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98 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

thriller, new york, mord, spannung, entführung

Ich vermisse dich

Harlan Coben , Gunnar Kwisinski
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.05.2016
ISBN 9783442484355
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die meiste Zeit ist es meiner Meinung nach ein ruhig erzählter Thriller. Der Leser begleitet die New Yorker Polizistin Kat Donovan, die vom Teenager Brandon gebeten wird, nach dessen vermisster Mutter zu suchen. Zunächst tut sich nicht viel, aber Spannung ergibt sich auch durch wenig Action. Dafür baut sich das verzwickte Konstrukt immer weiter auf, bis es einem – ähnlich wie den armen Opfern in der Geschichte – in sich gefangen nimmt. Man fiebert mit Kate (und Brandon) und will die ganze Zeit über wissen, worauf es letztendlich hinausläuft. Ich gebe zu, den letzten Clou der Geschichte hatte ich so nicht auf dem Schirm, aber auch das ist eindeutig als Vorteil zu werten.

Fazit: Auch mit „Ich vermisse dich“ kann Harlan Coben gewohnt gut überzeugen.

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16 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

ki, mathematik, verantwortung, calliagnosie, liebe

Das wahre Wesen der Dinge

Ted Chiang , Karin Will , Karlheinz Schlögl , Karin Will
Buch: 284 Seiten
Erschienen bei Golkonda Verlag, 15.02.2014
ISBN 9783944720173
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Denis Scheck bezeichnete den Autor in der ARD-Sendung „Druckfrisch“ als den „derzeit besten Verfasser von Science-Fiction und Fantasy-Erzählungen“ und schätzt ihn zum „erzählerisch Erstaunlichsten, intellektuell Aufregendsten und ästhetisch Innovativsten“, was er in den letzten zehn Jahren gelesen habe.

Was mich natürlich neugierig machte. Die erste Geschichte im Band („Verstehen“) las sich auch noch halbwegs interessant. Es ging um einen Mann, dessen Intelligenz nach einem Experiment stetig ansteigt, bis er glaubt, allem und jedem überlegen zu sein. Abgesehen vom etwas komischen Ende hat da schon alles gepasst.

Bei den Storys danach hingegen ... viele waren vom Grundthema her interessant, andere wirr. Alles hatten sie allerdings gemeinsam: Sie waren viel zu trocken und ohne Leben erzählt. Als würde man wissenschaftliche Abhandlungen lesen. Da macht das Lesen nicht wirklich Spaß. Dass die Buchseiten in Schriftgröße 9 bedruckt sind, trug ebenfalls nicht unbedingt zum Vergnügen bei. Deshalb kann ich diese neue Hoffnung am SF-Himmel nicht wirklich weiterempfehlen.

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(219)

390 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

horror, stephen king, todesmarsch, tod, jugendliche

Todesmarsch

Richard Bachman , Stephen King , Nora Jensen (Übers.)
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Ullstein TB, 01.01.2006
ISBN 9783548263274
Genre: Fantasy

Rezension:

„Todesmarsch“ hatte ich vor über zwanzig Jahren schon einmal gelesen und von damals noch als recht gut im Hinterkopf. Warum also nicht testen, ob mich die Geschichte noch immer überzeugen kann?
Sie kann.
Die Geschichte über den Teenager Ray Garraty, der als einer von 100 Jugendlichen am „Todesmarsch“ teilnimmt, ist nach wie vor packend. Wobei eigentlich gar nicht so viel passiert. Die Jugendlichen laufen unter der Beobachtung von Soldaten und Zuschauern eine Art tödlichen Marathon, bis ein Teilnehmer nach dem anderen ausfällt und am Ende nur einer übrig bleibt. Die Zeit dazwischen verbringen sie mit Gesprächen und dem Beobachten ihrer Umgebung. Die Angst, dass sie vielleicht als nächstes die Kräfte verlassen, ist dabei ständig präsent. Ebenso wie all die anderen Zweifel, Sorgen und Wehwehchen, die sich im Laufe der Marsches immer weiter steigern. Dadurch wachsen einem Ray und seine Leidensgenossen schnell ans Herz.
Darüber, wie es überhaupt zu diesen Todesmärschen kam, erfährt man als Leser wenig. Ebenso in welcher dystopischen Epoche es genau spielt. Braucht man auch nicht. Die Geschichte funktioniert so ebenfalls gut.
Bloß der überhastete (und etwas offene) Schluss hätte so nicht sein müssen. Über die letzten Zeilen kann man eine Menge spekulieren. Das hätte so  nicht sein müssen.

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121 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

thriller, vergebung, schuld, pädophilie, harlan coben

In seinen Händen

Harlan Coben , Gunnar Kwisinski
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 16.07.2012
ISBN 9783442475063
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Auch Harlan Cobens Roman „In seinen Händen“ beginnt relativ unspektakulär: Die Reporterin Wendy Tynes überführt den vermeintlichen Pädophilen Dan Mercer. Später kommen ihr allerdings Zweifel und sie beginnt mit ihren Nachforschungen. Zu diesem Zeitpunkt können weder sie noch der Leser abschätzen, was für einen gewaltigen Rattenschwanz das nach sich ziehen wird. Bis Kapitel 30 oder so tappt jeder völlig im Dunkeln. Kaum etwas ist so, wie es scheint. Jeder hat etwas zu verbergen. Durch ihre Recherchen setzt die Journalistin allerdings nicht nur ihre Karriere aufs Spiel, sondern bringt sich selbst in Lebensgefahr. Doch Wendy lässt einfach nicht locker ...

 

Das zu verfolgen, ist spannend und lässt einem viel Spaß beim Miträtseln. Öfters gibt es Wendungen, die die Handlung wieder in eine völlig andere Richtung lenken. Die Auflösung am Ende wirkt zwar teilweise etwas sehr konstruiert (und ist zudem nach dem üblichen Coben‘schen Muster), schafft es aber trotzdem, die Spannung bis zur letzten Seite aufrecht zu erhalten. Die Auflösung, wie die ganzen Ereignisse mit Dan Mercer zusammenhängen, hatte ich zwar schon erahnt (und freue mich, dass mich mein Riecher nicht im Stich gelassen hat), doch auch das tat dem Lesespaß keinen Abbruch.

 

Außerdem ist „In seinen Händen“ einer von den Romanen, in denen Coben jede Menge Charaktere aus seinen anderen Büchern auftauchen lässt. Zum Beispiel Detective Frank Tremont aus „Das Grab im Wald“, der sogar die Chance erhält, die früheren Ereignisse noch einmal aus seiner Sicht zu schildern und dadurch gleich ein bisschen sympathischer wird.

 

Fazit: Tolles Buch, das einen lange Zeit im Dunkeln tappen und bis zum Schluss mitfiebern lässt.

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30 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

rechtsmedizin, michael tsokos, irrtümer, rechtsmediziner, suizid

Sind Tote immer leichenblass?

Michael Tsokos , Christoph Kellner
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Droemer, 04.10.2016
ISBN 9783426277003
Genre: Sachbücher

Rezension:

Professor Michael Tsokos ist nicht nur ein international anerkannter Rechtsmedizin-Experte, er leitet seit 2007 das Rechtsmedizin-Institut der Charité und das Landesinstitut für gerichtliche und soziale Medizin. Als wäre das nicht genug, hat er mehrere Bücher verfasst, darunter einen Thriller zusammen mit Sebastian Fitzek und zwei weitere mit Andreas Gössling.

Da der Mann noch dazu ein großer Krimi-Fan ist, war es ihm eine Herzensangelegenheit, populären Irrtümer im Zusammenhang mit seinem Fachgebiet klarzustellen. Zum Beispiel, dass Rechtsmediziner und Pathologen eben nicht dasselbe sind. Dass Angehörige die Toten nicht in der Gerichtsmedizin identifizieren. Oder dass man sich nicht selbst erwürgen kann.

Insgesamt hat sich Tsokos 40 Irrtümer vorgenommen und geht kapitelweise ausführlich darauf ein. Stellenweise fast ein wenig zu ausführlich. Manche der 40 Irrtümer erscheinen mir persönlich etwas zu sehr an den Haaren herbeigezogen. Beispielsweise, ob Rechtsmediziner bei der Arbeit immer klassische Musik hören oder sich Obduktionen über mehrere Tage erstrecken. Aber gut, es gibt vermutlich Leute, die genau das angenommen haben.

Das Buch ist locker und faktenreich geschrieben, und obwohl alles in angenehm großer Schrift abgedruckt ist, sind es trotzdem bloß 187 Seiten. Reicht aber auch, um alles zu erklären. Für jeden, der sich mit dem Gedanken trägt, einen Krimi zu schreiben, oder mehr über die realistische Arbeit fernab vom „Tatort“ erfahren möchte, ist das Buch genau richtig.

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357 Bibliotheken, 10 Leser, 0 Gruppen, 44 Rezensionen

thriller, liebe, suche, mafia, universität

Ich finde dich

Harlan Coben , Gunnar Kwisinski
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.04.2015
ISBN 9783442482580
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Harlan Cobens Roman „Ich finde dich“ ist eine jener Geschichten, wo du am Anfang nicht die geringste Ahnung hast, was noch alles auf dich zukommt. Ich liebe so was. Es beginnt relativ harmlos, als Jake Fisher von der Frau, die er liebt, urplötzlich einen Korb erhält. Aber je tiefer Jake bei seinen späteren Nachforschungen gräbt, desto mehr fördert er zutage und desto mehr spitzen sich die Ereignisse zu, bis alles im atemraubenden Finale mündet, in dem alle Wege zusammenführen und man erkennt, dass es sich um einen perfekt konstruierten Thriller handelt.

„Ich finde dich“ ist eine gewohnt hervorragende Arbeit von Thriller-König Harlan Coben. Obwohl es diesmal abgesehen von einer kleinen Randbemerkung keine Verweise auf seine anderen Werke gibt. Aber auch dieser für sich alleine stehende Roman hat es in sich. Klare Lese- und Kaufempfehlung.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

felix woitkowski, die wanderdüne

Die Wanderdüne

Felix Woitkowski
Flexibler Einband: 164 Seiten
Erschienen bei Wunderwaldverlag, 15.03.2011
ISBN 9783940582485
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Während des Besuchs auf dem Jahrmarkt verschlägt es Jonathan in eine rätselhafte Stadt, die irgendwo in der Vergangenheit, vermutlich in einer alternativen Welt liegt. Bei seinen Streifzügen durch die Straßen stolpert er von einem surrealen Abenteuer zum nächsten. Zum Beispiel wird er Assistent bei einem Duell um die Ehre, bei dem jemand gegen sein eigenes Spiegelbild antritt – und verliert! Doch nicht Jonathan ist die Hauptperson des Buches, sondern die Stadt selbst. Deshalb wird ihre Geschichte auch aus mehreren Perspektiven erzählt. Unter anderem aus der des Stadtchronisten Gustav Samuel und später aus der Sicht seiner Tochter.
Die Erlebnisse bleiben bis zum Ende hin abstrakt und mit viel Interpretationsspielraum. Felix Woitkowskis „Die Wanderdüne“ ist definitiv keine leichte Kost, sondern ein verworrenes Konzept, in dem vieles nicht so ist, wie es anfangs erscheint. In mancher Hinsicht gleicht das Buch einem verstörenden Drogenrausch mit kafkaesken Zügen.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Dancing With Myself

Billy Idol , Jan Schönherr , Harriet Fricke
Flexibler Einband
Erschienen bei Heyne, 09.05.2016
ISBN 9783453677128
Genre: Biografien

Rezension:

Billy Idol braucht man nicht weiter vorzustellen. Seine 80er-Jahre-Songs wie „White Wedding“ oder „Rebel Yell“ kennt jeder. Die Lieder gelten inzwischen als Klassiker. Alle, die die Achtziger bewusst miterlebt haben, wissen auch, dass er ein ziemlich harter und wilder Hund ist. Wie hart und wie wild, verrät er in seiner Biographie – und nimmt dabei kein Blatt vor den Mund. „Dancing with myself“ ist daher nicht bloß der Titel eines seiner Hits, sondern eine schonungslose Offenbarung über seinen jahrelangen exzessiven Lebensstil nach dem Motto „Sex, Drugs & Rock’n Roll“. Da werden die vielen interessanten Details über seine Karriere beinahe zur Nebensache. Aber auch über seine Anfänge in der britischen Punk-Szene bis zu seinen weltweiten Solo-Hits finden sich in der Autobiografie jede Menge ausführliche Informationen. Mir hat das Lesen viel Spaß bereitet, obwohl mir die vielen Exzesse auf Dauer ein bisschen zu viel waren. Es gleicht einem Wunder, dass Idol diese Zeit überhaupt lebend überstanden hat – und gleichzeitig jahrelang so hervorragende Musik abliefern konnte. Allen, die mehr über den geplagten Künstler, seine Musik und die damalige Zeit erfahren möchte, sei dieses Buch sehr ans Herz gelegt.

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81 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

home, nur zu deinem schutz, thriller

Sein letzter Wille - Myron Bolitar ermittelt

Harlan Coben , Gunnar Kwisinski
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 19.03.2012
ISBN 9783442476589
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Von Harlan Coben kenne ich bereits einige Romane, allerdings war dies mein erstes Buch der Myron-Bolitar-Reihe. Vermutlich ist es nicht besonders klug, mit dem zehnten (und bisher letzten auf Deutsch erschienenen) Band der Serie anzufangen, da man viele Zusammenhänge anfangs nicht so gut versteht und darauf angewiesen ist, dass diese Dinge aus der Handlung ergeben – was sie aber größtenteils tun. Es dauert nur ein wenig.
Als Kenner anderer Coben-Romane trifft man trotzdem auf alte Bekannte – wie die Chefermittlerin Loren Muse oder die Ex-Wrestlerin Esperanza Diaz.
Myrons zehnter Fall an sich ist (diesmal) nicht besonders spektakulär oder verzwickt. Die Ermittlungen, sofern man sie überhaupt so nennen möchte, dümpeln so vor sich hin. Aufgelockert werden sie lediglich durch jede Menge witzige Sprüche und Beschreibungen. Den packensten Teil der Handlung machen zweifellos Myrons familiäre Verwicklungen aus. In der Hinsicht weiß „Sein letzter Wille“ durchaus zu punkten.
Die Auflösung am Ende ist nicht sonderlich überraschend (weder das über den einsiedlerischen Rockstar noch die über den Bruder) und wirken stellenweise ein wenig sehr konstruiert.
Ob ich traurig darüber bin, dass die Serie nach dem zehnten Band fürs Erste auf Deutsch nicht weitergeführt wird (Ende 2016 erschien in den USA „Home“, das aber vermutlich noch ein, zwei Jahre brauchen wird, bevor es auf Deutsch erscheint), weiß ich nicht. Es wird soweit alles aufgeklärt, außerdem ist die Familie Bolitar ja nicht ganz aus der Welt. Statt mit Myron geht es inzwischen mit seinem Neffen Mickey Bolitar weiter. In der Hinsicht war es vermutlich gut, zuerst „Sein letzter Wille“ zu lesen, bevor ich mir irgendwann „Nur zu deinem Schutz“ (und die bisher zwei weiteren Nachfolgebände) vornehme.

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43 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 7 Rezensionen

musik, biographie, liebe, autobiographie, musiker

Born to Run

Bruce Springsteen , Teja Schwaner , Alexander Wagner , Urban Hofstetter
Fester Einband: 704 Seiten
Erschienen bei Heyne, 27.09.2016
ISBN 9783453201316
Genre: Biografien

Rezension:

 

Über Bruce Springsteen ist bereits eine Menge geschrieben worden. Bis vor kurzem dachte ich, Peter Ames Carlins im Jahr 2014 erschienene Buch „Bruce“ wäre das Maß der Dinge.

Aber das war, bevor der Boss selbst eine Autobiographie vorlegte. Auch er erzählt von den mühsamen Anfangsjahren, doch anders als die Autoren davor, schreibt er nicht die Erinnerungen anderer, sondern die eigenen nieder. Allein dadurch erhält das Werk eine völlig andere Tiefe und persönliche Note. Auf den 672 Seiten nimmt Bruce kein Blatt vor dem Mund. Er greift schonungslos all seine Unzulänglichkeiten auf, schreibt, was ihn antreibt und was ihn ins Straucheln brachte. Auch als langjähriger Fan erfährt man viel Neues und bekommt anderes (manchmal auch mit bisher völlig unbekannten Infos) noch einmal ins Gedächtnis gerufen. Gelegentlich springt Bruce mit seinen Anekdoten zwar in der Zeit hin und her, aber so ist das eben mit Erinnerungen. Nicht immer läuft da alles chronologisch ab. Ich finde es gut, dass „Born to run“ nicht bloß einen Teil seiner Vita umfasst (wie es zum Beispiel bei Bob Dylans Chronicles der Fall ist), sondern das Buch sich mit allem von der Kindheit bis zur Jetztzeit befasst. So ist man nach dem Lesen biotechnisch auf dem neusten Stand.

Trotzdem würde ich die Autobiographie nicht als allumfassendes Alleinwerk hinstellen. Wie in jedem Buch setzt der Autor die Prioritäten. Dinge, die Bruce nicht so wichtig erscheinen, lässt er unter den Tisch fallen. Das macht jeder so. Deshalb bleibt die eingangs erwähnte andere Bio weiterhin relevant. Beide Werke können wunderbar parallel nebeneinander existieren.

Nichtdestotrotz ist dieses Buch hier das Maß der Dinge. Ein Buch vom Boss über den Boss. Noch mehr geht nicht.

 

 

 

 

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Perfect Circle

Tony Fletcher
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Omnibus Press, 11.03.2013
ISBN 9781780386980
Genre: Sonstiges

Rezension:

 

Der britische Journalist Tony Fletcher sah R.E.M. das erste Mal bei einem Konzert 1983 und wurde dabei zum Fan. Im Laufe der nächsten 30 Jahre verfolgte er das Geschehen der Band nicht nur, er traf und interviewte die Bandmitglieder und wurde so ein wichtiger Zeitzeuge. Schon Anfang der 90er veröffentlichte er ein Buch über R.E.M., aber erst das 2013 erschienene „Perfect Circle“ erzählt die ganze Geschichte. Von den Anfängen in Athens, Georgia, über die vielen ausgiebigen Tourneen bis hin zu den Aufnahmen des letzten R.E.M.-Albums in Berlin und New Orleans. Es geht um ihren Aufstieg und den Zenit in den Neunzigern, über die schwere Zeit nach dem Weggang von Drummer Bill Berry und wie der „dreibeinige“ Hund nach dem Tiefpunkt „Around the sun“ wieder neu laufen lernte. Die meiste Zeit dreht sich das Buch ausschließlich um das Bandgeschehen. Privates wird nur gelegentlich am Rande erwähnt, aber das passt genauso, wie es ist. Man erfährt auch nicht viel über den Inhalt der Lieder, nur über ihre Entstehungsgeschichte und welche Wege die erst vier, später dann drei Musiker beschreiten musste, um dorthin zu kommen. Abgesehen von einigen wenigen Stellen, an denen die Biografie zur sehr ins Detail geht (zum Beispiel bei der Aufrechnung des in den Neunzigern geschlossenen bis dato größten Plattenvertrags aller Zeiten), werden sämtliche Themen und Punkte akkurat und mit genau so vielen Informationen wie nötig erzählt. Es bleiben keine Fragen offen, sodass ich das Werk jedem, der sich für die großartige Band interessiert, wärmstens empfehlen kann. In „Perfect Circle“ geht es um nichts Geringeres als ein Stück Musikgeschichte.

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240 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

thriller, eltern, selbstmord, mord, computer

Sie sehen dich

Harlan Coben , Gunnar Kwisinski
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 24.08.2009
ISBN 9783442468621
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Sie sehen dich“ war nach „Kein böser Traum“ und „Das Grab im Wald“ mein dritter Roman von Harlan Coben. Und auch hier trifft der Meister wieder voll ins Schwarze. Dabei steht in dem Roman gar kein ausufernder Fall im Vordergrund. Es gibt zwar einige Todesfälle, aber die sind eher Beiwerk. Viel mehr geht es um die Frage, wie weit Eltern gehen, um ihre Kinder zu schützen. Die Eltern von Adam Baye installieren heimlich Spionagesoftware auf dessen Computer und stoßen so auf einen geheimnisvollen Club in der New Yorker Bronx, der Vater von Jasmin überlegt derweil, wie er sich an dem Lehrer rächen kann, der seine Tochter im Unterricht durch eine unbedachte Bemerkung zutiefst beleidigt hat. Das alles sind an für sich relativ harmlose Sachen, aber wie immer bei Harlan Coben verwebt sich alles auf packende Weise und spitzt sich im Laufe der Handlung deutlich zu. Ich jedenfalls fand den Roman zu keiner Zeit langweilig. Schön fand ich auch, dass Staatsanwalt Paul Copeland und Chefermittlerin Loren Muse einen kleinen Part in der Geschichte bekamen und ich so erfuhr, wie es ihnen seit den Ereignissen aus „Das Grab im Wald“ ergangen ist.

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Tags: das grab im wald, kein böser trau   (2)
 

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85 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 8 Rezensionen

mord, sommercamp, schuld, ermittlungen, #dasgrabimwald

Das Grab im Wald

Harlan Coben , Gunnar Kwisinski
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 20.04.2015
ISBN 9783442482665
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Das Grab im Wald“ war mein zweiter Thriller von Harlan Coben und hier hat er nach „Kein böser Traum“ noch einmal eine Schippe draufgelegt. Die Story um den Staatsanwalt Paul, dessen Schwester vor knapp zwanzig Jahren in einem Ferienlager ermordet wurde und der jetzt von seiner Vergangenheit eingeholt wird, war von der ersten Seite an spannend, interessant und vielseitig geschrieben. Der Thriller ist nicht sonderlich brutal – zumindest nicht auf die physische Art. Dennoch geht die Handlung direkt unter die Haut. Durch Pauls witzige Kommentare dann und wann wird die Atmosphäre aufgelockert, ohne dass die Spannung darunter leidet. Am Schluss versuchte Coben natürlich wieder, einen Überraschungstrumpf aus dem Ärmel zu ziehen. Der „Woah“-Effekt blieb bei mir zwar aus, aber eine gute Auflösung war es allemal.

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Tags: kein böser traum   (1)
 

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

hamburg, george harrison, 60er jahre, biografie, musik

»Warum spielst du Imagine nicht auf dem weißen Klavier, John?«

Klaus Voormann
Flexibler Einband: 328 Seiten
Erschienen bei Heyne, 02.05.2006
ISBN 9783453640214
Genre: Biografien

Rezension:

Klaus Voormann kannte sie alle: John Lennon, George Harrison, B.B. King, Leon Russell und viele mehr. Er hat die Beatles in Hamburg kennengelernt, bevor sie berühmt worden. Daraus entwickelte sich eine Freundschaft, die über die Jahrzehnte hielt. Immer wieder luden er und sie sich gegenseitig zu Projekten ein und besuchten einander. Noch dazu ist Voormann Maler, Fotograf und war über die Jahre ein ebenso begnadeter wie gefragter Bassgitarrist, der mit dem Who-is-who der Musikszene spielte. Genauso lesen sich seine Memoiren auch. Es gibt Anekdoten über unzählige berühmte Leute, allerdings nie als Enthüllungsstory, sondern eher als Erinnerungen, im netten Plauderton erzählt. Zum Beispiel, wie er mit John Lennon um die Häuser zog oder ihn dieser spontan zu einem Konzert in Toronto überredete. Wie er mit Dr. Johns Band bei einem geplatzten Konzert hinter der Bühne festsaß. Oder wie er mit Paul, George und Ringo versucht hat, das Treffen mit Elvis zu rekonstruieren. Das und vieles mehr. Ein Fest für jeden Musikfan. Ein unaufdringliches und dadurch umso interessantes Zeitzeugnis. Da verzeiht man gerne, dass die Aufzeichnungen oftmals nicht chronologisch sind und manche Erlebnisse, von denen man denkt, dass er darüber bestimmt berichtet (zum Beispiel, dass er in einem Film mit Robin Williams mitgespielt hat), nicht kommen. Manches erscheint einem im Nachhinein auch nicht mehr so wichtig. Auf jeden Fall ein tolles Buch, nicht nur für Beatles-Fans.

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Kein böser Traum

Harlan Coben
E-Buch Text: 416 Seiten
Erschienen bei Goldmann Verlag, 19.03.2012
ISBN 9783641084387
Genre: Sonstiges

Rezension:

„Kein böser Traum“ war mein erster Roman von Harlan Coben und gleich der schaffte es, mich mit seiner spannenden wie verzwickten Geschichte von Anfang an zu fesseln. Es geht um die Frau Grace Lawson, die nur Bilder vom letzten Familienausflug im Fotogeschäft holen will. Doch darunter findet sie eine zwanzig Jahre alte Aufnahme, die ihren Mann Jack zeigt. Wenig später verschwindet der Gatte unvermittelt – was der Beginn eines düsteren Albtraums ist.

Zu Beginn ergeben die verschiedenen Handlungsstränge und Ereignisse natürlich noch überhaupt keinen Sinn, aber nach und nach fügt sich alles ineinander und verwebt sich zu einer großen, allumfassenden Handlung. Die auch bis zum Ende hin spannend bleibt und einige überraschende Wendungen bereithält. Insbesondere wenn Eric Wu involviert war. Leerlauf in der Handlung gab es praktisch gar keinen, jede in die Handlung eingeflossene Info erwies sich letztendlich als hilfreich. Die große Auflösung am Schluss kam mir etwas zu konstruiert (und zu ausufernd) daher, aber das ist vermutlich Geschmackssache.

Schön fand ich, dass Coben im Buch Verweise auf andere Werke von sich eingebaut hat. Zwar sind mir als Neuling vermutlich nicht mal die Hälfte davon aufgefallen, dennoch mag ich diese Art von Verknüpfung sehr und freue mich bereits auf die nächsten Coben-Geschichten.

 

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202 Bibliotheken, 18 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

stephen king, horror, kurzgeschichten, grusel, king

Basar der bösen Träume

Stephen King , Ulrich Blumenbach , Bernhard Kleinschmidt , Karl-Heinz Ebnet
Fester Einband: 768 Seiten
Erschienen bei Heyne, 18.01.2016
ISBN 9783453270237
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Dass Stephen King neben großartigen Romanen auch großartige Novellen und Kurzgeschichten schreibt, ist hinlänglich bekannt. Viele seine kürzeren Texte erscheinen in (amerikanischen) Zeitschriften und Magazinen und ich als deutscher Leser freue mich jedes Mal, wenn King genug Material zusammen hat, um alle aktuellen Kurzgeschichten in einer neuen Buchsammlung herauszubringen.

„Basar der bösen Träume“ heißt der neuste Streich und umfasst von puren Horrorgeschichten („Böser kleiner Junge“) über Suspense („Moral“) bis hin zu düsteren Dramen („Herman Wouk lebt noch) ein ziemlich breites Spektrum. Selbst zwei bizarre Gedichte („Die Knochenkirche“ und „Tommy“) und eine Baseball-Story („Blockade Billy“) sind enthalten. Allerdings sind die Werke nicht alle von gleicher Qualität. Keine Frage, gut geschrieben sind sie durch die Bank durch. Dennoch bleiben einige von ihnen höchst rätselhaft und/oder warten mit einem ebenso abrupten wie unbefriedigenden Ende auf. Was vermutlich bis zu einem gewissen Punkt auch eine Geschmacksfrage ist.

Highlights vom „Basar“ waren neben Kings Anmerkungen zu jedem Text das eingangs erwähnte „Böser kleiner Junge“, die Amazon-Kindle-Geschichte „Ur“, das rabenschwarze „Nachrufe“ sowie das ebenfalls recht amüsante „Feuerwerksrausch“. Und dass auch Städte wie Castle Rock und Chester‘s Mill an der einen oder anderen Stelle erwähnt werden.

Bedauerlich ist jedoch, dass es die nachträglich der englischen Taschenbuchfassung hinzugefügten Kurzgeschichte „Cookie Jar“ bisher nicht in die deutsche Ausgabe geschafft hat. Aber vielleicht wird das ja noch.

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Tags: blockade billy, die arena, in einer kleinen stadt, needful things, ur   (5)
 

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Germany

Don Winslow
E-Buch Text: 384 Seiten
Erschienen bei Droemer eBook, 01.03.2016
ISBN 9783426425039
Genre: Sonstiges

Rezension:

Privatermittler Frank Decker ist zufällig in der Nähe, als die Frau seines reichen Freundes Charlie verschwindet und lässt sich nicht lang bitten, bei der Suche zu helfen. Bei seinen Recherchen legt er sich schon bald mit der halben Unterwelt Südfloridas an und gerät von einer brenzligen Situation in die nächste. Doch er tastet sich weiter vorwärts, bis ihn eine Spur zurück nach Deutschland führt, wo er nach seiner Zeit beim Militär eine längere Zeit im Krankenhaus verbracht hat. Auch hier dauert es nicht lang, bis um ihm wieder Kugeln um die Ohren fliegen.
Genau wie der erste Band „Missing. New York“ ist auch „Germany“ ein Hardboiled-Krimi in Reinform. In bester Marlowe-Manier berichtet der Ich-Erzähler von seinem spartanischen Leben und wie er unnachgiebig und mit eigenen strengen Moralvorstellungen seine Ermittlungen anstellt. Die Handlung ist durchweg spannend und lebt von Winslows knappen und lakonischen Erzählweise. Vielleicht ging es im zweiten Band eine Spur zu brutal und blutig zu, aber das ist vermutlich Geschmackssache. Etwas irreführend fand ich lediglich den Titel „Germany“ sowie die (deutsche) Inhaltsangabe. Frank reist nämlich erst zum Ende des zweiten Buchdrittels nach Deutschland. Zu dem Zeitpunkt sind ein Großteil seiner Nachforschungen bereits abgeschlossen. Trotzdem empfand ich es als sehr angenehm, dass der Amerikaner nicht nur in unserem Land, sondern dabei selbst in so kleineren Städten wie Erfurt oder Lüneburg seinen Recherchen nachging. Auch die Klischees hielten sich dabei in Grenzen.
Von daher hat Don Winslow bei seinem zweiten Frank-Decker-Band wieder einmal alles richtig gemacht und ich freue mich schon darauf, irgendwann einen oder gern auch viele weitere Folgebände zu lesen.

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226 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

fantasy, hohlbein, jugendbuch, bibliothek, urban fantasy

Das Buch

Wolfgang Hohlbein , Heike Hohlbein , Wolfgang und Heike Hohlbein
Flexibler Einband: 859 Seiten
Erschienen bei cbt, 04.03.2010
ISBN 9783570306420
Genre: Fantasy

Rezension:

Die Handlung um die 15jährige Leonie, die aus einer altehrwürdigen Buchhändlerfamilie stammt und wie ihre Großmutter eine "Hüterin der Wirklichkeit" ist, klingt ja für den Geschichtenanfang schon mal interessant. Ebenso das mit dem riesigen Archiv auf der "anderen Seite", über das die Scriptoren herrschen. Im Laufe der 864 Seiten zeigt sich allerdings an etlichen Stellen deutlich, dass eine vielversprechende Grundidee nicht genügt.

Der Roman ist ein Paradebeispiel dafür, wie wichtig ein Lektorat ist. Am Anfang der Geschichte ist davon die Rede, dass Leonie ein Praktikum machen will. Sie besucht dafür sogar eine uralte Bibliothek. Danach wird auf diesen Punkt, der bestimmt 30 bis 40 Romanseiten einnimmt, überhaupt nicht mehr eingegangen. Zu Beginn der Geschichte kann Leonie mit Büchern auch nicht viel anfangen, später dann heißt es, dass sie beinahe jedes Buch im Buchladen ihrer Eltern auswendig kennt. Außerdem ist Leonies Familie mal reich, dann wieder recht arm, dann wieder reich. Eben genau so, wie es für die Handlung gerade gebraucht wird.
Manches davon sind sicherlich Fehler, auf die ein aufmerksamer Lektor hingewiesen hätte (ebenso wie auf einige ziemlich umständliche Beschreibungen und Ausdrücke), ABER das Buch hat in der Hinsicht den Vorteil, dass sich ab der Hälfte der Geschichte ständig die Wirklichkeit ändert und damit Personen und Fakten aus Leonies Leben verschwinden oder hinzukommen.  Für ein unlektoriertes Buch ist das definitiv von Vorteil.
Leider aber ist die Handlung mal wieder ziemlich weitschweifig erzählt. So wie offenbar immer, wenn Wolfgang und Heike Hohlbein gemeinsame Sache machen. Das hatte mich auch schon bei der „Genesis“-Trilogie massiv gestört. Vor allem bei einem Jugendbuch finde ich dieses Ausschweifende ziemlich kontraproduktiv. Ich musste mich zwar nicht unbedingt bis zum Buchende durchquälen, war aber definitiv froh, als ich den Schmöker endlich fertig hatte.

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akte x

Akte X - Staffel 10, Band 4: Immaculate

Joe Harris , Jano Rohleder , Thomas Gießl , Colin Lorimer
Flexibler Einband: 128 Seiten
Erschienen bei dani books, 15.09.2015
ISBN 9783944077260
Genre: Comics

Rezension:

Zugegeben, ich habe ein wenig gezögert, mir den vierten Akte-X-Band zuzulegen, weil es "nur" Einzelgeschichten sind. Was aber eindeutig ein Fehler war, denn zwei der drei Geschichten in dem Band waren Zweiteiler, spannend erzählt und auch grafisch hervorragend umgesetzt. Ärgerlich ist bloß, dass die erste Geschichte ("Immaculate") nicht richtig aufgelöst wird bzw. am Schluss etliche Fragen offen bleiben. Nicht viel anders sieht es beim danach folgenden Einteiler "Monica & John" aus. Vermutlich wird in späteren Episoden darauf noch einmal Bezug genommen. Freilich, der deutsche Verlag Dani Books kann nichts dafür (hier bin ich nur voll des Lobes, dass die offenbar doch nicht so reißenden Absatz findenden Bände überhaupt eine deutsche Heimat gefunden haben). Positiv hingegen überrascht war ich, dass in "Immaculate" der "Millennium"-Hauptdarsteller Frank Black einen Gastauftritt hat. Ein Grund mehr, zu hoffen, dass die Geschichte zu einem späteren Zeitpunkt noch fortgesetzt wird.
Deshalb bleibt mir am Schluss nur noch übrig, mir zu wünschen, dass es nicht so lang dauert, bis die nächsten XF-Abenteuer auch in Deutschland erscheinen.

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superior, radio nights

Der letzte Song

Reiner Ussat
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Schwarzkopf & Schwarzkopf, 01.07.2016
ISBN 9783862655908
Genre: Romane

Rezension:

Reiner Ussat war in seinem Leben schon vieles: Grafiker, Barbesitzer, Taxifahrer, Inhaber eines Schallplattengeschäfts, Radiomoderator und Rundfunk-Musikredakteur. Eines war er bisher allerdings nicht: Schriftsteller. Und leider Gottes merkt man das beim Lesen seines Debütromans ziemlich schnell. Keine Frage, der Mann kann schreiben. Allerdings erzählt er dabei nichts. Oder anders ausgedrückt: Wo ist die Handlung in diesem verdammten Buch? Die Hauptperson Max Lauschke braucht unglaubliche 50 (!) Seiten, bevor er es am Morgen endlich schafft, seine Münchener Wohnung zu verlassen. Zuvor schwelgt er in Erinnerungen, mosert über den Lärm der Nachbarn und philosophiert darüber, wie das Leben sein könnte. Bedauerlicherweise wird es auch danach nicht besser und man bekommt bloß einen minutiös geschilderten Tagesablauf serviert. Keine Frage, die gelegentlichen Musikanekdoten sind interessant und stellenweise witzig. Trotzdem nervt es auf Dauer, wenn sonst nix passiert. Warum jemand 200 (zum Glück sind es nicht mehr!) Seiten über einen vom Leben sehr enttäuschten Moderator lesen sollte, weiß ich nicht. Auf dem Buchdeckel heißt es vollmundig „Ein Radio-Roman“. Schön wär‘s! Wer so was sucht, sollte sich an Tom Liehrs „Radio Nights“ halten. Darin gibt es ebenfalls haufenweise Anspielungen aufs Musikgeschäft, außerdem wird darin eine Geschichte erzählt. Etwas, das ich bei Reiner Ussats Werk bis zum Schluss vergeblich gesucht habe.

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entführung, thriller, jack reacher, militär, mathematik

Ausgeliefert

Lee Child , Heinz Zwack
Flexibler Einband: 509 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.04.2007
ISBN 9783453810884
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Mit dem großartigen ersten Jack-Reacher-Roman „Größenwahn“ hatte Autor Lee Child die Messlatte ziemlich hoch gelegt. So hoch, dass es schwierig sein würde, eine ebenbürtige Fortsetzung herauszubringen. Leider ist ihm das auch nicht gelungen.
Keine Frage, „Ausgeliefert“ hat (wenn man von einigen bemühten Zufällen absieht) ein interessantes Szenario und einen durchaus ansprechenden Geschichteneinstieg. Dennoch baut sich nicht ganz so viel Spannung wie beim Vorgängerband auf. Noch dazu war der erste Teil ausschließlich aus der Ich-Perspektive geschrieben, der zweite Band hingegen ist in der dritten Person verfasst und es gibt mehrere Handlungsebenen und Figurensichtweisen. Das ist schon eine gewisse Umgewöhnung.
Das Ende von „Ausgeliefert“ erschien mir etwas zu konstruiert und absichtlich in die Länge gezogen. Außerdem wurden es irgendwann zu viele Belehrungen über Ballistik und Taktik. Gegen ein bisschen gut eingebaute Militärtheorie würde ich nichts sagen, nur übertrieben sollte man es in einem Roman damit nicht.

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jack reacher, usa, thriller, verdammt cool, der spezialist

Größenwahn

Lee Child , Marie Rahn
Flexibler Einband: 475 Seiten
Erschienen bei Heyne, 01.06.2004
ISBN 9783453879577
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Die Grundstory von dem Fremden, der in einer Kleinstadt in eine Reihe von Unannehmlichkeiten verwickelt wird, ist ja nicht unbedingt neu. Allerdings gelingt es Lee Child mit seiner knapp-präzisen Schreibweise und den erst nach und nach enthüllten Details, die Geschichte um den Armee-Veteran Jacks Reacher von Anfang an spannend zu erzählen. Den Rest erledigen die vielen Wendungen und dass man erst zum Ende hin die Verwicklungen wirklich komplett versteht.
So was als Debütroman hinzubekommen, ist durchaus bemerkenswert. Da verzeiht man auch gelegentliche Wortwiederholungen im Text gerne. Lee Child macht eigentlich von Anfang an alles richtig und legt damit die Messlatte für die Folgebände selbst recht hoch. Schon jetzt bin ich gespannt, was mich im zweiten Reacher-Band „Ausgeliefert“ erwarten wird.
Ein wenig erinnert Reacher in seiner kompromisslosen Art an den F. Paul Wilson erschaffenen Repairman Jack, die beiden könnten praktisch Brüder sein.

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renommiert, detektiv, freund, die abeuter des huckleberry finn, die reise im ballon

Der Mann, der niemals schlief

Simon X. Rost
Flexibler Einband
Erschienen bei Bastei Lübbe, 15.08.2014
ISBN 9783404170081
Genre: Historische Romane

Rezension:

Als Kind war ich großer Fan von Tom Sawyers Abenteuer. Als Erwachsener nahm ich mir neulich mal wieder seine Abenteuer als Detektiv und im Ballon zur Hand und stieß bei Recherchen darüber im Internet zufällig auf Simon X. Rosts Roman „Der Mann, der niemals schlief“. Zugegeben, ich ging mit nicht besonders hohen Erwartungen an das Buch. Einfach aus dem Grund weil es auch zig Verfilmungen über Tom und Hucks Abenteuer gibt und kaum eines davon wirklich gut ist (abgesehen von der TV-Serie aus dem Jahr 1979, die den Geist der Abenteuer und Figuren perfekt einfängt). Warum also sollte es bei diesem Roman anders sein?

Die Antwort darauf: Weil Simon X. Rost erstens weiß, wovon er schreibt (zumindest hatte ich während des Lesens des Romans stets diesen Eindruck) und zweitens er sämtliche Charaktere mit großem Respekt behandelt. Die Weiterentwicklungen funktionieren und das, was in „Der Mann, der niemals schlief“ geschieht, könnten tatsächlich so mit ihnen passiert sein.

Aber davon abgesehen ist der Roman eine spannende, vielseitige und angenehm verzwickte Krimi-Geschichte, in der nichts so ist, wie es anfangs scheint. Ich habe das Lesen jeder der insgesamt 478 Seiten sehr genossen, habe gebangt, gerätselt, mitgefiebert und gelacht. Ein wirklich tolles Buch. Nicht nur für jeden Tom-Sawyer-Fan.

 

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freundschaft, roman, kindheit, baumhaus, geheimnis

Die Verwandlung des Schmetterlings

Federico Axat , Karolin Viseneber
Fester Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Langen-Müller, 20.06.2016
ISBN 9783784433998
Genre: Romane

Rezension:

Federico Axat hat sich viel vorgenommen. Auf den ersten Buchseiten zitiert er aus der Stephen-King-Verfilmung "Stand by me" und verlegt zudem die Handlung seiner Geschichte auf Mitte der Achtziger in einer amerikanischen Kleinstadt.  Damit ist die Fahrtrichtung klar und jeder, der den Film, Kings Roman "Es" oder das Dan-Simmons-Buch "Sommer der Nacht" kennt, fühlt sich von Anfang an gut aufgehoben.
Clever ist auch der Schachzug mit den gleich drei ineinander übergreifenden Handlungszweigen: Der 12jährige Sam Jackson ist in das frisch in die Kleinstadt gezogene Mädchen Miranda verknallt, er bekommt Probleme wegen eines verbotenen Buches, außerdem gibt es Andeutungen über Alienentführungen. Das zusammen mit Federico Axats angenehm unaufgeregt Schreibstil, lässt einen mühelos in die Geschichte hineinkommen. Es gibt jede Menge sympathische Charaktere und eine interessante Handlung. Die ersten fünfzig Seiten vergehen dadurch praktisch wie im Flug.
Das geht noch eine Weile so weiter, leider aber nicht bis zum Schluss, Ab der Hälfte zeigt das Buch stetig mehr Ermüdungserscheinungen. Es gibt Zeitsprünge, Leerlauf in der Handlung, außerdem verfranst sich der Autor mit den unterschiedlichen Storylines. Manche anfangs ziemlich relevant erscheinende Details haben plötzlich kaum oder gar keine Bedeutung mehr. Am Ende bleiben einige elementare Fragen unbeantwortet, was sehr unbefriedigend ist und einen faden Nachgeschmack hinterlässt. In der Geschichte wäre noch einiges mehr drin gewesen. Schade um den wirklich gelungenen Anfang.

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kinderbuch, die abenteuer des tom sawyer, die abenteuer des huckleberry finn

Tom Sawyers abenteuerliche Ballonfahrt

Mark Twain , Andreas Nohl , Andreas Nohl , Jan Reiser
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Hanser, Carl, 27.02.2012
ISBN 9783446239166
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Bei Mark Twains Novelle "Die Reise im Ballon" frage ich mich, welche Beweggründe der Autor hatte, diese Geschichte mit diesen Figuren zu schreiben. Es ist ganz klar der Versuch ein Jules-Verne-ähnliches Reiseabenteuer zu verfassen, welche zu der Zeit recht beliebt gewesen waren. Wie dabei allerdings Tom Sawyer, Huck Finn und der Sklave Jim ins Bild passen, leuchtet mir nicht ein. Der Text hat abgesehen von den drei Charakteren absolut nichts mit den restlichen Geschichten über die drei Freunde zu tun. Sie erleben auch keine der üblichen Abenteuer, bei dem sie sich mit List und Tücke weiterhelfen müssen. Die drei sind nur mehr oder minder zufällig allein an Bord eines gigantischen Heißluftballons, der sich von Nordamerika nach Afrika bringt, wo sie immer wieder Zeuge einige regional bedingter Ereignisse werden. Die meiste Zeit verbringen sie an Bord und führen sinnfreie Unterhaltungen, die in der Regel so ablaufen, dass Jim und Huck dumme Fragen stellen und Tom ihnen mit viel Phantasie die Welt erklärt. Nur selten haben diese Gespräche auch nur ansatzweise mit der Handlung zu tun.
Die ganze Geschichte bleibt bis zum Ende hin nichtssagend, sodass man froh ist, wenn sie endlich vorüber ist. Schade um die verschenkten Chancen. Tom und seine Freunde hätten unterwegs so viel erleben und wirklich aktiv daran teilnehmen können.

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