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kipling, rudyard, klassiker, das dschungelbuch, baghira

Das Dschungelbuch

Rudyard Kipling , Wolf Harranth , Sonja Häußler , MinaLima Design
Fester Einband
Erschienen bei Coppenrath, 14.06.2017
ISBN 9783649624752
Genre: Klassiker

Rezension:  
Tags: das dschungelbuch, kipling, rudyard, rudyard kipling   (4)
 

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(610)

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florenz, thriller, robert langdon, dante, venedig

Inferno

Dan Brown , Axel Merz , Rainer Schumacher
Flexibler Einband: 688 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 18.06.2014
ISBN 9783404169757
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auf den Spuren Dante Alighieris auf einem heißen Ritt durch mittelalterliche Architekturen, ethische Grundsatzfragen und zeitgenössische Zukunftsdystopien


Da war er also: der vierte Roman um den amerikanischen Professor Robert Langdon. Die Erwartungen? Erwartungsgemäß hoch, insofern man sich durch die vorherigen Romane und den daran gebundenen Hype um Verschwörungstheorien und Geheimgesellschaften anstecken ließ. Das Ergebnis nach zwei Tagen intensiven Lesens: durchaus interessant - nur schwierig lässt sich die Aussage treffen der Leser bekäme, was er erwartet…was allerdings nicht als Kritikpunkt zu verstehen ist. Viel mehr bekommt der Leser genau genommen schlichtweg, was er bereits gewohnt ist. Eine rapide Katz- und Mausjagd durch die eindrucksvollsten Bau- und Kunstwerke der Menschheit, die im Tempo variiert und häufiger Wendungen nimmt, die man zwar vorherzusehen glaubt, falls man mit Dan Brown und seinem Stil sowie seinen Inhalten vertraut ist, die einen jedoch durchaus hier und da dennoch verblüffen und manchmal sogar noch überraschen…jedenfalls im ersten Moment! Dan Brown konstruiert seine mystische Romanwelt teilweise derart präzise, dass der Leser deren vermeintlichen Wahrheitsgehalt zeitweise gar nicht erst in Frage zu stellen wagt. Mehr noch, man will es nicht in Frage stellen, man will es fürwahr haben und glauben. Denn nicht nur die oftmals ausgearbeitete Menschlichkeit des Protagonisten, er irrt sich, er macht Fehler, er handelt emotionsbasiert und somit nicht immer richtig, bindet den Leser nach und nach an den Erzählstil. Nein, auch der einen bei der Mitreise auf den Abenteuern der Hauptcharaktere auftretende, als solcher wahrgenommene Lerneffekt, bindet den Leser aktiv ins Geschehen mit ein. Gelingt es einem Schreiber durch seine Worte den Leser zu veranlassen seine komplette Umgebung Stück für Stück auszublenden, um schier in den Seiten des Werkes zu verschwinden, dann dringt er mit seinen Inhalten wesentlich intensiver zu ihm durch, als wenn Außengeräusche oder Eindrücke nach wie vor präsent sind. Dan Brown gelingt dies. So ist es nicht verwunderlich, dass man bei einer Verfolgungsjagd schnell mal das Gefühl hat, man säße zwischen dem berühmten Symbologen und der weiblichen Hauptrolle des Romans, Dr. Sienna Brooks, auf dem Rücksitz eines auf der Flucht durch die Straßen von Florenz rauschenden Taxis. Sobald der Roman Tempo aufnimmt und an Fahrt gewinnt, reißt es den Leser ziemlich schnell und unnachgiebig mit. Leider dauert es zu Beginn ein wenig, bis die eigentliche Haupthandlung ins Rollen kommt. Womit wir beim Inhalt von „Inferno“ wären, den ich, ohne zu viel zu verraten, nur im notwendigen Maß wiedergeben möchte. Denn wer die Geschichten Dan Browns kennt weiß, dass plötzliche Aha-Momente genauso zu den Abenteuern Professor Langdons gehören, wie seine Mickey Mouse Uhr…meistens jedenfalls.

Dieser nämlich, ein alter Bekannter für Brown-Leser, begegnet uns in diesem zu Beginn recht düster anmutenden Roman wieder. Professor Robert Langdon ist an der weltberühmten elitären Harvard Universität Professor für religiöse Ikonologie und Symbologie und zudem ein weit geschätzter und anerkannter Kenner auf den Gebieten Kunstgeschichte, Architektur, okkulte Geheimgesellschaften und Symbole. Der Akademiker kommt desorientiert und sichtlich verwirrt an einem ihm zunächst unbekannten Ort zu sich, scheinbar hatte er einen Unfall. Wahrlich düstere Visionen haben ihn aus einem Albtraum erweckt. Dreh- und Angelpunkt dieser Visionen: eine grauenhafte Szenerie von Gewalteindrücken, in der ihm eine unbekannte, ältere Dame Anweisungen gibt etwas zu suchen und zu finden. Nichts ungewöhnliches für einen Dan Brown - Roman, obgleich die Detailliertheit mancher Beschreibungen beim Leser direkt zu Beginn ein Gefühl von Beklemmung und Unsicherheit hervorrufen, dass einen fortan durch nahezu alle Kapitel begleitet, auch wenn die Intensität der anfangs unbekannten Drohung hier und da abzuflachen scheint. Wann immer der Leser sich seiner Sache zu sicher fühlt und geneigt ist, das Buch aufgrund eines „geeigneten Zeitpunkts“ beiseite zu legen um beispielsweise am Folgetag weiterzulesen, trumpft der Autor mit Cliffhanger-ähnlichen Sequenzen auf. Dieses Buch kann im späteren Verlauf diabolisch gut fesseln. Denn zu Beginn ergeht es dem Leser ähnlich wie dem Protagonisten: alle neuen Eindrücke verkommen zu rätselhaften Puzzleteilen, die auch der geniale Robert Langdon zunächst zu keinem großen Ganzen verbinden kann. Dem Symbologen fehlt ein Großteil der Erinnerung seiner letzten beiden Tage. Er weiß nicht wo er ist, warum er dort ist…und auch nicht wie er dort hin kam, dies teilt er mit seinen Lesern. Er weiß und spürt jedoch eines: etwas stimmt nicht und eine schauerliche Bedrohung liegt in der Luft. Diese manifestiert sich in Person einer jungen Frau mit Igelfrisur, die an dieser Stelle nicht näher beleuchtet werden kann. Fakt ist: sie spielt eine Rolle…( Spoiler-Warnung: im wahrsten Sinne des Wortes ). Genau hier nimmt die Story ihren Lauf und setzt zu einem ersten Sprint an - ein später häufig wiederkehrendes Muster - um anschließend kurzweilig das Erzähltempo wieder zu drosseln. Diese ziemlich kurze Ruhephase füllt Brown mit dem, was alle Robert Langdon - Fans auf dieser Welt so lieben. Pseudowissenschaftlichen Weltuntergangsszenarien, die vorgaukeln fakten-getreu Licht in zuvor konstruierte Dunkelheiten zu bringen. Zu diesem Zweck bedient sich der Autor in diesem Buch bei der Hölle und ihrer Darstellung selbst. Das Konzept geht auf, denn, gläubig oder nicht: jedem von uns wohnt eine Urangst gegenüber dem Bösen, dem Schlechten inne. Da lässt uns auch das Wohnzimmer des personifizierten Bösen, des Teufels, nicht kalt. Gepaart mit der Faszination des Unbekannten, einigen historisch bedeutsamen Namen und Personen und wohldurchdachten Anomalien gestaltet sich ein kunstvoll geschaffenes Gebilde aus Optionalitäten und Fragen, dass es einem eiskalt den Rücken runterlaufen lässt. In gewohnter Manier versucht der Leser mitzuraten, wo die Reise denn hingehen möge. Doch auch die geübten Hobbydetektive unter uns werden feststellen müssen, dass es sich als schwierig erweisen kann Dan Brown auf die Schliche zu kommen. Während er mit der Sympathie des Lesers spielt führt er uns auf falsche Fährten und damit verbunden immer tiefer hinein in eine Spirale aus Unwissenheit, Verzweiflung und Neugier. An der Seite von Sienna Brooks erfährt Professor Langdon, dass seine Suche ihn in unbekanntere Wissenschaften zu führen droht: die Biologie und die Chemie. Unterdessen gibt sich auch einer der berühmtesten Literaten des Mittelalters die Ehre: Dante Alighieri. Seine Göttliche Komödie, die Divina Commedia, rückt in den Mittelpunkt des Geschehens, mit ihr eine in den Visionen angedeutete Bedrohung: die Hölle und beinahe unvorstellbares Leid. Auf der Suche nach Antworten und teilweise auch den dazugehörigen, richtigen Fragen begibt sich das Duo im Eiltempo von einer Sehenswürdigkeit zur nächsten, ständig auf der Flucht vor dem …Gesetz? Einer unangenehmen Wahrheit? Was auch immer den Mann im Harris-Tweed verfolgt: Seite für Seite kommt es näher. Mit fortschreitender Zahl der Kapitel kehrt auch seine Erinnerung unter Mithilfe anderer zurück, die neuen Erkenntnisse sind dabei aber leider keinesfalls erfreulich, im Gegenteil: abermals geht es um Leben oder Tod, jedoch nicht nur um das Leben Robert Langdons - die Bedrohung ist weitaus größer und gefährlicher. Immer tiefer dringt der Leser in die Geheimnisse Dante Alghieris ein, dessen Werk eingangs intensiv beleuchtet wird, was zum Ende der Geschichte hin jedoch tragischerweise zunehmend abebbt, sodass es die Frage aufwirft, ob nicht ein wenig zu viel Wind um etwas gemacht wurde, was zum Ende hin weitaus weniger mystisch dargestellt werden müsste. Doch gerade da liegt ja der Reiz - in den unerwarteten Wendungen und in dem, was sich hinter den Rätseln verbirgt, die uns auf dieser Hatz durch einige von Europas schönsten Metropolen begegnen. Wer verfolgt Sienna Brooks und Robert Langdon? Was hat eine künstlerische Umsetzung von Dantes Version der Hölle damit zu tun? Versucht man tatsächlich ihn umzubringen? Einen renommierten Havardprofessor, der mit kriminellen Machenschaften ebenso wenig zu tun wie die Disney-Figur Mickey Mouse auf seiner geliebten Uhr? Die Handlung wechselt den Ort und zwischen den unterschiedlichen Lagern, die an dieser Verfolgungsjagd teilnehmen. Sowohl die WHO, die Weltgesundheitsorganisation, als auch ein unheimlicher Mann auf einer hochmodernen Spionage-Yacht haben daran Teil, auch die Frau mit der Igelfrisur macht weiterhin Jagd auf Robert Langdon. Die Schreckensvisionen nehmen nicht ab, auch die Realität erscheint nicht besser. Wirklichkeit und Einbildung beginnen zu verschwimmen, teilweise sogar voneinander abzuhängen. Ob die wiederholt auftauchende Pestmaske eine Rolle spielt? Schließlich scheint die Gesundheit Vieler auf dem Spiel zu stehen und in Gefahr zu sein. Doch was hat der Kunstliebhaber Robert Langdon mit Biowaffen oder Epidemien zu tun? Fragen über Fragen. Die Antworten kommen Stück für Stück und in einer geeigneten Geschwindigkeit für den Leser, der durch das ständige Hin und Her nicht zuletzt mental ein wenig außer Atem sein darf. Allerdings mit fadem Beigeschmack, kommt es doch bekanntlich erstens anders und zweitens als man denkt. Spätestens eine Rückblende zu einem wissenschaftlichen Vortrags Langdons, der sinnbildlich auf den Spuren Dantes in seinem Werk Divina Commedia zur Pforte der Höllentore führt und eine Inschrift darüber offenbart, ruft einen beunruhigenden Schauer in einem hervor:

Ihr, die ihr hier eintretet, lasst alle Hoffnung fahren. 

Wie auch in seinen anderen Werken kreiert Brown durch einen religiösen Bezug eine Art Allmacht, die das Geschehen begleitet und lenkt. Auch konsequente Atheisten dürften sich anhand mancher Schilderungen in diesem Roman mit einem sich anbahnenden Gänsehautgefühl konfrontiert sehen. Der Teufel ist nun mal der Teufel, die Hölle ist sein Domizil und qualvolles Leiden wollen wir uns doch alle ersparen…selbst wenn wir eigentlich nicht daran glauben…oder nicht? Mit zunehmender Dauer verdichtet sich die Handlung, so auch die räumliche Distanz aller Betroffenen. Ab einem gewissen Punkt erscheint einem das Entgleisen der Handlung bedrohlich nahe und unabwendbar, dem großen Finale nähert man sich rasant und mit erstaunlichen Erleuchtungen. Ein großer Biochemiker tritt auf den Plan und ins Zentrum der mysteriösen Ermittlungen und schon bald ergeht es dem Leser ähnlich wie dem Protagonisten: man weiß gar nicht mehr, wo einem der Kopf steht. Ein positives Gefühl für Mystery-Thriller-Freunde. Da ist es auch nicht verwunderlich, dass der Leser selbst sich den ethischen Fragestellungen unterzieht, jene die Rahmenhandlung des Romans aufwirft. „Wissenschaftliche Fakten“ werden zu einem beängstigenden Teil der Fiktion, dies hat angeregtes Nachdenken zur Folge. Überhaupt erinnert das Buch an manchen Stellen an eine Dokumentation mit eingeflochtener Handlung. Nicht zuletzt Dr. Sinskey, die Vorsitzender der Weltgesundheitsorganisation, jene Langdon vor seinem Unfall konsultiert hatte, nährt diese Wahrnehmung mit persönlichen Erfahrungen und Begegnungen, die sie schildert. Unabhängig des Wahrheitsgehaltes mancher Erwähnungen in Inferno ist eine Art Lerneffekt und Bildungsfaktor nicht von der Hand zu weisen. Nicht zuletzt dieser Umstand macht Inferno, wie auch die drei anderen Romane um Robert Langdon, zu einem lesenswerten Vergnügen der besonderen, eigenen Art. Man sollte nicht alles glauben was man liest, aber man sollte auch nicht nur lesen was man glaubt. Sicherlich ändert der ein oder andere Scheinfakt in seinen Geschichten wenigstens kurzweilig die persönliche Sicht auf die reale Welt.

Fazit:

Ein toller Roman mit einem alten Bekannten, der einem mit jedem weiteren Buch immer mehr wie ein jahrelanger Freund erscheint. Die Geschichte hat in der Anfangsphase minimale Anlaufschwierigkeiten, was der eingangs unklaren Verbindung des Prologs mit dem ahnungslos und verwirrt in Florenz aufwachenden Professors geschuldet sein dürfte. Liest sich die erste Hälfte des Buches bisweilen etwas zäh, da man innerlich ungeduldig und unruhig wird, ob des Umstandes dass man gerne mehr wüsste…und verstehen würde…so vergeht die Zeit in der zweiten Hälfte wie im Flug, da die Geschwindigkeit der Erzählung rasch arg zunimmt, bis sie in einem furiosen Finale endet. Auch hier wird nochmal so einiges auf den Kopf gestellt, gekonnt Verwirrung gestiftet und die Spannung zielsicher aufrecht erhalten. Nach dem Zuschlagen des Buches dürfte es keine Ausnahme sein, dass man sich fühlt, als hätte man eine lange ereignisreiche Reise hinter sich: das hat man auch. Zwar nur in der Fantasie, schade um all das was man hätte Sehen können, aber zweifelsohne intensiv genug, als wäre man wirklich Teil dieses ungewöhnlichen Abenteuers gewesen. Sowohl vom Inhalt, als auch von der Form (Schlusssatz von Inferno) liest sich der Roman als kleine Hommage an den italienischen Dichterfürsten Dante Alighieri und den weitreichenden Einfluss seiner Werke. Die fantastischen visuellen Beschreibungen gleichen einer mentalen Führung durch zauberhafte Bauwerke und Städte. Wer Illuminati, Sakrileg und Das Verlorene Symbol mochte, wird auch hier auf seine Kosten kommen. Für Neulinge eignet sich Inferno prima als Einstiegsroman in Sachen „Robert Langdon“ bzw. Dan Brown, da der religiöse Bezug in seinen Feinheiten nicht ganz so ausgearbeitet ist wie in den genannten Vorgängern. Auf einer Skala von 1-10 Tintenfässern würde ich Inferno 7.5 Tintenfässer geben, persönliche Abzüge gibt es größtenteils eben weil sich der Roman am Ende vermehrt wissenschaftlichen Themen zuwendet und von seiner mystischen Anfangsebene für meinen Geschmack etwas zu sehr abweicht. Ich habe keineswegs etwas gegen wissenschaftliche Themen, der Sprung ist mir am Ende einfach nicht stimmig genug. Sprachlich würde ich das Werk als doch eher anspruchsvoll einordnen, nicht zuletzt aufgrund zahlreicher architektonischer oder künstlerischer Fachbegriffe, die den Lesefluss bei Unkenntnis zwar nicht unbedingt hindern, aber durchaus vor kleinere Probleme stellen können, wenn man sich alles bis ins Detail vor seinem eigenen, inneren Auge ausmalen möchte. Ansonsten ein durchweg lockeres Lesevergnügen mit herrlichem Spannungsbogen, der die eigene Geduld pikant auf die Probe stellt. Resultat: die über 600 Seiten wurden in 2,5 Tagen regelrecht verschlungen. Prädikat : lesenswert!

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Tags: brown, dan, danbrown, dasverlorenesymbol, illuminat, inferno, langdo, origin, robert, robertlangdon, sakrileg   (11)
 
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