Leserpreis 2018

Taayas Bibliothek

21 Bücher, 17 Rezensionen

Zu Taayas Profil
Filtern nach
21 Ergebnisse
Wähle einen Buchstaben, um nur die Titel anzuzeigen, die mit diesem beginnen.



LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 6 Rezensionen

einkauf, sachbuch, science slam, sozialstrukturanalyse, soziologie

Sag mir, was du kaufst, und ich sag dir, wer du bist

Jörn Höpfner
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 15.01.2018
ISBN 9783442177066
Genre: Sachbücher

Rezension:

Nicht, was ich erwartet hätte, das gebe ich ehrlich zu. Jörn Höpfner ist über die Grenzen unserer gemeinsamen Uni hinaus eher als Science Slammer bekannt, also als jemand, der Wissenschaft vor allem lustig gestaltet. Ähnliches hatte ich auch hier erwartet, also Texte, die vor allem auf Humor getrimmt sind und zwar Wissenschaft beinhalten, diese aber doch eher an den Rand stellen, zugunsten des Unterhaltungsfaktors.
Stattdessen bekommt man ein Sachbuch, das zwar locker und verständlich geschrieben ist, aber durchaus auch als Einführungswerk für Erstsemesterstudenten geeignet wäre - sofern man es hinterher noch vertieft. (Falls Professoren mitlesen: Bitte überlegen Sie sich das wirklich, denn gerade Sinus-Milieus fallen beim Studium irgendwo hinten runter und werden kaum erwähnt. Zumindest war es bei meinem so.)
So bringt er dem Leser ganz nebenbei nahe, was ein Soziologe überhaupt macht - was die wenigsten wissen, meiner Erfahrung nach zu urteilen. Gleichzeitig gibt er einem aber auch die Möglichkeit, ein wenig über sich selbst und die eigenen Mitmenschen zu lernen.
Insgesamt also ein lehrreiches und auch spannendes Buch, aber aufgrund der Thematik wirklich nur etwas für den interessierten Leser. Nicht zum stumpfen Nebenbeilesen geeignet, sondern wirklich ein Werk, das man aufmerksam und wach lesen muss.
Die einzige wirkliche Schwachstelle, die ich sehe, ist, dass der Humor im Buch vielleicht berufsbedingt ist. Eventuell ist das reiner Soziologenhumor, den man außerhalb des Faches nicht als lustig ansieht? Ich wurde allerdings gut unterhalten.

  (0)
Tags: sachbuch, science slam, sozialstrukturanalyse, soziologie   (4)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(71)

165 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 20 Rezensionen

"bücher":w=4,"fantasy":w=2,"book elements":w=2,"spannung":w=1,"urban fantasy":w=1,"dämon":w=1,"teil 1":w=1,"carlsen verlag":w=1,"erster teil":w=1,"buchliebhaber":w=1,"stefanie hasse":w=1,"märz 2017":w=1,"autor: stefanie hasse":w=1,"die magie zwischen den zeilen":w=1

BookElements 1: Die Magie zwischen den Zeilen

Stefanie Hasse
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 03.03.2017
ISBN 9783551316332
Genre: Fantasy

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(6)

10 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Ghostsitter: Die komplette 1. Staffel

Tommy Krappweis
herunterladbare Audio-Datei
Erschienen bei Amazon Media EU Sàrl, 31.10.2017
ISBN B076CLJ8VH
Genre: Kinderbuch

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(2)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 1 Rezension

klingonen, star trek - classic, star trek - tos

How Much for Just the Planet? (Star Trek, Book 36)

John M. Ford
Flexibler Einband: 253 Seiten
Erschienen bei Star Trek, 01.10.1987
ISBN 9780671629984
Genre: Fantasy

Rezension:

Inhalt: 

Auf drei verschiedenen Schiffen kommt es zur selben Fehlfunktion des Computers. Auf einem der Schiffe entwickelt dieser sogar so etwas wie eine eigene Persönlichkeit. Er sorgt mit falschen Informationen dafür, dass seine Crew eine Rettungskapsel nutzt und sich auf den Planeten Direidi katapultiert, bevor er eigenhändig die Enterprise kontaktiert.

Auf Direidi wurden große Dilithiumreserven entdeckt und da der Planet außerhalb der Territorien liegt, müssen nun die Föderation und das klingonische Imperium mit den Einwohnern verhandeln, wer die Schürfrechte erhält. Von da an driftet die Geschichte aber ab und folgt keiner klaren Linie mehr, denn die Einwohner sind Künstler im selbst gewählten Exil und verwandeln den Aufenthalt der beiden Delegationen in eine einzige, absurde Komödie.

 

Aufbau:

Anfangs folgt auf jedes Kapitel noch ein kleiner informativer Text - mal als Werbung geschrieben, mal ein Datenbankeintrag - um dem Leser abseits der Geschichte die Begriffe zu erklären. Bald aber sind die Kapitel eigentlich nur noch willkürlich gesetzte Abschnitte, in denen kein roter Faden mehr erkennbar ist.

 

Charaktere: 

Die Charaktere der Enterprise kommen hier zum Teil gar nicht vor, zum Teil hat Ford sie so abgewandelt, dass sie in sein Skript passen und sie damit gänzlich verfälscht. Kirk fragt nicht nach der verschollenen Crew und kümmert sich auch nicht um seine eigene, oder auch nur um den Auftrag, die Dilithiumschürfrechte zu erhandeln, sondern plant mit einem jungen Mann einen fingierten Überfall, um die Eltern seiner Angedachten von ihm zu überzeugen. Die Crew spaziert mal eben, ohne Erlaubnis, und ohne irgendjemandem Bescheid zu geben, von einem Schlamassel in den nächsten, und die Klingonen, Schrecken des Universums, machen mit den Menschen durchgängig Kaffeeklatsch und zeigen auch sonst keine ihrer üblichen Charakteristiken.

 

Fazit: 

Das Buch hat unglaublich gut angefangen. Klar strukturiert, mit einer spannenden Geschichte. Ein Raumschiff, das alleine denkt und sich dabei wie ein bockiges Kind in der Trotzphase benimmt. Leider wurde der Handlungsstrang schnell fallen gelassen und nicht wieder aufgegriffen, also auch nicht aufgelöst. Dabei hat mir der Teil wirklich gut gefallen und an der Stelle hätte das Buch von mir mit Freuden 5 Sterne bekommen.

Leider war das schnell vorbei und es folgte eine Ansammlung von Logikfehlern im Setting und eine absurde Handlung, die keinerlei Zweck zu haben schien. Ich hätte das Buch ab Seite 50 am liebsten abgebrochen und es wurde nur noch schlimmer. Über 200 Seiten gibt es keine klare Struktur, nichts, wo das Buch hin will, und die Lösung auf den letzten Seiten ist eher erzwungen (und teilweise auch sehr out of Character, wenn Spock sagt, dass ein Planet mit Auslachen der Angreifer gegen ganze Imperien mit Waffen gewappnet ist) und auch dann noch unlogisch und unzufriedenstellend.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

17 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

classic, enterprise, raumschiff, science fiction, star trek, star trek (tos), tos

Die UMUK - Seuche. STAR TREK

Jean Lorrah
Sonstige Formate
Erschienen bei HEYNE WILHELM, 01.06.1997
ISBN 9783453061941
Genre: Sonstiges

Rezension:

Inhalt: 

Die Enterprise ist gerade auf dem Weg, verbannte Vulkanier, die auf die Reinheit des Blutes pochen, auf einem unbewohnten Planeten abzusetzen und danach diplomatisches Personal auf einem anderen Planeten abzusetzen, als sie zu einer humanitären Katastrophe gerufen werden. Auf Nisus, einem Planeten, auf dem viele Spezies der Föderation mit Orionern und Klingonen zusammen arbeiten, ist eine Epidemie entstanden.
Schnell steht fest, dass Kinder aus gemischtrassigen Ehen dem Virus Nährboden bieten, um zu immer schlimmeren Varianten zu mutieren. Das führt selbst unter denen, die auf Nisus schon lange in gemischten Teams arbeiten, zu Misstrauen, ob es wirklich so klug ist, wenn verschiedene Völker kooperieren. 
Doch auch an Board der Enterprise gibt es Probleme. Einer der verbannten Vulkanier hat das gefährliche Virus aufs Schiff gebracht, und versucht nun auch noch, dieses unter seine Kontrolle zu bringen.  Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, der aber neben neuem Misstrauen auch neue Verbündete bringt. 

 

Charaktere: 

Im Mittelpunkt steht in diesem Roman gar nicht so sehr die Enterprise-Crew. Lediglich Spock, als gemischtrassiger Charakter, wird näher betrachtet und dadurch, dass seine Eltern unter den transportierten Diplomaten sind, wird auch sein Privatleben thematisiert. 

Ansonsten bilden hier aber unbekannte, aber nichts desto trotz spannende Charaktere den Mittelpunkt. Darunter Kevin, halb Mensch, halb Klingone, der sich bei der Sternenflotte beworben hat, sein klingonischer Vater, und die junge T'Pina, die auf Nisus aufgewachsen ist und nach ihrer Ausbildung an der vulkanischen Akademie dorthin zurück kehrt - gerade zum richtigen Zeitpunkt, weil sie in der Krise wichtiger ist als gedacht. 

Diese neuen Figuren werden gut ins Star Trek-Universum eingefügt und sind dabei schlüssig charakterisiert. Sie geben der Geschichte Tiefe - sorgen aber auch dafür, dass es sich nicht wie ein Enterprise-Roman anfühlt. 

 

Fazit: 

Eigentlich handelt es sich hier eher um einen Katastrophenroman, denn ein Ereignis folgt auf das andere und wieder und wieder sind die Leben der Betroffenen in Gefahr. Auch der Science-Fiction-Aspekt kommt etwas zu kurz. Statt dessen fließen Arztroman-Themen ein, darunter auch der Beginn einer Romanze. 
So ist es letztlich ein spannendes Buch - bis auf die Stellen, an denen Virologie überwiegt und der Laie nicht unbedingt alles versteht -, das aber das typische Star Trek-Gefühl ebenso vermissen lässt, wie die altbekannten Charaktere. 

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(10)

18 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

"kinder":w=2,"kindergarten":w=2,"humor":w=1,"erfahrungsbericht":w=1,"pädagogik":w=1,"erzieher":w=1,"kita":w=1,"geschichten aus dem kindergarten":w=1,"müssen wir schon wieder machen was wir wollen":w=1,"anna grammah":w=1

Müssen wir schon wieder machen, was wir wollen?

Anna Grammah
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Piper, 12.03.2013
ISBN 9783492300438
Genre: Humor

Rezension:

Inhalt: 

Ohne auf gesellschaftliche Tabus zu achten, erzählt die Autorin aus ihrem Alltag als Erzieherin und bringt dem Leser so nicht nur die anstrengenden Aspekte nahe - welches Kind darf diesmal auf den Schoß, und wie bringen wir das Kind dazu, dass es sich mit mittlerweile vier auch mal selbst bewegt, ohne getragen zu werden -, sondern auch die schönen Seiten. Dabei gibt sie durch die Blume und quasi spielerisch im Erzählfluss Nachhilfe in Sachen Erziehung, die ich als Außenseiter jedem Elternteil ans Herz legen wollen würde.

Und sie macht mich als Leserin unglaublich neidisch. So eine schöne, befreite Kindergartenzeit hatte ich nicht. Ich hatte Freunde und Spaß und auch die Mehrzahl der Erzieher war tadellos, ohne Frage, aber was hier geleistet wird (sofern es nicht positiv überspitzt ist), klingt so schön und malerisch, dass ich auch wieder Kindergartenkind sein möchte.

So haben die Erzieher zum Beispiel für Fasching den ganzen Turmraum in eine Sandwüste mit Beduinenzelten verwandelt, und im Sand noch Schokoladen-Goldtaler vergraben. Wer hätte das denn als Kind (oder Erwachsener) nicht toll gefunden?

 

 

Fazit: 

Obwohl ich mit Kindern nicht wirklich etwas anfangen kann, hat mir das Buch viel Freude bereitet und an keiner Stelle gelangweilt. Und auch einen Mehrwert bringt es mit sich, lernt man hier doch, wie man zumindest auf keinen Fall mit Kindern umgehen sollte.

Und falls das meine Familie lesen sollte: Wenn ihr wollt, dass ich auf Familienfeiern auch Spaß habe, stellt mir einfach einen Sandkasten mit eingebuddelten Schokotalern hin. 

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

wissen

Vertragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker?

Frederik Jötten , Jens Lubbadeh , ,
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 01.11.2013
ISBN 9783499601521
Genre: Humor

Rezension:

Aufbau:

Jeweils einem Kolumnentext folgt ein fachlicher Beitrag, oft von einem medizinischen Spezialisten des in der Kolumne behandelten Themas. Dazu sind die Kolumnenbeiträge in thematisch passende Untergebiete eingeteilt, die mit einer Karikatur und einem vorgestellten Einführungstext beginnen.

 

Fazit: 

Während die Beiträge der Spezialisten beziehungsweise die fachlich erklärenden Texte interessant sind - wenn auch teils ein wenig mehr verraten, als einem lieb ist, zum Beispiel über den allseits bekannten Chlorgeruch -, so wirken die Kolumnen oft so überspitzt, dass es nicht mehr lustig ist. Die Autoren wirken teils wie nervige Memmen, die hinter jedem Schatten auf ihrem Gesicht eine Ursache für Osteoporose erkennen, teils arrogant und angeberisch. Humoristisch ist hier nichts, einiges aber auch nicht unter den Titel passend. So ist es zwar interessant, zu wissen, welche Inhaltsstoffe Schokolade hat und wie diese wirken, mit Ärzten und Apothekern hat dies aber gar nichts zu tun. Ein rein fachliches Buch 'Was Sie schon immer über Ihren Körper wissen wollten' hätte sich zwar vielleicht schlechter verkauft, wäre aber letztendlich unterhaltsamer und und von mehr Mehrwert für den Leser gewesen.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

"sachbuch":w=1,"liste":w=1,"non-fiction":w=1,"listen":w=1,"bewertung: 5 von 5 sternen":w=1,"notiz":w=1,"shaun usher":w=1

Lists of Note

Shaun Usher
Fester Einband: 344 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.11.2015
ISBN 9783453270008
Genre: Sachbücher

Rezension:

Inhalt: 

Listen aller Art finden sich hier. Teils oberflächlich wirkende, alte Listen mit wünschenswertem Verhalten junger Damen, teils Suchen nach Titeln für Filme. Mal absurd, mal interessant, manche auch etwas belanglos. Fast jede ist entweder mit einem Bild des Originalschriftstücks oder aber mit einem Foto des jeweiligen Verfassers komplettiert.

 

Fazit: 

Ein Buch, wie ich es mir normalerweise eigentlich nicht gekauft hätte, weil ich nicht gewusst hätte, was ich davon halten soll. Aber Antonia vom Blog Lauter&Leise hat mir unter anderem dies damals als Gewinn der Classic Confessions geschickt und ich bin sehr froh darüber. Denn ich hätte nie gedacht, dass ich dieses Buch so spannend finde. Manche Listen, all die Speise- und Einkaufszettel, waren jetzt nicht allzu interessant. Dafür gab es andere, bei denen ich laut gelacht habe, welche, die nachdenklich machten, und besonders interessant ist H. P. Lovecrafts Liste an Romanideen, die man gut als Inspiration nehmen kann, wenn man selbst versucht, schriftstellerisch tätig zu werden.

Diese Sammlung ist also wirklich ein Gewinn für meine Buchsammlung und ich habe die kurzweilige Lektüre sehr genossen.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(22)

75 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 4 Rezensionen

"abenteuer":w=3,"freundschaft":w=2,"reise":w=2,"feenland":w=2,"kinderbuch":w=1,"magie":w=1,"märchen":w=1,"fantasie":w=1,"band 1":w=1,"fantas":w=1,"spannun":w=1,"september":w=1,"feenreich":w=1,"catherynne m. valente":w=1,"die wundersame geschichte":w=1

Die wundersame Geschichte von September, die sich ein Schiff baute und das Feenland umsegelte

Catherynne M. Valente , Sylke Hachmeister , ,
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 27.03.2015
ISBN 9783499217142
Genre: Kinderbuch

Rezension:

Inhalt: 

Ohne auch nur kurz an ihre Mutter zu denken, die ganz allein ist, seit Septembers Vater in den Krieg gezogen ist, verlässt das Mädchen sein Zuhause und macht sich auf eine Reise ins Feenland. Dabei wird ihr von Anfang an nicht erklärt, warum sie dort hin sollte, und auch die Gesetze lernt sie eigentlich nur im Vorbeigehen. Dass sie ihr eigenes Blut geben muss, um überhaupt ins Land zu kommen, wird ihr beispielsweise erst gesagt, als sie längst am Eingang der Feenwelt ist.

Und dann folgt ein Irren durchs Land, wo sie Geschöpfe trifft, die an bekannte Märchengestalten erinnern, dann aber doch völlig anders definiert sind, so dass man nichts hat, woran man sich festhalten könnte. Aus Freundlichkeit will sie einer Hexe ihren dringend notwendigen Löffel von der Herrin des Landes zurückstehlen. Diese wiederum schlägt einen Handel vor. Wenn September ihr ein Schwert aus dem Herbstwald holen kann, innerhalb von nur einer Woche, dann kriegt sie den Löffel.

Und so macht sie sich auf den Weg, begleitet von zwei Freunden, und landet immer wieder in Situationen, in denen ihr erst hinterher gesagt wird, worauf sie sich eingelassen hat, weswegen sie wieder und wieder in der Klemme steckt.

 

Charaktere: 

Um ehrlich zu sein, wirken die meisten Charaktere hier ziemlich stupide. Während September noch als herzlos beschrieben wird - was laut der Geschichte sowieso alle Kinder sind - und nur von einer Situation in die nächste stolpert, ohne dass irgendein System dahinter stecken würde, sind auch ihre Begleiter vielleicht trottelig nett, aber doch nutzlos wirkend. Der Bibliowurm - Sohn eines Bibliothek und einer Lindwurmdame - weiß nur über eine gewisse Spanne Buchstaben bescheid und wird nicht müde, darauf hinzuweisen, dass er von allem anderen keine Ahnung hat. Außerdem ist er obrigkeitshörig und lehnt sich selbst dann nicht auf, wenn ihm Schmerzen bereitet werden. Und der Marid - nicht Dschinn, wie im Klappentext - kann Wünsche erfüllen, aber nur, wenn man ihn besiegt und er weigert sich, so zu tun, als würde er aufgeben, um Wünsche erfüllen zu können, die ihm dann selbst nützen würden.

So ist selbst die Gruppe der eigentlich guten Charaktere eigentlich nur eine Ansammlung von Chaoten, die nur durch Glück irgendwie voran kommen.

 

Fazit: 

Wer Alice im Wunderland mag, könnte dieses Buch auch mögen. Es ist absurd, völlig verquer und folgt keinen Regeln der Logik, Naturgesetzen oder auch nur den Definitionen fantastischer Spezies, die sich über Generationen in der Fantasy als Konsens herausgebildet haben.

In Kombination mit den durchweg leider unsympathischen Charakteren und den ermüdenden Beschreibungen jeder Kleinigkeit, die selbst einen Walter Moers in den Schatten stellen, ist dieses Kinderbuch leider ein wirklicher Reinfall für mich. Positiv anzumerken sind lediglich die Illustrationen, aber auch die wirken eher kitschig-süßlich und dienen vor allem kaum dem Geschichtsverständnis, dafür sind sie zu selten und stellen zu wenig der ohnehin schon nur sporadischen Handlung dar.

Schade, dass dieses Buch in den englischsprachigen Blogs so hoch gelobt wurde. So hat es mich nur umso mehr enttäuscht.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(1)

5 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Magic Bitter, Magic Sweet

Charlie N. Holmberg
Flexibler Einband
Erschienen bei 47North, 01.01.1850
ISBN B01K32IIXA
Genre: Sonstiges

Rezension:

Inhalt: 

Maire ist seit etwa vier Jahren in einer Kleinstadt und hat mittlerweile ihre eigene Konditorei, in der sie Leckereien verkauft, in die sie Gefühle und Eigenschaften einbackt. Ihre Kekse können Mensch und Tier kräftiger machen, ihr Lavendelkuchen kann dafür sorgen, dass man sich geliebt fühlt und selbst Intelligenz ist mit ihren Desserts kein Problem. Warum sie das kann, weiß sie ebenso wenig, wie was vor ihrer Zeit in der Siedlung war.

Doch kaum erhält sie die Hoffnung darauf, etwas über sich zu erfahren, kaum scheint jemand, eine Erscheinung, sie von früher zu kennen, wird ihre sonst so keine Welt zerstört. Vagabunden überfallen die Stadt, töten die meisten und nehmen die jungen Bewohner als Sklaven mit. So kommt Maire in die Gewalt eines Mannes, der sie ebenfalls zu kennen scheint und von ihren Talenten weiß. Der sie gesucht hat. Ihr neuer Besitzer ist aber nicht nur brutal, sondern auch noch wahnsinnig. Nur eines scheint er mit Bestimmtheit zu wissen: Er muss verhindern, dass Maire mehr über sich erfährt.

 

Charaktere: 

Man lernt die Charaktere eigentlich erst gegen Ende wirklich kennen, weil vorher all ihre Vergangenheiten noch durch Amnesie und Rätsel verborgen sind. Stück für Stück werden Teile enthüllt, die sich aber erst im letzten Kapitel zusammenfügen. Bis dahin erlebt man die Geschichte aus Maires Sicht und kann so keinen unvoreingenommenen Eindruck gewinnen. Dafür leidet man mit ihr mit, und erhält daneben Einblicke in ihre Seelenleben, ihre Suche nach Antworten, aber auch ihre Angst davor.

 

Fazit: 

Der Roman bot Spannung bis zur letzten Seite des regulären Teils, wobei er mir an vielen Stellen zu brutal war. Düsterer, als ich es von Holmberg bisher gewohnt bin. Gefallen haben mir hingegen die Andeutungen anderer Geschichten im Buch, wobei ich mir gewünscht hätte, dass die weiter ausgebaut worden, mehr in die Welt eingeordnet gewesen wären. Der Epilog war letztlich leider enttäuschend. Zwar ein abgeschlossenes und auch zu erwartendes Ende, aber zu plötzlich und zu wenig erklärt, so dass der Roman nicht völlig überzeugen konnte.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(25)

41 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

"fantasy":w=3,"magie":w=3,"trilogie":w=2,"papiermagie":w=2,"glasmagie":w=2,"liebe":w=1,"mord":w=1,"tod":w=1,"england":w=1,"london":w=1,"flucht":w=1,"zauberei":w=1,"londo":w=1,"anfang 20. jahrhundert":w=1,"charlie n. holmberg":w=1

Der Glasmagier

Charlie N. Holmberg
E-Buch Text: 240 Seiten
Erschienen bei AmazonCrossing, 07.02.2017
ISBN 9781477809723
Genre: Fantasy

Rezension:

Nachdem Ceony in Band 1 das Herz ihres Lehrmeisters von seiner Ex-Frau - einer gefährlichen Blutmagierin - zurückerobern musste, und diese nur durch einen Zufall besiegt hat, ist nun deren Verbündeter hinter ihr her. 

Der erste Teil der Trilogie hatte den Leser in die Blut- und Papiermagie eingeführt, doch noch wirkte alles verhältnismäßig harmlos. Im zweiten Band wird es deutlich brutaler, aber nie so sehr, dass es geschmacklos werden würde. Dabei lernen wir hier eine weitere Form der Magie kennen, die Glasmagie, mit der ein Zauberer durch Spiegel reisen kann. 

Dennoch wirkt der Band, obwohl spannend, eher wie eine Ouvertüre für den Abschluss der Trilogie. Er ist nützlich, unterhaltsam, aber der schwächste der drei Romane, führt lediglich in die notwendige Richtung, um alle Handlungsstränge zum Abschluss zu bringen. 

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(13)

17 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 3 Rezensionen

england, european songcontest, gegenwart, großbritannien, herzog, hochzeit, humor, humorvoll, königin, london, lustig, majestät, monarchie, queen, tagebuch

Mein königliches Tagebuch - top secret

Die Queen , Maja Ueberle-Pfaff
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei FISCHER Taschenbuch, 08.03.2012
ISBN 9783596195046
Genre: Humor

Rezension:

Hier wird das Leben der Queen in Tagebuchform dargestellt, wobei es sich lediglich um Auszüge handelt, und zwischendurch Monate fehlen. 

Dabei redet Ihre Majestät von sich natürlich nie in der ersten Person Singular, und auch ihr Mann wird nur als HvE (Herzog von Edinburgh) betitelt, was schon die erste Hürde im Textfluss darstellt. 
Aber auch danach wird es nicht besser. Eigentlich besteht das ganze Buch nur aus drei Aussagen: Die Queen ist Alkoholikerin (ihr Alkoholkonsum spielt in beinahe jedem Eintrag eine Rolle), David Cameron und Nick Clegg hatten eine geheime Liebesbeziehung, und Prince Edward, Nick Clegg und Camilla sind unterbelichtet. 

Tatsächlich hatte ich lediglich eine Stelle, an der ich lachen musste, und die ist leider schon im Klappentext aufgeführt. Alles andere war infantil und dümmlich. Schade, denn das Königshaus bietet sicher allerhand Material für gepflegteren Humor. Gerade Prince Philipp hat in seiner Amtszeit doch einiges getan, dass für sich schon amüsant ist, und so noch weiter hätte beleuchtet werden können. Aber er und sein berühmter, doch sehr derber Humor sind hier selbst am Rande nur spärlich erwähnt. 

So ist das Buch reine Geldverschwendung. Leider. Ich hatte mir Großes davon erwartet. Vor allem trockenen, britischen Humor, nicht den, der eigentlich eher an deutsche 'Comedians' erinnert, die außerhalb des Fankreises eher als niveaulos angesehen werden.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

Extraordinary Journey of the Fakir Who Got Trapped in an Ikea Wardrobe

Romain Puértolas
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Random House UK, 01.09.2014
ISBN 9780099599791
Genre: Romane

Rezension:

Kurzinhalt:

Aja, ein mittelalter Inder, seines Zeichens Fakir, reist mit nichts weiter als einer gefälschten 100-Euro-Note nach Paris. Sein Ziel: Ein Nagelbett kaufen, denn Ikea hat eines im Angebot und in Indien gibt es kein Ikea. Dort angekommen stellt er fest, dass er das Sonderangebot, das Bett mit genau diesen 100 (gefälschten) Euros zu kaufen, um einen Tag verpasst hat. Bei seinem Versuch, den Originalpreis zusammen zu kriegen, lernt er Marie kennen, die ihn von nun an in seinen Gedanken begleiten wird. 

Doch zunächst muss er die Nacht im Möbelhaus verbringen, kann er sich doch kein Hotelzimmer leisten. Als nachts Mitarbeiter kommen, um die Möbel der alten Kollektion einzupacken und zu verfrachten, versteckt Aja sich ausgerechnet in einem Jugendzimmerschrank, der auf den Weg nach England geschickt wird. 

So beginnt eine absurde Reise, die ihn noch durch viele andere Länder führt und seinen Horizont erweitert, denn er lernt Menschen kennen, die ihr Leben riskieren, um ihre Familien mit ehrlicher Arbeit ernähren zu können. So dämmert ihm langsam, dass er nicht mehr zurück in sein altes Leben will. Er möchte ehrlich leben. Am liebsten mit Marie. 

Meine Meinung: 
Sprachlich ist die englische Version des Romans sehr leicht zu lesen und angenehm geschrieben. Inhaltlich hat mich aber enttäuscht, wie absurd zwischendurch alles wurde. Ich mag Absurdes normalerweise sehr gern, aber hier hat Puertolas übertrieben. Seine Geschichte hat schon die Grenzen des Realistischen überschritten, ohne je in der Fantasy angelangt zu sein. 
Außerdem bedient er sich zeitweise Klischees, die eine ganze Bevölkerungsgruppe diffamieren. 
Gleichzeitig erweitert er aber den Horizont des Lesers, zeigt er doch unsere europäische, moderne Welt erst aus den Augen eines Mannes, der mit Ach und Krach Strom in seinem Dorf hat, und dann aus den Augen derjenigen, die hungernd zu unserem Überschuss schauen und sich fragen, warum wir nicht teilen.

So hat mich der Roman nicht völlig zufrieden gestellt, zwischendurch aber dennoch gut unterhalten und nachdenklich gemacht. Kein Buch, dass man unbedingt lesen muss, aber auch keines, dass man auf keinen Fall lesen sollte. 

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(15)

31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

"mutter":w=1,"mut":w=1,"krebs":w=1,"to":w=1,"loslassen":w=1,"traue":w=1,"koche":w=1,"backe":w=1,"tochte":w=1,"wahrhei":w=1,"fakte":w=1,"muttertochterkonflickt":w=1,"konflickt":w=1

Valerie kocht

Maria Goodin , Martina Tichy , ,
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei ROWOHLT Taschenbuch, 30.01.2015
ISBN 9783499259609
Genre: Romane

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(11)

20 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

"comedy":w=1,"abgebrochen2016":w=1

iDoof, youDoof, wiiDoof

Oliver Kuhn , Alexandra Reinwarth , Axel Fröhlich
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 15.04.2011
ISBN 9783548374000
Genre: Sachbücher

Rezension:

Inhalt: 

Was haben Kürbisse, Kartoffeln, China, Christian Wulff und drei Mal Stefan Raab gemeinsam? Richtig, nichts. Außer, dass die Autoren meinen, sie sind es wert, dass man sich über sie lustig macht. Daneben wird noch eine ganze Reihe anderer Dinge aufgezählt, die potenziell lustig sein sollen, aber eher anmuten, als hätte jemand einfach gleich das ganze Lexikon abgeschrieben.


Aufbau:

Wie ein Lexikon aufgebaut, gibt es alphabetisch geordnete Beiträge, die oft in Ich-Form erzählt werden. Problematisch ist hierbei, dass nicht geschrieben wird, wer der jeweilige Autor ist.


Fazit: 

Ich war selten glücklicher, ein Buch endlich durch zu haben. Erwartet habe ich Satire, sind doch Magazine wie Extra 3 gut darin, sich über eine Sache oder Angewohnheit lustig zu machen, dabei aber auch sachliche Argumente dafür vorzubringen und nicht oder nur wenig zu verletzen. Oder wenigstens eine verniedlichende Verhohnepipelung, wie sie Stand-Up Comedians anwenden.

Statt dessen wird hier nicht argumentativ gearbeitet. Warum soll man sich über etwas lustig machen? "Mir geht [...] einfach nur auf die Nüsse." Die Autoren haben hier lediglich ihre eigene Meinung aufgeschrieben, ohne diese - witzig oder nicht - genauer darzulegen und den Leser so wirklich daran teilhaben zu lassen. Dabei hätten sie tatsächlich auch einige Dinge gehabt, die man hätte ausbauen können. Neumoderne Vampirromane, Radsport, die Namen prominenter Kinder und Smartphone-Zombies (zu denen ich mich auch zähle, es geht mir also nicht um eine Beleidigung meiner Person). Diese wurden aber nicht genutzt, sondern gehen in einem Einheitsbrei von Meckern und dummen Sprüchen unter.

Was aber an diesem Buch am Schlimmsten ist, sind die Beleidigungen und politischen Inkorrektheiten. Alleine viermal habe ich das N-Wort zur Beschreibung schwarzer Mitbürger gezählt. Schwule Knutschszenen im Fernsehen stören den Autor und sollen daher bitte von den Schreiberlingen unterlassen werden. Darüber hinaus wurden anstrengende Kinder von Hartz IV-Empfängern unterstellt, sie hätten degeneriertes Erbgut. In meinen Augen ist das Buch damit also eher ein Fall für die Staatsanwaltschaft als für ein gut sortiertes Bücherregal.

Und selbst, wenn Ziel des Buches eigentlich war, den Leuten vor Augen zu führen, wie lächerlich unsere Mecker- und Lästerkultur ist, und es nur diente, dem Leser zu zeigen, dass er genauso ist, wie die Autoren sich hier geben, stellt sich doch die Frage, warum dafür fast 300 Seiten und 9 Euro nötig sind.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

6 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

alltag, anzeigen, humor, schmunzeln

Wir duschen am liebsten nackt

Joab Nist ,
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 17.06.2014
ISBN 9783442158003
Genre: Humor

Rezension:

.. gibt der Autor selbst hinten zu und so wirken sie auch. Unglaubhaft. Und die, denen man glauben könnte, möchte man nicht glauben. Zu eklig, pervers oder einfach nur menschlich abschreckend scheinen die Leute zu sein, die heutzutage WGs bewohnen, wenn man diesem Büchlein glauben soll. 

Die Illustrationen waren der einzige Lichtblick, die waren wirklich gut gemacht.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(17)

29 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

"poetry slam":w=2

Ich habe eine Axt - Urlaub in den Misantropen

Patrick Salmen
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 01.04.2014
ISBN 9783426515587
Genre: Humor

Rezension:  
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(35)

56 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 18 Rezensionen

"ritter":w=5,"ethan hawke":w=3,"regeln für einen ritter":w=2,"liebe":w=1,"tod":w=1,"sachbuch":w=1,"england":w=1,"mittelalter":w=1,"glück":w=1,"briefe":w=1,"lebenshilfe":w=1,"achtsamkeit":w=1,"lebensweisheiten":w=1,"handbuch":w=1,"ratschläge":w=1

Regeln für einen Ritter

Ethan Hawke , Kristian Lutze
Fester Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 11.08.2016
ISBN 9783462049336
Genre: Romane

Rezension:

Inhalt: 

Obwohl es im Klappentext angedeutet wird und durch den zusammenhängenden 'Brief' eines in die Schlacht ziehenden Ritters an seine Kinder auch zunächst so anmutet, ist dies hier kein Roman, sondern eher eine Art Selbsthilferatgeber.


Aufbau:

Ein jedes Kapitel befasst sich mit einer Eigenschaft, die ein Ritter mit sich bringen sollte. Jedes hat eine Zeichnung und eine kurze Beschreibung am Anfang, sowie eine etwas längere, folgende Beschreibung, was erwartet wird. Darüber hinaus haben viele der Kapitel noch eine fiktive Anekdote des Ritters, die er mit der entsprechenden Eigenschaft verbindet. Zum Schluss folgt die einzige richtige Geschichte des Buches, eine Ballade in Versform.


Charaktere: 

Sir Thomas, ein Ritter in England, schreibt einen Brief an seine vier Kinder, da er fürchtet, am nächsten Tag in der Schlacht zu fallen. In diesem Brief will er ihnen alles mitgeben, was sie an Erziehung brauchen, um einmal ein großer Ritter oder eine edle Dame zu werden. Dabei erzählt er von seiner Lebenserfahrung und von den Lehren, die sein Großvater ihm beigebracht hat. Thomas als Charakter ist dabei wenig ausgearbeitet. Es ist anzunehmen, dass er alle aufgezählten Eigenschaften eines Ritters aufweist, darüber hinaus ist er ein liebender Vater. Aber all das erfährt man nur aus erster Hand und auch das wenige, was man erfährt, ist nicht unbedingt für die Lektionen, die er seinen Kindern mitgeben will, wichtig.


Fazit: 

Das Buch weist das selbe Problem aller Ratgeber auf. Es sagt einem, wie man sein soll, aber nicht, wie man den eigenen Charakter diesbezüglich ändern kann. Das Ziel wird aufgezeigt. Das war einem aber unterschwellig schon selbst bewusst, und den Weg muss man dennoch selbst finden. Darüber hinaus widersprechen sich manche Ziele. Zudem ergeben nicht alle Anekdoten einen Sinn, weder in sich, noch für die das Kapitel bestimmende Eigenschaft. Damit ist es für Kinder, für die es von der Sprache her wohl gemeint sein soll, nicht wirklich verständlich und greifbar.

Gegen Ende, mit der Ballade, wirkt das Buch zudem fast schon übergriffig in seinem erhobenen moralischen Zeigefinger, so dass ich es trotz der wunderschönen Zeichnungen, der historisch-liebevoll kreierten fiktiven Verpackung des Hauptinhaltes und der doch gut gemeinten Ratschläge leider nicht sonderlich empfehlen kann.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(3)

4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

Das Streichelinstitut

Clemens Berger
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei btb, 09.02.2015
ISBN 9783442748495
Genre: Romane

Rezension:

Klappentext: 

 

Ein urkomischer, kluger Roman über einen liebenswerten Taugenichts, der beschließt, ein Streichelinstitut zu eröffnen und endlich ein homo oeconomicus zu werden.

Inhalt: 

 

Eigentlich war es nur ein Scherz seiner Freundin. Er könne so gut streicheln, dass er das doch beruflich machen könnte. Schließlich entscheidet sich Sebastian, der sich jetzt lieber Severin nennt, dafür und mietet eine Wohnung an, um ein Streichelinstitut zu eröffnen. Immerhin beweisen Forschungen, dass Streicheln den Menschen hilft, sie zu glücklicheren, besseren Menschen macht. Aber niemals unter der Gürtellinie. Schon nach wenigen Wochen bricht er diese Regel aber.

 

Aufbau: 

In lediglich drei Kapiteln, die unendlich lang scheinen, wechseln immer Gegenwart, Vergangenheit und Fantasie, ohne dass die Übergänge wirklich klar gemacht werden, so dass man wirklich aufmerksam lesen muss, um zu wissen, wo man sich gerade befindet. Viele der Gespräche werden nur zusammengefasst oder in indirekter Rede erwähnt. Sehr schwer und unangenehm im Textfluss.

 

Charaktere: 

Sebastian/Severin hat einen Abschluss in Philosophie und will eigentlich seine Dissertation schreiben, schreibt aber immer nur die Arbeiten anderer  – gegen Geld, versteht sich. Er bummelt durch die Welt und durch sein Leben, kommt nirgendwo an. Er selbst hält sich für links, hasst aber so ziemlich jeden und scheint ständig im Luxus leben zu wollen. Darüber hinaus denkt er bei jeder Kleinigkeit an Sex. Ein Hund wäre bei einer solchen Übersexualisierung schon längst kastriert worden, er hingegen betrügt lieber ständig seine Freundin und glaubt zwischendurch gleich drei Frauen zu lieben. Liebenswert, wie im Klappentext behauptet, ist er nicht, eher das Gegenteil. Er gibt ständig, selbst in seinen Gedankenmonologen, mit seiner Belesenheit, seinem Kunstverstand an, hält sich für besser als die meisten anderen und tut sich ständig selbst leid. Hasst sich gleichzeitig selbst. Nicht einmal Goethes Werther ist so hassenswert und selbstbesessen wie dieser Mann.

 

Anna, seine Freundin, ist Philosophiedozentin, weiß aber von seiner Arbeit als Ghostwriter wissenschaftlicher Arbeiten. Was eigentlich ein Kündigungsgrund sein müsste, dass sie es verschweigt, wird nie thematisiert. Sie ist nicht richtig zu fassen, wirklich lernt man sie nicht kennen, weil sie, wenn sie spricht, oft nicht richtig auf die Themen eingeht, einsilbig ist, nicht ausspricht, was sie denkt. Man erfährt nur, dass sie genauso übersexualisiert ist, stellt sie sich doch liebend gern vor, wie ihr Freund andere Frauen streichelt, nur um ihn dann ins Bett zu schleifen.

 

Dr. Irene Fischer, fast immer mit Doktor geschrieben, obwohl man nicht weiß, wofür – Medizin kann es nicht sein, so oft, wie sie wochenlang einfach verschwindet -, ist die Dritte im Bunde, hat Severin gezeigt, wie er unter der Gürtellinie zu streicheln hat und dann das Gleiche auch noch mit seiner Freundin gemacht. Sie verführt ihn auch zu einer Expansion seines Unternehmens, ansonsten bleibt sie aber undurchsichtig. Scheint nur als Verführung, als Stilmittel zu existieren.

 

Viele andere Personen werden erwähnt, bleiben aber blass, uncharakterisiert, was schade ist. Gerade die Kunden des Instituts, ihre Geschichten, hätten so viel Potenzial geboten.

 

Fazit: 

Das Buch hätte so vieles sein können und ist doch nichts davon. Es hat zwischendurch gute Ansätze, auf die man eine Handlung hätte aufbauen können. SMS von der eigenen Nummer, ohne dass man sie selbst geschickt hat? Wäre ein guter SciFi oder Fantasy. Die Zerrissenheit in Sebastian und Severin hätte ein guter Thriller oder ein Psychodrama werden können und die Geschichte von einem Institut, in dem man Leute streichelt und glücklich macht, wäre ein guter Ansatzpunkt für eine Romanze. Doch dieser Roman ist nichts davon. Es findet keinerlei wirkliche Handlung statt, Spannung kommt nicht auf. Nicht einmal der im Klappentext versprochene Humor, eher im Gegenteil. Ich habe ein Buch noch nie so inniglich gehasst.

Auch Gesellschaftskritik hätte es werden können. Über Leute, die sich für links halten und doch die schlimmsten Kapitalisten sind. Über die Perversionen unserer Zeit. Über freie Liebe oder dagegen. All das wird kurz angerissen und doch nicht pointiert dargestellt, sondern gleich wieder fallen gelassen. So bleibt am Ende ein Werk übrig, dass auf 356 Seiten weder Moral, noch Handlung, noch irgendeine Aussage hat. Keine Charaktere, in denen man sich erkennen könnte, nicht einmal ein Ende. Die eigentlich interessante Zeit, die eigentliche Handlung hätte mit dem Ende erst angefangen.

  (0)
Tags:  
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(531)

844 Bibliotheken, 20 Leser, 2 Gruppen, 115 Rezensionen

"mars":w=53,"science fiction":w=27,"astronaut":w=16,"überleben":w=15,"nasa":w=15,"andy weir":w=15,"weltraum":w=12,"der marsianer":w=11,"weltall":w=8,"raumfahrt":w=8,"mark watney":w=7,"wissenschaft":w=6,"science-fiction":w=6,"scifi":w=6,"technik":w=5

Der Marsianer

Andy Weir , Jürgen Langowski
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Heyne, 13.10.2014
ISBN 9783453315839
Genre: Science-Fiction

Rezension:

Inhalt: 

Mark Watney, Botaniker und Ingenieur, wurde auf dem Mars vergessen. Nicht etwa durch ein Versehen, sondern, weil man ihn für tot hielt. Nun sitzt er fest, denn selbst wenn er sie erreichen könnte, seine Crew könnte ihn nicht auf der Oberfläche abholen. Für ihn beginnt ein Wettlauf mit der Zeit, darum, wie lange seine Ressourcen halten, wie lange die Technik noch überlebt, und ob er überhaupt jemals vom Planeten kommen kann. Dabei ist nicht jeder Plan, der in der Theorie genial klingt, auch in der Umsetzung noch so leicht.

 

Charaktere: 

Die Hauptrolle spielt natürlich Watney, der ‚Marsianer‘. Er hat einen recht derben Humor, der aber auch in den eigentlich unwirtlichsten Situationen durchkommt, so dass er sehr sympathisch, wenn auch manchmal ein klein wenig albern und manchmal etwas vulgär erscheint. Man kann ihm aber zu Gute halten, dass Höflichkeit nun wirklich nicht mehr von Bedeutung ist, wenn man annehmen muss, dass man eh stirbt.

Die anderen Charaktere spielen eigentlich nur Nebenrollen, sind teilweise aber auch sehr liebevoll aufgebaut, und bringen fast alle auch ihre eigene, kleine Spur Humor mit.

 

Fazit: 

Die Geschichte ist spannend erzählt, teils im Missionslog von Watney, teils aus einer normalen Roman-Erzählperspektive, teils in Kommunikationslogs, aber nie so durcheinander gebracht, dass es verwirren würde. Alles ist klar erkennbar und die Grenzen verwischen nicht. Watney ist ein sehr ‚plastischer‘ Charakter, man kann ihn sich gut vorstellen und sich vielleicht nicht ganz in seine Situation versetzen – einziger Mensch auf einem großen Planeten ist wohl keine Situation, in die der Leser je kommen kann -, aber mitleiden, mitfiebern kann man sehr gut. Einzig die technischen Details sind nicht immer vollkommen nachzuvollziehen, wenn man keinerlei Ahnung von Technik hat. Das stört den Erzählfluss aber nicht. Man hat nicht das Gefühl, wirklich etwas zu verpassen, nur, weil man sich mal eine Kleinigkeit nicht ganz vorstellen kann. Dennoch gibt es hier leichte Abzüge. Was mir aber wirklich gefehlt hat und daher einen Stern Abzug mit sich zieht, sind am Ende jedes Logs die Aufzählungen, was ihm noch bleibt. Bei vielem war es kein Problem, aber die Stunden Außeneinsatz im Raumanzug, die er ableisten kann, waren von Anfang an genau bemessen und ich hatte zwischendurch immer das Gefühl, dass er die Grenze doch eigentlich längst erreicht haben müsste. Das hat mich hin und wieder gestört, dass ich da keine Anhaltspunkte hatte, ob mein Gefühl, mein Misstrauen begründet war.

Insgesamt aber ist es eine spannende, humorvolle Science-Fiction-Erzählung, die auch für Nicht-Technik-Nerds gut zu lesen ist und bei der man selbst in lebensbedrohlichen Situationen dank Galgenhumor noch laut lachen kann. Hat mir sehr gut gefallen.

  (0)
Tags: andy weir, humor, scifi   (3)
 

LOVELYBOOKS-Statistik

(5)

9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

humor, todesanzeigen

Ich mach mich vom Acker

Christian Sprang , Matthias Nöllke
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 02.10.2013
ISBN 9783462045499
Genre: Humor

Rezension:  
Tags:  
 
21 Ergebnisse

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach!

Hol dir mehr von LovelyBooks

Mit der Verwendung von LovelyBooks erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir und unsere Partner Cookies zu Zwecken wie der Personalisierung von Inhalten und für Werbung einsetzen.