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14 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

selbstotimierung, tanja mairhofer;, antiratgeber, leben, faulheit

Schluss mit Muss

Tanja Mairhofer
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei ZS Verlag GmbH, 05.05.2017
ISBN 9783898836548
Genre: Sachbücher

Rezension:

Schon im Vorwort zu ihrem Buch "Schluss mit Muss" macht Tanja Mairhofer klar, dass es sich bei ihrem Buch mal um "keinen Ratgeber" handelt und man dieses Buch lesen kann, aber nicht muss.

Mit dem gleichen humorvollen Ton und sich dabei selbst nie allzu ernst nehmend, geht die Autorin dann in verschiedenen Kapiteln auf Personen oder Themen ein, die einem oft versuchen das Leben schwerer zu machen, als es ist. Da geht es um vermeintliche Liebesratgeber, die einem dann doch nicht weiterhelfen, sondern nur Komplexe verursachen, um die Vorurteile mit denen Frau immer noch kämpfen muss, übertriebene Sauberkeit im Haushalt und Mütter, die das Ausrichten eines Kindergeburtstages zu einer Challenge erklären.

Jedes Kapitel ist dabei relativ kurz, hat immer eine echt tolle Kapitelüberschrift und überall finden sich Sprüche von der Autorin, die mich ziemlich oft zum prusten gebracht haben ("Aus einem Mops kann man keinen Windhund machen"). Einfach herrlich!

Schön ist, dass die Autorin sich einfach selber nicht ganz so ernst nimmt und einfach mal ein Buch darüber geschrieben hat, dass man doch einfach so wie man ist mit sich zufrieden sein sollte und immer das Gute im Leben sehen sollte und nicht sich andauernd verbiegen muss, um Karriere zu machen oder um den Traumtypen zu angeln.

Dabei spickt Tanja Mairhofer alles mit eigenen Geschichten und Anekdoten aus ihrem Leben, was das Buch zu einem sehr kurzweiligen und amüsanten Leseerlebnis machen.

Rein prinzipiell muss man das Buch wirklich nicht lesen, aber wenn man mal so richtig abschalten und sich köstlich amüsieren möchte, kann ich das Buch nur weiter empfehlen. Mir hat das Lesen sehr viel Spaß gemacht und der Spruch "Ein perfekter Haushalt ist ein Zeichen für ein verschwendetes Leben" ist mein neuer Leitsatz geworden.

Dafür vergebe ich alles in allem vier von fünf Sternen.

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Tags: tanja mairhofer;   (1)
 

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7 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

mystery, jugendroman, paige mckenzie, reihe, verlag bloomoon

Sunshine Girl - Das Erwachen

Paige McKenzie , Alyssa Sheinmel
E-Buch Text: 336 Seiten
Erschienen bei bloomoon, 15.02.2017
ISBN 9783845821924
Genre: Sonstiges

Rezension:

Um nicht zu viel zu Teil 1 zu spoilern, möchte ich zum Inhalt nur so viel schreiben, dass die Handlung nahtlos dort weitermacht, wo Teil 1 aufgehört hat. Es gibt aber einige Rückblendungen und Erklärungen dank derer ich auch wieder schnell in der Geschichte drinnen war. Dieser Teil ist im Vergleich zum ersten für mich viel spannender gewesen und ich konnte das Buch einmal begonnen nur noch schwer aus der Hand legen.

Die Kapitel sind weiterhin kurz gehalten, wodurch die Spannung noch zusätzlich erhöht wird und die Handlung bietet so viel Action, dass ich zum Teil wirklich atemlos über dem Buch hing.

Auch dieser Teil ist, wie der erste auch, aus Sicht von Sunshine geschrieben. Sunshine selber ist ein wirklich cooles 16jähriges Mädchen, deren feiner Humor auch hier wieder gut zur Geltung kommt und die zwar zum einen klar ein Teenager ist, aber gleichzeitig auch sehr vernünftige Gedankengänge führen kann. Zu keiner Zeit musste ich mich über sie aufregen oder mit den Augen rollen, was mir bei Büchern mit Teenagern, die aus der Ich-Perspektive schreiben doch schon öfters passiert ist.

Trotz der Ich-Perspektive habe ich auch von den anderen handelnden Personen ein gutes Bild bekommen und jede Figur hat im Laufe der Geschichte doch auch noch überraschende Seiten gezeigt.

Sehr gut gefällt mir, dass die Autorin nach und nach immer mehr Erklärungen liefert und auch sehr gut mit eingebaut hat, wieso Sunshine so ist, wie sie eben ist und welche Gründe es dafür gibt. Das gefällt mir sehr gut, da hier der direkte Bezug zwischen Verhalten und Fähigkeiten dargestellt wird und ich als Leser alles gut nachvollziehen kann.

Die Autorin hat die Geschichte um Sunshine zuerst als Serie auf YouTube eingestellt und ich finde man merkt, dass die Erzählung zuerst als Film gedacht wurde. Was ich aber sehr gut finde, vor allem da es die Autorin geschafft hat die Filmszenen sehr gut sprachlich umzusetzen. So liefert dieses Buch Kopfkino vom feinsten und sogar jetzt noch sehe ich viele Sequenzen direkt vor meinem geistigen Auge vor mir.

Der wirklich einzige Wehmutstropfen an diesem Buch ist, dass es mit einem fiesen Cliffhanger endet - viel schlimmer, als der erste Teil - und ich jetzt schon sehnsüchtig auf den nächsten Band warte.

Ansonsten scheint sich diese Reihe zu einem wirklichen Fantasy-Tipp von mir zu entwickeln.

Für diesen Teil gibt es volle fünf Sterne.

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Tags: paige mckenzie, sunshine girl   (2)
 

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41 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

kinderarbeit, bergarbeiter, ausbeutung, kohlebergbau, armut

Das verlorene Medaillon

Ellen Marie Wiseman , Claudia Franz
Flexibler Einband: 448 Seiten
Erschienen bei Piper, 01.02.2017
ISBN 9783492309820
Genre: Historische Romane

Rezension:

Nachdem die 19jährige Emma im Jahr 1912 ihre Eltern auf tragische Weise bei einem Brand verliert, muss sie zu ihrer Tante und ihrem Onkel nach Coal River. An diese Stadt hat Emma so wieso schon keine positiven Erinnerungen, da einige Jahre zuvor ihr kleiner Bruder in der Stadt ums Leben gekommen ist. Bei ihrer Rückkehr aber nach Coal River muss sie feststellen, dass die Stadt noch schlimmer ist, als in ihrer Erinnerung: Wie ihr Name schon sagt, wird die Stadt durch den großen Kohleabbau dominiert, der den Besitzer des Kohlebergs und so Nutznießer wie Emma's Onkel ordentlich reich gemacht haben und immer noch machen, während der Rest der Bevölkerung jeden Tag ums Überleben kämpft. Die Bedingungen in dem Berg sind absolut unmenschlich und auch schon ganz kleine Kinder werden ohne Schutz zur Arbeit eingesetzt und sterben regelmäßig bei schweren Unfällen oder werden verstümmelt.

Emma kann das nicht mit ansehen und versucht heimlich den Menschen zu helfen. Dabei lernt sie Clayton Nash kennen, der auch einiges verändern möchte, sie aber warnt, dass sie ihr Leben riskiert.

Das Buch hat mich von der ersten Seite gefangen genommen und ich konnte es nur schwer aus der Hand legen. Die Autorin schafft es, dass ich das Gefühl hatte mitten drin in dieser von kohlegeschwärzten Stadt zu sein und ich hatte manchmal den Eindruck, dass sich der Kohlestaub tatsächlich auch mir auf die Lunge legt.

Emma ist eine tolle Hauptfigur, deren emanzipiertes Verhalten sogar durch die Künstlerberufe ihrer Eltern gut nachvollziehbar ist. Dabei hat sie ihr Herz am rechten Fleck und beweist eine gehörige Portion Mut. Obwohl viele Charaktere schon ziemlich weiß oder schwarz gezeichnet sind, hat die Autorin auch Figuren, wie z. B. den Polizeichef, eingebaut, die zuerst sehr schwarz auftreten, sich dann aber doch noch überraschend positiv verhalten.

Positiv finde ich, dass es zwar eine kleine Liebesgeschichte gibt, dieser aber nicht zu viel Raum gegeben wird, sondern der Fokus bei den schrecklichen Bedingungen der armen Menschen in Coal River bleibt. Mit viel Gefühl und Intensität schafft es die Autorin den Leser da ganz nah an den täglichen Dramen teilhaben zu lassen.

Das Ende ist dann nochmal richtig spannend, auch wenn einiges dann schon fast vorhersehbar und das Verhalten des Kohleabbaubesitzers mir dann fast etwas zu aufgesetzt war.

Trotz allem hat mich das Buch von Anfang bis Ende gefesselt und nicht mehr losgelassen und dafür vergebe ich volle fünf Sterne.

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Tags: ellen marie wiseman, kohleabbau   (2)
 

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31 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 12 Rezensionen

intrigen, fantasy, antike, politik, macht

Talvars Schuld

Valerie Colberg
E-Buch Text: 416 Seiten
Erschienen bei Knaur eBook, 02.02.2017
ISBN 9783426425503
Genre: Fantasy

Rezension:

Das Buch spielt in einer fiktiven Welt, die mich sehr an das antike Rom erinnert hat. Die gesamte Handlung findet in der Stadt Kessel statt, die von einem Rat regiert wird, in den rein prinzipiell jeder Bürger von Kessel sich wählen lassen könnte, jedoch nur die alten traditionsreichen Familien wirklich hinein kommen. Aus so einer Familie stammt Kadevis, der auf Wunsch seiner Familie Politiker werden und auch den Namen seiner Eltern wieder reinwaschen soll. Diese wurden vor 15 Jahren nach ihrem Tod in einem erbitterten Krieg als unfähig dargestellt und Talvar, der eigentlich ursprünglich beschuldigt wurde Kadevis' Mutter hinterlistig getötet zu haben, von jeglicher Schuld freigesprochen.

Kadevis selber will die Vergangenheit eigentlich ruhen lassen und gerät eher durch Zufall an Talvar, der unbedingt seine Vergebung haben möchte und ihn somit versucht enger an sich zu binden.

Die gesamte Handlung dreht sich fast ausschließlich um die Frage, ob Talvar eigentlich doch am Tod von Kadevis' Eltern schuld ist oder nicht und ganz am Rande noch um die junge Liebelei zwischen Kadevis und Talvar's Tochter.

Kadevis ist ein sehr sympathischer Charakter, der etwas naiv in die Geschichte hinein stolpert, aber etwas während der Geschichte wächst und ein kleines bisschen seiner Naivität verliert. Talvar ist undurchschaubar und ich selber hatte eigentlich die ganze Zeit keine wirkliche Idee ob Talvar vor allem gerissen ist oder zu bemitleiden. Auch Kadevis' Mentor ist eine interessante Persönlichkeit, die nicht viel von sich preisgibt und mich dann doch wieder überrascht hat.

Alles in allem liest sich das Buch schnell und flüssig weg, die Geschichte ist ganz nett zu verfolgen, aber leider ist das auch schon mein Fazit: Nett, aber zu wenig Tiefe. Die Handlung wird schnell herunter erzählt, aber bei mir kamen keine richtigen Gefühle auf: ich fieberte nicht mit, der Ausgang war mir eigentlich die ganze Zeit relativ egal und ich wurde nicht wirklich von dem Buch mitgerissen. Woran das genau lag, kann ich nicht mal so genau benennen, vielleicht daran, dass die Autorin - wie man im Nachwort erfährt - die Geschichte um Kessel als einen großen Zyklus angelegt hat und dieses Buch ein kleiner Ausschnitt daraus ist. So liest es sich auch: Ein kleiner Ausschnitt, aus einer bestimmt interessanten Welt, von der man nur leider viel zu wenig in diesem Buch mitbekommt.

Daher alles in allem leichte, nette Lektüre, die man lesen kann, aber nicht gelesen haben muss. Dafür gibt es von mir drei Sterne.

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Tags: valerie colberg;   (1)
 

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41 Bibliotheken, 7 Leser, 0 Gruppen, 5 Rezensionen

trotzphase, ratgeber, erziehung, gewünschtestes wunschkind, kinder

Das gewünschteste Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn

Danielle Graf , Katja Seide
Flexibler Einband: 288 Seiten
Erschienen bei Beltz, J, 14.09.2017
ISBN 9783407864222
Genre: Sachbücher

Rezension:

Durch Zufall bin ich vor Kurzem bei einer Recherche im Internet nach den Entwicklungssprüngen von Kindern nach dem ersten Lebensjahr auf den Blog (http://www.gewuenschtestes-wunschkind.de/) der beiden Autorinnen gestoßen. Nachdem ich mich da schon kreuz und quer durchgelesen hatte und auch zwei von ihren Buchvorschlägen (Jesper Juul: "Dein kompetentes Kind" und Alfie Kohn: "Liebe und Eigenständigkeit") gelesen habe, habe ich mir schließlich auch noch ihr erst letztes Jahr erschienes Buch gekauft.

Mich hat ihr Ansatz der beziehungsorientierten Erziehung sehr neugierig gemacht und nach der Lektüre einiger anderer Bücher (siehe oben) und diesem hier und vieler direkt Experimente mit meiner kleinen Tochter kann ich diesen Ansatz jetzt auch voller Überzeugung leben.

Das Buch glieder sich in folgende Kapitel:
(1) Übersetzungshilfen für Eltern kleiner Wutwichtel
(2) Trotzdem: Autonomie fördern
(3) Tipps und Tricks für einen entspannten Alltag
(4) Schnelle Hilfen für akute Trotzanfälle

Gut gefällt mir dabei, dass die Autorinnen alle ihre Aussagen mit Beispielen und Fallbeschreibungen aus ihrem eigenen Familienleben erklären und wirklich schön darstellen, was gewisse Reaktionen von Kindern eigentlich bedeuten und wie oft Erwachsene diese falsch interpretieren.

Bevor ich selber ein Kind hatte, vertrat ich zum Teil auch die Auffassung, man muss nur konsequent sein und dem Kind ja nichts durchgehen lassen. Wenn man dann einiges darüber liest und auch hier in dem Buch die Beispiele sich anguckt, wird immer mehr klar, dass das Bild das von Kindern in der Gesellschaft oft vorherrscht total negativ ist und wir alle davon ausgehen, dass Kinder nichts anders vorhaben, außer uns Eltern auf der Nase herumzutanzen. Liest man sich dazu dann Jesper Juul oder auch Alfie Kohn durch und kombiniert das mit dem Buch hier, fällt einem immer mehr auf, dass man sich eine selbsterfüllende Prophezeihung schafft, wenn man das Kind immer negativ sieht und die Annahmen einfach nicht stimmen. Kein Mensch ist per se böse und die Kinder wollen im Gegenteil immer mit den Eltern "kooperieren" (schönes Wort). Nur oft verstehen sie gar nicht, was die Eltern von ihnen wollen oder können auch gar nicht nachvollziehen, wieso die Eltern sie nicht verstehen.

Nach der Lektüre von diesem Buch habe ich auf jeden Fall viele Verhaltensweisen ganz anders gesehen und interessanterweise ist auch vieles mit meiner Tochter viel entspannter noch geworden, seitdem ich oft die Empfehlungen und Hinweise aus dem Buch im Hinterkopf habe. Wenn man mal beobachtet, wie oft das eigene Kind tatsächlich kooperiert, ist man irgendman echt positiv überrascht.

Gut gefällt mir auch anstatt von "Trotzphase" von der "Autonomiephase" zu sprechen und die Phase mal anders zu betrachten: Es geht nicht darum, dass das Kind einfach nur stur seinen Willen bekommen möchte, sondern es geht darum, dass das Kind selbstständiger wird und immer mehr selber machen möchte. Und das möchten wir Eltern doch auch. Jedoch kann man nicht beim ersten Versuch gleich alles perfekt und alles braucht Zeit und Übung. Wer das den Kindern zugesteht, hat man auf einmal keinen "Trotzkopf" mehr, sondern ein eigenständiges Wesen.

Gleichzeitig zeigen die Autorinnen auch hier wieder, dass Wutanfälle auch per se nichts Negatives sind, sondern die Kinder auch lernen müssen mit dieser Emotion umzugehen. Wir kommen nun mal nicht auf die Welt und kennen alle Emotionen und wissen, wie wir gesellschaftskonform mit ihnen umgehen können. Das müssen wir alles lernen und auch dafür zeigt dieses Buch schön anhand von Praxisbeispielen, wie das gut funktionieren kann.

Sachbücher zu bewerten, ist ja immer eher schwierig, doch ich vergebe hier ohne Abzüge volle fünf Sterne. Alles in allem finde ich dieses Buch klasse und kann es nur jedem empfehlen, der auch, so wie ich, seine eigene Erziehung hinterfragt und sich die Frage stellt, ob Erziehung nicht auch ohne Strafen, besonderes Lob und "Wenn-dann-..." Aussagen funktioniert.

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Tags: autonomiephase;, beziehungsorientierte erziehung;, danielle graf;, gewünschtestes wunschkind, katja seide;, trotzphase;   (6)
 

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susan ee, angelfall, engel, raffe, penryn

Angelfall - Tage der Dunkelheit

Susan Ee , Sonja Rebernik-Heidegger
Flexibler Einband: 416 Seiten
Erschienen bei Heyne, 09.01.2017
ISBN 9783453317482
Genre: Fantasy

Rezension:


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Tags: angelfall;, susan ee;   (2)
 

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54 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 44 Rezensionen

alleinerziehend, kinder, berlin, zimmermann, australien

Esst euer Eis auf, sonst gibt's keine Pommes

Katja Zimmermann
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 13.01.2017
ISBN 9783548376707
Genre: Humor

Rezension:

Katja Zimmermann ist Alleinerziehende von Zwillingen und hat ihre Erfahrungen und Herausforderungen in diesem kleinen Büchlein oft in Form von Anekdoten aufgeschrieben.

Der Titel ist dabei finde ich eher etwas irreführend, da er für mich eher implizierte, dass das Buch sich selber nicht so ernst nimmt und vieles eher mit eine Augenzwinkern erzählt wird. Wahrscheinlich bin ich auch zu blauäugig an die Sache heran gegangen, da ich zwar selber ein kleines Kind habe, aber nicht alleine damit bin.

Katja Zimmermann schildert sehr eindrücklich ihre Probleme und Herausforderungen als Alleinerziehende, die Vorurteile, denen sie begegnet, die zum Teil wirklich erschreckend sind und auch die Einsamkeit, mit der sie kämpfen muss, da sie zwar zwei kleine Wesen hat, um die sie sich kümmern muss, aber niemand gleichauf, mit dem sie sich mal austauschen oder an dessen Schulter sie sich ausweinen kann.

Das Buch würde ich vielen Politikern und auch allen, die denken, dass Alleinerziehende ja so viele "Geldgeschenke" vom Staat bekommen, wärmstens empfehlen, um einen Einblick darin zu bekommen, wieso oft Kinder von Alleinerziehenden an der Armutsgrenze leben und sich vieles einfach nicht leisten können. Sehr schön stellt die Autorin dabei auch wieder klar, dass unser Steuersystem einfach ungerecht ist und verheiratete kinderlose Paare am meisten bevorzugt. Es wäre dringend an der Zeit das zu ändern.

Gleichzeitig schafft die Autorin es trotzdem viele Dinge auch mit lustigen Anekdoten zu schmücken, die mich doch auch immer mal wieder haben schmunzeln lassen. Gleichzeitig musste ich mich oft zurücknehmen, da ich oft das Gefühl hatte, angegriffen zu werden, da ich nicht alleinerziehend bin. Ich habe dann oft tief durchgeatmet und mir gesagt, dass die Autorin das nicht so gemeint hat - oft hat sie diese Annahme ein paar Seiten später selber richtig gestellt - aber ich kann mir gut vorstellen, dass man viele Dinge doch als Angriff werten kann. Gleichzeitig schimmert auch gut durch, mit wie vielen Komplexen und Sorgen die Autorin lange Zeit gekämpft hat, die ich mir so nie hätte vorstellen können. Aber wahrscheinlich ist es so, wie die Autorin es geschrieben hat, dass wir ein "Idealbild" von einer Familie haben und uns schlecht fühlen bzw. uns selber die Schuld geben, wenn es nicht so ist.

Alles in allem ein sehr gutes Buch, das ich jedem - egal ob mit Kind oder ohne, alleinerziehend oder nicht - unbedingt zur Lektüre empfehle. Der Titel ist dabei für mich eher unglücklich gewählt und den Stern Abzug gibt es, weil ich mich manchmal doch zu stark angegriffen gefühlt habe. Ansonsten gutes und wichtiges Buch!
       

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Tags: katja zimmermann   (1)
 

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706 Bibliotheken, 7 Leser, 1 Gruppe, 121 Rezensionen

fantasy, sabaa tahir, liebe, jugendbuch, elias und laia

Elias & Laia - Eine Fackel im Dunkel der Nacht

Sabaa Tahir , Barbara Imgrund
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei ONE ein Imprint der Bastei Lübbe AG, 11.11.2016
ISBN 9783846600382
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Im zweiten Teil der Fantasy-Reihe um Elias & Laia geht die Geschichte nahtlos weiter. Als Leser wird man mitten ins Geschehen geworfen und da bei mir die Lektüre des ersten Teils schon einige Zeit her war, habe ich doch etwas Zeit gebraucht, um mich wieder in die Welt und die Geschehnisse einzufinden. Rückblenden gibt es keine und es empfiehlt sich den ersten Band auf jeden Fall zumindest zur Hand zu haben, um schnell nachblättern zu können.

Zum Inhalt möchte ich jetzt hier gar nichts schreiben, da das einfach spoilern würde und es definitiv keinen Sinn macht diesen Teil ohne Kenntnisse des ersten Bandes zu lesen. Da die Reihe es aber auf jeden Fall wert ist, kann ich nur empfehlen die Bände der Reihe nach zu lesen.

Wie schon im ersten Band wird die Geschichte abwechselnd aus der Sicht von Laia und Elias erzählt. Im Unterschied zu Teil eins kommt hier noch die Perspektive von Helena mit dazu, was dem ganzen Buch noch mehr Geschwindigkeit gibt, da diese unterschiedlichen Sicht- und Handlungsweisen jede für sich sehr spannend ist und man sich gar nicht entscheiden kann, welche Perspektive man unbedingt weiter verfolgen möchte. Gleichzeitig zeigt die Autorin damit auch wieder schön, dass keiner ihrer Charaktere wirklich richtig einzuschätzen ist und ich wurde doch einige Male von Wendungen überrascht, die ich so gar nicht erwartet hatte. Dabei zeigt sich auch wieder, dass man nicht einfach die Personen in gut und böse einteilen kann und einfach jeder irgendein Geheimnis oder eine versteckte Motivation für seine Taten hat.

Insgesamt ist dieser Teil noch weniger etwas für schwache Gemüter. Die Welt, die die Autorin skizziert, ist ziemlich brutal und auch wenn zum Glück nicht genau ins Detail gegangen wird, sind die Andeutungen und Hinweise schon immer grausam genug. Gleichzeitig gelingt es Sabaa Tahir aber auch sehr gut immer wieder einen Funken Hoffnung zu zeigen und darzustellen, dass es auch in einer grausam brutalen Welt gute Seiten gibt, wie Liebe, Vertrauen, Freundschaft etc. Dabei zeigt die Autorin aber klar, in welchen Spannungsfeldern sich die Protagonisten bewegen und welche Konsequenzen sie jeweils für ihre Entscheidungen dann tragen müssen.

Alles in allem ein tolles Buch und eine sehr gelungene Fortsetzung von Band eins. Einmal in die Hand genommen, konnte ich das Buch fast nicht mehr weg legen und musste unbedingt wissen wie es weitergeht. Zum Glück lässt die Autorin einen nicht mit einem richtig fiesen Cliffhanger zurück, sondern beendet die Geschichte soweit möglich sehr zufriedenstellend, trotzdem fiebere ich jetzt schon dem nächsten Teil entgegen (insgesamt sollen es wohl fünf Bände werden). Ich kann dieses Buch daher nur weiter empfehlen und vergebe volle fünf Sterne.

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Tags: elias & laia, sabaa tahir   (2)
 

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244 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 59 Rezensionen

menschenhandel, frankreich, krimi, charlotte link, bulgarien

Die Entscheidung

Charlotte Link
Fester Einband: 580 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 05.09.2016
ISBN 9783764504410
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der 40jährige Simon kriegt sein Leben nicht richtig in den Griff. Obwohl geschieden, tanzt seine Ex-Frau ihm immer noch auf der Nase herum und hält ihn in einer ungesunden Abhängigkeit, in dem sie ihm die Kinder mal vorenthält, dann doch wieder spontan vorbei schickt und so alle seine Planungen oder auch den Versuch sich eine neue Beziehung aufzubauen geschickt torpediert. Simon schafft es nicht aus dieser unguten Verbindung auszubrechen und strandet so zu Weihnachten alleine in dem Ferienhaus in Frankreich, da seine Ex-Frau den geplanten Besuch der Kinder in letzter Minute doch noch abbläst und seine neue Freundin nach dem ewigen Hin und Her auch keine Lust mehr hat. Genau in dieser absolut düsteren Phase seines Lebens begegnet er der total verängstigten und sich auf der Flucht befindenden Natalie und beschließt ihr zu helfen. Er weiß nicht, dass sie gnadenlos verfolgt wird und er so jetzt auch in den Fokus der Verfolger gerückt ist.

Parallel zu der Handlung um Simon und Natalie lernt der Leser ein Ehepaar in Bulgarien kennen, dass verzweifelt nach seiner verschwundenen Tochter sucht.

Das neue Buch von Charlotte Link habe ich diesmal ohne große Erwartungen zu lesen begonnen, da ich von einigen ihrer letzten Bücher sehr enttäuscht worden bin. Auch diesmal baute die Autorin schön die Spannung auf und durch die vielen parallelen Erzählstränge und Rückblicke gewann das Buch ordentlich an Fahrt. Bei diesem Buch schaffte es Frau Link aber den Bogen bis zum Ende aufrecht zu erhalten und ein gelungenes und in sich stimmiges Ende zu präsentieren bei dem wirklich alle Handlungsstränge zusammengeführt wurden.

Die Charaktere sind, wie aus den Büchern von Charlotte Link bekannt, mit einigen Problemen und Komplexen beladen und diesmal auch für einige Überraschungen gut. Es gab diesmal einige Figuren, die ich zuerst ganz anders eingeschätzt hatte und die dann plötzlich ganz andere Seiten von sich zeigten. Schön war auch gerade bei Simon eine Entwicklung zu erkennen, wie er sich von einem, der sich immer hin und her schubsen lässt, zu jemandem entwickelt, der für sich selber einstehen kann und sich nicht mehr unterbuttern lässt.

Für die Handlung selber hat Charlotte Link ein sehr aktuelles Thema - Menschenhandel - aufgegriffen und das sehr gut und spannend umgesetzt. Schrecklich dabei ist, dass diese Geschichte zum Teil wohl Tatsachen entspricht und es leider im Moment viel zu viele Mädchen gibt, die aus den Osteuropäischen Ländern in den Westen verschleppt und dort zur Prostitution gezwungen werden. Ein sehr dunkles europäisches Kapitel und die Autorin hat es geschafft, es spannend zu erzählen, dabei gleichzeitig auch noch sehr realistisch zu bleiben.

Obwohl mir das Thema schon nach der Lektüre des Klappentextes klar war, nimmt das Buch doch sehr überraschende Wendungen und auf viele Dinge war ich gar nicht vorbereitet und wurde positiv überrascht. Daher verrät man auch nicht viel von der Handlung, wenn man das Thema Menschenhandel hier in der Rezension schon klar erwähnt.

Alles in allem für mich endlich wieder ein sehr gelungener Roman von Charlotte Link, der mir immer noch gut im Gedächtnis ist und bei dem ich denke, dass ich die Handlung und gerade auch das Thema so schnell nicht vergessen werde.

Alles in allem vergebe ich dafür vier Sterne.

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Tags: charlotte link   (1)
 

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174 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 19 Rezensionen

vampire, blutprophetin, fantasy, prophezeiung, elementarwesen

In Blut geschrieben

Anne Bishop
Flexibler Einband: 516 Seiten
Erschienen bei Drachenmond-Verlag, 30.06.2016
ISBN 9783959916110
Genre: Fantasy

Rezension:

In ihrem Buch: "In Blut geschrieben - Die Anderen" skizziert Anne Bishop eine von Namid erschaffene Welt, in der "Die Anderen" herrschen und die Menschen maximal geduldet werden, solange sie sich an gewisse Regeln halten. Aber eigentlich werden die Menschen vor allem als Beute angesehen und nur deswegen nicht vernichtet, da sie es verstehen Waren herzustellen, die die "Anderen" sehr faszinierend finden. Bei den "Anderen" tummeln sich Wölfe, Vampire, Krähen, Bären, aber auch Wesen, von denen die Menscheit denkt, dass sie nur in Legenden vorkommen bzw. sie sich nicht darüber bewusst sind, dass auch ganz allgemeine Dinge von "Wesen" gelenkt werden.

Der Lakeside Courtyard unter der Führung von Simon Wolfgard bietet auf dem Marktplatz die Möglichkeit, dass sich Menschen und die Anderen begegnen können und miteinander Geschäfte machen. Dieses Gleichgewicht ist jedoch sehr zerbrechlich und jede falsche Handlung von Seiten der Menschen kann übelst bestraft werden. Als Meg Corbyn Zuflucht im Lakeside Courtyard sucht, ahnen die anderen noch nicht, dass es sich bei ihr um eine Blutprophetin handelt, die von jemandem als Besitz angesehen wird und die derjenige unter allen Umständen zurück haben möchte. Jedoch scheint dem Verfolger nicht klar zu sein, mit wem er sich da versucht anzulegen...

Die Welt, die Anne Bishop vor dem Auge des Lesers entstehen lässt, hat mich von der ersten Seite total fasziniert und mir gefällt es sehr gut, wie sie die Eigenschaften der bekannten Tiere, Fabelwesen etc. in die Geschichte mit einfließen lässt und gleichzeitig diese Wesen wirklich "anders" sein lässt. Es wird immer wieder klar, dass es sich bei ihnen nicht um vermenschlichte andere Wesen handelt, sondern um ganz eigenständige Kreationen, die auch nicht unbedingt menschlich handeln, sondern ganz im Gegenteil die Menschen oft damit vor den Kopf stoßen, dass sie zwar nach Mensch aussehen können, sich aber nicht so benehmen.

Meg Corbyn ist dabei zwar ein Mensch, aber da sie eine Blutprophetin ist, agiert sie auch anders als Menschen das üblicherweise tun, womit sie gut in die Welt der "Anderen" hinein passt.
Gut hat mir dabei auch gefallen, dass obwohl da unterschiedliche Wesen aufeinander treffen, sie miteinander wie auch immer kommunizieren und damit keine Missverständnisse entstehen, die so gerne in Büchern beschrieben werden, die nur darauf basieren, dass nicht miteinander gesprochen wird. So etwas kommt hier nicht vor, was mir sehr gut gefallen hat.

Das Buch nimmt sich viel Zeit die Welt der "Anderen" einzuführen, ihre verschiedenen Wesen vorzustellen und hat seinen Fokus vor allem auf der Annäherung zwischen Meg und ihren neuen "Freunden". Dabei nimmt das Kennenlernen zum Teil wirklich lustige Formen an und zeitweise musste ich sogar laut auflachen, in welche aberwitzigen Situationen sich Meg wiederfindet und zu welchen amüsanten Verhaltensweisen die "Anderen" neigen.

Gegen Ende des Buches kommt es dann zum lange vorher schon angekündigten Showdown, der sehr spannend beschrieben wurde und bei dem nochmal einige andere Wesen ihr wahres Gesicht zeigen können. Ich war total fasziniert und begeistert von den tollen Ideen mit denen die Autorin da aufwartet und der Kraft, die diese Geschöpfe entfalten können.

Das Ende ist in sich geschlossen, gleichzeitig bleibt noch genug Raum für hoffentlich einige Folgebände, denn ich würde sehr gerne schon bald wieder in die Welt der "Anderen" eintauchen. Für mich ein absolutes Lese-Highlight und eine klare Empfehlung für alle, die mal eine ganz andere Art von Fantasy lesen möchten. Dafür gibt es volle fünf Sterne und ein klarer Buchtipp!

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Tags: anne bishop;, die anderen;   (2)
 

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4 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 1 Rezension

solange bied-charreton, paris, soziale netzwerke, internet, enjoy

Enjoy

Solange Bied-Charreton , Annemarie Berger
Flexibler Einband: 259 Seiten
Erschienen bei Sujet, 01.02.2015
ISBN 9783944201108
Genre: Romane

Rezension:

Auf Basis des Klappentextes war ich sehr neugierig auf dieses Buch, da es ja zumindest laut Klappentext die Benutzung von sozialen Medien kritisch darstellt und durch Übertreibung auf die Gefahr davon aufmerksam machen möchte. Jedoch wurde ich leider von diesem Buch komplett enttäuscht.

Die Geschichte wird aus der Ich-Perspektive von Charles "erzählt". Das "erzählt" setze ich hier mit Absicht in Anführungszeichen, da das Buch eigentlich keine Geschichte ist, sondern eine Aneinanderreihung von seinen Gedanken und Ideen, die auf anstrengende Art und Weise über Seiten hinweg miteinander verknüpft werden und zum Teil komplett abstruse Richtungen einschlagen.
Das Leben von Charles wird diktiert durch die soziale Plattform "ShowYou". Um nicht von der Plattform gelöscht zu werden, muss jeder User wöchentlich ein Video von sich hochladen und da es wichtig ist "dazu zu gehören", macht Charles das natürlich auch regelmäßig. Das Buch arbeitet sich dann dahin, dass Charles zu der Erkenntnis gelangt, dass er ShowYou nicht braucht und andere Dinge wichtiger sind, jedoch sind seine Gedanken dazu die gesamte Zeit total wirr und seinen Abschweifungen und Irrwegen zu folgen, empfand ich einfach nur als mühselig.

Als Gegenpart zu ihm wird Anne-Laure eingeführt, die sich dem sozialen Netzwerk komplett verweigert und sehr alternativ eingestellt ist. Ihre "Freundschaft" ist genauso seltsam und nicht wirklich fassbar, wie der Rest des Buches und endet noch abrupter und diffuser, als sie schon begonnen hat.

Alles in allem muss ich sagen, dass ich mit diesem Buch einfach gar nichts anfangen kann. Die Grundidee mit "ShowYou" und dem sozialen Druck, der damit entsteht, finde ich super, aber die Umsetzung ist eine Aneinanderreihung von diffusen Gedankengängen, Überlegungen und Abschweifungen mit der ich einfach nichts anfangen kann. Da gibt es keine Handlung, keine Geschichte, die erzählt wird, sondern eine Ich-Figur, die quasi vor sich hin denkt. Wer so etwas mag, ist mit diesem Buch bestimmt gut aufgehoben, ich konnte es die letzten Seiten einfach nur noch querlesen und mich fragen, wo der Sinn liegt und was mir dieses Buch jetzt gebracht hat. Leider muss ich sagen: nichts.

Daher vergebe ich noch einen Stern für die ursprünglich gute Idee. Für mich ist dieses Buch wirklich ein absoluter Flop und einfach nur schade um die verlorene Lesezeit.

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Tags: solange bied-charreton   (1)
 

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147 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

mafia, mode, fantasy, jugendbuch, girl in black

Girl in Black

Mara Lang
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei Ueberreuter Verlag , 15.08.2016
ISBN 9783764170639
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Lia Musetti, eigentlich geborene Kranz, ist die Stieftochter eines großen Mafia-Bosses. Als ihre Mutter plötzlich stirbt, zögert ihr Stiefvater nicht lange, um sie in eine Ehe mit seinem Neffen zu zwingen und sie damit eng an die "Familie" zu binden. Denn Lia verfügt, so wie ihre Mutter, über eine besondere Gabe, die sie damit sehr wertvoll für die Mafia macht. Lia gelingt jedoch die Flucht und sie flieht nach Berlin, wo sie versucht unterzutauchen und gleichzeitig ihren Traum von einer eigenen Modeboutique zu verwirklichen.

Das Buch fängt gleich rasant mit der Flucht an und ich flog fast atemlos durch die Seiten, da ich unbedingt wissen wollte, wie es weitergeht. Aus der Ich-Perspektive von Lia, später abwechselnd zu Nevio, wird die Geschichte erzählt und lange Zeit war mir als Leser gar nicht klar, über welche Gabe Lia verfügt und was sie damit machen kann. Als ich dann schön langsam ein Bild von ihren Fähigkeiten bekam, war ich sehr begeistert von der Idee und wie diese umgesetzt wurde. Lia verändert sich zum Teil auch körperlich durch die Gabe und diese Veränderung ist zum einen sehr schön beschrieben und zum anderen stelle ich mir das wirklich ganz toll vor.

Lia selbst ist eine sehr sympathische Figur und ich hatte sie relativ schnell ins Herz geschlossen. Auch Nevio, der andere Ich-Erzähler, ist richtig toll und den beiden quasi über die Schulter zu gucken, hat mir sehr viel Spaß gemacht. Auch die anderen auftauchenden Figuren sind mit viel Liebe gezeichnet, auch wenn zum Teil schon übelst in die Klischeekiste gegriffen wurde - der Stardesigner ist natürlich schwul...

Bei diesem Buch handelt es sich um eine Märchenadaption von dem Märchen "Allerleirauh", die für mich sehr gut in ein aktuelles Setting gesetzt wurde. Die Idee mit der Mafia gefällt mir dabei sehr gut und sehr spannend war für mich natürlich die Frage der Geschichte von Lia's Mutter und wie das alles so kommen konnte. Dies wurde größtenteils auch sehr gut aufgelöst, obwohl für mich noch einige Fragen offen geblieben sind bzw. einiges auch nicht so ganz nachvollziehbar war.

Das Ende bietet nochmal einen ordentlichen Showdown mit einigen Überraschungsmomenten und gerade gegen Ende konnte ich das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Der Schluss ist dann ein schönes Happy End mit Möglichkeit für eine Fortsetzung, über die ich mich sehr freuen würde.

Alles in allem ein spannender und rasanter Roman, der nur zum Teil einige Punkte offen lässt, alles in allem mir aber sehr gut gefallen hat. Dafür gibt es vier von fünf Sternen.

  (3)
Tags: allerleirauh;, mara lang;, märchenadaption;   (3)
 

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(11)

12 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 10 Rezensionen

istanbul, seidenschnur, verteibung der juden, schriftstller, folgen der babylonischen gefangenschaft

Die Legende der Luna Levi

Gordana Kuic
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei HOLLITZER Verlag, 16.03.2016
ISBN 9783990122976
Genre: Historische Romane

Rezension:

1492 werden aus Spanien per kaiserlichem Erlass alle Juden vertrieben. Während die Inquisition wütet und viele konvertierte Juden auf dem Scheiterhaufen landen, verlassen Blanca und ihre zufällig auf der Flucht gefundene große Liebe Solomon auf dem letzten Schiff das Land. Solomon trägt dabei ein Geheimnis mit sich herum, von dem Blanca weiß, das ihn aber Zeit seines Lebens weiter verfolgen wird. Gemeinsam landen sie in Istanbul, wo sie von der jüdischen Gemeinde mit offenen Armen empfangen werden und sich schnell einleben. Jedoch verfolgen die Schatten der Vergangenheit Solomon auch bis nach Istanbul.

Ich bin mit der Erwartung an das Buch gegangen einen gut recherchierten historischen Roman über die Judenvertreibung und ihr neues Leben in Istanbul zu lesen. Bekommen habe ich ein Sachbuch mit ganz klar sehr intensiv recherchierten und detaillierten historischen Fakten, in das irgendwie noch so eine Art Roman mit verarbeitet wurde. Der gesamte Schreibstil ist sehr gewöhnungsbedürftig und schwer zu lesen, was zum größten Teil daran liegt, dass seitenweise historische Begebenheiten in Form von mündlicher Rede wiedergegeben werden. Da gibt es ganze Abhandlungen über das Judentum, die jüdische Geschichte, die Geschichte von Istanbul, die Geschichte der Türken (obwohl das Volk sich meiner Meinung nach zu der Zeit noch nicht so nannte), über die Inquisition, die Auslegung der Bibel etc. Aber vor lauter geschichtlichen Details blieb die Handlung und die Ausgestaltung der Figuren auf der Strecke.

Bis zum Ende konnte ich mit keinem der Protagonisten wirklich mitfiebern. Das liegt zum einen daran, dass ihnen einfach keine "Seele" eingehaucht wurde. Es sind einfach Marionetten, die irgendwie auftauchen, deren Gefühle aber vielleicht geschrieben dastehen, die man als Leser aber nicht "mitfühlen" kann und die dabei irgendwie jede Menge Glück haben. Bei einem Buch über Vertreibung und den Aufbau eines neuen Lebens in einem komplett fremden Land erwartet man irgendwie, dass die Figuren leiden, dass es ihnen schlecht geht. Hier nicht. Egal was passiert die Figuren sind glücklich, alles wendet sich immer zum Besten und das Leid wird vielleicht in irgendeinen Dialog erwähnt, aber beim Leser kommt nichts davon an.

Der Titel passt dabei auch gar nicht zum Buch, da wenn, dann die Geschichte von Solomon im Mittelpunkt steht. Luna kommt zwar auch vor, aber inwiefern sie zur Legende wird und was an ihrem Leben überhaupt zur Legende beitragen soll, ist mir bis jetzt ein Rätsel.

Ich vermute, dass das Buch zum besseren Verständnis zwischen den Religionen beitragen möchte. Oft werden die Parallelen zwischen den Religionen - Christentum, Islam und Judentum - aufgezeigt und daraufhin gewiesen, wie ähnlich sie sich dann eigentlich doch sind. Aber leider kommt diese Botschaft nicht besonders klar beim Leser an und ist auch noch so schlecht verpackt, dass es mir einfach keine Freude gemacht hat das Buch zu lesen.

Alles in allem muss ich leider sagen, dass dieses Buch für mich eine große Enttäuschung darstellt und ich bis zum Schluss mich eher durch die Seiten gequält habe. Am Ende war ich einfach dankbar, dass ich das Buch zuklappen konnte. Erschwerend kommt dann auch noch hinzu, dass es kein Nachwort gibt und ich mir nicht einmal sicher sein kann, was jetzt wirklich historische Fakten sind und was die Autorin dazu gedichtet hat.

Schade, denn der Stoff hätte genug Material für einen richtig spannenden Roman geliefert und man merkt, dass die Autorin intensiv recherchiert haben muss. Daher vergebe ich insgesamt zwei Sterne, für die detaillierte Recherche und die Botschaft zum besseren Verständnis der Religionen untereinander.

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Tags: gordana kuic, judenvertreibung   (2)
 

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(90)

155 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 62 Rezensionen

grusel, geister, paige mckenzie, mystery, sunshine girl

Sunshine Girl - Die Heimsuchung

Paige McKenzie , Alyssa Sheinmel , Doris Hummel
Fester Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Ars Edition, 18.08.2016
ISBN 9783845814032
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Die 16jährige Sunshine zieht mit ihrer Mutter aus dem sonnigen Texas in ein düsteres, nebeliges kleines Städtchen und passend dazu in ein gruseliges Haus. Bereits beim Einzug hat Sunshine ein mulmiges Gefühl und lernt bald, dass sie sich ihr Zuhause mit einem Geist teilt. Jedoch ist der Geist nicht ihr Problem und bald muss sie mit Entsetzen mit ansehen, wie sich ihre Mutter immer stärker verändert und irgendwas Schreckliches in dem Haus vorgeht. Unterstützung findet sie unverhofft in ihrem Mitschüler Nolan, der ihr hilfreich zur Seite steht.

Das Buch ist aus der Ich-Perspektive von Sunshine geschrieben, schafft es aber, dass auch die anderen Charaktere gut näher gebracht werden und ich mir ein gutes Bild von allen Personen machen konnte. Sunshine hat zwar einen gewöhnungsbedürftigen Namen, jedoch klärt sich sogar im Laufe des Buches was es mit diesem Namen auf sich hat, und ist auch noch ein sehr sympathischer Charakter. Bis auf einen echten Teenager-Anfall im Buch, den ich immer noch nicht so ganz nachvollziehen kann und nicht verstehe, warum der eingebaut wurde, benimmt sich Sunshine so, dass ich mich gut in sie hinein versetzen konnte und nicht andauernd die Augen rollen musste.

Gleichzeitig gibt es noch einen Beobachter, der immer mal wieder ein kurzes Kapitel einsetzt, dessen Identität aber fast bis zum Schluss ein Rätsel bleibt.

Was mir auch gut gefällt ist, dass das Buch ohne Liebesgeschichte auskommt und sich Sunshine wirklich auf die wichtigen Dinge konzentriert und sich nicht in irgendwelchen Liebestaumeln verliert.

Das Gruseln selber hält sich für mich sehr gut in Grenzen und war genau so viel, dass ich wissen wollte, wie die Geschichte ausgeht, aber nicht so viel, dass ich mich mit Alpträumen plagen musste.

Das Buch ist der Auftakt zu auf jeden Fall noch mindestens einem Band und dafür gefällt mir gut, dass die Geschichte in sich abgeschlossen ist, aber noch so viele Fragen offen bleiben, dass mich die Fortsetzung auf jeden Fall interessiert.

Einige Dinge waren zwar in sich nicht immer ganz stimmig und inwiefern Sunshine die Welt retten soll, ist mir auch noch nicht klar, aber trotz allem hat mich das Buch gut unterhalten und ich habe es gerne gelesen.

Für alle, die sich gerne ein bisschen gruseln und Spaß am Rätsel raten haben, kann ich das Buch auf jeden Fall weiter empfehlen.

Alles in allem vergebe ich vier Sterne.

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Tags: paige mckenzie, sunshine girl;   (2)
 

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(25)

53 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 21 Rezensionen

in einer anderen welt, magie, jo walton, feen, wales

In einer anderen Welt

Jo Walton , Hannes Riffel
Flexibler Einband: 300 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.08.2016
ISBN 9783734160684
Genre: Fantasy

Rezension:

Die 15jährige Morwenna kann Feen sehen und über Umwege Magie wirken, obwohl ihre Art der Magie schwer nachweisbar ist, weil alles irgendwie auch ohne Magie erklärbar wäre. Bei einem schrecklichen Kampf gegen ihre eigene Mutter ist ihre Zwillingsschwester gestorben und sie selbst seitdem auf einen Stock angewiesen. Sie flüchtet sich vor ihrer Mutter zu ihrem getrennt lebenden Vater und wird von ihren wohlmeinenden Tanten auf ein Mädcheninternat geschickt. Dort versucht sie mit ihren schrecklichen Erlebnissen klar zu kommen und flüchtet sich dabei in die Welt der Bücher.

Das Buch ist als Tagebuch von Morwenna geschrieben und liest sich auch die meiste Zeit über wie meine Tagebücher aus Teenagerzeiten: Welche Noten gab es in welchem Fach, welches Mädchen mag sie, welches nicht, welcher Junge ist interessant und der größte Unterschied zu meinem Tagebuch ist, dass Morwenna sehr viel über die Bücher schreibt, die sie liest. Sie ist ein großer Science Fiction und auch Fantasy Fan und schweift immer wieder ab zu irgendwelchen Autoren, ihren Büchern und philosophiert besonders gerne über die Inhalte der Bücher. Das ist zum einen sehr interessant, zum anderen kenne ich den Großteil der von ihr erwähnten Autoren nicht und konnte daher auch nur schwer ihren Ausführungen folgen. Wenn man alle Bücher, die sie erwähnt parallel nachlesen wollen würde, wäre man vermutlich erstmal jahrelang beschäftigt.

Von der Magie gab es eigentlich nicht viel in dem Buch und das wirklich Außergewöhnlichste ist, dass Morwenna Feen sehen kann und auch mehr oder weniger Unterhaltungen mit ihnen führt. Es gibt ein paar magischere Momente, die ganz schön zu lesen waren, jedoch schnell auch wieder verpufften und die schreckliche Mutter wurde zwar immer wieder erwähnt, aber was genau an ihr so schrecklich ist, konnte ich ehrlich gesagt nicht so richtig nachvollziehen.

Das Buch plätschert eher so vor sich hin und wer früher die "Hanni-und-Nanni"-Reihen gelesen hat, musste feststellen, dass die Reihe oft spannender war, als dieser Roman.

Zu Morwenna selber habe ich auch keinen großen Bezug aufgebaut. Sie ist etwas eigen und durch das schreckliche Erlebnis, das irgendwann mal nebenbei abgehandelt wird, wohl auch traumatisiert, obwohl ihr Trauma bei mir nie richtig ankam. Irgendwie nimmt sie alles eher gleichgültig hin und zeigt nie so richtig heftige Gefühle. Bei einer Szene mit ihrem Vater war ich eher entsetzt und über ihre nüchterne Betrachtungsweise fast schon verstört. So etwas in einem Buch so gleichgültig abzuhandeln, finde ich schon eher fragwürdig.

Das Ende bietet dann noch so eine Art Showdown, der aber wie das gesamte Buch eher vor sich hin plätschert und bei mir auch keine große Spannung mehr erzeugt hat.

Alles in allem ist das Buch ganz interessant zu lesen, wenn man mal einen Überblick über einige Science Fiction und auch Fantasy Autoren bekommen möchte. Wer aber viel Magie oder Ähnliches erwartet, ist hier eher leider falsch.

Dafür gibt es von mir noch zwei Sterne.

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Tags: jo walton;   (1)
 

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(16)

27 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 15 Rezensionen

wenden, historischer roman, tereza vanek, kreuzzüge;, braunschweig;

Die Heidentochter

Tereza Vanek
Fester Einband: 624 Seiten
Erschienen bei Weltbild, 01.01.2015
ISBN 9783959730020
Genre: Historische Romane

Rezension:

In ihrem Buch "Die Heidentochter" entführt Tereza Vanek den Leser ins 12. Jahrhundert nach Braunschweig und lässt die Kreuzzüge gegen die heidnischen Wenden anhand von fiktiven Figuren sehr bildlich vor dem geistigen Auge des Lesers auferstehen. Aus Sicht der Schwestern Olga und Appolonia erlebt man als Leser zum einen das damalige Leben im historischen Braunschweig und darf sogar die erste Frau des Sachsenherzogs kennenlernen. Gleichzeitig wird über Appolonia und noch einige andere Figuren auch der Blick in das Wendenreich gewährt und die dortigen Bräuche und Kultur detailreich dargestellt.

Ganz klar kann man dabei sagen, dass in diesem Roman eindeutig die Frauen die Hauptrollen haben, dabei jedoch nicht unbedingt die Sympathieträger sind. Alle weiblichen Charaktere müssen sich in einer doch zum Teil stark männlich dominierten Gesellschaft behaupten und tun das jeweils auf ihre ganz eigene Art und Weise. Dabei musste ich schon mit einigen Figuren innerlich kämpfen, da sie nicht einfach zu handhaben war, jedoch immer so beschrieben wurde, dass auch ein "anstrengendes" Verhalten für mich immer nachvollziehbar war. Die männlichen Hauptfiguren in diesem Roman treten eher leiser auf und dienen vor allem als Rahmen für die Frauengeschichten, ohne dabei aber blass oder schwach zu wirken. Eine sehr gelungene Figurenmischung und zu meiner Freude variieren auch noch die Sichtweisen aus denen die Geschichte erzählt wird, was zu einem schönen runden Bild bei mir geführt hat.

Bis zu diesem Buch hatte ich noch nie etwas vom Volk der Wenden gehört und habe ganz fasziniert über ihren Glauben und ihre Kultur gelesen. Die Autorin schafft es mit ihrer bildreichen Sprache die Rituale und Denkweisen mir als Leser sehr gut näher zu bringen, ohne dass ich beim Lesen gemerkt habe, wie viel Wissen mir da vermittelt wurde.

Gut gefallen hat mir auch, dass gut in das Buch eingeflochten wurde, dass die Kreuzzüge sogar schon damals von wenigen als wirkliche Glaubensangelegenheiten betrachtet worden sind, sondern schon vielen klar war, dass es sich eher um einen politisch motivierten Krieg handelt. Dieses Gedankengut wurde sehr gut in die gesamte Handlung integriert.

Alles in allem ein schöner historischer Schmöker, den ich gerne gelesen habe, der nur zum Teil einige Längen aufgewiesen hat und bei dem ich es noch vorteilhaft gefunden hätte, wären die einzelnen Kapitel mit Jahreszahlen datiert worden. So war es zum Teil doch immer wieder etwas schwieriger erstmal herauszufinden, wie viel Zeit seit dem Ende des letzten Kapitels vergangen ist.

Insgesamt vergebe ich dafür 4 von 5 Sternen.

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Tags: tereza vanek;, wenden   (2)
 

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(86)

162 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 58 Rezensionen

norwegen, lebensborn, zweiter weltkrieg, kinder, krieg

Das Haus der verlorenen Kinder

Linda Winterberg
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 18.04.2016
ISBN 9783746632209
Genre: Romane

Rezension:

Auf zwei Zeitebenen erzählt die Autorin in diesem Buch die Geschichte der sogenannten "Deutschenmädchen" in Norwegen. Bis zur Lektüre von diesem Buch hatte ich von den "Deutschenmädchen" noch nie gehört und war sehr gespannt darauf in die düstere Geschichte Norwegens und des deutschen Reiches zu Zeiten des 2. Weltkrieges einzutauchen.
Dabei lernt der Leser zum einen in der Gegenwart Marie kennen, die auf der Suche nach ihren Wurzeln ist und sich irgendwie nirgends richtig zu Hause fühlt und in der älteren Betty eine Seelenverwandte findet. Parallel dazu verfolgt man das Leben von Lilly und Olga in Norwegen zu Zeiten des 2. Weltkrieges und erlebt mit, wie sie sich in deutsche Soldaten verlieben und damit das Unglück seinen Lauf nimmt.

Büchern, die auf zwei Zeitebenen spielen, kann ich eigentlich nie widerstehen und oft kann ich mich auch gar nicht entscheiden, welchen Erzählstrang ich lieber mag. In diesem Buch lag meine Präferenz klar auf dem Strang in der Vergangenheit, da der mich richtig fesseln konnte und ich da auch das Gefühl hatte, dass die Handlung vorankommt und wirklich etwas passiert. Die Geschichte in der Gegenwart ist leider voller Handlungen, die zu keinem Ziel führen, seitenlangen Erklärungen und Wiederholungen von Essverhalten und Vorlieben irgendwelcher Nebenfiguren, die überhaupt keine tragende Rolle mehr bekommen und versucht schließlich Spannung aufzubauen, die dann genauso plötzlich einfach in sich zusammenfällt.

Mit Lilly und Olga in der Vergangenheit konnte ich sehr gut mitfiebern und mitleiden und war über die Tragik, die über ihr Leben hereinbricht, wirklich sehr erschüttert. Gerade auch die Form von zum Teil Tagebucheinträgen von Lilly, haben mir das Lesen wirklich sehr spannend und angenehm gemacht. Zu Marie in der Gegenwart und auch zu Betty konnte ich irgendwie gar keine Beziehung aufbauen und die Einführung einiger Nebenfiguren habe ich überhaupt gar nicht verstanden. Sie wurden zwar mit ihren Schwächen und Macken ausführlich erklärt, hatten aber zum Teil gar keinen richtigen Beitrag zur Handlung.

Die Geschichte der "Deutschenmädchen" aufzugreifen und in einem Roman zu verarbeiten, finde ich sehr gut. Leider fehlen mir aber zu viele Dinge, die es meiner Meinung nach noch wert gewesen wären sie zu beschreiben. Natürlich ist es auch in der Realität so, dass vieles bis heute nicht richtig aufgeklärt wurde, aber was spricht dagegen das Leben von z. B. Lilly bis heute nachzuverfolgen und nicht einige Jahrzehnte einfach unter den Tisch fallen zu lassen.

Von daher muss ich leider sagen, dass das Buch für mich nicht das gehalten hat, was ich mir versprochen hatte und mich leider enttäuscht zurück gelassen hat. Offene Enden sind ok, aber hier ist mir einfach zu viel offen geblieben und dafür viele Dinge lang und breit ausgefächert worden, die nichts zur Handlung beigetragen haben und auch gar nicht notwendig waren.

Für die interessanten Einblicke in die norwegische Vergangenheit und einem guten Einblick in die Vergangenheit vergebe ich daher 2 von 5 Punkten.

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Tags: deutschenmädchen, linda winterberg   (2)
 

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(95)

164 Bibliotheken, 4 Leser, 2 Gruppen, 51 Rezensionen

dystopie, die auslese, joelle charbonneau, trilogie, auslese

Die Auslese - Nichts ist, wie es scheint

Joelle Charbonneau
E-Buch Text: 384 Seiten
Erschienen bei Penhaligon Verlag, 24.05.2016
ISBN 9783641158972
Genre: Fantasy

Rezension:

Der letzte Teil dieser Trilogie um eine düstere Zukunftsvision, die Jugendliche mittels einer "Auslese" selektiert, schließt nahtlos an den zweiten Teil an. Damit meine ich wirklich, dass man das Gefühl hat, dass die Bücher eigentlich nicht dafür gedacht waren als Einzelbände zu erscheinen, sondern ein komplettes Buch einfach auf zwei aufgeteilt wurde. Daher gibt es auch so gut wie keine Rückblenden und wenn man die Vorgängerbände nicht mehr so richtig präsent hat, tut man sich als Leser richtig schwer wieder in die Geschichte hinein zu finden. So ging es mir, da die Lektüre des Vorgängerbandes bei mir schon gut über ein Jahr her war und ich wirklich sehr mühsam mir wieder die bereits stattgefundenen Ereignisse ins Gedächtnis rufen musste.

Die Handlung selber flachte leider schon im zweiten Teil komplett ab, jedoch besteht ja bei Trilogien immer die Hoffnung, dass der letzte Teil dann wieder besser ist. Hier ist das jedoch leider nicht der Fall. Die Geschichte wieder immer verworrener und immer unglaubwürdiger und die Hauptfigur Cia ist natürlich weiterhin eigentlich "Superwoman" und könnte die Welt auch im Alleingang retten, tut sie dann aber doch nicht, weil das wahrscheinlich zu langweilig wäre.

Bei mir entstand hier das Gefühl, dass die Autorin versucht hat, die ganze Geschichte mit vielen Verwicklungen und höchsten politischen Einflussnahmen zu gestalten, das Ergebnis ist jedoch leider ein Band, der mich überhaupt nicht mehr überzeugen konnte, da die Zusammenhänge und Allianzen einfach unglaubwürdig waren und gerade auch die Rolle, die Cia in dem gesamten Kuddelmuddel spielen soll, überhaupt nicht mehr nachvollziehbar war. Sie ist natürlich ein absolutes Ausnahmetalent - auch wenn mir während der gesamten drei Bände nie wirklich klar geworden ist, was an ihr so außergewöhnlich ist - aber sogar für Superwoman ist diese Geschichte einfach nicht mehr in sich schlüssig.

Nach vielen Irrungen und höchst seltsamen Zufällen und Ereignissen, mit zum Teil wieder sinnloser Brutalität, kommt die Trilogie dann endlich zu einem Abschluss, bei dem ich dann auch nur noch die Augen verdrehen konnte. Wir haben hier eine komplett korrupte Welt, die einfach so Jugendliche aussondert - die Hintergründe dazu habe ich ehrlich gesagt bis zum Schluss nicht nachvollziehen können - und dann endet das Buch und gibt einem quasi die Aussage mit, dass jetzt alles gut wird.

Leider muss ich sagen, dass mich diese Trilogie insgesamt komplett enttäuscht hat. So gut der erste Teil begonnen hat, so schlecht sind die anderen Bände geworden. Nach meinem Gefühl war nach dem ersten Teil die Idee aufgebraucht und es gab nie eine richtige Vorstellung dazu, wie der erste Teil weitergeführt werden kann. Besser wäre es daher gewesen den ersten Teil als eigenständiges Buch mit seinem offenen Ende stehen zu lassen und sich die anderen beiden Bände zu sparen. Mich haben sie nur noch enttäuscht.

Daher gibt es von mir auch nur noch einen Stern.

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Tags: die auslese, joelle charbonneau   (2)
 

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9 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

wednesday martin

Die Primaten von der Park Avenue

Wednesday Martin , Hans-Christian Oeser , Nina Frey
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Berlin Verlag, 17.03.2016
ISBN 9783827013101
Genre: Biografien

Rezension:

Wednesday Martin ist ausgebildete Sozialforscherin und hat entsprechend ihren Umzug und ihre Zeit an der Upper East Side in New York zum Teil wie eine Feldstudie aufgebaut, was sich im Buch daran zeigt, dass einige Kapitel immer mit "Feldnotizen" starten, in denen die Autorin die Menschen, Dinge, Umgebung etc. so beschreibt, wie man es rein wissenschaftlich bei Beobachtung von fremden Stämmen oder Tieren auch machen würde. Sie analysiert dabei den Stamm der Upper East Side Bewohner und stellt dabei immer wieder Erstaunliches, zum Teil aber auch echt Erschreckendes fest.

Das Buch ist eine unterhaltsame Lektüre, obwohl ich gestehen muss, dass mir das Lachen oft im Halse stecken geblieben ist. Wednesday Martin beschreibt den wirklich täglichen Kampf der Frauen darum, dass die Kinder ja einen guten Kindergartenplatz bekommen, denn der entscheidet schon über die gesamte weitere Zukunft. Sie beschreibt Frauen, die eigentlich entspannt und glücklich sein könnten, jedoch die meisten Zeit Beruhigungsmittel und / oder Alkohol konsumieren, um halbwegs über den Tag zu kommen und eigentlich nur unter Strom stehen. Viele Dinge, die ich da gelesen habe, haben mich wirklich entsetzt und wieder gezeigt, dass Geld alleine nicht glücklich macht und diese Frauen sich in eine Abhängigkeit manövriert haben, die sie zum Teil nachts nicht ruhig schlafen lässt. Gleichzeitig ist der Konkurrenzdruck unglaublich groß und die Beschreibungen davon, was die Frauen aneinander antun, haben mich auch ganz schön geschockt. Da glaubt man, dass man solche Dinge nach der Schulzeit hinter sich gelassen haben sollte und dann führen da erwachsene Frauen Kämpfe auf rein psychologischer und emotionaler Ebene durch, die mich nur noch entsetzt haben.

Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen und ich fand es sehr spannend, faszinierend, wenn auch oft erschreckend diese persönliche Feldstudie zu lesen. Gleichzeitig hat mir das Buch auch viel Stoff zum Nachdenken gegeben, da ich zwar nicht in der Upper East Side lebe, jedoch auch den Druck erlebe, der heutzutage gerade auf Frauen und Müttern ausgetragen wird, die einer gewissen Norm in Sachen Kindererziehung, Aussehen, Job, etc. zu entsprechen haben, ansonsten werden sie schief beäugt oder verbal oft komisch angegangen. Von daher zeigt dieses Buch, wenn auch sehr extrem, schön einen Spiegel auf und bringt hoffentlich auch andere LeserInnen dazu sich selbst zu hinterfragen und gewisse Dinge einfach gelassener anzugehen.

Alles in allem vergebe ich dafür vier Sterne.

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Tags: wednesday martin   (1)
 

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(128)

185 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 75 Rezensionen

usa, freundschaft, familie, familiengeschichte, baltimore

Die Geschichte der Baltimores

Joël Dicker , Andrea Alvermann , Brigitte Große
Fester Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Piper, 02.05.2016
ISBN 9783492057646
Genre: Romane

Rezension:

Marcus Goldmann ist ein berühmter Schriftsteller, hat jedoch noch nicht richtig mit seiner tragischen Vergangenheit abgeschlossen. Um sein neues Buch über seine Cousins zu schreiben, zieht er in ein Haus in Florida und begegnet prompt seiner ehemals großen Liebe, die er wegen des Dramas in der Vergangenheit auch verlassen hat. So beginnt für Marcus eine Reise in die Vergangenheit und der Leser darf ihn dabei begleiten, wie er sich an die glücklichen Zeiten mit seinen Cousins und seinem Onkel erinnert und langsam die Vergangenheit dabei aufarbeitet.

Das Buch ist aus der Sicht von Marcus in der Ich-Perspektive erzählt, obwohl er sich größtenteils zu einem alles-wissenden Beobachter entwickelt und die Geschichte seiner Cousins so erzählt, als wäre er selber mit dabei gewesen. Gleichzeitig springt die Erzählung immer wieder zwischen Gegenwart und Vergangenheit, was die Spannung noch zusätzlich erhöht.
Der Autor arbeitet gerne mit den dramatischen Hinweisen auf die "große Tragödie" und das gesamte Buch über wird immer wieder der Hinweis gestreut, dass es zu einer großen Tragödie kommt. Dies erhöht die Spannung einerseits, andererseits hat es bei mir dazu geführt, dass ich natürlich total gespannt auf die große Tragödie gewartet habe und dann alles zusammen doch etwas überzogen und zum Teil doch nicht so ganz nachvollziehbar fand.

Gleichzeitig wird die Geschichte erzählt, aber irgendwie fehlen die Gefühle der Beteiligten. Selbst die Emotionen von Marcus werden nicht wirklich erläutert und oft glich die Geschichte für mich einem kühlen Report, der sich zum Teil schon eher erschreckend liest, bei dem aber die Gefühle der Protagonisten einfach nicht näher erläutert werden. Damit war es für mich gerade gegen Ende doch schwer die Beweggründe der einzelnen Figuren so richtig nachzuvollziehen und vieles konnte ich zwar interpretieren und vermuten, aber eine endgültige Bestätigung dafür gab es nicht.

Das Ende ist dann ein richtiger Showdown und die Ereignisse überschlagen sich, so dass man als Leser atemlos an den Seiten hängt. Jedoch muten dann einige der dramatischen Entwicklungen eher seltsam bzw. zum Teil auch unlogisch an und die Erklärungen dafür waren mir persönlich einfach zu wenig.

Auch wenn sich meine Rezension eher negativ anhört, hat mich das Buch doch sehr gut unterhalten und ich habe es sehr gerne gelesen. Der Schreibstil des Autors ist sehr gefällig und sehr angenehm zu lesen und nachdem es sich hier um das erste Buch von ihm handelt, das ich gelesen habe, war ich sehr überrascht, dass er kein Amerikaner ist. So wie er die Lebensstile der Familien Goldmann beschreibt, hätte ich eigentlich darauf gewettet, dass er selber in den USA aufgewachsen ist, aber weit gefehlt.

Von daher alles in allem eine tolle Lektüre, die mich gut unterhalten hat, die jedoch einige Schwächen für mich hinsichtlich der Beschreibung der Gefühle und Motive der Protagonisten enthält. Daher vergebe ich insgesamt drei Sterne.

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Tags: joel dicker   (1)
 

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(20)

37 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 10 Rezensionen

saudi-arabien, unverständnis, dazugehören, christentum, familie

Weil wir längst woanders sind

Rasha Khayat
Fester Einband: 160 Seiten
Erschienen bei DuMont Buchverlag , 01.07.2016
ISBN 9783832198145
Genre: Romane

Rezension:

Layla und Basil sind in Saudi-Arabien geboren, ihre Mutter eine Deutsche und als Kinder gemeinsam mit den Eltern zurück nach Deutschland gekommen. Als Erwachsene beschließt Layla zurück nach Saudi-Arabien zur Familie des Vaters zu gehen und auch dort zu heiraten. Basil versteht seine Schwester nicht und reist zu ihrer Hochzeit in der Hoffnung einige Antworten auf seine Fragen zu bekommen.

Das Buch wird entgegen meiner Erwartungen komplett in der Ich-Perspektive von Basil erzählt und so seltsam diese Sicht für mich zu Beginn war, so lässt sie auch viele Fragen, die sich mir gestellt haben, unbeantwortet zurück. Als Leser erfährt man in Fragmenten Auszüge aus der Familiengeschichte von Basil und Layla, kurze Einblicke aus ihrer Kindheit und in kurzen Gesprächen Hinweise auf die Gründe von Layla's Entscheidung und den zum Teil vorhandenen Problemen innerhalb der Familie. Aber alles bleibt bruchstückhaft und unvollständig und am Ende blieb ich mit vielen offenen Fragen und ungelösten Themen zurück.

Schön gefällt mir, dass hier kein Roman vorgelegt wurde, der in die Richtung "Nicht ohne meine Tochter" und ähnlicher Bücher geht, sondern fast schon rein objektiv die verschiedenen Kulturen beleuchtet und überall die guten und die schlechten Seiten zeigt. Dabei hat mich der Roman auch zum Nachdenken darüber angeregt, wie wir aus dem "Westen" zum Teil auf andere Kulturen blicken und wir die Menschen behandeln. Das finde ich sehr gut an diesem Buch. Jedoch hätte ich mir auch hier sogar noch mehr Inhalte und mehr Details gewünscht und nicht immer nur dieses Kratzen an der Oberfläche.

Alles in allem ist damit dieses kleine Buch sehr gut umschrieben: Es hat einen guten Ansatz und stellt gut die schönen und unschönen Seiten der verschiedenen Kulturen dar. Jedoch bleibt es dabei meist zu stark bruchstückhaft, liefert nur kurze Einblicke und lässt mich als Leser "hungrig" nach mehr Tiefe und Details zurück. Ein paar Seiten mehr hätten dem Buch auf keinen Fall geschadet.

Dafür vergebe ich insgesamt drei Sterne.

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Tags: rasha khayat;   (1)
 

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(98)

127 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 61 Rezensionen

schottland, psychothriller, mord, thriller, vermisst

Wenn du mich tötest

Karen Winter
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Droemer Taschenbuch, 01.04.2016
ISBN 9783426305126
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Der deutsche Julian Tahn erscheint abends ziemlich abgekämpft in einem Hotel in Kinlochbervie in Schottland und fragt nach einem Zimmer. Kurze Zeit später verlangt er auch nach der Polizei und meldet seine Frau als vermisst. Der Detective John Gills übernimmt den Fall und kommt bald einer Geschichte auf die Spur, mit er zu Beginn auf keinen Fall gerechnet hätte.

Das Buch wird zwar in der dritten Person, jedoch immer mit unterschiedlichen Perspektiven erzählt. Als Leser darf man so mehr oder weniger direkt John Gills über die Schulter gucken, Julian Tahn's Gedanken folgen, aber auch einige andere Personen direkt mitverfolgen. Dadurch erhält man als Leser einen schönen Gesamtblick auf die Figuren und das Geschehen und kann die Motive und Handlungen der einzelnen Personen gut nachvollziehen.

Dabei schafft es die Autorin, dass ich als Leser sehr lange Zeit komplett im Dunkeln tappte und als ich dann dachte, jetzt würden sich die Puzzlestücke zu einem klaren Bild formen, gab es nochmal einige überraschende Wendungen. Durch geschickte Andeutungen, kleine Sprünge in die Vergangenheit, die aber mehr Fragen aufwerfen, als Dinge offenbaren, hielt das Buch konstant die Spannung aufrecht und ich konnte es einmal begonnen kaum noch aus der Hand legen.

Dabei verzichtet die Autorin auf besondere Brutalität oder Gewaltorgien, sondern verlegt sich komplett auf die psychologische Führung durch das Thema: es wird sehr viel angedeutet, durch die Stimmungen spürbar gemacht, aber zu keinem Zeitpunkt wird das Buch irgendwie brutal oder wartet mit Gewalt auf.

Schön wird dabei auch die Atmosphäre der schottischen Umgebung, in der sich die Geschichte abspielt mit eingefangen und trotz der Dramatik und Spannung hat mir das Buch richtig Lust darauf gemacht auch endlich einmal Schottland zu bereisen.

Was mich leider nicht überzeugen konnte, war dann die Auflösung am Ende. Nachdem eine unglaubliche Dramatik und Spannung aufgebaut wurde, endet die gesamte Geschichte irgendwie ziemlich lapidar, wenn auch ohne Zweifel tragisch. Für mich verpuffte gefühlt am Ende alles zu einem kleinen nichtssagenden Häufchen zusammen und irgendwie blieb ich etwas ratlos zurück. Auch die Dramaturgie zwischen den Eheleuten Tahn wurde gut aufgebaut, die Erklärungen jedoch fand ich zum Teil eher irritierend und gerade das Verhalten der beiden eher befremdlich.

Alles in allem ein spannender Thriller, den man einmal begonnen, nur noch schwer aus der Hand legen kann, der mich aber leider durch das eher nichtssagende Ende nicht komplett überzeugen konnte.

Dafür vergebe ich drei Sterne.

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Tags: karen winter;, thriller;   (2)
 

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(93)

237 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 77 Rezensionen

irland, historischer roman, krieg, kiera brennan, 12. jahrhundert

Die Herren der Grünen Insel

Kiera Brennan
Fester Einband: 960 Seiten
Erschienen bei Blanvalet, 15.02.2016
ISBN 9783764505592
Genre: Historische Romane

Rezension:

In ihrem historischem Epos "Die Herren der grünen Insel" entführt uns die Autorin Kiera Brennan nach Irland in die Jahre 1151 - 1172. Aus Sicht verschiedener Personen, unterschiedlichster Herkunft erlebt man als Leser hautnah die geschichtliche Entwicklung des Landes zu der Zeit, die durch unglaublich viele Kämpfe und politische Machtspiele gekennzeichnet war. Bis zu diesem Buch war mir die Geschichte Irlands in diesen Jahren noch völlig unbekannt und ich wusste auch nicht, wie hart es die Iren doch in dieser Zeit getroffen hat. Nach einem Machtkampf zwischen den verschiedenen Königen von Irland, macht sich der entmachtete König Diarmait auf den Weg nach England und sucht sich Unterstützung bei Henry II., der ihm diese auch in Form der Normannen gewährt. Diese reisen somit zuerst im Schlepptau von Diarmait zurück nach Irland, um ihm seine Krone zurück zu erobern, haben aber bald ganz eigene Ziele im Sinn und es beginnen viele blutige Schlachten, in denen oft vor keiner Gewalt zurückgeschreckt wird.

Diese politischen und kämpferischen Auseinandersetzungen verfolgt man als Leser durch die Brille von bis zu acht Figuren, die jeweils in eigenen Kapiteln zu Wort kommen. Dabei bleiben die Kapitel in der dritten Person, nur der Fokus verschiebt sich auf die jeweilige Hauptfigur. Durch diesen Kniff sieht man so einem gefürchteten Kriegsherren genauso wie einem gerissenen Kaufmann über die Schulter und hat eine schöne Mischung aus weiblichen und männlichen Protagonisten. Dabei sind die Figuren keinesfalls schwarz-weiß gezeichnet, sondern decken alle Charakter-Nuancen ab. Habe ich als Leser mir bei der Einführung einer Figur noch entsprechende Bilder von ihr gemacht, konnte ich mir sicher sein, dass ich sie spätestens, wenn die Figur beim zweiten Mal auftaucht, komplett über den Haufen werfen kann oder mit einer weiteren charakterlichen Eigenschaft konfrontiert werde, die ich vorher so nicht erwartet hätte. Die Figuren sind entsprechend ihrer Zeit gezeichnet und damit herrscht auch bei ihnen ein rauer Ton und eine oft harte Umgangsweise. Das führt dazu, dass mir keine Figur besonders ans Herz gewachsen ist, ich aber trotzdem mit einer gewissen Neugierde und Faszination alle Lebenswege der einzelnen Charaktere verfolgt habe. Möchte man eine Figur gerade noch verdammen, passiert ein paar Seiten später wieder etwas, was meine ursprüngliche Abneigung schnell in Sympathie oder Mitleid verwandelt und genauso kehrt sich das dann auch wieder um. Mich hat das fasziniert solche Figuren zu beobachten und zu verfolgen, jedoch muss man als Leser damit umgehen können, dass es einfach nicht einen Lieblingscharakter geben wird.

Man merkt dem Roman an, dass eine Menge Recherchearbeit hineingeflossen ist und die Autorin hat den Spagat geschafft eine spannende Geschichte zu schreiben und dem Leser dabei gleichzeitig viele Hintergründe rund um die Geschichte von Irland zu liefern. Dabei bleiben die Erklärungen immer so, dass ich gut folgen konnte und trotz der zum Teil schwierigen Namen und komplizierten Verhältnisse den Überblick behalten konnte. Die Zeitspanne ist leider keine besonders schöne für Irland und entsprechend gab es viele Niederlagen und brutale Schlachten, wobei in diesem Roman nur so viel Brutalität und Gewalt beschrieben wird, wie notwendig und nicht unnötig in Gewaltorgien geschwelgt wird. Ich finde, dass hier ein guter Mittelweg gefunden wurde.

Um die Übersicht über die auftauchenden Charaktere zu behalten, gibt es als Beilage ein sehr schön gestaltetes Lesezeichen auf dem die wichtigsten Figuren kurz aufgeführt sind und im Anhang ein ausführliches Namensverzeichnis. Gut gefällt mir auch, dass es am Ende noch ein ausführliches Personenregister gibt, eine historische Zeittafel und ein ausführliches Nachwort der Autorin, in dem sie explizit auf Wahrheit und Fiktion ihres Romans eingeht.

Alles in allem ist das Buch ein für mich sehr gelungener historischer Roman, der die Zeit so abbildet, wie sie vermutlich, geht man nach den Quellen, sich zugetragen hat und auf jegliches weich zeichnen und erzwungene Liebesgeschichten verzichtet. Die Liebe kommt auch vor, jedoch passend zu den Umständen und wer große romantische Gefühle erwartet, ist mit diesem Buch wohl schlecht beraten. Wer aber einen Einblick in das tägliche Leben der Iren zu der Zeit und die politischen Machtspiele gewinnen möchte, dem kann ich dieses Buch nur empfehlen.

Alles in allem vergebe ich dafür volle 5 von 5 Punkten! Mir hat das Buch insgesamt und je länger ich noch darüber nachdenke, sehr gut gefallen und ich freue mich schon auf den angekündigten zweiten Band!

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freundschaft, selbstmord, zoe hagen, bulimie, essstörung

Tage mit Leuchtkäfern

Zoe Hagen
Flexibler Einband: 192 Seiten
Erschienen bei Ullstein Taschenbuch Verlag, 14.03.2016
ISBN 9783548286945
Genre: Romane

Rezension:

Beim Blick auf das Cover könnte man von einer leichten Lektüre ausgehen, doch dieses Buch offenbart dann eine emotionale Intensität, die man aufgrund der leuchtenden Farben auf dem Buchdeckel als Leser im ersten  Moment nicht vermutet. In Tagebuchform begleitet man als Leser die junge Protagonistin, von der man lange Zeit weder weiß wie sie heißt, noch wie alt sie ist, noch was sie genau bedrückt. Erst nach und nach offenbaren sich ihre Probleme und zeitweise hatte ich doch schon etwas Angst, in welche Richtung das Buch schlagen könnte.

Die Emotionen der weiblichen Hauptfigur, die die meiste Zeit des Buches einfach als "Gandhi" betitelt, sind sehr gut und intensiv beschrieben und ich konnte mich sehr gut in sie hineinfühlen. Gleichzeitig vermittelt das Buch dabei vor allem Emotionen und die "harten" Tatsachen werden eher umschrieben bzw. der Leser muss sie sich zum Teil einfach selber zusammenreimen. Das ist zum einen sehr spannend, jedoch muss ich gestehen, dass mir zu viel in der Schwebe blieb und zu wenig am Ende aufgeklärt wurde.

Durch die Tagebuchform bleiben die anderen auftretenden Figuren auch eher blass im Hintergrund und man erfährt sehr wenig über ihre Beweggründe und Motivation. Da eindeutig "Gandhi" der Mittelpunkt der Geschichte ist, war das für mich ok, auch wenn ich mir hier gewünscht hätte etwas mehr zu erfahren und nicht zum Teil komplett im Dunkeln gelassen zu werden.

Insgesamt ein sehr intensives Buch, das sich vor allem auf die Emotionen einer Protagonistin mit entsprechenden Problemen fokussiert. Vom Schreibstil und der Ausdruckskraft sehr gut gemacht, jedoch blieb für mich am Ende des Buches einfach zu viel ungelöst.
Daher gibt es von mir 3 von 5 Punkten.

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toxische beziehungen, sexueller mißbrauch, martin miller, trauma, christiane sautter

Eltern Wunschbild – Feindbild

Christiane Sautter , Martin Miller
Flexibler Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Verlag für Systemische Konzepte, 01.10.2016
ISBN 9783980993685
Genre: Sachbücher

Rezension:

In ihrem Buch „Eltern Wunschbild – Feindbild“ geht Christiane Sautter zum einen auf die geschichtliche Entwicklung der Liebe zwischen Eltern und Kindern ein und beleuchtet sehr detailliert und interessant, wie sich die Beziehung der Eltern zu ihren Kindern im Laufe der Jahrhunderte verändert hat: von einem eher nüchternen Verhältnis, das vor allem die Vorteile der Kinder für die Altersvorsorge im Blick hatte und oft von Gewalt geprägt war, veränderte sich im Laufe der Zeit der Blick auf die Kinder und mit steigendem Wohlstand konnten sich auch mehr Gedanken über das Wohl und die Gesundheit der Kleinen gemacht werden. Gut hat mir dabei gefallen, dass die Autorin viele Quellen aus der Literatur herangezogen hat und anhand von zeitgenössischen Romanen mir als Leser einen nachvollziehbaren Einblick in die jeweiligen Verhältnisse zwischen Eltern und Kindern gibt.

Interessant fand ich dabei auch zu lesen, dass die noch heute geltende Verordnung zum Stillen aus dem 19. Jahrhundert stammt, um die Sterblichkeit von Neugeborenen zu senken und das Mutterbild, das uns bis heute prägt auf Hitler und die Nazis zurück zu führen ist. Doch guter Denkstoff für einige harte Verfechter von diesen Themen.

Im weiteren Verlauf des Buches werden dann destruktive Familienstrukturen und Beziehungsmuster beschrieben, die dazu führen, dass die Kinder aus diesen Familien oft ihr Leben lang mit Problemen kämpfen, oft ohne dabei zu wissen, woher sie kommen und wie sie dagegen angehen können. Die Beschreibungen der Strukturen und Muster sind dabei sehr detailliert und anhand von Beispielen für mich als Leser gut nachvollziehbar. Bei einigen Strukturen erkannte ich dabei meine eigene Familie bzw. auch gute Freunde oder Bekannte wieder.
Weiterhin erklärt die Autorin zum einen ausführlich, wie der Mensch lernt und inwiefern wir durch unsere Eltern und die Erziehung, die sie uns geben, auch wenn sie sogar denken, sie würden gar nicht erziehen, geprägt werden. Darüber hinaus wird beleuchtet, wie sich die destruktiven Strukturen auf die Verhaltensweisen der Kinder aus diesen Familien auswirken. Gut hat mir hier die Mischung aus wissenschaftlichen Herangehen und der Unterlegung mit praktischen Beispielen gefallen. So konnte ich die Verhaltensweisen verstehen und auch immer nachvollziehen, wieso sich das Kind entsprechend so entwickelt hat. Gleichzeitig wird hier auch auf das Thema eingegangen, dass diese destruktiven Strukturen oft einen Teufelskreislauf nach sich ziehen: Wenn die Eltern das Kind durch destruktive Verhaltensweisen beeinträchtigt haben, passiert es oft, dass das Kind bei seinen eigenen Kindern auch wieder destruktive Strukturen an den Tag legen wird. Da ich das auch aus der eigenen Erfahrung schon erlebt habe und beobachten konnte, war ich hier sehr begeistert meine Theorie bestätigt zu finden.
Schließlich zeigt die Autorin anhand von Beispielen, wie der Ausstieg aus diesem Teufelskreislauf und den destruktiven Strukturen gelingen und die Kinder ein selbstbestimmtes und freies Leben führen können.

Mir hat sehr gut gefallen, dass alle Beschreibungen immer mit Beispielen aus der Praxis hinterlegt worden sind und eine ausführliche Darstellung anhand von diversen Quellen erfolgte. Das Buch erhebt nicht den Anspruch eine Therapie zu ersetzen, gibt mir als Leser aber die Möglichkeit eventuell vorhandene destruktive Strukturen zu erkennen und mir Hilfe zu suchen. Gleichzeitig sensibilisiert das Buch gerade mich als neu gebackene Mutter dazu meine eigenen Verhaltensweisen gegenüber meinem Kind immer zu hinterfragen und mich kritisch mit meiner eigenen Familiengeschichte auseinanderzusetzen.

Alles in allem eine sehr interessante und aufschlussreiche Lektüre, die ich allen werdenden oder frisch gebackenen Eltern nur wärmstens empfehlen kann.

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