Leserpreis 2018

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Land im Sturm

Ulf Schiewe , Jan Reuter
Fester Einband: 928 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 31.08.2018
ISBN 9783785726242
Genre: Historische Romane

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4 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Mein Weihnachtswunsch bist du

Jenny Hale , Kerstin Ostendorf
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 28.09.2018
ISBN 9783404177462
Genre: Liebesromane

Rezension:

Ich habe gelernt, dass man manchmal das Herz über seinen Kopf stellen und das machen muss, was einen genau in dem Moment glücklich macht, oder man wird es ewig bereuen. (Seite 23)

Meine Meinung

Nachdem mir der Erstling der Autorin „Winterzauber im Kerzenschein“ sehr gut und das zweite Buch „Mit dem Schlitten auf Wolke Sieben“ nicht so gut gefallen hatte, war ich sehr gespannt, wie das mit dem dritten Weihnachtsbuch von Jenny Hale sein würde. Und auch jetzt, nach dem Auslesen, bin ich mir noch nicht so recht sicher. Das erste Drittel sagte mir nicht so sehr zu, die beiden restlichen dann sehr wohl. Insgesamt würde ich es vom Gefallen her also zwischen die beiden genannten einsortieren, mit Tendenz zum Ersten. Was bedeutet: die positiven Eindrücke überwiegen deutlich.

Wie bei den meisten Büchern des Genres, ist auch hier der Weg das Ziel, denn das Ende kann man - auch wenn man den Buchrückentext genau liest - erahnen. Wie so oft, ist der Ausgangspunkt eine Katastrophe, hier der Tod der Großmutter Nan. Diese hat, entgegen allem, was früher besprochen wurde, ihr Anwesen Evergreen Hill nicht Leah alleine, sondern zur Hälfte ihr und zur Hälfte einem gewissen David, den Leah zuletzt vor rund zwanzig Jahren gesehen hatte, vermacht. Hieraus ergeben sich recht bald Konflikte, haben beide doch sehr verschiedene Vorstellungen von der Nutzung des Gebäudes. Vorstellungen, die unüberbrückbar scheinen.

Im ersten Drittel geht es vor allem um diese Unüberbrückbarkeit. Über weite Strecken tat sich wirklich keine Kompromißmöglichkeit auf - vermutlich war es diese Situation, die mir das Buch für ein Weihnachtsbuch zu düster erscheinen ließ. Das änderte sich, als nach und nach ans Tageslicht kam, weshalb Nan das Anwesen beiden zu gleichen Teilen vermacht hatte. So langsam konnte man den dahinter stehenden Sinn verstehen und es zeichneten sich Lösungsmöglichkeiten ab. Ab da entwickelte die Erzählung dann einen Sog, daß ich den Roman kaum noch aus der Hand legen konnte und fast in einem Zug durchlas.

Die Beschreibungen von Personen wie Orten waren so, daß ich mir alles gut vorstellen konnte. So sehr ich eine langsame Erzählweise liebe, waren mir hier allerdings - und das ist mein einziger wirklicher Kritikpunkt - manche Gedankenabschweifungen zu abschweifend, lies zu ausführlich, um den Begriff langatmig zu vermeiden. Gut gefiel mir, daß sich einige ernste Untertöne durch das ganze Buch hindurch ziehen, die helfen, das Wesentliche vom Unwesentlichen im Leben zu unterscheiden.

Natürlich ahnen wir Leser lange vor den Protagonisten, wie sich manches entwirren wird, und gerade deshalb fand ich die Entwicklung dahin zum Einen schön zu lesen, zum Anderen sehr realistisch geschildert. Da wird nichts überstürzt, sondern - auch wenn das Buch nur über einen Zeitraum von wenigen Wochen läuft - passend „gemächlich“ angegangen, so daß auch die Figuren genügend Zeit haben, sich mit allem anzufreunden und es vor allem zu akzeptieren. Gleichermaßen erfreulich das Erzähltempo auf den letzten Seiten bis hin zum Schluß. Nicht das leider weit verbreitete abrupte Ende, sondern in gleicher Geschwindigkeit wie bisher, so daß das Buch langsam und passend ausklingen konnte - eine wirklich runde Sache.

Insgesamt hat die Autorin für meine Begriffe nicht ganz das Niveau des Erstlings erreicht, jedoch hat mir „Mein Weihnachtswunsch bist Du“ etliche schöne, teils vergnügliche, Lesestunden bereitet und ordentlich Winterstimmung verbreitet.


Mein Fazit

Nach (für mich) etwas zu ernstem Start entwickelte sich die gut erzählte Geschichte fast schon zu einem Wohlfühlbuch mit leisen ernsten Untertönen. Gut geeignet auch für die Vorweihnachtszeit, um den Fokus auf das Wesentliche zu richten.

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

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Wenn sie mich finden

Terri Blackstock
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Brunnen, 12.02.2018
ISBN 9783765520853
Genre: Krimi und Thriller

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37 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

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Nur wenn ich fliehe

Terri Blackstock , Renate Hübsch
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Brunnen, 01.02.2017
ISBN 9783765520747
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ich bin derjenige von uns beiden, der in drei Auslandseinsätzen im Krieg war. Er ist der, der jetzt tot ist. (Seite 38)

Meine Meinung

Krimis und Thriller sind eigentlich nicht „mein“ Genre, doch da ich von der Autorin vor geraumer Zeit die sehr gute Cape-Refuge Serie gelesen habe, begann ich nun ihre derzeitige Trilogie „If I Run“, von der dieses der erste Band ist. So ganz sicher, ob das die richtige Entscheidung war, bin ich mir noch nicht. Nicht etwa, weil ich das Buch als schlecht empfinden würde, weit gefehlt. Die Autorin baut einen Spannungsbogen auf, der den ganzen Roman über ansteigt und bis zum Schluß - das ist ja der erste von drei Bänden - nur wenig abflacht. Keine Rede also von „ruhig und zufrieden zugeklappt“. Das einzig Sichere ist, daß Casey Cox am Ende noch am Leben und auf der Flucht ist. So gehetzt und „unter Strom“ wie sie habe ich mich während des Lesens und auch nach Beendigung des Buches gefühlt. Gut, daß ich den zweiten Band schon hier habe - aber erst brauche ich eine Verschnaufpause.

Interessanterweise gibt es eine Parallele zu den Cape-Refuge-Büchern: wie dort Blair hat hier Casey Cox mit Religion wenig bis gar nichts am Hut. Sie kann so gar nicht nachvollziehen, daß Menschen trotz Schicksalsschlägen und Leid an einen Gott glauben können. Die Begegnung mit Miss Lucy und ihrer Tochter bringt ihre Meinung über Religion das erste Mal durcheinander. Im Verlauf des Buches werden die Schicksale der Flüchtigen und von Miss Lucy immer mehr miteinander verflochten, so daß man als Leser gar nicht so recht weiß, ob man das gut finden soll oder nicht. Denn im gleichen Maße, wie Casey sich um die Probleme Lucys kümmert, wachsen die ihren - vor allem die Gefahr, entdeckt und verhaftet zu werden. Immer wieder stellt sich die Frage, inwieweit es sinnvoll oder gerechtfertigt ist, die eigene Sicherheit und das eigene Leben für einen anderen, den man kaum kennt, zu riskieren. Oder ob es nicht gerade das ist, was menschlich und geboten ist, wenn es sonst niemand tut.

Je weiter sich die Geschichte entwickelt, um so näher kommen die Verfolger Casey. Aber im Gegensatz zur Polizei stellt sich für Dylan immer mehr die Frage, ob die Anklage gegen Casey überhaupt sachlich richtig ist. Wir Leser sind ihm da ein Stück voraus, was es um so spannender macht, seinen Überlegungen und Handlungen zu folgen, die ich folgerichtig und nachvollziehbar empfand.

Zunächst etwas irritierend fand ich, daß das komplette Buch in Ich-Form geschrieben ist. Man muß also aufpassen, wessen Name über dem Kapitel steht, um zu wissen, aus wessen Sicht gerade erzählt wird. Das war zunächst etwas verwirrend, gab sich aber und brachte eine ziemlich große Nähe zu den Figuren mit sich.

Auffallend auch hier - wie in so manchem anderen Buch oder sogar amerikanischem Weihnachtsfilm - die Einbeziehung aktueller Entwicklungen, hier der Einsatz in Afghanistan und die Folgen für Dylan. Mir sind noch kaum deutschsprachige Veröffentlichungen begegnet, in denen solche Themen dermaßen selbstverständlich eingeflochten sind wie in so manchen amerikanischen.

Am Ende wissen sowohl wir Leser als auch Dylan, weshalb Casey auf der Flucht ist, obwohl sie den ihr zur Last gelegten Mord nicht begangen hat. In kurzer, trügerischer Ruhe klingt das Buch aus, aber ich bin mir ziemlich sicher, daß Casey im Folgeband in mindestens ähnlich hohem Tempo wie in diesem Buch wird fliehen müssen. Ich nehme mir etwas Zeit, zur Ruhe zu kommen, bevor ich über ihr weiteres Schicksal lesen werde.


Mein Fazit

Spannend bis zum Schluß erzählt die Autorin von der Flucht der zu unrecht des Mordes verdächtigen Casey Cox vor der Polizei und dem wahren Mörder, der auch sie tot sehen möchte. Ein durchaus nervenzehrender erster Band der Trilogie.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

Clemens August von Galen: Ich erhebe meine Stimme

Markus Trautmann
Flexibler Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Topos plus, 01.09.2010
ISBN 9783836705660
Genre: Sonstiges

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29 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

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Die Frauen von Ivy Cottage

Julie Klassen
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei SCM Hänssler, 17.05.2018
ISBN 9783775158572
Genre: Historische Romane

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Die Herberge von Ivy Hill

Julie Klassen
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei SCM Hänssler, 30.05.2017
ISBN 9783775157865
Genre: Historische Romane

Rezension:

Sie seufzte wehmütig. „Und jetzt sind wir hier. Keine von uns lebt das Leben, von dem wir geträumt haben.“ (Seite 481)

Meine Meinung

Wie alle anderen Romane der Autorin, ist auch dieses in der sog. Regency-Zeit angesiedelt, das Besondere dieses Buches ist jedoch, daß es das erste einer auf drei Bände angelegten Serie (und der ersten Serie überhaupt, die die Autorin geschrieben hat bzw. schreibt) ist. Während es sonst bei Trilogien meist so ist, daß die Nebenfiguren des einen die Hauptfiguren des nächsten Bandes sind, scheint es hier so zu sein, daß eine durchgängige Geschichte erzählt wird. Zwar mit dem Fokus auf je bestimmten Figuren, doch die Handlung wird auch für alle anderen vorangetrieben. Vermutlich sind die Bände auch einzeln verständlich, besser ist es jedoch, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. Denn es will mir scheinen, daß die Ereignisse dieses Bandes in den beiden folgenden (als bekannt) vorausgesetzt werden.

Die Handlung spielt um 1820, also nur wenige Jahre später, als etwa die Romane Jane Austens. Es ist demgemäß kein Wunder, wenn sich so manche Parallele, wie der Umgang zwischen den Geschlechtern  oder die Kleidung, ergibt. Wenn ich das richtig erinnere, war um diese Zeit das Korsett nicht unbedingt notwendig bzw. wurde oft nicht getragen. Dadurch fiel mir auf, daß an zwei Stellen vom Korsett die Rede ist, dann jedoch ein Kleid angezogen, das sehr hoch ansetzt und ohne Korsett getragen wird (wie man es aus den Jane Austen Verfilmungen kennt). Ob das nun eine Inkonsistenz ist oder einfach in kurzem Abstand so verschiedene Kleidung getragen wurde, vermag ich nicht zu beurteilen. Für die Handlung ist es nicht notwendig, es fiel mir allerdings als widersprüchlich (?) auf.

Das ist dann allerdings schon mein einziger Kritikpunkt. In mancherlei Hinsicht hat mich das Buch überrascht. Beispielsweise empfand ich es als deutlich anspruchsvoller als erwartet. Es ist nicht einfach ein Unterhaltungsroman, in welchem Figuren und Handlungen aus unserer Zeit in die Vergangenheit versetzt wurden und die Zeit nur eine Kulisse bildet, sondern die Erzählung erscheint mir höchst glaubwürdig für die Zeit um 1820. Besonders interessant sind die Schilderungen des Herbergs- und Postbetriebes. Manche Entwicklungen scheinen sich zu wiederholen: so ist eines der Probleme der Herberge „The Bell“ der Bau der neuen Schnellstraße, die den Ort umgeht - und damit das Geschäft recht negativ beeinflußt. Auch die Beschreibungen der Postkutschenfahrten und der dafür notwendigen Infrastruktur - etwa zum Wechseln der Pferde - gibt tiefe Einblicke in die Strukturen der Zeit.

Dabei werden die Schwierigkeiten ohne Verschönerungen beschrieben, so daß ein realistisches Bild der Lebensumstände entsteht. Erstaunlich für einen Roman aus einem christlichen Verlag zudem, daß das Thema Religion eine eher untergeordnete Rolle spielt. Man verstehe mich nicht falsch, gerade durch diese Zurückhaltung gewinnt das Buch für mich an Glaubwürdigkeit, denn ich vermute, daß das den Verhältnissen damals recht nahe kommt. Der Glaube ist - mehr oder weniger - Bestandteil des (täglichen) Lebens, ohne daß man das groß erwähnt oder herausstellt, so wie es wohl wirklich war.

Die größte Entwicklung durchlief naturgemäß Jane Bell, die Hauptfigur dieses Bandes. Zu Beginn noch immer in der Lethargie ihrer Trauer gefangen, erkennt sie mehr und mehr, daß sie diese überwinden und die Zügel selbst in die Hand nehmen muß, will sie nicht alles verlieren und im harten Kampf des täglichen Lebens bestehen, von den Intrigen in ihrer Umgebung ganz zu schweigen. Aber auch ihre Schwiegermutter Thora muß lernen, daß Jane nicht die unfähige (ehemalige) Adelige ist, für die sie sie immer gehalten hat. Und daß manches sich nur lösen läßt, wenn sie selbst sich verändert.

Zu Beginn etwas langsam, entwickelte sich beim Lesen ein immer stärker werdender Sog, so daß ich das Buch schließlich kaum mehr aus der Hand legen konnte, weil ich wissen wollte, wie einige Dinge zusammenhingen und vor allem, ob es gelingen würde, „The Bell“ zu retten. Nachdem dies alles geklärt war, konnte ich das Buch ruhig zuschlagen und mich auf den Folgeband, der schon in meinem Bücherregal steht und bald gelesen werden wird, freuen.


Mein Fazit

Ein Unterhaltungsroman mit Tiefgang, angesiedelt im England des Jahres 1820, der anschaulich die Schwierigkeiten einer Herberge und ihrer Menschen, die sich in manchem gar nicht so sehr von uns heutigen unterscheiden, schildert. Lesenswerter Einstieg in die Trilogie.

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Wie Opas schwarze Seele mit einem blauen Opel gen Himmel fuhr

Albrecht Gralle
Flexibler Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Brendow, J, 25.07.2018
ISBN 9783961400638
Genre: Romane

Rezension:

Meine Meinung

Das erste Buch, das ich von diesem Autor gelesen habe (nämlich „Chefvisite. Die unerwartete Rückkehr des Auferstandenen“) konnte mich nicht so sehr überzeugen, weswegen ich an dieses mit einer gewissen Portion Skepsis herangegangen bin. Recht bald hat sich jedoch gezeigt, daß diese Skepsis völlig unberechtigt war. Im Gegenteil, das Buch hat mir ausnehmend gut gefallen. Bisweilen ist es eben doch gut und richtig, einem Autor eine zweite Chance zu geben.

Die Konstellation mag häufiger vorkommen: ein Elternteil stirbt, und der (oder die) Überlebende zieht dann, mehr oder weniger freiwillig, zu Tochter (oder Sohn) nebst Enkelkindern. Da bleiben Meinungsverschiedenheiten, um es vorsichtig auszudrücken, nicht aus. Vor allem dann, wenn der Opa den Ruf eines Sonderlings hat. Der Autor vermag es, diese Situation sehr humorvoll zu schildern. Dabei wechseln sich die Erzählstandpunkte ab, so daß der Leser nach und nach erfährt, wie alle Familienmitglieder diese Situation erleben. Gut gelungen ist, die jeweilige altersgemäße Sichtweise dazustellen. Wenn also die siebenjährige Anna erzählt klingt das ganz anders, als wenn der zwanzigjährige Student oder die Mutter der Kinder berichten.

Nach und nach kommt heraus, weshalb der Opa so ein Sonderling ist. Das bringt das eine oder andere Rätsel mit sich, das gelöst werden will, aber auch manche Einstellung und Überzeugung gerät ins Wanken, wenn der Opa seine teils ganz andere Meinung äußert oder im „Familienrat“ Dinge diskutiert werden, die bei genauerer Betrachtung möglicherweise ganz anders sind, als bisher immer angenommen.

Auch in diesem Roman tritt zuweilen - wie schon in der „Chefvisite“ - ein etwas anderes Bibelverständnis zutage. Hier empfand ich es jedoch als besser durchdacht und begründet wie dort, wenngleich sicherlich manches nicht jedem gefallen wird, des Überdenkens und der weiteren Diskussion bedürfte. Andererseits das ist ein Roman, kein Sachbuch. Wie Gralle die Thematik hier verarbeitet hat, hat mir sehr gefallen und zugesagt. Eigenes Weiterdenken und Schlußfolgern nicht ausgeschlossen.

Schließlich sind die Handlungsstränge zu einem für diese Erzählung zufriedenstellenden Ende zusammengeführt und auserzählt. Humor, Sitationskomik und Ernsthaftigkeit halten sich in der Waage, so daß ich den Roman gern gelesen und als eine runde Sache empfunden habe, der mich über einige Aspekte sicherlich noch eine Weile beschäftigen wird.


Mein Fazit

Locker und humorvoll, doch mit ernsten Untertönen, erzählt der Autor vom oft gar nicht so einfachen Zusammenleben verschiedener Generationen. Und über das, was die Generationen voneinander lernen können.

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Frei wie die Vögel

Ann-Helena Schlüter
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei SCM Hänssler, 23.08.2018
ISBN 9783775158657
Genre: Biografien

Rezension:

Ich dachte, ich könnte die Welt verändern. Verbessern zusammenschweißen. Was ist aus mir geworden? meine hohen Wünsche und Werte haben mich ins Gefängnis gebracht. (Seite 111)
Den Kopf können sie mir nehmen. Das Leben nie. (S. 146)

Meine Meinung

Das ist ein seltsames Lesejahr. Begonnen hat es damit, daß ich entgegen aller Gewohnheit bis in den März hinein russische Autoren gelesen habe. Und nun habe ich innerhalb kurzer Zeit das zweite Buch gelesen, von dem ich noch vor wenigen Wochen gesagt hätte, das lese ich nicht. Aber „das Schicksal“ war anderer Meinung. „Schicksal“ spielte hier der Verlag, der mit ein Rezensionsexemplar zur Verfügung stellte, und damit mußte ich das Buch ja lesen. Gott sei Dank. Manchmal muß man wirklich zu seinem Glück gezwungen werden, auch wenn es in gewisser Hinsicht makaber klingt, in diesem (inhaltlichen) Zusammenhang von „Glück“ zu schreiben.

Um es ganz klar und zu Beginn festzuhalten: das ist ein großartiges Buch und - auch wenn der Ausdruck abgedroschen klingen mag, aber selten war er so zutreffend wie hier - ein eminent wichtiges Buch. Gerade auch im Angesicht der kürzlichen Ereignisse in Chemnitz. Denn hier wird ganz klar und mit brutaler Deutlichkeit aufgezeigt, wohin dieser Weg führt. Was eine abstruse und menschenverachtende Ideologie zur Folge haben kann. Und daß ein Held nicht unbedingt der ist, der mit dem Schwert oder dem Gewehr in der Hand vorwärts stürmt und möglichst viele Menschen tötet, sondern der, der das Gegenteil tut: Menschen liebt, sich um und für sie sorgt. Und am Ende dafür sein Leben hingibt. „Größere Liebe hat niemand als die, daß einer sein Leben läßt für seine Freunde.“ Johannes, 15.13

Maximilian Kolbe, Alfred Delp, Dietrich Bonhoeffer. Die meisten Menschen werden zumindest die Namen dieser Geistlichen, die von den Nazis ermordet wurden, schon gehört haben. Es war daher höchste Zeit, an die vergessenen „Helden von Lübeck“ zu erinnern: an die katholischen Kapläne Johann Heinrich Wilhelm Prassek, Eduard Müller und Hermann Lange sowie den evangelischen Pastor Karl Friedrich Stellbrink. Sie wurden am 10. November 1943 nach einem Scheinprozeß in Hamburg durch die Guillotine hingerichtet. Im Dreiminutentakt. Und etwas früher als geplant, damit der Henker nach Hause und in Ruhe seine Kinder ins Bett bringen konnte.

„Eine Erzählung gegen das Vergessen“ lautet der Untertitel, und genau das ist dieses Buch. Es ist eine eindringliche Schilderung des Lebens und der Umstände, die letztlich zum Tod der Geistlichen führten. Die bedrückende Atmosphäre der Zeit, die ständig lauernde Gefahr, die ideologische Verblendung, die (zu) viele blind gegenüber den Geschehnissen werden ließ - all das erweckt die Autorin gekonnt zum Leben, macht es fühl- und nacherlebbar. Das gelingt ihr, ohne daß die Erzählung düster, gar depressiv wirkt oder den Leser „hinabzieht“, wie es mir kürzlich in einem anderen Roman begegnet ist. Daß dies nicht passiert ist, daß die Autorin mit großem sprachlichen Talent von tragischen Ereignissen in einer Weise erzählen kann, daß man als Leser zwar mitfühlt, mitleidet, mitlebt, aber ob des Furchtbaren dennoch nicht in ein "schwarzes Loch" fällt - das halte ich für ein großes Plus und kann es gar nicht genug lobend hervorheben.

In der Vermengung von historischen Fakten und Fiktion ist es der Autorin in der Tat gelungen, die Geschichte der vier so zu erzählen, daß man nicht umhinkommt zu glauben: ja, genau so war es. Genau das haben sie gesagt, gedacht, gefühlt, getan. Selten habe ich ein Buch gelesen, das die (vermutliche) Realität dermaßen trifft und wiedergibt, wie dieses. Das geht bis hin zu den Gedankengängen im Gefängnis und kurz vor der Hinrichtung. Niemand wird vor allem die Gedanken je exakt kennen, aber das Einfühlungsvermögen der Autorin ist so stark, daß man sich kaum vorstellen kann, es könnten andere gewesen sein.

Ein Buch, das an heute weitgehend vergessene Martyrer erinnert, die 1943 für ihre Überzeugung in den Tod gingen. Ein Buch, das ein Aufschrei sein kann gegen Tendenzen unserer Zeit, die jenes Grauen, das Deutschland zwölf Jahre im Griff hatte, wieder erwecken möchten. Ein Buch, das wirklich jeder lesen sollte, vor allem diejenigen, die heute hinter den geistigen Nachfahren der Nazis herlaufen. Vielleicht vermag dieser Aufschrei gegen das Vergessen auch dem Letzten die Augen zu öffnen.


Mein Fazit

Einfühlsam und eindringlich erzählt die Autorin die letzten Monate der vier Lübecker Geistlichen bis hin zu deren Ermordung durch die Nationalsozialisten. Sie hatten offen Stellung bezogen gegen die Gräuel ihrer Zeit, sich eingesetzt für Juden und Zwangsarbeiter. Gerade in unserer Zeit ist es eminent wichtig, sich an sie zu erinnern - gegen das Vergessen und damit solches nie wieder geschieht. Ein Buch, das wirklich jeder lesen sollte.


PS:

Das von mir erwähnte erste Buch, das ich eigentlich nie gelesen hätte, war Der Engel mit der Posaune von Lothar Ernst über die (fiktive) Geschichte der Klavierbauerfamilie Alt in Wien. Vor allem auf Seite 78, wo sich der Satz "Und jetzt sollen Juden plötzlich 'Judenschweine' sein?" findet, mußte ich unwillkürlich an das Schicksal der Henriette Alt im von den Nazis besetzten Wien des Jahres 1938 denken.

 

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Väter und Söhne

Iwan S. Turgenjew
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Anaconda Verlag, 31.03.2015
ISBN 9783730602256
Genre: Klassiker

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Der Duft von Pfirsichen

Denise Hunter , Anja Lerz
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Brendow, J, 25.07.2018
ISBN 9783961400652
Genre: Romane

Rezension:

Aber sie waren alle zu sehr mit ihren eigenen kleinen Welten beschäftigt, um zu bemerken, dass ihre gerade auf den Kopf gestellt wurde. (S. 321)

Meine Meinung

Nachdem mir der Vorgänger „Hüter meines Herzens“ ausnehmend gut gefallen hatte, war ich auf dieses Buch sehr gespannt. Um es gleich vorwegzunehmen: ganz so gut wie das vorgenannte gefiel es mir nicht. Die Bücher sind zwar Teil einer Serie von vier Bänden, sind jedoch unabhängig voneinander und auch einzeln zu verstehen. Allerdings wird hier das Ende von „Hüter meines Herzens“ erwähnt, wer sich dafür also die Spannung erhalten möchte, sollte in der richtigen Reihenfolge lesen.

Um gleich mit meinem Kritikpunkt zu beginnen: über die ersten etwa einhundertzwanzig Seiten hinweg empfand ich den Roman als ziemlich düster, er wirkte auf mich sogar fast schon deprimierend. Dabei kann ich das gar nicht so genau an etwas Bestimmtem festmachen. Vermutlich hängt das mit Kyle zusammen, eine Figur, die ich als durch und durch böse erlebt und immer mit irgendwelchen hinterhältigen Gemeinheiten oder Schlimmerem gerechnet habe. Das gab sich dann im weiteren Verlauf. Das „düster empfinden“ meine ich, nicht daß Kyle eine böse Figur war.

Als Zoe es sich auf der ererbten Farm eingerichtet und die Dinge in die Hand genommen hatte, entwickelte sich eine Geschichte, die sich zum Einen deutlich besser lesen ließ, zum Anderen jedoch ziemlich nah an der Realität dessen blieb, wie es wäre, wäre das keine Fiktion sondern wirklich geschehen. Zoe hatte sich unter dem schlechten Einfluß von Kyle sehr verändert; hier zuhause beginnen sich diese Veränderungen quasi zurückzuentwickeln und Zoe wieder zu der Person zu werden, die sie früher einmal war. Es versteht sich, daß es dabei durchaus nicht wenige Rückschläge gibt.

Da ist die schwierige finanzielle Situation der Farm, der eine schlechte Ernte droht, da ist Kyle, der noch immer nicht aufgegeben hat, da sind die noch ungelösten Fragen, weswegen sie seinerzeit überstürzt von zuhause weg gegangen war. Und da ist das schwierige Verhältnis zu ihrem Vater, dem sie nichts recht machen kann, außer sie macht es so, wie er es sich vorstellt. Also genügend „Baustellen“, um ausgelastet zu sein.

Erstaunlich - im positiven Sinne - ist für meine Begriffe die im ganzen Buch durchgehaltene Realitätsnähe, wenn man daran denkt, daß das Buch in einem christlichen Verlag erschienen ist. Von einer ledigen, nicht verheirateten Mutter bis hin zum Thema Glauben, das eher nebenbei - und damit um so wirklichkeitsnäher - behandelt wird. Dennoch kommt die Meinung der Autorin zum Ausdruck, ohne daß das jedoch aufdringlich wirkt.

War der „Showdown“ im „Hüter eines Herzens“ den Unbilden der Natur zu verdanken, so gibt es hier - was sich im Verlauf der Handlung schon abzeichnet - einen recht deutlichen, der dermaßen spannend geschrieben war, daß ich kaum so schnell lesen konnte, wie ich wissen wollte, wie es weiter geht.

Insgesamt hat mir der Roman gefallen, wenngleich - ich erwähnte es - nicht ganz so gut wie der Vorgänger. Auch hier wurde deutlich, wie sehr ein falsches Wort zum falschen Zeitpunkt - oder, vielleicht noch schlimmer, ein nicht gesagtes zum richtigen Zeitpunkt, sich fatal auswirken und fast zu einer Katastrope führen kann. Insofern kann das Buch auch als Denkanstoß zu mehr und vor allem offenem Umgang und Kommunikation miteinander verstanden werden. Für eine Partnerschaft gewißlich eine wichtige Voraussetzung.


Mein Fazit

Realitätsnah wird die Geschichte von Zoe erzählt, die einst von zuhause fort ging und sich nun den Problemen Gegenwart wie den ungelösten der Vergangenheit stellen muß. Nach - für mich - etwas schwierigen Beginn hat sich die Geschichte fesselnd und lesenswert entwickelt.

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Cranberrysommer

Irene Hannon , Silvia Lutz
Flexibler Einband: 318 Seiten
Erschienen bei Francke-Buchhandlung, 29.06.2018
ISBN 9783963620065
Genre: Romane

Rezension:

Denn um Harbor Point Cranberries zu retten, wäre ein Wunder nötig.
Und Wunder passierten nur ganz selten.
(Seite 27)

Meine Meinung

Nun mag es Wunder nur selten, nach Überzeugung mancher Zeitgenossen gar nicht, geben, aber manchmal gibt es sie eben doch. Im wirklichen Leben wie auch in Büchern. Denn wenn an so früher Stelle im Roman schon auf Wunder Bezug genommen wird, müssen ja praktisch welche passieren. Das müssen ja keine großen oder gar spektakuläre sein, manchmal grenzt es schon an ein Wunder (oder ist eines), wenn sich etwas oder ein Mensch verändert. In der Hinsicht gibt es denn auch etliche Wunder im Verlauf des Buches.

Von Irene Hannon hatte ich vor einiger Zeit die vier Bände der „Lighthouse-Lane“-Reihe gelesen, die ich in sehr guter Erinnerung behalten habe. Auf Grund der Kurzinhaltsangabe bin ich davon ausgegangen, daß die mit diesem Buch beginnende Serie ähnlich sein würde, und meine Hoffnung hat sich erfüllt. Ähnlich bezieht sich dabei nicht darauf, daß einfach die gleiche Handlung mit anderen Figuren erzählt wird, sondern auf den Schreibstil, der auch in schwierigen inhaltlichen Szenen nie ins Düstere oder gar Depressive abdriftet. Die Autorin hat ein Talent dafür, auch ernste Themen so darzustellen, daß selbst in der dunkelsten Nacht noch das berühmte Licht am Horizont erscheint und Hoffnung verspricht. Das Buch wird zum Wohlfühlbuch, und das meine ich jetzt in ausgesprochen positivem Sinne verstanden.

Eine nicht unbedingt übliche Konstellation ist, daß nicht nur die beiden Hauptfiguren - Tracy und Michael - problembeladen sind, sondern mit Michaels Vermieterin Anna mindestens eine weitere ebenso ihren Packen mit sich herumträgt, von dem zu Beginn niemand außer ihr etwas weiß. Zunächst wissen wir Leser nur, daß es in der Vergangenheit Dinge gab, die die Gegenwart mehr als belasten, aber es dauert geraume Zeit, bis diese stückweise enthüllt werden und ein Gesamtbild ergeben. Es wird deutlich, daß zwar jeder seine ganz eigenen Probleme hat, aber erst im Zusammentreffen und -wirken die Entwicklungen in Gang gesetzt, erst dadurch die Energien frei, die es letztlich ermöglichen werden, Veränderungen herbeizuführen und so die Problemlagen aufzulösen.

Dabei läßt sich die Autorin durchaus Zeit mit der Entwicklung, sowohl der Handlung als auch der Figuren. Immer wieder erfahren wir einzelne Puzzleteile, die sich erst nach und nach zu einem Gesamtbild zusammensetzen. Schuld, Vergebung, Selbstzweifel und -vorwürfe sind Themen, die angesprochen und behandelt werden. Es liegt, schon vom Buchrückentext her, auf der Hand, daß Tracy und Michael sich näher kommen. Das geschieht jedoch nicht im Hauruck-Verfahren, sondern so langsam und vorsichtig, wie das im realen Leben bei ähnlichen Voraussetzungen vermutlich auch der Fall wäre, was das Verständnis für die Figuren und deren Entwicklung vertieft.

Geschickt gibt die Autorin immer wieder Hinweise, die aber auch in die falsche Richtung führen können. So klar, wie es einem an bestimmten Stellen erscheinen mag, ist es also nicht, für Überraschungen ist genügend Platz vorhanden. So ist nicht nur der Weg das Ziel, sondern im Verlauf desselben gibt es die eine oder andere nicht unbedingt vorhersehbare Wendung.

Insgesamt gesehen ist es die Autorin wieder gelungen, schwierige Themen in einen Unterhaltungsroman zu packen, ohne dabei den Wohlfühlfaktor zu vernachlässigen. Ein gelungener Start in die (im Original bisher) fünfbändige Reihe. Nach meiner Kenntnis plant der deutsche Verlag auch die Veröffentlichung der weiteren Bände - ich freue mich schon und werde die sicherlich recht bald nach Erscheinen lesen.


Mein Fazit

In Hope Harbor gehen die Uhren vielleicht etwas langsamer, aber auch hier gibt es genügend Probleme, mit denen sich die Einwohner und Gäste herumschlagen müssen. In freundlichen Farben zeichnet die Autorin das Bild einer Kleinstadt mit seinen Bewohnern, das trotz ernster Untertöne dem Namen Hope (Hoffnung) gerecht wird. Ein Wohlfühlbuch, das Lust auf die kommenden Hope-Harbor-Bände macht.

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Unterm Birnbaum

Theodor Fontane , Christine Hehle
Flexibler Einband: 137 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 09.11.2018
ISBN 9783746634890
Genre: Klassiker

Rezension:

Meine Meinung

Vor etlichen Jahren hatte ich von Theodor Fontane den Roman „Cécile“ gelesen und diesen vor allem sprachlich in ausnehmend guter Erinnerung behalten. Zeit also, wieder einmal zu einem Buch dieses Autors zu greifen. Nun ist mir inhaltlich nicht mehr alles aus dem erstgenannten Roman im Gedächtnis, doch aus dem Stegreif würde ich sagen, daß der mir besser gefallen hat als „Unterm Birnbaum“.

Das dürfte vor allem daran liegen, daß hier immer wieder wörtliche Reden in Plattdeutsch vorkommen. Ohne eine Übersetzung ins Hochdeutsche sind mir diese nur schwer, teilweise gar nicht, verständlich, was die Lesefreude doch getrübt und den Lesefluß deutlich gehemmt hat. Wäre die Erzählung vollständig auf Hochdeutsch verfaßt (oder zumindest Übersetzungen geboten), hätte sie mir vermutlich besser gefallen.

Als ein weiteres Manko empfand ich es, daß ungemein vieles im Vagen bleibt, nur angedeutet oder gar nicht erklärt bzw. aufgelöst wird. Vielleicht mag sich das für einen Zeitgenossen Fontanes anders dargestellt haben, ich hatte jedoch immer wieder das Gefühl, daß der Autor Hinweise gibt, ohne mitzuteilen, was dieselben bedeuten sollen, so daß im Verlauf der Handlung so Einiges offen bleibt.

Nichtsdestotrotz: Fontane konnte schreiben, und ohne diese - zumindest im Hochdeutschen Teil der Geschichte - wunderschöne Sprache hätte ich das Buch möglicherweise nicht zu Ende gelesen. Aber ein solch gutes und durchdachtes Deutsch, das heutzutage leider selten geworden ist, zu lesen, macht alleine schon aus sprachlichen Gründen Freude und Genuß.

Was Fontane ferner hervorragend beschreibt, ist das Dorfleben und der Dorftratsch, der sich je nachdem, woher der Wind weht, immer den Gegebenheiten anpaßt. Eine Milieustudie, die einen tiefen Einblick in die Gesellschaft eines kleinen Ortes zu der Zeit gibt und diese lebendig werden läßt.

Insgesamt eine an und für sich interessante Geschichte, die mich auf Grund der beschriebenen „Mängel“ jedoch nicht so ganz überzeugen konnte.


Mein Fazit

Eine Kriminalgeschichte nebst Milieustudie aus dem Oderbruch des Jahres 1831; bedingt durch das für mich schwer verständliche Platt tat ich mich etwas schwer.

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Hildegard von Bingen

Maria Regina Kaiser
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Verlag Herder, 16.07.2018
ISBN 9783451382390
Genre: Historische Romane

Rezension:

„Sie haben dich gewählt. Du musst zustimmen“, flüsterte Sniwindis.
Hildegard senkte den Kopf.
„Klein Arm“, hörte sie das Lebendige Licht sprechen und ihr Körper erwärmte sich und erstarkte. „Klein Arm, es wird dir gelingen.“
(Seite 102)


Meine Meinung

Die heilige Hildegard von Bingen wird heute vor allem mit Naturheilkunde in Verbindung gebracht. Wie sehr dies zu kurz greift, zeigt auf eindrückliche Weise diese Romanbiographie. Denn die hl. Hildegard von Bingen ist eine der, wenn nicht die, eindrucksvollste und vielleicht einflußreichste Frau des Mittelalters.

Ein besonderes Plus dieses Buches ist, daß die Autorin große Sachkenntnis mit ungemein flüssig lesbarem Schreibstil verbindet. Schienen mir zunächst knapp zweihundertvierzig Seiten Text relativ wenig, so hat es die Autorin in der Tat verstanden, auf diesem Platz das Leben der Heiligen so nachzuerzählen daß man meint, selbst dabei gewesen zu sein und sich das Gefühl einstellt: da fehlt nichts. Zwar schien es mir zu Beginn etwas episodenhaft erzählt zu sein, aber in einer Biographie kann es nicht darum gehen, jedes Detail nachzuerzählen (zumal die alle gar nicht bekannt sind, man bedenke nur den Zeitabstand), sondern um das Große Ganze. Und das ist hervorragend getroffen.

Aus dem Anhang (und Äußerungen der Autorin an anderer Stelle) erfährt man, daß sie sich sehr eng an die verfügbaren Quellen und Informationen gehalten hat, dichterische Freiheit fand nur an wenigen (und im Nachwort erwähnten) Stellen Verwendung. Gerade darum ist es - aus heutiger Sicht - um so verwunderlicher und erstaunlicher, daß Hildegards Leben so gelungen ist. Als Frau und Nonne hatte sie es im Mittelalter nicht leicht, sie hatte in der Klausur still zu leben und durfte vielleicht Bücher abschreiben (kopieren), nicht aber selbst verfassen. Und doch - genau das hat sie getan - mit allerhöchster Erlaubnis! Frauen hatten keine Predigterlaubnis - und doch hat sie gepredigt. Sie war als Heilerin und als Ratgeberin gefragt. Und hat „nebenbei“ noch da Kloster auf dem Rupertsberg bei Bingen gegründet und durch die ersten sehr schweren Jahre geleitet. Noch erstaunlicher wird dieses ungeheure Pensum, wenn man erfährt, daß sie zeitlebens kränklich und oft ans Bett gefesselt war.

Hervorzuheben ist auch die hervorragende Ausstattung, die der Verlag dem Buch hat angedeihen lassen: von der grafischen (und Einband-) Gestaltung bis hin zur buchbinderischen Verarbeitung. Das Buch hat auch nach dem Lesen einen geraden Rücken, sieht also aus wie (fast) neu. Prima - eine solche Qualität ist heute (leider) selten geworden.

Insgesamt stellt diese Romanbiographie in der Tat die „mächtigste Nonne des Mittelalters“ auf so verständliche, aber dennoch sachkundige, Weise vor, daß man meint, sie persönlich gekannt zu haben. Das Buch wird mir noch lange im Gedächtnis bleiben und zur Folge haben, daß ich auch einige der Schriften der Kirchenlehrerin lesen werde.


Mein Fazit

Eine umfassende und sehr gut lesbare Biographie der hl. Hildegard von Bingen, ergänzt durch einen umfassenden und informativen Anhang.

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A Match of Wits

Jen Turano
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei BETHANY HOUSE PUBL, 01.07.2014
ISBN 9780764211270
Genre: Romane

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Die falsche Gouvernante

Jen Turano
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 06.01.2014
ISBN 9783865919281
Genre: Historische Romane

Rezension:

„Es ist dir jetzt vielleicht noch nicht bewusst, aber es gibt sicher einen guten Grund für all deine Probleme. Du musst einfach abwarten, wie alles ausgeht.“ (Seite 160)


Meine Meinung

Vor meinem nächsten Buch, das von eher schwerem und ernsten Inhalt ist, wollte ich noch etwas Leichteres und vor allem Heiteres lesen, so griff ich zu diesem - was sich als überaus glückliche Wahl erwiesen hat. Denn war ich mit einigen der zuletzt gelesenen Romane nicht so ganz zufrieden, hat dieser meine Erwartungen mehr als erfüllt.

Nun ist die Ausgangssituation, daß jemand eine ihm nicht gemäße Stellung annimmt - sei es aus Not, sei es zur Tarnung oder auch aus beiden Gründen - sicherlich weder neu noch originell. Und wer mehr Bücher des Genres liest, mag sich aus dem Buchrückentext auch schon seine Vorstellungen, wie das Ganze denn wohl ausgehen wird, ableiten. Aber hier gilt eben, wie bei so manchem anderen Buch auch, daß der Weg das Ziel ist. Und diesen Weg fand ich überaus amüsant, brachte er mich doch immer wieder zum Grinsen oder - unter teilweise seltsamen Blicken meiner Umgebung - zum lauten Auflachen. Die Situationskomik, die sich auch durch die beiden recht aufgeweckten und eigenwilligen Kinder Ben und Piper ergibt, ist einfach zu köstlich. Vor allem, wenn man sich das recht plastisch vorstellt...

Inwieweit es realistisch ist, so viele selbstbewußte Figuren „auf einem Fleck“ versammelt zu sehen, mag jeder für sich selbst entscheiden. Tatsache ist jedoch, daß gerade daraus sich eine gewisse Spannung und auch der Humor des Buches ergeben. Allerdings hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, es sei „zu viel“ oder gar übertrieben. In Relation zur Handlung paßte für mich alles zusammen wie ein gut geöltes Getriebe.

Figuren wie beschriebene Orte konnte ich mir gut vorstellen, lediglich als es in einer Szene daran ging, einen Baum zu besteigen, kamen mir leichte Zweifel, ob das in Wirklichkeit denn auch so funktionieren würde. Aber sei es drum - für den Fortgang der Handlung war es notwendig, und immerhin ist das ein Unterhaltungsroman, kein Sachbuch.

Stilistisch läßt sich das Buch gut und flüssig lesen; an dieser Stelle auch ein ausdrückliches Lob für die Übersetzung, die einen hervorragenden Eindruck macht. Zu keiner Zeit hatte ich das Gefühl, einen im Original fremdsprachigen Text zu lesen.

Insgesamt gesehen hat mir das Buch auch (oder gerade wegen) der für das Genre typischen leichten Vorhersehbarkeit mancher Entwicklungen sehr gut gefallen, zumal sich beim Lesen die eine oder andere Überraschung ergibt. Das Buch „Zwei wie Hund und Katz“, in dem Nebenfiguren aus dieser Geschichte zur Hauptfigur avancieren, werde ich jedenfalls recht bald lesen. Vielleicht erfahre ich dann ja auch, wie es den Hauptfiguren der „Gouvernante“ weiter ergangen ist.


Mein Fazit

Ein locker-leichter Unterhaltungsroman, angesiedelt im New York des Jahres 1880, mit einer gehörigen Portion Homor, der mich immer wieder zum Lachen gebracht hat.

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Zwei wie Hund und Katz

Jen Turano
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 23.02.2015
ISBN 9783957340146
Genre: Historische Romane

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Die Benedikt-Option: Eine Strategie für Christen in einer nachchristlichen Gesellschaft

Rod Dreher
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei fe-medienvlg, 24.04.2018
ISBN 9783863572051
Genre: Sonstiges

Rezension:

Benedikts Beispiel gibt uns heute Hoffnung, denn es zeigt, was eine kleine Truppe von Gläubigen ausrichten kann, wenn sie kreativ auf die Herausforderungen ihrer Zeit und ihrer Umgebung antwortet. (Seite 37)

Meine Meinung

„Eine Strategie für Christen in einer nachchristlichen Gesellschaft“, so lautet der Untertitel dieses Buches und genau der hat mein Interesse geweckt. Schon in den späten 80er Jahren hat mir ein damaliger Bekannter quasi vorausgesagt, daß wir bald in einer nachchristlichen Welt leben würden und ich mich schon mal darauf einstellen soll, sich wieder - wie die Urchristen im alten Rom - in (im übertragenen Sinne) die Katakomben zurückzuziehen. Ich habe ihm das damals nicht geglaubt, aber relativ bald danach begannen die Anzeichen, die seine Prophezeiung wahr werden ließen.

Die Welt, die Dreher in seinem Buch beschreibt, unterscheidet sich in manchem von der, die wir hier in Europa kennen, da sie amerikanische Verhältnisse zugrunde legt (etwa das Schulsystem oder manches für uns vielleicht seltsame Gerichtsurteil). Nichtsdestotrotz ist sie derjenigen, die man hier vorfinden kann, in vielem sehr ähnlich. Vor allem in dem, worum es in diesem Buch geht: eine nachchristliche Gesellschaft. Insofern ist manches, was er schreibt, für uns hier nicht direkt passend oder umsetzbar, die Tendenzen und Entwicklungen sind jedoch dieselben. So mag das Buch auch einen Ausblick darauf geben (denn Europa hinkt Amerika ja in vielem einfach einige Jahre hinterher), was auf die Christen noch zukommen wird.

Der Autor gibt zunächst einen kurzen geschichtlichen Überblick und macht als Beginn der Entwicklung, die zu den heutigen Zuständen führte, vor allem den Franziskaner William von Ockham (1285 - 1347) aus. Dieser entwickelte die Idee, die Nominalismus genannt wird, und die nach Meinung des Autors das mittelalterliche Weltbild zum Einsturz brachte und damit das Fundament für das heutige „gottlose“ (Ausdruck von mir) Weltbild mit der Entwicklung zu einer nachchristlichen Gesellschaft legte (vgl. Kapitel „Die Wurzeln der Krise“, vor allem S. 52ff).

Anschließend stellt der die wesentlichen Bestandteile der Benediktsregel und deren Bedeutung für das Zusammenleben sowie ein christliches Leben vor. Dabei „übersetzt“ er die Kapitel der Regel für heutige Menschen, die außerhalb eines Klosters leben, erklärt sie und macht sie anwendbar.

Immer wieder wird deutlich, wie sehr unchristlich bzw. nachchristlich die heutige Gesellschaft geworden ist. Wer heute noch nach christlichen Wertvorstellungen leben will, wird nicht umhin kommen, sich bis zu einem gewissen Grade aus eben dieser Welt zurückzuziehen, was im Extremfall dazu führen kann, daß einzelne Berufe nicht mehr ausgeübt werden können. Die vom Autor im Buch angeführten Beispiele etwa für Bäcker oder Floristen erscheinen mir, zumindest derzeit, allerdings als noch (?) sehr amerikanisch und hier noch (?) nicht zutreffend, geben jedoch einen Ausblick darauf, was auch hier denjenigen, die christliche Werte wie Ehe und Familie hoch halten, blühen kann.

„Wer kann wissen, was Gott im Gegenzug (erfahrenes Leid, Anm. von mir) mit unserem Glauben bewirken will? Es ist nicht an uns, das vorauszusagen. Unser Auftrag ist, in den Worten W. H. Audens, ‘voll Freude vorwärts zu stolpern’“.

Für dieses „vorwärts stolpern“ liefert die „Benedikt Option“ die Grundlagen und eine schlüssige Strategie.


Mein Fazit

Wer in einer nicht- bzw. nachchristlichen Welt christliche Werte leben will, hat mit immer mehr Schwierigkeiten zu kämpfen. Die „Benedikt Option“ bietet Lösungsvorschläge, indem sie die Benedikt-Regel für das heutige Leben „übersetzt“ und fruchtbar macht.

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Der Engel mit der Posaune

Ernst Lothar , Eva Menasse
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 01.02.2016
ISBN 9783552057685
Genre: Romane

Rezension:

Er schüttelte den Kopf. „Ich kann’s mir nicht vorstellen, dass man im Jahr 1914 Krieg führt!“ (...)
Katastrophen konnte man sich erst vorstellen, wenn sie da waren.
(Seite 271)

Meine Meinung

Ein Engel mit einer Posaune thront wachsam über dem Eingang des Hauses Seilerstätte 10; mit diesem beginnt sowohl das Buch als auch die Verfilmung des Romans „Der Engel mit der Posaune“, durch welche ich auf die Buchvorlage aufmerksam wurde. Wie ich inzwischen weiß, weicht der Film in Teilen erheblich vom Roman ab; das Buch erscheint mir härter - und damit vermutlich realistischer - zu sein. Auch wenn sich das Buch gut lesen läßt, wenn man sich an den Stil des Autors gewöhnt hat, so ist es jedoch alles andere als einfache Kost. Aber das sollte alleine schon durch die Anfang und Ende des Romans bezeichnenden Ereignisse klar sein.

Von Beginn an hatte ich das Gefühl, in einer anderen Zeit zu sein. Lothar hat es verstanden, daß ich in den Jahren, die während des Kaiserreichs spielten, stimmungsmäßig dort war und er verstand es, die bedrückende Atmosphäre, die sich mit dem Nahen der Nazis mehr und mehr ausbreitete, spürbar werden zu lassen. Selten (oder vielleicht noch nie) habe ich ein Buch gelesen, in welchem in so lakonisch-neutraler Erzählweise dermaßen scharfe und gleichermaßen hochemotional aufgeladene Bilder entworfen und beschrieben werden wie hier. Das führt stellenweise zu Szenen, in denen einen das Grauen förmlich aus den Buchseiten heraus ins Gesicht springt. Viel deutlicher kann man die Verworfenheit und Absurdität der Nazi-Ideologie nicht mehr entlarven.

Passend zum Untertitel „Roman eines Hauses“, der durchaus mehrdeutig verstanden werden kann, beginnt das Buch mit der Beschreibung eben jenes Hauses in der Seilerstätte 10 in Wien, seiner Geschichte und der seiner Bewohner. Ein Personenverzeichnis wäre hilfreich gewesen, wird es doch von zahlreichen Personen aus verschiedenen Zweigen einer einzigen Familie bewohnt, bei denen man leicht den Überblick verliert. So viele verschiedene Wohnungen das Haus hat, so verschieden sind auch die Menschen, die es bewohnen und die über die Jahre hinweg irgendwie miteinander auskommen müssen.

Hier hinein heiratet Henriette Stein, die Tochter des der Obrigkeit - und manchem im Haus - etwas suspekten Professors Stein. Von ihrem Gatten Franz, dem Inhaber der Klavierfabrik, heftig geliebt, ist es für sie eher eine Vernunftehe, denn über all die Jahre hinweg trauert sie ihrer großen Liebe, dem Kronprinzen Rudolf, nach.

Eingebettet in die Zeitläufte erleben die Figuren - und damit wir Leser - die Ereignisse mit: die Monarchie, den Ersten Weltkrieg, die Revolution und Republik, deren Scheitern bis hin zum Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich. Die Figuren sind gut gezeichnet und weit entfernt davon, einfach oder gar eindimensional zu sein. Sie haben ihre Ecken und Kanten, ihre guten und schlechten Seiten, so daß es schwer fällt, Sympathie und Antipathie immer eindeutig zu verteilen. Sie handeln nicht immer logisch, nicht immer rational, und mögen manches mal so gar nichts dazu lernen. Es ist, wie im richtigen Leben. Aber gerade deshalb war es mir möglich, vieles so gut nachzuempfinden. Aus ihrer jeweiligen Situation heraus konnten sie nicht anders denken oder handeln, als sie es taten. Der Autor hat seine Figuren, wie es im Nachwort heißt, in der Tat „voller Zuneigung und Humor gezeichnet“. Daß manche sich entwickeln, wie sie es eben tun, ist darob um so erschreckender - und vermutlich um so realistischer.

Franz’ magere Phantasie ließ ihn im Stich. Waren sie wirklich glücklich gewesen, seine Vorgänger auf Nummer 10? Er hatte sich nie darum bekümmert. (S. 32)
Ob die Vorfahren glücklich gewesen waren, wird wohl niemand mehr erfahren. Ob aber Franz und die Seinen glücklich geworden sind, ist in diesem Buch zu lesen. Eine längst fällige Wiederentdeckung, ein großartiger Roman und vermutlich mein Lesehighlight des Jahres: Der Engel mit der Posaune.


Mein Fazit

Ein großartiger Roman, nicht nur über eine Familie, sondern den Untergang der einen und das Heraufdämmern einer anderen Epoche.

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 0 Rezensionen

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Tiana

Lucia St. Clair Robson
Flexibler Einband
Erschienen bei Bastei Lübbe
ISBN 9783404123902
Genre: Historische Romane

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Verlorene Welten: Eine Geschichte der Indianer Nordamerikas 1700-1910

Aram Mattioli
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 11.03.2017
ISBN 9783608949148
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die Zerstörung des indianischen Nordamerika darf als Schlüsselereignis nicht mehr länger aus der Geschichte der USA wegretuschiert werden, gerade weil viele Amerikaner diese Katastrophe jahrzehntelang ausblendeten oder sie in ihrer Bedeutung bis heute kleinreden. (Seite 348)

Meine Meinung

„Es ist nicht möglich, alle an California Indians verübten Massenmorde zu thematisieren, weil es schlicht zu viele an der Zahl sind.“ (S. 210) Der Satz stand bei der Überlegung, welches Zitat ich über meine Rezension stelle, mit zur Auswahl. Immerhin hat er es an den Beginn der Rezension geschafft und deutet so auf zweierlei hin: daß es weder im Buch noch in der Rezension möglich ist, alles Relevante zu erwähnen (weil es schlicht zu viel ist) und wes Geistes Kind die heutigen USA sind, was zu deren Verständnis hilfreich ist.

Selten hat mich ein Buch dermaßen wütend zurückgelassen wie dieses. Und das, obwohl (oder gerade deswegen?) der Autor in durchweg sachlicher, aber gut lesbarer, Sprache die historischen Ereignisse schildert. Daß er sich diese nicht aus den Fingern saugt, mag die übergroße Anzahl von Quellenhinweisen am Ende des Buches bezeugen.

Zu Beginn führt er aus, daß es heute drei Positionen zum Untergang der Indianer gibt: die erste besagt, daß der Untergang nicht gewollt passierte, sondern eine „unbeabsichtigte Nebenfolge“ (S. 22) der Westexpansion war. Der zweite ist der Meinung, daß die nordamerikanischen Indianer seit Beginn der europäischen Expansion „Opfer eines gezielten und systematisch betriebenen Völkermordes“ wurden. (S. 22f) Der dritte schließlich besagt, daß die erstgenannten beide nicht zutreffend sind, sondern daß die Indianer an verschiedenen einzelnen Formen der Massengewalt, wie zum Beispiel Todesmärsche bei Umsiedelungsaktionen, Unterversorgung in Reservaten, Kindeswegnahmen, Massakern (vgl. S. 24f) unter gingen, diese insgesamt jedoch nicht die Bedingungen der Genozidkonvention vom 9. Dezember 1948 erfüllen würden.

Das Buch selbst ist in einzelne Kapitel, die sich mit jeweils einer Großthematik, wiederum unterteilt in bestimmte Regionen bzw. Nationen, befassen aufgeteilt. So entsteht für die Zeit ab etwa 1700 bis in die Neuzeit ein sehr umfangreiches und detailliertes Bild dessen, was durch die Besiedelung des Westens durch die Amerikaner den dort seit Jahrhunderten lebenden indigenen Völkern widerfahren ist. Sicherlich würde eine Gesamtdarstellung aller Nationen samt deren Schicksal den Rahmen dieses (und auch jedes anderen Buches) sprengen, aber dadurch, daß wesentliche Schwerpunktthemen behandelt werden, erhält der Leser doch ein recht vollständiges Bild jener Ereignisse, die oft als „Eroberung des Wilden Westens“ verklärt dargestellt werden.

Neu waren für mich die Ausführungen dazu, weshalb sich viele Nationen mit den Briten und/oder Franzosen gegen die Amerikaner verbündeten. Vor allem die Franzosen gestanden den Indianern - im Gegensatz zu den Amerikanern - viele Rechte zu, so daß sie relativ frei und unbehelligt in von diesen kontrollierten Gebieten leben konnten. Die Parteinahme für Briten und Franzosen war also wohlüberlegt im Sinne des eigenen Überlebens. Die verheerende Wirkung der von den Europäern eingeschleppten Seuchen war mir allerdings schon früher in anderen Veröffentlichungen begegnet.

Immer wieder wird deutlich, daß es den Amerikanern völlig egal war, wie sie ihr Ziel, den Kontinent vollständig zu unterwerfen und zu besiedeln, erreichen. Dabei trat ein erschreckender Rassismus zutage, der bis heute wirkmächtig ist. Denn die First People wurden nicht als (gleichberechtigte) Menschen, sondern als „Wilde“, als „auf Steinzeitstufe stehengebliebene“, als „unterlegene Rasse“ angesehen, deren natürliches Schicksal es sei auszusterben. Niemand störte sich daran, daß dazu beispielsweise auch der 1. Zusatzartikel zur Verfassung gebrochen wurde (vgl. S. 297).

Nach der Lektüre des Buches bin ich persönlich zu der Überzeugung gekommen, daß vielleicht kein expliziter schriftlicher Regierungsbeschluß zur vollständigen Ausrottung der Indianer existiert haben mag, die Handlungsweise sowohl von Regierung, US Army als auch den Siedlern lief jedoch auf genau diese hinaus. Weshalb vielleicht nicht im strengen juristischen Sinne nach einer Definition, die Jahrzehnte später erst erstellt wurde, in sachlicher und „gesunder menschenverstandsmäßigen“ Hinsicht jedoch sehr wohl ein gewollter Genozid vorliegt.

Schriftlich nachweisen läßt sich allerdings der Ethnozid (vgl. das Kapitel S. 294ff: „Versuchter Ethnozid: ‘Töte den Indianer, rette den Menschen’“), in dem versucht wurde, die indianische Religion und Kultur vollständig auszulöschen. Es grenzt schon an ein Wunder, daß dies trotz der massiven Maßnahmen letztlich nicht gelang, wenngleich viel verloren gegangen ist.

Vieles ließe sich noch anführen, aber wie eingangs erwähnt, reicht dafür der Platz nicht aus. Nur zwei aktuelle Bezüge sind mir im Verlauf des Lesens bewußt bzw. klar geworden. Zum Einen, daß der derzeitige US Präsident Donald Trump in „bester“ amerikanischer Tradition handelt und zum Anderen Europa (bzw. die EU Staaten) aufpassen müssen, daß es ihnen nicht ähnlich ergeht wie den Native Americans. Denn rücksichtslose und rüpelhafte Politik hat in Amerika offensichtlich eine jahrhundertelange Tradition. Dagegen hilft nur große Geschlossenheit, Entschiedenheit und Stärke. Wer weiß, wie die Geschichte in Nordamerika verlaufen wäre, hätten die indigenen Völker über diese Eigenschaften verfügt.

So bleibt am Ende nur der Hinweis von Simon Pokagon, einem Potawatomi, von 1893 in seinem Büchlein „The Red Man’s Rebuke“:
„Und während ihr, die ihr Fremde seid und hier lebt, die Angebote der Handarbeit eurer eigenen Länder hierher bringt und eure Herzen voller Bewunderung frohlocken über die Pracht und Größe dieser jungen Republik (...) vergesst nicht, dass diesem Erfolg unsere Heimstätten und eine einst glückliche Rasse geopfert wurden.“ (S. 337)


Mein Fazit

Eine umfassende, mit großer Sachkenntnis gut lesbar geschriebene Darstellung der Geschichte der Indianer der USA und ihres Unterganges. Ein unbedingtes Muß für jeden, der sich für die Thematik interessiert.

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Winona - Zeiten der Veränderung

Janette Oke , Karoline Kuhn
Fester Einband: 188 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 24.02.2005
ISBN 9783894379179
Genre: Sachbücher

Rezension:

Sie mochte keine Veränderungen. Am liebsten wäre es ihr gewesen, die Dinge würden einfach so bleiben, wie sie immer gewesen waren. (Seite 23)

Meine Meinung

Ein Buch, in dem die Christianisierung von Indianern Thema ist, habe ich bisher noch nicht gelesen, auch ist mir das in bisher keinem Roman begegnet; auch deshalb bin ich auf dieses Werk aufmerksam geworden. So interessant die Geschichte an sich ist, konnte sie mich jedoch leider nicht vollständig überzeugen.

Das fängt damit an, daß das Buch in Relation zur behandelten Zeitspanne (etwa elf Jahre) und dem, was in dieser Zeit passiert, viel zu kurz ist. Dadurch erschien es mir manches Mal wie eine Aneinanderreihung von einzelnen Szenen, zwischen denen mehrere Wochen oder gar Monate lagen (z. B. S. 86: zwischen zwei Absätzen liegen mehr als drei Monate). Ich kam mir vor, wie bei einem Dauerlauf, so daß viele Details ob der Geschwindigkeit unter gingen.

Durch die Kürze bedingt, kann man natürlich auch keine ausführliche Figurencharakterisierung und -entwicklung erwarten. Damit hatte ich jedoch keine Schwierigkeiten, da ich vieles nicht Geschriebene durch Vorwissen aus anderen Büchern ergänzte. „Hängen“ blieb ich dann höchstens, wenn es Unterschiede gab. Zum Beispiel, wenn es auf S. 27 über Winona als Kind heißt, daß sie ihr Gesicht am liebsten „unter den Röcken der Mutter“ versteckt hätte. Nur das Indianerinnen zu der Zeit eben keine „Röcke“ wie die Weißen trugen, sondern - wie es an anderer Stelle im Buch auch heißt - Kleider aus Leder. Oder wenn später (in einem 1884 datierten Brief) auf Seite 89 von „Grippeviren“ die Rede ist. Die wurden allerdings erst 1933 sicher nachgewiesen.

Im Vorwort geht die Autorin auf die historischen Zeitumstände ein und schreibt, daß einige der im Buch vorkommenden Figuren sowie deren Reden und Handlungsweisen historisch verbürgt sind. Und es gab wohl auch Missionare wie Martin Forbes, denen Janette Oke mit diesem Buch ein Denkmal setzen möchte.

Nun ist, wie in der ganzen Buchreihe, die Hinwendung zum christlichen Glauben eines der Themen. Es gab gewißlich Missionare bei den Indianern, die sich wie hier Martin Forbes verhielten. Und es mag auch Schulen wie die hier in Fort Calgary beschriebene gegeben haben. Doch das Verständnis und die Geduld des Reverends sowie die gute Behandlung im Internat dürften die Ausnahme gewesen sein. Insofern entwirft die Autorin ein sehr ideales und idealistisches Bild jener Zeit und der Lebensumstände der Blackfoot, wie es bei gutem Willen aller Beteiligter hätte sein können, aber wie ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt, es leider oft nicht gewesen ist.

Dennoch habe ich das Buch gerne gelesen, kommt die Erzählung, auch wenn die Härten des Lebens nicht verschwiegen werden, doch ohne Beschreibung von Grausamkeiten aus. Das Ende ist ab einem gewissen Punkt zwar absehbar, macht die Geschichte aber zu einer runden Sache, die mich das Buch - auch wenn es nicht zu den besten der Autorin gehört - zufrieden zuklappen ließ.


Mein Fazit

Eine etwas idealisierte Geschichte über die Bekehrung eines Blackfoot-Stammes, der ein etwas anderes Licht auf die Geschichte des (kanadischen) „Wilden Westens“ wirft.

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Christsein ist keine Religion: Ein Physiker entdeckt Antworten

Albrecht Kellner
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei SCM R. Brockhaus, 21.02.2018
ISBN 9783417268461
Genre: Sonstiges

Rezension:

„Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch; aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.“ Werner Heisenberg (Seite 38)

Meine Meinung

So leicht mir nach dem ersten Buch „Expedition zum Ursprung“ des Autors eine Rezension fiel, so schwer fällt sie mir hier. So sehr ich nach dem ersten Buch wußte, daß es mir außerordentlich gut gefallen hatte, so wenig weiß ich auch etliche Tage nach Beendigung des Lesens von „Christsein ist keine Religion“, wie sehr oder wenig gut es mir gefallen hat, woraus auf jeden Fall zu schließen ist, daß es für mich an sein Erstlingswerk bei weitem nicht heranreicht. Auch wenn dieses hier als Fortsetzung zur „Expedition zum Ursprung“ gesehen werden kann, ist es jedoch auch ohne selbiges lesbar, da für das Verständnis nötige Teile seines ersten Buches an passender Stelle hier kurz wiedergegeben werden.

Was der Autor wirklich gut kann, ist Tod und Auferstehung Jesu so zu erklären, daß es verständlich und geradezu folgerichtig erscheint, daß das alles genau so - und auch warum - passieren mußte. Noch kein anderer Autor - sei er Theologe oder nicht - konnte das so klar darlegen wie Albrecht Kellner, das ist einer der großen Pluspunkte dieses Buches, und alleine dadurch hat es sich gelohnt, das Buch zu lesen.

Im ersten Teil des Buches („Die Logik des Christseins“) legt der die Grundlagen seiner Überlegungen und bringt viele Analogien und Beispiele aus der Wissenschaft, naturgemäß vorwiegend aus seinem Fachgebiet, der Physik. Er geht auf die Möglichkeit ein, daß es einen Schöpfer des Universums gibt (und nicht alles durch einen bloßen Zufall entstanden ist), und begründet dies auch. Seine Argumentation, auf deren Schwachpunkte er offen eingeht, empfand ich als nachvollziehbar und durchdacht, Beispiele und Analogien gut und treffend gewählt.

Nicht immer einig mit dem Autor war ich vor allem im zweiten Teil des Buches („Die Dynamik des Christseins“). Beispielsweise, wenn er auf Seite 211 der Meinung ist, daß Drogen- und Alkoholabhängige schlagartig von ihrer Sucht befreit sind, wenn die „Grunderfahrung des Christseins“ einsetzt - so einfach ist das jedoch nicht.

Irritiert, um es höflich auszudrücken, hat mich seine Ansicht über die Homöopathie, die er als einen Weg, der „nicht vom Schöpfer allen Seins angeboten wird“ bezeichnet. In der Homöopathie passiert nichts wie auch immer esoterisches (er führt das unter dem Kapitel „Esoterik“ an), sondern es gelangen ausschließlich Dinge, die „vom Schöpfer allen Seins“ erschaffen wurden, zur Anwendung. Auch ist mir (wie der Autor schreibt) keine Bibelstelle bekannt, die vor der Homöopathie warnt. Hier ist Kellner eindeutig weit über das Ziel hinaus geschossen, was natürlich die Frage nahelegt, ob er dies an anderer Stelle nicht auch ist.

Der etwas seltsam anmutende Titel des Buches wird im Verlauf der Argumentation erklärt. Das Christentum ist etwas völlig Anderes und absolut Eigenständiges im Vergleich zu jeder anderen Religion. Denn nur hier kam Gott selbst in die Welt, wurde Mensch und hat den Menschen durch sein Leiden und Sterben ein für allemal erlöst. Diese Ausführungen, zusammen mit dem „Radiovergleich“ sowie den Erläuterungen zu Tod und Auferstehung Jesu gehören zu den stärksten Kapiteln des Buches; bei aller Kritik machen es alleine diese mehr als lesenswert.


Mein Fazit

Trotz einiger Schwächen bietet das Buch viele Denkanregungen und Erklärungen zum Christentum. Geeignet für Christen, die mehr über ihre eigene „Religion“ wissen wollen, wie auch für Nichtchristen, die sich über das Wesentliche des Christentums informieren wollen.

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Donnergrollen im Land der grünen Wasser

Kerstin Groeper , Andrew Jr Knez
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei TraumFänger Verlag GmbH & Co. Buchhandels KG, 07.11.2017
ISBN 9783941485556
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ganze Völker waren verschwunden und niemand mehr da, der ihre Lieder singen oder ihre Gebete sprechen konnte. Sie hatte es gesehen und konnte doch nicht das ganze Ausmaß begreifen. Es war einfach zu schrecklich. (Seite 576)

Meine Meinung

Von der Autorin habe ich schon einige Bücher gelesen, die meist im 19. Jahrhundert angesiedelt waren. So war ich gespannt, wie ein Roman, dessen Handlung einige Jahrhunderte früher spielt, sein würde. Um es gleich vorwegzunehmen - wie auch ihre anderen: hervorragend.

Etwas getrübt wurde der Lesegenuß allerdings durch die zu geringe Opazität des Papiers, wodurch der Druck der jeweiligen Rückseite durchschimmerte. Ansonsten ist das Buch sehr ordentlich verarbeitet, auch nach dem Lesen (obwohl ich nicht sonderlich aufgepaßt habe) keinerlei Falten oder Knicke im Rücken und der Buchblock nach wie vor gerade - so sollte es sein.

Wie in ihren anderen Büchern verwendet die Autorin für die meisten der Figuren deren indianische Namen (z. B. Awässeh-neskas, Kämenaw Nuki oder Nanih Waiya), hier empfand ich diese jedoch als dermaßen fremd, daß das durch das ganze Buch hindurch für eine gewisse Distanz sorgte und nicht, wie die Autorin vermutlich im Sinne hatte, mir die Figuren oder deren Völker näher brachte. Ich persönlich hätte es besser gefunden, wenn hier durchgehend deutsche Namen Verwendung gefunden hätten (wenn die Indianer im Buch sprechen, steht das ja auch auf Deutsch da und nicht in deren Sprache mit Übersetzung).

Inwieweit man bei diesem Inhalt natürlich von „Lesegenuß“ sprechen kann, ist eine ganz andere Angelegenheit. Interessant war es für mich, da ich diese Zeit - um 1540 - bereits aus den ersten Bänden der „Spanish Bit Saga“ von Don Coldsmith kenne, die ebenfalls mit der Ankunft der Spanier in Nordamerika beginnt, allerdings die Eroberer rasch verläßt und nur noch unter dem „Volk“ spielt, von wenigen Ausnahmen abgesehen, da die Spanier nochmals auftauchen. Das ist hier anders.

Über einen großen Teil der Erzählung verläuft der eine Handlungsstrang bei den spanischen Eroberern. Auch wenn die Autorin vieles recht zurückhaltend beschreibt, ist das dennoch nichts für schwache Nerven. Denn die Conquistadores gingen mit einer Brutalität vor, die in der Geschichte kaum ihresgleichen hat. Was und wer sich ihnen in den Weg stellte, wurde gnadenlos ermordet, gefoltert oder - so noch am Leben - versklavt. Ganze Siedlungen und Völker wurden ausgelöscht. Man vermag sich nur schwer vorzustellen, was dabei auch an kulturellen Werten für alle Zeiten verloren gegangen ist. Wer dem direkten „Zugriff“ der Spanier entkam - oder Gegenden, in welche diese nicht hingelangten - war dennoch seines Lebens nicht mehr sicher. Denn den von den Europäern eingeschleppten Seuchen hatten die indigenen Völker nichts an Abwehrkräften entgegenzusetzen. Man nimmt heute an, daß seinerzeit rund 90 Prozent (!) der Bevölkerung ausgelöscht wurden (vgl. Nachwort S. 662).

Dies ist der Rahmen, innerhalb dessen sich die Figuren dieses Romans bewegen müssen. Während Maisblüte recht bald auf die Spanier trifft, erhält Machwao (vom Stamm der Menominee), je weiter er nach Süden kommt, immer mehr Warnungen. Aber wer vermag sich etwas so Furchtbares, wie ihm zu Ohren kommt, schon vorzustellen oder zu glauben? Es sind übrigens die Menominee, deren Stamm und Gebräuche auf einheimischer Seite im Mittelpunkt stehen und deren Lebensweise beschrieben wird.

Der Einbruch der europäischen „Zivilisation“ wurde aus Sicht der Indios (wie sie von den Spaniern genannt wurden) geschildert. Ich bin nicht sicher, ob die Autorin die Bücher von Don Coldsmith kennt, jedoch werden dort wie hier die Pferde, welche den Indianern bis dato völlig unbekannt waren, als „große Hunde“ beschrieben. Die völlige Überraschung und Fassungslosigkeit durch etwas nie zuvor Gesehenes wird für uns heutige nachvollziehbar und verständlich. Unverständlich ist mir allerdings, wie ich leider zugeben muß, die Sicht- und Handlungsweise der ach so christlichen Spanier geblieben. Die „Wilden“, als welche man die Indios ansah, wurden noch schlechter als Tiere behandelt, denn es waren ja keine Menschen, und Gefühle hatten die schon gar keine. Es steht zu befürchten, daß die Autorin nur wenig bis gar keine Phantasie bzw. Ausschmückung für diese Szenen brauchte.

Wie gesagt, es ist harter Lesestoff, der über weite Strecken gewißlich nicht als „Lesegenuß“ bezeichnet werden kann, aber eine Zeit lebendig werden läßt, die heute kaum noch im Gedächtnis oder gar Fokus des Interesses ist. Wie das Leben vor Ankunft der Spanier (vermutlich) war, wird im Handlungsstrang um Machwao deutlich, und damit um so klarer, was durch die Eroberung des Kontinents im Laufe der Jahrhunderte verloren gegangen ist. Ganz zu schweigen davon, daß so manche der indigenen Völker den Eindringlingen moralisch und - je nach Sichtweise - auch kulturell überlegen waren. Nur daß die Spanier grausamer waren und die wirkungsvolleren Waffen besaßen.

Als der Roman nach über sechshundertfünfzig Seiten begann auszuklingen, hatte ich das Gefühl, eine weite Reise über eine lange Zeitspanne hinweg getan zu haben. Vor meinem inneren Auge war eine längst entschwundene Zeit erstanden, die ich so schnell nicht mehr vergessen werde. Trotz des ruhigen und versöhnlichen Ausklangs bleibt eine Melancholie ob des für immer Verlorenen zurück. Und eine gewisse Traurigkeit darüber, daß die Menschen noch immer nicht imstande sind, friedlich miteinander auszukommen. Machwao, dem der Frieden so viel bedeutete, stünde heute vor ähnlich großen Problemen und Herausforderungen wie damals. Das ist das eigentlich Bedrückende.


Mein Fazit

Ein wahres „Donnergrollen“ zog mit den Spaniern über das Land und nichts war mehr, wie vorher. Mit großem Verständnis, viel Wissen und vor allem Einfühlungsvermögen schildert die Autorin die Katastrophe, die über die „Indios“ mit Ankunft der Conquistadores hereinbrach. Wer sich für die Geschichte Nordamerikas und speziell der Indianer interessiert, sollte dieses Buch unbedingt lesen.


Anm.: Überschrift vgl. S. 560

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glaube, imkamp, politisch unkorrekt

Sei kein Spießer, sei katholisch!

Wilhelm Imkamp , Regina Einig
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Kösel, 24.06.2013
ISBN 9783466370719
Genre: Sachbücher

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