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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

deutschland, dystopie, horror, zombies, zombie

The Biting - Erster Gang: Menschlichkeit

Alexander C. Christian
Flexibler Einband: 394 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 14.08.2016
ISBN 9781537064505
Genre: Sonstiges

Rezension:

HANDLUNG

Gemeinsam mit seiner Mutter Kathrin, seinem kleinen Bruder Ben und seiner Freundin Anja ist Mik auf der Flucht vor den Posthumanen. Gerade, als sie glauben, einen Ausweg aus ihrer Situation gefunden zu haben, bricht eine Massenpanik aus, nach der Mik nicht mehr der ist, der er einmal war. Die gesamte Familie wird einer harten Probe unterzogen. Ich denke, so viel kann ich vom Plot verraten ohne alles vorweg zu nehmen.
Der Leser wird gleich zu Beginn in die Handlung hineingeworfen und bekommt erst nach und nach erklärt, was es eigentlich mit der ganzen Situation auf sich hat. Ich persönlich mag das ja sehr gerne, weil es sofort sehr atmosphärisch ist. Es gibt ja auch genug Bücher, deren Anfänge ein etwas mühsames Unterfangen sind. Das ist hier definitiv umgangen.
Ganz davon abgesehen ist die Grundidee sehr originell und für mich auch neuartig, aber das kann auch daran liegen, dass ich sonst eher selten etwas mit Zombieromanen zu tun habe. Den Handlungsaufbau ist recht interessant gestaltet, vor allem angesichts dessen, dass der Charakter, den man zunächst als den Hauptcharakter vermutet, bald in den Hintergrund tritt und einem der anderen die Bühne überlässt.
Das Buch besticht gerade am Anfang mit lebendigen und teilweise filmreifen Flucht- und Kampfszenen. Jedoch muss ich ehrlich zugeben, dass ich mich nach dem ersten Drittel zunehmend gefragt habe, worauf die Handlung eigentlich abzielt und was der Sinn dahinter ist. Nach einem großen Input an Information kam für mich ein Durchhänger, der bis zum Schluss nicht ganz schwinden wollte. Obwohl zwischendurch wieder Spannung aufkam, wollte sich die Euphorie des Beginns nicht mehr ganz einstellen.
Der Autor hat ein sehr gutes Gespür für die kleinen Details, die Atmosphäre schaffen, vor allem was das Soziale angeht. Hinzu kommt, dass er seine ganze Welt auch so aufgebaut hat, dass sie nachvollziehbar scheint. Auch zwischendurch kam er immer wieder mit genialen Ideen auf, die mich beeindruckt haben. Der Nachteil an dieser Fülle an Details ist nur, dass für mich irgendwann nicht mehr ganz ersichtlich war, wohin das Ganze gehen soll. Vieles hat die Handlung eher gestreckt als unterstützt. Das Element, auf dem der Fokus wahrscheinlich liegen soll, ging irgendwann unter.
Ich hoffe einfach, dass das im nächsten Teil besser wird. 

 

CHARAKTERE

Was die Schwächen der Handlung für mich ausbügelt, sind die liebevoll gestalteten Charaktere. Man merkt, dass der Autor sich hier einige Gedanken gemacht haben muss, denn selbst Figuren mit kurzen Auftritten wirken sehr lebendig. So ist mein liebster Charakter Margot, die wirklich nur ganz kurz und nie wieder danach vorkam.
Normalerweise füge ich an dieser Stelle immer kurze Charakterisierungen der Hauptfiguren ein. Da es aber doch schon etwas länger her ist, dass ich das Buch beendet habe, und ich nicht lügen möchte, fällt es dieses Mal weg und ich bleibe etwas allgemeiner. Angesichts dessen, dass im Buch sehr viele Charaktere auftreten, dürfte das nicht einmal ein großes Problem sein.
Ich mochte die Konstellation von Mik, Anja, Kathrin und Ben sehr gerne. Es kommt eben doch eher selten vor, dass man in Büchern mit dystopischem Charakter eine Mutter mit ihren Kindern begleitet. Gerade im Verlauf hat das Zusammenspiel von Anja und Kathrin der Geschichte auch etwas mehr Tiefe gegeben. Beide Frauen waren nachvollziehbar gestaltet und hatten mehr Dimension als so manche Hauptcharaktere anderer Dystopien.
Überhaupt waren wirklich alle im Roman vorkommende Personen mit einer Vergangenheit und kleinen Eigenarten ausgestattet, egal wie unwichtig sie schienen. Dass das vom Autor so konsequent durchgezogen wurde, hat mir beim Lesen definitiv sehr viel Freude bereitet. Ich denke, er hat hier etwas aufgebaut, was viele andere Autoren gerne vernachlässigen.
Und ich weiß, dass diese Worte gerade von mir fast etwas zu positiv klingen, aber was die Charaktere angeht, hat mich dieses Buch wirklich beeindruckt.  

 

SCHREIBSTIL

Ich weiß nicht so ganz, was ich vom Schreibstil halten soll. Er ist definitiv nicht schlecht, denn es gibt Passagen, in denen ohne Zweifel Spannung aufkam, was ohne gute Formulierungen nicht möglich ist. Trotzdem gab es immer wieder Momente, in denen ich über den Stil gestolpert bin.
Das Buch ist in der 3. Person Singular im Präteritum geschrieben, der Leser begleitet wechselnd mehrere Charaktere.
Obwohl es Stellen gab, an denen das Plusquamperfekt sinnvoller gewesen wäre, wurde das Präteritum beinahe durchgehend eingehalten. Ich weiß, dass es auch andere Autoren gibt, die so verfahren, aber ich persönlich finde es nicht selten verwirrend.
Ansonsten hat der Stil etwas sehr Konträres an sich. Teilweise werden im selben Satz recht fachliche Wörter mit sehr umgangssprachlichen Ausdrücken gepaart.  Vielleicht steckt dahinter eine Intention des Autors, auf mich wirkte es leider oft etwas gestelzt und als wüsste er nicht genau, welche Wirkung er erzielen möchte.
Es gab einige eingestreute philosophische oder humorvolle Anmerkungen des Erzählers in Klammern oder Gedankenstrichen, welche einfach nicht so ganz zum Rest des Textes passen wollen und eher meinen Lesefluss gestoppt haben.
Trotzdem passt der Stil ganz gut zum Text.

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61 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 37 Rezensionen

vlogger, new york, liebesroman, tierheim, #folgedeinemherzen

#FolgeDeinemHerzen

J. Vellguth
E-Buch Text: 224 Seiten
Erschienen bei null, 15.06.2016
ISBN B01H2MXIAW
Genre: Liebesromane

Rezension:

HANDLUNG
Weil sie ihrer Freundin Cherry zum Geburtstag ein Date mit ihrem Lieblingsvlogger bereiten wollte, hat Sara an einem Gewinnspiel teilgenommen. Tatsächlich bekommt sie das Date – nur leider ist Jake nicht der, den sie haben wollte. Jake kann Sara helfen, ihr geplantes Geschenk doch noch in die Tat umzusetzen, jedoch nur, wenn sie trotzdem mit ihm ausgeht. Dafür muss sie ihre Vorurteile und ihre Angst gegenüber dem Internet bekämpfen.
Die Grundidee hat ein bisschen etwas von einer Fanfiktion. Andererseits ist es tatsächlich ein origineller Gedanke, einen der Hauptcharaktere zum Internetstar zu machen. Aktueller und näher am Puls der Zeit geht es beinahe nicht, noch dazu ist die Idee noch nicht so verbraucht, wie einige andere und bietet damit frisches Potential.
Der Einstieg ins Buch fiel mir recht schwer, vielleicht weil die ersten Szenen tatsächlich so fanfiktionhaft sind, wie die Idee suggeriert. Irgendwann war dieser komische Beigeschmack jedoch verflogen und es entwickelte sich eine durchgehend nachvollziehbare und herzerwärmende Liebesgeschichte, welche ich gerne gelesen habe. Man kann mit den Charakteren gut mitfühlen und alles fühlt sich sehr natürlich an. Aufgrund der verschiedenen Auffassungen der Hauptcharaktere wurde es auch nicht langweilig.
Was mir das Buch dann leider doch etwas kaputt gemacht hat, war das Ende. Für mich bedient es jegliche Klischees einer Hollywoodromanze und es war mir dann doch etwas zu viel Tamtam, schrammte an der Grenze des Realistischen vorbei. Ich weiß, es gibt Menschen, die es genau so mögen, gerade weil es so kitschig ist – ich selbst gehöre da aber leider nicht zu und bin der Meinung, dass es bessere Enden gegeben hätte.
Alles in allem ist es ein sehr leichtes Buch, welches sich gut für zwischendurch eignet. Große Lektüre voller Philosophie und neuen Erkenntnissen ist es nicht, aber es bietet gute Ansätze und erfüllt den Zweck der Unterhaltung.


CHARAKTERE
Die Protagonisten sind ganz gut ausgearbeitet, die restlichen Charaktere scheinen eher Statisten zu sein. Generell sind die Charaktere nicht die originellsten, aber schlecht sind sie auch nicht.
Sara ist der typische weibliche Hauptcharakter. Gutherzig und zielstrebig. Sie hat eben alles, was einen liebenswürdigen Menschen ausmacht, verkörpert das im Buch aber auf eine sehr natürliche und angenehme Weise. Ihre Schwächen, wie ihre Vorurteile und die Sturheit mit welcher sie diese verteidigt, fügen sich gut ein und machen sie nachvollziehbar.
Jake ist angenehmerweise kein typischer Bad Boy, sondern einfach nur ein normaler, netter Kerl. Man findet ihn vom ersten Auftreten an sympathisch, da seine Bekanntheit im Internet keinen großen Einfluss auf seine Persönlichkeit hat. Er wird nie als großer Star dargestellt, bleibt stets einfach nur Jake. Ich denke, dass das ein großer Pluspunkt des Romans ist. Er zeigt, dass Stars auch nur Menschen sind und erfüllt somit eine wichtige Aufgabe.
Die Hauptcharaktere spielen gut zusammen, machen das Buch dank ihrer verschiedenen Ansichten auf Liebe und Internet zu einem relativ realistischen Abbild einer Liebesgeschichte.
Wenn man die Nebencharaktere betrachtet, ist mir Jakes Gran definitiv der sympathischste. Sie wird sehr authentisch dargestellt, hat eine wunderbar trockene und ehrliche Art zu reden und gibt dem Roman mit ihren Lebensweisheiten ab und an einen philosophischen Touch.
Cherry dagegen blieb für mich die ganze Zeit über recht farblos, füllte für mich einfach nur die Lücke der obligatorischen besten Freundin. Sie stach in keiner Situation wegen irgendetwas hervor, war ein bisschen wie ein immer wieder auftauchender Geist, den man gleich wieder vergessen hatte. Im Grunde war Cherry nur da, um Sara ab und an Denkanstöße zu geben, eine richtige Persönlichkeit war sie für mich leider nicht.

SCHREIBSTIL
Die Geschichte ist in der 3. Person Singular im Präteritum geschrieben, die Hauptcharaktere Jake und Sara werden abwechselnd begleitet.
Der Stil hat etwas sehr Leichtes, Flüssiges an sich, ist dabei nicht zu einfach gehalten. Es gibt malerische Umgebungsbeschreibungen, die dem Text ein ganzes Stück Atmosphäre schenken. Manchmal wirkten die Details etwas deplatziert – für die Geschichte ist es eher irrelevant, welche Farbe ein Handtuch oder der Toilettensitz hat. Irgendwann hatte sich dieses Ungleichgewicht jedoch eingespielt.
Das Beste am ganzen Buch waren definitiv die authentischen Dialoge und ich denke, dass sie die größte Stärke der Autorin sind. Sie sind der Grund, warum der Roman stellenweise tatsächlich einen sehr überzeugenden Eindruck macht.

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40 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

gay romance, coming of age, e. losian, gay, schwul

Eisprinz und Herzbube

Elena Losian
Flexibler Einband
Erschienen bei Main Verlag, 15.10.2015
ISBN 9783945118955
Genre: Liebesromane

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28 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

fantasy, magie, dresden, rebellion, hexen

Séance

Julia Mayer
E-Buch Text: 309 Seiten
Erschienen bei neobooks, 28.07.2015
ISBN 9783738035186
Genre: Krimi und Thriller

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38 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

liebe, 18, gabe, ridaundniro, wunschinstitut

Sternschnuppenzauber

Albana Kelmendi
E-Buch Text: 556 Seiten
Erschienen bei tredition, 01.12.2015
ISBN 9783732368044
Genre: Jugendbuch

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737 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 109 Rezensionen

jahreszeiten, liebe, fantasy, jennifer wolf, morgentau

Morgentau - Die Auserwählte der Jahreszeiten

Jennifer Wolf
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.07.2016
ISBN 9783551315953
Genre: Jugendbuch

Rezension:

HANDLUNG
Alle hundert Jahre wählt die Göttin Gaia ein Mädchen aus, welches mit in ihre Welt kommt, um dort einen ihrer vier Söhne zu heiraten. Diese symbolisieren je eine Jahreszeit und leben in Einsamkeit, welche nur durch die Auserwählte für ein Jahrhundert unterbrochen werden kann. Gaias Wahl fällt auf Maya, welche zunächst einige Tage mit allen Söhnen gemeinsam und anschließend mit jedem von ihnen einzeln eine Woche verbringen darf, um sich dann für einen von ihnen zu entscheiden.
Schon zu Beginn fühlt sie sich stark von Nevis, dem Winter angezogen, obwohl dieser eher in sich gekehrt und ihr gegenüber abweisend ist. Aus dem Affekt heraus entscheidet sie sich dennoch für dessen Bruder Jesien, den Herbst. Als Maya klar wird, was sie getan hat, will sie ihre eigene Entscheidung nicht hinnehmen - schnell wird dies zu einem Kampf gegen Gesetzlichkeiten und einer dramatischen Liebesgeschichte.
Die Grundidee ist definitiv neu und sehr interessant, da sie viel Potenzial bietet. Die Autorin kam auch immer wieder mit neuen Wendungen im Plot auf, die nicht alle vorhersehbar waren. Leider ist die Umsetzung nicht ganz so gut gelungen, sodass Spannung sich nur selten aufbauen konnte.
Generell hätten dem Buch ein paar hundert Seiten mehr definitiv gut getan. Es gibt ein viel zu schnelles, teilweise sehr unregelmäßiges Erzähltempo mit vielen Zeitraffern, die einem das Nachvollziehen der Handlung deutlich erschweren. Die Wochen, die Maya bei den Jahreszeiten verbringt, werden beispielsweise auf wenigen Seiten beschrieben, sodass der Leser keine Chance hat, Mayas Empfindungen zu verstehen oder überhaupt die Charaktere wirklich kennenzulernen.
Außerdem entwickelt sich die Beziehung zwischen Maya und Nevis sehr rasant und wird schnell zu einem dramatischen "Ich kann nicht ohne dich leben" aufgebauscht. Es gibt keine expliziten Situationen oder süße Kleinigkeiten, die dem Leser zeigen, warum sie einander plötzlich so sehr lieben könnten. Die einzige Erklärung, die durchgängig geboten wird, ist Liebe auf den ersten Blick.
Wenn man von der Liebesgeschichte absieht und die Welt, in der sie spielt genauer betrachtet, so stößt man auf einige Logikfehler und Ungereimtheiten, zu denen es keine Auflösungen gibt. Nicht alle von ihnen sind wirklich schlimm, hätten aber definitiv leicht verhindert werden können.
Das Ende ist definitiv überraschend. Ich weiß bisher immer noch nicht, ob ich es mögen soll oder nicht, wobei ein solcher Zwiespalt im Leser ja auch etwas Gutes sein kann.
"Morgentau - Die Auserwählte der Jahreszeiten" ist definitiv voller Potenzial, welches sich aber nie wirklich entfalten konnte.
 
CHARAKTERE
Dadurch, dass man nie wirklich die Möglichkeit hatte, die Charaktere wirklich intensiv kennenzulernen und sie verstehen zu können, haben sie alle auf mich recht farblos gewirkt und lassen sich in wenigen Worten beschreiben, was ich sehr schade finde.
Maya ist in einem Orden unter Frauen aufgewachsen und hat demnach noch nie wirklich mit einem Mann gesprochen. Sie ist ein sehr liebes und unschuldiges Mädchen, in vielerlei Hinsicht unerfahren, hat kaum andere Eigenschaften. Ihr fehlen eindeutig ein paar Reize, die sie interessant machen könnten, sodass sie ein eher eintöniger Charakter bleibt. Zwar macht sie sich viele Gedanken und hinterfragt auch einige Dinge, handelt aber trotzdem durchweg auf naive Weise. Ich konnte mich zu keinem Zeitpunkt wirklich mit ihr identifizieren.
Nevis hat fast sein gesamtes Leben allein verbracht, wurde lediglich von einem Tiergeist in wolfsform begleitet. Noch nie hatte sich eine Auserwählte dazu entschlossen, bei ihm zu leben und interessiert hatte er sich für die Mädchen bisher auch nicht. Er muss täglich dafür sorgen, dass eine dicke Eisschicht auf dem Großteil der Erde bestehen bleibt. Es gab eine Stelle im Buch, in der er meinte, seine Seele sei nicht für die Ewigkeit gemacht und ich finde, dass ihn das ziemlich gut beschreibt. Er hat einen sehr zerbrechlichen Charakter und Angst, verletzt zu werden. Viel mehr erfährt man nicht über ihn. Das, was einem als seine Geschichte geboten wird, hat ihn für mich auch nicht wirklich greifbarer gemacht.
Überhaupt fand ich es sehr merkwürdig, dass alle vier Jahreszeiten sich sehr jugendlich verhalten, obwohl sie doch schon mehrere hundert Jahre alt sein müssen.
Gaia und Jesien waren die einzigen Charaktere, die ich irgendwie sympathisch fand. Gaia hat etwas sehr mütterliches an sich, ist aber dennoch bestimmt. Jesien kann für Maya unfassbar viel Verständnis aufbringen, ist sehr ehrlich und warmherzig.
Es ist wirklich schade, dass die Autorin viele Szenen und Situationen ausgelassen oder halbherzig behandelt hat, sodass man nie wirklich mit den Charakteren warm werden konnte.
 
SCHREIBSTIL
Die Geschichte in der ersten Person Singular im Präsens aus Mayas Sicht geschrieben. Jennifer Wolfs Schreibstil ließt sich sehr flüssig, kam mir jedoch auf oft wie eine ausdruckslose Aneinanderreihung von Fakten vor. Es liegt nicht unbedingt daran, dass es keine Ausschmückungen gab, sondern einfach daran, dass viele Worte nicht genügend Aussagekraft besaßen.
An anderen Stellen gab es unfassbar kitschige Beschreibungen von Emotionen oder Nevis' Augen, welche sich wiederum nicht gut in das restliche Textbild eingefügt und mich genervt haben.
Auch die Dialoge wirkten auf mich selten natürlich. Alle Charaktere hatten dieselbe Art zu sprechen: teilweise unnatürlich gewählt und poetisch, teilweise sehr umgangssprachlich.

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317 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 47 Rezensionen

liebe, musik, teresa sporrer, rockstar, zoey

Verliebe dich nie in einen Rockstar

Teresa Sporrer
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 02.07.2015
ISBN 9783551314949
Genre: Jugendbuch

Rezension:

HANDLUNG
Im Grunde sagt der Klappentext schon das Wichtigste aus. Hauptsächlich geht es um Alex „Acid“ und Zoey, den von sich selbst eingenommenen „Rockstar“ und die brave, intelligente Schülerin. Erzählt wird in der ersten Person Singular aus Zoeys Sicht. Das zwölfte Schuljahr beginnt und damit landet Alex, der das Jahr wiederholt, in ihrer Klasse. Während Zoeys Begeisterung sich in Grenzen hält, sind ihre Freundinnen Violet, Nell und Serena sofort Feuer und Flamme und können mit dem Schwärmen nicht aufhören. Ihrer Vorurteile wegen hat Zoey einen regelrechten Hass auf Alex, was sie ihn auch ständig spüren lässt, nicht nur indem sie ihm ihre Nachhilfe zunächst verweigert. Gezwungenermaßen lernt sie den Sänger mit der Zeit jedoch besser kennen und beginnt, ihre Ansichten zu hinterfragen und sich auf seine Persönlichkeit einzulassen.
Die Grundidee ist für mich nicht neu, das ganze Buch ließt sich ein bisschen wie eine solide Fanfiktion zu einer x-beliebigen Band, wie man sie in diversen Foren findet.
Eigentlich hat sich für mich zu keinem Zeitpunkt richtige Spannung aufgebaut, aber ich fand es dennoch sehr schön zu sehen, wie sich die Beziehung zwischen Zoey und Alex entwickelt. Das Zusammenspiel ihrer unterschiedlichen Charaktere empfand ich als sehr interessant und Zoeys Entwicklung hat mir ebenfalls gefallen. Es gibt auch einige Passagen, die mich tatsächlich zum Schmunzeln gebracht haben.
„Verliebe dich nie in einen Rockstar“ ist definitiv eine sehr leichte Lektüre, die sich schnell wegließt und den Zweck, einen zu unterhalten, erfüllt. Tiefgründigkeit findet man hier jedoch eher nicht. Für mich hat das Buch keine bedeutungsschwere Aussage und es hat mir auch nichts geboten, das mir die Sicht auf etwas verändert, aber ein kleines bisschen zeigt es, dass es vollkommen okay ist, nicht immer brav zu sein. Ich denke, dass unsichere Mädchen im Alter von 14-16 definitiv etwas für sich mitnehmen könnten!
Wie bereits gesagt, finde ich die Idee an sich eher durchschnittlich, aber sie hätte schlechter umgesetzt sein können.

CHARAKTERE
Meine Meinung hierzu ist sehr zwiegespalten und ich hoffe, dass gleich auch deutlich wird, warum.
Beginnen wir mit Zoey, der Protagonistin. Ich persönlich fand sie stellenweise sehr nervig, da sie eine doch sehr eigene Persönlichkeit besitzt und sich für ihr Alter sehr pubertär verhält. Es gab einige Momente, in denen ich mich durchaus mit ihr identifizieren konnte, in vielen anderen fiel es mir aber doch sehr schwer, sie zu verstehen. Ich denke, dass dies vor allem daran liegt, dass sie immer wieder sehr uneinsichtig ist. Sie hat auch so einige Macken an sich, welche ich zunächst eher als anstrengend empfand. Da sie aber kontinuierlich auftauchten und irgendwie einfach zu ihr gehört haben, fand ich das später wiederum sehr schön.
Alex/Acid ist wohl der am besten ausgearbeitete Charakter im ganzen Buch. Eigentlich war er mir von Beginn an sympathisch, was vielleicht auch ein wenig der Grund ist, warum ich Zoey nicht so ganz verstehen konnte. Sein Verhalten war für mich durchgehend nachvollziehbar und auch seine Hintergrundgeschichte ist ganz gut ausgearbeitet, auch wenn ich sie stellenweise als etwas überdramatisch empfand. Dies lag jedoch weniger an der Geschichte selbst, als an der Darstellung.
Zoeys Freundinnen sind ebenso pubertär wie Zoey selbst. Zwar sind sie Zoey gegenüber sehr liebevoll, aber ihre Charakterzüge wurden so übertrieben dargestellt, dass ich die meiste Zeit über eher nur den Kopf über sie schütteln konnte. Auch, wenn stellenweise angedeutet wird, dass auch sie ihre Geschichten zu haben scheinen, kamen sie mir sehr unrealistisch vor.
Viele der Nebenfiguren sind sehr stereotypisch angelegt. Das wird vor allem an Zoeys Eltern und ihren Mitschülern sichtbar. Ihre Eltern arbeiten in einer Kanzlei und sind überhaupt sehr streng und geradlinig und so bleibt es das ganze Buch über. In Zoeys Klasse gibt es Stephanie, welche das typische Tussi-Klischee erfüllt, wie man es in amerikanischen Filmen präsentiert bekommt. Da hätte man sich meiner Meinung nach mehr Gedanken machen können.
Zoeys Bruder Ian mochte ich hingegen sehr und genau wie Alex scheint er etwas besser ausgearbeitet zu sein scheint.
Was mich durchweg an fast allen Charakteren im Buch genervt hat, waren ihre übertriebenen Reaktionen auf alles mögliche. Auch das hat den pubertären Beigeschmack des Buches noch einmal deutlich unterstrichen.

SCHREIBSTIL
Das Buch ist in der 1. Person Singular aus Zoeys Sicht im Präteritum geschrieben.
Der Stil ist von einer sehr lockeren, leichten Natur und sehr an das Wesen der Protagonistin angepasst. Er ist flüssig zu lesen.
Mein persönlicher Fall ist er nicht, aber er ist passend zum Buch.

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246 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 14 Rezensionen

alkohol, drogen, gewalt, sucht, selbstmord

No Exit

Daniel Grey Marshall ,
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei cbt, 06.06.2006
ISBN 9783570301944
Genre: Jugendbuch

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201 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

magie, fantasy, elemente, äther, feuer

Zauber der Elemente - Himmelstiefe

Daphne Unruh
Flexibler Einband: 488 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 17.09.2012
ISBN 9781480179295
Genre: Fantasy

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179 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 15 Rezensionen

fantasy, kai meyer, liebe, frankreich, asche und phönix

Asche und Phönix

Kai Meyer
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 30.01.2015
ISBN 9783551313560
Genre: Jugendbuch

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581 Bibliotheken, 17 Leser, 2 Gruppen, 73 Rezensionen

dystopie, divergent, jugendbuch, veronica roth, chicago

Divergent

Veronica Roth
Fester Einband: 487 Seiten
Erschienen bei Harpercollins Childrens Books, 03.05.2011
ISBN 9780062024022
Genre: Sonstiges

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18 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 5 Rezensionen

poetisch, philosophi, schonungslos, dystopie, julia mayer

Die Keime

Julia Mayer
E-Buch Text: 345 Seiten
Erschienen bei neobooks, 04.12.2015
ISBN 9783738050370
Genre: Fantasy

Rezension:

HANDLUNG
Der Roman spielt auf der Erde, einige Jahrzehnte in der Zukunft. Seelen werden wiedergeboren, dafür müssen sie im Leben jedoch vier Phasen durchlaufen, vom Keim zum Splitter, vom Splitter zum Herz und schließlich zur Asche werden. Je weiter sie in der Phase sind, desto mehr Erinnerungen an ihre alten Leben haben die Menschen. Der Kernproblem der Geschichte ist, dass man plötzlich nicht mehr wiedergeboren wird, sondern endgültig stirbt. Daran wird den Keimen die Schuld gegeben, was zunächst nicht weiter begründet wird. Sie werden verfolgt und getötet.
Avery und Skar gehören zu diesen Keimen und sind gemeinsam auf der Flucht. Bei Cosima, einer alten Bekannten Skars, finden sie zunächst einen Unterschlupf, dann folgen die nächsten Probleme.
Man taucht in eine Welt mit wunderbar vielen futuristischen Details ein, wie Leuchtquallen als Lichtquellen, Flugzeuge als alltäglich genutzte Verkehrsmittel oder diverse Körpermodifikationen. Vor dem inneren Auge baut sich einem so sehr leicht ein Bild von überfüllten Städten und moderner Kultur auf.
Man merkt aber auch sehr schnell, dass dieser Roman nicht einfach nur eine Geschichte zur Unterhaltung ist, sondern auch starke philosophische Gedankengänge mit sich bringt. Schon allein der Prolog ließt sich sehr bedeutungsschwer und hinterlässt ein Gewicht auf dem Leser.
Das Maß an Handlung bleibt dabei recht überschaubar, Spannung baut sich erst gegen Ende des Buches auf. Mich hat vor allem der philosophische Teil über den Sinn des Lebens und das Miteinander zum Weiterlesen veranlasst. Auch die atmosphärische Dichte hat mich sehr beeindruckt.
Dennoch gibt es einige Fragen die für mich ungeklärt blieben und auch das System der Lebensphasen hat sich mir noch nicht zu hundert Prozent erschlossen. Warum gerade den Keimen die Schuld gegeben wird, ist mir immer noch ein Rätsel. Da ich den Eindruck habe, dass diese Buchreihe nicht gänzlich undurchdacht sein kann, gehe ich davon aus, dass sich einiges noch in den Folgebänden klären wird.

CHARAKTERE
Die Charaktere waren für mich einer der besten Aspekte des Buches. Vor allem die Konstellation der Charaktere ist sehr interessant angelegt und entspricht nicht den typischen Klischees die man mittlerweile in beinahe jedem Werk finden kann.
Die junge Avery wird von dem älteren, erfahreneren Skar begleitet und bilden zusammen eher eine Zweckgemeinschaft als alles andere. Dieses Gespann ist definitiv eines der interessantesten, von denen ich in letzter Zeit gelesen habe. Ihre Persönlichkeiten sind sehr gegensätzlich, was für einige Konflikte sorgt. Skar war mit Abstand der spannendste Charakter des gesamten Buches. Er ist sehr schroff und definitiv nicht dumm. Man erfährt nicht viel über ihn, aber es scheint einiges hinter ihm zu stecken. Auch sein Umgang mit Avery ist recht spannend, da er oft von teilnahmslos zu liebevoll wechselt.
Im Kontrast zu Avery und Skar steht Cash, dessen Eltern bereits zur Asche geworden sind und welcher somit einen nachvollziehbaren, wenn auch naiven Hass auf die Keime hat. Er zeigt einem sehr bildlich die andere Perspektive auf die Gesamtproblematik. Ähnlich verhält es sich auch mit einigen anderen Nebencharakteren. Cosima ist ebenfalls ein Charakter, für den man aufgrund ihrer großen Hilfsbereitschaft schnell Sympathie empfindet. Sie scheint auch recht essentiell für die Geschichte zu sein.
Generell werden die Charaktere sehr lebensnah beschrieben und dargestellt, man kann jeden von ihnen zumindest im Ansatz nachvollziehen und die individuellen Sorgen und Ängste verstehen. Avery bleibt für mich noch etwas farblos, was ihren Charakter angeht, es gibt kein ausdrucksstarkes Adjektiv, mit dem ich sie spontan beschreiben könnte. Dennoch glaube ich, dass sie in den Folgebänden noch wachsen und es sich somit ändern wird. Daher sehe ich darüber guten Gewissens hinweg und vergebe 5 Punkte.

SCHREIBSTIL
Ich liebe ihn. Julia Mayer hat einen sehr einzigartigen Stil, der sicher nicht jedermanns Fall ist, meinen Geschmack jedoch definitiv trifft.
Teilweise werden Personalpronomen oder gar Verben einfach weggelassen, sodass der Text zeitweise auch einfach aus Ellipsen oder schlichten Aufzählungen besteht. Da man das nicht gewohnt ist, braucht es durchaus seine Zeit, ehe man sich daran gewöhnt. Zwischen diesen Verkürzungen sind oft sehr philosophisch anmutende Sätze eingestreut, welche eine ganz eigene Poesie mit sich bringen. Diese besondere Kombination macht Atmosphäre und Emotionen sehr greifbar und man kann sogar die Leidenschaft der Autorin spüren.

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65 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

manga, liebe, japan, freundschaft, shojo

NANA 01

Ai Yazawa , Christine Rödel
Buch: 179 Seiten
Erschienen bei EMA - Egmont Manga und Anime, 15.02.2005
ISBN 9783770461707
Genre: Comics

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(4.866)

7.439 Bibliotheken, 134 Leser, 20 Gruppen, 408 Rezensionen

fantasy, schattenjäger, dämonen, liebe, vampire

City of Bones

Cassandra Clare , Franca Fritz , Heinrich Koop
Flexibler Einband: 504 Seiten
Erschienen bei Arena, 05.01.2011
ISBN 9783401502601
Genre: Jugendbuch

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(175)

288 Bibliotheken, 7 Leser, 5 Gruppen, 40 Rezensionen

musik, lehrer, freundschaft, liebe, münchen

Becks letzter Sommer

Benedict Wells
Fester Einband: 453 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 01.09.2008
ISBN 9783257066760
Genre: Romane

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(221)

407 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 55 Rezensionen

liebe, dämon, fantasy, laura kneidl, freundschaft

Light & Darkness

Laura Kneidl
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 28.07.2016
ISBN 9783551315946
Genre: Jugendbuch

Rezension:

HANDLUNG
Das Buch spielt auf der Erde, einige Jahrzehnte in der Zukunft. Seit geraumer Zeit ist die Existenz sämtlicher paranormaler Wesen bekannt. Diese Leben entweder in Kolonien oder haben am Alltag der Menschen teil, indem sie einem Delegierten zugeteilt werden, mit dem sie wohnen. Obwohl per Gesetz festgelegt ist, dass Wesen und Delegierter gleichen Geschlechts sein müssen, wird Light der männliche Dämon Dante zugeteilt. Dieser verhält sich vollkommen respektlos und gefährdet mit seinen Aktionen sogar Lights Position als Delegierte. Dennoch möchte sie nicht so schnell aufgeben und hält zu ihm. Hinzu kommt, dass Dante nicht irgendwer ist und Light und ihre Familie, als auch sich selbst damit in Gefahr bringt. Und trotzdem wachsen da in Light Gefühle für ihn heran.
Im Mittelpunkt der Handlung steht vor allem die Romanze zwischen Light und Dante, welche sich sehr langsam und realistisch entwickelt, sodass man die Emotionen der Charaktere sehr gut nachvollziehen kann. Dennoch hat Laura Kneidl es geschafft, ein gesundes Gleichgewicht zum weiteren Geschehen zu finden, sodass man nicht in kitschigen Momenten der Zweisamkeit baden musste. Es blieb also auch genügend Platz für den Leser, um sich ein Bild von der Welt zu machen, in welcher die Handlung angesiedelt ist.
Dadurch, dass die Wesen in diesem Buch nicht unerkannt und geheim bleiben, ermöglicht "Light & Darkness" nämlich einen recht neuen Blickwinkel auf Paranormale. Es wirft eine wichtige ethische Frage auf: Inwiefern ist ein toleranter Umgang miteinander überhaupt möglich? Immerhin sind Paranormale ihrer Fähigkeiten wegen in vielen Dingen überlegen. Kann es überhaupt einen friedliches Miteinander ohne Angst und Zweifel geben? - Die Regelung durch Delegierte ist eine eher suboptimale Lösung, was im Verlauf der Geschichte immer offensichtlicher wird. Ob es überhaupt die Lösung für alle gibt, bleibt im Buch unbeantwortet, was ich auch sehr gut finde. Wie jedes (ethische) Problem verlangt eben auch dieses nach einem langwierigen Prozess der Optimierung.
Es gibt einige dramatische Elemente im Buch, aber sie fügen sich sehr natürlich in die Handlung ein, da sie mehr oder weniger alle aus demselben Kontext heraus entstehen, welcher sie nachvollziehbar macht.
Klischeefrei ist der Plot sicherlich nicht. Dass sich ein herzensgutes Mädchen in einen bösen Jungen verliebt, welcher eigentlich gar nicht wirklich böse ist und sie vor sich beschützen will, haben wir alle schon einmal irgendwo gelesen. Genauso, dass es noch einen zweiten Jungen gibt, der Gefühle für die Protagonistin hat. Zumindest ersteres Klischee sehe ich durch den Kontext jedoch definitiv gerechtfertigt, auch wenn es für mich das schrecklichste aller Klischees ist.
Das Ende des Buches kommt etwas schnell und jäh, was ich schade fand, da es den harmonischen Fluss der Handlung dann doch ein wenig gestört hat. Nachvollziehbar und passend ist es dennoch.
Offensichtlich gibt es also einige Kritikpunkte. Ich konnte aber sehr gut über sie hinwegsehen, sodass sie mir das Buch nicht zuwider gemacht haben.

CHARAKTERE
Light ist eine sehr sympathische Hauptfigur, wenn auch nicht unbedingt sonderlich originell gestaltet. Definitiv fällt es einem leicht, sich mit ihr zu identifizieren, eben weil sie keine auffälligen Eigenheiten an sich hat, die einen nerven könnten. Andererseits sind solche Eigenheiten auch Dinge, wegen denen Charaktere einem ans Herz wachsen. Sie ist ganz nett und man kann sie mögen, aber mehr eben auch nicht, im Grunde ist sie leicht austauschbar. Aber ich sagte ja, dass ich sie mochte, und das liegt vor allem daran, dass sie sehr erwachsen und pflichtbewusst ist. In allem, was sie tut, ist sie sehr diszipliniert. Manchmal hat sie einige jugendliche Emotionsausbrüche, die jedoch recht nachvollziehbar und nicht zu übertrieben sind.
Ich habe das Gefühl, dass der zweite Hauptcharakter generell besser ausgearbeitet ist, als der erste. - Und so verhält es sich auch bei Dante. In ihm steckt viel mehr, als nur ein aufmüpfiger Dämon. In seiner Vergangenheit hat er definitiv schlimme Dinge getan und ist kein Charakter mit gänzlich weichem Herz. Ganz offensichtlich ist er bereit, für seine Ziele Opfer zu bringen. Dennoch ist er liebenswürdig und will eigentlich nur das Richtige tun. Ich habe das Gefühl, dass seine Vergangenheit und auch die seines Vaters sehr gut ausgearbeitet ist. Vieles wurde nur in Randbemerkungen angedeutet, trotzdem ließe sich sicherlich beinahe ein eigenes Buch damit füllen.
Lights Bruder Jude war in der Vergangenheit schwer krank, dies wurde im Buch jedoch nicht zu einem großen Drama aufgebauscht, was ich sehr angenehm fand. Sein Paranormaler Kane hat ihm damals viel Halt gegeben und scheint ihm genauso wichtig zu sein, wie Light. Das wird mehrmals deutlich und machte ihn sehr sympathisch. Genau wie Light besitzt er aber keine markanteren Charakterzüge. Dasselbe trifft auf Kane zu, obwohl er eindeutig ein großer Beschützer ist.
Viele andere haben den Kritikpunkt gehabt, dass Paranormale sich in ihrer Darstellung in "Light & Darkness" nicht großartig von Menschen unterscheiden. An sich stimmt das, Unterschiede werden nur in einigen wenigen Szenen deutlich. Ich fand das jedoch nicht sonderlich schlimm, da die Paranormalität an sich gar nicht im Mittelpunkt des Buches steht. Einige Wesen unterscheiden sich außerdem auch traditionell nur in wenigen Punkten von Menschen.
Manche Charaktere hätten noch etwas interessanter dargestellt werden können, jedoch gab es nichts, was mich durchgängig an ihnen gestört hat.

SCHREIBSTIL
Verfasst ist das Buch in der 3. Person Singular und wir haben es mit einem personalen Erzähler zu tun, welcher hauptsächlich Light, ab und an auch andere Figuren begleitet.
Zu Beginn kam er mir recht durchschnittlich vor, wie eben viele andere Romantasybücher für Jugendliche auch geschrieben sind, aber je mehr ich gelesen habe, desto besser gefiel mir Laura Kneidls Schreibstil. Das Buch ist reich an Vergleichen, die jede Situation sehr echt und lebhaft erscheinen lassen und ich habe selten so natürliche Dialoge lesen dürfen. Man gerät nie ins stocken, da die Autorin ihre Stilmittel sehr geschickt an den passenden Stellen einsetzt.

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fantasy, liebe, faun, jade, nina blazon

Faunblut

Nina Blazon
Flexibler Einband: 478 Seiten
Erschienen bei cbt, 03.12.2010
ISBN 9783570307083
Genre: Jugendbuch

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