Stephie2309

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mona kasten, begin again, liebe, vergangenheit, new adult

Begin Again

Mona Kasten
Flexibler Einband
Erschienen bei LYX ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 14.10.2016
ISBN 9783736302471
Genre: Liebesromane

Rezension:

Alles, was Allie sich wünscht, ist ein neuer Anfang, weit weg von ihrer Vergangenheit und ihren Eltern, die ihr ganzes Leben zu kontrollieren versuchen. Also zieht sie für ihr Studium mit einem neuen Namen in eine fremde Stadt, in der niemand sie kennt. Die Suche nach einer Unterkunft gestaltet sich so kurz vor Beginn des Semesters jedoch schwieriger als erwartet und am Ende bleibt ihr keine andere Wahl als bei dem attraktiven, aber überaus launischen Kaden einzuziehen, der eigentlich auf keinen Fall einen weiblichen Mitbewohner wollte. Sofort stellt er daher Regeln für ihr gemeinsames Zusammenleben auf: Keine Gefühlsduselei und vor allem kein Körperkontakt! Leichter gesagt als getan, denn je mehr die beiden über einander erfahren, desto näher kommen sie sich mit der Zeit auch …

Begin Again ist ein gelungener New Adult Roman, der insbesondere durch die sympathischen, vielschichtigen sowie ungewöhnlichen Charaktere besticht und daher vor allem Fans des Genres sicher gefallen wird.

Die Heldin Allie, aus deren Perspektive das gesamte Geschehen geschildert wird, ist einem von Beginn an sehr sympathisch und ihr Geplapper stört einen nicht im Geringsten. Man kann sich sehr gut mit ihr identifizieren und ihre Handlungen stets nachvollziehen. Sie ist ein sehr einfühlsamer Mensch und man versteht nur zu gut, dass sie ihr altes Leben ablehnt. Zum ersten Mal hat sie richtige Freunde, die aufrichtig an ihr interessiert und nicht nur darauf aus sind, einen Vorteil aus der Beziehung zu gewinnen. Sie ist liebenswert, ziemlich nah am Wasser gebaut und immer für ihre Freunde da. Man freut sich mit ihr über ihre neu gewonnene Freiheit und ärgert sich oft mit ihr über Kadens widersprüchliches Verhalten. Die vielen Anspielungen auf ihre Vergangenheit und den Grund für ihre Flucht in eine neue Stadt machen einen außerdem sofort neugierig.

Kaden erscheint hingegen zunächst sehr launisch, geradezu kratzbürstig, und verhält sich Allie gegenüber nicht immer fair. Manchmal ist er gnadenlos ehrlich, dennoch mag man ihn, weil man schnell merkt, dass sich hinter dieser rauen Schale irgendwo ein weicher Kern verbirgt. Leider tendiert er dazu Leute von sich zu stoßen und geht immer sehr schnell wieder auf Distanz, sobald man ihm zu nahe kommt oder er einmal unerwünschte Gefühle zulässt. Wenn Allie ihn wirklich braucht, ist er jedoch für sie da und steht ihr bei. Ferner ist er durchaus in der Lage zuzugeben, wenn er einen Fehler begangen hat und sich für diesen zu entschuldigen. Schön und äußerst interessant ist darüber hinaus, dass jedes von Kadens Tattoos eine besondere Bedeutung und seine ganz eigene Geschichte hat.

Zwischen Allie und Kaden knistert es schon nach kurzer Zeit heftig, die gegenseitige Anziehung ist spürbar und Kadens Regeln sind daher von Anfang an zum Scheitern verurteilt. Nach und nach entwickeln sie echte Gefühle füreinander, lernen sich aber erst einmal richtig kennen, bevor sie sich aufeinander einlassen und wollen dem jeweils anderen beide nicht nur als Ablenkung dienen. Die gemeinsame Liebe zur Musik und die Freude am Wandern verbindet sie zusätzlich und ist zudem mal etwas völlig Anderes. Allerdings ist es für beide nicht einfach sich nach so langer Zeit des Schweigens einem anderen zu öffnen und das Vergangene endlich hinter sich zu lassen. Insbesondere Kaden hat mit großen Schuldgefühlen zu kämpfen, doch gemeinsam können sie einander dabei helfen ihre Vergangenheit zu überwinden und ein neues Leben zu beginnen.

Zum Glück haben beide ganz fantastische Freunde, die sie gut kennen, ihnen helfen und, im Hinblick auf Kaden, wenn nötig auch mal einen Schubs in die richtige Richtung geben. Es sind folglich gleich mehrere, großartige Nebencharaktere vorhanden, allen voran Dawn, die Allie eine so gute und loyale Freundin ist, dass man gar nicht anders kann als sie sofort ins Herz zu schließen. Umso mehr freut man sich schon jetzt auf die Fortsetzung Trust Again, die man garantiert ebenfalls lesen wird, weil Dawn in dieser zur Hauptfigur und somit ihre Geschichte erzählt wird. Dass sich zwischen ihr und dem nicht weniger sympathischen Spencer langsam etwas anbahnt, deutet sich ja schon in diesem Band an.

Die Handlung ist fesselnd, da man die ganze Zeit mit den Charakteren mitfiebert und mehr über ihre jeweilige Vergangenheit herausfinden will. In Bezug auf die Erlebnisse, vor denen Allie zu fliehen versucht, hat man schnell einen Verdacht. Dieser bestätigt sich im Endeffekt zwar nicht ganz, geht aber immerhin schon in eine ähnliche Richtung und die Wahrheit ist nicht unbedingt weniger schlimm. Das Ausmaß dessen, was Kaden damals widerfahren ist, trifft einen dagegen vollkommen unvorbereitet und schockiert zutiefst.

Traurigerweise sind in beiden Fällen wenigstens teilweise die Eltern für die emotionalen Probleme ihrer Kinder verantwortlich. Allies Eltern unterstützen sie kaum oder zumindest nicht auf die Art, auf die es eigentlich ankäme, und akzeptieren ebenso wenig ihren eigentlich ziemlich respektablen Berufswunsch. Während ihr Vater sich kaum für sie interessiert, ist ihrer Mutter der äußere Schein oftmals wichtiger als das Wohlergehen ihrer Tochter, weshalb sie keinerlei Rücksicht auf Allies Gefühle oder Wünsche nimmt. Sie und ihre ganze oberflächliche Art sind einem daher augenblicklich verhasst. Von Kadens Bruder kann man nichts Gegenteiliges behaupten, dieser hat jedoch zum Glück nur einen einzigen Auftritt.
Eine willkommene Abwechslung ist im Unterschied dazu Kadens ausgesprochen liebenswürdige Mutter Rachel. Man spürt deutlich, wie sehr sie ihren Sohn liebt und wie viel er ihr bedeutet, was unverkennbar auf Gegenseitigkeit beruht. Sie empfängt Allie mit offenen Armen, versucht aber auch ihren Sohn zu schützen, weil sie genau weiß, wie sehr er in der Vergangenheit schon einmal verletzt wurde.

Das Ende ist im Großen und Ganzen gut gelungen und auf jeden Fall zufriedenstellend. Lediglich die finale Versöhnung von Allie und Kaden geht ein wenig zu schnell. Es hätte ruhig etwas länger dauern können bis sie ihm den größten Fehler seines Lebens verzeiht. Wobei man ihm ja zugutehalten muss, dass er trotzdem nicht müde wurde sein Verhalten wiedergutzumachen und Allie zu beweisen, wie viel sie ihm bedeutet. Es ist unheimlich süß, wie sehr Kaden sich ins Zeug legt und gleichzeitig bemüht ist ihren Wunsch, es langsam angehen zu lassen, zu respektieren.

Des Weiteren hat Mona Kasten einen tollen, flüssigen Schreibstil, der mit zahlreichen tollen Anspielungen auf aktuelle Popkultur versehen ist und dem es dank vieler, lustiger Szenen sowie Dialoge nie an Humor fehlt. Sie gibt sowohl ihren Figuren als auch den verschiedenen zwischenmenschlichen Beziehungen genügend Raum um sich zu entfalten und sich weiterzuentwickeln. Dem Genre entsprechend sind zum Ende hin vereinzelte, insgesamt recht ansprechende Sexszenen vorhanden, die allerdings nie Überhand nehmen. Die komplizierte Vergangenheit der zwei Protagonisten verleiht der gefühlvollen Liebesgeschichte dazu etwas mehr Tiefgang, obschon es fast schon ein wenig unrealistisch bzw. einfach zu viel des Schlechten ist, dass gleich beide so extreme Erfahrungen machen mussten, die für sie nur schwer zu verarbeiten sind.

FAZIT

Begin Again ist dank sympathischer Figuren, einer Portion Humor und dem richtigen Maß an Gefühl ein toller New Adult Roman, dessen Fortsetzung man - vor allem in dem Wissen, dass Dawn darin die Hauptrolle spielen wird - schon jetzt freudig erwartet.

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63 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 35 Rezensionen

stiefgeschwister, liebe, romance, hass, lyx verlag

Was auch immer geschieht

Bianca Iosivoni
E-Buch Text
Erschienen bei Egmont LYX.digital, 01.07.2016
ISBN 9783736302884
Genre: Liebesromane

Rezension:

Callie hat ihrer kleinen Schwester versprochen in den Semesterferien nach Hause zu kommen um einen letzten Sommer gemeinsam mit ihrer Familie zu verbringen, bevor Holly nach ihrem Schulabschluss schließlich ebenfalls das Haus verlässt. Sie hatte jedoch nicht damit gerechnet, dass diese hinter ihrem Rücken auch Keith dazu eingeladen hatte. Den Stiefbruder, den sie seit Jahren nicht mehr gesehen hat und der die Schuld am Tod ihres Vaters trägt. Den Stiefbruder, in den sie als Jugendliche verliebt war und den sie heute mehr hasst als jeden anderen Menschen auf der Welt. Den Stiefbruder, den sie eigentlich nie wieder sehen wollte und der nun die widersprüchlichsten Gefühle in ihr auslöst …

Was auch immer geschieht ist ein wirklich gelungener New Adult Roman und garantiert nicht der letzte, den man von Bianca Iosivoni lesen wird. Er fügt sich wunderbar ins Genre ein und zeigt, dass man solche Bücher nicht mehr zwingend aus den USA importieren muss, sondern sie inzwischen auch bei deutschen Autoren findet. Es trifft sich also gut, dass im kommenden Jahr gleich zwei weitere Werke der Autorin bei Egmont LYX erscheinen sollen.

Callie ist eine sehr sympathische Protagonistin, deren Gedanken und Reaktionen man stets sehr gut nachempfinden kann. Man kann sich gut mit ihr identifizieren, vor allem wegen ihrer Zweifel in Bezug auf ihr Studium und ihre damit verbundenen Zukunftsängste, die jeder kennt, der einmal in der gleichen Situation war. Im Gegensatz zum Rest ihrer Familie hat sie es jedoch leider nie geschafft mit der Vergangenheit abzuschließen und hat das Geschehene, inklusive aller dazugehörigen Emotionen, jahrelang verdrängt statt sie zu verarbeiten, sodass diese durch die Begegnung mit Keith nun alle erneut auf sie einstürmen. Ihre Wut auf Keith ist durchaus nachvollziehbar, aus ihrer Sicht hat er ihr den Vater genommen, die Familie zerstört und sie im Stich gelassen als sie ihn am meisten gebraucht hätte, ohne je zurückzukehren - bis jetzt. Sie ist oft hin und her gerissen zwischen ihren unterschiedlichen Gefühlen für Keith, denn einerseits hält sie an ihrem Hass fest, andererseits fühlt sie sich aber sehr zu ihm hingezogen und verbringt gern Zeit mit ihm, wofür sie sich und ihren Körper manchmal sogar selbst hasst.

Keith erscheint einem zunächst nicht sonderlich liebenswert, das ändert sich im späteren Verlauf der Geschichte allerdings nach und nach sehr. Obwohl er Callie oft provoziert, mag man ihn mit der Zeit immer mehr und erliegt langsam seinem Charme. Deshalb wünscht man sich zunehmend, dass Callie ihm endlich verzeiht, was in der Vergangenheit vorgefallen ist. Er hat unter der Situation genauso gelitten wie sie und hat ihre Vergebung verdient, immerhin war er damals selbst noch ein Teenager und hat das alles nie gewollt.

Als Leser weiß man zudem schon lange vor Callie, dass nicht nur ihr Körper auf Keith reagiert, sondern auch ihr Herz längst ihm gehört, so sehr sie sich dagegen sträuben mag. Ihr gemeinsamer Deal macht die ganze Sache dann noch etwas interessanter, doch er war natürlich von Anfang an zum Scheitern verurteilt, schließlich wollte Keith Callie nie einfach nur ins Bett kriegen, er empfindet nämlich viel mehr für sie.
Die Spannung zwischen ihnen ist manchmal kaum auszuhalten und man kann förmlich spüren wie es zwischen ihnen knistert. Seine zweideutigen Sprüche bringen einen mitunter sehr zum Schmunzeln und die beiden üben eine tolle Anziehungskraft aufeinander aus. Dabei hat Callie die gleiche Wirkung auf Keith wie umgedreht, obschon sie das zuerst nicht weiß und daher nicht so schamlos ausnutzt wie er.

Positiv ist außerdem, dass es sich bei Callies innerer Auseinandersetzung vielmehr um einen Gewissenskonflikt als um einen Geschwisterkonflikt handelt und letzter somit nicht zu sehr im Vordergrund steht oder unnötig dramatisiert wird. Da sie nicht als Geschwister aufgewachsen sind, lehnt sie Keith nicht ab, weil er ihr Stiefbruder ist, sondern weil er in ihren Augen die Familie zerrissen und sie ihm das nie verziehen hat. Anders als Holly waren sowohl Callie als auch Keith damals beide schon Jugendliche und haben weitaus länger getrennt gelebt als unter einem Dach. Des Weiteren sind sie natürlich nicht miteinander verwandt.

Die Handlung ist von Beginn an fesselnd, insbesondere wegen der geheimnisvollen Ereignisse in der Vergangenheit, die nach wie vor Einfluss auf die Gegenwart haben. Im Traum beginnt Callie auf einmal sich an bestimmte Details zu erinnern, fügt die Puzzleteile Stück für Stück zusammen und erfährt dank der Hilfe eines Freundes letztlich die ganze Wahrheit über den Tod ihres Vaters. Man hat zu diesem Zeitpunkt zwar schon lange geahnt, dass mehr hinter dem Unfall steckt als es bisher bekannt war, dennoch schaffte es die Autorin einen mit ihrer gelungenen Auflösung zu überraschen, da die Vermutungen in eine völlig andere Richtung tendierten.

Diese Enthüllung ist ein herber Schlag für die Familie, bringt sie einander jedoch wieder näher. Was nicht heißt, dass sie sich vorher nicht nahe gestanden hätten. Callies Familie ist wahrlich einzigartig - und das nicht nur wegen der eher ungewöhnlichen Konstellation. Holly ist eine nervige, aber ebenso liebenswerte kleine Schwester, die verantwortlich dafür ist, dass Callie und Keith sich nach all den Jahren endlich wiedersehen. Anfangs findet man das ziemlich fies, doch am Ende ist man ihr dafür dankbar.
Stella ist zudem kein böses Stiefmonster, sondern eine liebevolle Ersatzmutter, die mitunter sehr streng, aber auch sehr verständnisvoll, sein kann und ihre drei Kinder -Callie, Holly und Keith - sehr liebt. Das gleiche empfinden sie für Stella, weshalb Callie sie beispielsweise darin bestärkt eine neue Beziehung einzugehen und nicht etwa von ihr erwartet für immer um ihren verstorbenen Vater bzw. Ehemann zu trauern.

Das Ende ist sehr emotional und unter Umständen muss man sogar ein Tränchen vergießen, allerdings weniger wegen der Beziehung zwischen Callie und Keith als wegen der Beziehung zwischen Callie und ihrer Stiefmutter Stella, die sich letztlich nur wünscht, dass ihre Kinder glücklich sind.

Lediglich der Umstand, dass man leider nur sehr wenig über Callies interessante Freunde Parker und Faye erfährt bzw. dass das Wenige, das man über sie in Erfahrung bringen kann, z.B. ihre familiäre Situation betreffend, nicht näher ausgeführt wird, ist ein kleines Manko. Aber vielleicht hebt Bianca Iosivoni sich das auch nur für zukünftige Bücher über diese Figuren auf, wer weiß.

Der einzige wirkliche Kritikpunkt an dem Buch ist der noch ausbaufähige Schreibstil der jungen Autorin, der sich mit der Zeit und den Projekten garantiert weiter verbessern wird, denn Potenzial ist auf jeden Fall vorhanden. Er liest sich schon jetzt flüssig und angenehm, nach einer Weile fallen einem jedoch einige Wiederholungen in Bezug auf die Wortwahl und bestimmte Beschreibungen auf, es fehlt also etwas Abwechslung. Den Lesefluss stört das allerdings nur minimal, die Lesefreude schmälert es dagegen überhaupt nicht.

Darüber hinaus sind ihr die intimen Szenen zwischen Callie und Keith dafür umso besser gelungen - heiß, prickelnd, ansprechend beschrieben, also weder zu blumig, noch zu vulgär, und genau das richtige Maß. Sie fügen sich nahtlos in die Geschichte ein und zählen definitiv zu den besten erotischen Szenen, die man in New Adult Romanen finden wird.



Fazit


Was auch immer geschieht ist ein wunderbarer New Adult Roman mit sympathischen Charakteren, genau dem richtigen Maß an prickelnder Erotik und einer mitreißenden Geschichte, die dem Stiefgeschwister-Konflikt durch die Ereignisse in der Vergangenheit weitere Aspekte hinzufügt und damit für Überraschungen sorgt. Der Schreibstil muss vielleicht noch perfektioniert werden - die wunderbare Beziehung zwischen Callie und Keith dagegen nicht! 

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dämonen, fantasy, gargoyles, dark elements, jennifer l. armentrout

Dark Elements - Steinerne Schwingen

Jennifer L. Armentrout , Ralph Sander
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 10.09.2015
ISBN 9783959670036
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Eigentlich möchte die siebzehnjährige Layla einfach nur dazugehören, doch in ihrer Situation ist das alles andere als leicht. Weil in ihren Adern auch dämonisches Blut fließt, wird sie von den Wächtern - steinerne Gargoyles, die die Menschheit vor finsteren Dämonen beschützen - nicht wirklich als eine der ihren betrachtet, die meisten ihrer Mitschüler halten sie für einen Freak, da sie bei den Wächtern lebt und eine romantische Beziehung kommt ebenfalls nicht in Frage, denn für jemanden mit einer Seele können ihre Küsse tödlich sein. Zu allem Überfluss macht plötzlich noch die Hölle Jagd auf sie und ausgerechnet ein Dämon ist es, der sie rettet. Ein Dämon, der nicht nur unglaublich gut aussieht, sondern zudem behauptet ihr mehr über ihre rätselhafte Herkunft erzählen zu können …


Dark Elements - Steinerne Schwingen ist der mitreißende Auftakt einer abwechslungsreichen Trilogie, die man definitiv weiter verfolgen wird.  Jennifer L. Armentrout hat eine faszinierende Welt erschaffen, in der nicht alles so schwarz und weiß ist wie es auf den ersten Blick vielleicht scheint, weshalb man den Wächtern als Leser eher ein wenig misstrauisch gegenüber steht. Der Heldin wird dagegen erst später klar, dass ihre Überzeugung - alle Wächter seien gut, alle Dämonen böse - nicht uneingeschränkt der Wahrheit entspricht, was schließlich fast ihr ganzes Weltbild zum Einsturz bringt.

Dennoch ist Layla eine sehr sympathische Protagonistin, mit der man von Anfang an mitfiebert und deren positive Entwicklung man gern beobachtet. Durch ihre Andersartigkeit und die ständige Gewissheit immer genügend Abstand halten zu müssen - wegen ihrer Fähigkeit Seelen rauben zu können darf sie körperlich niemandem zu nahe kommen - fühlt sie sich verständlicherweise trotz ihrer liebenswerten, menschlichen Freunde Sam und Stacey oft einsam und nirgendwo richtig zugehörig.

Das liegt vor allem daran, dass einige Wächter aus ihrer Familie ihre andere - dämonische - Seite als Makel ansehen und sie dazu drängen sich lediglich als Wächterin zu betrachten, obwohl sie sich deutlich von ihnen unterscheidet und kaum Freiheiten genießt. Sie sind mitunter sehr arrogant, sehen zum Teil sogar auf Layla herab, und vertrauen ihr nicht einmal genug um sie mit den Kindern allein zu lassen, obwohl sie beinahe ihr ganzes Leben bei den Gargoyles verbracht hat. Außerdem enthalten sie ihr wichtige Informationen vor und lassen sie absichtlich über ihre Herkunft im Unklaren. Dementsprechend viele Lügen und Geheimnisse gibt es, die es aufzudecken gilt, und ebenso viele Überraschungen und schockierende Enthüllungen, insbesondere im späteren Verlauf der Geschichte.

Zayne gegenüber hat man auch eher zwiespältige Gefühle. Einerseits ist er Layla ein guter Freund, empfindet viel für sie und würde sie jederzeit beschützen, wofür man ihn mögen muss. Andererseits kann man ihm nicht vollkommen vertrauen, weil er bestimmte Dinge nicht für sich behält, sondern zum Beispiel seinem Vater, dem Oberhaupt der Wächter, berichtet, wenngleich ohne böse Absicht.
Zu Beginn ist Layla in Zayne verliebt, aber ihre Beziehung hat keine Zukunft, da sie ihm nicht zu nahe kommen kann ohne in die nahezu unwiderstehliche Versuchung zu geraten von seiner Seele zu kosten. Ferner übt sein Vater Druck auf ihn aus sich mit einer anderen Wächterin zu paaren um ihre Art zu erhalten, wofür Layla durch ihr dämonisches Blut nicht in Frage kommt.

Der Dämon Roth ist hingegen ein unglaublich charmanter Charakter, der vielmehr ein Antiheld ist als der Bösewicht, den man anfangs vielleicht erwartet. Er akzeptiert Layla als einziger so, wie sie wirklich ist, also mit ihrer dämonischen Seite, und gibt ihr somit nicht das Gefühl eine Außenseiterin oder mit einem Makel behaftet zu sein. Seine sexuellen Anspielungen und zweideutigen Sprüche, einfach seine ganze spezielle Eigenart, bringen einen immer wieder zum Schmunzeln und machen ihn zusätzlich so besonders.

Dank Roth beginnt Layla beide ihrer Seiten zu akzeptieren und ihr dämonisches Blut nicht länger zu verleugnen. Des Weiteren ist er derjenige, der ihr endlich mehr über ihre Herkunft sowie ihr Erbe erzählt und wenigstens ein paar ihrer Fragen beantwortet. Er hilft ihr herauszufinden, warum so viele Dämonen es auf einmal auf sie abgesehen haben statt zu versuchen das Offensichtliche zu verschleiern.

Die Anziehung zwischen ihm und Layla ist deutlich spürbar und man kann sehr gut verstehen, dass sie mit der Zeit Gefühle für ihn entwickelt. Bei ihm muss sie sich nicht ständig zurückhalten und ihre Gefühle unterdrücken, denn ihm kann sie nahe sein ohne befürchten zu müssen ihn dadurch womöglich zu töten. Ihre Liebesgeschichte ist authentisch und ein wichtiger Teil des Romans, der die eigentliche Geschichte jedoch nicht völlig in den Hintergrund drängt. Da es sich um ein Jugendbuch handelt, gibt es natürlich keine expliziten Sexszenen, ein erotisches Prickeln ist aber durchaus vorhanden.

Die Handlung ist durchgängig fesselnd und das Buch daher sehr schnell gelesen. Trotzdem steigert sich die Spannung zum Ende hin sogar noch einmal. Der finale Showdown ist atemberaubend und der Autorin gelingt es erneut einen mit unerwarteten Entwickelungen zu verblüffen. Der Schluss sorgt sowohl für ein lachendes als auch für ein weinendes Auge, gibt allerdings Anlass zur Hoffnung.

Obwohl die erste Band zum Glück nicht mit einem richtigen Cliffhanger endet, möchte man die Fortsetzung angesichts einer offenen Frage, die einem geradezu auf der Seele brennt und auf die der zweite Teil hoffentlich eine Antwort liefert, so schnell wie möglich lesen. Darüber hinaus möchte man gern mehr über die Wächter und ihre Geschichte erfahren, diesbezüglich gab es bisher nämlich nur einige interessante Andeutungen von Roth.


FAZIT
Dark Elements - Steinerne Schwingen ist genau das richtige Buch für alle Fans von Romantic Fantasy, die auf der Suche nach einer authentischen Liebesgeschichte mit sympathischen Charakteren, einer spannenden Handlung und interessanten Kreaturen sind, über die man nicht schon etliche andere Romane gelesen hat. 

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fantasy, liebe, masken, sabaa tahir, elias

Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken

Sabaa Tahir , Barbara Imgrund
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 15.05.2015
ISBN 9783846600092
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Als die Männer des Imperiums sie nachts überfallen, ihre Großeltern töten und ihren Bruder mitnehmen, gelingt Laia mit knapper Not die Flucht. Darin wollte, dass sie davon läuft, doch Laia kann sich nicht verzeihen, dass sie ihren Bruder im Stich ließ und hat von da an nur noch ein Ziel: Die Rettung ihres Bruders. Allein kann sie das nicht schaffen, nur der Widerstand kann ihr vielleicht dabei helfen, aber das hat seinen Preis.

Elias ist der beste Schüler der Militärakademie von Schwarzkliff und vermutlich der einzige im letzten Jahr, der plant gleich nach seinem Abschluss zu desertieren um endlich frei von den grausamen Machenschaften des Imperiums zu sein. Nur wegen einer rätselhaften Prophezeiung beschließt er noch länger dort zu bleiben, wodurch seine und Laias Wege sich schließlich kreuzen …

Sabaa Tahir schafft es den Leser von Anfang bis Ende in ihren Bann zu ziehen, was Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken zu einem sehr gelungenen, düsteren Fantasyroman macht, den man nicht so schnell vergisst.

Erzählt wird die Geschichte durchgängig aus zwei verschiedenen, sich abwechselnden Ich-Perspektiven, denen von Laia und Elias. Weil die beiden Protagonisten die meiste Zeit über getrennt sind und es somit bis zum Ende hin nur wenige Überschneidungen gibt, hat man dank dieser Methode stets das gesamte Geschehen um sie herum gut im Blick. Darüber hinaus hat man dadurch die Möglichkeit ihre unterschiedlichen Emotionen sowie Reaktionen in derselben Situation zu erleben und so zu erfahren, wie sie sich gegenseitig einschätzen oder was sie über den jeweils anderen denken. Außerdem wechselt die Autorin den Blickwinkeln in der Regel in besonders spannenden Momenten, wodurch sie kontinuierlich zum Weiterlesen anregt, da man so schnell wie möglich zur vorherigen Szene zurückkehren möchte um herauszufinden, wie es an dieser Stelle weitergeht.

Sabaa Tahir hat eine sehr faszinierende Welt mit einem interessanten historischen Setting, einer komplexen Hintergrundgeschichte und diversen, phantastischen Elementen kreiert; letztere hätte man in dieser Form gar nicht erwartet. Diese hat eine ganz eigene, geschichtliche Entwicklung, einschließlich unterschiedlicher Völker mit ebenso unterschiedlichen Kulturen, hinter sich, über die man nach und nach mehr erfährt, beispielsweise wie die Martialen damals die Herrschaft über das Imperium übernommen haben. Sie beherbergt verschiedene Kreaturen, darunter Dschinn, Ifrit sowie Ghule, die hervorragend in diese Wüste passen. All das ist zudem sehr detailliert ausgearbeitet und ausgesprochen gut durchdacht.

Schwarzkliff ist überaus Angst einflößend und die Methoden, mit denen sie ihre Schüler ausbilden, sind außerordentlich barbarisch. Die silbernen Masken sind geradezu unheimlich, denn sie scheinen zu leben und verwachsen eigentlich sogar mit ihren Trägern, die zumeist gnadenlose Kämpfer sind, deren Gegner nur selten überleben. Es grenzt daher fast an ein Wunder, dass Elias nicht zu ihnen gehört und es ihm gelungen ist sein Herz und seine Seele vor dieser Grausamkeit zu bewahren. Er ist einer der wenigen Martialen, denen das Leben der Sklaven nicht völlig gleichgültig ist und die sie nicht als wertlose Lebewesen, sondern als gleichwertige Menschen betrachten. Diese Einstellung macht ihn sofort sehr liebenswert, auch wenn er nicht jedes Mal eingreift um zu helfen. Sein größter Wunsch ist seine Freiheit, dennoch riskiert er mehrfach sowohl diese als auch sein Leben um Laia zu retten, weil es das Richtige ist. Für diesen Mut kann man ihn nur bewundern.

Im Gegensatz dazu ist Laia, zumindest zu Beginn, noch ziemlich naiv und leichtgläubig, entwickelt sich, zu ihrer eigenen Überraschung, im späteren Verlauf aber zu einer tapferen, starken Protagonistin, die ihre Ziele entschlossen verfolgt. Sie liebt ihren Bruder Darin so sehr, dass sie sogar Folter in Kauf nimmt, als sie darin ihre einzige Chance auf Rettung für ihn sieht. Letztlich riskiert selbst sie trotz der Möglichkeit zur Flucht alles um sich bei jemandem zu revanchieren, wofür sie große Achtung verdient.

Ferner gibt es ein paar interessante, gut ausgearbeitete Nebencharaktere, über die man zum Teil einiges erfährt und die wesentlich zur Geschichte beitragen, darunter Köchin, Izzi, Kinan und Spiro Teluman, die man in der Fortsetzung hoffentlich wiedersieht um noch mehr über sie in Erfahrung zu bringen.

Elias‘ beste Freundin Helena scheint anfangs ganz nett zu sein, verliert durch ihren blinden Gehorsam und ihre Kaltherzigkeit und Geringschätzung den Kundigen und Sklaven gegenüber jedoch sämtliche Sympathie. Daran ändert auch die Rettung einer anderen Figur nichts mehr. Sklaven haben für sie offenbar kaum einen Wert, weshalb es sie nicht kümmert, wenn sie sterben.

Marcus und die Kommandantin von Schwarzkliff verabscheut man hingegen noch mehr. Sie sind durch und durch böse, grausam und machthungrig. Für sie zählt einzig und allein der eigene Vorteil und für ihre Ziele gehen sie über Leichen.

Mazen, der Anführer der Rebellen, ist nur schwer zu durchschauen und man hätte generell gern etwas mehr über den Widerstand erfahren. Wer hat damals Laias Eltern verraten und trägt damit die Schuld an deren Tod? Ist er noch immer unter ihnen? Wer von ihnen gibt Informationen an die Kommandantin weiter?

Das größte Mysterium sind allerdings die unsterblichen Auguren, die sich nur sehr rätselhaft ausdrücken. Wie sehen ihre Pläne wirklich aus? Arbeiten sie mit jemandem zusammen? Wem sind sie wohlgesonnen? Warum können sie trotz ihrer großen Macht nicht erkennen, dass Anwärter bei den Prüfungen betrogen haben?

Die Handlung ist von der ersten Seite an sehr ereignisreich und fesselnd, sodass man permanent den Wunsch hat weiterzulesen. Laia schwebt als Kundige ohnehin ständig in Gefahr, bei Elias sorgen die brutalen Prüfungen, denen er sich als Anwärter stellen muss und deren Sinn man nur schwer nachvollziehen kann, für Spannung. Unerwartete Hilfe und ein ungeahnter Verrat sorgen zusätzlich für Überraschungen.

Für ein Jugendbuch ist das Geschehen jedoch stellenweise etwas zu blutig und gewalttätig. Grauenvolle Kämpfe, Sklaverei, Folter und Vergewaltigung sind sehr krasse Zustände, die man im Hinblick auf die Zielgruppe vielleicht nicht ganz so schonungslos darstellen sollte.

Der Schreibstil von Sabaa Tahir ist sehr bildhaft und voller wunderbarer Vergleiche sowie Metaphern, die das Bedürfnis wecken manche Sätze mehr als einmal zu lesen. Insgesamt hätte sie diese aber ruhig ein bisschen sparsamer einsetzen können, denn nicht jede Beschreibung verlangt einen derart anschaulichen Vergleich.

Die, grundsätzlich nur in Ansätzen vorhandene, Liebesgeschichte bzw. das leicht angedeutete Liebesdreieck - immerhin gibt es zwei Männer, für die Laia etwas empfindet - ist leider nichts Halbes und nichts Ganzes. Für Romantiker sind zwei Küsse nicht zufriedenstellend, für alle anderen sind sie dagegen wahrscheinlich eher überflüssig. Eine bloße Freundschaft hätte demnach wohl ausgereicht, doch vielleicht ergeben sich bezüglich der Romantik dann mehr Gelegenheiten in der Fortsetzung.

Nach dem Ende ist man jedenfalls schon sehr gespannt auf den zweiten Teil, weil man Antworten auf die offenen Fragen finden und natürlich wissen will, wie es mit Elias und Laia weitergeht. Wenn man nichts gegen offene Enden einzuwenden hat, könnte man das Buch sicher auch nur für sich genommen gut lesen. Wenn einem die Geschichte gefallen hat, wird man auf die Fortsetzung aber garantiert nicht verzichten wollen. Und da das Buch zum Glück nicht mit einem richtigen Cliffhanger endet, wird einem das lange Warten hoffentlich ein wenig leichter fallen.

FAZIT
Sabaa Tahir hat mit ihrem Debut Elias & Laia - Die Herrschaft der Masken einen sehr gelungenen Fantasyroman geschrieben, über dessen Charaktere, magische Wesen und faszinierende Welt man gern noch mehr erfahren möchte. Die Fortsetzung wird man sich daher keinesfalls entgehen lassen.

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649 Bibliotheken, 12 Leser, 5 Gruppen, 159 Rezensionen

atlantia, dystopie, sirenen, ally condie, fantasy

Atlantia

Ally Condie , Stefanie Schäfer
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 11.02.2015
ISBN 9783841421692
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Schon seit ihrer Kindheit hat Rio, anders als ihre Zwillingsschwester Bay, davon geträumt eines Tages die Unterwasserstadt zu verlassen und nach Oben zu gehen um dort die Sterne zu sehen und die Sonne auf ihrer Haut zu spüren. Doch nach dem unerwarteten Tod ihrer Mutter hat sie Bay versprochen zusammen mit ihr in Atlantia zu bleiben, für immer, sodass sie diesen Traum aufgegeben hatte.
    
Bei der Zeremonie zum Jahrestag der Trennung, am Tag der Entscheidung, hält sie sich somit an ihr Versprächen und wählt das Unten. Deshalb kann Rio es auch kaum glauben als ausgerechnet Bay sich plötzlich und ohne Vorwarnung dafür entscheidet nach Oben zu gehen. Von da an hat Rio nur noch ein Ziel: Sie will zu ihrer Schwester gelangen um herauszufinden, warum diese Atlantia und sie einfach verlassen hat.
    
    
Atlantia ist ein gelungenes Jugendbuch, das trotz kleinerer Schwächen insgesamt gut zu unterhalten vermag. Wie schon einige andere Werke von Ally Condie ist auch dieses nicht von Atem beraubender Spannung durchzogen, aber auf Grund der vielen offenen Fragen, die sich im Verlauf der Handlung zunehmend stellen, dennoch sehr fesselnd und mitreißend, sodass man schon nach kurzer Zeit den ständigen Drang verspürt weiterzulesen um möglichst bald die begehrten Antworten zu finden. 
          
Die Stadt Atlantia ist eine faszinierende, gut durchdachte Unterwasserwelt, in der es unglaublich viel zu entdecken gibt. Durch die anschaulichen Beschreibungen bekommt man relativ schnell eine gute Vorstellung von ihr und nur zu gern würde man die Kuppeln, den Tempel sowie die elektrischen Gondeln mit eigenen Augen sehen. Es ist dort allerdings nicht ganz ungefährlich, da häufig Lecks entstehen und die schützenden Außenwände jederzeit dem enormen Druck der kalten Fluten nachgeben könnten. 
Religion ist in Atlantia anscheinend von großer Bedeutung, dient jedoch offensichtlich nur dazu die Leute zu kontrollieren und sie davon abzuhalten ihre Welt in Frage zu stellen. Generell gibt es im Hinblick auf das Leben dort einige Ungereimtheiten, alles ist sehr geheimnisvoll und man hat binnen kurzem das Gefühl, dass den Bewohnern vieles verschwiegen wird. Insbesondere in Bezug auf das Oben scheint der Rat ihnen nicht die volle Wahrheit über die Verhältnisse zu sagen und die meisten Antworten werfen nur neue Fragen auf. Es ist erstaunlich, wie viele dem Rat sowie dem Hohepriester blind vertrauen und dass augenscheinlich nur so wenige neugierig auf das Oben sind bzw. dieser Neugier nachgeben, denn keiner von ihnen hat je Beweise für die Behauptungen über die dort angeblich herrschenden Zustände gesehen. 
               
Die Sirenen, zu denen auch Rio gehört, sind sehr interessante Wesen mit unterschiedlichen, schönen sowie schrecklichen, Fähigkeiten, abhängig davon, wie sie sie einsetzen. Menschen mit ihrer Stimme zu manipulieren ist nur eine davon und sie alle sind unterschiedlich stark. Unglücklicherweise stehen die meisten Bewohner Atlantias den Sirenen wegen einzelner schlechter Erfahrungen, die dazu geführt haben, dass alle Sirenen unter der ständigen Kontrolle des Rats leben müssen, inzwischen grundsätzlich eher feindselig gegenüber, obwohl nicht alle von ihnen schlecht sind oder ihre Kräfte missbrauchen. Diesen Teil ihrer selbst musste Rio deshalb seit ihrer Geburt vor jedem außer ihrer Mutter und Bay verbergen um nicht von ihrer Familie getrennt zu werden. Trotzdem hat jeder gemerkt, dass Rio anders ist als ihre Schwester, wodurch sie ein wenig zur Außenseiterin wurde. 
              
Rio ist eine sympathische Protagonistin, deren Empfindungen man gut nachvollziehen kann. Gleich zu Beginn fühlt man sich von Bay beinahe genauso verraten wie sie, weshalb man natürlich unbedingt wissen möchte, wieso ihre Schwester nach Oben gegangen ist und sie dazu noch ohne jede Erklärung einfach verlassen hat. Ihr Fortgang ist umso schmerzhafter und trauriger, weil Rio damit die letzte Person verliert, die ihr wahres Wesen kennt. Bei Bays Entscheidung hat sie zudem ihre Stimme in der Öffentlichkeit erstmals für einen kurzen Moment nicht unter Kontrolle und es könnte beträchtliche Konsequenzen nach sich ziehen, wenn die falschen Menschen von ihrem Geheimnis erführen. Rio ist allerdings überzeugt davon, dass Bay triftige Gründe für ihr Handeln gehabt haben muss und ihre Wut weicht schnell dem verzweifelten Bedürfnis das Verhalten ihrer Schwester zu verstehen. Ihr unerschütterlicher Wille und ihre Entschlossenheit Antworten zu bekommen sind bewundernswert, auch wenn manche ihrer Ideen und Pläne unausgereift erscheinen und somit kaum Erfolg versprechend sind. Außerdem ist sie sehr mutig und setzt sich für diejenigen ein, die ihr etwas bedeuten. Anfangs wirkt Rio vielleicht ein wenig emotionslos, das ist jedoch dem Umstand geschuldet, dass sie jahrelang niemals ihre wahren Gefühle offenbaren durfte, und somit durchaus passend. Das ändert sich später als sie sich weiterentwickelt, offener wird und mehr von sich preisgibt. 
                
An dieser Entwicklung ist True maßgeblich beteiligt, der ebenfalls nach Antworten sucht seit sein bester Freund zusammen mit Bay nach Oben gegangen ist. Er ist ein talentierter Erfinder, der viel mit Rio gemeinsam hat und sie tatkräftig unterstützt. Nach Bays Verschwinden wird er der einzige Mensch in Rios Leben, der einem Freund am nächsten kommt. Dennoch dauert es lange bis sie ihm wirklich vertraut, was angesichts der Tatsache, dass er genauso viele Geheimnisse vor ihr hat wie umgekehrt, aber verständlich ist. Natürlich bahnt sich im Verlauf des Buches später eine kleine, zarte Liebesgeschichte zwischen ihnen an. True ist sehr liebenswert und er und Rio ergänzen sich wunderbar, doch man erfährt nicht so richtig, wie, warum oder in welchem Moment sie sich ineinander verlieben. Das Herzklopfen bleibt aus, was wirklich schade ist, weil man sehr viel mehr daraus hätte machen können. Es wäre demnach schöner gewesen, wenn Ally Condie der Liebesgeschichte entweder etwas mehr Raum gegeben oder die Beziehung der beiden als bloße Freundschaft belassen hätte. 
                
Von ihrer Familie ist Rio nur ihre Tante Maire geblieben, zu der sie bislang kaum Kontakt hatte. Sie ist ebenfalls eine Sirene und eine der interessantesten und facettenreichsten Charaktere des Romans. Bis zum Schluss weiß man nicht, ob man ihr trauen kann, wann sie die Wahrheit sagt oder was ihre Motive sind, und ein paar Fragen bleiben sogar danach noch offen. Es ist also nur logisch, dass Rio ihr zunächst misstraut, zumal Maire abgesehen von einigen Antworten weiterhin viel vor ihr verbirgt. Von ihrer Tante erfährt sie viele wichtige Dinge über Atlantia sowie die Sirenen und ihre wahre Geschichte. Des Weiteren lernt Rio mit Maires Hilfe ihre eigenen Kräfte gezielt einzusetzen und zu steuern. 
               
Von Anfang an unsympathisch und eindeutig der Antagonist ist dagegen der Hohepriester Nevio. Er nimmt Rio nach dem Verlust ihrer Schwester auch noch ihr Zuhause weg, ist aber ferner zu viel schrecklicheren Taten fähig und viel hinterhältiger und verabscheuungswürdiger als zunächst gedacht. Während man über die Unterwasserstadt und ihre Bewohner ziemlich viel erfährt, wird das Leben Oben von Ally Condie leider kaum näher beleuchtet. Die Zeit vor der Trennung und der Grund dafür werden so gut wie gar nicht thematisiert, lediglich von zerstörtem Lebensraum und starker Luftverschmutzung ist die Rede. Der Fokus liegt also mehr auf der Gegenwart und dem Schicksal der Figuren. Die Vergangenheit spielt dabei nur eine untergeordnete Rolle, wobei das Oben selbst in der Gegenwart nur sehr spärlich beschrieben wird. Aus diesem Grund kann man die teilweise gleichgültige Haltung der Menschen dort gegenüber den Bewohnern Atlantias nur schwer nachvollziehen, obgleich natürlich nicht alle von ihnen genauso empfinden. 
               
Der Schwerpunkt des Romans liegt demnach auf der Suche nach der Wahrheit, die erst kurz vor Schluss, dafür dann in vollem Umfang, offenbart wird. Bis dahin bieten die verschiedenen Hinweise viel Raum für Spekulationen, die häufig schon bald wieder verworfen oder durch andere ersetzt werden, von denen sich manche, im Gegensatz zu einigen anderen, später jedoch als wahr herausstellen. Selbst wenn man mit der einen oder anderen Vermutung richtig liegt, erwarten einen also genügend Überraschungen und ungeahnte Wendungen, mit denen man so keinesfalls gerechnet hat. Sogar Bay wird einem ein kleines bisschen sympathischer, denn zumindest ihre, obschon nicht ganz einleuchtenden, Beweggründe kann man ihr nicht vorwerfen, sondern nur die Art und Weise ihres Verschwindens. Ehrlichkeit hätte ihrer Schwester viel Kummer und Leid erspart. 
              
Zum Ende hin spitzt sich die Lage immer weiter zu und man wagt in Erwartung schrecklicher Ereignisse kaum weiterzulesen, zumal man sich zu diesem Zeitpunkt nicht vorstellen kann, wie die vielen Probleme, von denen manche leider viel zu schnell abgehandelt werden, noch gelöst werden sollen. Schließlich werden nicht nur die Figuren mit schockierenden Enthüllungen und unangenehmen Wahrheiten konfrontiert. 
             
Die Auflösung ist der Autorin gut gelungen und das Ende ist sowohl zufriedenstellend als auch glaubwürdig, da die Heldin nicht wie durch ein Wunder alles bekommt, was sie jemals wollte. Viele Fragen bleiben letztlich allerdings offen, wobei man sich insbesondere in Bezug auf das endgültige Schicksal einer bestimmten Figur, die abschließend leider gar nicht mehr erwähnt wird, ein paar klärende Sätze gewünscht hätte. Insgesamt ist die Geschichte aber in sich stimmig und abgeschlossen.

           
             
FAZIT
Atlantia kann zwar nicht mit viel Spannung oder Tiefgang, dafür aber mit sympathischen Figuren, einer faszinierenden, scheinbar dem Untergang geweihten Unterwasserwelt sowie einer gelungenen Mischung aus dystopischem Setting und phantastischen Elementen überzeugen und damit für ein paar unterhaltsame Stunden sorgen.

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476 Bibliotheken, 3 Leser, 7 Gruppen, 64 Rezensionen

dystopie, zombies, ashes, liebe, endzeit

Ashes - Ruhelose Seelen

Ilsa J. Bick , Sonja Schuhmacher , Naemi Schuhmacher , Gerlinde Schermer-Rauwolf
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei INK, 09.08.2013
ISBN 9783863960070
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nach der Katastrophe, die die ganze Welt erschüttert hat, waren die Veränderten zunächst nur unkontrollierbare Bestien, die lediglich ihren animalischen Trieben gehorchten und noch relativ leicht zu besiegen waren. Dann begannen sie sich zusammen zu tun, in Gruppen zu jagen und dabei sogar Waffen zu verwenden. Doch die Veränderung ist damit offenbar immer noch nicht abgeschlossen, denn sie werden zunehmend intelligenter und somit auch gefährlicher. Und jemand scheint sie für seine Zwecke zu benutzen.
       
Außerdem sind die Verschonten noch immer nicht außer Gefahr ebenfalls noch zu kannibalischen Chuckies zu werden, zumal auch sie gewisse Veränderungen an sich feststellen können. Sie müssen sich aber nicht nur vor sich selbst, sondern auch vor den Monstern in Acht nehmen, die nur darauf warten zuzuschlagen – die Frage ist nur, wer hier die wahren Monster sind …
       
         
Ashes – Ruhelose Seelen ist der erste Teil eines Abschlussbandes, der damit schon sehr vielversprechend beginnt und stetig auf ein äußerst packendes Finale zusteuert, mit dem Ilsa J. Bick ihre Leser garantiert erneut überraschen wird.
       
Die Handlung der Fortsetzung setzt genau dort an, wo der Vorgänger aufgehört hat, wodurch das Buch bereits sehr spannend beginnt, da Alex sich immer noch in akuter Lebensgefahr befindet und schnell einen Ausweg finden muss. Generell legt Ilsa J. Bick ein sehr hohes Tempo vor und gewährt nur wenige Atempausen, in denen die Charaktere sowie man selbst einmal kurz zur Ruhe kommen kann.
Das liegt insbesondere an den häufigen Szenen- und Perspektivwechseln, die man von ihr bereits kennt. Oftmals wechseln die Sicht sowie der Schauplatz nach jedem Kapitel, manchmal verweilt man dagegen für eine Weile bei ein und demselben Blickwinkel. Fast immer enden die einzelnen Kapitel zudem mit kleinen Cliffhangern. Dadurch wird die Spannung konstant aufrecht erhalten oder sogar erhöht, weil die Szenen in einem besonders aufregenden Moment abrupt enden bzw. unterbrochen werden. Es ist daher fast unmöglich eine Stelle zu finden, an der man den Roman einmal kurz beiseite legen kann, ohne mit den Gedanken immer noch darin zu verweilen.
         
Während man Alex in den vorherigen Bänden trotz längerer Pausen nie ganz aus den Augen verloren hat, sind andere Charaktere eindeutig zu kurz gekommen, was sich nun glücklicherweise ändert. Mit Ausnahme von einer Person, tauchen alle bisherigen, zum Teil sehr lieb gewonnenen, Hauptfiguren wieder auf – d.h. sie werden nicht nur genannt, sondern treten tatsächlich in Erscheinung – sodass man endlich erfährt, was nach der letzten Begegnung, die bei manchen schon ziemlich weit zurückliegt, mit ihnen geschehen ist.
         
Die vielen unterschiedlichen Handlungsstränge ermöglichen dem Leser, in Verbindung mit den verschiedenen Sichtweisen, eine umfassende Einsicht in die diversen Geschehnisse der Welt, die die Autorin geschaffen hat. Jeder von ihnen ist interessant und konfrontiert den Leser fortdauernd mit neuen Rätseln. Die Handlung ist insgesamt also sehr komplex und zwar nicht schwer verständlich, aber sie erfordert ein gewisses Maß an Konzentration, wenn man den Überblick behalten will. Dabei drängt sich mehr und mehr die Frage auf, ob die einzelnen Handlungsstränge am Ende wohl doch noch zusammen laufen und zwischenzeitlich voneinander getrennte Figuren einander wieder begegnen werden.
      
Ilsa J. Bick gelingt es außerdem immer wieder einen zu schockieren oder sogar bis ins Mark zu erschüttern, indem sie ungeahnte Wahrheiten enthüllt oder Einblicke in die Abgründe der menschlichen Psyche gewährt, auf die man bisweilen lieber verzichtet hätte. Verachtenswerte Kreaturen gibt es in Ashes – Ruhelose Seelen zuhauf und unglücklicherweise handelt es sich bei der Mehrheit um Menschen. Immer öfter verhalten sie sich weitaus unmenschlicher als die Chuckies, wodurch man sich zwangsläufig die Frage stellen muss, wer hier eigentlich die Monster sind. Viele von ihnen sind zu unvorstellbar grausamen Taten fähig, die man keinesfalls nachvollziehen kann. Statt zusammen zu halten, bekämpfen sie sich gegenseitig und empfinden teilweise sogar Freude dabei andere zu foltern oder abartige Experimente an ihnen durchzuführen.
     
Die Zustände in Rule verschlechtern sich permanent und es ist mehr als traurig zu sehen, wie die ältere Generation sich den Verschonten gegenüber verhält. Es ist absolut unverständlich, dass diejenigen, die ihr Leben bereits gelebt haben, nicht von sich aus bereit sind kleine Zugeständnisse zu machen und zu Gunsten der Kinder und Jugendlichen, die ihr ganzes Leben erst noch vor sich haben, zumindest auf einen Teil der stetig knapper werdenden Lebensmittel zu verzichten, nur weil sie nicht von ihrem Fleisch und Blut sind. Dabei sollte es doch eigentlich selbstverständlich sein, dass die Kinder an erster Stelle stehen – und zwar ohne über die Maßen verwerfliche Gegenleistungen von ihnen einzufordern.
         
Unfassbar schreckliche Taten sind in Ashes – Ruhelose Seelen demnach an der Tagesordnung und man muss einiges aushalten können, wenn man nachts nicht womöglich von Alpträumen geplagt werden will. Natürlich ist das individuell verschieden, aber bei dem ein oder anderen wird das erträgliche Maß von Gewalt und Ekel garantiert überschritten werden, denn in dieser Hinsicht ist dieser Band noch weitaus schlimmer als der vorherige. Wenn man keinen sehr festen Magen hat, wird man nicht umhin kommen ein paar Pausen beim Lesen einzulegen, weil viele Szenarien nur schwer zu verdauen sind. Ein Beispiel zur eigenen Einschätzung: „Wenige Minuten später steckte er sich den linken Augapfel des alten Kauzes in den Mund […] Er schluckte etwas weiche Augenmasse hinunter, schob die Linse zwischen den Zähnen herum und zerkaute sie dann.“ Weniger ist eben manchmal mehr und es hätte dem Roman nicht geschadet, wenn Ilsa J. Bick auf ein paar dieser blutigen und besonders brutalen Szenen verzichtet oder sie wenigstens nicht ganz so detailliert beschrieben hätte. Im Gegensatz zu einem Buch aus dem Genre Horror, weiß man hier nämlich nicht, was einem blüht und es wäre nicht verkehrt gewesen ein wenig Rücksicht auf die Zielgruppe zu nehmen. Immerhin richtet sich die Geschichte nicht an Erwachsene, sondern an Jugendliche – und das auch nach Ansicht des Originalverlages, sodass es sich nicht etwa um eine Fehleinschätzung von Egmont Ink handelt.
Nichtsdestotrotz ist Ilsa J. Bick eine brillante Autorin, die es definitiv versteht den Leser an ihr Werk zu fesseln. Eine uneingeschränkte Empfehlung ist im Hinblick auf die anvisierte Leserschaft durch das Übermaß an Gewalt und Brutalität jedoch leider nicht mehr möglich und man sollte vor dem Lesen auf jeden Fall in Erfahrung bringen, was einen erwartet.
       
Das Ende von Ashes – Ruhelose Seelen ist, logischerweise, relativ unbefriedigend, da der Schnitt an dieser Stelle nicht von der Autorin beabsichtigt war, sondern vom Verlag gewählt wurde um das Buch zu teilen und sich somit natürlich nicht wie ein Ende anfühlt. Ohne auch nur einen Handlungsstrang aufzulösen endet das Buch einfach mittendrin, mit unzähligen offenen Fragen und dazu noch an einer ziemlich verwirrenden Stelle. Dafür gibt es allerdings immerhin keinen lästigen Cliffhanger, sodass das kurze Warten auf den zweiten Teil des Abschlusses einigermaßen erträglich ist.
          
         
Mit Ashes – Ruhelose Seelen hat Ilsa J. Bick erneut bewiesen, was für eine talentierte Autorin sie ist. Wer sich an gewalttätigen Szenen und ziemlich detaillierten, blutigen Beschreibungen nicht stört, sollte sich diese Fortsetzung nicht entgehen lassen. Das endgültige Finale kann man nun jedenfalls kaum noch erwarten, weil man endlich wissen will, wie die Geschichte endet und ob gewisse Figuren schließlich wieder zueinander finden werden.

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191 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 52 Rezensionen

dystopie, liebe, fantasy, adelice, cocoon

Cocoon - Die Lichtfängerin

Gennifer Albin , Jakob Schmidt
Fester Einband: 356 Seiten
Erschienen bei INK, 11.10.2012
ISBN 9783863960285
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Seit Jahren haben ihre Eltern die sechzehnjährige Adelice darauf trainiert ihre Begabungen als Webjungfer zu verbergen um zu verhindern, dass ihr Talent bei der Prüfung entdeckt und sie vom Konvent einberufen wird. Doch im entscheidenden Moment begeht sie einen fatalen Fehler und man wird auf sie aufmerksam. Auch der letzte verzweifelte Fluchtversuch ihrer Eltern scheitert und dass sie nicht sofort hingerichtet wird hat sie einzig ihren außergewöhnlichen und von der Gilde sehr begehrten Fähigkeiten zu verdanken.

Um eben diese Fähigkeiten für ihre Zwecke nutzen zu können versucht der Konvent alles um Adelice unter seine Kontrolle zu bringen. Doch Adelice ist nicht dumm und erkennt, in welcher Position sie ist und dass man sie nur manipulieren will. Obwohl es bisher noch niemand geschafft hat, ist sie entschlossen zu fliehen und stellt dabei schließlich fest, dass nicht nur sie der Gilde nicht treu ergeben ist ...

Cocoon – Die Lichtfängerin ist ein sehr gelungenes Debut und ein toller Reihenauftakt, der mit neuartigen Ideen überzeugen kann, den Leser zum Nachdenken anregt und ihm dadurch noch lange im Gedächtnis bleiben wird.

Die Welt, die Gennifer Albin mit Arras kreiert hat, ist wahrlich einzigartig und wird dem Titel, wie man später herausfindet, wirklich gerecht. Alles und jeder steht unter der Kontrolle der Gilde, die mit Hilfe der Webjungfern, die über die Fähigkeit verfügen das Gewebe des Lebens zu flechten und so Raum und Zeit zu verändern, Geschehensabläufe, Familienstrukturen und sogar das Gedächtnis der Leute beliebig beeinflussen können.
Die Gilde besteht jedoch nur aus Männern, denn den Frauen wurden klare Rollen zugewiesen. Verfügen sie über die Fähigkeiten zum Weben, werden sie, ob sie wollen oder nicht, als Webjungfern einberufen, wenn nicht, bekommen sie einen Ehemann und haben die Pflicht sich voll und ganz um ihn zu kümmern. Entkommen kann man seinem Schicksal nicht, denn wer versucht zu fliehen wird getötet, wobei es nur selten dazu kommt, weil die Gilde so genannte Abweichler meist schon früh entdeckt und entweder beseitigt oder sie zu vollkommen neuen Personen macht.

Das erfährt auch die Hauptfigur Adelice Lewys am eigenen Leib. Obwohl ihre Eltern sie darauf trainiert haben bei der entscheidenden Prüfung zu versagen, wird ihr außergewöhnliches Talent durch einen kleinen Patzer ihrerseits von der Gilde erkannt und verdammt sie zu einem Leben als Webjungfer. Sie wollte ihren Eltern zuliebe zwar versagen, hielt sie im Grunde aber für paranoid und verstand anfangs nicht, warum ihre Eltern ihre Einberufung unbedingt verhindern wollten, immerhin hat man als Webjungfer zahlreiche Privilegien, die man als Ehefrau nie erhalten wird. Das ändert sich jedoch schnell als ihr Leben im Konvent und ihre Ausbildung dort beginnen. Im Gegensatz zu vielen anderen Mädchen, die sich von dem Luxus und den Vorrechten nur zu bereitwillig blenden lassen, blickt Adelice hinter die Fassade und stellt, zum Leidwesen ihrer Ausbilderin Maela, unangenehme Fragen. Sie ist sehr intelligent und merkt schnell, dass man sie nur manipulieren und für die Zwecke der Gilde ausnutzen will. Sie soll tun was man ihr sagt und Anweisungen gefälligst nicht hinterfragen. Stattdessen beweist sie viel Stärke und weigert sich etwas zu tun, was sie für falsch oder unnötig hält, ungeachtet der Konsequenzen. Das ist vielleicht nicht immer die beste Entscheidung, sowohl für Adelice selbst als auch für ihre Mitmenschen, aber immerhin bleibt sie sich dadurch selbst treu, was sie zu einer sehr sympathischen Protagonistin macht.

Neben Adelice gibt es aber noch ein paar andere Figuren, denen es ebenfalls gelingt das Herz des Lesers für sich zu gewinnen. Das trifft vor allem auf Jost zu, der ihr im Verborgenen beisteht und sie beschützt. Als die Beiden nach und nach heimlich mehr Zeit miteinander verbringen, entwickeln sie Gefühle füreinander, was man sehr gut nachvollziehen kann. Jeder von ihnen hat bereits schwere Schicksalsschläge erlitten, doch zusammen haben sie die Chance wieder glücklich zu werden und sich der Tyrannei der Gilde zu widersetzen.

Auch Enora, die Mentorin von Adelice, sowie Maelas Assistent Erik, sind Lichtblicke in ihrem sonst eher trostlosen Gefängnis, was allein schon Grund genug ist sie zu mögen.
Während man Maela im Gegensatz dazu nur Hass entgegen bringen kann für das, was sie Adelice antut um ihre Macht zu demonstrieren, steht man Cormac etwas zwiegespalten gegenüber. Er ist definitiv nicht liebenswert oder charmant, wirklich verabscheuen kann man ihn die meiste Zeit über allerdings auch nicht, da er anscheinend tatsächlich glaubt zum Wohle der Menschen in Arras zu handeln. Das entschuldigt natürlich nicht, was er am Ende mit Adelice vorhat und die Alternative, die er ihr anbietet, ist ebenfalls nicht hinnehmbar.
Loricel bleibt hingegen ziemlich undurchsichtig und es fällt einem schwer zu verstehen, warum sie trotz ihres überlegenen Wissens und ihrer Möglichkeiten für die Gilde arbeitet.

Durch das geradezu phantastische Element des Webens von Raum und Zeit, hält man das Buch lange Zeit für ein Werk aus dem Genre Fantasy. In Wahrheit handelt es sich allerdings, wie man erst später herausfindet, tatsächlich um eine Dystopie. Insbesondere dieser Zusammenhang, der sich erst im Verlauf der Geschichte offenbart, ist der Autorin besonders geglückt. Er wirft etliche neue Fragen auf und ebnet überhaupt erst den Weg für das Ende des Buches sowie die darauf folgende Fortsetzung.

Der Schreibstil von Gennifer Albin lässt sich sehr angenehm lesen, doch obwohl man eigentlich nicht über zu wenige Beschreibungen klagen kann, fällt es einem manchmal ziemlich schwer sich bestimmte Szenen oder Geschehnisse bildlich vorzustellen. An einigen Stellen sorgt das etwas für Verwirrung, sodass es einem schwer fällt der Handlung zu folgen.

Im Gegenzug mangelt es der Geschichte dafür nicht an Spannung und schon der Prolog zieht den Leser in seinen Bann, denn man möchte unbedingt erfahren, was es damit auf sich hat. Die einzelnen Kapitel enden häufig mit kleinen Cliffhangern, die dafür sorgen, dass man das Buch immer weiter lesen möchte, obwohl das gar nicht nötig wäre, weil man ohnehin schon begierig auf der Suche nach Antworten ist. Zum Ende hin nimmt die Spannung dann sogar noch einmal zu und mündet schließlich in einem unerwarteten Showdown. Zum Glück gönnt Gennifer Albin ihren Lesern aber eine kurze Verschnaufpause und schickt ihre Figuren zwar in eine ungewisse Zukunft, lässt sie jedoch nicht in akuter Gefahr schwebend zurück.

FAZIT
Cocoon – Die Lichtfängerin ist ein sehr gelungener Serienauftakt, der nicht nur eine intelligente und starke Protagonistin, eine zarte Liebesgeschichte und eine fesselnde Handlung zu bieten hat, sondern dazu noch mit neuen Ideen überzeugen kann. Den zweiten Band wird man sich nach dem spannenden Ende daher auf keinen Fall entgehen lassen.

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668 Bibliotheken, 7 Leser, 7 Gruppen, 119 Rezensionen

hexen, magie, liebe, cate, bruderschaft

Töchter des Mondes - Cate

Jessica Spotswood , Stefanie Lemke
Fester Einband: 363 Seiten
Erschienen bei INK, 09.08.2012
ISBN 9783863960247
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Seit dem viel zu frühen Tod ihrer Mutter muss Cate sich um ihre beiden jüngeren Schwestern Maura und Tess kümmern – und das ist keine leichte Aufgabe. Alle drei sind nämlich Hexen, was nicht einmal ihr eigener Vater weiß. Diese Tatsache müssen Cate und ihre Schwestern um jeden Preis geheim halten, denn Hexerei ist streng verboten und die Bruderschaft zeigt Hexen gegenüber kein Erbarmen, selbst wenn es sich nicht einmal um echte Hexen handelt.

Um ihre Schwestern zu schützen muss Cate jedoch in ihrer Nähe bleiben, was vielleicht nicht mehr allzu lange möglich sein wird. In wenigen Monaten ist ihr siebzehnter Geburtstag und bis dahin muss Cate entweder eine Verlobung bekannt geben oder der Schwesternschaft beitreten. Und wenn Cate, deren Familie zwar Geld hat, deren Mitglieder aber trotzdem als Sonderlinge bekannt sind, keinen Antrag bekommt, wählt die Bruderschaft einen Ehemann aus ihren eigenen Reihen für sie aus …


Töchter des Mondes - Cate ist ein sehr gelungener Debutroman, bei dem sich alles um Hexen und ihre Fähigkeiten dreht, was eine willkommene Abwechslung zu Werwölfen, Vampiren und Co. darstellt.

Vor allem das Setting, das Jessica Spotswood erschaffen hat, ist besonders interessant. Die Handlung spielt kurz vor Anbruch des zwanzigsten Jahrhunderts, in einer alternativen Vergangenheit von Neuengland. Nachdem die Bruderschaft die Herrschaft der Hexen vor Jahren beendet hatte, setzt sie nun alles daran die Frauen klein zu halten und jede mögliche Hexe hart zu bestrafen. In ihren Augen sind alle Frauen schwach und sündhaft, weshalb sie sich ihnen sowie ihren Gesetzen zu unterwerfen haben und Bildung wird ihnen fast vollständig untersagt, damit sie gar nicht erst anfangen selbst zu denken. Jedes Wort der Bruderschaft macht einen total wütend und löst regelrecht Aggressionen aus, zumindest beim weiblichen Geschlecht. Niemand darf die Bruderschaft kritisieren und einige sehen nicht nur tatenlos zu wie die Bruderschaft unbarmherzig gegen, meistens unschuldige, Mädchen vorgeht, sondern liefern ihr selbst ihre eigenen Töchter aus.

Doch während man von der Bruderschaft nichts anderes erwartet, ist man zutiefst schockiert über die Skrupellosigkeit, mit der die Schwesternschaft vorgeht um ihre eigenen Ziele zu erreichen. Ihr Ziel mag vertretbar, vielleicht sogar wünschenswert sein, ihr Weg dorthin ist es allerdings ganz sicher nicht. Sie schrecken wirklich vor nichts zurück um zu bekommen, was sie wollen, und opfern selbst ihre eigenen Mitglieder oder vollkommen unschuldige Menschen, wenn es zu ihrem Vorteil ist. Für ihre Scheinheiligkeit und Heuchlerei hasst man sie daher fast noch mehr als die Bruderschaft.

Glücklicherweise gibt es aber nicht nur schlechte Menschen in Töchter des Mondes - Cate, sondern auch solche, die man einfach lieben muss. Dazu zählt vor allem Finn, der sich, im Gegensatz zu fast allen anderen Männern in Chatham, der Bruderschaft nicht widerstandslos beugt. Finn ist das genaue Gegenteil davon, wofür man ihn sofort liebt. Er würde nicht tatenlos zusehen, sondern für seine Mutter sowie seine kleine Schwester Clara – und Cate – töten und sofort mit ihnen fliehen, falls man sie der Hexerei anklagen würde. Er ist nicht nur sehr klug, sondern ebenso mutig. Er steht für das Richtige ein statt sich einfach dem Willen anderer zu unterwerfen und beschützt die, die er liebt.


Die eigentliche Hauptfigur Cate ist von Anfang an sehr sympathisch, insbesondere weil sie sich so aufopferungsvoll um ihre Schwestern kümmert und alles tut um sie zu schützen, selbst wenn diese das nicht immer zu schätzen wissen. Dass die große Verantwortung, die ihre Mutter ihr aufgeladen hat, ihr manchmal etwas zu viel ist, kann man sehr gut verstehen, denn immerhin ist sie trotz ihrer Reife erst sechzehn Jahre alt. Man fühlt mit Cate mit und deckt zusammen mit ihr die vielen Geheimnisse, insbesondere die unheilvolle letzte Prophezeiung des Orakels der Persephone, ihrer Mutter auf. Zum Leidwesen des Lesers – nicht unbedingt, weil man sich wünscht, sie hätte anders gehandelt, sondern einfach, weil man ihren Schmerz teilt – stellt sie den Schutz ihrer Schwestern und der Menschen, die sie liebt, sogar über ihr eigenes Glück, ohne es zu bereuen.

Die Liebesgeschichte zwischen Cate und Finn ist romantisch, aber auch nachvollziehbar. Die Beiden passen trotz des Standesunterschiedes, der für keinen von ihnen von Bedeutung ist, perfekt zusammen und es stört Finn nicht im Geringsten, dass Cate eine Hexe ist.

Cates jüngste Schwester Tess ist ebenfalls eine unheimlich liebenswerte Figur. Sie ist nicht auf den Kopf gefallen, sehr aufmerksam und schon ziemlich erwachsen für ihr Alter. Es steckt mehr in ihr als man auf den ersten Blick vermutet und sie ist für einige Überraschungen gut.
Die letzte der drei Schwestern, Maura, ist dagegen nicht gerade freundlich, sondern die meiste Zeit über ziemlich egoistisch und überheblich. Sie lässt sich relativ leicht beeinflussen und erzählt der neuen Gouvernante Elena alles, ohne Rücksicht auf ihre Schwestern, deren Geheimnisse sie damit ebenfalls verrät, wodurch sie sie alle in Gefahr bringt.

Elena ist ebenfalls alles andere als sympathisch, man kann sie eigentlich nur als manipulatives Miststück bezeichnen. Die einzelnen Cahill Schwestern und deren Schicksal sind ihr im Grunde vollkommen egal, für sie ist nur die (teilweise) Erfüllung der Prophezeiung wichtig. Dafür ist ihr jedes Mittel recht, was typisch für die Schwesternschaft ist.

Die Geschichte ist insgesamt eher ruhig und weniger ereignisreich, aber trotzdem fesselnd, weil einen das Schicksal der drei Cahill Schwestern, insbesondere das von Cate, nicht kalt lässt. Auf den letzten Seiten wird es dann allerdings doch noch ziemlich spannend, wobei das eigentliche Ende ziemlich fies ist. Man kann nur hoffen, dass es in gewissen Punkten nicht endgültig ist und sich im nächsten Band, den man sich auf keinen Fall entgehen lassen wird, doch noch alles zum Guten wendet.


Töchter des Mondes - Cate ist ein toller Serienauftakt, dessen Handlung zwar eher ruhig, aber dennoch fesselnd ist und der mit einem interessanten Setting, sympathischen Hauptfiguren und einer authentischen Liebesgeschichte begeistern kann. Lediglich das Ende ist ziemlich gemein, aber zum Glück erscheint der zweite Band ja noch in diesem Jahr.

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406 Bibliotheken, 6 Leser, 9 Gruppen, 108 Rezensionen

drachen, fantasy, serafina, liebe, jugendbuch

SERAFINA - Das Königreich der Drachen

Rachel Hartman , Petra Koob-Pawis
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei cbj, 19.11.2012
ISBN 9783570152690
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Serafina ist etwas ganz Besonderes – und sie dürfte eigentlich überhaupt nicht existieren. In ihrer Welt leben sowohl Drachen und als auch Menschen, aber Verbindungen zwischen den beiden Spezies sind verboten. Doch Serafina ist das Kind einer eben solchen Verbindungen, also ein Hybrid, und trotz des Verbots ist sie nicht das einzige.

Im Moment herrscht zwischen den beiden Völkern. Dieser fragile Zustand wird jedoch stark gefährdet als der Thronfolger des gemeinsamen Königreichs ermordet wird und der Täter unter den Drachen zu sein scheint.

Da Serafina am Königshof lebt und arbeitet, wird sie plötzlich selbst in die Mordermittlungen des Hauptmanns der Garde, Lucian Kiggs, verwickelt. Dabei kommt er ihr gefährlich nahe und sie muss aufpassen, dass er ihr Geheimnis nicht enthüllt …


Serafina - Das Königreich der Drachen ist ein sehr gelungener Fantasyroman, der aus der Masse anderer Bücher des Genres auf jeden Fall heraus sticht. Zum einen schon wegen der Thematik, da Drachen noch lange nicht so verbraucht sind wie andere Fantasiegestalten, zum anderen aber auch wegen der wirklich sympathischen Protagonistin.

Serafina, oder kurz Fina, ist von Beginn an sehr liebenswert und man erfährt gern mehr über sie und ihr gut gehütetes Geheimnis. Allein letzteres macht einen anfangs so neugierig, dass man das Buch gar nicht aus der Hand legen kann ehe man nicht erfahren hat, was es ist. Die Idee der Autorin, Fina zu einem Hybriden zu machen, ist wirklich interessant und sorgt dadurch für Abwechslung.

Generell ist die ganze Welt, die Rachel Hartmann in diesem Buch erschaffen hat, äußerst anziehend. Dass Drachen die Gestalt von Menschen annehmen können und es bei ihnen verpönt ist Gefühle zu haben, macht die ganze Handlung um einiges fesselnder.

Durch die zarte Liebesgeschichte, die sich später langsam zwischen Serafina und Lucian anbahnt, sorgt außerdem dafür, dass auch Fans von Romantik hier auf ihre Kosten kommen. Man sollte allerdings nicht zu viel erwarten, insbesondere was den Ausgang des Buches betrifft.

Was dem Buch stellenweise ein wenig an Spannung mangelt, macht die Autorin durch die vielen offenen Fragen wett, die den Leser stets so neugierig machen, dass er immer weiter liest um endlich Antworten zu erhalten. Außerdem schafft sie es den Leser zum Ende hin mit bestimmten Enthüllungen noch einmal richtig zu überraschen und sogar zu schockieren. Beim finalen Kampf kommt dann doch noch richtig Spannung auf.

Letztendlich ist das Buch aber, zum Glück, in sich recht abgeschlossen. Man hat zwar auf jeden Fall Lust den Nachfolger zu lesen, wird aber auch nicht so auf die Folter gespannt, dass man die Warterei kaum aushält.


FAZIT
Insgesamt ist Serafina - Das Königreich der Drachen ein sehr gelungener Serienauftakt, der mit einer faszinierenden Welt und einer sympathischen Heldin punkten kann. Er ist zwar nicht durchgängig spannend, aber auf Grund der vielen offenen Fragen trotzdem die ganze Zeit über fesselnd. Die Fortsetzung wird man daher sicher auch lesen sobald sie erschienen ist.

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206 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 37 Rezensionen

liebe, romeo, romeo und julia, julia, fantasy

Romeo für immer

Stacey Jay , Dagmar Schmitz
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei INK, 11.10.2012
ISBN 9783863960223
Genre: Fantasy

Rezension:

Jahrhundertelang hat Romeo als Söldner der Apokalypse gegen die Liebe gekämpft. Als er sich aber weigerte Julia zur dunklen Seite zu bekehren, wurde er von den Söldnern verstoßen und zur Strafe zurück in seinen toten verwesenden Körper geschickt. Doch nun zeigt Julias Amme, eine Botschafterin des Lichts, ihm einen Ausweg und damit vielleicht die einzige Chance seinem grausamen Schicksal zu entkommen. Sie bietet ihm an auf die Seite der Botschafter zu wechseln, sobald er bewiesen hat, dass es ihm wirklich ernst damit ist. Dazu wird er in der Vergangenheit erneut Ariel Dragland, die er in einer anderen Realität eigenhändig getötet hat, begegnen und muss sie dazu bringen an die wahre Liebe zu glauben.

Ariels Herz zu erobern wird allerdings selbst für einen Charmeur wie Romeo keine leichte Aufgabe sein, denn die Amme schickt ihn wieder in den Körper von Dylan Stroud: Der Junge, den Ariel hasst, da er nur wegen einer miesen Wette so getan hat als würde er etwas für sie empfinden …


Romeo für immer ist eine gelungene Fortsetzung zu Julia für immer, die ihren Vorgänger zwar nicht übertrifft, ihm aber ebenbürtig ist und dem Leser die Möglichkeit gibt zu erfahren, wie Stacey Jays besondere Version von Shakespeares Tragödie für Romeo zu Ende geht.

Der Kampf zwischen den Söldnern der Apokalypse und den Botschaftern des Lichts sowie ihre Verbindung zu Romeo und Julia dürften den meisten Lesern schon aus dem ersten Teil bekannt sein. Für alle anderen wird im ersten Kapitel noch einmal die Geschichte um Romeos Verrat an Julia kurz zusammengefasst, wobei man dieses Mal aber erfährt, was er wirklich dabei dachte und empfunden hat, und kurz angerissen, wie es danach für Beide weiter ging um schließlich zur Gegenwart überzuleiten. Das zweite Kapitel wird ebenfalls nur denen, die Julia für immer bereits gelesen haben, bekannt vorkommen, denn es handelt sich dabei Wort für Wort um das letzte Kapitel des Vorgängers. Es schadet allerdings nichts sein Gedächtnis noch einmal aufzufrischen, bevor man sich mitten im Geschehen befindet.

Im Gegensatz zum Vorgänger wird Romeo für immer die ganze Zeit über aus zwei verschiedenen (Ich-)Perspektiven erzählt, nämlich sowohl aus der Sicht von Romeo als auch aus der von Ariel, wodurch man sich in beide Protagonisten sehr gut hinein versetzen kann und stets weiß, was wirklich in ihnen vorgeht.

Romeo macht im zweiten Teil der Dilogie eine richtig tolle Verwandlung durch und man sieht ihm nur zu gerne dabei zu. Wider Erwarten gelingt es ihm mit der Zeit sogar die Sympathie des Lesers zu gewinnen. Er findet endlich heraus, was es wirklich bedeutet jemanden wahrhaftig zu lieben und dass er, trotz allem, was er in den vielen vergangenen Jahrhunderten getan und erlebt hat, immer noch in der Lage ist jemanden zu lieben und über alles andere zu stellen, auch wenn er einige Zeit braucht um sich das selbst einzugestehen. Außerdem fällt es ihm nicht leicht sich selbst zu vergeben und er glaubt lange, dass er es nicht mehr wert sei von jemandem geliebt zu werden, obwohl er seine Taten inzwischen bereut.

Ariel entwickelt sich in diesem Band ebenfalls merklich weiter, wenn man nicht sogar schon davon sprechen kann, dass sie ein völlig neuer Mensch wird. Dank Romeo und seiner Aufrichtigkeit gegenüber Ariel ist sie endlich bereit sich einem anderen Menschen zu öffnen und über ihre Ängste zu sprechen. Er sorgt dafür, dass sie im Spiegel klar und deutlich die Person sieht, die sie tatsächlich ist und nicht mehr die, zu der Ariel sich jahrelang selbst degradiert hat. Sie ist nämlich weder ein Freak noch hässlich und es daher wert geliebt zu werden. Diese Veränderung bewirkt ferner, dass sie nicht immer nur vom schlechtesten ausgeht, sondern lernt zu vertrauen.

Die Beziehung zwischen Ariel und Romeo zieht den Leser in ihren Bann und der Autorin gelingt es die verschiedenen Emotionen sehr gut zu vermitteln. Es ist schön zu beobachten wie Ariel und Romeo einander positiv beeinflussen und sich für die Liebe öffnen. Sie akzeptieren den jeweils anderen so wie er ist und lieben ihn mit seinen Fehlern. Natürlich werden sie gemeinsam vor einige, zum Teil scheinbar unüberwindbare, Herausforderungen gestellt, denn Beiden droht von Söldnern und Botschaftern Gefahr, und nur wenn es ihnen gelingt einander trotz aller Zweifel und Manipulationen zu vertrauen, können sie diese Hindernisse überwinden.

Neben den Szenen aus Ariels oder Romeos Perspektive, gibt es wieder ein paar Zwischenspiele, dieses Mal aus der Sicht von Julia, was für den ein oder anderen sicher überraschend kommt, da man ihre Geschichte für abgeschlossen hielt und nicht damit gerechnet hat ihr noch einmal zu begegnen. Durch diese Zwischenspiele keimt gleich zu Beginn ein schrecklicher Verdacht auf, der einem einfach keine Ruhe mehr lässt und einem sämtliche Freude an der Serie nehmen würde, sollte er sich bewahrheiten. Ob man richtig liegt oder, hoffentlich, nicht, erfährt man jedoch erst auf den letzten Seiten.

In Romeo für immer lernt man nun auch Bruder Lorenzo sowie Julias Amme besser kennen und wird mit einer schockierenden Wendung überrascht. Während man von Bruder Lorenzo nichts anderes als Böses erwartet, zeigt Julias Amme dagegen endlich ihr wahres Gesicht. Das ist zwar erschreckend, sorgt aber dafür, dass einem so einiges klar wird, was man sich vorher nicht erklären konnte.

Entgegen der im Verlauf der Handlung möglicherweise entstandenen Befürchtungen ist das Ende absolut zufrieden stellend, nur vielleicht anders als erwartet. Sowohl die lieb gewonnenen als auch die verabscheuten Figuren bekommen das Ende, das sie verdienen und die etwas andere Variante von Romeo und Julia damit einen würdigen Abschluss.


Mit Romeo für immer hat Stacey Jay ihrer etwas anderen Fassung von Shakespeares bekanntestem Drama zu einem gelungenen Abschluss verholfen. Viele offene Fragen werden beantwortet und man wird erneut von einer packenden und wirklich berührenden Liebesgeschichte vereinnahmt.

Wer nach Julia für immer wissen wollte wie es mit Romeo und Ariel weiter geht, sollte die Fortsetzung auf jeden Fall lesen, selbst wenn man Romeo nach dem ersten Teil nicht unbedingt ins Herz geschlossen hat, denn sonst wird man nie erfahren, welche Rolle Julia im weiteren Verlauf der Geschichte noch gespielt hat.

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liebe, john green, freundschaft, roadtrip, suche

Margos Spuren

John Green , Sophie Zeitz
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei dtv Verlagsgesellschaft, 01.11.2011
ISBN 9783423624992
Genre: Jugendbuch

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268 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 34 Rezensionen

tiger, liebe, indien, fluch, fantasy

Pfad des Tigers - Eine unsterbliche Liebe

Colleen Houck , Beate Brammertz
Fester Einband: 600 Seiten
Erschienen bei Heyne, 18.06.2012
ISBN 9783453267749
Genre: Jugendbuch

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mord, gewalt, anführer, insel, grippe

Gone 4: Rache

Michael Grant , Jaqueline Csuss
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Ravensburger Buchverlag, 01.09.2012
ISBN 9783473400843
Genre: Jugendbuch

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zombies, dystopie, lost land, kopfgeldjäger, jonathan maberry

Lost Land - Die erste Nacht

Jonathan Maberry , Dirk Steinhöfel , Heinrich Koop ,
Fester Einband: 528 Seiten
Erschienen bei Thienemann-Esslinger, 28.09.2012
ISBN 9783522201513
Genre: Jugendbuch

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dystopie, liebe, hebamme, gaia, sylum

Das Land der verlorenen Träume

Caragh O'Brien , Oliver Plaschka
Fester Einband: 462 Seiten
Erschienen bei Heyne, 20.02.2012
ISBN 9783453267282
Genre: Jugendbuch

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dystopie, verrat, zukunft, ursula poznanski, jugendbuch

Die Verratenen

Ursula Poznanski
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Loewe, 09.10.2012
ISBN 9783785575468
Genre: Jugendbuch

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zukunft, freundschaft, technologie, ethik, wissenschaft

Nieundewig

Mary E. Pearson , Maren Illinger
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER KJB, 17.08.2012
ISBN 9783596854752
Genre: Jugendbuch

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engel, daniel, luce, liebe, vergangenheit

Engelsflammen

Lauren Kate , Michaela Link
Fester Einband: 410 Seiten
Erschienen bei cbt, 23.07.2012
ISBN 9783570160794
Genre: Jugendbuch

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tryll, trolle, fantasy, amanda hocking, wendy

Verborgen

Amanda Hocking , Violeta Topalova
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei cbt, 27.08.2012
ISBN 9783570161449
Genre: Jugendbuch

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dystopie, endzeit, julianna baggott, memento, jugendbuch

Memento - Die Überlebenden

Julianna Baggott , Axel Merz
Fester Einband: 461 Seiten
Erschienen bei Baumhaus Verlag, 16.03.2012
ISBN 9783833901133
Genre: Jugendbuch

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gavin, kurzgeschichte, jagd, renegade, sonstiges

Ein dunkles Grab: Die Kurzgeschichte zum Roman "Renegade. Tiefenrausch"

J. A. Souders
E-Buch Text: 368 Seiten
Erschienen bei Piper ebooks, 17.09.2012
ISBN B009DHBBVS
Genre: Sonstiges

Rezension:

Seit sein Vater gestorben ist, muss Gavin sich allein um seine Mutter sowie seinen kleinen Bruder Tristan kümmern und die Familie ernähren. Um an Fleisch zu kommen begeben er und sein Freund Conn sich auf eine gespenstische Insel, auf der es jede Menge Wild geben soll. Stattdessen entdecken sie jedoch ein tödliches Geheimnis …


Ein dunkles Grab ist die kurze Vorgeschichte zu Renegade – Tiefenrausch und beschreibt, aus der Sicht von Gavin, wie er nach Elysium gelangte. Sie ist zwar kurz, aber dennoch sehr aufschlussreich und auf jeden Fall lesenswert.

Einerseits ist es interessant zu erfahren, wie genau Gavin den Zugang entdeckte und was ihn dazu bewegt hat diesen Schritt zu gehen. Wusste er, was ihn erwartet oder war es tatsächlich nur ein Zufall? Wer sich das beim Lesen von Renegade – Tiefenrausch gefragt hat, wird in dieser Geschichte die Antwort finden.
Überraschenderweise wird die Handlung auf den wenigen Seiten erstaunlich spannend, sodass man völlig gebannt an den Zeilen klebt. Wenn man den ersten Band bereits kennt, weiß man natürlich, was Gavin und Conn letztlich finden werden. Man weiß allerdings nicht, wie genau es dazu kommt und was sie davor noch so alles entdecken.

Andererseits ist diese Kurzgeschichte auch vor allem deswegen so interessant, weil man durch sie einen kleinen Einblick in Gavins Gedanken und Gefühle erhält. Im ersten Teil, der aus der Sicht von Evelyn geschrieben ist, konnte man diese nur aus seinen Worten und Taten erschließen. Nun lernt man ihn, seinen Charakter, sein Leben sowie seine Vergangenheit ein klein wenig besser kennen und kann verstehen, warum er das Risiko eingegangen ist.

Da die Vorgeschichte nichts Wesentliches vorweg nimmt, kann man das eBook sowohl vor als auch nach Renegade – Tiefenrausch lesen. Wer letzteres noch nicht kennt, wird spätestens danach sofort dazu greifen wollen um zu erfahren, wie es nach dem packenden Ende weiter geht. Doch auch jene, die den ersten Band schon gelesen haben, sollten sich Ein dunkles Grab nicht entgehen lassen.


Ein dunkles Grab ist eine wirklich tolle Kurz- bzw. Vorgeschichte zu Renegade – Tiefenrausch, durch die man den sympathischen Gavin etwas besser kennen lernen kann. Schon auf diesen wenigen Seiten gelingt es der Autorin J.A. Souders eine beachtliche Spannung aufzubauen, was das eBook äußerst empfehlenswert macht.

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todd, soul screamers, rachel vincent, party, schuld

Soul Screamers: Todd

Rachel Vincent
E-Buch Text: 58 Seiten
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 01.07.2012
ISBN 9783862786862
Genre: Sonstiges

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60 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 7 Rezensionen

märchen, kurzgeschichte, fantasy, grischa, die hexe von duwa

Die Hexe von Duwa

Leigh Bardugo
E-Buch Text: 48 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 25.09.2012
ISBN B009EQ0CMC
Genre: Jugendbuch

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dystopie, liebe, hana, kurzgeschichte, delirium

Hana

Lauren Oliver
E-Buch Text: 72 Seiten
Erschienen bei Carlsen Verlag GmbH, 23.05.2012
ISBN 9783646924749
Genre: Jugendbuch

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zeitreise, abenteuer, vergangenheit, zeitreisen, freundschaft

Jake Djones und die Hüter der Zeit

Damian Dibben , Michael Pfingstl
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Penhaligon, 24.09.2012
ISBN 9783764530938
Genre: Jugendbuch

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