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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

False Hearts

Laura Lam
E-Buch Text: 384 Seiten
Erschienen bei Pan, 16.06.2016
ISBN 9781447286417
Genre: Sonstiges

Rezension:  
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(5.071)

7.107 Bibliotheken, 83 Leser, 13 Gruppen, 551 Rezensionen

träume, kerstin gier, silber, liebe, fantasy

Silber - Das erste Buch der Träume

Kerstin Gier
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 20.06.2013
ISBN 9783841421050
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Liv und Mia Silber haben sich gefreut – nach Jahren des Umherziehens sollen sie nun endlich einen festen Wohnsitz erhalten. Ein hübsches Cottage in England, aus dem sie nicht wieder nach zwei Jahren ausziehen … tja, wäre da mal nicht Mr. Planänderung, in den sich ihre Mutter verliebt hat. So landen die Schwestern und ihr bayerisches Kindermädchen Lottie in London und an einer Privatschule – samt Mitschülern mit Namen à la Persephone Porter-Peregrin und des Fleisch gewordenen Rasierspaß-Kens ohne Manieren.  Damit aber nicht genug: Liv hat schon immer etwas außergewöhnlich geträumt, jetzt aber nimmt das Ganze neue Dimensionen an. Sie begegnet ihrem künftigen Stiefbruder und seine Freunden (zu denen aus Rasierspaß-Ken gehört) im Traum – und die Jungs wissen davon, ja, wollen das sogar. Da steckt eindeutig ein Geheimnis dahinter, und wenn Liv etwas liebt, dann ist es das Lüften eben solcher!


Wenn ich zu einem (Jugend-)Buch von Kerstin Gier greife, dann möchte ich vor allem eines: Lachen.  Klar, die Geschichte sollte wenigstens ein bisschen spannend sein, aber solange ich mich gut unterhalten fühle, sind mir die Details relativ egal.

Daher: „Silber“ ist keineswegs ein perfektes Buch. Die Charaktere glänzen nicht unbedingt mit Tiefe, und gerade zwei von ihnen gingen mir besonders auf den Senkel: Florence, die Livs künftige Stiefschwester und bildhübsch ist, deswegen aber vermutlich auch eine dumme Pute sein muss. Und Jasper Grant alias Rasierspaß-Ken, der ganz nebenbei einer der größten Vollidioten ist, die die Buchwelt je besiedelt haben. Das Gute daran ist, dass Liv durchaus sieht, was für ein Blödmann er ist. Das Schlechte daran? Sie sagt es ihm nie ins Gesicht. Also wenn der nicht irgendwann eine gepfeffert kriegt, bin ich wirklich enttäuscht. Abgesehen davon war mir Livs Schwarm relativ egal – das einzig Positive, das ich über ihn sagen kann, ist, dass er nicht so ein Ekel ist wie Gideon. Das ist doch schon mal was.

Abgesehen davon hat das Buch seine kitschigen Stellen, die mich allerdings nicht wirklich gestört haben – Kitsch gehört bei Kerstin Gier irgendwie dazu und Liv merkt selber, was für einen Stuss sie da manchmal quasselt. Und da es nie zu viel des Guten wird … was soll’s?
Wovon es mehr hätte geben können, ist Spannung. Die macht sich gerade am Anfang ein wenig rar (was nicht heißt, dass es langweilig wäre), und daran ändern auch die eingestreuten Blogeinträge à la Gossip Girl nichts. Die hätte man meinetwegen auch weglassen kann, es ist nämlich viel interessanter, was hinter der Traumsache steckt, statt wer die Tratschobertante der Schule ist. So lässt sich der rote Faden nicht wirklich erkennen – was man aus den anderen Büchern aber nicht anders kennt. Die Eskalation kam dann fast ein bisschen plötzlich, aber das hat mich wirklich nur minimal gestört.

Denn: Neben all dem gab es nun mal viel zu lachen, und das ist es ja, was ich wollte. Zwar hat mir die Rücksichtslosigkeit der Eltern (und die ungewollte Grausamkeit der Mutter) beinahe körperliche Schmerzen bereitet, aber mit vielen anderen der Charaktere kann man jede Menge Spaß haben. Liv ist eine coole Protagonistin mit netten Sprüchen, auch wenn sie sie nicht immer dann loslässt, wenn ich es mir wünsche. Trotzdem: Mit ihr ein Abenteuer zu erleben, macht Spaß, und selbst wenn sie mal kurz ins Kitschland reist, gibt es immer noch ihre kleine Schwester Mia. Die ist selbsternannte Detektivin und hält nicht viel von diesem Liebeskram; wenn sie mich liebreizend lächelnd mit unverschämten Fragen bombardieren würde, würde sie mir vermutlich auf die Nerven gehen, aber so als Zuschauer kann einem eigentlich kein besserer Charakter begegnen. Nicht zu vergessen Lottie und ganz besonders Grayson, der sehr schnell Großer-Bruder-Qualitäten zeigt, was gerade mich – als älteres Geschwisterkind mit ewig unerfülltem Wunsch nach einem großen Bruder – sofort ins Schwärmen gebracht hat. Gerade auf ihn und Mia freue ich mich im nächsten Band – manchmal gibt es eben doch nichts Besseres als Geschwister.

Und wie gesagt, am Ende wird es sogar spannend, mal abgesehen davon, dass die ganze Traumsache an sich einfach wahnsinnig cool ist. Mit der Auflösung hatte ich so auch nicht gerechnet, auch wenn „Auflösung“ vielleicht ein zu großes Wort ist. Das Geheimnis ist fast sofort offensichtlich, aber was steckt noch dahinter? Warum kann Liv in den Träumen wandeln, wie gelingt es den anderen? Und warum nur sie? Hat das wirklich mit einem Dämon zu tun? Oder was? Und wie? Und hä?? Es bleiben da einige essentielle Dinge ungeklärt, aber auch das ist man von der Edelstein-Trilogie gewöhnt. Spätestens im letzten Band wird sich wohl alles aufklären, aber bis dahin … einfach Spaß haben und gut ist.


Allzu viel sollte man nicht erwarten – die Spannung lässt sich recht spät blicken, der rote Faden nicht wirklich und besonders originell mögen die Figuren auch nicht sein. Aber wer nach locker-flockiger Unterhaltung sucht, ist bei Kerstin Gier mal wieder genau richtig. „Silber“ ist nicht nur schnell gelesen, sondern macht auch richtig Spaß, vielen sympathischen Charakteren sei Dank. Außerdem sorgen viele ungeklärte Fragen dafür, dass der nächste Band eigentlich nicht schnell genug erscheinen kann, aber da wird man sich wohl trotzdem noch etwas gedulden müssen.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Confessions of an Angry Girl

Louise Rozett
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Harlequin Books, 28.08.2012
ISBN 9780373210480
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die High School: eine Zeit voller Möglichkeiten oder der schlimmste Albtraum? Für die 14-jährige Rose ist es eher Letzteres; vor einigen Monaten starb ihr Vater und noch immer bedenken sie die Lehrer mit mitleidigen Blicken. Ihre beste Freundin Tracy dagegen hat nur noch anderes im Sinn: Cheerleader, Klamotten und die große Frage nach dem ersten Mal mit ihrem Freund, den Rose übrigens überhaupt nicht leiden kann. Man denke sich dazu eine mental abwesende Mutter und einen Bruder, der sich lieber aus dem Staub macht, als ihr zur Seite zu stehen. Und Jamie, in den Rose schon lange verschossen ist, bei dem sie aber nicht so recht weiß, woran sie bei ihm ist. Da fällt es nicht schwer sich vorzustellen, dass Rose stinksauer ist – der Kollisionskurs ist eingestellt, bleibt die Frage, wen es zuerst trifft … und wer den größten Schaden davonträgt.


Es hat gar nicht lange gedauert, da war mir eine Sache klar: Ich mag Rose Zarelli. Mein Problem mit Contemporary-Büchern ist zum Teil, dass ich mich nie ganz mit den Charakteren identifizieren kann – erste Liebe, der Eindruck, den andere von einem gewinnen und so weiter und so fort … ja, das hat mich auch vor nicht allzu langer Zeit beschäftigt, aber nie allzu sehr. Und Partys mit allem, was sie mit sich bringen? Konnten mir gestohlen bleiben. Und nun kommt mal eben eine Rose Zarelli her, die an all dem auch nicht viel findet und mit 14 noch ganz andere Sorgen hat. In diesem Fall bin ich selbst das Instaloveopfer und ausnahmsweise habe ich nichts dagegen einzuwenden.

Abgesehen davon war sie gar nicht so wütend, wie ich erwartet hatte. Die Wut spielt natürlich noch immer eine Rolle, immerhin ist ihr Vater tot und die Umstände sind mehr als nur tragisch. Dass sie wütend wird, ist in jeder Situation vollkommen verständlich – ich hätte ihre Mutter gern geschüttelt, ihrem Bruder einen Tritt in den Hintern verpasst und Tracy gehörig die Meinung gegeigt, auch wenn ich – und ihr sicherlich auch – genauso gut die andere Seite sehen konnte, zum Beispiel warum ihr Bruder sich zurückzieht. Rose ist letzten Endes nicht die Einzige, die wütend ist und sie ist ebenso nicht die Einzige, die das Recht dazu hat. (Nur Tracy … ist so ein Fall für sich.) Ab und an sind diese Szenen aber auch rührend, denn so wie Rose mit all dem umzugehen zu lernen versucht, verändern sich auch ihre Wahrnehmung und ihre Art, damit umzugehen. Nur so viel: Taschentücher sind manchmal keine schlechte Idee.

Aber all das ist nur ein Aspekt der Geschichte. Denn so tragisch Rose‘ Situation auch sein mag, sie ist nun einmal mitten in der Pubertät, im ersten Jahr der High School und das Leben geht weiter, ob man das nun möchte oder nicht. Und was gibt es da auch nicht alles zu bedenken und entscheiden! Eine Nachmittagsbeschäftigung wäre nicht schlecht, aber was, wenn daran zu viele Erinnerungen an den Vater geknüpft sind? Und auch wenn Rose noch nicht bereit für Sex ist, das Thema an sich lässt sich kaum vermeiden – in dem Zusammenhang ist mir die Szene beim Gynäkologen positiv in Erinnerung geblieben, auch wenn ein Detail einige Fragen aufwirft, die hoffentlich noch beantwortet werden. Aber die Szene ist seltsam, unangenehm für Rose, so wie der erste Besuch dort nun mal sein kann. Und warum sollte man das nicht mal sagen?

Und, ja, wie sollte es auch anders sein … Rose ist verliebt. In Jamie Forta, bei dem ich mich immer noch frage, wie alt er jetzt eigentlich ist. Hier entsteht auch einer der Hauptkonflikte, der die Geschichte vorantreibt und zum zweiten Band überleitet. Jamie ist nämlich nicht nur der „Bad Boy“ (wie bad er ist, wird sich noch zeigen), sondern auch mit Regina zusammen, einer Cheerleaderfurie, wie sie im Buche steht. (Bevor alle enttäuscht vom bedienten Cheerleaderklischee sind: Nicht alle sind wie Regina und das wird eigentlich auch gezeigt.) Wäre alles kein Problem, würde Jamie mal eine klare Richtung einschlagen und Regina nicht so abgedreht sein, aber so … So wird auch Schikane ein Thema, genauso wie Alkoholmissbrauch und all das, was erst mal cool und toll wirkt, es auf den zweiten Blick gar nicht ist.

Klingt alles bisher wahnsinnig ernst? Keine Sorge, zu lachen gibt es auch ein bisschen was, immerhin beherrscht Rose Sarkasmus ziemlich gut, und nicht alle sind ätzend oder enttäuschend oder verwirrend oder überhaupt. Nehmt einfach Angelo, der ganz schnell ganz klein wird, sobald ein Mädchen seinetwegen weint und ohnehin ein netter Kerl ist, dem man gerne öfter begegnen würde.
Und als kleine Aufheiterung gibt’s am Anfang jedes Kapitels ein ungewöhnliches Wort, das eine Situation oder Person in Rose‘ Leben gut umschreibt – für die hat sie nämlich eine Schwäche; und auch wenn das wieder an ihren Vater erinnert, so sind ihre Ergänzungen oft ein Lächeln wert, mal abgesehen davon, dass es dem eigenen Vokabular nicht schadet.


Mit „Confessions of an Angry Girl“ präsentiert uns Louise Rozett eine zugleich rührende und amüsante Geschichte über ein 14-jähriges, sehr wütendes Mädchen mit einer Vorliebe für ungewöhnliche Worte. Klingt unterhaltsam? Ist es auch, wenn auch nicht perfekt. Rose ist ein Charakter, mit dem sich endlich mal all die identifizieren können, die mit Partys und dergleichen nicht viel anfangen können, aber auch andere dürften sich für das sympathische Mädchen erwärmen können. Dieses Buch ist ein Ausflug zurück in ein Alter, an das man normalerweise nicht so gern zurückdenkt, aber wisst ihr was? Es macht Spaß und ich kann es kaum erwarten, Rose noch weiter zu begleiten.

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134 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 15 Rezensionen

liebe, krieg, tod, bretagne, fantasy

Dark Triumph - Die Tochter des Verräters

Robin LaFevers , Michaela Link
Flexibler Einband: 550 Seiten
Erschienen bei cbj, 10.06.2013
ISBN 9783570401798
Genre: Jugendbuch

Rezension:

3,5
______________________

Bretagne, 1489: Sybella ist aus einem ganz bestimmten Grund zu Graf d’Albret geschickt worden: Sie ist seine Tochter und kann ihn als Einzige ausspionieren, ohne sofort aufzufliegen. Einfach ist es deswegen noch lange nicht. Zum einen muss sie mit der Zeit immer neue Risiken eingehen, die sie verraten könnten und Sybella macht sich keine Illusionen darüber, dass ihr Vater sie nicht sofort hinrichten würde, würde er sie erwischen. Zum anderen geht sie selbst an ihrer Vergangenheit, ihrer Kindheit und ihrem Leben mit diesem Mann zugrunde. Zu viele schreckliche Dinge sind geschehen, weitere bahnen sich an. Da erhält sie den Auftrag, einen Gefangenen, einen Anhänger der Herzogin, zu befreien und auf den Weg zu seiner Herrin zu schicken – er könnte nicht nur deren, sondern auch Sybellas Rettung sein.


Ich hatte gehofft, dass „Dark Triumph“ noch ein Stück besser sein würde als „Grave Mercy“, am Ende war es – für mich – aber weder besser noch schlechter; was an sich nicht schlimm ist, immerhin hatte mir Band 1 schon irgendwie gefallen.
Damals hatte ich für einen sehr kurzen Moment gehofft, dass es hier mit de Lornay weitergehen würde, aber wer den ersten Band  nicht komplett vergessen hat, weiß ja, dass das nicht funktionieren würde – deswegen: ja, der geheimnisvolle Ritter hier ist die Bestie. Was von Anfang an klar war, weswegen ich nicht verstehe, warum so ein Geheimnis draus gemacht wird.
Sei’s drum, die Autorin hat damit eine ziemlich gute Entscheidung getroffen. Nicht dass de Lornay (oder sonst wer) eine schlechte gewesen wäre, aber wer würde diesen großherzigen Mörderbrummbär nicht sofort ins Herz schließen? (Egal wie oft erwähnt wird, wie hässlich er sei – und es wird sehr oft erwähnt. Manchmal hab ich mich gefragt, warum sie nicht gleich mit Steinen nach ihm schmeißen, meine Güte.)

Und wie sich herausstellt, ist Benabic (so lautet nämlich sein wunderschöner Vorname) genau der Mensch, den Sybella gerade braucht. Wer so einen Vater hat, hat logischerweise keine schöne Kindheit hinter sich und … wie sag ich das jetzt am besten? INCEST FUCKING EVERYWHERE. Mich hat’s ja regelmäßig geschüttelt, was zugegebenermaßen zum Großteil auch an den Personen an sich liegt. (Dagegen wirken die Lannisters harmlos. Wobei … nein. Ich sag nur „Joffrey“.) Bei der Familie wundert einen irgendwann gar nichts mehr und mal Spaß beiseite: Es ist vollkommen verständlich, dass Sybella in die Verzweiflung getrieben wurde und es dauert wirklich nicht lange, bis man mit ihr mitfiebert und hofft, dass sie bald den Klauen ihres Vaters entfliehen kann.
Mit der Zeit wurde es allerdings ein wenig anstrengend, dass sie wirklich alles auf sich bezogen hat –alles ihre schuld, ihr Fehler, muss von ihr wieder gerichtet werden. Was natürlich völliger Humbug ist, nur sieht sie das vorerst ein bisschen anders. Und genau hier kommt zum Glück Benabic mit ins Spiel. Erwähnte ich, dass er sehr großherzig ist? (Nicht dass es etwas gäbe, das er wirklich verzeihen müsste – er muss nur Sybella klarmachen, dass es da nichts zu verzeihen gibt.)
Dagegen war es wunderbar, wie sie das Kloster und die Äbtissin – noch mehr als Ismae – in Frage stellt und letzten Endes eine junge Frau ist, die ihre eigenen Entscheidungen fällt und so auch ihren eigenen Weg findet – und lasst euch gesagt sein, das ist ein ziemlich cooler Weg.

Im Gegensatz zu Band 1 beschäftigt sich „Dark Triumph“ gar nicht so sehr mit Politik. Ismae musste sich noch verbale Duelle liefern, Sybella dagegen ist viel schneller mit ihren Messern. Das Buch beschreibt vielmehr ihren Weg, bei dem zwar die Ziele meist sichtbar sind, nicht aber wo sie langgehen muss, um diese zu erreichen. Das ist über weite Teile spannend und dürfte für viele auch interessanter sein als Band 1 für mich. Hier wird nun mal nicht mit versteckten Bedeutungen um sich geworfen, dafür werden umso mehr Hälse umgedreht – und wohin das führt? Nun, ich war mit dem Ende nicht sonderlich zufrieden, hauptsächlich aber weil es so pathetisch formuliert war. (Meine Kritik am Schreibstil vom letzten Mal bleibt übrigens: Manche Begriffe wirken viel zu modern für das 15. Jahrhundert.)

Eine kleine Erwähnung für die Nebencharaktere ist auch noch drin. Sie kommen zwar insgesamt eher selten vor, und einige davon sind wahre Biester, aber manch einer ist doch sehr wichtig für die Handlung, und dafür hat man sie doch umso mehr lieb. Ich hoffe, ich bin nicht die Einzige, die möchte, dass Sybella und Tephanie einfach heiraten? (Und ja, mir ist durchaus bewusst, dass das niemals geschehen wird.)


„Dark Triumph“ mag für den einen oder anderen ein bisschen was besser machen als „Grave Mercy“, für mich hält das Buch das Level, auch wenn es sich durchaus vom ersten Band unterscheidet. Wer damals auf ein bisschen mehr Blut gehofft hatte, sollte dringend zur Fortsetzung greifen!

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Saints Astray

Jacqueline Carey
Flexibler Einband: 356 Seiten
Erschienen bei Grand Central Pub, 22.11.2011
ISBN 9780446571425
Genre: Sonstiges

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Santa Olivia

Jacqueline Carey
Flexibler Einband: 341 Seiten
Erschienen bei Little, Brown & Company, 29.05.2009
ISBN 9780446198172
Genre: Sonstiges

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Ink

Amanda Sun
Flexibler Einband: 369 Seiten
Erschienen bei HARLEQUIN SALES CORP, 25.06.2013
ISBN 9780373210718
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Die Rezension bezieht sich auf die Ausgabe von Mira Ink. (Taschenbuch, ISBN: 978-1-472-01059-9)
__________________________

Nach dem Tod ihrer Mutter muss die 16-jährige Katie Greene zu ihrer Tante ziehen – nach Japan. Dort scheint sie vieles zu überfordern, allem voran die Sprache, mit der sie eher schlecht als recht zurechtkommt. Als sie eines Tages auch noch Yuu Tomohiro über den Weg läuft, stellt dieser ihre Welt vollkommen auf den Kopf, denn als sie eine Zeichnung von ihm findet, bewegt sich diese. Das war keine Einbildung, da ist sie sich sicher, besonders als es wieder passiert. Was aber steckt dann dahinter? Und wer ist Tomohiro wirklich? Hoffentlich nicht dieser üble Typ, den alle in ihm sehen, der seinen besten Freund ins Krankenhaus bringt, seine Freundin betrügt und das andere Mädchen auch noch schwängert … denn so langsam, aber sicher verliebt sich Katie in ihn.


Ihr findet auch, dass es ein bisschen seltsam ist, dass man sich in den Typen verknallt, der ein ziemlicher Idiot zu sein scheint? Da stimme ich euch absolut zu, dennoch ist das genau, was in „Ink“ passiert. Immerhin sieht Katie sofort, dass Tomohiro eigentlich ganz anders ist, erkennt seine wahren Emotionen in seinen Augen, wenn er nicht aufpasst und kann daher nicht anders, als ihn zu stalken – anfangs wollte sie ihn noch zur Rede stellen, aber dieses Ziel verlor sie aus den Augen – und sich nach und nach in ihn zu verlieben. Denn wie soll es auch anders sein: Er ist natürlich kein vollkommener Idiot, zumindest möchte uns das die Autorin weismachen.

Wie man lesen kann, war ich von dem Buch alles andere als begeistert. Es hat durchaus seine positiven Aspekte, diese sind aber nicht besonders zahlreich vertreten. Da wäre zum einen der Fakt, dass es in Japan spielt, was definitiv mal ein anderes Setting ist und zudem den Vorteil hat, dass hier und da japanische Worte ihren Weg in den Text finden. Wer wie ich den Klang der japanischen Sprache liebt, wird mit diesen Stellen seine helle Freude haben und für all die, die bisher weniger Kontakt zu ihr hatten, gibt es im Anschluss ein Glossar. Allerdings ist Japan letzten Endes wirklich nur das Setting – dazu gehört, dass es zum Mittag nun mal ein Bento gibt, man in der Schule Hausschuhe trägt und man an der Schule Kendo lernen kann – ansonsten wird dieses Land, diese Kultur nie so sehr etabliert, dass das Buch nicht auch an jedem anderen Ort hätte angesiedelt sein können.
Und zum anderen gibt es die Idee. Ich bin mit der japanischen Mythologie nicht vertraut genug, um sagen zu können, wie sehr sich die Autorin tatsächlich an dieser orientiert hat. Die meisten Namen und Begriffe kamen mir bekannt vor, aber das muss nichts weiter heißen. Fakt bleibt aber, dass es ein erfrischender Ansatz war, bei dem es leider auch bleibt. Wir erfahren im Laufe des Buches ein wenig mehr darüber, aber viel ist es nicht.

Schuld ist daran, dass sich alles immer nur um Tomohiro dreht – der hängt mit dem übernatürlichen Part der Geschichte natürlich zusammen, dennoch weiß auch er weniger als andere und dem Leser bleibt das Wissen verwehrt.
Auch in anderer Hinsicht ist das ein entscheidender Nachteil von „Ink“, denn wenn ich etwas nicht gutheißen kann, dann dass sich das Leben der Protagonistin plötzlich nur noch um einen Jungen herum anordnet. Dass er nicht der charmanteste Herr ist, habe ich bereits angesprochen. Abgesehen davon hat Katie eigentlich genügend Sachen, die sie beschäftigen könnten: die fremde Kultur, der Verlust ihrer Mutter … und ansatzweise geschieht das auch, das prominente Thema ist und bleibt aber Tomohiro. Es wird sogar so extrem, dass sie sich erst richtig mit ihrer Trauer auseinandersetzt, als Tomohiro es ihr sagt.
Da ist es wenig verwunderlich, dass sie nach kaum der Hälfte der Geschichte schon nicht mehr ohne ihn leben kann und auch von Liebe ist schnell die Rede, während man das Knistern zwischen den beiden vergeblich suchen wird. Umso unverzeihlicher ist es, dass die Autorin später sexuelle Belästigung romantisiert. Schon zu Beginn serviert unser „Held“ seine Freundin eiskalt ab, um sie zu schützen; mal abgesehen davon, dass er damit Entscheidungen über den Kopf seiner Partnerinnen hinweg trifft, er geht dabei entschieden zu weit, als er Katie – ohne ihr Wissen – in ein sogenanntes „love hotel“ (dort kann man sich ein Zimmer mieten, um ungestört Sex haben zu können) führt und auch nachdem sie ihm sagte, dass sie das nicht möchte, hört er zunächst nicht auf, sie zu berühren. Am Ende soll das natürlich eine selbstlose Tat gewesen sein, um Katie zu helfen – Entschuldigung, aber NEIN. Es gibt Grenzen, und Missbrauch und Belästigung jedweder Art, die als legitim und gar erstrebenswert dargestellt werden, überschreiten diese deutlich. Es ist außerdem nicht so, als hätte Tomohiro keine anderen Handlungsoptionen gehabt.

Die Handlung lässt hier wirklich zu wünschen übrig, weil schlichtweg alles Tomohiro als Motivation hat. Es geht nicht um Japan, nicht um ihre Familie, nicht ihr eigenes Wohlergehen – immer nur um ihren „Liebsten“. Das regt mich nicht nur auf, es ist auch noch langweilig, besonders wenn man liebend gern mehr über andere Aspekte des Buches erfahren möchte. Die bleiben dann logischerweise hintenan. Bisweilen ist das Buch auch vorhersehbar. Das betrifft sowohl vergangene Ereignisse als auch das Ende, sodass ich keinerlei Bedürfnis verspüre, diese Reihe weiter zu verfolgen.
Hinzu kommt, dass die weiteren Charaktere eher blass sind und höchstens mal was ausplappern und ein wenig Drama hinzufügen. Das war es dann vorerst aber.


„Ink“ ist kein vollkommen schlechtes Buch, zumindest der Ort des Geschehens und die Grundidee sind zum Teil interessant. Letzten Endes handelt es sich hierbei aber um keine fantastische Geschichte mit romantischen Elementen, sondern um eine Romanze mit fantastischen Elementen. Dabei überzeugt selbst die Romanze nicht, gerade weil sich alles immer nur um den Herrn dreht, der die Grenzen an einem gewissen Punkt deutlich übersteigt. Das ist nicht nur langweilig, sondern auch inakzeptabel.

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kinder, vetrauen, freundschaft, nordische götter

Loki's Wolves

K. L. Armstrong , M. A. Marr
Flexibler Einband: 358 Seiten
Erschienen bei Atom, 01.05.2013
ISBN 9781907411304
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Menschen in Blackwell sind anders, denn sie stammen von nordischen Gottheiten ab. Nicht jeder weiß davon, aber zumindest Matt Thorsen ist im Bilde, dass er ein Nachkomme Thors ist. Auch Fen Brekke ist sich seiner Abstammung von Loki bewusst – wie auch nicht, wenn man sich in einen Wolf verwandeln kann? Die zwei sind es auch, die sich zusammen mit Fens Cousine Laurie auf den Weg machen, um andere auserwählte Nachkommen der Götter zu finden. Ragnarök naht und es ist Matts Aufgabe, die Midgard-Schlange zu töten, um den Weltuntergang zu verhindern, doch allein wird er nie so weit kommen. Zumal sich einige die Reinigung der Erde herbeisehnen …


Die Hauptcharaktere sind allesamt ungefähr 13 Jahre alt, weswegen ich vermutlich nicht ganz die richtige Zielgruppe bin – aber germanische Mythologie und Kelley Armstrong? Da kann ich schlecht Nein sagen und am Ende hab ich es zumindest nicht bereut – was nicht heißt, dass das Buch perfekt wäre.

Gegen die Hauptcharaktere hab ich erst mal gar nichts einzuwenden, auch wenn sie alles andere als perfekt sind. Matt ist ein lieber Kerl (und er hat rote Haare – ja, das IST ein Argument), allerdings ging mir sein ständiges Gebrabbel von wegen „muss das Mädchen beschützen“, selbst wenn vergangene Szenen deutlich gezeigt haben, dass die Mädels sehr gut auf sich selbst aufpassen können, irgendwann ziemlich auf die Eierstöcke. Ein Glück gibt es sowas wie Charakterentwicklung – auch wenn es hier nicht immer auf die eleganteste Art und Weise geschieht –, so dass der Minithor schließlich auch mitkriegt, dass 1) Mädchen auch was können (mit Boxen kommt man nämlich auch nicht immer weiter), 2) es okay ist, mit 13 Jahren auch mal Angst zu haben und 3) niemand verlangt, dass er die ganze Zeit über der perfekte Anführer ist. Gleiches gilt für Fen Brekke, der außer Laurie normalerweise alles und jedem misstraut und sich lieber in Schwierigkeiten bringt, als sich helfen zu lassen, und genauso für Laurie Brekke, ein besonnenes und kluges Mädchen, das Fen aber eindeutig zu viel durchgehen lässt. Es hat wirklich Spaß gemacht, den dreien auf ihrer Reise zu folgen (und den kleinen Streitereien zwischen Matt und Fen), auch wenn manche charakterliche Änderungen abrupt, aber nie unlogisch erschienen.
Mit den später auftauchenden Charakteren ist es so eine Sache … Owen und Baldwin habe ich quasi sofort ins Herz geschlossen, aber beide lernt man nur wenig kennen, was genauso für andere gilt. Es ist ja auch kein Wunder: Manche kommen kaum vor, andere stoßen beinahe als Gruppe zu Matt, Laurie und Fen und danach ist kaum noch Zeit, mehr über sie zu erfahren – bis zum Ende des Buches zumindest.

Was den Inhalt angeht … nun, ich verstehe, warum einige unzufrieden sind. Es ist nicht so, dass nichts geschehen würde, aber im großen Ganzen ist es wahrlich nicht viel. Wir erfahren, dass Ragnarök naht und alles Nachfolgende ist der – meist eher planlose – Versuch der Protagonisten, andere Götterkinder um sich zu versammeln, damit es eben nicht zum Weltuntergang kommt. Sehr viel weiter gelangen wir da auch nicht, zum großen Kampf wird es sicherlich erst im dritten Band kommen. „Loki’s Wolves“ ist derweil der Auftakt des Abenteuers und zwar ganz genau das. Was ich vom Ende halten soll, weiß ich nicht so recht – die Autoren können es zwar im nächsten Band wieder gutmachen, aber für den Moment kam es nicht nur plötzlich, sondern schien schon beinahe aus der Luft gegriffen. Vielleicht lag es daran, dass es zuvor oft angedeutet wurde, dass ich glaubte, dass es zu offensichtlich wäre und deswegen davon ausging, dass so etwas nicht geschehen würde. Ergebnis war aber keine Überraschung, sondern eher "das hier":http://cdn.alltheragefaces.com/img/faces/png/determined-fumanchu-computer-stare.png
Wie gut, dass ich aufgrund eines Unfalls gerade in der Bahn festsaß und es zu keinem Deskflip kommen konnte.

Abgesehen davon fanden sich ein paar Ungereimtheiten im Buch wieder. Teilweise betraf das nur Unterschiede zwischen Bild und Text. Ab und an gab es ganzseitige Zeichnungen passend zur momentanen Szene – nur dass sie manchmal nicht ganz so passend sind. Da sagt uns der Text, dass Laurie Fen umarmt, als Matt hereinkommt, das Bild zeigt die beiden noch redend, Matt ist aber schon da. Oder: Ein Polizist wird als jung beschrieben, sieht aber aus wie Ende 30. Es sind zugegebenermaßen Kleinigkeiten und das gilt auch für den Text allein. Da verliert Matt etwas, hat es in der nächsten Zeichnung wieder und kurz darauf steht da, dass es zwischendurch neu gekauft wurde. Ganz zu schweigen von dem teils höchst unwahrscheinlichen Verhalten mancher bzw. irrsinniger Annahmen anderer. Es passiert nicht oft, aber manchmal wirkte das Buch dadurch ein wenig zu willkürlich.

Bleibt die Mythologie und die hat mir gefallen – meinetwegen hätte man auch mehr einbauen können. Als Bewohner Blackwells und Nachkomme Thors weiß Matt einiges über die Geschichten und gibt diese zum Besten, wann immer er kann oder muss; für uns heißt das: Trolle und andere mystische Wesen (in die Walküren hab ich mich ja spontan verliebt), einige Geschichten, meist die weniger lustigen, über die Götter, auch wenn einiges davon nichts gänzlich Neues ist, selbst wenn man – wie ich – alles andere als ein Experte ist.


Das Ergebnis ist durchwachsen. Da wären das spaßige Miteinander einiger Charaktere und die Mythologie auf der einen Seite, kleine Ungereimtheiten, der eher spannungslose Plot und wenig beleuchtete Charaktere auf der anderen. Ich habe das Buch trotz allem genießen können, nur richtig begeistert war ich am Ende nicht. Ich werde in Zukunft sicherlich noch weiterlesen, bin aber froh, dass ich mich für die Taschenbuchausgaben entschieden habe – ein gebundenes Buch wär’s mir nicht wert.

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Stormdancer

Jay Kristoff
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei St Martins Pr, 18.09.2012
ISBN 9781250001405
Genre: Sonstiges

Rezension:

Yukiko ist die Tochter von Masaru, dem Jäger des Shōguns, des Herrschers über die acht Inseln von Shima. Das Leben von Land und Leuten wird immer mehr vom Blutlotus, einer Pflanze, auf der Macht und Reichtum von Shima basieren, gefressen, doch den Shōgun interessiert dies nicht. Er beauftragt Yukikos Vater damit, einen Greifen (oder auch: Arashitora) zu fangen – obwohl diese als ausgestorben gelten und längst den Mythen des Landes angehören. Es scheint ein aussichtsloses Unterfangen, denn sowohl eine Weigerung als auch Versagen würden den Tod bedeuten – der rücksichtslose Herrscher akzeptiert es nicht, wenn seine Wünsche nicht erfüllt werden. Yukiko ahnt nicht, dass die vermeintlich sinnlose Reise Dinge in Gang setzen wird, die das ganze Land verändern können.


Auf den ersten Blick klingt „Stormdancer“ von Jay Kristoff schlichtweg genial. Auf den zweiten Blick sieht das Ganze aber schon ein bisschen anders aus. Ich habe prinzipiell nichts dagegen, dass Autoren sich an eine Kultur heranwagen, aus der sie nicht stammen. So etwas kann auch einen neuen Blickwinkel ermöglichen, was an sich nicht schlecht sein muss. Nichtsdestotrotz gibt es ein paar Regeln, die man in diesem Fall einhalten sollte – und ich bin nicht sicher, ob Jay Kristoff das getan hat.
Ich hatte schon mit Leigh Bardugos „Shadow and Bone“ so meine Probleme, weil einfachste Gegebenheiten – wie die Endung -a für weibliche Nachnamen – schlichtweg ignoriert wurden. Nun bin ich in japanischer Mythologie nicht allzu bewandert und das meiste Wissen, das ich besitze, stammt aus Mangas und Animes unterschiedlichster Genre und der Lektüre einiger Lifestylemagazine (sehr viel mehr behauptet der Autor aber auch nicht von sich selbst). Von daher kann ich schlecht sagen, ob teilweise nicht nur japanische Mythen, sondern auch andere aus anderen Teilen Asiens vermischt wurden, aber ich möchte anderen Rezensionen gerne glauben, zumal selbst ich einige Dinge bemerkt habe, die mir so nicht ganz in Ordnung schienen.

Am Ende kommt doch alles wieder auf die Sprache zurück und der Umgang des Autors damit ist … nun, nicht ganz zufriedenstellend. Natürlich bin ich auch hier kein Experte, schon gar nicht in älteren Formen des Japanischen, aber ein paar essentielle Dinge müssen einfach auffallen. Da wäre die Verwendung von „hai“ als ganz normales „ja“, wie wir es auch im Deutschen kennen. Ganz so vielfältig ist dieses kleine Wörtchen allerdings nicht, deswegen verstehe ich auch nicht, was es am Ende eines Satzes zu suchen hat, um eine Frage daraus zu machen, wenn man auch ein „ne“ dranhängen könnte. Man könnte natürlich behaupten, dass das Fantasy ist und da einiges anders ist, aber damit ließe sich nun wirklich jede fehlerhafte Recherche erklären.
Was mich aber wirklich gestört hat, war die Verwendung von „-chan“. Suffixe sind hier ohnehin ein Thema, da sie teilweise wie eigenständige Anreden behandelt werden. „Chan“ aber nutzt man, um jemanden anzureden, der einem nahe steht, meistens wird es aber für Frauen verwendet. Manchmal sogar noch für erwachsene Frauen, dann aber auf abwertende Art und Weise. Wenn du jemanden, der kein (Klein-)Kind ist und den du nicht gut kennst, so ansprichst, dann bist du der Meinung, dass du über ihnen stehst. Ich muss vermutlich nicht weiter erläutern, warum es mir nicht unbedingt gefallen hat, dass Frauennamen im Buch konsequent mit diesem Suffix ausgestattet wurden (selbst untereinander), auch wenn man sich kaum kannte oder der andere eindeutig nicht über der Frau stand. Zwar werden Frauen in der Welt, die sich Jay Kristoff ersonnen hat, nicht immer wertgeschätzt, sodass es gewissermaßen Sinn macht, aber bei Charakteren beider Geschlechter, die offensichtlich anderer Meinung sind, ist das doch mehr als fehl am Platz.

Das war nicht alles, was die Sprache betrifft, denn auch der Stil des Autors hat mir ein wenig zu schaffen gemacht. Es ist schade, wenn ein Buch jeglicher Beschreibungen entbehrt, aber zu sehr ins Detail zu gehen, ist auch nicht der richtige Weg. Ich muss nicht wissen, wo jedes Staubkorn liegt, auch meine Fantasie, lieber Autor, ist voll funktionsfähig und es macht mir Spaß, aus der Welt ein wenig meine eigene zu machen. Außerdem schienen mir die Beschreibungen fast verschwendet zu sein, denn während die Kleider des Shōguns minutiös geschildert werden, kriegen wir für viele japanische Begriffe höchstens einmal eine kurze Erläuterung. In manchen Fällen mag das in Ordnung sein, denn Begriffe wie „obi“, „kimono“ und „katana“ dürften vielen geläufig sein, und wiederum andere wie „arashitora“ sind eindringlich genug. Aber „wakizashi“ und „ō-yoroi“? Das stört den Lesefluss sehr, vor allem wenn die Erklärung fehlt und man zum Glossar blättern muss – das natürlich erst thematisch und dann alphabetisch sortiert ist. Macht Sinn, wenn manche Begriffe gänzlich unbekannt sind.
Später wird es ein bisschen besser, allerdings auch nur, da ich mich geweigert habe, alles noch einmal nachzuschauen und mir den Sinn aus dem Kontext zu erschließen versucht habe. Ob ich immer richtig lag … wer weiß. Weniger detailreich waren die Bilder in meinem Kopf deswegen nicht.
Abgesehen davon wird der Text immer englisch interpretiert – der Autor bezieht sich auf „impure“ und spricht von zwei Silben. Im Englischen mag das stimmen, aber auch im Japanischen? Und warum muss man japanisch sprechenden Menschen japanische Worte erklären? Da macht manches nicht allzu viel Sinn.

Ansonsten ist das Buch gar nicht so schlecht und wem diese sprachlichen Gegebenheiten egal sind, der wird wohl auch mit diesem Buch seinen Spaß haben können. Manches kann man ihm einfach nicht absprechen: Protagonistin Yukiko ist jemand, der seinen Willen durchsetzen kann und das auf ziemlich eindrucksvolle Art und Weise. Und auch wenn meine Sympathien im Verlaufe der Handlung immer wieder heranwuchsen, um dann erneut zu schwinden, so war es doch mal schön, von Charakteren zu lesen, die keine schlechten Menschen sind und trotzdem ihre Fehler haben. Nicht zu vergessen: der Arashitora, der mir mit seiner anfänglich fast grausamen Brutalität sofort gefiel und den ich mit jeder weiteren Seite mehr ins Herz schloss. Die Beziehung zwischen ihm und Yukiko entwickelt sich zwischendurch schon fast zu einfach, aber es war trotzdem toll, von ihrem Miteinander zu lesen.
Auch die Kampfszenen können sich sehen lassen; nicht nur sind sie nicht unnötig in die Länge gezogen, Jay Kristoff geht auch nicht allzu zimperlich mit seinen Charakteren um. Wenn schon Kettensägenkatanas mit im Spiel sind, muss das schließlich auch Konsequenzen haben – erst recht, wenn es zu Konflikten kommt. Die sind im Buch geradezu vorprogrammiert, denn auch wenn viele nicht sehen wollen, was sie ihrem Land antun, wird man bald nicht mehr die Augen davor verschließen können – und einige machen dies auch nicht mehr. „Stormdancer“ hat trotz seiner Fehler also einiges zu bieten und könnte durchaus ein gutes Buch sein – könnte.

Spannungstechnisch sieht’s am Anfang eher schlecht aus. Das erste Kapitel (und auch der Klappentext) verrät bereits, dass Yukiko auf den Arashitora trifft. Und auch wenn ich an Yukikos Vergangenheit interessiert war und wissen wollte, warum die Beziehungen zu anderen Charakteren so sind, wie sie sind, machte das die ersten 100 Seiten nicht unbedingt spannend. Wenn sich das später ändert, kann die Freude auch nicht von langer Dauer sein, denn durch unnötiges Drama wird auch das überstrapaziert. Nicht unschuldig ist daran die vollkommen sinnfreie Liebesgeschichte, über deren Existenzberechtigung ich immer noch grüble. Die meiste Zeit über träumt Yukiko ohnehin nur von seinen grünen Augen und die Gefühle, die sich da später entwickeln sollen, sind alles andere als glaubwürdig. Die Pluspunkte werden genauso schnell wieder verspielt, wie sie gewonnen wurden – schade drum.


Was anfangs sich nach einem spannenden Abenteuer anhört, entpuppt sich als zwar actiongeladene, manchmal aber auch reichlich überdramatisierte Geschichte, die einfachste sprachliche Gegebenheiten ignoriert und nur ab und an zu glänzen vermag. Für den einen oder anderen mag „Stormdancer“ geeignet sein, aber das will gut überlegt sein.

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vampir, lena klassen, budapest, vampire, trilogie

Magyria - Der Traum des Schattens

Lena Klassen
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Blanvalet Taschenbuch Verlag, 15.04.2013
ISBN 9783442269303
Genre: Fantasy

Rezension:

3,5
_______________

Die Schlacht um Akink ist vorbei, doch der Krieg ist noch lange nicht gewonnen. Solange es sowohl Schatten als auch Krieger des Lichts gibt, wird der Konflikt weitergehen – Mattim ist nicht gewillt, seinen Bruder Kunun einfach in Ruhe zu lassen. Doch dieser hat seinen ganz eigenen Plan ersonnen, Mattim zu verletzen und ihm das zu nehmen, was ihm das meiste bedeutet – Hanna. Die beiden müssen sich etwas einfallen lassen, um die Sache ein für alle Mal zu beenden. Doch wem kann man in einer Welt voller Schatten schon noch vertrauen?


Ich bin, ehrlich gesagt, ein wenig unsicher, was ich mit „Der Traum des Schattens“ anstellen soll. Es ist eine Weile her, dass ich die vorherigen beiden Bände gelesen habe, aber ich hatte zumindest den zweiten Band wesentlich besser in Erinnerung. Was mir damals so an den Büchern gefiel, war die Spannung, die trotz der Romanze nicht abhandenkam, der schnelle Einstieg in die Geschichte (zumindest im zweiten Band, im ersten ging es zu schnell) und die Tatsache, dass die Vampire – Schatten – hier sich von ihren „Artgenossen“ unterscheiden. Ich find es immer noch klasse, dass ihre Wunden nicht geheilt werden können, so dass unter Umständen auch mal jemand zerstückelt daliegt und unfähig ist zu sterben.

Ganz so brutal ist es natürlich nicht die ganze Zeit über, die richtig üblen Szenen kommen eher selten vor, sind dann aber sehr willkommen. Auch so kann man dem Buch nicht absprechen, dass es spannend ist – im Gegensatz zu den vorherigen Bänden ist das aber nicht durchweg der Fall. Ohne zu viel verraten zu wollen: Es passiert hier etwas, das die Geschichte immer wieder zwingt, eine kleine Pause zu machen, damit bestimmte Charaktere sich kennenlernen können. Es geschieht trotzdem einiges nebenher, so dass die Handlung nie zum Stillstand kommt, es gibt nur eben einige Längen, die einen je nach persönlichem Geschmack mehr oder weniger stören können. Ich für meinen Teil bin kein Freund von Melodramen.

Dafür steigt das Buch beinahe sofort wieder in die Handlung ein. Ich hatte befürchtet, dass es zunächst einige Zeit dauern würde, aber da hätte ich mir wirklich keine Sorgen machen müssen. Die Handlung startet zwar nicht mit der ersten Seite gleich durch, aber lange muss man auch nicht darauf warten.
Mein Problem liegt aber vielmehr bei den Charakteren; schon beim Vorgänger hatte ich das Gefühl, dass Mattim der alleinige Hauptcharakter des Buches ist und hier hat sich das nur noch einmal bestätigt. Hanna ist zwar noch da, ja, und spielt keine ganz unwichtige Rolle, aber wir sehen bei ihr keine Entwicklung. Zum Teil liegt das auch daran, was sich Lena Klassen für sie ausgedacht hatte und auch wenn es zum Teil für weitere Spannung sorgte, war ich zum Großteil von Hanna nur noch genervt.
Ohnehin wird es hier schwierig, Charaktere zu finden, mit denen man zurechtkommt, da die meisten, auf die das zutrifft, nur sporadisch auftreten. Mónika, Attila, Wilder, Goran … teilweise ist ihnen nur ein Auftritt vergönnt. Bleibt nur noch Mattim, was auf Dauer ein bisschen wenig ist.
Die anderen dagegen … Kunun ist und bleibt ein Bösewicht, Farank darf sich als schlechtester Vater aller Zeiten bewerben und so oft Réka auch behauptet, sie sei mehr als eine pubertäre 16-Jährige, sie ist die meiste Zeit über genau das. Mich stört weniger, dass ich nicht viel mit ihnen anfangen kann, sondern mehr, dass es bei ihnen kaum Entwicklung gibt – von Mirita und Atschorek einmal abgesehen.

Ich habe das Buch trotzdem genießen können und egal, wie die Charaktere konzipiert sind: Es gab einige interessante (unter anderem auch neue) und nicht nur mit diesen konnte ich mitleiden. Abgesehen davon erhaschen wir mehr als nur einen Blick auf Magyria und was wir da zu sehen bekommen, lässt mich fast hoffen, dass es irgendwann ein weiteres Buch aus dieser Welt geben wird. Nur nach Möglichkeit aus einer anderen Perspektive, Hanna und Mattims Geschichte ist erzählt.


„Der Traum des Schattens“ kann nicht ganz mit seinem Vorgänger mithalten, da das Buch Fehler der vorherigen Bände wiederholt und nicht alles genauso gut macht wie noch „Die Seele des Schattens“. Trotzdem ist es ein spannendes Abenteuer, das zwar ein paar Längen hat, die insgesamt aber nicht zu sehr ins Gewicht fallen. Wer die Reihe zuvor mochte, sollte diesen Band jedenfalls nichts verpassen … wer bisher Zweifel hatte, sollte es sich vielleicht noch einmal überlegen.

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fantasy, contemporary, magie, fluchmagier, usa

Black Heart

Holly Black
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Gollancz, 04.04.2012
ISBN 9780575096806
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Die Rezension enthält Spoiler zu den vorherigen Bänden.
____________________________

Hätte man Cassel vor einigen Wochen gesagt, dass er mal für die Regierung arbeiten würde, hätte er denjenigen lachend stehen gelassen. Seine Mutter gerät immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt, sein Bruder ist ein notorischer Lügner, das Mädchen, das er liebt, wird einmal den Posten als Kopf der Mafia von ihrem Vater übernehmen – er selbst ist auch nicht gerade ein Engel. Und trotzdem tut er jetzt genau das; schlimmer noch: Barron auch. Herausfinden darf es niemand, denn einen größeren Verrat hätte er nicht begehen können. Aber wie das immer so ist: Ein Problem kommt selten allein und schon bald ist Cassel in zu viele Konflikte verstrickt, bei denen jeder einzelne ihn seinen Kopf kosten könnte.


Warum einfach, wenn’s auch kompliziert geht? Das zumindest scheint sich auch Holly Black (mal wieder) gedacht zu haben. Ist ja nicht so, als könnte Cassel nicht mit Problemen jedweder Art zurechtkommen. (Auch wenn der Kerl wirklich mal eine Pause verdient hätte.)
Und so darf er darauf trainieren, ein Agent zu werden, die Probleme seiner Mutter lösen, Herzschmerz haben, zwischen seinen Freunden vermitteln und sich mal wieder mehr als einmal in Lebensgefahr begeben. Dass seine Noten nebenbei einen Ausflug in die Unterwelt machen, verwundert wohl niemanden weiter.

„Black Heart“ hat, was ich in „Red Glove“ ein wenig vermisst hatte: die Überraschung, die Spannung. Nicht so wie noch im ersten Band, aber es muss ja nicht alles einander gleichen, um gut zu sein. Hier warten wieder viele große und kleine Offenbarungen auf uns, Antworten zu Fragen, von denen wir gar nicht wussten, dass wir sie wirklich hatten, so dass ich ab und an mal wieder mit offenem Mund dasaß. Einiges davon war einfach zum Brüllen, manches lädt zum Grübeln ein und wiederum anderes ist ein wenig traurig. Man kriegt eigentlich aus jeder Ecke der Gefühlspalette was geboten, so dass es gar nicht langweilig werden kann.

 Nicht dass die Charaktere das zugelassen hätten. Cassel kann einem eigentlich nur leidtun, zumindest die meiste Zeit über. Allein schon seine Beziehung mit Lila – er mag sie und sie mag ihn auch, nur will er das natürlich nicht begreifen; wenn man jemandem ein wenig mehr Selbstachtung einprügeln könnte, ich hätte es hier gern getan. Trotzdem kommt man mal wieder nicht umhin zu bewundern, wie er sich aus den fiesesten Situationen herauswinden kann und auch immer wieder die Kraft findet, das zu tun – schön ist es ja, denn trotz allem wünscht man dem sympathischen Teilzeitkriminellen nur das Beste, auch wenn unsere Ansichten, was das genau ist, ein wenig auseinander gehen.
Ohnehin löst dieses Buch reichlich „feels“ aus – ob das nun Cassel und Lila betrifft, die Sharpes als Familie, Cassels Freunde Daneca und Sam oder die Situation der Worker im allgemeinen. Wir lernen die Sharpe-Familie nie richtig kennen, immerhin ist Cassels Vater schon lange tot und auch die Zeiten, in denen die Jungs sorglos leben konnten, sind vorbei. Aber man erhascht immer mal wieder Blicke auf dieses Leben und dass es das nicht mehr gibt, tut weh. Genauso verhält es sich mit Sam und Daneca, die sicherlich nicht nur ich glücklich sehen möchte – bestenfalls miteinander? Das ist hier die Frage und nicht mal am Ende kann ich sicher sagen, ob ich sie beantworten könnte. Und natürlich die Worker, die für die Guten und für die Bösen arbeiten, die missbrauchen und missbraucht werden, die zum Großteil einfach ihr Leben ohne die Angst vor einer Verfolgung leben wollen. Wie kann man nicht mit ihnen leiden?

Die Worker gehören aber auch zu dem Punkt, der mich am meisten (wenn auch nicht zu sehr) gestört hat. Ich hätte mir mehr Politik gewünscht, ich will wissen, wie es mit den Workerrechten weitergeht. Eine Richtung wurde eingeschlagen, aber den Weg kann man auch ganz schnell wieder verlassen. Es wäre schön gewesen, mehr über das große Ganze zu erfahren, auch wenn es Cassel nur zum Teil betrifft und er nebenbei ganz sicher noch viele Sorgen mehr hat. Aber wer weiß – vielleicht setzt sich Holly Black irgendwann doch noch an einen vierten Band und mehr meiner Fragen können beantwortet werden.


Das war’s dann also mit Cassel Sharpe und uns – zumindest vorerst. Es war mal wieder eine rasante Fahrt, die allerlei Spaß gemacht hat, aber auch für weniger schöne Gefühle gesorgt hat (im positiven Sinne). „Black Heart“ ist zum Glück ein wenig besser als „Red Glove“ und auch wenn man die Handlung an sich als abgeschlossen betrachten kann, hätte ich im Moment absolut nichts gegen ein weiteres Buch einzuwenden.

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Red Glove

Holly Black
Flexibler Einband: 325 Seiten
Erschienen bei Simon & Schuster, 03.04.2012
ISBN 9781442403406
Genre: Sonstiges

Rezension:

Die Rezension enthält Spoiler zum vorherigen Band.

3,5

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Cassel Sharpe zu sein, ist ziemlich ätzend. Seine Brüder haben ihn betrogen, seine Mutter hat seinen Schwarm dazu gezwungen, in ihn verliebt zu sein – nun weiß er nicht einmal mehr, ob seine beste Freundin wirklich meint, was sie sagt. Trotzdem versucht er, die Dinge so gut es geht zu regeln. Irgendwann muss der Fluch schließlich abklingen und dann kann er auch wieder Lila vertrauen, oder? Dann aber wird sein ältester Bruder erschossen, und Cassel soll den Mörder finden. Zu dumm, dass das FBI ihn darauf angesetzt hat, während der Chef der örtlichen Worker-Mafia höchst persönlich ihn in seinen Reihen sehen möchte – eine Seite vor den Kopf zu stoßen, könnte mehr als nur böse enden.


Mich hatte damals an „White Cat“ so begeistert, dass man niemandem richtig vertrauen konnte – was sich aber auch erst nach und nach herausstellte. Da wurden aus Brüdern auf einmal Verräter, und man konnte irgendwann nur noch mit offenem Mund den Text anstarren. Wer hätte gedacht, dass hinter der anfangs doch irgendwie charmant wirkenden Familie solche extremen Abgründe lauern?
Nun aber wissen wir das alles schon. Es gibt keine großen Überraschungen mehr, zumindest in diese Richtung, auch wenn es freilich ein paar Details gibt, die nach wie vor schockieren können. Allein dass man so etwas dem eigenen, kleinen Bruder antun kann … aber das kann die Geschichte nicht tragen, zumindest nicht die meiste Zeit über. Auch kleinere Offenbarungen können das nur zum Teil, stattdessen steht die große Frage im Raum, wer Philip umgebracht hat – sollte man zumindest denken. Dieses Rätsel nimmt erstaunlich wenig Platz ein, immerhin muss Cassel nebenbei noch rausfinden, wen er selbst so umgebracht hat, wie er und Lila am besten miteinander umgehen und nebenbei sollten die Schulregeln eingehalten werden. Weitestgehend. Es geschieht also allerhand, nur ist wenig davon zielgerichtet.

Langweilig ist es nicht, aber das Tempo war schon im ersten Band ein Problem. Es dauert ein bisschen, ehe die Geschichte richtig in Gang kommt. In „White Cat“ war das nicht wirklich ein Problem, in „Red Glove“ aber wird die Geschichte nicht durch ständig neugewonnene Erkenntnisse am Leben erhalten. Erst gegen Ende wird zum Rundumschlag ausgeholt, so dass zumindest dort ein wenig Spannung hinzu kam.

Dafür gibt es nach wie vor Cassel, den man einfach mögen muss. Er ist alles andere als perfekt, und auch wenn er versucht, ein guter Kerl zu sein: Er schafft es nicht immer. Wie auch, wenn er trotz allem an seiner Familie hängt, die keinerlei moralische Skrupel hat? (Auch wenn manche Aktionen der Mutter zugegebenermaßen beeindruckend sind.) Ich wünschte, man hätte auch seine Freunde noch mehr kennenlernen können, aber sie sind nicht gänzlich außen vor; bei manchen Familienmitgliedern erkennt man die Nähe zu Cassel zumindest ansatzweise, auch wenn es längst nicht so beeindruckend dargestellt wird wie noch im ersten Band.
Aber es gibt Cassel, mit dem man viel zu leiden hat. Wie gesagt, er zu sein, ist ätzend, denn das, mit dem er sich herumzuschlagen hat, würden nur wenige aushalten. Wie gut, dass er ein gewitzter Kerl mit einiger krimineller Energie ist – da klappt das schon.

Einen kleinen Bonuspunkt gibt’s von mir für die politischen Aspekte. Es ist den Workern nach wie vor untersagt, ihre Magie zu nutzen – und wer sich für ihre Rechte einsetzt, wird gleich als Bürger zweiter Klasse behandelt. Einerseits will die Regierung gegen die mafiaähnlichen Zusammenschlüsse von Workern vorgehen, andererseits setzt sie selber auf Zensur und Unterdrückung – ich hoffe, dass dieser Aspekt der Geschichte im letzten Band noch ein wenig näher beleuchtet wird. Jedenfalls wenn neben Cassels massiven Problemen noch Zeit dafür ist.


„Red Glove“ kann nicht ganz mit seinem Vorgänger mithalten. Der Geschichte fehlt es ein wenig an Überraschungen und Erkenntnissen, sie weiß aber trotzdem zu unterhalten. Die Lorbeeren dafür darf natürlich Cassel einstreichen – der Kerl verdient wirklich mal eine dicke Umarmung.

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Breath

Jackie Morse Kessler
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Houghton Mifflin Harcourt, 04.06.2013
ISBN 9780547970431
Genre: Sonstiges

Rezension:

4,5
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Xander Atwood ist ein Teenager mit den ganz typischen Sorgen und Wünschen: Wird mein Schwarm mit mir ausgehen? Traue ich mich überhaupt, sie anzusprechen? Was mache ich nach der Schule? Man denke sich dazu einen frischgeborenen kleinen Bruder und kann sich recht gut vorstellen, dass Xander alle Hände voll zu tun hat. Nichtsdestotrotz steht eines Tages plötzlich Death auf seinem Balkon – bereit zu springen. Ohne Tod kann es kein Leben geben, aber was wird Xander schon sagen können, um die Welt zu retten?


Es gibt einiges, das man über den vierten und letzten Band der „Riders of the Apocalypse“-Reihe sagen kann. Er ist so ganz anders als seine Vorgänger, und meiner Meinung nach auch das beste Buch der Reihe. Bisher konzentrierten sich die Bücher sehr auf den menschlichen Protagonisten. Zwar spielten die entsprechenden Reiter auch eine gewisse Rolle, aber erst im dritten Band lernten wir den Reiter als solchen kennen, nicht als Macht, die die Protagonisten nun ausüben können. In all der Zeit gab es eine Konstante: Death. Die anderen mochten wechseln, er war immer da und er war auch immer der gleiche.
Das ändert sich hier. Der Tod hat seinen Humor verloren – aber nicht nur das. Ihm ist etwas Essentielles abhanden gekommen, etwas, das ihn bisher durchhalten und die Ewigkeiten ertragen ließ. Jetzt aber kann und will er nicht mehr, weswegen wir ein bisschen weniger von seinem Charme zu spüren kriegen, dafür aber mehr über seine Vergangenheit lernen. Ich würde nicht so weit gehen zu sagen, dass er der eigentliche Hauptcharakter ist, das sind beide, Death und Xander. Aber er spielt doch eine bedeutend größere Rolle als die Reiter vor ihm.

Allerdings ist es Xander, der für Spannung sorgt, sein Partner ist bisweilen sogar für das Gegenteil verantwortlich. Als es um Deaths Vergangenheit geht, gibt es ein Gespräch, das fast 50 Seiten lang ist. Die Informationen mögen interessant an, die Präsentation hat sich ein wenig gezogen und war nicht ganz glücklich gewählt.
Aber wieder zu Xander, bei dem recht schnell klar wird, dass irgendetwas nicht stimmt. Es geht mit den Erinnerungslücken los, weiter über das, „was er getan hat“, bis hin zu einem Piepton, der nie so richtig ins Bild passt. Ich hatte recht bald allerlei Theorien, was vor sich geht und was er getan hat. Ab einem gewissen Punkt kommt sicherlich jeder drauf, ehe es im Buch explizit genannt wird, aber das ist hier eigentlich nicht schlimm. Zum Teil ging es nämlich in Richtung „Oh nein, er hat doch nicht etwa …?!“, was eher dafür sorgt, dass man Xander mal fest umarmen und ihm helfen möchte. Zum anderen mag man sicherlich eine Ahnung haben, was Sache ist – aber bedenkt auch jeder sofort die Konsequenzen? Ich kann das für mich nicht behaupten. Erst nach und nach wurde mir klar, was das für die komplette Handlung bedeutet, so dass sich meine Gedanken geradezu überschlugen. Selbst wenn ich jetzt darüber nachdenke, kann ich höchstens weitere Theorien bilden, aber ganz sicher kann ich trotzdem nicht benennen, was geschehen ist. Stattdessen sitz ich so da:

Mehr kann ich dazu eigentlich auch nicht zu sagen, ohne euch unnötig zu spoilern - deswegen weiter im Text!

Ein kleiner, aber schöner Bonus war, dass auch die anderen Reiter und Protagonisten der vorherigen Bücher zu Wort kommen. Wolltet ihr auch schon länger wissen, wie es mit Lisa weiterging? Oder ob Missy zurechtkommt? Hatte Billy das Amt nun angenommen oder nicht? Auf diese Fragen – und ein paar mehr – wird es hier Antworten geben. Also, sowas wie. Vielleicht. Ich weiß es selber nicht genau, großes Spoilergeheimnis sei Dank. Aber gerade das macht es ja so cool!

Ganz unabhängig davon ist „Breath“, wie auch die Bücher zuvor, toll geschrieben, weswegen mein Buch mit seinen ganzen Markierungen aussieht, als hätte ich es studiert statt gelesen. Banale Weisheiten, wie zum Beispiel dass man nicht wirklich gelebt hat, wenn man noch nie von einer Taube beschimpft wurde, während man auf seinem Pferd vorbeifliegt, fehlen aber natürlich auch nicht.
Eingebettet darin sind Gedanken über Liebe, Freundschaft, Verrat und das Leben. Was ist Liebe wert, vor allem: Was ist unsere Liebe wert? Können wir unseren Freundschaften vertrauen? Und ist nicht vielleicht doch immer etwas da, das das Leben lebenswert macht? In ihrer Widmung schreibt Jackie Morse Kessler: „If you’ve ever had your trust broken so badly / You asked yourself, „What’s the point?“ / Then this book is for you.” Und das ist es.


„Breath“ ist ein toller Abschluss für eine tolle Reihe – sie mag ihre Fehler gehabt haben und auch dieses Buch ist keineswegs perfekt. Trotzdem plädiere ich dafür, dass ihr das Buch alle einfach mal lest; es ist zwar von Vorteil, die vorherigen Bücher zu kennen, aber nicht zwingend notwendig. So oder so, die kleinen Weisheiten, die sich hier drin verstecken, sind es allemal wert – und das Grübeln, das nach dem Beenden erst richtig los geht, erst recht.

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agent of hel

Dark Currents

Jacqueline Carey
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Penguin Group USA, 02.10.2012
ISBN 9780451464781
Genre: Sonstiges

Rezension:

Missgünstige Menschen nennen Daisy eine Ausgeburt der Hölle – womit sie ganz genau genommen sogar recht haben. Nicht dass sie die Tochter des Teufels persönlich wäre, aber ihr Vater ist immerhin ein Dämon und wenn sie ihm zu ähnlich werden sollte, könnte sie damit großes Chaos anrichten – wenn nicht gar den Weltuntergang einläuten.
Bisher ist sie aber nicht gewillt, den Lockungen ihres Vaters nachzugeben und lebt ein vergleichsweise normales Leben, mal abgesehen davon, dass sie Hels, Herrscherin der lokalen Unterwelt, Kontaktperson in der Oberwelt ist und deren Gesetz vertritt. Bisher bedeutete das, Übernatürliche zurechtzuweisen, die aus der Reihe tanzen wollen, was sich schlagartig ändert, als ein junger Mann tot aufgefunden wird. Schnell ist klar, dass Magie im Spiel war, doch wer trägt Schuld? Daisy wird in die Ermittlungen involviert, doch das provoziert Situationen, in denen ihr Vater verlockender klingt denn je.


Während manche Autoren ihrem Genre ewig treu bleiben, scheint sich Jacqueline Carey quer durch die Fantasy durchzuprobieren. Hier trifft es das Urban-Fantasy-Genre, dem entsprechend befinden wir uns in der modernen Welt, in der sich eben auch allerlei übernatürliche Gestalten tummeln. In diesem Fall wissen zumindest die Menschen vor Ort Bescheid, auch wenn die meisten nie jemanden zu Gesicht kriegen. In der Regel zeigt niemand, was er wirklich ist, einfach auch um den Vorurteilen aus dem Weg zu gehen. Daisy ist die Ausnahme, ihre Herkunft ist stadtbekannt.
Die Autorin bietet uns hier einen ganzen Mischmasch an Wesen an. Selbstverständlich gibt es Vampire und Werwölfe, bekannterweise auch Dämonen, genauso dürfen auch Feen nicht fehlen. Dort hört’s aber nicht auf. Wir haben Wassernymphen, Undinen, eine Lamia, Ghoule, Hexen, nordische Gottheiten wie Hel samt eines Jötunns und Nornen und so weiter und so fort … wie sich herausstellt, herrschen anderswo andere Gottheiten wie zum Beispiel der slawische Peklenc. Und ja, Dämonen gelten als gefallene Engel, also muss es die irgendwo auch geben.
Dieses Durcheinander muss man mögen, mich hat’s aber nicht gestört. Warum sollte nur eine Mythologie richtig sein? Es macht Spaß, sie mal alle zusammengewürfelt zu sehen, zumal die Übernatürlichen durch ihre Verschlossenheit auch voneinander wenig wissen, aber viel lernen können.

Da es nun mal ein Buch von Jacqueline Carey ist, kann man erwarten, dass es toll geschrieben wurde. Ein zweites (oder vielmehr neuntes) Kushiel-Buch braucht man hier trotzdem nicht zu erwarten; „Dark Currents“ hat mit Daisy seine ganz eigene Stimme: ein bisschen salopp, manchmal nachdenklich, gerne sarkastisch und auf jeden Fall sympathisch. Dass die 24-Jährige es mit ihrer Herkunft nicht leicht hat, ist logisch, aber sie kommt gut zurecht. Zum Großteil verdankt sie das ihrer Mutter, die sie trotz allem aufgezogen hat und zwar als liebende Mutter, nicht als jemand, der seine Pflicht tut. Mrs. Johanssen liebt ihre Tochter, und viele haben es ihr nachgemacht: Daisys beste Freundin Jen, irgendwie auch ihr Teilzeitkater Mogwai, ihre Sowas-wie-Patentante Lurine und der Chef der Polizei, bei welcher sie arbeitet. Damit sind auch die Hauptnebencharaktere, wenn man so will, versammelt. Sie bilden eine bunte Truppe, von der ich nicht alle direkt ins Herz geschlossen habe, die mich aber ausnahmslos interessieren. Mein Favorit ist und bleibt aber Daisy; ich musste nur lesen, dass sie – ihrem Vater sei’s gedankt – einen Schwanz hat und schon war es um mich geschehen. Dass sie (wie die meisten Damen hier) auf ihre ganz eigene Art und Weise stark (und lustig) ist, hat natürlich geholfen. Sie kann aber nur so sein, weil sie ihre Familie und Freunde hat; es ist eine schöne Botschaft. Selbst ein „Höllenkind“ kann gut sein, es ist nur eine Frage danach, wie es behandelt wird.
Da wir einmal bei den Charakteren sind: Es gibt drei Herren, die noch erwähnt werden sollten. Alle drei könnten in der Zukunft von Daisy als Partner gewählt werden, oder auch gar keiner. Hier von einem Liebesdreieck (oder eher Liebesviereck) zu reden, wäre übertrieben. Auch wenn hier und da mal das Aussehen und (durchaus sexuelles) Interesse erwähnt werden, geht es das Buch in dieser Hinsicht sehr langsam an. Daisy ist seit jeher ein bisschen in Cody – seines Zeichens ein Werwolf – verknallt, also: seit der Schule. Ob es jemals zu mehr kommt, wird sich zeigen müssen; Daise hat ihre Karten auf den Tisch gelegt, nun liegt’s an ihm. Die anderen beiden lernt sie in diesem Buch erst kennen. Von Sinclair, der einzige Mensch in der Runde, sehen wir hier wenig, da er auch erst spät auftaucht: Bei Stefan würde ich aber genauso wenig behaupten, dass wir ihn schon richtig kennen. Er ist ein Ghoul und damit jemand, der sich von Gefühlen ernährt und unsterblich ist. Ansonsten? Er scheint ein höflicher und geduldiger Mann zu sein, der aber auch Loyalität von jenen fordert, die sie ihm geschworen haben. Gemessen daran, dass er ziemlich alt ist (was man ihm natürlich nicht ansieht), gibt es da aber noch einiges zu entdecken. So oder so, alle drei sind sympathische Herren; ich bin gespannt, wie das am Ende ausgeht.

Hauptsächlich ist dieses Buch aber eine Art Kriminalgeschichte. Daisy soll und will den Mordfall aufklären, alles andere passiert nebenher. Der Fall an sich geht relativ ruhig voran, was mich allerdings wenig gestört hat. Daise und Cody leisten Polizeiarbeit und so sehr man sich da auch reinhängen mag, von heute auf morgen hat man keine endgültigen Ergebnisse, zumal andere Pflichten nicht warten wollen. Von daher war ich mit dem Tempo zufrieden, auch wenn kein Zweifel daran besteht, dass ich nichts gegen ein schnelleres Tempo mit mehr Spannung gehabt hätte.
Die Geschichte lebt zum Teil wieder von den Charakteren, denn auch wenn ich natürlich wissen wollte, wer der Mörder ist (der Gärtner war es ausnahmsweise mal nicht), so hätte mich das allein nicht zum Weiterlesen gebracht – allerdings war ich noch nie ein großer Fan von Krimis. Die Auflösung ist nicht gänzlich überraschend, wenngleich nicht vorhersehbar. Es ist ein solider Part des Buches.

Ein anderes Problem, das angesprochen wird, ist zugegebenermaßen nicht neu: Manche Menschen, die Bescheid wissen, sind wenig glücklich darüber, dass es in ihrer Nähe tatsächlich eine Unterwelt gibt und würden die Übernatürlichen am liebsten verbannen, wenigstens aus ihrem alltäglichen Leben. Dass sie die Privilegierten sind, da man sie für Verbrechen gegen Übernatürliche nicht anklagen kann – diese haben immerhin keine Papiere und existieren offiziell nicht –, scheinen sie nicht zu realisieren. Vielleicht wollen sie es auch nicht. Es wird spannend zu verfolgen sein, wie Jacqueline Carey diesen Aspekt vorantreiben wird.


„Dark Currents“ ist ein gutes Buch, wenn auch nicht herausragend. Es überzeugt mit einer soliden Kriminalgeschichte, einer sympathischen und interessanten Protagonistin und allerlei Nebencharakteren, bei denen man sich auf künftige Begegnungen freuen kann. Ich bin schon gespannt, wo Jacqueline Carey uns und Daisy noch hinführen möchte – besonders was ihre Karriere und die Zukunft der Stadt angeht.

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The Rising

Kelley Armstrong
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Little, Brown Book Group, 09.04.2013
ISBN 9781907410994
Genre: Sonstiges

Rezension:

Ein Teil der Gruppe konnte wieder einmal entkommen – doch für wie lange? Viele Augen suchen nach Maya und ihren Freunden und sie haben keinen blassen Schimmer, wie sie aus diesem Schlamassel wieder herauskommen sollen. Sie haben einen Tipp erhalten, wer ihnen helfen könnte, doch das ist alles andere als eine Garantie. Immer auf der Hut schleichen sie also durch Vancouver, auf der Suche nach Hilfe und jeder Information, die sie erhalten können – dabei werden sie einige überraschende Bekanntschaften machen. Viel Zeit zum Kennenlernen bleibt aber nicht, denn jemand möchte seine Forschungsobjekte zurück, und das um jeden Preis.


Ich gebe offen zu, Maya & Co. sind mir nie so sehr ans Herz gewachsen wie Chloe und die anderen. Nicht dass ich sie nicht hätte leiden können, aber über meine Lieblingsnekromantin und ihren mürrischen Werwolf von einem Freund habe ich noch länger nachgedacht – die Jugendlichen der „Darkness Rising“-Trilogie habe ich nach dem Lesen nicht sofort vergessen, mich aber auch nie weiter mit ihnen beschäftigt. Umso mehr habe ich mich auf „The Rising“ gefreut, allein schon weil die alte Truppe hier ihren Auftritt haben sollte. Der folgte dann recht spät und abgesehen von Chloe und Derek haben wir kaum etwas von den anderen mitbekommen, aber allein dafür hat sich das Buch doch schon irgendwie gelohnt.

Nicht dass es ansonsten schlecht wäre. Während im zweiten Band nahezu nichts geschah, haben die Protagonistin hier selten mal eine ruhige Minute. Sie sind ständig auf der Flucht, müssen sich aufteilen, wieder zueinanderfinden, weiter fliehen; da bleibt nicht viel Zeit zum Verschnaufen, was auch gut ist, immerhin sorgt’s für Spannung, und die hab ich ja besonders gern.
Die besten Szenen gehören aber den Charakteren. Denn auch wenn ich die andere Gruppe lieber mag, so vereint auch diese hier (wie zuvor) eine Vielzahl von Charakteren, die außerdem beständig variiert und wächst. Es hat auch im dritten Buch der Reihe viel Spaß gemacht, ihr Miteinander zu beobachten, besonders wenn sie doch mal Zeit für ein paar Neckereien haben. Manche Charaktere überraschen dabei ein wenig – es sind eben nicht alle „böse“, auch wenn sie vorher so schienen. Ich empfehle aber, das Buch nicht spätabends zu lesen, denn wenn man gegen vier Uhr morgens lauthals loslacht, könnte das Menschen mit weniger tiefem Schlaf wecken und das war’s dann mit dem Lesespaß.

Dann trat aber etwas ein, das ich bereits im zweiten Band befürchtet hatte: Dort schon schien sich eine Art Liebesdreieck anzubahnen; ich konnte so sehr wünschen, dass es nicht dazu kommt, wie ich wollte: Es kam dazu. Es nahm keine Überhand, immerhin reden wir hier von Kelley Armstrong. Ich hab’s aber weder der Autorin noch Maya richtig abgekauft. Ja, mir ging das damals mit Rafe und Maya ein bisschen zu schnell. Ja, es war offensichtlich, dass Daniel mehr für Maya empfindet. Aber sie auch für ihn? Zeichen dafür hab zuvor eigentlich nie gesehen, hier will sie uns aber weismachen, dass da immer ein bisschen was war. Ich bin also nicht sehr glücklich mit dieser Entwicklung, auch wenn es mich nicht übermäßig gestört hat. Da die Charaktere haufenweise andere Sorgen haben, schieben sie diesen Konflikt erst einmal beiseite und lösen ihn später in aller Ruhe und ohne Drama – was anderes habe ich von Kelley Armstrong aber auch nicht erwartet.

Eine kleine Kritik am Verlag muss aber noch sein, auch wenn sie nicht mit in die Bewertung eingeht, immerhin kann die Autorin nichts dafür: Mayas Familie gehört dem Volk der Navajo an, welche amerikanische Ureinwohner sind. Das Buch spricht sogar die Probleme und den Rassismus an, mit dem die Menschen dieser Herkunft konfrontiert werden: Sie werden als versoffene Junkies gesehen und entsprechend behandelt. Warum also entscheidet sich der Verlag für ein Covermodel, das ganz eindeutig weiß ist? Lesen die ihre eigenen Bücher nicht? Leider ist es ja nichts Neues, dass Whitewashing kein Einzelfall ist.

Nun ist es aber endgültig vorbei – also, erst einmal. Es gäbe sicherlich noch einiges über die Charaktere zu erzählen, nur eben jetzt noch nicht, erst wenn sie ein wenig älter sind. Wer weiß, vielleicht folgen dann weitere Geschichten oder gar Bücher? In der Zwischenzeit können diejenigen, die die „Women of the Otherworld“-Reihe noch nicht kennen, damit weitermachen: Wenn ich es recht verstanden habe, kommen einige der erwachsenen Charaktere dieser Reihe auch dort vor.


„The Rising“ ist ein würdiger Abschluss der „Darkness Rising“-Trilogie, die letzten Endes aber nicht ganz an die „Darkest Powers“-Trilogie heranreicht. Besonders erfreulich ist hier, dass Chloe und die anderen einen Gastauftritt haben, und ebenso dass der dritte Band in Gegensatz zu seinem Vorgänger auch die Handlung wieder voranbringt. Ich war nicht mit jeder Entwicklung glücklich, kann nach dem Lesen aber sagen, dass es insgesamt sehr zufriedenstellendes Buch ist. Bleibt zu hoffen, dass es irgendwann doch noch einmal weitergeht – Stoff genug ist dafür da.

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20 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 4 Rezensionen

liebe, jungs, emilio, darcy, chick lit

Babe in Boyland

Jody Gehrman
Flexibler Einband: 292 Seiten
Erschienen bei Penguin Group USA, 16.02.2012
ISBN 9780142420843
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Unter dem Pseudonym „Dr. Aphrodite“ veröffentlich Natalie in der Schulzeitung eine Kolumne mit Liebestipps für alle, die danach fragen – allerdings hat sie von diesen Themen selber nicht allzu viel Ahnung, mangelnde Erfahrung sei Dank. Stattdessen sagt sie den (weiblichen) Lesern, was sie hören wollen und den anderen reicht es irgendwann. Nach ihrer neuesten Kolumne wird ihr genau das vorgeworfen und auch wenn es etwas dauert, Natalie sieht ein, dass sie Recht haben. Um künftig bessere Tipps zu geben (und ein Thema für einen Wettbewerb zu haben), muss sie herausfinden, wie Jungs so ticken. Da ihr niemand richtige Antworten geben will, greift sie zu anderen Maßnahmen: Als Junge verkleidet schmuggelt sie sich in eine Jungenschule in der Nähe. Dumm nur, dass Nat selber noch lernen muss, wie man sich am besten als Junge verhält ohne aufzufallen – sich in den neuen Zimmernachbarn zu verlieben, ist da garantiert nicht hilfreich.


Es gibt Bücher, für die muss man in der richtigen Stimmung sein und „Babe in Boyland“ ist definitiv eines davon. Denn mal ehrlich, man wird hier mit so einigem konfrontiert: Es gibt recht klischeehafte Charaktere, mit denen ich mich – zumindest auf weiblicher Seite – nicht so recht identifizieren konnte. (Ich würde wohl mit an Tylers Tisch hocken, wenn ich ehrlich bin.) Die Geschichte an sich lässt in vieler Hinsicht auch zu wünschen übrig. Da kennt Natalies Freundin zufälligerweise jemanden, der sich in Schulsystem der Jungenschule einhacken und sie einschreiben kann. Dass das ernsthafte rechtliche Konsequenzen haben kann, interessiert hier erst mal niemanden. Es wundert sich auch keiner so richtig, wo dieser Überraschungsschüler auf einmal her kommt. Zwischendurch wird die Handlung durch Zufälle am Laufen gehalten, wenn zum Beispiel Nat auf einem Date (ja, mit einem Mädchen) ist und prompt jemand reinschneit, der sie erkennen könnte. Na, wer hätte das gedacht. Im Laufe der Geschichte gab es immer wieder Punkte, bei denen Atze Schröder in meinen Gedanken spöttisch sein „Ja nee, is‘ kla!“ von sich gab.

Aber. Verdammt, das Buch macht Spaß! Man muss in der Stimmung für was Leichtes, manchmal Unlogisches und ganz gewiss nicht Perfektes sein und schon kann man „Babe in Boyland“ wunderbar genießen. Es ist eines dieser Gute-Laune-Bücher, bei denen selbst das Drama Spaß macht (zumal es hier eher peinlich war, ich hab mich kaum getraut weiterzulesen). Wenn ihr Leser seid, die, nun, sehr aus sich rausgehen, lest das Buch lieber daheim. Ich für meinen Teil hab mich geschüttelt vor Lachen, laut losgebrüllt (freudig und vor Entsetzen), meinen Schreibtisch geschlagen und unangemessen gekichert. „Babe in Boyland“ lebt eindeutig von seiner Situationskomik. Nat weiß nun mal nicht so viel über Jungs (oder hat sich sonderlich viele Gedanken über dieses Abenteuer gemacht) und fällt in der neuen Umgebung auf wie ein bunter Hund. Abgesehen davon stellt sie unangemessene Fragen (das würd ich teilweise nicht mal mit Freunden besprechen), hat diverse Probleme, einen unbeobachteten Platz zum Umziehen zu finden, übersteht einen Basketball zwischen die Beine ohne größere Schmerzen und hat arge Probleme damit, sich beim Anblick (und auch Geräusch) von bemannten Urinalen nicht zu übergeben. Sie hat’s wirklich nicht einfach, aber selbst schuld ist sie ja, da macht es nichts, wenn man sie konsequent auslacht.

Zwischendurch lernt man zugegebenermaßen auch ganz interessante Charaktere kennen, für die man sich ein Happy End wünscht, auch wenn ich wohl niemanden davon lange im Gedächtnis behalten werde. Es werden auch nicht undumme Dinge angesprochen, aber dass die Herren der Schöpfung Menschen wie alle anderen auch sind, sollte eigentlich jedem klar sein, der tatsächlich an der Gleichberechtigung festhält. Andererseits ist es doch schön, wenn ein Buch einem zeigt, dass es am besten ist, wenn man sich selbst verkörpert und nicht nur eine Rolle, die von anderen erwartet wird. Da gibt es wesentlich schlimmere Dinge, die Bücher vermitteln können und wenn das Ganze auch noch Spaß macht … geht klar.


„Babe in Boyland“ ist weder besonders tiefgehend noch originell, aber es macht verdammt Spaß. Man muss nur gerade wirklich Lust auf das Buch haben, um die Unstimmigkeiten ignorieren zu können – ansonsten könnte diese Begegnung genauso unangenehm werden wie Nats Erfahrungen auf der Jungstoilette.

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12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

dystopie, jugendbuch, teri terry, english books, trilogie (2.teil)

Fractured

Teri Terry
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Orchard Books, 01.05.2013
ISBN 9781408319482
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Slating löscht das Gedächtnis ehemaliger Krimineller aus, komplett, damit diese eine zweite Chance erhalten und noch einmal von vorn beginnen können. Das zumindest besagt die Theorie und Kyla hat am eigenen Leib erfahren, dass die Praxis ein wenig anders aussieht. Sie hat Erinnerungen, doch nur so bruchstückhaft, dass sie selber nicht weiß, wer sie einmal war. Nun aber treten Menschen in ihr Leben, die ihr helfen können, dieses Wissen zurückzuerlangen – wenn sie aufpasst jedenfalls. Ihr eigener „Vater“ behält sie im Auge und jeder Fehltritt, der die Aufmerksamkeit der Lorder erregt, könnte dafür sorgen, dass Kyla wie viele andere Menschen plötzlich verschwindet. Allzu große Vorsicht kann sie aber nicht walten lassen; sie muss nicht nur sich selbst, sondern auch Freunde und ihren eigenen Platz im großen Ganzen finden. Die Lorder müssen aufgehalten werden, doch auch um jeden Preis?


Ich will Teri Terrys Bücher mögen, ich will es wirklich – und zum Teil mache ich das ja auch. Als ich mir damals „Slated“ gekauft habe, studierte ich gerade in Irland, es war mein „Yay, ich habe die erste Prüfung überstanden!“-Buch – trotz seiner Fehler hat es eine Art emotionalen Wert für mich, es ist schließlich ein Irland-Buch. Deswegen war ich auch sehr auf die Fortsetzung gespannt, ob sie meine Hoffnungen erfüllen kann oder nicht. Und wieder muss ich sagen: zum Teil ja, aber eben nur zum Teil. Ich weiß nicht mal, wie ich das Buch bewerten soll!

Ein großes Problem des ersten Bandes war das Tempo; passte es zunächst noch zum Charakter, wurde es irgendwann zu viel des Guten: Kyla wurde immer selbstständiger, das Tempo erhöhte sich aber nie, was geradezu frustrierend war. Meine Hoffnung für den zweiten Band war, dass sich die Ereignisse auch einmal überschlagen, damit es nicht nur interessant, sondern auch spannend ist. Auf den letzten hundert Seiten ist das der Autorin auch (wunderbar) gelungen, zuvor lässt sie sich aber wieder viel Zeit. Kyla mag einige Erkenntnisse gewonnen haben, aber sie weiß noch lange nicht, wer sie wirklich ist – verständlicherweise, wie auch ohne ihre Erinnerung? In gewisser Hinsicht wagt sie sich auch vor, forscht nach, um mehr zu erfahren und stolpert dabei in Dinge hinein, zwischen denen sich mit jeder Seite mehr ein Konflikt anbahnt, der erst auf den besagten hundert Seiten richtig ausbricht; von daher finde ich die Langsamkeit im Nachhinein gar nicht so schlimm, trotzdem muss man zum Lesen ein bisschen Geduld mitbringen.

Meine Wünsche an den zweiten Band gingen aber noch weiter. Ich wollte Antworten und die habe ich bekommen; was den Informationsgehalt von „Fractured“ angeht, kann man eigentlich nur zufrieden sein. Von Anfang an werfen Kylas Träume weitere Rätsel auf, mit dem Fortgang der Handlung verändern sie sich aber, lösen einige der Rätsel, werfen aber neue Fragen auf. Kylas Vergangenheit formt sich mit jedem Kapitel neu und das ist definitiv etwas, das mir sehr gut gefallen hat. Außerdem wird Bens doch sehr plötzlicher Sinneswandel vom ersten Band erklärt – ich nehme meine Kritik von damals also zurück!

Bleibt Kyla, die damals anfangs schwer zu verstehen war. Das Problem legte sich im Laufe der Handlung, jetzt ist es, zusammen mit ihren Erinnerungen, wieder zurückgekehrt. Ich würde das nicht negativ sehen, gemessen daran, dass Kyla verschiedene Persönlichkeiten in sich vereint: Wer sie war und wer sie nun ist. Beides liegt recht weit auseinander, was für viel Widerstreit sorgt, der nur verständlich ist. Ich konnte manche ihrer Entscheidungen nicht nachvollziehen, aber wie auch? Ich weiß nur wenig über das Mädchen, das sie einst war, genauso wie sie selbst nicht immer weiß, was sie damals getan hat. Diese Einsicht fehlt uns (noch), da wäre es schlimmer, würde man mit jeder Handlung genau mitkommen. Das Einzige, was mich hier tatsächlich gestört hat, war Kylas ewiges Hin und Her. Mal sagt sie, sie würde alles tun, damit das Ziel erreicht wird, dann wiederum bekommt sie Zweifel. Kurze Zeit später will sie wieder alles tun, dann kehren die Zweifel zurück und so weiter und so fort. Es hat durchaus etwas mit der Geschichte zu tun, mit Kylas Vergangenheit und den Personen, die darauf Einfluss hatten – anstrengend wurde es mit der Zeit trotzdem.
Schade ist außerdem, dass viele Charaktere in den Hintergrund gerieten, allen voran Kylas neue Mutter, die im ersten Band doch sehr vielversprechend schien. Das ändert sich auch in „Fractured“ nicht, doch ihr wird, wie vielen anderen Charakteren, die teilweise erst jetzt auftreten, auch, nur wenig Platz gegeben.

„Fractured“ hat also manches besser gemacht als „Slated“ und nichts wirklich schlechter. Hinzu kommt der Terrorismusaspekt. Dass die Lorder sich ihre Gesetze machen, wie es ihnen passt, konnten wir bereits im ersten Band schnell merken, aber es wäre eine etwas zu einfache Annahme, dass alle, die gegen die Lorder vorgehen, das Richtige tun. Teri Terry spricht hier das Gut-Böse-Prinzip an und wie weit man es akzeptieren kann und sollte. Im Laufe der Handlung wird selbst auf Lorderseite angesprochen, ob sie wirklich alle „böse“ sind – können alle etwas dafür, dass sie dort sind oder gibt es da noch ein paar Informationen mehr, die wir wissen sollten, um über sie, individuell, urteilen zu können? Klar wird auf jeden Fall, dass man nicht schlecht ist, nur weil man mit ihnen arbeitet, höchstens ein wenig naiv; genauso ist man kein schlechter Mensch, weil man nicht militant gegen sie vorgeht. Schon in Band 1 haben wir einen Aktivisten kennenlernen dürfen und so, wie es aussieht, können mit dieser Haltung mehrere Menschen etwas anfangen. Ich wünsche mir, dass darauf im nächsten Bänd näher eingegangen wird.
Zurück aber zu den Terroristen, denn genau das sind sie letzten Endes. Der Zweck heiligt nicht die Mittel, das wissen wir. Von Seiten Free UK wird das aber ignoriert, auch wenn nicht jeder dort weiß, wie kaltblütig manche Mitglieder wirklich sind. Es war spannend mitzuverfolgen, wer wo steht und was sie vertreten, ob manch einem vielleicht noch die Augen geöffnet werden oder ob es längst zu spät ist. Ich gebe zu, ich hätte das Buch mehrmals gerne gegen die Wand gedonnert, weil Leuten eine Entscheidungsgewalt überlassen wird, die sie nicht haben sollten – das ist aber auch der Punkt, denke ich. Uns fällt es ein wenig leichter als Kyla, den Überblick zu behalten, und warum wird später auch geklärt. Letztlich hat das Buch ein bisschen was von einem (indirekten) Essay darüber, dass Gewalt nur Gegengewalt erzeugt und selten in etwas Gutem endet; dass es bei der Ausarbeitung dieses Punktes wenig zu lachen und in dem Sinne zu genießen gibt, kann dem Buch nicht vorgeworfen werden.


Im Nachhinein bin ich mir immer noch unsicher, ob es nicht doch dreieinhalb Sterne statt vier sein sollten, aber Band 2 war einfach besser als der erste – und der war besser als drei Sterne, weswegen das Ergebnis nun so aussieht, wie es eben aussieht. „Fractured“ ist zu einem großen Teil ein ruhiges Buch, das erst gegen Ende noch einmal richtig losklotzt; diese Parts haben mich vollkommen überzeugt. Zuvor ließen mich Träume und halb zurückgekehrte Erinnerungen weiter rätseln, wenngleich sich keine wirkliche Bindung zur Protagonistin aufbauen ließ – schwierig, wenn sie sich nicht einmal selbst richtig kennt. Auch den politischen Aspekt der Geschichte mochte ich sehr, zumindest objektiv betrachtet – subjektiv hätte ich dem einen oder anderen Charakter gern eine runtergehauen. Letztlich ist Teri Terrys neues Buch ein gutes, wenn auch keines mit dem man Spaß im regulären Sinn hat.

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The Nightmare Affair

Mindee Arnett
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Tor/Seven Seas, 01.04.2013
ISBN 9780765333339
Genre: Sonstiges

Rezension:

Dusty Everhart ist ein Alptraum – wortwörtlich. Zugegeben, sie ist nur zur Hälfte einer, da ihr Vater ein ganz normaler Mensch ist, aber trotzdem ist sie zu einem gewissen Grad fähig, Magie zu nutzen und muss sich an den Träumen anderer Menschen laben; das hat zur Folge, dass sie regelmäßig in fremde Schlafzimmer einbricht, sich auf die Brust ihrer Opfer setzt und in deren Träume eindringt. Und ja, es ist genauso seltsam und unangenehm, wie es klingt.
Als sie aber in Elijah Bookers Traum eindringt, ist nichts wie sonst immer: Der Traum ist zu real und besonders erschreckend, weil Eli von einer Mitschülerin Dustys träumt, die hier allerdings tot ist. Das allein ist schlimm genug, aber die Situation verschlechtert sich zusehends, als eben jene Mitschülerin tatsächlich ermordet aufgefunden wird. Nun liegt es an Dusty und Elijah herauszufinden, wer so etwas tun würde und warum – vor allem aber, wann es wieder geschehen wird.


Ich geb’s zu: Hätte Marissa Meyer das Buch nicht empfohlen, wäre ich vermutlich nie darauf aufmerksam geworden. So aber wanderte es auf die Wunschliste und später in den Warenkorb, man gönnt sich ja schließlich sonst nichts. Bereut habe ich das nicht, auch wenn „The Nightmare Affair“ nicht ganz das war, was ich mir ursprünglich vorgestellt hatte – andererseits basierten diese Vorstellungen darauf, was Marissa Meyer schreibt und wenn ein Autor dem anderen gleichen würde, dann wäre es schnell sehr langweilig.
Was ihr also von Mindee Arnetts Buch erwarten könnt, ist folgendes: jede Menge Neckereien (das klingt jetzt kindlicher als es ist), Humor und ja, auch ein paar Leichen.

Wer perfekt ausgearbeitete Charaktere sucht, ist hier vermutlich falsch. Dusty, die sehr zu ihrem Verdruss eigentlich Destiny heißt, mag eine sympathische Protagonistin sein, mit der man gut mitlachen und –fiebern kann und deren Humor sich wunderbar im Text widerspiegelt. Alle anderen Charaktere lernt man höchstens ansatzweise kennen. Einige von ihnen sind durchaus klischeehaft, zumindest was die Grundcharakterisierungen angeht: Katarina ist beispielsweise die Oberzicke, die Dusty gern das Leben zur Hölle macht; andererseits ist sie durch Dusty auch stark verunsichert und ist ihr unter anderem deswegen wenig wohlgesinnt. Wichtige Informationen wie diese erfahren wir meist nur, weil ein Charakter uns darauf hinweist – Selene, die genau wie Katarina eine Sirene ist, weiß besser über sie Bescheid als Dusty und uns wird sie, wie andere Charaktere auch, nie richtig vorgestellt, so dass wir es selbst begreifen könnten. Dennoch: Mein Interesse an den Charakteren ist geweckt und was nicht ist, kann immer noch werden.

Ich hatte meinen Spaß mit den Charakteren, zumindest mit dem, was da ist – und auch wenn Mindee Arnett das altbekannte Liebesdreieck einbaut, so hat es mich hier nicht gestört. Die Protagonistin ist nicht wie sonst zwischen zwei Herren hin und her gerissen und kann sich für keinen entscheiden; stattdessen lernt sie den einen kennen und verliebt sich ein bisschen, probiert eine Beziehung mit ihm aus, wie man das eben macht – deswegen kann man trotzdem andere Jungs attraktiv finden, was hier der Fall ist. Deswegen hat sie noch lange nicht vor, sich auf etwas mit ihm einzulassen, und erst nach und nach bemerkt sie, dass man einander vielleicht doch etwas mehr mag. Erst mal als Freunde, ob da auch mehr ist? Wird sich zeigen. Hier gibt es keine überstürzten Liebeschwüre und unnötiges Drama, weil zwei Herren ein- und dasselbe Mädchen mögen, so dass ich absolut nichts gegen die kleinen Kabbeleien der Jungs einzuwenden hatte und für beide ein bisschen mitschwärmen konnte.

Der beste Part des Buches ist aber die Geschichte und die Welt an sich. Magische Wesen leben vor den normalen Menschen verborgen und werden in geheimen Schulen unterrichtet; ja, das klingt ein bisschen nach Hogwarts, aber die erste Internatsgeschichte war auch das nicht, und am Ende bleibt immer die Frage, was letztlich bei rauskommt. Hier haben wir zig verschiedene Arten: Wesen, die ihre Kraft aus der Natur, sich selbst oder anderen ziehen; da gibt es Feen, Meerjungfrauen, Sirenen, Zauberer, Hexen, Dämonen gewissermaßen … und natürlich Alpträume, auch wenn die eher selten sind. Es hat Spaß gemacht, einige dieser Arten mit ihren Eigenheiten kennenzulernen, ganz besonders trifft das aber auf Dusty zu, die in den Träumen anderer einige ziemlich coole Dinge vollbringen kann. Das und die Ermittlungen haben letzten Endes auch für ordentlich Spannung gesorgt und mich die ganze Zeit über miträtseln lassen; gänzlich unvorhersehbar war die Auflösung nicht, aber ich wusste vorher nie, wie es konkret enden wird. Das Ergebnis ist erfreulich: Ich hab richtig Lust, sofort weiterzulesen.


Allzu viel Tiefe sollte man von Mindee Arnetts „The Nightmare Affair“ nicht erwarten, aber wer etwas Leichtes für zwischendurch sucht, das spannend und lustig zugleich ist, darf hier gerne zugreifen. Es macht schlichtweg Spaß, in diese spezielle magische Welt einzutauchen; wer hätte gedacht, dass man einen Alptraum so ins Herz schließen kann?

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

fantasy, vampire, krankheit, dystopie, liebe

The Eternity Cure

Julie Kagawa
Fester Einband: 446 Seiten
Erschienen bei HARLEQUIN SALES CORP, 30.04.2013
ISBN 9780373210695
Genre: Sonstiges

Rezension:

Von Kindesbeinen an musste Allison Sekemoto allein klarkommen, und so ist es für sie kein allzu großes Problem, dass sie erneut ohne Begleitung weiterzieht – zumal sie mittlerweile ein Vampir ist und sich daher auch kräftetechnisch behaupten kann. Allerdings mag sie sich vor den Rabids nicht allzu sehr fürchten müssen, es gibt aber noch immer Personen, vor denen sie sich in Acht nehmen muss und eine dieser befindet sich genau da, wo sie hin will. Zu dumm, dass sie außerdem Allies Leben fordert.
Sie bekommt allerdings unerwartete Hilfe, und zwar in vielerlei Hinsicht. Manch einen wollte sie nie wieder sehen, manch einen erwartete sie nicht wiederzusehen – so oder so, die Zeit drängt und der Weg ist weit, ganz zu schweigen von Allisons ewigen Kampf mit sich selbst: Wird sie am Ende eines der Monster, die sie so hasst oder wird sie es schaffen, einen Teil ihrer Menschlichkeit beizubehalten?


Ich hatte damals schon beim ersten Band einige wenige Probleme mit dem Buch, aber es ging nie so weit, dass ich hätte sagen können, dass es meinem Interesse am Fortgang der Geschichte geschadet hätte. Leider macht Band 2 noch einige Fehler mehr, sodass ich langsam daran zweifle, ob es eine so gute Idee war weiterzulesen – auch wenn ich nach wie vor hoffe, dass es sich hierbei nur um einen typischen zweiten Band handelt, die oftmals einen Durchhänger darstellen.

Leider ist das nicht sehr wahrscheinlich, da in „The Eternity Cure“ so einiges passiert, sodass es kaum als Brückenbuch gesehen werden kann, das eine Dilogie zu einer Trilogie machen soll. Allerdings ist vieles davon sehr vorhersehbar. Die ersten 30% geschieht eigentlich nichts, das auch nur im Ansatz überraschend ist. Das muss es freilich auch nicht immer, aber wenn man wirklich jede einzelne Wendung vorhersehen kann, dann spricht das wahrlich nicht für das Buch. Später ändert sich dies ein wenig, aber unter anderem auch nur, weil die betreffenden Personen zuvor kaum vorkamen und deswegen ein wenig aus dem Gedächtnis entschwunden sind. Auf wirkliche Überraschungen – oder in diesem Fall etwas, das Spannung erzeugen könnte – wartet man in diesem Buch vergeblich. Selbst am Ende, als etwas geschieht, das mich in seiner Radikalität überraschte – auch wenn es erneut nicht überraschend kam –, schafft es die Autorin erneut, das Ganze in eine Richtung zu drehen, dank der ich recht genau zu wissen meine, wie alles enden wird.

In dem Zusammenhang kommt Allie aber zu einem Schluss, der sich mir nicht ganz erschloss; das weiter auszuarbeiten würde aber zu sehr spoilern. Allerdings kann man generell sagen, dass sie in diesem Buch etwas zeigt, das ich als Meghan-Syndrom bezeichnen möchte. Julie Kagawas andere Protagonistin ließ sich, überspitzt formuliert, immer nur von anderen retten und jammerte den lieben langen Tag herum. Ersteres trifft zum Glück nicht auf Allie zu, dennoch entwickelte sie eine lästige Tendenz zur Überdramatisierung.  Manches, das passiert oder das sie erfährt, bezog sie sofort auf sich und interpretierte Dinge hinein, die im Grunde nur darauf basieren, dass sie sich zu wichtig nimmt. Daher ließ auch meine Sympathie ihr gegenüber ein wenig nach. Außerdem bindet die Autorin romantische Szenen ein, wo eigentlich keine sein sollten. Die Lage ist vor allem später sehr ernst und eigentlich sollten die Protagonisten ganz andere Sorgen haben – stattdessen muss es erst so weit kommen, dass viele wirklich im Sterben liegen, dass sich die anderen auf die eigentliche Aufgabe besinnen. Warum? Was nützt das, außer den Leser zu verärgern? Ich bin Romantik nicht abgeneigt, doch bitte alles zu seiner Zeit, zumal es wirklich nicht so ist, dass Allie nichts weiter tun könnte.

Ansonsten wird angenehme Unterhaltung geboten, was paradoxerweise auch an einem Charakter liegt, der alles andere als sympathisch sein sollte. Manch Charakter hat keine nennenswerte Entwicklung im Vergleich zum ersten Band vorzuzeigen und bei anderen lässt sich nicht viel sagen, da sie einfach nicht oft da waren. Aber es gibt ein Wiedersehen mit Jackal, der auf seine rücksichtslose und mordende Art und Weise ganz lustig ist und eben nicht ganz der Bösewicht; es empfiehlt sich trotzdem nicht, ihm allzu sehr zu trauen.


„The Eternity Cure“ ist kein schlechtes Buch, leider wird Allison langsam zu einer zweiten Meghan, was gerade sie sich nicht leisten kann. Außerdem sind 90% des Buches vorhersehbar, und zwar auf eine solche Art und Weise, dass ich bereits jetzt das grobe Ende zu kennen meine. Dabei hätte es so gut werden können: Julie Kagawa lässt unwichtige Details aus und präsentiert eine rasante Handlung, die tatsächlich eine solche ist. Trotzdem reicht das am Ende nicht aus, sodass es nicht zu mehr als einer moderaten Bewertung reicht.

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225 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 52 Rezensionen

meer, liebe, selkie, seehund, fantasy

Sturmherz

Britta Strauß
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 01.10.2012
ISBN 9783931989774
Genre: Fantasy

Rezension:

3,5
______________

Zunächst dachte Mari noch, dass sie nur einen angeschossenen Seehund entdeckt hat; ihr Vater und sie nehmen das Tier mit nach Hause, um ihm so gut es geht zu helfen, auch wenn die Chancen nicht gut stehen. Dass er sich auf einmal in einen jungen Mann verwandelt, damit hatte niemand gerechnet. Was darauf folgt, ist eine Liebesgeschichte mit ihren Stolpersteinen, der erste versperrt gleich die ersten Meter: Louan ist ein Selkie, Mari ein Mensch, was heißt, dass sie Feinde sind, auch wenn beide sich gleichermaßen nach dem Meer und nach einander sehnen. Sie versuchen, was sie können, doch die Gier der Menschen hat noch nie Grenzen gekannt – und Mari ist nicht die Einzige, die von Louan weiß.


Ich habe nichts gegen Liebesgeschichten an sich, nur etwas gegen die meisten. Der Grund dafür ist schnell gefunden: Die Protagonisten kennen einander kaum oder gar nicht und statt das Ganze als Faszination darzustellen – was ja durchaus realistisch ist –, ist gleich von Liebe die Rede, was normalerweise der Punkt ist, an dem mich das Buch nach und nach verliert.
Leider macht „Sturmherz“ genau diesen Fehler, allerdings auch noch ein paar andere Sachen, die mich zum Teil wieder mit der Geschichte versöhnen konnten. Vorerst aber fiel mir das böse L-Wort viel zu schnell, zumal es dem Ganzen eine unnötig melodramatische Note verleiht, mit der ich mich noch nie anfreunden konnte. Es ist nicht mal so, dass die beiden keine Gelegenheit gehabt hätten, sich kennenzulernen. Später im Buch liefert die Autorin die ideale Gelegenheit, stattdessen muss Mari feststellen, dass sie Louan ja eigentlich gar nicht kennt – das fiel ihr aber schnell auf.
Ironie mal beiseite, das hat mich wirklich geärgert, denn auch wenn man eine Beziehung langsam angeht, muss das Ganze weder weniger „magisch“ noch viel zu keusch sein. So aber sprang der Funke bei mir nie ganz über, und emotionale Distanz ist bei einer Liebesgeschichte eigentlich das Schlimmste, was passieren kann.

Dabei startet das Buch ziemlich gut. Die Handlung legt sofort los und genau wie Mari habe ich fasziniert mitverfolgt, wer da gerade in ihr Leben gestolpert ist. Genau wie Mari wollte ich mehr wissen, ihn noch einmal wiedersehen, auch um mehr über seine Welt zu erfahren – nur dass es ab einem Punkt dann zu rasant ging. Zunächst war das aber kein Problem und das Interesse für die Selkies und das Meer ebbte während des gesamten Buches nicht ab. Besonders schön fand ich, dass die Autorin hier nichts zensiert. In Louans und Maris Beziehung ist Sex ein Thema, und ebenso wird die brutale Seite sowohl der Menschen als auch der Natur nicht verschwiegen. Louan geht Unterwasser auf die Jagd, ebenso wie er gejagt wird; andererseits liegen Tiere tot am Strand, weil sie der Technik der Menschen in die Quere kamen. Allein schon die Verwandlung ist zwar nicht direkt schmerzhaft, aber dennoch legt der Selkie seine Haut ab – wortwörtlich, ein bisschen Blut darf also nicht fehlen.
Das hat mich tatsächlich begeistert, genauso wie es das Meer vermochte. Auch wenn einem der jährliche Urlaub an der Ostsee besonders während der Pubertät auf die Nerven ging, am Ende war ich immer gerne dort. Gebt mir Meeresluft und ich fühle mich gleich ein bisschen heimisch, obwohl ich im Landesinneren geboren und aufgewachsen bin – dafür hat auch „Sturmherz“ passagenweise gesorgt, weil die Autorin das Meer wunderbar zu beschreiben wusste und den Leser außerdem mit einigen Ausflügen unter die Wasseroberfläche beglückt. Der einzige Nachteil: Ich möchte jetzt auch unbedingt einmal mit Orcas schwimmen, so selbstmörderisch das vermutlich ist.

Aber apropos Beschreibungen: Der Schreibstil der Autorin wird oft gelobt und Unrecht hat da keiner. Britta Strauß spielt mit Worten, kennt aber auch die Regeln – die sie aber nicht immer ganz einhält. Manchmal wurde es ein wenig zu blumig. Ich hätte zählen sollen, wie oft von der „pikanten“ oder „gewissen“ Stelle die Rede ist; bezeichnend ist aber eigentlich eine Umschreibung der Halsschlagader: „[…] und suchte nach der Ader, die er zerfetzen musste, um mich innerhalb kürzester Zeit verbluten zu lassen“ (Seite 206). Es klingt natürlich dramatischer als eine simple Halsschlagader, das geb ich zu.
Einer meiner größten Wünsche in Sachen Sprache betrifft aber das Lektorat: Da möchte man demnächst doch bitte etwas genauer drüber sehen. Immer wieder liefen mir falsche Imperative über den Weg, genauso wie kleine Kommafehler, Schusselfehler à la „Das“ statt „Dad“ und noch ein bisschen mehr. Es übernimmt keine Überhand, kommt aber oft genug vor, sodass es mich irgendwann sichtlich störte.

Was bleibt zu sagen? Die Liebesgeschichte steht um Vordergrund, ein bisschen Spannung bekommt man aber auch geboten. Mari mag von dem Selkie begeistert sein, andere werden sich mit dem Anschauen aber nicht begnügen und Profit aus dem Ganzen schlagen wollen. Dass es in dieser Hinsicht Ärger geben wird, wird schnell klar – allerdings passiert dahingehend so lange nichts, dass ich es für eine Weile tatsächlich vergessen habe. Irgendwann muss das Unglück aber seinen Weg gehen, sodass ich das Buch am Schluss trotz Müdigkeit weder aus der Hand legen konnte noch wollte.
Ganz einwandfrei war trotzdem nicht alles. Ab und an gab es Szenen, bei denen ich nicht ganz verstanden habe, was das nun sollte. Da wäre zum Beispiel Mari, die behauptet, alle Jungen in ihrem Alter seien unreif und, plump ausgedrückt, blöd. Das mag auf die Jungs auf der Insel zutreffen, aber wirklich alle? Das ist doch deutlich übertrieben und mir fällt auch kein Grund ein, der eine so extreme Darstellung rechtfertigen würde. Louan ist außerdem schon besonders genug, da muss man nicht alle anderen neben ihm wie Idioten aussehen lassen. Andere Szenen wirken beinahe willkürlich, wenn beispielsweise ein Charakter mehr oder minder aus dem Nichts auftaucht, um dem Geschehen eine Wendung zu geben, die dadurch aber leider auch ein wenig erzwungen wirkt.


Wenn es um „Sturmherz“ geht, herrscht ein ständiges Für und Wider. Die Geschichte und die Beziehung der Protagonisten starten toll, dann geht es aber zu schnell. Der Schreibstil ist sehr schön, manchmal übertreibt es die Autorin aber auch ein wenig, zumal sich einige Fehler im Text finden lassen. Das Buch ist durchaus spannend, nur sieht man davon zwischenzeitlich gar nichts. Letztlich ist es das Meer, das das Buch wieder lesenswerter macht, auch wenn zu viel schiefging, als dass es richtig gut sein könnte. Ich bin mir aber sicher, dass andere mit diesem Buch mehr Spaß haben werden als ich.

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erwachsen werden

Out of the Easy

Ruta Sepetys , Ruta Sepetys
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Penguin Books Ltd, 01.03.2013
ISBN 9780141347332
Genre: Jugendbuch

Rezension:

New Orleans, 1950: Josie ist klug, freundlich, hilfsbereit und gutaussehend – aber was die meisten in ihr sehen, ist einfach nur die Tochter einer Prostituierten. Deswegen möchte Josie auch raus aus New Orleans: Weg von den Blicken, dem Flüstern, der Vorurteile, einfach ein neues Leben beginnen, zum College gehen oder was eigenes aufbauen, etwas aus sich machen. Doch auch wenn Amerika das Land der unbegrenzten Möglichkeiten sein soll, ist das leichter gesagt als getan; Josie braucht Geld, viel Geld, das sie sich auch hart erarbeitet, aber das dauert. In der Zwischenzeit gibt es genügend Probleme, die sie in der Stadt festhalten und besonders der Tod eines Mannes, den sie nur kurz kennenlernen durfte, löst Ereignisse aus, die sie noch viel über sich selbst und andere lehren werden.


Wenn eine Siebenjährige sagt, dass sie Kinder nicht leiden kann, dafür aber verdammt gute Drinks mixt, dann kann man davon ausgehen, dass viele Menschen schockiert sind und ich begeistert bin. Josie war mir von Anfang an sympathisch, auch wenn es noch einige Seiten mehr dauerte, ehe da mehr als das anfängliche Interesse war. Sie ist jemand, der Fehler macht, durchaus viele, aber auch zu ihnen steht und versucht, das Beste aus einer Situation zu machen. Sie ist jemand, der noch hoffen kann und der, trotz allem, viel Glück im Leben gehabt hat. Denn an Josies Seite sind nicht nur unverantwortliche und gefährliche Menschen wie ihre Mutter, sondern  auch  ihre Freunde wie Patrick und sein Vater, Jesse und Charlotte und all jene, die sich nicht um Klischees kümmern. Willie zum Beispiel ist eine der sagenhaftesten Frauen, die ich seit langem in einem Buch angetroffen habe – während in Ruta Sepetys’ vorherigem Buch Linas Mutter das große Vorbild war und auch generell als solches angenommen werden kann, ist Willie die Inhaberin eines Bordells. Viele Menschen sind schnell mit einem Urteil, wenn es um Sexarbeit geht und ich wünschte, sie würden „Out oft he Easy“ lesen. Willie ist eine harsche Frau, die ihre Prinzipien hat, vor allem aber auch ein Gewissen, was andere Charaktere, mit angeseheneren Berufen, nicht von sich behaupten können. Sie ist ein guter Mensch, genauso wie die Frauen, ohnehin die meisten, die bei ihr arbeiten. Es sind Frauen mit Geschichten, mit einem Leben, das an einem gewissen Punkt in eine falsche Richtung gelaufen ist. Sie sind Menschen und nicht die Spielzeuge, als die viele sie sehen wollen. Für diese Darstellung danke ich der Autorin wirklich von ganzem Herzen, auch wenn ich fürchte, dass es nicht die erreichen wird, denen es am ehesten vor Augen gehalten werden muss.

Dass Ruta Sepetys so wunderbare Charaktere geschaffen hat, ist nicht nur toll, sondern im Fall von „Out of the Easy“ auch notwendig. Die Handlung an sich ist eher langsam und wird von den Charakteren getragen. Der Klappentext lässt fast eine Kriminalgeschichte vermuten, doch davon gibt es im Grunde nichts zu sehen. Stattdessen begleiten wir Josie, lernen sie kennen und hoffentlich auch lieben, und sehen ihr bei ihren Bemühungen zu. Wer keinen Draht zu den Charakteren findet, trifft hier also auf ein ernsthaftes Problem, und selbst wenn doch gibt es immer noch Menschen, denen eine solche Handlung nicht immer ganz ausreicht – mich zum Beispiel.
Ich konnte mit Josie mitfühlen und die letzten Seiten habe ich im Grunde weinend verbracht. Sobald ich einmal aufgehört hatte, begann das nächste Kapitel und der ganze Spaß ging von vorne los – von Langeweile oder gar Desinteresse kann also nicht die Rede sein. Dennoch fehlte mir – gerade zwischendurch – das gewisse Etwas, genauso wie die Beantwortung einiger Fragen, die zwar nicht zentral sind, die der neugierige Leser aber durchaus haben möchte. Letztendlich ist das aber nur ein kleiner Kritikpunkt, denn genießen kann man das Buch trotzdem.

Wer also mit einer ruhigen Handlung kein ernsthaftes Problem hat, kann sich auf das Miteinander der Charaktere einlassen; das ist mal witzig und herzerwärmend wie bei Josie und Patrick, Romantiker werden sicherlich Jesse ganz charmant finden, und vermutlich jeder dürfte von Willies Kratzbürstigkeit begeistert sein, nicht zuletzt von der Liebenswürdigkeit von Leuten wie Cokie oder Sweety, die es ganz bestimmt nicht leicht haben, aber doch alles tun, um Josie zu unterstützen. Es ist schön zuzusehen, wie sich die Beziehungen der Charaktere entfalten und weiterentwickeln, und so manches Herz wird dabei ein bisschen bluten müssen. Genauso schön ist es auch, wie Ruta Sepetys Informationen über die Vergangenheit ganz geschickt mit in den Text eingebaut hat, sodass nach und nach Details enthüllt werden, ohne den Leser zu erschlagen und ihm stattdessen helfen zu verstehen.

Mit der Zeit wird man sich früher oder später die Frage stellen müssen, ob Josie überhaupt weg soll, sollte sie es denn schaffen. Natürlich hofft man für sie, dass es klappt, andererseits wird mit jeder Seite vor Augen geführt, was sie hinter sich lassen würde, wenn auch nicht für immer. Manchmal aber müssen wir einfach Neuanfänge wagen, denn auch daraus kann Schönes entstehen und nicht alles Vorherige muss verloren gehen – man muss es nur erhalten wollen, dann kann eine Lösung gefunden werden.
Das ist aber längst nicht alles; „Out of the Easy“ erzählt auch von Familie und Freundschaft, von Lügen und der Macht, die diese über uns haben können. Das Buch ist wie die Stadt, in der es spielt, selbst: Ein Mix aus vielem.


Wer überlegt, „Out of the Easy“ von Ruta Sepetys zu lesen, sollte Geschichten mögen, die von Charakteren getragen werden, oder zumindest nicht allzu viel gegen solche haben. Die Handlung konzentriert sich stark auf die  Protagonistin Josie und ihrem Miteinander mit den zahlreichen, meist wunderbaren und oft liebenswerten Charakteren. Es ist ein Buch über Träume, über Familie, Freundschaft und Lügen, das alles ganz harmonisch miteinander verbindet, auch wenn es den Leser in eine Gefühlsachterbahn der Extraklasse setzt.

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164 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 25 Rezensionen

litauen, sibirien, deportation, russland, familie

Und in mir der unbesiegbare Sommer

Ruta Sepetys , Henning Ahrens
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 01.09.2011
ISBN 9783551582546
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Litauen, 1941: Es geht alles sehr schnell. In einem Moment schreibt Lina an einem Brief für ihre Cousine, im nächsten Moment stehen sowjetische Soldaten vor der Tür, die der Familie einige Minuten zum Packen geben und sie dann zusammen mit anderen Litauern wegbringen – niemand weiß wohin. Linas Familie geht es wie vielen zu dieser Zeit; jeder, bei dem der Ansatz des Widerstandes erahnt wird, wird deportiert und viele überstehen allein die Zugfahrt, über lange Zeit hinweg eingepfercht in Viehwagons mit nur wenig zu essen und zu trinken, nicht. Weit fernab der Heimat aber klammert sich das junge Mädchen an die vage Hoffnung, eines Tages ihren Vater wiederzufinden, nach Hause zurückkehren zu können, zu überleben – trotz des Hungers, trotz der Kälte, trotz der Unmenschlichkeit.
Litauen, 1941: Es geht alles sehr schnell. In einem Moment schreibt Lina an einem Brief für ihre Cousine, im nächsten Moment stehen sowjetische Soldaten vor der Tür, die der Familie einige Minuten zum Packen geben und sie dann zusammen mit anderen Litauern wegbringen – niemand weiß wohin. Linas Familie geht es wie vielen zu dieser Zeit; jeder, bei dem der Ansatz des Widerstandes erahnt wird, wird deportiert und viele überstehen allein die Zugfahrt, über lange Zeit hinweg eingepfercht in Viehwagons mit nur wenig zu essen und zu trinken, nicht. Weit fernab der Heimat aber klammert sich das junge Mädchen an die vage Hoffnung, eines Tages ihren Vater wiederzufinden, nach Hause zurückkehren zu können, zu überleben – trotz des Hungers, trotz der Kälte, trotz der Unmenschlichkeit.


Wenn wir an die Zeit des Zweiten Weltkrieges denken, geht es immer entweder um Deutschland oder die Alliierten. Auch wenn die Rollenverteilung längst nicht mehr so klar ist wie einst – auf deutscher Seite die bösen Nazis gegen die Guten –, so ändert sich der Fokus selten allzu sehr. Immerhin zieht nicht mehr jeder fragend die Augenbrauen hoch, wenn über Gulags gesprochen wird, die zwar nicht das Gleiche wie deutsche Konzentrationslager, aber doch sehr ähnlich sind. Dies ist auch das Schicksal, das Lina erwartet und damit rückt Ruta Sepetys den Blick auf ein Land, das hierzulande, und sicherlich auch an vielen anderen Orten, gern übersehen wird. Litauen ist klein, was kümmert uns Litauen? Der Geschichtsunterricht ist bereits überfüllt, vor allem mit der deutschen Seite des Zweiten Weltkrieges, so dass man es kaum in die Neuzeit schafft und kurz nach dem Mauerfall enden muss. Doch wird Litauen erwähnt? Wird das Vorgehen Stalins behandelt? Trotz guter Lehrer kann ich das nicht bejahen; und auch wenn ich es gut finde, dass man sich wenigstens in manchen Schulen sehr ausführlich mit dem Thema und seinen Schrecken auseinandersetzt, und ich dem zustimme, dass wir hier besonders über dieses Land Bescheid wissen sollten, so gehen manche Aspekte verloren, obwohl sie angesprochen werden müssten.

Die Autorin greift einen dieser Aspekte auf, und das tut sie aus der Sicht eines 15-jährigen Mädchens, mit dem sicherlich viele Leser zurechtkommen können. Dazu gehört allerdings auch, dass mir Lina auf den 300 Seiten stets ein wenig fern blieb – ganz so, als wäre sie einer der anderen Charaktere, die immer in der dritten Person erwähnt werden. Man lernt sie alle nur ansatzweise kennen; nicht so wenig, dass mir egal wäre, was mit ihnen passiert. Unter den gegeben Umständen ist das eigentlich unmöglich, und sollte es doch der Fall sein, liegt der Fehler beim Leser, nicht der Autorin. Aber es ist doch etwas anderes, wenn man sich um jemanden allgemein als Mensch sorgt, einfach weil man niemandem solche Qualen wünscht, oder ob man tatsächlich um jemanden bangt, mit dem man sich identifizieren kann, dem man nahe gekommen ist.

Auch was die Zustände während der Reise und in den Lagern angeht, hatte ich ab und an das Gefühl, dass das Buch bisweilen gar zurückhaltend ist. Ruta Sepetys vermittelt einen Eindruck, doch manchmal war ich beinahe überrascht, als sie bestimmte Dinge als Konsequenz der Behandlung nannte, obwohl sie logisch sind. Dass die Menschen beispielsweise abmagern, weil sie kaum Nahrung erhalten, sollte nicht überraschend sein und ist es auch nicht im eigentlichen Sinne. Allerdings kam es im Text zuvor nicht so deutlich rüber wie es könnte – auch ich fordere nicht, dass en detail das Leid der Menschen dargelegt wird, und die Schrecken kommen herüber, das ja. Trotzdem gab es wenige Szenen, die mich in dieser Hinsicht ein wenig aus der Bahn warfen.

Das ist aber auch alles, was ich Negatives über das Buch sagen kann, und allzu sehr fällt es nicht ins Gewicht. In einem sehr schlichten, aber auch sehr schönen Schreibstil präsentiert uns Ruta Sepetys eine furchtbare Geschichte, und das Wissen, dass all das echt ist, macht es durch seine Grausamkeit nur irrealer. Schon zu Beginn gibt es Szenen, die mich schlucken ließen und wütend machten ob des Unsinns des Verhaltens, das an den Tag gelegt wurde. Auch später musste ich immer wieder innehalten, weil „Und in mir der unbesiegbare Sommer“ sehr, sehr traurig macht, besonders wenn man versucht zu verstehen, warum so etwas geschehen kann.

Es gab aber auch durchaus Szenen, die mich zum Lächeln brachten – letzten Endes ist es auch ein Buch über Menschen, die tatsächlich, manchmal auf ihre ganz eigene Art und Weise, gut sind oder es zumindest sein wollen, auch wenn sie ab und an stolpern sollten. Es könnte bei der Thematik so schnell gehen, dennoch gibt es hier kein Schwarz und Weiß. Der Originaltitel umschreibt es am besten: „Between Shades of Gray“. Es gab Gefangene, die mit der Sowjetunion zusammenarbeiteten, doch sind sie deswegen böse? Haben sie vielleicht nicht ihre Gründe, die weniger egoistisch sind, als manch einer glaubt? Genauso gibt es hier Russen, die helfen, wenn sie können, die im System gefangen und doch keine Monster sind. Dagegen gibt es Amerikaner, sonst oft die gefeierten Helden, die nicht helfen – weil sie das Leid nicht sehen oder nicht sehen wollen?
Es gibt etliche Grauschattierungen, und jeder, bis auf weniger Ausnahmen, hat hier seine eigene, und manche davon sind sehr nahe am Weiß daran. Linas Mutter zum Beispiel, die mir mit ihrem Mut und ihrer Kraft ein wenig das Herz gebrochen hat.

Das Ende ist interessant. Es ist weder abgeschlossen noch offen, weder hoffnungsvoll noch hoffnungslos – eigentlich ist es alles zusammen. Das Allerwichtigste wird geklärt, doch genauso viel bleibt verborgen, und in mancher Hinsicht mag man seinen Glauben in die Menschheit behalten, in anderer geht er aber verloren. Diese Zweischneidigkeit macht es letzten Endes so übel, denn genau so war es, ist es und wird es immer sein mit uns Menschen. Schlimme Dinge werden geschehen und manch einer wird nie wissen, was mit den Geliebten geschehen ist. Danach wird es weitergehen, sowohl mit den kleinen Wundern als auch den Enttäuschungen. Und genau das weiß „Und in mir der unbesiegbare Sommer“, trotz seiner kleinen Fehler, zu zeigen.


„Und in mir der unbesiegbare Sommer“ von Ruta Sepetys ist ein berührendes Werk, das mir nicht ganz so nahe ging wie es hätte können. Die Autorin widmet sich einem Teil der Geschichte, der oft übersehen wird, aber nicht werden sollte. Für mich war es ein Buch über Gut und Böse, oder vielmehr die Vermischung von beiden, sowohl was Menschen als auch die Menschheit an sich betrifft. Jeder sollte aber selbst mal hineinlesen und sehen, was das Buch einem zeigen kann, denn ohne Erkenntnis – und ohne Tränen – wird man hier nicht zurückgelassen.

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37 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

romanadaption, gail carriger, soulless, band 1

Soulless. Bd.1

Gail Carriger , ,
Fester Einband: 230 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 19.03.2013
ISBN 9783551763839
Genre: Comics

Rezension:

Miss Alexia Tarabotti ist 26 Jahre alt, zur Hälfte Italierin, unverheiratet – und seelenlos. All das macht sie zu einem hoffnungslosen Fall auf dem viktorianischen Heiratsmarkt, doch sie weiß ihr Leben durchaus selbst zu gestalten. Dazu gehört manchmal, sich in die Angelegenheiten von Lord Maccon einzumischen, der unter anderem für die Übernatürlichen in London zuständig und selbst Alpha eines Werwolfrudels ist. Begeistert ist er darüber wenig, zumindest behauptet er das, aber Fakt ist, dass ein bisschen Hilfe recht praktisch ist. Denn immer mehr Vampire und Werwölfe ohne zugehöriges Rudel verschwinden, während Vampire ohne jede Zugehörigkeit auftauchen, die nichts über die Gegebenheiten ihres neuen Lebens zu wissen scheinen. Es wird also Zeit für Miss Tarabotti und Lord Maccon zu ermitteln, wenn sie sich nicht gerade streiten. Aber man weiß ja: Was sich neckt, das …


Für sich gesehen, hat die Mangaadaption zu Gail Carrigers „Soulless“ es schwer, perfekt zu sein – immerhin bringt die Vorlage einige Kleinigkeiten mit sich, die den einen oder anderen Leser durchaus stören können. So ließ es die Handlung im Buch eher ruhig angehen, die Ermittlungen gingen langsam voran und wurden erst gegen Ende richtig spannend und auch überraschend brutal; daran kann der Manga schlecht etwas ändern, schließlich soll hier keine vollkommen neue Geschichte erzählt werden. Ähnlich verhält es sich mit Lord Maccon, mit dem einige kein Problem haben mögen, mir persönlich ist er zu besitzergreifend, als dass ich ihn durchweg sympathisch finden könnte; das wiederum ist im Manga ein klein wenig abgeschwächt, ohne aber seinen Charakter komplett zu ändern. Wer also zum Manga greift, sollte mit diesen Dingen rechnen, vorhalten kann man sie ihm aber nicht.

Insgesamt lässt sich zur Geschichte sagen, dass sie – dem Medium entsprechend – ein wenig gekürzt erscheint. Der Eindruck wird aber auch durch die ganzen zusätzlichen Informationen, die nunmehr nicht niedergeschrieben, sondern zu sehen sind, verstärkt. Aber auch an sich ist das nicht als negative Kritik gemeint. Es gab zum Beispiel Szenen im Buch, die unpassend lang waren, was hier anders ist. Statt die Charaktere gedanklich zur Eile drängen zu müssen, kann man wunderbar mitlachen und sich später sogar ein wenig gruseln, wenn man dafür empfänglich ist – selbst wenn nicht: Dank der zeichnerischen Umsetzung ist es gegen Ende doch wenigstens atmosphärisch interessant, auch wenn Monster einen normalerweise kalt lassen.  

Insofern steht die Geschichte der Vorlage in nichts wirklich nach, und auch in den Zeichnungen findet sich der Humor von „Soulless“ wieder. Ob das nun Professor Lyalls resignierter Blick ist, oder Lord Maccon, der mal wieder aus der Haut fährt (oder ganz unauffällig auf eine bestimmte Stelle starrt), oder auch Alexia, deren herrlich frustriert-genervtes Gesicht oft zu bewundern ist. Natürlich wird nicht jeder Charakter komplett den eigenen Vorstellungen entsprechen, aber sie sind doch interessant gestaltet, so dass ich bei niemandem das Gefühl hatte, eine komplett andere Person zu sehen. Eigentlich bietet in dieser Hinsicht wirklich nur Alexia Grund zur Kritik, die zwar der Buchvorlage entsprechend große Brüste hat, für eine große Nase hat es aber scheinbar nicht mehr gereicht – oder hat man sich das nicht getraut? Die Queen wurde damit eigentlich nicht verschont, warum ist es also bei unserer Protagonistin ein typisches Mangastupsnäschen geworden? Vielleicht erklärt das aber, warum ihre Brüste erstaunlich oft auf dem Kleid herauszufallen scheinen, so als eine Art Wiedergutmachung. Wirklich begeistert war ich davon aber nicht, denn auch wenn man damals sicherlich schon Ausschnitte trug, hat alles seine Grenzen. Hätte Alexia im Manga Brustwarzen gehabt – hat sie nicht, nebenbei bemerkt – hätte man diese sehr häufig zu Gesicht bekommen müssen, so tief saß manchmal das Kleid, während teilweise im nächsten Panel wieder Dreiviertel der Brust bedeckt sind. Warum das notwendig war, will sich mir nicht recht erschließen. Ansonsten lässt sich über Proportionen und Perspektiven nichts Negatives sagen. Der Zeichenstil von REM ist nicht zu detailreicht, aber ansprechend – ganz ohne würde es auch gar nicht gehen, denn wo wäre dann der Reiz der viktorianischen Mode, die man hier bewundern kann? Die Zeichnungen stechen nicht als besonders hervor, sind aber doch gekonnt und schön anzusehen – selbst wenn Lord Maccon das Gesicht verzieht.

 

Die Mangaadaption von „Soulless“ aus der Feder von REM eignet sich wunderbar für Fans und Neuleser gleichermaßen. Selbst wer vor dem zweiten Band noch einmal das Gedächtnis auffrischen möchte, kann gerne zum Manga greifen, um die wichtigsten Punkte in Erinnerung zu rufen. Aber auch die, die das Buch nicht kennen, werden ihren Spaß mit der Geschichte haben, und auch diejenigen, die mit Mangas wenig vertraut sind, brauchen sich keine Sorgen zu machen: Das Buch wird, ganz auf „westliche“ Art, von „vorne nach hinten“ gelesen. „Soulless“ ist eine gelungene Adaption, lediglich die Darstellung von Alexias Oberweite ist bisweilen fragwürdig.

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

House Rules

Chloe Neill
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei NAL Trade, 05.02.2013
ISBN 9780451237101
Genre: Sonstiges

Rezension:

3,5
____

Nicht nur dass sich Cadogan mitten im Umbruch befindet, auch andere Probleme lassen nicht lange auf sich warten. Zwei Rogues sind verschwunden, was aber sehr ungewöhnlich für die beiden ist – es muss vom Schlimmsten ausgegangen werden. Doch wer sollte es auf die Vampire abgesehen haben? Ein Name kommt Merit da sofort in den Sinn: MacKetrick, doch der scheint trotz allem nicht involviert zu sein.
Was folgt, ist erneut ein Kampf an vielen Fronten: Gegen diejenigen, die Jagd auf die vampirische Bevölkerung machen, gegen das Greenwich Presidium, das Cadogan ein für alle Mal zurechtweisen will, und natürlich läuft unter diesen Umständen auch privat nicht alles wunderbar – zumal Merit auch einiges zu verbergen hat.

-

Wie zu erwarten war, war „House Rules“ wieder ein bisschen politischer als sein Vorgänger und ging es spannungstechnisch wie so oft ein wenig langsamer an. Dabei lassen die Probleme wirklich nicht lange auf sich warten. Einige bestehen noch vom letzten Band, die nächsten stehen schon in den Startlöchern und im Laufe der Handlung werden es nur noch mehr. Und trotzdem waren die ersten hundert Seiten eher ruhig, und dann war auch schon bald die Hälfte des Buches rum. Aber keine Sorge, später wird noch für genügend Herzklopfen gesorgt, indem auch Komplikationen auftauchen, mit denen ich so schnell nicht gerechnet hatte – am Ende saß ich nervös und mit feuchten Händen da und musste unbedingt wissen, wie das Ganze aufgelöst wird, wenn es denn aufgelöst werden sollte. Man weiß ja nie.
Dafür wird am Ende alles ein bisschen plötzlich beziehungsweise auch schnell abgeklärt. Wenn es so rasch und irgendwie auch einfach geht, versteht man fast die Aufregung am Anfang nicht – aber auch nur fast. Zumal das Rätsel, das bis zum Schluss offen bleibt, dann leicht selbst zu lösen war; sobald der Text nicht mehr mit anderem „ablenkte“, kam ich auch schnell darauf, wer hinter allem steckt. Es ist also ein Mix aus Ruhigem, Spannendem und Vorhersehbaren; das macht es insgesamt immerhin okay.

Allerdings hat mir das Buch mal wieder klargemacht, dass Ethan und ich nie Freunde werden. Ich weiß, viele mögen ihn, mir ist er aber viel zu besitzergreifend und vor allem arrogant – hier benimmt er sich einmal mehr besonders idiotisch. Zwar hat er durchaus Grund für seinen Unmut, aber auch hier lässt er sich lieber von seinen verletzten Gefühlen leiten, als mal ruhig darüber nachzudenken und an eine richtige Entschuldigung verschwendet er scheinbar nicht einmal einen Gedanken. Da ist mir doch Merit viel lieber, die solche Situationen trotz aller verletzter Gefühle auch überdenken und ihnen entsprechend handeln kann. Da kommt es wohl nicht allzu überraschend, wenn ich bekenne, dass ich kein Freund ihrer Beziehung bin (wenn auch kein Gegner) – war ich aber nie. Wer es ist, darf sich auf ein bisschen Drama freuen.
Allerdings hätte ich mir seitens Merit manchmal mehr Vorsicht gewünscht, sie sollte doch mittlerweile wissen, dass gewisse Charaktere jede Chance nutzen, um ihr eins reinzuwürgen und inzwischen steht auch bei ihr einiges auf dem Spiel. Zum Glück war dies nicht besonders oft der Fall. Aber apropos andere Charaktere: Auch bei ihnen hätte ich mir gewünscht, dass sie hier ein bisschen präsenter sind, allerdings ist das auch meiner Sympathie den Charakteren gegenüber geschuldet. Ein bisschen mehr Mallory oder Jonah oder Gabe … ich hätte wirklich nichts dagegen gehabt. Was nicht ist, kann ja noch werden, meine Daumen sind also für den nächsten Band gedrückt.
Ein kleinen Bonus gibt es aber: Wir erfahren endlich, welche tierische Form Jeff annehmen kann. Wenn das mal nichts ist!

-

„House Rules“ schwankt ständig zwischen „okay“ und „gut“ – da gibt es wirklich spannende und mitnehmende Parts in der Geschichte, aber ab und an geht es auch ruhiger zu, ganz zu schweigen vom beinahe hastig wirkenden Ende. Ähnlich verhält es sich mit den Charakteren, wobei diese Beurteilung wirklich nur auf meinen persönlichen Vorlieben beruht – wer kein Fan von Ethan ist, wird mit ihm auch keinen Spaß haben und in „House Rules“ gleich gar nicht, da er sich nicht von seiner besten Seite zeigt. Das Buch ist trotzdem wie immer angenehm und spaßig zu lesen, nur lange nicht so gut wie sein Vorgänger.

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93 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

paranormal romance

Gefährliche Sehnsucht

Rachel Caine , Sonja Häußler
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2013
ISBN 9783401504568
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Claire und ihre Freunde sind wieder in Morganville, so gern sie auch fortgeblieben wären. Zurück „zu Hause“ warten die bekannten Probleme auf sie: Uni, rachsüchtige Kommilitoninnen und natürlich Vampire, bei denen man nie so genau weiß, ob sie einen im nächsten Augenblick beißen werden oder nicht. Und mit den gezwungenermaßen lockeren Sicherheitsmaßnahmen sind auch einige Menschen auf Krawall aus – das lassen sich die Vampire freilich nicht bieten und sehr schnell findet sich Claire im Mittelpunkt aller Probleme wieder. Welcome home!

-

Irgendwie war das in diesem Band nichts mit Rachel Caine und mir. Zwei Dinge müssen aber klargestellt werden: Erstens, ich hatte trotzdem meinen Spaß und zweitens, der deutsche Verlag trägt eine Mitschuld.
Fangen wir aber mit dem Guten an, denn der Witz, der typisch für diese Serie ist, geht auch diesem Buch nicht abhanden und dank einiger Komplikationen gibt es so einige tragische, aber auch verflucht witzige Situationen. Apropos Tragik: Gerade gegen Ende würzt die Autorin ihr Buch noch einmal ordentlich damit, sodass mich dieser Band vielleicht nicht begeistern konnte, ich aber wieder sehr gespannt bin, was im nächsten Band auf uns wartet. Rachel Caine hat wieder eine Ausgangssituation geschaffen, die so einiges zerstören könnte, auch wenn ich wirklich hoffe, dass es nicht dazu kommt.

Sprachlich und charakterlich bekommt man, wie bisher immer, was man erwartet. In manchen Fällen kann einen das ganz schön in den Wahnsinn treiben – „Gefährliche Sehnsucht“ macht mal wieder klar, dass vielleicht nicht alle Vampire schlecht sind, sie den Menschen aber unfaire Regeln aufzwingen, die unter keinen Umständen angemessen sind. Um das krasseste und prominenteste Beispiel zu nennen: Ein Mensch, der einen Vampir tötet, wird tagelang in einen Käfig in der Öffentlichkeit gesperrt, eher er/sie hingerichtet wird. Ein Vampir, der einen Menschen tötet, kommt maximal ins Gefängnis.
Aber auch sie sind in der Lage dazuzulernen, auch wenn das ein eher langsamer Prozess zu sein scheint, der in einigen Bereichen außerdem extralange braucht, um erst mal zu starten – aber die Hoffnung stirbt bekanntermaßen zuletzt und mit Claire und ihren Freunden gibt es zumindest ein paar Menschen, die bereit sind, den Vampire klarzumachen, dass sich etwas ändern muss, auch wenn es mal gefährlicher wird.

Soweit so gut – es macht Spaß, die Charaktere nehmen mit, was lief also schief?
Problem Nummer 1 verursachte der Klappentext des Arena-Verlages, der verriet, was erst nach 130 Seiten langsam und nach über 170 Seiten richtig los geht. Dass mir die Handlung daher ein wenig langweilig erschien – da ich eben schon genau wusste, was das Problem war und im Gegensatz zu Claire nicht erst herumrätseln musste –, ist unter den Umständen nicht weiter verwunderlich. Welchen Gewinn verspricht man sich davon, bereits vorher einen Teil der Handlung zu verraten? Sicherlich hätte es auch so früher oder später erraten werden können, aber es ist doch etwas anderes, selbst darauf zu kommen. Leider besteht das gleiche Problem mit dem englischen Klappentext, aber wenn ihr beide nicht kennt, gefällt euch das Buch womöglich besser als mir.

Der restliche Teil ist ebenfalls wenig spannend, da er sich ständig selbst wiederholt und dementsprechend vorhersehbar ist. Claire braucht Hilfe, um ein Problem zu lösen und auch wenn die Leute, und vor allem Vampire, in Morganville mittlerweile wissen sollten, dass man besser auf Claire hört, verweigern sie ihr die Hilfe – später dann auch ungewollt, aber im Grunde läuft es auf dasselbe hinaus. Dabei ist die Lösung so einfach, was auch Claire weiß – sie braucht nur Hilfe, die sie nicht bekommt und so zieht sich das Ganze unnötig in die Länge. Lediglich das Ende bietet gleich zwei überraschende Wendungen, was aber nicht ausreicht, um dieses Buch noch gut zu machen.

-

Größtenteils bietet „Gefährliche Sehnsucht“, was alle Bücher dieser Reihe bisher geboten haben: Spaß. Allerdings verrät der Klappentext einen Teil der Handlung, weswegen der erste Teil des Buches ein wenig langweilig ist, und später wiederholt sich die Handlung ständig, sodass auch der zweite Teil wenig zu überzeugen vermag. Lediglich Anfang und Ende sind spannend, weswegen ich trotz allem gespannt auf den nächsten Band bin. Bei diesem muss ich aber sagen: Das geht auch besser.

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