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15 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

delfine, thriller, u-boot, michael grumley, john clay

Breakthrough

Michael Grumley , Wally Anker
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Heyne, 11.09.2017
ISBN 9783453318755
Genre: Science-Fiction

Rezension:

LOCKER und SPANNEND geschrieben ist der im September im Heyne-Verlag erschienene Science-Fiction-Thriller "Breakthrough" von Michael Grumley. Es ist der 2013 in den USA veröffentlichte Debütroman des hauptberuflich als Informatiker tätigen Amerikaners, zugleich das erste Buch seiner gleichnamigen SciFi-Reihe aus bisher vier Bänden. Es geht um die aktuellen Umweltthemen Klimawandel, das dadurch bewirkte Schmelzen der Polkappen und vor allem den sparsamen, weil lebenserhaltenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen unserer Erde. Der Leser wird anfangs zwar mit wissenschaftlichen Fakten etwas "zugeschüttet", was den wissenschaftlichen Laien aber nicht verwirrt, sondern den Roman eher real und authentisch erscheinen lässt und zur Spannung beiträgt. Die wichtigste Person neben den Sonderermittlern John Clay und Steve Cesare, die im Auftrag des US-Präsidenten und des Militärs ein geheimnisvolles Phänomen am Meeresboden aufzuklären haben, ist die Meeresbiologin Alison Shaw, der es gelungen ist, mit Delfinen zu kommunizieren. Dem Autor gelingt es, mit seinem gut unterhaltenden Debüt den Leser angenehm zu überraschen, sieht man von nur wenigen Klischees ab, die man aus Hollywood-Katastrophenfilmen kennt wie angriffsbereite US-Militärs. Man darf sich also auf den zweiten Band "In der Tiefe" mit Meeresbiologin Alison Shaw und ihren "sprechenden" Delfinen freuen, der schon im Februar bei Heyne erscheinen soll.

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47 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 38 Rezensionen

istanbul, türkei, geschichte, krimi, hass

Die Gärten von Istanbul

Ahmet Ümit , Sabine Adatepe
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei btb, 11.09.2017
ISBN 9783442715138
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Vielversprechend schien mir der im September im btb-Verlag veröffentlichte Krimi "Die Gärten von Istanbul" des türkischen Schriftstellers Ahmet Ümit zu sein. Auch nach den ersten hundert Seiten blieb er noch ungewöhnlich und deshalb interessant. Schließlich gibt es nicht allzu viele türkische Autoren und dazu noch türkische(!) Bestseller im deutschen Buchmarkt. Ungwöhnlich war tatsächlich anfangs noch die Mischung aus Kulturhistorie und Krimi. Ungewöhnlich war anfangs auch, dass der ermittelnde Hauptkommissar selbst der Erzähler war, der Krimi also in ICH-Form geschrieben ist. Doch mit dem Fortgang der Handlung erlahmte bei mir das Interesse: Die detaillierte Beschreibung kulturhistorischer Hintergründe zur Geschichte Istanbuls nahm überhand, die Handlung wurde dadurch allzu gedehnt, die Spannung erlahmte. Vielleicht mag es doch im Unterschied zwischen der türkischen und der deutschen Mentalität begründet sein? Neigt der Orientale wohl eher zum weitschweifigen Erzählen, während dem Deutschen das preußische Zack-Zack näher liegt? Der Roman ist humorig geschrieben, die Charaktere interessant beschrieben, aber .... Wie auch immer: Wer sich für die türkische Kultur-/Geschichte interessiert, wird an diesem türkischen(!) Bestseller-Krimi sicher seine Freude haben können. Wer aber einen Krimi in gewohntem Stil erwartet, dürfte von diesem Roman enttäuscht werden. Ich vermute, in Deutschland wird dieser Roman es nicht zum Bestseller schaffen.

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48 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 41 Rezensionen

trauer, raf, schuld, vergangenheit, liebesroman

In einem anderen Licht

Katrin Burseg
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 08.09.2017
ISBN 9783471351406
Genre: Romane

Rezension:

Was ist WAHRHEIT? Diese Frage versucht die Hamburger Schriftstellerin Kerstin Burseg (46) in ihrem neuen Roman "In einem anderen Licht" zu klären, der im September im List-Verlag (Ullstein) erschien. In der berührenden und einfühlsam geschriebenen Geschichte um die junge Witwe Miriam, Redakteurin einer Frauenzeitschrift, und ihrem erst fünfjährigen Sohn Max wird bald deutlich, dass Wahrheit und Wahrhaftigkeit recht subjektive Ansichten sind. Zwar geht es auch in diesem Roman, der uns in den "deutschen Herbst", also in die Zeit des RAF-Terrorismus' zurückführt, geht es vordergründig um Liebe und Verrat. Aber dennoch finde ich das Buch wirklich "unter Wert verkauft", wenn sogar der Verlag es als "Frauenunterhaltung" einstuft. Bursegs Roman ist viel mehr als das und sollte auch von Männern gelesen werden. Und dies, obwohl ausnahmslos Frauen die Hauptpersonen sind, Männer nur Randfiguren bleiben. Neben Miriam ist die großherzige Hamburger Reeders-Witwe Dorothea eine der wichtigen Protagonistinnen, die mit den Millionen ihres längst verstorbenen Mannes versucht, Gutes zu tun und helfende oder Hilfe suchende Menschen zu unterstützen. Doch schon nach ersten Recherchen zur Vita der Mäzenin beginnt der glänzende Lack am Wohltäter-Image zu bröckeln - und es zeigt sich ein bisher gut verborgenes Stück unliebsame, verdrängte Vergangenheit aus Jugendtagen kommt zum Vorschein. Dorothea muss sich im Alter einem Vorwurf stellen: »Sie hat uns verraten. Sie hat alles verraten, was ihr heilig war.« Muss man die hochgelobte, großherzige Mäzenin jetzt - nach Kenntnis ihrer unrühmlichen Vergangenheit - plötzlich verurteilen, sie völlig anders sehen? Bursegs Roman zeigt auf anschauliche und leicht nachvollziehbare Weise, wie verschiedene Menschen mit ihrer Vergangenheit leben, leben müssen und unterschiedlich mit ihr umgehen. Beurteilen wir einen Menschen nach seinen längst verjährten Jugendsünden oder nach dem, der er heute ist? Darf man einen Menschen auch noch nach 40 Jahren für etwas verurteilen,was er längst bereut hat? "Wie verändert die Zeit die Perspektive, aus der heraus wir Gewald wahrnehmen und beurteilen?" fragt die Autorin in ihrem Nachwort. Darf man oder muss man nach vier Jahrzehnten einen Menschen "in einem anderen Licht" sehen? Ein aktueller Roman in Zeiten internationalen Terrors. Deshalb: Nicht nur für Frauen LESENSWERT.

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105 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 80 Rezensionen

spanischer bürgerkrieg, spanien, spionage, bürgerkrieg, franco

Der Preis, den man zahlt

Arturo Pérez-Reverte , Petra Zickmann
Fester Einband: 295 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 10.09.2017
ISBN 9783458177197
Genre: Historische Romane

Rezension:

Wie ein historischer James-Bond-Roman, allerdings aus dem spanischen Bürgerkriegsjahr 1936, wirkt der im September im Insel-Verlag veröffentlichte Roman "Der Preis, den man zahlt" des spanischen Bestseller-Autors Arturo Pérez-Reverte (66). Es ist der Auftakt einer geplanten Spionagethriller-Reihe um den Agenten Lorenzo Falcó, Enddreißiger, eleganter Frauenschwarm, wenn es sein muss gnadenloser Killer. Wie die Bond-Filme beginnt auch dieser Roman mit einer Einführungszene, in der Falcó an der Liquidierung einer gegnerischen Agentin beteiligt ist. >"Wir haben einen neuen Auftrag", sagte der Admiral< ist dann ähnlich wie bei James Bond der Einstieg in die eigentliche Handlung, in deren Verlauf "jeder seinen Preis zu zahlen hat". Der Admiral, Geheimdienstchef des sich gerade etablierenden Franco-Regimes und Falcós väterlicher Freund, beauftragt seinen Lieblingsagenten, hinter den gegnerischen republikanischen Linien in Südspanien einen Anführer der Falangisten aus dem Gefängnis zu befreien. Während dieser gefährlichen Aktion trifft Superagent Falcó auf die undurchschaubare Eva. Dieser Roman liest sich spannend, auch wenn man als Nichthistoriker und Nichtkenner der Bürgerkriegssituation von 1936 bei den unterschiedlichen, sich gegenseitg koalierenden oder auch bekämpfenden Gruppierungen leicht durcheinander kommt. Der Roman ist temporeich geschrieben und verpackt in seiner Handlung die gute Mischung aus Historie, Politik, Spionage, Sex, Mord, also von allem etwas. Das Buch stellt gewiss keinen literarischen Anspruch, bietet dem Leser aber interessante und äußerst spannende Unterhaltung vom Feinsten. Nach Abschluss seines Auftrags muss Falcó zur eigenen Sicherheit für einige Wochen untertauchen und zieht sich ins südfranzösische Biarritz zurück. Vielleicht um an der Bar des dortigen Spielcasinos, gekleidet in einen feinen Smoking und mit einer schönen Frau an seiner Seite, den geliebten Hupa-Hupa-Cocktail zu trinken - nicht gerührt, nur geschüttelt?

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Der Typ ist da

Hanns-Josef Ortheil
Fester Einband: 305 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 17.08.2017
ISBN 9783462050141
Genre: Romane

Rezension:

Wie alle Bücher des poetischen Schriftstellers Hanns-Josef Ortheil (65, "Die Erfindung des Lebens") ist auch sein im August 2017 bei Kiepenheuer & Witsch erschienener Roman "Der Typ ist da" eine einfühlsame Beschreibung ganz normalen Lebens. Trotz dieser Gewöhnlichkeit schafft es der Autor dennoch, seinen Protagonisten und deren Alltagsleben mit dem Blick aufs Detail etwas Besonderes abzugewinnen. Der junge Restaurator Matteo aus Venedig, unerwartet zu Gast in der Wohngemeinschaft von drei jungen Kölnerinnen, bringt deren scheinbar bestens geregeltes Alltagsleben völlig durcheinander. Denn Matteo ist anders als andere Männer seines Alters. Ihn reizen nicht die schillernden Verlockungen des oberflächlichen Leben seiner Alterskameraden, sondern er konzentriert sich auf das Wesentliche. Seine Art zu leben wirkt auf die jungen Frauen magisch, mystisch und geheimnisvoll, was sie dazu bringt, nicht nur über Matteo, sondern am Ende über sich selbst, über ihre Oberflächlichkeit nachzudenken. Dem Venezianer gelingt es, „nur durch seine Präsenz daran [zu] erinnern, dass sie ihr Leben und ihre Zukunft gründlich überdenken sollten“. Matteo schafft es, ohne dies konkret zu beabsichtigen, allein durch sein Vorbild die Welt seiner Mitmenschen zu verbessern. „Ich füge das Kaputte wieder zusammen, ich beseitige die Schäden, ich gebe den Figuren oder Dingen ihre alte Schönheit zurück“, sagt der junge Restaurator. Hanns-Josef Ortheil überzeugt erneut durch seine Formulierungskunst und den ihm eigenen Schreibstil. Würde es den Fachbegriff „Belletristik“, also „schöne Literatur“, nicht geben, müsste man ihn für die Bücher des Kölner Schriftstellers erfinden - auch für diesen neuen Roman. Meine Meinung: Für Ortheil-Fans ein Muss, für alle anderen Freunde "schöner" Bücher unbedingt EMPFEHLENSWERT.

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52 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

thriller, norwegen, monströse versuche, blanvalet verlag, wandert

Der Hirte

Ingar Johnsrud , Daniela Stilzebach
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 26.06.2017
ISBN 9783764505875
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

SPANNEND? Ja. Aber zu Beginn auch recht verwirrend, manchmal etwas gewollt brutal und am Ende irritierend ist der im Juni von Blanvalet herausgegebene Thriller "Der Hirte" des Norwegers Ingar Johnsrud (43). Sein deutschsprachiges Debüt - in Norwegen kennt man auch andere Bücher von Johnsrud - ist der Auftakt zu einer Trilogie um den gern unkonventionell und eigenmächtig handelnden, auch sturen Hauptkommissar Fredrik Beier. Verwirrend ist der Thriller zu Beginn, da man sich erst in die drei Handlungsstränge einlesen muss - die zu ermittelnden Mordfälle in der ländlichen Unterkunft der Sekte "Gottes Licht", die Geschichte um die "Wiener Bruderschaft" in Wien und London in den Jahren des Zweiten Weltkriegs und das unheimlich mörderische Wirken des "Monsters", eines bulligen Killers ohne Lippen, Zunge, Nase, Ohren. Besonders dieses Monster fand ich übertrieben, auch waren mir einige brutale Szenen unnötig gewalttätig. So verwirrend, wie zu Beginn der Thriller ist, so irritierend endet er auch. Zwar können Beier und seine Kollegin Kafa Iqbal die Sektenmorde aufklären, manches andere klärt sich auch. Doch die entscheidenden Fragen sind noch offen, als plötzlich der Fall durch Beiers Chef und den Polizeipräsidenten als erfolgreich abgeschlossen wird. Aber: Was hatte es denn mit dem Sektenführer auf sich? Was bezweckte er mit seiner geheimen Arbeit? Warum wurde er vom "Monster" verfolgt? Wer hat den Killer beauftragt? Steckt hinter allem ein politisches Komplott? Nun ja, die nächsten zwei Folgebände werden uns die Lösung bringen. Aber ich mag keine Buchreihen, deren Einzelbände ein offenes Ende haben, um den Leser zum Kauf der Folgebände zu zwingen. Auch stilistisch/sprachlich zeigt der Thriller manche Schwäche (oder liegt es an der Übersetzung?). Ergebnis: Befriedigende Unterhaltung, aber anscheinend ohne Anspruch auf literarisches Niveau. Ich werde mir die Folgebände sicher nicht kaufen! Also: Wer's mag, mag's lesen.

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59 Bibliotheken, 2 Leser, 3 Gruppen, 47 Rezensionen

münchen, krimi, trauer, ex-kommissar, jakob franck

Ermordung des Glücks

Friedrich Ani
Fester Einband: 317 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 11.09.2017
ISBN 9783518427552
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


NACHDENKLICH und ERGRIFFEN bleibt man als Leser zwangsläufig zurück nach der Lektüre des am 11. September im Suhrkamp erscheinenden Romans "Ermordung des Glücks" des preisgekrönten Schriftstellers Friedrich Ani (58). Nach "Der namenslose Tag" (2015) - ausgezeichnet mit dem Deutschen Krimi Preis und dem Stuttgarter Krimipreis - ist dies Anis zweiter Roman um den längst pensionierten Kommissar Jakob Franck. Im Roman geht es um den elfjährigen Lennard, lebensfroh, musikbegeistert, begnadeter Fußballer und umzärtelter Liebling seiner Eltern. Lennard wurde in einer regnerischen Novembernacht ermordet, sein Leichnam erst nach 34 Tagen zufällig entdeckt. Vom Mörder und dessen Motiv fehlt auch nach Wochen jede Spur. Die Sonderkommission tappt völlig im Dunkeln. Exkommissar Franck - geschieden, einsam, in sich selbst verloren - geht mit Zustimmung der Sonderkommission allen Spuren noch einmal nach, befragt Anwohner, mögliche Zeugen, studiert alle Polizeiakten und sucht verzweifelt nach dem "Fossil", dem kleinsten unbedeutenden Hinweis, der vielleicht übersehen worden sein könnte. Er, der den Eltern damals die Todesnachricht überbracht hatte, will ihnen unbedingt den Namen des Mörders nennen. Trotz des Mordfalles und der geschilderten Ermittlungsarbeit ist Anis Buch nicht wirklich ein Krimi, sondern ein den Leser aufwühlender Roman um die "Ermordung des Glücks". Friedrich Ani beschreibt eindringlich die Seelenqual der Hinterbliebenen, der Eltern und Angehörigen, zeigt die seelische Zerstörung der Menschen, die Entfremdung der Ehepartner. Er schildert minutiös, wie die Mutter dem Wahnsinn entgegentreibt, der Vater als Rächer seines Sohnes zum Mörder eines fälschlich Verdächtigen wird. In kürzester Zeit zerbricht die vormals heile Welt der Familie und auch anderer Beteiligter und endet im absoluten Chaos, in tiefstem Schmerz und Unglück. Ani gelingt es auf einfühlsame Weise, sich und seine Leser in die verzweifelte Gefühlswelt seiner Figuren hineinzuversetzen. "Ermordung des Glücks" ist keine leichte, keine Unterhaltungslektüre, auch nicht unbedingt ein Buch für dunkle, regnerische, einsame Herbstabende, keine erholsame Lektüre nach Feierabend. Ani stellt Ansprüche an seine Leser. Man kann sich einer starken emotionalen Befangenheit nicht erwehren. Doch genau dies zeichnet diesen lesenswerten Roman als erneut preiswürdiges Buch aus. Deshalb: Absolut EMPFEHLENSWERT.

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156 Bibliotheken, 8 Leser, 1 Gruppe, 96 Rezensionen

thriller, dänemark, mord, oxen, elitesoldat

Oxen. Das erste Opfer

Jens Henrik Jensen , Friederike Buchinger
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 08.09.2017
ISBN 9783423261586
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Äußerst SPANNEND, voller Tempo und absolut LESENSWERT ist der Thriller "Oxen - Das erste Opfer", der am 8. September als erster Band der dänischen Bestseller-Trilogie von Jens Henrik Jensen (54) im dtv-Verlag erschient. Wir lernen Niels Oxen kennen, den in Balkan- und Afghanistan-Einsätzen hochdekorierten, aber jetzt traumatisierten Ex-Elitesoldaten einer dänischen Spezialeinheit, der sich in den Wald zurückgezogen hat, um von seinen Mitmenschen und Albträumen Abstand zu haben. Doch plötzlich findet er sich mitten in einer brisanten Mordserie wieder, erst unerwartet als vermeintlicher Täter, dann noch erstaunlicher als inoffizieller Mitarbeiter von Polizei und Geheimdienst. Wird er gebraucht oder missbraucht? Die Situation ist unübersichtlich und wird noch unübersichtlicher, je weiter die Handlung voranschreitet. Autor Jens Henrik Jensen versteht es aber ausgezeichnet, die verwirrend scheinenden Fäden der rasant ablaufenden Handlung konsequent zu verfolgen und am Ende eine nachvollziehbare Lösung aller Mordfälle zu präsentieren. Kurze Sätze, kurze Dialoge - mundfaul wie der einsame Kämpfer Niels Oxen - bringen wirklich Tempo in die Geschichte. Am Schluss bleiben allerdings [absichtlich] Fragen offen: Wer sind die Guten, wer die Bösen? Spielt auch Geheimdienstchef Mossman mit gezinkten Karten? Dieser erste Band der dänischen Trilogie ist wirklich EMPFEHLENSWERT - nicht nur für Thriller-Fans, denn Blut fließt zum Glück kaum: Etwas Krimi, etwas Politthriller, etwas History-Thriller - die Mischung macht's. Man fragt sich nach der letzten Seite: Und? Wie geht's jetzt weiter? Wer sind die Drahtzieher des politischen Komplotts, deren Namen als einziger Niels Oxen kennt, aber keinen Gebrauch davon macht, weil er endlich wieder seine Ruhe haben will? Oxen zieht sich erst einmal wieder in die Einsamkeit zurück. Doch dürfte dies nur für ein paar Monate sein - denn Band 2 "Der dunkle Mann" und Band 3 "Gefrorene Flammen", in Dänemark schon längst veröffentlicht, erscheinen auf Deutsch im März und Juli 2018 bei dtv.

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29 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

armut, familie, bestseller, verantwortungslose eltern, biographie / autobiographie

Schloss aus Glas (Filmausgabe)

Jeannette Walls , Ulrike Wasel , Klaus Timmermann
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Diana, 21.08.2017
ISBN 9783453359680
Genre: Romane

Rezension:

Kein literarisches Großereignis, aber in ihrer Ehrlichkeit und Offenheit durchaus LESENSWERT ist diese 2006 erstmals veröffentlichte und jetzt als "Buch zum Film" im Diana-Verlag neu verausgabte Autobiographie "Schloss aus Glas" der amerikanischen Autorin Jeanette Walls (57). Ich habe dieses Buch schon vor Jahren gelesen und es hat mich doch nachhaltig beeindruckt, so dass ich mich noch heute gern an die Lektüre erinnere. Walls beschreibt ihre Jugend ab 1965 in der kleinbürgerlichen bis ärmlichen US-Provinz sowie ihre Familie, der es trotz individuellen Versagens von Vater und Mutter, von ihnen selbst verschuldeter Armut und zeitweiliger Obdachlosigkeit gelingt, das für viele Mitmenschen unsichtbare Schöne und Positive im einfachen Leben zu entdecken, die Familie trotz aller Widernisse zusammenzuhalten, in unserer materialistischen Welt auch ohne Geld zu überleben und am Ende trotz allem doch irgendwie ein Glücksgefühl und Dankbarkeit zu empfinden - auch und gerade den Eltern gegenüber. In Erinnerung blieb mir die "Weihnachtsgeschichte", als die Familie obdachlos in der Natur lebte und der Vater in Ermangelung richtiger Geschenke seinen Kindern jeweils einen Stern am Himmel schenkte. Die kleine Jeannette war glücklich über dieses besondere Geschenk, denn sie bekam einen echten Stern zu Weihnachten, während andere Kinder sich mit normalem Spielzeug abfinden mussten. Jeannette Walls Autobiographie ist sicher nicht große Literatur, regt aber doch zur Reflektion, zum Nachdenken über Sinn und Inhalt des eigenen Lebens an.

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15 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

astrid lindgren, spielplatz, bullerbü, emanzipation, geliebte eines verheirateten mannes

Astrid Lindgren. Ihr Leben

Jens Andersen , Ulrich Sonnenberg
Flexibler Einband
Erschienen bei Pantheon, 13.03.2017
ISBN 9783570553527
Genre: Biografien

Rezension:

Literarisch INTERESSANT, dabei durchaus UNTERHALTSAM ist die 2015 erstmals auf Deutsch veröffentlichte, jetzt im März 2017 vom Pantheon-Verlag zum 15. Todestag als Taschenbuch neu aufgelegte Biografie "Astrid Lindgren. Ihr Leben" des dänischen Literaturwissenschaftlers Jens Andersen. Anhand von Tagebucheinträgen, unzähligen Briefen und vielen anderen Quellen beschreibt der Autor nicht nur das Leben der ab 1945 durch ihre Pippi-Langstrumpf- und nachfolgenden Bestseller weltbekannten schwedischen Kinderbuch-Autorin. Sondern er macht vor allem deutlich, wie sich Lindgren für die Gleichberechtigung der Kinder im Verhältnis zu den Erwachsenen stark gemacht und die Kinderliteratur gegen den Widerstand konservativer Denker in den ersten Nachkriegsjahren revolutioniert hat: Wurden Kinderbücher früher aus der Sicht eines Erwachsenen geschrieben, kommen in den Lindgren-Büchern erstmals die Kinder selbst als Ich-Erzähler zu Wort. Parallel zur Schriftstellerin lernt man Lindgren als clevere Geschäftsfrau kennen, die es versteht, ihre Geschichten vielfältig zu vermarkten - in Zeitschriften, als Buch, als Hörspiel oder Drehbuch, wobei die Bearbeitungsfolge je Geschichte durchaus unterschiedlich war: mal war erst das Buch da, ein anderes Mal erst die TV-Serie wie bei "Ferien auf Saltkrokan". Trotz aller Detailfreude des Autors bleibt die Biografie dennoch interessant zu lesen. Nur hin und wieder haben mich einzelne Wiederholungen in der Charakterisierung der Person Lindgrens gestört. In jedem Fall macht es Freude, nach Lektüre ihrer Bücher in Kinderjahren, jetzt als Erwachsener die Schriftstellerin, ihre Entwicklung und die vielschichtigen Hintergründe hinter ihren Geschichten zu erfahren, um dadurch - jetzt aus der Sicht des Erwachsnenen - ihre Bücher besser verstehen und deuten zu lernen.

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(60)

100 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 59 Rezensionen

england, singen, musik, frauenchor, zweiter weltkrieg

Der Frauenchor von Chilbury

Jennifer Ryan , Andrea O´Brien
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 07.09.2017
ISBN 9783462048841
Genre: Romane

Rezension:

STARKE FRAUEN in schwierigen Weltkriegszeiten beschreibt der Anfang September im Kiwi-Verlag erscheinende Debütroman "Der Frauenchor von Chilbury" der britischen Schriftstellerin Jennifer Ryan. Auf recht ungewöhnliche Art, nämlich durch chronologische Reihung von Briefen, Tagebucheinträgen und Journalen ihrer wichtigsten Protagonistinnen, schildert die in England aufgewachsene, aber heute in Washington D.C. lebende Autorin den Alltag an der Heimatfront im kleinen englischen Ort Chilbury sowie die wachsende Emanzipierung der Frauen, die wegen fehlender Männer deren Aufgaben übernehmen müssen. Trotz mancher Intrigen und Ränkespiele halten die Frauen unterschiedlichen Alters und unterschiedlichen Charakters am Ende doch zusammen und bilden eben diese in Kriegszeiten unverzichtbare Heimatfront. Als "Bindemittel" für diesen Zusammenhalt dient der gemeinsame Chorgesang im reinen Frauenchor von Chilbury, zum Erstaunen und Entsetzen der alten Mrs. B. "ganz ohne Bässe und Tenöre". Allein dies zeigt schon: Der Krieg mit seinen Auswirkungen verwandelt die (Dorf-)Gesellschaft. Nichts wird nach dem Krieg so sein wie vor dem Krieg. Noch regiert zwar der Gutsherr, aber auch er ist längst ein Auslaufmodell, der sich nur noch mit der Reitpeitsche bei der Dorfbevölkerung Respekt verschaffen kann. Interessant am Buch ist, dass der Krieg diesmal aus Frauensicht gezeigt wird und die Handlung ganz abseits der Front in der Heimat spielt. Aber: "Der Frauenchor von Chilbury" ist kein historischer Roman, sondern trotz historischer Kulisse von Inhalt und Prägung eher ein typischer Frauenroman, der männliche Leser in manchen Passagen langweilen könnte.Meiner Frau hat dieser Roman jedenfalls sehr gefallen. Meine Meinung als Mann deshalb: Für Frauen sicher EMPFEHLENSWERT.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Schmutziger Schnee

Christoffer Carlsson , Susanne Dahmann
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Penguin, 13.06.2017
ISBN 9783328101055
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

FINSTER und allzu VERSTÖREND empfand ich den im Juni 2017 im Penguin-Verlag als Taschenbuch erschienenen zweiten Band "Schmutziger Schnee" der Psychothriller-Reihe des schwedischen Schriftstellers Christoffer Carlsson (31). Nach "Der Turm der toten Seelen" (2015) geht die Geschichte um den Polizisten Leo Junker mit einem neuen Fall weiter, weshalb die Lektüre der Reihe in chronologischer Folge wohl ratsamer ist. Carlsson wird als "der neue Erfolgsgarant Schwedens" und als der "Thriller-Autor einer neuen Generation" von der Kritik hoch gelobt, seine inzwischen schon vier Thriller mit Leo Junker sind Bestseller, die Rezensionen positiv, doch mir war "Schmutziger Schnee" zu düster und abweisend. Es geht - dies unterscheidet den Carlsson-Thriller deutlich von anderen Skandinaviern! - um aktuelle politische Themen wie Rechts- und Linksradikalismus. Er zeigt auf, wie aus verlorenen Jugendlichen gewalttätige Radikale werden. Doch es gibt im Roman eigentlich nur kaputte Typen, selbst Leo Junker ist kaputt und als Folge des im ersten Band geschilderten Falles von Psychopharmaka abhängig. Was mich auch stört: Der Autor springt in mehreren Handlungssträngen und Zeiten hin und her, was ich als irritierend empfunden habe. Zusammenfassend: Durch seine aktuelle politische Thematik setzt sich Carlsson zweifellos und anerkennenswert von anderen Psychothriller-Autoren ab. Doch mir war dieser Thriller allzu destruktiv, als sei die Welt nur schlecht, die Menschen nur kaputt. Ich werde deshalb Band 3 "Der Lügner und sein Henker" (2016) sicher nicht lesen!

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44 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 21 Rezensionen

erster weltkrieg, nachkriegszeit, historischer roman, hunger, kriegstraumata

Heldenflucht

Jan Kilman
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.03.2017
ISBN 9783453438378
Genre: Historische Romane

Rezension:

Absolut FESSELND geschrieben und historisch PERFEKT nachempfunden ist der im März 2017 im Heyne-Verlag veröffentlichte Roman "Heldenflucht" von Jan Kilman, Pseudonym eines "deutschen Spannungsautors". Es geht um die ersten Tage nach dem Ersten Weltkrieg in einem fiktiven Dorf in der Eifel. Es ist Dezember 1918, seit November ist Waffenstillstand. Deutschland befindet sich in einem Vakuum zwischen Krieg und Frieden, in einer Zeit des gesellschaftlichen und technischen Umbruchs - im Eifeldorf leuchten erstmals Glühbirnen in den Häusern, Autos gibt es keine im Dorf. Die ersten Kriegsheimkehrer treffen ein. "Die große Kunst des Erzählens liegt darin, auszusparen und fortzulassen", beginnt der Autor sein Nachwort. Trotzdem ist es ihm ausgezeichnet gelungen, die verschiedenen Aspekte des ersten industriellen Krieges mit seinen Vernichtungswaffen und den entsetzlichen Folgen an Leib und Seele der Kriegsheimkehrer in seinem Roman nacherlebbar zu machen. "Heldenflucht" ist in meinen Augen keineswegs ein Kriminalroman, wie es Klappentext und Cover vermuten lassen, sondern ein sehr seriöser Nach-/Kriegsroman - auch wenn Mordfälle eher zufällig aufgedeckt werden. Es geht im Roman nicht um die Morde, sondern um den Weltkrieg und seine Folgen für die Menschen - ganz ausgezeichnet geschilderte Charaktere von der Großbäuerin bis zum jüdischen Händler - in einem kleinen Dorf im deutschen Irgendwo. Dieser Roman ist unbedingt EMPFEHLENSWERT.

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30 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

cia, agenten, www.die-rezensentin.de, gerritsen, spionage

Der Anruf kam nach Mitternacht

Tess Gerritsen , Ivonne Senn
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 07.08.2017
ISBN 9783959671095
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wie wohl alle ihre Romane ebenfalls sehr SPANNEND war der vor einer Woche in Neuauflage(!) bei Harper Collins veröffentlichte Thriller "Der Anruf kam nach Mitternacht" der Bestseller-Autorin Tess Gerritsen, der 2001 im Original und 2007 erstmals auf Deutsch erschien. Von Washington über London und Berlin und Amsterdam wird die anfangs biedere, im Laufe der Handlung immer cleverere US-Forscherin Sarah Fontaine von Agenten der CIA und Killern gehetzt. Vielleicht stören manchmal die doch etwas abgegriffenen Klischees in der Charakterisierung der handelnden Personen. Aber bei einem Unterhaltungsthriller muss/darf man Abstriche machen. Durch einige unerwartete Wendungen in der Handlung (Wem darf sie vertrauen, wem nicht?) wird Sarah immer selbständiger, mutiger, cleverer. Irritierend ist im ersten Moment bei heutigem Lesen die [seit bald 30 Jahren aufgehobene] Teilung Berlins in Ost- und Westsektor, doch ist dies dem Alter des Buches (2001) geschuldet, das in diesem Punkt allerdingsv schon bei seiner Erstveröffentlichung überholt war. Wie gesagt, eine zeitgeschichtliche Marginalie, die der Spannung nicht schadet. Insgesamt ist dieser Thriller gute und wirklich spannende Unterhaltung. Spannende Urlaubslektüre!

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(97)

200 Bibliotheken, 9 Leser, 0 Gruppen, 29 Rezensionen

internet, thriller, überwachung, marc elsberg, datenschutz

ZERO - Sie wissen, was du tust

Marc Elsberg
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 17.10.2016
ISBN 9783734100932
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Etwas ENTTÄUSCHEND, zumindest im Vergleich mit dem Debütroman "Blackout", fand ich den 2014 bei Blanvalet veröffentlichten Science-Roman "Zero" des Österreichers Marc Elsberg (50). Es geht darin um Datenspeicherung, -kontrolle und -missbrauch, dem wir Internet- und Socialmedia-Nutzer täglich wissentlich oder unwissentlich ausgesetzt sind. Es geht um uns "gläserne Menschen". Nicht allein Geheimdienste und Regierungen, vielmehr noch die IT-Konzerne nutzen und missbrauchen unsere persönlichen Daten, die wir im Internet allzu freiwillig und unschuldig naiv preisgeben, für ihre eigenen Zwecke. Im Roman geht es sogar so weit, dass wir User durch den Gebrauch von ActApps manipuliert werden: Pubertierende Jugendliche halten sich statt an [wohlmeinende] Ratschläge ihrer Eltern lieber an Empfehlungen der in sozialen Netzwerken angepriesenen ActApps und lassen sich so von Konzernen unbewusst manipulieren. So weit, so gut - oder schlecht. Im Gegensatz zu "Blackout" hält sich Elsberg bei "Zero" aber leider seitenlang mit Erklärungen technischer Details auf, um den unkundigen Leser über die gefährlichen Folgen seines unbedachten Internet-Gebrauchs zu informieren. Aber wollen wir Leser dies wirklich alles so genau in einem Roman lesen? Für diesen Fall würden wir ein Fachbuch wählen - oder eher im Internet surfen. 😏 Die langen, detailgenauen Abhandlungen zeugen zwar von wirklich guter Recherche des Autors, nehmen dem Leser aber leider allzu oft die Spannung, die Handlung wird manchmal fast zur Nebensache. Fieberte ich bei "Blackout" auf jeder Seite mit, ob das globale Chaos eintritt, habe ich bei "Zero" auch schon mal einige Seiten quergelesen, um endlich in der Handlung weiterzukommen. Alles in allem fand ich diesen zweiten Elsberg-Roman deshalb etwas UNBEFRIEDIGEND.

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295 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 100 Rezensionen

liebe, freundschaft, ruth hogan, england, verlorene dinge

Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge

Ruth Hogan , Marion Balkenhol
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei List Verlag, 19.05.2017
ISBN 9783471351475
Genre: Romane

Rezension:

POETISCH und ROMANTISCH, etwas sentimal, durchaus auch lebensweise, dabei absolut unterhaltend ist der im Mai 2017 im List-Verlag veröffentlichte Debütroman "Mr. Peardews Sammlung der verlorenen Dinge" der britischen Autorin Ruth Hogan. Auf der letzten Seite schreibt sie selbst: "Es war eine mitreißende Geschichte über Liebe und Verlust, Leben und Tod, und vor allem Wiedergutmachung. Es war die Geschichte einer großen Leidenschaft, die 40 Jahre gehalten hatte und schließlich ihr Happy End fand." Es geht im Buch um Glück und Unglück, um Verlust und Verlieren. Es geht um den Verlust materieller Dinge, von scheinbar unnützem Kleinigkram - wie z.B. einem verlorenen Puzzle-Stein -, der für andere aber eine große Bedeutung haben kann. Es geht im Roman aber auch um das langsame Verlieren und schließlich dem Verlust nahestehender Menschen, die an Alzheimer leiden, die sich also auch selbst verlieren. Ruth Hogan, die nach schwerer Krankheit, diese ungewöhnliche Geschichte schrieb, versteht es, auch traurige Schicksale dem Leser erträglich zu vermitteln und keine Angst vor dem Tod zu haben. Ihr Roman ist eine sentimentale, tragische, zugleich fröhlich-lustige Geschichte, wechselhaft wie das Leben eben ist. Die Handlung läuft auf zwei Zeitebenen ab, bis die Vergangenheit am Ende die Gegenwart einholt, beide Erzählstränge zusammenfinden und zum glücklichen Ende führen. Hogan schildert liebenswerte Charaktere mit all ihren menschlichen Schwächen bis hin zur fröhlichen, sympathisch ehrlichen Sunshine mit ihrem "Daunendrom" (Down-Syndrom). Man spürt zugleich, dass die Autorin einiges an eigenem Erleben und Lebenserfahrung in ihrer Geschichte verarbeitet hat. Der Roman hat mir recht gut gefallen und ist durchaus LESENSWERT. Er erinnert mich an den im März im Blanvalet-Verlag veröffentlichten, ebenfalls recht netten Roman "Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands" von Salvatore Basile.

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6 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Rom, Villa Massimo

Hanns-Josef Ortheil
Flexibler Einband: 276 Seiten
Erschienen bei btb, 13.03.2017
ISBN 9783442714278
Genre: Romane

Rezension:

Wie immer in Stil und Formulierungskraft literarisch ANSPRECHEND und ANSPRUCHSVOLL ist auch der 2015 im btb-Verlag erschienene, nur 250 Seiten starke Band "Rom, Villa Massimo" von Hanns-Josef Ortheil (65). " ... ein Buch, das man nicht liest, sondern ausschlürft, wie schweren Wein." Dieses Zitat aus Seite 101 wäre als Rezension eigentlich völlig ausreichend, zeigt es doch zugleich die bild- und wortreiche Sprache des Autors. Das Buch ist kein Roman, enthält keine Handlung im eigentlichen Sinn. Es sind Beobachtungen, Notizen, Bilder im Kopf, die Ortheils meist schweigsamer und einzelgängerischer Protagonist, der Lyriker Peter Ka, während seines einjährigen Stipendiats in der Villa Massimo in Rom in sich aufsaugt. Wer Ortheils Leben kennt, weiß, dass dieser Ka wohl Ortheil selbst sein dürfte, der in diesem Buch die Eindrücke seiner beiden Massimo-Aufenthalte 1991 und 1993 sowie nachfolgender Rom-Besuche verarbeitet hat. Wie der reale Ortheil, der allein in einer Bar sitzen kann und dabei seine Umwelt beobachtet, kleinste Eindrücke auf Zettel kritzelt, um sie irgendwann in seinen Büchern zu nutzen, so wandert auch Ka durch Rom und notiert, fotografiert und diktiert seine Eindrücke. Ka verliebt sich allmählich in die Stadt, nicht in das touristische antike Rom, sondern in die lebendige Metropole der heutigen Römer - bis er zuletzt fast selbst einer wird, in Rom bleibt, Italienisch spricht. Vielleicht ist dies auch des Autors Ortheil geheimer Wunsch? Man glaubt, es beim Lesen spüren zu können, und wird von dieser Liebe zu Rom angesteckt. Grund dafür ist wie immer Ortheils unvergleichliche Formulierungskunst und literarische Sensibilität, mit dem er den Leser auf stille und zarte Art umfängt. Es ist ein ruhiges, fast stilles Buch, das man vielleicht besser bei einem guten italienischen Wein mit Käse, Brot und Kerzenschein in aller Abgeschiedenheit lesen oder Seite für Seite "ausschlürfen" sollte.

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48 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

indien, krimi, kalkutta, abir mukherjee, historischer krimi

Ein angesehener Mann

Abir Mukherjee , Jens Plassmann
Flexibler Einband
Erschienen bei Heyne, 10.07.2017
ISBN 9783453421738
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

FASZINIEREND und absolut außergewöhnlich, vor allem für ein Debüt, ist für mich der im Juli 2017 im Heyne-Verlag erschienene Roman "Ein angesehener Mann" des jungen britischen Autors Abir Mukherjee. Ist es ein Krimi, ein historischer Roman oder ein historischer Krimi? Es ist aus meiner Sicht in jedem Fall eine absolut spannende zeitgeschichtliche Schilderung Indiens, im speziellen Fall Kalkuttas, unter britischer Herrschaft im Jahr 1919; die Kolonie Britisch-Indien bestand von 1858 bis 1947. Auch der Ort ist für uns deutsche Leser eher außergewöhnlich und macht die Geschichte nur noch spannender. Im Zuge der Aufklärung eines Mordfalls an einem hochrangigen britischen Verwaltungsbeamten lernt der gerade frisch aus England nach Kalkutta versetzte Kripo-Captain Sam Wyndham - und mit ihm der Leser - ganz unvoreingenommen (objektiv) das von Briten beherrschte, zerrissene Land kennen. Äußerst geschickt, fast genial, versteht es der indischstämmige Autor durch die Augen des Engländers die damalige Situation vor Ort mit ihren offensichtlichen und hintergründigen Problemen zu beschreiben. Unaufdringlich zeigt der Autor die politische und gesellschaftliche Situation, die Spannung zwischen den (selbst untereinander zerstrittenen) indischen Volksgruppen und den Briten, zugleich die zwischenmenschliche Abhängigkeit voneinander und die Schwierigkeit, selbst bei gutem Vorsatz miteinander auskommen zu können. Abir Mukherjee versteht es, das schwierige und scheinbar unlösbare Geflecht der politischen und sozialen Situation in Britisch-Indien vor 100 Jahren auf leicht verständliche Weise zu schildern, dass es auch historischen Laien Freude macht weiterzulesen. Selten in direkter Beschreibung, meistens durch Unterhaltungen seiner Protagonisten lässt der Autor die Historie lebendig werden. Dabei bleibt das Buch ein spannender Krimi, der am Schluss eine durchaus plausible Lösung hat, wenn auch vielleicht für den Captain und uns Leser etwas unbefriedigend. Aber so ist das wahre Leben! Gerade dieser Schluss ist dem Autor ungewöhnlich gut gelungen. Ich kann diesen Roman wirklich nur empfehlen. Ich bin jedenfalls ganz BEGEISTERT. Ganz klein ist auf dem Rücktitel "Sam Wyndham 1" zu lesen, was auf eine Fortsetzung hoffen lässt. Zumindest auf Englisch ist Abir Mukherjees zweiter Band "A Necessary Evil" um Captain Wyndham und seinen indischen Sergeanten Banerjee kürzlich erschienen.

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

kunstfigur, paris, rätsel, krimi, verrückt

Kommando Abstellgleis

Sophie Hénaff , Katrin Segerer
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei carl's books, 20.03.2017
ISBN 9783570585610
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Umwerfend KOMISCH und trotzdem SPANNEND ist der im März beim Verlag carl's books (Randomhouse) erschienene Debüt-Krimi "Kommando Abstellgleis" der Französin Sophie Hénaff, der - als sei es so gewollt - an den Film "Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen" erinnert. Eine neue Polizeibrigade in Paris, besetzt mit den übelsten Versagern verschiedener Polizeieinheiten, die diese Kollegen ganz bewusst aufs Abstellgleis geschoben haben, bekommt in Archiven verstaubte Akten ungelöster Fälle zur Bearbeitung. Leiterin wird die übereifrige Anne Capestan, wegen unüberlegten Schusswaffengebrauchs mit Todesfolge dorthin strafversetzt. Gegründet wurde diese Brigade von Capestans Mentor - nicht ohne Hintergedanken: "Ich habe .... eine dritte Instanz geschaffen, über jeden Verdacht erhaben, weil in der Versenkung verschwunden." So agiert diese "vergessene" Brigade, deren so unterschiedliche Mitglieder in ihrer Karriere bei der Polizei ohnehin nichts mehr zu verlieren haben, von den offiziellen Dienststellen völlig unbeobachtet am Rand der Legalität - ein Vorteil gegenüber der immer unter Beobachtung der Presse und der Politik stehenden regulären Polizei. Capestan weiß natürlich die ungewöhnlichen Talente ihrer Untergebenen geschickt zu nutzen und zur Aufklärung dreier Mordfälle gezielt einzusetzen. Und dies alles von einer alten Mietswohnung aus, die sich das ungewöhnliche Team erst einmal gemütlich einrichten muss. Natürlich fügt sich alles zum glücklichen Ende und die Gruppe aus Einzelgängern wird ein eingeschworenes Team. Autorin Sophie Hénaff charakterisiert ihre Liga der außergewöhnlichen Polizisten sehr liebevoll und versteht es, trotz des allgegenwärtigen Humors dem Krimi durchaus eine hohe Spannung zu geben - was nicht jedem Autoren humorvoller Krimis gelingt. "Ein origineller, schwungvoller, intelligenter Krimi - zum Schießen komisch!", schreibt der Verlag zum Buch. Ich will das gern bestätigen: Wer Spaß versteht und Spannung liebt, sollte diesen französischen Krimi unbedingt bald LESEN! Denn im Oktober folgt mit "Das Revier der schrägen Vögel" schon der zweite Band, den man wohl ebenfalls nicht verpassen darf.

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206 Bibliotheken, 10 Leser, 2 Gruppen, 97 Rezensionen

thriller, martin abel, rainer löffler, gummersbach, fallanalytiker

Der Näher

Rainer Löffler
Flexibler Einband
Erschienen bei Bastei Lübbe, 24.04.2017
ISBN 9783404174546
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

ZWEIGETEILT ist mein Eindruck von dem im April erschienenen Thriller "Der Näher" von Rainer Löffler (55), Band 3 der Reihe um den Fallanalytiker Martin Abel. Einerseits ist die Ermittlungsarbeit wirklich spannend und packend geschrieben, so dass man kaum aufhören kann zu lesen. Gut beschrieben sind auch die Charaktere, angefangen beim erfahrenen Fallanalytiker Abel, der das kleine Gummersbacher Kriminalkommissariat und dessen Leiter kräftig aufmischt, oder dessen Mitarbeiter. Soweit hat mit das Buch sehr gefallen. Gestört haben mich die Passagen um den Serienkiller - alles ziemlich abnorm und abstrus, so dass die Person unglaubwürdig und irreal wird. Das kratzt am Niveau, hier wandelt sich für mich der PSYCHOthriller zum banalen HORRORthriller. Leider wirkt für mich auch Martin Abel stellenweise lächerlich, wenn er mit seiner Puppe Karl, seinem Alter Ego, spricht. Das geht mir zu weit. Ich kann deshalb nur sagen: Grundsätzlich überaus spannend und gut geschrieben (4 von 5 Punkten), aber .... .

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bayerische originale, bayern, bayerisch, erster weltkrieg, drittes reich

Minutengeschichten

Oskar Maria Graf , Wilfried F Schoeller
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 12.05.2017
ISBN 9783550081460
Genre: Klassiker

Rezension:

"Mit feinem Ohr für ihre Sprache und großem Herzen für ihre Eigenheiten, mit scharfem Blick und zuweilen beißendem Humor" beschrieb der große bayerische Humorist Oskar Maria Graf (1894-1967) seine Landsleute in der bayerischen Provinz. Nicht nur für Preußen, also alle nördlich der Donau lebenden Leser, sondern auch für echte Bayern sollten Grafs "Minutengeschichten", die der Ullstein-Verlag im Mai anlässlich des 50. Todestages herausgegeben hat, ein GROßES LESEVERGNÜGEN sein. Allerdings müssen Letztere ein dickes Fell haben, zitiert Graf doch gern das Bismarck-Zitat, wonach Bayern "eine Kreuzung zwischen Österreichern und Menschen" seien. Aber haben bayerische Leser diesen Schock erst einmal überwunden, werden sie sich, wenn sie ehrlich sind, vielleicht wiedererkennen in den 55 Kurzgeschichten von jeweils einer Minute Länge - wie jene über den "Spucknapf", den "reingelegten Postbräuwirt" oder die "Defloration". Deftig bayerisch, auch in der Sprache, geht's in Grafs "Minutengeschichten" zu. Und wenn's nicht so komisch wäre, könnte man sogar ernsthafte Gesellschaftsatire und -kritik darin vermuten .....

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thriller, schweden, band 2, kristina ohlsson, kristinaohlsson

Bruderlüge

Kristina Ohlsson , Susanne Dahmann
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Limes, 13.06.2017
ISBN 9783809026679
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Einer der besten Psychothriller, die ich bisher gelesen habe, auf jeder Seite packend und voll atemloser Spannung ist nach "Schwesterherz" auch der zweite Band "Bruderlüge" der schwedischen Schriftstellerin Kristina Ohlsson (38), der im Juni im Limes.Verlag erschienen ist. Anwalt Martin Benner wird als Mörder, von Kapitel zu Kapitel bald als Serienmörder gejagt. Jede Kontaktperson, die er um Rat und Hilfe bittet, ist bald darauf tot und immer wird ihm der Mord angelastet. Darf er nicht einmal mehr seiner Lebensgefährtin Lucy vertrauen? Steckt sie mit im Komplott? Auch wer Band 1 nicht gelesen hat, wird zügig in die Handlung eingeführt. Verwirrend mag anfangs die Vielzahl der Personen und Handlungsfäden sein. Aber Kristina Ohlsson versteht es ungemein geschickt, alle Fäden logisch und konsequent bis zum bitteren (oder doch glücklichen?) Ende zu spinnen. Der Thriller legt ein derart rasantes Tempo vor, das man als Leser fast das Gefühl bekommt, die Handlung könnte ohne ihn weiterlaufen, sollte man das Buch mal weglegen. Ein echter Pageturner, dem gern weitere folgen dürfen! Absolut EMPFEHLENSWERT.

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61 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

krimi, lissabon, portugiesische rache, luis sellano, buchhandlung

Portugiesische Rache

Luis Sellano
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.05.2017
ISBN 9783453419452
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

UNTERHALTSAM für Lissabon-Freunde mag der im Mai bei Heyne veröffentlichte, 350-seitige Roman "Portugiesische Rache", der zweite Band von Lluis Sellano (Pseudonym eines deutschen Autors) um Antiquariatsbesitzer Henrik Falkner, durchaus sein. Der Leser erfährt viel Liebenswertes über die portugiesische Lebensart und Mentalität. Doch als Krimi fehlt jegliche Spannung. So habe ich mich bis zur 100. Seite gequält und dann doch - trotz meines Vorsatzes, bis zum Schluss durchzuhalten - enttäuscht aufgegeben. Da sind andere vergleichbare Krimis - wie Jean-Luc Bannalecs alias Jörg Bongs humorvolle Bretagne-Krimis - doch um Längen besser. Schon bei Sellanos erstem Band "Portugiesisches Erbe" (2016) hatte ich meine Mühe zwischen Reiseführer und Krimi zu unterscheiden. Also: Wer Lissabon und seine Portugiesen liebt, wird Freude an diesem Roman haben. Wer nur den Krimi im Buch sucht, muss ENTTÄUSCHT werden.

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70 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 19 Rezensionen

roman, italien, rezension, salvatore basile, die wundersame reise eines verlorenen gegenstands

Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands

Salvatore Basile , Elvira Bittner
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 13.03.2017
ISBN 9783764506001
Genre: Romane

Rezension:

Einfach SCHÖN und dies gleich in mehrfacher Hinsicht ist der im März 2017 im Verlag Blanvalet veröffentlichte Buch "Die wundersame Reise eines verlorenen Gegenstands", der erste - und hoffentlich nicht letzte! - Roman des italienischen Drehbuchautors Salvatore Basile. Zwar ist im Titel das vor Jahren verlorene Tagebuch des kleinen Michele gemeint, doch ist der inzwischen 30-Jährige selbst auch verloren und allein in seinem Elternhaus zurückgeblieben, das seine kleine Welt ist. Das wahre Leben, vor dem er sich fürchtet, spielt sich woanders ab. Doch die Romanhandlung zeigt Michele und uns Lesern, dass das Leben trotz manchen Unglücks, das einem widerfahren kann, dennoch unglaublich lebens- und liebenswert sein kann. Man muss es nur erkennen und zulassen. Wer sich verliert, kann sich auch wieder finden. Der Autor versteht es ausgezeichnet, seine Figuren trotz ihrer Schwächen mit liebevollen Augen zu sehen und ebenso liebevoll zu beschreiben. "Die wundersame Reise ..." ist ein besinnliches, lebenskluges und -bejahendes Buch trotz der mancher dramatischer Wendungen der Handlung. So liebevoll wie des Autors Sicht auf das Leben trotz all seiner Verstrickungen, so liebevoll und formschön ist seine Sprache, wofür natürlich auch der Übersetzerin Elvira Bittner zu danken ist. Salvatore Basiles Buch, das sich sehr gut für eine Verfilmung eignen würde, macht Mut auf Leben und ist deshalb, aber auch wegen seiner Formulierungskunst unbedingt LESENSWERT. Für mich hatte Salvatore Basiles erster Roman in Inhalt und Schreibstil Ähnlichkeit mit den Büchern Hanns-Josef Ortheils und ist auch deshalb EMPFEHLENSWERT.

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35 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

pubertät, kurzgeschichten, kein ratgeber, mit viel humor, lustig

Und ewig schläft das Pubertier

Jan Weiler , Till Hafenbrak
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Piper, 03.07.2017
ISBN 9783492057721
Genre: Humor

Rezension:

GELESEN - Amüsant ist nach "Das Pubertier" (2014) und "Im Reich der Pubertiere" (2016) auch Jan Weilers erst vor einer Woche im Piper-Verlag erschienener dritter Band "Und ewig schläft das Pubertier" über seine Kinder Carla und Nick. Ja, amüsant, aber mehr auch nicht, ist diese Sammlung kurzer Kolumnen. Eine erfrischende Erholungslektüre zwischen zwei "richtigen" Büchern, die man bitte nicht mit Jan Weilers Erstlingswerk und wirklichem Bestseller "Maria, ihm schmeckt's nicht!" vergleichen sollte. Vielleicht ist Weiler in diesem dritten Band auch schon etwas die Puste ausgegangen? Schade.

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