Sonna1902

Sonna1902s Bibliothek

13 Bücher, 12 Rezensionen

Zu Sonna1902s Profil
Filtern nach
13 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(175)

291 Bibliotheken, 1 Leser, 6 Gruppen, 79 Rezensionen

freundschaft, jakobsweg, pilgern, frauen, lourdes

Die Dienstagsfrauen

Monika Peetz
Flexibler Einband: 318 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 18.11.2010
ISBN 9783462042559
Genre: Liebesromane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(47)

79 Bibliotheken, 0 Leser, 4 Gruppen, 30 Rezensionen

nürnberg, kloster, lebkuchen, nonne, liebe

Die Lebküchnerin

Sybille Schrödter
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.11.2009
ISBN 9783492254472
Genre: Historische Romane

Rezension:

Benedicta und ihre Lebkuchen

Als junges Mädchen gibt ihre Stiefmutter Benedicta gegen ihren Willen und den des verstorbenen Vaters ins Kloster, wo sie fortan ein frommes Leben als Nonne führen soll. Doch es fällt Benedicta schwer, sich den strengen Regeln des Klosters zu unterwerfen. Anstelle den ganzen Tag zu beten, treibt sie sich viel lieber in der Küche bei ihrer Freundin Agnes herum, was ihr als Nonne allerdings verboten ist. Als sie eines Tages mal wieder in ihrer Zelle eine Strafe absitzen muss, ergreift sie ihre Chance, eine Woche heimlich in der Küche leckere Lebkuchen zu backen.
Als eines Tages das Gerücht aufkommt, dass Benedicta das Keuschheitsgelübde gebrochen und mit dem Neffen der Priorin, dem Fechtmeister Julian, angebändelt hat, müssen sie und Julian überstürzt des Nachts aus dem Kloster flüchten. Agnes begleitet die beiden. Auf der Flucht werden die Frauen von Julian getrennt, so kommt Benedicta bei Agnes und ihrem Verlobten in Nürnberg unter. Schon bald kann Benedicta ihre Fähigkeiten in der Bäckerei von Agnes´ zukünftigem Schwiegervater unter Beweis stellen. Doch die sich schnell einstellende Idylle wird schon bald von einem Mordkomplott unerbittlich gestört.

Sybille Schrödter hat einen sehr kurzweiligen, spannenden und gut zu lesenden Schreibstil. Sie schreibt mit einer Liebe zum Detail, ob es sich um die Hauptprotagonisten, die Stadt Nürnberg im Jahre 1387 oder das Backen der Lebkuchen handelt.
Das Cover ist schlicht und unauffällig gehalten, aber dennoch erkennt man in ihm die liebevolle Art der Gestaltung, die auch die Geschichte ausmacht. Die Charaktere des Buches sind sehr anschaulich beschrieben, so dass man sich schnell in sie hinein versetzen kann.

Der Klappentext handelt von den Geschehnissen, die nach der Flucht aus dem Kloster passieren. Jedoch spielt sich ein Großteil der Geschichte zu Beginn des Buches innerhalb der Klostermauern ab. Ungeduldig sehnte ich die Flucht herbei und dabei wurden mir einige der ersten Kapitel etwas zu lang. Doch mein Durchhaltevermögen hat sich definitiv gelohnt. Durch die Geschehnisse in Nürnberg nimmt die Geschichte später noch einmal richtig Fahrt auf und gewinnt sehr an Spannung.

Mir hat das Buch alles in allem gut gefallen. Mit 379 Seiten ist die Geschichte auch weder zu lang noch zu kurz und bestens für graue Herbsttage oder die Vorweihnachtszeit geeignet.

  (6)
Tags: historischer roman, kloster, nürnberg   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(869)

1.367 Bibliotheken, 5 Leser, 18 Gruppen, 221 Rezensionen

liebe, e-mail, internet, email, leo

Alle sieben Wellen

Daniel Glattauer
Fester Einband: 219 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 04.02.2009
ISBN 9783552060937
Genre: Liebesromane

Rezension:

Das auf und ab einer E-Mail Romanze

Emmi ist mit Bernhard verheiratet, der zwei Kinder mit in die Ehe gebracht hat. Leo ist mit Pamela zusammen. Sie stammt aus den USA, wird aber in Kürze bei Leo einziehen. Können die beiden ihre E-Mail Beziehung trotzdem aufrecht erhalten?

Dieses Buch ist ein Roman der etwas anderen Art. Der gesamte Text besteht aus E-Mails zwischen Emmi und Leo. Im ersten Teil „Gut gegen Nordwind“ lernten die beiden sich durch eine fehlgeleitet E-Mail von Emmi kennen. Fortan führen sie witzige, spritzige und geistreiche Dialoge, die den Leser in ihren Bann ziehen. Die beiden fühlen sich voneinander angezogen, sind sich aber bewusst, dass es sich bei ihrem Kontakt einzig und allein um eine virtuelle Beziehung handelt. Denn da gibt es ja noch ihre Partner im realen Leben. Ich halte es für sinnvoll, den ersten Teil zu kennen, bevor man „Alle sieben Wellen“ liest.

Dieses Buch trifft den Nerv dieser „computerlastigen“ Zeit, denn heutzutage ist der Stellenwert von E-Mails in Bezug auf Kommunikation sehr groß. Daniel Glattauer beschreibt sehr schön den Aufbau dieser virtuellen Beziehung und das Auf und Ab der Gefühle. Beide kennen sich nicht, und unter diesen Bedingungen Vertrauen aufzubauen ist sehr schwierig. So werden alle Facetten beschrieben: Das vorsichtige Annähern und Kennenlernen, die Unsicherheit, ob man etwas falsches gesagt hat, wenn der andere sich nicht zeitnah per Mail meldet, Freude, wenn der andere sich schließlich meldet, Enttäuschung, wenn man von seinem Gegenüber eine bestimmte Reaktion erwartet, diese aber nicht kommt. Die wichtigste Frage ist aber letztendlich, wird es zu einem Treffen kommen und entscheiden Emmi und Leo sich, ihre virtuelle Beziehung in die Realität zu übertragen? Dies wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Ich kann nur jedem empfehlen, „Gut gegen Nordwind“ und „Alle sieben Wellen“ zu lesen.

  (8)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(123)

241 Bibliotheken, 0 Leser, 5 Gruppen, 47 Rezensionen

thriller, serienkiller, dämonen, john cleaver, dan wells

Ich will dich nicht töten

Dan Wells , Jürgen Langowski
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.10.2010
ISBN 9783492267816
Genre: Fantasy

Rezension:

Ein würdiger Abschluss der Trilogie

„Ich will dich nicht töten“ ist nach „Ich bin kein Serienkiller“ und „Mr. Monster“ der dritte Teil der Trilogie um den 16 jährigen John Cleaver. Im Clayton County passieren wieder schreckliche Morde und John ist sich sofort sicher: Hierbei handelt es sich um Niemand, die von ihm gerufene Dämonin. Sogleich macht er sich eifrig ans Werk, ihr auf die Schliche zu kommen. Parallel zu diesen Morden bringen sich nach und nach mehrere Mädchen aus Johns Schule um. Handelt es sich dabei um Zufall oder besteht zwischen den Todesfällen ein Zusammenhang?
Und dann ist da noch dieses Mädchen. Marci. Von ihr geht eine eigenartige Faszination aus, was für John ein vollkommen neues Gefühl ist.

Dieser finale Thriller ist genau wie die beiden Vorgänger sehr spannend geschrieben. Ich war von der ersten Seite an gefesselt und konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen.

Es ist sehr faszinierend zu lesen, wie Wells die soziopathischen Gedankengänge des Hauptprotagonisten John beschreibt. Das macht für mich vor allem den Reiz dieses Buches aus. Soziopathen sind nicht in der Lage Mitgefühl zu empfinden und sich in Mitmenschen hinein zu versetzen, daher interessiert sich der Teenager sofort für knallharten Fakten der Morde und analysiert, wie die Menschen zu Tode gekommen sein können, während die Menschen im Clayton County aufgrund der Grausamkeit dieser Morde unter Schock stehen.

Sehr wichtig ist gerade in diesem Genre, dass die Spannung während des Buches dauerhaft erhalten bleibt und das ist dem Autor definitiv gelungen. Der Leser kann sich wieder nicht sicher sein, ob John das Monster in sich weiterhin unter Kontrolle halten kann oder ob er nicht doch zum Serienmörder mutiert. Die Geschichte nimmt unvorhersehbare Wendungen und das Ende gefällt mir sehr gut. Dies ist ein würdiger Abschluss der Trilogie um John Cleaver.

  (6)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(34)

50 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 36 Rezensionen

krankenhaus, glasknochen, krankheit, tod, krankenschwester

Gottes leere Hand

Marianne Efinger
Fester Einband: 377 Seiten
Erschienen bei Bookspot Verlag, 13.07.2010
ISBN 9783937357409
Genre: Romane

Rezension:

stimmt nachdenklich...

Eines Nachts leidet Manuel Jäger unter akuter Atemnot in deren Verlauf er das Bewusstsein verliert. Manuel hat mit seinem Leben schon abgeschlossen, als er wieder zu sich kommt. Sein Freund Lothar hat die Sanitäter informiert, die ihn nun ins Krankenhaus mitnehmen möchten. Manuel sträubt sich da er aufgrund seiner Glasknochenkrankheit schon viele Krankenhausaufenthalte hinter sich hat und auch viele schlechte Erfahrungen mit Krankenhäusern gemacht hat. Doch Lothar überredet ihn und so findet sich Manuel kurze Zeit später in der Notaufnahme des Marienhospitals wieder. In der Klinik arbeitet Schwester Dagmar, die Manuel stark an seine vor einigen Jahren bei einem Autounfall gestorbene Freundin Leonora erinnert. In der Klinik herrscht Personalmangel. Das Pflegepersonal hat nicht einmal Zeit, die Patienten regelmäßig zu waschen. Aufgrund des zeitlichen Drucks passieren Fehler. So wird Manuel zunächst wird zum Röntgen gebracht und nach der Untersuchung auf dem zugigen Flur vergessen und holt sich eine Erkältung. Als er dann zwei Tage später zur Toilette geht, rutscht er aus und bricht sich den Arm, so wird er auf die Chirurgie verlegt und seiner Erkältung wird zunächst keine größere Bedeutung beigemessen. Was nicht folgenlos bleibt…

In diesem Buch wird eine Woche des Alltags im Marienhospital dargestellt. Die einzelnen Kapitel sind mit den jeweiligen Wochentagen überschrieben. Innerhalb dieser Kapitel gibt es noch Unterkapitel, in denen der Alltag des Krankenhauses aus Sicht der Ärzte, Krankenschwestern und Patienten dargestellt wird. Der Schreibstil ist einfach und daher gut zu lesen.
Marianne Efinger verarbeitet in „Gottes leere Hand“ ihre eigenen Erfahrungen als Krankenschwester. Da ich das Buch in diesem Wissen gelesen habe, hat es mich sehr zum Nachdenken angeregt. Sieht der Alltag in einem Großteil der deutschen Krankenhäuser tatsächlich so aus?

Dieses Buch befasst sich mit zwei zentralen Themen. Zum Einen steht der Personalmangel dieses Krankenhauses im Vordergrund. Es werden immer wieder Situationen beschrieben, in denen aufgrund des Zeitdrucks Fehler passieren. So will eine Krankenschwester eine Infusion für einen Patienten vorbereiten, verschiebt das allerdings auf später, da sie kurz das Zimmer verlassen muss. In der Zwischenzeit kommt der Arzt, sieht den Transfusionsbeutel und hängt den Patienten daran. Nicht ahnend, dass sich nur Luft in dem Beutel befindet, was für den Patienten im schlimmsten Fall tödlich enden kann.
Der zweite Aspekt des Buches geht auf den an der Glasknochenkrankheit leidenden Patienten Manuel Jäger ein. Die Autorin stellt seine Gedanken und Gefühle in Bezug auf seine Behinderung sehr einfühlsam dar. Sie beschreibt seine Behinderung ohne plakativ darzustellen, dass Menschen mit Behinderungen nur bemitleidenswert sind. Manuel ist größtenteils (wie jeder Mensch mal mehr und mal weniger) mit sich im Reinen und leidet am meisten unter den Reaktionen der Mitmenschen auf seine Glasknochenkrankheit. Da wird einem wieder einmal bewusst, wie gut man es hat, einen gesunden Körper zu haben und dass man das im Alltag viel zu selten wert schätzt.

Mir hat der Roman gefallen und ich empfehle ihn gerne weiter.

  (5)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(147)

269 Bibliotheken, 4 Leser, 6 Gruppen, 67 Rezensionen

serienkiller, dämon, thriller, soziopath, fantasy

Mr. Monster

Dan Wells , Jürgen Langowski (Übersetzer)
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.01.2011
ISBN 9783492267267
Genre: Fantasy

Rezension:

"Heute will ich gute Gedanken denken und jedem

... der mir begegnet, ein Lächeln schenken."

Dies ist der Leitsatz des 16jährigen John Cleaver. John vereint zwei Seelen in seinem Körper. Auf der einen Seiten ist er wie alle Jungs in seinem Alter. Er mag lesen, kochen und steht auf ein Mädchen in seiner Nachbarschaft: Brooke. Doch er hat auch eine andere Seite. Eine böse Seite. Er selbst nennt sie Mr. Monster. Mr. Monster will den Menschen und Tieren in seiner Umgebung Gewalt zufügen. John selbst sagt von sich, dass er alle Merkmale eines Serienkillers aufweist. Da er aber nicht zu einem solchen Täter werden will, versucht er, Mr. Monster durch selbst auferlegte Regeln in Schach zu halten. Die Regeln lauten u. a. Quäl keine Tiere oder Wenn ich jemandem wehtun will, dann muss ich ihm ein Kompliment machen. Nach einer Zeit der Ruhe in Clayton County wird die Stadt nun wieder von einer Mordserie heim gesucht und John gerät ins Visier der Ermittler…

Dies ist der zweite Teil einer Trilogie. Der erste Teil war „Ich bin kein Serienkiller“.

Dan Wells hat diesen Thriller aus Johns Perspektive geschrieben. Ich finde diese Art der Darstellung sehr gut. Der Leser taucht sofort in die faszinierende Gefühlswelt des Teenagers ein. Sehr schön ist, dass John nicht einfach nur als gestörter Teenie beschrieben wird, sondern auch positive Gefühle vorhanden sind. Es findet ein permanenter Kampf zwischen Gut und Böse statt, so dass man quasi an die Seiten gefesselt ist und das Buch kaum mehr aus der Hand legen will. An Spannung mangelt es diesem Thriller auf keinen Fall. In der Regel werden die Bücher aus Sicht der ermittelnden Beamten erzählt. Daher finde ich es sehr interessant, dass diesmal die Persönlichkeit des Soziopathen im Vordergrund steht.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich bin schon gespannt auf den dritten Teil!

  (4)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(96)

158 Bibliotheken, 3 Leser, 5 Gruppen, 37 Rezensionen

london, trennung, england, israel, georgie

Das Leben kleben

Marina Lewycka , Sophie Zeitz
Flexibler Einband: 457 Seiten
Erschienen bei dtv, 22.03.2010
ISBN 9783423247801
Genre: Romane

Rezension:

Mit einem Container fing alles an...

… und die frisch von ihrem Mann getrennte Georgie Sinclair trifft auf die etwas eigentümliche ältere Dame Naomi Shapiro. Bald lernen die sehr unterschiedlichen Frauen sich kennen und schätzen. Als Naomi aufgrund eines Unfalls in ein Krankenhaus kommt, springt Georgie ein und kümmert sich um ihr Haus und die dazugehörigen sieben Katzen. In Abwesenheit der älteren Dame stößt Georgie auf ein Geheimnis in Naomis Vergangenheit und versucht, dem auf den Grund zu gehen. Währenddessen hält die Abteilung für Soziales des Krankenhauses, in dem Naomi liegt, Naomi für nicht in der Lage, allein in ihrem Haus wohnen zu bleiben und möchte, dass das Haus verkauft wird und Naomi in einem Pflegeheim unterkommt. Das gilt es zu verhindern. Dabei wird Georgie tatkräftig von dem Palästinenser Mr. Ali und seinem Neffen sowie dessen Freund unterstützt.

Der Roman „Das Leben kleben“ beinhaltet zum Teil sehr kurze, durchnummerierte und mit Überschriften versehene Kapitel. Der Schreibstil ist sehr gut zu lesen.
Der Inhalt dieses Buches besteht nicht aus „leichter Kost“. Marina Lewycka beschreibt u. a. die Situation der Juden im zweiten Weltkrieg, den Konflikt zwischen Juden und Palästinensern sowie einen Jugendlichen, der vom kurz bevorstehenden Weltuntergang überzeugt ist. Immer wieder kommt es zwischen den verschiedenen Charakteren des Buches aufgrund deren unterschiedlicher Religionen zu kleineren Konflikten, die dem Leser aber gute Einblicke in verschiedene Kulturen gewähren.
Wie das Buch ausgeht wird natürlich an dieser Stelle nicht verraten, aber mir hat es sehr gut gefallen.

Die Idee, zu dieser Geschichte permanent Parallelen zum Klebstoff herzustellen, ist sehr außergewöhnlich und auch besonders zu Beginn gewöhnungsbedürftig. Für meinen Geschmack bleibt die Spannung oft auf der Strecke, was die Handlung betrifft. Aufgrund dessen habe ich mir überlegt, ob ich drei oder vier Sterne vergebe. Da man allerdings merken konnte, dass dieser Roman mit viel Wärme geschrieben wurde, gebe ich hierfür vier Sterne.

  (8)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(37)

57 Bibliotheken, 1 Leser, 6 Gruppen, 21 Rezensionen

mallorca, liebe, köln, frauen, restaurant

Ticket ins Paradies

Gaby Hauptmann
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.04.2010
ISBN 9783492258982
Genre: Romane

Rezension:

Ticket ins Paradies

„Ticket ins Paradies“ ist die Fortsetzung des Romans „Rückflug zu verschenken“. Da ich den ersten Teil nicht kenne, war es für mich interessant heraus zu finden, ob man das Buch versteht, auch wenn man den ersten Teil nicht kennt…
In dem vorliegenden Roman erfährt man, dass Clara in Deutschland von ihrem Mann betrogen wurde, woraufhin sie nach Mallorca auswandert. Dort trifft sie den Einheimischen André mit dem sie nun zusammenlebt. Clara ist Innenarchitektin und bekommt von Friedrich das Jobangebot, sein Lokal „Amici miei“, in dem ihr Freund Geschäftsführer ist, neu zu gestalten. Als die neue Köchin Maria José im Lokal anfängt, ist Clara auf diese eifersüchtig. Als dann auch noch ein scheinbar eindeutiges Bild von Maria José und André in einer Zeitung auftaucht, verlässt Clara Mallorca und fährt zu ihrer Mutter nach Köln, die gerade dabei ist, ihren Hausstand aufzulösen, um zu ihrer Tochter nach Mallorca zu ziehen. Jegliche Erklärungsversuche seitens Andrés lehnt Clara ab. Daheim in Köln wird Clara in einen mysteriösen Bilderklau verwickelt: Ihre Freundinnen, die in einer Weight Watchers Gruppe sind, haben sich für einen Kalender in freizügiger Pose fotografieren lassen. Diese wurden aus dem Weight Watchers Gruppenraum geklaut. Nun liegt es an Clara und ihren Freundinnen, herauszufinden, wer die Fotos aus dem Kursraum entwendet hat. Erst Friedrich schafft es, Clara wieder nach Mallorca zu bringen. Zurück auf Mallorca lernt Clara Tom, einen berühmten Sportler, kennen. Als sie mit ihm einen Abend im „Amici miei“ verbringt, werden sie von den Paparazzis erwischt, fotografiert und erscheinen auf der Titelseite mehrerer Zeitungen.
Das Buch ist eine einfache und leichte Lektüre, sowohl für schöne Sommerabende als auch für entspannende Abende nach der Arbeit geeignet. Wenn man einmal angefangen hat zu lesen, kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen und somit hat man die 300 Seiten leider viel zu schnell ausgelesen. Die einzelnen Charaktere sind allesamt sehr sympathisch und man kann sich gut vorstellen, mit ihnen zusammen auf Mallorca zu leben. Mit Sicherheit gibt es die eine oder andere Stelle im Buch, an der man sich als Leser fragt, warum handelt Clara jetzt so??? Wieso spricht sie bspw. nicht sofort mit André wegen des Fotos??
Wer allerdings beim Lesen auf anspruchsvolle Bücher, ernste Thematiken, etc. Wert legt, für den ist dieses Buch nicht empfehlenswert. Leute, die zur Entspannung lesen und dabei ihre Seele baumeln lassen und einfach nur abschalten wollen, denen empfehle ich dieses Buch.
Anfangs habe ich schon erwähnt, dass ich den ersten Teil nicht gelesen habe. Nachdem ich dieses Buch gelesen habe, werde ich mir auf jeden Fall den ersten Teil auch kaufen und in meinen nächsten Urlaub mitnehmen. Ich bin schon gespannt, wie die einzelnen Charaktere im ersten Teil sind, ob sich mein Eindruck bzgl. der einzelnen Personen bewahrheitet oder ob ich ihn noch einmal überdenken muss.

  (5)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(18)

23 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 14 Rezensionen

england, london, muskau, holmes, brautschau

Der Gartenkünstler

Ralf Günther
Fester Einband: 396 Seiten
Erschienen bei List, 01.02.2010
ISBN 9783471350249
Genre: Historische Romane

Rezension:

Fürst Pückler und die Frauen

Herman Fürst Pückler-Muskau und seine Frau Lucie fassen im Jahr 1826 einen abenteuerlichen Plan. In Anbetracht finanzieller Not lassen sich die beiden trotz inniger Liebe scheiden. Er geht nach London, um dort eine Frau mit üppiger Mitgift zu finden und zu heiraten, während sie auf dem Anwesen im sächsischen Muskau die Stellung hält. Er schreibt fast täglich Briefe und lässt seine „Schnucke“ so an seinem Abenteuer im fernen London teilhaben. Schon kurz nach seiner Ankunft überschlagen sich die Ereignisse: im Hafen wird die erste Tote aus dem Hafenbecken gefischt, kurz darauf tritt ein Diener in seinen Dienst – Holmes –, der über bemerkenswerten Scharfsinn und eine wahre Spürnase verfügt und eine „Kapuzenfrau“ scheint ihm wie ein Schatten zu folgen. Im Laufe seiner Reise sterben immer mehr Mädchen, mit denen Pückler in Kontakt stand und ein „unbekannter, junger Schreiberling“ namens Dickens schreibt Verrissberichte über Pückler. Währenddessen holt sich Lucie den jungen Pfarrerssohn Valentin ins Haus, den sie auf besondere Art und Weise anziehend findet.

Diese Geschichte besteht aus zwei Handlungssträngen. Zum Einen erlebt der Leser Pücklers Abenteuer in London durch Briefe des Fürsten an Lucie. Zum Anderen erzählt Ralf Günther Lucies Geschichte in Muskau. Während des Lesens der ersten Seiten musste ich mich erst an den gewählten Sprach- und Schreibstil gewöhnen, aber danach war das Buch sehr gut und angenehm zu lesen. Auch die naive Art des Fürsten trägt sehr zum Unterhaltungswert bei.
An Spannung mangelt es diesem Buch nicht. Schon alleine der Plan, sich von der großen Liebe scheiden zu lassen, um in einem anderen Land eine Frau mit üppiger Mitgift zu finden und zu heiraten, macht neugierig darauf, wie das Unterfangen wohl verlaufen und enden wird. Die ganze Sache wird nicht einfacher, als viele seiner weiblichen Bekanntschaften auf die gleiche, brutale Art und Weise zu Tode kommen und der Fürst unter Mordverdacht gerät.

Das Buch „Der Gartenkünstler“ ist ein unterhaltsamer und spannender Roman, den ich gerne weiterempfehle. Er ist nicht absolut anspruchsvoll, aber bestens dazu geeignet, sich ein paar gemütliche Stunden auf der Couch zu machen.

  (5)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(52)

93 Bibliotheken, 3 Leser, 3 Gruppen, 30 Rezensionen

antarktis, liebe, pinguine, reise, freundschaft

Mein Leben als Pinguin

Katarina Mazetti , Katrin Frey
Fester Einband: 295 Seiten
Erschienen bei Ullstein Buchverlage, 01.03.2010
ISBN 9783550087844
Genre: Romane

Rezension:

Reise zu den Pinguinen

Eine ca. 50-köpfige Reisegruppe aus Norwegen begibt sich auf große Fahrt in die Antarktis zu den Pinguinen. Dieser Roman wird hauptsächlich aus Sicht der drei Hauptprotagonisten Wilma, Tomas und Alba erzählt. Zwischendurch kommen auch Personen aus anderen Kabinen des Schiffes zu Wort. Diese Kapitel sind mit kursiver Schrift versehen. So ist der Hauptstrang deutlich sichtbar vom „Unwesentlichen“ getrennt. Schon im Vorwort macht die Autorin darauf aufmerksam, dass man das Buch auch bedenkenlos quer lesen kann. Ich bin allerdings sehr froh, dieser Möglichkeit nicht nachgegangen zu sein. Denn sonst wären mir die höchst amüsanten Überlegungen des Herrn Jansson entgangen, wie er sich am unauffälligsten seiner Frau Brittmarie entledigen kann.
Die Kapitel sind mit der jeweiligen Person überschrieben, um deren Gedanken es gerade geht. Positiv ist, dass die Autorin jeder Hauptperson einen unverwechselbaren Charakter verleiht. So weiß man, auch ohne die Kapitelüberschrift präsent zu haben, um welche Person es sich gerade handelt.

Die Entscheidung, diesen Roman aus den Blickwinkeln der unterschiedlichen Personen zu erzählen, gefällt mir gut. Auf diese Art und Weise kann man sich gut in die Figuren hineinversetzen und ihre Gefühle nachempfinden. Wilma ist eine liebenswürdige 32-jährige Frau, die sich mit einem schweren Schicksal herumschlagen muss und trotzdem ihren Optimismus nie zu verlieren scheint. Gleich zu Beginn der Reise fällt sie Tomas vor die Füße. Tomas ist geschieden, 34 und kommt nicht darüber hinweg, dass seine Ex-Frau mit einem „amerikanischen Hulk“ und den beiden gemeinsamen Kindern auf und davon ist. Da kommt ihm die optimistische Wilma als Reisegefährtin gerade recht. Und dann ist da noch die 72 jährige Alba. Sie vergleicht sich selbst mit einem Albatros und ist schon viel in der Welt rum gekommen. Sie teilt sich auf dem Schiff eine Kabine mit Wilma.

Katarina Mazetti versteht es, mit einem leichten und gut zu lesenden Schreibstil sowie mit einer guten Portion Humor den Leser in ihren Bann zu ziehen. Ich hatte zunächst die Befürchtung, dass die Beschreibung der Landschaft evtl. zu kurz kommen könnte, dies hat sich jedoch nicht bewahrheitet. Im Gegenteil, dieser Roman hat in mir die Lust auf eine Antarktisreise geweckt.
Wilma, Tomas und Alba haben sehr unterschiedliche Beweggründe, aus denen sie diese Reise angetreten haben. Zunächst werden diese von der Autorin nur angedeutet, so dass über einen langen Zeitraum die Spannung für den Leser erhalten bleibt. Schön ist auch, dass dieser Roman nicht nur einfach so vor sich hin plätschert, sondern sowohl Höhe- als auch Tiefpunkte enthält.
„Mein Leben als Pinguin“ ist absolut dafür geeignet, nach einem stressigen Tag für die nötige Erholung und Entspannung zu sorgen.

  (10)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(50)

86 Bibliotheken, 0 Leser, 7 Gruppen, 29 Rezensionen

vampire, liebe, vampir, cambridge, tagebuch

Denk an mich in der Nacht

Joanne Harris , Adelheid Zöfel
Fester Einband: 393 Seiten
Erschienen bei List, Paul, 29.12.2009
ISBN 9783471350256
Genre: Fantasy

Rezension:

Rosemary und Ginny

Joanne Harris erzählt die Geschichte „Denk an mich in der Nacht“ aus zwei verschiedenen Perspektiven. Zum einen geht es um die Tagebucheinträge eines Daniel Holmes, die in den 40er Jahren verfasst wurden. Darin beschreibt Daniel, wie er 1947 eine junge Frau, Rosemary vor dem Ertrinken rettet. Er fühlt sich sofort von ihr magisch angezogen. Alle Kapitel dieser Sichtweise tragen die Überschrift „Eins“. In der anderen Perspektive geht es um die Malerin Alice, die immer noch in ihren Ex-Freund Joe verliebt ist. Die beiden sind jedoch schon seit ca. drei Jahren getrennt und Joe hat inzwischen eine andere Freundin, Ginny. Als die beiden Frauen sich kennen lernen, kommt Ginnys Verhalten Alice sehr merkwürdig vor. Eines Tages findet sie dann in Ginnys Zimmer Daniel Holmes´ Tagebuch. Schnell ist sie davon überzeugt, dass Rosemary und Ginny dieselbe Person sein müssen. Diese Kapitel sind mit „Zwei“ überschrieben.
Die Einteilung der Kapitel ist am Anfang sicherlich etwas gewöhnungsbedürftig, aber man gewöhnt sich schnell daran. Letztendlich hilft sie dem Leser, sich zu orientieren, sodass man immer weiß, in welcher Zeitebene man sich gerade befindet.

Die Idee, diesen Vampirroman aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu schreiben, gefällt mir gut. Es geht es um die zwei Frauen Rosemary und Ginny. Die beiden scheinen vom Wesen her sehr unterschiedlich zu sein, aber es handelt sich wohl um ein und dieselbe Frau. Daniel Holmes` Gefühle in Bezug auf Rosemary sind zwiespältig. Einerseits war sie für ihn wie eine Gestalt aus einem Märchen „eine weiße Ophelia“ (S. 51), andererseits spürte er ihren „Hass. Ihre höhnische Ironie.“ (S. 31). Auch Joe ist Ginny verfallen; Alices Warnungen, bezüglich seiner Freundin, schlägt er in den Wind. Joanne Harris baut gekonnt Spannung auf, indem sich beide Handlungsstränge immer mehr einander annähern.
Die Autorin hat einen sehr schönen, detaillierten Schreibstil, der den Leser gut unterhält. Für meinen Geschmack zieht sich die Geschichte durch die ausführliche Beschreibung allerdings oftmals in die Länge. Dabei kommt die eigentliche Handlung zu kurz, so dass an einigen Stellen Durchhaltevermögen gefragt ist.
Die Anmerkungen der Autorin über ihr Werk am Ende des Buches finde ich gelungen. Der Leser bekommt noch ein paar Hintergrundinformationen wie und wann das Buch entstanden ist. J. Harris erklärt u. a., warum sie die Überschriften der Kapitel so gewählt hat und wie es zu der Erzählung aus zwei unterschiedlichen Sichtweisen gekommen ist.

Ich habe diesen Roman gerne gelesen, auch wenn es an einigen Stellen nicht so ausführlich hätte sein müssen. Die Mischung aus Leidenschaft und Vampirstory empfinde ich als gelungen. Auch die Gestaltung des Buchumschlages gefällt mir gut. Er ist schlicht gehalten, drückt aber sehr viel Leidenschaft und auch Mystik aus.
Aufgrund zeitweiliger „Durststrecken“ vergebe ich für diesen Roman drei Sterne.

  (9)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(83)

130 Bibliotheken, 0 Leser, 6 Gruppen, 35 Rezensionen

münchen, oktoberfest, attentat, krimi, bka

Das München-Komplott

Wolfgang Schorlau
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 18.11.2009
ISBN 9783462041323
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Ein Detektiv, der "an den Säulen der Gesellschaft sägt"

„Das München-Komplott“ von Wolfgang Schorlau ist der 5. Krimi einer Reihe. Die vier Vorgänger kenne ich nicht, aber das spielt für das Verständnis auch keine Rolle.

Zum Inhalt: Am 29.09.1980 wurde auf das Münchner Oktoberfest ein verheerender Bombenanschlag ausgeübt. Dabei handelte es sich um das größte Attentat in der Geschichte der BRD: 13 Tote und 200 Verletzte, einige zum Teil sehr schwer. Damals wurde ein alleiniger Attentäter ausgemacht, der bei dem Anschlag selbst umgekommen sein soll. Doch an dieser Theorie hat das BKA Zweifel. Um dem Ganzen auf den Grund zu gehen, soll der Fall wieder aufgerollt werden. Dabei bittet der Präsident des BKA Georg Dengler um Hilfe. Nach kurzer Bedenkzeit sagt er zu und findet sich schon bald danach inmitten politischer Machtspiele und Intrigen wieder, die für ihn und die Menschen um ihn des öfteren gefährlich werden.

Der Prolog hat mir sehr gut gefallen. Der Privatermittler Georg Dengler besucht an einem schönen, sonnigen Tag die Theresienwiese in München. Ein paar Passanten ziehen ihre Runden. Ansonsten ist alles ruhig. Dengler hat sich in der vergangenen Nacht intensiv mit der Akte und den Berichten, Zeitungsartikeln und Vernehmungsprotokollen beschäftigt, so dass er sich die grausigen Zeugenaussagen während des Spazierganges in Erinnerung ruft. Diese sind in kursiver Schrift eingeschoben und ermöglichen dem Leser, sich einen Überblick von den damaligen Geschehnissen zu machen.

Wolfgang Schorlau versteht es, mit einer kurzen Sätzen und einer einfach strukturierten Sprache Spannung aufzubauen. Das ganze Buch ist in, mit Überschriften versehene, Kapitel aufgeteilt. Die kürzesten Kapitel sind dabei gerade mal ein paar Zeilen und die längsten sieben Seiten lang. Diese Untergliederung macht das Lesen sehr angenehm, da sehr häufig die Schauplätze wechseln und unterschiedliche Personen im Fokus stehen. Auch die – wenigen – Zeitsprünge können so, ohne den Leser zu irritieren, dargestellt werden. Die verschiedenen Hauptcharaktere werden gut in die Geschichte eingebracht, so dass man sich ein Bild von der jeweiligen Person machen kann und weiß, wofür sie kämpft und auf welcher Seite sie steht. Besonders gelungen finde ich die kritische Auseinandersetzung mit (aktuellen) politischen Geschehnissen. Auf S. 23 beschreibt Schorlau, aus welchen Gründen Dengler damals seinen Dienst beim BKA quittiert hat. Dies beschreibt sehr schön die Haltung des Autors in Bezug auf die Willkür des Staates.

Mir hat das Buch gut gefallen und ich werde mir mit Sicherheit so nach und nach auch Denglers vorangegangene vier Fälle zulegen.

  (6)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(35)

48 Bibliotheken, 0 Leser, 3 Gruppen, 17 Rezensionen

humor, deutschland, italien, bahnreise, italiener

Herr Blunagalli hat kein Humor

Angelo Colagrossi
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Rowohlt TB., 01.12.2009
ISBN 9783499625916
Genre: Biografien

Rezension:

Ein Italiener auf Reisen...

Angelo Colagrossi stellt sein aktuelles Drehbuch "Amore und so´n Quatsch" einem Hamburger Film- und Fernsehproduzent vor. Dieser ist davon sehr angetan und lädt Colagrossi kurzerhand nach Hamburg ein, um das Drehbuch zu besprechen. Da der Termin schon in 48 Stunden ist, sitzt der Italiener 36 Stunden später im Zug, um die Fahrt von Düsseldorf aus anzutreten. Doch wie das so ist, wenn man mit der deutschen Bahn reist, muss man sich auf einiges gefasst machen. So auch bei dieser Fahrt. Es dauert nicht lange und der Zug bleibt irgendwo im Nirgendwo in einem heftigen Schneegestöber stehen und kann die Fahrt fürs erste nicht fortsetzen. Doch dank der Mitreisenden wird es nicht langweilig und es bleibt genug Zeit, um witzige Anekdoten zu erzählen und um einen kurzen Blick in verschiedene Drehbücher zu werfen.

A. Colagrossi hat einen sehr locker-leichten und humorvollen Schreibstil. Damit kann er den Leser von der ersten Seite in seinen Bann ziehen. Seine Gedanken und Gefühle sind leicht nachzuvollziehen, besonders jene, die die deutsche Bahn betreffen , und man gewinnt schnell Sympathien für den in Deutschland gestrandeten Italiener. Sehr witzig werden die sprachlichen Barrieren beschrieben. Da wird einem richtig bewusst, wie gut man es hat, deutsch als Muttersprache zu haben und es nicht lernen zu müssen. In regelmäßigen Abständen gibt der Autor dem Leser die Möglichkeit, sich einen Einblick in verschiedene Drehbücher zu verschaffen. Hierbei fand ich es manchmal schwierig, mich direkt in die verschiedenen Szenen hinein zu versetzen.

Alles in allem handelt es sich um eine leichte Lektüre, die sich sehr gut zum zwischendurch lesen eignet. Mit Witz und Charme schafft es der Autor gut zu unterhalten. Für meinen Geschmack hätten es etwas weniger Drehbuchszenen sein dürfen. Die fand ich zum Teil schwer zu verstehen und etwas langatmig. Aber ansonsten hat mir das Buch gut gefallen. Gelungen finde ich auch die Widmung des Buches der deutschen Bahn. Das macht das Ganze zu einer runden Sache.

  (5)
Tags:  
 
13 Ergebnisse