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174 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 53 Rezensionen

avalon, fantasy, wächter, magie, raven

Die Wächter von Avalon - Die Prophezeiung

Amanda Koch
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei familia Verlag, 08.03.2013
ISBN 9783943987140
Genre: Fantasy

Rezension:

Nachdem es die ersten knapp 100 Seiten schien, als würden diese Geschichte und ich nicht miteinander warm werden, wurde sie danach zunehmend atmosphärischer und konnte mich doch noch von sich überzeugen.
Ein Kompliment hat die Herstellungsqualität des Hardcovers verdient: von Cover, Gestaltung und Bindung war ich sehr begeistert, vor allem das hochwertige dickere Papier hat beim Lesen überzeugt.
WorldbuildingDie Geschichte beginnt mit einer langen Passage, die allein aus Esmés Sicht geschrieben ist und in der "normalen" Welt spielt. Mit der Einführung von Raven als zweiter Hauptfigur beginnen wir dann jedoch auch die sehr spannende Welt Amadurias und Avalons kennenzulernen. Amaduria ist eine magische Welt, die nur von magischen Wesen betreten werden kann. Das Zentrum der Magie liegt auf der heiligen Insel Avalon.Leider wird Amaduria jedoch durch den Dämon der Finsternis bedroht, der seiner Gefangenschaft entkommen ist und nun Allianzen schmiedet, um die Macht Avalons an sich zu reißen. Verhindern müssen dies die vier Wächter Avalons, die kurz vor der Initiation stehen: Raven, Ian, Quinlan und Evolet. Koch baut hier eine sehr komplexe und realistische Welt auf, die detailreich und in gut platzierten Häppchen gezeichnet wird, so dass sie problemlos zu begreifen ist.Sowohl der Weltenentwurf als auch die Geschichte wirken geradezu ätherisch und es kommt eine mystische Atmosphäre auf, die durch die Entlehnung aus der Artussage gespeist wird und mich sehr für sich eingenommen hat.
SpannungsbogenWie schon erwähnt hatte ich mit dem ersten Viertel des Romans meine Probleme. Esmé als Protagonistin erschien mir zunächst leider unsympathisch - und das war meinem Lesevergnügen wirklich abträglich, da sie zu Beginn die Geschichte allein trägt. Wir steigen damit ein, dass Esmé beschreibt, sie würde sich in ihrer Welt und Familie fremd fühlen, während sie spürt, dass sie sich innerlich verändert. Um genau diese Tatsache kreist die Geschichte einfach zu lange: die Spannung fehlt, mit den immer gleichen Wortwendungen wird immer wieder Esmés unveränderter Zustand beschrieben, als drehe sie sich in einem gedanklichen Hamsterrad. Mit dem Auftritt von Raven in der Geschichte und in Esmés Leben wird es dann jedoch bald spannender. Endlich nimmt Esmés Veränderung Form an und man erfährt als Leser nach und nach, was eigentlich Sache ist, während sich zugleich die Bedrohung für Amaduria und die Wächter aufbaut. Ab diesem Zeitpunkt steigt die Spannung kontinuierlich und gipfelt in einem wirklich spektakulären Showdown, in dem sich die Ereignisse geradezu überschlagen.
CharaktereObwohl Esmé mit fortlaufender Seitenzahl auf dem Sympathie-Barometer steigt, fand ich sie zu Anfang fast schon unausstehlich. Sie suhlt sich in ihrem Selbstmitleid, keinen Zugang zu ihrer Familie, keine Freunde und keinen Plan für die Zukunft zu haben. Zudem behandelt sie ihre Eltern mit einer solchen Kälte, die vor allem ihre Mutter nicht verdient. Das gipfelt dann sogar darin, dass sie völlig ohne jeden Gewissensbiss ihre Eltern ohne Aufklärung hinter sich lässt - in dem Wissen, dass sie sie womöglich nie wiedersieht. Wie mies ist das denn?Mit Raven zusammen gefällt sie mir jedoch sehr gut. Sie ist ihrer Veränderung gegenüber sehr aufgeschlossen und akzeptiert sie schnell. Etwas haltlos fand ich die Liebesgeschichte zwischen den beiden. Bevor sie sich überhaupt richtig kennenlernen, lieben sie sich, da Esmé ihn in zahlreichen Visionen gesehen hat und diese Liebe einfach irgendwie da ist. Trotz der wenigen realen Zeit, die sie miteinander haben, ist ihre Liebe praktisch bodenlos und unendlich. Mein Kitsch-Herz findet das super, aber dann meldet sich der Logik-Verstand hier doch mit einem kleinen Stirnrunzeln zurück.
SchreibstilAmanda Koch hat einen sehr angenehmen und flüssigen Schreibstil, auch wenn sie gerade bei der Schilderung von Esmés Gefühlswelt wenig abwechslungsreiche Phrasen nutzt. In ihrer Geschichte wechseln die Perspektiven im Text übergangslos: im einen Satz wird noch aus Esmés Sicht geschrieben, im nächsten aus Ravens. Zu Beginn musste ich mich daran erst noch gewöhnen, dann fand ich es jedoch vorteilhaft, weil Koch dadurch ohne großes Federlesen die verschiedenen Sichten auf die Geschehnissen verweben kann.
FazitWo die Geschichte zu Anfang Startschwierigkeiten in Bezug auf Spannung und Protagonistin bereithielt, wurde es anschließend immer besser, je komplexer das faszinierende Worldbuilding wird. Die Spannung baut sich ab dem zweiten Viertel kontinuierlich auf und kann mit guten Plot Twists bis zum spektakulären Finale meine Aufmerksamkeit halten. An die Hauptfigur Esmé musste ich mich eindeutig erst gewöhnen; die Liebesgeschichte war süß aber etwas unrealistisch - dafür wird man allerdings durch die magische und fesselnde Atmosphäre der Geschichte entschädigt.

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(12.205)

16.170 Bibliotheken, 59 Leser, 28 Gruppen, 324 Rezensionen

fantasy, harry potter, magie, hogwarts, zauberei

Harry Potter und der Stein der Weisen

Joanne K. Rowling , Klaus Fritz
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 21.07.1998
ISBN 9783551551672
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt: Bis zu seinem elften Geburtstag denkt Harry Potter, er wäre ein ganz normaler Junge. Aufgewachsen ist er bei Tante und Onkel, da seine Eltern ums Leben gekommen sind. Gut ging es ihm dort aber nie, denn er wird ständig schikaniert, während Dudley, der Sohn von Tante Petunia und Onkel Vernon, immer bevorzugt wird.
Schließlich erfährt Harry jedoch, dass er in Wirklichkeit ein Zauberer ist, weil er eingeladen ist, auf die Hogwarts Schule für Hexerei und Zauberei zu gehen.
Petunia und Vernon sind zwar strikt dagegen, doch der Wildhüter Hogwarts namens Hagrid kommt Harry zu Hilfe und gemeinsam bereiten sie Harry auf sein erstes Schuljahr vor.
Von Hagrid erfährt Harry auch, dass seine Eltern gar nicht bei einem Autounfall gestorben sind, wie Petunia und Vernon ihm immer weismachen wollten. In Wahrheit wurden sie vom Zauberer Lord Voldemort ermordet und nur Harry hat den Angriff auf die Familie überlebt und somit Voldemort seiner Kräfte beraubt.
In Hogwarts findet Harry schnell Freunde, doch auch dort ist ihm nicht jeder wohl gesonnen. Und schon bald muss er sich mit seinen neuen Freunden Hermine und Ron einem Geheimnis stellen, dass Hogwarts und seine Schüler bedrohen könnte…
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Meinung: Ich muss schon zugeben: Harry Potter erfreut sich nicht umsonst solcher Beliebtheit! Auch mich hat die Geschichte gepackt und lässt mich nicht mehr los.

Harry Potters Welt zieht einen von Anfang an in ihren Bann, man kann einfach nicht umhin, die Geschichte zu mögen.
Rowling gestaltet mit ihrer Erzählstruktur Harrys Welt von Anfang an so lebendig und bunt, dass man sich sofort zu Hause fühlt. Während man mit Harry zusammen entdeckt, dass es Magie und Zauber tatsächlich gibt und ihn während seines ersten Jahres in Hogwarts begleitet, lernt man die Welt mit ihren vielen Facetten kennen. Vom Zaubersport Quidditsch bis zum Aufbau der Schule wird alles mit wenigen Worten präzise erklärt. Statt ausschweifenden Beschreibungen setzt die Autorin schon eher auf eine Vielzahl von Ereignissen, damit es nicht langweilig wird.

Harry hat zwar bei Tante und Onkel eigentlich nicht viel zu lachen und trotzdem nimmt er die Schikanen oft mit Humor und lässt sich davon nicht unterkriegen. Er überzeugt einfach mit seinem Mut und seiner Neugier, die die Geschichte immer wieder um ein Abenteuer reicher machen. Auch Ron und Hermine haben ihre ganz eigenen Charakterzüge, auch wenn sie mir bisher ein wenig zu einseitig daher kamen. Ich bin aber guter Dinge, dass das in den Folgebänden noch aufgeholt wird.
Trotzdem erhalten sie alle drei ihren Part in der Geschichte und müssen sich in den Dingen beweisen, die sie gut können. Gerade dadurch, dass selbst der ansonsten eher durchschnittliche Ron in einigen Dingen hervorsticht, werden alle Figuren einem schnell sympatisch.

Bis zum Ende hin wird es dann immer spannender, denn Harry und seine Freunde entdecken während ihrem ersten Jahr, dass etwas Besonderes im Schloss versteckt ist, an das einer der Lehrer unbedingt herankommen will… Dass die drei das unbedingt verhindern müssen, versteht sich ja von selbst!
Und so gibt es auch ein ordentliches Finale, in dem sich Harry dem Übeltäter ganz allein stellen muss. Vorhersehbar ist die Geschichte überhaupt nicht, denn man tappt selbst solange im Dunkeln, bis Harry die wahre Identität herausfindet.
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Fazit: „Harry Potter und der Stein der Weisen“ ist für mich ein viel versprechender Beginn der Harry Potter-Reihe und überzeugt mit viel Spannung und einer facettenreichen und bunten Welt. Ich freue mich schon jetzt auf die nächsten 6 Bände!

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(306)

597 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 33 Rezensionen

engel, liebe, vampire, erzengel, fantasy

Gilde der Jäger: Engelsblut

Nalini Singh , Cornelia Röser
Flexibler Einband: 412 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 04.11.2011
ISBN 9783802585951
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt: Elena und Raphael sind endlich zurück in New York, nachdem sie den Zusammenstoß mit Lijuan in Peking überstanden und Elena sich von ihren Verletzungen erholt hat.
Endlich kann Elena ihre Freunde wieder in die Arme schließen und beginnt damit, sich mit Raphael ein neues zu Hause in ihrer Heimatstadt aufzubauen. Außerdem ist sie fest entschlossen, wieder soweit zu Kräften zu kommen, dass sie der Gilde wieder voll einsatzfähig als Jägerin zur Verfügung steht. Doch bis dahin ist noch einiges zu tun, denn gerade ihre Flugkünste kann sie nur durch ausdauerndes Training verbessern.
Damit ist es aber schnell vorbei, als Elena zum Schauplatz eines Mordes gerufen wird: der Schule ihrer Halbschwestern Amethyst und Evelyn. Ein Vampir im Blutrausch hat hier zwei Mädchen brutal ermordet und erneut wird Elenas Familie durch sie bedroht, denn die Vermutung scheint nahe zu liegen, dass die Schule nicht zufällig ausgewählt wurde.
Die Zahl der gewalttätigen Vampire im Blutrausch steigt derweil auf der ganzen Welt und auch Naturkatastrophen suchen jeden Kontinent heim.
Bald wird klar, dass die Ursache für all das nur ein mächtiger Engel sein kann, der aus einem jahrhunderte langen Schlaf erwacht. Und Raphael ahnt, dass es seine wahnsinnige Mutter Caliane sein könnte. Nur gemeinsam können sich Elena und Raphael diesem Alptraum stellen…
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Meinung: Es hilft nichts: „Engelsblut“ war ungelogen wieder ein toller der Band der Gilde der Jäger-Reihe. Es war wieder von vorne bis hinten spannend und ich war wieder von der ersten Seite an vollkommen in Elenas und Raphaels Welt gefangen.

„Engelsblut“ schließt an die Geschehnisse aus „Engelszorn“ (Band 2) an, als Elena und Raphael nach New York zurückkehren, nachdem Elena ihre Verletzungen aus dem Kampf in Peking auskuriert hat. Obwohl die Bedrohung durch Caliane sich nur langsam aufbaut, nimmt einen die Geschichte wieder von Anfang an gefangen, da Elena durch die Morde, in die Vampire verwickelt sind, in Atem gehalten wird.
Elena muss sich nun ganz neu in New York einleben, und schon kurz nach ihrer Ankunft geschehen die Morde in der Schule ihrer Halbschwestern. Ab da sind Elenas Fähigkeiten als Jägerin immer wieder gefragt, denn dies soll nicht der einzige Zwischenfall mit Vampiren im Blutrausch bleiben.
Auch zwischen Raphael und Elena ist lange nicht alles klar, denn Raphaels Beschützerinstinkt und Befehlsgehabe schränken Elena noch immer ein und damit ist sie so gar nicht einverstanden. Trotzdem verrennen sich die beiden nicht in kindischen Streitereien und Singh verzichtet komplett auf übertrieben kitschige Liebesbekundungen.

Elena und Raphael bleiben auch in diesem Band die starken und eigensinnigen Charaktere, die man seit dem Beginn ihrer Geschichte kennt. Sie wachsen auch in diesem Band wieder enger zusammen und treffen doch weiterhin ihre eigenen Entscheidungen.
Vergangenheit und Erinnerung spielen bei beiden auch diesmal wieder eine große Rolle, denn da Elena wieder in New York ist und ihre Halbschwestern ins Geschehen involviert sind, wird ein Zusammentreffen mit ihrem Vater Jeffrey unausweichlich, der Elena nach wie vor die Schuld für das Leid gibt, dass ihrer Familie zugestoßen ist.
Durch die Vermutung, Caliane könnte der erwachende Engel sein, sieht sich nun auch Raphael mit seiner Vergangenheit konfrontiert und öffnet sich Elena.

Das einzige, was mich an „Engelsblut“ nicht vollkommen überzeugen konnte, war der Showdown. Elenas Part war mir hier ein wenig zu kurz geraten. Trotzdem war er wieder sehr dramatisch gestaltet und der letztendliche Ausgang des Ganzen hat mir wiederum gut gefallen und lässt Stoff für kommende Geschichten übrig.
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Fazit: Singhs Welt hat mich auch im dritten Band ihrer Gilde der Jäger-Reihe wieder vollkommen in ihren Bann gezogen und überzeugt mit den starken Charakteren und der spannenden Handlung. Wirklich schade, dass im nächsten Band Dmitri statt Raphael und Elena die Hauptrolle spielen wird.

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647 Bibliotheken, 9 Leser, 11 Gruppen, 96 Rezensionen

dystopie, enklave, hebamme, zukunft, jugendbuch

Die Stadt der verschwundenen Kinder

Caragh O'Brien , Oliver Plaschka
Fester Einband: 462 Seiten
Erschienen bei Heyne, 24.01.2011
ISBN 9783453528000
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt: Gaia Stone ist in einer Welt aufgewachsen, die mehrere Jahrhunderte in der Zukunft liegt. Sie ist als Tochter einer Hebamme damit vertraut, dass jeden Monat die erstgeborenen Babys an die Enklave abgegeben werden müssen. Sie dient der Enklave treu und wird eines Tages die Aufgaben ihrer Mutter übernehmen. Die Enklave ist eine abgeriegelte Stadt, die hinter hohen Mauern liegt und in der die Leute wesentlich größeren Komfort genießen, als vor ihren Toren. Jeder Bewohner der Enklave darf sie jederzeit verlassen, doch die Bewohner der umliegenden Stadt Wharfton haben kein Recht, sie zu betreten.
Als Gaia dann aber eines Abends von der ersten Geburt nach Hause kommt, die sie ohne Hilfe durchgeführt hat, sind ihre Eltern verschwunden. Der Wächter der Enklave Bruder Grey sucht sie auf und befragt sie nach eventuellen Geburtenlisten, die ihre Mutter geführt haben könnte und schließlich erfährt Gaia, dass man ihre Eltern in der Enklave ins Gefängnis geworfen.
Sofort ist ihr klar, dass sie irgendwie versuchen muss, ihre Eltern zurückzuholen. Also dringt sie in die Enklave ein und muss erkennen, dass die Enklave lange nicht so perfekt ist, wie es den Anschein hat. Nun ist sie eine Verbrecherin, doch erhält sie immer wieder unerwartet Hilfe vom Wächter Leon Grey…
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Meinung: In ihrem Buch „Die Stadt der verschwundenen Kinder“ hat Caragh O’Brien eine sehr interessante, dichte Zukunftswelt geschaffen, die mit zahlreichen Problemen wie den Folgen des Klimawandels oder genetisch bedingten Krankheiten zu kämpfen hat.

Die Geschichte beginnt eher ruhig, man hat viel Zeit, Gaia und ihr Leben besser kennen zu lernen. Bedingt durch mehrere Rückblenden zu ihrem früheren Leben mit ihren Eltern, lernt man schnell mehr über das Leben in Wharfton und der Enklave. Spannend wird es dann, als Gaia sich entschließt, in die Enklave einzudringen, um ihre Eltern zu befreien. Dabei ist sie nicht so naiv zu denken, dies würde ein Kinderspiel werden und beweist Mut, denn im Grunde weiß sie, dass sie wahrscheinlich nicht erfolgreich sein wird. Zwischendurch schleichen sich trotzdem immer mal wieder kleinere Spannungstiefs ein, aber danach wird man dafür wieder mit mutigen und spannenden Aktionen belohnt.

Zusammen mit Gaia erkundet man die Straßen der Enklave und lernt mehr über sie und ihre Strukturen. Die Gestaltung der gesamten Stadt gelingt der Autorin sehr gut, denn ich konnte mir den Aufbau schon bald sehr gut vorstellen. Für diejenigen, denen das nicht gelingt, gibt es zu Beginn des Buches aber auch eine sehr schöne Karte, die Wharfton und die Enklave zeigt.
Auch die aufgezeigten Probleme sind sehr gut durchdacht. Denn durch die genetische Gleichheit der Menschen, die seit vielen Jahren in der Enklave leben, sind sehr viele Bewohner Bluter geworden, also an Hämophilie erkrankt, und sterben deswegen in viel größeren Zahlen. Nur durch die vorgebrachten Kinder von außerhalb haben sie eine Chance, wenigstens eine gewisse genetische Vielfalt zu bewahren.
Natürlich werden auch hier Verteilungsprobleme und Ungleichheiten thematisiert, denn während die Enklave genügend Wasser und Strom zur Verfügung hat, mangelt es Wharfton eindeutig an diesen Gütern.

Trotzdem vermisse ich eine irgendwie geartete Vorgeschichte dazu. Ich habe vergeblich darauf gewartet, auch etwas darüber zu erfahren, wie und warum die Enklave entstanden ist. Abgesehen von allgemeinen Aussagen wie der Klimaproblematik ist auch schleierhaft, wieso sich die Welt derart verändert hat, denn die Enklave und Wharfton umgibt Ödland und es bleibt unklar, ob sich dahinter noch Leben befindet.

Die Charaktere erschienen mir sehr tiefgründig. Vor allem Gaia ist ein sehr mutiges und starkes Mädchen. Die hat im Laufe der Geschichte große Verluste zu verkraften und nimmt diese sehr gefasst hin. Auch lässt sie sich trotz aller Rückschläge nie entmutigen und kämpft unaufhörlich für ihre Ziele, auch wenn sie sich damit selbst in Gefahr bringt. Sie verliert niemals ihren Glauben und das bleibt auch nach dem Ende des Buches noch unheimlich bewundernswert.
Ebenso gut hat mir Leon gefallen. Sein Charakter ist sehr facettenreich und man wird bis zum Ende des Buches immer wieder von einer seiner unbekannten Seiten überrascht. Er ist dabei unheimlich selbstlos und unterstützt Gaia, selbst wenn er sie am liebsten von ihren gefährlichen Aktionen abhalten würde.

Der Schreibstil hat die Geschichte in meinen Augen sehr gut unterstützt, flüssig und angenehm lesbar trägt er auch über die etwas langatmigeren Passagen hinweg und lässt Gaias Welt fast schon real erscheinen.
Mir bleibt nur zu hoffen, dass es in Band 2 „Das Land der verlorenen Träume“ genauso fesselnd weitergeht und Gaia ihren Weg findet. Ich bin gespannt.
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Fazit: „Die Stadt der verschwundenen Kinder“ ist der vielversprechende Beginn einer Dystopien-Triologie, die noch einiges an Potential hat, dass hoffentlich in den folgenden Bänden genutzt wird. Caragh O’Brien schafft eine faszinierende Zukunftswelt mit sehr starken und überzeugenden Charakteren, auch wenn mir der Entstehungshintergrund ein wenig fehlte. Der Roman regt dank der verschiedenen Probleme in Gaias Welt auch zum nachdenken an.
Allen Dystopiefans zu empfehlen!

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306 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 16 Rezensionen

vampire, liebe, walküre, fantasy, immortals after dark

Eiskalte Berührung

Kresley Cole , Bettina Oder
Flexibler Einband: 495 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 07.10.2011
ISBN 9783802584954
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt: In „Eiskalte Berührung“ begleitet Murdoch Wroth seinen Bruder nach New Orleans, wo dieser nach seiner Braut sucht. Als das erledigt ist, geht er selbst in den Straßen auf die Jagd nach den Mythenweltgeschöpfen, von denen er als einer der Devianten, die kein Blut aus lebenden Quellen trinken, nicht viel weiß. Er trifft dabei auf die Halbwalküre und Eisfeyde Daniela, von der er augenblicklich fasziniert ist. Doch er ist in dieser Nacht nicht der Einzige, der sie verfolgt. Hinter ihr sind auch Auftragsmörder ihrer eigenen Art her, die sie als rechtmäßige Thronerbin beseitigen wollen. Als Murdoch sich in den Kampf wirft, um Daniela zu helfen, erkennt er, dass sie seine Braut ist und somit beide füreinander bestimmt sind. Doch als Eisfeyde kann Danii von niemandem berührt werden, ohne unerträgliche Schmerzen zu fühlen…

Die Kurzgeschichte „Unsterbliche Sehnsucht“ erzählt die Geschichte des Kriegsherren Nikolai Wroth, der vor fünf Jahren von der Walküre Myst erweckt und kurz darauf verlassen wurde. Nun ist er auf der Suche nach ihr, um sich seine Braut endlich zu Eigen zu machen…
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Meinung: In „Eiskalte Berührung“ bekommt man gleich fast 500 Seiten und zwei Geschichten von Kresley Cole zu lesen und endlich geht es wieder um die Walküren – ich habe sie wirklich vermisst!

Der siebente Roman von Coles „Immortals after dark“-Serie hat wieder genau die richtige Mischung von Spannung und Leidenschaft getroffen. Wie gewohnt macht die Autorin es ihren Charakteren nicht leicht und legt ihnen einige Steine in den Weg, die sie überwinden müssen, ehe sie wirklich zueinander finden. Beide Geschichten enthalten eher wenig Nebenhandlung und der Fokus liegt auf dem Beziehungsaufbau der Figuren. Die Handlung wird außerdem durch die zahlreichen erotischen Szenen etwas in die Länge gezogen, aber gerade das erwartet man ja von Kresley Coles Romanen, wenn man die Vorgänger kennt.
Wieder wird man in die bereits bekannte Welt hineingezogen und lernt erneut eine neue Spezies der vielschichtigen Bevölkerung von übernatürlichen Wesen kennen. Ich merke jedes Mal wieder, wie faszinierend und dicht Kresley Cole ihre Welt gestaltet, so dass sie einmal regelrecht real erscheint. Die Eisfeyden fand ich wirklich sehr interessant, zumal Daniela ja ihre rechtmäßige Königin ist.

Mit Murdoch und Nikolai finden in diesem Band nun auch die letzten beiden der Wroth-Brüder ihre Gefährtinnen und ich musste feststellen, das sich die Brüder wahnsinnig faszinierend finde und nach dem Ende fast etwas wehmütig war, dass nun keiner der vier mehr übrig ist (wobei ich aus jetziger Sicht Murdoch und Nikolai interessanter fand als Sebastian und Conrad). Sowohl Murdoch als auch Nikolai haben einen ganz eigenen Charakter und bleiben dem auch treu – komme, was wolle. Ebenso sympathisch erschienen mir mit Myst und Daniela, die ja beide im Koven in New Orleans leben. Dadurch sind die Geschichten natürlich auch sehr eng verbunden und ich finde es gut, dass sie in einem Band zusammen gefasst wurden, da einige wenige Szenen sogar in beiden Geschichten eingebaut sind, nur eben aus einem jeweils anderen Blickwinkel.

Es gibt aber auch Überschneidungen mit Band 2 und Band 4, denn im Laufe der Geschichte finden Murdoch und Nikolai ihre beiden Brüder wieder, weswegen mir vor allem parallele Szenen zu Band 4 um Conrad aufgefallen sind.
Der Showdown beider Geschichten gestaltete sich wie immer sehr spannend, denn beide Brüder hatten es sich wie immer in ihrer Dickköpfigkeit ordentlich verbaut und mussten somit einiges wieder gutmachen.
Vor allem das Ende von Murdochs und Daniis Geschichte hat mir dann richtig gut gefallen, da es zum einen wunderbar in die Jahreszeit passt und zum anderen noch mal alle vier Brüder und ihre Gefährtinnen versammelt sind.
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Fazit: Die Geschichten um die beiden Wroth-Brüder konnten mich voll überzeugen. Kresley Cole hat hier wieder bewiesen, dass sie genau die richtige Mischung aus Spannung, Liebe und knisternder Erotik gefunden hat. Da bleibt mir nur zu sagen: Schade, dass es nicht noch mehr Wroth-Brüder gibt, deren Geschichten erzählt werden könnten.

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726 Bibliotheken, 4 Leser, 8 Gruppen, 47 Rezensionen

vampire, hunter, liebe, orden, corinne

Gejagte der Dämmerung

Lara Adrian , Katrin Kremmler
Flexibler Einband: 392 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 07.07.2011
ISBN 9783802583841
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt: Corinne Bishop ist gerade erst den Fängen von Dragos entkommen, nachdem sie vom Orden befreit wurde. Mehrere Jahrzehnte wurde sie von ihm gefoltert und missbraucht.
Jetzt möchte sie einfach nur noch zurück zu ihrer Familie und wieder ein normales Leben führen, soweit das denn möglich ist. Im Hauptquartier des Ordens lernt sie den Krieger Hunter kennen. Dieser erkennt die schöne Corinne sofort aus einer Vision, die ihm die kleine Mira zeigte.
Hunter erklärt sich bereit, Corinne zurück zu ihrer Familie nach Detroit zu bringen, doch dort angekommen merkt er sofort, dass Corinnes Vater Geheimnisse hat. Corinne muss schließlich feststellen, dass sie nicht einmal mehr ihrer Familie trauen kann.
Sie schließt sich Hunter an und findet bei ihm den Trost und die Liebe, die sie braucht, doch beide verbergen Dinge voreinander, die sie wieder auseinander treiben könnten…
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Meinung: Auf Hunters Geschichte war ich natürlich sehr gespannt, da man den Vampir als emotionslosen Killer kennt und ich unbedingt wissen wollte, wie Corinne es schafft, seine Gefühlswelt umzukrempeln.

Wie Corinne befreit wurde, erfuhr man ja bereits im letzten Band und nachdem sie vorerst im Hauptquartier des Ordens untergekommen ist, lernt sie dort schnell Hunter kennen, den effizienten, emotionslosen Krieger, der bis vor einiger Zeit einer von Dragos’ Killern war.
Es dauert diesmal ein wenig länger, bis die Handlung den Leser richtig in Atem hält, da erst mit Corinnes Ankunft bei ihren Eltern die Geschehnisse ins Rollen kommen. Ab da geraten Corinne und Hunter dann allerdings immer wieder in Gefahr, denn sie sind einem von Dragos’ Handlangern auf der Spur, der nicht gefunden werden möchte.

In Corinne kann man sich von Anfang an sehr gut hineinversetzen. Sich mit ihrer schwierigen Lage zu identifizieren, fällt nicht schwer, denn man fühlt und leidet mit ihr. Ihre Vergangenheit verarbeitet sie zwar langsam und erinnert sich immer wieder an Details der Folter, sie badet jedoch weder im Selbstmitleid, noch wischt sie die Geschehnisse einfach weg.
Hunter ist sofort von Corinne fasziniert, versteht seine Reaktion auf sie zunächst aber kein bisschen und muss sich zum ersten Mal in seinem Leben fragen, was seine Gefühle zu bedeuten haben. Nach und nach entdeckt er eine andere Seite von sich und verliebt sich in Corinne. Dabei ist er erstaunlich vernünftig und angenehm. Statt wie viele seiner Brüder erst einmal ihrer Unwürdigkeit wegen jede Art von Beziehung abzulehnen, steht Hunter ganz offen zu seinen Gefühlen und spendet Corinne ehrlichen Trost.

Es werden diesmal auch mehrere Nebenhandlungen aus Sicht anderer Personen einbezogen. Um die prekäre Lage im Hauptquartier des Ordens verfolgen zu können, wird immer wieder kurz aus Lucans Perspektive erzählt, denn Dragos hat einen entscheidenden Vorteil im Krieg zwischen ihm und dem Orden erwirkt, der alle Krieger und ihre Lieben in größte Gefahr bringt. Die Lage im Krieg spitzt sich also nun dramatisch zu.
Auch Sterling Chase, der im nächsten Band seine Stammesgefährtin finden wird, erhält bereits in „Gejagte der Dämmerung“ eine Stimme. Froh war ich über seine Entwicklung allerdings ganz und gar nicht, denn mit Chase geht es abwärts und das Ende lässt nichts Gutes für den nächsten Band erwarten.
Und auch Dragos hat immer wieder Auftritte, die Einblick in seine Komplotte und Machenschaften geben. Seine Passagen hätten aber ruhig kürzer sein können, denn manchmal erschienen sie mir wirklich langatmig.
Durch diese Nebenstränge wird diesmal zwar mehr als gewöhnliche von den Geschehnissen um die Hauptcharaktere abgelenkt, dass schadet aber nicht, da Corinne und Hunter trotzdem genug Raum erhalten haben, um einander näher zu kommen.
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Fazit: Hunters und Corinnes Geschichte konnte mich wie gewohnt begeistern. Auch was die übergreifende Handlung um den Krieg mit Dragos angeht, gibt es diesmal einige dramatische Entwicklungen. Für Fans der Reihe ist auch dieser Band eindeutig ein Muss.

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726 Bibliotheken, 10 Leser, 9 Gruppen, 66 Rezensionen

arkadien, mafia, liebe, sizilien, fantasy

Arkadien fällt

Kai Meyer
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 29.09.2011
ISBN 9783551582034
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt: In Ruhe wollen Rosa und Alessandro ihren Freund Fundling beerdigen, doch selbst auf dem Friedhof werden sie überwacht, denn obwohl es nur eine kleine Trauergemeinde ist, tauchen die Richterin Quattrini und ihre Leibwächter auf dem Friedhof auf.
Die Richterin will sich mit Rosa und Alessandro treffen und trotz Alessandros Zweifeln fahren die beiden zum Treffpunkt. Kaum hat die Unterhaltung begonnen, kommt es zu einem Angriff durch Harpyien, Gestaltwandlereulen, die die Richterin ermorden. Rosa und Alessandro bleiben unverletzt, wissen aber, dass sie nun als Mörder der Richterin gesucht werden, da sie mit der Richterin allein waren.
Es beginnt eine Verfolgungsjagd auf die beiden, denn nicht nur die Polizei sucht sie nun, sondern auch ihre eigenen Familien haben sich gegen die beiden verbündet und ihnen die Harpyien auf den Hals gehetzt, um ihre capi loszuwerden.
Zu allem Überfluss steht auch der Hungrige Mann kurz davor, wiederzukehren, der mit Rosas und Alessandros Hilfe wieder zum capo dei capi und Anführer der Arkadier aufsteigen will – doch gefangen genommen werden sie schließlich von jemand ganz anderem…
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Meinung: In „Arkadien fällt“ taucht man nun ein letztes Mal in Rosas und Alessandros sizilianische Welt der Mafia und Arkadier ein und fühlt sich dort sofort wieder so zu Hause, wie in den beiden Vorgängerbänden.

Immer wieder mal kommt dabei ganz schön ins Grübeln, da es bei mir schon ein Jahr her ist, dass ich „Arkadien brennt“ gelesen habe, weswegen mir Begriffe wie TABULA, Thanassis, Stabat Mater oder der Hungrige Mann erstmal nicht mehr so ganz geläufig waren. Das meiste klärte sich aber im Laufe der Handlung von selbst, weil man sich an immer mehr Dinge zurückerinnert und auf den Rest kommt man dann auch so wieder.
Die Spannung in diesem Band der Arkadien-Triologie erschien mir aber eindeutig als der Spannendste, denn durch die Flucht, die Rosa und Alessandro antreten müssen und die Verfolger, die sie abschütteln müssen, wird es ganz und gar nicht langweilig. In diesem Band geht es auch zur Sache, was die Action angeht, denn nach der Art der Mafia gibt es eine Menge Schießereien und die beiden müssen einiges wagen, um heil davonzukommen. Es geht außerdem auch wesentlich blutiger zu, als in den Vorgängerbänden. Wichtig war mir dabei, dass trotz allem weder Rosa noch Alessandro die Skrupel verloren und begonnen haben, aus Eigennutz zu töten.
Getragen wurde die Spannung außerdem auch von den vielen Wendungen, die die Geschichte an unerwarteten Stellen nahm.

Rosa und Alessandro bleiben weiterhin willensstark und authentisch, sie halten zusammen, obwohl sie bei weitem nicht immer derselben Ansicht sind. Trotz der oft krassen Maßnahmen, sie sie ergreifen müssen, um auf ihrer Flucht zu überleben, werden sie nicht skrupellos oder überheblich. Sie sind sich bewusst, dass Mord ihr letztes Mittel bleiben muss.
Man merkt aber deutlich, dass die beiden sich weiterentwickelt haben und nicht mehr die naiven Teenager aus „Arkadien erwacht sind“. Als capi kennen sie den Preis, den sie für ihren Reichtum zahlen. Sie spüren die Last, die auf ihren Schultern liegt und handeln wesentlich verantwortungsvoller.

Wie es sich für einen Abschlussband gehört, kommt man in Bezug auf alle offenen Fragen auf seine Kosten. Es wird Licht ins Dunkel gebracht, was die Abstammung der Arkadier und die Verbindung mit den alten Mythen abgeht; Rosa findet endlich heraus, wer hinter TABULA steckt und kommt der Wahrheit um ihren Vater auf die Schliche.
Die Geschichte gipfelt dann schließlich in einem dramatischen Showdown, der mir wirklich ein bisschen Herzrasen bereitet hat – wie übrigens einige andere Stellen auch – da Rosa und Alessandro beinahe ums Leben kommen.
Für Spannung und Nervenkitzel war also eindeutig gesorgt, weswegen ich sehr froh war, dass die Beziehung zwischen Rosa und Alessandro nicht auch noch auseinandergepflückt wurde. Es wird ja in solchen Geschichten immer gerne noch mal ein Keil zwischen die Hauptcharaktere getrieben, was dann oftmals wirklich anstrengend wird. Ich bin über jede Geschichte froh, in der man keine spektakulären Streitereien und Trennungen braucht, um Drama in die Handlung zu bringen, sondern das Paar auch gemeinsam auf Abenteuer schicken kann – und so ein Buch ist „Arkadien fällt“.
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Fazit: „Arkadien fällt“ bildet einen fantastischen, spannenden Abschluss der Triologie, in dem alle Fäsen zusammenlaufen. Rosa und Alessandro sind erwachsen geworden; gemeinsam stellen sie sich ein letztes Mal ihren Widersachern und decken die Geheimnisse um die Arkadier auf.

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(4.577)

7.159 Bibliotheken, 76 Leser, 27 Gruppen, 441 Rezensionen

liebe, zeitreise, zeitreisen, london, fantasy

Smaragdgrün

Kerstin Gier
Fester Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Arena, 08.12.2010
ISBN 9783401063485
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt: Wenn Liebe nur nicht so verdammt weh tun würde! Erst erzählt dieser Lügner Gideon ihr, er wäre in sie verliebt und dann muss sie ausgerechnet vom Grafen von Saint Germain erfahren, dass alles nur eine Manipulation war, um Gwendolyn besser kontrollieren zu können.
Und dann streut er auch noch Salz in Gwens Wunden und will, dass sie Freunde bleiben und sie ihm vertraut!
Am liebsten würde Gwendolyn sich in ihrem Zimmer verkriechen und nie wieder hervorkommen, aber das geht ja leider nicht, da sie ihre Pflichten als Zeitreisende erfüllen muss.
Außerdem muss sie sich auch auf die Suche nach dem versteckten Schatz ihres Großvaters machen, der sich in ihrem eigenen Haus befindet. Unerwartete Hilfe erhält sie dabei vom Butler Mr Bernhard, mit dem sie schließlich eine Holztruhe zu Tage fördert, in der sich etwas befindet, dass Gwens Chancen doch tatsächlich um einiges erhöht, endlich hinter all die Geheimnisse zu kommen.
Zusätzlich besucht sie ein weiteres Mal ihren Großvater, der ihr endlich Material geben kann, aus dem sie sich Aufschluss erhofft, denn es steckt weit Schlimmeres hinter dem Geheimnis um die Vereinigung des Blutes der Zeitreisenden, als gedacht…
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Meinung: Wo die ersten beiden Teile schon toll waren, da hat „Smaragdgrün“ sogar nochmal zugelegt und ist noch einmal besser geworden. Somit ist der Band wirklich zum krönenden Abschluss der Triologie geworden.

Die Spannung ist auch hier von Anfang an hoch, da sie sich durch das Cliffhanger-Ende von Band 2 hält. Und Gier macht es ihren Charakteren auch im letzten Band wieder alles Andere als einfach. Gideon hat nichts besser zu tun, als Gwen zu bitten, Freundschaft und Vertrauen zu ihm aufzubauen, wo er ihr noch einen Tag vorher erzählt hat, er liebt sie. Dementsprechend ist Gwen natürlich sauer auf ihn und versucht in zu meiden, was schwer möglich ist, da sie nach wie vor zusammen auf den Ball in der Vergangenheit müssen, um den Grafen von Saint Germain erneut zu treffen. Und auch die Lösung des Rätsels um das Ergebnis des vereinigten Blutes im Chronografen müssen sich Gwendolyn und ihre Freundin Leslie hart erarbeiten.
Dabei nimmt die Geschichte immer mehr an Fahrt auf, denn die Bedrohung für Gwen und ihre Freunde wird immer größer. Die Wendungen konnte man in einigen Fällen vorausahnen, in anderen Fällen wurde ich aber gänzlich überrascht.

Die Charaktere, die man nun schon eine ganze Weile kennt, entwickeln sich auch in diesem Band nochmals weiter und erhalten nochmals mehr Tiefe.
Gwen, die sich neben all dem Zeitreisekram auch noch mit ihrem Liebeskummer herumschlagen muss, bleibt tapfer und kann sich auch wieder aus ihrem Liebeskummertief herausarbeiten, ohne dass sie ewig herumlamentiert.
Und gerade noch ist man auf Gideon genauso sauer wie Gwen und schon stiehlt er sich doch wieder ins Marzipanleserherz, weil er sich doch tatsächlich im Laufe der Geschichte – Gott sei Dank! – vom Deppen zum Märchenprinz mausert.
Xemerius bleibt weiterhin der vorlaute und freche Wasserspeierdämon, der viel Witz in die Geschichte bringt und einem immer wieder ein Grinsen bis zu einem beherzten Lachen ins Gesicht zaubert und sich trotzdem um Gwendolyn sorgt, auch wenn er das niemals zugeben würde.
Als Gwen dann endlich dem Geheimnis auf die Spur kommt, haben Gideon und sie auch Leslie und Raphael in den Plan einbezogen, wodurch die beiden weiterhin im Fokus blieben.

Die letzten 150 Seiten waren dann gefühlt die schönsten meines Lebens, weil Gwen und Gideon endlich zueinander finden und sich dem Grafen gemeinsam stellen.
Am Ende laufen dann im dramatischen Showdown alle Fäden zusammen, nachdem ich noch mal so richtig schön überrascht wurde. Das Ende der Triologie war dann einfach zum heulen schön – das Happy End haben sich alle Beteiligten auch redlich verdient!
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Fazit: Ein wunderbares Abschlussband für die Edelstein-Triologie, der mich wieder spannend unterhalten hat und mein Marzipanmädchenherz vollkommen berührt und zufrieden gestellt hat. Absolut zu empfehlen. Das Buch und die ganze Reihe sollte man auf keinen Fall verpassen!

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(4.873)

7.526 Bibliotheken, 64 Leser, 34 Gruppen, 471 Rezensionen

liebe, zeitreise, zeitreisen, london, fantasy

Saphirblau

Kerstin Gier
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2010
ISBN 9783401063478
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt: In dem einen Moment küsst Gideon sie und im nächsten benimmt er sich wieder wie der letzte Kotzbrocken. Und überhaupt läuft in Gwendolyns Leben momentan nichts, wie es soll. Vor einigen Tagen dachte sie noch, sie sei ein ganz normales Mädchen und plötzlich ist sie eine Zeitreisende. Da hilft es natürlich erst recht nicht weiter, wenn man sich dann auch noch in den Kerl verliebt, der einen permanent für dumm verkauft.
Trotz allem schlägt sich Gwendolyn weiter mit den geheimnisvollen Geheimnissen herum, denn ihr verrät ja niemand etwas. Weder, was geschieht, wenn das Blut aller Zeitreisenden im Chronografen vereint ist, noch, was für eine Magie sie denn besitzen soll. Mit Hilfe ihrer besten Freundin Leslie und dem Wasserspeier-Dämon-Geist Xemerius versucht sie, selbst Licht ins Dunkel zu bringen, vor allem auch, was den misteriösen Lord von Saint Germain angeht. Hilfe bekommt sie dabei in der Vergangenheit von ihrem Großvater Lucas…
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Meinung: Direkt im Anschluss an „Rubinrot“ setzt sich mit „Saphirblau“ die Geschichte um Gwendolyn fort und das auf demselben witzigen und spannenden Niveau.

Das es keinen zeitlichen Abstand zwischen Band 1 und Band 2 gibt, gefiel mir von Anfang an sehr gut, weil so nahtlos an vorherige Geschehnisse angeknüpft werden konnte und die Spannung gar nicht erst wieder aufgebaut werden musste, weil sie praktisch noch vom Ende des Vorgängers gehalten wird. Liest man die Bücher aber nicht gleich aufeinander folgend und hat längere Wartezeiten dazwischen, schwächt sich dieser Effekt wahrscheinlich ab.

Gwendolyn hat mir auch in „Saphirblau“ wieder sehr gut gefallen. Sie hat es weiterhin nicht einfach mit ihrer zickigen Verwandtschaft und Gideon gibt sich auch alle Mühe, ihre Gefühlswelt auf den Kopf zu stellen und trotzdem schlägt sie sich durch, forscht mit ihrer Freundin Leslie weiter nach, was wirklich hinter dem großen Geheimnis stecken könnte und wer Lord Saint Germain nun wirklich ist.
Unterstützung bekommt sie dabei nun von Xemerius, einem Wasserspeier-Geist, der ihr gute Dienste leistet, indem er seine Ohren aufsperrt und für Gwen ein bisschen herumspioniert. Der Wasserspeierdämon bringt dazu noch eine Menge an Humor und Witz ein, denn er hat immer einen frechen Spruch auf Lager.
Gideon derweil möchte man doch gerne immer mal eine Baguettestange oder auch härtere Gegenstände über den Schädel ziehen, obwohl man sich doch mit Gwen immer wieder neu in den idiotischen Schönling verliebt. Man fühlt wirklich mit Gwen mit, wenn er mal wieder den Gentleman spielt und sie dann kurze Zeit später wieder im Regen stehen lässt.

Die Spannung blieb über das ganze Buch hinweg erhalten, es klären sich lange nicht alle Fragen Gwendolyns auf, aber man hat doch das Gefühl, dass es voran geht und bleibt somit bis zum Ende völlig gefesselt. Auch zwischen Gwen und Gideon tut sich etwas.
Vom Ende will ich jetzt allerdings nicht anfangen… Nur soviel: Ich würde sterben, müsste ich jetzt ein Jahr auf den nächsten Band warten. Nur gut, dass meine Schwester ihn schon zu Hause hat! Das Ende ist wirklich ein unerträglicher Cliffhanger…
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Fazit: Eine fantastische Fortsetzung, die mit genauso viel Spannung, Witz und Geheimniskrämerei aufwartet, wie der Vorgänger und dabei kein bisschen an Charme verliert. Durch Xemerius hat Gwendolyn nun auch noch einen vorlauten Helfer, der sofort ans Herz wächst. Einfach klasse!

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267 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

liebe, engel, gestaltwandler, nalini singh, vampire

Magische Verführung

Nalini Singh , Petra Knese
Flexibler Einband: 316 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 07.10.2011
ISBN 9783802586095
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt: „Magische Verführung“ bildet eine Sammlung von Kurzgeschichten, die Vorgeschichten zu Singhs Gestaltwandler- und Engelserie.

In „Engelspfand“ erhält die Gildenjägerin Ashwini den Auftrag, für den Furcht einflößenden Engel Nazarach einen seiner Vampire zurückzubringen, der entführt wurde. Unterstützung holt sie sich dafür vom Vampir Janvier, den sie bereits einige Male gejagt hat und der ihr immer entkommen konnte. Zusammen geraten sie zwischen die Fronten, denn Nazarach ist unberechenbar…

„Verführung“ bringt uns zurück in die Zeit, als die DarkRiver-Leoparden noch dabei waren, ihre Stellung zu behaupten. Lucas ist hier erst 15 Jahre alt und sein Vorgänger Lachlan ist noch Alphatier. Die 19-jährige Tamsyn weiß schon seit einigen Jahren, dass Nate ihr Gefährte ist. Inzwischen ist sie alt genug, um die Bindung mit Nate einzugehen, doch der wehrt sich vehement dagegen und will ihr noch einige Jahre ihre Freiheit lassen, wo sie doch schon in so jungen Jahren die schwierigen Aufgaben als Heilerin des Rudels übernehmen muss. Tamsyn weiß genau, dass sie Nate überzeugen muss, dass ihre Beziehung nicht derart schief laufen wird, wie die seiner Eltern, doch seine Sturheit scheint unüberwindbar…

In „Verlockung“ trifft der Gestaltwandler Zach auf die Lehrerin seines Neffen. Durch ein Zugunglück in Annies Kindheit ist eines ihrer Beine so schwer verletzt worden, dass es bleibende Schäden davon getragen hat. Zusätzlich führen ihre Eltern eine unglückliche Ehe. Das alles veranlasst Annie dazu, lieber alleine zu leben, als sich auf einen Mann einzulassen, der es dann doch nicht ernst mit ihr meint. Deshalb hat es Zach natürlich umso schwerer, denn obwohl er von Anfang an spürt, dass Annie seine Gefährtin ist, will diese sich nicht auf ihn einlassen, obwohl es sie so stark zu ihm hinzieht…
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Meinung: „Engelspfand“ als kürzeste Geschichte hat für mich eindeutig das Potential zu einem eigenständigen Einzelband, denn Ashwini und Janvier sind sehr interessante Charaktere, die beide viele Eigenheiten haben, die sie besonders machen.
Singh konnte hier die gleiche Atmosphäre aufbauen, wie in den Romanen um Elena und ich fühlte mich sofort wieder in die von Engeln regierte Welt hineinversetzen. Gerade das vollkommen offene Ende fordert eine Fortsetzung ja fast heraus. Alles in allem hätte aber auch die Geschichte in sich weiter ausgebaut werden können, was aber auf 90 Seiten kaum möglich ist.

Auf „Verführung“ und somit Tamsyn’s und Nate’s Geschichte habe ich mich natürlich besonders gefreut, da ich das Pärchen schon seit „Leopardenblut“ sehr gerne hatte. Vor allem mit Tamsyn konnte man mitlieben, mitlachen und mitweinen. Trotzdem sie während der Geschehnisse noch sehr jung ist, stellt sie bereits eine große Stütze für das Rudel dar und kämpft willensstark und leidenschaftlich um Nate. Diesem wiederum hätte ich hin und wieder doch gern mal eine Kopfnuss gegeben. Durch die Erfahrungen mit dem schlechten Verhältnis seiner Eltern hat er Angst, Tamsyn zu früh an sich zu binden und ihnen das Schicksal aufzubürden. Dadurch übersieht er Tamsyn’s Gefühle vollkommen.
Dadurch nimmt die Geschichte zum Schluss hin eine richtig dramatische Wendung und es kommt richtig Spannung auf, obwohl auch diese Geschichte auf nur 130 Seiten erzählt wird.

Zach, den man schon aus der Gestaltwandler-Reihe kennt, trifft man nun in „Verlockung“ wieder. Die Handlung liegt innerhalb der Geschehnisse der Gestaltwanlder-Reihe, denn es gibt zum Beispiel mit Sascha und Lucas ein kleines Zusammentreffen. Hier geht auch alles ziemlich schnell, denn die Handlungen schließen einen Zeitraum von nur 2 Tagen ein, in denen Zach und Annie sich einander annähern. Anschließend gibt es einen Zeitsprung von einem Monat, nachdem dann die Klärung erfolgt.

Sowohl in „Verlockung“ als auch in „Verführung“ konnte Singh die Welt der Medialen, Menschen und Gestaltwandler wieder aufleben lassen, man hat fast nicht gemerkt, dass man keine ganzen Romane sondern nur Kurzgeschichten vor sich hat.
Außerdem gibt es noch eine ganz kleine, aber schöne, Kurzgeschichte, die zu keiner von Singhs Reihen gehört und das Interview mit der Autorin, dass bereits im LoveLetter erschienen ist, findet man am Ende auch wieder.
Wer sich an Nalini Singh also einmal aufprobieren möchte, der ist hier richtig. Man erhält Einblick in die Welten beider Serien der Autorin, es gibt aber keine Vorgriffe auf diese Reihen. Wer Singh bereits kennt und von ihren Welten nicht genug bekommt, der ist hier ebenfalls goldrichtig.
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Fazit: Für Fans und auch Neueinsteiger, die die Autorin ausprobieren wollen, genau das richtige. Trotzdem hier nur Kurzgeschichten vorliegen, konnte Singh mich wieder voll überzeugen und in ihre Welten entführen.

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5.968 Bibliotheken, 63 Leser, 38 Gruppen, 627 Rezensionen

liebe, zeitreise, london, zeitreisen, fantasy

Rubinrot

Kerstin Gier
Fester Einband: 345 Seiten
Erschienen bei Arena, 01.01.2009
ISBN 9783401063348
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt: Gwendolyn Shepard ist eine normale sechzehneinhalbjährige, nur das ihre Familie definitiv einen Tick zu viele Geheimnisse hat. Allesamt ranken die sich um ein Zeitreise-Gen, dass in der Familie vererbt wird. Ihre Cousine Charlotte soll dieses geerbt haben und so dreht sich alles ständig um sie, weil sie neben der Schule auch noch die Gepflogenheiten vergangener Jahrhunderte erlernen muss und alle darauf warten, dass sie zum ersten Mal in der Zeit springt. Als Gwendolyn allerdings plötzlich in der Vergangenheit landet, wird klar, dass stattdessen sie das Gen in sich trägt und eine Zeitreisende ist.
Und das obwohl sie darauf gut verzichten könnte. Genauso wie auf den arroganten Gideon, mit dem sie nun zusammenarbeiten muss, um ein weites Geheimnis zu lüften.
Eins steht für sie fest: Geheimnisse gib es definitiv zu viele in ihrer Welt!
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Meinung: „Rubinrot“ hatte ich schon länger im Auge, habe mich am Ende aber immer dagegen entschieden, es mit der Reihe mal zu probieren. Gut, dass ich es doch noch probiert habe, denn das Buch hat mich sofort mitgerissen.

Die Spannung baut sich im Buch nur langsam auf, da man auf den ersten Seiten erstmal die Charaktere kennen lernt. Dadurch konnte ich mich mit Gwendolyn vom ersten Moment an sehr gut identifizieren und fand sie sehr sympathisch. Ein bisschen schusselig, wie wir doch alle sind, und vor allem mutig kommt sie von Anfang an daher.
Sie trägt die ganze Geschichte, wodurch kleinere Spannungsflauten gar nicht auffallen. Und als dann herauskommt, dass sie eine Zeitreisende ist, geht es dann turbulent zu. Auf ihren Zeitreisen ist natürlich eine Menge los und es passieren immer wieder unerwartete Dinge.
Auch Gideon kommt sofort authentisch rüber. Ich sage mit Absicht nicht, dass er mir sofort sympathisch war, denn seine arrogante Art gegenüber Gwendolyn macht einen selber ganz wütend. Im Laufe der Geschichte zeigt er ja dann, dass er manchmal auch ein ganz netter Kerl sein kann, wodurch man ihm seine Arroganz schon fast verzeihen kann.

Kerstin Gier baut im ersten Band ihrer Edelstein-Triologie eine geheimnisumwobene Welt auf, die es für Gwendolyn zu erkunden und zu ergründen gilt. Denn sie ist nur eine von zwölf Zeitreisenden, deren vereintes Blut ein großes Geheimnis lüften soll. Zusammen mit Gwendolyn lernt man diese Welt kennen und ist Anfangs immer mal ein bisschen verwirrt, aber je besser sie das Ganze kennen lernt, desto besser versteht man natürlich auch selbst einige der Zusammenhänge. Für die nächsten zwei Bände gibt es natürlich bei weiten noch genug Stoff, denn so einige Geheimnisse werden nicht gelüftet.

Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr zugesagt, da neben aller Geheimnistuerei auch Platz für Witze ist, die einem des Öfteren auch mal zum lachen bringen.
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Fazit: Ein toller Start in eine Triologie, die mich mit ihren Charakteren und den Geheimnissen um die Zeitreisenden bereits jetzt in ihren Bann gezogen hat. Ich kann es kaum erwarten, mir die Fortsetzung herzunehmen!

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449 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 26 Rezensionen

mediale, gestaltwandler, sophia, liebe, nalini singh

Fesseln der Erinnerung

Nalini Singh , Nora Lachmann
Flexibler Einband: 399 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 08.09.2011
ISBN 9783802584039
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt: Der Polizist Max Shannon arbeitet seit Monaten daran, den Schlächter der Park Avenue des mehrfachen Mordes zu überführen. Da Bonner jedoch seine Spielchen spielt und nicht verrät, wo er seine Opfer vergraben hat, zieht man die J-Mediale Sophia Russo zu, die mit Hilfe ihrer Fähigkeiten die Fakten aus seinem Gedächtnis filtern soll.
Sophia merkt sofort, dass sie etwas mit Max verbindet, da ihre Konditionierung zur Unterdrückung ihrer Gefühle sich in seiner Gegenwart aufzulösen scheint. Und Max hat das ebenso erkannt.
Dann erhält Max die Anfrage, Mordfälle an drei Medialen für die Mediale und Ratsfrau Nikita Duncan zu übernehmen. Max angeborene Neugierde bewegt ihn dazu, den Fall anzunehmen, denn warum sollte eine der mächtigsten Medialen der Welt ausgerechnet seine Hilfe wollen? Unbeteiligt an dieser Entscheidung ist aber auch die Tatsache nicht, dass Sophia Russe ihn bei der Aufklärung unterstützen soll.
Während die beiden zu ermitteln beginnen, verstärkt sich die Faszination zwischen ihnen. Aber Sophia droht die Rehabilitation, durch die sie eine lebende Tote werden wird, da ihre Schilde gegen die schlimmen Erinnerungen der Straftäter zu versagen drohen.
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Meinung: „Fesseln der Erinnerung“ ist nun der zweite Band in Folge, der sich nicht einem Gestaltwandler als Hauptcharakter beschäftigt. Und obwohl ich das schon ein wenig vermisse, schafft es Nalini Singh auch weiterhin, ihre Geschichten unwiderstehlich zu machen.

Die Spannung hält die Autorin diesmal, indem sie Max auf der einen Seite Bonners Fall weiter bearbeiten lässt, an dem auch Sophia ein persönliches Interesse hat und ihn auf der anderen zu dem neuen Fall nach San Francisco in das Territorium von Nikita Duncan schickt. Dadurch kommt immer wieder Wind in die Geschichte, da sich an beiden Fronten etwas tut und Max und Sophia schließlich sogar ins Kreuzfeuer geraten. Der Krimianteil ist also wie so oft nicht unwesentlich.
Ein weiterer Antrieb für die Spannung ist natürlich, wie immer, die Auflösung der Probleme, die einer Beziehung im Weg stehen. Hier erfindet sich Singh zwar nicht vollkommen neu, da die Problematik bei allen Medialen dieselbe ist, nämlich die Lösung vom Medialnet; trotzdem schafft sie es, auch dieser Geschichte eine eigene Seite zu verleihen.

Max hat mir als Protagonist sehr gefallen. Ihn kennt man ja schon aus Band 4 „Im Feuer der Nacht“, wo er Talin und Clay hilft, Morde an Kindern aufzuklären. Er hat sehr interessante Charakterzüge, zum Beispiel seine Zurückhaltung, die man von Gestaltwandlern nicht kennt. Als Detective hat er natürlich auch eine gute Auffassungsgabe und kombiniert gut – wodurch natürlich auch die Krimihandlung am Laufen gehalten wird.
Etwas weniger gut hat mir Sophia gefallen. Sie ist eine willensstarke und mutige Frau, die trotz Silentium mit Gefühlen lebt, und sich diesen daher auch stellt, statt sie erst einmal zu verleugnen. Allerdings kämpft sie mir einfach nicht genug dagegen an, dass sie rehabilitiert werden soll und so keine Zukunft mit Max hat. Bis kurz vor Schluss nimmt sie diese Tatsache hin, ohne eine wirkliche über Möglichkeiten zu einer Veränderung nachzudenken, da sie die Dinge für unabänderlich hält.

Ich sage es zu jeder Rezension der Reihe immer wieder: auch hier treten Charaktere aus vorherigen Büchern wieder auf, was ich wahnsinnig toll finde. Diesmal trifft man Clay und Talin wieder, die gewissermaßen eine Freundschaft zu Max pflegen. Das Geschehen ist allerdings auch so durch Nikita mit dem Rudel verbunden und Faith und Sascha widmet Nalini Singh sogar immer wieder kurze Textpassagen.
Einige interessante Neuerungen tun sich im Medialnet auch in diesem Band wieder auf, die Passagen, die dem Rat gewidmet sind, sind diesmal aber nicht ganz so „langweilig“, wie in vorherigen Bänden, da sich hier eine ganze neue Wendung auftut, die langsam vielleicht auf eine Lösung eines der Hauptprobleme hinsteuert wird. Da ich aber nicht spoilern will, kann ich nichts Näheres verraten.

Der Schreibstil bleibt mitreißend und einfühlsam, man taucht wieder übergangslos in die Zukunftswelt ein, die man nun schon so lange kennt.
Neueinsteigern kann ich nur empfehlen, die Reihe mit dem ersten Band zu beginnen, denn gerade diesen Band versteht man in einigen Punkten nicht, wenn man die Vorgeschichte nicht kennt.
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Fazit: Ein absolut würdiger Nachfolger der Reihe, der wieder mit Spannung, neuen Wendungen und einem tollen Pärchen aufwarten kann. Nur Sophia als Hauptperson hatte mir ein bisschen zu wenig Kampfgeist. Für alle Fans der Reihe ein Muss!

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45 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

jill kismet, lilith saintcrow

Jill Kismet - Totenzirkus

Lilith Saintcrow , Ralf Schmitz
Flexibler Einband: 334 Seiten
Erschienen bei Egmont LYX, 08.09.2011
ISBN 9783802584879
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt: Jill weiß ganz genau, es kann nur Ärger geben, wenn der Cirque de Charnu in die Stadt kommt. Der Dämonenzirkus lockt schwache Seelen an und verleibt sich diese ein. Zwar gibt es ein altes Abkommen, durch das die Höllenbrütler dazu gezwungen sind, sich zu benehmen und keine erzwungenen Geschäfte abzuschließen, aber dafür muss Jill sie in ihrer Stadt dulden – und das passt ihr ganz und gar nicht.
Und kaum hat der Zirkus sich in der Stadt niedergelassen, beginnen die Schwierigkeiten. Erst muss Jill zwei Exorzismen durchführen, bei denen sie es mit schlimmerem als normalen Besetzern zu tun hat. Und dann wird auch noch ein dämonischer Schausteller des Zirkus’ ermordet und um nicht selbst verdächtigt zu werden, muss sie sich widerwillig selbst um die Aufklärung des Schlamassels kümmern. Denn sonst könnte das Bündnis zerbrechen und die Höllenbrut würde sich über Jills Stadt hermachen…
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Meinung: Keinen Tick schlechter als die drei Vorgängerbände. Mehr brauche ich ja eigentlich gar nicht mehr dazu sagen, weil ich doch sonst sowieso nur wieder ins schwadronieren kommen werde.

Auf der ersten Seite wird man gleich wieder mitten ins Geschehen geworfen, als Jill zusammen mit ihrem Wer Saul draußen in der Wüste missmutig auf die Karawane des Cirque de Charnu wartet. Somit wird die Spannung durch das Zusammentreffen mit dem Zirkusdirektor und Perry sofort hoch angesetzt. Wie könnte es anders sein, wird die dann auch bis zur letzten Seite gehalten.
Von Exorzismen über Zombies bis zu Schwärmen von Kakerlaken sucht Jill wieder mal alles heim, was man so aus seinen eigenen Alpträumen kennt. Blutig geht es also dementsprechend auch wieder zu – für Leser mit schwachen Nerven ist das Buch also gar nichts.
Vorhersehbarkeit kann man bei Jill sowieso vergessen. Man kann drauf wetten: kommt Jill nicht dahinter, kann der Leser sich schon gleich gar keinen Reim draus machen. Ein paar ganz interessante neue Wendungen gibt es außerdem noch obendrauf und da bin ich ja mal sehr gespannt, was Lilith Saintcrow in Band 5 und 6 daraus noch macht.

Mit Jill bekommt man wie gewohnt die toughe Jägerin von Santa Luz, die es mit allem und jedem aufnimmt und sich mit ihrem schwarzen Humor durch jede Katastrophe kämpft. Gedämpft wird das diesmal aber dadurch, dass Saul zwar (endlich wieder) da ist, es aber Verständnisschwierigkeiten zwischen den beiden gibt. Und zuhören will sie Saul auch nicht, wodurch die Probleme wesentlich schneller zu regeln gewesen wären.
Saul hingegen ist wieder zurück und unterstützt Jill, wo er nur kann. Und liebt sie immer noch, obwohl Jill einfach nicht die Klappe halten und die Lauscher aufsperren kann. Nachdem man ihn in Band 3 ja nur ganz am Ende kurz gesehen hat, war es schön, ihn wieder bei Jill zu haben.

Man kehrt in „Totenzirkus“ einmal mehr zurück in Saintcrows Santa Luz, neben alten Schauplätzen wie dem Barrio und bekannten Charakteren wie Piper oder Gilberto, lernt man auch neue Teile der Stadt kennen und bekommt es wieder mit neuen Schattengestalten zu tun, die Jill bisher noch nicht über den Weg gelaufen sind – denn diesmal ist ihr Feind weniger eine Höllenbrut als ein Voodoomeister.
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Fazit: Einmal mehr tritt Jill zusammen mit ihrem Wer Saul gegen die finsteren Gestalten an, die Santa Luz heimsuchen. Blutig, spannend, rasant und mit einigen Neuerungen, wegen denen ich ja gespannt bin wie ein Flitzebogen und den nächsten Band am liebsten jetzt gleich anfangen würde.

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244 Bibliotheken, 0 Leser, 9 Gruppen, 24 Rezensionen

spade, vampire, denise, dämon, bones

Nachtjägerin

Jeaniene Frost , Sandra Müller , Andreas Kasprzak
Flexibler Einband: 414 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 21.09.2010
ISBN 9783764530679
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt: Denise möchte einfach nur Abstand zur Welt der Untoten halten, nachdem ihr Mann Randy vor einem Jahr brutal von einem von Ihnen umgebracht wurde. Selbst zu ihrer besten Freundin und Halbvampirin Cat und deren Mann Bones hat sie den Kontakt abgebrochen.
Leider ist ihr das aber nicht vergönnt, denn eines Tages steht der Dämon Rom vor ihrer Tür und zeichnet sie. Nun hat sie selbst etwas Dämonisches in sich, dass sie nur wieder loswerden kann, wenn sie einen alten Verwandten aufstöbert, der Rom etwas schuldet.
Da sie keine Ahnung hat, wo sie mit dem suchen anfangen soll, ruft sie schweren Herzens Spade, einen Freund von Cat und Bones an, von dem sie sich Hilfe erhofft. Und tatsächlich schlägt dieser ihre Bitte nicht aus und macht sich mit ihr auf die Suche. Doch leicht wird es nicht, denn Rom sitzt Denise im Nacken.
Nebenbei kommt sie nun mit all dem wieder in Berührung, was sie für immer aus ihrem Leben ausschließen wollte. Dass sie dann auch noch Gefühle für Spade entwickelt, kann sie selbst kaum fassen…
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Meinung: Zwar weniger actionreich als Cat und Bones, dafür aber fast genauso spannend. Der Spin-Off zur Nighthuntress-Serie hat durch Denise und Spade seinen eigenen Charme.

Auch in „Nachtjägerin“ hält Jeaniene Frost sich nicht lange mit Vorreden auf und kommt gleich zum ersten großen Knall, als Denise auf den Dämon Rom trifft, der sie zwingt, ihren Verwandten ausfindig zu machen. Danach geht die Spannung erstmal wieder ein wenig zurück, während Spade sie aufsucht und sich entschließt, ihr zu helfen. Als die beiden sich dann auf die Suche machen, wird es langsam wieder fesselnder.
An Action fehlte es mir allerdings ein wenig, was aber auch daran liegen kann, dass ich durch Cat und Bones ein wenig verwöhnt bin und deshalb etwas zu viel erwartet habe. Es gibt zwar einige Kampfszenen, aber vor allem Denise bleibt bis zum Showdown etwas sehr untätig und lässt sich lieber beschützen.

Durch die Sache mit den Dämonen ist mal ein anderer Aspekt in die Geschichte mit eingeflossen und durch Roms Einflüsse erhält Denise ein paar ganz nützliche Fähigkeiten dazu.
Denise an sich hat mir sehr gut gefallen. Sie hat von Anfang an trotz aller Schwierigkeiten nicht den Kopf hängen lassen und selbstmitleidig rumgejammert, auch wenn sie für meinen Geschmack ein wenig zu lange an der Tatsache rumgekaut hat, dass sie sich doch tatsächlich in einen Vampir verliebt und das doch nicht sein kann.
Spade hingegen hat zwar auch so seine Vorurteile und Zweifel, kommt da aber auch drüber hinweg und macht kein großes Trara um seine Gefühle und Gedanken.

Der Showdown, der ja bisher bei Frost so gut wie immer sehr spektakulär ausfiel, war mir allerdings ein bisschen zu schwach. Generell wurden die Kampfszenen in diesem Buch eher abgewürgt, als wie gewohnt spannend beschrieben. Und so war es auch bei der finalen Auseinandersetzung zwischen Denise und Rom.
Der Schreibstil bleibt wie gewohnt flüssig und angenehm zu lesen und nimmt sich nichts, wenn man ihn mit den Night Huntress-Übersetzungen vergleicht.
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Fazit: Recht spannend und mit einem guten Maß an Action konnte der Spin-Off zur Cat & Bones-Reihe von Jeaniene Frost mich überzeugen. Man trifft auf zwei bekannte Charaktere, die nun ihrerseits ein Abenteuer durchleben und sich dabei verlieben. Für Fans von Cat und Bones sicherlich zu empfehlen.

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

One More Bite

Jennifer Rardin
Flexibler Einband: 325 Seiten
Erschienen bei Little Brown & Co, 05.01.2009
ISBN 0316022098
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt: Da denkt Jaz, sie hat endlich einmal Ruhe, weil sie ihren ärgsten Feind Edward Samos zur Strecke gebracht hat, da schickt man sie schon zu ihrem nächsten Fall. Durch das Machtvakuum, welches durch Samos’ Tod entstanden ist, haben seine ehemaligen Verbündeten begonnen, um die Vorherrschaft zu kämpfen. Jaz und Vayl werden also noch Schottland geschickt, um dort die Killerin Bea auszuschalten, die es auf die Führerin des Hexencovens von Inverness, Floraidh, abgesehen hat.
Das stellt sich aber als gar nicht so einfach heraus, denn trotz Jaz’ Talenten kann sie kaum übernatürliche Energie spüren. Also müssen sie und ihr Team sich auf ihre Instinkte verlassen müssen, um Bea ausfindig zu machen.
Und außerdem hat Jaz so ein Gefühl, dass Floraidh lange nicht so unschuldig ist, wie sie tut…
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Meinung: Gewohnt blutig und spannend startet Jaz zu ihrem nächsten Fall, diesmal allerdings nicht, ohne dass sich auch in ihrem Privatleben etwas tut.

Gleich auf den ersten Seiten bekommt man diesmal statt einem saftigen Kampf etwas zu lachen. Denn zu dieser Mission muss sie nun auch noch ihren Vater Albert mitnehmen. Was natürlich die schlechteste Idee ihres Chefs Pete überhaupt ist, wo ihr Vater doch erstens zuckerkrank ist und zweitens nur nervt. Also schwelt auf dem Weg nach Inverness die Wut in ihr, während sie zusammen mit ihrem Vampir Vayl, dem dritten Teammitglied Cole, Albert und ihrem neuen Hund Jack im Auto sitzt. Durch ihren witzigen, wenn auch etwas schwarzen Humor hat man jede Menge zu lachen, denn ihre Gedanken kreisen nicht bloß einmal um Mordversuche an ihrem Vater.
Der Spannungsaufbau erfolgt in diesem Band etwas langsamer. Leider fehlte mir in der ersten Hälfte des Buches ein wenig die Action, die Rardin sonst von Anfang bis Ende in ihr Buch einbaut und damit die Spannung erhöht. Das bedeutet aber noch lange nicht, dass Jaz Däumchen dreht, weswegen es auch in diesem Buch niemals langweilig wurde.

Die Charaktere, die man nun schon seit 4 Bänden kennt, sind auch in diesem Buch wieder genauso authentisch und spannend. Jaz kommt wie immer mit ihrem Humor und Zynismus daher, genau wie Vayl nach wie vor der allzeit charmante und tödliche Vampir bleibt.
Es gab allerdings auch sehr interessante neue Entwicklungen. Endlich kommen sich Jaz und Vayl mal näher. Worauf man im Prinzip schon seit Band 1 wartet und erst im letzten Band wenigstens ein wenig bekommen hat, dass wir nun endlich ausgebaut. Jaz hat ihren toten Geliebten Matt zwar nicht vergessen, aber sie kann sich endlich auf etwas Neues einlassen und somit Vayl eine Chance geben – was der auch ausnutzt. Auch Coles Avancen lehnt sie nun eindeutiger ab und es zeichnet sich eine Klärung ab, genauso wie sie ihrem Vater Albert wenigstens ein wenig näher kommt. Und ein Treffen mit ihrem Seelenführer Raoul hat auch nicht gefehlt.

Der Showdown allerdings ist dann genauso fulminant, wie man es von Jaz gewohnt ist, und am Schluss wird klar, dass für die nächsten 3 Bände noch genug Stoff bleibt. Denn das geheimnisvolle neue Komitee, dass nun über die paranormale Abteilung des CIA bestimmt, will Jaz unbedingt absägen und ich bin gespannt, was dabei herauskommt. Eine Konfrontation mit der Hölle steht außerdem sicherlich auch noch an.
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Fazit: In der ersten Hälfte fehlte mir ein wenig pfeffrige Action, was aber der zweite Teil ausgleichen kann. Die Entwicklungen und Jaz neue Mission sind spannend wie eh und je und lassen das Team zu Höchstform auflaufen. Für Fans der Reihe ein Muss.

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591 Bibliotheken, 8 Leser, 10 Gruppen, 114 Rezensionen

fantasy, new york, liebe, dystopie, wendigo

Zweilicht

Nina Blazon
Fester Einband: 411 Seiten
Erschienen bei cbt, 24.08.2011
ISBN 9783570161173
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt: Endlich macht Jay sein langersehntes Auslandsjahr in New York, wo sein Vater lange Zeit gelebt hat, nachdem er Jays Mutter Charlie während der Schwangerschaft sitzen gelassen hat.
Trotzdem bedeutet sein Vater Jay sehr viel – auch wenn er inzwischen schon tot ist.
In New York wohnt Jay bei seinem Onkel Matt und in der Schule lernt er das Mädchen mit den Indianeraugen Madison kennen, in die er sich verliebt.
Doch es verfolgt ihn das Mädchen Ivy, welches immer wieder aus dem Nichts auftaucht und genauso schnell wieder verschwindet. Sie versucht Jay vor Madison zu warnen. Doch Jay hat beim besten Willen keine Ahnung, was an der sensiblen, geheimnisvollen Madison gefährlich sein soll.
Zu Anfang hält er das Schattenmädchen für die echte Gefahr, doch bald schon merkt er, dass seine Welt eine Lüge ist und beginnt zu erkennen, vor wem er sich wirklich in Acht nehmen sollte.
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Meinung: Von Nina Blazon erwarte ich mir spätestens seit „Ascheherz“ eine geheimnisvolle Story mit interessantem Setting, wo nichts ist, wie es Anfangs scheint.
Und das habe ich mit „Zweilicht“ auch einmal mehr bekommen. Zwar einen Tick weniger gut, als „Ascheherz“, aber trotz allem bis zum Schluss ein Leseabenteuer.

Wie es für mich bei Blazons Büchern immer ist, dauert es eine Weile, bis die Spannung zum Nägel kauen verleitet, da sie sich Zeit nimmt, ihre Welt und Charaktere einzuführen und immer eine Art Vorgeschichte vor die eigentlichen Geschehnisse setzt, so ähnlich wie es mir bei „Ascheherz“ auch schon erschien.
Als Jay allerdings erkennt, dass sein New York so gar nicht das ist, für was er es wochelang gehalten hat, da wird es spannend. Plötzlich findet man sich in einer ganz neuen Welt wieder, die durchaus dystopische Züge hat und den Leser in eine nicht so ganz unmögliche Zukunft entführt. Auch dadurch, dass er lange Zeit nicht weiß, wer und was Madison und Ivy sind, wird die Spannung erhöht, da man immer glaubt, man wisse, was los ist und dann kommt doch etwas ganz Ungeahntes ans Tageslicht.
Dadurch wird allerdings auch Verwirrung gestiftet und manchmal muss man auch dranbleiben, weil die Verwicklungen nicht unmittelbar aufgeklärt werden. Da aber am Ende doch alle Puzzleteile an ihren Platz rutschen, stellte das für mich keinen großen Minuspunkt dar.

Jay hat mir als Hauptfigur sehr gut gefallen. Trotz allem, was er durchmacht, bleibt er sich selbst von Anfang bis Ende treu und verliert die Hoffnung und den Mut nicht. Und vor allem glaubt er sowohl an Madison als auch an Ivy; und dadurch ist diese Geschichte keine, in der Leute in Schubladen einsortiert werden. Bis auf Einen gibt es keine deutliche Abgrenzung zwischen Gut und Böse.
Madison und Ivy allerdings blieben mir ein klitzekleines bisschen zu blass. Sicherlich ging das nicht anders, da Blazon zwecks des Spannungsaufbaus der Handlung nicht zu viel über sie enthüllen konnte. Trotzdem hätte ich über sie, ihre Vergangenheit und generell die Welt, wie sie ist, noch etwas mehr erfahren wollen.

Blazons Welt dagegen hat mich wieder mal vollkommen in ihren Bann gezogen. Wie immer sehr vielschichtig und kreativ – einfach überraschend auf ganzer Linie. Spekulationen gehen bei diesem Buch wirklich zum größten Teil ins Leere.
Der Schreibstil war wie immer flüssig und hat einen sofort in Blazons Welt entführt und diese durch ein gutes Maß an Beschreibungen sehr bunt und lebhaft ausgestaltet.
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Fazit: Trotz einiger Verwirrung und teilweise leicht schwachen Nebencharakteren hat mich Nina Blazon in „Zweilicht“ wieder für ihre Geschichte begeistern können. Die spannende, dystopisch angehauchte Welt und ein toller Hauptprotagonist machen das Buch zu einem Leseabenteuer, das ich guten Gewissens empfehlen kann.

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

high school, drawing, society, sarcasm, freunde

Speak

Laurie Halse Anderson
Flexibler Einband: 197 Seiten
Erschienen bei Penguin Group USA, 01.04.2001
ISBN 014131088X
Genre: Sachbücher

Rezension:

Inhalt: Melinda Sordino war ein ganz normales Mädchen mit Freunden, Familie und Träumen. Aber seit der Party ist alles anders. Die hat sie platzen lassen, indem sie die Polizei gerufen hat. Doch warum, dass ist ihr Geheimnis: einer der älteren Schüler hat sie vergewaltigt und seitdem spricht sie kaum noch ein Wort.
Aus dem Traum von der High School wird ein Alptraum, denn Melindas Freunde wenden sich von ihr ab, ihre beste Freundin Rachel hasst sie und keiner redet freiwillig mit ihr. Mit dem Beginn des neuen Schuljahres ist sie der meistgehasste Außenseiter der Schule.
Auch in ihrer Familie geht alles den Bach herunter, denn ihre Eltern streiten sich immer öfter und halten sie wahrscheinlich für eine Enttäuschung in allen Kategorien.
Mit Melindas Noten geht es auch Berg ab, denn sie kann sich nicht aufraffen, etwas für die Schule zu tun.
Nur ihr Kunstlehrer Mr. Freeman scheint sie zu verstehen und hilft ihr, sich durch ihr Kunstprojekt selbst wieder zu finden.
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Meinung: „Speak“ beschäftigt sich mit den Problemen, die im Teenagerleben auf einen zukommen können: die Familie lebt sich auseinander, angebliche Freunde entpuppen sich als Heuchler und zwischen all den Problemen erscheinen einem schlechte Noten noch als kleinstes Übel. Doch was die Thematik erst so wahnsinnig ernst macht, ist der sexuelle Missbrauch Melinda’s.

Aus der Ich-Perspektive schildert Melinda ab ihrem ersten High School-Schultag, wie es ihr ergeht. Ganz alltägliche Dinge wie Pausen oder das Essen in der Cafeteria werden für Melinda zu einer einzigen Tortour. Was als eine High School-Geschichte unter vielen anmutet, ist in Wahrheit eine todernste Geschichte, die trotz allem jugendgerecht erzählt ist.

Melinda erscheint trotz allem als starker Charakter. Sie leidet zwar sehr unter ihren Problemen und redet kaum noch mit anderen, ertränkt sich aber nicht im Selbstmitleid. Man erfährt durch sie sehr realistisch, welche Gefühle und Gedanken einen umtreiben, nachdem eine so schreckliche Tat an einem verübt wurde. Und trotzdem ist die Geschichte deshalb nicht deprimierend, da Melinda all das mit einer gewissen ironischen und humorvollen Art schildert, die einem trotz allem sogar manchmal ein Schmunzeln abgewinnt.

Daneben werden aber auch Themen wie Gruppenzwang oder Zugehörogkeit thematisiert, denn an Melinda’s High School geht nicht darüber, zu einem der „Clans“ zu gehören, von denen es vom Streber über den „leidenenden Schauspieler“ bis zu den spießigen Wohltäterinnen wohl alles gibt. Und trotzdem ist es beinahe unmöglich, sich ihnen nachträglich anzuschließen, was an Melinda’s Mitschülerin Heather klar wird.
Auch innerhalb der Familie werden derlei Probleme angesprochen, denn Melinda öffnet sich ihren Eltern nicht, die ihrerseits zwar versuchen, auf sie einzugehen, dies aber definitiv mit den falschen Mitteln tun.

Die Nebencharaktere bleiben allerdings eher schwach, da der Fokus (auch durch die Ich-Perspektive) eindeutig und vordergründig auf Melinda liegt. Man lernt so zwar einiges über die Nebencharaktere, aber wirklich Tiefgang bekommen nur wenige von ihnen.
Selbst Mr. Freeman, der Melinda schlussendlich hilft, gegen ihre Probleme anzukämpfen, blieb mir etwas zu flach, obwohl er doch eine Schlüsselrolle innehatte und somit das hoffnungsvolle Ende herbeigeführt hat, auf das man von Anfang an für Melinda hofft.

Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, vor allem die ironische Seite ihrer Erzählweise macht die Geschichte trotz allem Ernst lesenswert.
Die Ausgabe des Buches aus der Cornelsen Senior English Library kann ich außerdem allen weniger Englischkundigen nur empfehlen, denn sie beinhaltet viele Anmerkungen mit Vokabularhilfen, die ich für meinen Teil zwar nicht brauchte, die aber für andere sicherlich sehr hilfreich sind, um die Geschichte zu verstehen. Für Einsteiger im englisch lesen ist das Buch also sicherlich nicht schlecht.
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Fazit: Eine ernste Geschichte über sexuellen Missbrauch und seine Folgen für junge Mädchen, die aber mit der ironischen Art der Protagonistin nicht depressiv macht, sondern einem den Ernst einer solchen Lage vor Augen führt und dabei sogar einen positiven Ausgang bietet, der Hoffnung macht.

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634 Bibliotheken, 8 Leser, 9 Gruppen, 46 Rezensionen

vampire, cat, bones, ghule, geister

Dunkle Sehnsucht

Jeaniene Frost , Sandra Müller
Flexibler Einband: 399 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.08.2011
ISBN 9783442377459
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt: Gerade haben sich Cat und Bones Gregor vom Hals geschafft, da kündigt sich schon die nächste Gefahr an – und das nicht nur für die beiden, denn ein Krieg zwischen Ghulen und Vampiren droht auszubrechen.
Denn Apollyon, Herrscher über die Ghule, stachelt sein Volk gegen Cat auf und redet ihnen ein, Cat könnte zu einem Mischwesen zwischen Ghul und Vampir werden und alle Fähigkeiten der beiden Spezies in sich zu vereinen – was verhindert werden muss, da die Vampire sonst bedeutend stärker wären, als die Ghule.
Das dies allerdings nur der Deckmantel dafür ist, die Vampire in einem Krieg ausrotten zu können, wird schon bald klar.
Die entscheidende Rolle spielt nun die Vodoo-Königin Marie Laveau, die über die Untoten von New Orleans herrscht. Doch die hat ihre ganz eigenen Pläne und zu wessen Gunsten diese ausfallen, dass müssen Cat und ihr Geliebter erst noch herausfinden…
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Meinung: Nachdem der letzte Teil der Reihe mich nicht so begeistern konnte, wie seine Vorgänger, ist Band 5 um Cat und Bones eindeutig wieder ein Lesegenuss gewesen.
Das liegt zum einen daran, dass die Spannung diesmal wieder von Anfang bis Ende ohne Flauten gehalten wird. Mit jeder Menge Action, Kampf und blutigen Silbermessern hält Frost ihre Leser in Atem, bis Cat sich schließlich Apollyon stellen muss.
Die Spannung gipfelt dann in einem sehr schönen Showdown, auch wenn der ruhig hätte dramatischer sein können, da vor allem Apollyon meiner Meinung nach etwas zu schnell erledigt war.

Auch Cat läuft in „Dunkle Sehnsucht“ endlich wieder zu Hochform auf. Sie verliert bei weitem nicht ihre Dickköpfigkeit oder Streitlust, aber das artet nicht mehr in nervige Streitereien aus, wie es im Vorgängerband war. Anfangs schien sie mir diesmal zwar etwas willensschwächer, ich hatte aber das Gefühl, das sich das bald gab.
Bones ist und bleibt unser allerliebster Meistervampir, besitzergreifend wie eh und je und ebenso dickköpfig wie seine Frau.
Auch sehr gut gefällt mir, dass Frost kontinuierlich die Nebencharaktere, wie Spade, Denise, Mencheres oder Vlad auftreten lässt, so dass diese nicht in Vergessenheit geraten. Schließlich haben sie ihren ganz eigenen Charme und man freut sich über jedes Wiedersehen.

Die Beziehung zwischen Cat und Bones hat mir ebenfalls wieder besser gefallen, wo die beiden ja wie gesagt nicht mehr ständig am herumzicken sind. Die Liebesbekundungen klingen zwar manchmal etwas theatralisch, aber ein bisschen Kitsch tut den beiden (und vielleicht auch dem ein oder anderen Leser) sehr gut.
Auch ein Schmunzeln und das ein oder andere Lachen entlockt die Autorin einem mit Cats frechen Kommentaren und ihrem unerschütterlichen Sarkasmus und schwarzen Humor.
Ansonsten ist Frosts Schreibstil gewohnt flüssig und liest sich sehr angenehm.

„Eins noch: Wenn das mit dem Gedankenlesen stimmt, wäre da noch etwas, dass ich immer schon über Vampire wissen wollte…“
„Frag mich, ob ich glitzere, und ich mache dich auf der Stelle kalt“, antwortete Bones vollkommen ernst.
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Fazit: Cat und Bones haben sich von ihrer Krise in Band 4 erholt, treten in ihrem nächsten Abendteuer nun wieder wesentlich fulminanter auf und lassen die Silbermesser fliegen. „Dunkle Sehnsucht“ konnte mich wieder überzeugen.

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351 Bibliotheken, 6 Leser, 10 Gruppen, 67 Rezensionen

zombie, vampir, fantasy, werwolf, lili st. crow

Strange Angels - Verflucht

Lili St. Crow , Sabine Schilasky
Fester Einband: 379 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 25.03.2011
ISBN 9783426283455
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt: Seit Jahren zieht Dru mit ihrem Vater von Stadt zu Stadt. Die beiden jagen übernatürlich wesen der Echtwelt. Dank ihrer Gabe kann Dru diese Wesen spüren und hat auch andere nützliche Fähigkeiten.
Eines Nachts kommt ihr Vater allerdings nicht wieder nach Hause, nachdem er unbedingt allein losziehen wollte, um sich einem Gegner zu stellen.
Dru hat noch nicht einmal den Schock überwunden, dass ihr Vater wohl nie wieder zurückkommt, da steht er erneut vor ihrer Tür – als Zombie, der ihr nach dem Leben trachtet. Knapp entkommt sie ihrem eigenen Tod, doch sie ahnt, dass sie in großer Gefahr schwebt. Da trifft sie Graves, einen Jungen aus ihrer Schule, der ihr ein Versteck bietet, bald aber ebenfalls in Drus dunkle Welt hineingezogen wird.
Über kurz oder lang werden ihre Feinde sie finden, dass weiß Dru, genauso wie ihr klar ist, dass sie nicht allein gegen sie ankommt, obwohl sie sich dank ihrem Vater zur Wehr setzen kann. Als ihr eines Nachts Christopher das Leben rettet, als ein Werwolf sie angreift, weiß sie nicht, ob er Freund oder Feind ist, aber er will ihr auch weiterhin helfen…
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Meinung: Man merkt eindeutig, dass dieses Buch von Lilith Saintcrow stammt, denn ihre blutigen Urban Fantasy-Geschichten sind in abgeschwächter Form auch im Jugendroman „Verflucht“ wieder zu erkennen.

Gemeinsam haben die Bücher auf jeden Fall den hohen Grad an Spannung, der sehr schnell aufgebaut wird und dann erhalten bleibt. Saintcrow gönnt ihrer Heldin auch hier keine Verschnaufpause – kaum hat sie den einen Gegner besiegt und sich den gröbsten Kummer aus dem Herzen geweint hat, da taucht schon die nächste Gefahr auf. Auch auf Blut muss man in ihrem Jugendroman nicht verzichten, denn Dru wehrt sich immer wieder auf eigene Faust und mit allerlei Waffen gegen ihre Angreifer. Denn die sind sehr zahlreich – von Zombies über Werwölfe und Geister bis zu Vampiren ist in der Echtwelt alles dabei.

Es dauerte eine kleine Weile, bis ich mit Dru richtig warm geworden bin, denn sie wirkte anfangs auch mich nicht unbedingt wie eine 16-jährige und erst im Laufe der Zeit lernt man sie richtig kennen und beginnt sie zu verstehen.
Ihr Schulfreund Graves hingegen hat mir von Anfang an sehr gut gefallen. Trotzdem er durch Dru zum ersten Mal mit der Echtwelt in Verbindung kommt, schlägt er sich sehr wacker und ist immer für Dru da. Zwischen den beiden entsteht eine liebevolle Beziehung und aus ihrer Freundschaft könnte in den nächsten Bänden vielleicht sogar noch mehr werden. Da es allerdings auch noch Christopher gibt, kann man ja nie wissen, in wen sich Dru letztendlich wirklich verliebt.
Christopher war anfangs ebenfalls ein etwas schwieriger Charakter, da er ein sein hohes Näschen ein bisschen zu sehr zur Schau getragen hat. Gegen Ende bessert sich aber auch das und endlich beginnt man ihm zu glauben, dass er sich ernsthafte Sorgen um Dru macht.

Trotz all der Spannung wirkte dieser Beginn der bereits 5-teiligen Serie für mich eher wie ein Einleitungsband, in dem ans Licht kommt, wer und was die Protagonistin ist, damit in Band 2 dann die Geschehnisse beginnen können. Diesen Eindruck bin ich leider bis zum Ende nicht losgeworden.

St. Crows Schreibstil hat mir sehr gut gefallen, sie schreibt flüssig und unterhaltsam – sogar das ein oder andere Schmunzeln wird einem entlockt.
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Fazit: Trotzdem ich mit Dru erst einmal warm werden musste, hat mich der erste Band von Lilith Saintcrows Jugendromanreihe gut unterhalten und ich freue mich darauf, in Band 2 wieder in die Echtwelt einzutauchen und zu erfahren, wie es mit Dru weitergeht.

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(48)

90 Bibliotheken, 5 Leser, 3 Gruppen, 12 Rezensionen

science fiction, jugendbuch, dystopie, young adult, scifi

Across the Universe

Beth Revis
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Razorbill, 19.07.2011
ISBN 9781595144546
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt: Amy weiß, sie muss alles hinter sich lassen, wenn sie geht, und trotzdem entscheidet sie sich schweren Herzens, ihr Heimat, die Erde, zu verlassen, um mit ihren Eltern zu einem neuen Planeten aufzubrechen, der besiedelt werden soll. Obwohl ihr Dad ihr anbietet, sie könne bleiben, lässt sie sich 300 Jahre einfrieren, um mit ihm zu gehen.
Als sie dann wieder erwacht, hofft sie, der Alptraum wäre vorbei, denn der Tiefschlaf war die Hölle für sie. Doch sie muss feststellen, dass noch lange nicht alles wieder in Ordnung ist. Denn als sie erwacht, lernt sie Elder kennen, der ihr offenbart, das Raumschiff wäre erst 250 Jahre unterwegs und somit noch 50 Jahr von seinem Ziel entfernt. Amy erfährt, dass sie gewaltsam aus dem Schlaf gerissen wurde – hätte man sie nicht gefunden, wäre sie gestorben.
Die Zustände auf dem Schiff machen Amy zu schaffen, denn alles ist anders, als auf der Erde. Noch immer treibt der Mörder sein Unwesen und reißt weitere Tiefgefrorene aus ihrem Schlaf. Nur das diese weniger Glück haben und in ihren Kapseln sterben… Amy und Elder müssen also herausfinden, wer der Mörder ist und nicht nur das…
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Meinung: In „Across the Universe“ nimmt Beth Revis ihre Leser mit auf eine Reise in’s Weltall und erschafft ein Raumschiff, dass seine eigene kleine Welt darstellt – die lange nicht so fehlerlos ist, wie sie es gerne wäre.

Revis erzählt ihre Geschichte parallel aus Amy’s und Elders Perspektive, pro Kapitel wechseln die Sichtweisen. Dadurch ist es ihr möglich, erst Amy vorzustellen, bevor sie eingefroren wird, und sich danach Elder und dem Raumschiff namens Godspeed etwas näher zu widmen. Währenddessen hat Amy parallel dazu Rückblenden zu ihrem Leben auf der Erde und verschiedene Träume und Alpträume.
Dadurch wird die Geschichte von Anfang an spannend, denn man taucht in eine völlig neue Welt ein und ist vollauf damit beschäftigt, das Schiff mit seinen Strukturen und Elder selbst kennen zu lernen, bevor Amy aufwacht. Danach bleibt die Spannung bis auf einige kürzere Längen erhalten, da Amy und Elder langsam auf die Spur des Mörders kommen. Außerdem schwebt Amy weiter in Gefahr, da sie wegen der Grundsätze des Schiffleiters ein „Unterschied“ ist, der zu Problemen führen wird. Denn auch mit dem System des Schiffs stimmt Amy nicht überein, da es allen Werten des Lebens auf der Erde entgegenläuft.

Wo wir bei der grandios aufgebauten Welt von Godspeed wären. Es fehlten mir zwar zu allem am Anfang ein wenig ausführlichere Beschreibungen zum Aufbau, aber dieses Problem lies sich dadurch lösen, dass eine Karte des Raumschiffes im Buch abgedruckt ist.
Hat man sich dann mit dem rein technischen Aufbau vertraut gemacht und sieht das Schiff durch Amys Augen, fallen einem dann die vielen gesellschaftlichen Veränderungen auf, die während der 250 Jahre an Bord vor sich gegangen sind. Und mit all dem kann Amy nicht umgehen, denn es läuft allem zuwider, was auf der Erde galt: keine Unterschiede, keine eigene Meinung – einfach nichts, was zu Widerstand führen könnte.

Sowohl Elder als auch Amy waren mir von Anfang an sehr nahe. Elder als zukünftiger Leiter des Schiffes wird während der Geschichte immer selbstbewusster und erkennt, dass er mehr Macht hat, als er glaubt und diese auch verantwortungsvoll einsetzen muss, egal was ihm dies abverlangt. Dabei hilft Amy ihm, da sie in ihren Überzeugungen nicht umzustimmen ist und so Elder dazu ermutigt, etwas an den Ungerechtigkeiten auf dem Schiff zu ändern. Dabei lässt sie sich auch von ihren eigenen Ängsten und Problemen nicht unterkriegen.
Dadurch wirkt es auch sehr natürlich, dass die beiden sich währenddessen langsam ineinander verlieben.

Da „Across the Universe“ aber nur der erste Teil einer Triologie ist, fiel das Ende natürlich nicht ganz so super Happy-End-mäßig aus, aber das tut dem Lesegenuss dann auch keinen Abbruch.
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Fazit: Alles in allem war ich wirklich überrascht von der Godspeed und den Bewohnern und Geschehnissen voller Spannung, mit dem gewissen Etwas an Gesellschaftskritik, die einen zum Nachdenken anregt und auch nach dem Ende noch beschäftigt. Nur zu empfehlen, wenn man mal etwas mit ein bisschen mehr Science Fiction, gemischt mit Dystopie, erleben will – aber auch, wenn man einfach gut unterhalten werden will.

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(2)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

You Against Me

Jenny Downham
null: 416 Seiten
Erschienen bei Random House Childrens Books, 13.09.2011
ISBN 9780385751612
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Inhalt: Mikey McKenzie’s Schwester Karyn ist vergewaltigt worden und traut sich deswegen seit Wochen nicht mehr aus der Wohnung.
Ellie Parker’s Bruder Tom wird bezichtigt, Karyn vergewaltigt zu haben, beteuert aber, er sei unschuldig.
Mikey erträgt es kaum noch, wie Karyn sich versteckt, obwohl doch nach der Anzeige das Recht auf ihrer Seite ist. Er beschließt, dass er etwas tun muss und schleicht sich mit seinem Freund Jacko kurze Zeit später auf eine Party der Parker’s – mit dem festen Entschluss, Tom bezahlen zu lassen.
Dort merkt er, dass er an Tom nicht herankommt und trifft außerdem auf Ellie. Ein neuer Plan entsteht: er wird sich an Ellie heranmachen, um an Informationen zu kommen, die ihm bei seinem Vorhaben helfen könnten. Doch was Mittel zum Zweck sein soll, wird zu mehr, denn die beiden verstehen sich immer besser und verlieben sich…
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Meinung: „You against me“ ist eine Geschichte, die aus dem echten Leben stammen könnte, und ebenso realistisch ist sie erzählt.

Die Thematik rund um die Vergewaltigung und den darauf folgenden Gerichtsprozess ist sehr ernst und wird von der Autorin mit dem entsprechenden Ernst und Respekt behandelt und trotzdem hatte ich einige Startschwierigkeiten mit dem Buch.

Die Geschichte wird abwechselnd aus Mikey’s und Ellie’s Perspektive erzählt, was einem beide Charaktere gleichermaßen nahe bringen sollte. Trotzdem wurden mir die Charaktere nicht sofort gleichermaßen sympathisch. Mit Mikey fühlte ich von Anfang an mit. Auf seinen Schultern lasten eine Menge Probleme: seine Schwester wurde vergewaltigt, seine Mutter trinkt und er muss sich um seine kleine Schwester Holly kümmern, Geld ins Haus bringen und ihnen möglichst das Jugendamt vom Hals halten. Das alles setzt ihm zu, aber er versucht, seine Familie zusammenzuhalten.
Ellie’s Probleme sind nicht weniger schwerwiegend, denn ihre Familie steht ebenfalls kurz davor, zu zerbrechen, da ihr Bruder der Vergewaltigung bezichtigt wird. Und zusätzlich lastet ein Geheimnis auf ihr. Trotzdem schien sie mir zu Anfang ein wenig selbstmitleidig, denn erst im Laufe der Zeit erfährt man, warum das alles wirklich so schwer für sie ist.

Auch Spannung kam auf den ersten Seiten nicht wirklich auf, es fühlte sich ein wenig an, als würden alle auf der Stelle treten. Erst die zweite Hälfte der Geschichte brachte wirklich bahnbrechende Entwicklungen.
Sehr gut gefallen hat mir die emotionale Beziehung zwischen Mikey und Ellie, die trotz der inneren Konflikte beider Figuren Fortschritte machte. Zwar kam für mich der zwischenzeitige Bruch zu schnell, trotzdem waren die Gefühlslagen und Handlungen der beiden immer mitreißend und vor allem nachvollziehbar.
Daneben werden aber auch gesellschaftliche Probleme angesprochen, sowohl in der Ober-, als auch in der Unterschicht. Auf Ellie’s Seite die Familie, die in der Öffentlichkeit nicht schlecht dastehen darf und auf Mikey’s Seite der gesellschaftliche Absturz: die trinkende Mutter und er als einziger Mann im Haus, der versucht, alles am laufen zu halten. Auch diese werden realistisch und einfühlsam beschrieben.

Der Schreibstil erscheint mir sehr jugendlich und passte gut zu den Charakteren, die die Geschichte erzählen. Einige umgangssprachliche Dinge muss man sich zwar erschließen, wodurch das Verständnis leicht erschwert wird, ansonsten lässt sich das Buch aber für Fremdsprachler sehr gut lesen.
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Fazit: Eine solide Geschichte von einer Straftat, die die Welt zweier Familien in den Grundfesten erschüttert, mit ernster Thematik und einer einfühlsam erzählten Liebesgeschichte. Zu Anfang ein wenig schwach, im Laufe der Geschichte aber immer besser.

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(132)

273 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 20 Rezensionen

drachen, liebe, dämonenfürst, gefährtin, fantasy

Silver Dragons - Viel Rauch um Nichts

Katie MacAlister , Margarethe van Pée , Theda Krohm-Linke
Flexibler Einband: 299 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 12.05.2011
ISBN 9783802583919
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt: Der Dämonenfürst Magoth hat es geschafft, May zu sich nach Abbadon zu holen und sie dort festzuhalten. Zwar versucht ihr Gefährte Gabriel, der Wyvern der Silbernen Drachen, sie mit Hilfe von Aisling aus Abbadon zu befreien, aber sie haben keine Chance, May in der Welt zu halten, da Magoth sie immer wieder zurückruft.
May bleibt also keine andere Wahl, als auf Gabriel zu hören, der sie bittet, Magoths Werben nachzugeben und seine Gefährtin zu werden.
Widerwillig nimmt sie Magoth also zum Gefährtin. Das gibt Magoth die Fähigkeit, in die Menschenwelt gehen zu können und Gabriels Plan geht auf – er bekommt seine May zurück.
Doch es warten eine Menge Probleme auf die beiden und das nicht nur, weil Magoth jetzt sein Unwesen treibt…

Meinung: In „Viel Rauch um Nichts“ gibt es wieder viel lachen, trotzdem kann das Buch nicht mit seinem Vorgänger mithalten.

Dadurch, dass May zu Beginn der Geschichte in der Hölle festsitzt, ist die Spannung im Buch schon auf den ersten Seiten sehr hoch und zieht einen sehr schön in die Geschehnisse zurück. Man erinnert sich auch nach längerer Pause wieder an den ersten Band und findet so einen guten Einstieg in die Geschichte.
Nur leider dauert es gar nicht lange, da schafft es May es hinaus aus Abbadon, nachdem sie einfach mal Magoth zum Gefährten genommen hat. Und damit verabschiedete sich die Spannung leider für den Rest der Geschichte. Es ist nicht so, als wäre es danach sterbenslangweilig, aber trotzdem fehlt der gewisse kleine Anreiz, weiter zu lesen, weil man wissen will, die May wieder herauskommt aus ihrer Misere. Denn genau das hat mir ein wenig gefehlt: die kleinen und großen Fettnäpfchen und Krisen, in die die Protagonisten in MacAlister’s Büchern eigentlich geraten und die ihre Geschichten eigentlich ausmachen.
Es tauchen zwar auch neue Probleme auf, die May und Gabriel bewältigen müssen, aber die haben mich irgendwie nicht wirklich mitgerissen.

Ein großer Pluspunkt sind dafür aber die Charaktere. Gabriel liebe ich schon seit der Dragon Love-Reihe und May hat es auch ganz schnell geschafft, sich beliebt zu machen. Und das bleiben die beiden auch weiterhin. Trotz dem sie nicht ganz so „schlimm“ sind wie Aisling und Drake, haben sie doch immer wieder Meinungsverschiedenheiten, die keiner von beiden allzu schnell beilegt.
May legt in diesem Band auch ein paar nicht ganz so vernünftige Züge an den Tag, die so manche Situation noch amüsanter machen, aber warum das so ist, verrate ich jetzt natürlich nicht.
Wichtig ist einfach, dass beide Charaktere sich treu geblieben sind und in ihren Verhalten und Gedanken nahtlos an Band 1 anknüpfen.

Auch die Nebencharaktere aus Band 1 trifft man wieder: Magoth, Kostya, Fiat, Cyrene, Sally. Die haben zur Geschichte auch alle wieder beigetragen und gerade Magoth hat für einen der größten Lacher des Buches gesorgt. Cyrene allerdings, die May wieder mit ihren Problemen belegt hat, hätte MacAlister sich meiner Meinung nach beinahe sparen können, da sie ansonsten kaum ins Geschehen eingebunden war. Sie kommt, macht May Ärger und dann verschwindet sie wieder.

Was die Entwicklung der übergreifenden Handlung angeht, gibt es auch Fortschritte, obwohl immer noch nicht klar ist, ob Baltic nun wirklich wieder da ist, oder nicht. Man möge spekulieren…
Was den Witz angeht, hat MacAlister zwar wieder einiges an Lachern in ihr Buch gepackt, aber auch hier kommt sie nicht an Band 1 heran.
Der Schreibstil ist weiterhin locker und angenehm zu lesen.

Fazit: Wieder ein unterhaltsamer, amüsanter Roman und ein freudiges Wiedersehen mit May und Gabriel – nur leider um einiges weniger fesselnd. MacAlister lässt diesmal einen Teil ihres Drachen-Charmes Vermissen.

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Tags: abbadon, dämonenfürst, doppelgängerin, drachen, fantasy, feuer, gabriel, gefährtin, liebe, magoth, may, silberne drachen, wyvern   (13)
 

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152 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

gestaltwandler, edge, broken, fantasy, william

Spiegeljagd

Ilona Andrews , R. Schmitz ,
Flexibler Einband: 541 Seiten
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 09.06.2011
ISBN 9783802583414
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt: Seit der Gestaltwandler William sich aus dem Weird zurückgezogen hat, lebt er als Einsiedler im Edge. Doch auch dort ist er vor seiner Vergangenheit nicht sicher, denn eines Tages spüren in die Agenten des Spiegels auf und verlangen von ihm, einen Spion ausfindig zu machen, der schweren Verrat begangen hat. William will eigentlich ablehnen, doch als er erfährt, dass es sich dabei um seinen Erzfeind Spider handelt, willigt er schließlich doch ein.
Spider wird in den Sümpfen des Edge vermutet und auf dem Weg dorthin trifft William auf Cerise. William tarnt sich als Adliger aus dem Weird und merkt bald, dass er sich Cerise an die Versen heften muss, die nach ihren entführten Eltern sucht. Schließlich stellen die beiden sogar fest, dass sie den gleichen Gegener verfolgen und schließen sich zusammen.
Während die beiden sich immer näher kennen lernen und zahlreichen Gefahren gegenüberstehen, bemerkt Cerise, dass William beileibe kein Adliger ist, denn er kämpft wie der Teufel und manchmal sieht sie in seinen etwas vollkommen anderes…

Meinung: Ich habe schon lange kein Buch mehr gelesen, dass mich dermaßen gut unterhalten hat. Ich neige generell dazu, alles eher positiv als negativ zu bewerten, aber hier gibt es ja nur Pluspunkte zu bennen!

Die Spannung ist von Anfang an greifbar, da Andrews sich nicht lange mit Vorreden aufhält. Kaum beginnt die Geschichte, da tauchen auch schon die Agenten auf, die William zu dem Auftrag nötigen, Spider zu finden und zu beseitigen. Es dauert gar nicht lange, da trifft er auch schon auf Cerise und schon geraten die beiden das erste Mal in Gefahr. An blutiger Action fehlt es dem Buch also auf keinen Fall, denn Spider’s Leute sind auch Cerise auf der Spur. Demzufolge ist das Buch nichts für schwache Nerven, denn es fliegen schon mal Körperteile durch die Gegend…

Beide Hauptfiguren sind von der ersten Seite an sehr authentisch und sympathisch. William quält sich noch immer mit seiner Vergangenheit und damit, dass Declan sich Rose geschnappt hat, herum. Er fühlt sich nirgends zugehörig und die Familie, die er sich wünscht, scheint unmöglich.
Cerise hingegen lebt in ständiger Sorge um ihre große Familie, denn neben den Geldsorgen ist sie nun auch noch Vorstand der Familie, da ihre Eltern entführt wurden.
Die Nebencharaktere beschränken sich größtenteils auch Cerise’ chaotische Familie, die einem auch vom ersten Moment an ans Herz wächst. So viel Chaos muss ja liebenswert sein, obwohl sie anfangs etwas eigenwillig und skurril erscheinen. Sie halten stets zusammen und überstehen jede Krise, und ob es dabei nun immer mit rechten Dingen zugeht oder nicht, das wird auch nicht so eng gesehen.

Neben der Suche nach Spider und Cerise’ Eltern wird aber auch die Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden nicht vernachlässigt. Andrews schafft es, eine Balance zu schaffen und zu halten. Schneller als William lieb ist, verguckt er sich nicht nur in Cerise, sondern auch ihre Familie wächst ihm Herz. Deswegen zieht er schlussendlich Seite an Seite mit ihnen in den Kampf. Zwischen den beiden gibt es wegen Williams verschwiegener Identität genug Zündstoff. Und bevor William und Cerise ihr wohlverdientes Happy End bekommen, müssen sie bis zur letzten Seite eine ganze Menge durchmachen.

Der Schreibstil von Ilona Andrews fesselt und reißt mit. Durch ein gutes Maß an Situationswitz wird man auch schon mal zum schmunzeln gebracht und die Beschreibungen sind auch weder zu kurz, noch zu lang.

Fazit: Rundum schön, von vorne bis hinten. Action, Spannung, Kampf, Liebe, liebenswerte Charaktere, ein fesselndes Setting – alles ist dabei. Wirkliche Kritikpunkte suche ich für meinen Teil hier vergebens.

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Tags: action, agenten, blitze, brken, cerise, clan, edge, fantasy, gestaltwandler, hand, liebe, moor, ratten, spiegel, spion, sumpf, weird, william   (18)
 

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204 Bibliotheken, 3 Leser, 4 Gruppen, 37 Rezensionen

parkour, schutzengel, leander, luzie, wächter

Luzie & Leander - Verflucht himmlisch

Bettina Belitz
Flexibler Einband: 223 Seiten
Erschienen bei Loewe, 01.06.2010
ISBN 9783785571910
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt: Luzie macht nichts lieber als ihren Lieblingssport: Parkour. Nichts liebt sie mehr, als mit ihrer Truppe zu trainieren, auf Geländern zu balancieren und Runs zu machen. Das geht zwar auch öfters mal schief, wobei Luzie sich auch schon mal weh tut, aber das hält sie nicht davon ab, ihrem Hobby zu frönen.
Was sie allerdings nicht weiß ist, dass ein Wächter auf sie aufpassen muss und bei ihren Stürzen das Schlimmste verhindert. Als dann auch ihr Herbstrun vom Schuldach über die Laterne zu einem Gerüst schief geht, hat der Wächter die Nase voll.
Auf dem Gerüst verliert Luzie das Gleichgewicht und verletzt sich so ernst, dass sie ins Krankenhaus kommt. In ihrer ersten Nacht dort sieht sie einen komischen blauen Geist und denkt, sie wird verrückt.
Es stellt sich jedoch heraus, dass dieser Geist keine Halluzination war: sein Name ist Leander und er ist Luzies Wächter. Und die beiden tun fortan nichts lieber, als sich in die Haare zu bekommen…

Meinung: Luzie und Leander können sich absolut nicht ausstehen – und trotzdem sind sie ein absolutes Dreamteam.

Beide Charaktere sind sehr liebevoll ausgestaltet und wachsen einem sofort ans Herz.
Luzie ist ein sehr eigenwilliges Mädchen, aber gerade durch ihr unmädchenhaftes Verhalten kommt sie sehr authentisch daher. Nichts hasst sie mehr, als die rosa Bettwäsche, die ihre Mutter ihr aufzwingt und diesen ganzen Kitschkram, den angeblich jedes Mädchen mag. Sie jedenfalls nicht.
Was Leanders Problem ist. Der leicht arrogante und überhebliche Körperwächter hatte sich seine Aufgabe leichter vorgestellt, weil Mädchen ja normalerweise keine waghalsigen Aktionen durchziehen. Dabei ist es unglaublich amüsant, sein Gezeter und Gejammer zu erleben, mit dem er Luzie schon mal auf die Palme bringt. Hinter seiner arroganten Art steckt aber natürlich ein fürsorglicher Kern, denn eigentlich hat er Luzie ganz gern und sorgt sich um sie, wenn sie es gerade wieder übertrieben hat und sich verletzt hat.

Durch die Gespräche, die auch schon mal in Streit enden, erhält die Geschichte den richtigen Pfiff, denn sie bieten immer wieder witzige Wortwechsel, die einem ein Grinsen und auch schon mal ein waschechtes Lachen von den Lippen locken.
Gerade durch ihre aufbrausende Art sind die beiden sehr sympathisch und passen umso besser zusammen.

Belitz schreibt ihre Geschichte in Ich-Perspektive aus Luzies Sicht und das gibt der Geschichte trotz Luzies Hang zum Jungssachen-machen den Charme einer Mädchengeschichte. Heimlich ist sie nämlich ein wenig in Seppo verliebt, der sie zum Parkour gebracht und ihr fast alles beigebracht hat, was sie kann – auch wenn der sich echt benehmen kann, wie ein Idiot!
Und wenn sie sich dann mit Leander gezofft hat, dann sehnt sie sich trotzdem danach, sich wieder zu versöhnen und wenn er nicht da ist, vermisst sie ihn schrecklich. Auch wenn sie das nicht zugeben mag.

Der Schreibstil von Bettina Belitz ist angenehm locker und mit der richten Menge an Beschreibungen macht sie die Geschichte lebendig, ohne dass es langweilig wird.

Fazit: Luzie und Leander sind definitiv Charaktere, die einem ans Herz wachsen. Sie bringen einen zum lachen und man fühlt mit ihnen.
Die Geschichte hat Schwung und Witz und begeistert – und macht vor allem neugierig auf die Fortsetzung!

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Tags: körperwächter, leander, ludwigshafen, luzie, parkour, sky patrol   (6)
 

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liebe, tod, fantasy, zorya, blutmann

Ascheherz

Nina Blazon
Fester Einband: 541 Seiten
Erschienen bei cbt, 05.01.2011
ISBN 9783570160657
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Inhalt: Summer hat viele Gesichter. Ständig auf der Flucht und ohne Erinnerungen an ihr Leben flüchtet sie sich immer wieder unter den Schutzmantel neuer Identitäten, um dem Blutmann zu entkommen, der sie verfolgt. Ständig träumt sie von seinen behandschuhten, blutbefleckten Händen, die ein Schwert in der Hand halten und spürt unglaubliche Angst.
In der Stadt Maymara ist sie nun als Schauspielerin untergetaucht und fühlt sich endlich wenigstens ein kleinwenig zugehörig, da sie ihre Schauspieltruppe lieb gewonnen hat. Doch der Blutmann rückt in ihren Träumen immer näher und Summer ahnt, dass sie bald erneut verschwinden muss. Und tatsächlich greift er sie schon bald an. Auf ihrer Flucht trifft sie auf Anzej, einen Fremden, der ihr sofort zur Hilfe kommt.
Zusammen flüchten sie, doch Anzej hat Geheimnisse vor Summer. Obwohl sich Summer bei ihm geborgen und zu Hause fühlt, merkt sie doch, dass er ein falsches Spiel zu treiben scheint…
Und wer ist Lady Tod, die Summer in ihren Träumen sieht und die ihr befiehlt, ihre Aufgabe zu erfüllen?
Ihre Flucht führt Summer nach Nordland, wo sie ihrer Vergangenheit endlich näher kommt: sie erfährt, dass sie eine Zorya ist, die durch einen Kuss den Tod bringt.

Meinung: In „Ascheherz“ entführt Nina Blazon erneut in die Welt von „Faunblut“, zeigt aber diesmal andere Teile dieser Welt mit neuen Fantasiegeschöpfen.

Die Zorya sind Todesbringer, die die Menschen durch einen Kuss vom Leben erlösen und ihnen den Tod schenken. Sie entstehen aus besonders eigenwilligen Seelen, die sich dem Sterben widersetzen und von Lady Mar auserwählt werden, als Zorya aufzuerstehen. Die Idee dieser „Todesengel“ ist sehr gut umgesetzt, da der Tod dadurch weder negativ noch positiv bewertet, sondern einfach als notwendig dargestellt wird.
Blazons Welt hat dabei erneut überzeugt, sie war realistisch entworfen und durch die lebendigen Beschreibungen sehr gut vorstellbar.

Es dauert dagegen sehr lange, bis die eigentliche Geschichte überhaupt beginnt. Denkt man nämlich, man hat bereits alles durchschaut und der Geschichtenverlauf wäre klar, geschieht ein Umbruch und die Hauptgeschichte beginnt erst. Durch die vielen Täuschungen und Geheimnisse, die durch undurchsichtige Charaktere und Summers Gedächtnislücken entstehen, erzeugen und halten die Spannung, denn sie werden nur nach und nach aufgelöst und ergeben nur langsam ein vollständiges Bild. Es gibt zwar immer wieder kurze Längen, auf denen die Spannung nachlässt, da man aber immer wieder Teilwahrheiten erfährt und unbedingt wissen will, wie diese zusammenhängen, kann man nicht anders, als an den Seiten zu kleben. Man wird immer wieder auf falsche Fährten gesetzt, so dass die Wendungen ungeahnt und plötzlich ausfallen.

Die Charaktere haben ebenfalls überzeugt. Jeder Charakter war sehr vielschichtig aufgebaut. Summer besitzt ihren eigenen Kopf und handelt nachvollziehbar. Durch ihren Wunsch nach Zugehörigkeit und Liebe und ihrem Drang danach, ihre Erinnerungen wieder zu finden, kann man sich gut mit ihr identifizieren. Auch wegen ihrer Ängste kann mich sehr gut in sie hineinversetzen.
Stellenweise handelt sie zwar auch etwas eigenwillig und ist recht streitlustig/-süchtig, dies macht sie aber gerade einzigartig.

Die Liebesgeschichte überzeugt ebenfalls, denn obwohl die Moral der Geschichte am Ende die ist, dass Liebe wohl selbst den Tod überwinden kann, ist sie keineswegs kitschig, da es auch Streit zwischen den Liebenden gibt und längst nicht immer alles harmonisch zugeht.

Blazons Schreibstil ist wie immer flüssig und fantasievoll und zieht einen sofort hinein in ihre Geschichte.

Fazit: Eine wunderbare Geschichte über die Liebe, die viele Hürden überwindet und über Jahrhunderte andauert und den Tod, der nicht urteilt, sondern einfach unausweichlich jeden ereilt und darüber, dass niemand sich ein ewiges Leben stehlen kann.
Eine starke Hauptperson und eine Welt voller Geheimnisse machen dieses Buch so besonders.

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Tags: freundschaft, herz, liebe, nordland, tod, verrat, zitadelle, zorya   (8)
 
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