Leserpreis 2018

StefanSchweizers Bibliothek

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2 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

'Dieser Krieg ist der große Rassenkrieg'

Birthe Kundrus
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 17.05.2018
ISBN 9783406675218
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das im C.H. Beck Verlag von Birthe Kundrus erschienene Buch "Krieg und Holocaust" gehört zu einer der besten, kompakten Darstellungen über das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte der letzten Jahre.
Sachlich und doch ergreifend schildert Kundrus erst die NS-Ideologie als theoretischen Überbau, um dann die fatalen Auswirkungen auf Europa darzustellen. Die Ouvertüre stellt die NS-Außenpolitik ab 1939 dar, um dann - media in res - in das Kriegsgeschehen ab 1939 einzusteigen. Lobenswert ist in dieser Hinsicht die sachlich-politische Differenzierung der Kriegsgebiete. Diese Merkmale sind zwar hinreichend bekannt, aber Kundrus verdeutlicht, wieso eben einige der von den Deutschen besetzten Länder im Westen und Norden besser und beinahe gleichrangig wie die Deutschen behandelt wurden: Diese unterschiedliche Behandlung der okkupierten Gebiete entspringt eben der Rassenideologie, welche die Menschen aus dem Osten als "Untermenschen" betrachtet hat und die Menschen aus den westlichen und nördlichen Ländern als rassisch ähnlich oder beinahe gleichwertig gewichtet hat.
Von zentraler Bedeutung ist auch das Ende des Buchs, als sich Zerstörung und Elend gegen die Deutschen selbst richtet. Dezidiert beschreibt Kundrus den Zerstörungs- und Untergangswillen des NS-Regimes, der sich dann gegen das eigene Volk richtete. Denn, wenn das deutsche Volk nicht in der Lage sei, den großen Rassenkrieg zu gewinnen, dann dürfe es dem Feinde auch keine Schätze o.ä. in die Hand fallen lassen, sondern müsse eine radikale Politik der verbrannten Erde betreiben.
Etwas zu kurz kommen m.E. die eingeschobenen Zitate der Zeitzeugen, die an manchen Stellen etwas willkürlich und eklektisch eingeschoben wirken. Dies tut aber dem Gesamtwerk keinen Abbruch.

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218 Bibliotheken, 20 Leser, 1 Gruppe, 26 Rezensionen

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Homo Deus

Yuval Noah Harari , Andreas Wirthensohn
Fester Einband: 576 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 31.08.2018
ISBN 9783406704017
Genre: Sachbücher

Rezension:

Hararis "Homo Deus" liest sich flüssig und verwendet gleichwohl wissenschaftliche Terminologien, sodass der Leser den Eindruck hat, dass es sich um ein seriöses Sachbuch handelt. Leider verbirgt sich hinter dieser populärwissenschaflichen Fassade nicht viel. Lesen sich die ideengeschichtlich-philosophischen Ausführungen noch ganz gut, so wird schnell die Stoßrichtung des Autors evident. Harari ist ein Vertreter der biodeterministischen Weltsicht, die dem Menschen keinen freien Willen zugesteht - der Mensch ist demnach ausschließlich und allein der Gefangene der in ihm ablaufenden chemischen Prozesse. Diese Sichtweise ist bereits veraltet - deutsche Neurophysiologen wie Singer und Roth vertraten diesen Standpunkt schon vor vielen Jahren. Harari fügt noch die metaphorische Überhöhung hinzu, dass der Mensch ausschließlich Algorithmen prozessiert. Damit ist die Brücke zum Computer und zur digitalen Welt hergestellt. So verwundert es nicht, dass Harari prognostiziert, dass die Menschheit auf die neue Religion des "Dataismus" zustrebt. Als wäre das nicht schon genug, indoktriniert er geradezu seine Leserschaft, so viel Daten wie möglich an Dienstleister wie Google, Facebook & Co. zu liefern (Big Data), unter dem Vorwand, dass es dem Menschen nütze. Harari reflektiert dabei überhaupt nicht, dass viele Daten im Internet nicht stimmen, d.h., dass Menschen willentlich und unbewusst häufig falsche Daten angeben (z.B. der 50-jährige Mann, der sich als 14-jähriges Mädchen ausgibt, um "Chat-Bekanntschaften" zu machen oder der adipöse Rentner, der bei der Kalorienangabe etwas "schummelt"). Außerdem bleibt die Konsequenz eines absoluten Überwachungsstaats durch Algorithmen vollständig ausgeklammert. Hararis Zukunftsszenario basiert m.E. sowohl auf falschen anthropologischen und soziopolitischen Annahmen und an mancher Stelle könnte sich der Eindruck aufdrängen, dass er von den digitalen Wirtschaftsriesen, die mit Daten von und über Menschen ihr Geld verdienen, dazu ermutigt worden ist. Wer sich nach der Hälfte des Buchs nicht allzu sehr über das Gelesene echauffieren möchte, dem sei an dieser Stelle dringend von der Lektüre abgeraten. Da gibt es viele bessere, fachliche korrektere und politisch progressivere Zukunftsschilderungen.

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9 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

Buddhas heiteres Lächeln

Hubert Michelis
Flexibler Einband: 466 Seiten
Erschienen bei Spica Verlag GmbH, 01.02.2017
ISBN 9783946732143
Genre: Romane

Rezension:

Der aus dem Rheinland stammende und in der Nähe von Frankfurt lebende Autor Hubert Michelis hat mit dem im Spica Verlag erschienenen Werk "Buddhas heiteres Lächeln“ ein veritables „Brett“ vorgelegt. Der über 450 Seiten umfassende Roman darf getrost als Opus Magnus des an Bekanntheit und Beliebtheit gewinnenden Autors bezeichnet werden. Es handelt von tiefschürfenden Existenz- und Lebensfragen und bettet die alle Menschen betreffenden Diskurse nahezu meisterhaft in einen interessanten und ansprechenden Plot ein. Es geht um Themen wie Identitätssuche, Identitätsverlust, Freiheit versus sozialpsychologischer Anpassungsdruck, Abgleiten ins soziale Aus und Kriminalität sowie schließlich die Fähigkeit, Weisheit zu erlangen.
Zum Inhalt: Der Franziskanermönch Leo begegnet zufällig am Kölner Hauptbahnhof einer hübschen, jungen Australierin namens Jane, in die er sich Hals über Kopf verliebt. Leo erlebt einen heftigen inneren Kampf, beschließt aber schließlich aus dem Kloster auszutreten, damit er Jane heiraten kann. Doch schließlich kommt es anders und die Träume zerplatzen jäh. Leo hat nicht nur seinen Glauben verraten und sein bisheriges Leben aufgegeben, sondern er landet sogar als Obdachloser unter der Brücke. Doch damit nicht genug: Leo gerät vollends auf die kriminelle Bahn, landet folgerichtig im Gefängnis und macht sich schließlich auf den Weg nach Indien, um sein wahres Ich und den Stein der Weisen zu finden … Ob ihm dies gelingen wird oder ob sein Leben weiter in einem unaufhaltsamen Abwärtsstrudel bergab verläuft …?
„Buddhas heiteres Lächeln“ ist ein (Anti-) Entwicklungsroman, der sich durchaus in die Tradition großer Vorbilder der realistischen Literaturepoche wie Gottfried Kellers „Der grüne Heinrich“ einreihen kann. Das Werk umfasst ebenso wie die großen klassischen Vorbilder Goethes („Wilhelm Meister“) und Novalis‘ („Heinrich von Ofterdingen“) feinsinnig austarierte philosophische Diskurse: jetzt aber um „moderne“ Fragen wie Brechts Diktum vom Fressen und der Moral oder Camus‘ Sisyphos-Arbeit beziehungsweise das durch Kant angelegte und durch Sartre radikalisierte Postulat, dass der Mensch verdammt dazu ist, frei zu sein. Kritisch zu hinterfragen dürfte bleiben, ob Antworten auf diese Fragen tatsächlich im Buddhismus zu finden sind. Der Autor versteht es trotz der behandelten „letzten Lebensfragen“ das Ganze in eine warme, poetische Sprache einzukleiden, die den Leserinnen und Lesern das Herz anrühren wird. Garniert wird das Ganze mit einem großen Herzen und einem tiefen Verständnis für alle Irrungen und Wirrungen, die das Leben so bereithält. Eine Lese-Empfehlung ohne Einschränkung: alters- und geschlechtsunabhängig, für alle Schichten und Bedürfnisse eine interessante Lektüre, die der eigenen Verortung im Leben hilft. Unbedingt Lesen!

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Die Ardennen-Offensive 1944

Antony Beevor , Helmut Ettinger
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei C. Bertelsmann, 31.10.2016
ISBN 9783570102206
Genre: Sachbücher

Rezension:

Der britische Historiker Antony Beevor ist zweifellos ein Meister seines Fachs. Allerdings weist sein jüngst im Bertelsmann erschienenes Werk "Die Ardennen Offensive 1944 - Hitlers letzte Schlacht im Westen" auch Schwächen auf. Beevor erzählt unglaublich detailreich und mit zahllosen Anekdoten die Geschehnisse um die Ardennen-Offensive. Dabei ergreift er überraschend eindeutig Partei für die Amerikaner und gegen die Briten. Der britische Befehlshaber Montgomery scheint für ihn ein rotes Tuch zu sein. Ebenso überzeugend stellt er die Egomanie und Vermessenheit von Hitlers Traum-Gespinsten dar. Hitler dachte durch einen Schlag gegen die westlichen Alliierten und die Rückeroberung von Antwerpen einen Keil in die Koalition zwischen dem kapitalistischen Westen und dem kommunistischen Osten zu treiben. Also zog er massive Verbände aller Waffengattungen von der Ostfront ab und startete im Dezember 1944 die Ardennen-Offensive. Aber sehr schnell wurde klar, dass die Gegenwehr der amerikanischen und britischen Truppen stärker als erwartet ausfiel. Ebenso plagten die Deutschen Nachschub- und Materialprobleme. Beevor stellt eindrücklich dar, wie sehr die Zivilbevölkerung unter den Kriegshandlungen zu leiden hatte. Vor allem die Deutschten SS-Verbände begingen zahllose Kriegsverbrechen, aber auch die Amerikaner und Briten blieben nicht ohne Schuld. Als schließlich das Wetter aufklarte, konnten die Alliierten ihre Luftüberlegenheit zur Geltung bringen und die Deutschen zum Rückzug zwingen. Da die deutschen Kräfte im Westen massiert waren, konnten nun die Sowjets unter optimalen Bedingungen ihre Winter-Offensive an der Ostfront beginnen. 
Beevors Werk steht über jeden wissenschaftlichen Zweifel erhaben. Er breitet auch dem breiten Publikum gut verständlich die historischen Fakten um die Ardennen-Offensive aus. Aber was ihm zum ganz großen Wurf fehlt, ist eine erzählerische Glanzleistung wie sie zum Beispiel sein britischer Kollege Ian Kershaw in "Das Ende" an den Tag gelegt hat. Oder um im historischen Fachjargon das ganze auf den Punkt zu bringen: Beevors historisches Narrativ verliert sich zu sehr im Detail und in Anekdoten, um wirkliche Brillanz entfalten zu können. Ebenso lässt er manchmal die historische Objektivität vermissen. Aber dennoch ein sehr empfehlenswertes Buch für alle, die sich für den 2. Weltkrieg interessieren.

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

Das Dritte Reich

Ulrich Herbert
Flexibler Einband: 136 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 02.11.2016
ISBN 9783406697784
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das 3. Reich auf 125 Seiten darzustellen ist ein großes Wagnis. Zu groß sind die Gefahren der Auslassungen, Verkürzungen und Missverständnisse. Aber dem renommierten Freiburger Historiker Ulrich Herbert ist genau dieses Unterfangen gut gelungen. In der Reihe C.H.Beck Wissen hat er "Das Dritte Reich - Geschichte einer Diktatur" herausgegeben. Das Buch stellt die Geschichte des 3. Reichs von den Anfängen bis zum Ende 1945 dar. Herbert legt dabei besonderes Gewicht auf die außenpolitisch folgenreichen Jahre der NS-Außenpolitik, welche die Welt mit einem bis dato nicht dagewesenen Flächenbrand über zog. Mit jedem Satz ist zu spüren, dass Herbert ein Meister der Materie ist, und sich in der Geschichte des 3. Reichs auskennt wie kaum ein Zweiter. Ebenso lobenswert ist, dass er seinen Ergebnissen eine solide statistisch-empirische Grundlagenforschung zugrundelegt, so zum Beispiel bei der Schilderung der Transformationsphase von der Weimarer Republik zur NS-Diktatur. Herbert schildert die Geschichte des 3. Reichs weitgehend, ohne ständig den moralischen Zeigefinger zu erheben. Dass sich eine Verurteilung der singulären und unmenschlichen Verbrechen des 3. Reichs von selbst versteht, wird dadurch vorausgesetzt. An mancher Stelle allerdings täte eine noch präzisere Auseinandersetzung mit den dargestellten Fakten ganz gut, so zum Beispiel bei der Schilderung der gesellschaftspolitischen Implikationen für die jüdische Bevölkerung kurz nach der Machtergreifung. Allerdings kann eine solche differenziertere Darstellung auf dem vorgegebenen knappen Raum gar nicht stattfinden.
In der Summe ist Herberts "Das Dritte Reich" zur uneingeschränkten Lektüre empfohlen. Dies gilt nicht nur für Leserinnen und Leser, die sich einen kompakten Überblick über die Thematik verschaffen wollen, und dabei über recht wenig Vorwissen verfügen. Sondern auch für den kundigen Leser bietet das Buch Wissenswertes und manch neue Aspekte.

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275 Bibliotheken, 8 Leser, 4 Gruppen, 29 Rezensionen

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Jeder stirbt für sich allein

Hans Fallada
Fester Einband: 704 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 24.02.2011
ISBN 9783351033491
Genre: Klassiker

Rezension:

Hans Falladas letzter Roman "Jeder stirbt für sich allein" ist nun in einer schönen, neu rekonstruierten Auflage im Aufbau Verlag erschienen. Der Roman ist erschütternd, tieftraurig und doch zugleich lehrreich. Er handelt von Tod, Wahnsinn, Sucht und allen erdenklichen menschlichen Niederträchtigkeiten, die während der Nazi-Diktatur begangen wurden.
Das Arbeiter-Ehepaar Quangel entschließt sich nach dem Tod ihres Sohnes zum offenen Widerstand gegen das Hitler-Regime. Dazu verfassen sie Postkarten, die offen zum Widerstand aufrufen. Die GESTAPO kommt ihnen nach einiger Zeit auf die Spur und inhaftiert sie. Unfreiwillig reißen sie weitere Personen ins Unglück, bis das Ganze vor dem Volksgerichtshof und dem juristischen Ungeheuer Freisler endet.
"Jeder stirbt für sich allein" ist keine leichte Kost. Aber die Lektüre ist dennoch in jedem Fall zu empfehlen. Es entsteht ein markerschütterndes Panorama Berlins zur Nazizeit. Wo Wahnsinn, Lug, Trug und Tod an der Tagesordnung sind, bleibt jede Menschlichkeit auf der Strecke. Und dennoch gibt es einzelne Versuche, anständig zu bleiben gegenüber einem System, das alles Menschliche auszurotten sich auf die Fahnen geschrieben hat. Unbedingt lesen! 

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10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

brlin, brüssel, energiekonzer, geheime dokumente, hetzjagd, höchste politkreise, insider, lobbyist, moska, russischer ölmagnat

Der Lobbyist

Jan Faber
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Page & Turner, 20.10.2014
ISBN 9783442204434
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bei Jan Fabers "Der Lobbyist" handelt es sich eigentlich um einen Wirtschaftskrimi. Das mag nicht jedermanns Sache sein. "Der Lobbyist" hingegen ist ein Reißer, der jeden von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Es werden unglaubliche Szenarien aus der Wirtschafts- und Energiepolitik als Panoptikum vor dem Auge des Lesers entfaltet, die einem sprichwörtlich den Atem verschlagen. Die unlauteren Vernetzungen zwischen Wirtschaft und Politik treten dabei offen zu Tage und doch wird alles stets mit einem hohen Maß an Plausibilität und Wahrscheinlichkeit geschildert. Dass die jugendlichen Protagonisten Matthew Meyer und Tatjana Lossow zwar für die gegnerische Seite arbeiten, aber sich dennoch unsterblich ineinander verlieben, ist zwar etwas kitschig, tut dem Ganzen aber keinen Abbruch. Sehr realistisch hingegen sind die geschilderten Mittel, die die russische Politik gegen Tatjanas Familie einsetzt. Ihr Vater wird als unliebsamer Kritiker und Oppositioneller verhaftet und ihr Bruder wird verstümmelt, sodass er auf seine Musiker-Karriere fortan verzichten muss. Aber auch die deutsche Wirtschaft und Politik bedienen sich bestimmter Mittel und Wege, von denen man nicht gerade behaupten kann, dass sie mit dem Begriff "die Samthandschuhe anziehen" am besten umschrieben werden können.
Dass der Autor jemand ist, der sich auf den Fluren der Macht auskennt, ist mit jeder Seite zu spüren. Dass er eine mitunter schwierige und diffizile Materie auf so spannende Weise zu Papier bringt, ist hohe Kunst. Lese-Empfehlung!

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Die SS

Bastian Hein
Flexibler Einband: 127 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 10.02.2015
ISBN 9783406675133
Genre: Sachbücher

Rezension:

Bastian Heins "Die SS - Geschichte und Verbrechen" ist in der hervorragenden Reihe C.H. Beck Wissen erschienen. Hein gelingt es, die Geschichte und die Verbrechen der SS gut recherchiert und interessant dargestellt wiederzugeben. Dabei verfällt er nicht in den Modus Operandi zahlreicher Darstellungen über die Verbrechen des 3. Reichs, dass er auf jeder Seite den moralischen Zeigefinger erhebt und auf die Ungeheuerlichkeit der Verbrechen hinweist. Diese versteht sich eben von selber, wie bereits der im Titel genannte Terminus Verbrechen deutlich macht. Allerdings nimmt die Entstehungsgeschichte der SS und deren Abwicklung nach dem Kriegsende doch zu viel Platz ein im Vergleich zu den v.a. zwischen 1941 und 1945 begangenen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Hier wäre eine stärkere Fokussierung der ungeheuerlichen Gräueltaten, der Massentötungen und der sinnlosen Gewaltorgien doch nötig gewesen, um das einzigartige Ausmaß dieser verbrecherischen Organisation deutlich zu machen. Auch bei aller wissenschaftlichen Objektivität hätte hier eine empathischere Darstellung, die das Leiden der Opfer besser nachvollziehbar und greifbarer macht und eine schärfere Verurteilung der Verbrechen gut getan. Auch gerade 70 Jahre nach dem Ende des 2. Weltkriegs! Trotz dieses Makels ein interessanter, kompakter Überblick über das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte.

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Sharpes Waterloo

Bernard Cornwell , Karolina Fell , Leonard Thamm ,
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Wunderlich, 24.04.2015
ISBN 9783805250832
Genre: Historische Romane

Rezension:

Bernard Cornwell besitzt weltweit Millionen von Leserinnen und Lesern, die von seinen historischen Romanen fasziniert sind. Im soeben im Wunderlich Verlag erschienenen Buch "Waterloo" versucht er sich als Historiker an einer der bedeutendsten Schlachten der Weltgeschichte, die die politische Ordnung Europas für die kommenden 100 Jahre bestimmte.
Cornwell wählt dabei eine Mischung aus Oral History, aus einer Geschichte von unten und aus einer detaillierten Fokussierung auf die Befehlshaber Napoleon, Wellington und Blücher. Herausgekommen ist dabei ein spannendes, gut lesbares Schlachten-Gemälde, das phasenweise stark berührt. Eindrücklich sind so geschilderte Einzelschicksale, die von menschlichem Großmut, Heldentum und Verzweiflung erzählen. Dabei stört auch wenig, dass Cornwell recht häufig und umfänglich aus Original-Quellen zitiert, anstatt diese zu paraphrasieren, wie dies in der Geschichtswissenschaft Usus ist.
Fazit: Die Geschichte der Schlacht von Waterloo liest sich spannend für Hobby-Historiker und wird zudem von zahlreichen, farbigen Abbildungen komplettiert. Allerdings ist "Waterloo" für den ernsthaften Historiker wohl eher ein Ärgernis, da die eklektische Vorgehensweise und die langen zitierten Passagen nicht der wissenschaftlichen Norm entsprechen.    

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5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

sachbuch geschichte & völker & länder

1815 - Napoleons Sturz und der Wiener Kongress

Adam Zamoyski , ,
Fester Einband: 704 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 17.11.2014
ISBN 9783406671234
Genre: Historische Romane

Rezension:

Adam Zamoyskis Buch "1815" behandelt die Zeit des Wiener Kongresses. Der Autor ist ein angesehener internationaler Wissenschaftler. "1815" vermag allerdings die gesteckten Erwartungen nicht zu erfüllen. Das Buch changiert zwischen seriöser Wissenschaft und tendenziöser Populärwissenschaft. Vor allem ist keine das Werk vereinende Forschungsfrage zu erkennen, sodass der "rote Faden" fehlt. Besonders deutlich wird die Tendenz zur Populärwissenschaft dann, wenn es um die triviale Beschreibung der Routinen um den Wiener Kongress geht. Hier beschreibt der Autor seitenlang, wer mit wem amouröse Liäsons eingegangen ist, wer welche Kleidung getragen und wer wie viel gegessen hat. Besonders deutlich wird die tendenziöse Darstellung z.B. bei der Beschreibung des Würrtembergischen Königs Friedrich I., an dem Zamoyskis kein gutes Haar lässt. Er behauptet, dass er das Aussehen eines Schweines und homophile Neigungen besessen habe - ohne für letzteres einen Beleg anzuführen. Dass Friedrich I. ein knallharter Verhandlungspartner war, der das Wohl seines Königreichs im Blick hatte, fällt neben diesen ins Persönliche tendierenden Angriffen unter den Tisch. Fazit: "1815" behandelt ein wichtiges Thema der europäischen Geschichte. Leider schafft der Autor nicht den Spagath zwischen fundierter Wissenschaft, die sich auf die Inhalte des Wiener Kongresses bezieht und Populärwissenschaft a la Bildzeitung (wer mit wem, wer hatte welche schreckliche Kleidung an, wer hatte die schlechtesten Tischmanieren und wie vergnügt sich der Adel). Insofern ist es schade um das verschenkte Potenzial.

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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

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RAF - 1. Generation

Stefan Schweizer.
Buch: 300 Seiten
Erschienen bei SWB Media Publishing, 09.03.2012
ISBN 9783942661799
Genre: Krimi und Thriller

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21 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

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Ritter und die Al Qaida

Stefan Schweizer.
Buch: 300 Seiten
Erschienen bei SWB Media Publishing, 11.03.2013
ISBN 9783942661416
Genre: Krimi und Thriller

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15 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 12 Rezensionen

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Ritter und die PKK

Stefan Schweizer.
Buch: 300 Seiten
Erschienen bei SWB Media Publishing, 15.11.2014
ISBN 9783944264219
Genre: Krimi und Thriller

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56 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 40 Rezensionen

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Goldener Schuss

Stefan Schweizer.
Flexibler Einband: 312 Seiten
Erschienen bei Gmeiner-Verlag, 04.02.2015
ISBN 9783839216880
Genre: Krimi und Thriller

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Zwei an einem Tag

David Nicholls ,
Fester Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Kein & Aber, 29.07.2009
ISBN 9783036955421
Genre: Romane

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(2.991)

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Die Blutlinie

Cody McFadyen , Axel Merz
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 15.04.2008
ISBN 9783404158539
Genre: Krimi und Thriller

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Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand

Jonas Jonasson , Wibke Kuhn
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei carl's books, 29.08.2011
ISBN 9783570585016
Genre: Romane

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1.038 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

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Der Patient

John Katzenbach , Anke Kreutzer
Flexibler Einband: 668 Seiten
Erschienen bei Droemer Knaur, 01.07.2010
ISBN 9783426507469
Genre: Krimi und Thriller

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Der Schwarm

Frank Schätzing
Flexibler Einband: 992 Seiten
Erschienen bei Fischer Taschenbuch, 02.09.2009
ISBN 9783596510856
Genre: Krimi und Thriller

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(5.951)

8.115 Bibliotheken, 35 Leser, 15 Gruppen, 168 Rezensionen

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Sakrileg - The Da Vinci Code

Dan Brown ,
Flexibler Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 08.04.2006
ISBN 9783404154852
Genre: Krimi und Thriller

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(3.520)

4.773 Bibliotheken, 35 Leser, 15 Gruppen, 200 Rezensionen

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Der Augensammler

Sebastian Fitzek
Flexibler Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 10.08.2016
ISBN 9783426503751
Genre: Krimi und Thriller

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(5.510)

6.557 Bibliotheken, 32 Leser, 11 Gruppen, 86 Rezensionen

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Das Parfum

Patrick Süskind
Flexibler Einband: 319 Seiten
Erschienen bei Diogenes Verlag AG, 01.01.2006
ISBN 9783257016789
Genre: Klassiker

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Erbarmen

Jussi Adler-Olsen , Hannes Thiess
Flexibler Einband: 432 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.02.2011
ISBN 9783423212625
Genre: Krimi und Thriller

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Stieg Larsson , Wibke Kuhn ,
Flexibler Einband: 688 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 02.05.2007
ISBN 9783453432451
Genre: Krimi und Thriller

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