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'Dieser Krieg ist der große Rassenkrieg'

Birthe Kundrus
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 17.05.2018
ISBN 9783406675218
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das im C.H. Beck Verlag von Birthe Kundrus erschienene Buch "Krieg und Holocaust" gehört zu einer der besten, kompakten Darstellungen über das dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte der letzten Jahre.
Sachlich und doch ergreifend schildert Kundrus erst die NS-Ideologie als theoretischen Überbau, um dann die fatalen Auswirkungen auf Europa darzustellen. Die Ouvertüre stellt die NS-Außenpolitik ab 1939 dar, um dann - media in res - in das Kriegsgeschehen ab 1939 einzusteigen. Lobenswert ist in dieser Hinsicht die sachlich-politische Differenzierung der Kriegsgebiete. Diese Merkmale sind zwar hinreichend bekannt, aber Kundrus verdeutlicht, wieso eben einige der von den Deutschen besetzten Länder im Westen und Norden besser und beinahe gleichrangig wie die Deutschen behandelt wurden: Diese unterschiedliche Behandlung der okkupierten Gebiete entspringt eben der Rassenideologie, welche die Menschen aus dem Osten als "Untermenschen" betrachtet hat und die Menschen aus den westlichen und nördlichen Ländern als rassisch ähnlich oder beinahe gleichwertig gewichtet hat.
Von zentraler Bedeutung ist auch das Ende des Buchs, als sich Zerstörung und Elend gegen die Deutschen selbst richtet. Dezidiert beschreibt Kundrus den Zerstörungs- und Untergangswillen des NS-Regimes, der sich dann gegen das eigene Volk richtete. Denn, wenn das deutsche Volk nicht in der Lage sei, den großen Rassenkrieg zu gewinnen, dann dürfe es dem Feinde auch keine Schätze o.ä. in die Hand fallen lassen, sondern müsse eine radikale Politik der verbrannten Erde betreiben.
Etwas zu kurz kommen m.E. die eingeschobenen Zitate der Zeitzeugen, die an manchen Stellen etwas willkürlich und eklektisch eingeschoben wirken. Dies tut aber dem Gesamtwerk keinen Abbruch.

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Buddhas heiteres Lächeln

Hubert Michelis
Flexibler Einband: 466 Seiten
Erschienen bei Spica Verlag GmbH, 01.02.2017
ISBN 9783946732143
Genre: Romane

Rezension:

Der aus dem Rheinland stammende und in der Nähe von Frankfurt lebende Autor Hubert Michelis hat mit dem im Spica Verlag erschienenen Werk "Buddhas heiteres Lächeln“ ein veritables „Brett“ vorgelegt. Der über 450 Seiten umfassende Roman darf getrost als Opus Magnus des an Bekanntheit und Beliebtheit gewinnenden Autors bezeichnet werden. Es handelt von tiefschürfenden Existenz- und Lebensfragen und bettet die alle Menschen betreffenden Diskurse nahezu meisterhaft in einen interessanten und ansprechenden Plot ein. Es geht um Themen wie Identitätssuche, Identitätsverlust, Freiheit versus sozialpsychologischer Anpassungsdruck, Abgleiten ins soziale Aus und Kriminalität sowie schließlich die Fähigkeit, Weisheit zu erlangen.
Zum Inhalt: Der Franziskanermönch Leo begegnet zufällig am Kölner Hauptbahnhof einer hübschen, jungen Australierin namens Jane, in die er sich Hals über Kopf verliebt. Leo erlebt einen heftigen inneren Kampf, beschließt aber schließlich aus dem Kloster auszutreten, damit er Jane heiraten kann. Doch schließlich kommt es anders und die Träume zerplatzen jäh. Leo hat nicht nur seinen Glauben verraten und sein bisheriges Leben aufgegeben, sondern er landet sogar als Obdachloser unter der Brücke. Doch damit nicht genug: Leo gerät vollends auf die kriminelle Bahn, landet folgerichtig im Gefängnis und macht sich schließlich auf den Weg nach Indien, um sein wahres Ich und den Stein der Weisen zu finden … Ob ihm dies gelingen wird oder ob sein Leben weiter in einem unaufhaltsamen Abwärtsstrudel bergab verläuft …?
„Buddhas heiteres Lächeln“ ist ein (Anti-) Entwicklungsroman, der sich durchaus in die Tradition großer Vorbilder der realistischen Literaturepoche wie Gottfried Kellers „Der grüne Heinrich“ einreihen kann. Das Werk umfasst ebenso wie die großen klassischen Vorbilder Goethes („Wilhelm Meister“) und Novalis‘ („Heinrich von Ofterdingen“) feinsinnig austarierte philosophische Diskurse: jetzt aber um „moderne“ Fragen wie Brechts Diktum vom Fressen und der Moral oder Camus‘ Sisyphos-Arbeit beziehungsweise das durch Kant angelegte und durch Sartre radikalisierte Postulat, dass der Mensch verdammt dazu ist, frei zu sein. Kritisch zu hinterfragen dürfte bleiben, ob Antworten auf diese Fragen tatsächlich im Buddhismus zu finden sind. Der Autor versteht es trotz der behandelten „letzten Lebensfragen“ das Ganze in eine warme, poetische Sprache einzukleiden, die den Leserinnen und Lesern das Herz anrühren wird. Garniert wird das Ganze mit einem großen Herzen und einem tiefen Verständnis für alle Irrungen und Wirrungen, die das Leben so bereithält. Eine Lese-Empfehlung ohne Einschränkung: alters- und geschlechtsunabhängig, für alle Schichten und Bedürfnisse eine interessante Lektüre, die der eigenen Verortung im Leben hilft. Unbedingt Lesen!

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Das Dritte Reich

Ulrich Herbert
Flexibler Einband: 136 Seiten
Erschienen bei C.H.Beck, 02.11.2016
ISBN 9783406697784
Genre: Sachbücher

Rezension:

Das 3. Reich auf 125 Seiten darzustellen ist ein großes Wagnis. Zu groß sind die Gefahren der Auslassungen, Verkürzungen und Missverständnisse. Aber dem renommierten Freiburger Historiker Ulrich Herbert ist genau dieses Unterfangen gut gelungen. In der Reihe C.H.Beck Wissen hat er "Das Dritte Reich - Geschichte einer Diktatur" herausgegeben. Das Buch stellt die Geschichte des 3. Reichs von den Anfängen bis zum Ende 1945 dar. Herbert legt dabei besonderes Gewicht auf die außenpolitisch folgenreichen Jahre der NS-Außenpolitik, welche die Welt mit einem bis dato nicht dagewesenen Flächenbrand über zog. Mit jedem Satz ist zu spüren, dass Herbert ein Meister der Materie ist, und sich in der Geschichte des 3. Reichs auskennt wie kaum ein Zweiter. Ebenso lobenswert ist, dass er seinen Ergebnissen eine solide statistisch-empirische Grundlagenforschung zugrundelegt, so zum Beispiel bei der Schilderung der Transformationsphase von der Weimarer Republik zur NS-Diktatur. Herbert schildert die Geschichte des 3. Reichs weitgehend, ohne ständig den moralischen Zeigefinger zu erheben. Dass sich eine Verurteilung der singulären und unmenschlichen Verbrechen des 3. Reichs von selbst versteht, wird dadurch vorausgesetzt. An mancher Stelle allerdings täte eine noch präzisere Auseinandersetzung mit den dargestellten Fakten ganz gut, so zum Beispiel bei der Schilderung der gesellschaftspolitischen Implikationen für die jüdische Bevölkerung kurz nach der Machtergreifung. Allerdings kann eine solche differenziertere Darstellung auf dem vorgegebenen knappen Raum gar nicht stattfinden.
In der Summe ist Herberts "Das Dritte Reich" zur uneingeschränkten Lektüre empfohlen. Dies gilt nicht nur für Leserinnen und Leser, die sich einen kompakten Überblick über die Thematik verschaffen wollen, und dabei über recht wenig Vorwissen verfügen. Sondern auch für den kundigen Leser bietet das Buch Wissenswertes und manch neue Aspekte.

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Jeder stirbt für sich allein

Hans Fallada
Fester Einband: 704 Seiten
Erschienen bei Aufbau Verlag, 24.02.2011
ISBN 9783351033491
Genre: Klassiker

Rezension:

Hans Falladas letzter Roman "Jeder stirbt für sich allein" ist nun in einer schönen, neu rekonstruierten Auflage im Aufbau Verlag erschienen. Der Roman ist erschütternd, tieftraurig und doch zugleich lehrreich. Er handelt von Tod, Wahnsinn, Sucht und allen erdenklichen menschlichen Niederträchtigkeiten, die während der Nazi-Diktatur begangen wurden.
Das Arbeiter-Ehepaar Quangel entschließt sich nach dem Tod ihres Sohnes zum offenen Widerstand gegen das Hitler-Regime. Dazu verfassen sie Postkarten, die offen zum Widerstand aufrufen. Die GESTAPO kommt ihnen nach einiger Zeit auf die Spur und inhaftiert sie. Unfreiwillig reißen sie weitere Personen ins Unglück, bis das Ganze vor dem Volksgerichtshof und dem juristischen Ungeheuer Freisler endet.
"Jeder stirbt für sich allein" ist keine leichte Kost. Aber die Lektüre ist dennoch in jedem Fall zu empfehlen. Es entsteht ein markerschütterndes Panorama Berlins zur Nazizeit. Wo Wahnsinn, Lug, Trug und Tod an der Tagesordnung sind, bleibt jede Menschlichkeit auf der Strecke. Und dennoch gibt es einzelne Versuche, anständig zu bleiben gegenüber einem System, das alles Menschliche auszurotten sich auf die Fahnen geschrieben hat. Unbedingt lesen! 

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brlin, brüssel, energiekonzer, geheime dokumente, hetzjagd, höchste politkreise, insider, lobbyist, moska, russischer ölmagnat

Der Lobbyist

Jan Faber
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Page & Turner, 20.10.2014
ISBN 9783442204434
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Bei Jan Fabers "Der Lobbyist" handelt es sich eigentlich um einen Wirtschaftskrimi. Das mag nicht jedermanns Sache sein. "Der Lobbyist" hingegen ist ein Reißer, der jeden von der ersten bis zur letzten Seite fesselt. Es werden unglaubliche Szenarien aus der Wirtschafts- und Energiepolitik als Panoptikum vor dem Auge des Lesers entfaltet, die einem sprichwörtlich den Atem verschlagen. Die unlauteren Vernetzungen zwischen Wirtschaft und Politik treten dabei offen zu Tage und doch wird alles stets mit einem hohen Maß an Plausibilität und Wahrscheinlichkeit geschildert. Dass die jugendlichen Protagonisten Matthew Meyer und Tatjana Lossow zwar für die gegnerische Seite arbeiten, aber sich dennoch unsterblich ineinander verlieben, ist zwar etwas kitschig, tut dem Ganzen aber keinen Abbruch. Sehr realistisch hingegen sind die geschilderten Mittel, die die russische Politik gegen Tatjanas Familie einsetzt. Ihr Vater wird als unliebsamer Kritiker und Oppositioneller verhaftet und ihr Bruder wird verstümmelt, sodass er auf seine Musiker-Karriere fortan verzichten muss. Aber auch die deutsche Wirtschaft und Politik bedienen sich bestimmter Mittel und Wege, von denen man nicht gerade behaupten kann, dass sie mit dem Begriff "die Samthandschuhe anziehen" am besten umschrieben werden können.
Dass der Autor jemand ist, der sich auf den Fluren der Macht auskennt, ist mit jeder Seite zu spüren. Dass er eine mitunter schwierige und diffizile Materie auf so spannende Weise zu Papier bringt, ist hohe Kunst. Lese-Empfehlung!

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