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krimi, taunus, mord, nele neuhaus, fuchs

Im Wald

Nele Neuhaus
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 14.10.2016
ISBN 9783550080555
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Im Wald bei Ruppertshain steht in tiefster Nacht ein Wohnwagen in Flammen. Das Feuer lässt sich nur schwerlich unter Kontrolle bringen und nachdem eine Leiche geborgen wird. erhärtet sich der Verdacht, dass es sich um ein Mordopfer handeln könnte. Oliver von Bodenstein und Pia Sander vom K11 in Hofheim ahnen zu dem Zeitpunkt noch gar nicht, was für eine Reihe von grausamen Geschehnissen sie noch erwarten wird. Schließlich finden sie die totkranke alte Wohnwagenbesitzerin Resi tot in einem Hospiz auf. Schnell wird klar, dass der Täter sehr intelligent, kalkulierend, eiskalt und unberechenbar sein muss - weder schreckt er vor alten noch vor sehr jungen Opfern zurück.
Mit jedem Detail, das ans Licht gezogen, mit jeder Vermutung, die angestellt, mit jedem Opfer, dass aufgefunden wird und mit jedem Ausweichen bei einer Zeugenbefragung wächst die Befürchtung, dass der Täter Mitwisser zum ewigen Schweigen bringen und eine längst vergangene Tat, über die in der gesamten Ortschaft ein Mantel des Schweigens gelegt worden ist, vertuschen möchte. So führen die Ermittlungen immer weiter in Bodensteins nahes Umfeld, seinen Freundeskreis und seine Kindheit.
Etwas muss im Sommer 1972 geschehen sein. Aus bisher noch unerfindlichen Gründen wurde ein Geheimnis von damals wieder ausgegraben. Irgendwo läuft jemand durch die Gegend ohne vor weiteren Opfern zurückzuschrecken. Doch wäre es falsch, sich nur auf die Vergangenheit zu stürzen, weswegen zahlreiche Ansätze in zig verschiedene Richtungen verfolgt und viele Verdächtigungen erhoben werden.
Bald wissen Pia und Oliver kaum noch weiter, besonders, da sie auf eine Mauer des Lügens und des Schweigens gestoßen sind. Diese zu durchbrechen wird ihnen alles abverlangen. Ob Bodenstein bei all den Verstrickungen noch objektiv bleiben kann, muss immer wieder angezweifelt werden und dem Team macht es zu schaffen, dass dieser achte vorerst auch der letzte Fall mit ihrem Chef sein wird, da dieser eine einjährige Auszeit zu nehmen gedenkt...

Dieses ist mein erstes Buch von Nele Neuhaus gewesen und nach den zahlreichen positiven Bewertungen war ich auf "Im Wald" sehr gespannt. Auf den ersten Seiten befindet sich ein Personenregister, dessen Fülle mich sehr überraschte. Doch im Verlauf der Lektüre musste ich feststellen, dass es trotzdem bei weitem nicht alle Charaktere beinhaltet und häufig ausschließlich die Namen aufgelisten worden sind, sodass es sehr schwierig war, die Figuren einzuordnen. Über 50 Charaktere, deren Bedeutung stetig schwankt, hemmten permanent den Lesefluss. Dass dann auch noch viele von ihnen (über mehrere Ecken) verwandt sind, früher eine Beziehung hatten, jetzt zusammen leben, früher in einer Bande waren, nun befreundet sind, wohlmöglich ein Verhältnis haben und und und verstärkte dies zudem. Da die Ermittlungen bis über vierzig Jahre in die Vergangenheit reichen, war ich auch immer wieder ob des Alters oder Familienstandes verwirrt. Mich hat das wirklich ausgesprochen gestört und teilweise war ich wegen der ganzen Verwirrung ziemlich genervt... Die Beziehungen sind so verstrickt, dass man sie nur schwerlich zu durchschauen vermag.
Dann folgen die Ermittlungen auch keinem richtigen Plan. Hier und da wird mal herumgestochert, ein paar Fragen werden gestellt und man verliert sich in großen Spekulationen, während sich in der Gerichtsmedizin die Leichen stapeln. Häufig folgt nach einer Theorie dann ein "So könnte es gewesen sein." und kurz darauf ist bereits die nächste Möglichkeit gefunden. Dennoch wird kaum eine dieser Spekulationen weiter verfolgt, stattdessen lässt man sie links liegen und phantasiert weiter - ziemlich kontraproduktiv, da aufgrund von Schlafmangel nicht immer so schlüssig kombiniert wird.
Irgendwann kommen die Ermittler dann aber doch noch mal auf ihre Vermutungen zurück, überprüfen diese und gerade in dem Moment als man sich wieder in den Gedankengang hineingefunden hat, wird er wieder einfach so fallen gelassen. Recht störend war das für mich.
Zudem ziehen sich die 560 Seiten sehr in die Länge. Immer wieder hatte ich das Gefühl, das Ganze eiere nur so herum, ohne wirklich auf den Kern zu treffen. So wurde das Lesen immer anstrengender.
Man erfährt beim Lesen so einiges über das Privatleben der Ermittler, was besonders für Leser der gesamten Reihe von Interesse sein dürfte. Mir haben die Passagen mit Bodensteins Tochter, die unbedingt auch mal eine Leiche sehen möchte, sehr gefallen; war er jedoch wieder in einer Phase der Schuldgefühle, war ich nicht mehr ganz so begeistert. Tariq, der neu im Team ist, war hingegen ein Sympathieträger, der in meinen Augen gerne häufiger hätte Erwähnung finden können.
Mit dem Täter hätte ich so nicht gerechnet, allerdings konnte ich auch nicht so gut miträtseln, da ich die einzelnen Figuren nicht wirklich auseinander halten konnte.
Der Schreibstil ist ganz angenehm, die Sätze sind flüssig formuliert und weder zu lang noch zu kurz. Jedoch ziehen sich die Kapitel zum Teil über hundert Seiten und generell ist das Buch etwas langatmig. Darüber hinaus erscheinen mir einige Zusammenhänge und Ereignisse arg konstruiert.

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Auf Schienen um die ganze Welt

Kristian Ditlev Jensen , Sigrid Engeler
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 18.11.2016
ISBN 9783455700220
Genre: Romane

Rezension:

Wer auf Reisen gehen und diese vollkommen auskosten möchte, sollte über die langsame aber charmante Art des Reisens nachdenken: Der Zugfahrt. Nicht nur die Reiseziele, sondern auch der Weg dorthin gewinnen so an Bedeutung und der Reisende kann, aus dem Fenster in die Ferne blickend, die mal zögerliche, mal zügigere Veränderung der Landschaft bewundern. Ausgestattet mit einem ledergebundenen Reisetagebuch und einer eigens für die große Fahrt erstellten Playlist lässt sich die Köstlichkeit des langsamen Reisens bestens genießen.
Und genauso handhabt es Kristian Ditlev Jensen, ein dänischer Journalist, der sich für ein - oder mit der Erlaubnis von einem - Magazin auf Schienen um die ganze Welt begibt. So führt ihn sein Abenteuer über alle Kontinente - ob mit dem Blue Train durch Südafrika, dem Orientexpress durch Europa oder einem Shinkansen in höchster Geschwindigkeit - und somit ausnahmsweise nicht ganz so entschleunigt - durch Japan.
Dabei zeichnen unter Anderem kleine Begegnungen die Reise aus, weswegen sich in diesem Buch viele Anekdoten finden. Der Autor lässt den Leser an seinen Erlebnissen teilhaben, sodass beispielsweise die von ihm gehörte Musik, seine Gedanken, die Sicht aus dem Fenster, Unterhaltungen mit anderen Passagieren oder Wissenswertes für Zwischendurch in die Essays einfließen. So spürt man ebenfalls ein beklemmendes Gefühl, als sich die Slums über immens große Flächen erstrecken...

Der Schreibstil ist sehr angenehm, weswegen man den Texten gut folgen kann. Die Mischung aus verschiedenen Themenbereichen hat mir sehr gefallen, da die Reise so sehr realistisch vermittelt wird.
Allerdings hatte ich immer wieder das Gefühl, dass in den einzelnen Kapiteln Sprünge sind. So war ich mir manchmal nicht sicher, wo sich der Autor zur Zeit befindet; in wie weit das Beschriebene aufeinanderaufbaut. Denn häufig verlor ich den Überblick, welche Gebiete bereits Erwähnung fanden und welche noch kommen würden - machmal erinnert den Autor eine Situation an ein Ereignis aus einem anderen Land. Zum Glück konnte die Überschrift dann meistens weiterhelfen.

Insgesamt ein sehr ansprechendes Buch, welches einen auf eine Reise um die ganze Welt entführt. Gut geschrieben werden verschiedene Themen aufgegriffen und miteinander verknüpft. Allerdings war es mitunter schwierig, sich den Ablauf der Reise, also die einzelnen Stationen, vor Augen zu führen.

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Stimmtraining

Eva Loschky
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 18.07.2016
ISBN 9783442176090
Genre: Sachbücher

Rezension:

Ob monoton, ausdrucksstark, piepsig, hohl, tief, schrill, weich, hart oder nasal - Stimmen können ganz unterschiedlich klingen und daher auch sehr verschiedene Empfindungen beim Zuhörer wecken. So können Stimmen an- oder unangenehm sein und uns daher besser oder schlechter ankommen lassen. Einer monotonen oder sehr schrillen Stimme bei einem längeren Vortrag zu folgen, fällt zudem schwerer: Bei einer Präsentation besteht die übermittelte Botschaft zu 38% aus der Stimme (Klang, Tonfall, Melodie, Art und Weise des Stimmgebrauchs), zu 55% aus Nonverbalem (Erscheinungsbild, Ausstrahlung, Gestik und Mimik) und nur zu 7% aus verbalen Hinweisen (dem Wortinhalt), weswegen die Stimme gerade für "Voice Worker" von großer Bedeutung ist. (S.95) Beruflich wie auch privat ist eine authentische, angenehme und ungezwungene Stimme also unerlässlich.
Eva Loschky hat Gesang studiert, Bühnenerfahrung gesammelt und ist ausgebildete Logopädin. Seit vielen Jahren bietet sie mit der Loschky-Methode® ein ganzkörperverbundenes Stimmtraining im Rahmen von Coachings und Workshops, dass eine belastbare und wohlklingende Stimme, welche zu überzeugen vermag, zum Ziel hat.

In ihrem Buch zeigt sie Schritt für Schritt in den Kapiteln "Einstimmung", "Die Stimme - das unbekannte Phänomen", "Der Einatem - Moment der Ruhe vor dem Klang", "Das Becken - Schale für den Klang", "Der Ausatem - Erzeuger des Klangs", "Die quere Bauchmuskel - der sichere Halt", "Kleiner Ausflug zu den Atemtypen", "Die Flanken - das Tor zur Welt", "Mund- und Rauchenraum - eine freie Klanghöle", "Atem, Stimme, Emotion", "Stimmlust pur", "Überblick", "Ausklang" und "10 Tipps für eine effektive Stimmpflege" sowie einigen weiteren Unterkapiteln, wie der gesamte Körper Auswirkungen auf die eigene Stimme hat. Außerdem erklärt sie von Grund auf, wie man seine Atmung,... verbessern kann. Dabei zeigen viele Fallbeispiele aus ihren Coachings und ähnlichen Veranstaltungen, wo Fehlerquellen lauern und welche Bemühungen es braucht, um diese zu umgehen.
Viele Übungen vermitteln darüber hinaus den achtsamen Umgang mit dem Körper und der Stimme, machen Spaß, sind gut erklärt, lassen sich daher problemlos ausführen und verhelfen schnell zu Erfolgen. Sehr schön sind meines Erachtens auch die Vorstellungen, welche man sich bei den Übungen machen soll - ganz gleich ob dies nun das Finden seiner "Buddha-Qualität" (S.80), der "Heißluftballon" (S.149) oder der "weiße Kranich" (S.151) ist.
Die Gestaltung des Buches ist außerdem sehr ansprechend, da viele Zeichnungen die gerade angesprochenen Körperregionen oder Ähnliches aufzeigen. Viele verdeutlichen auch die richtige Ausführung der Übung, dunkel unterlegte Boxen lassen die Übungen oder zusammenfassende Infoboxen sofort ins Auge stechen.
Eva Loschky stellt heraus, dass wir im Säuglingsalter über eine viel weitere Spannbreite von Tönen verfügen, welche wir dann jedoch im Verlaufe der Zeit verlernen; zum Teil weil wir beim Spracherwerb Nahstehende wie Verwandte imitieren. Sie möchte ermöglich, dass man seine persönliche und authentische Stimme wiederentdeckt und sie sich dauerhaft aneignet.

Mir konnte dieses Buch bereits sehr schnell zu einem bewussteren Atmen und Sprechen verhelfen. Da die Übungen so ausgewählt worden sind, dass man sich stets über Erfolgserlebnisse freuen kann, bleibt man auch dauerhaft motiviert und verliert den Spaß nicht. Und dass ist doch schließlich das A und O im Zusammenhang mit Körper und Stimme. Wer sich wohlfühlt wird auch eher eine wohlklingende Stimme haben. Generell gelte der Grundsatz, was dem Körper guttue, seie auch der Stimme förderlich.
Von mir gibt es für dieses Sprech-, Gesangs- und Atemübungen umfassende Buch 5 Sterne!

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Aschtronaut unger em Miuchglasdach

Sebastian Steffen
Fester Einband
Erschienen bei brotsuppe, 31.10.2016
ISBN 9783905689761
Genre: Romane

Rezension:

Fünf Jahre lang sind sie zusammengewesen, Sofie und er. Doch nun haben sie Schluss gemacht, was ihn völlig aus der Bahn wirft. Noch während er versucht, bei einem Freund Unterschlupf zu finden, kreisen seine Gedanken um Sofie und darum, bei wem sie jetzt gerade sitzt. Was sie sagt, denkt und fühlt. Sie meinte, sie sei bei Lia. Mit der hatte sie schon eine kurze Beziehung bevor Sofie und er zusammenkamen. Und als Sofie davor mit einem seiner Freunde eine Beziehung hatte, war Lia ihr auch nie fern gewesen. Wahrscheinlich ist sie nun glücklicher so.
Er jedenfalls ist es nicht. Seine Abende verbringt er die nächste Zeit mit Freunden im Odéon, während sich über Biel das allherbstliche Milchglasdach aus Nebel bildet, welches bis zum nächsten Sommer nicht abmontiert werden wird. Alkohol, Drogen, das Vermissen tragen dazu bei, dass er seine Umwelt nicht mehr so genau wahrnimmt. Gesprächsfetzen dringen zu ihm durch, bahnen sich manchmal den Weg durch die Gedanken an Sofie. Nur allmählich wird es besser.

Beim Lesen spürt man wie der Alltag verschwimmt und die Zeit zähflüssiger wird, da die kurzen Sätze und abgebrochenen Gedankengänge das Einfühlen in die Situation des Erzählers unumgänglich machen. Ich konnte mich nach anfänglicher Verwirrung sehr schnell in die Geschichte hineinversetzen, sodass ich das Buch auch nicht mehr aus der Hand zu legen vermochte. Nach und nach werden die Sätze wieder länger, die Überlegungen stringenter und verschiedene Erzählstränge werden verknüpft, sodass man den Eindruck gewinnt, der Realität immer näher zu kommen. Dabei wird sich darüber hinaus einer zunehmend bildlich-phantasievollen Sprache bedient, beispielsweise wenn der Nebel beschrieben wird.
So wartet man mit dem Erzähler darauf, dass endlich der Sommer kommt und die Schmerzen um die Trennung endlich zurückgelassen werden können.
Sehr ansprechend finde ich zudem, dass das Buch zweisprachig - auf Hochdeutsch und in Mundart erscheint. Wendet man also das Buch, so kann man "Aschtronaut unger em Miuchglasdach" lesen.

Die 136 Seiten habe ich in einem Rutsch verschlungen und auch wenn mich keine ausgefeilte Handlung mit zahlreichen Wendungen erwartet hat, bin ich mit der Lektüre sehr zufrieden. In meinen Augen ist dies ein sehr gelungenes Debüt, welches mich sehr schnell packen konnte. Dieses Wendebuch auf schweizer- und hochdeutsch kann ich somit weiterempfehlen.

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190 Bibliotheken, 24 Leser, 1 Gruppe, 67 Rezensionen

thriller, ethan cross, gefängnis, ich bin der zorn, psychothriller

Ich bin der Zorn

Ethan Cross , Dietmar Schmidt
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 11.11.2016
ISBN 9783404174218
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

In einer hochmodernen Strafvollzugsanstalt, ausgerüstet mit den neuesten Technologien, ereignet sich ein unfassbar blutiger Amoklauf. Ein Gefängniswärter schießt auf eine Reihe von Menschen, ohne dass man ein Muster festmachen könnte. Wie der ermittelnde Marcus Williams mit seinem Team herausfindet, wurde der Amokläufer von jemandem erpresst. Unter dem Kryptonym "Judas" heckt der psychopathischer Killer einen Plan aus, der nicht nur ein paar Morde beinhalten soll. Die Liste der Opfer wird immer länger und die Gefahren größer.
Um dem Judaskiller das Handwerk legen zu können, holt sich Marcus Williams Hilfe bei seinem Bruder, dem berühmt-berüchtigten Serienmörder Francis Ackerman jr., der von seinem Vater, einem erfolgreichen Psychologen, zu einem gefühlskalten Verbrecher getrimmt wurde. Undercover ermittelt er unter dem Namen Frank Alexei im Gefängnis, während Marcus und sein Team außerhalb der Gefängnismauern den Täter zu überführen versuchen...

Bei "Ich bin der Zorn" handelt es sich um den vierten Band der Shepherd-Reihe von Ethan Cross; dieses war allerdings mein erstes Buch aus der Reihe.
Zunächst möchte ich auf das hochmoderne super-sichere durch künstliche Intelligenz gesteuerte Hochsicherheitsgefängnis eingehen, da dieses als Handlungsort das gesamte Buch über äußerst präsent ist. Da derart viele technologische Neuheiten in dem Buch erwähnt werden, wurde ich dieser Ausführungen bald müde. Nicht nur Gift-USB-Stick-Kapseln, sondern vor allem das System des Gefängnisses: "Die Bewohner tragen manipulationsgeschützte Arm- und Fußmanschetten, die genug Strom in einen Körper jagen können, um auch den aufmüpfigsten Bewohner kampfunfähig zu machen." (S.92). Dabei analysiert die Software Milliarden Datenpunkte und Zustände und verrät daher bereits im Voraus, ob sich ein Bewohner kurz davor befindet, eine ernsthafte Regelverletzung zu begehen. Wenn diese schwerwiegend genug wäre, ergreift das System selbstständig Maßnahmen. Ansonsten wird ein Alarm ausgelöst, der Sicherheitsexperten zum Entscheiden und Handeln zwingt. Ich bin überhaupt kein Freund solcher Beschreibungen - mich haben diese Ausführungen nach kurzer Zeit sehr genervt... Die Betreiber sind von dem System noch immer überzeugt, als ganz offensichtlich wird, dass es so manipulationsgeschützt doch nicht ist...
Auch mit den Figuren hatte ich größtenteils Schwierigkeiten... Zum Teil kann dies selbstverständlich daran liegen, dass ich die vorangegangenen Bände nicht gelesen habe. Dennoch bin ich davon überzeugt, dass ich vielen Figuren nicht allzuviel hätte abgewinnen können, wenn ich sie schon besser gekannt hätte. Zum Einen wären da die Hauptcharaktere: Markus miemt den weltbesten Ermittler und so sind die Darstellungen der Figuren allgemein sehr stereotyp. Die hochintelligenten, kampferprobten Ermittler, die im Liegen Angreifern in den Nacken treten können - dieser Beweglichkeit gebührt mein Respekt - und die mit ihren Muskeln spielen wann immer sie können, fanden meine Sympathie nicht so ganz. Häufig hatte ich Probleme damit, Handlungen und Entscheidungen nachzuvollziehen, da sie mir gänzlich irrational erschienen.
Einziger "Lichtblick" war in meinen Augen dann Ackerman, der als Superkrimineller eine andere Herangehensweise hat als Markus. Aber selbstverständlich ist auch er - trotz sarkastischer Bemerkungen - kein wirklicher Sympathieträger. Auch bei der Gestaltung seiner Figur wurde extrem übertrieben, kein Charakter wirkt auch nur annähernd real. Dennoch habe ich Szenen, in welchen Ackerman zu Wort kommt, immer entgegengefiebert; immerhin waren sie noch am angenehmsten und hatten zumindest Unterhaltungswert.
Zum Anderen sind da aber auch noch die Nebencharaktere, die fast ausnahmslos als "hühnenhaft" beschrieben werden. Mich hat das sehr angenervt und ich habe mich gefragt, wie viele hühnenhafte denn bitte in Amerika umherwandern sollen...
Der Schreibstil ist sehr locker gehalten, sodass man soweit ganz flüssig lesen kann. Allerdings stolperte ich hin und wieder über Formuliereungen, die diesen Lesefluss hemmten, meist sorgte aber der Inhalt für Stocken und Augenrollen meinerseits.
Eine interessante Idee ist meines Erachtens das Einbinden einiger Tagebucheinträge des Judaskillers, die nach und nach ein Gefühl dafür vermitteln, wie Judas zu dem geworden ist, was er ist.

Alles in allem ist "Ich bin der Zorn" ein Buch, welches mich unter anderem aufgrund der vielen verwirrenden Charaktere, der unrealistischen Handlungen und Figuren sowie der vielen hochentwickelten Technologien eher genervt als gefesselt hat. Für Leser, welche die Shepherd-Reihe bereits von Anfang an verfolgen, mag dieser Band vielleicht mehr Lesevergnügen bereithalten; ich allerdings wurde enttäuscht.

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126 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 60 Rezensionen

new york, familie, geschwister, usa, geld

Das Nest

Cynthia D'Aprix Sweeney , Nicolai Schweder-Schreiner
Fester Einband: 410 Seiten
Erschienen bei Klett-Cotta, 25.11.2016
ISBN 9783608980004
Genre: Romane

Rezension:

Melody, Jack, Bea und der Draufgänger Leo sind Geschwister. Mittlerweile sind sie in ihren Vierzigern und haben sich ihr eigenes Leben aufgebaut - sind verheiratet, besitzen ein Sommerhaus oder schicken ihre Kinder auf ein gutes College.
Allerdings bekommen sie immer mehr zu spüren, dass, gerade in Zeiten der Finanzkrise, ihr Geld nicht mehr ausreicht. Zum Glück können alle vier auf eine Erbschaft hoffen, welche ihre Probleme in Luft auflösen wird. Diese war auch stets eingeplant, denn sie erlaubte es den Geschwistern ohne Gewissensbisse über ihre Verhältnisse zu leben. Schließlich soll der Fond "Das Nest" aufgeteilt und ausgezahlt werden, sobald Melody, die jüngste, 40 Jahre alt wird - und ihr Geburtstag naht. Um ihre Erbschaft zu besprechen, treffen sie sich daher in der edlen Qyster-Bar.
Doch dann folgt die Ernüchterung: Ihre Mutter, die nach dem Tod des Vaters mit der Verwaltung der Erbschaft beauftragt wurde, hat den Fond bereits aufgelöst und die nicht gerade unerhebliche Summe ihrem Sohn Leo zur Verfügung gestellt. Den Grund hierfür erfährt der Leser im Prolog. Der Playboy Leo hat sich, vollkommen berauscht von Alkohol und Kokain, auf einer Party an eine junge Aushilfskellnerin Mathilda rangemacht. Nachdem sie sich also in einer Abstellkammer näher kennengelernt haben, lockt er sie mit einer derart plumpen Lüge in sein Auto, dass man nur den Kopf über so viel Naivität schütteln kann. Wie er erzählt, habe er gute Freunde bei Columbia Records, die "immer auf der Suche nach neuen Talenten" sind (S.12). Da Mathilda "neunzehn, aufstrebende Sängerin" (S.10) und sich von dem Mann, der gut ihr Vater sein könnte angezogen fühlt, er sie in dem kleinen Kämmerschen wirklich angeschaut, richtig gesehen hat, ist sie für die Idee auf der Stelle vorzusingen, ganz begeistert. Also steigt sie zu Leo ins Auto und vergisst kurz darauf, dass sie eigentlich im Haus zu kellnern hat. Sie möchte ans Meer fahren, Leo stimmt zu und hat dann, nachdem er den Rückwärtsgang eingelegt hat, noch nicht mal Zeit sich anzuschnallen, schon ist der Reißverschluss seiner Hose geöffnet. Am Strand kommt es dann wie es kommen muss. Allerdings geschieht ein Unfall, bei dem das Mädchen seinen Fuß verliert - und Leo später seine Frau.
Da sowohl die Scheidung als auch die Schmerzensgeldforderungen nicht gerade gering sind, muss Leos Mutter eingreifen. Ansonsten gäbe es wohl einen Skandal - und so etwas darf einer sehr reichen Amerikanischen Familie doch nicht geschehen.
Nun hatten Leos Geschwister aber nun einmal fest mit ihrer großen Finanzspritze gerechnet. Manche von ihnen haben das Sommerhaus des Ehemannes verpfändet, andere haben eine geheime zweite Kreditkarte oder haben sich dem Traum des Autorendaseins hingegeben - ohne Erfolg.
Schnell wird klar, dass eine Lösung gefunden werden muss. Für diese soll Leo zuständig sein, da er schließlich dafür verantwortlich ist, dass der Fond geplündert wurde. Dieser verspricht auch, sich etwas einfallen zu lassen.
Doch, auch wenn er es angekündigt hatte, kümmert sich Leo nicht wirklich um die Begleichung seiner Schuld. Er, dessen Leben von Eskapaden geprägt ist, hat nämlich eine neue Flamme, die seier ganzen Aufmerksam bedarf.
Allmählich grübeln die Geschwister auch über teilweise nicht ganz legale Wege, sich Geld zu beschaffen... Mit dem ausbleibenden Geldregen gerät die ganze Familie aus den Fugen...

Als ich mit dem Lesen begann, hätte ich am liebsten schon wieder aufgehört... Denn mir sagte der Playboy, der nach den ersten paar Sätzen schon in der Abstellkammer verschand, und der die Drogen durch seine Adern fließen spürte so gar nicht zu. Auch habe ich mich über Mathilda aufgeregt, die ich am liebsten einmal durchgeschüttelt hätte. Welches Mädchen fällt denn bitteschön auf einen solchen Typen und auf derart unterirdische Sprüche herein?
Allgemein scheinen mir die meisten Charaktere realitätsfremd zu sein und ihren Verstand gebrauchen sie wohl auch nicht so häufig. Wie kann man denn ein Leben lang über seine Verhältnisse leben, weil man zu wissen glaubt, dass eine Erbschaft die, sobald die jüngste Schwester vierzig Jahre alt wird, ausgezahlt wird, alle Schulden begleichen wird? Die Charaktere sind doch alle schon erwachsen.
Die Figuren werden sehr detailreich gezeichnet und man merkt beim Lesen, dass die Autorin den Figuren mit all ihren Schwächen durchaus Sympathie entgegenbringt. Ich konnte mit den Charakteren jedoch kaum etwas anfangen.
Mich hat die neureiche Familie eher abgestoßen und von ihrem Selbstverständnis war ich verblüfft. In meinen Augen ist es auch etwas ungeschickt, direkt mit der Party und Leos Unfall zu beginnen, da - selbstverständlich kann ich da nur für mich sprechen - die Leselust doch genommen wird.
Zum Glück wird die Erzählung im Verlaufe des Buches noch spannender, allerdings hat "Das Nest" immer wieder seine Längen.
Immerhin wurden die Figuren sehr genau beschrieben und der Umgang der Geschwister miteinander ist recht interessant, da sich die Einstellungen der einzelnen ja im verlaufe der Geschichte auch ändern könnten...?

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Law of Baking - Süßes Brot

Kevin Buch
Fester Einband
Erschienen bei Frech, 10.10.2016
ISBN 9783772480294
Genre: Sachbücher

Rezension:

Dass Brot nicht gleich Brot ist, sondern auch durch viele süße Varianten für Abwechslung sorgt, zeigt Kevin Buch seit zwei Jahren auf seinem Backblog lawofbaking.com. Nun ist sein Traum in Erfüllung gegangen, ein eigenes Backbuch zu schreiben.
Zu Beginn des Buches findet man sowohl ein sympathisches Vorwort des Autors, als auch eine Übersicht der Zutaten, erfährt Wissenswertes zu Hefe, Backformen und Co...
Nachdem somit die Grundlagen bestens erklärt worden sind, folgt bereits der Rezeptteil. Gegliedert werden die wunderbaren Brotideen in die Kapitel "Quickbread", "Aus Liebe zum Hefeteig", "Für besondere Anlässe", "Toppings und Leckeres aus Resten" sowie "Volles Korn voraus", woran sich bereits erkennen lässt, dass süßes Brot keineswegs immer gleich ist und dass sich für jeden das richtige Rezept in diesem Buch finden lässt.
So findet man von "Cinnamon-Rolls mit Frischkäseglasur" (S.22), "Kärtner Reindling" (S.25), "Chocolate-Chip-Zupfbrot" (S.33), "Quickbread "Very Berry"" (Siehe Foto) (S.50), "Zucchinibrot" (S.56), "Osterpinze" (S.71), über "Allerheiligen-Striezel" (S.74), "Vollkorn-Mohnstrudel" (S.93), "Vollkornzupfbrot mit Gewürzen" (S.101), bis hin zu "Apfel-Brotpudding mit Nüssen" (S.116) alles, was das Naschherz begehrt.

Die vielen Rezepte sind sehr verständlich erklärt und werden stets durch einen kleinen Kommentar eingeleitet, der sowohl eine kurze Erklärung als auch eine schöne Anekdote beinhalten kann. Sehr hat mich beispielsweise die Darstellung der Angaben zur Menge des erbackenen Brotes - sowohl piktogrammartig als auch mit genauer Gewichtsangabe - angesprochen. Allgemein sind die Rezeptseiten und überhaupt das gesamte Buch sehr schön gestaltet. Zu diesem Eindruck tragen auch die Tipp-Felder, welche beim Verbessern oder anpassen der Rezepte helfen, bei.
Am Ende des Buches wartet noch das Kapitel "Erste Hilfe bei Hefeteigproblemen", in dem sich einige Hilfestellungen finden lassen falls doch etwas schief gelaufen sein sollte. So dürfte das süße Brot auf jeden Fall gelingen!

Alles in allem ist "Süßes Brot - Zupfbrot, Brioche und mehr für Leckermäuler" von Kevin Buch ein sehr empfehlenswertes Werk für alle, die gerne naschen, backen und es sich dabei nicht unnötig schwer machen möchten. Leicht nachzumachen, leckere Brote und eine tolle Gestaltung!

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131 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

zwangsstörung, liebe, freundschaft, jugendbuch, gedichte

Mit anderen Worten: ich

Tamara Ireland Stone , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Magellan, 25.01.2016
ISBN 9783734850219
Genre: Jugendbuch

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6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Die Menschheit schafft sich ab - Die Erde im Griff des Anthropozän

Harald Lesch , Klaus Kamphausen
Fester Einband: 520 Seiten
Erschienen bei Komplett-Media, 06.09.2016
ISBN 9783831204243
Genre: Sonstiges

Rezension:

In den letzten 2.000 Jahren, dem Menschenzeitalter oder auch "Anthropozän", haben Menschen die Erde gravierend verändert. Immer mehr wird versucht, sie dem Menschen anzupassen; jedoch werden die Konsequenzen solchen Handels meist nicht hinterfragt. Von der Ausbeutung der Bodenschätze, Kernspaltung oder großflächigen Verwendung von Pestiziden über Wasser- und Luftverschmutzung, bis hin zum Klimawandel - die Menschheit trägt nicht gerade dazu bei, dass mit ihrem Lebensraum nachhaltig umgegangen wird. Deshalb wird ein Um- oder einfach Mitdenken immer notwendiger. Wenn wir einfach so weitermachen, das steht fest, sägen wir den Ast, auf dem wir sitzen, endgültig ab.
In "Die Menschheit schafft sich ab - Die Erde im Griff des Anthropozän" befasst sich Harald Lesch auf 520 Seiten ausführlich mit der Frage, wie sich der Teufelskreis durchbrechen lässt. Um dieser Frage gerecht zu werden, wird Folgendes versucht:
"Also: Fangen wir ganz, ganz von vorn an ... nein, besser nicht. Wir fangen anders an, nicht so, wie Sie es vielleicht erwarten (der Lesch fängt doch immer mit dem Urknall an). Nein, so wird es diesmal nicht sein." (S.16). Jedoch wird diese Aussage im nächsten Kapitel wieder relativiert, da dann doch "von ganz vorne" begonnen wird.
Wie dem auch sei, Lesch geht sehr detailliert auf die Entstehung der Erde und ersten Lebens ein. Ich muss gestehen, dass ich mit derart genauen Ausführungen zu dieser Thematik nicht gerechnet hatte und sie sich, trotz ein paar Unterbrechungen, etwas in die Länge zogen.
Da das Buch aus derart vielen Kapiteln besteht, lässt sich auch schlecht beschreiben, auf welche Bereiche alles eingegangen wird. Generell lässt sich sagen, dass die Entstehung der Erde, die Entstehung von Leben, der Kontinentaldrift, Technik und Ökonomie als Grundgerüst der weiteren Ausführungen zu verstehen sind. Im weiteren Verlauf wird dann ungefähr ab Seite 227 unter anderem auf Globalisierung, Ressourcenverbrauch, ökologische Belastungsgrenzen, genmanipuliertes Saatgut und Pestizide, Wasserverbrauch, Wasserverschmutzung, Kunststoff, Energie, Rohstoffe, Klimawandel, künstliche Intelligenz und die Ethik des Anthropozän eingegangen. Auf Grund dieser breiten Fächerung ist dieses Werk sicherlich keine leichte Kost - man sollte sich für die Lektüre definitiv Zeit nehmen.

Zugegebenermaßen fiel mir der Einstieg in dieses Buch schwer, da ich das Gefühl hatte, dass Lesch nicht wirklich zum Thema kommt. Selbstverständlich ist es auch wichtig, etwas über die Erdentstehung oder verschiedene große Massenausterben zu erfahren, auch in Hinblick auf die Frage, wie man heute Nachhaltigkeit leben kann, jedoch waren mir die Ausführungen teilweise doch etwas zu ausführlich. Das kann aber auch daran liegen, dass ich mit falschen Erwartungen an dieses Buch gegangen bin, da ich eher mit einer Bestandsaufnahme aktueller Zustände, der Ableitung einiger Notwendigkeiten und Möglichkeiten, die Situation zu verbessern, gerechnet hatte.
Aber auch auf die heutigen Probleme wird eingegangen - wenn auch verhältnismäßig kürzer als von mir erwartet - und Lösungsmöglichkeiten werden aufgezeigt. Sehr gefallen hat mir, dass auch Politiker, Wissenschaftler und viele mehr zu Wort kommen; so berichtet Anton Hofreiter beispielsweise über Gensoja, Glyphosat und Großgrundbesitz oder Organisationen wie Greanpeace werden vorgestellt. Daher denke ich auch, dass in diesem Werk für alle Generationen etwas zu finden sein wird, das besonders spannend ist.
Die Gestaltung des Buches ist sehr ansprechend: Zahlreiche Fotografien, Tabellen, Graphen oder farbliche Untermalungen veranschaulichen das zuvor Beschriebene oder machen auf Interviews aufmerksam. Allerdings muss ich gestehen, dass mir persönlich einige Tabellen als Ersatz zu seitenlangen Ausführungen sogar gereicht hätten, da dort das Wissen wirklich kurz und bündig auf den Punkt gebracht wird. Lesch versucht unter anderem durch Witze wie
"Treffen sich zwei Planeten.
Der Eine: "Oh, du siehst aber schlecht aus."
Der Andere: "Ich habe Menschen!"
Der Eine: "Das geht vorbei.""
oder Zitate die Texte aufzulockern.

Alles in allem ist "Die Menschheit schafft sich ab" ein ganz besonders ausführliches Buch, in dem sehr viel Wissen vermittelt wird. Dabei wird auf viele verschiedene Aspekte eingegangen, wobei es teilweise seine Längen hat. Verständlich ist es geschrieben, sodass ich denke, dass für verschiedene Lesergruppen spannende Themen zu finden sind. Die Gestaltung des Buches ist sehr ansprechend und abwechslungsreich. Nach der Lektüre bleibt mir das Gefühl, dass bereits einiges schief gelaufen ist und es sehr schwierig wird, den Stand der Dinge zu verbessern.
Ich kann dieses Buch weiterempfehlen, da sich jeder Gedanken darüber machen sollte, was wir Menschen alles anrichten, wieso es so nicht weitergeht und welche Alternativen existieren.

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Morgen kommt der Weihnachtsmann

Aleksia Sidney
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 14.10.2016
ISBN 9783455370386
Genre: Romane

Rezension:

In diesem kleinen Sammelband sind 15 Texte zum Thema Weihnachtsmann zusammengetragen worden. Sowohl Klassiker wie Theodor Storms "Knecht Ruprecht" oder Richard Dehmels "Furchtbar schlimm" als auch moderne Werke wie Jan Weilers "Der Nikolaus war da" oder Horst Evers "Der Nikolaus kommt früh nach Haus" sind hier vertreten.
Die einzelnen Erzählungen lassen sich sehr schön zwischendurch lesen, wenn man einen weihnachtlichen Moment braucht. Die Auswahl ist sehr abwechslungsreich, sodass man der festlichen Thematik auch nicht müde wird.
Selbstverständlich konnten mich einige Geschichten mehr begeistern als andere, allerdings hat mich dieses Büchlein, auch wenn ich mich beim Lesen gut unterhalten fühlte, keinen starken bleibenden Eindruck hinterlassen. Dies ist, zugegebener Maßen, auch gar nicht die Intention des Werkes.
Diese hat es nämlich erfüllt: 144 Seiten lang konnte ich immer wieder in Weihnachtsgeschichten abtauchen und vom Weihnachtsmann, von Väterchen Frost, Santa Claus oder Father Christmas lesen und mich so etwas auf die Adventszeit einstimmen.
Sehr schön ist die Bandbreite, welche auch Erich Kästner, Hans Fallada, Siegfried Lenz oder Paul Maar umfasst; so sind die Geschichten mal humorvoll, mal einfach besinnlich, atmosphärisch oder etwas kritisch.
Für kleine Erholungs- oder Abtauchmomente ist dieses Werk sehr zu empfehlen - vor allem für Kindgebliebene.

Ich vergebe 4 über einem mit Schneestaub bepuderten Wald leuchtende Weihnachtssterne!

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Vieatnam – Das vietnamesische Kochbuch

Luke Nguyen , Viola Löbig , Karin Maack
Fester Einband
Erschienen bei Christian München, 21.09.2016
ISBN 9783959610155
Genre: Sachbücher

Rezension:

Luke Nguyen reist nach Vietnam, welches seine Eltern als er ein kleines Kind war, verließen um dort sowohl etwas über seine Wurzeln als auch über traditionelle vietnamesische Küche zu erfahren. Seine Reise beginnt im nördlich gelegenen Hochland von Sa Pa, führt ihn weiter in den Süden, in die Hauptstadt Hanoi und die zentral gelegenen Gegenden von Hue, Hoi An und zur Küstenregion Quy Nhon. Danach geht es weiter in den Süden, nach Saigon.
Die Kapitel des Buches sind den einzelnen bereisten Regionen zugeteilt und werden durch kleine Erzählungen zu Luke Nguyens Erlebnissen dort eingeführt. So erhält man auch einen Einblick in das vietnamesische Leben - auch vor für uns etwas Befremdlichem, wie dem Verzehr von den in so hoher Zahl in den Reisfeldern lebenden Schlangen und ihren noch schlagenden Herzen, wird nicht zurückgeschreckt. Mich hat dies sehr angesprochen, da man sonst meist reisekataloggeeignete Landschaftsbeschreibungen zu lesen bekommt, mit denen man dann so viel nun auch wieder nicht anfangen kann. Aber auch Begegnungen mit Familienmitgliedern, Gespräche mit Einheimischen über Familienrezepte oder Ähnliches werden sehr spannend beschrieben.
Die authentischen Rezepte sind äußerst abwechslungsreich: Auf 344 Seiten findet sich eine Vielzahl ansprechender Gerichte, bei denen man sich nur schwerlich aussuchen kann, welches Gericht zu erst nachzukochen ist. Jede Geschmacksrichtung ist vertreten, sodass jeder fündig wird. die meisten Rezepte sind sehr leicht nachzukochen und benötigen auch keine lange Liste exotischer Zutaten. Deswegen kann man auch spontan mal etwas aus diesem wunderbaren Werk zubereiten.
ich bin ganz fasziniert davon, wie durchaus simple und schnell zuzubereitende Gerichte derart gut schmecken können. Häufig ist es bei kochbüchern so, dass die meisten Rezepte in ein und dieselbe Richtung gehen und man nach ein paar Gerichten erstmal genug davon probiert hat - hier war ich jedoch von den Kombinationen sehr (positiv) überrascht.
Besonders gut haben mir die Rezepte "Sautierte Riesenganelen (Tôm Kho Tàu)" (S. 128)

und "Gegrillte Riesenganelen in Austernsauce (Tôm Nnướng dầu hào)" (S. 183) gefallen.

Aber auch die "Fischplätzchen aus Din Daeng" (S.144) konnten mich für
sich gewinnen. Das Kochbuch ist bei mir mit wirklich vielen Lesezeichen
versehen, da ich noch so viele weitere Rezepte ausprobieren möchte.
Bisher hat noch keines meine hohen Erwartungen nicht erfüllt.
Die
Rezepte sind allesamt sehr verständlich beschrieben, sodass nichts
schief gehen kann. Mich haben die kleinen Einführungen zu dem jeweiligen
Rezept ebenfalls begeistern können, da es schön war, zum Beispiel zu
lesen, wer Luke Nguyen dieses Gericht gezeigt hat.
Auch die
Gestaltung des Buches ist mehr als gelungen: Ca. 200 Abbildungen tragen
zu der hochwertigen Optik bei. Es bereitet sehr viel Freude, in diesem
Werk zu schmökern und die Mischung aus Erfahrungsbericht und Kochbuch
spricht mich sehr an.

Alles in allem ein must-have für Freunde
vietnamesischer Küche oder für solche, die es gerne werden möchten. Eine
Vielzahl abwechslungsreicher leicht zuzubereitender Rezepte erwartet
einen in diesem Buch. Darüber hinaus lernt man Vietnam durch die
Berichte Luke Nguyens kennen, was zusammen ein sehr stimmiges Bild
ergibt.
Ich bin von diesem Werk begeistert und froh darüber, dass mich noch viele weitere Rezepte erwarten!


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zirkus, frankreich, zigeuner, familie, roman

Der Zirkus der Stille

Peter Goldammer
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 16.04.2016
ISBN 9783455600438
Genre: Romane

Rezension:

Thaïs Leblanc wächst bei ihrer Großmutter, der unvergleichlichen Madame Victoria, auf. Allerdings kann sie dem von ihrer letzten lebenden Verwandten so geliebten Zirkus nicht viel abgewinnen. Als sie dann die Volljährigkeit erreicht, macht sie sich nach Paris auf, um dort ein sesshaftes, geregeltes und somit normales Leben zu führen.
Doch als ihre Großmutter dann stirbt, begibt sich Thaïs nach Arles, damit sie dort Victorias Haus über einen Markler vermitteln kann. Denn mit ihrer Vergangenheit meint sie zu dem Zeitpunkt abgeschlossen zu haben.
Allerdings lässt Victorias Testament, in letzter Eile mit Kugelschreiber auf den Arm niedergeschrieben, die junge Dame nicht los.
Als dann ein paar wundersame Zirkusleute auftauchen, mit Thaïs trauern, gewissermaßen ihre Freunde werden und dann, unzählige Fragen aufwerfend, wieder davon ziehen, beginnt ihr Leben aus den Fugen zu geraten.
Schließlich entscheidet sie sich, ihr Leben in Paris zurück zu lassen und die aufgespürten Geheimnisse zu lüften.
So macht sie sich auf die Suche nach einem einzigartigen Zirkus, begibt sich auf eine sie vollkommen verändernde Reise, muss sich einigen Proben stellen und wird zu der Frage gezogen, was sie vom Leben erwartet und für welche Lebensart sie sich entscheiden möchte.

Mich hat die Idee, eines Zirkus‘ der Stille sehr gereizt, da ich einen sehr bild- und märchenhaften Roman voller leiser und harmonischer Töne und mit einem Hauch Magie erwartet habe. Der Beginn des Buches hat mich dann auch sehr neugierig gemacht, da hin und wieder Erinnerungen an die Zirkuswelt eingestreut werden, die, aus der kindlichen Sicht heraus besonders schön beschrieben sind. Gerade die Beschreibungen zu Victoria, die gewissermaßen ein kleines Mysterium ist, haben mich fesseln können. Auf ganz angenehme Art und Weise wurde die Dame mit ihrer großen Liebe für die Zirkuswelt und Alkohol und Zigaretten beschrieben, sodass man sie sich sehr gut vorstellen konnte und sie – obwohl sie zu Beginn des Romans gerade gestorben ist – ins Herz schließen. Ihr Motto, „Regel Numero eins: Alles, was du als Anleitung fürs Leben brauchst, steht zuoberst auf jedem Feuerlöscher: Ruhe bewahren!“ (S.59), passt so schön zu der beschriebenen Victoria.
Als dann immer mehr Fragen aufgeworfen werden und man langsam erahnen kann, dass dieses Buch von der Selbstfindung einer jungen Frau handelt, war ich noch immer neugierig. Sehr haben mich auch die Zirkusleute fasziniert, die immer wieder veschwinden, wieder auftauchen und von der ersten Begegnung an so viel mehr zu wissen scheinen.
Ich empfand es als sehr schön, von dem verlorenen Wanderzirkus zu erfahren, der nicht mit großen Wildtierdressuren oder spektakulären Akrobatiknummern aufwartet, sondern ganz still und beschaulich das Staunen lehren möchte.
Allerdings wird das Buch dann immer abstrakter und weicht zunehmend von der Geschichte um den zauberhaften Zirkus und den Geheimnissen von Thaïs‘ Familie ab, was ich sehr schade finde. Denn der Autor hat Figuren, Orte und Themen gewählt, die so viel Potential gehabt hätten. Besonders, dass die Basken einen Teil des Buches einnehmen hätte viel mehr Möglichkeiten geschaffen – denn so ist dieses Buch eher ein Selbstfindungstrip.
Am Ende habe ich mich auch gefragt, was mit diesem nun gemeint ist, da das Buch plötzlich sein Ende findet. Mich störte im letzten Teil dieses Werkes auch, dass immer wieder pseudotiefgründige Lebensweisheiten eingestreut worden sind, die die Geschichte ab- statt aufwerten.

Alles in allem ein schöner Debütroman, der jedoch zum Ende hin immer mehr Schwächen aufweist. Definitiv hätte diese Geschichte das Potential zu einem ganz außerordentlich bezaubernden Buch gehabt, das noch lange einen starken Eindruck hinterlässt…

Ich vergebe 3,5 über dem verlorenen Zirkus fahles Licht in die Stille streuende Sterne!

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Das Geheimnis des Weihnachtspuddings

Agatha Christie
Fester Einband: 208 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 14.10.2016
ISBN 9783455600551
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Weihnachten, das Fest der Liebe, steht vor der Tür und während sich Kinder beim Schneemannbauen die Hände ganz eisig frieren oder in der Stube der traditionelle Tannenbaum festlich geschmückt wird, plant so mancher Mensch ein heimtückisches Verbrechen. Bei so viel Hinterlistigkeit könnte man sich doch glatt am Plumpudding verschlucken, würde doch nicht alles wieder in Ordnung gebracht.
Denn selbstverständlich schleichen sich nicht nur Kriminelle durch die Weihnachtszeit, schließlich hören berühmte Detektive wie Hercule Poirot oder Miss Jane Marple nicht einfach auf zu ermitteln, nur weil das Weihnachtsfest naht.
Auch wenn Poirot zunächst etwas ablehnend reagiert auf das Angebot ein ganz typisch britisches Fest in einem alten englischen Landhaus zu verbringen, um dort einem delikaten Geheimnis internationaler Bedeutung auf die Spur zu gehen, und auch wenn Miss Marple zunächst keinen Beweis für ihren Verdacht hatte: So erfahrene und gewiefte Ermittler täuscht man nicht so leicht.

In diesem kleinen aber überaus feinen Sammelband, finden sich die Texte „Nostalgische Erinnerungen“ – anstelle eines Vorworts – sowie „Das Geheimnis des Plumpuddings“, „Eine Weihnachtstragödie“, „Der Traum vom Glück“, „Der unfolgsame Esel“ und schließlich „Ein Gruß“. Nicht nur Poirot und Miss Marple sehen sich mit Verbrechen konfrontiert, auch Nicht-Ermittler-Meister kommen Verbrechen auf die Schliche…
Die Queen of Crime stellt aber auch unter Beweis, dass ihr nicht nur Kriminalromane liegen, sondern dass sie auch weihnachtliche Geschichten zaubern kann.
Besonders für Agatha Christie-Fans eine wahre Perle in der Weihnachtszeit. Am besten hat mir Poirots Fall „Das Geheimnis des Plumpuddings“ gefallen, denn auch wenn die Lösung vielleicht nicht ganz so überraschend war, konnte mich der gepflegte und charmante Belgier von der ersten Seite an begeistern.
„Poirot zeigte sich gebührend mitfühlend. „Jetzt bleibt mir nur noch“, sagte er schließlich, „Ihnen für dieses exquisite und lukullische Mahl zu danken.““ (S.68)
Der Schreibstil ist so wunderbar angenehm, dass die Seiten nur so dahin fliegen und man sich beherrschen muss, wenn man das Buch nicht an einem Stück auslesen möchte.

Ich kann diese Lektüre wirklich wärmstens weiterempfehlen, da die feinen Fälle von Agatha Christie einem Vorfreude auf Weihnachten bereiten und die kultigen Ermittler einfach überzeugen können.

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handbuc, handbuch;, beschimpfung, lebensmittel;, lebensmittel

Soja-Steak an Vollmondwasser

Markus Barth
Fester Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Lappan, 29.09.2016
ISBN 9783830334415
Genre: Humor

Rezension:

In seinem neuen Buch "Soja-Steak an Vollmondwasser - Das Handbuch der überschätzten Lebensmittel" zeigt Markus Barth, welche gehypten Trendfoods so alles ihren Weg in unsere Küchen finden. Dabei rechnet er mit all den überschätzten Lebensmitteln ab, welche nur konsumiert werden, weil sie gesund aussehen, einen tollen Namen haben, Urlaubsfeeling versprechen, sie trotz allerlei Unverträglichkeiten so wunderbar genießbar sind,... Jedenfalls nicht weil sie durch Geschmack punkten können.
Aber natürlich haben auch solche Lebensmittel ihre Daseinsberechtigung: Während Barth Grüntee beispielsweise an Wiese erinnert, schmeckt Matcha-Tee, natürlich mit dem feinen Holzbesenchen luftig gerührt (und nicht geschüttelt...), ganz klar nach... pürierter Wiese. Viel besser - und so anders.
So wird der in solch hohen Tönen gelobte Geschmack einiger Lebensmittel, deren Hauptbestandteil Wasser ist, unter die Lupe genommen, es wird dem Prinzip "frittiert-schmeckt-es-aber-besser" auf den Grund gegangen, Rucola wird als Rauke und Surimi als Non-Food-Produkt enttarnt.
Dabei ist Markus Barths Qualifikation für ein solches Buch ganz einfach zu erklären: Weder ist er durch den Konsum bestimmter Lebensmittel seiner Traumfigur erstaunlich nahe gekommen, noch hat er eine Profi-Kochausbildung und arbeitet auf Luxusdampfern der ganzen Welt, er hat auch noch nie in einer Kochsendung ein Gericht auf einem Löffel angerichtet, er ist nicht mal Ernährungsberater oder Arzt, nein, er isst einfach nur gerne - und das im Prinzip schon sein ganzes Leben lang und er hat Geschmacksknospen. Qualifikation genug möchte man meinen.

Auf 128 Seiten wird von geschmacksneutralen aber ganz kultivierten Lebensmitteln berichtet. Mal ein Gedicht, eine Fotografie mit Beschreibung oder einfach eine kurze Einschätzung zeigen, wie absurd ist, was so alles auf Tellern landet. Dabei geht es dann schon immer wieder in die Richtung "knallharte Lebensmittelbeschimpfung", wie im übrigen auch auf dem Cover angekündigt, dennoch hat man bald ständig Grund zum Auflachen und Nicken. Auch wenn ich einige der vorgestellten Lebensmittel durchaus schätze - Bärlauch und Ingwer beispielsweise - ist es schon sehr befremdlich, was diesen Wundermittelchen alles nachgesagt wird.
Zu Pfannkuchenteig aus der Flasche: "Wer zu doof ist, Milch, Eier und Mehl zu mischen - sollte der wirklich einen Herd bedienen dürfen?" (S.53)
Besonders haben es mir die Schwingungen des Himalayasalzes oder das Vollmondwasser aus Bad Leonhardspfunzen (S.25) angetan - ich bin noch immer überrascht, dass es dazu wirklich Interneteinträge gibt...

Dieses Büchlein ist sehr locker geschrieben, sodass es sich ganz schnell durchlesen lässt. Unterhaltsam ist es auf jeden Fall, wenn es einen auch etwas traurig stimmt, wie schnell Menschen auf einen Hype anspringen und wie viel schon simples Marketing ausmacht.
Von mir gibt es für dieses Handbuch der überschätzten Lebensmittel 4,5 von 5 Sternen

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26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

glück, sammlung, zweite chance, roman, trostloses leben

Das Bild aus meinem Traum

Antoine Laurain , Sina de Malafosse
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Atlantik Verlag, 14.10.2016
ISBN 9783455650457
Genre: Romane

Rezension:

Maître Pierre-François Chaumont lebt als angesehener Anwalt in Paris. Auf Auktionen in dem Auktionshaus Drouot ersteht er immer wieder aufs Neue wunderbare Kunstobjekte, denen er in seiner Wohnung mit künstlerisch bemalter Wolkendecke die schönsten Plätze zugesteht. Dies allerdings zum Leidwesen seiner Frau Charlotte, die partout die Seele der vielen alten Kostbarkeiten nicht wahrhaben und sie deswegen am liebsten in Pierre-François' Arbeitszimmer verbannen möchte.
Als er eines Tages bei seinen Sammlerstreifzügen auf ein ganz besonderes Ölgemälde stößt, vermag er seinen Blick nicht mehr abzuwenden, denn der gepuderte Mann mit seiner weißen Perücke sieht ihm wie aus dem Gesicht geschnitten aus. Für den Anwalt ist es daher selbstverständlich, dass dieses Bild - sein Gemälde - den Weg in sein Heim finden muss.
Und so ersteht er das wundervolle Werk aus dem 18. Jahrhundert nach einer gebotreichen Auktion zu einem unglaublichen Preis von 11.760 Euro. Als er dann mit dem gerade erstandenen Abbild seiner selbst voller Freude zu Hause ankommt, folgen Ernüchterung und Verwirrung: Charlotte streitet jegliche optische Ähnlichkeit von Pierre-François zu dem Portraitierten ab und auch als die beiden Freunde zu Besuch einladen, erkennen sie die unübersehbaren Ähnlichkeiten nicht.
Monsieur Chaumont, von dieser ablehnenden Haltung nur zunächst in seiner Begeisterung gemindert, stellt Nachforschungen zu seinem Kunstwerk an. Es beinhaltet schließlich so viel, das es zu erkunden und zu entschlüsseln gilt - was hat es beispielsweise mit dem eigenartigen Wappen auf sich? Damit muss doch etwas anzufangen sein? Und wenn er erst herausgefunden hat, zu wem das Wappen gehört, müsste er doch auch herausfinden, woher diese verblüffende Ähnlichkeit rührt...
Nach einigen Nächten der Recherchearbeit hat der Pariser Anwalt endlich eine Spur gefunden und beginnt dieser zu folgen. Als er schließlich am Weingut in Rivaille angelangt, muss er feststellen, dass ihn eine große Überraschung, eine unvorhersehbare Wendung, ja, sogar ein neues Leben erwartet - sofern er die sich ihm bietende Chance ergreift...
Doch was müsste man bereit sein zu geben, um ein neues Leben leben zu können?

"Das Bild aus meinem Traum" ist bereits der dritte wunderbare Roman Antoine Laurains, den ich gelesen habe. Wie auch in den beiden vorangegangenen Werken wird auf eindrucksvolle Art und Weise gezeigt, wie ein Gegenstand unser Leben zu ändern vermag.
Wenn man sich beim Lesen in den wunderbar detailreichen Beschreibungen zu Kunstobjekten, welche das Sammlerherz höher schlagen lassen, verliert, spürt man die Faszination des Antiquitätenhändlers Antoine Laurain für Gegenstände, die eine eigener Seele haben.
Denn jeder ältere Gegenstand, so scheint es einem, hat ein Wesen - ob der Mantel, der Erinnerungen von Pierre-François Chaumonts Onkel in sich trägt - oder das Gemälde von dem gepuderten Herrn aus vergangenen Zeiten.
Es war auch bei diesem Buch eine Freude, nach Frankreich abzutauchen, sich mit dem Anwalt auf Spurensuche zu begeben und dann eine Überraschung zu erleben.
Allerdings bin ich der Meinung, dass sowohl "Liebe mit zwei Unbekannten" als auch "Der Hut des Präsidenten" noch etwas feiner ausgearbeitet worden sind. Selbstverständlich versprüht auch "Das Bild aus meinem Traum" sehr viel Charme und weckt die Lust auf Frankreich, jedoch waren die Handlungen der anderen beiden Bücher um einen Hauch stimmiger.
Nichts desto trotz habe ich die Lektüre genossen und warte nun ganz gespannt auf den nächsten Roman von Laurain, der hoffentlich nicht lange auf sich warten lässt.

Für dieses leichte Buch mit ganz viel Charme und Herz vergebe ich eine klare Leseempfehlung und 4,5 von 5 hell und vergnügt funkelnden Sternen!

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37 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

eule, mumble, tier, waldkauz, london

Die Eule, die gern aus dem Wasserhahn trank

Martin Windrow , Sabine Hübner
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.08.2016
ISBN 9783492307888
Genre: Romane

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52 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 19 Rezensionen

mord, england, internat, detektivgeschichte, ermittlungen

Mord ist nichts für junge Damen

Robin Stevens , Nadine Mannchen
Fester Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Knesebeck, 18.08.2016
ISBN 9783868739046
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Um im Deepdean Internat für junge Damen unter den Shrimps, den jüngeren Schülerinnen, und auch unter den Gleichaltrigen gebührend Anerkennung zu finden, ist es wichtig, so zu tun als sei man kein Streber; stattdessen sollte man in so vielen Clubs wie möglich aktiv sein. Kein Wunder also dass sich Daisy Wells, ihres Zeichens unter anderem Gründerin des Spiritistenclubs, an ihrer Schule allgemeiner Beliebtheit erfreut. Mit Abstand ihre beste Freundin ist allerdings Hazel Wong, welche erst vor Kurzem aus Hongkong nach England gereist ist und sich nur allmählich an das England, welches sich von ihren Schulbüchern doch deutlich unterscheidet, gewöhnt.
Die beiden Mädchen haben unter strengster Geheimhaltung einen neuen Club gegründet: Eine waschechte Detektei! Nachdem sie ihren ersten Fall, den der verschwundenen Krawatte, gelöst haben und ihnen dieser zugegebener Maßen nicht anspruchsvoll genug war, fehlen neue Herausforderungen. Es ist zwar eine wunderbare Übung, alle möglichen Menschen zu beschatten, ihre Geheimnisse zu lüften oder sich die Kennzeichen aller gesichteten Automobile zu merken - ein richtiger Fall hat da jedoch schon mehr zu bieten.
Zu Daisys großer Begeisterung stoßen die beiden auf ein Rätsel, welches nur von zwei gewieften Detektivinnen gelöst werden kann: Eines abends entdeckt Hazel Wong, als Schriftführerin der Detektei vergleichbar mit Dr. Watson, die Leiche von Miss Bell. Dass das Fräulein für Naturkunde einem Gewaltverbrechen zum Opfer gefallen ist, schließt Daisy, der Sherlock Holmes der Detektei, aus dem Verschwinden der Leiche.
Da es (noch) keine Beweise für den Mord gibt, begeben sich die Mädchen auf die Suche nach Verdächtigen, um dem Verbrecher auf die Schliche zu kommen. Während Hazel von der Idee, einem Mörder nachzustellen, zeitweilig nicht gänzlich begeistert ist, sprüht Wells nur so vor Energie und Tatendrang. Daher ist ihr Enthusiasmus auch durchgehend zu spüren:
"Klingt ganz nach einer Schatzsuche, nicht? Wie eine Schnitzeljagd, nur mit einer Leiche." (S.89)

Als ich die ersten Seiten des Buches aufschlug, erwarteten mich bereits sowohl ein Grundriss des Internates als auch eine Personenliste, was beides äußerst hilfreich beim Mitverfolgen der Handlungen war. Die liebevolle und wirklich charmante Gestaltung zieht sich erfreulicherweise durch das gesamte Buch. Da Hazel die Schriftführerin der Detektei und somit für die Fallnotizen verantwortlich ist, finden sich immer wieder Seiten aus ihrem Fallbuch. In Schreibschrift und teilweise mit durchgestrichenen Bemerkungen werden dort beispielsweise Motive oder Alibis gesammelt. Diese Liste der Verdächtigen wird stets ergänzt, sodass man immer gut miträtseln und rekapitulieren kann, wer was wann wo unternommen hat und weswegen ein Verdachtsmoment gegen jemanden besteht.
Ganz am Ende des Buches findet man darüber hinaus "Daisys Deepdean-Führer", der eine Reihe Begriffserklärungen umfasst - eine gelungene Idee!
Die beiden Protagonisten sind mir beim Lesen sehr ans Herz gewachsen, da sie einfach so charmant sind! Das Buch ist aus der Sicht Hazels geschrieben, sodass man unter anderem auch mit Hintergrundwissen versorgt wird. Wells und Wong ergänzen sich so wunderbar, dass es große Freude bereitet, sie bei ihren Ermittlungen zu begleiten. Nicht selten hat mich das Buch zum Schmunzeln oder Lachen gebracht, was nicht nur den wunderbaren Unterhaltungen von Hazel und Daisy zuzuschreiben ist, sondern auch dem zauberhaften Schreibstil. Dieser ist so packend, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag.
Des Weiteren bietet das Internat für junge Damen im England der 1930er Jahre sehr viele Überraschungen und birgt zahlreiche Geheimnisse, die nach und nach ans Licht gezogen werden. Mir gefällt zudem, dass dieses Buch sowohl für jüngere als auch für ältere Leser bestens geeignet ist, da es nicht blutrünstig, dafür aber äußerst charmant und spannend ist.
Sehr süß sind auch die vielen Nebencharaktere oder der Flurfunk im Internat... So geht für eine Weile zum Beispiel das Gerücht um, Miss Bell wäre von jemandem aus "dem Osten" entführt worden - und Moment: Die neue Mitschülerin Hazel Wong kommt doch aus Hongkong...?

Insgesamt ist "Mord ist nichts für junge Damen" ein bezauberndes Buch, welches mich völlig in seinen Bann gezogen hat. Die Figuren konnten mich im Handumdrehen für sich gewinnen, der Kriminalfall ist sowohl schlüssig als auch spannend und die Gestaltung des Buches ist sehr ansprechend. Auf weitere Fälle bin ich gespannt!
Für diese detektivische Meisterleistung vergebe ich 5 Sterne!

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28 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 27 Rezensionen

fitness, sachbuch, training, muskeln, ernährung

Gestern hast du „morgen“ gesagt

Michèl Gleich , Justyna Krzyzanowska , Stephan Staats
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Becker Joest Volk Verlag, 21.09.2016
ISBN 9783954531080
Genre: Sachbücher

Rezension:

Dem ständigen "Morgen fange ich aber wirklich an" bereitet der als bester Personal-Trainer-Newcomer Deutschlands ausgezeichnete und als Athlet bei nationalen und internationalen Fitnessmeisterschaften ganz vorne rangierende Extremsportler, Unternehmer, Kolumnist, Medienexperte sowie Ernährungsberater Dr. Michèl Gleich mit seinem Buch "Gestern hast du morgen gesagt" ein Ende.
Sein 5-Stufen-Trainingsprogramm mit dem eigenen Körpergewicht soll einem bei 3x30 Minuten Training die Woche zu einem sichtbar muskulöseren Erscheinungsbild verhelfen.
Zu Beginn des Trainings gibt es einen Eingangstest, welcher messen soll, wie stark man ist. Dabei werden die Stufen "aktiv", "mutig", "eisern", "stark" und "stolz" unterschieden. Auf der entsprechenden Stufe basierend, folgt ein Trainingsplan der stets Übungen für die Bereiche "dynamisch", "Oberkörper", "Unterkörper", "Kernmuskulatur" und "Arme" umfasst.
Danach finden sich die verschiedenen Übungen, welche keine Geräte benötigen. Durch die gute Bebilderung und die genaue Beschreibung lassen sie sich gut nachvollziehen und ausführen. Sehr ansprechend sind meines Erachtens die Passagen, in welchen beschrieben wird, welche Regionen bei der entsprechenden Übung beansprucht werden. Dies wird darüber hinaus auch durch ein Körpermodell, bei welchem die zu trainierenden Muskelstränge blau markiert worden sind, verdeutlicht, sodass diese bereits beim Durchblättern und Überblickverschaffen auf einen Blick zu erkennen sind.
Mit jeder Stufe werden die Übungen anspruchsvoller, sodass man, dem Programm folgend, eine Steigerung der Leistung vollzieht.
Wie der Autor des Buches bereits in seiner Einführung sehr deutlich macht, ist die richtige Einstellung entscheidend. So sind Ziele, die einen wie ein Magnet anziehen, Erfolge, ein starker Wille, neue Reize sowie Disziplin von ebenso großer Bedeutung wie die Motivation. Besonders Letztere versucht Dr. Michèl Gleich beim Leser zu wecken, weswegen sich auch zahlreiche "Mantren" entdecken lassen.
"Stärke deine Stärken und schwäche deine Schwächen." (S.11) oder "Das Geheimnis deines Erfolgs ist anzufangen!" (S.12) sind solche Mutmacher und Wachrüttler.
Im Anschluss an die Übungen finden sich noch Rezepte, wobei ein Teil für die Zeit vor und der andere Teil für die Zeit nach dem Sport angedacht ist. Nach einer umfassenden Einführung werden so die Rezepte vor und nach dem Training vorgestellt. Die Seiten sind sehr übersichtlich gestaltet: Ansprechende Farbfotografien, Nährwertangaben, sehr verständliche Zubereitungsbeschreibungen, vorauszusehender Zeitaufwand (meist um die 10 Minuten), Kalorienanzahl, Anteil am Tagesbedarf sowie eine Gut-zu-wissen-Box versorgen einen mit zahlreichen Informationen. Der vergleichsweise kurze Rezeptteil hilft, eine Vorstellung davon zu entwickeln, wie eine zu dem vorgestellten Trainigsprogramm passende Ernährung aussehen sollte.
Das Programm von Gleich soll einen zum sofortigen Loslegen animieren.

Mit "Gestern hast du morgen gesagt" hat Dr. Michèl Gleich ein Werk geschaffen, welches ein vielseitiges Training nahe bringen soll und dessen 67 Übungen ohne Geräte Zuhause unumständlich durchführen sein sollen. Gerade die einseitige Belastung soll vermieden werden, was man den Übungen ansehen kann. Effektiv sollen sie darüber hinaus auch sein, denn die 3 x 30 Minuten sollen bereits reichen, um einen muskulöseren Körper zu erreichen. Auch die Motivation ist für das 5-Stufen-Trainigsprogramm zentral. Auch wenn die Rezepte meines Erachtens kein wirkliches Highlight darstellen, zeigen sie, worauf es, möchte man eine athletische Figur, bei Rezepten ankommt.
Alles in allem ein empfehlenswertes Buch für alle, die sich nach einem muskulöseren Körper sehen und das Training viel zu oft auf morgen verschoben haben.

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1 Bibliothek, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Bienenprodukte erfolgreich verkaufen

Marc-Wilhelm Kohfink
Flexibler Einband: 128 Seiten
Erschienen bei Verlag Eugen Ulmer, 27.06.2011
ISBN 9783800157433
Genre: Sachbücher

Rezension:

Dieses Buch widmet sich in umfassender und verständlicher Weise der Vermarktung von Bienenprodukten. Dabei wird sowohl auf Zielgruppen, Trends im Lebensmittelmarkt, Qualität, Verpackung, Preise, Hofläden, Webshops, Wochenmärkte, Einwände, Verkaufsfehler und deren Vermeidung als auch auf Vertriebspartner, Werbung, Kundenbindung und Präsentation der Produkte eingegangen.
Dabei werden verschiedene Modelle und Prinzipien zu Rate gezogen und auch Begriffe werden erklärt, sodass man sehr bald schon keine Schwierigkeiten mit "Lohas", "Semiometrie", "Point of Sale", "9-Felder-Matrix" oder "Unique Selling Position" mehr hat. Allerdings besteht das Buch glücklicherweise nicht ausschließlich aus Aneinanderreihungen von Marketing-Begriffen, sondern geht umfassend auf alle möglicherweise aufkommenden Fragen von Imkern und potenziellen Kunden ein.
Beispielsweise werden Hilfestellungen dazu gegeben, wie viele Informationen ein Kunde wirklich geliefert bekommen möchte, wenn er eine Frage stellt, sodass man weder Wichtiges weglässt noch vom Thema abschweift und letztlich statt beim Geschmack bei verschiedenen Beute-Systemen und deren Vorzügen landet.
Sehr interessant war für mich zudem, wie man die Produkte ansprechend präsentiert, oder wie man an einen Marktstand gelangen kann.
Darüber hinaus ist das Buch von 128 Seiten sehr ansprechend gestaltet: 32 Farbfotos, 3 Zeichnungen und 14 Tabellen unterstützen den Leser beim Umsetzen der in den Textabschnitten gegeben Tipps. Außerdem geben "Tipp"- und "Gut zu wissen"-Boxen wertvolle Denkanstöße oder Ideen.
Des Weiteren lassen sich in diesem Werk beispielsweise auch Honigverordnungs- und D.I.B.-Qualitätsanforderungen an Honig finden, was durchaus hilfreich ist.

Als Jungimkerin ist es schon abenteuerlich, die ersten eigenen Honiggläser in Händen zu halten - dass man das süße Lebensmittel nicht alleine zu verspeisen vermag, wird dann jedoch recht schnell klar. Die Unsicherheit bezüglich des Preises oder Ähnlichem ist da schon vorprogrammiert. Mit Marc-Wilhelm Kohfinks Buch überkommt man diese aber sehr leicht und versteht, wie man seine Bienenprodukte erfolgreich verkaufen kann. Gerade weil man als Imker seinen Schwerpunkt eher bei den Bienen als bei Wirtschaftswissenschaften setzt, ist es sehr schön, von Grund auf etwas zu Marketing zu lesen. So ist dieses Werk auch - oder besonders - für blutige Anfänger geeignet.

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21 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

wissenschaft, mathematik, biologie, entdecker, nobelpreisträgerin

»Noch wichtiger als das Wissen ist die Phantasie«

Ernst Peter Fischer
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Penguin, 22.08.2016
ISBN 9783328111115
Genre: Sachbücher

Rezension:

In "Noch wichtiger als das Wissen ist die Phantasie" stellt der rennomierte Wissenschaftshistoriker Ernst Peter Fischer 50 Erkenntnisse der Wissenschaft vor. Nach Bestseller »Die andere Bildung« (2001), der Biographie »Der kleine Darwin« (2009) und »Durch die Nacht« (2015) übernimmt er wieder die Rolle des Vermittlers zur populären Naturwissenschaft in einer Art und Weise, die sich leicht verfolgen und sehr gut verstehen lässt.
In den Kapiteln "Erkenntnisse aus Astronomie und Physik", "Erkenntnisse aus Mathematik und Informatik", "Erkenntnisse aus Naturforschung und Biologie", "Erkenntnisse aus Chemie und Medizin", "Erkenntnisse aus Molekularbiologie und Genetik" sowie "Noch mehr Erkenntnisse" stellt der Autor brühmte Wissenschaftler vor und erklärt ihr Wirken. Da die Phantasie meist zu Beginn der Forschung oder des Forschungsergebnisses steht, ruft Fischer selber auch dazu auf, kreativ zu sein, es zu bleiben und das Staunen über die faszinierende Welt und die zahlreichen Rätsel, welche sie bereithält, beizubehalten.
Jedes Unterkapitel beginnt mit einem Zitat des entsprechenden Wissenschaftlers, das bereits eine Vorstellung von den Denkern und Forschern ermöglicht. Dabei stößt man immer wieder auf Aussagen, die zum Schmunzeln bringen oder Ähnliches. Ob Werner von Siemens' "Es kommt nicht darauf an, mit dem Kopf durch die Wand zu rennen, sondern mit den Augen die Türe zu finden.", Robert Kochs "Die Frage ist so gut, dass ich sie nicht durch meine Antwort verderben möchte.", Alexander von Humboldts „Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nie angeschaut haben.“ oder Georg Chistoph von Lichtenbergs "Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durchs Gedränge zu tragen, ohne jemanden den Bart zu sengen." - diese Einleitungen wurden sehr ansprechend ausgewählt.
Die daraufhin folgenden Erklärungen stützen sich teilweise auf das Eingangszitat, befassen sich mit der Biografie des Wissenschaftlers und geben Erklärungen zu Forschungsergebnissen an. Da sowohl mehr als auch weniger berühmte Wissenschaftler behandelt werden, gestaltet sich das Buch auch sehr abwechslungsreich. Da die einzelnen Unterkapitel auch nicht zu ausführlich sind, bleiben sie stehts spannend und verständlich, vermitteln aber auch ein solides Verständnis zu bestimmten Theorien,...

Sowohl um altes Wissen aufzufrischen, Neues dazuzulernen, sich einfach verzaubern zu lassen als auch um junge Leser für die Wissenschaft zu begeistern, ist dieses Buch sicherlich bestens geeignet.

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klassiker, gesellschaft, deutschland, politik

Der Untertan

Heinrich Mann , Walter Andreas Schwarz , Walter Andreas Schwarz , Heiner Schmidt
Audio CD
Erschienen bei Der Hörverlag, 16.06.2006
ISBN 9783899409123
Genre: Klassiker

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Fleischfabrik Deutschland

Anton Hofreiter
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Riemann, 13.06.2016
ISBN 9783570502020
Genre: Sachbücher

Rezension:

Die Massentierhaltung hat deutlich vernichtendere Folgen, als man es spontan vermuten würde. Selbstverständlich ist in der Bevölkerung bereits angekommen, dass diese Art der Produktion für wenig Geld auf Kosten der Qualität geht. Aber damit hat man das eigentliche Problem gerade erst gestreift: Nicht nur unsere Gesundheit wird gefährdet, den Tieren wird gesetzlich eigentlich verbotenes Leid zugefügt, die Umwelt leidet - mit verheerenden Folgen für die Ökosysteme und schlussendlich auch uns Menschen - und Bäuerinnen und Bauern können von ihrer Arbeit kaum mehr als die Kosten decken. Auf der anderen Seite stehen diejenigen, welche von dem Dumpingfleisch profitieren und mithilfe ihrer Lobbyisten notwendige Schritte in der Politik zu verhindern wissen.
Dabei sollte uns, als einer der größten Fleischproduzenten Europas, unsere Verantwortung gegenüber den Tieren, der Umwelt oder den Menschen bewusst sein.
In "Fleischfabrik Deutschland" zeigt der promovierte Biologe und Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, wie viele (globale) Missstände zusammenhängen und wie beispielsweise unser fehlerhaftes System der Fleischerzeugung unter anderem Wasserknappheit verschärfen oder zur Erderwärmung beitragen.

In diesem Werk wird auf derart viele Aspekte eingegangen, dass ich sie hier nicht auflisten möchte. Auf 256 Seiten werden, in die großen Oberkapitel "Das Schweinesystem", "Gefahren aus dem Stall", "Ohne Netz und doppelten Boden", "Eine Frage der Gerechtigkeit", "Globale Verlierer", "Die Schuldfrage", "Löchrige Gesetze", "Falsches Geld", "Europas mächtigste Lobby", "TTIP und CETA", "Aufbruch in die Agrarwende - hin zu einer grünen Landwirtschaft", "Mut zur Veränderung", "Sechs Schritte für eine grüne Agrarwende" und "Was wir davon haben" gegliedert, Zusammenhänge beschrieben, Sachverhalte erklärt, Fragen gestellt, Lösungen geboten,...
Dabei sind die Ausführungen stets sehr verständlich und gut zu lesen. Hofreiter bleibt immer sachlich und verurteilt niemanden, er sucht auch nicht den einen Schuldingen, sondern gibt viel mehr Denkanstöße und ganz konkrete Vorschläge an, um das System zu verbessern. Schließlich liegt der Grund für die vielen Probleme weder einfach nur beim ignoranten Konsumenten, der mehr zu bezahlen nicht bereit ist, noch bei den profitmaximierenden Bäuerinnen und Bauern. Es wird sehr darauf geachtet, keine Schwarz-Weiß-Malerei zu betreiben und nicht alle Probleme und die Verantwortung auf einzelne Personen(gruppen) abzuwälzen.
Sehr hilfreich sind auch die zahlreichen anschaulichen Diagramme, Graphen, Skizzen, Fotografien und so weiter, da diese einem die sonst doch etwas schwer zu begreifenden Fakten verständlicher machen.
Was mir an diesem Buch auch sehr gefällt ist, dass es auch kein Aufruf zum Vegetarismus oder Veganismus ist. Viel mehr wird ein vernünftiger und verantwortungsbewusster Umgang mit unseren Ressourcen gefordert und eine Umstrukturierung der industriellen Landwirtschaft angestrebt.
Dies wäre auch ein Schlüssel, um auf globaler Ebene der Zerstörung unserer Lebensgrundlagen entgegen zu wirken.

Von mir gibt es für dieses spannende, informative und zum Nachdenken anregende Buch 5 von 5 Sternen!

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nein, entscheidungen, ja, selbstbestimmt, zukunft

NEIN

Anja Förster , Peter Kreuz
Flexibler Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Pantheon, 26.09.2016
ISBN 9783570553428
Genre: Sachbücher

Rezension:

In den ersten Kapiteln dieses Buches wird beschrieben, dass wir in der heutigen Zeit so viele Freiheiten wie noch nie haben, uns jedoch noch immer unfrei fühlen. Dieses Empfinden schleicht sich schon in den alltäglichsten Situationen ein, wenn wir beispielsweise keine Lust haben, Freunde zu treffen oder die Verantwortung für ein neues Projekt zu übernehmen. Denn obwohl wir so gerne unsere Freiheiten nutzen würden um einfach mal nein zu sagen, folgt stets ein "ja gut". Auch wenn man nach seinem Befinden gefragt wird, antwortet man doch meistens nur mit einem "gut" oder "muss ja".
Im ersten Teil, "Warum Freiheit ein Ladenhüter ist", wird darauf eingegangen, in wie weit sich unser Leben und auch der Grad unserer Freiheit von früher unterscheidet. Als Beispiel hierfür wird Marie Curie angeführt, die nicht bei jedem Hindernis klein bei gegeben hat, sondern für und um ihre Freiheiten hat kämpfen müssen.
Als Erklärungsansatz wird eine Erziehung zum Ja-Sager beschrieben, die deutlich macht, wie wenig in unserer Gesellschaft das Widersprechen gefördert wird. "Wer Zäune um Menschen baut, bekommt Schafe.", so wird es hier beschrieben.
Im zweiten Teil finden sich die Kapitel "Die Sache mit der Wahlfreiheit", "Ein großes Ja, viele Neins" und "Eine Frage der Haltung", welche sich mit der Problematik befassen, dass man, um sich selbstbestimmt für oder gegen etwas entscheiden zu können, immer eine Wahl getroffen werden muss, mit der man sich gleichzeitig gegen zahlreiche andere Möglichkeiten entscheidet.
Teil drei, "Warum wir eine Antwort brauchen" ruft dazu auf, Entscheidungen zu treffen.

Dieses Buch bietet sicherlich einige Ansätze, von denen die meisten aber nicht wirklich neu sind. Beispielsweise ist der Tipp, Zeit statt Geld zu verwenden um Freiheit genießen zu können, keine bahnbrechende Erkenntnis. Wenn man sich bereits ein wenig mit solchen Ratgebern beschäftigt hat, wird man vieles wiedererkennen.
Interessant war in meinen Augen die Gegenüberstellung der Vergangenheit zur Gegenwart, bei der die später getroffene Aussage, man stünde mit einem Fuß in der alten, mit dem anderen jedoch in der neuen Zeit, sodass man immer kurz davor stünde zu leben, seine Erklärung fand.
Diese Darstellung von drei Ereignissen in Marie Curies Leben stellt in meinen Augen den Höhepunkt des Buches dar...
"Tiere verhalten sich, der Mensch aber ist in der Lage zu handeln" (S.107), "Ich will, also bin ich." (S.196) oder ähnliche Weisheiten sind meines Erachtens schon zu genüge in Glückskeksen oder an Teebeuteln zu finden...
Sehr erschreckt hat mich, dass man im Schnitt ganze 223 Minuten pro Tag fernsieht (S.108), wobei ich froh bin, diesen Schnitt zu senken...
Die verschiedenen Ansätze sind verständlich erklärt und auch Beispiele werden gegeben; beispielsweise dient das Milgram-Experiment der Erklärung.
Die Gestaltung des Buches ist ansprechend, was das Lesen angenehmer macht. Einzelne Sätze werden hervorgehoben oder am Seitenrand noch einmal abgedruckt. Auch die Farbwahl ist gut getroffen.
Dieses Buch gibt auch Tipps, wie man selbstbestimmter und selbstsicherer wird, damit man seine Entscheidungen auch souverän treffen kann ohne sie später zu bereuen. Einer von ihnen ist das Schreiben einer Not-to-do-Liste, damit man sich bewusst wird, wie viel man eigentlich gegen seinen Willen mitmacht.

Alles in allem ist "Nein" ein ganzes nettes Buch, welches auch den ein oder anderen hilfreich Ratschlag beinhaltet, generell wird man aber, sofern man sich ein bisschen mit der Thematik befasst hat, eher wenig neue Erkenntnisse gewinnen. Ich war überrascht als ich entdeckte, wie viele Ratgeber Förster und Kreuz bereits auf den Markt gebracht haben und wie groß ihre Leserschaft doch ist.
Mich konnte dieses Buch leider nicht überzeugen, da es jedoch viele begeisterte Leser hat, sollte man vielleicht selbst herausfinden, ob es einem zusagt.

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jugendgewalt, gewalt, jugendbuch, usa

Sturmflimmern

Moira Frank
Fester Einband: 350 Seiten
Erschienen bei cbt, 29.08.2016
ISBN 9783570164570
Genre: Jugendbuch

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familie, zukunft, flüchtlinge, geheimnis, musik

Grenzlandtage

Antonia Michaelis , Peer Martin , Kathrin Schüler
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 09.12.2016
ISBN 9783841504692
Genre: Jugendbuch

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