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ruhrgebiet, familie, kindheit, deutschland, kohle

Milch und Kohle

Ralf Rothmann , Renate von Mangoldt
Flexibler Einband: 210 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 15.12.2001
ISBN 9783518398098
Genre: Romane

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bergbau, kindheit, sommer, ruhrpott, missbrauch

Junges Licht

Ralf Rothmann
Flexibler Einband: 236 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 27.02.2006
ISBN 9783518457542
Genre: Romane

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Feuer brennt nicht

Ralf Rothmann
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 21.06.2010
ISBN 9783518461730
Genre: Romane

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Umm Nur - Erzählungen zwischen Orient und Okzident

Jonas Navid Mehrabanian Al-Nemri , Enrico Keydel , Frank Oberle
Flexibler Einband: 120 Seiten
Erschienen bei worthandel, 14.07.2011
ISBN 9783935259842
Genre: Romane

Rezension:

Ein auf eine verstörende Weise beeindruckendes Debüt.

Jonas Navid Al-Nemris Band Umm Nur, das soll als allererstes gesagt werden, ist kein typisches Beispiel für die Art und Weise, in der jüngere deutsche Autoren sich in der kleinen Form versuchen.
Wenn Sie wegen der Überfülle der Beispiele davon ausgehen, dass die deutsche Kurzprosa immer noch einen amerikanisch geprägten Background hat und entweder immer noch Hemingways oder Raymond Carvers kurzen, prägnanten Stil und deren alltagsfixierten Themenkreis pflegt, dann erweitert und wiederlegt Umm Nur diesen Eindruck enorm.
Ein Solitär. Jonas Navid al- Nemri ist es gelungen, sich m.E. völlig von Vorbildern zu lösen. Seine Geschichten in diesem Band sind Schönheiten, die einen Schleier tragen und damit nur noch reizvoller werden.

Der Versuch, klare Handlungen, eindeutige Zeitangaben oder detaillierte Personenbeschreibungen (sprich:möglichst genau Realitätswidergabe) aus diesen Geschichten zu lesen, sollte und darf hier nicht das Hauptanliegen sein.Vorab: kaum eine Figur ist namentlich oder optisch greifbar, die Zeit, in der das Geschehen abläuft, bleibt vage. Als Kind zweier Kulturen gelingt es Jonas Navid al-Nemri, den Orient mit seinen Motiven und seinem Vokabular in die deutsche Kurzprosa zu bringen. Märchenhaftes, Zauberhaftes nicht nur in der Wortwahl.

Aber worum geht es dann?- wird man zurecht fragen.
Es geht, grob gesagt, um Liebe, Liebeswünsche, Liebeskampf. Um Verehrung, Werbung, ritualisiertes Begehren, ja: auch Erotik. Die oft nur wenige Seiten langen Texte kreisen in gewisser Weise mehr um das DU als um das Ich, wie es normalerweise (und oft anstrengend genug)üblich ist. Viele Texte des Bandes sind Anbetungen, Ehrungen eines Gegenübers, das verschleiert bleibt, aber gerade deshalb einen unwiderstehlichen Reiz ausübt.

Kernstück des Buches ist in meinen Augen die Titelgeschichte: UMM NUR, die gleichfalls auch die Längste des Bandes darstellt. Hier wird behutsam stärker ausformuliert, die Figuren, Ort und Zeit prägnanter und klarer, was sonst nur schwebend da ist. Somit ist diese Geschichte auch die vielleicht unserem üblichen Lesegeschmack am vertrautesten, behält aber dennoch ihren bezaubernden Schimmer.

Geschichten ohne großartige Handlung?Interaktion?Dialog?-Wie soll das funktionieren?

Berechtigte Frage, die ich ganz eindeutig beantworten kann mit: DURCH DIE SPRACHE!
Jonas Navid al-Nemris Geschichten sind Sprache (und Lust an der Sprache) pur. Das Vokabular mit altermtümlichen Perlen durchsetzt, einige dezente Verschiebungen in der Bedeutung und eine große Klangbeherrschung fallen auf. Sehr rhythmisch, sehr lyrisch: Die Sätze laufen wie Ketten flirrender Bilder durch meinen Kopf, mit einer virtuosen Beherrschung der Wiederholung, Steigerung und Rücknahme. Etwas Formelhaftes liegt darin und ehe ich den kompletten Sinn wahrgenommen habe, sagt mein Hirn schon wieder: Mehr, mehr, mehr! Und dennoch ist es eine bittersüße Sprache, die auch vom Kontrast, von Härte und der Grausamkeit lebt.

Pathos? - Sagen wir so: Die Intensität dieser Texte ist klar zu spüren, aber ein schwebender Schleier hält sie fern. Ein Gefühl, als stünde man in der Nähe eines Feuerofens, gerade weit genug entfernt, um sich nicht zu verbrennen, aber nah genug, die immense Hitze zu spüren.

„...eine neue Mythologisierung der Innenwelt.“, hat der österreichische Schriftsteller Josef Haslinger über diesen Band gesagt und er hat Recht. Der Vordere Orient ist hier als Schauplatz zu erkennen, wenn auch nur angedeutet. Dennoch handelt es sich hier weder um Märchen oder Orient-Folklore. Die Zeit in den Geschichten ist ein entrücktes Irgendwann. Die Handlung als Summe von Ereignissen wird kleingeschrieben, dafür das DU sehr groß. Eine Literatur des Innenreiches: ungreifbar, undefinierbar und veränderlich wie Traum, Märchen und Mythos. Eine Literatur und Sprache, die einfach komplett aus einem anderen Kulurkreis gespeist wird, eine andere Mythologie atmet.Dennoch ist es deutsche Literatur, nicht orientalisch in Ornamentik sich verlierend und, wie schon gesagt: ohne offensichtliche Vorbilder!

Ich versuche meine seltsamen Eindrücke dieser Texte abklopfen, um sie greifbar zu machen und meine Bezugspunkte kommen, natürlich, aus der deutschen Literatur, denn ich bin deutscher Leser. Aber Jonas Navid al-Nemri ist auch ein deutscher Autor, Jahrgang 1984 mit Geburtsort Hamburg!

Die Texte laut lesend, ihre Wiederholungen, Steigerungen und Rücknahmen aussprechend, ihren Klang, ihre Ordnung sichtend, wird sofort klar: Hier Böllt und Borchert es nicht, hier liegt nicht ein weiterer Band mit Erzählungen im Stile Judith Hermanns oder Peter Stamms vor.
Vielmehr kommt mir (völlig subjektiv natürlich) einiges der hermetischen Lyrik in den Sinn.
Hier und da höre ich Ingeborg Bachmann sagen:

...Bald musst du den Schuh schnüren
und die Hunde zurückjagen in die Marschhöfe.
Denn die Eingeweide der Fische
sind kalt geworden im Wind.
Ärmlich brennt das Licht der Lupinen.
Dein Blick spurt im Nebel:
die auf Widerruf gestundete Zeit
wird sichtbar am Horizont.

oder Paul Celan:

Mein Aug steigt hinab zum Geschlecht der Geliebten:
wir sehen uns an,
wir sagen uns Dunkles,
wir lieben einander wie Mohn und Gedächtnis,
wir schlafen wie Wein in den Muscheln,
wie das Meer im Blutstrahl des Mondes.

Überhaupt ist es nur Celan, der mir als Vergleich möglich scheint, wenn es den eines Vergleiches bedarf. In seiner Mischung aus klarem Bekenntnis zur deutschen Sprache und der aus vielerlei Quellen gespeisten Metaphorik, die ebenso auf die Bibel, wie den Talmud und die Kabbala zurückgeht, scheint er mir ein einziger geeigneter Verwandter dieser ungewöhnlichen Art von Literatur zu sein. Ähnlich farbig, ähnlich intensiv und rätselhaft.

Jedem, der ab und an über den Tellerrand der deutschen Erzählkunst in ihren üblichen Ausprägungen schauen möchte und offen ist für große Gefühle und Worte jenseits der oftmals kargen Realität, für Traum und Zauber, sei Jonas Navid al-Nemris Band Umm Nur wärmstens empfohlen. Ein Debüt, das beweist, wie sehr die vielfältigen Einflüsse anderer Kulturen die moderne deutsche Literatur zu bereichern im Stande sind.

Jonas Navid al-Nemri ist, wie die Hauptfigur der letzten seiner 17 Geschichten, ganz unzweifelhaft ein: Sha`er, ein Dichter!

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lyrik, worthandel, gedichte

wann eigentlich haben wir damit aufgehört

Suzanna Mikesh , Enrico Keydel , Enrico Keydel
Fester Einband: 124 Seiten
Erschienen bei worthandel, 27.03.2011
ISBN 9783935259835
Genre: Gedichte und Drama

Rezension:

Suzanna Mikeshs Debüt:

Wann eigentlich haben wir damit aufgehört"
ist ein außergewöhnlicher Lyrikband. Nicht nur, dass die 1983 geborene Autorin gleich einen satten Stapel Gedichte vorlegt, sondern dass diese auch in ihrer Qualität gleichbleibend gut sind, ist beachtenswert!
Mikeshs Texte sind Lyrik für Menschen, die die ganz große Abstraktion, das ganz abenteuerliche Experiment ein wenig scheuen. Hier bleibt die Syntax weitgehend erhalten, kein sprachlicher Furor herrscht hier.
Alles ist einfach, scheinbar.
Sachlich, scheinbar.
Kühl? Nein!
Eine immense Intensität lässt die wenigen Worte pulsieren und schillern. Kleine Verschiebungen, kleine Brechungen bereichern diesen eigentlich schlichten Wortschatz, große Kunst!
Der Eindruck einer auf- und abgeklärten Weiblichkeit drängte sich mir auf, gepaart mit einer ungeheuren Kraft,
das ganz normale Beben des Lebens und Liebens in Worte zu fassen!

Ein Zitat:

Einfach sein

Jenseits von Sprache
von Worten

Nichts Festes mehr
unter den Füßen
Sichtbares löst sich auf
so wie die Schmerzen von früher
...

scheint mir eine Art Credo zu sein.
All diese Dinge, Umstände, Gefühle, die wir zu kennen glauben,
gewinnen eine zusätzliche, rätselhafte Komponente, unaufgeregt und dennoch unglaublich bewegt.

In ihren längeren Texten, auch mit längerem Atem und längeren Zeilen angelegt, höre ich zudem eine Autorin, von der ich gerne Prosa lesen würde.

Alles in allem ein Lyrikband, der prallvoll mit Inspiration ist
und streng einem Programm folgt, kein Sammelsurium subjektiver Befindlichkeiten und das ist sooo viel mehr, als man manchmal von jungen Lyrikern bekommt.
Vielen Dank!

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Tags: gedichte, lyrik, worthandel   (3)
 

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klassiker, jahnn, hans henny jahnn, erotik, schweden

Perrudja

Hans Henny Jahnn
Flexibler Einband
Erschienen bei Suhrkamp
ISBN 9783518394137
Genre: Klassiker

Rezension:

Eines der stärksten Leseerlebnisse, die ich überhaupt hatte, was die Ungewöhnlichkeit und Wildheit der deutschen Sprache angeht. Ein Werk des großen Autoren, Komponisten, Orgelbauers, Religionsstifters und Pferdezüchters (!) Hanns Henny Jahnn. Ein Autor, der keiner Strömung zuzuordnen ist, einer der großen Einzelgänger der deutschen Literatur. Sein Werk ist einzigartig und sprachlich von unglaublicher Kreativität. In vielen seiner Bücher wird nicht weniger als die Welt thematisiert und Jahnn war einer derjenigen, die hellsichtig Themen wie Ökologie oder Atomkraft bearbeitete, lange, bevor sie öffentlich Aufmerksamkeit erregten.

Perrudja, von 1929, ist ein typisches Beispiel der Jahnn`schen Erzählkunst. Verschachtelt, verrätselt und urwüchsig Märchen- und Sagenmotivik, Heldenepos und moderne Techniken miteinander verwebend. Jahnns abstruser Bildungs- und Interessenhintergrund, seine Homosexualität und sein enormer Sprachschatz finden hier zu einer Mischung zusammen, die einem den Mund offen stehen läßt. Keine leichte Lektüre, sicherlich, aber eines dieser Bücher, mit denen man sich wieder und wieder beschäftigen kann. Jahnns Pathos mag heute manchmal ungewohnt klingen und macht auch deutlich, warum es eine gerade Linie von der pathetisch aufgeladenen Sprache des Expressionismus zum Vokabular des Nationalsozialismus gibt. Dass des Autors Verbundenheit mit der Natur, der Heimat, der Rasse hie und da falsch in die Richtung "Blut & Boden" gedeutet wird, ist schade und völlig verblendet. Das "Nordische" gibt es bei Jahnn durchaus, aber niemals würde ich ihn irgendwelcher brauner Neigungen beschuldigen.

Den Weltkrieg überstand Jahnn übrigens auf einer dänischen Insel und kehrte ins Nachkriegsdeutschland zurück, ständig mahnend und warnend, aber seiner Zeit unbequem und Jahre vorraus.

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Tags: erotik, jahnn, klassiker, nordisch, vergessen   (5)
 

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worthandel, stories, erzählungen, kurzprosa

Das Meer in Erwartung der Schwimmer - El mar espera

Peter Leonard , Enrico Keydel
Flexibler Einband: 126 Seiten
Erschienen bei worthandel, 15.12.2010
ISBN 9783935259200
Genre: Romane

Rezension:

Kleine Geschichten, in denen ständig das ganz Große lauert!

Erstens: Was für ein Titel!
"Das Meer in Erwartung der Schwimmer"
animierte mich sofort zum Lesen!
Zweitens: Wer Erzählungen mag, ist hier sowas von auf der richtigen Seite.

Oft sagt man über die Großmeister der modernen Erzählung, Alice Munro und Raymond Carver, ihre Erzählungen läsen sich wie kleine Romane. Während es bei Munro oft an der psychologischen Genauigkeit und bei Carver an den ausführlichen Millieu-Beschriebungen liegt, ist es es bei Leonard das Offene und ungesagt Mitschwingende, welches den gleichen Eindruck hinterläßt.

Hier ist nie ein Wort zuviel. Miniaturen? Das greift nicht! Es ist nicht minimalistisch, was der Autor hier abliefert. Es ist komprimiert, soweit verdichtet, wie es geht. Ein äußerst poetischer Ansatz prägt diese Erzählungen. Nichts wird ausführlich beschrieben, nie werden Situationen, Orte, Personen ausgiebig vor das innere Auge des Leser gezeichnet und dennoch bleibt nichts davon blass.

In jedem bisschen, das der Autor uns liefert schwingt VIEL, schwingt ALLES mit.
Eine ungeheure Disziplin, am gewählten Schreibverfahren festzuhalten, ist spürbar.
Das Skizzenhafte dieser Geschichten sitzt mit jedem Strich. Alles ist offen, alles ist dezent und brennt dennoch lichterloh, hat man den Anschein.

Stark, die Geschichte um den Beamten Weber, der den Verfall seiner Ehe und seiner Gattin nach dem von ihm verschuldteten Tod der Tochter protokolliert. Henk, der einen längt entdeckten See entdeckt, in der Geschichte "Helden" und die Dialoge, die so wortkarg und dennoch so voll von Unausgesprochenem sind!
Eine unterkühlte Erotik schwebt durch fast alle diese Geschichten und eine Ahnung vom Anfang des Endes aller oberflächlichen Normalität.

Für mich die beste Sammlung von Erzählungen der letzten Zeit und eine echte Entdeckung.
Kein aufgesetztes Pop-oder Trend-Getue, keine coolen Menthol-Zigaretten oder Marken-Namedropping,
keine Berlin-post-fin de siecle-Langeweile, dafür dieses wunderbare Nicht-so-ganz-genau-wissen!
Kleine Geschichten, in denen ständig das ganz Große lauert!

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Tags: erzählungen, kurzprosa, stories, worthandel   (4)
 

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irland, liebe, wiedervereinigung, erinnerungen, deutschland

Was zusammengehört

Markus Feldenkirchen
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Kein & Aber, 01.07.2010
ISBN 9783036955759
Genre: Romane

Rezension:

Ein Erstling-aber was für einer!

"Was zusammengehört" ist Markus Feldenkirchens erster Roman. Manchem mag er als Spiegel-Journalist schon bekannt sein.

Nicht immer begeistern Einen Romane von Journalisten. Was sie meist sicher beherrschen, ist eine flotte Schreibe! Das ist auch bei Feldenkirchen der Fall. Der Stil ist flüssig und gut, er verfügt aber darüber hinaus über einen großen Schatz an passenden Vergleichen und wenig abgenutzten Bildern!

Die Story an sich ist einfach gestrickt. Benjamin, und da geht die Sache los, ist ausgerechnet Banker und befindet sich der Krise wegen viel auf Reisen. Er hat ein immer noch fast leeres, weil selten genutztes Appartement in Frankfurt und reist mit der "richtigen" Koffermarke um die Welt. Er jongliert mit zwei Frauen herum, von denen er beide wohl nicht so richtig liebt.

Ein Brief aus Irland erreicht ihn, vermutlich von seiner ehemaligen ersten großen Liebe, Victoria. Rückblickend wird erzählt, wie sich beide anläßlich eines Schüleraustausches 1989 kennenlernen.

Beiden Handlungsfäden, der Vergangenheit und der Gegenwart ist einiges abzugewinnen. Der irgendwie zwischen Konsum und Krise verlorene Banker auf der Suche, auch der zwischen Fussball und Kohl-Jugend pubertierende Schüler sind mit Liebe und Genauigkeit dagestellt. Die frühe Liebe in Irland, die man ruhig "groß" nennen darf, ist wunderschön, wenn auch fast schon zu schön.

Ein wenig dick aufgetragen ist für mich die ständige Verknüpfung zur jeweiligen Gegenwart. Aktuell spricht die Kanzlerin zum Tag der deutschen Einheit, während in der Vergangenheit gerade die Mauer fällt. 68er Lehrer und das gebrochene Weltbild ohne den real existierenden Sozialismus, ständig BirneKohl und TuttiFrutti auf RTL; es scheint, Feldenkirchen habe unbedingt alles, was die 80er Jahre ausmacht nach vielen Vorgängern in diesen Roman packen wollen. Man muss allerdings zugeben, er tut das virtuos.

Dass der Brief, der seine Gegenwart ins Wanken bringt, dann ausgerechnet von der Mutter Victorias stammt und ihn aufklärt, dass er mit ihrer Tochter ein Kind hat, von dem er nichts weiß, ist ein etwas arg plattes Ende.

Im Ganzen gibt es hier eigentlich wenig Überraschendes. Die Story ist nicht sonderlich ausgefallen. Die Charaktere sind, was sie sind. Das Zeitgeschichtliche dürfte den meisten noch vertraut sein und stimmt somit nachprüfbar. Dass Irland 1989 ein wenig archaisch und sehr sehr fromm erscheint, wird auch nicht wirklich überraschen, man schluckt sogar Victorias ultrareligiösen Vater als Hemmschuh zum großen Glück, aber, was mich den Roman wirklich gerne hat lesen lassen, ist die (es klingt komisch) große Routine für einen Erstling!

Man verschwindet sofort in dieser Geschichte und folgt dem einen, uralten Antrieb: Wie geht diese Geschichte aus?!

Das ist doch schon was! Außerdem gefällt mir Feldenkirchens Sprache, die unaufgeregt zwischen großer Klasse und reiner Unterhaltung pendelt. Ein guter, nicht anspruchsloser Unterhaltungsroman, bei dem man vieles hätte falscher machen können aber nur relativ wenig besser!

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Tags: debut, deutschland, irland, spiegel   (4)
 

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Neuy Start

Matthias Engels
Fester Einband: 56 Seiten
Erschienen bei Tecklenborg, B, 01.11.2009
ISBN 9783939172635
Genre: Sachbücher

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In Spiegelschrift

Matthias Engels
Flexibler Einband: 188 Seiten
Erschienen bei agenda Münster, 28.12.2009
ISBN 9783896884022
Genre: Romane

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Mundfinsternis

Matthias Engels
Flexibler Einband: 56 Seiten
Erschienen bei Books on Demand, 02.12.2008
ISBN 9783837063103
Genre: Gedichte und Drama

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bestandsaufnahme, biblische namen, leben, schulzeit, b9

Springprozession

Matthias Engels
Flexibler Einband
Erschienen bei agenda Münster, 12.04.2011
ISBN 9783896884411
Genre: Romane

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selbstmord, depressionen, psychatrie, leben, klassiker

Die Glasglocke

Sylvia Plath
Fester Einband
Erschienen bei Suhrkamp,, 01.01.1997
ISBN B0025WGSS4
Genre: Romane

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Die Hundeblume. Geschichten.

Wolfgang Borchert
Flexibler Einband: 83 Seiten
Erschienen bei Philipp Reclam Verlag, 01.01.1987
ISBN 3379001201
Genre: Romane

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Mann im Schatten

Matthias Engels
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei agenda Münster, 01.08.2010
ISBN 9783896884251
Genre: Historische Romane

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moderne deutsche literatur, dörfliches leben, roman, habgier, außenseiter

Wäldchestag

Andreas Maier
Fester Einband: 314 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 03.09.2000
ISBN 9783518411728
Genre: Romane

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pfaueninsel, berlin, spanien, liebe, melancholie

Grunewaldsee

Hans-Ulrich Treichel
Fester Einband: 237 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 15.03.2010
ISBN 9783518421369
Genre: Romane

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Der Felsen, an dem ich hänge

Hans-Ulrich Treichel
Fester Einband: 187 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 20.04.2005
ISBN 9783518223895
Genre: Sonstiges

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Stadt Land Fluß

Christoph Peters
Flexibler Einband: 222 Seiten
Erschienen bei btb, 01.03.2005
ISBN 9783442732746
Genre: Romane

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Mann im Dunkel

Paul Auster , Werner Schmitz , Max V. Martens
Audio CD
Erschienen bei Argon Verlag, 02.10.2008
ISBN 9783866105294
Genre: Romane

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lasst mich im stillen kämmerlein leben, ein ordnungsliebhaber, zwischen romeo und julia und mord, reden gegen den wahnsinn, die ewigkeit ist nur ein wort

Unmögliche Beweisaufnahme

Hans Erich Nossack
Flexibler Einband: 211 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 01.02.2002
ISBN 9783518010495
Genre: Romane

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identität, liebe, schweiz, ehe, häftling

Stiller

Max Frisch
Fester Einband: 517 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 01.01.1980
ISBN 9783518028575
Genre: Romane

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