht, sie ist verschlossen, mürrisch und dazu auch noch entstellt, was dem Umgang unheimlich schwer gestaltet. Ihr zusammentreffen verändern die Zwei und mit der Zeit bildet sich ein richtiges Team aus den beiden, auch wenn sie auf unterschiedlichen Seiten kämpfen.

Dieser Autor haut hier voll rein, entschuldigt den Ausdruck, aber anderes kann man es gar nicht sagen. Die Kapitel fliegen nur so an einem vorbei, hier geht es Schlag auf Schlag zu und es wird nie langweilig. Die Abwechslung ist riesig und wir bestreiten ständig ein Abenteuer nach dem anderen. Tom und Hester müssen sich durch die Außenlande schlagen und begegnen, Sklavenhändler, Piraten, Aeronauten und dabei werden sie noch ständig verfolgt, nämlich von einem Stalker. Was es genau damit auf sich hat, müsst ihr selber lesen. Dazu kommt ein ständiger Ortswechsel vor, und obwohl Philip Reeve sich nicht an jedem Grashalm aufhält und es kurz und knackig beschreibt, hat man sofort Bilder im Kopf und hält den Atem an, was als Nächstes passieren wird. Gleichzeitig spielt die Geschichte aber auch weiter in London, was ich unglaublich gut gemacht finde, denn Valentines Tochter Kate will hinter das Geheimnis ihres Vaters kommen und entdeckt so einiges unheimliches. Dabei hören wir mehr von der Geschichte unserer Ressourcen gebeutelten Welt und wie diese nun mit den Städten überleben wollen. Die dunklen machterfüllten Pläne offenbaren sich immer mehr und es geht hier nicht allein um Hester und Valentine, sondern um viele Leben.

Was für ein Rausch, was für eine vollgepackte Geschichte und was für ein absoluter Spaß. Ich konnte das Buch gar nicht aus den Händen legen und war wirklich extrem überrascht, wie unglaublich rasant und spannend diese Geschichte beschrieben ist. Der Autor bedarf gar nicht vieler Worte um die richtige Atmosphäre zu schaffen und setzt den Aufregungshebel sehr hoch an. Mit Tom hat er einen wunderbaren Helden der Stunde geschaffen, der naiv startet und sich in dem Abenteuer immer mehr entwickelt, seine Loyalität verschiebt sich und er hört immer mehr auf sein Herz. Also diesen Historiker muss man mögen. Dagegen wirkt aber Hester Shaw ziemlich blass, das kann daran liegen, das sie die Hälfte des Buches verletzt ist, aber irgendwie kommt sie nicht, so recht, aus der Ecke raus. Das macht aber nix, denn an den richtigen Stellen ist sie da. Besonders gut hat mir auch Kate gefallen, die die Geheimnisse in London aufdeckt und eine überraschend tolle Figur dabei abgibt. Wie ihr seht, mich hat es total gepackt und begeistert und ich mag mehr und werde mir nun den zweiten Teil schnappen.

Mortal Engines ist ein rasantes, Hochgeschwindigkeit‘s Abenteuer mit allem Drum und Dran, da fehlt nix. Mut, Geheimnisse, Kämpfe, Treue und natürlich ein Hauch von Liebe, alles gut gemixt und perfekt abgestimmt für ein geniales Lesevergnügen.

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56 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

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Weihnachten in der wundervollen Buchhandlung

Petra Hartlieb
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 19.12.2018
ISBN 9783832198879
Genre: Biografien

Rezension:

Eine Buchhandlung in der Weihnachtszeit zu führen, ist nicht immer ein Spaß. Der Laden muss weihnachtlich geschmückt sein, die Auswahl groß und dann kommen die Kunden in Scharen. Diese wollen natürlich die beste Beratung, stellen die verrücktesten Fragen, suchen Bücher nach Fernsehtips aus, wobei der Titel des Buches verloren ging und das bitte alles superschnell. Diese hektische Zeit schildert hier Petra Hartlieb aus ihrer Buchhandlung in Wien. Lässt uns hinter die Ladentheke gucken, die nächtliche Warenannahme sichten und bei der alltäglichen Wahnsinnsaufgabe zuschauen. Ob sie wohl alles schaffen werden? Können Sie jeden Wunsch erfüllen? Und wie sieht eigentlich die Vorweihnachtszeit eines Vollblut-Buchhändlers aus?

Ich sollte vielleicht vorab erwähnen, dass ich „Meine wunderbare Buchhandlung“ nicht gelesen habe, sondern nur ihre Jahreszeitenreihe vom Kindermädchen Marie Haidinger. Außerdem habe ich dieses Buch auch gar nicht auf dem Schirm gehabt, sondern es wurde mir geschenkt. Überraschend, unverhofft, aber mit viel Liebe. Und da Weihnacht war und es das Fest der Liebe ist, habe ich es an dem ersten Weihnachtstag verschlungen. Wie mir der Wahnsinn gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Petra Hartlieb verschönt in ihren Erzählungen nichts, sie bleibt knallhart bei der Wahrheit und kommt dabei nicht immer sonderlich gut rüber. Deshalb ist dieses Buch auch nicht unbedingt die heitere Lektüre, die sich mancher Leser vielleicht wünscht, sondern sie beschreibt wirklich den absoluten Kraftaufwand eines selbstständigen Buchhändlers. Ich kannte schon ähnliche Anekdoten von meinem Buchhändler und ich beneide keinen, wirklich keinen, zu dieser Zeit. Es ist nämlich nicht unbedingt die netteste Zeit mit Kunden, sie fordern, sie sind schnell ungeduldig, sogar patzig, wissen oft alles besser und können alles nicht schnell genug bekommen. Auch das Beraten kostet einfach mega viel Kraft und fordert Energien, die man irgendwann nicht mehr hat. Selbst ich habe es dieses Jahr gemerkt, das meine Lieblingsbuchhändlerin spontan gar keinen Tipp für mich hatte, da sie einfach leer geredet war. Nur geht nicht jeder Kunde verständnisvoll damit um. Allerdings lieben Buchhändler ihren Beruf und gehen meistens darin total auf, sind herzlich und verzücken einen mit Buchtipps, nur die Weihnachtszeit treibt sie an ihre Belastbarkeitsgrenzen.

Genau so beschreibt es Petra Hartlieb, der einfache Wahnsinn der Weihnachtszeit und sie bleibt da nicht bei netten Geschichten, sondern holt da sehr aus. Allein die Vorbereitung ist schon Stress, denn so ein Laden muss von null Komma nix, dass ganze Spektrum an Weihnachtssachen hergeben. Allein das Geschenkpapier auszusuchen ist ein absoluter Akt. Dann die Logistik in einem Buchladen, die neuen Bücher kommen, die Bestellungen und wie viel Bücher in der Zeit von Hand zu Hand gehen ist schirr undenkbar. Außerdem lässt die Autorin nicht nur den Laden in Vordergrund stehen, sondern berichtet auch von den nicht vorhandenen Privatleben. Mit der Familie eine schöne Vorweihnachtszeit zu haben, ist einfach unmöglich und bleibt total auf der Strecke. Nach Ladenschluss, bzw. wenn man mit allem Vorbereitungen für den nächsten Tag fertig ist, möchte man nur eins, etwas essen und nicht reden. Weihnachten ist toll, aber eine Buchhandlung zur Weihnachtszeit ein Krieg.

Für mich waren die kleinen Anekdoten herrlich ironisch geschrieben und bringen einen sehr zum Schmunzeln und man ist sehr solidarisch dabei. Allerdings nimmt die Schattenseite in diesem Weihnachtsgeschäft hier sehr zu, mit jeder weiteren privaten Geschichte fing das Jammern an. Ich kann es leider nicht anders beschreiben, ja es kostet Kraft und ja, man kann irgendwann nicht mehr, aber man fühlt, sich nach dem Lesen einfach schlecht zur Weihnachtszeit in eine Buchhandlung zu gehen. Ich kann mir nicht vorstellen, dass das die Absicht war, aber es schleicht sich einfach ein, dass das Leid einfach immer größer zu sein scheint. Und das ist für mich auch ein bisschen der Knackpunkt des Buches, ehrliche Worte sind völlig in Ordnung, aber wie viel Elend darf man als Leser ertragen. So weiß ich ganz ehrlich nicht, wie man dieses Buch bewerten soll. Will man wirklich ehrlichen und privaten Weihnachtswahnsinn von selbstständigen Buchhändlern lesen? Reicht es nicht aus vom Kundenwahnsinn zu erzählen? Ich bin nicht sicher, ob viele das wirklich verstehen, oder es total als Jammerei abtun. Eine schwierige Gratwanderung.

Weihnachten in der wundervollen Buchhandlung ist kein Zuckerschlecken und bestimmt nicht jedermanns Geschmack. Ich fand es mutig, sehr ehrlich, aber auch einem dicken Ticken zu viel privates Familiendrama.
 

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101 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 57 Rezensionen

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Die Schneeschwester

Maja Lunde , Paul Berf , Lisa Aisato
Fester Einband: 200 Seiten
Erschienen bei btb, 29.10.2018
ISBN 9783442758272
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Julian macht, was er immer macht, um allen zu entfliehen, er geht schwimmen. Dort bekommt er den Kopf frei, weil er sich nur aufs Atmen konzentrieren muss, denn so kann er den Schmerz daheim vergessen. Beim nächsten Auftauchen schaut er aus dem Fenster und sieht dort ein Mädchen stehen. Begeistert drückt es die Nase an der Fensterscheibe platt, und sogar als Julian das Schwimmbad verlässt, steht es noch da und wartet auf ihn. Etwas überrumpelt von Hedvig lässt er sich aber von ihrer Lebensfreude anstecken und bemerkt zum ersten Mal, das es auf Weihnachten zugeht und diese Zeit doch besonders ist, denn am Heiligabend hat er Geburtstag und wird 10 Jahre alt. Aber in seiner Familie ist Weihnachten wohl abgesagt. So lässt er sich gern von Hedvig einladen, sie trinken Kakao zusammen, bauen einen Schneemann und freuen sich auf Weihnachten zusammen, aber Julian spürt, immer mehr das Hedvig ein Geheimnis hat, nur welches? Was verbirgt sich hinter Hedvigs Begegnung? Und wird Julian noch Weihnachten feiern können?

Die letzten Monate haben mich ganz schön gesundheitlich gebeutelt und wirklich nicht besonders glücklich gemacht. Dabei ging es so schön auf Weihnachten zu und ich war so gut in der Vorbereitung, naja, bis es nicht mehr so gut ging. Tja, und wenn es so ist, dann sollte man sich was Gutes tun und das habe ich beim Besuch beim Buchhändler gemacht und als Erstes ist mir dieses Buch in die Hände gefallen. Immerhin meine Lieblingsfarbe und etwas Weihnachtliches und ich finde, man ist nie zu alt für schöne Geschichten. So musste es mit, und zwar gleich zweimal, eins zum Verschenken und eins für mich. Ob ich das nun richtig gemacht habe, erzähle ich euch nun.

Julian ist also ein Weihnachtskind, nicht nur, dass er das Fest liebt, nein, er hat auch an diesem Tag Geburtstag. All die Jahre war es ein tolles Fest und er hatte sich total darauf gefreut bis zu dem Tag, als seine Familie in Trauer und Schwermut versank. Nichts ist mehr wie vorher, kein Tag mehr mit Freude oder Lachen, denn Juni, Julians älteste Schwester, ist nicht mehr da. Die Familie lebt dahin, ist aber weit voneinander entfernt. So sucht Julian die Flucht im Schwimmen und in der Einsamkeit. Selbst sein bester Freund kommt nicht mehr an ihn ran und dann taucht plötzlich Hedvig auf, die ihn mit ihrer Lebensfreude ansteckt und ihm vor Augen führt, wie wichtig Weihnachten ist, denn mal ehrlich, von Weihnachten kann man nie genug haben. Zuerst ist Julian überrumpelt, aber je mehr Zeit er mit diesem Mädchen verbringt, umso gelöster wird er, er nimmt seine Umgebung mehr wahr und will seine Eltern wieder haben und seine kleine Schwester, soll wieder sie selbst sein. Allerdings fallen ihm auch in Hedvigs Nähe immer mehr Begebenheiten auf, die nicht stimmen können und ihm verwundern. Was verbirgt sie vor ihm.

Auch ich war etwas überrumpelt von der Traurigkeit, die mir in der Geschichte entgegen gesprungen kam. Eine tote Schwester, eine Familie, die eher eine Kopie ihrer selbst ist und nur vor sich hinlebt. Kinder, die kein geschmücktes zu Hause haben, oder die Vorfreude aufs Fest erleben. Diese melancholische Stimmung ist so gut dargestellt, dass man selbst traurig wird und dann kommt Hedvig mit einer einschlagenden Wucht. Sie versprüht Lebensfreude, quasselt ohne Punkt und Komma und lässt Weihnachten richtig aufleben. Allein für ihre Weihnachtsregeln könnte man sie knutschen, sie bringt den Weihnachtszauber zurück, aber auch hier spürt man relativ schnell, dass was nicht stimmen kann.

Diese Geschichte die Maja Lunde geschaffen hat, ist zwar traurig, aber das ist das Leben nun mal, zeigt aber auch, was man daraus machen kann. Diese 24 Kapitel sind voller Herzblut erzählt und bringen einen selbst in eine Tief- und Talfahrt, aber man blüht mit den Figuren auf und das ist genau das richtige zur Weihnachtszeit. Am Anfang ist es recht bedrückend, aber mit jedem Kapitel öffnet sich das Herz mehr und die Weihnachtsstimmung kommt von ganz allein. Dazu die unglaublich schönen Illustratoren von Lisa Aisato die dieser Geschichte nochmals richtig toll widerspiegelt. Julians Weihnachtszeit ist eine Reise durch Trauer, Mut, Freundschaft und Liebe, welches jedes Herz einmal beschreiten muss.

Die Schneeschwester ist eine unglaublich schöne melancholische Geschichte über Liebe und diese im Herzen weiterzutragen. Wunderschön illustriert und herzerwärmend. Perfekt für die Familie zur Weihnachtszeit, weil es hier um die wichtigen Dinge im Leben geht.

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208 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 87 Rezensionen

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Der Weihnachtosaurus

Tom Fletcher , Franziska Gehm , Shane Devries
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei cbj, 02.10.2017
ISBN 9783570164990
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Die Wichtel am Nordpol sind voll im Einsatz, denn die Zeit drängt, da  Weihnachten vor der Tür steht. So graben sie die Geschenke aus und stoßen dabei auf ein Ei. Ein ungewöhnlich großes Ei und nur der Weihnachtsmann höchstpersönlich kann es mit seinem dicken Po ausbrüten. Pünktlich zu Weihnachten schlüpft ein kleiner Dinosaurier aus dem Ei und wird somit zum Weihnachtosaurus. Nun lebt er mit dem Weihnachtsmann und den Wichtel am Nordpol, aber er fühlt sich so einsam. Eines Tages erreicht den Weihnachtsmann ein besonderer Wunschzettel von William, dieser wünscht sich einen Dinosaurier, und weil man ja schlecht einen echten in der Menschenwelt verschenken kann, macht der Weihnachtsmann ein ganz besonderes Geschenk. Ein so tolles Geschenk, das der Weihnachtosaurus es nicht mehr loslassen möchte und sich in der Weihnachtsnacht in den Weihnachtssack versteckt und ein riesiges Abenteuer erlebt. Welches Chaos wird der Weihnachtosaurus auslösen? Wird er William kennenlernen? Und kann er zurückfinden zum Nordpol?

Als das Buch letztes Jahr erschien, dachte ich nur, ein Dinosaurier, also wirklich. Ich stehe ja so überhaupt nicht auf diese ausgestorbenen Tiere, aber dann erschien es überall. In den Buchläden, in meinen Timelines, überall wo ich hinsah, sah ich dieses Buch und dazu gab es ständig begeisternde Worte. So sprach ich den Wunsch nach diesem Buch aus und bekam es doch glatt zum Nikolaus, nur leider hatte ich es letztes Jahr nicht mehr geschafft, aber nun ist es gelesen. Ob ich nun ein Weihnachtosaurus Fan geworden bin, erzähle ich euch nun.

Die Geschichte ist ein bisschen unterteilt und im Ersten lernen wir zwar kurz die Hauptfigur William kennen, einen putzmunteren dinosauriersüchtigen Jungen, der mit seinem Vater allein lebt und sich riesig auf Weihnachten freut, diesem drehen wir aber den Rücken zu und reisen an den Nordpol. Dort lernen wir die ständig reimenden Wichtel kennen und den Weihnachtsmann, und wie Geschenke entstehen, naja und so viel mehr Fantastisches. Tja, und natürlich die Geschichte vom Weihnachtosaurus. Der ganz lange im Eis geschlafen hat und auf seine Ausbrütung schon nicht mehr gedacht hatte. Aber dann passiert das Beste für ihn überhaupt, er wird vom Weihnachtsmann ausgebrütet und darf am Nordpol bleiben. Er ist dort herzlich willkommen und immer gern gesehen, alle lieben ihn, aber er ist nun mal der Einzige seiner Art und fühlt sich einsam, das Einzige was ihn so richtig glücklich macht ist die Vorstellung, dass er fliegen könnte.

Dann kehren wir wieder zu William zurück, er ist älter geworden und erlebt gerade eine sehr schlimme Phase des Mobbings, und zwar durch Brenda. Bevor sie an die Schule kam, war alles total Okay, nicht mal das er im Rollstuhl sitzt, war ein Problem, aber nun wird er von allen gemieden. William ist einsam und nicht einmal auf Weihnachten kann er sich freuen. Auf Drängen seines Vaters hin schreibt er aber seinen Wunschzettel und es gibt nur einen Wunsch, er hätte gern einen Dinosaurier. Und so landet der Wunsch am Nordpol, und da der Weihnachtsmann seinen Weihnachtosaurus nicht weggeben kann, erschafft er ein ganz tolles Plüschtier für William. Das so toll ist, das der eigentliche Dinosaurier vor Ort, meint er hätte nun endlich einen Freund und kann sich davon nicht trennen, nein, er nimmt sogar die Gefahr auf entdeckt zu werden, weil er sich von diesem Plüschtier nochmals und nochmals verabschieden muss.

Somit landen wir dann beim dritten Teil des Buches, wo William und der Weihnachtosaurus aufeinandertreffen. Da verrate ich nix, das habt ihr euch schon alle vorher gedacht, aber nun schweige ich über das weitere Geschehen, denn das ist so turbulent, das ihr das alle selber lesen und entdecken müsst.

Tom Fletcher hat hier wirklich einen Riesen Spaß aufgeschrieben, der so lustig, pfiffig, einfallsreich und aufregend ist, dass man dieses Buch einfach nicht aus der Hand legen kann. Da haben wir William, der einfach so herzig ist, dass man ihn ständig knuddeln möchte. Der Weihnachtosaurus, der meine Dinoliebe erweckt hat, so einen Dinosaurier hätte ich auch gern. Dann wären da die reimenden Wichtel, einfach total klasse und knuffig und der Weihnachtsmann, so ein herrlich dicker Kerl. Diese Geschichte sprüht förmlich vor Magie und Liebe und macht seinem Leser mehr als nur glücklich, man lacht, fiebert mit, ist gespannt und hält den Atem an. So viele tolle Ideen, so viel Charme und Freude in diesen zwei Deckeln, ich bin einfach begeistert und hin und weg. Das ist mal eine ganz besondere Weihnachtsgeschichte und die Illustrationen darin, sind unglaublich schön und untermalen es perfekt.

Der Weihnachtosaurus ist definitiv ein geniales Weihnachtsbuch, weil es einem herrlich einstimmt und so viel Abenteuer drin stecken hat, dazu noch Magie und Liebe, was will man mehr. Lesen Leute, einfach Lesen! Danach zählt ihr auch die Tage bis zur nächsten Weihnachtszeit. 

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Der magische Adventskalender

Jan Brandt , Daniel Faller
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 16.11.2018
ISBN 9783832183578
Genre: Romane

Rezension:

Die Adventszeit steht kurz vor der Tür und wie passend ist dazu der Schnee, der auf die Straßen von Ravenhagen fällt. Jonas Klaasen ist das alles aber irgendwie schnuppe, da vertilgt man lieber das Frühstück der Schwester mit, denn wer zu spät kommt, tja, den bestraft das Leben. Aber dann findet er vor der Tür einen Holzkasten, der sich als Adventskalender entpuppt. Nur lassen sich die Türchen nicht öffnen, oder haben die Bilder darauf eine Bedeutung? Jonas geht seinem Verdacht nach und siehe da, die kleine Tür öffnet sich, aber schon steht er vor dem nächsten Rätsel. Was haben die Zahlen und Buchstaben auf der Schokolade zu bedeuten? Wird Jonas es schaffen, alle Türchen zu öffnen? Bekommt er heraus, was sich hinter dem Adventskalender verbirgt? Und wem muss er alles um Hilfe bitten?

Ich habe dieses Jahr keinen Adventskalender bekommen und da kommt dieses Buch doch wie gerufen zu mir nach Hause geflattert. 24 Kapitel voller Weihnachtszauber, zumindest sagt das der Klappentext, schauen wir doch mal, ob es mich auch verzaubern konnte.

Jonas Klaasen sitzt in sich verschlossen am Küchentisch und frühstückt, als der ganze Trubel beginnt. Er muss in die Schule und es schneit, aber es ist auch der erste Dezembertag und das bedeutet, man darf das erste Kalendertürchen öffnen. Nur hat Familie Klaasen anscheinend keinen und Jonas ist es auch egal, er kann sich der Begeisterung für die Vorweihnachtszeit nicht so recht anschließen. Doch dann findet er am Bordstein in einem Rinnsal einen Holzkasten und aus dem melancholischen dahinlebenden Jungen, wird ein neugieriger und mutiger. Dieser Adventskalender scheint nämlich ein magischer zu sein, denn nur durch Hilfe von Drittem lässt sich das Türchen öffnen. Da muss Jonas aber erst die richtige Person finden und um Hilfe bitten, dann hat er nix von der Schokolade und trotzdem reizt ihn das Abenteuer und er will das Rätsel knacken. Also ein Adventskalender der ganz besonderen Art und für einen Jungen, der aus sich herauskommen soll.

Für mich begann die Geschichte auf den ersten Seiten recht nüchtern geschildert, sogar etwas unterkühlt rüber und ich fragte mich, ob es sich wirklich um eine Weihnachtsgeschichte handelte. Aber man soll dem Ganzen ja auch etwas Zeit geben und so wurde es mit jedem Kapitel besser. Man wächst sozusagen mit Jonas mit, oder man taut mit ihm auf. Ist im Nachgang gut gelungen, aber zuerst fühlt man sich nicht wirklich mit dem Helden verbunden. Allerdings ist die eigene Neugier so groß, was es nun endlich mit dem Kalender auf sich hat, das man einfach weiter liest. Und dieser Adventskalender hat es wirklich in sich, so etwas hatte ich noch nicht gelesen oder gehört. Zum einen muss Jonas Mut beweisen, in dem der sonst so ruhige und schüchterne Junge über seinen Schatten springen muss, um fremde Leute um Hilfe zu bitten. Dann gibt es noch dieses ominöse Rätsel und dann kommt noch etwas magisches hinzu, was ich hier nicht verraten möchte. Alles im allem macht es interessant, neugierig, man geht mit, man möchte mehr wissen und fühlt sich am Ende glücklich in der Weihnachtszeit angekommen, aber ich fand es nicht ganz rund.

Für mich waren die Rätsel einfach zu weit weg, unbegreiflich, verwirrend und als normal Sterblicher nicht lösbar. Oder ich habe es einfach nicht verstanden und ehrlich, wenn es sich für den Leser nicht schlüssig anfühlt, geht für mich etwas verloren und hat mich verwirrt zurückgelassen. Ansonsten fand ich die Entwicklung von Jonas ohne Frage gut gelungen und auch die vielen kleinen Episoden wirklich toll gemacht, auch wenn es für mich hier auch nicht immer harmonisch übergeleitet wurde. Aber das ist zweitrangig. Ganz toll und untermalend fand ich die Illustrationen von Daniel Faller, das war nochmals ein Ansporn immer weiter lesen zu wollen, damit man die nächste entdecken konnte.

Jan Brandt hat ohne Frage eine schöne Adventsgeschichte geschrieben, über einen Jungen, der das Leben und seine Personen darin neu entdecken lernen musste. Über den Mut über sich hinauszugehen, für seine Dinge einzustehen und stark zu bleiben, wenn es mal brenzlig wird. Der Autor wechselt hier gern zwischen den Leichten und fantasievollen, dabei geht er auch gern ins abstrakte über, fängt sich dann aber wieder mit der Wirklichkeit einer liebevollen Familie. Interessant fand ich in seiner Danksagung zu erfahren, dass der Ursprung der Geschichte aus einer Auftragsarbeit hervorgegangen ist, die sich aber erst jetzt so richtig nach seiner anfühlt. Das zeigt doch irgendwie, das ihm der magische Adventskalender selber nicht mehr losgelassen hat.

Der magische Adventskalender ist eine schöne einstimmende Geschichte, die für mich nicht ganz rund war, aber trotzdem schöne Lesestunden beschert hat. Denn wer mag nicht zur Weihnachtszeit, eine Familie haben, die zusammen wächst.

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Mord im alten Pfarrhaus

Jill McGown , Barbara Först
Fester Einband: 318 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag, 14.12.2018
ISBN 9783832198848
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Byford ist ein verschneites Städtchen und befindet sich kurz vor Heiligabend. Da werden die letzten Vorkehrungen getroffen, sowie auch im Pfarrhaus. Der Baum ist geschmückt, die Geschenke verpackt, das Essen gekocht und die Andacht fast geschrieben. Aber so idyllisch, wie es klingt, scheint es unter dem Dach nicht zu sein, denn die Polizei wird in der Nacht gerufen. Im Haus der Familie gibt es einen brutal erschlagenen Toten und dabei handelt es sich um den Schwiegersohn. Der Pfarrer mit Gattin gibt sich ahnungslos und sogar die Tochter, der man die Misshandlung ansieht, will nichts mit dem Mord zu tun haben. Aber jeder hat ein Motiv, nur wer ist der Täter. Wer hat also denn Tyrann eines Schwiegersohnes umgebracht? Wer hat kein Alibi? Und ist die Familie sonst so perfekt, wie sie tut?

Ein Weihnachtskrimi in der besinnlichen Zeit muss einfach sein. Harmonie in der Familie ist ja nicht immer und überall vorhanden, da brodelt es doch ganz gern unter der Schicht des Schweigens. Da wird oft des lieben Familienfriedens der Mund gehalten und die Meinung herunter geschluckt. Allerdings nicht hier, im beschaulichen Byford, da wird der Schürhaken gezückt. Ob mich diese Familie überzeugen konnte, erzähle ich euch nun.

Die Familie Wheeler ist eine ansehnliche und wohlsituierte Familie, die muss man auch sein, wenn der Mann der Pfarrer ist. Aber sieht man genauer hin, sind genauso Probleme vorhanden, wie bei jeder anderen Familie auch. Herr Wheeler steckt in einer Schaffenskrise, es ist ihm mehr den je bewusst, dass er den falschen Beruf hat und sich, wie ein Scharlatan vorkommt. Frau Wheeler dagegen ist der Kapitän am Bord, die alles steuert und die Zügel übernimmt und dann haben wir noch die wohlbehütete Tochter. Diese ist verheiratet, aus dem Nest geschlüpft, aber nicht gut gelandet, denn ihr Mann misshandelt sie. Nun steht dieser vor der Tür und möchte mit seiner Frau eine Aussprache. Ausgerechnet zu Heiligabend und das zum Fest der Liebe, der Pfarrer möchte ihn windelweich prügeln, die Mutter schlichten und die Tochter sich der Aussprache endlich stellen. Nun ist der Schwiegersohn tot und die Familie schaut sich fragend an, wer von ihnen es wohl war.

Somit kommen unsere Polizisten ins Spiel, Chief Inspector Lloyd und Sergeant Judy Hill, ein eingespieltes Team und nicht nur das, die beiden pflegen eine Affäre. Jeder knöpft sich die Familie vor und findet mehr als nur ein Motiv. Allerdings haben die beiden Ermittler unterschiedliche Täter ins Visier genommen und so beginnt bei den Untersuchungen ein ständiges Hin und Her an Beweisen, Unwahrheiten und Tatzeiten. Alles passt nicht zusammen und doch irgendwie. Jeder könnte der Täter sein und doch wieder spricht sich vieles. Der rote Faden ist zwar da, lässt sich aber nicht ergreifen, da immer wieder etwas Neues auftaucht.

Jill McGown hat viele Fäden in ihrem Krimi rein gestrickt und lässt den Leser immer wieder neu raten. Viele Wendungen und neue Entwicklungen nimmt die Geschichte, und da es nicht so viele Personen in der Geschichte gibt, muss es ja einer sein. Aber wer, das versteckt die Autorin ziemlich gut hinter ihrem Verwirrspiel. Somit erleben wir nicht nur Spannungen in der Familie Wheeler, sondern auch bei den beiden Ermittlern. Allerdings hat mir die Schwerpunktverlagerung auf das Ermittlerduo nicht immer so gefallen. Immerhin geht es hier um Mord, und nicht um ihre Affäre und das diese so nicht weitergehen, kann, somit zögert die Autorin wesentliche Aspekte heraus und verleiht dem allen mehr Seiten, als nötig. Auch diese Hasenjagd nach dem Täter war zwar spannend geschildert und immer wieder überraschend, wenn eine neue Wendung auftauchte, aber es zog sich auch ein bisschen dahin.

Trotz der kleinen Kritik hatte ich durchaus meinen Lesespaß, für mich ist es ein Weihnachtskrimi, auch wenn es viele nicht so sehen. Klar könnte dieser auch zu einer anderen Zeit spielen, aber ich fand gerade das Familiendrama zum Fest der Liebe passend. Die Familie trifft sich, man spielt heile Welt und im Inneren brodelt es, dazu das Versteckspiel des Täters und die verschneiten Wege, fand ich ziemlich gut gewählt und in Szene gesetzt. Auch wenn die Dialoge manchmal gestellt rüberkamen, hatte man ein Gefühl für die Figuren entwickelt und wollte nun mal weiterlesen. Für mich in der stressigen Weihnachtszeit, eine richtig tolle Lektüre zum Abschalten.

Mord im alten Pfarrhaus ist ein Versteckspiel des Täters mit vielen Wendungen und keiner klaren Spur im Schnee.

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Ich und der Weihnachtsmann

Matt Haig , Sophie Zeitz , Chris Mould
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 21.09.2018
ISBN 9783423289658
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Nachdem Amelia letztes Mal das Weihnachtsfest gerettet hat, lebt sie nun in Wichtelgrund beim Weihnachtsmann und seiner Frau Mary. Aber so zauberhaft, wie alle denken, ist es nicht als junges Mädchen dort aufzuwachsen. Die Schule ist schwer, jeder schaut sie schräg an und Amelia fühlt sich mehr denn je nicht willkommen. Dazu kommt noch, dass sich in Wichtelgrund etwas zusammenbraut, eine böse Intrige wird im Hintergrund geschmiedet und nicht nur Amelia‘s Neues zu Hause ist in Gefahr, sondern das gesamte Weihnachtsfest. Wer steckt dahinter? Kann sich Amelia beweisen, dass sie doch nach Wichtelgrund gehört? Und wird Weihnachten wieder stattfinden?

Die Vorweihnachtszeit, ohne eine Matt Haig Weihnachtsgeschichte gelesen zu haben, ist ja schon fast undenkbar. Immerhin lässt er mit seinem Nikolaus Erstrecht die richtige Weihnachtsstimmung erklingen. Somit ist es für mich schon Tradition jedes Jahr eine Geschichte zu lesen und den Zauber in mir dann zu spüren. Ob mich der Kampf ums Weihnachtsfest in die richtige Stimmung gebracht hat, erzähle ich euch nun.

Amelia steht hier im Mittelpunkt der Geschichte, als armes ehemaliges Kaminkehrermädchen hat sie Weihnachten gerettet und der Weihnachtsmann hat sie mit nach Wichtelgrund genommen. Hier also soll sie leben, aber das Einfügen in die Gemeinschaft ist schwerer als gedacht. In der Schule ist sie die Schlechteste und die Fächer für einen Menschen völlig unlogisch und das, was sie gerne möchten, nämlich Schlitten fahren, darf sie nicht. So fühlt sich Amelia immer mehr in die Außenseiterrolle gedrängt und kann den Zauber der Weihnacht gar nicht mehr fühlen. Bis sie durch Zufall auf etwas Ungewöhnliches trifft und der Sache auf den Grund gehen möchte, damit sie sich beweisen kann und endlich anerkannt wird. Aber wird es so einfach sein? Wird man ihr überhaupt glauben schenken? Auf einen Versuch kommt es an.

Ich mag diese kleinen zauberhaften Geschichten über Wichtel, Rentiere und den Weihnachtsmann. Immerhin verströmen die Geschichten von Matt Haig genau das richtige magische Vorweihnachtsgefühl. Genauso ging es mir hier auch, die Vorfreude war immens und man fällt sofort in die Welt hinein und gönnt sich dazu ein Plätzchen. Das Setting aus weißer Schneelandschaft sorgt in unseren tristen Grau für richtig schönes Wohlgefühl und die Figuren sind einfach herzallerliebst. Diesmal stand aber Weihnachten nicht ganz so im Vordergrund wie sonst, sondern der Kampf in Wichtelgrund um die Vorherrschaft. Denn auch Wichtel sind nicht immer nur putzig und süß. Dazu kommt ein anderer Gegner, nämlich der Osterhase. Klingt ein bisschen verrückt und nicht wirklich passend, war aber überaus amüsant und stimmig.

Matt Haig hat einfach ein Gefühl für Weihnachten und kann es wunderbar in seinen Geschichten transportieren und seine Leser damit einstimmen und glücklich machen. Dazu noch die wunderbaren Illustrationen von Chris Mould und ganz ehrlich, besser geht es nicht für eine Weihnachtsgeschichte. Hier ist einfach alles drin, Mut, Glück, Kampf, Zuckerstange, Liebe, rote Weihnachtsmütze und vieles mehr. Wer danach nicht in Weihnachtsstimmung kommt, ist einfach selber schuld. Natürlich darf man den Witz von Matt Haig nicht vergessen und seine bildhafte, spannende Erzählweise. Damit treibt er einen durch die Seiten und lässt den Leser einfach nicht von der Geschichte loskommen. Ein unglaublicher Lesespaß für groß und vor allem für klein.

Ich und der Weihnachtsmann war wieder ein Genuss zu lesen und es ist einfach toll mitzuerleben, wie der Autor so kleine Lebensweisheiten einbaut und diese spielerisch und wunderbar klar zu erkennen für jeden transportiert und somit aus einer herzigen Geschichte viel mehr macht. Also stimmt euch ein und lasst die Magie wirken.

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61 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

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Weihnachten wird wunderbar

Lucie Castel , Vera Blum
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Thiele & Brandstätter Verlag, 02.10.2018
ISBN 9783851794083
Genre: Romane

Rezension:

Es ist das erste Weihnachten ohne ihren Vater und Scarlett hängt mit ihrer Schwester Mélanie am Londoner Flughafen fest. Ein Schneesturm legt den Flugverkehr lahm und ihre Mutter, die zu Hause in der Bretagne wartet, wird am Telefon immer ungeduldiger. Scarlett‘s Nerven liegen blank und so bekommt sie nicht mit, dass sie in die Herrentoilette geht und aus lauter Frust und Ärger, schreit sie diesen heraus, allerdings wird sie dann von einem Herrn verwundert angeschaut. Dieser Gentleman lässt sich auch zu gleich auf einen ironischen Schlagabtausch mit der jungen Frau ein und es soll eine Begegnung mit Folgen werden. Nicht nur, dass Scarlett aus London nicht wegkommt, nein, William ist auch noch zur Stelle, wenn es darum geht, die lange Wartezeit zu überbrücken und nachdem auch am nächsten Tag, der Schneesturm für Eis gesorgt hat, lädt er die beiden Frauen in sein Haus in Kensington ein. Was für eine schöne Aussicht auf Annäherung wäre da nicht William‘s Familie, die überrascht aufschlägt und für eine Weihnacht mit Chaos, Verwicklungen und Überraschungen sorgt. Möge das Drama beginnen, oder ist es ein besonderer Anfang? Werden Scarlett und William sich viellicht doch näher kommen? Oder wird Weihnachten ein Desaster?

Weihnachten und Liebesgeschichten sind ja nicht jedermanns Geschmack. Zu oft zu kitschig, zu oft zu schnulzig und naja, Gefühle und Tränen im Übermaß. Warum ich hier trotzdem zum Buch gegriffen habe, hat drei Gründe. Der Erste, ist einfach, die Autorin ist eine Französin und die können bekanntlich über die Liebe schreiben. Der zweit Grund, diese Geschichte ist der Liebling der französischen Buchhändler und der Dritte, der Klappentext klingt verdammt gut. Und ob es auch für mich wunderbare Lesezeit gab, erzähle ich euch nun.

Viele Geschichten fangen ja am Flughafen an und das verschneite Ambiente hat da schon für einige Liebesgeschichten gesorgt. Aber wenn es gut gemacht ist, kann es ja egal sein. Wir werden also direkt in die Toilettenszene hinein geschupst und lernen Scarlett kennen. Sie ist Architektin, überarbeitet, endgenervt und in innerlicher Panik, das sie der Aufgabe, auf ihre Mutter und Schwester aufzupassen nicht gewachsen ist. Dementsprechend frustet sie das Telefonat mit ihrer Mutter, sie kann es nicht ändern und dann kommt auch noch so ein britischer Schnösel und Scarlett fährt die Krallen aus. William dagegen ist Kunsthändler und die Ruhe in Person. Diese Frau amüsiert ihn und je mehr er sie trist, umso interessanter findet er sie. Ihre Gespräche sind ein wahrer Schlagabtausch an Originalität und Spitzfindigkeit, aber auch der Funke des Interesses ist spürbar. Nach und nach fängt die Schnupperphase an und auch die Anziehungskraft setzt ein.

Ich will hier gar nicht mehr verraten, denn die Autorin lässt unsere Hauptfiguren nicht am Flughafen verweilen, sondern lässt den zweiten Teil im Hause von William spielen und da haben wir Familie ohne Ende mit dabei. Tja, und Familie ist nicht immer unbedingt das Schönste und erst recht nicht, wenn man eine exzentrische Mutter hat. So beginnt eine Verkettung aus Missverständnissen und Verwicklungen, die der ganzen Geschichte, einen richtig schönen pepp, gibt. So hatte ich viel zum Lachen, zum Ärgern, zum Dahinschmelzen und mitfiebern. Was mir richtig gut gefallen hat, waren die Dialoge, einfach raffiniert, kein bisschen platt, oder schmalzig. Die Autorin hat auch noch einen tollen Humor und das Feingefühl, diesen gut portioniert einzusetzen. Ihre Dosis Weihnachtszauber war herrlich und absolut vergnüglich.

Hinten auf dem Klappentext gibt die Zeitschrift France Dimanche seine Meinung zum Buch und ich kann diese voll bestätigen. Diese Geschichte hat französisches Flair und genial eingesetzten britischen Humor, der absolut wunderbar harmoniert. Und ja, es etwas von „Tatsächlich Liebe“ nur halt eine Geschichte davon, aber eben absolut zauberhaft.

Was soll ich noch sagen, ich bin verliebt und kann es euch nur vom Herzen empfehlen. Also lesen!

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128 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 37 Rezensionen

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Wie Eulen in der Nacht

Maggie Stiefvater , Katharina Volk
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.11.2018
ISBN 9783426522820
Genre: Fantasy

Rezension:

Wunder findet man nicht überall, dafür muss man sich auch schon mal durch die Wüste Colorados schlagen und nach der Familie Soria suchen und dem Ort Bicho Raro. Dieser besteht nur aus Familienmitgliedern und Pilgern. Die sich gezielt aus dem Weg gehen und um eine unsichtbare Grenze untereinander tanzen. Dabei kam jeder mit dem Wunsch nach einem Wunder her, aber wie so ein Wunder aussieht, damit hat keiner gerechnet. Denn diese können unberechenbar, rätselhaft und außergewöhnlich sein und mit einem Wunder ist es nicht getan, man muss sich aus eigener Kraft das Zweite holen, ansonsten bezahlt derjenige einen hohen Preis. Daniel Soria bewirkt die Wunder, darf aber diesen Leuten nicht nach dem Wunder helfen, sonst würde über ihn die Dunkelheit hereinbrechen und diese Regel ist heilig. Aber was, wenn er sich doch einmischt? Was wird ihm passieren? Und kann die Familie ihm wirklich nicht mehr helfen?

Was hat mein Herz aufgejauchzt, als ich gesehen habe, dass es einen neuen Maggie Stiefvater geben wird. Endlich wieder mystische und melancholische Geschichten mit einem Hang zur Poesie. Zumindest war das mein Wunsch und ehrlich gesagt, bin ich total davon ausgegangen, dass es ein absolutes Lesehighlight sein wird. Nach den ersten Zeilen kam mir die Ernüchterung und der Kampf mit den Seiten begann. Ich versuche nun in Worte zufassen, was mich gestört hat und warum ich keinen richtigen Zugang zur Geschichte bekam.

Die Geschichte spielt 1962 und fängt damit an, dass die drei Jüngsten der Soria Familie heimlich und ziemlich abseits der restlichen Familie, einen Radiosender in der Wüste betreiben. Cousin Joaquin gibt den Radio-DJ und hält seine Hörer als Diablo Diablo bei guter Laune. Er ist, das verkannte Kind in der Familie und träumt von einem Leben beim Radio. Beatriz ist das logische und technische Genie, und da sie oft ruhig, unnahbar und emotionslos erscheint, werden ihr auch gleich alle Gefühle abgesprochen. Außerdem werden die beiden von Daniel begleitet, der sich eine Ruhe vor dem nächsten Wunder gönnt und ein wenig Ablenkung. Aus einen wilden und draufgängerischen Jungen ist ein ernsthafter Heiliger geworden, denn es schmerzt, nicht mehr für seine Pilger tun zu können. Tja und dieser Daniel bricht die Regel und mischt sich in eins seiner Wunder ein, mit fatalen Folgen. Aber bis wir wissen, was ein Wunder ist und was Daniel überhaupt getan hat, vergehen viele Seiten.

Maggie Stiefvater baut ihre Geschichte nämlich sehr verwirrend auf. Wir bekommen jede Menge Figuren präsentiert, auf der einen Seite die Familie Soria und auf der anderen die Pilger, die immer noch an Ort und Stelle verweilen. Jeder hat seine Geschichte und jeder ein bestimmtes Schicksal, so schweift die Autorin ganz gern ab und erzählt zu jedem etwas und das hat für mich die Geschichte irgendwie erschwert. In so einem dünnen Buch, soviel hinein zupacken, ist schon irgendwie irre, lässt aber manchmal den Kern der Geschichte verwischen und man weiß gar nicht so recht, wem folge ich und wer ist eigentlich wirklich relevant für die Geschichte. Dann lässt sich die Autorin recht viel Zeit um einen die Wunder näher zu bringen, so ist man am Anfang wirklich verwirrt und unschlüssig, was man überhaupt davon halten soll und warum die Soria‘s, so unglaublich Panik schieben, ist einen zunächst auch nicht klar. Erst langsam entwirrt sie die Zusammenhänge und entwickelt dabei direkt noch mehr neue Geschichten.

Ich weiß gar nicht, wie ich erklären soll, dass das Lesen wirklich ein Kraftakt war. Also für gemütliche entspannende Lektüre am Abend, nach einem wirklich harten Tag im Büro, kann ich die Geschichte gar nicht empfehlen, weil man am Ball bleiben muss, um einfach hinter dem ganzen Drama zu schauen. Für mich war es eher ein Glücksgefühl, das Buch beendet zu haben und ich bin allein über diesen Gedanken extrem traurig. Nun ist etwas Zeit vergangen und ich muss sagen, mich lässt das Buch immer noch nicht so ganz los. Denn die Figuren und die Kernaussage ist eine unglaublich wichtige gewesen. Sich selbst zu stellen, seine Dunkelheit anzuerkennen, um sich selbst besser zu verstehen, ist ja nicht unbedingt schlecht. Ich glaube, wenn man anders an die ganze Geschichte herangegangen wäre, nämlich unter dem Aspekt, dass es sich um ein mexikanisches Folklore Märchen handeln würde, hätte man es ganz anderes betrachtet. Tja und die Figuren sind schon ziemlich herzallerliebst gewesen.

Wer also mexikanisch angehauchte magische Märchen mag, wird hier vielleicht seine Freude haben. Für mich war es trotz der Figuren, zu ausschweifend und zu viel vom allem guten Geistern.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

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Ein Fall für Fuchs & Haas: Die Bestie im Moor - Krimi

Ivo Pala
E-Buch Text: 252 Seiten
Erschienen bei null, 14.08.2018
ISBN B07GH1FTD9
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bodo Fuchs ist endlich mit seinen Reparaturen seines Zeeskahns fertig und möchte es zu Wasser lassen. Logo, das alle auftauchen und mit ihn feiern wollen. Allerdings fällt das Fest ins Wasser, denn das Team Fuchs & Haas wird zu einem Tatort bestellt. Es gibt eine Leiche im Moor und alle glauben daran, das es nur das Monster gewesen sein kann. Dieser Aberglaube hält sich sehr hartnäckig und lässt die Ermittlungen manches Mal ins Unheimliche laufen. Und gerade die Gisa Haas, die kluge standhafte Frau wird in ihren Grundfesten erschüttert. Bodo muss somit nicht nur einen Fall aufklären, sondern auch um seine Partnerin kämpfen, damit die Bestie im Moor ihm nicht auch noch zum Verhängnis wird. Kann er sich, durch das ganze Wirrwarr aus Immobilienspekulation, Naturschutz und Scharlatanerie durchboxen? Ist an dem Aberglauben irgendwas dran? Und wird er sich der Bestie stellen?

Es ist doch immer wieder schön einen Fall von Fuchs und Haas in Reserve zu haben, weil man weiß, das wird Lesefreude pur. Nur konnte ich diesmal nicht so lange warten und musste mal rein schnuppern. Das ist natürlich tödlich, denn man kann dann nicht aufhören und hat ständig Hunger. Ob sich meine Ungeduld gelohnt hat, erzähle ich euch nun.

Es ist schon der dritte Fall für dieses Ermittlerpaar und was soll ich, euch diese beide noch beschreiben. Ihr kennt sie ja schon aus meinen ersten beiden Besprechungen. Vielleicht noch so viel, Bodo muss sich zwei Frauen stellen und ich glaube, er weiß nicht für welche wirklich sein Herz schlägt. Zudem ist er genauso hungrig wie immer und stapft durch jedes neandertalerische Mienenfeld, was die Frau Kollegin stellt. Wacker hält er sich und kommt doch ins polizeiliche Grübeln. Gisa Haas ist wieder hoch korrekt und überaus überzeugt mit dabei, forsch schreitet sie voran und bildet so mit ihren Kollegen ein tolles Team. Aber diesmal kommt sie an ihre Grenze und das vielleicht nicht nur in einer Sicht. Mehr sag ich einfach nicht, ihr dürft sehr gern meine kryptischen Anspielungen entwirren.

Der Fall an sich hat mich ein bisschen an Sherlock Holmes und seinen Hund von Baskerville erinnert. Immerhin gibt es auch eine alte Legende und ein Schauermärchen dazu. Auch ein Moor ist vorhanden und Nebel sowieso. Mehr allerdings auch nicht, aber so konnte man richtig schön in Schauerstimmung kommen. Hach, das fand ich fein. Ansonsten hat der Fall noch einiges mehr an Wendungen und Verwicklungen zu bieten und vielleicht auch was mit Hexerei. Wenn ich das so schreibe, kommt doch einiges zusammen was die Seiten gefüllt haben und mich wieder herrlich unterhalten hat.

Ivo Pala trifft einfach, mit seinen Küstenkrimis einen Nerv bei mir, der einfach süchtig macht. Das Team ist originell und hat genug Privates, das es nicht langweilig wird, ganz im Gegenteil. Davon bekommt man gar nicht genug. Dann der Humor herrlich in Szene gesetzt und ich mag es, wenn der Bodo mit seinen Lesern spricht, oder der Ivo. Dazu noch die Fälle, kleine knifflige Morde, die dem Ganzen eine schöne Richtung geben. Soweit Mord schön sein kann. Es ist Ernst, aber zu gleich so locker, schräg und flockig, dass man einfach nicht genug bekommt. Fast hätte ich es vergessen, die Location, ist auch genial gewählt. Der Dialekt, das Essen, oh das Essen und die Meeresbrise, es ist, wie Urlaub machen.

Die Bestie im Moor war wieder ein Knaller für mich und ich hatte wirklich herrliche Lesestunden. Bitte mehr, Herr Autor, ich bin jetzt schon auf Entzug.

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72 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

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Das Heim

Mats Strandberg , Nina Hoyer
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei FISCHER Tor, 24.10.2018
ISBN 9783596703678
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Monikas Zustand wird immer bedenklicher, seit ihrem Herzinfarkt, ist sie nicht mehr die gleiche, da bei ihr nun Demenz ausgebrochen ist. Alleine Leben ist nicht mehr drin und so müssen sich ihre Söhne um sie kümmern. Während Björn sich um seine eigene Familie sorgen muss, bleibt nur Joel, das Sorgenkind übrig. Zwanzig Jahre war er nicht mehr in seinem Heimatort und nun muss er sich, um schwere Entscheidungen bemühen und mit alten Geistern seiner Vergangenheit kämpfen. So bleibt ihm nichts anderes übrig, als seine Mutter ins Seniorenheim zu bringen und sich, um das Haus zu kümmern. Aber, anstatt das er sich nun besser fühlt, da seine Mutter in besten Händen ist, wird er zunehmend besorgter. Seine Mutter magert ab, wird in ihren Äußerungen bösartig und weiß dunkle Geheimnisse, von jedem in ihrer Umgebung. Ihr Zustand wird immer schlimmer und die Atmosphäre auf der ganzen Station wird unruhiger. Die alten Leute nehmen etwas Fremdes in ihren Kreis war und es wird zunehmend stärker. Was bemächtigt sich hier Monika? Kann Joel ihr überhaupt helfen? Und wie viele werden die dunkle Macht zu spüren bekommen?

Was habe ich mich gefreut, als ich in der TOR Vorschau damals, den Namen des Autors entdeckt hatte. Mit seinem Buch „Die Überfahrt“ hatte er mir richtig geniales Kopfkino beschert und so tolle Lesestunden, dann ist doch klar, dass sein neustes Werk direkt geordert wurde. Allerdings ist das Cover schon ziemlich unheimlich und der Klappentext mehr als schaurig. Ob mich auch dieses Setting des Unheimlichen packen und begeistern konnte, erzähle ich euch nun.

Die Geschichte wird diesmal nur aus drei Sichten geschildert. Da haben wir Joel, den Sohn, den Verlierer und das absolute Problemkind. Er war in seiner Jugend schon ein Einzelgänger und hatte bis auf seine beste Freundin Nina keinen großen Freundeskreis. Aber die Zwei hingen wie Pech und Schwefel zusammen und hatten einen großen Traum, nämlich zusammen Musik zu machen. Daraus wurde nie etwas, denn Nina hat das kurz vorher aufgegeben und so ist Joel allein nach Stockholm und total abgerutscht. Drogen, Alkohol und Party, bis ein Schlüsselerlebnis ihn aus diesem Sumpf rausgeholt hat, allerdings ist er mit seinem Leben mehr als unglücklich und ein Schatten seiner selbst. So anders als sein erfolgreicher Bruder, der mit Karriere und eigener Familie immer der Glanz der Familie war. Aber nun ist er zurück und muss sich um seine Mutter kümmern. Mit Geduld, die immer schwerer fällt und mit Sorgen, die mit jedem Tag größer werden. Schnell ist klar, dass ein mobiler Krankendienst nicht ausreicht, denn selbst eine Minute ohne Aufsicht, könnte das Haus in Flammen aufgehen lassen. Joel muss seine Mutter in einem Seniorenheim unterbringen. Das ist ein Wechselbad der Gefühle, Joel schwankt zwischen Erleichterung und schlechten Gewissen hin und her. Und diese Gefühle werden immer schlimmer, wenn er den Verfall seiner Mutter bei jedem Besuch sieht.

Die nächste Stimme ist Nina, sie ist die Jugendfreundin von Joel und kann es nicht glauben, das sie ihn nun jeden Tag sehen muss, da sie im Seniorenheim arbeitet. Damals haben die beiden sich nicht im Guten getrennt und nun schweben so viele ungesagte Worte zwischen ihnen, außerdem kommen noch Wut und Enttäuschung dazu. Natürlich ist die erste Begegnung angespannt, die Luft explosionsartig aufgeladen und ein Wort führt zum anderen. Die Missverständnisse und Uneinsichtigkeit bleiben weiterhin bestehen. Aber Nina fühlt sich auch Monika verpflichtet, immer hin war sie die Mutter, die sie nicht hatte. In der Familie fühlte sie sich immer aufgehoben und beschützt, aber nach dem Knall zwischen Joel und ihr, hat sie sich nicht mehr um Monika gekümmert und nur noch ihre eigene Familie gesehen. Tja, und diese fällt gerade auch auseinander. Der Sohn schon groß und genervt von Mami und die Eheleute in einer Krise. Aber so richtig eingestehen mag sie es sich nicht. So steckt Nina ihre Kraft in die alten Leute, aber je mehr Monika sich verändert umso mehr Angst bekommt Nina.

Und die dritte Stimme ist das Heim an sich, es beschreibt Situation und was gerade bei den Bewohnern passiert und spitzt die Lage nochmals ganz besonders hoch. Tragik an jeder Front und genau das ist hier der Punkt, das Heim. Der Autor wählt einen Punkt in unserem Leben, den keiner gern sieht. Alt zu werden, eine Last zu sein, nicht mehr richtig zu funktionieren und auf fremde Hilfe angewiesen zu sein. Diese Schwere ist schon wirklich böse gewählt und dann passieren unheimlich Dinge. Monika ist böse, spitzzüngig und hinterhältig, lässt alles natürlich aussehen und doch, wenn keiner hinguckt, stößt sie dem Betreffenden einen Dolch zwischen die emotionalen Rippen. Aber ist sie das wirklich Selbst, oder ist sie besessen. Das macht das alles so schön unheimlich, unangenehm und doch kann man nicht aufhören zu lesen.

Mats Strandberg hat es wieder geschafft, einen an die Seiten zu fesseln, in eine Horrorvorstellung einzuladen und mit Geschick einem in Angst zu versetzen. Dabei sind seine Figuren der starke Punkt in der Geschichte, sie haben Tiefe und sind auf keinen Fall eindimensional. Allerdings hat mir hier das gewisse Etwas gefehlt, es ist gut zu lesen und man mag es, aber es zog sich ein wenig hin. Das Buch ist einfach Ruhiger gestaltet, als sein Letzteres und spielt mehr mit unseren Ängsten und den Alltagsleben in einem Heim. Das allein ist Schauer genug, aber mir hat da einfach ein bisschen mehr Kitzel gefehlt. Für mich war es ein bisschen mehr, das zurück Finden in das eigene Leben von Nina und Joel. Und hierfür hat er sich halt Zeit genommen und so die Spannung und das Horrorelement zurück geschraubt. Ich fand das nicht schlecht, aber man hat irgendwie mehr erhofft.

Das Heim ist fesselnd, bildhaft, sehr eindrücklich und realitätsnah. Man geht mit den Figuren mit und lässt den langsamen Spannungsaufbau auf sich wirken. Der Autor ist schon ein bisschen böse, seine Leser in solch ein Setting zu entführen, nun bin ich gespannt, was er sich als Nächstes einfallen lässt. 

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55 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

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Bittere Schokolade

Tom Hillenbrand
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 08.11.2018
ISBN 9783462050738
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Xavier Kieffer läuft durch Zufall seiner Jugendliebe Ketti Faber über den Weg und diese lädt ihn zu sich nach Brüssel ein. Mit komischem Gefühl, denn eigentlich wollte er sie nie Wiedersehen, steht er nun in ihrer Patisserie und lässt sich in die Welt der Schokolade einführen. Aber Ketti hat noch ganz andere Dinge mit diesem Produkt vor, sie möchte die Schokolade revolutionieren. Allerdings soll es nicht mehr dazu kommen, da sie kurz darauf ermordet in Xaviers Armen stirbt. Für den Koch beginnt somit eine turbulente Zeit, denn wer ihn kennt, weiß, dass er den Tod aufklären muss und sich damit selbst in die Schusslinie bringt. Was hat Ketti also herausgefunden? Hat es mit der mysteriösen Plantage in Westafrika zu tun? Oder hängt ihr Tod mit dem Botschafter der Republik Kongo zusammen, der kurz vor ihr das Zeitliche gesegnet hat? Oder kommen da noch ganz andere Machenschaften ans Tageslicht? Xavier legt los und entdeckt eine ganz andere Seite von der Schokolade.

Dieses Jahr scheint ein Hillenbrand Jahr zu sein, denn es ist schon die zweite Neuerscheinung, die ich lesen darf. Während ich im Frühjahr in einer fernen Zukunft gewandelt bin, darf ich hier meinem Lieblingskoch begleiten. Ich liebe diese Reihe einfach, dieser Koch ist so schön schrullig und altmodisch, aber dabei hat er einfach eine tolle Ausstrahlung, dass man ihn sehr interessant findet. Dazu noch diese Lebensmittelskandale, die einen überraschen und die Welt mit anderen Augen sehen lässt. Diesmal ist die heiß geliebte Schokolade dran, und ob sich danach noch welche essen kann, erzähle ich euch nun.

Xavier Kieffer darf nun schon zum sechsten Mal ermitteln und ist für mich immer noch ganz hoch im Kurs. Diesmal bekommt er es ein bisschen mit seiner Vergangenheit zu tun, denn Ketti ist die Frau aus seiner Pariser Zeit gewesen. Wilde Partys, viele Drogen und der Traum von der ganz großen Küche, waren dort an der Tagesordnung und unser Koch erinnert sich nicht gern dran. So ist das erste Treffen ein Gefühl von Freude, aber auch unterschwelligem Unwillen an alte Zeiten denken zu müssen. Kieffer rang mit sich, ob er nun nach Brüssel fahren soll, oder nicht. Die Neugier hat aber gesiegt und so steht er in Brüssel und hört sich die Welt der Schokolade an. Für Ketti reicht es aber nicht, nur mit diesem Produkt zu arbeiten, nein, sie möchte den Kakaohandel fairer machen. Denn das ist ein ganz eigener Markt und die Leute, die dafür schuften, bekommen nichts ab. Für Xavier, eine neue Welt und er ist interessiert mehr zu erfahren und nimmt auch die Einladung zur Besichtigung ihrer Manufaktur an. Dort nimmt er auch Pekka mit und beide lassen sich alles zeigen, sogar Bilder bekommen sie mit und Pekka spürt, das etwas nicht stimmt, aber er kommt nicht direkt darauf. Dann passiert der Mord und Xavier übereilen die Ereignisse.

Ich mag einfach nicht mehr verraten, es ist so geballt an Informationen und der Autor entführt uns nicht nur in eine Richtung, sondern wartet mit vielen Verwinkelungen auf. Zuerst steht aber die Schokolade im Vordergrund und man ist so erstaunt, dass die Hersteller gar nicht viel mit dem Produkt machen, also sie bekommen die Schokolade in Blöcken geliefert und machen „nur“ noch alles hübsch. Da hat man doch immer gedacht, sie würde aus den Bohnen selber ihre Mischung herstellen, aber nein, das machen meistens schon die Plantagen. Und so geht es weiter, wir erfahren über den Anbau, die Pflanzen und natürlich die Verarbeitung. Welche Sorten es gibt und welches Unternehmen sich mit fairem angebauten Kakao brüstet. Da hört der Autor aber nicht auf, sondern lässt dann noch Wirtschaft und Politik hineinfließen und es wird irre spannend und ein großes Spektakel. Genau das, liebe ich an dieser Reihe, der Blick hinter den Kulissen, nicht nur die Liebe zum Essen, sondern die bösen Machenschaften dahinter. Und Schokolade ist unglaublich interessant, was da alles dahinter steckt und wie blauäugig wir diese vernaschen.

Bittere Schokolade hat mit Sicherheit einen gewissen Beigeschmack, aber das habe ich immer, wenn ich einen Kieffer gelesen hatte, deshalb schmeckt sie mir immer noch. Was ich aber wieder sehr beeindruckend fand, waren die vielen kleinen Fäden, die Tom Hillenbrand anspricht, verwebt und zu einem großen Ganzen verstrickt. Diese Komplexität unterhaltsam und spannend rüber zu bringen, ist einfach das große Talent. Elegant und leichtfüßig führt er uns durch die Seiten und hält die Mischung aus Essen, Privatleben und Fall gut dosiert hoch. Es ist natürlich auch die Figur Kieffer, die einen so ans Herz gewachsen ist, das man ihn einfach gerne begleitet und immer wieder den Kopf schüttelt über seine Engstirnigkeit. Ganz tolles Kino, mit wohlfühl Charakter.

Bittere Schokolade ist ein komplexer Blick hinter die Kakaobohne, spannend, fesselnd und ein herrlich kulinarischer Genuss. Jetzt heißt es nur wieder warten, warten, warten, aber ich bin beim nächsten Abenteuer definitiv wieder mit dabei. Kieffer rockt.

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638 Bibliotheken, 45 Leser, 1 Gruppe, 75 Rezensionen

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Das Gold der Krähen

Leigh Bardugo , Michelle Gyo
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Knaur, 03.09.2018
ISBN 9783426654491
Genre: Fantasy

Rezension:

Die Krähen sind zurück in Ketterdam. Von ihrem Abenteuer heftig durchgeschüttelt und noch ganz überwältig, denn das sie lebend aus diesem Auftrag herauskommen, hätte keiner von ihnen gedacht. Aber dann werden sie überrumpelt, verraten, um ihrer Belohnung betrogen und Inej gerät in Gefangenschaft. Nur mit Mühe und viel Geschick kommen die anderen um Haaresbreite davon. Doch soll alles umsonst gewesen sein? Kaz Brekkers ist nicht umsonst ein großer Pläneschmieder und er sinnt nach einem, Rache. Nun wird mit anderen Karten gespielt und die elegante Art beiseitegeschoben, Kaz kennt kein Risiko und für ihn kann ein Deal nicht schmutzig genug sein, um das zu bekommen, was er möchte. Wird er Inej befreiten können? Werden alle Krähen ihr Geld noch bekommen? Und wird Ketterdam am Ende noch stehen?

Kaum eine Fortsetzung habe ich so herbeigesehnt wie dieser. Das Lied der Krähen hatte mich so überwältigt und eine ganz neue Fantasywelt offenbart. Unglaublich spannend, fesselnd und mit solch einer Sogwirkung hatte ich damals nicht gerechnet. Tja, und dann diese Figuren, einfach originell und jeder für sich einnehmend. Nun halte ich endlich den zweiten Band in den Händen und bin fast hysterisch vor Freude und starre es verträumt an, da hat die Autorin wohl was richtig gemacht. Meine Erwartung war nach dem Knaller eines ersten Bandes ziemlich hoch, und ob diese nun erfüllt wurden, ist, erzähle ich euch nun.

Der Einstieg in die Geschichte hält sich nicht lange mit Rückblenden auf, sondern steigt sofort mittendrin, fast nahtlos ein. Wie schon im ersten Band wird das erste Kapitel von einer unbekannten Figur eröffnet. So ist man direkt wieder in der Stadt, im Gewühl und im Schatten von Ketterdam, denn das Böse brodelt weiter und andere, dunkele Machenschaften lauern um jedes Eck. Unsere Krähen müssen sich gerade unter Zeitdruck erholen, sich neu orientieren, sind aber wildentschlossen Inej zu befreien. Das ist der erste und wichtigste Punkt auf ihrer Tagesordnung, zumindest der anderen, Kaz ist gedanklich schon wieder viel weiter und schmiedet Böses voraus. Er will die Stadt erschüttern, er möchte sich mehr als nur Rächen, er will, ein Zeichen setzten, spektakulär und endgültig. Natürlich offenbart er sich seinem Team immer erst kurz vorher und so ist man immer gespannt, was er sich wieder hat einfallen lassen. Eigentlich geht es einen, als Leser, wie den Bösewichten, erst kurz vorher hört man den Knall. Aber auch, wenn seine Pläne gewagt und überraschend sind, schlafen die Bösen nicht.

Natürlich wird die Geschichte wieder von allen sechs Krähen erzählt und so bekommen wir wieder einen rund um Blick ins Geschehen und in die Köpfe. So erleben wir einen verschlossen Kaz, der sich aller Gefühle verbittet und doch nicht immer so kann, wie er möchte. Inej, die sich in Gefangenschaft stark halten muss, und trotzdem mit vielen Dämonen kämpft. Nina, die immer noch unter dem Entzug leidet und ihre Magie neu erfinden muss. Matthias, der sich eingestehen muss, dass man vor Gefühlen und Freundschaft nicht weglaufen kann. Wylan, der sich seinen Ängsten stell muss und an seinen guten Gaben wachsen kann. Jesper, der endlich erwachsen werden muss. Sie sind immer noch ein eingeschworenes Team, jeder kann sich auf jeden verlassen und ist für ihn da. Figuren, die immer noch überraschen, die eine Einheit bilden und wirklich die Großen der Geschichte sind.

Der Auftrag steht also klar fest und nun heißt es Spannung, mitfiebern und die bösen Vorahnungen beiseite schieben. Es ist ganz klar, das der zweite Band nicht mit Ortswechseln und anderen Gegenden aufwarten kann. Mir war klar, dass wir erst Inej befreien und dann war ich gespannt, was kommt und hier muss ich sagen, fand ich alles an Handlung und Geschehen logisch, aber nicht überwältigend. Dieser Hunger nach Seiten und dieser Sog nach mehr, wollte sich nicht so recht einstellen. Immer wenn die Geschichte an Spannung und Überraschungen aufgebaut hat, kam die Autorin mit einer persönlichen Rückblende der Figur, und was für mich im ersten Band super funktioniert hatte, hat mich hier aufgehalten, gelähmt und den Schwung rausgenommen. Außerdem fand ich ihre Wahl am Ende hin nicht so glücklich, ich kann es nicht wirklich ansprechen, ohne was Wichtiges preiszugeben, aber es war das leichteste und bitterste Übel und hat mir nicht so geschmeckt.

So war für mich die Geschichte nicht ganz rund und konnte für mich nicht mit dem ersten Band mithalten, aber ich bin immer noch schwer beeindruckt, was die Autorin geschaffen hat. Eine überaus interessante Welt und Figuren, die einfach absolut irre sind und einen total ansprechen. Dann ihr Humor und die ganzen Wendungen und Überraschungen, die sie in ihrer Geschichte eingebaut hat, sind einfach großartig. Leigh Bardugo ist eine große Erzählerin und ich hoffe, dass sie noch viel zu berichten hat.

Das Gold der Krähen ist eine aufregende Fortsetzung, die für mich kleine Haken hatte, mich aber dieser Welt nicht entziehen konnte. Wie damals schon fantastisch, aufregend und so facettenreich. Ach, und bildgewaltig!

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Gemina

Amie Kaufman , Jay Kristoff , Gerald Jung , Katharina Orgaß
Fester Einband: 672 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 21.09.2018
ISBN 9783423762328
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Wir befinden uns auf der Sprungstation Heimdall und fiebern den Terratag entgegen. Hanna, die Tochter des Kommandanten kümmert sich um das perfekte Outfit und freut sich auf ein Date mit ihrem Freund. Natürlich möchte sie vorher noch richtig feiern gehen und das besondere Extra hierfür, möchte sie sich bei Nik, den Sohn eines Mafia-Clans, besorgen. Beide sind der langweiligen Raumstation überdrüssig und sind mehr als bereit, was zu erleben. Allerdings hatten sie damit nicht gerechnet, denn die Station wird überfallen und von einer feindlichen Kampfeinheit übernommen. Die Besatzung wird Stück für Stück eliminiert und die Funktion des Wurmlochs ist auch in Gefahr. Heimdall schlittert auf ein Raum-Zeit-Kontinuum zu, was alles zu zerfetzen droht. Nun liegt es an Hanna und Nik nicht nur am Leben zu bleiben, sondern auch das Universum vor schlimmeren zu bewahren. Was steckt hinter dem Angriff? Werden die beiden, das Unmögliche schaffen? Und wie hoch kann in der Situation ein Flirtlevel liegen?

Endlich geht es weiter und ich konnte einfach nicht länger meine Finger von diesem Buch lassen. Illuminae hatte mich damals so umgehauen, begeistert, überrascht und schwer beeindruckt. Wie konnte so ein Wälzer, so fetzig, wie konnte man nur mit Berichten und Chats solch ein Kino im Kopf entstehen lassen und woher bitte kommen die genialen Figuren. Ihr seht, mich hat so richtig fett der Illuminae Virus erwischt. Ob dieser auch beim zweiten Teil so erfolgreich war mit infizieren, erzähle ich euch jetzt.

Zuerst sollte ich wohl gestehen, das ich ein bisschen verwirrt in die Geschichte eingestiegen bin, denn ich hatte gar nicht mit neuen Figuren und einem neuen Ort gerechnet. So ist das, wenn man sich einfach auf das Buch stürzt, ohne die Inhaltsangaben zu beachten. Also schnell gecheckt und rein ging‘s, ins neue galaktische Abenteuer, denn die Vertuschungsaktion von BeiTech ist noch lange nicht beendet. Während Kady und Ezra der Raumstation Heimdall entgegen fliegen und auf Hilfe hoffen, bekommt diese nun die Auswirkungen, des Angriffs zu spüren. BeiTech kann sich lebende Zeugen nun mal nicht erlauben.

Somit bekommen wir zwei neue Hauptprotagonisten, da haben wir zum einen die verwöhnte Hanna. Sie ist die Tochter, des führenden Kommandanten und Daddys kleines Mädchen. Allerdings hat sie es faustdick hinter den Ohren. Kampftechniken, Strategiespielchen und Shoppen gehören zu ihrer Freizeit Beschäftigung und natürlich ihr Freund Jackson. Für sie gehört aber auch zu einer Party kleine Spaßmacher und so kommt Nik ins Spiel. Er ist der Sohn von einem Mafiaboss und hat selbst schon im Knast gesessen. Er ist also ein harter böser Junge, aber ehrlich das nimmt ihm keiner ab. Er ist spitzfindig und steht absolut auf Hanna, sobald sie in Erscheinung tritt, spielen seine Hormone verrückt und er ist in super Flirtlaune. Ich kann euch sagen, da kommen Chats zusammen. Für mich waren die beiden Figuren erfrischend, passend und wirklich witzig. Das gab dem Ganzen so eine richtig tolle Würze.

Überhaupt haben die beiden Autoren einen richtig guten zweiten Teil abgeliefert. Gemina war absolut fesselnd, spannend und ich wollte es am liebsten gar nicht aus der Hand legen. Darüber hinaus ist man ja auch über die Umsetzung überrascht und freut sich über jedes neue Detail, was man entdeckt. Ich bin eh immer noch total überrascht, wie man nur mit Vernehmungsprotokollen, Chatabläufen und Zusammenfassungen von Videoaufzeichnungen solch eine galaktische Atmosphäre schaffen kann. Dabei tropft zwischen den Seiten der ironische Humor heraus und lässt einen richtig mitlachen. Aber auch die dramatischen Stellen lassen einen förmlich in die Seiten hüpfen und man ist einfach mittendrin. Dazu kommt noch der technische Kauderwelsch, der einen manchmal etwas überfordert, aber am Ende leuchtet die eigene kleine Birne hell auf. Diese ganze Mischung ist wirklich immer noch besonders, neu und so einfallsreich.

Was soll ich euch noch sagen. Gemina war wie ein Kinobesuch und ich hatte wirklich alles, spektakuläre Bilder, viel Aktion und sogar schmachtende Liebesszenen und vom Sound in meinen Ohren, fange ich gar nicht erst an. Mich konnte der zweite Illuminae Teil voll überzeugen und es hatte solch einen Spaß gemacht, ich will (hier kann ich nicht auf meine Kinderstube achtgeben), ich will ganz dringend und unbedingt Teil drei lesen.

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Verborgen

Anna Simons
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Penguin, 08.10.2018
ISBN 9783328102892
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eva Korell zieht nach München, in eine neue Stadt und somit auch ein neuer Job. Sie macht einen Schnitt in ihrem Leben und möchte ganz neu anfangen und alles hinter sich lassen. Aber bevor sie ihren ersten Arbeitstag hat, hilft sie einer Passantin, die auf dem Bürgersteig einfach umkippt. Ihre Hilfsbereitschaft soll ihr aber zum Verhängnis werden, denn diese Frau bittet sie später noch um Hilfe. Eva findet, das geht zu weit und lehnt ab. Als sie ihren Job als Gefängnisärztin anfängt, wird aber schnell klar, dass die Frau mit einem Inhaftierten verheiratet ist. Eva ist verunsichert, hat sie vielleicht falsch reagiert? Aber bevor sie das wieder grade rücken kann, ist die Frau spurlos verschwunden und ein alter Fall wird wieder aktuell. Wo ist die Frau? Wer ist hier der Täter? Und wie gefährlich werden Evas, im Alleingang durchgeführte Ermittlungen, für sie?

Anna Simons ist ein Pseudonym einer ganz sympathischen Autorin und ich bin wirklich gespannt, was sie sich hier Böses ausgedacht hat. Allein die Grundidee, einer gestandenen Ärztin in einem Gefängnis agieren zu lassen, finde ich schon ungewöhnlich spannend und hat mit Sicherheit einige überraschende Facetten. Wie sich nun der Reihenauftakt und seine Autorin hier schlagen, erzähle ich euch nun.

Eva Korell ist eine starke, selbstbewusste und toughe Frau. Die in ihrem Leben schon einige Schicksalsschläge erlebt hat und sich deshalb nicht so gern öffnet. Ihre Art in ihrem Umfeld zu fungieren ist immer freundlich und bestimmend, macht sie aber auch einsam. Damit scheint sie sich aber abgefunden zu haben, bis auf kleine stille Momente, wo doch die Sehnsucht nach mehr in der Luft hängt. Ihre Hilfsbereitschaft und ihr Engagement Mensch zu helfen, bringt sie aber auch oft an ihre Grenzen und sie macht sich auch nicht immer Freunde dabei. So passiert es ihr hier mit Nicole, eigentlich nur ein Einsatz der Menschlichkeit und schwups ist sie tief in einem Kriminalfall verstrickt.

Die Geschichte wird aber nicht nur von Eva erzählt, nein es kommt auch die besagte Nicole zu Wort. Sie ist mit einem gewaltbereiten Mann verheiratet, der eine Strafe im Gefängnis absitzt, aber bald wieder raus kommen soll. Bei ihrer Putzaktion macht sie allerdings einen schweren Fund und dieser bringt ihr, auch schon dort unsicheres Leben, noch mehr aus dem Tritt. Und später übernimmt auch noch der Herr Kommissar einen Erzählstrang, der Nicole sucht und seine Ermittlung gern mit Eva teilt.

Für Eva fängt die Zeit in München doch recht turbulent an. Wir begleiten sie durch ihren Alltag, aber auch durch ihre Gedanken und Gefühle und das macht die Geschichte erst recht interessant. So kann man verstehen, warum sie erst die Hilfe abblockt, wieso sie es doch nicht loslässt und wie sie selbst über sich hinauswächst. Das alles erzählt Anna Simons ziemlich schlüssig und einnehmend. Der Fall bekommt damit eine reale Note und einen richtig guten Spannungsbogen. Für mich waren die Ermittlungen und der Ablauf logisch und gut nachvollziehbar. Übrigens hat mir die Mischung aus Opfer und starker Ärztin richtig gut gefallen, beide müssen sich hier einigen stellen und daran wachsen, wirklich ein ganz gelungener Schachzug.

Die Autorin hat hier wirklich was richtig Tolles und Kompaktes geschaffen. Ein interessantes Setting, starke Figuren und ein ziemlich neugierig auf mehr, machender Auftakt. Ich kann mir nämlich gut vorstellen, dass da noch einige schwere Jungs und böse Fälle auf Eva warten und der nette Herr Kommissar muss doch auch wieder in Erscheinung treten, da geht noch was. Man merkt beim Lesen, das Anna Simons selbst großen Spaß an der Geschichte hatte und ihre Leser gern packen und vor Spannung an die Seiten fesseln wollte und das ist ihr gelungen.

Für mich war Verborgen ein spannender Auftakt, der mit einer richtig guten Mischung aufwartet, durch seine realen Schilderungen überzeugt und noch ziemlich viel zu erzählen hat. Ich freu mich auf mehr und bin sehr neugierig, was da als Nächstes kommt.

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39 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 6 Rezensionen

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Junger Mann

Wolf Haas
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Hoffmann und Campe, 15.09.2018
ISBN 9783455003888
Genre: Romane

Rezension:

Er bricht sich mit vier das erst mal sein Bein und es sollte nicht das letzte Mal gewesen sein, sein Trost ist die Schokolade und die Schokolade sorgt für ordentlich Übergewicht. Jahre später hat er einen Ferienjob an einer Tankstelle und den Wunsch abzunehmen. Beides hat was mit einem Schlüsselerlebnis zu tun, denn bei seinem letzten Ferienjob hat er Elsa gesehen und seit ihrem bezauberndem Lächeln ist es um ihm geschehen. Nur ist Elsa nun mit Tscho verheiratet, dem coolsten Jungen im Dorf und mit dem zu konkurrieren muss man sich schon anstrengen. Zuerst nimmt er das Gewicht in Angriff, zum Leidwesen seiner Mutter und dann freundet man sich einfach locker mit Elsa an, und bevor er sich versieht, beginnt sein Abenteuer. Wie viel wird er wohl abnehmen? Was wird in diesem Sommer 1973 passieren? Und warum kann er Tscho nicht leiden?

Wolf Haas ist in der Literatur kein Unbekannter, aber ich habe es bis jetzt nicht geschafft, etwas von ihm zu lesen. Somit ist „Junger Mann“ meine Premiere und ich bin ganz unvoreingenommen dran gegangen. Es spielt 1973 in Österreich, und wie ich später feststellte, war der Autor genauso alt zu der Zeit und lebt dort, wo sein Protagonist auch angesiedelt war. Ob es biografische Züge hat, keine Ahnung, aber auf jeden Fall gibt es ein Blick in die Jugend und davon erzähle ich euch nun.

Dieser 13-jährige Ich-Erzähler ist der typische unauffällige Junge im Dorf. Zu dick, zu uncool und die Familie verwunderlich. Immerhin ist der Bruder weg, die Mutter am Jammern und der Vater in Therapie. Kein leichtes Umfeld und bis jetzt fand er immer Trost in Schokolade, aber damit ist nun Schluss. Er will Elsa gefallen, da er sich unsterblich in diese junge Frau verliebt hat. Nur ist diese mit dem Lkw-Fahrer Tscho verheiratet. Übrigens wer hätte das gedacht, ausgerechnet der Tscho, der Herzensbrecher, der Coolste, einfach der Typ, den alle anhimmeln und kennen, nur man selber wird übersehen. So fühlt sich unser junger Mann ein bisschen Hin und Her gerissen, zwischen aufblühender Liebe und Angst vor ihrem Macker.

Wolf Haas wirft hier einen herrlichen Blick auf die Pubertät und erzählt diese mit viel Witz und Ironie. Sein Protagonist muss so einige Problemchen durchleben und ist ein Kind, dem die Zuneigung nicht unbedingt zufliegt. Aber genau das, macht ihn so unglaublich liebenswert und somit gerät er auch noch schön in Probleme anderer Art. Denn genau durch sein Benehmen, zeigt er eine Reife, die für sein Alter ungewöhnlich ist, und erklärt auch, warum er sich eher mit Älteren abgibt, als mit gleichaltrigen. Mag sein, dass in der kleinen Stadt nicht viel los ist, aber er ist einfach nicht der Typ dafür, viel zu sehr pflichtbewusst, hilfsbereit und altklug.

Außerdem bibbern wir dem Interesse von Elsa an ihm entgegen. Eigentlich müsste sich so eine Frau, ja nicht mit einem Teenager abgeben, aber die beiden verbringen einige Zeit miteinander und der Herr Autor hat da auch noch immer so kleine Andeutungen parat. Aber wenn man denkt, es wird vielleicht doch eine Liebesgeschichte auf unmoralischer Art, der denkt falsch, Wolf Haas überrascht uns und auf einmal haben wir ein Roadmovie vor uns. Mit überraschenden Momenten, Lebensweisheiten und einer Entwicklung die einen nicht los lässt. Dabei hält er aber seine heitere Stimmung bei und gibt uns gut dosiert ein bisschen Schmäh mit auf dem Weg.

Ich muss wirklich sagen, ich hatte unglaublich viel Freude beim Lesen und es war so überaus anders als erwartet. Manchmal denke ich, bei manchen Geschichten, was will der mir erzählen, wohin die Reise gehen soll, warum muss der Autor so hochtrabend daherreden, aber hier passte einfach alles. Man konnte sich gut rein fühlen, hatte selber einige Jugenderinnerungen präsent im Kopf und musste über manche Stellen wirklich schmunzeln. Dieser kleine Antiheld macht es einem so leicht ihn ins Herz zu schließen und ich fand hier diese Coming of Age Geschichte zum ersten Mal richtig gut und konnte mich damit total anfreunden.

Diese Geschichte so locker und luftig sie auch erzählt ist, hält so viel Realismus und Wahrheiten in sich, die einen berühren, ohne zur schweren Kost zu werden. Ein tolles Buch und ein wunderbarer Stil zu erzählen. Junger Mann ist absolut gelungen und wird nicht mein letzter Haas sein.

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Leider verliebt (Herzchenkonfetti 4)

Sandra Henke
E-Buch Text: 105 Seiten
Erschienen bei null, 04.04.2018
ISBN B079SN1CFG
Genre: Liebesromane

Rezension:

Zoey ist Poetry Slammerin und wurde mit ihrem ersten Buch mega erfolgreich und nun soll sie nachlegen. Das Konzept steht, die Werbebilder sind gemacht, nur die passenden Texte fehlen. Die Autorin fühlt sich kein bisschen unter Druck gesetzt, nur die innere Panik steigt immer mehr an. Dann soll das Buch auch noch zum Herz erweichend sein, aber wie soll Zoey dafür in Stimmung kommen, wenn um sie, rund um alle verliebt sind. Da hilft nur eins, raus aus der Wohnung, raus aus der Stadt und ganz weit weg. Wie zum Beispiel in ein Leuchtturmwärterhäuschen auf einer Halbinsel. Einsamkeit, melancholische Stimmung, perfekt denkt Zoey, bis sie den Handwerker Matt begegnet. Pfutsch ist die Ausgangslage für ihr zweites Buch, aber dafür zieht ein Schwarm Schmetterlinge ein. Wird Zoey noch ihr Buch schreiben? Oder wird sie sich der Ablenkung widmen? Was ist ihr wichtiger Liebe oder ihr Buch?

Sandra Henke hat hier den vierten Band ihrer Herzchenkonfetti Reihe nach gelegt. Es handelt sich zwar „nur“ um eine Kurzgeschichte, aber manchmal benötigt man doch nur den richtigen Liebeskick um einen schönen Lesetag zu haben. Zumindest war das meine große Freude, denn nachdem ich viel Mord und Totschlag gelesen hatte, wollte ich mich einfach mal wieder so richtig schön einkuscheln. Ob es der Autorin gelungen ist, erzähle ich euch nun.

Zoey ist eine junge Frau, die eine Leidenschaft für das Poetry Slammen hat und damit auch noch recht erfolgreich ist. Ihr Mundwerk ist recht lose, sie ist schlagfertig, ungezwungen und ein bisschen flippig. Einfach sympathisch und man mag sie sofort. Nun ist auf ihrem Erfolg ein Verlag aufmerksam geworden und hat ein Buch gemacht, was total durchgestartet ist. Nun allerdings schreit der Kommerz nach mehr und Zoey ist verzweifelt, weil ihr die richtigen Reime zur Vorlage des Verlags nicht einfallen. Überhaupt ist sie für Herzschmerz nicht in der Stimmung und alle Bemühungen dahin erfolglos. Selbst ihre Flucht in die Einsamkeit hat nicht die gewünschte Wirkung, das sie sich in Matt verliebt und sie unbedingt versucht, diese Gefühle los zu werden, macht alles nur noch Schlimmer. Was natürlich mit vielem Slapstick Situationen endet.

Aber mehr will ich gar nicht verraten, denn es ist ja eine Kurzgeschichte, und wie die Begegnungen und das Hin und Her verlaufen, sollt ihr selber lesen. Auf jeden Fall hat Sandra Henke hier wieder eine schöne süße und witzige Liebesgeschichte geschrieben. Die wie eine Praline ist, überraschend und so wohltuend für die Seele. Man amüsiert sich, kichert, seufzt an der richtigen Stelle und hat dabei einfach eine schöne Zeit. Es ist eine tolle Mischung, aus Heiterkeit mit witzigen Sprüchen und romantischer Stimmung. Man hat richtig toll gemerkt wie die Wärme beim Lesen einen richtig durchströmt und man einfach herrlich beseelt die Geschichte nachwirken lässt.

Leider verliebt ist für diese Jahreszeit einfach perfekt, da sie zum Lachen und zum Mitfiebern einlädt. Herzchenkonfetti inklusive.

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239 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 43 Rezensionen

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Monsters of Verity - Dieses wilde, wilde Lied

Victoria Schwab , Bea Reiter
Fester Einband: 432 Seiten
Erschienen bei Loewe, 17.09.2018
ISBN 9783785588635
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Verity City ist eine große Metropole, die von zwei Seiten beherrscht wird und deren Bewohner den Kampf ums Überleben selbst wählen können. Denn diese Zeit, steckt voller Monster und für jede Gewalttat der Menschen, bringt es neue hervor, die in der Dunkelheit lauern. Die zwei Herrscher haben zwar einen Friedensvertrag geschlossen, aber ob dieser so sicher ist, soll August herausfinden. Er soll im feindlichen Gebiet zur Schule gehen und so trifft er auf Kate, die Tochter des Feindes. Für August ist es ein Tanz auf dem Drahtseil, denn er muss nicht nur eine andere Identität vorspielen, sondern auch sein Wesen verbergen, denn er ist ein Sunai, eins der gefährlichsten Monster überhaupt. Als beide in einem Anschlag verwickelt werden, müssen sie sich entscheiden, wer hier Gut und Böse ist. Werden die beiden einander vertrauen können? Wer steckt hinter dem Anschlag? Und sind sie immer noch in Gefahr?

Victoria Schwab taucht nun immer mehr in der Fantasy-Ecke auf. Erst mit ihrer Trilogie „Vier Farben der Magie“ und nun sogar im Jugendbuchbereich. Ich hatte von ihr noch nichts gelesen und bin somit ganz unvorbereitet ran gegangen und plötzlich konnte ich nicht mehr aufhören zu lesen. Das Setting, die Figuren und das ganz Drum und Dran waren wirklich überraschend, und wie es mir schlussendlich gefallen hat, erzähle ich euch nun.

Kate Harker hat einen ganz schlechten Ruf, denn sie fliegt von jedem Internat und hat nur ein Ziel, wieder nach Hause zu kommen. Zu ihrem Vater, der die eine Seite von Verity City beherrscht. Hier bezahlen die Menschen für ihren Schutz und Harker, hält sich die Monster wie Haustiere. Kate ist sich sehr bewusst, dass ihr Vater, auch ein Monster ist, aber sie will sich ihm beweisen und so tritt sie sehr tough und hart auf. Ihr macht man nichts vor, ihre berechnende Art macht sie aber auch sehr einsam. Aber sie hat sonst niemanden mehr, denn ihre Mutter ist tot und ihre Erinnerung daran sehr verblasst. So stellt sie sich ihren Vater, und allen Gegnern um ihren Platz einzunehmen.

August Flynn dagegen ist ein ganz ruhiger Typ, der an sich selbst zweifelt und nur einen Wunsch hat, nicht der zu sein, der er ist, nämlich ein Monster. Er lebt bei den Flynn‘s auf der anderen Seite von Verity und hier gibt es jede Nacht Kämpfe und Patrouillen, es ist gefährlich auf den Straßen, aber hier gibt es nicht nur die üblichen Monster, wie Malchai und Corsai, die den Menschen Böses wollen, sondern hier gibt es drei Sunai und diese werden aus dem schlimmsten Katastrophen geboren. Tja und diese Monster sind sehr selten und ungewöhnlich, sie können sich nur von beschädigten Seelen ernähren und August ist einer davon. Er hadert mit seinem Schicksal, will aber endlich auch handeln und sich nicht nur verstecken und so ist seine erste Mission, im feindlichen Gebiet zur Schule zu gehen und Kate Harker im Auge zu behalten.

Die Geschichte wird abwechselnd von beiden Protagonisten erzählt und allein das erste Kapitel, wo Kate die halbe Schule abfackelt, hatte meine volle Aufmerksamkeit. Das war neu, das war ziemlich überraschend und dann dieses Setting aus zwei verschiedenen Blickwinkeln, düster, brutal und so anders. Dazu diese beiden Charaktere und ich muss gestehen, ich habe eine Schwäche für starke Mädels und sensible Jungs und tada, mich hatte diese Geschichte sofort gefangen und eigentlich, wollte ich nur mal anlesen und schwups klebte ich dran. Der Anfang ist natürlich der Welt gewidmet und dem Kennenlernen der Figuren und das hat die Autorin wirklich genial umgesetzt. Natürlich wird das Katz und Mausspiel der beiden darin gipfeln, das sie sich entscheiden müssen zusammen zuarbeiten und zu überleben, oder jeder für sich, in den Untergang zu gehen.

Bis dahin war ich wirklich komplett begeistert und dann kam die Flucht und hier hat die Autorin für mich die Handbremse gezogen. Die Geschichte entwickelte sich rasch und es war super in beiden Stadtteilen hin und her zu pendeln und dann verließ sie dieses brodelnde Setting. Ich fand es wirklich Schade und es hat mich richtig angefressen, da es zwar spannend weitergeht, aber die besonderen Effekte fehlten mir. Nun gut ist halt so und die beiden mussten sich ja auch irgendwie näher kennenlernen und ihre Dämonen offenbaren. Dabei ist es wirklich interessant wie die Autorin mit der Frage, wer ist wirklich ein Monster, spielt. Obwohl die Tatsachen doch klar auf der Hand lagen, aber ist allein die Herkunft Aussage genug. Auch die Grenzen zwischen Moral und Sünde fand ich gut mit reingepackt und lassen des Öfteren einen mit grübeln. Tja und mehr verrate ich einfach nicht, da ist noch genug drin, was ihr entdecken könnt.

Monsters of Verity ist ein gelungener Reihenauftakt, der mit einem tollen Setting und interessanten Figuren aufwartet. Dabei unglaublich spannend und rasant erzählt wird und einen neugierig auf mehr macht.

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Die Liebesbriefe von Montmartre

Nicolas Barreau , Sophie Scherrer
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Thiele & Brandstätter Verlag, 04.09.2018
ISBN 9783851794106
Genre: Romane

Rezension:

Julien Azoulay ist Autor, Vater und Witwer. Er steht vor dem Grab seiner verstorbenen Frau Hélène und der Trauer ohnmächtig gegenüber. Wie soll er weiterleben und wie soll er sein Versprechen gegenüber seiner Frau halten, ihr dreiunddreißig Briefe zu schreiben, für jedes ihrer Lebensjahre einen, erfüllen. Sein Kopf ist leer, er kann nicht mehr schreiben und das Leben zieht ereignislos an ihm vorbei. Aber er überwindet sich und merkt beim Schreiben einen gewissen Trost und so erzählt er ihr von seinem Alltag. Wie sehr er sie vermisst, dass ihr Sohn Arthur keinen traurigen Papa mehr möchte. Ihre Freundin Cathérine ihn so gern trösten möchte, dass er seinen Roman nicht weiter schreiben kann und alle diese Briefe bringt er zum Friedhof Montmartre zum Geheimfach ihres Grabsteins. Bis eines Tages alle seine Briefe verschwunden sind und er stattdessen nur ein Steinherz findet. Julien ist erstaunt, überrascht und glaubt fest daran mit seiner Frau in Kontakt zu stehen, da keiner von den Briefen weiß. Aber das Besondere ist, auf jeden neuen Brief bekommt er nun eine Antwort und kleine Aufgaben dazu. Julien fängt an sein Leben neu zu betrachten und lässt Stück für Stück die Starre von sich abfallen. Wer liest seine Briefe? Von wem bekommt er Antworten? Und kann Julien doch sein Leben lieben?

Ein neuer Nicolas Barreau und man weis einfach schon vorab, das man die Geschichte lieben wird. Es ist ein Gefühl wie nach Hause kommen, man freut sich unglaublich darauf und hat dieses heimelige Wohlfühlgefühl. Ich bin mir zwar immer noch nicht sicher, wer nun hinter dem Autor steht, aber egal, dieser Zauber beherrscht diese oder dieser Schreiberling auf jeden Fall. Ob es mich nun wieder voll erwischt hat, erzähle ich euch nun.

Der Beginn der Geschichte ist unglaublich traurig. Unser Protagonist, der hier auch der Erzähler ist, Julien Azoulay leidet sehr unter dem Verlust seiner Frau. Er ist völlig in seiner Trauer gefangen und weiß nicht, wie es überhaupt weiter gehen soll. Für seinen Sohn funktioniert er einfach und versucht den Anschein eines geregelten Alltags zu wahren, aber er selbst ist leer. Nun rückt auch immer mehr der Abgabetermin für sein Buch näher und immer mehr flüchtet er sich in die Einsamkeit. Das Schreiben will einfach nicht klappen, die Stimmung für sein Buch passt einfach nicht und so versucht er sein Versprechen einzulösen und diese 33 Briefe zu schreiben. Tja, versprochen ist nun mal versprochen. Der erste Brief war gar nicht so schwer zu schreiben, nur die Überwindung es zu tun, war kräftezehrend und auf einmal, folgt ein Brief den anderen.

Wer nun glaubt, es bleibt weiterhin traurig und melancholisch hat sich geirrt, denn Julien soll noch ganz andere Wendungen, bis zurück in sein Leben durchwandern. Da haben wir die beste Freundin seiner Frau, die Julien wohl nicht nur trösten möchte, sondern sich vielleicht mehr vorstellen kann. Dann natürlich seine Familie, die ihm das Beste wünscht, aber nicht immer die Lösung präsentieren. Und dann ist da noch die zierliche Bildhauerin Sophie, die ihn ganz unbedarft behandelt und ihn eher rügt, als bemitleidet. Tja, und der absolute Hammer ist, als die Briefe verschwinden. In Juliens Trauerzeit ist einiges zu bewältigen und einige Irrwege zu beschreiten, bis das Licht des Lebens wieder auf ihn trifft und seinen Weg bescheint.

Ich lass alles Weitere nun beiseite, denn es ist einfach wunderschön zu lesen und das sollte man einfach selber tun. Die dunklen Gefühle sind am Anfang zwar stark präsent, lösen sich aber zwischendrin auf und gehen langsam über und werden von Schwarz, zu grau und zu farbig. Nicolas Barreau ist es wieder gelungen einen einfach in seine Geschichte zu ziehen, und auch wenn es diese Briefe nach den Tod Geschichten schon gibt, ist diese hier genauso besonders und lesenswert. Ich mag einfach wie sich die Figuren entwickeln, wie Gefühle erwachen und das hier einfach nicht zu dick aufgetragen wird. Die Geschichte ist leicht wie eine Feder und glitzert magisch im Sonnenlicht. Für mich wieder gelungen, als ob man einen Lieblingsfilm zum hundertsten Mal sieht, oder sich gemütlich in die Lieblingskuscheldecke einmummt. Man ist danach einfach glücklich und hat dieses wonnige warme Gefühl im Bauch. Und genau das mag ich so sehr an seinen Büchern.

Die Liebesbriefe von Montmartre ist eine ungewöhnliche Liebesgeschichte und eher ein Weg zurück ins Leben, einfach gefühlvoll, charmant, magisch und verzaubernd.

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One of Us Is Lying

Karen M. McManus , Anja Galić
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei cbj, 26.02.2018
ISBN 9783570165126
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Fünf Schüler haben das große Los gezogen und müssen am Nachmittag in der Bayview High nachsitzen. Für alle fünf ist es mehr oder weniger was Neues, das sie in diese Verlegenheit kommen und auch die Konstellation der Gruppe, ist eher selten. So haben wir die superschlaue Bronwyn, den Sporthelden Cooper, die Schönheitskönigin Addy, den rebellischen Nate und den Außenseiter Simon. Aber bevor das Nachsitzen richtig beginnt, bricht Simon zusammen und stirbt im Krankenhaus. Die Polizei nimmt die Ermittlung auf und ihre Verdächtigen, sind genau diese vier Schüler, denn Simon war nicht irgendwer, nein, er schrieb auf seiner App Skandalpost und für den nächsten Tag war ein neuer Beitrag geplant, mit den Geheimnissen von Bronwyn, Addy Cooper und Nate. Jeder hatte also was zu verbergen und somit ein Motiv. Welche Geheimnisse trägt jeder mit sich rum? Was hat Simon wirklich herausgekommen? Und wer ist der Täter?

Ich muss gestehen, mich haben diese fünf Schüler an den Film „The Breakfast Club“ erinnert. Fünf unterschiedliche Schüler, fünf verschiedene Sichten und ein Samstag an diese zusammen nachsitzen müssen. Für mich ist es ein unglaublich guter Film gewesen, der überhaupt nicht an Charme und Aktuellem verloren hat und eigentlich Pflichtlektüre in der Schule sein müsste. Denn gerade in der Schule spielen viele eine Rolle und können aus dieser nicht ausbrechen. Ich war unglaublich gespannt, wie die Autorin hier vorgehen wird und ob ich danach auch mit großem Kopfnicken und dem Gedanken, genau so ist es, herausgehen werde. Ob es geklappt hat, erzähle ich euch jetzt.

Die Geschichte wird abwechselnd aus der Sicht der vier Verdächtigen erzählt. Eigentlich mag ich gar nicht viel zu den Figuren verraten, weil man deren Leben und ihre Geheimnisse einfach selbst entdecken sollte. Aber vielleicht nur ganz kurz angerissen. Cooper ist der Sportler und unter großen Leistungsdruck, sein Vater möchte, dass er der große Baseballstar wird und so muss er sich auch verhalten. Der liebe brave gute Junge halt, der versucht seinen Vater stolz zu machen. Addy ist die Freundin von Coopers besten Freund Jack und erfühlt das Klischee als gut aussehendes Anhängsel, wenn Jack sagt, zieh was Enges an, dann tut das Addy. Aber wie soll sie auch etwas wie Persönlichkeit entwickeln, wenn die Mutter ihr das so vorlebt, ein Leben als Puppe für einen Mann. Dann haben wir Bronwyn, sie ist die Musterschülerin, immer gut und fleißig, ein Vorbild für alle und auf dem Weg zur Superuni. Ihre Familie hat hart für ihren Stand in der Gesellschaft gekämpft und durch die Krankheit ihrer Schwester, lastet die beste Note doppelt auf Bronwyn Schultern. Der Letzte im Bunde ist Nate, der schicke Rebell, der Loser sozusagen, der die Mädels abschleppt und mit Drogen dealt, aber sonst nix auf die Reihe bekommt. Er ist der typische „Bad Boy“, dabei ist sein Hintergrund ganz übel, Mutter verschwunden und Alkoholiker als Vater, sprich, er muss den Schein wahren und gibt einfach den besten Verdächtigen ab.

Durch diese vier paar Augen wird nun die Geschichte erzählt, von Simon, dem unsympathischen Jungen, der alle schikaniert und durch seine Skandalapp durch den Kakao zieht, ohne über die seelischen Folgen der anderen nachzudenken. Das scheint seine Rache zu sein, das er immer am Rande der beliebten Schüler steht und nicht dazugehört. Somit haben es aber die vier anderen, einfach beim Leser, sich sympathisch zu präsentieren und je mehr man in deren Leben eintaucht und ihre Situation versteht, kann man ihnen das Verbrechen nicht zu trauen. Jeder wächst einem ans Herz, jedes Geheimnis ist verständlich und man leidet eher mit ihren mit. Denn dieses Nachsitzen hat fatale Auswirkungen auf ihr Leben.

Das bringt mich auch direkt zum Anfang zurück, das Erste was mir auffiel, war das diese fünf Schüler, oder besser vier nicht bei diesem Nachsitzen bleiben, sondern das die Geschichte auf Wochen angelegt ist. Für mich wäre es klasse gewesen, direkt vor Ort zu bleiben, dort in die Köpfe zu schauen und sofort in Konfrontationsgespräche einzutauchen. Aber die Autorin wählte einen anderen Weg, und auch wenn dieser nicht schlecht gemacht ist, konnte sie mich am Ende nicht überzeugen. Leider kann ich gar nicht verraten, was mir nicht zugesagt hat, weil ich sonst das Ende verrate und das möchte ich nicht. Für mich war die Lösung aber zu einfach gewählt, vielleicht durfte sie nicht so, wie sie wollte, weil es ein Jugendbuch ist, aber ich fand es dadurch etwas fade und ich hätte mir hier mehr Mut gewünscht. Ansonsten hat mich die Geschichte richtig gut unterhalten, auch wenn der Mittelteil etwas langatmig war.

Karen M. McManus hat eine interessante Idee nett umgesetzt und für gute Lesestunde damit gesorgt. Mit ihren Figuren hat sie einige Probleme angesprochen und gezeigt, dass es immer einen Weg zu sich selbst geben wird. Und das ist die eigentliche Aussage hier, hinter die Fassade gucken und zu sich selbst stehen, denn in jedem von uns schlummert ein Schlaukopf, ein Muskelprotz, eine Prinzessin und ein Rebell. Obwohl ich einiges zum Meckern hatte und es nicht meinen Vorstellungen entsprach, hat mir das Ganze schon großen Spaß gemacht.
 

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226 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 113 Rezensionen

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Bösland

Bernhard Aichner
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei btb, 01.10.2018
ISBN 9783442756384
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In einer kleinen Stadt, in einem alten Bauernhaus wird im Sommer 1987 ein Mädchen erschlagen. Mit einem Golfschläger schlägt der dreizehnjährige Mitschüler sieben Mal auf sie ein und richtet damit ein Blutbad an. Aber die Geschichte bleibt im Verborgenen, wird vergessen und es herrscht Schweigen darüber. Bis dreißig Jahre vergehen und die Wahrheit mit voller Wucht an den Tag tritt und den früheren Jungen zu einer weiteren Tat verleitet. Er mordet mit voller Absicht wieder ... Wer ist sein neustes Opfer? Warum kommt erst jetzt die Wahrheit ans Tageslicht? Und wo genau ist Bösland?

Ein neuer Aichner ist da und mein Herz hüpft. Ich habe meinen Buchhändler sofort besucht und es dort sogar direkt ausgepackt, um die ersten Seiten zu verschlingen. Was soll ich sagen, ich hatte es an einem Tag durch, die volle Aichner Wucht gelesen und danach ein schlechtes Gewissen. Der Autor schreibt so lange daran und ich verschlinge es an einem Stück. Allerdings ist das auch ein Kompliment, oder? Denn ich konnte einfach nicht aufhören, es war wie ein Rausch, und ob ich ohne Nebenwirkungen daraus hervorgegangen bin, erzähle ich euch nun.

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Ben, ein Mann, dessen Leben es überhaupt nicht gut mit ihm gemeint hat. Vom Vater geschlagen, ständig misshandelt und ins Bösland geholt. Seine Mutter steht ihm nicht zur Seite, sondern sieht weg und gibt ihm am ganzen Elend noch die Schuld. So kann er die Schläge und Schmerzen kaum noch ertragen und denkt mit seinen zehn Jahren schon an den Tod. Sein einziger Lichtblick und der Grund, warum er sich selbst nichts tut, ist seine Freundschaft zu Kux, dem wohlhabenden Sohn des Arztes, der alles andere als begeistert über diese Verbindung ist. Doch eines Tages nimmt das Schicksal eine Wende und Ben findet seinen Vater erhängt vor, jetzt müsste doch sein Leben besser werden, aber das hat seine Lebenslinie nicht vor. Nur drei Jahre soll die gute Zeit bleiben, denn dann passiert das mit Mathilda und Ben kann sich nur an das ganze Blut erinnern und an die Zeit danach, in der Psychiatrie.

So ist der Einstieg in die Geschichte, schwer verdaulich und extrem berührend, lernen wir Ben kennen und entdecken eine verwundete Seele, der mit Schuldgefühlen und Qualen lebt. Nach der schweren Zeit in der Anstalt hilft ihm eine Therapeutin ins Leben und so versucht er über zwanzig Jahre ein geregeltes unauffälliges Leben zu führen, wenn da nicht die Erinnerungen wären. Jede Nacht holen sie ihm ein und wollen nicht Ruhe geben und Ben sucht Hilfe und findet diese bei der Therapie. Mit jeder Sitzung bricht mehr hervor, Erinnerungen werden wach und mit gutem Zuspruch versucht Ben seinem Mut zusammenzukratzen und sich seiner Vergangenheit zu stellen, denn Ben hat bis zum heutigen Tag, über die Ereignisse auf dem Dachboden geschwiegen und weiß selbst nicht mehr, was dort passiert war.

Das ist der ganze Ausgangspunkt und man denkt sich zuerst und das soll 400 Seiten füllen? Weil die Vorahnung was kommt, hängt wie ein großes Ausrufezeichen in der Luft. Und dann dreht der Autor auf, und zwar so richtig. Er lässt meine Vorahnung Wahrheit werden, aber noch viel schlimmer als geahnt. Er spielt hier mit Macht, Falschheit, Ohnmächtigkeit, Hilflosigkeit und lässt so richtig das Böse auf den roten Teppich flanieren. Aus Bens Gefühlen wird eine Achterbahnfahrt, aus seinem Leben ein Irrgarten aus Ungerechtigkeit und das Ende soll noch bitterer werden. Geschickt spielt Bernhard Aichner eine ganze Palette von Gefühlen ab, man leidet mit, man ist fassungslos und wie gern möchte man selber in die Geschichte eingreifen, aber nur wie. Man steht einfach neben der Hauptfigur und je böser es wird, um so schockierter ist man. Aber am schlimmsten ist es, das dieser Typmensch gar nicht so weit hergeholt ist und das ist das Extreme an der Geschichte.

Ach, ich kann gar nicht mehr verraten, denn das wäre Wahnsinn, ihr müsst es lesen. Es ist einfach Aichner in best Form und einer schnellen bösen Schreibfeder, die mit jedem Strich, vor Schreibfreude tropfte, um den Leser zu treffen und für rasante, fesselnde Lesestunden zu sorgen. Dieser Autor beherrscht es einfach einen emotional an seine Figuren zu binden, dann in den höllischen Abgrund der Mitmenschen schauen zu lassen und auf psychologischer Höchstebene zu fesseln. Sein Spiel mit Gut und Böse ist so unglaublich rasant und einfach verschlingend. Er kann es einfach und hält sein enormes Tempo auch hier wieder ganz hoch.

Bösland ist nicht nur rasant, fesselnd und unglaublich böse. Es ist auch wieder typisch Bernhard Aichner und absolut lesenswert. Und jetzt ist es wieder böse, zu warten.

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128 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 72 Rezensionen

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Der Blumensammler

David Whitehouse , Dorothee Merkel
Fester Einband: 346 Seiten
Erschienen bei Tropen, 04.11.2018
ISBN 9783608503739
Genre: Romane

Rezension:

Peter Manyweathers ist Raumpfleger, aber nicht von der ganz gewöhnlichen Art, sondern man ruft ihn, wenn es Schmutz und Dreck von Jahrzehnten zu beseitigen gibt. Dieser Beruf macht aber auch unglaublich einsam und so kommt es, dass Peter gern liest. Als er bei einer Hausreinigung eine wunderschöne Blume im größten Dreck entdeckt, will er mehr über Pflanzen wissen und stößt bei seinen Nachforschungen in der Bibliothek auf einen Liebesbrief. Dieser junge Mann beschreibt seine Liebe mit sechs seltenen Blumen und macht Peter so neugierig darauf, dass sich fortan alles um Blumen dreht und für ihn das größte Abenteuer beginnt. Nämlich die Reise an den unterschiedlichsten Orten. Wird er alle sechs Blumen finden? Was macht das aus ihm? Und wie wird sich dadurch sein Leben verändern?

Dieses Buch ist, mir zugespielt worden und das, auf nette und interessante Weise. Eine Geschichte über einen Mann und Botanik, ich war neugierig, vielleicht auch, weil ich dieses Jahr auch meinen Garten neu in Angriff genommen habe. Oder vielleicht auch die Freude über Blumen, die nicht alltäglich sind und unglaubliche Geschichten in sich tragen. Der Klappentext sprach mich auf jeden Fall an und nun ist die Geschichte gelesen. Ob sie mich letztendlich überzeugen konnte, erzähle ich euch nun.

Die Geschichte wird aus drei Erzählsträngen bestritten und abwechselnd erzählt, wobei noch unterschiedliche Zeitebenen dazu kommen. Alle drei Stränge könnten unterschiedlicher nicht sein und doch laufen sie im Laufe der Geschichte ineinander. Die Eröffnung macht Professor Cole, der direkt am Anfang des Buches, fasst sein Leben im Meer lässt, aber durch seine Rettung einem verschollen Flugschreiber findet. Dieses Flugzeug ist, nie gefunden worden und man verspricht sich endlich eine Aufklärung. Danach lernen wir Dove kennen, ein einsamer junger Mann, der immer noch nach seinem Platz und seiner Identität sucht. Allerdings sind seine Träume oder Erinnerung von Peter Manyweathers geprägt und diese Person übernimmt den Löwenanteil der Geschichte.

Peter Manywathers Geschichte beginnt in der Vergangenheit, nämlich in New York des Jahres 1983. Er ist vom Beruf her Putzer und hat eine eigene Firma, was er leidenschaftlich gern tun, stößt in seiner Umgebung nicht unbedingt auf Zuneigung und Beliebtheit und so ist er doch einsam. Was im früher nicht so viel ausgemacht hat, stört ihm mit zunehmenden Alter doch ein wenig. Durch seinen Fund in der Bibliothek wendet sich allerdings sein Leben. Nicht nur das er von den Worten tief bewegt ist und selbst über Gefühle nachdenkt, nein er interessiert sich auch mehr für die Botanik, ganz besonders über diese sechs Blumen. So sucht er Anschluss an Gleichgesinnte, aber die meisten sind wohl eher Selbstdarsteller und interessieren sich weniger für seine Blumen, aber so lernt er Hens Berg kennen. Die beiden Männer werden Freunde und bestreiten doch ganz gern die Blumengeschichte weiter voran. Da Hens durch seinen Lehrstuhl in der Welt der Pflanzen mehr Informationen zu getragen wird, ist auch er der Schlüssel zur ersten Reise nach einer der Blumen. So machen sich die beiden unterschiedlichen Männer auf den Weg und so nimmt die Reise ihren Lauf.

Die Geschichte beschreibt nicht nur die Suche und das Finden der Blumen, sondern entwickelt sich anders, denn die beiden Männer begegnen einer Frau und beide haben Interesse. Hier kommt, der Knall und die wahren Masken fallen.

David Whithouse beschreibt nicht nur eine kaum unvorstellbare Vegetation, aus Wüste und Dschungel, nein, er schaut auch in die Abgründe der Seelen. Dabei wählt er eine angenehm zu lesende Sprache und treibt es mit Fremdwörtern nicht ganz so doll, was gut ist und nicht verwirrt. Lateinische Pflanzennamen finde ich nämlich Horror. Aber obwohl er die Blumen im ersten Moment in den Vordergrund stellt, ist schnell klar, dass diese nur Mittel zum Zweck ist. Hier geht es nämlich um eine Dreiecksgeschichte und welche folgen daraus geschehen. Mehr werde ich nicht verraten, denn diese Achterbahn aus Freundschaft, Liebe und übergroßen Gefühlen muss man selbst lesen. Außerdem muss doch dieser Fährte noch zu den beiden anderen Erzählsträngen enträtseln.

Ich muss sagen, ich hatte mit der Entwicklung vorab beim Lesen des Klappentextes nicht gerechnet. Da es doch eher mystisch und geheimnisvoller klang, aber was gibt es Besseres, als über die Liebe zu schreiben und dieser Brief ist ja auch irgendwie der Ausschlag dafür. Geschickt erzählt hier der Autor und lässt schon teilweise erahnen, wie und wer und was alles zusammenhängt. Dabei beschreibt er toll die Gefühlsebenen, lässt gut in die Wut und den Schmerz schauen und einen pausenlos an den Seiten kleben. Je mehr geschieht, umso mehr baut sich ein Tornado auf, der einen kalt erwischt, obwohl man es ahnt.

Der Blumensammler ist melancholisch, berührend und doch herrlich zu lesen. Ein wahrer Strauß an außergewöhnlichen Blumen und tiefen Gefühlen, dem man gern beim Blühen zu schaut und Lesezeit verbringt.
 

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