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drachenmond verlag, dystopie, fantasy - dystopie, julia seuschek, liebesgeschichte, lovestory

Straßenkötergene

Julia Seuschek
Flexibler Einband: 220 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 08.07.2017
ISBN 9783959912778
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Ich hatte die Gelegenheit, „Straßenkötergene“ als Rezensionsexemplar zu lesen. Der Klappentext klang durchaus vielversprechend, eine Art dystopische Welt, Menschen unterteilt in zwei Klassen, jede nachdem, wie ihre Gene sich entwickeln. Nur der Zufall und das Blut entscheiden. Leider musste ich am Ende feststellen, dass alles, was das Buch zu Beginn verspricht, am Ende nicht eingehalten wird.

Es beginnt in einer zerstörten Welt im Hier und Jetzt, Lou, eine der Protagonisten der Geschichte, will dem System ein Ende setzen; sie will, dass die Unterteilung in Typ A und Typ B Mensch aufhört, dass Menschen nicht mehr aufgeteilt werden, allein nur, weil sie vermeintlich schlechtes – also Typ B – Blut haben. Gerne hätte ich mehr über die Welt erfahren, wie es genau dazu gekommen ist, wie sich der Alltag darstellt, doch dazu soll es nicht kommen. Lou muss sich verkleiden, muss die Merkmale (blonde Haare, grüne Augen), die sie als Typ A Mensch verraten, verstecken. Ihr Bruder, Adam, den ich ziemlich sympathisch fand, will sie von ihrem Plan abhalten, sich verkleidet als Typ B Junge (denn nur Jungs werden als Diener angestellt) am Königshof einzuschleichen, als Diener, um dort nach Beweisen zu suchen, die das System zum Sturz bringen können.

Doch Lou lässt sich nicht aufhalten. Sie schafft es an den Hof und trifft dort auf Jared, den Sohn des Königs, der zweite Protagonist. Bis zu diesem Moment habe ich Lou noch als starke junge Frau gesehen, die das Ziel nicht aus den Augen verliert und die vielleicht einfach mal etwas anders ist. Doch leider verliert es sich für mich ab diesem Augenblick vollkommen. Anstatt im Fokus zu behalten, was Lou an den Hof getrieben hat, wechseln sich nur noch die Perspektiven zwischen Lou und Jared (jeweils als Ich-Erzähler) ab, wie sie immer tiefer füreinander fallen, Jareds Zweifel, wie er sich in einen Mann verlieben kann (der Lou ja nun einmal nicht ist, auch wenn sie sich so gibt). Es ist ein ewiger, oftmals unglaubwürdiger Eiertanz, welcher mit Metaphern und Bildsprache unterstrichen wird, die manchmal malerisch und dann wieder völlig lapidar wirkt. Ich finde die schnelle Liebe, die Lou und Jared füreinander empfinden nicht glaubwürdig, es geht zu schnell. Dann ist da noch Lous Vergangenheit (TW: Missbrauch Schutzbefohlener, Vergewaltigung), die die Glaubwürdigkeit nur zusätzlich bröckeln lässt.

Lou trägt dank ihres Stiefvaters eine schwere Last, dunkle Narben, doch auch wenn diese Vergangenheit durchaus durchscheint, so wirkt das tiefgreifende Thema, als wäre es nur ein Aufhänger, zumal sich der Ablauf wiederholt, wenn man die Geschehnisse zwischen Jareds Schwester Chiara und ihrer beider Vater anschaut. Hätte man so etwas noch zusätzlich einbringen müssen? Nein. Zumal die Art, wie Jareds Vater einknickt für mich kaum glaubwürdig ist, nachdem man ihn bei seinen Taten erwischt.

Mir fehlt der rote Faden oder besser – mir fehlt, dass der rote Faden – die geplante Rebellion, das Zerbrechen des Systems, konsequent verfolgt werden. Alle Jubeljahre wird das Thema für ein paar Zeilen aufgebracht, fast so, als wolle man dem Leser zeigen, dass auch die Thematik noch da ist. Das letztliche „Einfallen“ der Rebellen, das „Wiedersehen“ mit Lous Bruder, dies alles wird am Ende nur auf weniger als 10 Seiten abgehandelt. Und über das Ende selbst möchte ich keine Worte verlieren, es wäre ein zu krasser Spoiler. Aber nein, einfach nur nein.
 
Vielversprechender Start mit einer guten Idee, die ein wenig an Schöne Neue Welt erinnert, leider verloren in einer Liebesgeschichte, deren Hin und Her und Entwicklung mich einfach irgendwann nur noch gelangweilt haben. Man hätte daraus um einiges mehr machen können.

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Sturmmelodie

Alexandra Fuchs
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 07.09.2017
ISBN 9783959911849
Genre: Fantasy

Rezension:

Es ist das erste Mal, dass ich eine Rezension schreibe. Dank Facebook bzw. Ava Reed und dem Drachenmond Verlag bekam ich die Chance, Sturmmelodie als Rezensionsexemplar (eBook) zu lesen. Gerne möchte ich euch meine Eindrücke zu diesem Buch schildern:

Ich finde es ja generell immer schön, wenn mehr deutsche Autoren Aufmerksamkeit bekommen und das Buch dann auch noch in Deutschland spielt. Ich will damit nicht sagen, dass nicht alle das gleiche Recht haben, aber mit einem Blick in die Buchhandlungen scheinen gerade englischsprachige Autoren (besonders im Fantasy, Dystopie, SciFi Bereich) viel weiter verbreitet zu sein.

Ich gebe zu, dass ich mir mit dem Einstieg in Sturmmelodie etwas schwer getan haben. Ich kann nicht einmal genau sagen, woran das liegt. Mir gefiel auf Anhieb die Idee des Seelentieres, und Lizzy als Huhn auf der Stange ist eingangs wirklich amüsant beschrieben, denn es muss wirklich etwas frustrierend sein, wenn man „nur“ ein Huhn ist, während ihre Freunde, zumindest Lizzys Ansicht nach, viel „cooler“ sind. Oder coolere Seelentiere haben. Dem Klappentext, und auch dem wunderschönen Cover nach, waren meine Erwartungen an das Buch hoch, unter'm Strich wurden diese leider nicht erfüllt. Das Buch ist okay, es ist nicht schlecht, aber eben nicht mehr als das. Für diesen Eindruck gibt es viele Gründe, die ich gerne kurz (und möglichst spoilerfrei) darlegen möchte:  

Plot:
Die Geschichte ist von der Idee her wirklich nicht schlecht. Es gibt viel Potential. Sei es das Leben der Wandler, der Grimm, sei es die Thematik mit den Hexen, die im Verlauf des Buches dazu kommt oder eben auch mit den Medizinern, die Experimente durchführen. Aber alles wird maximal angerissen, es werden dem Leser Brocken hingeworfen, die nicht weiter vertieft werden, was wirklich schade ist, denn die Kombination aus Realität und Fantasy ist schön und angenehm. Gerne hätte ich auch mehr über Lizzys Vergangenheit gewusst, mehr in ihr Seelenleben geblickt, mehr über den Rat und seinen Aufbau gewusst. Oder auch, wieso genau eigentlich so eine Furcht oder so ein Misstrauen den Hexen gegenüber besteht.

Charaktere:
Bis auf Lizzy erfährt man über alle anderen Charaktere kaum etwas und selbst das, was über die Protagonistin verraten wird, ist recht wenig. Es ist auch nicht wirklich nachvollziehbar, woher der Wandel Lizzys kommt. Gerne hätte ich mehr über ihren inneren Konflikt gelesen, sei es ihrem Seelentier gegenüber, der bereits erwähnten Vergangenheit und den damit einhergehenden Problemen in ihrem Alltag. Die Thematik ist düster (TW: Missbrauch) und sicherlich nicht einfach einzuweben, aber wenn man diesen Schritt wagt, was nicht verwerflich ist, so sollte man ihn etwas tiefgründiger verarbeiten. Die Wandlungen sind oft zu schnell. Auch ihre „Liebe“ zu Harry entwickelt sich für mich zu schnell, gerade im Hinblick auf das Erlebte. Auch findet sie sich sehr schnell mit der Veränderung in ihrem Wandler-Dasein ab. Wenn es wirklich so ist, dass der Verlust eines Seelentieres ein Loch in die Seele reißt, dann fehlt mir eine tatsächliche Verarbeitung, auch wenn die Problematik ja ziemlich „einfach“ gelöst wird. Magie lässt sich eben überall da einbringen, wo es vielleicht eine tiefere Erklärung gebraucht hätte. Mit Magie ist es nur einfacher, schließlich kann sie niemand von uns greifen.

Liebesgeschichte:
In meinen Augen kommen Bücher gut und gerne ohne Liebesgeschichten aus. Freundschaften, Bündnisse sind auch viel wert, ohne dass Liebe eine Bedeutung hat. Die Beziehungen hier bleiben flach, genau wie die Liebesgeschichte zwischen Harry und Lizzy. Sie wirkt fast schon gezwungen. Lizzy fällt zu schnell für Harry, dann werde nimmer wieder Situationen konstruiert, die Ärger einbringen. Ständiges Entschuldigen und dauernde Probleme direkt am Anfang der Beziehung, das ist wirklich etwas zu viel gewesen. Auch die schwierige Thematik der Kinderlosigkeit bzw. Lizzys Unfruchtbarkeit wird, etwas humoristisch, eingebracht, aber dann auch genauso schnell wieder fallen gelassen. Für viele Frauen ist das ein sehr heikles Thema und wenn man ein solches aufgreift, dann sollte auch das nicht in einem Nebensatz geschehen. Allerdings finde ich auch, dass es allgemein nicht wirklich gepasst hat.

Zu Micah und Liam sage ich besser nichts. Die Idee, dass DAS dahintersteckt, hatte ich schon recht schnell. Ich persönlich bin ja ein Freund von LGTB in allen Sparten; dass es nun auch immer mehr Einzug in Bücher und Filme/Serien hält, begrüße ich. Aber dann bitte doch etwas… anders? Feinfühliger? Tiefer? Oder eben gar nicht! Ich glaube das Problem mit Sturmmelodie ist, dass Alexandra Fuchs zu viel in ein einziges Buch packen wollte.

Finale:
Die Auflösung des Plots ging dann überraschend schnell. Ich habe mich die ganze Zeit gefragt, was es wohl mit Lizzys Entführung auf sich hat. Wer dahinter steckt konnte ich mir recht schnell denken, auch wer das Mädchen in ihren Träumen ist. Und ich habe mich die ganze Zeit gefragt, wozu man den (zugegeben) ziemlich süßen Hund James Dean eingeführt hat – nun, ich glaube, ich fand des Rätsels Lösung am Ende. Allerdings fand ich diese "Auflösung" nicht besonders schön. Eher wirkte es wie ein: Nun, am Ende muss jemand sterben, aber damit nicht wirklich jemand stirbt, denken wir uns aus, wie man zwei zum Preis von einem bekommt. Gut, das ist relativ überspitzt, aber eben leider mein echtes Lesegefühl gewesen.

Fazit:
Das Buch ist nicht schlecht, auch wenn meine Rezension so klingt. Ihr solltet aber auch kein tiefgründiges Werk erwarten, denn obwohl es viel Potential dafür gibt, hat es maximal den Charakter einer guten Fanfiction. Angenehm und flüssig geschrieben, mit durchaus sympathischen Charakteren und einer netten Idee, die aber viel mehr Raum für eine wirkliche Entwicklung gebraucht hätte. Man kann das Werk gut nebenbei lesen, es unterhält bis zu einem gewissen Grad und sorgt auch hier und da für ein Schmunzeln. Für einen kalten Nachmittag also eine leichte Lektüre mit Schwächen.

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