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Der Duft von Pfirsichen

Denise Hunter , Anja Lerz
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Brendow, J, 25.07.2018
ISBN 9783961400652
Genre: Romane

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Cranberrysommer

Irene Hannon , Silvia Lutz
Flexibler Einband
Erschienen bei Francke-Buchhandlung, 29.06.2018
ISBN 9783963620065
Genre: Romane

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Unterm Birnbaum

Theodor Fontane , Christine Hehle
Flexibler Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 09.11.2018
ISBN 9783746634890
Genre: Klassiker

Rezension:

Meine Meinung

Vor etlichen Jahren hatte ich von Theodor Fontane den Roman „Cécile“ gelesen und diesen vor allem sprachlich in ausnehmend guter Erinnerung behalten. Zeit also, wieder einmal zu einem Buch dieses Autors zu greifen. Nun ist mir inhaltlich nicht mehr alles aus dem erstgenannten Roman im Gedächtnis, doch aus dem Stegreif würde ich sagen, daß der mir besser gefallen hat als „Unterm Birnbaum“.

Das dürfte vor allem daran liegen, daß hier immer wieder wörtliche Reden in Plattdeutsch vorkommen. Ohne eine Übersetzung ins Hochdeutsche sind mir diese nur schwer, teilweise gar nicht, verständlich, was die Lesefreude doch getrübt und den Lesefluß deutlich gehemmt hat. Wäre die Erzählung vollständig auf Hochdeutsch verfaßt (oder zumindest Übersetzungen geboten), hätte sie mir vermutlich besser gefallen.

Als ein weiteres Manko empfand ich es, daß ungemein vieles im Vagen bleibt, nur angedeutet oder gar nicht erklärt bzw. aufgelöst wird. Vielleicht mag sich das für einen Zeitgenossen Fontanes anders dargestellt haben, ich hatte jedoch immer wieder das Gefühl, daß der Autor Hinweise gibt, ohne mitzuteilen, was dieselben bedeuten sollen, so daß im Verlauf der Handlung so Einiges offen bleibt.

Nichtsdestotrotz: Fontane konnte schreiben, und ohne diese - zumindest im Hochdeutschen Teil der Geschichte - wunderschöne Sprache hätte ich das Buch möglicherweise nicht zu Ende gelesen. Aber ein solch gutes und durchdachtes Deutsch, das heutzutage leider selten geworden ist, zu lesen, macht alleine schon aus sprachlichen Gründen Freude und Genuß.

Was Fontane ferner hervorragend beschreibt, ist das Dorfleben und der Dorftratsch, der sich je nachdem, woher der Wind weht, immer den Gegebenheiten anpaßt. Eine Milieustudie, die einen tiefen Einblick in die Gesellschaft eines kleinen Ortes zu der Zeit gibt und diese lebendig werden läßt.

Insgesamt eine an und für sich interessante Geschichte, die mich auf Grund der beschriebenen „Mängel“ jedoch nicht so ganz überzeugen konnte.


Mein Fazit

Eine Kriminalgeschichte nebst Milieustudie aus dem Oderbruch des Jahres 1831; bedingt durch das für mich schwer verständliche Platt tat ich mich etwas schwer.

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Hildegard von Bingen

Maria Regina Kaiser
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Verlag Herder, 16.07.2018
ISBN 9783451382390
Genre: Sonstiges

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A Match of Wits

Jen Turano
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei BETHANY HOUSE PUBL, 01.07.2014
ISBN 9780764211270
Genre: Romane

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Die falsche Gouvernante

Jen Turano
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 06.01.2014
ISBN 9783865919281
Genre: Historische Romane

Rezension:

„Es ist dir jetzt vielleicht noch nicht bewusst, aber es gibt sicher einen guten Grund für all deine Probleme. Du musst einfach abwarten, wie alles ausgeht.“ (Seite 160)


Meine Meinung

Vor meinem nächsten Buch, das von eher schwerem und ernsten Inhalt ist, wollte ich noch etwas Leichteres und vor allem Heiteres lesen, so griff ich zu diesem - was sich als überaus glückliche Wahl erwiesen hat. Denn war ich mit einigen der zuletzt gelesenen Romane nicht so ganz zufrieden, hat dieser meine Erwartungen mehr als erfüllt.

Nun ist die Ausgangssituation, daß jemand eine ihm nicht gemäße Stellung annimmt - sei es aus Not, sei es zur Tarnung oder auch aus beiden Gründen - sicherlich weder neu noch originell. Und wer mehr Bücher des Genres liest, mag sich aus dem Buchrückentext auch schon seine Vorstellungen, wie das Ganze denn wohl ausgehen wird, ableiten. Aber hier gilt eben, wie bei so manchem anderen Buch auch, daß der Weg das Ziel ist. Und diesen Weg fand ich überaus amüsant, brachte er mich doch immer wieder zum Grinsen oder - unter teilweise seltsamen Blicken meiner Umgebung - zum lauten Auflachen. Die Situationskomik, die sich auch durch die beiden recht aufgeweckten und eigenwilligen Kinder Ben und Piper ergibt, ist einfach zu köstlich. Vor allem, wenn man sich das recht plastisch vorstellt...

Inwieweit es realistisch ist, so viele selbstbewußte Figuren „auf einem Fleck“ versammelt zu sehen, mag jeder für sich selbst entscheiden. Tatsache ist jedoch, daß gerade daraus sich eine gewisse Spannung und auch der Humor des Buches ergeben. Allerdings hatte ich zu keinem Zeitpunkt das Gefühl, es sei „zu viel“ oder gar übertrieben. In Relation zur Handlung paßte für mich alles zusammen wie ein gut geöltes Getriebe.

Figuren wie beschriebene Orte konnte ich mir gut vorstellen, lediglich als es in einer Szene daran ging, einen Baum zu besteigen, kamen mir leichte Zweifel, ob das in Wirklichkeit denn auch so funktionieren würde. Aber sei es drum - für den Fortgang der Handlung war es notwendig, und immerhin ist das ein Unterhaltungsroman, kein Sachbuch.

Stilistisch läßt sich das Buch gut und flüssig lesen; an dieser Stelle auch ein ausdrückliches Lob für die Übersetzung, die einen hervorragenden Eindruck macht. Zu keiner Zeit hatte ich das Gefühl, einen im Original fremdsprachigen Text zu lesen.

Insgesamt gesehen hat mir das Buch auch (oder gerade wegen) der für das Genre typischen leichten Vorhersehbarkeit mancher Entwicklungen sehr gut gefallen, zumal sich beim Lesen die eine oder andere Überraschung ergibt. Das Buch „Zwei wie Hund und Katz“, in dem Nebenfiguren aus dieser Geschichte zur Hauptfigur avancieren, werde ich jedenfalls recht bald lesen. Vielleicht erfahre ich dann ja auch, wie es den Hauptfiguren der „Gouvernante“ weiter ergangen ist.


Mein Fazit

Ein locker-leichter Unterhaltungsroman, angesiedelt im New York des Jahres 1880, mit einer gehörigen Portion Homor, der mich immer wieder zum Lachen gebracht hat.

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Zwei wie Hund und Katz

Jen Turano
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 23.02.2015
ISBN 9783957340146
Genre: Historische Romane

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Die Benedikt-Option: Eine Strategie für Christen in einer nachchristlichen Gesellschaft

Rod Dreher
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei fe-medienvlg, 24.04.2018
ISBN 9783863572051
Genre: Sonstiges

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Der Engel mit der Posaune

Ernst Lothar , Eva Menasse
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 01.02.2016
ISBN 9783552057685
Genre: Romane

Rezension:

Er schüttelte den Kopf. „Ich kann’s mir nicht vorstellen, dass man im Jahr 1914 Krieg führt!“ (...)
Katastrophen konnte man sich erst vorstellen, wenn sie da waren.
(Seite 271)

Meine Meinung

Ein Engel mit einer Posaune thront wachsam über dem Eingang des Hauses Seilerstätte 10; mit diesem beginnt sowohl das Buch als auch die Verfilmung des Romans „Der Engel mit der Posaune“, durch welche ich auf die Buchvorlage aufmerksam wurde. Wie ich inzwischen weiß, weicht der Film in Teilen erheblich vom Roman ab; das Buch erscheint mir härter - und damit vermutlich realistischer - zu sein. Auch wenn sich das Buch gut lesen läßt, wenn man sich an den Stil des Autors gewöhnt hat, so ist es jedoch alles andere als einfache Kost. Aber das sollte alleine schon durch die Anfang und Ende des Romans bezeichnenden Ereignisse klar sein.

Von Beginn an hatte ich das Gefühl, in einer anderen Zeit zu sein. Lothar hat es verstanden, daß ich in den Jahren, die während des Kaiserreichs spielten, stimmungsmäßig dort war und er verstand es, die bedrückende Atmosphäre, die sich mit dem Nahen der Nazis mehr und mehr ausbreitete, spürbar werden zu lassen. Selten (oder vielleicht noch nie) habe ich ein Buch gelesen, in welchem in so lakonisch-neutraler Erzählweise dermaßen scharfe und gleichermaßen hochemotional aufgeladene Bilder entworfen und beschrieben werden wie hier. Das führt stellenweise zu Szenen, in denen einen das Grauen förmlich aus den Buchseiten heraus ins Gesicht springt. Viel deutlicher kann man die Verworfenheit und Absurdität der Nazi-Ideologie nicht mehr entlarven.

Passend zum Untertitel „Roman eines Hauses“, der durchaus mehrdeutig verstanden werden kann, beginnt das Buch mit der Beschreibung eben jenes Hauses in der Seilerstätte 10 in Wien, seiner Geschichte und der seiner Bewohner. Ein Personenverzeichnis wäre hilfreich gewesen, wird es doch von zahlreichen Personen aus verschiedenen Zweigen einer einzigen Familie bewohnt, bei denen man leicht den Überblick verliert. So viele verschiedene Wohnungen das Haus hat, so verschieden sind auch die Menschen, die es bewohnen und die über die Jahre hinweg irgendwie miteinander auskommen müssen.

Hier hinein heiratet Henriette Stein, die Tochter des der Obrigkeit - und manchem im Haus - etwas suspekten Professors Stein. Von ihrem Gatten Franz, dem Inhaber der Klavierfabrik, heftig geliebt, ist es für sie eher eine Vernunftehe, denn über all die Jahre hinweg trauert sie ihrer großen Liebe, dem Kronprinzen Rudolf, nach.

Eingebettet in die Zeitläufte erleben die Figuren - und damit wir Leser - die Ereignisse mit: die Monarchie, den Ersten Weltkrieg, die Revolution und Republik, deren Scheitern bis hin zum Anschluß Österreichs an das Deutsche Reich. Die Figuren sind gut gezeichnet und weit entfernt davon, einfach oder gar eindimensional zu sein. Sie haben ihre Ecken und Kanten, ihre guten und schlechten Seiten, so daß es schwer fällt, Sympathie und Antipathie immer eindeutig zu verteilen. Sie handeln nicht immer logisch, nicht immer rational, und mögen manches mal so gar nichts dazu lernen. Es ist, wie im richtigen Leben. Aber gerade deshalb war es mir möglich, vieles so gut nachzuempfinden. Aus ihrer jeweiligen Situation heraus konnten sie nicht anders denken oder handeln, als sie es taten. Der Autor hat seine Figuren, wie es im Nachwort heißt, in der Tat „voller Zuneigung und Humor gezeichnet“. Daß manche sich entwickeln, wie sie es eben tun, ist darob um so erschreckender - und vermutlich um so realistischer.

Franz’ magere Phantasie ließ ihn im Stich. Waren sie wirklich glücklich gewesen, seine Vorgänger auf Nummer 10? Er hatte sich nie darum bekümmert. (S. 32)
Ob die Vorfahren glücklich gewesen waren, wird wohl niemand mehr erfahren. Ob aber Franz und die Seinen glücklich geworden sind, ist in diesem Buch zu lesen. Eine längst fällige Wiederentdeckung, ein großartiger Roman und vermutlich mein Lesehighlight des Jahres: Der Engel mit der Posaune.


Mein Fazit

Ein großartiger Roman, nicht nur über eine Familie, sondern den Untergang der einen und das Heraufdämmern einer anderen Epoche.

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 0 Rezensionen

cherokee, frau, indianer, roman, überleben, volk

Tiana

Lucia St. Clair Robson
Flexibler Einband
Erschienen bei Bastei Lübbe
ISBN 9783404123902
Genre: Historische Romane

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besiedlung, dine, einblick, geronimo, geschichte, geschichte der indianer, geschichte nordamerikas, gesellschaft, gewalt, goldrausc, indianer, rassismus, sachbuch, usa, vertreibung

Verlorene Welten: Eine Geschichte der Indianer Nordamerikas 1700-1910

Aram Mattioli
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 11.03.2017
ISBN 9783608949148
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die Zerstörung des indianischen Nordamerika darf als Schlüsselereignis nicht mehr länger aus der Geschichte der USA wegretuschiert werden, gerade weil viele Amerikaner diese Katastrophe jahrzehntelang ausblendeten oder sie in ihrer Bedeutung bis heute kleinreden. (Seite 348)

Meine Meinung

„Es ist nicht möglich, alle an California Indians verübten Massenmorde zu thematisieren, weil es schlicht zu viele an der Zahl sind.“ (S. 210) Der Satz stand bei der Überlegung, welches Zitat ich über meine Rezension stelle, mit zur Auswahl. Immerhin hat er es an den Beginn der Rezension geschafft und deutet so auf zweierlei hin: daß es weder im Buch noch in der Rezension möglich ist, alles Relevante zu erwähnen (weil es schlicht zu viel ist) und wes Geistes Kind die heutigen USA sind, was zu deren Verständnis hilfreich ist.

Selten hat mich ein Buch dermaßen wütend zurückgelassen wie dieses. Und das, obwohl (oder gerade deswegen?) der Autor in durchweg sachlicher, aber gut lesbarer, Sprache die historischen Ereignisse schildert. Daß er sich diese nicht aus den Fingern saugt, mag die übergroße Anzahl von Quellenhinweisen am Ende des Buches bezeugen.

Zu Beginn führt er aus, daß es heute drei Positionen zum Untergang der Indianer gibt: die erste besagt, daß der Untergang nicht gewollt passierte, sondern eine „unbeabsichtigte Nebenfolge“ (S. 22) der Westexpansion war. Der zweite ist der Meinung, daß die nordamerikanischen Indianer seit Beginn der europäischen Expansion „Opfer eines gezielten und systematisch betriebenen Völkermordes“ wurden. (S. 22f) Der dritte schließlich besagt, daß die erstgenannten beide nicht zutreffend sind, sondern daß die Indianer an verschiedenen einzelnen Formen der Massengewalt, wie zum Beispiel Todesmärsche bei Umsiedelungsaktionen, Unterversorgung in Reservaten, Kindeswegnahmen, Massakern (vgl. S. 24f) unter gingen, diese insgesamt jedoch nicht die Bedingungen der Genozidkonvention vom 9. Dezember 1948 erfüllen würden.

Das Buch selbst ist in einzelne Kapitel, die sich mit jeweils einer Großthematik, wiederum unterteilt in bestimmte Regionen bzw. Nationen, befassen aufgeteilt. So entsteht für die Zeit ab etwa 1700 bis in die Neuzeit ein sehr umfangreiches und detailliertes Bild dessen, was durch die Besiedelung des Westens durch die Amerikaner den dort seit Jahrhunderten lebenden indigenen Völkern widerfahren ist. Sicherlich würde eine Gesamtdarstellung aller Nationen samt deren Schicksal den Rahmen dieses (und auch jedes anderen Buches) sprengen, aber dadurch, daß wesentliche Schwerpunktthemen behandelt werden, erhält der Leser doch ein recht vollständiges Bild jener Ereignisse, die oft als „Eroberung des Wilden Westens“ verklärt dargestellt werden.

Neu waren für mich die Ausführungen dazu, weshalb sich viele Nationen mit den Briten und/oder Franzosen gegen die Amerikaner verbündeten. Vor allem die Franzosen gestanden den Indianern - im Gegensatz zu den Amerikanern - viele Rechte zu, so daß sie relativ frei und unbehelligt in von diesen kontrollierten Gebieten leben konnten. Die Parteinahme für Briten und Franzosen war also wohlüberlegt im Sinne des eigenen Überlebens. Die verheerende Wirkung der von den Europäern eingeschleppten Seuchen war mir allerdings schon früher in anderen Veröffentlichungen begegnet.

Immer wieder wird deutlich, daß es den Amerikanern völlig egal war, wie sie ihr Ziel, den Kontinent vollständig zu unterwerfen und zu besiedeln, erreichen. Dabei trat ein erschreckender Rassismus zutage, der bis heute wirkmächtig ist. Denn die First People wurden nicht als (gleichberechtigte) Menschen, sondern als „Wilde“, als „auf Steinzeitstufe stehengebliebene“, als „unterlegene Rasse“ angesehen, deren natürliches Schicksal es sei auszusterben. Niemand störte sich daran, daß dazu beispielsweise auch der 1. Zusatzartikel zur Verfassung gebrochen wurde (vgl. S. 297).

Nach der Lektüre des Buches bin ich persönlich zu der Überzeugung gekommen, daß vielleicht kein expliziter schriftlicher Regierungsbeschluß zur vollständigen Ausrottung der Indianer existiert haben mag, die Handlungsweise sowohl von Regierung, US Army als auch den Siedlern lief jedoch auf genau diese hinaus. Weshalb vielleicht nicht im strengen juristischen Sinne nach einer Definition, die Jahrzehnte später erst erstellt wurde, in sachlicher und „gesunder menschenverstandsmäßigen“ Hinsicht jedoch sehr wohl ein gewollter Genozid vorliegt.

Schriftlich nachweisen läßt sich allerdings der Ethnozid (vgl. das Kapitel S. 294ff: „Versuchter Ethnozid: ‘Töte den Indianer, rette den Menschen’“), in dem versucht wurde, die indianische Religion und Kultur vollständig auszulöschen. Es grenzt schon an ein Wunder, daß dies trotz der massiven Maßnahmen letztlich nicht gelang, wenngleich viel verloren gegangen ist.

Vieles ließe sich noch anführen, aber wie eingangs erwähnt, reicht dafür der Platz nicht aus. Nur zwei aktuelle Bezüge sind mir im Verlauf des Lesens bewußt bzw. klar geworden. Zum Einen, daß der derzeitige US Präsident Donald Trump in „bester“ amerikanischer Tradition handelt und zum Anderen Europa (bzw. die EU Staaten) aufpassen müssen, daß es ihnen nicht ähnlich ergeht wie den Native Americans. Denn rücksichtslose und rüpelhafte Politik hat in Amerika offensichtlich eine jahrhundertelange Tradition. Dagegen hilft nur große Geschlossenheit, Entschiedenheit und Stärke. Wer weiß, wie die Geschichte in Nordamerika verlaufen wäre, hätten die indigenen Völker über diese Eigenschaften verfügt.

So bleibt am Ende nur der Hinweis von Simon Pokagon, einem Potawatomi, von 1893 in seinem Büchlein „The Red Man’s Rebuke“:
„Und während ihr, die ihr Fremde seid und hier lebt, die Angebote der Handarbeit eurer eigenen Länder hierher bringt und eure Herzen voller Bewunderung frohlocken über die Pracht und Größe dieser jungen Republik (...) vergesst nicht, dass diesem Erfolg unsere Heimstätten und eine einst glückliche Rasse geopfert wurden.“ (S. 337)


Mein Fazit

Eine umfassende, mit großer Sachkenntnis gut lesbar geschriebene Darstellung der Geschichte der Indianer der USA und ihres Unterganges. Ein unbedingtes Muß für jeden, der sich für die Thematik interessiert.

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Winona - Zeiten der Veränderung

Janette Oke , Karoline Kuhn
Fester Einband: 188 Seiten
Erschienen bei Gerth Medien, 24.02.2005
ISBN 9783894379179
Genre: Sachbücher

Rezension:

Sie mochte keine Veränderungen. Am liebsten wäre es ihr gewesen, die Dinge würden einfach so bleiben, wie sie immer gewesen waren. (Seite 23)

Meine Meinung

Ein Buch, in dem die Christianisierung von Indianern Thema ist, habe ich bisher noch nicht gelesen, auch ist mir das in bisher keinem Roman begegnet; auch deshalb bin ich auf dieses Werk aufmerksam geworden. So interessant die Geschichte an sich ist, konnte sie mich jedoch leider nicht vollständig überzeugen.

Das fängt damit an, daß das Buch in Relation zur behandelten Zeitspanne (etwa elf Jahre) und dem, was in dieser Zeit passiert, viel zu kurz ist. Dadurch erschien es mir manches Mal wie eine Aneinanderreihung von einzelnen Szenen, zwischen denen mehrere Wochen oder gar Monate lagen (z. B. S. 86: zwischen zwei Absätzen liegen mehr als drei Monate). Ich kam mir vor, wie bei einem Dauerlauf, so daß viele Details ob der Geschwindigkeit unter gingen.

Durch die Kürze bedingt, kann man natürlich auch keine ausführliche Figurencharakterisierung und -entwicklung erwarten. Damit hatte ich jedoch keine Schwierigkeiten, da ich vieles nicht Geschriebene durch Vorwissen aus anderen Büchern ergänzte. „Hängen“ blieb ich dann höchstens, wenn es Unterschiede gab. Zum Beispiel, wenn es auf S. 27 über Winona als Kind heißt, daß sie ihr Gesicht am liebsten „unter den Röcken der Mutter“ versteckt hätte. Nur das Indianerinnen zu der Zeit eben keine „Röcke“ wie die Weißen trugen, sondern - wie es an anderer Stelle im Buch auch heißt - Kleider aus Leder. Oder wenn später (in einem 1884 datierten Brief) auf Seite 89 von „Grippeviren“ die Rede ist. Die wurden allerdings erst 1933 sicher nachgewiesen.

Im Vorwort geht die Autorin auf die historischen Zeitumstände ein und schreibt, daß einige der im Buch vorkommenden Figuren sowie deren Reden und Handlungsweisen historisch verbürgt sind. Und es gab wohl auch Missionare wie Martin Forbes, denen Janette Oke mit diesem Buch ein Denkmal setzen möchte.

Nun ist, wie in der ganzen Buchreihe, die Hinwendung zum christlichen Glauben eines der Themen. Es gab gewißlich Missionare bei den Indianern, die sich wie hier Martin Forbes verhielten. Und es mag auch Schulen wie die hier in Fort Calgary beschriebene gegeben haben. Doch das Verständnis und die Geduld des Reverends sowie die gute Behandlung im Internat dürften die Ausnahme gewesen sein. Insofern entwirft die Autorin ein sehr ideales und idealistisches Bild jener Zeit und der Lebensumstände der Blackfoot, wie es bei gutem Willen aller Beteiligter hätte sein können, aber wie ein Blick in die Geschichtsbücher zeigt, es leider oft nicht gewesen ist.

Dennoch habe ich das Buch gerne gelesen, kommt die Erzählung, auch wenn die Härten des Lebens nicht verschwiegen werden, doch ohne Beschreibung von Grausamkeiten aus. Das Ende ist ab einem gewissen Punkt zwar absehbar, macht die Geschichte aber zu einer runden Sache, die mich das Buch - auch wenn es nicht zu den besten der Autorin gehört - zufrieden zuklappen ließ.


Mein Fazit

Eine etwas idealisierte Geschichte über die Bekehrung eines Blackfoot-Stammes, der ein etwas anderes Licht auf die Geschichte des (kanadischen) „Wilden Westens“ wirft.

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anthropisches prinzip, astronomie, befreiung, begrenztheit, bekehrung, eigenregie, energie, erlösung, ewiges leben, gebetsleben, ich-bewusstsein, interessante vergleiche, jesus, kernfusion, leben als christ

Christsein ist keine Religion: Ein Physiker entdeckt Antworten

Albrecht Kellner
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei SCM R. Brockhaus, 21.02.2018
ISBN 9783417268461
Genre: Sonstiges

Rezension:

„Der erste Trunk aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch; aber auf dem Grund des Bechers wartet Gott.“ Werner Heisenberg (Seite 38)

Meine Meinung

So leicht mir nach dem ersten Buch „Expedition zum Ursprung“ des Autors eine Rezension fiel, so schwer fällt sie mir hier. So sehr ich nach dem ersten Buch wußte, daß es mir außerordentlich gut gefallen hatte, so wenig weiß ich auch etliche Tage nach Beendigung des Lesens von „Christsein ist keine Religion“, wie sehr oder wenig gut es mir gefallen hat, woraus auf jeden Fall zu schließen ist, daß es für mich an sein Erstlingswerk bei weitem nicht heranreicht. Auch wenn dieses hier als Fortsetzung zur „Expedition zum Ursprung“ gesehen werden kann, ist es jedoch auch ohne selbiges lesbar, da für das Verständnis nötige Teile seines ersten Buches an passender Stelle hier kurz wiedergegeben werden.

Was der Autor wirklich gut kann, ist Tod und Auferstehung Jesu so zu erklären, daß es verständlich und geradezu folgerichtig erscheint, daß das alles genau so - und auch warum - passieren mußte. Noch kein anderer Autor - sei er Theologe oder nicht - konnte das so klar darlegen wie Albrecht Kellner, das ist einer der großen Pluspunkte dieses Buches, und alleine dadurch hat es sich gelohnt, das Buch zu lesen.

Im ersten Teil des Buches („Die Logik des Christseins“) legt der die Grundlagen seiner Überlegungen und bringt viele Analogien und Beispiele aus der Wissenschaft, naturgemäß vorwiegend aus seinem Fachgebiet, der Physik. Er geht auf die Möglichkeit ein, daß es einen Schöpfer des Universums gibt (und nicht alles durch einen bloßen Zufall entstanden ist), und begründet dies auch. Seine Argumentation, auf deren Schwachpunkte er offen eingeht, empfand ich als nachvollziehbar und durchdacht, Beispiele und Analogien gut und treffend gewählt.

Nicht immer einig mit dem Autor war ich vor allem im zweiten Teil des Buches („Die Dynamik des Christseins“). Beispielsweise, wenn er auf Seite 211 der Meinung ist, daß Drogen- und Alkoholabhängige schlagartig von ihrer Sucht befreit sind, wenn die „Grunderfahrung des Christseins“ einsetzt - so einfach ist das jedoch nicht.

Irritiert, um es höflich auszudrücken, hat mich seine Ansicht über die Homöopathie, die er als einen Weg, der „nicht vom Schöpfer allen Seins angeboten wird“ bezeichnet. In der Homöopathie passiert nichts wie auch immer esoterisches (er führt das unter dem Kapitel „Esoterik“ an), sondern es gelangen ausschließlich Dinge, die „vom Schöpfer allen Seins“ erschaffen wurden, zur Anwendung. Auch ist mir (wie der Autor schreibt) keine Bibelstelle bekannt, die vor der Homöopathie warnt. Hier ist Kellner eindeutig weit über das Ziel hinaus geschossen, was natürlich die Frage nahelegt, ob er dies an anderer Stelle nicht auch ist.

Der etwas seltsam anmutende Titel des Buches wird im Verlauf der Argumentation erklärt. Das Christentum ist etwas völlig Anderes und absolut Eigenständiges im Vergleich zu jeder anderen Religion. Denn nur hier kam Gott selbst in die Welt, wurde Mensch und hat den Menschen durch sein Leiden und Sterben ein für allemal erlöst. Diese Ausführungen, zusammen mit dem „Radiovergleich“ sowie den Erläuterungen zu Tod und Auferstehung Jesu gehören zu den stärksten Kapiteln des Buches; bei aller Kritik machen es alleine diese mehr als lesenswert.


Mein Fazit

Trotz einiger Schwächen bietet das Buch viele Denkanregungen und Erklärungen zum Christentum. Geeignet für Christen, die mehr über ihre eigene „Religion“ wissen wollen, wie auch für Nichtchristen, die sich über das Wesentliche des Christentums informieren wollen.

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Donnergrollen im Land der grünen Wasser

Kerstin Groeper , Andrew Jr Knez
Flexibler Einband: 640 Seiten
Erschienen bei TraumFänger Verlag GmbH & Co. Buchhandels KG, 07.11.2017
ISBN 9783941485556
Genre: Historische Romane

Rezension:

Ganze Völker waren verschwunden und niemand mehr da, der ihre Lieder singen oder ihre Gebete sprechen konnte. Sie hatte es gesehen und konnte doch nicht das ganze Ausmaß begreifen. Es war einfach zu schrecklich. (Seite 576)

Meine Meinung

Von der Autorin habe ich schon einige Bücher gelesen, die meist im 19. Jahrhundert angesiedelt waren. So war ich gespannt, wie ein Roman, dessen Handlung einige Jahrhunderte früher spielt, sein würde. Um es gleich vorwegzunehmen - wie auch ihre anderen: hervorragend.

Etwas getrübt wurde der Lesegenuß allerdings durch die zu geringe Opazität des Papiers, wodurch der Druck der jeweiligen Rückseite durchschimmerte. Ansonsten ist das Buch sehr ordentlich verarbeitet, auch nach dem Lesen (obwohl ich nicht sonderlich aufgepaßt habe) keinerlei Falten oder Knicke im Rücken und der Buchblock nach wie vor gerade - so sollte es sein.

Wie in ihren anderen Büchern verwendet die Autorin für die meisten der Figuren deren indianische Namen (z. B. Awässeh-neskas, Kämenaw Nuki oder Nanih Waiya), hier empfand ich diese jedoch als dermaßen fremd, daß das durch das ganze Buch hindurch für eine gewisse Distanz sorgte und nicht, wie die Autorin vermutlich im Sinne hatte, mir die Figuren oder deren Völker näher brachte. Ich persönlich hätte es besser gefunden, wenn hier durchgehend deutsche Namen Verwendung gefunden hätten (wenn die Indianer im Buch sprechen, steht das ja auch auf Deutsch da und nicht in deren Sprache mit Übersetzung).

Inwieweit man bei diesem Inhalt natürlich von „Lesegenuß“ sprechen kann, ist eine ganz andere Angelegenheit. Interessant war es für mich, da ich diese Zeit - um 1540 - bereits aus den ersten Bänden der „Spanish Bit Saga“ von Don Coldsmith kenne, die ebenfalls mit der Ankunft der Spanier in Nordamerika beginnt, allerdings die Eroberer rasch verläßt und nur noch unter dem „Volk“ spielt, von wenigen Ausnahmen abgesehen, da die Spanier nochmals auftauchen. Das ist hier anders.

Über einen großen Teil der Erzählung verläuft der eine Handlungsstrang bei den spanischen Eroberern. Auch wenn die Autorin vieles recht zurückhaltend beschreibt, ist das dennoch nichts für schwache Nerven. Denn die Conquistadores gingen mit einer Brutalität vor, die in der Geschichte kaum ihresgleichen hat. Was und wer sich ihnen in den Weg stellte, wurde gnadenlos ermordet, gefoltert oder - so noch am Leben - versklavt. Ganze Siedlungen und Völker wurden ausgelöscht. Man vermag sich nur schwer vorzustellen, was dabei auch an kulturellen Werten für alle Zeiten verloren gegangen ist. Wer dem direkten „Zugriff“ der Spanier entkam - oder Gegenden, in welche diese nicht hingelangten - war dennoch seines Lebens nicht mehr sicher. Denn den von den Europäern eingeschleppten Seuchen hatten die indigenen Völker nichts an Abwehrkräften entgegenzusetzen. Man nimmt heute an, daß seinerzeit rund 90 Prozent (!) der Bevölkerung ausgelöscht wurden (vgl. Nachwort S. 662).

Dies ist der Rahmen, innerhalb dessen sich die Figuren dieses Romans bewegen müssen. Während Maisblüte recht bald auf die Spanier trifft, erhält Machwao (vom Stamm der Menominee), je weiter er nach Süden kommt, immer mehr Warnungen. Aber wer vermag sich etwas so Furchtbares, wie ihm zu Ohren kommt, schon vorzustellen oder zu glauben? Es sind übrigens die Menominee, deren Stamm und Gebräuche auf einheimischer Seite im Mittelpunkt stehen und deren Lebensweise beschrieben wird.

Der Einbruch der europäischen „Zivilisation“ wurde aus Sicht der Indios (wie sie von den Spaniern genannt wurden) geschildert. Ich bin nicht sicher, ob die Autorin die Bücher von Don Coldsmith kennt, jedoch werden dort wie hier die Pferde, welche den Indianern bis dato völlig unbekannt waren, als „große Hunde“ beschrieben. Die völlige Überraschung und Fassungslosigkeit durch etwas nie zuvor Gesehenes wird für uns heutige nachvollziehbar und verständlich. Unverständlich ist mir allerdings, wie ich leider zugeben muß, die Sicht- und Handlungsweise der ach so christlichen Spanier geblieben. Die „Wilden“, als welche man die Indios ansah, wurden noch schlechter als Tiere behandelt, denn es waren ja keine Menschen, und Gefühle hatten die schon gar keine. Es steht zu befürchten, daß die Autorin nur wenig bis gar keine Phantasie bzw. Ausschmückung für diese Szenen brauchte.

Wie gesagt, es ist harter Lesestoff, der über weite Strecken gewißlich nicht als „Lesegenuß“ bezeichnet werden kann, aber eine Zeit lebendig werden läßt, die heute kaum noch im Gedächtnis oder gar Fokus des Interesses ist. Wie das Leben vor Ankunft der Spanier (vermutlich) war, wird im Handlungsstrang um Machwao deutlich, und damit um so klarer, was durch die Eroberung des Kontinents im Laufe der Jahrhunderte verloren gegangen ist. Ganz zu schweigen davon, daß so manche der indigenen Völker den Eindringlingen moralisch und - je nach Sichtweise - auch kulturell überlegen waren. Nur daß die Spanier grausamer waren und die wirkungsvolleren Waffen besaßen.

Als der Roman nach über sechshundertfünfzig Seiten begann auszuklingen, hatte ich das Gefühl, eine weite Reise über eine lange Zeitspanne hinweg getan zu haben. Vor meinem inneren Auge war eine längst entschwundene Zeit erstanden, die ich so schnell nicht mehr vergessen werde. Trotz des ruhigen und versöhnlichen Ausklangs bleibt eine Melancholie ob des für immer Verlorenen zurück. Und eine gewisse Traurigkeit darüber, daß die Menschen noch immer nicht imstande sind, friedlich miteinander auszukommen. Machwao, dem der Frieden so viel bedeutete, stünde heute vor ähnlich großen Problemen und Herausforderungen wie damals. Das ist das eigentlich Bedrückende.


Mein Fazit

Ein wahres „Donnergrollen“ zog mit den Spaniern über das Land und nichts war mehr, wie vorher. Mit großem Verständnis, viel Wissen und vor allem Einfühlungsvermögen schildert die Autorin die Katastrophe, die über die „Indios“ mit Ankunft der Conquistadores hereinbrach. Wer sich für die Geschichte Nordamerikas und speziell der Indianer interessiert, sollte dieses Buch unbedingt lesen.


Anm.: Überschrift vgl. S. 560

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glaube, imkamp, politisch unkorrekt

Sei kein Spießer, sei katholisch!

Wilhelm Imkamp , Regina Einig
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Kösel, 24.06.2013
ISBN 9783466370719
Genre: Sachbücher

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Hüter meines Herzens

Denise Hunter , Anja Lerz
Flexibler Einband: 330 Seiten
Erschienen bei Brendow, J, 24.01.2018
ISBN 9783961400324
Genre: Romane

Rezension:

Sie würde es glauben. Vielleicht ergab nicht alles Sinn für sie - wie Gott jemanden wie sie lieben konnte. Oder warum Er manche Dinge zugelassen hatte, die geschehen waren. Vielleicht musste sie nicht alles verstehen. (Seite 258)

Meine Meinung

„Und sie lebten glücklich bis an ihr Ende.“ Zwar nicht mit diesen Worten, doch diesem Sinn gehen viele Romane zu Ende. Aber kann man sich dessen immer so sicher sein? Vor allem, wenn es „bis zu ihrem Ende“ noch viele, viele Jahre sind?

Nun, für Noah und Josephine war das Happy End bald zu Ende, sie waren geschieden. Dachten sie jedenfalls, bis ein Brief des Finanzamtes sie darauf brachte, daß die Scheidung anscheinend nie rechtskräftig geworden war. Mühsam unterdrückte und überwunden geglaubte Emotionen kochen wieder hoch, als Noah dies feststellt - keine guten Voraussetzungen für eine friedliche Lösung. Doch eine Lösung muß es geben, und um diese zu beschleunigen, fährt Josephine mit den Papieren zu Noah in die Berge auf seine Ranch. Eine Unterschrift, alles zum Gericht und endgültig fertig.

Doch das Schicksal hat etwas anderes mit den beiden vor. Denn es kommt ein verspäteter Wintereinbruch, wodurch sie in dem einsamen Haus eingeschlossen und auf sich gestellt sind. Auf so engem Raum kann man sich praktisch nicht aus dem Weg gehen, weshalb es nicht ausbleibt, daß unausgetragene Konflikte an die Oberfläche kommen. Die Handlung entwickelt sich mit ungemeiner Folgerichtigkeit, viel Unausgesprochenes vergrößert die Distanz eher denn daß sie verkleinert wird. Wir Leser habe dabei den Vorteil oft beide Seiten zu kennen - es ist erschütternd zu lesen, wie einfach Mißverständnisse zu klären wären, würde man nur alles im richtigen Moment aussprechen.

Aber richtig kritisch in des Wortes mehrfacher Bedeutung, wird es erst, als ein Pferd ausreißt und sie sich auf die Suche machen. Ein Unglück kommt zum anderen, und so stranden sie irgendwo im Nirgendwo, ohne Ausrüstung mitten in den verschneiten Bergen. Noah kommt zwar seine Ausbildung als Marine zu Hilfe, aber ohne Hilfsmittel ist er dennoch bald mit seinem Latein am Ende. Es bedarf dieser lebensgefährlichen Extremsituation, um schließlich alle Karten auf den Tisch zu legen. Denn wenn alles verloren ist, kann man nichts mehr verlieren.

Sehr nachvollziehbar hat die Autorin den Kampf und das langsame, aber sichere Verlieren gegen die Unbill der Natur beschrieben. Im warmen Wohnzimmer sitzend, wurde es mir zusehends selbst kalt und fast konnte ich die Erfrierungen, die die beiden erlitten, spüren. Dabei trugen allerdings auch die Erzählungen im Buch über das, was früher geschehen war und Josephine so handeln ließ, wie sie es denn tat, gehörig zum Schauder, eher schon zum Grauen, bei. In gekonnter Weise greift die Autorin sehr ernste Themen auf. Dennoch empfand ich das ganze Buch hindurch, selbst in ausweglos erscheinenden Situationen, eine positive Grundstimmung, wodurch mich das Buch so gefesselt hat, daß ich es fast in einem Rutsch durchgelesen habe.

Bis kurz vor dem Schluß stand immer wieder auf der Kippe, wie die Geschichte ausgehen würde. Es wird mehr als deutlich, welche verheerende Wirkung ein Wort zu viel - oder eines zu wenig - in der falschen Situation haben kann.

Insgesamt ein fesselnder Roman, in dem es um Grundfragen von Schuld und Vergebung geht und deutlich wird, daß es nicht umsonst im Eheversprechen „in guten wie in schlechten Tagen“ heißt. Ein Aspekt des Happy Ends, der heute vielfach vergessen wird und den die Autorin dankenswerterweise zum Thema ihres empfehlenswerten Buches gemacht hat.


Mein Fazit

Ein gut lesbarer Roman über eine Liebe in der Krise. Über Schuld, Vergebung, zweite Chancen. Und darüber, daß es sich lohnt, für sein Glück zu kämpfen.

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1-dimensionale gravitationsfelder, befreiung, bewußtseinserweiternde drogen, bibel und kosmologie, bibel wörtlich, dreifaltigkeit, ein traum, evolution, experimentalphysik, feinjustierung, feldbegriff, fenöstliche lehre, freeman dyra, gebetserhörung, glau

Expedition zum Ursprung

Albrecht Kellner
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Fontis, 01.02.2018
ISBN 9783038481379
Genre: Biografien

Rezension:

Den Trugschluss, dass die Naturwissenschaft die Erklärung für den Ursprung allen Seins liefern würde, hatte ich noch relativ leicht durchschauen können. (Seite 56)

Meine Meinung

Wer sucht nicht nach dem Sinn des Lebens, oder zumindest nach dem Sinn des eigenen? Vermutlich die meisten Menschen beschäftigen sich während ihres Lebens mehr oder weniger intensiv mit diesen Fragen, finden nicht gleich eine Antwort - und gehen zum „Tagesgeschäft“ über. Nicht so der Autor. Ihn treibt die Frage nach dem Sinn so stark um, daß er sein Studienfach danach auswählt, ob diese Frage beantwortet werden kann. Das war der Grund für sein Physikstudium - denn die Physik muß doch erklären können, was die „Welt im innersten zusammen hält“. Doch je weiter er in seinem Studium fortschreitet, um so mehr erkennt er, daß die Naturwissenschaft seine Fragen nicht beantworten kann und wird, denn die Frage nach dem Sinn gehört schlicht und ergreifend nicht zum Inhalt des Fachs. Die Physik beschreibt wissenschaftlich Vorgänge, aber sie erklärt nicht die Dinge dahinter. Warum (im Sinne des letzten Sinnes, nicht des zugrunde liegenden physikalischen Gesetzes) etwas so ist, wie es ist bzw. sich so verhält, wie es sich verhält.

Aber genau das wollte der Autor wissen, er brach das Stipendiatsstudium in den USA ab und machte sich auf die Suche. Wie sich diese Suche gestaltete, was er dabei alles erlebte, welche Umwege er in Kauf nahm und wie er schließlich fündig wurde: das erzählt Albrecht Kellner in seinem Buch, das 2010 erstmals erschienen ist und nun in einer bearbeiteten und erweiterten Neuauflage vorliegt.

Er beginnt seine Suche in der Physik, es bleibt demzufolge nicht aus, daß Sachverhalte aus seinem Fachgebiet eine Rolle spielen und im Buch erwähnt werden. Selten jedoch habe ich auch schwierige physikalische Vorgänge so klar und verständlich beschrieben gefunden wie hier, weshalb sogar ich technischer Laie das problemlos nachvollziehen und verstehen konnte. Er verschweigt im Folgenden aber auch nicht die Wege und Irrwege, die er bei seiner Suche einschlug. „Bewußtseinserweiternde Substanzen“ etwa, gemeinhin Drogen genannt, seine Ausflüge in die fernöstlichen Lehren, in die Esoterik oder den Kontakt zu Krishnamurti.

Aber womit er sich auch beschäftigte, wen er auch traf, mit wem er auch sprach - seine Fragen wurden eher mehr als daß auch nur eine beantwortet wurde. Auf die Idee, er könne im Christentum eine Antwort finden, kam er nicht. Damit glaubte er, schon in seiner Jugend abgeschlossen zu haben. Durch Vermittlung seiner damaligen Freundin bekam er Kontakt zu einem Counsellor, wie es sie seinerzeit wie Sand am Meer in Amerika gab. Der war im Hauptberuf eigentlich Pastor und tat nichts weiter, als ihn auf passende Stellen der Bibel hinzuweisen.

Hier nahm das Leben des Autors eine Wende, denn genau da, wo er nie gesucht hatte, genau da, wo er es von vorneherein ausgeschlossen hatte - genau da war er offensichtlich fündig geworden. Und so beschreibt er im zweiten Teil seines Buches den Weg, den er nun ging, und an dessen Ende die Beantwortung all seiner Fragen stand. Auch dieser Teil der Suche ist genauso gut lesbar geschrieben, wie der bisherige Weg und vermag dem Leser zu vermitteln, wie Kellner zu seinen Einsichten und Überzeugungen kam.

Interessant in diesem Zusammenhang fand ich, daß es ihm weder darum geht, eine bestimmte Konfession zu bevorzugen oder gar zu „empfehlen“ noch darum, unbedingt entweder einen Widerspruch oder eine Übereinstimmung der Bibel mit den Erkenntnissen der Naturwissenschaft herauszuarbeiten. Obwohl inzwischen gläubig geworden, bilden Bibel und Naturwissenschaft für den Autor keinen Gegensatz (vgl. z. B. S. 164, S. 201f oder S. 207f), im Gegenteil: das Eine vermag das Andere zu bestätigen.

Insgesamt nimmt der Autor den Leser auf seine Suche und Entdeckungsreise durch alle Wege und Irrwege mit und ermöglicht es, seine Suche und seine Schlußfolgerungen nachzuvollziehen. Selten fand ich in einem Buch die Frage nach dem Sinn des Lebens so deutlich als Thema und so nachvollziehbar beantwortet. Großartig.


Mein Fazit

Auch schwierige Themen verständlich darstellend, beschreibt der Autor seine Suche nach dem Sinn des Lebens bis hin zu Antwort auf diese Frage. Eines der besten Bücher zum Thema, das mir je begegnet ist.

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Die Brüder Karamasoff

Fjodor M. Dostojewski , E. K. Rahsin
Fester Einband: 1.325 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.01.1996
ISBN B0018XTY6Y
Genre: Sonstiges

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buch der 1000 bücher, großbritannien

Tom Jones

Henry Fielding , Siegfried Lang
Fester Einband: 992 Seiten
Erschienen bei Artemis & Winkler, 15.01.2007
ISBN 9783538063280
Genre: Klassiker

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Im eigenen Namen, in eigener Verantwortung: Eine katholische Antwort auf den Pluralismus

Martin Grichting
Flexibler Einband: 64 Seiten
Erschienen bei Fontis, 15.01.2018
ISBN 9783038481430
Genre: Sonstiges

Rezension:

Aufgabe des Staates ist es, eine Ordnung zu garantieren, in der religiöse wie religiös "unmusikalische" Menschen auf dem gleichen Territorium friedlich zusammenleben und dabei offen zu ihren Überzeugungen stehen können. (S. 24)

Meine Meinung

Als ich das Buch zum ersten Mal erblickte, war ich zunächst irritiert, daß der Generalvikar eines katholischen Bistums (Chur) ein solches Buch in einem evangelischen Verlag veröffentlicht. Andererseits: gelebte Ökumene. Und wenn man es genau nimmt, ist das nicht nur ein „katholisches“ Buch, sondern die Aussagen des Autors treffen auf jede Konfession, ja genauer gesagt, jede Religion zu. Denn er beschreibt Bedingungen, unter denen ein friedliches Zusammenleben verschiedener Religionen in einem (säkularen) Staat möglich ist.

„So gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist!“ (Matthäus 22.21, Schlachter-Bibel) Schon im Neuen Testament als Jesus-Wort wird hier die Trennung von Staat und Kirche erklärt, und es waren die ersten Christen, die für Religionsfreiheit kämpften und vielfach ihr Leben ließen. Denn sie weigerten sich, einen vom Staat vorgeschriebenen Gott (nämlich den Kaiser) anzubeten und als Gott zu verehren. Daß diese schon im Evangelium angelegte Trennung im späteren Verlauf der Geschichte von der (kath.) Kirche wieder aufgegeben wurde, verschweigt der Autor nicht und kritisiert dies auch deutlich als Irrweg.

Es war das 2. Vatikanische Konzil, welches die (kath.) Kirche für die moderne Zeit öffnete und bereit machte. Im Verlauf des Büchleins wird deutlich, wie wenig davon bis heute umgesetzt wurde - und wie gleichzeitig modern vor über einem halben Jahrhundert Richtungsentscheidungen getroffen wurden, die heute noch Gültigkeit haben und mir bisweilen so erscheinen, als ob diese in Kenntnis der heutigen Situation so und nicht anders ausfielen.

Martin Grichting hat in diesem Text für mich überzeugend (und im übrigen für mich erstmals) die „zwei Königreiche“ säkularer Staat sowie Kirche beschrieben und gegenübergestellt. Beide haben ihre Berechtigung, und beide ihre je eigenen Aufgaben, was gegenseitig respektiert werden sollte. Er plädiert sehr stark dafür, daß sich die Kirche aus der aktuellen Tagespolitik heraushalten sollte (und zitiert dazu die entsprechenden Dokumente des 2. Vaticanums), denn in politischen Fragen gibt es oftmals nicht die eine Lösung, sondern auch Christen können da durchaus verschiedener Meinung sein. Nimmt die Kirche (bzw. deren Vertreter) hier für eine Seite Stellung, überschreitet sie ihren Auftrag.

Vor allem dieser Argumentationsstrang gefiel mir außerordentlich gut, und wenn ich mir so manche Verlautbarung der deutschen Bischöfe der letzten Monate oder Jahre ansehe, weiß ich, worauf der Autor möglicherweise (auch) anspielt.

So gibt der Autor auf rund sechzig Seiten eine überzeugende Antwort, ob und wie eine „Glaubensgemeinschaft, die unbedingten religiösen Wahrheiten verpflichtet ist, Teil einer pluralistischen Gesellschaft sein und in ihr wirken kann.“ (Grichting, Klappentext) Damit zeigt er „nebenbei“ auch einen Weg für andere Konfessionen und Religionen auf, wobei - das macht er sehr deutlich - natürlich immer Voraussetzung ist, daß die Geltung der Gesetze des Staates von allen zu respektieren ist.


Mein Fazit

Auf rund sechzig Seiten eine prägnante Darstellung, wie ein religiöser Mensch in einer pluralistischen Gesellschaft leben und sich einbringen kann.

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Vergeben und Vergessen auf Pemberley

Brigitte H. Hammerschmidt
Buch: 512 Seiten
Erschienen bei Schenk Verlag , 25.11.2017
ISBN 9783944850627
Genre: Romane

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Aufzeichnungen aus einem Totenhaus. (Aus Sämtliche Werke Band 1)

Fjodor M. Dostojewski
Fester Einband: 863 Seiten
Erschienen bei null, 01.01.1980
ISBN 9783492026017
Genre: Klassiker

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birgit kelle, eltern, erziehung, familie, familienpolitik, feminismus, frau, fremdbetreuung, gender, genderwahn, hausfrau, homosexualität, mutter, politik, wirtschaft

Muttertier

Birgit Kelle
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Fontis, 15.07.2017
ISBN 9783038481249
Genre: Sachbücher

Rezension:

Was ist das nur für ein Land,, in dem wir bestrafen, wenn man einem Hundebaby die Mama nimmt, und bewundern, wenn eine Mutter ihr Kind früh abgibt, um wieder erwerbstätig zu sein? (Seite 166)

Meine Meinung


Endlich einmal ein Buch, in dem das Normale normal genannt wird. Ohne Rücksicht auf die gerade übliche politische und ideologische Korrektheit, aber mit Rücksicht auf die Natur und ihre unumstößlichen Gegebenheiten, die sich dem menschlichen Zugriff entziehen und so manche Aussage der Genderideologie als Fake News entlarven.

„Eine Ansage“ ist der Untertitel, und genau das hat die Autorin geschrieben: eine, teils (berechtigt) wütende Ansage an den Staat und bestimmte Interessengruppen, die den Menschen und Familien verbindlich vorschreiben wollen, wie sie gefälligst zu leben haben. Und da man solches in diesem Lande (noch?) nicht kann, geschieht dies auf ganz einfache Weise: Geld gibt es nur, wenn man so lebt, wie jene Interessengruppen, um bei dieser Bezeichnung zu bleiben, das gerne möchten: wenn man schon unbedingt ein Kind will, dann soll die Mutter dieses so schnell wie möglich in eine Krippe oder sonstwohin weggeben, damit sie wieder dem eigentlich zulässigen Lebenszweck nachgehen kann: arbeiten gehen und die Wirtschaft und die Konzerne stützen.

Das ist nun gewißlich etwas überspitzt formuliert, macht aber deutlich, worin das Grundproblem liegt, auf das Birgit Kelle aufmerksam machen will: es soll vorgeschrieben werden, wie man zu leben hat. Ansonsten gibt es weder (oder zumindest weniger) Geld noch Ansehen oder Respekt. Wobei noch zu klären wäre, was von beiden das eigentlich Schlimmere ist. Denn es scheint, daß man sich in dieser Gesellschaft „längst darauf geeinigt hat, Kinder als notwendiges Übel zur Erhaltung des ökonomischen Wohlstandes zu betrachten.“ (S. 68) Wenn man sie schon nicht abschaffen kann.

Kapitel für Kapitel zeigt die Autorin auf, wie die Entwicklung im Verlauf der Jahre bis zum heutigen Zustand vonstatten ging, wie bewußt darauf hingearbeitet wurde, die Frauen, welche die Unverschämtheit besitzen, ihre Kinder selbst erziehen zu wollen, zu diskreditieren („nur Hausfrau“), um schließlich die Axt an die Keimzelle der Gesellschaft, nämlich die Familie zu legen: „Dass man uns als Mütter aus dem Haus treiben will und unsere Kinder möglichst schon als Säuglinge direkt gleich mit in fremde Hände schickt, ist deswegen ein Angriff auf das, was das Fundament unserer Gesellschaft ausmacht: die Familie. Es ist die Axt, die an die Wurzel angesetzt wird. Die Nachkriegsgenerationen hatten an der vaterlosen Gesellschaft zu leiden. Gerade treibt man uns im Namen der Freiheit in die Ära der mutterlosen Gesellschaft. Damit wären bald alle Wurzeln gekappt. Glückwunsch.“ (S. 227)

Wie sehr in der Gesellschaft etwas falsch läuft, wird auch daran deutlich, daß immer mehr Geburtsabteilungen in Krankenhäusern geschlossen werden. Die Anfahrtswege werden teils so lang, daß man überlegen sollte, Taxifahrer als Geburtshelfer auszubilden. Zumal man alles daran setzt (bzw. nichts dagegen tut), daß der Beruf der Hebamme ausstirbt. Die Politik könnte etwas gegen die ins Unermeßliche steigenden Versicherungsprämien tun. Tut sie aber nicht. Aber man stelle sich einmal vor, die Ausübung von Vorstandsposten durch Frauen würde auf ähnliche Art erschwert bis unmöglich gemacht. Ein Aufschrei ginge durch das Land (vgl. S. 162f)!

Alles in allem ist das Buch eine harte, wütende und längst überfällige Ansage an die erwähnten Interessengruppen (und die Gesellschaft), daß es - zum Glück - noch Menschen gibt, deren höchstes Ziel nicht darin besteht, in der Tätigkeit am Arbeitsplatz aufzugehen und dieser alles andere unterzuordnen. Das Mindeste an Toleranz, was man erwarten könnte wäre, diese Frauen und Familien selbst bestimmen zu lassen, wie sie ihr Leben gestalten. Ohne sie durch Geldentzug oder soziale Ächtung unter Druck zu setzen. Aber eine solche Toleranz paßt nicht in die herrschende Ideologie.


Mein Fazit

In klarer Sprache ergreift die Autorin für die Frauen (und Familien) Position, die das tun wollen, was sie für normal halten: ihre Kinder selbst erziehen. Eine notwendige Ansage, daß in dieser Gesellschaft ein Umdenken dringend erforderlich ist. Wenn sie überleben will.

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Sämtliche Werke in fünf Einzelbänden. Nach dem Text der Erstdrucke oder der Ausgabe letzter Hand / Der Nachsommer

Adalbert Stifter
Fester Einband: 776 Seiten
Erschienen bei Artemis & Winkler, 18.12.1995
ISBN 9783538052000
Genre: Romane

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Moskau, Bel Étage

Grigori Rjaschski , Ganna-Maria Braungardt
Fester Einband: 399 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 30.03.2009
ISBN 9783462040715
Genre: Romane

Rezension:

Ich lebe, dachte sie, sie lebt noch, die alte Mähre, sie atmet und stößt sogar Dampf aus, wie eine Lok auf dem Abstellgleis, der man noch einmal eingeheizt hat. (Seite 123)

Meine Meinung

Was für ein Buch!

Wodurch ich auf dieses Buch aufmerksam geworden bin, weiß ich nicht mehr. Und letztlich ist das auch egal, es hat seinen Weg zu mir gefunden und sämtliche Erwartungen übertroffen. „Ein Panorama der russischen Gesellschaft im Wandel der Zeiten“ heißt es im Klappentext, und selten hat ein Verlagstext mehr auf ein Buch zugetroffen, wie es hier der Fall ist.

Der Roman hebt rückblickend im Jahre 1903 an und spannt einen Bogen über hundert Jahre bis ins Jahr 2003 - hundert Jahre mit Freud und Leid, vom zaristischen Rußland über die Sowjetunion hin zum Rußland unserer Tage. In all den Umwälzungen und dem Chaos, das diese lebhaften Zeiten mit sich bringen, gibt es einen, eigentlich zwei, ruhende Pole: das Haus in der Trjochprudny-Gasse und seine Bewohnerin Rosa Markowna. Ihr Mann hatte das Haus einst erbaut, war ein anerkannter und berühmter Architekt, aber wie das zu Stalins Zeiten so war, hat ihm das letztlich auch nicht mehr viel genützt.

Und so bleibt Rosa Markowna, die letzte, die die jüdischen Traditionen ihrer Familie hoch hält und versucht, diese nebst Sitte und Anstand über die Jahre und Jahrzehnte hinweg auf die nachfolgenden Generationen weiterzugeben. Was ihr mal mehr, mal weniger gelingt. Wie ein Fels in der Brandung steht sie fest, läßt alles an sich abprallen und versucht, ihre kleine Welt zu halten und einen guten Einfluß auszuüben. Viele Rückschläge und Enttäuschungen muß sie im Laufe der Jahre hinnehmen, doch sie ist aus hartem Holz geschnitzt, unterkriegen läßt sie sich nicht.

Immer wieder ziehen neue Mieter in das Haus, nicht immer werden die Wohnungen auf „normalem“ Wege frei und im Laufe der Jahre entpuppt sich sogar ein KGB-General als liebenswerter Nachbar. Es geht Auf und Ab, als Leser erleben wir ein Jahrhundert Zeitgeschichte hautnah mit und sind manchmal froh, daß nur wir wissen, wie die Dinge wirklich zusammen hängen und Rosa Markowna so manche Enttäuschung erspart bleibt, die ihr am Ende möglicherweise doch ihr gutes Gemüt geraubt hätte.

Ein Buch, das vom Hauch der Geschichte durchweht wird, über dem auch an Sonnentagen eine leichte Melancholie liegt und das bei allem Schrecken doch niemals eine positive Grundstimmung verleugnen kann. Ein Buch, das schlimme Zeiten schildert, bis hin zu üblen Gestalten der Russenmafia unserer Tage, und in dem eine Frau wie Rosa Markowna zeigt, daß auch solche Zeiten mit Anstand und Würde zu überstehen sind, daß man sich sein eigenes kleines Glück auch unter widrigsten Umständen schaffen und erhalten kann.

Ein Buch, das mich von Anfang an tief in seinen Bann gezogen und fasziniert hat, woran gewißlich auch die überaus gelungene Übersetzung (soweit ich das beurteilen kann) ihren Anteil hat.

Ein Buch, welches ich so schnell nicht mehr vergessen kann.

Was für ein großartiges Buch!


Mein Fazit

Ein grandioses Panorama des Hauses in der Moskauer Trjochprudny-Gasse und seiner Bewohner im Verlauf von nahezu hundert Jahren. Eines der besten Bücher, das ich je gelesen habe.

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