Svanvithes Bibliothek

886 Bücher, 115 Rezensionen

Zu Svanvithes Profil
Filtern nach
886 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(20)

42 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

"berlin":w=1,"erster weltkrieg 1914-1918":w=1,"ypern":w=1,"saalfeld":w=1,"1912-1919":w=1

Was wir zu hoffen wagten

Michaela Saalfeld
Flexibler Einband: 500 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 27.07.2018
ISBN 9783404177073
Genre: Historische Romane

Rezension:

Es ist der 9. November 1918. Der deutsche Kaiser hat gerade abgedankt. Zwei Tage später wird der erste Weltkrieg enden, 17 Millionen Menschen sind tot. In dieser Situation begegnen wir den Schwestern Felice und Ille, die unterschiedlicher nicht sein können, und wir erfahren, dass deren Bruder Willi das standrechtliche Erschießen droht, weil er einen Befehl verweigert hat.

Damit wir ergründen können, was mit den Geschwistern in den letzten Jahren geschehen ist, führt uns die Autorin zurück in die Vergangenheit, beginnend im Jahr 1912...


Michaela Saalfeld erzählt mit „Was wir zu hoffen wagten“ eine einzigartige Geschichte und meistert ihr Debüt sprachlich in herausragender Art und Weise. Ich habe sofort den Schreibstil sehr genossen. Er ist einerseits gefällig und liest sich gut, verfügt jedoch andererseits über einen Grad an Anspruch, der sich im Text durch das ohne Aufdringlichkeit angereicherte fundierte historische Hintergrundwissen äußert, wenn die Autorin die Situation der Frauen, technische Errungenschaften, geschichtliche Ereignisse und die Geschehnisse des ersten Weltkrieges thematisiert. Sie schildert vor allem die Kriegssituation in Belgien, insbesondere in Ypern (Ieper) offensiv und unumwunden mit all den Gräuel und Schreckenstaten und bereitet sie dabei für uns Leser so auf, dass wir betroffen sind, bei uns ein wirksamer Nachhall erzeugt wird und Emotionen freigesetzt werden.

Zudem ist nicht nur die Szenerie komplett gelungen, auch die Charakter sind allesamt mit Sorgfalt entworfen. Michaela Sallfelds Figuren ziehen einen unweigerlich an. Es sind nämlich keine heroischen, sondern allzu menschliche Wesen mit Stärken, aber auch sehr vielen Schwächen. Manchmal – wie bei Ille – fallen diese vornehmlich ins Gewicht. Denn auf den ersten Blick erscheint die jüngste der drei Geschwister als schwach und verträumt. Sie wünscht sich ein „normales“ sorgenfreies Leben mit Ehemann und Kindern und strebt nicht nach Höherem, einen Beruf oder gar Unabhängigkeit. Indes sehnt sie sich nach der Liebe und Anerkennung ihrer von ihr verehrten Schwester.

Felice hingegen macht es uns nicht leicht. Sie ist kein Typ, für den das Herz auf Anhieb schlägt. Einerseits ist sie unwahrscheinlich klug und sehr fokussiert. Andererseits zeigt sie sich streitbar, äußert, was ihr auf der Seele und auf der Zunge brennt, absolut und erbarmungslos. Gleichzeitig wirkt sie wegen ihrer geringen Empathie kalt und unnahbar. All ihre Fähigkeiten mögen sie zur Ausübung ihres Berufes prädestinieren. Doch obwohl Felice ihr Jurastudium erfolgreich abgeschlossen hat, wird ihr als Frau der notwendige Vorbereitungsdienst und damit die Tätigkeit als Juristin verwehrt. Eine verständliche und empörende Ungerechtigkeit, mit der sich Felice nicht abfinden will. Sie lässt sich nicht verbiegen, und das Wichtigste für sie ist, sie selbst zu sein. So nimmt sie keine Rücksicht auf andere und stößt damit nicht nur ihre Familie vor den Kopf. Im Gegenzug ist sie allein, und sie hat nicht viele wirkliche Freunde.

Willi hingegen stehen alle Möglichkeiten offen. Der der junge Mann – zu Beginn noch recht oberflächlich – interessiert sich allerdings weder für die Schule noch für die Bank, deren Leitung er eines Tages übernehmen soll, vielmehr schlägt sein Herz für den Film und für Recha, eine Schauspielerin. Als diese klarstellt, dass sie nicht frei ist, meldet sich Willi freiwillig und gerät mitten hinein in die kriegerischen Auseinandersetzungen, die nicht nur ihm alles abverlangen werden und sein Schicksal verändern...

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(8)

10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

"meer":w=1,"heirat":w=1,"schiff":w=1,"piraten":w=1,"ben":w=1,"perfekt":w=1,"aaron":w=1,"jahreshighlight":w=1,"lucia":w=1,"piratin":w=1,"meeregold":w=1,"meeregold: versprechen der see":w=1,"kathelyn erikson":w=1,"käpt´n":w=1

Meeresgold: Versprechen der See

Katelyn Erikson
E-Buch Text: 278 Seiten
Erschienen bei Eisermann-Verlag, 13.07.2018
ISBN 9783961731183
Genre: Sonstiges

Rezension:

Lucia, Tochter des Gouverneurs, soll nach dem Willen ihres Vaters, aber gegen ihren Wunsch einen Mann heiraten, den sie noch nie gesehen hat. Doch vor dem Altar in der Kirche wird die Brautgesellschaft von düsteren Männern überfallen, ihr Verlobter getötet und sie selbst entführt. Sie findet sich auf der „Black Treasure“, dem Schiff des berüchtigten Piraten Soledad, wieder. Kaum dem einen Brautbett entronnen, sieht sie der Forderung Soledads gegenüber, dessen Sohn Benjamin ehelichen zu sollen. Entgegen aller Erwartungen entspinnt sich zwischen den beiden im Angesicht einer tosenden See und von Rachegelüsten zarte Liebesschnüre.


„Meeresgold. Versprechen der See“ von Katelyn Erikson ist eine Liebesgeschichte, die in ein historisches Gewand gekleidet ist, der es bedauerlicherweise jedoch an historischem Hintergrund mangelt. So wird keineswegs erkennbar, in welcher Zeit die Autorin ihre Handlung angesiedelt sehen will. Hüftpolster und Unterröcke sprechen für das 18. Jahrhundert. Und einige Male ist von der "britischen Königin" die Rede. Bis 1714 regierte Königin Anne, dann saß erst mit Königin Victoria ab 1837 erneut eine Frau auf dem englischen Thron.

Leider ist die Beschreibung der Örtlichkeiten außerhalb des Schiffes sehr gering und nicht gründlich genug, um ein stimmiges Bild zu ergeben.

Das mag entschuldbar sein, wenn im Gegenzug eine unwiderstehliche Geschichte geschildert würde. Tatsächlich enttäuscht und zieht sich die Handlung, und es geschieht nicht wirklich Aufregendes, Neues, nie Dagewesenes. Oder es ist nicht aufregend, neu, nie dagewesen präsentiert. Einmal davon abgesehen, dass Lucia bis zur Hälfte des Romans aufs Schiff entführt und mehrfach gleichwertigen Übergriffen von Piraten ausgesetzt wird, passiert nicht außerordentlich Erwähnenswertes. Oder es hat sich wegen Belanglosigkeit aus dem Gedächtnis geflüchtet.

Die eingefügten Kapitel, die deutlich in der Vergangenheit liegen und damit das Schicksal anderer Figuren beleuchten, bringen Abwechslung. Allerdings ist schnell klar, dass angedeutete Geheimnisse mit den überschaubar gehaltenen Protagonisten zu tun haben.

Lobend seien zudem die (zwar nicht immer textstimmigen) Zeichnungen von Kay Elzner erwähnt, die für Auflockerung sorgen. 

Die junge Autorin zeigt durchaus gute Fähigkeiten beim Ausarbeiten und Darstellen ihrer Geschichte, bedient sich indes ebenso der gängigen Klischees. Ihr Schreibstil liest sich ohne große Hürden, ist ab und an gespickt mit modernen Begriffen, dann wieder mit überzogen deftigen Ausdrücken, die während des Lesens eher negativ aufstoßen, als sich passend in den Text einfügen. Auch tragen diverse Wortwiederholungen nicht zur Unterhaltung bei. So sind ihre Piraten – bis auf die hehren Ausnahmen – natürlich wild und wüst und gieren ständig nach der Heldin und verfügen (allein viermal) über einen „fauligen Atem“.

Das Entfalten der Beziehung zwischen Lucia und Ben ist angenehm und nett, ragt hingegen nicht aus der Masse der Liebesgeschichten heraus und entwickelt sich in ihrem Hin und Her in einer üblichen Art und Weise. Bei der Beschreibung der Charaktere mangelt es des Öfteren an Ausdruckskraft. Und obwohl Lucia aus der Ich-Position heraus erzählt und ihre Gefühle offenlegt, kommt insgesamt nicht die erwartete herzzerreißende Emotionalität auf. Es fehlt das gewisse Esprit, dass einen mitfiebern lässt. Das ist schade, denn wenn es schon an der Historie mangelt, hätten es vielleicht spritzige Dialoge in einem abenteuerlichen und überraschenden Geschehen zum Lesevergnügen beigetragen. Hier wurde einfach das Potential verschenkt.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(61)

72 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 57 Rezensionen

"freundschaft":w=3,"toleranz":w=3,"schule":w=2,"flucht":w=2,"sprache":w=2,"flüchtlinge":w=2,"syrien":w=2,"schokolade":w=2,"flüchtling":w=2,"familie":w=1,"kinderbuch":w=1,"angst":w=1,"trauer":w=1,"rezepte":w=1,"kultur":w=1

Sprichst du Schokolade?

Cas Lester , Christine Spindler , Kate Forrester
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 18.06.2018
ISBN 9783845827353
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Nadima ist neu an Josephines Schule und in ihrer 7. Klasse, und sie spricht sehr wenig Englisch. Doch Josie wäre nicht sie selbst, wenn sie sich davon abschrecken ließe. Deshalb geht sie in der ihr eigenen unkomplizierten Art auf Nadima zu und reicht ihr die Hand zur Freundschaft, einfach, indem sie ihre Schokolade mit ihr teilt. 

„Da standen wir und futterten die Süßigkeiten, die wir uns gegenseitig geschenkt hatten, und in diesem Moment wusste ich, dass wir Freundinnen werden würden, auch wenn keine von uns ein Wort von dem verstand, was die andere sagte.“ (Seite 25) 

Es dauert nicht lange, bis die beiden Mädchen einen Weg finden, miteinander zu kommunizieren, nämlich durch Textnachrichten mittels Emojis. Und dabei stellen sie viele Gemeinsamkeiten wie die Liebe zu Musik, Filmen, Pizza, Kuchen und natürlich Schokolade fest. 

Für Josie ist Nadima die Gelegenheit, eine neue Freundin zu haben, hat sich doch ihre vermeintlich einstige beste Freundin Lily der allseits beliebten Kara, die Josie allerdings nicht mag, zugewandt. Zwischen Nadima und Josie entsteht eine besondere Verbindung, die am Anfang gut funktioniert. Dann wird sie indes einigen Bewährungsproben ausgesetzt, als Nadimas Vergangenheit offenbart wird. Das Verhalten von Josie, geprägt von fehlgeleiteten Bemühungen, Nadima zu helfen, und Missverständnisse belasten ihre Freundschaft, und Josie muss mit den Konsequenzen kämpfen. 


„Sprichst du Schokolade?“ von Cas Lester ist eine ungewöhnliche Geschichte über Freundschaft, die sich auf unerwartete Weise entwickelt und es schafft, die Höhen und Tiefen einer Kameradschaft zwischen Teenagern mit Sensibilität und Einfühlsamkeit einzufangen. 

Die Autorin trifft den Ton ihrer Protagonisten, und ihre mit sanftem Humor versehene Art zu schreiben zeugt von einem vorhandenen Verständnis vor allem für Mädchen dieses Alters und ihren Umgang miteinander. Ihre Befürchtungen, nicht dazu zu gehören. Entscheidungen zu treffen, die sich im Nachhinein als schwierig herausstellen. Dinge zu tun, die schief gehen. Sich manchmal wie ein Elefant im Porzellanladen zu benehmen, obwohl nur das Beste gewollt ist. Die Welt verstehen und begreifen zu lernen. Gefühle in die richtigen Bahnen zu lenken. 

Cas Lester lässt ihre Heldin Josephine selbst erzählen. Josie ist ein sympathisches, Mädchen, mit der sich junge Leserinnen gut identifizieren können. Manchmal etwas temperamentvoll und ungestüm, verfügt sie über einen ausgeprägten Sinn für moralische Gerechtigkeit, gerät aber des Öfteren in der Schule in Schwierigkeiten. Damit verbirgt sie vor allem eine Unsicherheit. Josie ist nämlich „grässlich legasthenisch“ und kämpft mit den hiermit verbundenen Problemen. Peinlichkeiten in ihren Augen. 

Nadimas Charakter ist von einnehmender Art, jedermann dürfte sie schnell in Herz schließen. Ansonsten unterscheidet sie sich in ihrem Verhalten nicht von Gleichaltrigen. 

Und doch ist etwas anders, und es ist ihr Schicksal innerhalb der Geschichte über Freundschaft und Identität, das dieser eine größere Tiefe und Wirkung verleiht. Denn Nadima und ihre Familie kommen aus Syrien, und der Autorin gelingt es mit kraftvollen und bewegenden Worten der Thematik eine Brisanz zu verleihen, ohne den jugendlichen Leser zu verschrecken. Dabei vermeidet sie es nicht, von der Grausamkeit und der Angst zu erzählen, was realistisch und ehrlich wirkt, bleibt aber auf dem Niveau ihrer Leserschaft. Und während Josephine und ihre Mitschüler und Freundinnen sich vor Augen führen und erkennen, was Flucht und Verlassen der alten und Ankommen und Integration in der neuen Heimat bedeuten, können auch wir dies, ob nun jugendlicher und erwachsener Leser. 

Cas Lester erzählt eine Geschichte über die Freundschaft, die trotz aller Unterschiede in der Herkunft, Kultur oder Glauben voller Herzlichkeit und Hoffnung und damit äußerst werthaltig ist. 

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(95)

125 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 90 Rezensionen

"italien":w=6,"liebe":w=5,"meer":w=5,"mut":w=4,"krebs":w=4,"roadtrip":w=3,"busfahrer":w=3,"tod":w=2,"reise":w=2,"krankheit":w=2,"österreich":w=2,"linienbus":w=2,"rene freund":w=2,"freundschaft":w=1,"entführung":w=1

Ans Meer

René Freund
Fester Einband: 144 Seiten
Erschienen bei Zsolnay, Paul, 14.05.2018
ISBN 9783552063631
Genre: Romane

Rezension:

Anton ist Busfahrer. Täglich fährt er im ländlichen Österreich dieselbe Strecke und bringt vor allem Kinder zur Schule. Es ist nicht so, dass er seinen Job nicht gern macht, schließlich ist Busfahrer ein Kindheitstraum von ihm gewesen. Aber inzwischen hat sich Anton an die Monotonie und den Gleichklang seines Lebens gewöhnt.

Etwas hat sich allerdings verändert: Anton ist verliebt in seine Nachbarin Doris und ihr in letzter Zeit etwas näher gekommen. In der Nacht hat er jedoch auf ihrem Balkon einen Mann husten hören. Muss er jetzt seine Liebe ad acta legen? Anton zweifelt.

Und außerdem ist da die Sache mit dem böswilligen Jungen, den er aus seinem Bus geschmissen und der ihn wegen angeblicher Körperverletzung angezeigt hat. Nun droht Anton das Los, seinen Job zu verlieren. Es muss dringend etwas geschehen.

Als die krebskranke Carla in Begleitung ihrer Tochter in den Bus steigt, ahnt Anton noch nicht, dass dies ein Tag wird, der alles auf den Kopf stellt. Carla möchte ein letztes Mal das Meer sehen, und das nicht irgendwann, sondern auf der Stelle. Und Anton soll sie fahren. Dazu bräuchte es Mut, doch Mut ist nicht Antons Sache. Wiederum könnte er damit Doris bestimmt beeindrucken, denn die meint: „Mutig ist ja nicht der, der keine Angst hat, sondern der, der seine Angst überwindet.“ (Seite 37)

Und so setzt Anton alles auf eine Karte und beschließt: „Wir fahren jetzt ans Meer!“- Das Ziel, San Marco an der Adria, ist fünf Stunden entfernt.

Mit an Bord des Busses befinden sich neben Anton Clara und ihre Tochter Annika, die Geschwister Helene und Ferdinand, letzterer zunächst mit viel Widerwillen, Eva, die sich um die nur zufällig anwesende und demente Frau Prenosil kümmert, nicht zu vergessen Totti, das Kaninchen. Ihnen auf den Fersen sind die Polizei und Doris, die alarmiert von Antons überfürsorglicher Mutter, die Verfolgung aufgenommen hat.

Und während der Fahrt bekommt nicht allein Anton Gelegenheit, über sein Leben nachzudenken….


René Freund hat mit „Ans Meer“ einen originellen und liebenswerten Roman geschrieben, der mit Schwung, Leichtigkeit und Charme erzählt wird und trotz seines grundsätzlich humorvollen Ansatzes auch den Tiefgang und die Emotionalität nicht vermissen lässt. Diese gelungene Mischung aus Lachen und Weinen, aus Vergnüglichkeit und Melancholie macht das turbulente und unterhaltsame Roadmovie zu einem wunderbaren Kleinod.

Freunds Protagonisten sind sympathische Zeitgenossen mit Stärken und Schwächen, die im Verlauf der Reise zu einer verbundenen Gemeinschaft werden. Besonders Anton, gut trainiert im Vermeiden von Konfrontationen, wächst über sich hinaus und einem dabei ans Herz. Und für Carla ist eine winzige Träne übrig und die Hoffnung, dass sich ihr Wunsch erfüllen möge.

„Ans Meer“ ist eine geradlinige Geschichte, die Zeit für traurige und fröhliche Momente hat und einfach glücklich macht.


  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(12)

18 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

"edition m verlag":w=1,"krimi":w=1,"thriller":w=1,"martin krüger":w=1

Die Gaben des Todes

Martin Krüger
Flexibler Einband: 458 Seiten
Erschienen bei Edition M, 18.07.2017
ISBN 9781542046855
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Marie Winter lebt in Frankfurt am Main und ist alleinerziehende Mutter einer vierjährigen Tochter. Obwohl es auch in ihrem Leben bereits harte Einschnitte gegeben hat, geht sie in ihrem Beruf auf und übt ihren Dienst als Oberkommissarin der Mordkommission mit Engagement aus.

Als in einem Kaufhausfenster eine in Szene gesetzte Leiche und die mit roter Schrift gemalte Aufforderung „Holt Daniel Parkov“ gefunden wird, ahnt Marie Winter, dass etwas Großes, ja etwas Ungewöhnliches geschieht. Und die junge Frau sieht sich bald ihrer bisher größten Herausforderung gegenüber, die sie nicht allein meistern kann. Ihr zur Seite steht der BKA-Ermittler Daniel Parkov, der seit dem Mord an seiner Frau zurückgezogen lebt und sich erst von Marie überzeugen lässt, sich an der Aufklärung des Verbrechens zu beteiligen...


Mit „Die Gaben des Todes“ offeriert Martin Krüger eine gut durchdachte, in sich schlüssige Geschichte, die unvorhersehbar ist und über ein enormes Potential an Spannungsmomenten verfügt und nur im geringen Maße ein wenig über das Ziel hinausschießt. Sprachlich fordert sie keine Höchstleistung, wenngleich Martin Krüger keineswegs vor deutlichen Beschreibungen Halt macht, und einige Wortwiederholungen seien ebenfalls verziehen. Insgesamt gelingt es dem Autor durchaus, den Leser in das Geschehen und damit in den Bann zu ziehen. So stehen die ganze Zeit die Fragen im Raum, wer hinter dem rätselhaften „Dezembermann“ und den Morden steckt und was dieser damit bezweckt. Wie eigentlich zu erwarten, belässt es auch Martin Krüger nicht bei einem Todesfall, den Marie, Daniel & Co. aufzuklären haben.

Mit Marie Winter und Daniel Parkov hat Martin Krüger ein ungewöhnliches, gleichwohl bemerkenswertes Ermittlerteam erschaffen, das nach dem Tod ihrer Partner ihr Päckchen zu tragen hat und wegen der jeweiligen Charakterzüge realistisch ist. Während beiden eine gewisse Eigenwilligkeit zu eigen ist, wirkt Marie daneben äußerst geradlinig und emotional. Sie versucht, sowohl ihrer an Leukämie erkrankten Tochter als auch ihrem Job gerecht zu werden, nicht immer funktioniert dies zu ihrer Zufriedenheit. Daneben zeigt sich Daniel charismatisch, aber auch ein wenig exaltiert und ist vor allem tief in seinem Inneren mit einer Dunkelheit versehen, die leicht an den Abgrund führen kann.

Im Verlauf des Geschehens müssen die beiden lernen, einander blind zu vertrauen. Denn dieser Fall verlangt beiden Figuren einiges ab, sie werden mit den Dämonen ihrer Vergangenheit konfrontiert. „Der Dezembermann“ scheint es darauf angelegt zu haben, das Leben von Marie und Daniel zu beeinflussen, mit ihnen zu spielen, ohne sich selbst in die Karten schauen zu lassen oder nur in dem Rahmen, den er sich vorstellt.

Mit einer spürbaren Ungeduld des Täters nimmt zum Ende hin auch das Tempo zu, als könne er es gar nicht erwarten, enttarnt zu werden. Und die Auflösung überrascht, wenngleich ein paar Fragen offen bleiben und die Vorfreude auf den Folgeband steigern. Von daher: Alles richtig gemacht!

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

"krimi":w=1:wq=20087,"roman":w=1:wq=18825,"thriller":w=1:wq=11460,"berlin":w=1:wq=3532,"kriminalroman":w=1:wq=2266,"deutsch":w=1:wq=2245,"deutscher":w=1:wq=343,"mordfall":w=1:wq=290,"ausreißerin":w=1:wq=22,"pageturne":w=1:wq=14,"berlin-krim":w=1:wq=10,"kopfkin":w=1:wq=6,"krist":w=1:wq=4,"mord in der hauptstad":w=1:wq=1,"böses kin":w=1:wq=1

Böses Kind

Martin Krist
E-Buch Text: 326 Seiten
Erschienen bei R&K, 20.11.2017
ISBN B076M7ZQK8
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der Berliner Kriminalhauptkommissar Henry Frei ist speziell. Es existieren zwei Dinge, die er nicht ausstehen kann: Unpünktlichkeit und Unordnung. An seine Pedanterie muss sich der neue Kollege Charlie erst gewöhnen, wohingegen Kollegin Louisa Albers damit umzugehen weiß.

Seine personifizierte Korrektheit macht Frei keineswegs unsympathisch. Vielmehr zeichnen ihn seine kluge, geradlinige Denkweise aus. Die braucht er auch in seinem Job. Gerade nämlich wurde ein neues Mordopfer gefunden.

Zeitgleich vermisst Suse Pirnatt, eine von ihrem Mann verlassene Mutter dreier Kinder unterschiedlichen Alters ihre älteste Tochter. Die Vierzehnjährige ist ebenso verschwunden wie der Hund der Familie.

Es dauert nicht lange, und die Mordkommission erfährt von dem vermissten Mädchen. Denn bei einem weiteren aufgefundenen Toten befand sich deren Rucksack, so dass alles nach einem unmittelbaren Zusammenhang zwischen dem Verschwinden und dem grausamen Mord aussieht. Und obwohl Henry Frei und seine Kollegen fieberhaft daran arbeiten, den Fall aufzulösen, scheint ihnen die Zeit davonzulaufen. Und dann geschieht ein weiteres Verbrechen...

„Böses Kind“ von Martin Krist profitiert neben einer ausgeklügelten Geschichte vor allem von seinen Protagonisten und deren persönlichen Hintergründen. Da gibt es einerseits das funktionierende Familienleben von Henry Frei, das auch mit pubertärer (ebenfalls) 14-jähriger Tochter und einem Sohn mit Asperger Syndrom funktioniert. Seine Kollegin Louisa Albers kämpft ständig mit der Müdigkeit, weil sie vor einem halben Jahr Mutter geworden und vor zwei Monaten wieder in den Dienst getreten ist. Seitdem kümmert sich ihr Mann, ein Schriftsteller, um den Sohn, hält aber ständigen Kontakt zu ihr. Frei und Albers sind ein eingespieltes Team, die durch ihre Arbeitsweise, oft in Form von Schlagabtäuschen, Ermittlungen voranbringen. Neuzugang Phan Cha Lee, genannt Charlie, ist der Sohn einer Deutschen und eines Vietnamesen, zeigt sich eifrig und noch ein wenig ungezügelt, jedoch lernfähig.

Im krassen Gegensatz hierzu steht Suse Pirnatt. Sie lebt in der Platte im Berliner Bezirk Spandau, einer von vielen sozialen Brennpunkten der Hauptstadt. Hier bestimmen oft die Sorge ums Geld und damit eingehende innerfamiliäre Notsituationen und weitere daraus resultierende Probleme den Alltag der Menschen, Hoffnungslosigkeit und fehlende Perspektive lassen sie abstumpfen. Vom Berliner Glanz ist hier nichts zu spüren. Suses Mann zahlt keinen Unterhalt, und so muss sie einem ungeliebten Teilzeitjob in einer Drogerie nachgehen, um überhaupt über die Runden zu kommen. Sie schafft es kaum, den siebenjährigen Dennis und Baby Theo zu versorgen. Als ihre älteste Tochter Jacqueline verschwindet, vermutet sie, dass diese mit Typen abhängt, die nicht nur mit einem Suchtmittel zu tun haben, riskiert aber trotzdem ihren Job, weil sie sich auf die Suche begibt...

Martin Krist gelingt es schnell, seine glaubwürdigen Figuren innerhalb ihres Milieus ins Licht bzw. in den Schatten zu setzen und die Verhältnisses zu beleuchten. Er schreibt mit hohem Spannungsfaktor, und seine Erzählweise ist offensiv, energisch und schonungslos, spart nicht unangenehmer und detaillierter Darstellung. Kurze, knappe, auf den Punkt gebrachte Sätze und wechselnde Perspektiven treiben die gut durchdachte Handlung kontinuierlich voran. Diese erhält durch das Einstreuen der Uhrzeit immer wieder Echtzeitmomente, wirkt niemals konfus oder lässt gar den notwendigen Überblick vermissen. Die unterschiedlichen Sichtweisen bieten vielmehr Raum für eigene Spekulationen und ermöglichen ein Mitfiebern für ein rasantes Ende.

Und das ist es tatsächlich, das Ende kommt zügig und wegen der vielen ungeklärten Fragen einen Tick zu scharf. Der Cliffhanger kann sich allerdings sehen lassen. Wohl dem, der den Nachfolgeband „Stille Schwester“ schon „auf dem Schirm“ hat...

4,5 Sterne

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(25)

38 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 24 Rezensionen

"gefängnis":w=4,"rache":w=3,"missbrauch":w=3,"schuld":w=2,"wut":w=2,"vergebung":w=2,"gewissen":w=2,"vergangenheit":w=1,"vertrauen":w=1,"kindheit":w=1,"opfer":w=1,"traurig":w=1,"täter":w=1,"strafe":w=1,"rose":w=1

Das Finkenmädchen

Nicole Trope , Carola Fischer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 25.05.2018
ISBN 9783404176823
Genre: Romane

Rezension:

Wer „Das Finkenmädchen“ von Nicole Trope zur Hand nimmt, darf sich von dem verträumten Cover nicht täuschen lassen. Denn inhaltlich geht es keinesfalls idyllisch zu. Vielmehr greift die Autorin ein schwieriges Thema auf und erzählt eine kraftvolle und herausfordernde Geschichte, die für einige Menschen schwer zu lesen sein wird.

Da sind Birdy und Rose, zwei Frauen, die nicht unterschiedlicher sein können und doch mehr als eine Gemeinsamkeit haben. Beide sind sie Insassinnen eines Gefängnisses mit geringerer Sicherheitsstufe. Während Birdy, die nur noch wenige Monate ihrer Strafe wegen Körperverletzung verbüßt, genau weiß, wer Rose ist, hat diese keine Ahnung. Die Vierundfünfzigjährige ist eine nationale Berühmtheit, soll sie immerhin ihren Mann, den landesweit bekannten Fernsehmoderator Simon Winslow getötet haben. Aber die Bekanntschaft der beiden reicht viel weiter zurück.

Fünfundzwanzig Jahren zuvor lebt die siebenjährige Felicity mit Mutter und Schwester in direkten Nachbarschaft der Familie Winslow. Felicity ist besonders, eher ruhig und in sich gekehrt, zudem ein wenig langsam. Das Lernen fällt ihr schwer, so dass sie ständig Dinge wiederholen muss. Nach der Trennung der Eltern ist die Mutter mit den zwei Kindern überfordert. So findet Felicity des Öfteren Aufnahme bei den Nachbarn: Rose und Simon Winslow. Unter anderem züchtet Simon Finken und bringt Felicity alles darüber bei.

Auch im Gefängnis kümmert sich Felicity, die sich inzwischen Birdy nennt, um die Finken. Sie ist eine vorbildliche Gefangene und hält sich von Schwierigkeiten fern, weil sie immer daran denkt, nach Hause zu ihrer Tochter zu kommen. Zwar ist sie äußerst geschickt daran, gegenüber den sie behandelnden Therapeuten nur das zu sagen, was diese hören wollen, jedoch brodeln Wut und Hass in ihr. Diese Gefühle versteckt sie. Genauso gut wie die Erinnerungen an ihre Vergangenheit.

Als Rose auftaucht, treten diese versteckten Gefühle und vergrabenen Erinnerungen mit Macht an die Oberfläche...

Nicole Trope wagt sich mit „Das Finkenmädchen“ an ein schwieriges, gleichwohl wichtiges und aktuelles Thema: Belästigung und Missbrauch. Ihr gelingt es mit sensibler Ernsthaftigkeit, nicht nur die Verletzlichkeit der stillen Opfer darzustellen, ihnen eine Stimme zu geben, sondern sie zeigt ebenso auf, welche weitreichenden Auswirkungen und irreparablen Schäden die Handlungen eines Einzelnen für alle Beteiligten, einschließlich der Angehörigen haben.

Sie vermag es, nicht nur die Hilflosigkeit und den Schmerz der Opfer deutlich zu machen. Vielmehr schildert sie genauso eindrucksvoll, dass es selbst Menschen, die unter einem Dach wohnen, nicht immer möglich ist, zu erkennen, was vor ihren Augen geschieht.

Die Autorin lässt Birdy und Rose in abwechselnden Kapiteln in der Gegenwart und mit Rückblenden zu Wort kommen, wobei sich das Geschehen zwangsläufig kreuzt und Wiederholungen auftreten.

Die realistische und feinsinnig ausgeführte Charakterisierung ihrer Figuren, einschließlich der Nebenfiguren, gibt der Geschichte Tiefe und ermöglicht eine Anteilnahme an deren Leben und Empfinden. Das Ringen und Wachsen der Beteiligten im Verlauf der Handlung ist glaubwürdig und einprägsam und zeugt von der Stärke, die Opferrolle hinter sich zu lassen und für die eigene Zukunft zu sorgen.

Birdy hat es nicht leicht gehabt, ihr ist bewusst, dass sie nicht so intelligent wie andere ist. Allerdings gleicht sie dieses Manko mit Entschlossenheit aus. Sie möchte lernen und nutzt das ihr gegebene Potential, ist stolz auf das Erreichte. Und vor allem möchte sie eins: Eine gute Mutter sein, die das Beste für ihre Tochter zu tut, damit sie immer zusammen sind.

Rose lernt Simon mit fünfzehn kennen und heiratet sehr jung und ohne Unterstützung ihrer Eltern wird – noch keine Zwanzig - Mutter. Während der ersten Jahre der Ehe arbeitet sie. Später muss sie das nicht mehr, weil Simon genug Geld verdient. Ihr Ehemann ist eine australische Fernsehgröße, als Missbrauchsvorwürfe gegen ihn erhoben werden. Rose ist fassungslos. An der Seite ihres charismatischen, selbstbesessenen Mannes hatte sie zwar ein traumhaftes Leben, doch ebenso ein fremdbestimmtes. Denn erst jetzt wird Rose wirklich bewusst, dass sie in der Ehe mit Simon keine Chance, sich zu einer Persönlichkeit zu entwickeln, sich selbst ebenfalls wichtig zu nehmen, emotional zu wachsen und Entscheidungen zu treffen.

Bis zu dem Tag, an dem sie es getan hat...

4,5 Sterne

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(110)

164 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 96 Rezensionen

"kunst":w=15,"london":w=11,"andalusien":w=10,"spanien":w=9,"liebe":w=5,"malerei":w=5,"jessie burton":w=5,"roman":w=4,"spanischer bürgerkrieg":w=4,"england":w=3,"gemälde":w=3,"muse":w=3,"insel-verlag":w=3,"das geheimnis der muse":w=3,"krieg":w=2

Das Geheimnis der Muse

Jessie Burton , Peter Knecht
Flexibler Einband: 461 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 11.03.2018
ISBN 9783458363293
Genre: Romane

Rezension:

„Nicht jeder erhält am Ende, was er verdient.“ Mit diesem Satz beginnt Jessie Burton ihren Roman „Das Geheimnis der Muse“ und führt den Leser an zwei Schauplätze in zwei Zeiträumen, zum einen nach Spanien ins Jahr 1936 und zum anderen ins London der späten 60er Jahre.

1967 bewirbt sich Odelle, eine junge Frau aus Trinidad, als Schreibkraft am Skelton Institut, einer kleinen Galerie. Odelle selbst ist eine talentierte Schriftstellerin, hat aber ihre diesbezüglichen Träume auf Eis gelegt. Erst ihre Chefin Marjorie Quick, die sie unter ihre Fittiche nimmt und eine gewisse Zuneigung zu ihr zu hegen scheint, animiert sie, Vertrauen in ihre Fähigkeiten als Schriftstellerin zu haben, und ermutigt sie, eigene Arbeiten zu veröffentlichen.

Auf einer Party trifft Odelle Lawrie, einen jungen Mann, der Gemälde geerbt hat, dessen Wert im Skelton Institut geprüft wird. Das auffällige Bild hat augenscheinlich eine seltsame Wirkung auf Quick. Es entpuppt sich als Werk von Isaac Robles und führt ins Spanien des Jahres 1936.

Hier hat sich Olive Schloss, neunzehnjährige Tochter eines einflussreichen jüdisch-österreichischen Kunsthändlers und seiner britischen Frau, hinter dem Rücken ihrer Eltern um die Aufnahme an einer angesehene Londoner Kunstakademie beworben und von dort eine Zusage erhalten. Da treten Isaac Robles – ein Maler und Revolutionär – und dessen Schwester Teresa in ihr Leben. Olive verliebt sich in Isaac und gerät mit ihrer Familie in einen Strudel der Ereignisse angesichts des beginnenden spanischen Bürgerkrieges...


Jessie Burtons Roman "Das Geheimnis der Muse" zeugt von einer deutlichen Auseinandersetzung mit der Materie. Er ist vielschichtig und komplex und beschäftigt sich in beiden Zeitebenen neben der Liebe und Leidenschaft mit Fragen nach der Herkunft und künstlerischen Authentizität, der Wertstellung von Frauen im Bereich schöpferischen Künste. Daneben spielen Faschismus, Antisemitismus und Krieg in Spanien in den dreißiger Jahren sowie der Rassismus in London in den sechziger Jahren eine Rolle. Der Autorin gelingt es, diese breit gefächerten Themen sorgfältig darzustellen, ohne sie eindimensional und stereotyp zu betrachten. Durch den Wechsel zwischen den eng miteinander verschlungenen Zeitrahmen setzt die Autorin geschickt bemerkenswerte Hinweise und baut ein kompliziertes, wenngleich schlüssiges Gefüge um das „Geheimnis der Muse“ auf.

Dabei werden beide Geschichten von unverwechselbaren Persönlichkeiten getragen und weisen signifikante Parallelen auf. Sowohl Olive als auch Odelle sind Frauen mit kreativen Fähigkeiten, und beiden fehlt aus unterschiedlichen Gründen das Selbstbewusstsein, zu ihren Gaben zu stehen. Die Autorin beschreibt nachvollziehbar die äußeren Hindernisse und Reaktionen sowie die inneren Zweifel und Ängste, denen ihre Heldinnen auf dem Weg zur Künstlerin ausgesetzt sind.

In der Einzelbetrachtung überzeugen Olive und Odelle und insbesondere auch Quick als ausgeprägte Charaktere, wohingegen Lawrie blass bleibt. Zudem mutet der Part in den sechziger Jahre insgesamt verhaltener und nachdenklich an. Im Gegensatz hierzu ist die Szenerie in Spanien wesentlich lebendiger, emotionaler und (farb)intensiver, nicht nur in der Beschreibung der Landschaft. Hier wird Jessie Burton vor allem der Visualität der Malerei gerecht. Trotzdem wirken beide Zeitebenen hervorragend in ihrer Verknüpfung.

„Am Ende gelingt ein Kunstwerk nur dann, wenn… sein Schöpfer den unverrückbaren Glauben daran besitzt, der es ins Dasein bringt.“ (Seite 455)

4,5 Sterne

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(190)

384 Bibliotheken, 32 Leser, 2 Gruppen, 144 Rezensionen

"magie":w=11,"children of blood and bone":w=8,"tomi adeyemi":w=8,"fantasy":w=7,"afrika":w=6,"jugendbuch":w=5,"unterdrückung":w=4,"götter":w=3,"fischer verlag":w=3,"orisha":w=3,"maji":w=3,"goldener zorn":w=3,"liebe":w=2,"familie":w=2,"reihe":w=2

Children of Blood and Bone – Goldener Zorn

Tomi Adeyemi , Andrea Fischer
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 27.06.2018
ISBN 9783841440297
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(256)

551 Bibliotheken, 13 Leser, 1 Gruppe, 191 Rezensionen

"jugendbuch":w=11,"schwestern":w=11,"unterdrückung":w=10,"fantasy":w=8,"liebe":w=7,"grace":w=7,"dystopie":w=6,"rebellion":w=6,"thronfolger":w=5,"rebellin":w=5,"frauenrechte":w=4,"tracy banghart":w=4,"ironflowers":w=4,"frauen":w=3,"feminismus":w=3

Iron Flowers – Die Rebellinnen

Tracy Banghart , Anna Julia Strüh
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei FISCHER Sauerländer, 25.04.2018
ISBN 9783737355421
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(54)

74 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 51 Rezensionen

1905, 20. jahrhundert, christine kabus, familiengeheimnis, flucht, frauenbewegung, heirat, historisch, historischer roman, jahrhundertwende, missionare, norwegen, reise, schlesien, unabhängigkeit

Das Lied des Nordwinds

Christine Kabus
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.03.2018
ISBN 9783404176434
Genre: Historische Romane

Rezension:

„Die Freiheit ist wie Luft. Wir merken erst, wie viel sie wert ist, wenn sie uns fehlt.“

Diese Worte stellt Christine Kabus ihrem aktuellen Roman voran. In "Das Lied des Nordwinds" lernen wir mit Karoline und Liv zwei junge Frauen kennen, für das Wort Freiheit eine vielfältige Bedeutung besitzt.

Während der Himmel für Karoline im Mai 1896 noch voller Rosen hängt und sie sich auf ihre Hochzeit freut, sind ihre Träume neun Jahre später zerplatzt. Die Wirklichkeit hat sie eingeholt, und diese sieht so aus:

Ihr Mann Moritz hat sie nur wegen der Mitgift geheiratet und ansonsten kein Interesse an ihr. Die Schwiegermutter verachtet sie, auch weil sie in den vergangenen Jahren kein Kind bekommen hat. Karoline lebt abgeschieden auf Schloss Katzbach in Schlesien und schafft sich mit Büchern eine Fantasiewelt. Zumindest in dieser existiert ein Mann, der sie mit Respekt behandelt und ihr ritterlich zur Seite steht, wenn es schwierig wird. Eine Art von Freiheit. Denn Karoline selbst geht den Problemen aus dem Weg. Mut gehört nicht unbedingt zu ihren prägenden Eigenschaften. Das ändert sich, als sie erfährt, dass ihr Mann in Norwegen ein uneheliches Kind gezeugt haben soll. Sie sieht darin eine Chance, nicht nur für den gewünschten Erben zu sorgen, damit der Familienbesitz nicht an einen ungeliebten Verwandten geht, sollte sich bei den Blankenburg-Marwitzens kein Nachwuchs einstellen, sondern erhofft sich daneben ein Quäntchen Glück für sich selbst. Und so macht sie sich auf die Suche...

Demgegenüber hat Liv im Haus ihrer Eltern bislang den wahren Unbill des Lebens kennengelernt. Seit frühester Jugend unterstützt sie ihre Mutter beim Broterwerb für die Familie, weil dies ihrem Vater nach einem Unfall nicht möglich ist. So kommt sie als Dienstmädchen nach Stavanger in das Haus von Oddvar und Ingrid Treske. Viel lieber wäre sie allerdings frei von irgendwelchen Dienstherren und ebenso von den Eltern.

Schon bei ihrer Ankunft muss sie mit ansehen und erleben, wie Oddvar Treske seinen Sohn Elias maßregelt. Sie wendet sich dem Jungen offen und behutsam zu und knüpft schnell eine besondere Beziehung zu ihm. Bald vermutet sie, dass hinter dem Verhalten von Oddvar Treske mehr steckt als die sittenstrenge Erziehung eines fürsorglichen Vaters...

Christine Kabus ist mit ihren in Norwegen angesiedelten Geschichten, die durch ihre ausgezeichnet recherchierten – vor allem der historischen – Hintergründe und Zusammenhänge punkten, zu einer festen Größe in der Leselandschaft geworden. Auch ihr fünfter Roman nimmt uns mit auf eine Reise in den Norden, an deren Ende wir mit neuem Wissen bestückt und außerordentlichem Wohlgefühl das Buch aus der Hand legen.

Dies resultiert aus dem Vermögen der Autorin, Land und Leute mit Können und spürbarem Enthusiasmus zu formen, so dass einzigartige Bilder bei der Lektüre entstehen und zum nachhaltigen Leseerlebnis beitragen.

Dabei ist hoch einzuschätzen, dass sich Christine Kabus nach „Das Geheimnis der Mittsommernacht“ in ihrem hier vorgelegten Werk „Das Lied des Nordwinds erneut auf meisterhafte Art und Weise mit der Stellung der Frau im Blickwinkel der Zeit auseinandersetzt, diese ins rechte Licht rückt und lebensechte und zugleich emotional agierende Porträts erarbeitet.

Es ist das Jahr 1905. Norwegen befindet sich an einem Wendepunkt in seiner Geschichte und will sich aus der schwedisch-norwegischen Personalunion und damit aus der Abhängigkeit von Schweden lösen.

Wie das Land sind auch Liv und Karoline – dabei spielt es keine Rolle, dass Karoline Deutsche ist – anfänglich in ihren Korsetts gefangen. Zwar trennt sie ihre jeweilige Herkunft, eint jedoch die Einbindung in die gesellschaftlichen Normen und damit das Fehlen der Freiheit, selbständige Entscheidungen zu treffen.

Es gelingt ihnen erst nach und nach, sich davon freizumachen, einen inneren Wandel zu vollziehen, Bewusstsein für die Bedürfnisse und Träume sowie Selbstwertgefühl zu entwickeln und Courage zu verstärken.

Dabei haben beide Hilfe. Es gibt Menschen, die ihnen die Augen öffnen und es vermögen, ihnen Alternativen zu ihrem bisherigen vorgefassten Lebenswegen aufzuzeigen.

So ist es Bjarne, der Livs Denken in Gang setzt, ihr die Einsicht in eine völlig andere Welt eröffnet, sie mit neuen Ideen bekannt macht, über Dinge grübeln lässt, über die sie sich zuvor nie mit jemandem ausgetauscht hat.

In Karolines Fall vermittelt Auguste Bethge ihr ein Frauenbild, dem sie zuvor keine Beachtung geschenkt hat. In deren Begleitung entwickelt Karoline sich und verändert ihre Sichtweise. Sie findet Gefallen an der Formulierung eigenen Gedankengutes, über ihre eigenen Probleme hinaus einen Blick auf die Unzulänglichkeiten der Welt im Allgemeinen und die der Frauen im Besonderen zu werfen, Verantwortung zu übernehmen, Wunschträume verwirklichen zu wollen.

"Jeder Mensch hat das Recht, selbst über sich zu bestimmen." Mit ihren Heldinnen Liv und Karoline erbringt Christine Kabus ein anschauliches Beispiel dafür, dass dieses Ansinnen von Erfolg gekrönt ist.

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(51)

76 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 48 Rezensionen

"meerjungfrau":w=8:wq=163,"london":w=5:wq=4841,"18. jahrhundert":w=4:wq=634,"bordell":w=3:wq=210,"liebe":w=2:wq=37954,"roman":w=2:wq=18823,"england":w=2:wq=8595,"historischer roman":w=2:wq=4782,"prostitution":w=2:wq=758,"imogen hermes gowar":w=2:wq=2,"die letzte reise der meerjungfrau":w=2:wq=1,"frauen":w=1:wq=4945,"gesellschaft":w=1:wq=3768,"historisch":w=1:wq=3559,"suche":w=1:wq=3260

Die letzte Reise der Meerjungfrau

Imogen Hermes Gowar , Angela Koonen
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei Ehrenwirth, 29.03.2018
ISBN 9783431040821
Genre: Romane

Rezension:

Eine Meerjungfrau ist ein gefährlicher Fang. Genauso wie eine Kurtisane. Diese Erfahrung muss eines Tages Jonah Hancock, ein gut situierter, etwas korpulenter Kaufmann mittleren Alters, machen. Bislang ist Jonah Hancock seinen Weg ehrlich und stringent gegangen. Aber seit dem Tod seiner Frau und seines Sohnes, dessen Geist er manchmal begegnet, ist er einsam. Er sehnt sich nach jemandem, mit dem er sein Leben teilen kann, vergräbt sich statt sich auf die Suche zu begeben, in seine Arbeit. Als endlich der Kapitän seines sehnlichst erwarteten Frachtschiffs Calliope eintrifft, folgen der anfänglichen Freude nicht nur Ernüchterung, sondern auch Entsetzen. Denn Captain Jones hat das Schiff verkauft. Für eine Meerjungfrau. Eine tote Meerjungfrau. Was bitteschön soll er, Jonah Hancock, seriöser Geschäftsmann mit tadellosem Ruf, mit solch einer wilden Kreatur?

Jonah Hancock lässt sich überreden, die Meerjungfrau auszustellen, und tatsächlich entpuppt sich dieses über alle Maßen hässliche und groteske Wesen – wie von Captain Jones vorausgesagt – als wahre Goldgrube. Die Menschen stehen Schlange, um es zu sehen, bezahlen dafür, und die Truhen von Jonah Hancock füllen sich.

Die Ausstellung ruft Beth Chappell auf den Plan, ihres Zeichens Betreiberin eines erstklassigen Bordells. Sie überredet Jonah Hancock, ihr die Meerjungfrau zu leihen, und der Kaufmann lässt sich darauf ein.

Anlässlich der Präsentation der Meerjungfrau im Haus von Mrs. Chappell mit Aristokraten und Politikern begegnet Jonah Hancock der Kurtisane Angelica Neal. Einst hat Angelica für die Wirtin gearbeitet, und diese lässt nichts unversucht, Angelica zur Rückkehr zu bewegen. Nach dem Tod ihres Gönners, eines Herzogs, ist Angelica darauf angewiesen, einen neuen Mann zu finden, der sie versorgt. Denn ihre Unabhängigkeit von Beth Chappell möchte sie nicht aufgeben.

Jonah ist von der üppigen, temperamentvollen Schönheit begeistert. Gleichzeitig wird sein bürgerliches Empfinden von unanständigen Szenen im Bordell auf Tiefste erschüttert. Er verlässt das Haus angewidert, fordert die Meerjungfrau zurück und verkauft sie.

Angelica kann er hingegen nicht vergessen und bemüht sich um sie. Diese hat sich zwischenzeitlich dem adligen, aber mittellosem George Rockingham zugewandt, wird allerdings von jenem fallengelassen, als es darum geht, ihre Auslagen und Schulden zu zahlen. Wie soll sie diesem Dilemma entkommen? Jonah Hancock ist rettend zur Stelle. Er erhält eine Ehefrau, Angelica die gewünschte Absicherung und ein respektables Leben. Das ist ihre Chance auf Glück. Doch existiert ein solches für Angelica wirklich? Es ist gefährlich, aus seiner Welt gerissen zu werden. Das gilt für eine Kurtisane als auch für eine Meerjungfrau...


Für ihren Debütroman „Die letzte Reise der Meerjungfrau oder wie Jonah Hancock über Nacht zum reichen Mann wurde“ hat Imogen Hermes Gowar drei Jahre lang recherchiert, geforscht und gelernt, im Sprachduktus des 18. Jahrhundert zu schreiben.

Der Aufwand und die Arbeit haben sich gelohnt. Die Autorin bewegt mit ihrem opulenten Stil des Inszenierens auf herausragenden Niveau. Sie findet mit außergewöhnlich gutem Gespür den Ton der Zeit und gibt ihn in nuancierten Art und Weise wieder, so dass das Lesen und folglich Eintauchen in eine vergangene Realität zum Erlebnis werden. Dabei nutzt sie in wunderbarer Kunstfertigkeit die Art der Kommunizierens im London des zweiten Drittels des 18. Jahrhunderts. Zurückhaltend und distanziert und damit ein wenig ungewohnt, indes bei der Lektüre überhaupt nicht hinderlich.

Hinzu kommt, dass durch das Erzählen in der Gegenwart eine Präsens entsteht, die uns unmittelbar in die Geschichte hineinzieht und einbindet. So befinden wir uns mitten in einem Geschehen, das historische Gegebenheiten wie die Ungleichheit zwischen den Klassen, Geschlechtern und Hautfarben thematisiert und diese mit dem Mythos und der Legende der Meerjungfrau mittels eingeflochtener lyrischer Passagen verknüpft.

Noch zu berücksichtigen ist der feinsinnige Humor, den den Zeilen das eine oder andere Mal entströmt. Hierbei gelingt es der Autorin, mit unseren Zweifeln zu spielen. Existieren Meerjungfrauen oder nicht? Wir wissen, dass es diese Geschöpfe nicht gibt. Aber wir lassen uns gern auf dieses Spiel der Phantasie ein, geben uns der Illusion hin, dass es möglich kann. Wir möchten, dass es so ist und vergessen für einen Moment die Wirklichkeit.

Faszinierend ist außerdem das Können von Imogen Hermes Gowar, das Milieu und die Umstände auf den Punkt zu schildern, insbesondere die Abhängigkeit der Frauen von den Männern zu beleuchten.

Das überträgt sich auf die Protagonisten. Die Autorin hat bemerkenswerte, mit Brillanz ausgearbeitete Figuren geschaffen, deren Tiefgründigkeit sich langsam, dann jedoch mit Wucht offenbaren.

Da ist zum einen Jonah Hancock, ein aufrichtiger, empfindsamer Mann, mit einem einfachen Herzen voller Sehnsucht, und trotzdem und erstaunlicherweise bereit, etwas Neues zu wagen. „Ich habe mein Leben bisher nicht ausgeschöpft… Und jetzt wurde mir etwas Großes aufgezeigt. Ich wäre ein Narr, wenn ich nicht mehr für mich erstreben würde…“ (Seite 121)

Und wir lernen Angelica Neal kennen, eine Frau, die auf den ersten Blick eitel, seelenlos und unmoralisch wirkt, gleichzeitig über eine unwiderstehliche Schönheit und eine gewisse Wahrhaftigkeit verfügt und durchaus Parallelen zu einer Meerjungfrau aufweist.

„Denn eine Meerjungfrau ist ein höchst unnatürliches Wesen und ihr Herz ohne Liebe." (Seite 90)

Im Grunde ist Angelica ein Geschöpf der Umstände, und bei genauerer Betrachtung, versucht auch sie nur, das Bestmögliche aus eben diesen zu machen. Sie steht zu ihrem Handeln, und sie möchte Unabhängigkeit, zumindest von Mrs. Chappell, ihrer einstigen Bordellwirtin. Denn wirklich frei wird sie nie sein können, weil sie immer auf die Gunst eines Mannes angewiesen ist. Ob als Kurtisane oder als Ehefrau...


Imogen Hermes Gowar meistert eine anspruchsvolle und eindringliche Darstellung von Sein und Schein, Realität und Mythos. Einfach grandios!

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(24)

34 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

athmosphärisch, augenblick, begabung, da vinci, geschichte, historischer roman, inspiration, kosmos, kunst, leonardo da vinci, liebe, malerei, roman, sterndeutung, zeit

Der Augenblick der Zeit

Stephanie Schuster
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Blessing, 19.03.2018
ISBN 9783896675699
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(22)

48 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

"historischer roman":w=3,"medizin":w=3,"historisch":w=2,"paris":w=2,"ritter":w=2,"venedig":w=2,"norddeutschland":w=2,"lüneburg":w=2,"sabine weiß":w=2,"freundschaft":w=1,"mittelalter":w=1,"romantisch":w=1,"frauenschicksal":w=1,"ärztin":w=1,"authentisch":w=1

Die Arznei der Könige

Sabine Weiß
Flexibler Einband: 637 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 29.03.2018
ISBN 9783404176465
Genre: Historische Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(13)

31 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

"fantasy":w=1,"jugendbuch":w=1,"dressler verlag":w=1,"fuchs und feuer":w=1,"heather fawcett":w=1

Fuchs und Feuer

Heather Fawcett , Simone Wiemken
Fester Einband
Erschienen bei Dressler, 19.03.2018
ISBN 9783791500720
Genre: Jugendbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(21)

35 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

"fantasy":w=1

Das Zeiträtsel: Roman (Reise durch die Zeit 1)

Madeleine L'Engle
E-Buch Text: 225 Seiten
Erschienen bei Piper ebooks, 01.03.2018
ISBN 9783492990820
Genre: Sonstiges

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(9)

25 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

"krieg":w=1,"freunde":w=1,"2017":w=1,"feinde":w=1,"17. jahrhundert":w=1,"dreißigjähriger krieg":w=1

Blutiges Land

Wolfgang Thon
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 16.01.2017
ISBN 9783734102400
Genre: Historische Romane

Rezension:

Im Jahre 1626 geraten drei junge Menschen in die Wirren des Dreißigjährigen Krieges. Es sind Valerian von Villesen, Sohn eines Landadligen, und Eik Schmalens, Sohn des Müllers, trotz ihrer Standesunterschiede seit der Kindheit Freunde, die auch zusammen den Kampf mit Degen und Schwertern geübt haben Die anfängliche Jugendfreundschaft hat sich jedoch in den letzten Jahren abgekühlt, und dafür gibt es einen hübschen Grund: Valerians Schwester Augusta, die dritte im Bunde, die Eik in Französisch, Italienisch, Geschichte und Etikette unterrichtete. Dass Augusta überdies Eiks Gefühle zu erwidern scheint, stört Valerian ungemein. Er ist gegen die Verbindung, zumal sie angesichts der unterschiedlichen Herkunft keine Zukunft haben dürfte.

Als der Dreißigjährige Krieg auch vor der Heimat der drei, dem Dorf Bruchhausen und Schloss Villesen, nicht Halt macht, ändert sich im Leben von Valerian, Eik und Augusta alles. Eik verliert seine Mutter und muss darüber hinaus mit anschauen, wie sein Vater von Soldaten der katholischen Liga getötet wird und Valerian daneben steht, ohne einzugreifen und diese Tat zu verhindern. Erschüttert und von eisigem Hass getrieben, schlägt sich Eik auf die Seite der Protestanten, indes Valerian sich den Katholischen zuwendet. So werden aus einstigen Freunden Gegner. Und auch für die Liebe sieht es düster aus: Augusta wird nach Frankreich verheiratet.


Wolfgang Thon erzählt mit „Blutiges Land“ ein Stück bewegender Zeitgeschichte, in der seine Protagonisten – und damit auch die Leser – miterleben können, wie eine Auseinandersetzung um den wahren Glauben und das Machtgefüge die Welt verändert. Es sind aufregende Abenteuer, aber gleichzeitig auch die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges, denen sich die Figuren stellen müssen.

Dem Autor gelingt es, dank eines guten Hintergrundwissens der Historie äußerst realitätsnah und mittels intensiv beschriebener, zum Teil grausamer und abscheulicher blutiger Szenen die Gewalttätigkeit und Erbarmungslosigkeit der kriegerischen Konflikte darzustellen. Hierbei erweist sich die offensive Schilderung von Taktik, Angriffen und Kampfhandlungen als vordergründig und unabdingbar, die fiktiven Charaktere agieren gemeinsam mit historischen Persönlichkeiten wie Wallenstein und Tilly, bleiben allerdings stets im Mittelpunkt des Handlung. Es sind vor allem Eik, Valerian und auch Augusta, die am Kreuzweg ihres Lebens stehen, der ihnen eine Zukunft bieten kann oder aber den Tod bringt.

Während Valerian die Position der Katholiken vertritt, findet Eik Rückhalt bei den Protestanten. Beide sehen sich mit den Fragen des Glaubens und damit der Motivation für ihr Handeln konfrontiert, setzen sich mit dem Für und Wider auseinander, ohne dass eine Entscheidung für ein Richtig oder Falsch getroffen wird. Wolfgang Thon ermöglicht es dem Leser außerdem, unmittelbar an der Gedankenwelt seiner Protagonisten teilzuhaben.

Die Ausarbeitung der Art der Freundschaft von Eik und Valerian ist zwar etwas zu kurz geraten, hingegen die Entwicklung zu Männern, die kämpfen lernen, sowie die widersprüchlichen Gefühle der einstigen Freunde sind nachvollziehbar und auf sprachlich hohem Niveau beschrieben. Daneben ist der Handlungsstrang, der Augustas Schicksal beleuchtet, naturgemäß ruhiger erzählt, wenngleich er mit außergewöhnlichem Geschehen aufwartet.

Insgesamt hat Wolfgang Thon seine Figuren mit glaubhaften Wesenszügen ausgestattet. Sie verfügen über Verstand, Courage, Mut, Ehrgeiz und eine Tatkraft, die sie vorwärts treibt und dazu befähigt, ihre Ziele nicht aus den Augen zu verlieren und ihnen selbst bei Rückschlägen zu folgen. Und trotzdem gibt es Momente, in den sie schwach und eigennützig und damit fehlerhaft sind, Mitmenschen enttäuschen und verletzen.

„Blutiges Land“ zeigt einmal mehr, was Kriege für die Menschen bedeutet und aus ihnen machen kann und wie schwierig es ist, Loyalität und Vertrauen, Freundschaft und Liebe zu bewahren. Aber auch, dass es Hoffnung gibt...

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

24 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

abenteuer, afrika, cramer, liebe, marokko, marrokko, wolkenfraue

Die Wolkenfrauen

Doris Cramer
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 11.12.2017
ISBN 9783764506209
Genre: Romane

Rezension:

1942. Bettys Zukunft trägt einen Namen: Gernot. Ewig würde sie mit ihm die Wege entlangfahren, zwischen den abgeernteten Feldern, über ihnen Schwärme von Zugvögeln, begleitet von unbeschwertem Lachen, bis ans Ende der Welt. Doch es ist Krieg, und Gernot ist Soldat…

1988. Dorothea, genannt Doro, hat vor einem Jahr ihre Mutter verloren. Darunter leidet die Dreiundzwanzigjährige nach wie vor. Weil ihre Mutter, verschlossen wie sie war, ihre Krankheit bis fast zum letzten Augenblick verschwiegen hat. Brustkrebs mit 45. Beim Aufräumen der Hinterlassenschaft entdeckt Doro in einer Kiste neben Tagebuchnotizen und Zeichnungen, die von einem Gernot stammen und vor langer Zeit in der marokkanischen Wüste entstanden, außerdem ein wunderschönes Amulett.

Doro hat gerade ihren Abschluss als Lehrerin gemacht, sie ist trotzdem unsicher und zweifelt, ob dieser Beruf, den ihre Eltern ebenfalls ausübten, sie ausfüllen wird. Um ihrer Zukunft eine Richtung geben zu können, reist Doro zu ihrer ehemaligen Lehrerin Ingrid nach Marokko, die sich von Agadir aus um ein Hilfsprojekt für die Schulbildung junger Mädchen kümmert. Ingrid empfindet sie nicht nur als Vorbild, sondern auch als Freundin.

Nach wenigen Tagen in Marokko erlebt Doro mit, wie ein junger Mann verhaftet wird. Ihr Gerechtigkeitssinn lässt sie dagegen protestieren, während sich die Einheimischen abwenden. Umso erstaunter ist sie, als ihr eben jener junge Mann – Amir – kurze Zeit später wieder begegnet. Und obwohl Doro nicht sicher ist, ob sie ihm und seinen Worten, die Verhaftung sei ein Irrtum gewesen, vertrauen kann, fühlt sie keine Angst in seiner Begleitung, als sie sich mit ihm in die Wüste aufmacht.

Eigentlich will Doro nur helfen. Jedoch sie gerät an der Seite von Amir, der sich als Sheik und Angehöriger des Berbervolkes der Sahraouis, der in Westeuropa ausgebildet wurde, entpuppt, in einen Strudel unvorhergesehener und gefährlicher Ereignisse, die das Pensum einen europäischen Touristin bei weitem übersteigen. Sie begegnet vielen Menschen, Einheimischen und auch Betty, einer Deutschen, die nach einem Vorkommnis nicht mehr daran erinnert und darum Unterstützung benötigt.

Es stellt sich heraus, dass es einen Grund für Amirs Verhaftung gegeben hat. Er engagiert sich für die Belange der Polisario, der Volksbefreiungsarmee, und damit für das Wohl seines Volkes, legt gleichwohl eher Augenmerk auf das Verhandeln auf politischer Ebene. Auf der Gegenseite steht Mahmud, für den es die Durchsetzung der Ziele der Saharouis nur mittels Waffengewalt gibt und der zudem einen persönlichen Groll gegen Amir hegt Er entführt Doro, bedroht sie und will sie für die Zwecke der Polisario missbrauchen...


Mit „Die Wolkenfrauen“ beweist Doris Cramer nach ihrer historischen Marokko-Saga erneut ihre Faszination für das nordafrikanische Land und überträgt diese auf uns. So vermitteln ihre Sachkenntnis (die sich unter anderem auch im Nachwort, dem Glossar und einem historischen Abriss des West-Sahara-Konflikts sowie den entsprechenden Quellen und Links widerspiegelt) und daneben die Detailtreue und Erzählkunst ein abwechslungsreiches, farbenprächtiges und tiefgründiges Bild dieser Region und des gesellschaftlichen Lebens. Besonders in der Darstellung der örtlichen Schauplätze – beispielsweise in Agadir und in der Sahara – punktet die Autorin mit treffender Wahrnehmung der Gegebenheiten angesichts der herrschenden Verhältnisse. Denn Doris Cramer verschließt nicht die Augen vor einem unerhörten Umstand, in den Marokko involviert ist: der Westsahara-Konflikt. Ein heikles Tabu-Thema, das seit mehr als 40 Jahren existiert, wenig bis gar keine Beachtung (mehr) findet und bislang auch auf politischer Ebene durch UNO und Internationalen Gerichtshof nicht gelöst werden konnte.

„In dunklen Zeiten bewahrt oft nur die Hoffnung den Menschen vor Verzweiflung.“ (Seite 63)

In behutsamer Art und Weise gelingt es der Autorin, die Problematik der aus ihrer ursprünglichen Heimat vertriebenen Saharouis, dem Volk der Wolken, die mit 150.000 Angehörigen ihr Dasein in der Einöde der algerischen Wüste fristen, der Vergessenheit zu entreißen und uns – verpackt in eine tragische Familien- und eine eigentlich undenkbare, behutsame Liebesgeschichte – näher zu bringen.

Doris Cramer schreibt in einem authentischen und elegantem Stil, ihre Wortbilder zeugen von ihrer Leidenschaft für Land und Menschen. Sie kritisiert, beschönigt hierbei nichts, nimmt dem Ganzen aber die Schärfe. Die Autorin will nicht schockieren, jedoch eine bedrückende Tatsache aus der Dunkelheit ans Licht ziehen, und dies gelingt ihr in bewundernswerter Art und Weise.

Im Verlauf der Handlung lassen sich die Hintergründe des Familiengeheimnisses recht früh erahnen, was allerdings der Lektüre nicht abträglich ist. Vielmehr macht es die Autorin möglich, mit Rückblicken in die Vergangenheit der Spurenlegung zu folgen und des Rätsels Lösung nahe zu kommen.

Dabei sind es neben der Schilderung des Geschehens die Ausführung, das Zusammenspiel und die Entwicklung der Figuren, die den Roman zu einem beachtenswerten und einprägsamen Erlebnis machen. Diese sind nuanciert ausgeformt. Nicht nur die neben Doro im Mittelpunkt befindlichen Frauen Ingrid und Betty beweisen jeweils eine eminente Persönlichkeit. Auch die männlichen Protagonisten Amir, Ibrahim und Mahmud hat die Autorin realistisch und in ihrem Denken und Handeln nachvollziehbar charakterisiert.

Besonders aber Doro sticht mit ihrem unabhängigen, herzensklugen und vorurteilsfreien Wesen hervor. Was immer sie erlebt, sie lässt sich nicht unterkriegen, ist voller Kraft und Energie. So ist es nur einleuchtend, dass sie in der Vorstellung von Amir hell und klar einer Wolkenfrau gleicht, also einer Angehörigen seines Volkes.

„… das Beständige in der Wüste ist der Wandel. Du bist eine Wolkenfrau. Wenn die Zeit kommt, findest du einen Weg.“ (Seite 392)

Doris Cramer verabschiedet uns aus der Geschichte ohne Happy End, aber mit Hoffnung. Und so sagen wir Doro und Amir "Auf Wiedersehen!", und das mit einem guten Gefühl.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(4)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

crime, jonas moström, krimi, schweden, schwedenkrimi

Dominotod: Kriminalroman (Ein Nathalie-Svensson-Krimi 2)

Jonas Moström
E-Buch Text: 384 Seiten
Erschienen bei Ullstein eBooks, 01.12.2017
ISBN 9783843715935
Genre: Sonstiges

Rezension:

Nathalie Svensson wird als Mitglied der OFA zusammen mit dem Leiter Ingemar Granstam und dem Kriminaltechniker Tim Walter nach Sundsvall gerufen. Sie sollen dem dortigen Kommissar Johan Axberg und dessen Kollegen mittels Erstellung eines Täterprofil helfen, ein seltsames Verbrechen aufzuklären.

Thomas Hoffmann, ein Arzt der psychiatrischen Abteilung, ist ermordet aufgefunden worden. Offensichtlich wurde er mehrere Tage gefangen gehalten und gefoltert, aus den Rückenmuskeln zu beiden Seiten der Wirbelsäule symmetrische Rechtecke geschnitten und in den Mund des Opfers einen Dominostein mit der doppelten Sechs platziert.

Erschwerend kommt hinzu, dass ein weiterer Arzt verschwunden ist: Erik Jensen, der beste Freund von Johan Axberg. Auch hier hat der Täter einen Dominostein hinterlassen. Mit jedem Tag, der ergebnislos verstreicht, wird die Gefahr für das Leben von Erik Jensen größer.

Und als ob das noch nicht reichen würde, scheint es so, dass Nathalie Schwester Estelle ebenfalls in die Sache involviert ist, weil sie, die eine Beziehung zu Erik Jensen hatte, ihn zuletzt gesehen hat.


Jonas Moström kehrt nach "So tödlich nah" mit „Dominotod“ zum klassischen Kriminalroman mit polizeilicher Ermittlungstätigkeit zurück und bleibt dabei seinem verhältnismäßig schwermütigen Schreibstil treu. In zunächst eher ruhiger Art und Weise versteht er es, im Verlauf der Geschichte zu verwirren, in dem er durch wechselnde Einschübe in die Gedankenwelt des Täters führt. Er legt raffinierte Spuren, erhöht mit dem Druck, der auf allen lastet, Erik zu finden, auch entsprechend das Tempo, so dass stetig die Spannung gesteigert wird. Daneben lässt er einige plausible und nachvollziehbare Möglichkeiten zu, wer der Mörder sein könnte, und verschafft so dem Leser einen vermeintlichen Vorsprung vor den eigentlichen Ermittlern.

Trotzdem lebt „Dominotod“ vor allem von den Beziehungsverflechtungen seiner Protagonisten. Für einen guten Überblick über die wichtigsten Figuren sorgt eine Aufstellung, die zudem mit Hintergrundinformationen aufwartet. Während im ersten Band der Reihe größtenteils Nathalie Svensson im Mittelpunkt stand, verschiebt sich dieser und rückt weitere Personen in den Fokus.

Unter anderem Johan Axberg, als ermittelnder Kriminalist den schwedischen Lesern bereits aus acht Bänden einer eigenen Reihe bekannt. Wenngleich bedauerlich ist, dass bisher lediglich „Herzversagen“ (Band 1) in Deutsch erschien, kann der Entschluss von Jonas Moström, seiner Hauptfigur Nathalie Svensson nach ihrer alleinigen Präsentation in „So tödlich nah“ ein Zusammentreffen mit Johan Axberg einzurichten, nur begrüßt werden. Denn trotz aller Unterschiede gelingt die Mischung, und Nathalie und Johan agieren gut zusammen und komplettieren einander.

Während Johan Axberg mehr kopflastig ist, seine Ermittlungen immer engagiert führt und sie mit fast an Besessenheit grenzender Beharrlichkeit zu einem erfolgreichen Ende führen will, worunter die Beziehung zu seiner Familie leidet, handelt und reagiert Nathalie eher emotional und subjektiv. Die vergangenen traumatischen Ereignisse sind nicht spurlos an ihr vorbeigegangen, so dass sie tatsächlich eine Zeit Ruhe für sich benötigt hätte, um wieder frei und zuversichtlich in ihr altes Leben zurückzukehren. Aus diesem Grund hat sie auch zunächst gezögert, nach Sundsvall zu fahren, sich aber dann wegen ihrer Schwester, die sie drei Jahre lang nicht gesehen hat, dazu entschlossen.

In „Dominotod“ gelingt es, sich Nathalie mehr anzunähern. Jonas Moström macht es dem Leser leichter, sie in ihrem Denken und Handeln zu verstehen und ermöglicht eine Identifikation und die Hoffnung zu, dass es ein Wiedersehen gibt.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(412)

1.284 Bibliotheken, 62 Leser, 1 Gruppe, 166 Rezensionen

"fantasy":w=25,"leigh bardugo":w=25,"das lied der krähen":w=22,"grischa":w=10,"abenteuer":w=8,"magie":w=8,"krähen":w=8,"diebe":w=6,"kaz":w=6,"six of crows":w=6,"freundschaft":w=5,"jugendbuch":w=5,"knaur":w=5,"inej":w=5,"rezension":w=4

Das Lied der Krähen

Leigh Bardugo , Michelle Gyo
Flexibler Einband: 592 Seiten
Erschienen bei Knaur, 02.10.2017
ISBN 9783426654439
Genre: Fantasy

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(22)

26 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

"liebe":w=2,"vertrauen":w=1,"gefahr":w=1,"action":w=1,"erotischer roman":w=1,"aktion":w=1,"funken":w=1

Fear and Desire: Gefährliche Lüge

Ewa Aukett
E-Buch Text: 454 Seiten
Erschienen bei beHEARTBEAT by Bastei Entertainment, 05.12.2017
ISBN 9783732517916
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Wer nicht hören will, muss fühlen. Diese Erfahrung muss Sarah machen, als sie mit ihrem Auto in der schneereichen kanadischen Wildnis liegenbleibt. Denn alle hatten sie gewarnt, nicht mit dem alten Ding auf die Reise zu gehen. Aber sie wollte es unbedingt, vor allem wegen ihrer verstorbenen Freundin Maylin, die ihr das Fahrzeug vermacht hat. Mitten in der Pampa scheint es keine Aussicht auf Hilfe zu geben. Doch Sarah ist hart im Nehmen und lässt sich nicht unterkriegen, weil sie als Kind vom Land die Erfahrungen zurückgreifen kann, die sie während ihrer Touren mit ihrem Vater durch die endlosen Weiten Colorados gesammelt hat. Also macht sie sich auf, um aus der Misere herauszufinden. Es ist kalt, und die ganze Aktion ist nicht wirklich erfolgreich, bis sie auf die Blockhütte stößt und trotz ihrer Bedenken bezüglich der Gefahren, die ihr darin begegnen könnte, das Risiko eingeht und um Hilfe bitten will. Es bleibt ihr ja schließlich nichts anderes übrig. Sich jedoch von einem – zugegebenermaßen – heißen, aber zugleich auch äußerst brummigen und sehr abweisenden, um nicht zu sagen unhöflichen Typen die Tür vor der Nase zuwerfen zu lassen, ohne ein Zeichen von Beistand, geht ja wohl gar nicht.

Hätte sie geahnt, was auf sie zukommt, hätte sie wohl nie den Fuß in die Tür gestellt. Denn Brandon, jenen aufregenden „Hüttenwirt“, umgibt mehr als der Unwillen, ihr behilflich zu sein. Da ist etwas Geheimnisvolles, eine Sache, der er auf der Spur ist, während sich jemand gleichzeitig dafür interessiert, ihn aus dem Weg zu räumen. Und Sarah gerät mitten in die Schusslinie. Ehe sie noch Luft holen kann oder verdaut, was zwischen ihr und Brandon in nur einer Nacht geschehen ist, sind die beiden schon auf der Flucht und erleben ein atemberaubendes Abenteuer...

In „Gefährliche Lügen“, dem ersten Band der Reihe „Fear and Desire“ dauert es nicht lange, und es geht zur Sache. Denn Ewa Aukett spart in ihrer Geschichte nicht an Erotik. Zwischen ihren Protagonisten Sarah und Brandon sprühen von Anfang an die Funken, und das nicht nur, weil die Hütte von Brandon letztlich in Flammen aufgeht. Nein, zuvor kommen sich die beiden wirklich nahe, und wäre die Szene im Schnee „gedreht“ worden, wäre dieser geschmolzen.

Ewa Aukett schreibt in einem deutlich offensiven Stil, der ungestelzt und locker daherkommt. Trotz der Ungezwungenheit vergisst die Autorin nicht das Drumherum, so dass sich schnell in die Gegebenheiten hineinfinden lässt und die Geschichte einen ansprechenden Rahmen bekommt. Die Handlung lebt von der Aktion, besonders wenn Sarah und Brandon in gefährliche Situationen geraten und auch miteinander in prickelnden Szenen agieren. Bis auf das Finale, dass verhältnismäßig unspektakulär und ohne den erwarteten Nervenkitzel ist, schreitet sie zügig voran, ist durchdacht und nachvollziehbar. Daneben blitzen Ironie und Witz auf, das Lesen bereitet Spaß.

Sarah und Brandon schildern das Geschehen im Wechsel aus ihrer Perspektive. So ist außerdem immer zu erfahren, was der jeweilige denkt, auch über den anderen. Das ist zwar als Erzählweise nicht neu, zeigt sich hier hingegen als wirkungsvoll und verpasst der Darstellung einen gewissen Reiz.

Die Chemie zwischen den beiden Hauptfiguren stimmt. Das Augenmerk, das die Autorin auf deren Charakterisierung legt, ist ebenso wie die Entwicklung der Emotionen zwischen ihnen gelungen.

Sarah liebt Herausforderungen und spricht so, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Sie ist sehr direkt, und temperamentvoll und verfügt über eine natürliche Neugier. Vor allem aber steht sie ehrlich zu ihren Gefühlen, die sich beispielsweise in ihrer Trauer um ihre verstorbene Freundin Maylin manifestiert. Sie trägt das Herz auf der Zunge. Es ist ein großes Herz, das ihre Familie und Freunde gleichermaßen einschließt. Und außerdem besitzt sie einen ungeahnten Löwenmut, Risikobereitschaft und Hartnäckigkeit. Davon bekommt Brandon eine ganze Menge zu spüren. Und obwohl der Start der beiden holprig ist, lässt sich gut verstehen, dass sie sich voneinander angezogen fühlen.

Im Gegensatz zu Sarahs direkten Art ist Brandon verschlossener und öffnet sich erst mit der Zeit. Er wird deutlich, dass er Schwierigkeiten hat, sich auf auf jemanden einzulassen, Vertrauen aufzubauen. Der frühe Verlust der Mutter und auch andere Enttäuschungen des Lebens nagen an ihm. Der Grund dafür liegt zunächst im Dunkeln und wird erst im Verlauf des Geschehens gelöst.

Bis dahin unterhält "Gefährliche Lügen" mit einer Mischung aus Erotik und Thriller der gemäßigten Art und profitiert von seinen beiden sympathischen Hauptdarstellern.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(102)

124 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 96 Rezensionen

"krimi":w=8,"berlin":w=8,"profiler":w=5,"havelland":w=5,"strichermilieu":w=3,"band 1":w=2,"serienkiller":w=2,"gedächtnisverlust":w=2,"kriminalist":w=2,"kurzzeitgedächtnis":w=2,"roxann hill":w=2,"dunkelland":w=2,"dr. carl von wuthenow":w=2,"verena hofer":w=2,"mord":w=1

Dunkel Land

Roxann Hill
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 13.11.2017
ISBN 9783959671385
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Gut Wuthenow im Havelland ist beeindruckend. Auf dem altehrwürdigen Anwesen in einer idyllischen Gegend hat Verena Hofer, eine Literaturwissenschaftlerin, die nach dem plötzlichen Tod ihrer Schwester für ihre fünfjährige Nichte Amelie sorgt und deshalb ihren Job verloren hat, eine dreimonatige Beschäftigung angenommen. In dieser Zeit soll sie sich „als Aufpasserin“ um Carl, den Neffen der Hausherrin kümmern. Verena ist mehr als verwundert, als sie „den jungen Herrn“ kennenlernt. Vor ihr steht nämlich kein Kind oder Jugendlicher, sondern vielmehr ein gut aussehender Mann, der auf den ersten Blick wie ein „arroganter, reicher Schnösel“ und auf seltsame Art distanziert wirkt.

Dr. Carl von Wuthenow hat in den Vereinigten Staaten studiert und sich in der Vergangenheit als Profiler einen Namen gemacht. Inzwischen arbeitet er als freier Berater und unterstützt die Ermittlungsbehörden in Deutschland bei der Aufklärung schwieriger Fälle. Allerdings wurde der Kriminalist vor einer Weile angeschossen. Seitdem leidet er unter Störungen seines Kurzzeitgedächtnisses mit sogenannten Absencen, die ihn mit dem Einschlafen alles vergessen lassen, was zuvor geschehen ist. Jeder Tag beginnt ohne das Wissen des vorherigen.

Carl ist nicht davon begeistert, dass seine Tante ihm Verena an die Seite stellt, um ihn „intellektuell“ zu fördern. Auch Verena ist damit nicht einverstanden. Da sie letztlich nicht auf den Verdienst verzichten kann, schließlich müssen sie und Amelie von irgendetwas leben, erklärt sie sich bereit, Carl bei seiner Tätigkeit zu unterstützen. Gerade jetzt werden Carls Wissen und Kenntnisse bei einem Mord an einem jungen Stricher in Berlin gebraucht.

Aus Verenas anfänglicher Skepsis und leichtem Widerwillen wird bald aufrichtiges Interesse, nicht nur am zu lösenden Fall, sondern auch an Carl.


Roxann Hill lässt in ihrem Kriminalroman „Dunkel Land“ – bis auf den Einstieg – ihre Protagonistin Verena Hofer als Ich-Erzählerin zu Wort kommen. Deshalb ist das Geschehen vor allem von ihrem Eindrücken geprägt, wodurch es möglich wird, die Entwicklung zu verfolgen, die junge Frau in ihr völlig unbekannten, komplexen und teilweise unangenehmen und belastenden Situationen durchläuft.

Insgesamt steht in eine eher ruhige Krimihandlung im Mittelpunkt. Sie bietet gleichwohl Abwechslung durch einige wohlgesetzte Spannungselemente und nimmt dann zum Ende hin an Dynamik zu. Erfreulicherweise hat die Autorin die Ermittlungsbehörden mit Staatsanwältin Wolf und Hauptkommissar Kaczmarek als angenehme Personen besetzt, die an einer Mitarbeit wirklich interessiert sind. Das ist auch dringend nötig, weil weitere Tote gefunden werden und der Verdacht sich erhärtet, dass ein Serienmörder unterwegs ist. Folglich steht die Frage im Raum, ob es eine Verbindung zu alten Fällen gibt.

Verena und Carl bilden ein bizarres Duo, das zunächst überhaupt nicht gut miteinander harmoniert, unterscheiden sich ihre Leben und Ansichten doch massiv. Während Verena von Anfang an sympathisch ist, hat die Autorin mit Carl einen Charakter geschaffen, der zu Beginn unnahbar auftritt. Er ist aber keinesfalls immer so selbstsicher und allwissend wie es den Anschein hat. Ganz im Gegenteil – der täglich Kampf um die Erinnerung, die Carl nur mittels seiner Notizen wiedererlangt, fordern höchste Sorgfalt und Konzentration. Das macht ihn menschlicher.

Im Verlauf der Handlung, die wenige Tage umfasst, erfolgt nach der bisherigen Distanz eine Annäherung, die sich mit Freude liest. Immer mehr ergänzen und unterstützen sich die beiden. Mit der Zeit kann sich Verena in den Fall hineinfinden, entwickelt eigenen Ehrgeiz, überwindet selbst gesetzte Hürden, wird wagemutiger und hartnäckiger und beginnt daneben die Anwesenheit von Carl zu genießen. Dass zudem die Gefühle zwischen den Protagonisten an Intensität zunehmen, ist offensichtlich, bleibt aber dezent und maßvoll und lässt sich nur an wenigen Gesten und Worten und Gedanken ausmachen.

So hält sich Roxann Hill das Ende offen, und damit ist eine erneute Begegnung mit Verena und Carl durchaus möglich und erwünscht.

4,5 Stern

  (2)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(75)

106 Bibliotheken, 3 Leser, 1 Gruppe, 70 Rezensionen

"liebe":w=7,"schottland":w=5,"wale":w=4,"isabel morland":w=3,"gefühle":w=2,"insel":w=2,"mystisch":w=2,"hebriden":w=2,"selkie":w=2,"liebesroman":w=1,"romantik":w=1,"drama":w=1,"liebesgeschichte":w=1,"natur":w=1,"sehnsucht":w=1

Die Rückkehr der Wale

Isabel Morland
Flexibler Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.11.2017
ISBN 9783426521809
Genre: Liebesromane

Rezension:

Die Äußeren Hebriden sind kein leichtes Fleckchen Erde. Die Menschen hier leben hauptsächlich vom Fisch- und Krabbenfang und züchten Schafe, daneben gibt ein wenig Tourismus. Ein ewiger Wind weht über die kahle, torfreiche Landschaft mit endlosen Mooren, Wiesen und Heiden.

„Obwohl der Wind zornige Wolken vor sich hertrieb, die alles Blau in sich aufzusaugen und in dämmriges Zwielicht zu verwandeln schienen, wirkte der Himmel grenzenlos weit.“ (Seite 287)

Der Glaube an Gott und an Sagen, Legenden und Mythen ist gleichermaßen in den Menschen verwurzelt. So verschließt sich auch Kayla ihren schottischen Genen diesbezüglich nicht, obwohl die Realität sie viel zu fest im Griff hat. Und die sieht traurig aus. Ihre Ehe mit Dalziel steht unter keinem guten Stern, wenngleich Kayla – ob aus Pflichtgefühl oder aus Liebe – noch daran festhält. Die Stimmung in ihrem Zuhause ist düsterer denn je, nachdem Dalziels Sohn Iain mit seinem gutmütigen und fröhlichen Wesen dieses verlassen hat, um entgegen dem Willen seines Vaters seinen eigenen Weg zu gehen.

Eines Tages erscheint ein Fremder auf der Suche nach einer Beschäftigung auf die Insel. Er ist zurückhaltend und offenbart seine Herkunft nicht. Ihn umgibt eine geheimnisvolle Aura, zudem geht eine unerklärliche Kraft von ihm aus. Brannan ist aufmerksam und mitfühlend und hat wie Kayla eine besonderes musikalisches Empfinden. Dieser Mann löst eine ungeahnte, vibrierende Sehnsucht in ihr aus und bringt sie dazu, Dinge zu wahrzunehmen, von deren Existenz sie bislang nicht einmal ahnte. Zwischen den beiden entwickelt sich etwas, das sich nicht in Worten fassen lässt. Kayla beginnt, ihr bisheriges Leben und die Gefühle für Dalziel zu hinterfragen.


Isabel Morland erzählt in "Die Rückkehr der Wale" eine ruhig dahingleitende Geschichte, die mit mythischen und mystischen, traurigen und freudigen, bitteren und hoffnungsvollen Elemente aufwartet. Sie nimmt sich dabei Zeit, viele Naturbeschreibungen einfließen zu lassen und zu zeigen, wie die Menschen in ihrer Umgebung agieren. Dadurch wird die Natur zu einem wesentlichen Bestandteil der Handlung, und der Leser erhält ein Bild von der einfachen und herben Schönheit und ebenfalls von ihren Bewohnern geboten.

„Die Luft war ätherisch, beinahe kristallen, ein zarter Duft von Blüten lag über den Gräbern, in der Ferne erklang der zwitschernde Gesang einer Seeschwalbe.“ (Seite 400)

Außerdem legt die Autorin Wert auf die ausgewogene Gestaltung ihrer Protagonisten. Sowohl die Hauptfiguren, als auch die in zweiter Reihe auftretenden Personen sind mit Behutsamkeit ausgearbeitet worden und ergeben einen bunten Reigen unterschiedlicher Charaktere mit all ihren positiven und negativen Eigenheiten, die das Eiland hervorgebracht haben könnte. Sie lässt sie oft in ihrer gälischen Muttersprache zu Wort kommen, was sich manches Mal allerdings als störend für den Lesefluss herausstellt.

Kayla ist Mitte Dreißig, über romantische Schwärmereien längst hinaus, eine äußerst bodenständig und warmherzige Frau. Der tägliche Kampf ums Dasein hat sie geprägt, das Leben hier fernab von Städten und Luxus verhätschelt die Menschen nicht. Sie hat Dalziel aus Zuneigung geheiratet, und so denkt sie nicht daran, trotz aller Komplikationen in ihrer Beziehung, das ihrem Mann vor Gott gegebene Versprechen leichtfertig zu brechen.

Aber Kayla ahnt nicht, dass Dalziel noch an seiner ersten Frau – seiner großen Liebe – hängt. Zwar bemerkt sie seine Alpträume, doch Dalziel ist verschlossen. Da er sich weigert, mit Kayla darüber zu sprechen, was ihn bewegt, wird der Zustand ihrer Ehe für beide von Tag zu Tag erdrückender. Sie entfernen sich immer mehr voneinander. Hierzu trägt ebenfalls bei, dass Dalziel Kayla gegenüber ein unbeherrschtes und rüdes Verhalten an den Tag legt und auch eifersüchtig auf jede Begegnung mit Brannan reagiert.

Erst das Zusammentreffen mit Brannan lässt in Kayla eine Seite erklingen, die fast verstummt gewesen ist. Und Brannan erwidert ihre Liebe mit einer leisen, sinnlichen Intensität. Bei ihm hat Kayla den Eindruck, dass er die Fähigkeit besitzt, in ihr zu lesen wie in einem offenen Buch. Wobei sie damit der Wahrheit ziemlich nahe kommt. Denn Brannan verfügt über eine Art Hellfühligkeit, die ihn die Gefühle der ihn umgebenden Menschen zu spüren vermag. Das ist jedoch der Grund für seine Rastlosigkeit, Bindungen einzugehen ist nicht Teil seiner Natur. Brannan zieht immer dann weiter, bevor er mit den Leuten in seiner Umgebung vertraut wird und bleibt so stets ein Fremder...

"Die Rückkehr der Wale" ist mehr als eine gewöhnliche Liebesgeschichte. Der Roman besticht durch die emotionale Beschreibung eines Landstrichs und seiner Bewohner und lässt Raum für Fantasie und Glaube an die Hoffnung.

  (1)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(71)

83 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 67 Rezensionen

erotik, kiss play love, kiss.play.love, kurzweilig, lieb, liebe, liebe, hin, liebesroman, liste, lyx, lyx verlag, millionär, nerd, romance, tawna fenske

Kiss. Play. Love.

Tawna Fenske
E-Buch Text: 192 Seiten
Erschienen bei LYX.digital, 02.11.2017
ISBN 9783736306080
Genre: Sonstiges

Rezension:

Im Grunde braucht Simon Traxel, millionenschwerer Besitzer einer Kette von Computerläden, nicht arbeiten. Aber er hat Spaß daran, Computer zu reparieren, und ist auch sonst kein Kind von Traurigkeit. Er genießt das Leben, und doch hat er ein Problem. Sobald Frauen herausfinden, wer er ist und wie viel Geld er hat, beschließen sie, ihn als ihren Geldautomaten und dadurch Schlüssel für einen verschwenderischen Lebensstil zu betrachten, weswegen er diesbezüglich Vorsicht walten lässt und feste Beziehungen meidet. 

Eines Tages stolpert Cassie Michaels in einen seiner Läden und bringt ihren in Wein ertränkten Computer in Hoffnung vorbei, dass dieser gerettet werden kann. Simon ahnt nicht, dass sie mehr praktische Hilfe benötigt, als er sich vorstellt. 

Ihr Leben lang hat sich die Bodenanalystin Cassie neben ihren grazilen Schwestern Missy und Lisa wie ein Holzklotz gefühlt. Sie ist intelligent und hat promoviert, aber sie ist langweilig und zurückhaltend, denn sie mag nichts von dem, was ihre Schwestern schätzen: Sie kümmert sich nicht darum, die richtige Mode zu tragen, eine hinreißende Gastgeberin zu sein oder gar den perfekten Mann zu finden und natürlich zu heiraten. Um sich interessanter zu machen und ihr Image aufzupolieren, erfindet Cassie Geschichten über ihre wilden sexuellen Abenteuer, die sie zu diversen Gelegenheiten in lebhaften Einzelheiten zum Besten gibt. 

Cassie gerät jedoch in die Bredouille. Anlässlich einer Party will sie all die Lügen aufschreiben, um sich vorzubereiten. Ihr Versuch, eine Sammlung ihrer zehn größten erotischsten „Erfahrungen“ zu katalogisieren, geht gründlich schief, als sie Wein auf ihrem Laptop verschüttet und aus diesem Grund in Simons Laden inklusive ihrer auf dem Bildschirm „eingefrorenen“ Sex-Liste landet. 

Simons Interesse ist geweckt, da die junge Frau einerseits überhaupt nicht ahnt, wen sie vor sich hat und folglich nicht hinter seinem Geld her ist. Zudem strahlt sie selbst mehr das Image von Bleib-mir-vom-Leib als Komm-her aus. Darum macht er ihr den Vorschlag, mit ihr gemeinsam ihre Liste „abzuarbeiten“, und nach kurzem Zögern stimmt Cassie zu, weil sie Simon als sympathisch und charmant empfindet, ihre Sexphantasien Wirklichkeit werden zu lassen. Angefangen bei „Sexposition namens Lochschaufler (klingt wie etwas, das man nur einmal tun sollte)“ bis „Unanständige Spielchen im Spa eines superedlen Hotels für reiche Arschlöcher. Schaumbad, Massage und wilde Zeiten im Frauenumkleideraum“… 

Tawna Fenske erzählt mit „Kiss- Play. Love“ eine gleichermaßen ausgeflippte wie aufregende und romantische Geschichte, die vielleicht ein bisschen zu kurz geraten ist, dennoch mit gut entwickelten liebenswürdigen und gescheiten Protagonisten aufwartet. Zwischen Cassie und Simon stimmt die Chemie. Das Geplänkel der beiden ist ausgesprochen amüsant und unterhaltend. Außerdem gelingt es der Autorin, die erotischen Abenteuer prickelnd in Szene zu setzen. Die beiden haben Spaß und kein Problem damit, zu experimentieren und scheinbar unmögliche Praktiken auszuprobieren. Sie sind nicht physisch, sondern auch intellektuell gut aufeinander abgestimmt. Je mehr Zeit sie zusammen verbringen, desto deutlicher wird es, dass sie, während sie ihr sexuelles Beisammensein genießen, sich mehr voneinander ersehnen. 

Doch einfach macht Tawna Fenske es ihren Figuren nicht. Während Cassie offen und ehrlich zu Simon ist, hält dieser sich zurück. Er ist unfähig, seine Ängste zurückzudrängen. Vielmehr lässt er sie in dem Glauben, in diesem Computerladen zu arbeiten und vermeidet alles, was sein tatsächliches Leben offenbaren würde. Zur Wahrheit gehört nämlich, dass er sich nicht nur rührend um seine Schwester Junie kümmert, sondern Menschen, die wie Junie das Down-Syndrom haben, in Rahmen eines speziellen Arbeitsbefähigungsprogramms in seinem Unternehmen eine Chance gibt. 

Allerdings ist Junie auch der Grund, warum er gegenüber Cassie schweigt. Denn Simons Schwester neigt dazu, sich der Frau, mit der er eine Beziehung hat, dermaßen zuzuwenden, dass sie im Falle einer Trennung schwer damit umgehen kann, diejenige nicht mehr zu sehen. Und ganz der große Bruder möchte er vermeiden, dass Junie sich aufregt. 

Wie so oft, haben auch hier Lügen kurze Beine, und es stellt sich die Frage, ob Simon und Cassie es wirklich schaffen, aus Kiss und Play Love werden zu lassen…

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(92)

140 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 73 Rezensionen

"liebe":w=4,"erotik":w=4,"seressia glass":w=3,"sugar & spice":w=3,"glühende leidenschaft":w=3,"vergangenheit":w=2,"sex":w=2,"vertrauen":w=2,"leidenschaft":w=2,"gefühle":w=2,"freundinnen":w=2,"sexy":w=2,"freundschaft":w=1,"familie":w=1,"spannung":w=1

Sugar & Spice - Glühende Leidenschaft

Seressia Glass , Nicole Hölsken
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.11.2017
ISBN 9783426521618
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Nadia Spiceland ist attraktiv, reizend, sympathisch und talentiert. Nicht zu vergessen: Ihr Name und ihr Gesicht sind berühmt. Denn einst hatte sie einen Kochwettbewerb im Reality-TV gewonnen und ihre eigene Fernsehsendung erhalten. Unvorbereitet auf diese Art der Bekanntheit hatte sie immer öfter zu Medikamenten gegriffen und war abhängig geworden.

Dank eines eisernen Willens ist es ihr in den letzten Jahren Schritt für Schritt gelungen, ihre Tablettensucht zu überwinden, aus ihren Fehlern zu lernen und nach vorne blickend die hässliche Vergangenheit hinter sich zu lassen. Inzwischen führt sie zusammen mit ihrer Freundin Siobhan „Sugar“ Malloy erfolgreich das Café „Sugar & Spice" und überrascht ihre Kunden mit (meist) süßen Köstlichkeiten.

Und dann sind da noch ihre Freundinnen Vanessa und Audie. Jeden Dienstag treffen sich die vier und besprechen, was ihnen auf der Seele brennt. Das Besondere an diesem Viererkleeblatt: Jede von ihnen hat irgendein Problem, und alle müssen damit irgendwie klarkommen. Einige schaffen es besser als andere. Manchmal läuft es gut, und manchmal eben nicht.

Nadia will nach ihrem Zusammenbruch und ihrer Enttäuschung vor vier Jahren lieber keine Beziehungen. Aber Sex? Jederzeit. Je wilder, desto besser.

Objekt der Begierde ist Kaname Sullivan, „Professor Sex“, klug, ehrgeizig, zielgerichtet, kontrolliert und mit siebenunddreißig immer noch nicht unter der Haube. Kane arbeitet als Berater für Sexualverbrechen und liebt seine Tätigkeit als Dozent für Sexualpsychologie. Es bereitet ihm Vergnügen, seine Studenten zu fesseln und herauszufordern, ihren Horizont zu erweitern und ihre Einstellung zur Welt zu verändern. Außerdem ist er als Autor erfolgreich, das Honorar für drei Sachbücher bietet ein ausreichendes finanzielles Polster.

Nadia und Kane gehen ohne Hemmungen aufeinander zu und lassen sich auf ein Spiel ohne Verpflichtungen ein. Doch so einfach und unkompliziert wie gedacht, ist das letzten Endes nicht...


Mit ihrer Reihe „Sugar & Spice“ erzählt Seressia Glass die Schicksale der vier Freundinnen Nadia, Siobhan, Vanessa und Audie, denen sie einen ernsten und sinnvollen Hintergrund verpasst. Denn sie bietet einen Einblick in das Verhalten von Menschen mit einer Sucht, den Kampf, diese zu überwinden und sich damit auseinanderzusetzen. Dabei werden Probleme aufgegriffen, ohne in die erdrückende Tiefe zu gehen, denn vorherrschend ist und bleiben die Darstellungen in „Sugar & Spice“ erotische Liebesgeschichten.

Darauf baut auch „Glühende Leidenschaft“ auf. Die Geschichte von Nadia und Kane lässt sich entspannt lesen, weil sie nahe an der Realität, authentisch und nachvollziehbar ist. Die Autorin erfüllt die Erwartung, mit einem gewissen Anspruch zu unterhalten, ohne das Wesen des Genres zu unterlaufen.

Während der Handlung wird das Wachsen der Charaktere und ihre Veränderung sichtbar. Zu Beginn ihrer „Beziehung“ steht für Nadia und Kane beispielsweise das Ausprobieren von Positionen aus dem Buch „Der duftende Garten“ - einem orientalischen Werk über die Liebeskunst von Scheik Nefzaui - und damit die eigene Lust im Vordergrund, im Verlauf des Geschehens nehmen andere Dinge an Wichtigkeit zu.

Nadia entdeckt, wie sehr sie Kane vertraut. Nach den ganzen Erfahrungen ihres früheren Lebens fällt ihr das verständlicherweise nicht mehr allzu leicht. Etwas an Kane und einer ruhigen, aber bestimmenden Art und seiner Fähigkeit, kontrolliert zu handeln, vermittelt ihr jedoch, dass sie ihm vertrauen kann. Er führt sie über ihre Grenzen hinaus und gibt ihr dennoch die notwendige Sicherheit.

Kane hat keine Probleme mit der Tatsache, dass Nadia in einer Entzugsklinik gewesen ist. Vielmehr ist er von Anfang an fasziniert von ihr und erkennt, dass er jemanden wie sie braucht. Jemanden, der ihn den Druck, der auf ihn als Professor ausgeübt wird, vergessen lässt, ebenso wie das Deprimierende an seiner Beratertätigkeit. Jemand, der bereit ist, auf sexueller Ebene mit ihm herumexperimentieren, ohne es für schmutzig oder pervers zu halten.

Hier hat er in Nadia die richtige Partnerin gefunden. Nadia raubt ihm jede Selbstbeherrschung, und Kane verliert langsam die Kontrolle über sein Leben, was ihm nicht unbedingt gefällt. Sein Leben und seine Karriere fußen auf harter Arbeit und Willenskraft, darauf, dass er stets die Oberhand behält. Obwohl er eine Schwäche für abenteuerlustige Frauen hat, wird das erotische Spiel immer nach seinen Regeln durchgeführt und endet auch danach.

Allerdings macht das Gesamtpaket aus sexueller Neugier, Hingabe, Geschicklichkeit, Intelligenz und Schönheit Nadia zu einer außergewöhnlichen Frau, obwohl sie sich selbst nicht so sieht. Aber wer etwas Vergleichbares wie sie erlebt hat und gestärkt daraus hervorgegangen ist, muss Rückgrat haben. Und so bewundert er sie. Und er begehrt sie. Liebt er sie auch?

Neben ihren Hauptfiguren gelingt es Seressia Glass, die anderen Protagonisten zu positionieren, ohne tiefgründig zu werden. So bleiben deren Entwicklung ihren eigenen Geschichten in den Folgebände vorbehalten.

„Glühende Leidenschaft“ hat Feuer, ist temporeich und verfügt durchaus über eine gewisse „Schärfe“, die der Titel verspricht. In der Sprache ist die Schilderung mehr als deutlich und langweilt zu keinem Zeitpunkt.

  (1)
Tags:  
 
886 Ergebnisse

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks

Mit der Verwendung von LovelyBooks erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir und unsere Partner Cookies zu Zwecken wie der Personalisierung von Inhalten und für Werbung einsetzen.