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Morphium / Mord in Mesopotamien.

Agatha Christie
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Klagenfurt : Kaiser, 01.01.1984
ISBN 9783704320636
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags: bagdad, kammerspiel-krimi, poirot   (3)
 

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Die Morde des Herrn ABC . Der Todeswirbel. Zwei Romane in einem Band

Agatha Christie
Fester Einband
Erschienen bei Kaiser, 01.01.1962
ISBN B00E2R0H2I
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

O: The A.B.C. Murders, erschienen 6. Januar 1936 (in den USA etwas später, siehe englischsprachige Wikipedia). Mein Buch ist ein Hardcover-Doppelband zusammen mit „Der Todeswirbel“, meiner Erinnerung nach erstanden als Sonderausgabe eines dieser Tageszeitungsläden (ich habe davon noch weitere, über 30 Jahre alt jeweils, alles in alter Rechtschreibung). Das Buch ist der 18. Kriminalroman von Agatha Christie, der elfte Poirot (jeweils ohne Mitzählen der Kurzgeschichten, des novellisierten Theaterstücks). Die erste deutsche Übersetzung von 1937 war von Kurt Ziegler, meine Version von Gertrud Müller (vgl. Wikipedia).

Es ist 1935, die Weltdepression hat auch Hastings Farm in Südamerika nicht unberührt gelassen, also muss er geschäftlich nach London. Natürlich führt ihn sein Weg als erstes zu Poirot, der diesen erfreulichen Besuch als Omen sieht für das Nahen eines besonderen Verbrechens. Passenderweise hatte er unlängst einen anonymen Brief erhalten, der sein Augenmerk auf Andover am 21. zu lenken trachtete – nun, nicht ganz anonym: der Unterzeichner nennt sich „ABC“. Als in A wie Andover der Totschlag entdeckt wird an A wie Alice Ascher, ist es Poirot klar: „Das ist der Anfang“ S. 14 Neben der Leiche lag ein Fahrplan, ein wegen seiner alphabetischen Sortierung so genannter „ABC“.

Das hier ist so ein Poirot ganz nach meinem Herzen. Hastings ist zu ertragen, weil er nicht ganz so dröge ist wie üblich und auch nicht mit einer völlig dummen Bemerkung weiterhilft (sondern mit einer "normalen", für sein sonstiges Niveau). Am Ende werden alle Beteiligten versammelt, nicht nur „Ausschnitte“ wie bei „Tod in den Wolken“/“Death in the Clouds“. Der Wechsel zwischen Hastings als Ich-Erzähler und der dritten Person, auch wiederum über Hastings, als Stilmittel für eine von ihm nicht erlebte Zusammenfassung, gefällt mir. Es gibt zwei dezente Liebesgeschichten im Hintergrund, die nicht so schmachtend sind wie einigen anderen der Bücher. Und es gibt allerhand zum Lachen, am besten fand ich diese Unterhaltung zwischen dem armen Hastings und Poirot auf S. 81 
Hastings: “Sie ist ein wirklich bezauberndes Geschöpf!“
„Und trägt bezaubernde Kleider. Dieses Crêpe-Marocain-Kleid mit dem seidigen Fuchskragen – dernier cri!“
Sie sind eine männliche Putzmacherin, Poirot! Ich merke mir nie, was jemand getragen hat!“
„Dann wäre eine Nudistenkolonie das Gegebene für Sie.“ 
Der verklemmte Hastings, köstlich! Ich sehe das geradezu bildlich vor mir, käsebleich, nackt in braunen Sandalen und mit weißen Strümpfen. Ach, und Strümpfe, überhaupt! Dazu so eine Vielzahl von „red herrings“, ich hatte tatsächlich den anfänglich erwähnten Onkel in Südamerika in Verdacht.

Sehr gerne 5 Sterne, einer meiner Favoriten mit Poirot!

Zeitgeist:
Das folgende ist doch mal ein Klassendünkel:
Poirot: „Oh, Verrückte sind besonders schlau! Und dann dürfen Sie nicht vergessen, daß ein solcher Mörder äußerlich absolut normal und unauffällig aussehen kann, daß er eben jener Klasse angehört, die man im allgemeinen übersieht, nicht beachtet oder manchmal sogar verlacht.“ S. 61  Also sind Verrückte = geistig Kranke = Mitglieder der Unterschicht?
Grübeln verursachte mir S. 116 Poirot: „Und lebenslängliches Zuchthaus ist meiner Ansicht nach der Todesstrafe keineswegs vorzuziehen.“ Warum? Weil ein Mörder die Todesstrafe verdient? Oder, umgekehrt: Weil Zuchthaus schlimmer ist als die Todesstrafe? Versteht das jemand?

Referenzen zu anderen Christies:
• S. 8 Verweis auf Poirots aufgegebene Kürbiszucht -> „Das fehlende Glied in der Kette“ / „The Mysterious Affair at Styles“, der erste Poirot-Roman bzw. The Murder of Roger Ackroyd -> noch genau nachsehen, wird unterschiedlich gewertet; m.E. nach für beide.
• S. 11: “Der gute Poirot …Ist in alle wichtigen Fälle unserer Tage verwickelt. Verbrechen in Zügen, in Flugzeugen, Morde in der höchsten Gesellschaft…“ verweist auf „Der blaue Express“/“The Mystery of the Blue Train“ und „Der rote Kimono“ = „Mord im Orientexpress“/“Murder on the Calais Coach“ = „Murder on the Orient Express“ bzw. auf „Tod in den Wolken“/“Death in the Clouds“. Was speziell zur höchsten Gesellschaft? Das passen immer etliche, das führe ich daher nicht auf.
• Besonders interessant ist eine Bemerkung auf Seite 12, Poirot würde einst noch seinen eigenen Tod untersuchen. Vorgeblich weist diese Bemerkung voraus – in „Curtain“/“Vorhang“ passiert aber genau das. Konnte die Autorin das wissen? Will ein Autor so weit im voraus planen? Musste sie nicht und sie konnte – ich zitiere meine eigene Rezension zu einem der früheren Bücher, „Die großen Vier“, mit Verweis auf Wikipedia als Quelle „Der Roman [Die großen Vier] wurde kompiliert aus zwölf zuvor erschienenen Kurzgeschichten. Mrs. Christie brauchte 1926 Geld, weil Mr. Christie erst sehr viel Golf spielte mit seiner Golfpartnerin, dann wohl nur noch mit ihr (diese Ehe hielt dann bis zu seinem Lebensende). Dazu war Agatha Christies Mutter gestorben. Und die Autorin konnte in dieser Situation nicht schreiben“ – also schmurgelte sie kurzerhand mehrere Kurzgeschichten zum genannten Roman zusammen – den sie dann auch wohl wenig mochte. Das Schreiben aus reiner Geldnot traf auch noch auf den folgenden Band zu, „Der blaue Express“. Wenn man sich Wikipedia zu "Vorhang"/"Curtain" zu Gemüte führt, wurde dieser bereits deutlich vor seinem Erscheinen geschrieben. Irgendwo meine ich auch gelesen zu haben, dass die Autorin als Sicherheit „für (finanziell) schlechte Zeiten/ihr Alter“ quasi vorgeschrieben habe – ja, vgl. hier am Ende: https://en.wikipedia.org/wiki/The_Big_Four_(novel)#Timing_of_publication_in_Christie's_life bzw. https://de.wikipedia.org/wiki/Die_großen_Vier#Veröffentlichung_des_Romans
weitere

Trivia: Mehrfach kommt es zur Erwähnung eines gewissen „Jack der Bauchaufschlitzer“ (z.B. S. 132) – Jack the Ripper??
Hastings ist mit einer Schwester aufgewachsen S. 44 – der war also tatsächlich mal ein Kind.




1. The Missing Link (1920) = Das fehlende Glied in der Kette (1929). Gleichzeitig erstes AC überhaupt. https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Das-fehlende-Glied-in-der-Kette-142905060-w/rezension/1244913044/1244917397/

2. Murder on the Links (1923) = Mord auf dem Goldplatz D (1927) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Mord-auf-dem-Golfplatz-142810680-w/rezension/1245744308/ 

Anthologie: Poirot Investigates (1924) = Poirot rechnet ab (1924)(Kurzgeschichten) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Poirot-Investigates-144867380-w/rezension/1248721044/

3. (1926) The Murder of Roger Ackroyd = Alibi  (1928)https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/The-Murder-of-Roger-Ackroyd-The-Detective-Club-1246094036-w/rezension/1432047893/ 

chronologisch wurden dazwischen die (periodisch veröffentlichten) Kurzgeschichten aus "Poirot's Early Cases" geschrieben, sie wurden jedoch erst 1974 gemeinsam herausgebracht als genannte Anthologie. Deutsch Hercule Poirot's grösste Trümpfe - jedoch später, nur in Teilen. Siehe Wikipedia.

4. O: The Big Four(1927)/ D: Die großen Vier (1963) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Die-gro%C3%9Fen-Vier-142977410-w/rezension/1545133908/   

5. The Mystery of the Blue Train (1928) = Der blaue Express (1930)https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Der-blaue-Express-142805430-w/rezension/1545411714/

Dazwischen liegen die Stücke

Alibi (1928) - so der Titel im Englischen - dem zugrunde liegt natürlich der deutsche Titel des oben genannten dritten Poirot-Romans

Black Coffee (1930) - später novellisiert durch Charles Osbourne (1998)


6. Peril at Endhouse (1932) = Das Haus an der Düne (1933) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Das-Haus-an-der-D%C3%BCne-Kriminalroman-Peril-at-Endhouse-Goldmann-98-Goldmann-Krimi-Rote-Krimi-344200098X-Aus-d-Engl-%C3%BCbertr-von-Otto-Albrecht-van-Bebber-1545885014-w/rezension/1545912425/


7. Lord Edgeware Dies (1933) = Dreizehn bei Tisch (1934) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Dreizehn-bei-Tisch-297993841-w/rezension/1546436580/

8. Murder on the Orient Express (1934) / Murder on the Calais Coach = Mord im Orient-Express / Die Frau im Kimono (1934) / Der rote Kimono https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Der-rote-Kimono-145149940-w/rezension/1546781789/


9. Three Act Tragedy US: Murder in Three Acts (1935) = Nikotin (1935) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Nikotin-142687260-w/rezension/1551091753/


10. Death in the Clouds/Death in the Air (1935) = Tod in den Wolken (1937) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Death-in-the-Clouds-145023950-w/rezension/1813755242/


11. The A.B.C. Murders (1936) = Die Morde des Herrn ABC (1937) 


12. Murder in Mesopotamia (1936) = Mord in Mesopotamien (1939)
13. Cards on the Table (1936) = Mit offenen Karten (1938)
14. Death on the Nile (1937) = (Der) Tod auf dem Nil (1959)
15. Dumb Witness (1937) = Der ballspielende Hund (1938)
Anthologie Murder in the Mews (1937) = Hercule Poirot schläft nie oder Auch Pünktlichkeit kann töten (1984?)
17. Appointment with Death (1938) = Der Tod wartet/Rendezvous mit einer Leiche (1944)
18. Hercule Poirot's Christmas (1938) =  Hercule Poirots Weihnachten (1961)
19. Sad Cypress (1940) = Morphium (1943)
20.One, Two, Buckle My Shoe (1940) = Das Geheimnis der Schnallenschuhe (1951)
21. Evil under the Sun (1941) = Das Böse unter der Sonne (1945) 
22. Five Little Pigs (1942) = Das unvollendete Bildnis (1957)
23. The Hollow (1946) = Das Eulenhaus (1947)
24. The Labours of Hercules (1947) = Die Arbeiten des Herkules (2 Bände)
25. Taken at the Flood (1948) = Der Todeswirbel (1950)
26. Mrs. McGinty's Dead (1951) = Vier Frauen und ein Mord (1956)
27. After the Funeral (1953) = Der Wachsblumenstrauß (1954)
28. Hickory Dickory Dock (1955) = Die Kleptomanin (1958)
29. Dead Man's Folly (1956) = Wiedersehen mit Mrs. Oliver (1959)
30. Cat among the Pidgeons (1959) = Die Katze im Taubenschlag (1961)
31. The Clocks (1953) = Auf doppelter Spur (1965)
32. Third Girl (1956) = Die vergessliche Mörderin (1968)
33. Hallowe'en Party (1959) = Die Schneewittchen-Party (1971)
34. Elephants Can Remember (1972) = Elefanten vergessen nicht (1973)
35. Poirot's Early Cases (1974) = Poirots erste Fälle ()

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Die Morde des Herrn ABC / Der Todeswirbel

Agatha Christie
Fester Einband
Erschienen bei Neuer Kaiser-Verlag, 01.01.1962
ISBN B00464FOUC
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

O: The A.B.C. Murders, erschienen 6. Januar 1936 (in den USA etwas später, siehe englischsprachige Wikipedia). Mein Buch ist ein Hardcover-Doppelband zusammen mit „Der Todeswirbel“, meiner Erinnerung nach erstanden als Sonderausgabe eines dieser Tageszeitungsläden (ich habe davon noch weitere, über 30 Jahre alt jeweils, alles in alter Rechtschreibung). Das Buch ist der 18. Kriminalroman von Agatha Christie, der elfte Poirot (jeweils ohne Mitzählen der Kurzgeschichten, des novellisierten Theaterstücks). Die erste deutsche Übersetzung von 1937 war von Kurt Ziegler, meine Version von Gertrud Müller (vgl. Wikipedia).

Es ist 1935, die Weltdepression hat auch Hastings Farm in Südamerika nicht unberührt gelassen, also muss er geschäftlich nach London. Natürlich führt ihn sein Weg als erstes zu Poirot, der diesen erfreulichen Besuch als Omen sieht für das Nahen eines besonderen Verbrechens. Passenderweise hatte er unlängst einen anonymen Brief erhalten, der sein Augenmerk auf Andover am 21. zu lenken trachtete – nun, nicht ganz anonym: der Unterzeichner nennt sich „ABC“. Als in A wie Andover der Totschlag entdeckt wird an A wie Alice Ascher, ist es Poirot klar: „Das ist der Anfang“ S. 14 Neben der Leiche lag ein Fahrplan, ein wegen seiner alphabetischen Sortierung so genannter „ABC“.

Das hier ist so ein Poirot ganz nach meinem Herzen. Hastings ist zu ertragen, weil er nicht ganz so dröge ist wie üblich und auch nicht mit einer völlig dummen Bemerkung weiterhilft (sondern mit einer "normalen", für sein sonstiges Niveau). Am Ende werden alle Beteiligten versammelt, nicht nur „Ausschnitte“ wie bei „Tod in den Wolken“/“Death in the Clouds“. Der Wechsel zwischen Hastings als Ich-Erzähler und der dritten Person, auch wiederum über Hastings, als Stilmittel für eine von ihm nicht erlebte Zusammenfassung, gefällt mir. Es gibt zwei dezente Liebesgeschichten im Hintergrund, die nicht so schmachtend sind wie einigen anderen der Bücher. Und es gibt allerhand zum Lachen, am besten fand ich diese Unterhaltung zwischen dem armen Hastings und Poirot auf S. 81 
Hastings: “Sie ist ein wirklich bezauberndes Geschöpf!“
„Und trägt bezaubernde Kleider. Dieses Crêpe-Marocain-Kleid mit dem seidigen Fuchskragen – dernier cri!“
Sie sind eine männliche Putzmacherin, Poirot! Ich merke mir nie, was jemand getragen hat!“
„Dann wäre eine Nudistenkolonie das Gegebene für Sie.“ 
Der verklemmte Hastings, köstlich! Ich sehe das geradezu bildlich vor mir, käsebleich, nackt in braunen Sandalen und mit weißen Strümpfen. Ach, und Strümpfe, überhaupt! Dazu so eine Vielzahl von „red herrings“, ich hatte tatsächlich den anfänglich erwähnten Onkel in Südamerika in Verdacht.

Sehr gerne 5 Sterne, einer meiner Favoriten mit Poirot!

Zeitgeist:
Das folgende ist doch mal ein Klassendünkel:
Poirot: „Oh, Verrückte sind besonders schlau! Und dann dürfen Sie nicht vergessen, daß ein solcher Mörder äußerlich absolut normal und unauffällig aussehen kann, daß er eben jener Klasse angehört, die man im allgemeinen übersieht, nicht beachtet oder manchmal sogar verlacht.“ S. 61  Also sind Verrückte = geistig Kranke = Mitglieder der Unterschicht?
Grübeln verursachte mir S. 116 Poirot: „Und lebenslängliches Zuchthaus ist meiner Ansicht nach der Todesstrafe keineswegs vorzuziehen.“ Warum? Weil ein Mörder die Todesstrafe verdient? Oder, umgekehrt: Weil Zuchthaus schlimmer ist als die Todesstrafe? Versteht das jemand?

Referenzen zu anderen Christies:
• S. 8 Verweis auf Poirots aufgegebene Kürbiszucht -> „Das fehlende Glied in der Kette“ / „The Mysterious Affair at Styles“, der erste Poirot-Roman bzw. The Murder of Roger Ackroyd -> noch genau nachsehen, wird unterschiedlich gewertet; m.E. nach für beide.
• S. 11: “Der gute Poirot …Ist in alle wichtigen Fälle unserer Tage verwickelt. Verbrechen in Zügen, in Flugzeugen, Morde in der höchsten Gesellschaft…“ verweist auf „Der blaue Express“/“The Mystery of the Blue Train“ und „Der rote Kimono“ = „Mord im Orientexpress“/“Murder on the Calais Coach“ = „Murder on the Orient Express“ bzw. auf „Tod in den Wolken“/“Death in the Clouds“. Was speziell zur höchsten Gesellschaft? Das passen immer etliche, das führe ich daher nicht auf.
• Besonders interessant ist eine Bemerkung auf Seite 12, Poirot würde einst noch seinen eigenen Tod untersuchen. Vorgeblich weist diese Bemerkung voraus – in „Curtain“/“Vorhang“ passiert aber genau das. Konnte die Autorin das wissen? Will ein Autor so weit im voraus planen? Musste sie nicht und sie konnte – ich zitiere meine eigene Rezension zu einem der früheren Bücher, „Die großen Vier“, mit Verweis auf Wikipedia als Quelle „Der Roman [Die großen Vier] wurde kompiliert aus zwölf zuvor erschienenen Kurzgeschichten. Mrs. Christie brauchte 1926 Geld, weil Mr. Christie erst sehr viel Golf spielte mit seiner Golfpartnerin, dann wohl nur noch mit ihr (diese Ehe hielt dann bis zu seinem Lebensende). Dazu war Agatha Christies Mutter gestorben. Und die Autorin konnte in dieser Situation nicht schreiben“ – also schmurgelte sie kurzerhand mehrere Kurzgeschichten zum genannten Roman zusammen – den sie dann auch wohl wenig mochte. Das Schreiben aus reiner Geldnot traf auch noch auf den folgenden Band zu, „Der blaue Express“. Wenn man sich Wikipedia zu "Vorhang"/"Curtain" zu Gemüte führt, wurde dieser bereits deutlich vor seinem Erscheinen geschrieben. Irgendwo meine ich auch gelesen zu haben, dass die Autorin als Sicherheit „für (finanziell) schlechte Zeiten/ihr Alter“ quasi vorgeschrieben habe – ja, vgl. hier am Ende: https://en.wikipedia.org/wiki/The_Big_Four_(novel)#Timing_of_publication_in_Christie's_life bzw. https://de.wikipedia.org/wiki/Die_großen_Vier#Veröffentlichung_des_Romans
weitere

Trivia: Mehrfach kommt es zur Erwähnung eines gewissen „Jack der Bauchaufschlitzer“ (z.B. S. 132) – Jack the Ripper??
Hastings ist mit einer Schwester aufgewachsen S. 44 – der war also tatsächlich mal ein Kind.




1. The Missing Link (1920) = Das fehlende Glied in der Kette (1929). Gleichzeitig erstes AC überhaupt. https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Das-fehlende-Glied-in-der-Kette-142905060-w/rezension/1244913044/1244917397/

2. Murder on the Links (1923) = Mord auf dem Goldplatz D (1927) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Mord-auf-dem-Golfplatz-142810680-w/rezension/1245744308/ 

Anthologie: Poirot Investigates (1924) = Poirot rechnet ab (1924)(Kurzgeschichten) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Poirot-Investigates-144867380-w/rezension/1248721044/

3. (1926) The Murder of Roger Ackroyd = Alibi  (1928)https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/The-Murder-of-Roger-Ackroyd-The-Detective-Club-1246094036-w/rezension/1432047893/ 

chronologisch wurden dazwischen die (periodisch veröffentlichten) Kurzgeschichten aus "Poirot's Early Cases" geschrieben, sie wurden jedoch erst 1974 gemeinsam herausgebracht als genannte Anthologie. Deutsch Hercule Poirot's grösste Trümpfe - jedoch später, nur in Teilen. Siehe Wikipedia.

4. O: The Big Four(1927)/ D: Die großen Vier (1963) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Die-gro%C3%9Fen-Vier-142977410-w/rezension/1545133908/   

5. The Mystery of the Blue Train (1928) = Der blaue Express (1930)https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Der-blaue-Express-142805430-w/rezension/1545411714/

Dazwischen liegen die Stücke

Alibi (1928) - so der Titel im Englischen - dem zugrunde liegt natürlich der deutsche Titel des oben genannten dritten Poirot-Romans

Black Coffee (1930) - später novellisiert durch Charles Osbourne (1998)


6. Peril at Endhouse (1932) = Das Haus an der Düne (1933) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Das-Haus-an-der-D%C3%BCne-Kriminalroman-Peril-at-Endhouse-Goldmann-98-Goldmann-Krimi-Rote-Krimi-344200098X-Aus-d-Engl-%C3%BCbertr-von-Otto-Albrecht-van-Bebber-1545885014-w/rezension/1545912425/


7. Lord Edgeware Dies (1933) = Dreizehn bei Tisch (1934) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Dreizehn-bei-Tisch-297993841-w/rezension/1546436580/

8. Murder on the Orient Express (1934) / Murder on the Calais Coach = Mord im Orient-Express / Die Frau im Kimono (1934) / Der rote Kimono https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Der-rote-Kimono-145149940-w/rezension/1546781789/


9. Three Act Tragedy US: Murder in Three Acts (1935) = Nikotin (1935) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Nikotin-142687260-w/rezension/1551091753/


10. Death in the Clouds/Death in the Air (1935) = Tod in den Wolken (1937) https://www.lovelybooks.de/autor/Agatha-Christie/Death-in-the-Clouds-145023950-w/rezension/1813755242/


11. The A.B.C. Murders (1936) = Die Morde des Herrn ABC (1937) 


12. Murder in Mesopotamia (1936) = Mord in Mesopotamien (1939)
13. Cards on the Table (1936) = Mit offenen Karten (1938)
14. Death on the Nile (1937) = (Der) Tod auf dem Nil (1959)
15. Dumb Witness (1937) = Der ballspielende Hund (1938)
Anthologie Murder in the Mews (1937) = Hercule Poirot schläft nie oder Auch Pünktlichkeit kann töten (1984?)
17. Appointment with Death (1938) = Der Tod wartet/Rendezvous mit einer Leiche (1944)
18. Hercule Poirot's Christmas (1938) =  Hercule Poirots Weihnachten (1961)
19. Sad Cypress (1940) = Morphium (1943)
20.One, Two, Buckle My Shoe (1940) = Das Geheimnis der Schnallenschuhe (1951)
21. Evil under the Sun (1941) = Das Böse unter der Sonne (1945) 
22. Five Little Pigs (1942) = Das unvollendete Bildnis (1957)
23. The Hollow (1946) = Das Eulenhaus (1947)
24. The Labours of Hercules (1947) = Die Arbeiten des Herkules (2 Bände)
25. Taken at the Flood (1948) = Der Todeswirbel (1950)
26. Mrs. McGinty's Dead (1951) = Vier Frauen und ein Mord (1956)
27. After the Funeral (1953) = Der Wachsblumenstrauß (1954)
28. Hickory Dickory Dock (1955) = Die Kleptomanin (1958)
29. Dead Man's Folly (1956) = Wiedersehen mit Mrs. Oliver (1959)
30. Cat among the Pidgeons (1959) = Die Katze im Taubenschlag (1961)
31. The Clocks (1953) = Auf doppelter Spur (1965)
32. Third Girl (1956) = Die vergessliche Mörderin (1968)
33. Hallowe'en Party (1959) = Die Schneewittchen-Party (1971)
34. Elephants Can Remember (1972) = Elefanten vergessen nicht (1973)
35. Poirot's Early Cases (1974) = Poirots erste Fälle ()

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Tags: angekündigter mord, anonymer brief, poirot, serienmorde   (4)
 

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Macbeth

Jo Nesbø , André Mumot , Wolfram Koch
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Der Hörverlag, 27.08.2018
ISBN 9783844530865
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zu Beginn: ich kannte die Shakespeare-Vorlage, hatte sie ausführlich in der Schule erarbeitet. Dennoch musste ich für diese moderne Adapation im Rahmen des Hogarth-Shakespeare-Projekts noch einmal „Nachhilfe“ nehmen und empfehle das auch hier jedem DRINGEND: https://de.wikipedia.org/wiki/Macbeth_(Shakespeare)
Die ersten 60 Tracks des Hörbuches habe ich tatsächlich DREI (!) Mal hintereinander gehört, bevor ich folgen konnte, erst ab Track 100 war das Zuhören weder Qual noch anstrengend. Ich finde den Stoff als nur begrenzt zum Hören geeignet – es fehlt definitiv sowohl Buch als auch Hörbuch eine Personalliste, selbst WENN man die Vorlage kennt (einige Änderungen sind, hm, "speziell"). 

Achtung: die folgende Formatierung Original/Nesb ø  ergibt nur Sinn, wenn man sich das unter dem Hörbuch selbst anschaut bzw. über https://www.lovelybooks.de/autor/Jo-Nesbø/Macbeth-1660906846-w/rezension/1805631739/  )


                        Shakespeare                             Nesbø
Duncan         König von Schottland               Chief Commissioner (nach
                                                                            dem korrupten Kenneth)
Macbeth        Thane of Glamis, Vasall           SWAT-Team-Leiter. Ex-
                                                                            Junkie. 33
Lady Macbeth                                                    Lady. Ihr gehört das
                                                                           Inverness-Kasino.

Die Thanes (Fürsten)              
Banquo                                                              In Macbeths SWAT-Team.
                                                                            Väterlicher Freund               
Fleance            Banquos Sohn
Macduff           Thane of Fife.                          Duff. Leiter Rauschgift-
                                                                            Dezernat. Karriere-Polizist.
Lennox                                                               Leiter Anti-Korruptions-
                                                                            einheit
Angus                                                                in Macbeths SWAT-Team.
Caithness                                                          Chefin Kriminaltechnik


Hecate                                                               Drogen-Dealer. Swenos
                                                                            Konkurrent 
Drei Hexen                                                        Prostituierte, zu Hecate
Sweno            Norwegischer König                Chef der Norse-Riders,
                                                                           Rocker

sonstige:
Walt Kite - soll das eine Anspielung sein an US-Journalist Walter Kronkite? https://de.wikipedia.org/wiki/Walter_Cronkite
Aber wen soll dann der lispelnde Olafsen darstellen?


Der Text hat nach meiner Auffassung ein paar Holprigkeiten: dazu gehören für mich Formulierungen aus dem Kitschroman wie „und ihr Diener erhob sich gehorsam unter dem Seidenstoff“ für Macbeth' Erektion, aber auch die quietschenden Schuhe von Duff. Auch konnte ich hier nicht folgen, woher Ladys Mordpläne kamen - das passierte mir zu plötzlich (ebenso wie die Rückkehr zur Sucht). Und ob ich Banquo so exakt beim Urinieren begleiten möchte... das ist mir also zu detailliert in Nichtigkeiten und zu oberflächlich bei wichtigen Ereignissen. 


Ich habe mit dem Text auch ein paar generelle Probleme: Autor Nesbø ist Norweger, die deutsche Version hingegen wurde aus dem Englischen übersetzt – eine Übersetzung einer Übersetzung entfernt sich notgedrungen mehr vom Original und ist für mich schlicht Quatsch. In Kapitel 75 heißt es „sein Auge verlöschte oder erlöschte“ (ich konnte es nicht genau verstehen) – das heißt aber „erlosch“ oder „verlosch“. Die wiederkehrenden Bilder wie z.B. den Regentropfen (im Prolog, dann an Duffs Visier, ...) fand ich zu gewollt literarisch.
Wolfram Koch liest an sich toll. Allerdings spricht man das schottische „Glamis“ nicht „Glemmis“ sondern „Glaahms“. 

Sicherlich ist der Stoff nicht unbedingt einfach umzusetzen, die Personalfülle ist schon beim Original eine Herausforderung. Ganz geglückt finde ich es nicht, zum Hören finde ich es mindestens schwer herausfordernd. Dem Autor begegne ich lieber bei Harry Hole wieder. 3 Sterne.



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Tags: hogarth-projekt, moderne adaption   (2)
 

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213 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 39 Rezensionen

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Böse Seelen

Linda Castillo , Helga Augustin
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 27.07.2017
ISBN 9783596298013
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Police Chief Kate Burkholder bekommt mitten im tiefsten Winter eine Anfrage, bei Ermittlungen in der Nähe von New York behilflich zu sein. Eine Amisch-Gemeinde, die noch abgeschlossener lebt als gewöhnlich, steht im Fokus des Behördeninteresses. Nach anonymen Anrufen mit verschiedenen Hinweisen zu Vorgängen innerhalb der Gemeinde des charismatischen Bischofs Schrock wurde kürzlich ein junges Mädchen tot aufgefunden, erfroren. An sich noch kein Anlass für Ermittlungen, doch die 15jährige stand unter Einfluss von Schmerzmitteln und muss kürzlich schwanger gewesen sein. Die Polizeichefin Kate hat selbst bis zu ihrem 18. Lebensjahr als Amische gelebt und soll nun undercover ermitteln.

Ich lese diese Reihe sehr sporadisch – begonnen habe ich mit den Bänden 4 und 5, dann pausiert; diesen 8. Band habe ich wieder in kürzester Zeit verschlungen. Die Pause hat gut getan: während parallel die Leser, die innerhalb der Insider-Voting-Challenge https://www.lovelybooks.de/autor/LovelyBooks/LovelyBooks-Spezial-1287744138-w/leserunde/1508005900 die ganze Reihe lesen, wohl teils gewisse Ermüdungserscheinungen haben, hat mir dieser Band sehr gut gefallen. Es gibt nur eine kurze Zusammenfassung zu Kates Hintergrund (die genauen Gründe und Umstände ihres Austritts bei den Amischen werden ausgespart), ihre Beziehung zu Tomasetti ist nicht so dominant thematisiert. Es bleibt meine Kritik der vorigen Bücher: hier geht es um Verbrechen an Amischen mit (leider bislang ausschließlich) Tätern innerhalb dieser Gemeinde. Nun ist man natürlich nicht vor allem Menschlichen gefeit, nur weil man es gerne möchte, aber das erscheint mir dennoch etwas stark überzogen, vor allem die durchgehende soziopathische Ausrichtung der Täter. Durch die Pause zwischen den Lektüren störte mich das aber im Vergleich zu Band 5 herzlich wenig. Auch, dass Kate prinzipiell reichlich etwas abbekommt, scheint Handlungsbestandteil zu sein – immerhin war ihr Verhalten hier wesentlich sicherheitsbewusster. Teils wird etwas dick aufgetragen, so auf S. 59, wenn das Gefühl, die Kollegen nie wiederzusehen, beschrieben wird.

Was für mich als Schwäche bleibt aus der Sicht des Endes: mir bleibt unklar, was die beiden jungen Schneemobil-Fans antrieb, warum sie anscheinend unbehelligt blieben von Eltern, Verwandten? Was passierte eigentlich genau am Ende des Prologs? Warum riskierte(n) der/die Täter, als Opfer über Fremde hinaus zu gehen? Da es mich während der Lektüre jedoch nicht störte und mir diese Punkte erst nach einem Tag einfielen: 4 Sterne. 

Nach meiner Meinung: Keine Serie zum „Verschlingen nacheinander“, eher zum sporadischen Lesen, sonst nerven die Wiederholungen/Häufungen. Einstieg an beliebiger Stelle war mir möglich.

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Tags: kate burkholder, undercover   (2)
 

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Perry Clifton und die Insel der blauen Kapuzen

Wolfgang Ecke
Flexibler Einband: 126 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 01.12.1990
ISBN 9783473391998
Genre: Kinderbuch

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The Magpies

Mark Edwards
Flexibler Einband: 328 Seiten
Erschienen bei Thomas & Mercer, 26.11.2013
ISBN 9781477817995
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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The Magpies

Mark Edwards
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Brilliance Audio, 24.12.2013
ISBN B00HG6T8QI
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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73 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 45 Rezensionen

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Mitten im Sturm

Jessica Winter
Flexibler Einband: 508 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 18.09.2018
ISBN 9783752885507
Genre: Liebesromane

Rezension:

Seattle. 
„Ich habe einen Menschen getötet. 
Fünfhundereinundfünfzig Tage lang versuche ich bereits, das Ausmaß dieser Tatsache zu erfassen und doch begreife ich es immer noch nicht.“ An Grace‘ Tür wird „MÖRDER“ geschmiert. Sie ruft nicht nach der Polizei, sie weiß, wer es war, sie geht in den Baumarkt, um Farbe zu kaufen. Das klingt nach einem Krimi. 

Grace und Eric liefern sich einen verbalen Schlagabtauch nach dem anderen, seit sie sich im Baumarkt begegneten und sich später herausstellte, dass Eric und Grace‘ Kumpel Matt Mittbewohner sind. Das klingt nach Liebesroman. 

Die 19jährige Grace Souza hat einen Menschen getötet vor fast zwei Jahren. Sie wurde freigesprochen aufgrund der Umstände, es sei ein Unfall gewesen. Sie leidet seitdem unter Schlaflosigkeit, Selbstzweifeln, Zweifeln, ob es wirklich ein Unfall war. Und sie ist Psychoterror ausgesetzt. Sie kratzt sich, leidet unter Schlaflosigkeit. Das klingt sehr dramatisch. 

Es ist ein Roman von Jessica Winter. 

Es ist mir aus dummen Gründen fast peinlich, aber ich liebe die Bücher von Jessica Winter! Nun, sonst lese ich meistens und Krimis/Thriller und sogenannte anspruchsvolle Romane (wobei Thriller von Andreas Pflüger, „Endgültig“, „Niemals“ schon recht anspruchsvoll sind; während einige der als „Literatur“ eingestuften Werke leicht-locker-unterhaltsam sind, Thomas Klupp „Wie ich fälschte, log und Gutes tat“, oder Leser zu Tränen rührt wie Benedict Wells „Vom Ende der Einsamkeit“). Ergo: ich halte mich wohl für etwas Besseres? Hoffentlich nicht. Die Romane von Frau Winter sind spannend, lustig und haben immer (mindestens) ein gesellschaftliches Brennpunkt-Thema zur Grundlage. Ja, sie sind auch mindestens gefühlvoll, aber keine hohlen Kitschschnulzen. Und: sie macht das sehr geschickt, wie sie das aufbaut, dass man zu den Ursachen hingeführt wird. 

Dazu trifft die Autorin noch Kernaussagen, mitten hinein. „Durch ihn habe ich erkannt, dass Leid uns nicht stärker macht, es uns aber die Stärke zeigen kann, die wir bereits besitzen und in uns tragen.“ Oder Worte wie „Ich lasse dich los“ zu denen, die Schaden verursacht haben. „Vergebung bedeutet viel mehr, den Wunsch aufzugeben, meine Geschichte noch irgendwie ändern zu können, und mich auf die Gegenwart zu konzentrieren.“ Stark die Szene in Massachussetts, die Vergebung gegenüber einem anderen, nicht für diesen, sondern für sich selbst, um frei zu sein. Jessica Winter ist Christin, ihre Hauptfiguren auch, nicht aufgesetzt, durch ihr Handeln, wie sich das gehört. Mich beeindruckt auch das. 

Okaaaay, also ich mag die Bücher, ich mag Gracie, die kratzbürstig ist, lustig, einfühlsam, klug und stur. Sie ist keine kleine Tussi, die auf den Prinzen wartet. Sie hat Mut, will ihr Leben geregelt bekommen. Und Eric sieht irgendwann ein, dass auch jemand mit Schwarz-weiß-Weltbild gelegentlich einmal seine Grenzen übertreten muss, nicht aber die Grenzen anderer. Dazu gibt es noch einen ganzen Schwung sympathischer Nebenfiguren wie Grace‘ Fast-Schwester Maggie oder Erics kleine Schwester Lilly. Insgesamt ein richtig guter Grund, sich so richtig in die schöne Geschichte hineinfallen zu lassen, die mich durch ihre Botschaft beeindruckt und durch die Schreibweise. Ich kann ja danach wieder Literatur lesen oder „Leichen“. Oder noch einmal Jessica Winter, immer gern. 

Das Buch steht für sich allein; allerdings ist die beste Freundin von Grace DIE Julia, die die Protagonistin der „Julia und Jeremy – Reihe“ aus drei Bänden ist. Dieser Band liegt in der Logik „zwischen“ dem zweiten Band, kann aber allein gelesen werden. Wenn man die zwei ersten Bände gelesen hat wie ich, kennt man Grace‘ Geheimnis, wenn man dieses Buch gelesen hat, kennt man das von Julia. Nicht dass das wirklich schlimm wäre – mich hat diees Buch trotzdem sehr bewegt. 

5 Sterne.

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Tags: christlicher glaube, missbrauch, misstrauen, stalking, vergebung   (5)
 

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166 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 109 Rezensionen

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Der Abgrund in dir

Dennis Lehane , Steffen Jacobs , Peter Torberg
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 29.08.2018
ISBN 9783257070392
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:


50 % psychologischer Roman, 50 % zwischen Krimi und Thriller – das muss hier unbedingt vorab gesagt werden, zur Erwartungshaltung. Dazu das ganze noch in durchaus anspruchsvoller Sprache, mit sehr intensiven Bildern.

„Ein Mann ist das, was er dir über sich erzählt, und das meiste davon sind Lügen.“ S. 8 so hatte Rachels Mutter zu ihr gesagt und zu Rachels Vater „Wenn du durch diese Tür gehst, werde ich dich aus meinem Leben löschen.“ S. 14 Sie hatte Wort gehalten, und mit diesem Ballast, mit dieser Bitterkeit war Rachel vaterlos aufgewachsen, in einer wohlsituierten, gebildeten Welt von Collegedozenten wie ihrer Mutter an der Ostküste der USA. Als sie nach dem Tod der Mutter endlich Antworten zu ihrem Vater will, lernt sie den Privatdetektiv Brian Delacroix kennen. Auch während ihrer Ehe mit dem TV-Kollegen Sebastian begegnet man sich gelegentlich, zufällig. Dann kommt Rachels Auftritt vor den Kameras ihres Senders, der in einer Panikattacke endet und damit auch Rachels Karriere und Ehe beendet. Und wieder begegnet sie Brian. Das Leben hat für Rachel wieder einen Sinn, auch wenn ihre Ängste sie meist ans Haus fesseln. Doch dann bemerkt sie erste Brüche im Leben Brians, meint, ihn zu sehen, wo er gar nicht sein dürfte.

Wow, das war gerade echt so ein Zwitter zwischen Literatur und Krimi/Thriller, Lehane kann Bilder entwerfen, genial: „Das unvermittelte, unsichere Lächeln eines Mannes, der darauf getrimmt worden war, um Erlaubnis zu fragen, ehe er seiner Freude Ausdruck verlieh.“ S. 56 oder zu Rachel: „Für dich ist nicht die Liebe das Wichtigste, sondern Sicherheit.“ S. 41 oder „Irgendwas passiert immer, wenn man jemandem in die Augen sieht: Man gibt Macht ab, man nimmt sie oder teilt sie. Sie kamen zu dem wechselseitigen Entschluss, ihre Macht zu teilen.“ S. 275

Die erste Hälfte liest sich mehr als Roman, mit einer gewissen Vorahnung zwar dank des Prologs und noch mehr dank des Klappentextes, aber sie schreitet gemächlich voran, Autor Lehane baut seine Charaktere sorgfältig auf: sonst wäre der rasante zweite Teil schlicht nicht möglich.Und rasant wird es, und wie. Ich bin begeistert, besonders vom „Showdown“ und dem Ende (ja, das hat hier zwei Stufen).

Mankos? S. 43 „Er war ungefähr zweiundsechzig Jahre alt…“ was für ein Quatsch, das sollte dann „er war ungefähr Anfang Sechzig“ heißen. 
Wie viele Autos fahren nach einem doppelten Überschlag noch weiter? Wofür war der doppelte Überschlag überhaupt nötig, hätte „das Auto prallte hart gegen die Kante und alles flog herum“ nicht gereicht? Also, reine Erbsenzählerei, nix Wildes (ich wundere mich da eher über das US-Lektorat). 

Top. 5 Sterne.

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Tags: angst, haiti, heist, ostküste, panikattacke, täuschung, usa   (7)
 

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138 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 83 Rezensionen

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Ein Winter in Paris

Jean-Philippe Blondel , Anne Braun
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 24.09.2018
ISBN 9783552063778
Genre: Romane

Rezension:

„Ich vermisste plötzlich alles, was nicht stattgefunden hatte.“ S. 128


"Ein Schrei.
Kurz.
Durchdringend.
Ein dumpfer Knall." S. 31
Schreiben mithilfe von Zeilenwechseln. Ein Selbstmord.

Es ist für Victor, den Ich-Erzähler, das zweite Jahr der Vorbereitungsklasse für den Zugang, den Concours, auf eine der französischen Elite-Universitäten, Paris. Victor kommt aus der Provinz, der erste Student aus seiner Familie. "Ich begriff schnell, dass mir die Zugangscodes fehlten: kulturell, sprachlich und die Kleiderordnung betreffend." S. 20 

Victor wollte gerade Mathieu einladen, "Vielleicht wäre es ganz nett, meinen Vorschlag anzunehmen und in den nächsten Ferien mal zusammen auszugehen. Genau. Sicher ganz amüsant. Unterhaltsam und inspirierend. Kein Stöhnen und kein Zaudern. Ich musste diese Richtung einschlagen, um das zu werden, was ich nie war - beliebt." S. 38 Er selbst ist für die Kommilitonen unsichtbar – erst nach dem Selbstmord von Mathieu, mit dem er nur beim Rauchen einige Worte wechselte, wird er für die anderen sichtbar, interessant. Jean-Philippe Blondel nutzt Satzlängen, für das Überlegen, das Zaudern, das Sich-Selbst-Bekräftigen, er nutzt Zeilensprünge, er schreibt in sehr poetischen, eindringlichen Bildern.

Victor ist ein Suchender auf ihm unbekannten Wegen, ohne viel eigene Initiative „Und außerdem bewege ich mich in einem Umfeld, das weder meine Eltern noch mein Bruder jemals kennenlernen werden … . Ich ebne mir meinen Weg.“
„Und mich hast du unterwegs aufgelesen und nimmst mich ein Stück mit?“
„Ich würde eher sagen, dass du am Steuer sitzt, oder?“ S. 76

Ich fand das Buch beim Lesen wunderbar, direkt danach und dann nochmals im Rückblick. Für mich ist das ein Text zum langsamen Lesen, zwischendurch hinlegen und hinterher darüber nachsinnen. Der Stil ist poetisch, aber leicht lesbar, den Grundton fand ich melancholisch, definitiv Winter, nicht Sommer, November, dann Februar, wie in der Handlung, melancholisch, aber nicht deprimierend. Victor ist erst unsichtbar, dann sichtbar als jemand anderes, Projektionsfläche. Dennoch bleibt er fähig, das Geschehene zu beurteilen, zum Beispiel im Gespräch mit Mathieus Vater, im für mich schönsten Satz aus dem Buch: 
„Zeitweise zog er sich innerlich zurück, dann war Ebbe, und ich konnte am Strand der Sätze spazieren gehen, die wir ausgetauscht hatten, die Spuren im Sand betrachten, bevor sie weggespült wurden, den Geräuschen des Windes lauschen, das Gesagte noch einmal überdenken.“ S. 113

Ein wunderschönes Buch über die offenen Fragen des Lebens, gleichzeitig ein Buch über die Unterschiede zwischen Paris und dem Umland, soziale Zugehörigkeiten. Unter https://www.hanser-literaturverlage.de/buch/ein-winter-in-paris/978-3-552-06377-8/  findet sich ein Interview zum Hintergrund, danke @parden.

5 Sterne.

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Tags: concours, eliteuniversität, lebensentscheidung, paris, provinz, selbstmord, soziale unterschiede, verlust, vorbereitungsklasse   (9)
 

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117 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

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Raumpatrouille

Matthias Brandt
Fester Einband: 176 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 08.09.2016
ISBN 9783462045673
Genre: Romane

Rezension:

Ein Memoir – aber keine Memoiren.
Kindheitserinnerungen – aber nicht kindisch.
Episodenhaft – aber zusammenhängend.
60er/70er Jahre – ja, West.
Matthias Brandt ist der Sohn des früheren Bundeskanzlers – das ist jedoch kein Buch über Willy Brandt, kein Blick durchs Schlüsselloch, kein „meine Kindheit war ja so schwer“-Buch.

„Alles, was ich erzähle, ist erfunden.
Einiges davon habe ich erlebt.
Manches von dem, was ich erlebt habe, hat stattgefunden.“
So lautet das schöne Vorwort. Der Rest lässt sich angenehm lesen, oft musste ich herzhaft lachen (herrlich – Fahrrad fahren mit Wehner). Ich fand mich wieder, auch wenn ich zehn Jahre jünger bin – die 70er reichten für das Wiedererkennen aus. Viel vom Charme macht die sehr spezielle Situation aus – mit „gestageten“ Aktionen dank der Politik, aber mit genauso aufgesetztem Verhalten im ganz normalen Kinderleben (der Prügelknabe der Klasse als Freund). Besonders anrührend fand ich das letzte Kapitel – das hob es für mich auf 5 Sterne, sonst wären es gute 4 geworden. Da die Meinungen geteilt sind – ich empfehle hier eine Leseprobe.

Übrigens wird in diesem Buch die gleiche Geschichte über Schweizer Heimweh erzählt wie in Königskinder...

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107 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 23 Rezensionen

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Konzert ohne Dichter

Klaus Modick
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 09.02.2015
ISBN 9783462047417
Genre: Romane

Rezension:  
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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

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Zehn kleine Negerlein

Agatha Christie
Flexibler Einband
Erschienen bei Scherz, 01.01.1978
ISBN B003DI3Q0M
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Zehn kleine Negerlein (AC 26) 
1944 in deutscher Erstausgabe im Scherz Verlag erschienen unter dem Titel „Letztes Weekend“, übersetzt von Anna Katharina Rehmann-Salten, ab 1982 unter dem Titel „Zehn kleine Negerlein“ (meine Ausgabe). Nach 1985 neue Übersetzung durch Ursula Gail, dann wieder neu 2003 durch Sabine Deitmer, jetzt mit dem Titel „Und dann gabs keines mehr“. 
O: 1939 „Ten Little Niggers“. In den USA 1940 als „And Then There Were None“ – mit Rücksicht auf die afroamerikanische Bevölkerung. Informationen aus Wikipedia.

Eine Insel vor der Küste von Devon, in meiner Ausgabe namens „Nigger Island“ (in späteren Ausgaben wurde wohl „Nigger“ ersetzt durch „Indian“). Zehn Personen befinden sich fast gleichzeitig auf dem Weg zu dieser Insel und treffen spätestens dort aufeinander, alle entweder auf eine Einladung hin oder wegen eines Arbeitsplatzes. Bald wird einer von ihnen nach einem Schluck aus seinem Glas zusammenbrechen – tot. Und direkt vorher erhielt jeder von ihnen eine schwerwiegende Anklage.

• Richter Lawrence Wargrave
• Vera Claythorne
• Captain Philip Lombard
• Miss Emily Brent
• General Macarthur
• Dr. Armstrong 
• Tony Marston 
• Mr. Blore
• Dienerehepaar Mr. Und Mrs. Rogers.
Sowie Fred Narracott

Die Handlung entspricht dem klassischen Kammerspiel-Plot,. Der Täter kann nicht von außen stammen – oder doch? Dann müsste er unter den Anwesenden zu finden sein, doch was ist das Motiv? Das Buch ist Christies erfolgreichstes und laut Wikipedia der meistverkaufte Kriminalroman aller Zeiten, jedoch kein Favorit von mir. Warum? Ich mag keine Kammerspiel-Plots, wenn dabei einer nach dem anderen stirbt (im Gegensatz zu beispielsweise "Mord im Orientexpress", den liebe ich), möchte die Option eines Außenstehenden zumindest hypothetisch haben (bei Christie ist es NIE ein Außenstehender). Außerdem zweifele ich an, wie bei den Morden die korrekte Reihenfolge einhaltbar gewesen sein soll, von den offensichtlich „leichteren“ Taten zu Beginn abgesehen. Speziell die Reihenfolge zum Ende, das ist…naja. 

Auch die Auswahlkriterien für die „Angeklagten“ stören mich, teils kann man wirklich eher von grob fahrlässiger Tötung ausgehen (Armstrong, Marston). Bei Brent und Blore findet sich nicht einmal das, nur Meineid und vielleicht unterlassene Hilfeleistung (Bigotterie ist nun mal kein Verbrechen).

Es bleibt, dass Christie wirklich ein Schelm ist. U.N.Owen? Bitte einmal laut aussprechen, daraus wird dann „unknown“. Zeitgeist: S. 8 „Der kleine Jude hatte verdammt geheimnisvoll getan.“ sowie „Allerdings hatte er das Gefühl gehabt, dass sich der kleine Jude nicht täuschen ließ – das war das verdammte bei den Juden, man konnte ihnen in Geldsachen nichts vormachen..." Das wird ja Christie immer gerne vorgeworfen, ich lese das aber zunehmend so, als dass sie den Antisemitismus ihrer Zeit oft durch einen ihrer Charaktere (und NIE durch einen der netten, unschuldigen) darstellt (so wie auch die Vorbehalte gegen Ausländer, Künstler, ...die "üblichen Verdächtigen", an anderer Stelle). Beim Täter bleibt hier der Beigeschmack, dass es definitiv seit frühester Jugend gewisse zweifelhafte Neigungen gab – das Recht zu Selbstjustiz bleibt damit nach meiner Meinung durch die Autorin in der Diskussion.

3 Sterne. Ich mag diesen Roman einfach nicht wirklich.

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Tags: kammerspiel, selbstjustiz   (2)
 

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The Lucky Ones

Mark Edwards
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Brilliance Audio, 15.06.2017
ISBN B071NPTM8J
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

“The art of living well and the art of dying well are one” p 7

German translation as “Glücklich sind die Toten“

Fiona Redbridge is 49 and has recently received a heart transplant. She now tries to live life to the fullest. When she is on her way back home on bike, she meets the guy with the van. Not her luckiest day, or?
Not far away, Ben Hofland, 36, wanna-be-novelist, does not have time to ponder his luck – it would be just pointless. After he had caught his wife Meghan having sex with the man he once considered his friend, his life is in turmoil. He left their life together in London behind and moved back to his native Shropshire, taking their eleven-year-old son Ollie with him. So now he lost his wife, faces Meghan fighting about the London flat and Ollie fighting about the new home, and has to deal with his mother’s terminal illness, the lack of a stable income, and neighbours from hell. But then things change. 

At the same time, DI Imogen Evans it out to hunt the man who has already killed three, all found with that weird look upon their faces. The media dubbed him the “Shropshire Viper”. When she questions the families of the victims, something catches her attention. But would not that be just too far-fetched? She meets Ben as a witness when violence strikes next door.

I heard and, occasionally, read this (Whispersync). I had some ideas from the start, thanks to a large number of clues laid out by author Mark Edwards. None of them did really help … I got to like Ben, Imogen, and Olli and got wrapped up in a feeling of foreboding and ever-looming thrill (Ollie, speak to Dad, please!!!). Well, until the picture got clearer and I thought ‘oh, so what, then I will “only” (hah!) continue because it is so thrilling although I know the motive and I do not need to continue to figure out who did it’. How wrong I was! That guy knows how to set up a turning point AND is bold enough to pull it through even at the risk that the reader might think how much cleverer he is from a very early point on.

I thouroughly enjoyed how the book was being read by Simon Mattacks. English is not my mother tongue, so I did love his crystal-clear pronounciation of every single syllable. He also managed to give each of the characters their own voice, from Ollie’s sullen teenage-“but-Daaaad”-mode to dialects and accents and weirdo. I whispersynced to the ebook when in search for how the names would be spelled or quotations.

Very minor critical remark: somebody out at the editors thinks it is needed to switch the point-of-view, include that of the killer in particular. I get bored by that feature, honestly. It is very short in here, though. Oh, and the text on the cover might have been a little less informative / misleading.

For those sensitive about it: no sexual violence included. The violence in here is mostly depicted from its outcome (e.g. dead body – wound is such and such), rather than in describing torture. Language in general might be considered graphic (I found it convincing ;-).

I discussed that lately: if you have read enough crime stories/thrillers, you easily bore out. This one did manage to surprise me, deserved the name thriller and kept me going! I will look out for more from author AND speaker! 5 stars.

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Tags: betrayal, britain, gift, luck, mad killer, manipulation, morphine, serial killer, shropshire, stalking   (10)
 

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Ich war Diener im Hause Hobbs

Verena Rossbacher
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 16.08.2018
ISBN 9783462048261
Genre: Romane

Rezension:  
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Unter blutrotem Himmel

Mark T. Sullivan
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Erschienen bei Amazon EU S.à r.l., 07.06.2018
ISBN B07D829K9K
Genre: Historische Romane

Rezension:

Der Protagonist dieser Romanbiographie ist Guiseppe „Pino“ Lella, geboren 1926. Der Mailänder ist im Kriegsjahr 1943 noch ein Teenager, der sich mit seinen 17 Jahren für Mädchen interessiert, Jazz liebt und das Kino. Die Familie lebt im Modebezirk San Babilo, die Eltern besitzen ein Taschengeschäft, abends sind oft Künstler zu Gast, der Vater spielt Geige. Der kleine Pino ist mit einem englischen und einem französischen Kindermädchen aufgewachsen und dadurch mehrsprachig. Als er sich mit seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Domenico „Mimmo“ heimlich ins Kino schleicht, erleben die Brüder im Juni 1943 die ersten alliierten Bombenangriffe auf Mailand – die Nazis hatten begonnen, ihre Waffenproduktion nach Norditalien auszuweiten. Mutter und Schwester fliehen an die Küste, der Vater schickt erst Mimmo, später auch Pino in die Alpen, um sie vor den Bombardements zu schützen. Dort lässt Pater Re Pino ein auf ihn verwirrend erscheinendes Bergtraining absolvieren – vor allem soll ihn dabei niemand zu sehen bekommen, während er gleichzeitig Bericht über deutsche Patrouillen abliefern soll. Bald warten gefährliche Aufgaben auf den Heranwachsenden.

Pino Lella gibt es wirklich – ohne dieses Wissen im Hinterkopf hätte ich vermutlich dem Autor Mark Sullivan eine blühende Phantasie ohne großen Realitätsbezug unterstellt, die Geschichte ist ähnlich wahnwitzig wie „Hitlerjunge Salomon“ über einen Juden, der in der Hitlerjugend getarnt die Nazizeit überlebte. In „Unter blutrotem Himmel“ gibt es geheime Fluchtrouten über Alpenpässe, ähnlich wie bei „Die Nachtigall“ von Kristin Hannah (dort sind es die Pyrenäen), es gibt Nazi-Größen, italienische Schwarzhemden, Bombenangriffe, Spionageaktionen, Sabotage, Partisanen, den Hass der Bevölkerung, Deportationen, Zwangsarbeit, Schmuggel, Kriminelle. 

Ich habe wie gebannt die Handlung verfolgt, man merkt, dass Sullivan sonst Krimi-Autor ist. Für den Roman habe ich Whispersync genutzt, meistens gehört, seltener gelesen. Als Hörbuch fand ich den Text besser – der Sprache nach würde sich der Text sonst auch für Jugendliche eignen (ohne banal zu sein, ich fühlte mich sehr in die einzelnen Situationen versetzt). Mir gefiel besonders, wie auf die verschiedenen inneren Konflikte des Teenagers eingegangen wird, der aus christlichen Motiven der Nächstenliebe hilft, angesichts des Leids aber Hass empfindet. Ebenso fühlt Pino Stolz bei einem Lob: darf das aber sein, wenn das Lob von einem Nazi kommt? Und wie soll er einordnen, dass ein Nazi ein Massaker verhindern will, aber vor allem, weil er dadurch eine Befeuerung des Widerstandes befürchtet? Was ist mit Partisanen, die den Tod Unschuldiger in Kauf nehmen? Wofür darf man Rache nehmen? Zweck und Mittel. Ja, ich halte das definitiv für ein Buch, das gerade für Jugendliche wichtige Gedankenanstöße geben dürfte. Für mich bedeutete es eine Erweiterung meines Wissens über den Nationalsozialismus um die Ereignisse in Italienen, die ich in dieser Differenziertheit noch nicht gehabt hatte, ganz nebenbei.

Problematisch finde ich an der Geschichte, wie zwei Erwachsene, Pater Re und Onkel Albert, kein Problem damit gehabt zu haben schienen, halbe Kinder der Gefahr von standrechtlicher Erschießung und Folter auszusetzen, hätten die Nazis die Aktionen aufgedeckt, im Falle des Paters sogar bezüglich etlicher Kinder. Wichtig fand ich das Nachwort zu Einordnung, auch, um zu wissen, wie es mit allen weiterging.

Ein tolles Buch!


Links unter anderem mit Fotos von Pino, damals und heute:

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Tags: faschismus, flucht, italien, mussolini, partisan, rache, spion, verfolgung, widerstand, zweiter weltkrieg   (10)
 

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Der Narr und seine Maschine

Friedrich Ani
Fester Einband: 143 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 02.10.2018
ISBN 9783518428207
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Ein Mann in einer Bahnhofshalle, irgendein Mann in irgendeiner Bahnhofshalle.“

Tabor Süden war Kriminalhauptkommissar in der Vermisstenstelle der Kripo, quittierte den Dienst, verschwand, kehrte zurück, arbeitete in einer Detektei, jetzt will er wieder verschwinden. Seine Chefin spürt ihn auf, setzt ihn auf einen Fall an. Ein Krimi-Autor ist verschwunden. 

„Mich würde niemand wiederfinden, dachte Tabor Süden, als er sich auf der obersten Treppenstufe von der Straße abwandte. Seine Zukunft wäre die allumfassende Unsichtbarkeit.“ S. 10 Der Satz ist typisch für den eher literarischen Stil des Buches, der mir dann doch gelegentlich zu viel wird:  „Im irren Glauben, er könne etwas erkennen, riss er die Augen auf und starrte die schäbige Wand vor sich an wie eine riesige, körnige, Horrorszenen speiende Leinwand.“ S. 22 Der Satz ist auch typisch für Tabor Süden und er könnte gleichermaßen für Cornelius „Linus“ Hallig stehen, den verschwundenen Schriftsteller. Beide sind sie aufgewachsen mit verschwindenden Vätern, können schweigen, haben ihre gewohnten Orte, wenige Bindungen, wenn überhaupt.

Ansonsten ist das hier eher schwierig als Krimi einzuordnen, abseits des gewohnten Schemas von Mord und Leiche, dafür liegt die Stärke darin, wie die Gesprächsführung von Süden Wirkung zeigt, wie er auf das Schuldgefühl von Angehörigen einzugehen weiß, über das ich mir vorher nicht einmal bewusst war: verschwindet jemand aus meinem Umfeld, KANN ich mich nur schuldig fühlen, schließlich hätte ich doch etwas bemerken müssen. Psychologisch meisterhaft, auch in der Düsternis der Darstellung. Kein Buch für schlechte Tage, dafür komplett unproblematisch für jene, die sensibel auf Gewaltdarstellung reagieren.

Das Buch ist der 21. (!) einer Reihe mit Tabor Süden, mein erster, ich konnte bedenkenlos einsteigen. Ich bin irgendwie beeindruckt, gleichzeitig aber nicht sehr inspiriert, weitere Bände zu lesen, dazu wirkte der Text zu desillusioniert und zu deprimierend auf mich. Die harten Brüche der Perspektivwechsel zwischen den beiden Männern hielten mich auf Distanz. Das Ende passt perfekt dazu. Jetzt bin ich ratlos und sehne mich nach einem richtig harten Thriller mit viel Gewalt oder meinem großen Teddybären oder sinniere noch ein wenig über das Buch nach oder besser später, bei Tageslicht. 

4 Sterne, 3 oder 5 hätte ich genauso gegeben.

https://www.perlentaucher.de/buch/friedrich-ani/der-narr-und-seine-maschine.html verlinkt zum Buch

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Tags: alter, einsamkeit, gewohnheiten, krankheit, tod, trauer, verschwinden   (7)
 

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Die 5 Sekunden Regel

Mel Robbins
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Frech, 10.09.2018
ISBN 9783772449079
Genre: Sachbücher

Rezension:  
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Giftflut

Christian v. Ditfurth
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei carl's books, 04.09.2017
ISBN 9783570585658
Genre: Krimi und Thriller

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Wie redest du eigentlich mit mir?

Mathias Jung , Andrea Montermann
Fester Einband: 141 Seiten
Erschienen bei emu-Verlags- und Vertriebsgesellschaft Ernährung-Medizin-Umwelt, 20.06.2011
ISBN 9783891891759
Genre: Sachbücher

Rezension:

Dr. phil. Mathias Jung arbeitet als Psychotherapeut und Philosoph am Dr.-Max-Otto-Bruker-Haus in Lahnstein. Das vorliegende Büchlein gehört zur Reihe „Aus der Sprechstunde“ und bezieht sich auf die Kommunikation zwischen Paaren. Ich halte es für übertragbar auf andere Lebensbereiche – wenn der Autor Beispiele aus Paartherapien zitiert hatte ich das vage Gefühl, er kenne recht viele aus meinem Umfeld, mich ausgeschlossen, natüüüürlich…

„Wir kommunizieren miteinander, aber verstehen wir uns?“ so leitet der Autor sein Werk ein, das gespickt ist mit Zitaten, von Fachbüchern bis hin zu vielleicht Unerwartetem, aber nicht weniger Passenden: vom „Man sieht nur mit dem Herzen gut“ aus „Der kleine Prinz“ bis zu den biblischen „Am Anfang war das Wort“ und der babylonischen Sprachverwirrung. 

Mit Details beginne ich hier, um zu vermitteln, wie einfach Jung seine Materie wirken lässt: Anhand des Nachrichtenquadrats von Friedemann Schulz von Thun („Miteinander reden“) erklärt der Autor zunächst, auf welchen Ebenen wir reden: 
Sachinhalt
Appell
Beziehung
Selbstoffenbarung

Franz schreit: „Jutta, es ist kein Bier im Kühlschrank“ 
Sachaussage: Bier fehlt
Appell: Jutta soll Bier holen
Beziehung: Warum kannst du mir "nicht einmal" Bier holen?
Selbstoffenbarung: Ich bin bedürftig (vermutlich, weil er sich geärgert hat, schon vorher)

Entsprechend benötige man vier dazu passende "Ohren", n ur: dummerweise hat der Mensch nur ZWEI Ohren…
Was sich daraus ergibt für verschiedene Typen von Menschen in verschiedenen Situationen führt Jung in Beispielen aus der Praxis auf, erläutert dabei therapeutische Grundschritte, Arten des Appells, der Beziehungsbotschaft oder der Reaktionsmuster auf eben solche. Und sobald er bei den Kommunikationstypen angelangt ist, lache ich nur noch: da kenne ich doch jemanden... (nein, ich sage nicht wen und auch nicht, für welche Typen). 

Fazit: ich musste mehrfach laut lachen, ich habe einiges besser einordnen können und für mich heraus gezogen, deutlicher mit offenen Appellen zu kommunizieren. Ein aggressiv-entwertender Sprecher hatte damit, dass ich auf ihn eher wie auf ein Ausstellungsstück reagierte, heute sicherlich Probleme. Insgesamt ein Volltreffer - jedoch, wichtig, KEIN Selbsthilfe-Buch.

5 Sterne

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Alligatoren

Deb Spera
E-Buch Text: 376 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 03.09.2018
ISBN 9783959677882
Genre: Romane

Rezension:

„Was dunkel ist, muss ans Licht kommen“ S. 148
Branchville, South Carolina. In den 1920er Jahren hat der Baumwollkäfer die Ernte gefressen, die Bevölkerung ist von Armut bedroht.
Gertrude Pardee und ihre vier Töchter hungern, während ihr Mann Alvin seinen Lohn versäuft. Sie scheut die Blicke anderer, denn „Jede von ihnen hat es selbst schon erlebt oder kennt eine Frau, die die Spuren einer Männerfaust trug.“ S. 146 Doch Gertrude, „diese schmächtige Frau mit dem Kampfgeist einer streunenden Katze“ S. 356, hat von ihrem Daddy gelernt, mit einer Flinte umzugehen. Davon wird sie im Laufe der Handlung Gebrauch machen.

Annie Coles ist Anfang 70 und seit ihrem 18. Lebensjahr mit Edwin verheiratet, Plantagenbesitzer. Wegen der Baumwollkäfer setzt er alle Karten auf den Tabakanbau. Sieben Kinde haben sie bekommen, doch mehr als die zwei, die tot geboren worden, setzt seiner Familie der Tod von Buck zu, als dieser erst zwölf war. Mit ihren Töchtern Molly und Sarah habe die Eltern keinen Kontakt mehr. Die Söhne sind immer noch Junggesellen „Meine Söhne sind Männer in den besten Jahren, denen die Welt offensteht, aber sie verhalten sich wie zwei gehandicapte alte Junggesellen. Wenn der eine blinzelt, ist der andere blind.“ S. 159 Mit Sohn Lonnie leitet Annie eine Näherei und gibt Frauen der Umgebung so ein Auskommen. Dort bewirbt sich auch Gertrude, während sie Unterkunft nimmt im Nachbarhaus von Retta.

Oretta „Retta“ Bootles ist Köchin der Coles und lebt im Viertel der Farbigen. Dass sie sich um das kleine weiße Mädchen Mary kümmert, die Tochter von Gertrude, bringt ihr nicht viele Sympathien ein. Sie steht Annie und Gertrude bei, sieht vieles, nicht nur, weil sie gelegentlich Vorahnungen hat. „Ich frag mich, ob du die Dinge, die du siehst, beim Namen nennen musst, um die Sünde darin auszutreiben. … Ich lege sie in die Kiste, schließe den schweren Deckel und befestige ein Vorhängeschloss daran, aber Miss Annies Wünsche zählen genauso wenig wie meine. Die Wahrheit ist ans Licht gekommen. Das Geheimnis ist tot.“ S. 231 Ihre Vorahnungen erzählen vom Tod.

Dieser Südstaaten-Roman von Deb Spera aus der Krise vor der großen Wirtschaftskrise erzählt von starken Frauenfiguren aus völlig unterschiedlichem Hintergrund. Die Perspektive wechselt zwischen den drei jeweils als Ich-Erzählerin, jeweils mit eigener Stimme. Bei Gertrude ist dann die Grammatik passend („größer wie“), kommt aber vermutlich nicht so klar heraus wie im Original. Die Stimmung ist düster, drohend, voller Vorahnung, wie vor dem Sturm, der dann tatsächlich kommt. Einzig Rettas Grundhaltung ist immer die von Tatkraft, Glaube, Hoffnung trotz eigenen erlittenen Leids. Alle Frauen haben diesen Fatalismus des „Männer können nicht aushalten, was Frauen erdulden müssen.“ S. 360 Bald müssen die drei Frauen nicht nur erdulden, sie müssen sich stellen.

Bis auf den für mich etwas holprigen Einstieg durch Gertrudes schlurige Grammatik, bis ich kapiert hatte, dass diese ABSICHT war, konnte ich das Buch gut lesen. Ich persönlich würde es eher unter Unterhaltungsliteratur einordnen als unter anspruchsvoller Literatur, nichtsdestotrotz fühlte ich mich glaubhaft in die Situation versetzt.Insgesamt waren mir jedoch die „Bausteine“ des Plots zu typisch, zu plakativ, die drei Frauentypen (weiß und wohlhabend, „white scum“, Nachkfahrin von Sklaven in Anstellungen bei Plantagenbesitzern), das Geheimnis an sich. 

Ich schwankte zwischen 3 und 4 Sternen und runde von 3 1/2 auf.

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Tags: armut, ernteausfälle, frauen, rassismus, starke frauen, südstaaten, usa, wirtschaftskrise   (8)
 

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Die Tote in der Bibliothek

Agatha Christie , Traudel Sperber
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Erschienen bei Der Hörverlag, 10.03.2005
ISBN 9783844500851
Genre: Krimi und Thriller

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Die Schattenhand

Agatha Christie , Sabine Roth , Edmund Telgenkämper
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Erschienen bei Der Hörverlag, 21.05.2010
ISBN 9783844504651
Genre: Krimi und Thriller

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Ruhe unsanft

Agatha Christie , Eva Schönfeld , Katharina Thalbach
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Erschienen bei Der Hörverlag, 10.06.2013
ISBN 9783844512533
Genre: Krimi und Thriller

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