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99 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 32 Rezensionen

schule, thriller, selbstmord, lehrer, mobbing

Kinder

Jürgen Seibold
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.05.2012
ISBN 9783492273077
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Familie Pietsch lebt harmonisch und glücklich mit ihren drei Kindern Sarah (14 Jahre), Michael (12 Jahre) und Lukas (11 Jahre) in der Nähe von Stuttgart. Als das neue Schuljahr beginnt, kommen zwei neue, eigenartig anmutende Lehrer ans städtische Gymnasium, welches alle drei Kinder der Familie Pietsch besuchen. Zwei der Kinder bekommen die neuen Lehrer, das Ehepaar Moeller, als Klassenlehrer. Die Lehrer verfolgen ganz eigene Lehrmethoden machen Druck auf die Schüler und versuchen sie  zu Bestleistungen zu treiben, die einige nicht zu leisten vermögen. Aber nicht nur das, sie stellen einzelne, ihnen unliebsame Schüler regelrecht bloß, machen sie lächerlich, demonstrieren ihre Macht und schüren Missgunst, der in regelrechten Mobbingattacken endet. Das Ehepaar Pietsch merkt schnell, dass das die Methoden der Moellers ganz und gar nicht harmlos sind und diese keineswegs nur auf die Leistungssteigerung der Schüler bedacht sind. Doch die anderen Lehrer und auch die Eltern sind zunächst begeistert von den neuen Lehrern, denn die Kinder hören plötzlich zu, folgen dem Unterricht und sind fleißig. Nach und nach wird der Ton unter den Schülern rauer und zunehmend aggressiver ...


Jürgen Seibold  beginnt sein Buch mit dem Nebenstrang und einem Mord, bevor er zur eigentlichen Geschichte und dem Haupterzählstrang kommt, in dem es um die Familie Pietsch, deren Kinder und das städtische Gymnasium geht. Dort tritt das Lehrerehepaar Moeller als neue Lehrer der Schule ihren Dienst an. Diese sind sowohl optisch auch als in ihren Handlungsweisen als seltsam einzustufen. Ihre Lehrmethoden scheinen sehr erfolgreich zu sein, da es nicht lange dauert, bis wirklich fast alle Kinder alles tun, was von Ihnen verlangt wird, ohne nachzufragen. Dabei bleibt dem Leser verborgen, welche Lehrmethoden die Moellers anwenden und wie sie diesen bedingungslosen Gehorsam der Schüler erreichen, der fast schon bis zur „Verehrung“ geht. Dies war für mich ein kleines Manko, da ich doch gern mehr über die eigentlichen Methoden erfahren hätte.

Dennoch ist die Geschichte so spannend erzählt, dass ich das Buch schnell beendet hatte und Freude beim Lesen verspürte. Es passiert aber auch sehr viel in der Geschichte, den Kinder stößt so einiges Schlimmes zu und ein Kind kommt sogar zu Tode. Dabei ist dem Leser sofort klar, da haben die Moellers die Finger im Spiel. Dennoch sind sowohl der Rektor als auch die Eltern der anderen Schüler von den Lehrmethoden der Moellers angetan. Für Familie Pietsch, die neben der Mutter des Toten Schülers als einzige gegen die Moellers vorgehen wollen, wird es derweil sehr brenzlig und auch gefährlich. Die Familie steht mehrmals vor einer Zerreißprobe und anstatt miteinander zu reden, ziehen sie sich voneinander zurück. Da wird dem Leser klar, wie schnell so ein Familienidyll doch Platzen kann, vor allem wenn man nicht miteinander spricht.

Die Geschichte des Nebenstrangs (wird stets kursiv abgedruckt) erschließt sich dem Leser erst mit der Zeit, es stellt quasi eine Rückblende dar - mehr möchte ich aber dazu nicht verraten. Nur so viel, über diese Organisation hätte ich gern noch mehr erfahren.

Die Erzählweise des Autors ist hierbei manchmal etwas holprig, denn den Dialogen fehlt es ein wenig an Flüssigkeit. Die Kinder drücken sich manchmal etwas sehr gewählt, nicht wirklich altersentsprechend aus und auch die ein oder andere Ungereimtheit ist im Buch zu finden. Dennoch finde ich die Geschichte spannend und interessant, denn die Idee eines sektenanhängendes Lehrerehepaars, welches Kinder unterrichtet macht mir als Mutter schon eine Gänsehaut. Von daher fand ich die Story an sich wirklich sehr interessant und durch die vielen Ereignisse auch sehr spannend. Einzig der Schluss war für mich unbefriedigend, da ich gern gewusst hätte was es mit der Organisation auf sich hat. Einige Fragen blieben ebenfalls offen und so bin ich etwas unbefriedigt, was meine Lesegenuss angeht.

Fazit: Das Buch „KINDER“ ist zwar relativ spannend und auch für Eltern an machen Stellen gänsehautmachend erzählt, bietet aber auch einige Schwächen, zu viele Zufälle und Ungereimtheiten. Die Geschichte an sich, bzw. die Idee dahinter,  hat mir aber wirklich sehr gut gefallen und hätte für mich gern auch ausführlicher erzählt werden dürfen. Von daher bin ich froh, dass ich das Buch  mitlesen durfte.

Wer gern Thriller liest die ereignisreich sind, aber nicht zu viel hinterfragt, könnte mit dem Buch gut bedient sein. Als Psychothriller würde ich das Buch aber nicht unbedingt einstufen, außer für schreckhafte Eltern.

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Tags: ab 18 jahre, jürgen seibold, lernmethode, thrille   (4)
 

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336 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 76 Rezensionen

liebe, jugendbuch, noah, trauma, familie

Noah und Echo - Liebe kennt keine Grenzen

Katie McGarry , Cornelia Niere
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 20.02.2014
ISBN 9783789142727
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Das Mädchen Echo, war einst eine sehr beliebte und von allen gemochte Schülerin. Doch als sich vor zwei Jahren ein dramatisches Ereignis mit ihrer Mutter ereignete, wurde alles anders. Echo kann sich an den Vorfall nicht mehr erinnern und hat seitdem bei mehreren Therapeuten eher schlechte Erfahrungen gemacht und sogar einen totalen Zusammenbruch erlitten, der sie wieder weit zurückwarf. Dies ist nicht einfach für Echo, da sie sich doch nichts dringlicher wünscht, als dass ihr endlich jemand sagt, was in dieser dramatischen Nacht passiert ist und warum sie von ihrer Mutter ferngehalten wird.  Die  neue Schultherapeutin scheint Ahnung zu haben, indem sie Echo behutsam aber stetig dazu bringen möchte sich selbst an das Erlebte zu erinnern, hilft sie nicht nur ihr, sondern auch dem Außenseiter Noah auf ungeahnte Weise. Auch er ist ein Jugendlicher, der es in der Vergangenheit nicht gerade leicht hatte und nun bei Pflegeeltern lebt. Auch er hat nur ein Ziel, doch dabei steht er sich mit seinen unbedachten Handlungen selbst im Weg. Die Therapeutin führt die beiden Jugendlichen, die unterschiedlicher nicht sein könnten, zusammen und ehe sich die Beiden versehen, können sie nicht mehr ohneeinander.

Das Buch über Echo und Noah hat mich sehr tief berührt, so dass ich nach dem Lesen erst einmal eine Zeit brauchte um die Geschichte sacken zu lassen, bevor ich meine Rezension schreiben konnte. Die beiden Protagonisten sind zwei sehr starke Charaktere, die beide Schreckliches durchgemacht haben und doch nie aufgegeben haben zu kämpfen. Sie haben beide ein klares Ziel vor Augen, welches sie mit allen Mitteln erreichen wollen, auch wenn es heißt, dafür auf den Anderen verzichten zu müssen.

Die Autorin hat zwei Protagonisten geschaffen, die sich beide im Laufe der Geschichte sehr wandeln und von Teenagern zu jungen Erwachsenen heranreifen. Währen Noah, der anfängliche Rebell, der sich nicht viel sagen lässt, kifft und mit dem Kopf durch die Wand will, zu einem rücksichtsvollen und überlegten Bruder und Freund wandelt, wird Echo offener, selbstständiger und lässt sich nichts mehr vorschreiben. Beide lernen ihre Zukunft in positive Bahnen zu lenken und sich dabei nicht zu verlieren.

Die Geschichte wird abwechselnd aus den Sichtweisen von Noah und Echo erzählt. Der Schreibstil ist flüssig und recht jugendlich gehalten, was der Geschichte noch mehr Echtheit verleiht. Man fühlt als Leser sowohl mit Noah als auch mit Echo mit und möchten den Beiden so gern helfen. Doch bis beide hinter die Fassade ihrer Probleme blicken und verstehen können dass nicht immer alles so ist wie es zu sein scheint, dauert es tatsächlich fast bis zum Ende des Buches.

Die Charaktere wurden von der Autorin wunderbar durchdacht und gut beschrieben, so dass man sich nicht nur die Protagonisten, sondern auch die Nebenfiguren sehr gut vorstellen kann. Diese sind nicht alle das, was sie anfänglich zu sein scheinen und es macht Spaß, die Protagonisten zu begleiten und mit ihnen die Erfahrungen und Erlebnisse aus der Vergangenheit und der Gegenwart zu teilen. Man erlebt die Gefühle und Zuneigung der beiden Protagonisten zueinander hautnah mit und auch ihre Gefühle gegenüber den verschiedensten Nebenpersonen sind gut beschrieben, so dass man alles sehr gut nachvollziehen und nachfühlen kann. Echo und Noah ist ein Buch voller Leidenschaft, starker Gefühle, Hoffnung und Zweifel. Genau richtig für jugendliche Leser und junge Erwachsene, die spannende und gefühlsbetonte Bücher stehen.

Von mir erhält das Buch die volle Punktzahl, das es mich gefühlsmäßig echt mitgerissen hat, was nicht allzu oft passiert. Der Schreibstil der Autorin ist einfach total toll und die Erzählweise der Geschichte sehr spannend. Ich bin froh mit Noah und Echo eine neue kleine Buchreihe gefunden zu haben. Einziges Manko des Buches ist für mich das zwar treffende, aber wenig schöne Cover. Es zeigt das mit den Haaren verschleierte Gesicht von Echo. Nach dem Lesen der Geschichte des Buches, weiß ich zwar, was dies zu bedeuten hat, dennoch hätte ich mir ein Cover mit beiden Protas gewünscht.

P.S.
Die Geschichte der Beiden findet mit diesem Buch noch kein Ende, da es eine Fortsetzung geben wird, was ich toll finde. Ich bin gespannt, wie es mit Ihnen und ihren Freunden weitergehen wird.

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Tags: ab 14 jahr, liebesgeschicht, oetinger verlag   (3)
 

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62 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 52 Rezensionen

pizza, schweinehund, erzählung, innerer schweinehund, kurzgeschichte

Chroniken eines Pizzalieferanten

Tinka Wallenka
Buch: 51 Seiten
Erschienen bei Titus Verlag, 15.01.2014
ISBN 9783944935058
Genre: Romane

Rezension:

Micha staunt nicht schlecht, als er eines Tages ein seltsames Tier auf seinem Sofa entdeckt. Dieses Tier stellt sich als sein ganz persönlicher „Schweinehund“ heraus, den nur er sehen kann. Dieser folgt ihm nun auf Schritt und Tritt, auch als Micha wegen seiner Geldknappheit einen Job als Pizzalieferant annimmt. Dort trifft er auf Jill, in die er sich prompt verliebt. Doch er traut sich nicht, ihr seine Liebe zu gestehen.
Das Pizzalieferant zu sein, nicht immer ein Zuckerschlecken ist, stellt mich schnell fest, aber dennoch hält er an dem Job fest und erlebt zusammen mit Edgar viele kleine und große Abenteuer. Die Idee von einem sichtbaren Schweinehund finde ich ganz witzig. Tinka Wallenka hat mit ihrem Debüt auf Erfahrungen aus ihrer Vergangenheit zurückgegriffen, als sie selbst als Pizzalieferantin gearbeitet hat, somit sind die Erlebnisse, welche Micha bei seinen Fahrten erlebt authentisch. Hätte ich diese Tatsache beim Lesen nicht im Hinterkopf gehabt, so hätte ich manches für ziemlich übertrieben gehalten, doch so bin ich einfach nur erstaunt und amüsiert, was es so alles zu erleben gibt als Pizzalieferant. Scheint ein sehr abwechslungsreicher Job zu sein.

Bei Chroniken eines Pizzalieferanten handelt es sich um eine Kurzgeschichte, denn das Buch fasst insgesamt gerade mal 51 Seiten und das eignet sich hervorragend als Lektüre für zwischendurch. Der Schreibstil der Autorin ist einfach und flüssig. Sie schildert mitunter sehr humorvoll, was Micha so alles in seinem Job erlebt.

Die Figuren sind teilweise gut beschrieben und dennoch fehlte mir beim Lesen ein Bild zu Micha, Edgar hingegen konnte ich mir bildlich gut vorstellen. Hier hätte ich mir noch etwas mehr Beschreibung gewünscht. Auch hat mir ein wenig der Rahmen um die einzelnen Erlebnisse von Micha und Edgar gefehlt. Viele Ereignisse wurden relativ kurz beschrieben und wirken somit für mein Empfinden etwas abgehakt. Allerdings muss man bedenken, dass es hier ja um eine Kurzgeschichte handelt, von daher war es für mich okay.

Das Cover gefällt mir an sich sehr gut, da es optisch durch das schwarz-weiße Muster und die rote Schrift des Titels heraussticht. Dennoch passt es nicht zur enthaltenen Geschichte.

Fazit: Bei „Chroniken eines Pizzalieferanten“ handelt es sich um eine kurzweilige und humorvolle Geschichte, die sich gut für Zwischendurch eignet. Ich fühlte mich gut unterhalten und würde das Büchlein Lesern empfehlen, die gern mal eine einfache, kurzweilige und humorvolle Kurzgeschichte mit Happy End lesen möchten.

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Tags: kurzgeschichte, tinka wallenka, titus verlag   (3)
 

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50 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

behinderung, rollstuhl, glasknochen, dachdecker wollte ich eh nicht werden, raul krauthausen

Dachdecker wollte ich eh nicht werden

Raul Krauthausen , , ,
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 02.01.2014
ISBN 9783499622816
Genre: Biografien

Rezension:

In diesem Buch schreibt Raúl über sein Leben mit und im Rollstuhl. Dabei merkt man sehr gut, dass er zwar selbst oft an Grenzen stößt und auch auf Probleme trifft, die ihn aber nicht verzweifeln lassen, sondern anspornen weiter zu gehen. Er hat «Osteogenesis imperfecta», sogenannte Glasknochen, wodurch er nicht Laufen kann und seit jeher im Rollstuhl sitzt. Doch dass hindert ihn z.B. nicht daran, sich allein auf den Weg zu machen und auch wenn sich ihm Hindernisse in den Weg stellen sich darüber hinwegzusetzen und eine Lösung zu finden.

Das Cover zeigt Raúl mit seinem Rollstuhl. Er macht einen fröhlichen und zufriedenen Eindruck. Fast ein bisschen spitzbübisch. Man hat das Gefühl, er sei mit seinem Leben zufrieden und sich im Reinen. Ich bin froh dieses Buch gelesen zu haben und muss sagen, es ist ein sehr starkes Buch, welches mich viel Nachdenken lies. Raúl erzählt in diesem Buch über sein Leben als behinderter Mensch im Rollstuhl. Dass dies nicht immer einfach ist, kann sich jeder vorstellen. Doch Raúl stellt sich dem Leben mit all seinen Herausforderungen und macht einfach das Beste daraus.

Das Buch ist nicht wirklich chronologisch geordnet, vielmehr zeigt es verschiedenen, wichtige Stationen aus Raúl´s Leben auf, die alles eines zeigen, auch wenn Raúl behindert ist, so kann er doch mehr als man von ihm erwarten würde. Er stößt in einigen Abschnitten an seine eigene Grenzen und erkennt, dass er zwar nie so sein kann wie andere Menschen in seinem Alter, aber auch, dass er dennoch nicht hilflos ist.

Es hat mich sehr bewegt über seine Erfahrungen zu lesen und ich konnte durch die genaue Erzählweise auch recht gut nachempfinden, wie es ihm wohl in mancher Situation ergangen sein mag. Festzustellen, dass man z.B. auf Partys wohl nie mit jemanden fest Zusammensein und Knutschen würde, so wie andere Jugendliche, muss hart sein. Auch zu sehen, dass man bei einem Sportfest mit „normalen“ Kindern einfach niemanden hat, mit dem man sich messen könnte und dann aber trotzdem zum Mitmachen genötigt zu werden, obwohl man das eigentlich gar nicht möchte, fand ich schrecklich. Und genau dies sind die Momente im Buch, die zum Denken anregen und nicht nur das, sie regen auch zum Umdenken für den eigenen Umgang mit Behinderten an.

Gut finde ich die Tatsache, dass Raúl sagt, er möge den Begriff behinderter Mensch, weil es frei lasse, ob man behindert ist oder behindert wird. Ich denke, das sagt schon alles aus.
Durch die Leserunde bei LB hatte ich das Glück Raúl in der Leserunde ein klein wenig kennen lernen zu dürfen und ihm auch Fragen stellen zu können und muss sagen, ich glaube, dass er ein sehr starker Mensch ist, der Dinge bewegen will und Leute zum Umdenken gegenüber Behinderten bringen möchte. Dies ging auch aus dem Buch deutlich hervor.

Ein interessantes Buch über ein Leben im Rollstuhl, dass zwar manchmal behindert, aber dennoch sehr erfüllt zu sein scheint.

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Tags: behinderung, glasknochen, rollstuhl   (3)
 

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54 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

gorilla, tiere, kinderbuch, tiergeschichte, zoo

Der unvergleichliche Ivan

Katherine Applegate , Ingrid Ickler , Patricia Castelao
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Knesebeck, 20.02.2014
ISBN 9783868736946
Genre: Kinderbuch

Rezension:

„Ich bin Ivan. Ich bin ein Gorilla. Das ist nicht so einfach, wie es aussieht.“

Der Silberrücken Ivan lebt in einer heruntergekommen Zirkusmall irgendwo an einer Autobahnausfahrt in den USA. Er ist in die Jahre gekommen und mit ihm auch seine Gefährten wie z.B. die Elefantendame Stella, die gleich im Käfig neben ihm wohnt, deshalb läuft der Zirkus  auch nicht mehr so besonders und so hat Mack, der Zirkusdirektor beschlossen, dass ein Elefantenbaby die Zirkuskasse aufbessern soll. Und so hat er Ruby gekauft, ein kleines, unschuldiges Elefantenbaby. Als Ruby in er Mall ankommt, ist die kranke Elefantendame Stella gar nicht begeistert, nimmt sich aber ihrer an. Doch dann ändert sich alles, Ivan muss der sterbenden Stella versprechen, sich um Ruby zu kümmern und nun ist es an Ivan seinen Gorillamann zu stehen und sich um die Kleine zu kümmern. Wird er es schaffen, alles zum Guten zu wenden?

Das Cover dieser schönen Tiergeschichte ist einfach nur niedlich. Es zeigt Ivan und Ruby Rücken an Rücken und beide neigen die Köpfe zueinander als wollten sie zeigen, dass sie aufeinander achten. Beide wirken dabei sehr glücklich.

Als mein Sohn und ich das Buch begannen zu lesen, waren wir bereits nach wenigen Seiten sehr angetan von dem Ich-Erzähler Ivan, der das Leben in der Zirkus-Mall aus seiner ganz persönlichen Sichtweise heraus schildert. Er hat sich dem Leben in der Mall irgendwie angepasst, denn er hat Freunde gefunden, in der Elefantendame Stella, dem Hund Bob und auch der kleinen Julia, der Tochter des Pflegers Georg, die wie er die Leidenschaft fürs Malen teilt. Man merkt beim Lesen, dass Ivan ein sehr bedachter und ruhiger Zeitgenosse zu sein scheint, der seine Umwelt gut beobachtet und auch kleine Veränderungen wahrnimmt. Es ist schön zu lesen, wie er sich um seine Freunde sorgt und auch was er so über Menschen und deren Verhalten denkt.

Durch Julia blüht Ivan auf, sie versteht seine Zeichnungen und liest Ivan wie ein offenes Buch. Zusammen mit ihr gelingt es ihm auch Ruby dem Elefantenmädchen zu helfen. Kinder haben manchmal wohl weit mehr Verständnis für Gerechtigkeit und auch die wichtigen Dinge des Lebens, als wir Erwachsenen. Sie hinterfragen mehr und sehen Dinge ganz anders, ehrlicher und deutlicher. Wir fanden gerade diese Beziehung in der Geschichte ganz toll.

Aber was uns schwer zu schaffen machte, waren die Umstände, die Ivan schilderte, wie er in die Mall gekommen ist und auch wie er und die anderen Tiere dort leben musste. Die arme, kranke Stella, angekettet und schon ganz wund von der Kette. Schrecklich! Auch, dass Mack nichts Besseres zu tun hat, als ein Elefantenbaby zu kaufen usw. Wirklich schlimm!

Das Buch hat seine eigene Faszination, es ist kein leichtes Kinderbuch, dass man einfach so dahinliest, sondern es regt sehr zum Nachdenken und Diskutieren an. Vor allem auch über den Umgang der Menschen mit den Tieren. Aber auch was Familie und Fürsorge bedeutet. Das Buch ist in viele Kapitel unterteilt, von denen einige nur ein paar Seiten haben. Ivan erzählt seine Geschichte und die der anderen Mallbewohner und wirkt dabei authentisch und ehrlich. Man „hört“ ihm gerne dabei zu und möchte immer mehr erfahren und freut sich und leidet mit ihm.

Die Zeichnungen im Buch lockern die Geschichte etwas auf und zeigen einzelne Situationen der Geschichte. Das macht das Buch für Kinder noch anschaulicher. Es ist ein Buch, dass den Leser sowohl zufrieden, aber auch traurig als auch hoffnungsvoll zurücklässt und man möchte gern noch weiterlesen, obwohl das Buch schon zu Ende ist.

Ein schönes Kinderbuch mit ernstem Thema, dass wir sehr gern weiterempfehlen!


P.S. Die Geschichte wurzelt auf einer wahren Begebenheit und das ist es was mich so sprachlos macht. Es gab im Zoo Atlanta einen Silberrücken, der wirklich sehr lange in einer Zirkus-Mall leben musste bevor er Glück hatte und in den Zoo kam unter Artgenossen. Das es so was wirklich gibt, hätte ich nicht gedacht. Einfach nur schrecklich. Wie kann man Tiere nur so behandeln?!

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Tags: ab 10 jahre, kinderbuch, tiere, zirkus-mall   (4)
 

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44 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 26 Rezensionen

leocardia sommer, liebe, erotik, prickelnd und sinnlich, sarah in love

Sarah in Love - Runde Tatsachen

Leocardia Sommer
E-Buch Text: 158 Seiten
Erschienen bei null, 28.12.2013
ISBN B00HE2QRGS
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Sarah ist Mitte 30 und unglücklicher Single. An die Liebe zu glauben, das hat sie aufgegeben, denn wer könnte sie schon begehrenswert finden? Sie, die gute 30 Kilo zu viel auf den Hüften mit sich rumschleppt. Doch als sie eines Tages beim Einkaufen, Erik trifft, scheint ihr Traum wahr zu werden, denn Erik ist genau der Mann, den sie sich erträumt hat. Doch meint Erik es wirklich ernst mit ihr? Und was hat es mit Nelly Behauptungen auf sich? Warum flirtet auf einmal Ben mit ihr? Sarah weiß nicht mehr, was sie noch glauben soll...

Das frühlingshafte, fröhlich gestaltete Buchcover zeigt eine lachende, glücklich wirkende Frau, die mit sich im reinen zu sein scheint. Bereits dieses Cover und die Buchschreibung hatten mich sehr angesprochen und so war ich ganz gespannt auf das Buch. Auch ich habe seit ich denken kann zuviel auf den Hüften und hatte immer mit Selbstzweifeln zu kämpfen. Von daher wollte ich dieses Buch auch unbedingt lesen und war sehr froh, dass ich nun im Rahmen der LovelyBooks-Leserunde dafür ausgewählt wurde.

Die Protagonistin Sarah ist eine gestandene Frau, die trotz ihrer Kilos zu viel Spaß am Leben hat. Einzig mit der Liebe will und kann es nicht klappen, meint Sarah, schließlich will ja niemand eine Tonne mit kurzen Beinen. Ihre Freundin Nelly dagegen kann jeden haben und so ist Sarah froh, dass Nelly sich überhaupt mit ihr als Freundin abgibt. Doch ist Nelly wirklich die gute Freundin, die sie vorgibt zu sein?

Die Autorin hat durchweg authentisch wirkende Charaktere geschaffen. Vor allem die pralle Protagonistin Sarah wirkt mit ihren Selbstzweifeln und Unsicherheiten in Sachen Liebe sehr real, so dass man sich als ebenfalls „Vollweib“ gut in sie hineinversetzen kann. Aber auch die anderen Haupt- und Nebenfiguren sind gut beschrieben und durchdacht. So z.B. Erik, der selbst nicht ganz ohne Zweifel ist und auch die ach-so-gutaussehende Modelfreundin Nelly, die feststellt, dass sie doch nicht immer im Mittelpunkt steht und damit gar nicht umgehen kann.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und mitreißend. Die Handlungen verschiedenster Personen, vor allem die Intrige der Freundin, machen die Geschichte spannend und man kann das Buch kaum aus der Hand legen.

Es macht Spaß zu lesen, wie Sarah sich Erik gegenüber langsam öffnet, sich fallen lässt und versucht ihm zu vertrauen. Auch wie sie im Laufe der Geschichte, durch verschiedene Ereignisse angetrieben von einem unsicheren, fast schon resignierten Menschen zu einer selbstsicheren und gestandenen Frau wird. Die Autorin hat dabei auch die erotischen Komponenten nicht ausgeschlossen und erzählt ohne Umschweife wie Erik und Sarah sich näher kommen. Dabei scheut sie sich nicht sehr direkt und hautnah zu beschreiben, was die Beiden so alles anstellen. Also nur keine Hemmungen beim Lesen, es wird sehr erotisch!

Ein schöner, erotischer und kurzweiliger Frauenroman, den ich jedem Vollweib gern ans Herz leben möchte.

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Tags: erotik, leocardia sommer   (2)
 

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59 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

mystery, thriller, jugendbuch, freundschaft, wagner antje

Unland

Antje Wagner
Flexibler Einband: 379 Seiten
Erschienen bei bloomsbury taschenbuch, 02.09.2010
ISBN 9783833350528
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Franka ist 14 und zieht nach dem Tod ihrer Pflegemutter von Berlin nach Waldburgen, einem kleinen, beschaulichen aber auch ziemlich trist anmutenden Ort. In „HAUS EULENRUH“ einem Wohnprojekt für Kinder und Jugendliche mit traumatischer Vergangenheit fühlt Franka sich nach kurzer Eingewöhnungsphase sehr wohl. Sie mag die anderen Mitbewohner und fühlt sich dort angenommen.

Nicht so von den Waldburgenern selbst, die das Wohnprojekt und deren Bewohner am liebsten aus dem Dorf vertreiben würden. Sie sehen in den Kindern/Jugendlichen von EULENRUH nur Störenfriede die nicht gut erzogen sind. Nur wenige Bewohner des Dörfchens blicken hinter die Fassade und akzeptieren die Bewohner. In der Schule erfährt Franka, dass kaum ein Mitschüler die „EULEN“ auch nur akzeptiert oder sich mit den Jugendlichen anfreundet. Doch was ist der Grund für diese ganze Feindseligkeit, was hat es mit dem Elektrozaun auf sich, der Waldburgen und UNLAND trennt und warum hat Franka ständig das Gefühl beobachtet zu werden.
Als plötzlich unerklärliche Vorgänge und Ereignisse geschehen, die von den Dorfmenschen sofort mit den Jugendlichen aus EULENRUH in Verbindung gebracht werden. Doch Franka ahnt, dass es mit den nicht unweit gelegenen Ruinen von UNLAND zu tun haben muss und beschließt, dem Ganzen auf den Grund zu gehen, ohne zu ahnen, dass alles noch viel schrecklicher ist, als sie es auch nur ahnt.

Bereits die Buchbeschreibung als auch der doch recht ungewöhnliche Coverstil hat mich neugierig gemacht und so wollte ich das Buch unbedingt lesen. Das Cover ist relativ mystisch und düster gehalten. Nur der Titel sticht in knalligem Pink hervor. Der Hintergrund ist in fleckigem Schwarz gehalten, welches den unsauberen, mystischen Eindruck gut wiederspiegelt gehalten. Davon sticht das weiße Gras ab, während der Buchauszug selbst am oberen Drittel durch sein gedecktes Grau eher weniger hervorsticht.
Was es mit dem gewählten Buchauszug auf sich hat, erschließt sich dem Leser erst im letzten Drittel des Buches, wenn man versteht, was es mit dem Schatten auf sich hat. Von daher finde ich diesen sehr gut gewählt.

Ich kannte die Autorin Antje Wagner vor dem Lesen dieses Buches nicht und war gespannt auf den Schreibstil. Dieser gefiel mir bereits nach den ersten Seiten des Buches dermaßen gut, dass ich das Buch kaum zur Seite legen konnte. Die Geschichte rund um Franka, dem Haus Eulenruh und UNLAND beginnt klassisch. Franka kommt als die Neue in das von zwei ausgebildeten Erziehern betreute Wohnprojekt in dem bereits zwei Kleinkinder und vier Jugendliche wohnen. Sie fühlt sich nach kurzer Eingewöhnungsphase wohl. Auch dass die Dorfbewohner eher feindselig sind, empfand ich als nichts Neues und dennoch hatte ich das Bedürfnis ständig weiterlesen zu müssen und konnte das Buch nur schwer weglegen. Vor allem, weil ich den Schreibstil als sehr mitreißend und außergewöhnlich empfunden habe.

Als Leser fällt es einem nicht schwer sich in die Personen hineinzuversetzen und mit den Protagonisten mitzufühlen. Man freundet sich schnell mit den einzelnen Charakteren an und versteht durch deren gut beschriebenen Vergangenheiten und Erlebnissen auch deren Handlungsweisen recht gut. Zumindest erging es mir so, dass gerade durch die Ecken und Kanten der einzelnen Personen mir diese besonders an Herz gewachsen sind. Sei es der Computernerd Matthias, der mit seiner doch recht ekeligen Essensweise aneckt oder Franka, die mit ihrer Art und Weise so gar keinem Mädchenklischee entspricht. Alle Charaktere sind einzigartig und gut durchdacht. Man merkt die Autorin hat sich Mühe gegeben, die Personen und die Geschehnisse so bildhaft rüberzubringen, dass man das Gefühl hat beim Lesen mitten in der Eulen-Gruppe zu sein.

Das letzte Drittel ist es, was das Buch so andersartig spannend macht, denn hier verändert sich alles! Die Geschichte nimmt einen unerwarteten Verlauf und der Leser merkt, nichts ist wie es zu sein schien. Die Wendung oder besser die „Augenöffnung“ geschieht in rasantem Tempo und sehr direkt. Das Ende bleibt im Großen und Ganzen offen und man muss sich als Leser selbst Gedanken machen, wie des Rätsels Lösung aussehen könnte. Aber gerade das ist es was zum Nachdenken anregt, was das Buch auch lange nach man es ausgelesen hat nachwirken lässt. UNLAND lässt einen nicht los, es nimmt einen mit auf die dunkle Seite und man fragt sich zwangsläufig, wie ist die Autorin nur auf so eine unglaublich spannende und andersartige Geschichte gekommen.

Ich würde jedem der gern spannende, mystische und überraschende Jugendbuchthriller liest, das Buch wärmstens ans Herz legen. Allerdings muss man sich darauf gefasst machen, dass das Ende offen ist und das Buch lange nachwirkt.

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Tags: ab 12 jahre | all age, antje wagner, mystery, thriller   (4)
 

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58 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

dystopie, liebe, glutroter mond, gefühle, acrai

Undying Blood 1 - Glutroter Mond

Narcia Kensing
E-Buch Text: 237 Seiten
Erschienen bei neobooks Self-Publishing, 29.01.2014
ISBN 9783847671794
Genre: Fantasy

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(30)

40 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 22 Rezensionen

abenteuer, meerjungfrau, kinderbuch, oliver, seegrasaffen

Schwupp und weg

Philip Reeve , Sarah McIntyre
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Dressler, 20.01.2014
ISBN 9783791517025
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Der kleine Oliver freut sich, dass er endlich nicht mehr mit seinen Eltern (den großen Entdeckern) durch die Welt tingeln muss, um jedes unentdeckte Fleckchen Erde erforschen zu  müssen, denn seine Eltern haben bereits alles entdeckt, was es zu entdecken gibt. Zumindest glauben sie das und planen nun endlich sesshaft zu werden. Oliver freut sich schon auf das Zuhause, als die Eltern eine Entdeckung machen und dann etwas passiert, was Oliver wieder dazu bewegt, auf Reisen zu gehen. Er muss seine Eltern wiederfinden, die auf einer noch unentdeckten Wanderinsel verschollen und mit dieser einfach davon “gewandert“  sind.

 

Das Kinderbuch „Schwupp und weg“ strotzt nur so vor Fantasie. Ich habe es zusammen mit meinem Sohn Luca (11 Jahre) gelesen und wir beide fanden es sehr amüsant, welches Abenteuer Oliver da erlebt. Auf seiner Reise begegnet er nicht nur dem sprechenden Albatros Mr. Culpeper, sondern trifft auch auf eine Meerjungfrau mit Sehproblem, einigen äußerst grün-schleimigen Seegrasaffen und noch vielen anderen komischen Geschöpfen.

 

Die Geschichte ist sehr ereignisreich und somit für Kinder sehr kurzweilig geschrieben, sie regt durch ihre vielen Überraschungen und skurrilen Begebenheiten zum schnellen Weiterlesen an. Die große Schrift, welche für Kinder sehr geeignet ist, lässt beim Lesen schnell vorankommen und unterstützt somit den Lesespaß.

 

Das Buch enthält sehr viele witzige und liebevolle Zeichnungen von Sarah McIntyre, welche das Buch zu einem echten Hingucker machen und die Geschichte perfekt ergänzen. Mein Sohn nahm das Buch gern zur Hand und sah sich die einzelnen Bilder, welche nur in schwarz-weiß mit blaugrau gehalten sind, lange an. Es gibt viel zu entdecken, z.B. der kleine Krebs, der sich auf jedem Bild wiederfindet, die Seegrasaffen, die sich auf vielen Bildern tummeln, die tollen Meermähnen der anderen Wanderinseln usw.

 

Fazit: Das Buch bekommt von uns eine wirklich eindeutige Leseempfehlung, denn es enthält alles was ein spannendes Kinderbuch braucht: eine abenteuerliche, humorvolle Geschichte mit Fantasiewesen und liebevoll, gezeichneten Protagonisten. Die Aufmachung ist kindgerecht und ein wahrer Augenschmaus und auch die Sprache ist gut gewählt, das sie ohne all zu viele Fremdwörter auskommt. Ein tolles Kinderbuch!

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Tags: ab 8 jahre, abenteuer, entdecker, meerjungfrau, philip reev, seegrasaffen, wanderinsel   (7)
 

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263 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 32 Rezensionen

behinderung, worte, jugendbuch, melody, schule

Mit Worten kann ich fliegen

Sharon M. Draper ,
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Ueberreuter Verlag , 13.02.2014
ISBN 9783764170103
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
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25 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

kindesmissbrauch, krimi, gerd j. mer, psychologi, papa hat dich lieb

Papa hat dich lieb

Gerd J. Merz
Flexibler Einband: 340 Seiten
Erschienen bei Leinpfad Verlag, 04.12.2013
ISBN 9783942291491
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Eva ist außer sich, ihre beste Freundin Angelika ist spurlos verschwunden und die Polizei tut nichts. Als sie auch noch Angelikas Mofahelm bei der Klavierlehrerin findet, begibt sie sich selbst auf die Suche. Doch das, hätte sie besser nicht tun sollen, denn nun wird auch sie Opfer eines perfiden Plans. Der Täter will Genugtuung und dafür braucht er beide Schülerinnen...
Verzweifelt begibt sich nun auch die Mutter von Eva Maike Berger zusammen mit einem PC-Freak auf die Suche nach den beiden und wird schon bald fündig. Sie kommt einem schrecklichen Familiendrama auf die Spur, der seinen Ursprung im Kindesalter des Täters findet ...

Vorab möchte ich sagen, dass ich das Buch wirklich spannend als auch berührend fand. Bereits das Cover, wofür ein Kinderbild gewählt wurde, stimmt mich traurig und wütend. Man sieht dem Bild an, dass die Malerin schrecklich Qualen erleidet haben muss. Der Mann/Vater ganz in schwarz dargestellt mit etwas rot in der Lendengegend (!) und daneben ein blondes weinendes Mädchen, erscheint mir sehr authentisch und für das Thema sehr gut gewählt.

Anfänglich schienen mir die beiden Erzählstränge so, als wären sie zwei Geschichten und ich dachte schon, wie passen die wohl zusammen. Erst im letzten Drittel wurde mir richtig bewusst, was beide Stränge miteinander zu tun haben. Bis dahin tappte ich im Dunkeln.
Der Autor weiß wie man unerwartete Wendungen einbringt, so bleibt die Geschichte bis zum Schluss spannend.

Die beiden Erzählstränge erzählen anfänglich zwei Geschichten, zum einen wird durch alte Kassettenmitschnitte aus der Vergangenheit des Mädchens Klara, der sexuelle Missbrauch durch den Vater geschildert. Diese Stellen (nur 4 mal im Buch) fand ich sehr mitreißend und authentisch. Der zweiten Erzählstrang beginnt mit Angelikas Verschwinden und erzählt davon wie ihre Freundin Eva sich auch die Suche macht.

Die Handlungsstränge die im Verlaufe des Buches zusammenfinden, ergeben ein sehr interessantes und spannungserzeugendes Leseerlebnis. Zum einen war ich schockiert von Klaras Schilderungen und fand den zweiten Erzählstrang anfänglich eher etwas langatmig, da erst Angelika, dann auch noch Eva verschwinden. Zwar weiß man als Leser recht schnell, was es damit auf sich hat, ist aber umso verwunderter, dass weder die Polizei als auch noch die Eltern sich große Mühe geben die Kinder zu finden. Einzig die Mutter von Eva begibt sich wirklich auf die Suche wobei auch sie mir viel zu emotionslos/ruhig dargestellt wurde. Ich könnte in so einer Situation wohl weder Schlafen noch Essen noch an sonst was denken, aber gut.

Die Figuren sind aber dennoch gut durchdacht, komplex und fügen sich auch gut in den Krimi ein. Die Geschichte selbst wirkt authentisch und könnte tatsächlich so oder so ähnlichen passiert sein. Als Leser wird man sehr überrascht sein, wer, letztendlich hier Opfer und wer Täter ist. Dabei hat mich vor allem beeindruckt, zu welchen Gedankengängen und Handlungen das Opfer bereit ist, um selbst, wenn auch auf ganz andere Weise Täter zu werden. Aber ich möchte nicht zu viel verraten.

Gerd J. Merz hat einen spannenden Krimi geschaffen, welcher als Kernpunkt das sehr emotionale sowie schreckliche Thema Kindesmissbrauch beinhaltet. Für die Recherche hat er mehrere Jahre benötigt und ich denke, dass merkt man dem Buch auch an. Man merkt, dass der Autor durchaus zu wissen scheint, wovon er da schreibt. Dazu trägt bestimmt auch seine Tätigkeit als Berater am Opfertelefon des Weißen Rings.
Ein sehr realistisch wirkender und auch wirklich lesenwerter, spannender  Krimi zum Thema Kindermissbrauch!

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Tags: gerd j. merz, kindesmissbrauch, psychologi   (3)
 

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25 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

zwillinge, abenteuer, kinderbuch, umzug, zwilling

Zwillingschaos hoch zwei

Andreas Schlüter , Irene Margil , Stephan Pricken
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Baumhaus Verlag, 20.09.2013
ISBN 9783833902314
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Die Zwillinge Malte und Julie ziehen vom Schwarzwald nach Hamburg. Die neue Umgebung erleben beide unterschiedlich, während Malte anfänglich findet, dass er „nur von Idioten umgeben“ ist und es hier bis auf dem See so gar nichts Interessantes zu tun gibt, findet Julie die idyllische Ruhe und den Reiterhof in der Nähe einfach nur toll. Um mit Ihren Freunden in Verbindung zu bleiben und ihnen von den Erlebnissen in der neuen Heimat zu schreiben, nutzen sie Internet und Handy. Zudem schreibt Julie ihre Erlebnisse auf, damit sie diese später für ihre Autobiografie nutzen kann, denn sie ist sicher, sie wird eines Tages berühmt werden.

Das Wendebuch hat zwei, den jeweiligem Protagonisten angepasste, interessante und für Kinder anziehende Cover. Während man beim Anblick von Julies Cover gleich ahnt, dass sie auf Pferde steht, sieht man bei Malte sofort sein Faible für Aliens, Sternenbeobachtung und Mountainbiken.
Beim Lesen können sich die Kinder sehr gut in die beiden Protagonisten hineinversetzen, denn Julie ist ein typisches Mädchen, welches von Pferden und Vampiren begeistert ist, eine beste Freundin hat und davon ausgeht später berühmt zu werden. Davon träumen wohl alle Mädchen?! Sie schreibt ihrer besten Freundin regelmäßig und führt noch eine Art Erlebnistagebuch, welches sie von Hand schreibt. Während Malte „seine Kumpels“ per PC auf dem Laufenden hält und sich für typische Jungendinge interessiert. Dadurch, dass beide die Erlebnisse selbst, aus deren direkter Sichtweise erzählen, wirkt das ganze authentischer und ist auch für Kinder spannender.

Aus beiden Sichtweisen wird dem Leser so der Umzug und das zurechtfinden der beiden in der neuen Umgebung nähergebracht. Die Kinder erleben viel, sie kommen in eine neue Schule, müssen neue Freunde finden, die Umgebung erkunden usw., dabei erleben sie das ein oder andere Abenteuer. Das Buch ist witzig und unterhaltsam und animiert die Kinder zum Weiterlesen. Man will wissen, was die beiden erleben und wie es ihnen weiterhin ergeht. So ging es sowohl Luca (11 Jahre) als auch mir als Erwachsene und wir haben uns jeden Abend auf  das Weiterlesen gefreut.

Da ich das Buch zusammen mit meinem Sohn gelesen habe, ist dessen Meinung mit in die Rezension eingeflossen. Luca und ich finden die Aufmachung des Buches toll, die vielen Bilder/Zeichnungen und die Idee, dass die Kinder Email, SMS usw. mit als Medium nutzen und ihre Freunde so über die neuesten Ereignisse informieren und dies auch noch optisch gut dargestellt wird, finden wird sehr gelungen. Meinungsverschiedenheiten gab es nur bei dem Thema Facebook. Ansonsten lockern die verschiedenen und auch optisch gut dargestellten Medien sowie die Bilder etc. das Buch beim Lesen auf und man kommt aus diesem monotonen Tagebuchstil raus.
Auch dass das Buch im Stil eines Wendebuches gestaltet ist, wo jeder Zwilling seine eigene Buchseite hat, finden wir sehr gelungen. So kann jeder Leser selbst entscheiden, ob er beide Teile gleichzeitig oder nacheinander lesen möchte. Wir haben uns für das parallele Lesen entschieden, wobei ich Julie gelesen bzw. vorgelesen habe und mein Sohn Malte.
Die Beziehung zwischen den Geschwistern erscheint mir sehr authentisch, denn auch ich und mein Bruder waren als Kinder sehr streitsüchtig.

Unser gemeinsames Fazit: Ein sehr witziges und gut unterhaltendes Buch, dass Kindern in ähnlichen Situationen (Umzug, fremde Umgebung) sicher Ablenkung und Zuversicht verschaffen könnte.

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Tags: andreas schlüte, irene margil, neue schule, neue umgebung, umzug, zwillinge   (6)
 

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

ehrenmord, türkei, narun, zwangsehe, selbstbestimmtes lebe

Narun

Juno Stein
Buch: 210 Seiten
Erschienen bei fhl Verlag Leipzig, 30.11.2013
ISBN 9783942829199
Genre: Romane

Rezension:

Narun, ist in Deutschland aufgewachsen und wird, noch nicht einmal volljährig in der Türkei zwangsverheiratet. Bei einer Besuchreise nach Deutschland verschwindet sie zusammen mit ihrem Sohn spurlos und vertraut sich er einige Tage später ihrer Schwester Dilek an. Sie ist geflohen und möchte nicht mehr nach den strengen, türkischen Regeln und Traditionen leben, die ihre Familie so schätzt. Für ihre Familie steht damit fest, Narun hat die Familienehre beschmutzt und wer dies tut, muss sterben. Kurz darauf wird Narun erschossen aufgefunden. Der Täter ist schnell gefasst - es war ihr eigener Bruder. Und die Familie hat davon gewusst.

Die Geschichte um das grausam-ernste Thema „Ehrenmord“. Der Ehrenmord an Narun, wird aus sieben verschiedenen Sichtweisen erzählt. Allen voran aus Sicht des Täters. Dieser ist nach wie vor von seiner Tat überzeugt und glaubt das Richtige getan zu haben. Er kann nicht verstehen, warum er für diese Tat so lange hinter Gitter sein muss. Gerade die sehr schonungslos und ehrlichen Aussagen des Täters haben mich schockiert, er zeigt keine ehrliche Reue.  

Aber auch der Vater kommt zu Wort und schildert seine Beweggründe. Als Leser merkt man schnell, er ist ein Mann der Respekt verlangt und vor allem eines, Gehorsam. Man taucht ein in eine Welt aus türkisch-kurdischen Traditionen und Werte, die für einen westlich denkenden Mensch sehr fremd wirkt.

Durch die Sichtweisen von Narun´s Schwester Dilek und ihrer Freundin Güldünya erfährt man mehr über Narun´s Leben und ihre Wünsche und Hoffnungen. Besonders interessant fand ich die Sichtweise von Birol, Narun´s Sohn. Die Perspektiven sind zu verschiedenen Zeiten erzählt. So kommt Birol erst 15 Jahre nach der Tat zu Wort und man merkt, dass er ebenfalls die Tat nicht verstehen kann. Das hat mich berührt. Wie muss es für ein Kind sein, ohne Mutter aufzuwachsen?

Der Schreibstil des Autors passt sich den jeweiligen Sichtweisen der Berichtenden an und somit kann der Leser jedes Mal sehr gut in deren Welt eintauchen und erlebt die Geschehnisse somit hautnah mit. Man kann sich gut in die Situationen hineinversetzen. Zumindest ging es mir beim Lesen so, dass ich oftmals stocken musste und erst einmal verdauen musste, was ich da gerade gelesen hatte. Mir ging das Buch beim Lesen unter die Haut, was für mich ein Zeichen ist, dass es wirklich gut geschrieben ist. Es berührt, rüttelt auf und lässt den Leser mit vielen Fragen zurück. „Narun, Ein Ehrenmord“ ist ein Buch das weder belehrt noch urteilt, vielmehr ist es ein Bericht über eine Tat, über die sich der Leser beim und auch nach dem Lesen noch den Kopf zerbrechen wird. Ob richtig oder falsch, das vermag das Buch nicht zu sagen, aber es regt zum Denken und Diskutieren an. Und dennoch bleibt nach allem am Ende immer noch eine Frage offen: WARUM?

Das spezielle Thema dieses Buches, war es was mich aufmerksam gemacht hat, denn ich als Deutsche kann nicht wirklich begreifen, wie jemand einen Menschen aus der eigenen Familie aufgrund von Ehre und Tradition ermorden kann. Kann man so was überhaupt verstehen, wenn man nicht in solchen Zwängen aufgewachsen ist? Ich glaube nicht.


Mich beeindruckt, dass der Autor gerade für sein erstes Buch ein so tiefgreifendes, ernstes Thema gewählt hat und wie er damit umgegangen ist. Man merkt beim Lesen, dass der Autor sich mit diesem Thema sehr lange auseinandergesetzt hat und dass es ihm vor allem um das Verstehen der Tat geht, nicht darum zu urteilen, sondern darum eine Antwort auf die Frage "Warum" zu finden.


Ein wirklich gutes Buch und ich kann nur hoffen, dass wir noch viel von Juno Stein zu lesen bekommen werden. 


P.S. Ein Song, den ich während dem Lesen dieses Buches sehr oft gehört habe: Die Söhne Mannheims "Vielleicht".

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Tags: juno stein, kurdisch-türkische kultur   (2)
 

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34 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

schule, schüler, lehrerin, integration, sowieso

Ich werd sowieso Rapper: Erfahrungen einer gut gelaunten Lehrerin

Lea Feynberg
Flexibler Einband: 283 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 07.11.2013
ISBN 9783462045857
Genre: Humor

Rezension:

Frau Feynberg ist Lehrerin mit Leidenschaft, dabei hat sie es nicht gerade leicht mit ihrer Klasse, denn wenn sie z.B. fragt, wie sich die Schüler ihr späteres Leben denn einmal vorstellen, dann lautet das so: „Ich mir das so vor: mittlerer Schulabschluss, Abi, studieren, Keller und so ... für Partys ... So ein Partykeller, wissen Sie?“ Und wenn sie dann ihren Schülern mitteilt, dass man um was zu erreichen lernen muss, bekommt sie z.B. Folgendes zur Antwort: „Walla Frau Feynberg, das ist schon bisschen unlogisch, was Sie da sagen. Was hat den lernen mit dem Abschluss zu tun? ...“ Doch Frau Feynberg lässt nicht locker, sie glänzt mit Schlagfertigkeit und Abgeklärtheit. Weiß sie doch selbst, wie es ist als Immigrant in eine fremdes Land zu kommen. Die Sprache nicht zu können und Außenseiter zu sein. „Ich werd sowieso Rapper“ handelt vom Alltag einer Lehrerin an einer Sekundarschule in Berlin. Selbst Tochter jüdischer Einwanderer, die als sie noch ein kleines Mädchen waren aus Russland nach Deutschland einwanderten, weiß Frau Feynberg sehr gut wovon sie spricht. Ihre Schüler sind zum Großteil zwar in Deutschland geboren, bezeichnen sich aber aufgrund ihrer Herkunft als Ausländer. Sie beherrschen zum Großteil die deutsche Sprache nur bedingt gut. Doch Frau Feynberg gibt trotz der sehr geringen Mitarbeitslust ihrer Schützlinge, der oft zu spät kommenden Schüler, der großen Diskussionswilligkeit und vielen Fehlzeiten nicht auf. Sie hat sich vorgenommen ihren Schülern etwas fürs Leben zu lehren, komme was da wolle! Sie erfreut sich an kleinen Erfolgen und zeigt, dass auch an einer Schule Werte wie Toleranz, respektvoller Umgang und ein friedliches Miteinander oft mehr zählen als „nur“ die guten Noten. Denn: Lernen ist wichtig, aber man lernt nicht nur für die Noten sondern auch für das ganze Leben!

Das Buch hat zwei Handlungsstränge, die geschickt miteinander verflochten sind. So handelt es zum Einen von den Erlebnissen in der heutigen Schulzeit als Lehrerin und zum Anderen aber auch von Frau Feynbergs eigener Vergangenheit. Sie erzählt von ihrer Kindheit in Russland, dem Schulalltag dort, der Einwanderung nach Deutschland usw. Immer wieder vergleicht sie dabei die heutigen Situationen ihrer Schüler mit ihren eigenen Schulerlebnissen. Dies ist, wie ich finde sehr interessant, da man als Leser doch so einiges über fremde Bräuche, Kulturen usw. lernt. Auch finde ich gut, dass die Autorin ganz offen die Probleme in ihrer Klasse anspricht, ohne dabei die Schüler bloß zu stellen. Sie beschreibt die Hintergründe der Schüler und damit auch das Verständnis für deren Situationen und Handlungen. Man merkt die Autorin liebt ihren Job als Lehrerin und geht trotz mancher Zweifel dennoch darin auf.

Ich habe mich sehr gefreut das Buch lesen zu dürfen und habe die sehr offene, witzige und ehrliche Schreibweise der Autorin sehr genossen. Das Buch wirkt sehr ehrlich und real. Ideal für Leser, die wissen wollen, wie es auf so manchen Schulen heute zugeht und die sich auch für etwas Geschichte begeistern können.

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66 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

rache, weihnachten, trauma, hebamme, familie

Schneekind

Silke Nowak
Flexibler Einband: 172 Seiten
Erschienen bei CreateSpace Independent Publishing Platform, 01.12.2013
ISBN 9781494240738
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wenn Anne eines hat, dann ist es Angst. Immer zu Weihnachten wird sie von Ihrer Angststörung heimgesucht, doch was ist der Grund? Sie arbeitet als Hebamme an der Berliner Charité und als sie dem attraktiven Chirurgen Alexander Marquard begegnet. Erst als sie sich in ihn verliebt und die beiden schließlich Verlobung feiern, findet Anne die Kraft mit ihm zusammen gegen die Angst zu arbeiten. Beide wollen dieses Jahr das Weihnachtsfest im Kreise von Alex Familie verbringen. Anne soll sich der Angst stellen, die sie seit Jahren an Weihnachten überfällt und versuchen diese zu überwinden. Dr. Samuel Frey ist Annes Psychotherapeut, er rät ihr zu dieser Reise. Einer Reise in einen nicht enden wollenden Alptraum und den Abgrund einer menschlichen Psyche. Silke Nowak hat etwas geschafft, was bei mir bisher nur ganz wenige Krimiautoren geschafft haben, sie hat mich bis kurz vor Schluss mit einigen Begebenheiten im Unklaren gelassen und ich war erstaunt, welche Wendungen die Geschichte am Ende noch genommen hat. Dazu kann ich nur sagen, sehr gelungen liebe Frau Nowak.

Die Autorin weiß, wie man in einen noch so kurzen Krimi, dieser hier hat nämlich nur mal gerade eben 149 Seiten, eine komplexe, spannungsgeladene und sehr intensive Geschichte packt. Und obwohl dieser Weihnachtskrimi so kurz gehalten ist, weiß er mit Spannung, temporeichem  Inhalt und vielschichtigen, interessanten Charakteren zu überzeugen. Allen voran Anne Steiner, die Protagonistin dieses Werkes, welche den Leser im Buch gekonnt hinters Licht führt, bis man am Ende doch noch über die erschreckenden, wahren Abgründe von Anne aufgeklärt wird.

Der Schreibstil ist flüssig und das Buch lässt sich somit schnell lesen. Die vielen Wendungen, interessanten Charaktere und die durchweg sehr hoch gehaltene Spannung machen das Buch zu einem echten Schmankerl unter den Kurzkrimis. Man will ab der ersten Seite wissen, was es mit Anne und ihrer Angststörung auf sich hat und ist immer bestrebt weiterzulesen, um endlich hinter das Geheimnis zu kommen.

Ich bin froh, dass ich im Rahmen einer LovelyBooks-Lesereihe die Gelegenheit hatte, dieses Buch zu lesen, denn es war wirklich ein spannende Lektüre. Dankeschön liebe Frau Nowak!

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Tags: kindsverlust, krimi, silke nowak   (3)
 

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

labyrinth, kinderbuch, abenteue, spannung, schule

Labyrinth der Geheimnisse - Achterbahn ins Abenteuer

Matthias von Bornstädt
E-Buch Text: 116 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 01.07.2013
ISBN 9783473474387
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Als Phil nach einem heftigen Gewitter zur Schule kommt, bemerkt er, dass die Löwensäule durch einen Blitz gespalten wurde. Als er sich den Riss genauer ansieht, entdeckt er etwas im Inneren der Säule. Es ist ein Keil, der mit Bronzegriff und Löwentatzenabdruck ein ganz besonderen Schüssel darstellt. Denn mit ihm geraten Phil in und seine beiden Freunde Jago und Kresse in das wohl größte Abenteuer ihres Lebens. Denn was sich unter der Stadt Witterstein verbirgt übersteigt ihre kühnsten Fantasien. ...

 

Mein Sohn und ich haben diesen ersten Teil zur Buchreihe „Labyrinth der Geheimnisse“ für Kinder ab 8 Jahre gemeinsam gelesen und sind beide gleichwohl begeistert.  Der Autor schürt bereits zu Beginn des Buches die Spannung der kleinen Leser, indem er sich einem Relikt aus vergangener Zeit bedient. Natürlich will man wissen, was es mit diesem geheimnisvollen Steinkeil auf sich hat und das regt zum schnellen weiterlesen an.

 

Die drei unterschiedlichen Charaktere und Geschlechter der Freunde machen es den Kids einfach sich in einen der Protagonisten hineinzuversetzen. Phil ist der ruhige Entdecker , Jago ein Skateboard fahrender Draufgänger mit einer großen Klappe und Kresse ein Mädchen zum Pferdestehlen. Und dann ist da noch Kiwi... Wer das ist? Hm... lest das Buch und findet es heraus!

 

Der Schreibstil ist einfach gehalten, der Text/die Geschichte ist sehr spannend und für Kinder daher genau richtig. Da die Spannung bis zum Schluss durch besondere Gegebenheiten und Wendungen der Geschichte immer wieder aufs neue angefacht wird, lesen Kinder hier sicher gerne weiter. Bei meinem Sohn war es jedenfalls der Fall, er hatte es in drei Tagen ausgelesen. Auch die Schriftgröße ist gut gewählt und man kommt beim Lesen aus als ungeübter Leser relativ gut voran. Dies fördert ebenso die Lesebegeisterung der kleinen Leser.

 

Das Buch wird durch schwarz-weiß Zeichnungen und Rätsel aufgelockert. Die Mitmachrätsel sind  gut gewählt und die Kids können dadurch auch noch etwas lernen. Am Ende des Buches finden sich die Lösungen und man kann überprüfen, ob die Antwort richtig war.

 

Auch ich als Erwachsene empfand das Buch als für ein Kinderbuch sehr spannend und interessant. Ein tolles Buch für kleine Abenteurer! Da dies erst der erste Teil zu den Labyrinth-Abenteuern darstellt freut sich mein Sohn schon darauf bald weitere Teile der Buchreihe lesen zu können. Er ist gespannt, welche Geheimnisse das Labyrinth noch so alles bereithält.

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Tags: abenteue, labyrinth, matthias von bornstädt   (3)
 

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

bewerbung, humor, bewerbungen, arbeitssuche, schwarzer humor

„Würden Sie für mich aus dem Fenster springen?"

Françoise Hauser
Flexibler Einband: 160 Seiten
Erschienen bei Verlag Herder, 01.09.2013
ISBN 9783451066382
Genre: Humor

Rezension:

Jeder der sich schon einmal um einen Job bewerben musste weiß, heutzutage ist das gar nicht so einfach. Früher da ging man hin, stellte sich vor und entweder bekam man den Job oder eben nicht. Heute, ja heute ist das ganz anders. Wenn man denn schon mal das Glück hat eine oder noch besser, mehrere passende Stellenausschreibungen zu finden, geht es ja schon beim Lesen der jeweiligen Stellenanzeige los ... wenn man da nicht aufpasst, landet man ganz schnell da, wo man garantiert nicht hinmöchte. Man kann ja so vieles falsch machen ...
Aber um dort erst einmal zur (un-)passenden Anstellung zu kommen, folgt der Bewerbungsmarathon ja meist erst einmal noch ein Bewerbungsgespräch, dass, wie man anhand dieses Buches feststellen kann, oft noch viel konfuser ist, als der Anzeigentext auf die Stelle hin überhaupt erst vermuten lässt. Wurden Sie denn schon mal gefragt ob sie lieber Duschen oder Baden?

Wie ich auf dieses Frage komme und was es alles für Fettnäpfchen, Kuriositäten und skurrilen Begebenheiten bei Bewerbungen, Bewerbungsgesprächen und dergleichen geben kann, erfahrt ihr, wenn ihr dieses Buch lest. Françoise Hauser beschreibt diesen Bewerbungswahnsinn mit viel Charme, Witz, Ironie, Sarkasmus und auch oftmals auch überspitzten Situationsbeispielen. Und dennoch, habe ich beim Lesen oft gedacht: „Ja, genauso ist es!“ oder auch „Das hab ich auch schon erlebt!“

Die Autorin zeigt was in Stellenzeigen wirklich steht und wie man die Sprache Bewerberisch zu verstehen lernt. Auch die eigentliche Bedeutung von Fragen beim Bewerbungsgespräch werden durchleuchtet, es gibt eine Personaler Typologie und auch was man auf keinen Fall Fragen sollte bei einem Bewerbungsgespräch und vieles mehr erfährt man in dieser Lektüre.

Gerade eben stecke ich wieder selbst mitten in diesem Bewerberwahnsinn und kann nur sagen, es ist wirklich schwer einen Job zu finden der auf einen wirklich passt. Allerdings wusste ich vorher noch nicht, wie viele Fettnäpfchen es beim Bewerben tatsächlich zu geben scheint und dass man ja so viel falsch machen kann. Sicher ist dieses Buch kein Ratgeber für Leute die sich bewerben müssen, aber es ist eine sehr unterhaltsame und vor allem auch aufheiternde Lektüre, gerade wenn man in dieser Situation ist. Wer also gern mal wissen möchte, was bei Personalern wirklich zählt und wie man sich am besten nicht anstellt in Sachen Bewerbungen, der sollte mal reinlesen ... Unterhaltung ist auf jeden Fall garantiert.

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Tags: bewerbungen, bewerbungsschreibe, francoise hauser   (3)
 

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18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

liebe, liebeskummer, trauer, schmer, herz

Schluss mit Kummer, Liebes!

Elena-Katharina Sohn
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 25.10.2013
ISBN 9783548374826
Genre: Sachbücher

Rezension:

Bevor ich dieses Buch las, wusste ich nicht, wie viele Arten von Liebeskummer es gibt. Zwar war mir bewusst, dass bestimmt fast jeder zweite Mensch in seinem Leben, mindestens einmal an Liebeskummer erkrankt ist oder sein wird, aber, dass es so viele Facetten davon gibt, war mir nicht bewusst. In 21 Geschichten hat Elena K. Sohn die Schicksale von Menschen niedergeschrieben, die alle das Eine erlebt haben „die Trennung von einem geliebten Menschen“. Haben doch alle Geschichten das gleiche Thema, so sind sie doch alle total unterschiedlich, von Herzmissbrauch ist die Rede und ja, genau dieses Wort ist es eigentlich, was Liebeskummer beschreibt. Ein Herz ist doch eigentlich gemacht zum Lieben, man sollte ihm nur schöne Dinge antun, aber stattdessen wird es gepeinigt.

Dieses Buch ist ideal für alle, die sich entweder gerade mit Liebeskummer herumschlagen, die selbst schon einem diesem Schmerz ausgesetzt waren oder auch für diejenigen, die solch einen Schmerz zu verantworten haben. Lernen kann wirklich jeder etwas daraus und ich bin auch überzeugt, dass sich ein jeder in diesem Buch wiederfinden wird.

In den Geschichten geht es um verschmähte Liebe, Liebesbetrug, unerwiderte Liebe und vieles mehr. Es zeigt, dass der eine Liebeskummergeplagte nahe daran ist zu zerbrechen, während der andere Betroffene gestärkt aus dem Kummer herausgeht. Auch dass es keine wirkliche Standartlösung für Liebeskummer gibt merkt man beim Lesen schnell. Mal ganz ehrlich, wem ging es nach einem Beziehungsende  nicht schon mal ganz mies. Meist ist es doch z.B. bei der ersten großen Liebe so, dass man denkt, nach dem Ende daran zu zerbrechen. Aber es geht weiter, weil es eben weitergehen muss. Oder?

Es gibt einige Geschichten, bei denen ich mir dachte, sei froh, dass Du den Partner los bist, bei anderen Geschichten hätte ich am liebsten geweint. So hat mich vor allem eine Geschichte sehr betroffen gemacht, die von Phillip. Was er erleiden musste ist nicht nur bitter, nein, schon fast grausam. Ich hoffe, dass er einen Partner findet wird, der zu ihm steht.

Eine Stelle im Buch, welche ich für das Buch oder auch für das Hinwegkommen über Liebeskummer sehr prägend ist, ist diejenige, in der gezeigt wird, dass man wirklich erst für eine neue Liebe so richtig offen sein kann, wenn man gelernt hat, mit sich selbst glücklich zu sein. Nur zwei Sätze hieraus (Buch S. 119 – Alinas Geschichte): „So beschloss Alina jeden Morgen beim Zähneputzen neu, ihre Trennung zu akzeptieren und vorn zu blicken. Und jeden Morgen überlegte sie, was sie machen konnte, um sich etwas Gutes zu tun. ...“
Und daraus folgte dann (Buch S. 119):
„Es vergingen drei Monate, bis Alina feststellte, dass ganz allmählich wieder andere Themen für sie in den Vordergrund rückten.“

Genau das, denke ich spiegelt einen Knackpunkt wieder. Sei glücklich mit Dir selbst und erst dann kannst Du auch in einer Partnerschaft Dein Glück finden. Davon bin ich überzeugt.

Das Buch ist gut geschrieben, die authentisch erzählten Geschichten, werden weder verharmlost noch verschönert. Elena spiegelt wieder, wie sie ihr zugetragen wurde und wie sie in den Kontakt mit den Betroffenen kam. Auch gibt Elena selbst Einblick in ihre Gefühle und schreibt, wenn Sie selbst etwas betroffen gemacht hat oder sie selbst erschrocken ist. Ich finde gerade diese Offenheit in dem Buch so toll, sei es von Seiten der Betroffenen als auch der Autorin selbst. Ich bin überzeugt, dass dieses Buch vielen Menschen zumindest ein ganzen Stück weit beim Thema „Liebesaus, Liebeskummer und was kommt danach“ sehr wohl weiterhelfen kann. Allein das Wissen, dass man mit dem Kummer nicht allein ist, hilft schon eine ganze Menge. Ich selbst habe aus den Geschichten lernen und Kraft schöpfen dürfen. Dieses Buch kam genau richtig, in einer für mich schweren Zeit. Herzlichen Dank dafür, liebe Elena.

Wer gern mehr zu diesem Buch erfahren würde, bevor er es selbst liest, der kann sich gerne einmal dieses Video ansehen, dort erfahrt Ihr näheres zur Autorin, aber auch mehr über zwei Protagonistinnen, die sehr offen und ehrlich über ihre Geschichte berichten: http://www.ardmediathek.de/das-erste/gott-und-die-welt/liebeskummer?documentId=18292514

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Tags: elena-k. sohn, liebeskummer   (2)
 

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35 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 31 Rezensionen

sterne, kinderbuch, luna, august gral, gutenachtgeschichte

Luna und die Sterne

Stefanie Messing , August Gral
Pappbuch: 14 Seiten
Erschienen bei Papierverzierer Verlag, 01.04.2013
ISBN 9783944544007
Genre: Sonstiges

Rezension:

Jede Nacht läuft Luna auf ihrem Seil quer durch den Sternenhimmel, um verunglückte Sterne zu retten, sich um die Sterne zu kümmern, sie zu hegen und zu pflegen. Oft wird sie dabei von ihrem Freund, der Eule begleitet, die Luna´s Arbeit hinterfragt ...

Dieses kleine Bilderbuch birgt eine sehr gefühlvolle und auch nachdenklich machende Geschichte in sich. Das Buch ist auch dicker Pappe gefertigt und für kleine Leserhände bestens geeignet. Auch die geringe Größe ist ideal für kleine Gute-Nacht-Geschichten-Zuhörer. Die sehr kindlich gehaltenen und farbenfrohen Zeichnungen kommen mit wenig Farben und Details aus und sind dennoch sehr intensiv und laden zum genauen Hinschauen ein.

Die Geschichte selbst überzeugt durch ihre Intensität, die kleine Protagonisten Luna, die trotz Niederschlägen von der Wichtigkeit ihrer Arbeit überzeugt ist und diesen mit Hingabe macht. Auch wenn sie erkennen muss, dass man nicht immer auf Dauer alles allein schaffen kann.

Das Buch lädt dazu ein, öfters mal einen Blick in die Sterne zu werfen. Vielleicht lässt sich Luna ja mal blicken und falls nicht, so könnt ihr Euch sicher sein, so lange die Sterne blinken und blitzen, war Luna fleißig.

Den Namen der Protagonisten finde ich im übrigen treffend gewählt, bedeutet „la luna“ doch „der Mond“. Da fällt mir der Anfang eines Spruches ein: „Sonne, Mond und Sterne, leuchten in der Ferne. Leuchten bei Tag und auch bei Nacht ...“ . Also liebe Leser, schaut öfters mal gen Himmel!

Beiliegend zum Buch gibt es ein Rezept für Kekse für Sternenfänger, was die Eltern dazu anregt zusammen mit ihren Kindern zu backen. Auch diese Idee finde ich gut.

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Tags: ab 2 jahre, august gral, gute nacht geschicht, sterne   (4)
 

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buchhändler, single, peter godazgar, willst du mein single sein, witzige dialoge

Willst du mein Single sein

Peter Godazgar
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 22.11.2013
ISBN 9783404168781
Genre: Humor

Rezension:  
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herbst, vampire, kraft, baumhaus, vampir

Herbstbringer

Björn Springorum
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Baumhaus Verlag, 11.10.2013
ISBN 9783843210652
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die 15-jährige Emily kommt nach einem langen Heimaufenthalt zu einer Familie bei der sie sich anfänglich sehr wohl fühlt. Ihre Eltern sind unbekannt, man weiß nur, dass sie als kleines Kind allein aufgefunden wurde. Emily versteht sich sehr gut mit ihrer Adoptivschwester Sophie und auch deren Freund Jake. Zwischen Jake und Emily entstehen schon sehr bald mehr Gefühle. Jake´s Großvater ist der örtliche Bibliotheksleiter und bei einem Aufeinandertreffen zeigt sich seine Angst vor Emily. Bald darauf geschehen weitere düstere und unerklärliche Dinge. Und noch etwas scheint ungewöhnlich: Der Herbst hält Einzug und das, viel zu schnell... Doch was hat das mit dem „Herbstbringer“ auf sich und was soll Emily von ihren Erkenntnissen halten, die sie auf der Klassenreise nach London sammeln konnte?

Das Buch beginnt mit einem dramatischen Prolog, in welchem ein Mädchen lebendig begraben wird und die Eltern es einfach geschehen lassen. Anfänglich war mir so gar nicht klar, was es mit diesem Mädchen auf sich haben soll.

Emily ist eine sehr angenehme Protagonisten, die mich auf Anhieb für sich gewinnen konnte. Auch Jake hat mir von Anfang an in seiner Rolle sehr gut gefallen. Der Autor schafft es sehr gut, die Figuren für den Leser angemessen gut und detailliert zu beschreiben, so dass man sich gut in die Geschichte einfinden kann. Ich empfand alle Figuren und deren jeweiligen Beschreibungen der jeweiligen Situation und Rolle entsprechend sehr passend.

Interessant und auch so ganz anders als in herkömmlichen Romanen beschrieben, sind die Vampire. Aber auch andere übernatürliche Wesen wie die Engel bekommen in diesem Buch einen nicht unwichtigen Platz. Was mir sehr gefallen hat, waren die eingestreuten Hinweise, Gedichte etc. zu literarischen Werken wie z.B. Dracula von Bram Stoker.

Das Buch wurde unter anderem aus der Sicht einer dritten Person geschrieben, welche die Geschichte erzählt. Ebenso kommen die Sichtweisen/Erlebnisse von Emily und Michael vor.  Die unterschiedlichen Handlungs- und Erzählstränge werden geschickt nebeneinander geführt und nur an manchen Stellen miteinander verwoben und dennoch behält man als Leser gut den Überblick und am Ende fügt sich alles zu einem großen Ganzen. Hauptaugenmerk liegt aber definitiv auf Emilys Geschichte, ihrer Vergangenheit und Herkunft und wie sie dem Geheimnis auf die Spur kommt.

Das Cover des Buches wurde sehr passend in einem herbstlichen Outfit gehalten, bräunlich-orange mit Baumornamenten und Blättern sowie einem Mädchenkonterfei mit langen Haaren aus denen Blumen sprießen. Darüber der in weißer Schrift und Großbuchstaben gehaltene Titel „HERBSTBRINGER“. Das passt sehr gut!

Fazit: Ein schönes und mal ganz anders geartetes Jugend-Vampirbuch, welches viele Leser begeistern dürfte. Der Autor wartet mit ganz neuen Ideen auf und hebt sich somit von der Masse aus Jugend-Vampirromanen heraus.

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adventskalender, kinder, ziegen, geburt, herberge

Micha und die Verschwörung in Bethlehem

Harry Voß
Flexibler Einband
Erschienen bei SCM R. Brockhaus, 05.08.2013
ISBN 9783417286144
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Der kleine Hirtenjunge Micha hütet die Ziegen, als plötzlich ein Fremder auftaucht und ihn bittet auf einen Beutel voll Gold aufzupassen. Mich ist die Sache nicht geheuer. Er versteckt das Gold in einer Futterkrippe im Stall seines Vaters, damit es auch ja niemand finden kann. Leider ahnt er nicht, dass sein Vater schon kurz darauf den Stall an ein armes Ehepaar vermietet hat, welches ein Kind erwartet. Wie soll er jetzt bloß wieder an das Gold kommen? Währenddessen braut sich über Micha ein Unheil zusammen, welches nicht nur ihn in Lebensgefahr zu bringen droht...

Die Geschichte um Micha bildet nur den äußeren Rahmen, rund um die eigentliche Weihnachtsgeschichte. Micha der Hirtenjunge erlebt die Geburt Jesu mit und ahnt auch sofort, dass dieses Baby etwas ganz Besonderes ist, dass es zu beschützen gilt. Mein Sohn und ich haben Micha während des Lesens immer mehr ins Herz geschlossen, denn er ist umsichtig, hilfsbereit und gibt alles, nur damit dem Baby nichts geschieht. Einzig, die etwas zu modernen Namen irritierten am Anfang etwas.

Der Lese-Adventskalender birgt eine spannende Geschichte rund um Jesu Geburt, welche einem Kinderkrimi gleicht. Die 24. Kapitel sind dabei recht kurz gehalten und hören oft an einem so spannenden Punkt auf, dass die Kinder Schwierigkeiten haben bis zum nächsten Tag abzuwarten, um zu wissen wie es weitergeht. Selbst mein Sohn mit elf Jahren, fand die Geschichte noch ziemlich spannend und regte sich mächtig über die bösen Intrigen etc. auf. Er fieberte sozusagen mit Micha mit und war über das gute Ende doch sehr froh.

Ich als Erwachsender fand gut, dass die Geschichte teilweise doch nah an der Bibelgeschichte war, auch wenn es eigentlich um ein völlig anderes Thema ging, nämlich, dass man Vertrauen haben muss, loyal sein sollte, hilfsbereit und nicht immer zu gutgläubig an eine Sache rangehen darf. Auch mein Sohn hat das während des Lesens und den gemeinsamen Gesprächen dazu sehr gut aufgenommen und verstanden.

Das Buch bietet eine nette Geschichte für Jung und Alt, die trotz der Kürze doch eine ganze Menge Unterhaltung und auch Gesprächsstoff bietet. Zu jedem Abschnitt wird auch die passenden Bibelstelle zitiert, was uns aber weniger interessierte. Uns war während des Lesens immer nur wichtig, was mit Micha passieren wird. Ob sich das alles zum Guten kehrt am Ende, dass müsst Ihr schon selbst lesen.

Dieser Lesekalender ist ein guter Zeitvertreib beim Warten aufs Christkind!

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adhs, weihnachten, ergotherapeutin, katzengeschichte, katzenroman

Kater Flo und das Weihnachtswunder

Angela Troni
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 04.10.2013
ISBN 9783352008702
Genre: Romane

Rezension:

Kater Flo, ein Kater mit den Wehwehchen eines älteren Herren hat nach der Trennung seiner beiden Vorbesitzer, bei Heike einer engagierten Ergotherapeutin ein neues Zuhause gefunden. Diese ist so kurz vor Weihnachten ziemlich gestresst und hofft auf ein paar schöne und vor allem ruhige Feiertage mit ihrem Freund Olaf. Doch da erhält sie eine Hiobsbotschaft. Der kleine Tim, einer ihrer schwierigsten Fälle soll aufgrund seiner massiven Verhaltensauffälligkeiten und Wutausbrüche einfach in ein Internat abgeschoben werden. Aber das kann Heike nicht zulassen und Flo natürlich auch nicht...

 

Bereits das Cover zu diesem Buch hat mich sehr angesprochen und ich hatte die Erwartung auf ein schönes, ruhiges Buch aus Sicht eines kleinen Katers. Meine Erwartungen wurden auch insoweit nicht enttäuscht, nein, sie wurden sogar übertroffen. Die Geschichte rund um die Ergotherapeutin Heike, den Kater Flo und den kleinen Tim ist herzerweichend schön und stimmt einen an vielen Stellen sehr nachdenklich. Dass die Autorin sehr oft die Sichtweise des Katers gewählt hat und dessen Eindrücke zu den Geschehnissen schildert macht das Buch zu einem besonderen Schmankerl für Katzenliebhaber. In vielen Beschreibungen sah ich unsere Katzen wieder, auch diese mögen laute Geräusche nicht, scheuen nasse Pfoten etc.

 

Dass das Buch einen ernsten Hintergrund hat, nämlich das Thema Adhs bei Kindern macht es zudem noch lesenswerter. Während der Geschichte habe ich begonnen zu verstehen, warum der Junge so abweisend war. Anfänglich war ich eher noch schockiert von dessen Wutausbrüchen und mit der Zeit bekam ich immer mehr Verständnis für ihn. Das Buch zeigt auf, dass manchmal ganz kleine Gesten  eine sehr große Wirkung haben können. So können ein paar nette Worte schon große Wunder bewirken.

 

Schön ist auch, dass das Buch trotz der schwere des Themas auch die nötige Leichtigkeit hat, um eine schöne Feiertagslektüre zu sein. Man hat das Buch rasch durchgelesen. Die Haupt- als auch Nebenfiguren sind sehr stimmig und man kann sich gut in die einzelnen Personen hineinversetzen. An manchen Stellen hätte ich mir etwas mehr Ausführlichkeit gewünscht.

 

Ich hoffe, noch viel von Kater Flo lesen zu dürfen, denn den kleinen Kerl muss man als Leser zwangsläufig einfach in sein Herz schließen und es würde mich auch interessieren, wie es mit Heike und Olaf und natürlich auch Tim weitergeht.

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zeitreise, 1977, lucas edel, wartberg verlag

Wir vom Jahrgang 1977

Lucas Edel
Fester Einband: 64 Seiten
Erschienen bei Wartberg, 01.10.2013
ISBN 9783831326778
Genre: Sachbücher

Rezension:

Der Wartberg Verlag ist bekannt für seine Jahrbücher. „Wir vom Jahrgang 1977 Kindheit und Jugend in Österreich“ ist bereits das zweite Buch aus der Jahrbuch-Reihe, welches ich Rezensieren darf. Lucas Edel berichtet darin von all den Ereignissen (aus Politik, Fernsehen und einfach dem Leben eines Jeden 1977 Geborenen etc.) die zwischen den Jahren 1977 bis hin zu 1995 stattgefunden haben. Und wer aus den Jahrgängen stammt, der weiß, damals veränderte sich sehr viel, die ersten Handys kamen auf den Markt und der Computer wurde immer beliebter, er war nicht mehr nur Arbeitsgerät für die Reichen sondern erhielt auch Einzug in ganz normale Haushalte und somit auch in die ersten Kinderzimmer. Politisch tat sich sehr viel, der Mauerfall, die Tschernobyl-Katastrophe und auch der Jugoslawienkrieg waren Ereignisse, an die sich wohl noch jeder erinnern kann. Auch sportlerisch tat sich viel damals, so gewann Muhammad Ali 1977 seinen Weltmeistertitel im Boxen, für viele wohl unvergessen. Steffi Graf trat als Tennis-Wunderkind auf die Bildfläche und vieles mehr.  

Lucas Edel hat das Buch mit vielen persönlichen Anekdoten, Erzählungen und auch Fotos gespickt, was das Buch noch authentischer und viele Dinge noch greifbarer macht. Man schwelgt als Leser in den eigenen Erinnerungen und bei vielen Fotos denkt man sich, „ja, so was hatte ich auch“ oder auch, „so sah es bei uns auch aus“.

Das Buch hat fünf Kapitel, welche immer jeweils drei bis vier Jahre umfassen. Jedes Kapitel beginnt mit einer Chronik der wichtigsten Ereignisse dieser Jahre. Und wenn man diese liest, so merkt man erst, wie viel damals passiert ist, welche einschneidenden Ereignisse es gab. Ich hatte vieles schon vergessen, was ich da lesen durfte. Vor allem die Beschreibungen des Autors aus seiner eigenen Kindheit und Jugend haben mir sehr gut gefallen. Weckten sie doch auch viele Erinnerungen aus meiner eigenen Kindheit und Jugend, die ich vergessen glaubte. Die Fotos hätten auch aus meinem Album stammen können, so ähnlich sind sich viele davon.

Auch wenn ich nicht aus Österreich stamme, so kann ich sagen, in Deutschland war es eigentlich genauso. Dieselbe Kleidung, dieselbe Musik ... Danke lieber Lucas für diese tolle Zeitreise in meine eigene Vergangenheit.

Ein tolles Buch für alle, die in diesen Jahren geboren wurden und sie bewusst miterlebt haben.

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Tags: 1977, lucas edel, wartberg verlag, zeitreise   (4)
 

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serienkiller, frankfurt, blog, blogger, ripper

Frankfurt Ripper

Martin Olden
Buch: 212 Seiten
Erschienen bei MainBook, 05.11.2013
ISBN 9783944124056
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Weißt Du wirklich wer Dein Nachbar ist? Der liebenswürdige, hilfsbereite Herr nebenan? Oder hast Du Dich immer schon gefragt, was hinter der liebenswürdigen Fassade stecken könnte?

 

Martin Olden zeigt es Dir, denn in seinem Buch ist der Protagonist genau das: Ein netter älterer Herr, der alleinstehend ist, hilfsbereit und umsichtig. Unscheinbar geradezu. Doch nachdem er von seinem Chef in unverhofft in den Ruhestand geschickt wird, sucht er sich eine neue Tätigkeit. Er wird kurzer Hand Serienkiller, schließlich will er es zu etwas bringen und in der Zeitung stehen. Es gilt die anderen Serienkiller zu übertrumpfen und dazu ist ihm jedes Mittel recht. Seine Opfer wählt er nur nach seinem persönlichen Fortkommen. Zu Beginn seiner „Karriere“ scheint er wohl fast wahllos vorzugehen. Dem ist aber nicht so, er hat einen Plan, und es könnte sein, dass Sie, Ich, Er oder auch Du ein nächstes Opfer wird, so genau weiß er dass nämlich vorher nie. Eher spontan und doch auch nach bestimmten Kriterien geht er bei seiner Opferwahl vor, wichtig dabei ist nur, dass sich jemand für die Opfer im Nachhinein interessieren wird und es groß in der Zeitung steht, oder noch besser in den TV-Nachrichten darüber berichtet wird. Denn erst dann, hat er „Herr Scholz“ alles richtig gemacht...

 

Der Autor zeigt in seinem Buch sehr deutlich, welch krankhaftes Wesen in so einem Täter schlummert. Nach außen hin, nett und freundlich und im Verborgenen ein eiskalter Killer.

Dabei nimmt Herr Olden kein Blatt vor den Mund, er schildert das ganze Leben, Wirken und Sein des guten als auch des Bösen Herr Scholz in aller Einzelheit. Das Buch ist in der Ich-Form geschrieben, so dass man sich beim Lesen direkt von Herrn Scholz angesprochen fühlt, in seine Gedankenwelt eintaucht und in das Buch gesogen wird. Zumindest ging es mir so und ich musste sehr oft hart schlucken, konnte aber nicht aufhören zu lesen. Nicht weil das Buch so detailliert von den Taten berichtet oder ich besonders von Herrn Scholz angetan gewesen wäre, es ist einfach die Tatsache, dass man es als Leser nicht fassen kann, wie ein Mensch so zwiegespalten sein kann. Eine Hülle und zwei Identitäten! Ich wollte wissen wie kam es dazu, dass die böse Seite des Täters so uneingeschränkt die Überhand gewinnt und er wenn auch mit der Zeit bedachter brutalste Morde verübt. Was macht einen Menschen zum Killer? 

 

Das Buch zeigt auf, dass eine Antwort nicht immer gefunden werden kann. Spielt allein die Erziehung eine Rolle, sind es die Umstände in denen man aufwächst? Wird ein Killer schon als Killer geboren? Fragen, auf die ich auch nach dem Buch nicht wirklich eine Antwort habe und dennoch lohnt es sich das Buch zu lesen. Allein schon Herr Scholzes wegen, der vielleicht auch neben Dir wohnt!

 

Wer jetzt denkt, das Buch ist ein einziges Gemetzel, ja zum Teil stimmt das sogar, aber das Buch ist viel mehr. Es zeigt auf wie die Gesellschaft heutzutage aufgestellt ist. Der Autor nimmt Bezug auf die gesellschaftlichen Probleme der heutigen Zeit, kritisch wagt er sich an politische Themen und zeigt Missstände auf. Auch hält  er dem Leser vor Augen, wie die Medien (vor allem das Internet) heute als Verbreitungsmedium aller Art fungiert und wie selbst ein Täter dort unentdeckt bleibt.

 

Ein starkes Buch, das starke Leser verlangt!

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