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386 Bibliotheken, 10 Leser, 2 Gruppen, 90 Rezensionen

albträume, nightmares, jason segel, kinderbuch, jugendbuch

Nightmares! - Die Schrecken der Nacht

Jason Segel , Kirsten Miller
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Dressler, 13.11.2014
ISBN 9783791519081
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
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(199)

342 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 67 Rezensionen

liebe, fantasy, dämonen, laura kneidl, dämon

Light & Darkness

Laura Kneidl
E-Buch Text: 353 Seiten
Erschienen bei Impress, 07.11.2013
ISBN 9783646600285
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die Welt hat sich verändert seit dem die Existenz von paranormalen Wesen bekannt ist. Um die Paranormalen in die Gesellschaft einzugliedern, bekommt jeder von ihnen einen Delegierten zur Seite gestellt. Bei Lights Delegation geschieht ein dummer Fehler, denn anstatt einer niedlichen Elfe bekommt sie den rebellischen Dämonen Dante zugewiesen. Dante nimmt nicht freiwillig an dem Projekt teil und beschließt, Light das Leben schwer zu machen. Und das sind noch die kleinsten Probleme.


Mein erster Start mit Impress war nicht sehr gelungen. Das Buch wirkte unfertig und war voller Fehler. Deswegen wollte ich von weiteren Büchern erst mal die Finger lassen. Laura Kneidel machte mich allerdinhs neugierig und so bin ich über meinen Schatten gesprungen. Es war eine kluge Wahl!

Die Story ist gut, frech und flott geschrieben. Light ist ein toller Charakter mir starkem Pflichtbewusstsein. Sie versucht stark zu sein, ist aber verunsichert, ob sie ihrer neuen Aufgabe gewachsen ist. Dantes Attraktivität ist dabei keine Hilfe.

Der junge Dämon hingegen ist ein frecher Rebell, der recht hinterlistig sein kann. Ich mochte ihn und seine - anfangs - grünen Haare sofort. Zusammen bilden sie klasse Gegensätze, die doch irgendwie super harmonieren. Ihre Auseinandersetzungen haben mir großen Spaß gemacht und waren immer abwechslungsreich. Auf die Nerven ging mir allerdings Kane. Normalerweise mag ich Vampire sehr und die meisten Romantasygeschichten brauchen so eine Dreiecksgeschichte als weiteren - unnötigen - Konflikt. Aber der Typ war einfach durch und durch eine Nervensäge.

Die Beziehung zwischen Light und Dante ist sehr angenehm dargestellt. Sie ist nicht so kitschig und lebt durch das Hin und Her. Das fand ich sehr erfrischend. Hier wurde der Fokus auf die Story gelegt und nicht auf das Geflirte.


Der Stil ist dem Genre angepasst, locker und leicht. Man kann die Geschichte wahnsinnig schnell lesen und hängt sehr an der Geschichte. Auch wenn die Spannung nicht durchgehend hoch ist, hält einen das Geplänkel zwischen Light und Dante am Ball, weil man erfahren will, was der Dämon als nächstes anstellen. Gelungen ist der Einstieg in jedes Kapitel. Dort findet man immer einen Paragraphen aus den Richtlinien der Delegierten, der zum Kapitel passt.

Schade fand ich, dass die Paranormalen im Allgemeinen etwas zu kurz kommen. Also natürlich rennen da genug rum, aber so viel erfährt man halt nicht über die verschiedenen Rassen und deren Fähigkeiten. Dadurch hätte man die Welt noch etwas bunter und abwechslungsreicher gestalten können. Als Light z.B. den Phönix kennenlernt, fand ich das interessant, wie sein Hintergrund eingebaut wurde. Generell bietet die Idee dieses Weltkonzepts noch viele Möglichkeiten. Vielleicht greift die Autorin es noch mal auf.

Nachschub gibt es bereits bei Impress. Vor kurzem erschein "Elemente der Schattenwelt".

Laura Kneidl hat mir bewiesen, dass man auch bei Impress echte Perlen findet. Ihre Geschichte ist eine spannende Utopie mit frechem Witz und einem dämonischen Bad Boy. Dabei hebt sich die Geschichte doch aus dem ganzen Romantasybrei heraus.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Nubila-1

Hannah Siebern
Flexibler Einband: 276 Seiten
Erschienen bei tredition, 31.01.2014
ISBN 9783849573355
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Schon wieder ein Vampirroman! Ich komme da einfach nicht dran vorbei. Nach Twilight wird das ja richtig zur Flut, aber ich gebe die Hoffnung ja nicht auf, dass ich zwischen all dem noch einen "richtigen" Vampirroman finde. Tja, was soll ich sagen? Die Autorin hat mich nicht enttäuscht!
Eigentlich passiert in dem Buch … nichts! Genial, oder? ^^ Naja, nicht viel zumindest. Band 1 kann man als langes Intro sehen. Kathleen und ihr Verlobter Sam werden im Wald von einem Wilden angegriffen. Während Sam dabei ums Leben kommt, wird Kathleen von der kleinen Laney gefunden. Doch statt Rettung ist es ein Fluch, denn das Mädchen beißt Kathleen und verwandelt sie so in einen Diener. Kathleen erwacht in einer für sie völlig fremden Welt und muss sich plötzlich strengen Regeln unterwerfen und dienen. Auch wenn sie fast alle Erinnerungen an ihr altes Leben verloren hat, ist ihr doch unterbewusst klar, dass man so nicht mit ihr umgehen darf.
In "Nubila – Das Erwachen" lernt man die Charaktere kennen, freundet sich mit ihnen an oder hasst sie. Die Konflikte werden aufgezeigt und kochen schließlich über. Dann ist das Buch auch schon vorbei und man fragt sich am Ende: Was ist denn nun eigentlich geschehen? Aber das ist gerade so außergewöhnlich und spannend an dem Roman, denn die Autorin gibt den Figuren genau das, was ich so gerne habe: Zeit und Hintergrund. Der Leser lernt Kapitel für Kapitel Jason, seine Familie und die Herrenrasse kennen. Man bekommt in kleineren Häppchen und kurzen Ereignissen alles erklärt, was man über diese Wesen wissen muss, wie sie denken, wie sie leben. Und das finde ich toll! Man merkt, dass sich die Autorin viele Gedanken gemacht hat und eine ganz einzigartige Welt geschaffen hat. Besonders sticht dabei das Vampirbild hervor. So bezeichnen sie sich selbst gar nicht als Vampire, sondern als Herrenrasse und haben eigentlich auch nicht viel mit Dracula gemein. Ich finde es immer wieder interessant, wenn Autoren es schaffen, aus einem altbekannten Thema doch irgendwie wieder was anderes zu machen. Die Vampire sind auch hier keine typischen Vampire. Tatsächlich unterscheidet man hier sogar in drei Rassen: die Herrenrasse, die schon als Unsterblicher geboren wird, die Dienerrasse, die aus Menschen entsteht, und die Wilden, die nichts anderes sind, als Diener, die Menschenblut getrunken haben. Das lägt schon das Fundament für eine ganz untypische Vampirgeschichte, denn hier geht es nicht um ein Mädchen und einen hübschen Unsterblichen, sondern um eine Dienerin, die sich nicht unterordnen kann, und ihren Herrn.
Die Charaktere sind übrigens unheimlich vielschichtig und reichlich vertreten. Ich glaube, jeder findet hier irgendwen, den er interessant findet oder hasst. Vom alten, aristokratischen Untoten bis hin zum kaltblütigen Monster ist alles dabei. Angst vor Namen sollte man übrigens auch nicht haben. Es treten verdammt viele Personen auf. Da hätte man sich manchmal gerne einen Stammbaum zum daneben legen gewünscht. Aber gerade das zeigt auch, wie viel Energie die Autorin in die Geschichte gelegt hat.
Wer nun eine verbotene Liebesgeschichte erwartet, liegt ganz falsch. Natürlich knistert es gelegentlich zwischen Kathleen und Jason, aber ihre Standesunterschiede sorgen wirklich dafür, dass sie sich nicht zu nahe kommen. Damit entfällt schon mal ein hoher Kitschfaktor, der trotzdem genug Luft für Konflikte lässt.
Eine kleine Kritik habe ich allerdings am Stil. Am Anfang dachte ich, dass man als Leser bei einer Perspektive bleibt, die dann vielleicht mal von Kapitel zu Kapitel oder Abschnitt zu Abschnitt wechselt. Zwischendurch rutscht die Autorin aber einfach mal schnell in den Kopf eines anderen, weil sie dann unbedingt was los werden will. Das fand ich etwas unpassend und hat mich gelegentlich ins Stolpern gebracht. Da wäre ich lieber die ganze Zeit nur bei einem Charakter geblieben.

Nubila – Das Erwachen war ganz anders als ich es erwartet hatte und vielleicht auch deswegen so gut. Die Autorin entführt einen in eine ganz fremde Vampirwelt und schafft es, mich mit ihren Details zu verzaubern. So wird man neugierig auf die anderen Teile.

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91 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 8 Rezensionen

belletristik, monster, trauer, darkling, kinder

Charlotte und die Geister von Darkling

Michael Boccacino , Hubert Straßl
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 17.01.2014
ISBN 9783404207367
Genre: Fantasy

Rezension:

Geist und Geist gesellt sich gern. Da war es wohl kein Wunder, dass ich die Geister von Darkling unbedingt kennenlernen wollte. Allein die Umschlaggestaltung ist ein wahrer Blickfang und zog mich magisch an.
Charlotte braucht nach dem Tod ihres Mannes ein Einkommen und wird in Blackfield als Hauslehrerin für die beiden Jungs James und Paul angestellt. Vor einem Jahr starb die Mutter der Kinder und dann wird plötzlich die Gouvernante brutal ermordet. Der Schwarze Mann ist zurück, eine Gestalt, die Charlotte schon immer ihre Liebsten genommen hat. Doch als Charlotte und die Kinder bei einem Spaziergang auf das Haus Darkling stoßen, wird klar, dass es noch mehr zwischen Leben und Tod gibt, als man glaubt. Denn die Mutter der Jungs ist von den Toten zurück gekehrt, um für den geheimnisvollen Mr. Whatley zu arbeiten.
Obwohl ich mich wirklich wahnsinnig auf dieses Buch gefreut habe, wurde ich irgendwie nicht warm damit. Nicht nur, dass ich verdammt lange zum Lesen brauchte, auch die Rezension machte es mir echt schwer, weil ich total unschlüssig war. Definitiv keine leichte Kost und ein Buch, an dem die Meinungen auseinander gehen werden. Dabei ist die Story an sich gar nicht mal so schlecht und irgendwie mal was anderes. Aber die Mischung aus steifer Sprache und oberflächlichen Charakteren hat es mir irgendwie schwer gemacht so richtig einzutauchen. Die Sprache ist dem viktorianischen Zeitalter angemessen und wirkt so mehr wie klassische Literatur. Man sollte von daher Gefallen oder Interesse an diesem Stil haben. Vergleichbar ist es mit Jane Austen, was mir wirklich gut gefiel. So schafft man beim Leser eine gewisse Atmosphäre. Normalerweise habe ich da wirklich keine Probleme mit, aber hier erreichte mich der Stil so gar nicht. Vielleicht lag es daran, dass die Charaktere so flach und distanziert wirken. Für mich kam keine richtige Sympathie für Charlotte oder die anderen Rollen auf. Sie bleiben sehr oberflächlich und man erfährt einfach nichts über sie. Zudem macht es die Hauslehrerin doch recht unsympathisch, wenn sie den Jungs indische Foltermethoden androht, so bald sie Blödsinn machen - und das machen sie eigentlich andauernd. Ich weiß nicht, ob das humoristisch sein sollte, mich hat es nur genervt.  Die Tiefe, die dort fehlt, saugt die Kulisse förmlich auf. Das Haus Darkling ist im wahrsten Sinne des Wortes phantastisch. Als erstes kam mir Lovecraft in den Sinn. Alles ist abgedreht, dunkel, skurril und einzigartig. Ich habe mich direkt in Darkling und die Endwelt verliebt. Die Möglichkeiten dort sind unbegrenzt und werden bei Weitem nicht ausgeschöpft, aber sie reichen zum Verzaubern. Ein Teil der Kraft, den man in diese Welt gelegt hat, wäre für die Charaktere dringend nötig gewesen. So schafft es die Kulisse leider nicht, über die anderen Schwächen hinweg zu täuschen.
Wer auf nachdenkliche, undurchsichtige Texte mit Tiefgang steht, wird an Darkling sicher seinen Spaß haben. Man muss etwas mitdenken und die düstere Grundstimmung ist schon sehr nett aufgebaut. Trotzdem sprang der Funke bei mir leider nicht über.

Fazit:
Charlotte entführt den Leser in eine Welt wie Alice im Wunderland. Es ist skurril, düster und wahrlich phantastisch. Trotzdem geht die Geschichte an den blassen Charakteren verloren. Keiner von ihnen schafft es, den Leser für sich zu begeistern. Auch wenn ich jetzt schon sehr lange über dieses Buch nachgedacht habe, bin ich mir immer noch nicht sicher, was ich eigentlich davon halte. Wahnsinnige Beschreibungen, schöner Stil, aber das Feuer springt nicht über. Von mir 2,5 von 5!

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171 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 33 Rezensionen

götter, liebe, griechische mythologie, kate, unsterblichkeit

Der Preis der Ewigkeit

Aimée Carter , Freya Gehrke
Flexibler Einband
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 13.01.2014
ISBN 9783862788699
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Am Anfang muss ich gestehen, dass ich mit diesem Buch einen kleinen Fehler gemacht habe. Blogg dein Buch hat dieses gute Stück angeboten und ich wurde neugierig und bewarb mich auf ein Rezensionsexemplar. Erst nach der Zuteilung fiel mir auf, dass es sich dabei um den dritten Teil einer Reihe handelte. Oh Schreck! Was nun? Ich kannte die anderen Teile ja gar nicht!
Augen zu und durch!

Kate ist eine Göttin. Als sterbliches Mädchen geboren von der Göttin Demeter wurde sie nach den Prüfungen des Rats die Frau des Herren der Unterwelt Hades – oder wie er hier heißt, Henry. Doch Göttin sein, ist nicht gerade leicht, erst recht nicht, wenn Kronos, der Titanenkönig, einen Krieg gegen seine Kinder anstrebt. Neun Monate ist Kate bei ihm gefangen und erst nach der Geburt ihres kleinen Sohns Milo gelingt ihr die Flucht. Dabei muss sie das Kind zurück lassen. Um ihren Sohn in die Arme schließen zu können, würde sie alles tun – auch ihre Familie verraten.

Natürlich hatte ich am Anfang kleine Probleme beim Einstieg. Es wäre gelogen, wenn ich etwas anderes sagen würde, immerhin fehlten mir Teil 1 und 2 als Vorwissen. Trotzdem habe ich nicht das Gefühl, irgendwas nicht verstanden zu haben. Wenn man ein paar Dinge als gegeben hinnimmt, findet man sich rasch in die Geschichte ein. Außerdem werden immer wieder kurze Hinweise auf die Vorgeschichte gegeben, so dass alles stimmig ist und passt.
Im Endeffekt habe ich mich also sehr schnell in die Reihe verliebt und will nun unbedingt die anderen Teile lesen!

Kate ist ein taffes Mädchen mit einem übertriebenen Beschützerkomplex. Als Leser hat man sie rasch gern, weil sie stark, aber auch emotional sein kann. Der Rat drängt sie immer wieder in die Rolle des unfähigen Neulings, womit sie gar nicht klar kommt, denn sie will für diejenigen, die sie liebt, kämpfen. Sie ist nicht nur das nette kleine Mädchen, sondern auch die Königin der Unterwelt und kann gelegentlich auch mal phantastisch schimpfen und fluchen.

Gerade der letzte Teil zeichnet besonders alle Charaktere des Buches aus. Es gibt keine strahlenden Helden, es gibt niemanden der durch und durch gut ist. Natürlich weiß man, wer die „Bösen“ sind, aber selbst die haben nachvollziehbare Gründe für ihr Handeln. Es gibt also kein Schwarz und Weiß, sondern nur sehr viele Charaktere in verschiedenen Graustufen. Das ist unheimlich toll, es gibt den Charakteren Tiefe und meine ganze Sympathie, denn es macht sie greifbar und authentisch. Natürlich kann ein Gott, der schon Jahrtausende alt ist, nicht perfekt sein. Sie sind oft stur, unnahbar und selbstverliebt. Wer die Bücher von Homer kennt, wir die Götter schnell wiedererkennen, denn auch dort sind sie so vermenschlicht und bieten spannende Legenden.

Nachteilig fand ich allerdings, dass alle Götter andere Namen hatten. Ich weiß nicht, warum, aber das wurde wahrscheinlich in den Teilen vorher erklärt. Wahrscheinlich wollte auch Götter mal etwas „trendig“ sein. Da einem nun nicht mehr unbedingt direkt gesagt wird, hinter welchem Namen sich welcher griechische Gott verbirgt, musste man etwas rätseln. So heißt Zeus z.B. Walter, Poseidon ist Phillip, Aphrodite nennt sich Ava und ihr Mann Hephaistos heißt plötzlich Nicholas. Nur Kronos scheint stolz genug auf seinen Namen zu sein und ändert ihn nicht. Selbst Hera – die verschmähte Frau des Zeus – nennt sich plötzlich Calliope, was totaler Blödsinn ist, da Calliope eigentlich eine Muse und damit Tochter von Zeus ist.
Und bis zum Schluss hielt sich eine Frage: Welcher Gott ist dieser verfluchte Dylan?? Vielleicht kann mir das ja wer beantworten.
Da ist selbst ein großer Fan von verschiedenen Mythologien bin, fand ich es doch sehr ätzend mit den anderen Namen. Ich meine, es liest sich doch sehr eindrucksvoll, wenn ein Zeus mit donnernder Stimme redet oder ein Hades auf einer schwarzen Wolke reitet, als ein Walter oder Henry.

Aber egal, die Namen nehmen der Geschichte nichts an ihrer grandiosen Story. Die Handlung ist flott, abwechslungsreich und wunderbar durchdacht. So muss man echt aufpassen, wer gerade gegen wen spielt, denn die Grenzen sind nicht klar gezogen und Intrigen und Geheimnisse gehören zu den Göttern wie Nektar und Ambrosia. So hat man eine sehr ausgewogene Story mit Liebe, Familiendrama, Action, Spannung und Intrigen – wenn auch das Ende in meinen Augen recht vorhersehbar war. Aimée Carter hat einen wundervollen Schreibstil, der zwischen nachdenklich, gefühlvoll, ernst und auch frech variiert, je nach Situation.

Fazit:
Ich kann das Buch natürlich schlecht im Vergleich zu den Vorgängern beurteilen, aber ich muss sagen, dass „Der Preis der Ewigkeit“ auch sehr gut für sich alleine stehen kann. Wer es sich aus Versehen kauft, der macht keinen Fehler. Allen anderen empfehle ich besser von vorne zu beginnen. Ich werde die anderen Teile auf jeden Fall noch nachholen.
„Der Preis der Ewigkeit“ ist eine sagenhaft gute Mischung aus Twilight und Percy Jackson für etwas reifere Leser. Man hat etwas Liebe ohne dabei die Story aus den Augen zu verlieren oder zu schnulzig zu werden und man hat viel Mythologie. Mich hat Aimée Carter ohne Umwege auf den Olymp entführt und ich glaube, ich möchte da noch etwas bleiben, um Kate etwas besser kennenzulernen.

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180 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 17 Rezensionen

fantasy, magie, familie, andere welten, der eine der der einzige ist

Witch & Wizard - Verlorene Welt

James Patterson , Gabrielle Charbonnet , Ulrich Thiele
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Loewe, 17.02.2014
ISBN 9783785578940
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Aufmerksam wurde ich auf dieses Buch, als ich mir die aktuellen Neuerscheinungen anschaute, denn der Loewe Verlag veröffentlichte dieses Buch am 17. Februar. Da ich mein Englisch ein wenig aufpeppen wollte, beschloss ich, es mir im Original zu gönnen. Außerdem sind im Englischen schon mehrere Teile erschienen und so müsste ich nicht lange auf Nachschub warten. ^^

Wisteria und Whitford Allgood sind ganz normale Teenager – dachten sie zumindest. Als plötzlich die New Order an der Macht kommt, wird mitten in der Nacht ihr Haus gestürmt und die beiden Geschwister werden gewaltsam festgenommen. Ein Richter verurteilt die beiden wegen Hexerei zum Tod sobald sie volljährig sind. Whit hat nur noch wenige Wochen. Nicht nur die Peitschenschläge des Visitors machen ihnen klar, dass sie fliehen müssen. Kann ihnen ihre neuentdeckte Magie dabei helfen?

Zuerst: Ich liebe Wisty und Whit! Vor allem Wisty! Ihr zynischer, sarkastischer Humor ist einfach genial und hat mich mehrere Male zum Lachen gebracht. Die beiden Charaktere tragen echt die ganze Story und man könnte stundenlang nur von ihren frechen Wortgefechten lesen. Ich finde die beiden einfach super dargestellt, mit Ecken und Kanten und Ticks. So ruft Whit z.B. bei einem Wettkampf immer im Kopf „Victory!“ um zu siegen und schon fühlt er sich besser. Das ist witzig und macht die Figuren irgendwie charmant und greifbar. Andere Rollen werden dabei allerdings völlig vernachlässigt. Das Wiesel Byron war für mich der Renner! Von mir aus hätte er viel mehr Auftritte haben können, mehr agieren können, um so etwas an Tiefe zu gewinnen. Auch der eigentliche Gegner „The One Who Is The One“ (Ich musste immer spontan an „Der, dessen Name nicht genannt werden darf“ denken ^^) bleibt leider sehr blass. Er tritt nur dreimal auf und wirkt dort auf mich eigentlich nicht besonders bedrohlich oder gefährlichen. Da hätte man wesentlich mehr draus machen können. Ebenso aus dem Personal im Gefängnis, auch wenn die schon eher creepy waren.

Die Story ist relativ gradlinig und hat ein recht hohes Tempo. Das liegt vor allem an den kurzen Kapiteln von jeweils 2-4 Seiten und den Perspektivenwechsel zwischen Whit und Wisty. Dadurch wird es nie langweilig und das Buch liest sich verdammt schnell. In der Mitte hat mir persönlich etwas gefehlt, dass vielleicht mal kurz das Tempo raus nimmt. Nach der Flucht der Geschwister geht es nahtlos in die Rettungsaktion der anderen Kinder über. Stattdessen hätte ich etwas mehr Infos über die Kids aus dem Garfunkels gehabt, die aktuelle politische Situation oder ein paar Übungsstunden von Whit und Wisty mit ihrer Magie. Dort ging eindeutig viel Potential und die Möglichkeit auf Tiefe verloren. Der Roman hat übrigens einen recht fiesen Cliffhanger, der einen direkt animiert, weiter zu lesen. Aber den verrate ich nicht!

Die Stil ist schön schlicht gehalten. Gott sei dank, denn so war es für mich auf Englisch leicht zu verstehen. Man hat etwas Umgangssprache drin und da es immer aus der Sicht eines der Geschwister ist, auch viel Jugendsprache. Aber das ist okay und vielleicht macht das auch den Text so verständlich. Wer gerne mehr auf Englisch lesen will, dem kann ich es nur empfehlen.

Im englischen Buch ist auf den letzten Seiten ein Ausschnitt aus dem Drehbuch zu „Witch & Wizzard“ und ich muss ehrlich sagen, dass ich mich darauf sehr freuen würde. Das könnte ein spannender Film mit flotten Sprüchen werden.Allerdings habe ich dazu keine genaueren Infos gefunden. Wer kein Interesse hat, es auf Englisch zu lesen, findet nun beim Loewe Verlag eine Alternative. Außerdem ist die Geschichte auch als Manga erhältlich, den ich mir auch noch sehr gerne etwas genauer ansehen möchte.
Die absolut umwerfenden Charaktere von Whit und Wisty lassen mich über kleinere Mängel im Plott hinweg sehen. Mit flotten Sprüchen und bissigem Humor haben sich die beiden Geschwister direkt bei mir beliebt gemacht. Wer eine flotte Handlung und Lesespaß für nebenher sucht, ist mit „Witch & Wizzard“ gut bedient. Für mich war es einfach mal was anderes und die Geschichte hebt sich deutlich von den anderen Dystopien ab.

http://projekt-ghostreader.blogspot.de/

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710 Bibliotheken, 10 Leser, 5 Gruppen, 153 Rezensionen

zeitreise, liebe, zeitreisen, zeitsplitter, dystopie

Zeitsplitter - Die Jägerin

Cristin Terrill , Barbara Imgrund
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Boje, 14.02.2014
ISBN 9783414823908
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„Zeitsplitter“ erreichte mich als Überraschungspost vom Verlag zusammen mit einem passenden, kleinen Notizbuch und ich war direkt hin und weg – obwohl ich das Buch bis dahin gar nicht bewusst auf dem Schirm gehabt hatte. Ein Grund, das schnell zu ändern!

Die Welt von Em ist schlecht. Aus einem freien Land wurde innerhalb kürzester Zeit ein totalitärer Überwachungsstaat, in dem sie selbst der Staatsfeind Nr. 1 ist. An all dem ist ihr bester Freund James schuld.
Vier Jahre zuvor war die Welt für die kleine, naive Marina noch in Ordnung. Und um diesen Zustand wieder herzustellen, muss Em durch die Zeit fliehen und zu James größtem Feind werden, um sich selbst und die Welt zu retten.

Der Roman wird aus zwei Perspektiven erzählt. Naja, wenn man es genau nimmt, ist es nur eine. Zum einen wäre da Marina, das hübsche, etwas gutgläubige Highsociety Mädchen aus Washington und zum anderen ihr vier Jahre älteres Ich Em, das in einem Gefängnis sitzt. So verschieden diese beiden Mädchen sind, stellen sie doch die selbe Person dar, beeinflusst von den äußeren Umständen und der Zeit.
Em mochte ich sofort. Sie ist intelligent, frech und selbstbewusst, obwohl ihre Lage echt mies ist. Sie ist stark, lässt sich von den Wächtern und dem Doktor nicht einschüchtern und kämpft um ihr und Finns Leben.
Marina hingegen ist ein typisches 16jähriges Mädchen. Sie ist etwas blauäugig und lebt in ihrer feinen, schönen Welt mit reichen Eltern, elitären Nachbarn und den größten Highschool Diven als Freundinnen. Aber man kann ihr ja keinen Vorwurf machen, sie ist schließlich ein Teenager, der in einer rosa Wattewelt aufgewachsen ist.
Besonders schön, ist, dass man die Entwicklung, die zwischen diesen beiden Persönlichkeiten liegt, gut nachvollziehen kann. Marina wird schon während des Romans stärker und man erkennt ganz langsam Em in ihr.
Trotzdem war ich als Leser immer lieber bei Em, was vielleicht auch an dem älteren Finn lag, der immer wieder mit seinen frechen Sprüchen die Stimmung lockert. Irgendwie kam mir dieser Charakter etwas zu kurz. Man hätte mehr aus ihm machen können. Mit James hingegen wurde ich gar nicht warm. Ich fand ihn von vornherein sehr strange und ich kann echt nicht sagen, was Marina eigentlich an ihm findet. Um für mich sympathisch zu wirken oder mir ans Herz zu wachsen, hätte man ihn noch etwas mehr ausarbeiten müssen.

Der Plot nimmt einen ziemlich eigenwilligen Verlauf. Während es total spannend mit der Flucht von Em und Finn in die Vergangenheit einsteigt, sackt es im Mittelteil komplett ab. Spannung kommt nur ganz selten auf und wenn nur sehr kurz. Eigentlich ist es irgendwie nur noch eine Aneinanderreihung von Szenen, in denen die Charaktere irgendwo sitzen und rede. Die Umgebung wird dabei quasi nur ausgetauscht. Das ist jetzt nicht langweilig oder so, denn die Gespräche sind ja wichtig, teilweise auch nachdenklich, aber ich hatte doch das Gefühl, dass sehr viele Chancen verschenkt werden. Ein wenig mehr Action zwischen den Gesprächen hätte der Story wahrscheinlich nicht geschadet.

Erst gegen Ende nimmt das Buch noch mal richtig an Fahrt auf, um ein ziemlich gutes Finale hinzulegen. Ich persönlich fand es sehr gelungen und muss zugeben, dass ich damit irgendwie nicht gerechnet hatte. Deswegen haben die letzten Seiten noch mal sehr viel für mich raus gehauen. Ich habe mich ja auch ganz lange gefragt, wie konnte es überhaupt so weit kommen? Und um das ganze Ausmaß von James' und Ems Geschichte zu erfahren, muss man schon recht lange warten.

Etwas überrascht war ich, als ich darauf aufmerksam gemacht wurde, dass es sich bei dem Buch um den ersten Teil einer Reihe handelt. Laut der Autorin wird es eine Dilogie (Quelle: Autorenseite). Sie arbeitet aktuell am zweiten Teil. An sich ist der Roman nämlich abgeschlossen und kann sehr gut für sich als Einzelband stehen. Ich rätsle, was da wohl noch kommen soll. Auf Amazon wird der 14. August 2014 für das englische Buch unter dem Verlag Bloomsbury Childrens Books genannt. Allerdings habe ich keine weiteren Belege dafür gefunden.

Fazit
„Zeitsplitter – Die Jägerin“ ist eine spannende Geschichte über Freundschaft, Liebe und deren Grenzen mit kleinen Schwächen. Meiner Meinung nach wird im Mittelteil etwas die Spannung vernachlässigt, trotzdem verfolgt man interessiert die Entwicklung von James, Marina und Em. Nach einem gelungenen Final bleibt nur noch die Frage: Was hat die Autorin denn im zweiten Teil noch vor?

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736 Bibliotheken, 5 Leser, 2 Gruppen, 115 Rezensionen

fantasy, zombies, liebe, gena showalter, zombie

Alice im Zombieland

Gena Showalter , Constanze Suhr
Fester Einband
Erschienen bei MIRA Taschenbuch, 01.12.2013
ISBN 9783862789863
Genre: Jugendbuch

Rezension:

„Alice im Zombieland“ löste eine Flut von guten Rezensionen und plötzlichen Liebesbekundungen an einen gewissen Cole aus. Ganz Facebook war voll davon! Das machte mich neugierig. Zum einen steh ich eh auf taffe Zombiejäger und zum anderen, wer ist eigentlich dieser Cole?
Tja, was soll ich sagen? Mich hat es auch erwischt!

Von vorn!
Alis Vater ist verrückt, der er behauptet, er könne Monster sehen. Aus diesem Grund darf die Familie nie nach Sonnenuntergang das Haus verlassen. Trotz dieser eisernen Regel fleht Ali ihre Eltern an, zu der Tanzaufführung ihrer kleinen Schwester zu fahren. Als sie später am Abend nach Hause fahren wollen, passiert das Unglaubliche – sie werden von Zombies angefallen!
Ali verliert bei dem Unfall ihre ganze Familie und – so befürchtet sie – ihren Verstand. Als sie nach dem Sommer die Schule wechselt, überschlagen sich die eigenartigen Vorfälle. Nicht nur, dass sich eine untote Braut im Wald hinterm Haus herum treibt, nein, auch der knallharte Draufgänger Cole versetzt sie jeden Morgen in eine Art Trance. Was kann dieser grobe Kerl ihr über die Monster verraten?

Ich muss wirklich zugeben, dass ich mich am Anfang recht schwer getan habe mit Alice, kommt das Buch doch die ersten 150 Seiten wie ein Highschool-Drama daher. Bis auf den Unfall und die streunende Braut im Wald treten keine Zombies auf und es geht hauptsächlich darum, Charaktere einzuführen und kennenzulernen. So landet Ali an der Asher High (Go Tigers!) und muss sich mit neuen Freundinnen, nervigen Lehrern, Schlägertypen und einer richtigen Zicke auseinandersetzen.
Dann plötzlich nimmt der Plot an Fahrt auf. Das ewige Rumgeeier zwischen Cole und Ali lässt etwas nach und die Fakten kommen auf den Tisch. Beide sehen Zombies und Cole kann ihr beibringen, wie man sie tötet! Ab da hatte mich die Geschichte gefangen und es war nur noch spannend. Alis freche Art und die witzigen Wortgefechte mit Cole versüßten das alles noch.
Erst am Ende geriet ich noch mal ins Stolpern, fand ich es doch sehr plötzlich und überhastet. Sowohl Alice als auch der Leser waren damit wohl etwas überfordert.
Trotzdem ist der erste Band in sich rund – Charaktere und Konflikte werden eingeführt und bieten ein gewaltiges Potential für die nächsten Teile. Der Zombiemythos wird hier tatsächlich neu erfunden und bietet Abwechslung zu den ganzen Standard-Schlurf-Untoten. Auch die Art ihrer Bekämpfung ist mal was anderes und ich hatte da nicht mit gerechnet. Aber neuen Wind können auch die Zombies gut vertragen und ich finde es super ungesetzt.

Die Charaktere sind einfach genial dargestellt und man hat die meisten von ihnen richtig gern. Alice ist stur, vorlaut und taff. Ihre beste Freundin ist ein draufgängerischer Sonnenschein und Cole ist wohl der Traum schlafloser Nächte von ganz vielen kleinen Buchbloggerinnen – mir eingeschlossen – und der Beweis, dass Frauen eindeutig auf den Bad Guy stehen. Obwohl Ali trauert und gelegentlich weint, wirkt sie nicht zerbrechlich oder weinerlich. Recht schnell sortiert man sie in die Kategorie der emanzipierten Rollen und hat ungewollt mal die schlagkräftige Milla Jovovice aus „Resident Evil“ im Kopf.

Der Schreibstil ist flott, locker, gespickt mit viel Sarkasmus und Alis schrägen Gedankengängen. Ich glaube, langsam werde ich echt warm mit den ganzen Ich-Erzählern. Das scheint sich ja irgendwie bei den aktuellen Büchern durchzusetzen. Außerdem kann man schön gemeinsam mit ihr Cole anschmachten.

Besonders erwähnen sollte man hier noch die traumhafte Gestaltung des Buches. Auch hier habe ich das Gefühl, dass sich Verlage immer mehr Gedanken machen, so dass man echte Hingucker im Regal hat. Nicht nur die Umschlaggestaltung ist einfach schön, auch innen macht das Buch viel her. Die Mischung von Schwarz und giftigem Grün gefällt mir sehr.

Fazit:
Trotz anfänglicher Schwierigkeiten hat Alice mich gepackt und einfach mitgerissen. Irgendwann war ich Cole verfallen und konnte das Buch einfach nicht mehr aus der Hand legen. Eine düstere und spannende Geschichte über Freundschaft, Liebe, Mut, gewürzt mit fiesen Zombies, viel Action und einem genialen Humor. Ich will mehr von Alice, Cole und ihrer gefährlichen Jagd. Nehmt euch vor dem weißen Kaninchen in acht!

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160 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 32 Rezensionen

dystopie, liebe, verrat, stadt, lucas

Das letzte Zeichen

Gemma Malley , Friedrich Pflüger
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei cbt, 08.06.2012
ISBN 9783570308172
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Dystopien! Überall, wo man hinschaut, Dystopien! Seit dem großen Erfolg von Panem schießen sie förmlich aus dem Boden, obwohl sie immer schon ein spannendes Genre in der Literatur waren, denk man einfach mal an „Brave New World“ oder „Fahrenheit 451“. Da ich nichts gegen die Grundidee dieses Genres habe, durfte nun auch „Das letzte Zeichen“ bei mir einziehen – und das war bestimmt keine Coverentscheidung. Bei den Pink tun einem ja die Augen weh.

In den Trümmern des ehemaligen Londons wurde die Stadt errichtet. Dort leben nur Menschen, denen man die Amygdala (einen Teil des Gehirns) entfernt hat, weil der Große Anführer davon ausgeht, dass dort das Böse sitzt. Trotz dieses drastischen Eingriffs müssen die Menschen überwacht werden, denn das Böse kann trotzdem von ihnen Besitz ergreifen. Aus diesem Grund werden den Bewohnern Zeichen zugeteilt. A – sehr gute Menschen, D – Abschaum der Gesellschaft. Wer nicht mehr vor dem bösen gerettet werden kann, bekommt ein K – Killable – und verschwindet für immer aus der Stadt. Evie kann eigentlich ganz glücklich sein, denn sie ist ein B mit einem guten Job und soll bald den einflussreichen A Lucas heiraten. Da gibt es allerdings nur ein Problem: Sie liebt Lucas Bruder Raphael!

Das alles klingt doch schon mal nach einer recht spannenden Voraussetzung für ein gutes Buch, auch wenn ich mich fragte, warum man da unbedingt wieder eine Liebesgeschichte rein drängen musste. Irgendwie scheint das ja jetzt für viele ein wichtiges Element zu sein, überall muss es ein unglückliches Pärchen geben, das aus irgendwelchen Umständen nicht zusammen sein kann. Allerdings ist die Beziehung zwischen Evie und Raffy recht angenehm. Sie ist zwar der Auslöser der Problematik, drängt sich aber nicht so sehr in den Vordergrund.

Wer nun eine starke Protagonistin – wie Katniss – erwartet, wird hier bitter enttäuscht werden. Evie ist ein Opfer ihrer Gesellschaft, wurde unterdrückt und steckt voller Selbstzweifel, was im Kontext sehr realistisch geht. Allerdings gehen einem ihre Nervosität, Zweifel und Unsicherheiten irgendwann schon ziemlich auf die Nerven. Nur gelegentlich blitzt mal die starke Seite, die in ihr steckt heraus. Da es sich aber nur um den Anfang einer Reihe handelt, kann es natürlich gut möglich sein, dass sie sich noch entwickelt. Raffy hingegen ist ein temperamentvoller Idiot, der erst redet und dann denkt. Er ist oft launisch, wird dann beleidigend und verletzend. Außerdem ist er ziemlich aufbrausend. Wenn ich ehrlich sein soll, dann weiß ich gar nicht, was Evie an dem findet. Dagegen sind die Nebenrollen, wie Lucas und Linus, richtig erhellend und werden einem mit der Zeit sogar sympathisch. Das könnte allerdings auch daran liegen, dass sie Evies fehlende Stärke haben und die Geschichte tragen.

Der Stil ist im Allgemeinen recht simpel, wenn man am Anfang den medizinischen Exkurs ausblendet, und so lässt sich das ganze Buch recht schnell lesen. Die Einfachheit im Stil lässt sich dann auch im Plot erkennen und macht „Das letzte Zeichen“ zu einer 0/8/15 Dystopie. Mädchen entdeckt das ihre Welt irgendwie doof ist, haut ab, trifft Rebellen und gemeinsam will man es ändern. Genau so in der Konstellation ist es schon oft da gewesen und man muss sich schon wirklich etwas einfallen lassen, um sich von der Masse abzuheben. Das ist hier leider nicht der Fall. Die Geschichte ist in Ordnung, aber nichts überwältigendes. Ich fühlte mich unterhalten, aber nicht überrascht und richtige Spannung bzw. Action kam bei mir auch nicht auf.

Während des Lesens habe ich dann festgestellt, dass es den zweiten Teil der Reihe aktuell nur als eBook gibt. Wahrscheinlich, weil sich der erste Teil nicht ausreichend verkauft hat. Das finde ich schon etwas schade. Wer also die Reihe komplett haben will, muss hier auf die englischen Originalbücher zurück greifen. An sich ist der erste Teil aber auch abgeschlossen, wenn man nichts gegen ein leicht offenes Ende hat und braucht die restlichen Bücher nicht zwangsläufig zu lesen. Man kann ja auch mal etwas seine Phantasie anstrengen.

Fazit:
„Das letzte Zeichen“ hatte keine große Überraschung für mich und geht in der Flut der Dystopien wohl leider unter. Die Geschichte ist okay, der Grundgedanke der dystopischen Welt eigentlich sogar ganz interessant, aber leider wird nicht viel daraus gemacht. Die Geschichte versteht es, den Leser zu unterhalten und ist recht kurzweilig, allerdings reißt sie mich nicht mit.
Eine stabile Benotung für eine stabile Leistung.

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werwölfe, gestaltwandler, fantasy, katja piel, liebe

Kuss der Wölfin - Die Ankunft

Katja Piel
E-Buch Text
Erschienen bei null, 01.10.2011
ISBN B005RPBTM6
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Hm, Mendea und Erotik. Der aufmerksame Leser unseres Blogs wird schon gemerkt haben, dass diese Mischung so gar nicht passt. Erotische Szenen konnten mich nur selten überzeugen. Meistens nur dann, wenn Erotik überhaupt keinen wichtigen Bestandteil spielte, wie z.B. in „Gebissen“ von Boris Koch oder „Ritus“ von Markus Heitz. Warum versuche ich es trotzdem immer wieder? Ich habe die Hoffnung, dass ein Autor es schafft, mich zu überzeugen. Meine Hoffnung lag in Katja Piel.

Anna ist eine Wandlerin, sie kann sich in einen Wolf verwandeln. Seit über 400 Jahren streift sich durch Europa – alleine. Nun will sie sich ein neues Leben in Frankfurt aufbauen, doch das ist gar nicht so leicht. Nicht nur der süße Freund ihrer Nachbarin sorgt für Kopfzerbrechen. Plötzlich sind die Schatten der Vergangenheit zurück. Im 16 Jahrhundert leidet die junge Sibil unter ihrem grausamen Vater, der vom Teufel besessen scheint. Als sie selbst als Hexe verbrannt werden soll, gelingt ihr die Flucht in den Wald, wo sie einem weiteren Ungeheuer in die Arme läuft. Ein Ereignis mit Folgen bis in die Gegenwart.

Meine größte Hoffnung lag darin, dass die Handlung, die so komplex klang, im Vordergrund stand und der Sex nur mit einfließen würde. Ich wurde nicht enttäuscht. Katja Piel zeichnet sich durch einen flotten, ungeschönten und ehrlichen Stil aus, der mich schon „The Hunter“ so begeistert hat. Damit packt sie den Leser sehr rasch und schleift einen durch eine actionreiche Geschichte.

Der Plot ist in zwei Handlungsstränge unterteilt. Zum einen begleiten wir Anna, die uns in der Ich-Perspektive von ihrem Leben in Frankfurt. Der zweite Strang spielt im 16. Jahrhundert und erzählt die Ereignisse bis zu Annas Geburt. Ich persönlich fand diesen Handlungsstrang etwas besser als den in der Gegenwart. Vielleicht lag es daran, dass Katja Piel die raue Zeit von damals so gut dargestellt hat. Außerdem passiert dort in meinen Augen wesentlich mehr und man lernt viel über die Wandler und Werwölfe. Die Story ist flüssig, logisch und nimmt einen einfach so mit, während ich den Gegenwartsplot etwas konstruiert empfunden habe. Da passte einfach alles zu gut und zufällig war immer irgendwer da, der weiter wusste. Schade fand ich auch, dass man nur sehr wenig Informationen über die Druiden bekommen hat. Da hätte ich mir wirklich mehr gewünscht. Vielleicht wie sie so arbeiten oder ob sie auch im 16. Jahrhundert gejagt haben. Aber möglicherweise kommt das ja noch. Mal sehen.

Tatsächlich flossen die Erotikszenen einfach so in die Story mit ein. Viele waren auch recht kurz gehalten. Bei den ausführlichen habe ich dann aber doch das ein oder andere mal die Augen verdreht. Ich fand es aber nicht schlimm oder störend, dazu war die Handlung zu spannend.

Besonders schön fand ich am Ende das Spin Off „Der schwarze Tod“. Solche Extras finde ich bei Büchern immer toll und es gibt der Geschichte und den Charakteren extra noch Tiefe.

Fazit:
Katja Piel hat mit „Die Ankunft“ einen tollen Auftakt zu einer actionreichen Reihe geschaffen, die Lust auf mehr macht. Sowohl Mystery-Fans als auch Freunde von erotischen Geschichten kommen auf ihre Kosten. Histrorische Fakten und Mythologie werden wundervoll zu einem spannenden Roman verwoben.

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Tags: eroti, fantasy, frankfurt, werwol, wol   (5)
 

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vampire, berlin, vampir, nephilim, blutvater

Gebissen

Boris Koch
Flexibler Einband: 459 Seiten
Erschienen bei Heyne, W, 01.09.2009
ISBN 9783453525689
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich muss gerade lachen, weil ich diese Kurzbeschreibung noch nicht kannte, sondern nur den sehr kurzen Klappentext. Die Beschreibung des Verlags zeigt mal wieder, wie schlecht sie meistens sind.Für mich war folgendes auf dem Buchrücken entscheidend:

Sie lauern in der Tiefe.
Sie dürsten nach Blut. Vampire in Berlin!
Boris Koch lässt die Geschöpfe der Nacht auf Deutschlands Straßen los - atemberaubend düster!

Mehr muss man doch gar nicht wissen, um sich für ein Buch zu interessieren oder? Entdeckt habe ich sowohl Buch als auch Autor auf der Lesung des Mera Lunas 2013 und war direkt begeistert. Der erste Autor, der sich – in meinen Augen – tapfer gegen Markus Heitz und Christian von Aster schlagen konnte. Deswegen auch die originelle Widmung ;)

Aber zurück zum Buch. Alex lebt als Journalist in Berlin abseits vom biederen Dorfleben seiner Jugend. Nur die Narbe an seinem Arm und die ätzenden Telefonate erinnern ihn an diese Zeit. Er lebt ungebunden in den Tag hinein und ist sehr glücklich damit, bis er Danielle trifft und Lisa und die Typen mit den kalten Haiaugen. Und plötzlich brechen alte Narben wieder auf.

„Gebissen“ ist in vielerlei Hinsicht kein typischer Vampirroman. Alleine der Ursprung dieser Wesen wird auf eine ganz neue – aber total geniale – Art erklärt. Es war ein richtiger Genuss, mal wieder dunkle, böse, fiese, mörderische Vampire zwischen den Seiten zu finden, statt romantischem Geglitzer. So will ich die Blutsauger haben! Aber auch die Nephilim verkörpert durch Danielle und ihre Geschichte sind ein sehr interessantes Volk, von dem man direkt noch mehr erfahren will, als die 464 Seiten zulassen. Schade!
Der Schreibstil von Boris Koch ist knackig, auf den Punkt gebracht und ohne zu viele Schnörkel. Er rüstet seinen Prota mit bissiger Ironie aus und entlockt einem so das ein oder andere böse Lächeln. Das Tempo ist flott, die Wortgefechte frech, der Sex hart. Sex? Ohja, den gibt es auch und ist meiner Meinung nach wesentlich heißer als in Shades of Grey. Auch wenn die Geschichte relativ entspannt anläuft, hat sie doch am Ende ein ordentliches Tempo drauf, so dass der Leser durch actionreiche Szenen jagt. Dabei wechselt sich immer die Perspektive zwischen Alex und Lisa, um mehr Spannung aufzubauen.

Besonders gelungen fand ich die kurzen Kapitel und Einschübe, in denen es um die aktuellen Ereignisse in Berlin geht. Nette Hausfrauen, die mal eben ihre ganze Familie abschlachten oder Zivis, die Blutkonserven klauen. Das macht einem schon deutlich, dass etwas in dieser Stadt nicht stimmt. Trotzdem hätte ich mir davon vielleicht noch etwas mehr gewünscht, etwas mit mehr Bedrohung! Die Stadt an sich bekam ja von der Gefahr nichts mit, was ich irgendwie schade fand. Ein Hauch Panik oder Hysterie hätte der Geschichte noch etwas mehr Biss gegeben.

Fazit: Endlich mal wieder ein frecher Vampirroman, der richtig schön böse sein kann! Bitte, Herr Koch, mehr davon! Alex und Danielle machen wirklich Lust drauf. Da war das erste Mal doch wirklich ein wahrer Erfolg.

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Tags: berli, dark fantasy, vampi, vampire   (4)
 

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dystopie, jennifer jäge, träume, liebe, ebook

Traumlos. Im Land der verlorenen Seelen

Jennifer Jäger
E-Buch Text
Erschienen bei Impress, 08.08.2013
ISBN 9783646600025
Genre: Sonstiges

Rezension:

Impress ist die neue Imprintsparte vom Carlsen Verlag. Dort spezialisieren sie sich auf eBooks im romantischen Fantasybereich und All Ager und fördern junge, relativ unbekannte Autoren. Das ist doch mal eine schöne Idee, die man sich genauer anschauen sollte.

Bei mir fiel die Wahl auf „Traumlos“ von Jennifer Jäger, die als Indieautorin in Bloggerkreisen schon aufgefallen war. Nach 50% allerdings habe ich mich dazu entschieden, das Buch abzubrechen, was ich wirklich höchst ungern tue.
An dieser Stelle weiß ich nicht, ob sich meine Kritik an die Autorin oder den Verlag richten soll, aber ich tendiere eher zu letzterem. Wenn etwas von einem großen Verlag – was Carlsen ja im Grunde ist – auf den Markt geworfen wird, habe ich die Erwartung, dass der Roman fertig ist. „Traumlos“ erweckte in mir nur den Impuls, mit einem Rotstift auf meinem Kindle herumzukritzeln. Mehrere Fehler tummelten sich auf einer Seite und das sollte für einen Verlag mehr als peinlich sein. Ich bin wirklich nicht engstirnig und mal ein Tippfehler ist ja nicht schlimm, aber das? Ich weiß allerdings nicht, ob Impress ein Lektorat zur Verfügung stellt. Trotzdem sollte es ihr Interesse sein, relativ fehlerfreie und gut ausgearbeitete Romane zu veröffentlichen. Es ist toll, dass sie das Potential der Geschichte erkannt haben, denn die Autorin hat sich da eine sehr spannende Handlung ausgedacht, aber man hat sie nicht gefordert und gefördert, wie sie es verdient hätte. Für mich wirkt der Roman komplett unfertig und sollte dringendst noch mal kritisch überarbeitet werden.

Schade, liebes Impress! Aber weiteren Titeln begegne ich lieber mit Vorsicht, auch wenn sie sehr gelobt wurden. Da bleibe ich lieber bei Indieautoren.

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Tags: dystopi, ebook, traum   (3)
 

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liebe, venedig, drache, historic fantasy, murano

Drache und Phönix - Goldene Federn

Angelika Monkberg
E-Buch Text: 152 Seiten
Erschienen bei dotbooks Verlag, 25.09.2013
ISBN 9783955203924
Genre: Fantasy

Rezension:

Tja, was soll ich sagen? Dieser Klappentext hat mich eindeutig an der Nase herumgeführt. Was habe ich erwartet? Eine hübsche Liebesgeschichte im historischen Gewand, gewürzt mit etwas Fantasy. Was ich bekam, lag ein gutes Stückchen daneben. Aber von vorn!

Jan Stolnik ist ein Bastard, entstanden aus der Liaison eines goldenen Drachen und einer Adligen. Nun ist er ein Mischwesen, gefangen in dem Körper eines Menschen mit verkrüppelten Flügeln und einem pyromanischen Drang. Sein inneres Feuer kann nur durch das Zufügen von Schmerz (hauptsächlich Verbrennungen) oder Sex gestillt werden. Und damit sind wir auch schon beim Knackpunkt. Ich habe bei dem Klappentext ganz bestimmt keinen billigen Erotikroman erwartet, aber offensichtlich ist das Lieblingswort der Autorin „Schwanz“. Mit klischeehaften Beschreibungen wird der schnellen Nummer gefrönt, nur die Bezeichnung „Schaft“ fehlt – zum Glück. Die ersten 60% wird eine Handlung quasi vernachlässigt und es geht eigentlich nur darum, dass Jan der Phönixdame (oder besser ihrem Rock) hinterher rennt, weil er sie flachlegen will. Dann darf man sich endlich mal auf so etwas wie Handlung und Spannung gefasst machen, denn die Inquisition wird auf den Halbdrachen aufmerksam. Allerdings bleibt es auch nur bei der Entdeckung. Eine richtige Bedrohung bleibt aus und schon wird die Inquisition wieder zur Nebensache. Tatsächlich geht es nur wieder darum, diese schreckliche Frau – La Fiametta – zu finden, obwohl sie mir als Leserin total unsympathisch ist und einfach weg bleiben könnte. Und warum wird sie eigentlich plötzlich in ein Kloster gesperrt? Da fehlte irgendwie etwas Information für mich.

Das Ende war in meinen Augen schließlich sehr überstürzt und überhaupt nicht rund. Dafür wirkte es sehr erzwungen und konstruiert., als ob man unbedingt einen kleinen Cliffhanger haben wollte. Ich fand es unglücklich gewählt und überhaupt nicht notwendig. Auf der Seite der Autorin habe ich gesehen, dass es sich dabei um eine siebenteilige Reihe handelt! Für mich wurde noch nicht mal genug Spannung für einen weiteren Teil aufgebaut, Cliffhängerchen hin oder her. Mir ist zwar klar, dass der erste Roman zur Einleitung dient, aber dafür werden einem die Charaktere nicht genug ans Herz gelegt und weder Probleme noch Konflikte werden deutlich.
Positiv ist der Schreibstil der Autorin zu bewerten. Streicht man die platten Schäferstündchen, bleibt eine wundervolle altertümliche Sprache mit nur kleinen Mängeln. So muss ich z.B. nicht bei jedem Auftritt der Phönixdame lesen, dass sie nach Sonne und Federn riecht. Die Autorin schreibt durchgehend in einem dem Jahrhundert angemessenen Tonfall. Das ist am Anfang vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig, da die Sprache recht geschwollen ist, aber es passt sehr gut. Es beweist mir, dass die Autorin eigentlich schön schreiben kann. Auffällig ist außerdem die Darstellung von Venedig. Scheinbar hat die Autorin sehr viel recherchiert und sich bemüht, das Original-Venedig zum Leben zu erwecken. Manchmal fand ich die ganzen Straßennamen und italienischen Bezeichnungen verwirrend, vor allem ohne Karte, aber es zeigt, dass sich die Autorin mit ihrer Kulisse auseinander gesetzt hat.


Fazit:
Schöne Schauplätze, interessante Grundidee und Figuren, aber die Umsetzung ist eher mangelhaft. Der Klappentext lässt nicht auf einen Erotikroman schließen und so werden Leser wohl noch nachträglich abgeschreckt. Ich konnte mich einfach nicht in die Geschichte hineinfinden und blieb lange auf der vergeblichen Suche nach einem spannenden Plot. Mal wieder ein Beweis, dass ich mit Erotik nicht viel anfangen kann. Für mich ist die Reihe nach dem ersten Teil beendet.

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meerjungfra, schiff, graphic nove, hudso

Sailor Twain

Mark Siegel , Volker Zimmermann
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Egmont Comic Collection, 14.11.2013
ISBN 9783770437306
Genre: Comics

Rezension:

Durch Zufall erfuhr ich auf Facebook, dass Egmont einen Zwei für Graphic Novels ins Leben gerufen hat und wurde neugierig. Comics und Mangas sind schon ein wichtiger Teil in meinem Bücherregal, aber mit einer Graphic Novel habe ich mich noch nie auseinander gesetzt. Wird Zeit, das zu ändern.
Zuerst sollte man vielleicht erst wissen, was sich hinter einer Graphic Novel verbirgt. Wiki sagt folgendes dazu: Graphic Novel (dt. illustrierter Roman, Comicroman) ist eine aus den Vereinigten Staaten übernommene Bezeichnung für Comics im Buchformat, die sich aufgrund ihres thematischen Anspruches und ihrer erzählerischen Komplexität vom normalen Heftcomic unterscheiden und sich dadurch an erwachsene Leser richten, was auch durch den ausschließlichen Verkauf im Buchladen zum Ausdruck kommen soll.
Wer nun denkt „Bilderbuch und niveauvoll widerspricht sich“ ist definitiv auf dem falschen Dampfer, wie Siegel mit seiner Geschichte beweist.
Twain entdeckt eine verletzte Meerjungfrau, bringt sie in seine Kajüte und pflegt sie gesund, ohne zu merken, dass er nach und nach abhängig von ihr wird, denn sie ist für ihn wie eine Muse und bringt ihm neue Inspiration zum Schreiben.
Als Twain dann auch noch herausfindet, dass der Schiffseigner eigenes Interesse an der Nixe hat, hat er Angst um seine Entdeckung, die er mit niemandem teilen will. Erst im Reich am tiefen Grund des Hudsons kann Twain die Wahrheit erfahren.
Da der Loreley-Mythos mich immer schon interessiert hat, war es kaum verwunderlich, dass ich dieses Buch haben wollt. Bewaffnet mit einer Decke habe ich mich an einem Sonntag auf das Sofa gekuschelt und bin in den Wellen des Flusses versunken. Obwohl es mit 400 Seiten ein echt dicker Wälzer ist, war ich nach knapp zwei Stunden durch. Aber viel Text findet man ja auch zwischen den Bildern nicht, so dass man – obwohl man sich die Zeichnungen genauer anschaut – sehr schnell ist. Der Zeichenstil ist etwas gewöhnungsbedürftig. Gerade Sailor Twain selbst sieht mehr aus wie eine schlichte Kinderskizze und die gewaltige Nase des Schiffseigners Lafayette ist irgendwie ulkig. Dann wiederum gibt es wunderschöne, detaillierte Bilder, die irgendwie einen starken Kontrast zu den simplen Zeichnungen bilden. Aber wahrscheinlich ist es viel zu aufwendig, eine ganze Graphic Novel in dem detaillierten Stil zu gestalten. Alle sehen aus wie Kohlezeichnungen und haben damit noch mal eine ganz eigene – meist düstere – Wirkung. Die Kapiteltrenner sind wirklich schön gestaltet und zeigen Karten vom Hudson und alte, fingierte Zeitungsartikel.
Wenn man den Zeichenstil also mag oder drüber hinweg sehen kann, erwartet einen eine phantastische, spannende und verzwickte Geschichte. Sie braucht zwar einen langen Anlauf, bis sie endlich ins Rollen kommt, aber dann überschlagen sich die Ereignisse. Gegen Ende fand ich es sogar recht „voll“ und ich musste mal zurück blättern, um zu schauen, ob ich was übersehen hatte oder falsch verstanden. Das Ende ist wirklich kniffelig und fordert zum Mitdenken auf – was ja nicht nachteilig ist – trotzdem wirkte es für mich etwas überhastet, als ob man dringend fertig werden wollte. Zwei oder drei Seiten mehr hätten da auch nicht geschadet, gerade weil sich zu Beginn so viel Zeit gelassen wird und eigentlich nichts passiert. Die Umsetzung des Nixen-Mythos ist wirklich gelungen, auch wenn er nicht unbedingt was neues oder überraschend ist. Ich mag die Idee der Geschichte allerdings.
Im Großen und Ganzen durfte ich feststellen, dass Graphic Novels wirklich mal eine sehr willkommene Abwechslung zu einem normalen Roman sind. Gerade auch, weil man sie so schnell lesen und mal eben dazwischen schieben kann. Ich denke, „Sailor Twain“ wird nicht die letzte Graphic Novel in meinem Bücherregal sein.
Fazit: „Sailor Twain“ reißt einen in die kalten Wellen des Hudson Rivers bis hinab an den Grund und will einen nicht mehr los lassen. Man ist so gefangen von der Geschichte, dass man gar nicht merkt, wie Zeit und Seiten dahin fliegen. Eine anspruchsvolle Geschichte, die Mitdenken erwartet und als Abwechslung eine tolle Idee ist. Ganz nebenbei macht sich das große, gebundene Buch auch wirklich gut im Regal. Mich hat diese Gattung nun wirklich überzeugt und ich bin Fan geworden!

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Tags: graphic nove, hudso, meerjungfra, schiff   (4)
 

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553 Bibliotheken, 6 Leser, 2 Gruppen, 177 Rezensionen

amoklauf, schule, trauer, mobbing, freundschaft

Es wird keine Helden geben

Anna Seidl , Cornelia Niere
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 20.01.2014
ISBN 9783789147463
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Miriam ist ein relativ normales 15jähriges Mädchen. Sie hasst Latein, ist recht beliebt und genießt ihre erste Liebe. Bis zu dem Tag, an dem Matias in der großen Pause sieben Schüler und Lehrer erschießt. Sie muss mit ansehen, wie Mitschüler sterben – sogar ihr Freund. Wie soll man damit weiter leben?
Genau mit dieser Frage befasst sich „Es wird keine Helden geben“, ein Buch, bei dem der Name Programm ist. In den letzten Tagen geistert dieser Titel durch viele Blogs und sorgte schon für großes Aufsehen, obwohl es noch gar nicht erschienen ist. Das ist einer großen Werbeaktion des Verlages zu verdanken, der 100 Blogger ausgerufen hat, dieses Buch zu rezensieren. Ich hatte das Glück und durfte dabei sein und ebenfalls 3 Exemplare verlosen.
Am Anfang war ich etwas skeptisch. Das Thema ist doch sehr ernst und es in einem kitschigen Jugendroman zu verwursten, bereitete mir Kopfschmerzen. Aber genau der Kitsch fehlt – Gott sei Dank. In meinen Augen wirkt die Darstellung sogar sehr realistisch, falls man das beurteilen kann, wenn man nicht selbst so etwas erlebt hat. Niemand springt dem Attentäter heroisch in den Weg und fängt die Kugeln ab. Keiner stirbt den Heldentod, selbst die Direktorin schließt sich aus Furcht ein. Miriam fällt in ein großes Loch, muss mit ihrer Trauer zurecht kommen, den Zweifeln, eigenen Vorwürfen und der Tatsache, dass sich ihr ganzes Lebens verändert hat. Das geht nur sehr langsam. Der Leser begleitet Miriam fast ein ¾ Jahr durch ihre Hochs und Tiefs und meistens sind es eher Tiefs. Auch hier kommt kein strahlender Held, der ihr zeigt wie schön das Leben ist oder eine starke Frau, die ihr wieder Mut macht. Das alles muss sie Schritt für Schritt alleine lernen. Besonders berührt hat es mich, wie Miriam lernt, Kleinigkeiten zu schätzen, in einer Welt, in der ihr alles so unwichtig erscheint. Tee mit den Großeltern, Filmabend mit der Mutter, Musik oder einfach mal durch atmen. Der Roman setzt sich mit wichtigen Themen auseinander, wie der ersten Liebe, Freundschaft, der Umgang mit Trauer und Angst, aber auch Mobbing. In kleinen Rückblenden bekommt der Leser einen Einblick in Miriams Leben vor dem Amoklauf. So setzt sie sich mit den Vorwürfen auseinander und versucht, den Schmerz zu verarbeiten. Erst am Ende wird Miriam klar, dass sie nach vorne blicken muss und ihre Zukunft planen muss, um weiter zu leben. Der Stil ist recht simpel und einem Jugendroman angemessen. Die Sprache ist flott, manchmal etwas flapsig. Der Satzbau ist immer sehr knapp gehalten, was ich nicht so schön finde. Allerdings passt es irgendwie zum Roman. Es sind unruhige, kurze Gedanken der Protagonistin, was sehr gut ihre Angst und Verwirrung transportiert. Auch wenn sich die knapp 250 Seiten wie im Flug lesen lassen leichte Kost und hinterlässt einen sehr nachdenklich. Wen man nur liest, um amüsiert zu werden und einen angenehmen Zeitvertreib zu haben, dann ist dieses Buch nicht das richtige. Man muss von vornherein wissen, dass es eine negative Grundstimmung hat und wenn man sich nicht mit so ernsten Themen auseinandersetzen will, sollte man die Finger davon lassen. Meiner Meinung nach eignet sich dieses Buch sehr gut für den Deutschunterricht. Ich denke, dass es in der Mittelstufe ein passendes Buch wäre, das viel Material für Diskussionen liefern könnte. Es wäre definitiv mal was anderes und spiegelt Themen wieder, die diese Generation bewegen. Außerdem wird von dem Verlag Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt.
Fazit: „Es wird keine Helden geben“ ist eines dieser Bücher, das einen dazu zwingt, nachzudenken – über sich, über die wichtigen Dinge im Leben. Wer keine Scheu hat, sich der traurigen Stimmung zu stellen, wird überrascht sein, wo man alles Hoffnung finden kann. Gerade für Jugendliche finde ich es sehr geeignet, aber auch Erwachsene werden sich den ein oder anderen Gedanken dazu machen. Vielleicht in unserer Zeit eine wichtige, aktuelle Geschichte.

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180 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 50 Rezensionen

fantasy, fliegende stadt, magie, rebellen, aschevogel

Flügel aus Asche

Kaja Evert
Flexibler Einband: 496 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 02.05.2013
ISBN 9783426511961
Genre: Fantasy

Rezension:

Ich hatte von diesem Buch noch gar nichts gehört, bis ich es zufällig bei einem Gewinnspiel bekam. Schön und gut, einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul! Und der Klappentext klang ja auch wirklich vielversprechend. Das Versprechen wurde leider nicht eingelöst.

Adeen ist eine Krähe – ein dunkelhäutiger Bastard aus der Liebelei eines Erdgeborenen und einer Draquerin. Schon alleine deswegen hat er einen schlechten Stand in der Gesellschaft. Dass er dann auch noch gerne malt, obwohl Kunst in der fliegenden Stadt Rashija verboten ist, macht es nicht besser. Als sich seine Kunst dann auch noch verselbstständigt, wird es für ihn gefährlich. Gemeinsam mit einigen Rebellen versucht er zu fliehen und stürzt direkt in den nächsten Ärger, denn am Boden bereitet man sich auf einen Krieg gegen die tyrannische Stadt vor.
An sich ist die Geschichte sehr gut durchdacht. Rashija, die Welt in der die Stadt fliegt und ihre Bewohner sind wirklich gelungen und werden durch einen guten Erzählstil zum Leben erweckt. Die Kampfmagier und ihre Reitechsen sind einfach mal was anderes und die Magier ist auch nicht wie in jedem dritten Fantasy Buch 0/8/15. Dazu kommt der schöne, farbige Schreibstil, der einem die Welt näher bringt. Farben sind immer mal wieder sehr wichtig, da Adeen sie aus den Augen eines Künstlers sieht und sie bestimmte Bedeutungen haben. Besonders Grün ist hier sehr auffällig.
Den ganz großen Haken den dieses Buch hat, sind die Charaktere! Gerade die beiden Protagonisten Adeen und Talanna gingen mir irgendwann gehörig auf die Nerven. Und so sollte es doch bei einem Buch nicht sein. Eigentlich sollte man sie mögen und mit ihnen leiden und fiebern. Ich fieberte hingegen nur einem schnellen Ende entgegen. Adeen war ein Weichei und spielte immer die „Ich bin ein guter Mensch, ich kann das nicht tun“-Karte aus. Er war quasi zu gut für diese Welt! Bloß niemanden verletzen, auch wenn derjenige hinterher wieder als Gegner vor mir steht. Den einzigen mutigen Teil in ihm bewohnte der Aschevogel und der wurde als böse, wild und zerstörerisch dargestellt. Und Talanna ist die ätzende Rolle, die zwischen den Stühlen sitzt und sich gefühlte tausendmal entscheiden muss, auf welcher Seite sie nun steht – und das wechselt natürlich situationsabhängig. Beides Charaktere bei denen man sich wiederholt mit der flachen Hand vor die Stirn hauen wollte.
Die Sidekicks hingegen waren super. Starke, ausgefallene Charaktere, die viel zu kurz kommen, obwohl sie so schön ausgearbeitet sind. Es gibt den alten, liebenswerten, quasselnden Greis. Den etwas simpler gestrickten, großen, starken besten Freund. Die Furie aus dem fremden Volk, die Adeen nicht traut und viele, viele mehr. Obwohl sie alle so toll sind, schaffen sie es nicht, von dem schlecht konstruierten „Helden“ abzulenken.
Fazit: Wenn ich es nicht geschenkt bekommen hätte, hätte ich mich wohl tierisch drüber aufgeregt, dafür Geld ausgegeben zu haben. So kann ich es als Erfahrung abstempeln. Schöne Welt, interessante Grundgeschichte, aber mangelhafte Protagonisten, die den Lesegenuss echt erschweren.

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1.313 Bibliotheken, 8 Leser, 8 Gruppen, 77 Rezensionen

fantasy, bartimäus, zauberer, dschinn, london

Bartimäus - Das Amulett von Samarkand

Jonathan Stroud , Katharina Orgaß , Gerald Jung
Fester Einband: 544 Seiten
Erschienen bei cbj, 07.06.2004
ISBN 9783570127759
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Mit fünf Jahren beginnt Nathanael seine Lehre bei dem nichtsnutzigen Mr. Underwood zu einem Zauberer. Underwood selbst steht nicht hinter seinem Lehrling und ist noch nicht mal ein fähiger Magier, geschweige denn ein Lehrmeister. Als er Nathanael bei einer Kontroverse mit anderen Zauberern in den Rücken fällt, schwört der mittlerweile zwölfjährige Junge Rache. Dabei soll ihm der Dschinn Bartimäus helfen – doch kaum ist der Dämon beschworen, geht schon alles schief.
Der erste Teil der Bartimäus-Reihe liegt nun schon fast zwei Jahre auf meinem SUB und dümpelte da so vor sich hin. Warum nur? Dieses Buch hat es verdient gelesen zu werden. Von der ersten Seite an war ich wirklich begeistert.
Die Geschichte wechselt zwischen zwei Perspektiven. Während Bartimäus seinen Teil selbst in der Ich-Perspektive erzählt, wird Nathanael von einem Erzähler begleitet, der alles in der dritten Person weitergibt. Aber das ist nicht der einzige Unterschied. Bartimäus ist frech, bösartig, gemein, ironisch und sarkastisch. Genau das spiegelt sich in seinen Worten und Handlungen wieder. Eben ein waschechter Dämon. Kleine Randnotizen zu seinen Erzählungen unterstreichen das oft genug, denn in den Anmerkungen erklärt er oft sehr frech andere Dämonen oder ähnliches.
Nathanael hingegen ist ein hin und her gerissenes Kind. Einerseits ist er ein typischer Zauberer – wissbegierig, ein wenig machtsüchtig, hinterhältig und stolz. Andererseits hat er aber auch ein Gewissen und manchmal das Herz am rechten Fleck. Gelegentlich ging er mir auf die Nerven und wirkte wie ein kleines, weinerliches Kind. Allerdings passt das in das Gesamtkonzept des Buchs. Nathanael soll eben nicht der strahlende Held sein. Man stellt sich die ganze Zeit die Frage, kann er ein besserer Magier sein als alle anderen?
Das ganze spielt nämlich in einer sehr interessanten Welt, dort haben Magier das Sagen und die „Gewöhnlichen“ scheinen in ihren Augen nicht viel Wert zu sein und verrichten nur die normalen Arbeiten. Die Zauberer besetzen alle wichtigen Ministerposten – natürlich nur zum Wohl der Menschheit. Sie gelten als eingebildet, überheblich und machtgierig. Ein Aufstand sammelt sich unter den Menschen – aber das ist nur ein Nebenstrang und wird wahrscheinlich erst in den nächsten Büchern wichtig.
Die Handlung ist turbulent und spannend und bietet dem Leser kaum Zeit einmal durchzuatmen. Denn sobald Nathanael und Bartimäus ein Problem gelöst haben, stolpern sie auch schon direkt ins nächste. Gerade die letzten 80 Seiten sind richtig spannend. Ich wollte das Buch gar nicht erst aus der Hand legen. Und obwohl die beiden sich eigentlich gegenseitig gar nicht leiden können und sich noch nicht mal vertrauen, müssen sie irgendwie zusammenarbeiten.
Nun bin ich so richtig auf die nächsten Teile gespannt! Zum einen möchte man wissen, wie sich Nathanael entwickelt und was es mit dem Aufstand auf sich hat. Zum anderen ist Bartimäus’ Humor einfach so köstlich, dass man mehr von ihm wissen will. Band 2 ist bestellt und ich freu mich wirklich drauf.
Fazit: Für Harry Potter – Fans oder vergleichbarer Reihen ein Muss! Ich habe mich köstlich über den frechen Dschinn und das rasante Abenteuer amüsiert. Auch als Erwachsener sieht man es vielleicht eine Spur fieser. Mit 4 Bänden ist es eine überschaubare Reihe und auch irgendwie mal was anderes.

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

Wie ich auszog Zigaretten zu holen ...

Romana Grimm
E-Buch Text
Erschienen bei null, 26.05.2011
ISBN B00563HEUA
Genre: Sonstiges

Rezension:

Nach einer langen Nacht wacht Thomas in dem Bett einer flüchtigen Bekanntschaft auf und will eigentlich nur noch schnell weg von der Frau, deren Namen er sich noch nicht mal gemerkt hat. Wäre er mal besser da geblieben… Stattdessen geht er los, um sich am Automaten um die Ecke eine Schachtel Kippen zu ziehen und der Ärger beginnt, denn statt Tabak erhält er gerollte Microfilme mit einem Auftrag für einen Killer.
Das erste, was man bei der Lektüre dieses Buches lernt, ist: Rauchen kann tödlich sein! Und das obwohl der arme Thomas während der ganzen Geschichte nicht einmal richtig dazu kommt, eine Kippe zu rauchen. Stattdessen stolpert der Leser mit dem sarkastischen Ich-Erzähler von einer gefährlichen Situation in die nächste. Weder Thomas noch uns wird dabei eine Atempause gegönnt – aber das will man auch gar nicht. „Zigaretten“ kommt daher wie ein erstklassiger Actionfilm und würde auf der Leinwand wohl einem James Bond Konkurrenz machen. Man schafft es nur schwer das Buch aus der Hand zu legen, weil man immer wissen will, wie es weiter geht. Hinzu kommt der bissige Humor des Protagonisten, der es selbst noch in katastrophalen Situationen schafft, seinen Galgenhumor zu beweisen. Mehrmals haben mich die blöden Sprüche oder schrulligen Figuren zum Lachen gebracht. So trägt der Killer einen Trenchcoat, der Bösewicht verrät seinen Masterplan und der Held kriegt am Ende das Mädchen – irgendwie. Nichts neues, sagt ihr? Im Grimm-Style unschlagbar, sag ich!
So muss man am Ende traurig feststellen, dass 170 Seiten viel zu wenig sind und man Thomas nur ungerne ziehen lässt. Allerdings bleibt das Ende so schön offen, dass man noch auf einen zweiten Teil hoffen kann. Ich möchte zumindest mehr von Thomas, Andy und Pussy lesen. Und nein, mich hat dieser Name nicht gestört. Ich hätte vielleicht am Ende nur gerne gewusst, wie sie wirklich heißt. Estefania? Michaela? Rosalita? ^^
Einen kleinen Minuspunkt habe ich. Hier und da haben mir einfach ein paar Beschreibungen gefehlt, aber das war bei dem Tempo des Romans zu entschuldigen. Das hätte wahrscheinlich zu viel Geschwindigkeit rausgenommen zum Nachteil der Story. Aber ich liebe nun mal Beschreibungen. Zudem muss ich zugeben, dass ich es einfach so sehr gewöhnt bin, Geschichten im Präteritum zu lesen, dass mein Kopf die Verben teilweise automatisch umgewandelt hat. Das ließ mich leider manchmal stolpern.
Fazit: Wenn man einen Sonntag nichts zu tun hat, sollte man sich mit diesem Buch einschließen, denn man will es nicht mehr aus der Hand legen und Verpflichtungen, wie aus dem Zug auszusteigen oder arbeiten, nerven einen tierisch. Es ist ein actiongeladener, humorvoller Spielfilm zwischen zwei Buchdeckel gepresst. Wer lachen und gleichzeitig mitfiebern will, sollte sich das nicht entgehen lassen. Volle Punkte!

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12 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

blak, anna, horro, geist, cassi

Girl of Nightmares

Kendare Blake
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei St Martins Pr, 07.08.2012
ISBN 9780765328663
Genre: Sonstiges

Rezension:

Anna ist wieder da!

Leider auf Englisch... Gna!

Da eine Übersetzung vom deutschen Verlag bisher nicht geplant war, bin ich also über meinen Schatten gesprungen und habe es mir einfach in der Originalsprache gekauft. Resultat: Ich sollte ab sofort mehr englische Bücher lesen!


Anna hat sich selbst geopfert um Cassio vor einem bösen Geist zu retten und obwohl schon etwas Zeit vergangen ist, kann Cas einfach nicht damit abschließen. Als dann noch die Albträume beginnen, ist er sich sicher: Anna ist in Gefahr – wo auch immer sie ist – und er muss sie retten. Sein Weg führt ihn direkt in die Hölle.


Ich mochte schon den ersten Teil „Anna im blutroten Kleid“ sehr gerne und war deswegen auf die Fortsetzung gespannt. Die Mischung aus guten Geister-Horror, Teenagerproblemen und einer seichten Liebesgeschichte war genau richtig.

Allein schon das Cover ist so unglaublich schön, dass man es in seinem Regal stehen haben möchte. Schon im ersten Teil fand ich es toll, dass man einfach das Originalcover übernommen hatte. Ganz oft sehen deutsche Covergestaltungen nämlich schrecklich aus.


Cas (Ich liebe diesen Namen!) ist der tragende Pfeiler der Geschichte. Als Ich-Erzähler bleibt man natürlich bei ihm. Seine spitzen Kommentare, die freche Draufgängerart und der kleine, sensible Kern machen ihn schnell sympathisch. Zusammen mit seinen Freunden bildet er ein spitzen Team. Die Beziehungen untereinander werden vertieft, bekommen Risse und Probleme und bilden so einen weiteren, wichtigen Konflikt.

Natürlich ist Cas während des Romans anders als im ersten Teil. Seine erste Liebe ist verschwunden, vielleicht für immer verloren und in Gefahr. Das kann schon etwas depressiv machen. Aber gemischt mit einer Portion Sarkasmus wird er nicht nervig oder langweilig.


Der Schreibstil ist – obwohl es Englisch ist – sehr flüssig und schnell zu lesen. Das empfohlene Lesealter liegt bei 14 – 17 und damit ist der Stil recht jugendlich und flott. Gerade solche Bücher eignen sich für den Einstieg in die fremdsprachliche Literatur, da sie nicht voller unverständlicher Beschreibungen sind. Die ein oder andere englische Redewendung mag einem vielleicht mal komisch erscheinen und zwischendurch fehlt einem vielleicht ein Wort, aber das ist für den Verlauf der Geschichte ja nun nicht dramatisch.


Leider drängt sich der spannenste Teil des Romans im letzten Drittel. Davor dümpelt er – wenn auch recht locker – nur vor sich hin. Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass die Story endlich mal richtig ins Rollen kommt, auch wenn es bis dahin nicht langweilig war. Wahrscheinlich liegt es daran, dass Anna so lange nicht auftaucht und da sie so eine starke Rolle ist, fehlt sie mir irgendwie und kommt im ganzen Buch zu kurz.

Die Horror- und Geisterhauselemente sind ja trotzdem vorhanden und sorgen für genügend Spannung. Wie beim ersten Teil gilt hier, je größer die eigene Vorstellungskraft ist, desto schauriger sind einige Stellen. Als Erwachsener stellt man sich einige Szenen wohl noch etwas krasser vor, was dann auch für die ein oder andere Gänsehaut sorgt.


Achtung, kleiner Spoiler! Das Ende lässt einen schon ein kleines Tränchen wegdrücken und darauf schließen, dass es keinen weiteren Teil geben wird – was ich persönlich sehr schade finde.


Fazit:

Würdiger Nachfolger, wenn auch mit leichten Anlaufschwierigkeiten. Für Leser, die sich gerne mit englischen Texten beschäftigen, sollte es kein Problem sein und die Mischung aus Liebe, Spannung und Horror ist perfekt abgewogen.

Von mir 4 von 5 Sterne!

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Tags: anna, blak, cassi, geist, horro   (5)
 

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239 Bibliotheken, 3 Leser, 5 Gruppen, 65 Rezensionen

buchland, bücher, herr plana, markus walther, tod

Buchland

Markus Walther
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Acabus Verlag, 18.03.2013
ISBN 9783862821860
Genre: Fantasy

Rezension:

Bücher haben auf mich immer schon eine ganz besondere Wirkung gehabt. Ob wir es wollen oder nicht, Literatur prägt uns und unsere Gesellschaft. Welchen Einfluss das Buchland genau auf uns hat, ist wohl eine spannende Idee. Und was passiert eigentlich, wenn man aus den Geschichten Realität machen kann?

Herr Plana ist alt und schafft es nicht mehr, sich alleine um sein Antiquariat zu kümmern. Das ist zumindest die offizielle Begründung für die Einstellung von Beatrix. Dabei soll seine Bea ein Buch schreiben, das das ganze Buchland verändern wird. Doch der jungen Frau ist gar nicht der Sinn nach Schreiben. Zum einen zweifelt sie an ihrem Talent und zum anderen hat ein dramatischer Schicksalsschlag ihr ganzes Leben auf den Kopf gestellt. Das Buchland zieht sie jedoch in ihrem Bann – was tödlich enden kann. Der Anfang dieses Buches macht es dem Leser nicht unbedingt leicht. Lange habe ich mich gefragt, wo die Story eigentlich hin will und was der Haupthandlungsstrang sei. Dieser setzt erst relativ spät ein, so dass einen am Anfang ein buntes Allerlei empfängt. Das mag etwas komisch wirken, aber die kleinen Anekdoten und Erlebnisse von Herrn Plana sind sehr charmant erzählt, dass man gerne weiterliest. Außerdem will man ja auch noch erfahren, welche Geheimnisse im Keller des Antiquariats auf Bea warten.
„Buchland“ ist etwas ganz besonderes für Bibliophile. Und wahrscheinlich auch nur für die. Anspielungen, Parallelen oder Zitate aus den verschiedensten Epochen der Literatur begleiten einen durch die Geschichte. Es ist einfach wundervoll geschrieben und durchdacht. Außerdem beweist es, wie wichtig dem Autor selbst das gedruckte Wort ist. Dabei fällt einem aber auch die Neigung zu Fantasyromanen aus – was gerade mir besonders zu spricht. Vom Herr der Ringe über Per Anhalter durch die Galaxis bis hin zu griechischen Mythologie ist alles vertreten.
Gerade diese Anspielungen brachten mich oft genug zum Schmunzeln. Allerdings glaube ich, dass es sich nicht entfaltet, wenn man die Literatur, auf die sich bezogen wird, nicht kennst. Für meinen Geschmack hätten es sogar noch ein paar mehr Parallelen geben können auch aus anderen Genres.
Die Charaktere sind alte Bekannte in neuem Licht. Gerade der neue Blickpunkt macht sie sehr interessant. Leider glänzen hier die Nebenfiguren mehr als der Protagonist. Während ich Herrn Plana – aus dessen Sicht der Roman geschrieben ist – manchmal als etwas ablehnend empfand, interessierte ich mich immer mehr für die anderen Darsteller. So hätte ich mir z.B. einige Kapitel aus Beas Sicht gewünscht oder wesentlich mehr vom Buchhalter oder dem blinden Buchbinder. Gerade letzterer hat wirklich nur einen Randauftritt.
Fazit: Fantasykenner und Buchliebhaber sollten diesem Buch eine Chance geben. Es hat viele tolle Ideen mit einem Hauch Pratchett, obwohl es sich um ein sehr ernstes Thema dreht. Das Ende ist wirklich fesselnd und es ist definitiv mal was anderes.

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Tags: abenteuer, buc, bücher, herr plana   (4)
 

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74 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

fibelscheibe, suche, archäologie, ilyas, liebe

Assassino

Gerd Ruebenstrunk
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 05.03.2013
ISBN 9783760786810
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Gelegentlich lese ich Jugendbücher ja wirklich sehr gerne. Sie sind simpel geschrieben, haben niedliche und / oder flotte Geschichten und lassen sich mal eben so lesen. Hier allerdings kam ich aus dem Stolpern gar nicht mehr raus. Die junge Kati ist ein Genie und wird zusammen mit einem weiteren Wunderkind auf die Suche nach einer historischen Fibel geschickt. Schirmherr ist ihr reicher Vater, der scheinbar nichts dagegen hat, wenn seine Tochter sich in Gefahr begibt. Und schon beginnt ein rasantes Stolpern durch wunderschöne Locations.
Die Story an sich ist vielversprechend und hat viele Möglichkeiten. Nicht ohne Grund wirkt die Kurzbeschreibung interessant. Aber es wird einfach nichts draus gemacht. Ich habe eigentlich nicht gegen Geschichten, die sofort in die Story eintauchen, aber hier fühlt man sich als Leser so rumgeschupst, dass einem der Einstieg wirklich schwer fällt. Alles ist viel zu holperig und wirkt erzwungen, so dass es keinen richtigen Fluss ergibt. Das färbt sich natürlich auch auf die Charaktere ab. Sie sind farblos, stolpern selbst, neigen zu unlogischen Handlungen, nur um dann im nächsten Moment vorhersehbar zu werden. Wer geht denn bitte nach dem er überfallen wurde und einer der Gefährter stundenlang verschollen war erstmal nett essen??? Und wer bei Kati und Chris irgendwie eine Mischung aus Sheldon Cooper und Leonard Hofstadter erwartet, liegt auch völlig falsch – bis auf ihr angeblich sozialfremdes Verhalten, was aber auch nicht so wirklich durch kommt. Wunderkinder in Glanzleistungen erlebt man nicht.
Der einzige Lichtblick in diesem Chaos ist Ilyas! Seine Geschichte ist toll, seine Wesenszüge sind schön herausgearbeitet. Seine Scheu vor der modernen Welt ist so niedlich, dass man ihn direkt mag. Seinen Teil habe ich gerne gelesen. Warum konnten nicht alle Charaktere so stark sein?
Wirklich schön sind dagegen die Locations. Der Autor hat sich schöne Schauplätze ausgesucht. Man merkt, dass er sich dort auskennt oder viel Wissen angeeignet hat und es gelingt ihm sogar, die Stimmung einzufangen. Besonders Istanbul versteht es, einen zu verzaubern. Aber schöne Bilder können leider nicht alles rausreißen.
Der Schreibstil – nüchtern betrachtet – ist locker und flott, passend zu einem Jugendbuch, kann aber über krampfhaft herbeigerufene Situationen nicht hinweg täuschen. Zu sehr wirken die Szenen teilweise gestellt und das macht alles so unrealistisch. Okay, selbst bei Urban Fantasy ist das mit dem Realismus immer so ne Sache, aber der Plot muss doch irgendwie nachvollziehbar und stimmig sein.
Fazit: Mit dem zauberhaften Cover macht es sich zwar schön im Regal, aber das macht leider kein gutes Buch aus. Irgendwann summieren sich die negativen Seiten. Schlecht gezeichnete Charaktere, hektische Handlungen, unlogische Situationen, in denen leider der arme Ilyas komplett untergeht. Wirklich schade!

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(12.254)

14.515 Bibliotheken, 107 Leser, 30 Gruppen, 409 Rezensionen

dystopie, liebe, panem, hungerspiele, jugendbuch

Die Tribute von Panem - Tödliche Spiele

Suzanne Collins , Sylke Hachmeister , Peter Klöss , Werbeagentur Hauptmann & Kompanie
Buch: 416 Seiten
Erschienen bei Oetinger Taschenbuch, 01.10.2012
ISBN 9783841501349
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Dystopien schwemmen den Markt. Nach Elfen, Zauberschülern und glitzernden Vampiren sind sie ganz klar der nächste Trend. Und wie die meisten Trends ging auch dieser bisher weitestgehend an mir vorbei, obwohl ich das Konzept der Dystopie vor allem im Filmbereich schon immer spannend fand. Was eignet sich also am besten, um sich diesem Genre zu widmen, als das Buch, das alles irgendwie ins Rollen gebracht hat? Die Tribute von Panem.

Wie weit würde man gehen, um die, die man liebt, zu retten? Was ist man bereit zu tun, wenn das eigene Leben auf dem Spiel steht? Wie verhält man sich in extremen Situationen? Und wem kann man eigentlich noch vertrauen?
Die wichtigste Frage allerdings, die ich mir stelle: Wie konnte ich bisher ohne dieses Buch leben? Ich renne wirklich ungerne Hypes hinterher, aber dieses mal ärger ich mich, es nicht früher gelesen zu haben. Die Geschichte von Katniss hat mich sofort gefangen. Ich wollte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Ohne große Schnörkel steigt man direkt in die grausame Welt von Panem ein. Heute können wir es uns gar nicht vorstellen, was es heißt, Hunger zu leiden oder sein Essen selbst jagen zu müssen, um nicht zu verhungern. Genau mit dieser Angst spielt der Roman.
Katniss, die Protagonistin, schließt man dabei sofort ins Herz. Sie ist ein „realistischer“ Charakter mit Stärken und Schwächen. Die Welt hat sie hart werden lassen, aber auch ihren Überlebenswillen geprägt. Von ihrer Mutter ist sie enttäuscht und ihr Vater ist bei einem Grubenunglück gestorben. Ich mochte ihre temperamentvolle Art sofort, aber ich liebe ja so wie so starke weibliche Protas. Peeta ist genau der Charakter, den ein Buch braucht – zu Beginn undurchsichtig und schwer einzuschätzen. Ich musste oft überlegen, ob er ehrlich ist oder nur eine Show abzieht. So etwas liebe ich ja, wenn man als Leser hin und her gerissen ist. Ihr Team wirkt mir allerdings zu blass. Hier und da hätten auch die mal stärkere Szenen vertragen können, aber vielleicht dürfen Cinna und Haymitch ja noch in den nächsten Teilen glänzen.
Der Stil ist flüssig und bietet sich an, verschlungen zu werden. Er ist ohne viele Schnörkel, genau wie Katniss – logische Folge, da der ganze Roman aus ihrer Sicht geschrieben wird. Ab der Hälfte wird es richtig spannend, denn dann beginnen die Kämpfe in der Arena. Aber auch schon zuvor, wenn man die Welt und das Kapitol kennenlernt, bleibt man gerne am Ball. Alle wichtigen Hintergrundinfos werden in kleine Häppchen aufgeteilt und eingestreut. So hat man nie das Gefühl, geballtes Wissen präsentiert zu bekommen. Trotzdem hat mir hier und da noch etwas Background gefehlt. Das liegt aber eher daran, dass ich mich dafür interessiere, und nicht, dass man es so nicht verstanden hätte. Mich machen bei so was nur die Hintergründe so neugierig! Besonders schön finde ich die Freiheiten für den Leser. Die Hungerspiele sind brutal, aber es wird nicht bis ins letzte Detail beschrieben. Von daher kann man sich selber Gedanken machen, wie blutig es gerade zu geht. Trotzdem ist es als Jugendbuch schon recht hart. Ich sage selten was zu Cover, aber hier muss ich mal anmerken, dass ich es nicht sehr gelungen finde. An sich spiegelt es ein passendes Bild wieder, aber es ist nicht besonders umwerfen. Da gefallen mir die neuen Cover zum Filmstart besser.
Fazit: Ein definitives Lesemuss! Es ist ein spannender, mitreißender Roman, der sich einen Platz im Bücherregal verdient hat. Lange hat mich kein Buch mehr so begeistert. Katniss’ Abenteuer sind schockierend, emotional und sogar witzig. Eine perfekte Mischung. Jeder sollte in Panem eintauchen und froh sein, dass man selbst nicht dort bleiben muss. Von mir volle Punkte!

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Tags: collins, dystopie, hunger games, panem   (4)
 

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(3.189)

4.966 Bibliotheken, 51 Leser, 36 Gruppen, 426 Rezensionen

liebe, panem, katniss, peeta, hungerspiele

Die Tribute von Panem - Gefährliche Liebe

Suzanne Collins , Sylke Hachmeister , Peter Klöss , Hanna Hörl
Fester Einband: 430 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 01.01.2010
ISBN 9783789132193
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Nach dem ersten Teil der Panem-Reihe war ich ja wirklich wie im Rausch. Das Buch hatte mich so gefesselt, dass ich schwer glauben konnte, dass es noch eine Steigerung geben würde. Gesteigert hat es sich auch nicht unbedingt, aber der zweite Teil konnte definitiv das Niveau halten.
Katniss ist dem Capitol ein Dorn im Auge. Durch ihre Taten steht sie für die Widerstand und die Rebellion. Gerade das muss verhindert werden! Präsident Snow droht Katniss und macht ihr deutlich, dass sie und Petaa lieber das verliebte Pärchen spielen sollten, um den Rebellen keine neue Hoffnung zu machen, dass ihre Entscheidungen als Revolte gedacht waren. Der aus dem Funken wurde schon längst ein Feuer und plötzlich muss sich Katniss dem Hass Snows stellen, der sie und Petaa ein zweites Mal in die Arena schickt.
In dem Buch dreht es sich vor allem darum, ob Katniss nun mutig genug ist, sich gegen das Capitol zu stellen oder nicht. Soll sie fliehen? Soll sie kämpfen? Wie den ersten Band, habe ich auch diesen Teil gefressen. Die Entwicklung der Charaktere, ihre Ängste und Sorgen fesseln den Leser und lassen ihn durch die Seiten jagen. Immer wieder sind neue Probleme da, aber auch ein Funken Hoffnung, so dass die Verzweiflung in einem erträglichen Rahmen bleibt.
Die Welt von Panem trieft förmlich vor Grausamkeit und Kälte. Das kann einen faszinieren und wirkt wirklich in manchen Momenten recht erschreckend. Wieder bekommt der Leser kaum Hintergrundwissen. Mich reizt es ja mal zu erfahren, warum eigentlich genau alles so ist, wie es ist. Wer hat das Recht im Capitol zu leben? Wie hat sich das alles entwickelt? Das ist natürlich alles kaum für die Story wichtig, aber mich interessiert es total und dieser Hunger wird absolut nicht gestillt.
Besonders gelungen finde ich die Arena, in der die Tribute dieses mal antreten müssen. Es ist ein geniales Konzept, doch leider kommt die Arena dieses Mal viel zu kurz. Ein oder zwei Kapitel mehr, in denen die Spielmacher ihre Grausamkeit hätten beweisen können, wären nicht schlecht gewesen. Das Ende ist ein absoluter Cliffhänger. Am besten sollte man Band 3 direkt griffbereit neben sich liegen haben, um direkt weiter lesen zu können. Schon hier merkt man den Auftakt zum Finale.
Zu den charmanten Charakteren, die man schon ins Herz geschlossen hat – oder andere starke Emotionen hervorrufen – gesellen sich noch einige weitere. Allen voran Finnick Odair, an dem sich wohl zu Beginn die Gemüter spalten. Gerade die Zeichnung der verschiedenen Charaktere gelingt der Autorin wunderbar. Keiner ist wie der andere. Sie alle haben Stärken, Schwächen, Abgründe und ganz besondere Wesenszüge. Gerade das sorgt dafür, dass man sie liebt oder hasst.
Fazit: Mit „Gefährliche Liebe“ gelingt es Suzanne Collins das hohe Niveau von „Tödliche Spiele“ zu halten. Rasende Spannung, dramatische Szenen und ausgereifte Charaktere fesseln den Leser und entführen ihn in die kalte Welt Panem. Man mag das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen und bangt mit Katniss in der Arena. Auch wenn dieses mal wieder einige Hintergründe, die mich interessieren würden, nicht geliefert wurden und es hier und da zu langatmig oder zu knapp war, weiß der Roman doch sehr zu überzeugen. Von mir 4 Sterne.

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Tags: collins, dystopie, hunger game, panem   (4)
 

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(4.343)

6.740 Bibliotheken, 83 Leser, 39 Gruppen, 467 Rezensionen

panem, liebe, dystopie, katniss, krieg

Die Tribute von Panem - Flammender Zorn

Suzanne Collins , Sylke Hachmeister , Peter Klöss , Hanna Hörl
Fester Einband: 431 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 20.01.2011
ISBN 9783789132209
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die ersten zwei Bände waren für mich die Entdeckung des Jahres! Ich war in einem richtigen Panem-Rausch und wollte unbedingt wissen, wie es mit Katniss weiter geht. Dann kam der Schlag ins Gesicht – Band 3!

Die Rebellen rüsten zum Kampf und wollen Katniss als Spotttölpel und Wappen ihres Aufstandes nutzen. Doch das junge Mädchen hat in erster Linie ganz andere Sorgen. Ihr alter Distrikt wurde vom Capitol in Schutt und Asche gebombt, Familie und Freunde sind Flüchtlinge, die Rebellenführer haben ihre eigenen undurchsichtigen Pläne und Petaa wurde vom Capitol gefangen genommen! Besser könnte ein Showdown wohl kaum beginnen. Denkste!
Ich habe mich auf das Buch gestürzt, wie eine Besessene und merkte schon nach ein paar Seiten, dass irgendwas anders ist. Der ganze Tonfall des Romans kippt ins Depressive. Katniss ist dauerhaft von Medikamenten betäubt oder wird der Mund verboten. Sie ist schwach und verzweifelt, wird rumgeschuppst und wie eine Marionette behandelt. Die Stimmung ist so negativ und zieht einen so runter, dass ich immer nach einigen Seiten eine Pause brauchte und nicht mehr weiter lesen wollte. Hoffnung wird in diesem Buch sehr klein geschrieben.
Natürlich kann man argumentieren, dass der Krieg nun mal so ist. Grausam, brutal, menschenverachtend. Realistisch ist diese Darstellung alle male. Im Krieg gibt es keine Gewinner. Das Buch bringt diese Emotionen sehr stark rüber, was eigentlich ein Lob an die Schreibkunst der Autorin ist. Doch andersherum macht es das Buch auch zu einer schweren Kost, da es einen so sehr bedrückt, dass man nicht lange am an einem Stück durchlesen kann.
Die Charaktere entwickeln sich in dem Krieg zu einem wahren Graus. Katniss ist einfach nur eine Marionette, mit der jeder macht, was er will. Sie ist so passiv und kraftlos, dass man sie am liebsten einmal ganz kräftig schütteln will. Peeta ist ein armes Opfer und Gale entwickelt sich zu dem Mistkerl, den ich schon die ganze Zeit in ihm vermutet habe. Diese Entwicklung ist echt lästig, hat man Katniss doch schon als starkes Mädchen erlebt, die selbst nicht auf den Kopf gefallen ist. Wenn wenigstens mehr Gegenwehr von ihr gekommen wäre, hätte ich mich damit vielleicht anfreunden können, aber auf mich wirkte es so schwach.
Ich habe mich am Ende des Buches ziemlich lange darüber aufgeregt. Es war nicht ein Funke Hoffnung da. Nicht ein Moment, in dem man noch an das große Happy End geglaubt hat und tatsächlich hatte auch das Ende einen bitteren Beigeschmack. Ich meine, ich brauche nicht immer Happy Ends, aber das war wirklich ein Härtefall. Wenigstens hat sie sich am Ende für den richtigen Typen entschieden. ;-)
Fazit: Tatsächlich fällt mir die Bewertung dieses Buches doch sehr schwer. Einerseits hat die Autorin die Emotionen richtig rübergebracht. Ich habe wirklich mitgelitten. Wenn ein Schriftsteller das schafft, ist das schon eine große Leistung. Andererseits hat mich das Buch wirklich aufgeregt! Im Vergleich zu den anderen beiden ist Katniss nur eine passive Rolle, der alles entgleitet und kaum noch sie selbst ist. Die Hoffnung krepiert am Ende elendig und ich finde, dass dieser Band seinen Vorgängern nicht würdig ist. Aus Neutralität gibt es mal 3 von 5 Sterne von mir.

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35 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 17 Rezensionen

fantasy, schläfer, dew linae, vampire, vampir

Vor meiner Ewigkeit

Alessandra Reß , Oliver Schuck
Flexibler Einband: 200 Seiten
Erschienen bei Art Skript Phantastik, 30.07.2013
ISBN 9783981509267
Genre: Fantasy

Rezension:

Schon wieder ein Vampirroman! Das werden sich viele denken, wenn sie „Vor meiner Ewigkeit“ in den Händen halten. Und ich muss zugeben, man hat wirklich ein gewisses Bild im Kopf, wenn man mittlerweile das Wort „Vampir“ vernimmt. Auf Grund dieser Annahmen habe ich eine actiongeladene, spannende Jagd auf Blutsauger erwartet. Naja, zumindest in dem Punkt wurde ich enttäuscht. Aber fangen wir vorne an.

Der Philosophiestudent Simon wacht plötzlich ohne Erinnerungen in einer ihm fremden Welt auf. Nur Amy – ein Geist – steht ihm zur Seite, wobei sie allerdings keine große Hilfe ist, denn Antworten auf seine Fragen darf oder kann sie ihm nicht geben. Auf sich allein gestellt stolpert Simon nun durch die atemberaubende Welt Dew Linaes, erfüllt von dem Wunsch, seine Verlobte wieder zu sehen, der Gier, Vampire zu töten, um ihre Macht in sich aufzunehmen und der Frage, wer er eigentlich ist.
Das erste, was einem an dem Buch auffällt, ist der bildgewaltige und farbenprächtige Schreibstil. Alessadra Reß bringt die Phantasie ihrer Leser an den Rand des Möglichen, wenn sie ihre Welt beschreibt. Es ist eine Explosion aus Farben und Eindrücken und – ähnlich wie Simon – will man erst mal mit offenem Mund durch die Gegend rennen und alles begaffen. Es ist wie Synästhesie gebannt in Worten. Man nimmt die Farben förmlich mit allen Sinnen wahr. Das dieser Umstand sowohl Protagonist als auch Leser verwirren könnte, ist wohl nachvollziehbar. Aus dem Grund erkennt man schnell, dass „Vor meiner Ewigkeit“ nicht unbedingt das beste Einsteigerbuch ist, wenn man sich mit Fantasy auseinandersetzen will, denn es malt nicht die leichteste Form einer Welt. Oder aber man bringt eine große Portion abstraktes Denken mit.
Während seines Aufenthaltes in Dew Linaes lernt Simon viele verschiedene Charaktere – hauptsächlich natürlich Vampire – kennen. Ich selbst liebe es, wenn viele Rollen in einem Buch auftauchen. Es macht das ganze für mich spannender und abwechslungsreicher. Allerdings sind die Charaktere hier deutlich zu blass und jeder von ihnen rennt quasi einmal nur durchs Bild. Alles dreht sich um Simon. Es gibt keine starke Nebenfigur, die neben ihm gleichwertig agiert. Und das hat mich irgendwann genervt. Die Vampire treten jeweils in ihren eigenen Kapiteln auf, erzählen ihre Lebensgeschichte, wie ein Superschurke seinen Weltzerstörungsplan und naja… sind wieder von der Bühne verschwunden. Dieses Schema wiederholt sich bei jedem Vampir! Das Band zu diesen Charakteren ist aber längst nicht so stark, dass man irgendwelche Emotionen mit ihren Geschichten verbindet. Selbst Amy, die wirklich verdammt viel Potential hat, ist nicht mehr als ein Sidekick und das ist echt schade. Ihre Auftritte sind viel zu kurz und unregelmäßig und glänzen damit, dass sie eigentlich keine Ahnung hat. Dabei hat sie so eine wichtige Rolle und verdient es nicht mehr oder weniger eine Randnotiz zu sein.
Anstatt der actionreichen Jagd erwartet den Leser ein sehr nachdenklicher, melancholischer Roman. Es ist mehr „Interview mit einem Vampir“ als „Underworld“. Tatsächlich ist der philosophische Klang den Vampirtagebüchern von Anne Rice sehr ähnlich. Lestat denkt auch über vieles nach, hinterfragt es, zweifelt es an. In diese Richtung geht ebenfalls „Vor meiner Ewigkeit“. Allerdings hat Lestat eine größere Portion schwarzen Humor. Und irgendwie sowas hat mir noch gefehlt. Ich habe nichts gegen nachdenkliche Texte oder Literatur, die den Leser zum Grübeln bringt, aber es sollte anständig portioniert sein. Hier bekommt man alles geballt präsentiert und es wird – leider – nicht durch Humor oder etwas Action aufgelockert. Gerade schwerfällige Kost wird dem Leser dann leichter serviert.
Die Aufmachung des Buches ist beim Art Skript Phantastik Verlag immer etwas besonderes, alleine, weil das Format schon größer ausfällt. Auf den ersten Blick ist das vielleicht ungewohnt, aber ich mag es sehr und sie lassen sich gut lesen. Außerdem bekommt jedes Buch immer einen besonderen Hingucker, in dem die Kapitelüberschriften und Seitenzahlen eine ausgefallene Schrift haben. Die Covergestaltung haut mich jetzt nicht um, passt aber sehr gut zum Plot. Mein Dank geht an Grit vom ASP Verlag für die Bereitstellung eines Rezensionsexemplars.

Fazit: Eine Schriftstellerin mit Talent schafft eine krasse, bunte Welt, aber ihren Charakteren fehlt es dann leider an Farbe. Es ist schwere Kost und keine leichte Berieselung, so dass ich mich manchmal zum Lesen aufraffen musste. Wer diese Sorte Text mag, wird „Vor meiner Ewigkeit“ lieben. Von mir 3 Sterne.

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