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154 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 66 Rezensionen

monster, legenden, fantasy, darkmouth, jugendbuch

Darkmouth - Der Legendenjäger

Shane Hegarty , Bettina Münch , Moritz Schaaf
Fester Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Oetinger, 20.02.2015
ISBN 9783789137259
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Buchgestaltung

Die deutsche Aufmachung ist eindeutig die bessere für mich! Auf dem englischen Cover sieht man nur einen schwarzen Hintergrund und zwei grüne Augen und bei der Oetinger Ausgabe sind so viele coole Details aus dem Buch ausgegriffen, da kann man nicht anders, als den Punkt hier vergeben. Das deutsche Hardcover hat zudem einen schwarzen Buchschnitt und leuchtet im Dunkeln. Wenn das mal nicht eine absolut geniale Sache ist – Nicht nur für Kinder! Auch den Beititel finde ich super passend, weil er direkt etwas mehr über den Inhalt aussagt, als `Darkmouth´ allein.

Meinung

Darkmouth ist der Auftakt einer neuen Kinderbuchreihe, die aber nicht nur etwas für Kinder ist. Ich mit meinen 26 Jahren fand das Buch richtig klasse und werde die Reihe auch sicher weiterverfolgen. Bei Darkmouth handelt es sich um einen mysteriösen Ort, an dem Legenden zum Leben erwachen und das ist nicht immer etwas Gutes! Aus diesem Grund gibt es Jäger, die diese Legenden einfangen und zu genau denen gehört auch der Vater unseres Protagonisten Finn. Finns Leben ist daher super spannend, aber eigentlich wäre Finn lieber normal, denn besonders in der Schule wird er immer wieder wegen dem Job, den er übernehmen soll blöd angemacht. Die Leute fürchten sich vor dem Unbekannten, sind aber gleichzeitig fasziniert davon. Finn und sein Vater tragen eine große Verantwortung und zu allem Überfluss soll Finn bald auch noch den Job seines Vaters ganz übernehmen.

Das Szenario welches im Buch geschaffen wurde war einfach eines: COOL. Es gibt kein Wort, dass besser beschreibt, wie der Autor die Beschreibungen des Orts mit denen des Übernatürlichem vermischt. Eigentlich gibt es ja reichlich Stories mit mystischen und paranormalen Wesen, aber hier wurde die Idee noch einmal ganz neu aufgelegt. Die vielen Geheimnisse und Ereignisse in Darkmouth sorgen von vornherein für immense Spannung, die sich in kleinen Höhepunkten im Roman immer wieder sammelt. Das Schicksal der Stadt wurde sehr gut erklärt und die Einführung ins Buch ging sehr leicht von der Hand. Die ganzen Waffen und das System der Stadt waren sehr logisch und innovativ beschrieben. Ehe man sich versieht weiß man alles Nötige und ist auch schon in der Handlung abgetaucht.

Finn war mir ein sehr sympathisches Kind, dessen Gedanken und Sprüche mich hin und wieder zum lachen gebracht haben. Er hat es nicht wirklich leicht und ihm stehen viele Hindernisse im Weg, aber dank seines Mutes nimmt er nach und nach jede Hürde. Auch Emmie, die neu in die Stadt kommt und für die Finn sich sofort interessiert, mochte ich sehr gerne. Allgemein fand ich die Freundschaft im Buch sehr gut beschrieben und obwohl ich ja eigentlich etwas aus dem Rahmen der Zielgruppe falle habe ich viel darin von mir selbst wiedererkannt. Die Figuren in Darkmouth sind schrullig, klug und haben einfach viele Facetten.

Dank des Stils des Autors möchte man am Ende jeden Kapitels sofort weiterlesen – Hier gibt es immer kleine Spannungs-Hänger, die förmlich schreien: LIES WEITER! An sich fand ich es auch echt schön, dass man so schnell und leicht durchs Buch kam, weil der Schreibstil eben etwas einfacher gehalten war.

Obwohl mich das Buch sehr gut unterhalten hat und ich vieles daran mochte, gab es auch ein paar Dinge, die mir immer wieder missfielen. Am schlimmsten fand ich einfach, dass Finn so selten Erfolg mit dem hatte, was er tat. Sein Vater hat auch den ein oder anderen Auftrag versemmelt, weshalb die Leute ihn für unfähig hielten, aber Finn hatte einfach so selten Glück. Ich bin natürlich nicht dafür, dass man den Figuren alles vor die Füße legt und es ihnen super leicht macht, aber fast alles, was Finn angepackt hat, ist irgendwie schief gegangen. Teilweise war das noch sehr amüsant und hat Finns Charakter unterstrichen, aber irgendwann tat er mir doch etwas leid. Ihm hätte zumindest aus Zufall doch das ein oder andere gelingen müssen, oder? Finde ich zumindest. Dieser Gedanke kam mir beim Lesen dann doch öfter. Zwar ist das keine wirklich harte Kritik, aber etwas, das der Autor noch besser hätte umsetzen können. Dazu kommt, dass ich eine Weile gebraucht habe, um mit vielen der Nebenfiguren warm zu werden, darunter z.B. auch Finns Vater, der immer viel Druck auf seinen armen Sohn ausgeübt hat.

Fazit

Darkmouth ist bis auf kleinere Schwächen ein unterhaltsames und vor allem spannendes Kinderbuch mit lauter Monster, Mythen und einer Portion Verdammnis :D Die Idee wurde super umgesetzt und erklärt und ich bin nur so durchs Buch geflogen, weil der Schreibstil einfach klasse war. Ob nun Kind oder Erwachsener, ich wette, an diesem Buch werden noch viele ihren Spaß haben. Vielleicht gibt es keine 1000 Gründe das Buch zu lesen, aber genug, um die Erwartungen, die man beim Anblick des Cover aufbaut, auch erfüllen zu lassen.

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61 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

freundschaft, festival, liebe, liebesgeschichte

Damals dieser Kuss

Claire LaZebnik , Catrin Frischer
Flexibler Einband: 384 Seiten
Erschienen bei cbj, 11.05.2015
ISBN 9783570402801
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Buchgestaltung

Ich mag beide Cover eigentlich gleich gerne. Das englische Cover spiegelt genau dasselbe wie das deutsche wieder: Liebesgeschichte im Anflug. Ich kann mich auch gar nicht entscheiden, welchen Titel ich persönlich besser finde, weil sie beide sehr gut den Kern des Buches treffen und gut klingen. Egal, welche Ausgabe man sich also zulegt, sie sind beide auf den Roman angepasst und sehen nach dem richtigen Genre und der Zielgruppe aus. Obwohl ich die sommerlichen Farben vom cbj Cover vielleicht einen kleinen Ticken ansprechender finde. 

Meinung

Von Claire LeZebnik habe ich bereits „Nicht so einfach mit der Liebe“ gelesen und letztes Jahr für ganz OK befunden. Natürlich war ich neugierig auf ihren neusten Roman, denn der deutsche Verlag hat sich dazu entschieden ihr aktuellstes Buch zu übersetzen. Vor allem im Vergleich zu der anderen Lektüre war „Damals dieser Kuss“ einfach ein Buch, das mir wahnsinnig gut gefallen hat, weil die Figuren so echt und facettenreich waren. Ein richtiges Feel-Good-Buch für den Sommer eben! :)

Das Buch beginnt mit einem etwas längeren Prolog, der die Ereignisse im Freshman-Year der Protagonistin Anna zeigen. Damals lernte sie Finn kennen und lieben, aber durch einen Fehler hat ihr 15-jähriges-Ich alles kaputt gemacht, das zwischen den beiden entstanden ist. Dann – zwei Jahre später – ist Finn plötzlich wieder an Annas Schule und natürlich kommen eine Menge Gefühle wieder hoch. Doch auch Annas Freundinnen finden Finn wirklich toll und zwischen Freundschaften und Liebe geht in diesem Roman eine ganze Menge Chaos von statten. Die Autorin hat hier einfach wunderbar so viele Gefühle und Beziehungen zwischen den einzelnen Figuren geschildert und entwickelt, dass ich echt hin und weg war. Ich hab das Buch so, so, so gerne gelesen, weil ich immer wissen wollte, wie es nun weitergeht. Finden Anna und Finn wieder zusammen? Was ist mit Finn und Lilly? Und Lillys Schwester? Wie steht es um die Romanze zwischen Annas anderen Freunden? Und und und...

Dabei ist das Buch zu keinem Zeitpunkt zu einer Geschichte geworden, die ich nicht mehr mochte. Anna stiehlt niemanden den Freund, keine Beziehungen werden durch Egoismus zerstört und zwischen all den Charakteren herrschte so viel Freundschaft, Respekt und Loyalität, dass ich immerzu lächeln musste. Ich fand es einfach wundervoll, wie die Autorin hier Freundschaft noch mehr als die Liebesgeschichte in den Vordergrund gestellt hat. Es gibt so viele Dialoge und Kapitel, in denen Anna allein mit ihren Freundinnen ist, Ratschläge und Gefühle austauscht oder sie einfach so etwas erleben. Ich konnte nachvollziehen, wieso diese Gruppe so eng zusammengehangen hat. Zudem ist Claire LaZebnik auch ganz gekonnt ironisch so einige Klischee-Fallen umgangen und hat Highschool Dinge mit Humor genommen.

Anna war vielleicht selbst nicht der vielschichtigste Charakter im Buch, aber ich mochte sie einfach. Ich mochte ihre ruhige und kluge Art, wie sie sich hin und wieder ihren Gefühlen für Finn hingegeben hat und ihre Ehrlichkeit. Zu keiner Sekunde macht sie sich etwas vor und nimmt viel Rücksicht auf ihre anderen Freundinnen. Es war einfach ein schönes Miteinander und hat mich sehr an mich und meine Freundinnen erinnert. Wie viel Spaß man über den Sommer oder auch in der Schule hat, weil jede Gruppe so ihre eigene Dynamik verfolgt.

Man darf sich vom Buch auch nicht erhoffen, dass Anna und Finn schnell wieder zueinander finden. Es gibt dutzende Auf - und Abs und ich wusste manchmal wirklich nicht, wie die Geschichte nun enden würde. Durch den flüssigen und lebhaften Stil hat das Lesen auch einfach nur Spaß gemacht und ich bin durch die Seiten geflogen. Ich hatte auch ständig dieses sommerliche Gefühl, das ich so sehr an Contemporary Romanen liebe und mich immer in die Story hineinsinken lässt.

Gegen Ende wird das Buch dann auch noch einen Ticken ernster. Besonders Anna und Lilly machen eine große Entwicklung durch und mir hat einfach gefallen, wie die Autorin die Sache am Ende gedreht hat. Vielleicht war es nicht immer der unvorhersehbarste Plot im Großen und Ganzen, aber mich hat das null gestört. Ich hab mit gehibbelt und die Anna-Finn-Momente immer total bejubelt. Finn war auch einfach so ein netter und interessanter Mensch. Seine Einstellung und deine Eigenarten fand ich mega sympathisch, weil er etwas von einem Nerd hatte und sich nie etwas draus gemacht hat, was andere von einem denken oder halten.

Zum Abschluss des Buches verrate ich besser nichts ;) Sonst würde ich zu viel verraten. Die letzten Seiten waren mir etwas zu gestreckt erzählt, aber nach dem langem Prolog, hat es auch irgendwie gepasst, dass der Epilog auch mehr preisgibt.

Fazit

Damals dieser Kuss wird nicht das letzte Buch sein, das ich von Claire LaZebnik gelesen habe! Die Charaktere sind mir sofort ans Herz gewachsen und die wundervollen Freundschaften haben neben dem sonst etwas ruhigerem Plot einfach so viel Charme versprüht, dass ich wegen dem Feel-Good-Vibe kaum aufhören konnte zu lesen. Auch die Liebesgeschichte war einfach schön, die Atmosphäre sommerlich und das Ende überraschend tiefsinnig, mit seiner Moral. 

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301 Bibliotheken, 6 Leser, 0 Gruppen, 43 Rezensionen

nerd, liebe, comics, jugendbuch, amerika

Flirt mit Nerd

Leah R. Miller , Larissa Rabe , Edigna Hackelsberger
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei cbt, 11.05.2015
ISBN 9783570309957
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Buchgestaltung

Das englische Cover war mir persönlich immer zu bunt und außerdem ist die Schrift echt nicht besonders professionell gemacht...daher hab ich mich mega auf die deutsche Ausgabe gefreut, denn da stimmt (zumindest für mich) alles. Von der Comic-artigen Schrift bis hin zu den simplen Farben ist die Aufmachung wirklich gelungen. Außerdem befinden sich vor jedem Kapitel eine Art „Tastenkombination“, wie bei einem Videospiele. Flirt mit Nerd klingt für mich auch tausend mal besser, als der englische Titel, der auch rein inhaltlich meiner Meinung nach gar nicht so mega gut passt, weil Maddie ja nicht wirklich zum Nerd wird, sondern einer ist.

Meinung


Flirt mit Nerd verspricht eine niedliche Sommergeschichte voller Flirt, Nerd und eben allem, was daraus resultiert. Die Erwartungen, die der Klappentext in einem weckt, werden auch ganz genauso erfüllt, was ich richtig toll fand. Man weiß von Anfang an, worauf man sich einlässt und der cbt Verlag hat wieder ein gutes Händchen für einen niedlichen Sommerroman bewiesen, der es endlich zu uns geschafft hat und sicher noch viele Contemporary Fans finden wird.


Das Debüt der Autorin hat vor allem drei Stärken: Es ist wunderbar leicht und humorvoll geschrieben, es ist was die Nerd-Sache angeht herrlich authentisch und außerdem bedient es wirklich kaum Klischee, die man in Jugendbüchern schon seit Ewigkeiten statt hat. Maddie ist eine sehr sympathische Protagonistin, die mich schon im ersten Kapitel zum schmunzeln gebracht hat. Ihr ganzes Doppelleben gefiel mir wirklich gut und war einfach komisch. Eigentlich hat sie sich seit einem Vorfall geschworen nie wieder ihre nerdige Seite herauszulassen und ist deshalb das brave nette Mädchen mit dem Image, um das sie viele beneiden. Doch dann muss sie sich in die Tiefen eines Comic-Shops vorwagen, weil ihr Lieblings-Comic einfach nicht zu ihr nach Hause gekommen ist und sie umkommt, wenn sie nicht erfährt, wie es nun weitergeht – So trifft sie dann auf den mega Comic-Nerd Logan...


Wie gesagt, Maddie war mir wirklich wahnsinnig sympathisch. Sie hat eine total schrullige Art, wenn sie heimlich (ob nun in ihrem Zimmer oder eben im Comic-Shop) ihre wahre Seite zeigt und ich mochte ihren Humor sehr gerne. Die Autorin macht es einem auch unglaublich leicht, Maddie zu mögen, weil ihre etwas komplizierte und verklemmte Art, sie immer wieder in Bedrängnis bringt und das wiederum für einige dramatische Höhepunkte sorgt. Ich kann zwar nicht zu 100% sagen, dass ich Maddie immer verstanden habe, aber die ist eine Figur, die sich sehr gut weiterentwickelt und zum Ende eben erkennt, wer sie wirklich ist und wer sie in Zukunft sein möchte. Dabei mochte ich besonders, wie Logan als Love-Interest ihr Leben zwar verändert, aber Maddie nicht abhängig von ihm ist oder dergleichen. Eigentlich pushen sich beide in der Gegenwart des anderen in eine gute Richtung, die dem Leben des jeweils anderen etwas mehr Schwung und Spaß verliehen hat.


Besonders süß fand ich auch, dass die Liebesgeschichte hier so schön leicht war. Es gibt kein „übereinander herfallen“ oder „wildes und sinnloses Rumgeknutsche“. Hier lernen sich die beiden ganz langsam kennen, gestehen sich ihre Gefühle füreinander nach und nach ein und das hat die Spannung ziemlich toll aufgebaut. Es gab einfach diesen einen besonderen Niedlichkeits-Faktor, wenn beide wieder zusammen waren – Und Szenen mit Logan und Maddie gibt es einfach haufenweise. Auch die Dialoge sind eine Mischung aus nerdig und witzig und haben meinen Geschmack einfach getroffen. Ich hab mich an vielen Stellen echt weggeschmissen vor lachen.


Ein weiterer Pluspunkt ist auch, dass die Familien von beiden Charakteren, sowie Freunde in die Geschichte integriert wurden. Man kann sich einfach ein Bild von den Umständen und Hintergründen machen und irgendwie schließt man speziell Logans Mutter oder auch eine von Maddies Freundinnen ins Herz. Was die Figuren betrifft, so hatten sie alles, was man von einem Sommerbuch erwartet.


Auch die Sache mit Logans Radio-Show fand ich richtig cool, da sie de Flirt-mit-Nerd-Effekt noch mal verstärkt hat. Obwohl ich selber echt keine Ahnung von Comics und anderem Serienkram habe, der hier so erwähnt wurde, so fand ich die Seitenhiebe doch irgendwie interessant – Wenn man selber ein kleiner Nerd ist, dann wird man das bestimmt noch mal besser finden, als ich es ohnehin fand :)


Was die Handlung betrifft, so hat die Autorin einige Komplikationen eingebaut, die streckenweise für viel Teenie-Drama und Missverständnisse gesorgt haben. An dieser Stelle muss ich allerdings sagen, dass ich besonders ab der Mitte irgendwie das Gefühl hatte, die Geschichte würde sich nun dem Ende neigen – Was sie nicht getan hat. Eigentlich will man als Leser ja immer eher mehr Seiten, aber dieses Mal bin ich der Meinung, das 50 Seiten weniger besser für den Plot gewesen wären. Die ganze Idee am Ende fand ich irgendwie süß, aber der Streit zwischen Maddie und Logan hat sich ungemein gezogen und ich habe mich dabei ertappt wie ich dachte: Wann ist das alles endlich vorbei? Allgemein hatte das Buch zeitlich ein paar Durststrecken, die nicht unbedingt relevant gewesen sind und man gerne hätte streichen können.


Fazit


Flirt mit Nerd ist für Contemporary Fans beste Unterhaltung, mit viel Witz und Charme und Nerdigkeit (erfinden wir doch jetzt mal ein neues Wort)! Besonders die sympathischen Figuren und die zuckersüße Liebesgeschichte fand ich richtig klasse. Das Buch hatte mehrere Kapitel, welche die Handlung für mich etwas zu sehr gestreckt haben und besonders Maddie konnte man dadurch manchmal nicht ganz verstehen, aber im großen und ganzen fallen diese Kritikpunkte bei meiner Wertung nicht all zu sehr ins Gewicht. Sommerbuch? Auf alle Fälle!

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(63)

123 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 35 Rezensionen

liebe, freundschaft, hochbegabt, liebe und andere fremdwörter, josie

Liebe und andere Fremdwörter

Erin McCahan , Birgit Schmitz
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei FISCHER FJB, 26.03.2015
ISBN 9783841421616
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Buchgestaltung

Ich bin irgendwie nicht so der Fan von beiden Aufmachungen. Bei der deutschen Ausgabe mag ich die Schrift ziemlich gerne, dafür die Hintergrundfarbe nicht so und bei der englischen Aufmachung ist es genau umgekehrt. Eine Mischung aus beiden hätte mir echt gut gefallen, aber trotzdem finde ich es gut, dass sich der FJB Verlag entschieden hat eher auf Schrift, als wieder unbedeutende Gesichter zu setzen – Zumal Worte ja eine große Rolle im Roman spielen. Der Titel wurde sehr gut übersetzt und trifft den Kern des Buches auch wirklich toll.

Meinung


Es ist schon eine Weile her, dass ich Liebe und andere Fremdwörter gelesen habe und mit der Rezension habe ich mir echt Zeit gelassen. Woran das lag? Ganz einfach: Nach dem Lesen war ich mir einfach nicht sicher, wie ich das Buch eigentlich finde. Mir ist es echt schwer gefallen meine Gedanken zur Geschichte zu reflektieren. Schlussendlich bekommt das Buch von mir als Wertung die goldene Mitte. Trotz des Unterhaltungsfaktors hatte ich leider Probleme mit den Figuren und das Gesamtbild hat für mich persönlich einfach nicht gestimmt. Vielleicht hatte ich auch eine falsche Erwartungshaltung an das Buch. Schon allein der Klappentext lässt darauf schließen, dass Josie ein Nerd ist. Ein nettes, verpeiltes Mädchen, das gerne mehr aus ihrem (Liebes)leben herausholen will und die Sprache der Liebe eigentlich nicht spricht.


Genau so lernen wir Josie auch kennen, wie sie mit Gefühlen für ihren besten Freund kämpft, versucht sich im Highschool Dschungel durchzuschlagen und dem Druck ihrer Familie standzuhalten. Aufgrund ihrer Vorliebe für Zahlen und Sprachen ist es mir aber total schwer gefallen, mit Josie auf eine Wellenlinie zu kommen. Es gibt ja diese Figuren, mit denen man sofort sympathisiert und hier war das nicht ganz so leicht. Die Autorin stürzt sich aber auch gleich in Unmengen an Beschreibungen und Informationen. Man sieht Josie zunächst gar nicht allein, sondern ihre Familie gleich dazu – und die ist wirklich schrecklich gewesen. Ich habe selten einen so versnobten Haufen an Leuten gesehen und mir tat Josie richtig leid.


Also Josies Schwester beschließt zu heiraten gerät das Leben der Protagonistin etwas aus den Fugen. Sie beginnt sich zu fragen: Was ist Liebe und spreche ich diese seltsame Sprache eigentlich? Und genau dadurch kommt der Plot ins Rollen. Liebe und andere Fremdwörter ist ein Jugendbuch, das sich mit der Schule, Freundschaften, erster Liebe, Wünsche und Träumen auseinandersetzt. Die Autorin hat auch einen tollen Job gemacht, Josies Gefühle und Gedanken zu beschreiben. Mit jedem Kapitel mehr, habe ich auch gelernt sie besser zu verstehen. Vielleicht war das ja auch Absicht. Vielleicht sollte man sich wie jemand auf einem fremden Planeten fühlen, auf dem man die Sprache dort erst einmal lernen muss? Dadurch wurde mir jedenfalls eine Entwicklung vor Augen geführt, die ich immer besser fand.


Ich selber bin eigentlich gar kein Nerd und schaue nicht solche Serien wie The Big Bang Theory, deshalb hab ich ein paar der Referenzen im Buch einfach nicht gerafft. Das ist natürlich nicht wirklich ein Störfaktor gewesen, aber ich hätte mir gewünscht, dass die Autorin etwas mehr nerdiges Zeug gezeigt hätte, dass nicht nur aus bestimmten Spielen oder Tv-Serien besteht. Sozusagen eine eigene Definition von Nerd. Was ich allerdings sehr gut umgesetzt fand war, dass es wenige Stereotypen gibt. Normalerweise sind Nerds in Büchern immer super unbeliebt, aber Josie hatte diese Probleme nicht. Es war schön, dass die gängigen Klischee nicht aufgegriffen wurden und man sich statt Drama einer unterhaltsamen Geschichte hingeben konnte, denn dass war sie wirklich.


Die Aufs – und Abs, die vielen frechen und ehrlichen Dialoge und auch die Liebesgeschichte, die sich hier für Josie abspielt haben mir gefallen. Dank des flüssigen Schreibstils der Autorin, kam man gut durch die Handlung, ohne, dass man an den vielen Begriffen und Fremdwörtern anecken musste. Für meinen Geschmack hätte man das Tempo des Plots noch ein ordentliches Stück anziehen können und auch das Ende war mir etwas zu gefühlsduselig, aber ansonsten hab ich das Buch gerne gelesen – Dabei ist es dann aber auch (leider) geblieben.


Fazit


Liebe und andere Fremdwörter ist eine solide Contemporary Geschichte über ein Mädchen, dass herausfindet, wie man sich verliebt und der Welt dabei zeigt, dass auch Nerds „in“ sein können. Die Autorin hat hier eine tolle Charakterentwicklung geschildert, die ich sehr mochte. Auch der ein oder andere Spruch brachte mich zum lachen. Wegen der etwas langatmigen Handlung und vieler Witze, die ich nicht verstanden habe, war das Buch in der Gesamtwertung aber doch eher im Mittelbereich für mich persönlich.

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142 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

behinderte, 2014, krankheit, wahre freundschaft, unentschlossenheit

Wer denkt heute schon an morgen?

Denise Deegan , Silvia Schröer
Flexibler Einband: 350 Seiten
Erschienen bei cbt, 13.10.2014
ISBN 9783570309339
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Buchgestaltung

Da mir die englische Buchgestaltung nicht so gut gefällt, bin ich absolut für die Aufmachung von cbt. Allgemein gefallen mir die Cover für diese süßen Sommerromane aus dem Verlag immer richtig gut. Der Titel passt auch sehr gut zu Sarah und ihrer Einstellung: Lebe im Hier und Jetzt. Was allerdings etwas schade ist: Meiner Meinung nach passt dieses Cover nicht ganz so perfekt zum ersten Band dieser Companien Reihe, aber darüber kann man hinweg sehen.

Meinung

Denise Deegan ist wirklich gut darin in ihren Lesern Gefühle zu wecken. Gefühle hatte ich beim Lesen der Geschichte nämlich eine Menge. Ich hab das Buch geliebt, wollte es gegen die Wand knallen und am Ende war ich teilweise richtig platt. Es gibt selten Bücher, die einen so aufwühlen und emotional packen, etwas, dass der Autorin hier definitiv gelungen ist. Im Nachhinein hat mich der ganze Plot aber in meiner Ansicht oder auch meinen eigenen Vorstellungen arg gespalten. Es gab einen Haufen Dinge, die ich mochte, aber besonders gegen Ende war ich auch sehr unzufrieden mit vielen Wenden im Buch, die teilweise auch echt ernste Themen behandeln. 

Aber auf Anfang. Sarah hat man schon in Band eins kennengelent und das hier war dann ihre eigene Geschichte. Die Nebenfiguren aus dem ersten Teil sind hier wieder mit von der Partie, wenn sich ihre Auftritte auch in Grenzen halten. Besonders der Beginn des Buches hat mir außerordentlich zugesagt. Sarah stammt aus etwas ärmeren Verhältnissen und dreht daher jeden Cent um. Bei ihren Freundinnen oder auch in der Schule fühlt sie sich daher manchmal wie eine Außenseiterin, die sich nichts leisten kann. Ihr Innenbeleben und all ihre Sorgen und Ängste waren perfekt nachvollziehbar beschrieben. Manchmal hab ich mich dabei ertappt, wie ich ein Tränchen in den Augen hatte, weil ich Sarah zustimme: Das Leben verteilt so vieles ungerecht und es ist nicht fair, dass einige härter arbeiten müssen, als andere. 

So lernt man Sarah zunächst etwas egoistisch kennen, was aber nur mehr hervorhebt, wie sie sich im Buch weiterentwickelt. Ist sie in den ersten Kapitel noch eher auf ihr eigenes Wohl aus, so übernimmt sie nach und nach Verantwortung, hört auf zu lügen und findet einen Teil von sich selbst, von dem sie nicht wusste, dass es ihn gibt. Das fand ich richtig schön und diese Wandlung zu verfolgen ging mitten ins Herz. Zumal das alles auch sehr realistisch gemacht war. Sarahs Geschichte ist eng mit den Menschen um sie herum vernetzt und durch das Lesen des Romans ergibt sich auch irgendwie ein großes Gesamtbild, dass sehr interessant gestaltet war. Ein Netz aus Familienproblemen, Träumen, Freundschaften und Liebe. Die Autorin hat an vielen Fäden gezogen und deshalb hat sich eine Menge entwirrt, aber auch wieder verheddert. Aus diesem Grund wird das Buch selten langweilig.

Ich sage „selten“, weil ich bei den über 400 Seiten trotz Konflikten und gutem Spannungsbogen mehr als einmal das Gefühl hatte – Hier dauert alles zu lange. So wiederholen sich Probleme zwischen Sarah und ihren Freundinnen öfter oder im Buch wurde viel Raum von Dialogen eingenommen, die nicht sehr wichtig für die Handlungen waren. Besonders für Leute, die Band eins nicht kennen, ist das sicher etwas verwirrend und unnötig gewesen. Allgemein hat mir aber auch einfach zu manchen Nebensträngen etwas der Bezug gefehlt, weil das hier in erster Linie ja Sarahs Geschichte hätte sein sollen. Dadurch war das Buch nur eine Weile sommerlich und leicht und wurde immer mehr zu einem ganzen Klumpen voller schwerer und erdrückender Gefühle. Neben Krankheit und Verlust spielen hier auch andere Teenager-Themen eine wichtige Rolle und die haben mir nicht immer gefallen. Speziell gegen Ende fand ich die Sache mit Alex echt fürchterlich.

Sarah war eine nette Protagonistin, die aufgrund ihrer Charakterentwicklung immer mehr zu jemandem wurde, den ich gerne mochte und auch verstanden habe. Ich hatte es nicht immer leicht mit ihren Entscheidungen und Ansichten, aber anstatt das negativ zu sehen, fand ich es im Roman richtig interessant. Es ist einfach so viel um Sarah herum passiert, dass ich nicht anders konnte, als ihre Geschichte mitzuverfolgen. Gefesselt hat das allemal.

Gemischte Gefühle – Ich hab es bereits erwähnt. Das Buch hatte viele Aufs – und Abs für mich. Es war regelrecht eine Mischung aus mögen/nicht mögen, aber das gewisse Etwas war da, weshalb ich nicht aufhören wollte zu lesen. Ich glaube, besonders der Love-Interest hatte es mir angetan und die zauberhafte Beziehung zwischen ihm und Sarah. Einfach echt und liebevoll und traurig und herzzereißend. 

Das Buch hatte aber auch ein paar witzige Seiten. Zwar nicht mega viele, weshalb ich „Wer denkt heute schon an morgen?“ nicht zu 100% in die Sparte Sommerbuch schieben würde, aber dennoch genug, um dunkle Phasen wieder aufzulockern.

Fazit

Wer denkt heute schon an morgen? - ist ein Roman voller Überraschungen. Die Autorin hat Unmengen an Themen in ihre Geschichte gepackt, weshalb mir nicht alle Wenden mega gut gefallen haben. Die Figuren und der Schreibstil passen zwar zum typischen Sommerbuch, aber hinter der Story steckt mehr, als erwartet, daher findet man hier Tiefgang und Probleme und wird in mehr als einer Hinsicht unterhalten. Leider gab es ein paar zu lange Atempausen bei den spannenden Teil

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161 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 29 Rezensionen

fantasy, meerjungfrau, meerjungfrauen, waterfire saga, jennifer donnelly

Waterfire Saga - Das erste Lied der Meere

Jennifer Donnelly , Nadja Schuhmacher , Sonja Schuhmacher
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Egmont Schneiderbuch, 05.03.2015
ISBN 9783505136573
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Buchgestaltung

Die Gestaltung des Buches ist in meinen Augen einfach nur wunderschön. Wenn ich das Buch so irgendwo liegen sehen würde, ich müsste es sofort kaufen. Es ist wirklich toll, dass das Originalmotiv übernommen wurde – genau wie der Titel. Beides passt einfach wunderbar zum Roman und ist ein Feuerwerk für die Augen. Allein für die Aufmachung würde ich volle Punktzahl geben. Das Thema ist super getroffen und man weiß sofort, dass es um Sirenen/Meerjungfrauen geht.

Meinung


Waterfire war eine Überraschung vom Verlag, die hier in einer wunderschönen Aufmachung verpackt ankam. Ich war damals total aus dem Häuschen und konnte es kaum erwarten, das Buch zu lesen. Es sieht immerhin nicht nur schön aus, es klingt auch verdammt gut. Wirkliche Erwartungen daran hatte ich allerdings nicht, zumal mir die Autorin bis dato unbekannt war. Wie hat mir das Buch gefallen? Das ist echt schwer zu beschreiben. Ich fand es „okay“, aber nicht auch gut. Ich fand es nicht überzeugend, aber auch nicht schlecht. Ich sehe alles recht zwiegespalten.


Zum einen denke ich, dass Waterfire eher eine jüngere Zielgruppe anspricht, als welche, zu der ich gehöre. Natürlich ist das bei den meisten Jugendbücher der Fall, zu denen ich als Ü20 greife, aber hier hat man das noch mal sehr deutlich gespürt. Besonders am Schreibstil. Der Stil von Jennifer Donnelly war sehr einfach, kurz und teils auch abgehackt gestaltet. Die Autorin hat sich nicht viel aus Schnickschnak gemacht und kam schon schnell zur Sache. Leider hat das wenig meine Phantasie beflügelt, weil mir Orte und Personen irgendwie fremd erschienen. Ich konnte mir nicht wirklich ein gutes Bild vom Setting des Roman machen oder die erwähnten Figuren ins Herz schließen. Jaaa, da hat sie es mir echt schwer gemacht.


Besonders zu Beginn wird man als Leser enorm mit Namen und Eigenwörtern überschüttet – ein starker Gegensatz zu dem sonst so einfachem Stil. Es hat ewig gedauert, bis man sich orientieren konnte und ich kam nicht umhin, das alles etwas seltsam zu finden. Dabei ist die Storyline recht gradlinig: Es geht um eine Meeresprinzessin, die an jemanden versprochen ist, sprich heiraten soll, doch die Handlung nimmt eine harte Wende, als ihre Mutter stirbt und ganz andere Probleme an die Oberfläche treten. Bei der Spannung, die sich durch die schnelle Wende einstellt, hatte ich mir vorgestellt, dass die Hintergrundinformationen wahrscheinlich viel mit Lüge, Intrigen und Machtspielen zu tun hat, aber irgendwie sind viele Motive sehr weit ins Abseits gerückt. Ich hatte beim Lesen viele Fragen, die entweder gar nicht oder an den falschen Stellen beantwortet wurden.


Serafina war mir dazu noch wenig sympathisch. Hin und wieder trifft sie kluge Entscheidungen, aber ihr mädchenhaftes Verhalten und ihre Gefühle wurden mir doch schnell zu viel. Ich konnte ihre Persönlichkeit im Großen und Ganzen nicht ganz verstehen. Normalerweise wird man ja mit der Entwicklung von Charakteren im Verlauf eines Buches warm, aber Serafina war wie das Buch an sich verdammt einfach gestrickt und nicht greifbar. Auch die Nebenfiguren entsprachen Stereotypen und konnten mich nicht für sich einnehmen. Vielleicht liegt dies auch wieder daran, dass ich als erwachsene Leserin wenig überrascht werden konnte, wer weiß?


Neela als beste Freundin mochte ich hingegen. Ich fand sie ziemlich süß, weil sie ein liebes Mädchen (wie man es nimmt) war und die Freundschaft zwischen Serafina und ihr hat mir echt gefallen. Auch einige der Dialoge waren gekonnt formuliert. So waren Kabbelein zwischen Serafina und dem Prinzen doch ziemlich amüsant.

Auch die Grundidee fand ich ziemlich klasse. Ich habe bisher kaum ein Buch über Meereswesen gelesen und fand die Unterwasserwelt war schon einen Besuch wert. Es gab auch viel Luft nach oben (hehe) und das Potenzial war in den Ansätzen, welche die Autorin vorgelegt hat auf jeden Fall vorhanden. Ich denke, jüngere Leser werden weitaus mehr Spaß an der Sache haben, als ich.


Fazit


Waterfire ist gewiss kein schlechtes Buch, aber mir hat es aufgrund seines einfachen Plots und den wenigen Informationen nicht ganz zugesagt. Der Schreibstil der Autorin war einfach nicht meins und hat den Lesefluss sehr gestört. Auch die Figuren waren in ihren Ansätzen ganz nett, aber nicht genug ausgearbeitet, um mich überzeugen zu können. Dennoch gefielen wir die Freundschaft und Beziehungen der Figuren untereinander, kleine Wortgefechte am Rande und eben die bezaubernde Unterwasserwelt, aus der man mehr hätte rausholen können.

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25 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 18 Rezensionen

dämonen, alphablut, intrigen, jennifer heine, callie santas chronicles

The Callie Santas Chronicles

Jennifer Heine
Flexibler Einband: 376 Seiten
Erschienen bei Edition Fin Gadar, 11.03.2015
ISBN 9783945433270
Genre: Fantasy

Rezension:

Buchgestaltung

Wie wahrscheinlich viele finde ich das Cover auf den ersten Blick nicht so dolle, aber ich kann auch versichern, dass es noch mal etwas ganz anderes ist, das Buch „live“ vor einem zu haben. Die Verarbeitung und Gestaltung des Romans ist nämlich Top, besonders die Rückseite mit dem coolen Wolfsmotiv oder all die fantastischen Zeichnungen im inneren, zur Ergänzung der Kapitel haben es mir echt angetan. Und man muss der Gestaltung zu gute halten, dass das Mädchen genau auf die Beschreibung der Protagonistin passt – Das kann man auch nicht immer sagen!

Meinung


Alphablut ist Jennifer Heines Debüt und dazu noch in einem kleinen Verlag erschienen. Das sorgt sicher erst mal für eine Menge Vorurteile. Ich hab sogar schon in anderen Rezensionen gelesen, dass angeblich total viele Fehler im Buch sein sollen, kann dem aber nicht zustimmen. Im Gegenteil, sowohl von der Verarbeitung des Romans (Buchbindung, Covermattierung etc.) und des Lektorats ist das Buch wirklich sehr gut gemacht. Ich rechne der Autorin außerdem noch groß an, dass ihre Sprache und ihr Stil wahnsinnig abwechslungsreich und fesselnd sind! Bei einem Debüt erlebt kommt es ja nun doch häufiger vor, dass man über Sätze stolpert oder dergleichen, aber hier habe ich die Geschichte richtig genossen. Fluffig, spannend, humorvoll oder ganz emotional – Bei mir kam viel unterschiedliches an.


Ich muss gestehen, dass ich anfangs doch einige Befürchtungen hatte. Angst vor einem Liebesdreieck z.B. denn mal ehrlich der Klappentext klingt wirklich so. Ein Mädchen – zwei Brüder? Nein, danke! Aber ich versichere euch, dass es im Buch ganz anders ist. Zwar liegt der Fokus stark auf der Beziehung von Callie und Sam, aber Noah mischt sich aus nicht-liebestechnischen Gründen immer wieder ein. Es gibt also keine Duelle zwischen gutem und bösen Bruder – Ein Glück und danke dafür!


Stattdessen wachsen einem einfach ALLE Figuren rasch ans Herz, weit voran Callie, die mit ihrer normalen und offenen Art direkt meine Sympathie bekommen hat. Callie ist das typische Mädchen von nebenan, mit dem man auch super befreundet sein könnte und im Verlauf der Geschichte entwickelt sie sich enorm weiter. Ist sie zu Beginn noch etwas passiver, so wird sie mit jedem Kapitel mehr und mehr zu dem, was ihre Rolle als Alpha von ihr verlangt: Stark, mutig und loyal. Das mochte ich wirklich sehr gerne. Allgemein waren die Charaktere einfach toll. Besonders klasse fand ich auch Pepper oder Callies andere Freunde, Nebenfiguren wie ihren Trainer Nathan oder gegen Ende sogar Sams Bruder Noah.


Im Vergleich zu den vielen Facetten, welche uns die Autorin anhand ihrer Figuren gezeigt hat, war Sam fast schon langweilig. Das ist jetzt auch nicht negativ aufzufassen, denn Sam ist nun einmal kein Bad Boy. Er ist aufmerksam und lieb und für Callie da. Für meinen Geschmack hätte er etwas mehr Pepp haben können. Besonders gegen Ende hat mich sein egoistisches Verhalten schon etwas gestört. Die Liebesgeschichte der beiden war aber zuckersüß und hat sich genug Zeit gelassen, bis es z.B. zum ersten (sehr heißen) Kuss kam – Ein weiterer Pluspunkt.


Der Roman lässt sich eine Weile Zeit, bis es richtig ans Eingemachte geht. Leider fand ich besonders die ersten Kapitel nicht so mega toll, weil sie mich echt an Twilight erinnert haben. Der Umzug, die Schule, die neuen Freunde – sicher, dass ist schon alles normal so, aber das Callie und Sam sich sehen und sofort mögen, war mir einen Ticken zu viel des Guten :P Nichtsdestotrotz gefiel mir auch der ruhige Teil des Buches sehr gut. Ich fand die ganzen Erklärungen zum Setting, den Clans und den paranormalen Elementen einfach genial gemacht! Hier wurde das Rad nicht neu erfunden, aber die vielen Ideen waren doch echt gelungen. Man merkt beim Lesen auch irgendwie, dass an vielen Stellen enorm viel Recherche hinter den Informationen steckt. Die wortgewandten Kombinationen und Mythen waren nicht nur interessant, sondern haben auch eine logische Grundstruktur geschaffen.


Was ich ebenfalls sehr mochte war, dass man viel von Callies Wandlung mitbekommt. Angefangen bei den aufgedeckten Lügen, bis hin zu ihrer ersten Verwandlung und dem Training als Wölfin. Jennifer Heine hat sich bemüht alle Seiten zu durchleuchten und den Leser nicht auf dem Trockenen sitzen gelassen. Ich kenne einfach zu viele Bücher bei denen dieser Teil der Phantasie überlassen wird und hab mich deshalb über jeden Info-Happen gefreut, der die Geschichte runder gemacht hat. Die Geschichte ist atmosphärisch ruhig gehalten, hat aber mehr als einen Spannungshöhepunkt und ganz besonders das Ende und der Epilog hauen einen dann noch einmal richtig aus den Socken. Ich würde am liebsten sofort weiter lesen, denn auch, wenn dort kein echter Cliffhänger überraschte, so haben meine Gedanken zu viel Raum für Spekulationen.


Fazit


Alphablut ist ein toller Debütroman, in den die Autorin viel Herz und Recherche gesteckt hat. Durchweg sympathische Figuren, finstere Gegenspieler und logisch durchdachte Erklären knüpfen neben Spannung und Liebesgeschichte an einen unterhaltsamen Plot an. Mit schwungvollem Schreibstil und vielen Höhepunkten war mir das Lesen ein echtes Vergnügen – Trotz kleiner Schwächen, die nicht zu 100% meinem Geschmack entsprachen. The Callie Santas Chronicles würde ich jedem empfehlen der gerne Geschichten mit paranormalen Wesen und einer süßen Liebesgeschichte sucht, die einen öfter überrascht, als man anfangs denkt! 

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109 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 30 Rezensionen

rezepte, freundschaft, kat yeh, neubeginn, vom schein des seins

Kirschen im Schnee

Kat Yeh , Jessika Komina , Sandra Knuffinke
Fester Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Magellan, 20.02.2015
ISBN 9783734847059
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Buchgestaltung

Sowobl beim englischen, als auch dem deutschen Cover steht der Kuchen mit den Maraschinokirschen im Vordergrund. Ich finde das deutsche Cover allerdings etwas besser, weil das Motiv kräftiger ist und auch die Anordnung von Motiv und Titel irgendwie schöner fürs Auge sind. Dass das Buch „Kirschen im Schnee“ heißt passt wirklich super zum Inhalt bzw. der Übersetzung eines der Rezepte im Roman. Die Bücher vom Magellan Verlag sehen immer schick im Regal aus und dieses hier ist keine Ausnahme. Auch der Buchrücken passt zum Cover. Im Inneren des Buches wurde mit unterschiedlichen Schriftarten gearbeitet – richtig toll!

Meinung

Kirschen im Schnee ist mir besonders durch das positive Resümee vieler deutscher und englischer Blogger ins Auge gefallen und ich war wirklich neugierig auf das Kinderbuch, das in so einer süßen Verpackung daher kommt. Bereits auf den ersten Seiten spürt man, dass diese Geschichte ganz wundervoll werden wird. Es ist sozusagen Liebe auf den ersten Blick - und wie selten passiert so etwas denn? Mir zumindest nicht besonders oft und ich wurde mit jeder Seite glücklicher.

Die Geschichte hat, was viele andere nicht haben: eine ganz tolle Protagonistin, eine außergewöhnliche Botschaft und viele unterschiedliche Gefühle im Gepäck. GiGi, die ihren Namen gar nicht ausstehen kann, möchte an ihrer neuen Schule auch eine Art Neuanfang wagen. Ein neuer Name – ein neues Ich. Schon direkt zu Beginn merkt man, dass sie ihr Leben gerne reflektiert und so kommen viele kleine Rückblicke vor, die einem schildern, was in GiGis Leben so passiert ist. Zum einen spielt die Frage nach dem Verbleib ihrer Mutter eine große Rolle, zum anderen die Tatsache, dass sie und ihre Schwester eigentlich Millionäre sind. Richtig gelesen!

Denn die Schwestern haben im Lotto gewonnen und kehren es unter den Teppich, um ein normales Leben weiterführen zu können. Diese ganze Thematik fand ich total super, weil ich selber mich auch nicht anders verhalten würde. Zwischen GiGi und ihrer Schwester gibt es wegen diesen beiden Sachen öfter mal Streit und das nicht nur, weil GiGi ein Sturkopf ist. So erzählt Kirschen im Schnee viel über die Beziehung der Schwestern und was es bedeutet eine Familie zu sein. Ich fand diese ganzen Momente zwischen GiGi und DiDi einfach toll! Egal, ob sie etwas zusammen erlebt haben, sich gestritten oder lieb gehabt haben, die Beziehung der beiden war echt und lebendig und wie aus dem wahren Leben gegriffen. Ich hab auch darin auch viel wiedererkannt, das zwischen mir und meiner Schwester manchmal abläuft kicher

Neben dem Thema Familie gibt es aber auch eine schöne Zeit an GiGis Schule. Dort ist sie nämlich nicht das kleine Mädchen, das untergeht, sondern eine starke Persönlichkeit, die gerne den Mund aufmacht und für sich einsteht. Der Autorin ist es sehr gut gelungen die Dynamik der Schule und Freundschaften dort zu beschreiben. Die vielen Nebenfiguren, die man kennenlernt, schließt man schnell ins Herz. Nichts ist, wie es zuerst erscheint und so offenbaren sich immer mehr kleine Konflikte und Wenden in GiGis Umfeld, die für Chaos und Spaß gesorgt haben. Mit im Vordergrund steht auch Trip, den GiGi besonders gerne mag. Eine kleine Romanze oder doch eher Freundschaft? Kat Yeh ist eine Meisterin darin ihre Figuren facettenreich zu gestalten, sodass man trotz des jungen Alters am liebsten ebenfalls Freundschaft mit ihnen geschlossen hätte! Außerdem sagt das Buch auch einfach: Mach, was dir Spaß bereitet! Keine doofen Klischees werden dich (oder GiGi) aufhalten!

Das Buch ist natürlich im realistischen Genre angesiedelt und man müsste meinen, da wird es hin und wieder einmal langweilig, aber die Geschichte war super durchgeplant. Was ich auch richtig klasse fand, waren die Rezepte. Backen und Kochen ist eines der größten Hobbies von GiGis Schwester und diese erzählt immer wundervolle Stories über eine Mutter, deren Liebe zum Essen die beiden sehr beeinflusst. So findet man als Leser echte Rezepte zum Nachmachen im Buch, die immer zur Stimmung der jeweiligen Kapitel passen und genau so zum Buch gehören, wie die Figuren selbst. Außergewöhnlich und wirklich lecker. Man muss unbedingt ein paar der verrückten Ideen ausprobieren, wenn man selber Zeit findet!

Das Buch konnte mich sogar ab der Mitte sehr überraschen! Die Autorin hält nämlich einige Geheimnisse bereit, die platzen, wie eine Bombe und man wird ziemlich vor den Kopf gestoßen. Das hat dem Roman nicht nur riesen Spannung verliehen, sondern auch wirklich mein Herz berührt. Die Botschaft, die ich nach dem Lesen mitgenommen haben, halte ich noch immer gerne fest. Ich denke auch, dass Leser, egal, ob jung oder alt, einen Narren an der süßen Story fressen werden ;)

Fazit

Kirschen im Schnee ist neben Glücksdrachenzeit nun mein liebstes Magellan Buch und ich würde es wirklich jedem empfehlen, der bereit für eine süße und packende Reise durch das Abenteuer Alltag ist. Hinter dem schönen Cover steckt mehr als ein Kinderbuch. Ganz viel Witz und Herz und Charme, die einen mitreißen!

Wer mal etwas Schönes „naschen“ will, sollte sich das Buch zulegen!

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420 Bibliotheken, 9 Leser, 1 Gruppe, 44 Rezensionen

spin-off, maggie stiefvater, liebe, wölfe, schimmert die nacht

Schimmert die Nacht

Maggie Stiefvater , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Fester Einband: 400 Seiten
Erschienen bei script5, 09.03.2015
ISBN 9783839001776
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Buchgestaltung

Deutsch oder Englisch? Schwere Entscheidung, ich finde beide Cover ganz gut. Wenn ich mich entschieden müsste, dann würde ich aber das Deutsche wählen. Es passt so hervorragend zu den anderen der Reihe und der Titel Schimmert die Nacht lädt einfach zu träumen ein. Die Aufmachung von Script5 hat auch allgemein dank der Farben etwas Weicheres, Märchenhaftes und das gefällt mir. Sinner stimmt im Original auch mit Cole und dem Inhalt überein und passt daher. Eben so wie beide Cover einen Jungen und Wölfe zeigen. Ist beides einfach gut.

Meinung

Die Sache an Schimmert die Nacht ist einfach, man darf nicht erwarten, dass man hier eine süße und tragische Liebesgeschichte in der Form von Grace und Sam bekommt. Wer die anderen Bücher gelesen hat, weiß, dass Cole und Isabel beide total chaotisch, kaputt und emotional etwas gestört sind. Anti-Helden der üblichen Bücher des Genres sozusagen. Sie sagen nicht nur nette Sachen, benehmen sich vorbildlich oder stehen sich ihre Gefühle ein – NEIN – sie sind leidenschaftlich, sie streiten, sie hassen, sie machen Fehler und sie sind voller Ecken und Kanten. Genau das ist der springende Punkt des Romans. Ich glaube, die Autorin wollte genau das. Eine Geschichte über zwei Menschen erzählen, die verloren sind und etwas ineinander finden, das ihnen das Leben nicht einfacherer, aber schöner gestaltet.

Man muss die anderen Bücher nicht unbedingt im Hinterkopf haben, wenn man mit Schimmert die Nacht beginnt. Das Buch ist eine eigenständige Geschichte, die nicht mehr in Mercy Falls spielt, sondern L.A. Isabel versucht Medizin zu studieren und Cole ist dort mit seiner Band unterwegs. So treffen beide wieder aufeinander. Ihre letzte Begegnung ist nicht besonders gut geendet und besonders Isabel ist stinkwütend auf Cole und hat Angst, dass alte Gefühle zurückkommen könnten.

Das Buch ist aus der Sicht von Isabel und Cole geschrieben. Im Vergleich zu anderen Autorinnen konnte Magie Stiefvater diese wechselnde Sichtweise schon immer gut beschreiben. Auch hier lassen sich die Blickwinkel toll unterscheiden und bieten gute Einblicke in das Innenleben der Figuren. Cole, der mit einem Drogen-Rückfall kämpft und dem Wolf in sich und mit seinem neuen Leben als alt bekannter Rockstar. Isabel die weg von ihrer Familie will und etwas Bedeutsames vollbringen. Dabei gab es immer wieder Seitenhiebe auf Vorangegangenes, weshalb ich finde, man sollte die anderen Bücher der Reihe kennen, um die Figuren besser verstehen zu können. Ja, das ist irgendwie schon fast ein Muss.

Ich muss leider sagen, dass ich hier die Atmosphäre des Romans nicht so sehr gespürt habe, wie das bei anderen Stiefvater Büchern der Fall ist. Eigentlich ist Maggie ja bekannt für stimmungsvolle und berührende Momente, aber die haben mir hier irgendwie gefehlt. Das Buch ist allgemein sehr ruhig. Ohne Gegenspieler, ohne Gefahr, voller Figuren und echten Problemen, was mehr realistisches Jugendbuch war, als wirklich Fantasy. Schlimm ist das auch nicht wirklich, aber die Handlung war für meinen Geschmack doch etwas zu gestreckt, ohne, das etwas geschah.

Wie zu erwarten, war die Liebesgeschichte dafür aber richtige Hassliebe und mit so etwas kann man mich immer ködern. Es wurde heiß, es wurde kalt und das Chaos wollte kein Ende nehmen. Wie zwei Naturgewalten knallen Cole und Isabel immer wieder aufeinander und können sich nicht voneinander fernhalten. Es gab viele Momente, in denen ich mit beiden mitgefiebert habe. Ich mochte auch sehr, das man mitverfolgen konnte, wie sich die Figuren über den jeweils anderen den Kopf zerbrochen hatten. Das hat dem Buch etwas leichtes verliehen. 

Das Problem, was ich einfach mit dem Buch hatte war, dass vom Plot her so wenig passiert. Manchmal wusste ich gar nicht so genau, was die Autorin mit denn nun sagen wollte oder warum dies und jenes jetzt nötig war. Paranormale Elemente sind eben kaum ein Thema und das Buch lebt von den Figuren. Diejenigen, die wir am Rand kennenlernen können auch einfach nicht mit den Protagonisten mithalten. Ich habe mich sehr gefreut, ein neues Abenteuer mit Cole und Isabel zu erleben, aber Schimmert die Nacht war doch ruhiger und anders, als erwartet. Ich kann das noch nicht mal wirklich als negativ hinstellen, weil es das nicht war. Es liegt einfach am persönlichem Geschmack, denn Stiefvater Bücher ja nun einmal ruhig und Charakter-verliebt von Anfang bis Ende. 

Fazit

Schimmert die Nacht war nicht mein liebster Band der Reihe, wenn er auch zwei meiner liebsten Figuren beinhaltete. Coles und Isabels Wiedersehen hatte ich mir etwas anders ausgemalt. Die Liebesgeschichte im Roman ist abwechslungsreich und rasant, aber auf anderen Ebenen hat mir im Roman einfach das gewisse Etwas gefehlt. Ein wenig mehr Action oder ein klarer, roter Faden wären bei mir besser angekommen. Alles in allem ist das Buch dennoch unterhaltsam und charmant, auf eine ganz eigene und andere Weise.

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67 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

behinderung, freundschaft, krankheiten, jungendbuch, lähmung

Flieg, so hoch du kannst

Barry Jonsberg , Ursula Höfker
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei cbt, 09.03.2015
ISBN 9783570309643
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Buchgestaltung

Ich finde das deutsche Cover wirklich schön. Es ist zwar nicht ganz so gut, wie das zu „Das Blubbern von Glück“ aber es passt dank Motiv und Titel wunderbar zur Geschichte. Was mit dem Englischen los ist, weiß ich echt nicht. Ich finde es total misslungen, nicht, wegen dem Mädchen oder dergleichen, sondern, weil es so aussieht, als habe irgendwer seine kleine Schwester abgelichtet. Es ist total nichtssagend und sieht echt unprofessionell aus. Den Namen von Cassie als Titel zu verwenden finde ich auch ziemlich unspektakulär. Sieg für cbt! xD 

Meinung

Das Blubbern von Glück war so ein wundervolles und originelles Buch, dass ich es kaum erwarten konnte etwas neues von Autor Berry Jonsberg in die Finger zu bekommen. Ich wurde auch absolut nicht enttäuscht. Es ist ziemlich schwer in Worte zu fassen, was der Autor alles in seine Geschichten steckt. Am Anfang von FLIEG, SO HOCH DU KANNST steht, dass er selber ein Mädchen namens Cece kennt, welches an Zerebralparese leidet und ihn zu dieser Geschichte inspiriert hat. Diese Krankheit ist auf die Schädigung des Nervensystems zurückzuführen uns sorgt dafür, dass der Betroffene keine Kontrolle über seinen eigenen Körper hat. Man darf sich das also so vorstellen: Das Bewusstsein ist voll dabei, der Rest leider nicht. 

An genau dieser Krankheit ist Cassie erkrankt. Sie ist aber nur eine der Protagonistinnen im Roman. Die Geschichte wird aus unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt. Zum einen aus der Sicht von Holly, dann manchmal die ihrer Mutter, ihrer Tante Fern und eben Cassie. Die Mischung war ziemlich ungewöhnlich, vor allem, weil alle Sichtweisen irgendwie so unterschiedlich formuliert sind. Schon im ersten Kapitel saß ich mit einem lachendem und einem weinendem Auge vor dem Buch. Wir lernen zuerst Cassie und ihre Mutter Fern kennen. Die Art und Weise, wie hier vermittelt wird, dass man Menschen mit Behinderung so behandeln soll, kann und muss wie jeden anderen auch, war wirklich verdammt gut gemacht. Zwischen Wortwitz, Ironie und harter Wahrheit hat der Autor dargestellt, wie das Umfeld auf Menschen mit Behinderung reagiert und das war leider all zu realistisch. Im starken Kontrast dazu war die Schlagfertigkeit und Ehrlichkeit mit der Fern ihrer Tochter verteidigt einfach unglaublich beeindruckend. 

Cassie und Fern leben mit ungemein vielen Problem und müssen ständig irgendwelche Hürden überwinden, die ihnen das Leben stellt. Wegen der Trennung von Cassies Vater ziehen beide bei Holly und ihrer Mutter ein und Holly findet das absolut doof. Holly war der enorm starke Kontrast zu Cassie. Sie ist zunächst ein typisches Teenie Mädchen gewesen, das sich um ihr Aussehen und den Jungen, für den sie schwärmt, sorgt. Dabei war Hollys Sicht trotz dem ein oder anderem Klischee auch wirklich unterhaltsam. Berry Jonsberg kann total gut zwischen Ernst und Humor balancieren und hat mich sehr oft zum lachen gebracht. Die Dialoge sind aber auch einfach abgedreht, spaßig und triefen nur so vor Charme. Das muss man bei so einem Thema erst einmal hinbekommen. 

Durch das Lesen seiner Bücher gewinnt man auch einfach den Eindruck, dass der Autor selbst ein sympathischer Mensch und absoluter Querdenker ist. Mehr Leute auf dieser Welt sollten das Sand im Getriebe des Universums sein. Das Buch bringt einem in kurzer Zeit auch bei, einfach mal über den Tellerrand hinauszublicken. Hast du schon mal einen behinderten Menschen gesehen und Mitleid gehabt? Genau. Mitleid ist das letzte, was irgendjemand von uns allen zum leben braucht. 

Flieg, so hoch du kannst schildert in kleinen Passagen aus Cassies Sicht, wie schwer es ist sich an neue Dinge zu gewöhnen, wenn man Gefangene des eigenen Körpers ist, gleichzeitig aber auch, wie tief sie in andere Leute hineinblicken kann. Ich glaube auch fest daran, dass Leute, die in ihrer Sinneswahrnehmung eingeschränkt sind ganz andere Details wahrnehmen, als wir selber es tun. Der Gedanke bzw. die Umsetzung im Buch war sehr faszinierend und bewegend erzählt.

Das Buch beschäftigt sich aber auch viel mit Familie und Beziehungen. Nicht nur Cassie lernt etwas dazu, sondern auch Holly, die etwas auf die schiefe Bahn gerät, weil sie zu sehr versucht die coolen Mädchen in ihrer Klasse zu beeindrucken. 

Das Buch hat zwar nur 251 Seiten, aber alles, was darin steckt, war wahnsinnig gut. Im Vergleich zu Jonsberg ersten Roman gefiel mir Cadence und das blubbernde Glück noch ein klitzekleines bisschen besser, aber die außergewöhnliche Art des Autors überzeugt wahrscheinlich jeden, der offen für etwas Neues ist und ich freue mich sehr, auf alles, was Berry Jonsberg in Zukunft noch in Angriff nimmt! :)

Fazit

Flieg, so hoch du kannst öffnet einem in vielerlei Hinsicht die Augen. Das Buch ist informativ, langweilt aber keine Sekunde. Zwischen Humor und Ernst liest man sich durch die Kapitel, als gäbe es kein morgen und lernt dabei sogar noch etwas. Die Einstellung des Autors ist einfach wunderbar und sein Stil unverwechselbar, athenisch und herzlich. Wenn ich Mr. Jonsberg mal in echt begegnete, bekommt er auf jeden Fall eine Runde Applaus für seine Wertvorstellungen und seinen Humor. Empfehlung? JAHAHAA! An wen? Alle, die sich auf etwas Unbekanntes einlassen können und wollen. 

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1.331 Bibliotheken, 36 Leser, 2 Gruppen, 166 Rezensionen

tod, briefe, liebe, freundschaft, familie

Love Letters to the Dead

Ava Dellaira , Katarina Ganslandt
Fester Einband: 416 Seiten
Erschienen bei cbt, 23.02.2015
ISBN 9783570163146
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Buchgestaltung

Das englische Originalmotiv wurde für die deutsche Ausgabe übernommen, ebenso wie der Titel und ich glaube, etwas anderes hätte auch gar nicht gepasst. Mir gefällt eigentlich alles daran, von der Farbe, bis zu dem Titel, der den meisten Platz einnimmt. Das Mädchen auf den Buchstaben könnte auch gut Laurel verkörpern, deshalb habe ich absolut nichts an der Aufmachung auszusetzen :)

Meinung


An LOVE LETTERS TO THE DEAD spalten sich irgendwie die Meinungen. Die einen sind total vernarrt in das Buch und andere finden es mega öde. Ich könnte jetzt keines dieser Statements unterschreiben, weil ich mir immer noch unsicher bin, wie ich das Buch eigentlich fand. Für mich lag es irgendwo in der goldenen Mitte von „unheimlich bewegend“ und „Laurel, nimm dich mal zusammen“. Ava Dellaira ist eng mit Stephen Chbosky befreundet (sein Buch erschien unter dem Namen „Das ist also mein Leben“ bei Heyne fliegt) und man spürt seinen Einfluss im Buch schon sehr. Womit ich auch nicht gerechnet habe (trotz des Titels!) ist, dass das Buch tatsächlich komplett aus Briefen besteht. Keine normalen Kapitel – nur Briefe. Das war eine ganz neue Erfahrung für mich und ziemlich faszinierend. Ich hab bisher keinen einzigen Briefroman gelesen und war erstaunt, wie gut man doch in eine Geschichte reinkommt, wenn sie nur aus Briefen erzählt wird.


Laurel ist ein liebes Mädchen, das sehr schüchtern ist und ihren Platz im Leben erst noch finden muss. Solche Menschen zu mögen ist nicht schwer, weshalb man sich gut und schnell mit Laurel als Erzählerin identifizieren kann. Über ihr schwebt diese dunkle Wolke, die sie nach dem Tod ihrer Schwester überall hin verfolgt und das spürt man auch an der Atmosphäre des Buches. Teilweise war die Stimmung sehr traurig und erdrückend, besonders, wenn Laurel uns mit in die Vergangenheit nimmt und May dabei so lebendig in ihrer Erzählung darstellt seufz


Das Buch ist allgemein von der Grundstimmung her sehr ruhig und nachdenklich angehaucht. Es ist wie ein Tagebuch des Lebens, das Ereignisse reflektiert, dabei aber auch eine Geschichte vor dem Leser ausbreitet, die trotz der Einfachheit unheimlich interessant ist. Ich beschwere mich ja gerne, dass realistische Jugendbücher viel Humor haben müssen, damit man sie mögen kann, aber Love Letters To The Dead kommt auch gut ohne Witz und Schlagabtausche aus. Laurels Leben war einfach sehr realistisch gestaltet und ich habe einige Dinge aus meinem eigenen dort wiedergefunden. Wie bei einem typischen Teenager schlägt sie sich mit Schule, Freundschaften und der ersten Liebe herum. Sie dabei zu begleiten hat sie einem Stück für Stück sympathischer gemacht. Die Autorin hat einen wunderbaren Job geleistet, die Handlung sehr annehmend und charmant zu gestalten.


Das größte Problem, was ich nach und nach mit dem Buch hatte war, dass ich das Konzept irgendwie hinterfragt habe. Die Briefe an bekannte Persönlichkeiten haben in meinen Augen nicht immer ganz Sinn gemacht. Zwar stellt Laurel dich Bezug zu den jeweiligen Künstlern her, in dem sie Szenen aus ihrem Leben mit diesen verbindet, aber die Briefe gehen weit darüber hinaus, spiegelt sogar richtige Dialoge wieder und ich glaube, es hätte mir etwas besser gefallen, wenn dieser Part des Romans doch in der Gegenwart spielen, die man als Leser „live“ miterlebt. Vielleicht lag es auch an der Romanform, aber ich hatte oft das Gefühl eine Geschichte erzählt zu bekommen, anstatt sie Seite an Seite mit der Protagonistin zu erleben – zumal auf Briefe ja niemand wirklich antworten kann bzw. hier tut.


Die Figuren im Buch waren dennoch sehr facettenreich gestaltet. Besonders Laurels Freundin Hannah, was man von Natalie leider nicht sagen konnte. Süß war auch die Liebesgeschichte zwischen Laurel und Sky, wie Laurel langsam an Selbstbewusstsein gewinnt und das Buch ganz ohne Bad Boys und Klischees ausgekommen ist. Neben Liebe und Freundschaft spielt aber auch Religion eine Rolle und eigentlich werden schon in rascher Abfolge noch ein paar mehr Themen angeschnitten. Das Buch hat sich einfach die Zeit genommen Gefühle und Gedanken zu ordnen. Der Tod von May steht natürlich auch nicht hinten an, aber hat auch nicht das ganze Buch eingenommen. Die Beziehung zwischen den Schwestern war sehr schön erzählt, hat aber nicht Laurels Leben dominiert oder Dinge kaputt gemacht. Vielmehr ging es darum, sich ohne andere Menschen etwas Eigenes aufzubauen.


Leider muss ich auch gestehen, dass ich mich in der Mitte des Buches ziemlich gelangweilt habe. Die Autorin schweift hin und wieder gerne einmal ab und dadurch haben sich manche Briefe schon gezogen. Und wie gesagt, ich habe etwas von der alltäglichen „das passiert JETZT“ - Action solcher Bücher vermisst.


Fazit


Love Letters To The Dead ist ein einfühlsamer und ruhiger Roman über ein junges Mädchen, das zu sich selbst findet und ihr Leben in Briefen an den Leser weitergibt. Teilweise hat mir dadurch etwas der Bezug zur Gegenwart gefehlt und ich hätte mir etwas mehr Pepp gewünscht, der Schwung in das Ganze bringt. Dennoch waren die sympathischen Figuren und die vielen anregenden Themen eine Erfahrung wert. Besonders der Abschluss vom Buch war auf eine melancholische Weise ein großes HALLO, HIER BIN an das Leben selbst. Wer also ein realistisches Jugendbuch mit Botschaft und Herz lesen möchte, der ist hier richtig!

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121 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

egal wohin, jugendbuch, franziska moll, koch, jugendroman

Egal wohin

Franziska Moll
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Loewe, 09.03.2015
ISBN 9783785580226
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Buchgestaltung

Egal wohin hat eine wunderschöne Aufmachung, die auch perfekt zu Franziska Molls Debüt „Was ich dich träumen lasse“, passt. Das der Verlag bei den Einzelbänden der Autorin dem Stil treu bleibt, finde ich wunderbar. Das Cover spiegelt auch schön den Inhalt wieder, weil die Vögel und der klare Himmel für mich für Freiheit und Träume stehen. Der Titel ist super gewählt und wird im Roman oft aufgegriffen. 

Meinung

Was ich dich träumen lasse konnte mich letztes Jahr vollends überzeugen und deshalb war ich sehr auf das neue Buch von Franziska Moll gespannt. EGAL WOHIN erzählt die Geschichte von Jo, die ihrem Leben entfliehen möchte und das Ziel nach Kreta zu gehen verfolgt. Franziska Moll hat auch in diesem Buch einen sehr außergewöhnlichen Schreibstil, der sich deutlich von der Masse an Jugendbüchern abhebt. Mit klaren, kraftvollen Sätzen trifft sie den Leser mitten ins Herz. Dieses Buch ist im Gegensatz zu ihrem Debütroman noch mal eine Ecke melancholischer, von der Atmosphäre her fast düster und erdrückt einen hin und wieder auch mal. Das Jo sich gefangen fühlt, in ihrer Situation, ihrem Leben, wird dadurch glasklar. Gefühle zu beschreiben hat die Autorin einfach drauf und genau dadurch wird man auch schnell in die Geschichte hineingezogen.

Zu Beginn war ich mir nicht ganz sicher, was ich eigentlich vom Buch erwarten sollte. Es wird schon ein wenig, wie eine Liebesgeschichte vermarktet, aber meiner Meinung nach, liegt der Schwerpunkt doch mehr an anderen Stellen. Das Buch zeigt viele Szenen, in denen Jo bei ihrem Therapeuten sitzt und ausgequetscht wird, aber auch das aktuelle Geschehen, während sie in einem Restaurant arbeitet. Hin und wieder werden die Kapitel, die hier als verstreichende Tage bis zu ihrem Geburtstag aufgebaut sind, von seltsamen Erinnerungen oder Botschaften unterbrochen. Erst ganz spät, kurz vor Ende, weiß man, was diese Unterbrechungen bedeuten.

Die Mischung kombiniert mit dem tollen Schreibstil hat mich doch enorm fasziniert, auch, wenn es der Inhalt bis dahin noch nicht so wirklich konnte. Zeitweise habe ich die Ereignisse im Buch als unvollständig empfunden. Das Buch ist ein kleines Rätsel. Man merkt schnell, dass Jo sich nicht mit ihren Eltern versteht und stattdessen eine enge Beziehung zu einem der Mitarbeiter des Restaurants hat, mit dem sie ihren Traum, nach Kreta zu gehen, verfolgen möchte. Koch war im Buch allerdings nur anfangs präsent, denn die Suche nach seinem Verbleib nimmt eine große Rolle im Plot ein. Allgemein ist das Buch sehr minimalistisch und konzentriert sich stark auf Jo und ihr kleines Umfeld. Viele Dinge werden nur angeschnitten und der Vorstellungskraft des Lesers überlassen.

Das hat mich doch ein wenig gestört. Man bekommt immer nur Happen vorgesetzt und Erklärungen an einem Stück sind ganz selten. Dadurch habe ich beim Lesen manchmal das Ziel des Buches aus den Augen verloren, was etwas schade war. Jo hat auch eine ganz spezielle Art zu Denken und ihr Humor war nicht immer mein Fall. Man könnte sagen, dass sie recht abgebrüht und gefühlskalt ist. Durch eine Sache in der Vergangenheit ist sie ziemlich abgestumpft und sieht die Flucht nach Kreta als einzige Möglichkeit, ihrem Leben wieder Sinn einzuhauchen. 

Die Liebesgeschichte zwischen Jo und Amar hingegen hat mir wieder gefallen. Man denkt zunächst gar nicht darüber nach, wie diese zwei unterschiedlichen Menschen jemals zusammenpassen könnten, aber die Dinge im Buch schweißen die beiden zusammen. Es war auch einfach toll, einen Love-Interest mit vielen Problemen (und auch einer kleinen Sprachbarriere) zu haben, anstatt den nächsten Schönling, die mir in Jugendbüchern schon echt zum Hals raushängen. Die beiden Figuren und ihre etwas seltsame Beziehung waren sehr echt beschrieben und mal was anderes.

Besonders zum Ende hin hat mich das Buch einfach richtig umgehauen. Das Geheimnis, welches dort ans Licht kommt, hatte ich absolut nicht erwartet. Fast wehmütig kam der Abschluss daher und hat mich tief beeindruckt und zum nachdenken angeregt. Leider war die Handlung im Großen und Ganzen mit ihren knappen Dialogen und oberflächlichen Details nicht durchgehend so einnehmend gestaltet, auch, wenn der Schreibstil nicht zulässt, dass man die Geschichte zur Seite legt. Eines muss man Franziska Moll aber lassen, sie kann ziemlich abgedrehte, erschreckend echte Szenarien beschreiben, die vom üblichen Weg der normalen Jugendbücher aus dem realistischen Genre stark abweichen. 

Fazit

Egal wohin bleibt seinem Titel meistens sehr treu, denn stellenweise weiß man gar nicht „wohin“ die ganze Geschichte eigentlich geht. Die Mitte des Buches konnte mich nach dem interessanten Einstieg leider nicht überzeugen, zu viele Fragen blieben ungeklärt oder wurden nur angerissen. Dennoch ist der zweite Roman von Franziska Moll ein gut geschriebenes Buch, das durch handwerkliches Geschick und fantastische Formulieren packen kann. Gegen Ende kann man gar nicht anders, als mit offenem Mund da sitzen und die spannende Wende verarbeiten. Mich konnte das Buch nicht so sehr begeistern wie „Was ich dich träumen“ lasse, dennoch sucht ein solches Buch in seinem Genre noch Werke, die mithalten können. Realität. Gefühle. Träume. Darin ist die Autorin wirklich gut. 

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51 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 11 Rezensionen

zeitreise, london, colfer, figary, zukunft

WARP - Der Klunkerfischer

Eoin Colfer , Claudia Feldmann
Fester Einband: 392 Seiten
Erschienen bei Loewe, 09.03.2015
ISBN 9783785579480
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Buchgestaltung

Wie auch bei Teil eins, kann die englische Gestaltung meiner Meinung nach, nicht mit der deutschen mithalten. Ich finde das ganze viel zu plastisch und künstlich, während bei der Aufmachung vom Loewe Verlag viel Liebe zum Detail in die Gesamtaufmachung gesteckt wurde. Nicht nur der Umschlag, sondern auch das Buch an sich wurde mit Details versehen, die inhaltlich einfach Top passen. Der Titel Klungerfischer passt zudem auch etwas besser, weil Malarkey doch mehr eine Rolle spielt, als der Bösewicht des Szenarios. Seine Figur wurde perfekt getroffen. Ich könnte die deutschen Bücher sowieso Stunden lang anstarrten.

Meinung

Zeitreise, Dystopie, Agententhriller – Genau auf diesen Mix hatte Eoin Colfer im ersten Band seiner WARP-Reihe gesetzt und im Folgeband ist das Ganze nicht anders. Die Grundstruktur des spannendem Konzepts bleibt die gleiche, auch, wenn das Abenteuer ein ganz anderes ist. Zu Beginn wird man als Leser einfach ins Geschehen geworfen. Kurz orientierungslos fragt man sich sofort: Was ist passiert? Denn die Welt, wie wir und vor allem Chevie sie kannten, gibt es nicht mehr. Durch die Abenteuer des ersten Bandes hat sich das ganze Raum-Zeit-Gefüge verschoben und die Zukunft ist komplett anders, als sie sein sollte. Chevie erinnert sich dazu kaum noch an das, was war und das, was sein sollte. Nur eine innere Stimme flüstert ihr Dinge zu, die eigentlich gar nicht sein können. Das moderne London existiert nicht mehr - genau so wenig Spezialagentin Savano.

Wieder ist das Buch versetzt erzählt und so folgen wir zunächst Chevies Sicht, später dann treffen wie wieder auf Riley und dann spielt sich beides im Wechsel ab. Während Chevie in einer Militär-Akademie ausgebildet wird und alle dort den Colonel als Gott der Neuzeit anpreisen, der den Krieg beenden wird, der herrscht, ahnt Riley noch nichts von den seltsamen Dingen, die vor sich gehen. Er ist nun Magier und Besitzer eines Theaters, mit dem er schlimme Erinnerung verbindet. Ich hatte mich wahnsinnig auf ein Wiedersehen mit Chevie und Riley gefreut und wurde auch nicht enttäuscht. Der Autor fackelt nicht lange, sondern knallt die Fakten auf den Tisch. Natürlich ist schnell klar, wer hier der Gegenspieler ist und auch, dass wieder eine Zeitreise-Kapsel im Spiel ist, aber das tat der Spannung keinen Abbruch.

Man leidet mit Chevie, weil sie im Zwiespalt steckt und man fiebert mit Riley mit, der sich mit dem ehemaligem Feind Malarkey verbünden muss, um sein Leben zu retten. Der Schreibstil des Autors war wieder sehr packend und hat eine tolle Atmosphäre erschaffen. Es dauert eine Weile, bis beide Sichtweisen zu einer zusammengefügt werden, aber das war bei Band eins schließlich nicht anders. Mit viel Liebe zum Detail beschrieb der Autor aufs neue eine Welt, die dank der anderen Ausgangssituation erst einmal begreiflich gemacht werden musste. Dank der neuen Orte bzw. des Settings hat man auch keinesfalls das Gefühl eine Neuauflage des ersten Bandes zu lesen. Dieser Teil ist etwas Eigenständiges und Originelles.

Ich muss gestehen, dass mir besonders zur Mitte hin etwas zu viel Info-Dumping vorkam. Die Handlung stockt zwar nicht wirklich, aber die vielen Erklärungen und ausschweifenden Situationen waren mir stellenweise etwas zu viel. Besonders die Sache mit den Ramböcken mochte ich schon im Vorgänger nicht so gerne und hier kam von dieser Seite doch noch mal eine Menge. Auch die Monologe von Box über Gott und den herrschaftlichen Dienst, den der Colonel allen erweist, war mir etwas zu viel Geplapper. Man hätte die Handlung gut etwas mehr straffen können.

Allerdings gefielen mir die neuen Charaktere ausgesprochen gut. Natürlich sind Chevie und Riley immer noch die Helden, aber auch Malarkey fand ich super. Er hatte einen Tiefgang, den man von seiner eingebildeten Person gar nicht erwartet hat. Auch zwei der Ergebenen von Colonel Box fand ich höchst amüsant mit ihrer Attitüde, auch, wenn ich mir sicher bin, dass das eher unbeabsichtigt war. Aber besonders diese kleine Romanze mit Malarkey am Rande war mega amüsant. Chevie ist eine Kick-Ass-Heldin wie eh und je und mein persönlicher Favorit, aber auch Riley hat sich ordentlich gemacht. Er ist nicht mehr der kleine Junge von damals, sondern mutiger und cleverer denn je. Zusammen waren sie wieder unschlagbar!

Insbesondere die ganze hoch dramatische Action und Todesgefahr gegen Ende konnte mich richtig begeistern. Jedes Kapiteln eine Mischung aus Detektivgeschichte und dystopischem Untergang. Der Kampf gegen den Colonel war unglaublich fesselnd. Auch die vielen Dinge, die zum Ende hin immer deutlicher werden fand ich gut inszeniert. Es gab haufenweise Hinweise auf das, was noch sein wird. Da wären z.B. die Sache mit Rileys Eltern oder mit Chevies Abstammung. Das Buch endet zudem recht mysteriös. Kein Cliffhänger, keine Sorge, aber ich hätte gerne sofort zum nächsten Band gegriffen und gewusst, wie es nun weiter geht.

Fazit

Der Klunkerfischer ist eine klasse Fortsetzung, die mit neuem Setting und anderer Gegenwart ein spannendes und faszinierendes Szenario bildet. Bekannte und sympathische Figuren begleiten einen erneut durch ein Zeitreise-Abenteuer, dessen Mix aus Dystopie, Agententhriller und Humor einfach überzeugen kann. Für Fans von Lockwood oder Sherlock Holmes einfach zu empfehlen. Zwar gefiel mir der erste Band einen Ticken besser, aber der Autor konnte das Niveau der Reihe definitiv halten und mich überzeugen. 

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111 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 23 Rezensionen

rockstar, liebe, teresa sporrer, rockstars, musik

Rockstars bleiben nicht zum Frühstück

Teresa Sporrer
E-Buch Text: 359 Seiten
Erschienen bei Impress, 05.03.2015
ISBN 9783646601206
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Buchgestaltung

Mir persönlich gefällt das sechste Cover mit am besten, allein wegen der Farben. Allgemein ist das Cover aber wieder super gestaltet und passt zur ganzen Reihe. Außerdem ist es sehr cool, dass man Jack darauf sieht bzw. die Motive auch wirklich immer Bezug zum jeweiligen Rockstar nehmen.

Meinung

Kristin ist ein Charakter, den wir ab und zu mal durch Vorgänger haben huschen sehen und ich war richtig gespannt darauf, was passiert, wenn diese verrückte und quirlige Person ihr eigenes Buch bekommt. Es wird blau, chaotisch und rachsüchtig, das kann ich euch versprechen. Kristin ist Journalistin – oder wäre es gerne. Statt Traumjob ackert sie rund um die Uhr, wohnt mit ihrem Bruder zusammen und das Geld ist immer knapp. Dazu tanzt ihr noch der dumme Ex-Freund auf der Nase herum. Eigentlich sind Rockstars und deren Musik auch genau ihr Fall, aber nach dem Interview mit Natalie Pierce und ihrer Band, steht plötzlich ihr Leben Kopf. Ein Ereignis führt zum nächsten und Kristin ist plötzlich eine von „ihnen“.

Autorin Teresa Sporrer hat sich seit Band eins eine ganze Welt aufgebaut und schon seit dem fünften Band sieht man immer wieder neue Winkel davon, so auch hier. Zoey & Co sind zwar nicht Vergangenheit, aber ich mochte es, dass hier erneut Wert darauf gelegt wurde, mehr zu zeigen und nicht nur alt bekanntes durchzukauen. Wie schon mehrmals gesagt, bin ich sicher, dass ich noch mal sechs Bücher lesen könnte und sie trotzdem noch gut finden würde. Irgendwie ist es immer etwas Neues, das man zu lesen bekommt. In diesem Band knallen zwei verdammt unterschiedliche Persönlichkeiten aufeinander – eine Stärke der jungen Autorin.

Kristin ist stur, ab und zu zickig, rachsüchtig und einfach bekloppt. Jack ist ein stiller, tiefer See, der einen allein mit seiner Anwesenheit fast depressiv macht, so eine negative Aura verströmt der Gute. Zu Beginn ging mir sein „Arschloch-Gehabe“ auch mächtig auf die Nerven und ich bin froh, das Kristin nicht auf den Mund gefallen ist und dem Kerl Parole geboten hat. Aber hey, wann war das in einem Teresa Sporrer Buch mal nicht der Fall? Ihre weiblichen Figuren haben immer Mut und Schlagfertigkeit im Gepräch und lassen sich nicht von Gefühlen runterziehen. Dabei gibt es hier eine Menge Gefühle, besonders von Kristins Seite. Sie ist sofort von Jack fasziniert und will sein dunkles Geheimnis herausfinden – zumindest redet sie sich ein, dass es so etwas in seiner Vergangenheit gibt. Ganz Unrecht hat sie damit nicht, denn Jacks Persönlichkeit ist nicht ohne Grund so abweisend. Gegen Ende, als viele Dinge ans Licht kamen, hab ich echt ein Tränchen verdrückt.

Die Chemie zwischen den Figuren war wieder unbestreitbar gut gemacht. Wie in jedem Rockstar Band bisher kann man mitfühlen und lachen. Die vielen verrückten und originellen Dinge, die Kristin sich einfallen lässt, um Jack zu ärgern fand ich dazu noch richtig amüsant. Schön zu lesen war auch die Zwillings-Verbundenheit von Kristin zu ihre Bruder Christian. Ich mag es wirklich sehr gerne, wie immer wieder so schöne Beziehungen zwischen Geschwistern beschrieben werden. Allgemein steht nicht nur die Liebesgeschichte im Vordergrund, sondern auch wieder Freundschaft und Familie mit all ihren Macken und Fehlern, wie im echten Leben.

Die Geschichte ist wieder etwas länger, als manche andere Bände der Reihe und das merkt man ihr auch an. Ab der Mitte ist viel Raum für Entwicklungen und Dialoge gegeben und man kann sich mehr und mehr in die Figuren hineinversetzen.

Natürlich darf hier auch wieder der coole Humor der Autorin nicht fehlen. Es wird gestritten, gelacht, geärgert, sich gerächt und wilde Sprüche geklopft. Ganz besonders toll fand ich auch Nigel und Candence als Nebencharaktere. Hach, ich hab die beiden einfach mega ins Herz geschlossen und der nächste Teil ist ihre Geschichte jubel Natalies Band ist hier im Vordergrund und man sieht so auch andere Seiten der Mitglieder von Empathica. Das ganze Rockstar-Dasein ist wieder Teil des Plots, wenn viele Szenarien und Handlungen dennoch an normalen Orten spielen. Zentrum bildet auch das Hotel, in dem die Band absteigt. Es gab wieder ein paar kleine zeitliche Überschneidungen mit anderen Nebenhandlungen und ich fand es super, wie sich alles immer weiter zusammengefügt hat.

Fazit

Ich kann echt nicht mehr viel sagen, außer: Gebt der Rockstar-Reihe eine Chance. Bisher hat mich kein Band enttäuscht und die lockere und humorvolle Art der Autorin entspricht einfach absolut meinem eigenen Charakter, anders kann ich das gar nicht ausdrücken :) Ich mag die Figuren unheimlich gerne, die Sprüche sind zum schießen komisch und jedes Buch bietet eine neue, süße Liebesgeschichte mit typischen Aufs – und Abs. 

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75 Bibliotheken, 0 Leser, 2 Gruppen, 31 Rezensionen

freundschaft, liebe, musik, young adult, sommer

Open Road Summer

Emery Lord , Sandra Knuffinke , Jessika Komina
Flexibler Einband: 380 Seiten
Erschienen bei Beltz, J, 02.02.2015
ISBN 9783407745248
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Buchgestaltung

Die englische Aufmachung ist wirklich sehr süß, aber die deutsche gefällt mir wesentlich besser. Meiner Meinung nach geht es im Buch besonders um die Freundschaft zweier Mädchen, die einen schönen Sommer leben und das spiegelt der deutsche Roman eher wieder. Außerdem ist die Aufmachung der perfekte Leitspruch an sich: Sommer, Sonne, fluffige Mädchengeschichte – genau das findet ihr hier! Open Road Summer ist dazu noch sooo ein schöner Titel. Dieses Lieder bezieht sich auf den ersten Song, den Lilah Montgomery geschrieben hat und sozusagen der Anfang ihrer Karriere war und für die Reise im Buch verantwortlich ist.

Meinung

Ein Lächeln im Gesicht. Ein Kribbeln auf der Haut. Und die Songtexte des Buches im Ohr. So werdet ihr euch fühlen, wenn ihr Open Road Summer beendet habt. Das Buch hat seine kleinen Schwächen, aber alles in allem ist eine wunderschöne Geschichte über Freundschaft, Liebe und eine Reise zu sich selbst. Nicht zu vergessen, dass der Road-Trip musikalisch untermalt wird und eine richtig schöne Atmosphäre aufkommen lässt. Ich würde am liebsten selbst in den Sommer abtauchen, aber bei uns dauert dies ja noch ein Weilchen :)

Emery Lord hat mit Open Road Summer ein tolles Debüt geschaffen. Der Einstieg in die Geschichte geht schnell von statten und alle Infos zu den Figuren und ihren Hintergründen lernt der Leser auf der Reise kennen. Reagan ist nicht das normale nette Mädchen von nebenan, sondern ein Haufen Probleme an sich. Sie mag ihre Stiefmutter nicht, kämpft mit dem Verlust ihrer Mom und trauert ihrem Ex-Freund nach, der mehr als nur ihr Herz gebrochen hat (ihren Arm, um genau zu sein). Dadurch fand ich Reagan gleich zu Anfang schon sehr interessant. Sie hat eine starke Meinung zu jedem Thema und ein loses Mundwerk, das sie besonders oft zum Einsatz bringt, um ihre beste Freundin zu schützen. Lilah Montgomery oder auch Dee genannt, ist nämlich das genaue Gegenteil von der flippigen Reagan. Sie ist ein Country-Star-Sternchen, das mit einem gutem Image ein Vorbild für junge Mädchen bietet. Dee hat nicht nur dieses Image, sie lebt es auch, da es ihrer Persönlichkeit entspricht. Eines haben beide Mädchen gemeinsam: Sie haben eine Liebe verloren. Denn auch Dee hängt noch an Ex-Freund Jimmy und wird durch die Spekulationen der Medien immer wieder in ein tiefes Loch gezogen.

Was ich schon zu Beginn nicht mochte – das will ich sofort loswerden – war die Darstellung der Reaktionen der Freundinnen oder eben auch Agentin auf die Schlagzeilen der Medien. Sicher ist es hart zu lesen, was für einen Mist die Klatschblätter sich zusammenreimen, aber ich wurde das Gefühl nicht los, dass Dee und Reagan irgendwie in einer Blase leben, was das angeht. Wenn man ein Star ist, steht man in der Öffentlichkeit, muss mit Kritik und Spott umgehen können, aber Dee ist jedes mal fast daran zerbrochen und musste erst mal eine Runde niedergeschlagen in der Ecke sitzen. Auch Reagans Vorstellung von der Arbeit und Vorgehensweise der Paparazzi war ziemlich unrealistisch. Jeder normale Mensch weiß doch, dass diese Art von Menschen richtige Blutsauger sein können und keine Moral kennen – Das wurde im Buch etwas überdramatisch inszeniert. Es ist auch kein großer Kritikpunkt, aber es hat mich einfach wirklich frustriert und genertv.

Zum Glück lag der Roman bald auf dem Fokus der Freundschaft zwischen Reagan und Dee und der Liebesgeschichte. Denn Matt Finch, der heiße Sänger, soll Dees Freund mimen und mit ihr durch Amerika touren. Dabei kommen sich vor allem Reagan und Matt näher und eine zuckersüße Romanze nimmt ihren Lauf. Die Autorin hat es wirklich toll hinbekommen, die Freundschaft zwischen den Mädchen zu beschreiben. Ich habe verstanden, warum sie einander vertrauen, was sie miteinander teilen und warum es für beide so wichtig ist, dass sie gemeinsam touren. Dee braucht die emotionale Unterstützung und Reagan will ihr Leben ändern.

Die Art und Weise wie das Tourleben beschrieben wurde, fand ich ziemlich cool. Musik spielt im Buch eine große Rolle und die Autorin hat sich nicht gescheut immer wieder selbst geschriebene Lieder zu zitieren. Das Schöne daran war, dass diese immer Bezug zum Roman hatten. Die Botschaft dahinter gefiel mir auch: Lieder sind pure Gefühle, das echte Leben und ein Teil der Künstler selber. Stellenweise habe ich mich einfach zurückgelehnt und die englischen Texte genossen, die der Geschichte wahrhaftig eine Art Klang verliehen haben. Matt hat dabei ganz besonders große Auftritte, denn seit dem Zusammentreffen mit Reagan benutzt er sie als Muse. Es gab schon einige witzige und niedliche Szenen, wenn er wieder anfing zu singen – Besonders diese eine ganz am Ende.

Das Buch ist zwar voller Klischees, aber ich habe selten ein Starbuch gelesen, das sich so echt angefühlt hat. Die Figuren konnten mich von den ersten Seiten an für sich einnehmen und ich habe sie alle drei schnell ins Herz geschlossen. Matt war auch einfach so ein liebenswerter und toller Love-Interest, dass ich mich dabei ertappt habe, die ich selber mitgeseufzt und gefühlt habe. Ich will auch einen Matt – das steht nach Open Road Summer so etwas von felsenfest! :P

Das Buch hat allerdings wieder diese typischen Probleme, die nur entstehen, weil die Charaktere zu stur zum reden sind. Dadurch gefiel mir der Umschwung gegen Ende nicht mehr ganz so gut, wie der Rest. Natürlich sind solche Liebesgeschichten gar nicht dafür gemacht, einen zu schocken und zu überraschen, aber trotzdem hätte die Autorin ein wenig mehr Originalität in das Ende stecken können. Zusehens war ich von dem Hin – und her genervt und hätte am liebsten Reagan mal kräftig durchgeschüttelt. Alles in allem habe ich aber genau das bekommen, was ich wollte: Eine Geschichte voller Freundschaft, Liebe, Musik und Sommer-Feeling.

Fazit

Open Road Summer ist eine charmante, herzliche und humorvolle Geschichte über den Road-Trip zweier Freundinnen, die herausfinden, was sie mit ihrem Leben anfangen vollen. Große Gefühle, wunderschöne Songstellen und eine Prise Witz machen das Buch sehr unterhaltsam. Allerdings ziehen Klischees und Dramatik die Story ab und zu etwas runter. Zusammenfassend mochte ich es aber gerne und empfehle es klar weiter.

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203 Bibliotheken, 5 Leser, 0 Gruppen, 48 Rezensionen

jugendbuch, heldentage, sabine raml, helden, heldin

Heldentage

Sabine Raml
Fester Einband: 304 Seiten
Erschienen bei Heyne, 02.03.2015
ISBN 9783453269606
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Buchgestaltung

Mir gefällt die Aufmachung wirklich sehr gut. Sie passt wirklich gut zum Roman und hat mal nicht dieses typische Mädchengesicht auf dem Cover. Durch die abgedunkelte Figur eines Mädchens und die vagen Umrisse einer Stadt am Grund verrät das Buch nicht zu viel, schaut aber eindeutig nach einem Jugendbuch aus. Der Titel gefällt mir besonders gut, weil ich die Idee, dass jeder im Alltag ein Held sein kann sehr gerne mag. Durch die dunkle Farbgebung kann man sich zusätzlich denken, dass die angesprochenen Themen nicht immer leichte Kost sind.

Meinung

Heldentage ist sicher kein Buch zu dem man greift, wenn man mal wieder gerne etwas super lustiges und total romantisches lesen möchte. Heldentage ist ein Roman, der eine Menge Stoff zu Nach und – Mitdenken bietet. Die Protagonistin Lea ist gerade einmal fünfzehn und ihr Leben ist alles andere als leicht. Sie hat etwas den Faden verloren und sieht der Zukunft nicht gerade lachend entgegen. Ihre Mutter ertränkt ihre Probleme lieber in Alkohol als einmal vernünftig mit Lea zu reden und dann kämpft Lea noch mit ihren Gefühlen für einen Jungen. Unterstützung bei all dem Chaos findet sie in ihrer Freundin Pola, die das genaue Gegenteil von Lea ist: sie hat ein schönes Leben, ist wild und voller Ambitionen. Wie kann Lea es also schaffen selber zur Heldin ihres Alltags zu werden?

Mit der Frage beschäftigt sich das Buch.

Zu Beginn wird man ganz schön ins kalte Wasser geworfen. Sabine Raml hat eine außergewöhnliche Schreibweise und auch der Blickwinkel ihrer Erzählung ist wie die Protagonistin selbst: etwas schräg und total chaotisch. Die Kapitel sind kurz, die Sätze sind es auch und Lea selbst verliert öfter mal den Faden ihrer Erlebnisse. Aber gerade diese spezielle Art hat das Buch besonders gemacht. Es gibt diese Geschichten, in die man sich hinein lesen muss und es gibt jene, die saugen einen mit eigener Kraft in sich hinein – Letztes war hier eindeutig der Fall.

Dabei ist der Plot des Buches eine Mischung aus leichten Dingen, die wir alle täglich erleben und diesen kleinen Sequenzen, die das Bild eines schönen Lebens einfach schief hängen lassen. Das Zusammenspiel dieser Perspektiven war faszinierend. Im einen Moment hat Lea noch Spaß, im nächsten bekommt sie einen Anruf von ihrer Mutter. Auf und ab. Auf und ab. Auf und ab. Wie bei einer Achterbahn wird man zusammen mit der Protagonistin immer wieder hoch hinaus geschleudert, um dann tief zu fallen. Das Tolle an dem Buch war auch einfach, dass die Themen, die angesprochen werden, verständlich dargestellt sind. Damit meinte ich, dass dieser Roman Lesern jedes Alters ein paar grundlegende Dinge mit auf den Weg geben kann. Wie man zu sich selber steht und eigene Entscheidungen trifft, zum Beispiel oder wie man seinen Freunden Vertrauen schenken sollte, weil mit Freunden einfach alles viel mehr Sinn macht, als ohne Zuflucht.

Mir fällt es schwer in Worte zu fassen „was“ genau das Buch eigentlich ist. Eine unterhaltsame Geschichte? Auf jeden Fall. Eine traurige Geschichte? Irgendwie schon? Die Autorin hat ein ganzes Spektrum an Gefühlen in mir heraufbeschworen.

Dazu muss ich sagen, dass solche „Coming of Age“ Themen normalerweise gar nicht mein Fall sind. Es gab auch einige Stellen im Buch, an denen ich mir gewünscht hätte, dass es mehr gegeben hätte. Mehr Lea. Mehr Gefühle. Mehr Leben. Aber es ist eben Teil des Stils der Autorin in dieser kleinen Welt zu bleiben, die man rasend schnell erlebt. Ein bisschen zu schnell für meinen Geschmack. Das sind jedoch nur kleine Feinheiten, die noch mehr Potenzial in sich hatten.

Ich verstehe schon, warum das Buch vom Verlag und seinen bisherigen Lesern so sehr geschätzt wird. Ich denke, man kann in die Buchhandlung gehen und es im Grunde jedem in die Hand drücken, der realistische Stories mag. Leas Reise zu sich selbst und all die typischen Teenie-Probleme waren sehr amüsant. Außerdem weiß ich nun, dass auch in mir ein Stück Heldin des Alltags steckt. Vielleicht habt ihr ja Lust, herauszufinden, ob das bei euch auch der Fall ist ;)

Fazit

Heldentage ist ein schönes und vor allem sehr echtes Debüt, das einen ganzen Haufen an Problemen abklappert. Zwischen Spaß und Unsicherheit, zwischen Wut und Glück geht Leas Leben auf und ab und wir sind als Leser dabei. Die Botschaft des Romans ist einfühlsam und kommt bei jedem Leser sicher super an: Sei auch du Held deines eigenen Lebens! Zwischenzeitlich hätte ich mir noch etwas mehr Input gewünscht, aber zusammenfassend konnte mich Sabine Raml mit ihrem Debüt klar 

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

troll, magie, fluch, jugendbuch, fantasy

Stolen Songbird

Danielle Jensen
E-Buch Text: 321 Seiten
Erschienen bei Strange Chemistry, 30.03.2014
ISBN 9781908844972
Genre: Sonstiges

Rezension:

Stolen Songbird war ein Buch voller Aufs - und Abs und voller Gefühle, die ich nach dem Lesen erstmal sortieren musste. Die Idee des Buches ist wirklich mal etwas ganz anderes und ich kann den Roman wirklich weiter empfehlen, auch, wenn er so einige Schwächen hat.

Die Protagonistin Cécile wird aufgrund einer Prophezeiung entführt und findet sich plötzlich im Reich der Trolle wieder. Einer Sage nach soll nämlich die Heirat zwischen einem Menschen und einem Troll dafür sorgen, dass die geheime Stadt von dem Fluch befreit wird, welche den Trollen dort, den Weg zurück in die normale Welt versperrte. Das Ganze ist aber weitaus komplizierter und das ganze Setting ist allgemein sehr gut beschrieben worden. Die Autorin hat eigentlich nicht besonders viel Raum für Abwechslung gehabt, aber die Beschreibungen des Palastes, der Stadt, den einzigartigen Orten (wie z.B. dem Glasgarten) und dem System dort, gefiel mir unheimlich gut. Menschen werden dort nämlich als das niedere Volk betrachtet und Halbblüter wie Sklaven behandelt und verkauft.

Der Roman hatte viele politische Aspekte, die einer Rebellion verschiedener Gegenseiten eben so inne wohnen, aber dies war keinesfalls ein Überfluss von Info-Dumping, sondern interessant in die Handlung eingeflochten. Während Cécile sich mit ihrem neuen Schicksal abfindet, lernen sie und der Leser nach und nach Charaktere, Motive und das Gesamtbild der Welt der Trolle kennen. Eine gar magische Reise voller Gefahren, Verrat und spannenden Wenden.

Auch die Liebesgeschichte zwischen Cécile und Prinz Tristan hatte es mir wirklich angetan. Die Annäherung der beiden und der Wandel zwischen Vorurteilen, Hass und neu entfachter Liebe war wunderschön geschildert. Gleichzeitig war diese Beziehung aber auch einer der Gründe, warum ich öfter mal genervt und frustriert war. Alles geht sehr langsam von statten und mit einer ordentlichen Portion Drama zwischen beiden. Von so etwas bin ich nicht immer Fan und die gleich bleibenden Streitereien und Konflikte gingen mir schon das ein oder andere mal ordentlich auf den Keks.

Nichtsdestotrotz konnte mich der Charme und Humor des Buches überzeugen und besonders das Ende überraschte mich in vielerlei Hinsicht. Ich bin gespannt, wie es weiter geht und hoffe in Band 2 auf etwas mehr Action, statt Liebesdrama - unterhaltsam war es aber allemal ;)

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3 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 2 Rezensionen

musik, familie, freundschaft, liebe, jugendbuch

No Place to Fall

Jaye Robin Brown
E-Buch Text: 373 Seiten
Erschienen bei HarperTeen, 09.12.2014
ISBN 9780062270979
Genre: Sonstiges

Rezension:

Buchgestaltung

Ich finde das Cover ausgesprochen schön und es passt perfekt zum Buch! Der Titel und die Karte, an der eine Stelle mit einem Herz markiert ist, entspricht einfach dem Motto des Romans: Das, was man liebt hat man meistens vor sich und man muss nicht immer in die weite, weite Welt hinaus, um ein gutes Leben haben zu können.

Meinung

Ich habe das Buch heute fast an einem Stück gelesen und beendet. Das sagt schon etwas aus, oder nicht? Normalerweise müssen Contemporary Bücher immer zwei Dinge haben, um mich zu überzeugen: 1) Humor und 2) Sympathische Figuren. Ist es jetzt seltsam, wenn ich sage, dass gab es hier nicht zu 100% und ich mochte es trotzdem? NO PLACE TO FALL erzählt die Geschichte von Amber, dem typischen, netten Mädchen von nebenan. In diesem Roman ist es allerdings nicht so, dass Amber perfekt ist. Oder ihre Familie. Oder ihr Leben. Oder irgendetwas, wenn man es genau nimmt.

Im Gegenteil: Das Buch ist ein chaotischer Haufen Chaos. Als Leser muss man sich darauf einstellen, dass es eine Menge Gefühle und Konflikte gibt, die auf einen eindreschen und wer mit so etwas nicht klar kommt, der sollte besser die Finger vom Buch lassen. Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass das Buch ein Familiendrama mit kleiner Liebesgeschichte ist. Wie alle "Coming-of-Age" Romane hat das Ganze auch etwas von Selbstfindung und der Verwirklichung eigener Träume.

Ich habe etwas gebraucht, um ins Buch zu finden. Besonders der Anfang ist wirklich nicht gut gewesen. Die Autorin hat Amber mit verschiedenen Kerlen anbandeln lassen und ihre Familie hat auch einen echt falschen Eindruck gemacht. Es war aber gut, dass ich weiter gelesen habe, denn die Geschichte entpuppte sich als mehr als die vielen Anfangs-Klischees. Amber kann gut singen und möchte das gerne einmal beruflich machen. Ihre Mutter unterstützt sie dabei und das fand ich super. Nach und nach erhält man einen guten Eindruck von Ambers Familie. Ihr Vater hat ständig kleine Affären, ihre Schwester ist mit einer Art Drogendealer verheiratet und die Leute vom Sozialamt, vollen ihr das Kind weg nehmen. Dazu kommt, dass Amber sich ein paar Feinde macht und irgendwie folgte eine Weile ein Schlag nach dem anderen.

Das Buch wird besonders durch die tolle Darstellung von Freundschaft gestützt, denn durch ihren besten Freund Devon oder auch C.A. hat Amber halt und stürzt nicht ab. Die Romanze im Buch war zudem wirklich interessant und unterhaltsam. Fehler wurden in Massen gemacht und ich war zwischendurch schon etwas genervt, aber ich fand es gleichzeitig auch gut, dass man eben nicht die ganze Zeit wusste, mit wem Amber zusammen sein würde. Die Autorin spricht zudem offen über Sex in ihrer Geschichte und die lockere und realistische Art der Jugendlichen fand ich sehr gut inszeniert. Nicht, dass ihr jetzt falsche Vorstellungen habt - es gibt Sex im Buch, aber eben sehr realitätsnah.

Die Figuren hatten alle Ecken und Kanten, Hintergrundgeschichten und Probleme und dadurch war das Lesen echt eine Erfahrung wert. Neben der etwas tiefgreifenderen Thematik des Ganzen, hatte das Buch aber auch andere Seiten. Ambers Gedanken waren teilweise ganz unterhaltsam und die Dialoge hatten einfach sehr viele poetische Stellen, die inspirierend waren.

Die Atmosphäre einer Kleinstadt oder "Südstaaten Atmosphäre" wie man das wohl nennt ist mir allerdings gehörig gegen den Strich gegangen. Immer dieses "mommy" und "daddy" - sagte, tat, machte etc. fand ich ziemlich anstregend. Außerdem wurden ein paar Konflikte einfach unter den Tisch fallen gelassen und das mochte ich nicht so.

Fazit

No Place To Fall hat meiner Meinung nach frischen Wind ins Genre gebracht. Mit dem durchdachten und gut ausgearbeitetem Plot, wurden die Konflikte interessant gestaltet. Die Autorin hatte eine wundervolle Art an der Realität zu bleiben. Trotz einiger Schwächen ein solides Debüt, dass mich gut unterhalten hat und zum nachdenken brachte.

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234 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

liebe, fantasy, freundschaft, krieg, krieger

Schwert und Rose

Sara B. Larson , Antoinette Gittinger
Flexibler Einband: 400 Seiten
Erschienen bei cbt, 12.01.2015
ISBN 9783570309452
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Buchgestaltung

Die deutsche Aufmachung ist mir direkt ins Auge gesprungen und gefällt mir sehr gut. Man sieht ein Mädchen, dass eine wahre Kämpferin ist und die blassen Farben legen den Schwerpunkt eben auf ihre Figur. Schwert und Rose ist auch ein guter Titel für die Mischung aus Action (Schwert) und Romantik (Rose) und irgendwie geht da fast ein guter Bachelorwitz dran verloren, weil die Protagonistin sich entscheiden muss, wem sie eine Rose geben würde *g*. Die englische Aufmachung ist schlicht gehalten und da der Dolch im Roman vorkommt auch okay. Defy ist allerdings ein irreführender Buchtitel und passt meiner Meinung nach nicht.

Meinung


Mir fällt die Bewertung dieses Romans wirklich sehr schwer. Seit er damals auf englisch erschien hatte ich ihn schon im Auge, weil der Klappentext einfach so gut klang. Die ganze Sache hat mich immer etwas an Mulan erinnert. Ein Mädchen, das sich als Krieger verkleiden muss, um sich und ihre Familie zu retten? Super! Und dann die Erwartungen, die bezüglich der Romanze geweckt werden? Toll! Aber leider war das Buch eine echte Schlittenfahrt für mich. Es hat weit oben angefangen und am Ende blieb dann nur noch die Ernüchterung: Tiefer geht es nicht mehr.


Alexa ist eine Protagonistin, die man eigentlich hätte mögen müssen. Zu Beginn des Buches erfahren wir von den Umständen, die sie und ihren Bruder in die Armee des Königs getrieben haben und der Anstrengung Jahre lang ihre Identität geheim zu halten. Alexa zeigt auch gleich, was sie drauf hat: Harte Duelle, Training und Respekt, der sich immer wieder aufs neue verdient werden muss. Da dachte ich echt noch, besser kann es nicht werden. Auch ihr Bruder Marcel war mir recht sympathisch. Leider schmeißt die Autorin extrem mit Namen und Charakteren um sich, sodass es mir schwer gefallen ist, Bezug zu diversen Nebenfiguren aufzubauen. Auch die Figur des Prinzen war sehr stereotypisch, genau wie das Setting des Buches.


Erste Enttäuschung machte sich breit, als ich schnell feststellen musste, dass die Autorin es nicht besonders mit Informationen hat. Weder die Welt, in der die Menschen leben, noch die Umstände der bösen Magier werden erläutert. Es ist wie es ist, wie man so schön sagt. Als Leser muss man das alles hinnehmen und wartet vergebens auf weitere Ausführungen. Ich habe einfach nicht verstanden, wie das System eigentlich funktioniert. Auch, wenn gegen Ende ein paar mehr Dinge als Licht kommen, so frage ich mich noch immer: Wo kommen die Menschen mit magischen Kräften her? Wieso gibt es so wenige davon und warum stellen sich alle gegen den König? Von Magiern auf der Seite des Königs erfährt man nichts. So erging es mir auch mit dem grausigem Konzept der „Geburtenhäuser“. Mädchen werden dorthin veschleppt, vergewaltigt und deren Kinder für die Armee groß gezogen. Wäre es nicht viel besser gewesen junge Kinder zu rekrutieren? Zu entführen oder einfach eine Wehrpflicht einzuführen? Dass das eigene Volk da nicht längst zu Mistgabeln und Fackeln gegriffen hat, grenzte schon an ein Wunder. Ich meine, welche Familie gibt seine Töchter auf, um so etwas durchzumachen? Und mir kann echt keiner erzählen, dass in der Welt von Alexa so verdammt viele Mädchen Waisenkinder sind.


Nach den anfänglichen Problem, ging es leider nicht besser weiter. Alexas wird rasch an die Seite von Prinz Damien beordert und muss ihn allzeit bereit schützen und plötzlich ging es los – Die Romanze. Denn Prinz Damien hat Gefühle für Alexa und anstatt sich damit abzufinden, dass er vielleicht schwul ist (immerhin ist Alexa als Alex bekannt und hat die Identität eines Jungen) findet dieser prompt heraus, dass seine Gefühle ja nur entstanden sind, weil Alexa ein Mädchen ist. Das war nicht besonders logisch. Da der König im Buch der fiese Dreckskerl ist, den wir alle hassen sollen, musste sein Sohn natürlich das Gegenteil sein: unglaublich gut aussehend, ein herzensguter Mensch und mit solch brillanten Ambitionen für das Volk.


Wie kann man also anders, als ihm nicht zu Füßen liegen? Das ständige „rot werden“ oder „Herzgeflatter“ von Alexa wird alle paar Sätze immer wiederholt und zerrte rasch an meinen Nerven. Schlag auf Schlag ist es die große Liebe mit Damien, der in meinen Augen keine besonders ausgearbeitete Persönlichkeit war. In der anderen Ecke des Liebesdreiecks befindet sich dann Rylan – Alexas bester Freund und ebenfalls Mitglied der Leibgarde. Rylan kannte ihr Geheimnis dank ihres Bruders von Anfang an und kaum ist raus, das Alexa ein Mädchen ist, da schmilz er dahin. Das stetige Hin – und Her zwischen Damien, Alexa und Rylan war zum Haareraufen. Es gibt gute Liebesdreiecke und Beziehungen, bei denen man mitfühlt und leidet, aber das hier war keines davon. Es werden Gefühle verletzt, Küsse ausgetauscht, Liebe bekundetet und und und...nachvollziehbar war leider nichts davon.


Wo das Buch noch einen interessanten Start hinlegte, wurde es in der Mitte immer Plot-armer. Eine lange Reise ist alles, was man dort geboten bekommt, gepaart mit den endlosen Gefühlsirrungen - und Wirrungen der Figuren. Wer sehr gerne Romanzen hat, der wird das Buch wahrscheinlich lieben. Aber wo 80% des Romans auf Herzschmerz setzt, bleiben knapp 20% für anderes übrig. Wenn ich High Fantasy lese, dann erwarte ich auch etwas. Ich erwarte Action und Schwertkämpfe und Krieg und Hindernisse - die Liste könnte ich ewig weiterführen. Stattdessen hören wir uns an, wie hübsch, klug und talentiert Alexa ist, wie perfekt und die letzte Sympathie schwindet dahin, wie die Hoffnung auf etwas Einzigartiges.


Nachdem ich mich dann eine Weile durch gequält habe, wurde es aber wieder besser. Man erfährt ein paar interessante Dinge, Wendepunkte werden eingeleitet und endlich kommt etwas von der Fantasy-Atmosphäre zurück. Die Ideen waren nicht wirklich neu, aber dennoch gut durchdacht und haben das Finale des Roman wieder punkten lassen. Es geht richtig rund, als Konflikte eskalieren und Standpunkte vertreten werden. Wäre das Buch doch zwischendurch etwas mehr so gewesen!


Fazit


Schwert und Rose, war mehr Rose als Schwert. Die Romanze nimmt wirklich den Großteil des Buches ein und hat meine Erwartungen mehr als enttäuscht. Sara B. Larson hat ein Talent zu schreiben – ohne Frage, aber ihre Vorstellungen eines Fantasyabenteuers waren ganz anders, als meine eigenen. Die Figuren verrennen sich in ihren Gefühlen, die Handlung kommt viel zu kurz und die vorhandenen Klischees haben dem Roman wirklich nicht gut getan. Wer ein Fan von tiefgehenden Liebesgeschichten mit einem Hauch Fantasy ist, der wird es sicher viel mehr mögen als ich. Etwas Lockeres für zwischendurch ist es allemal. 

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196 Bibliotheken, 2 Leser, 2 Gruppen, 18 Rezensionen

liebe, tiger, fantasy, indien, band 4 der reihe tiger-saga reihenfolge

Schwur des Tigers - Eine unsterbliche Liebe

Colleen Houck , Beate Brammertz
Fester Einband: 440 Seiten
Erschienen bei Heyne, 19.01.2015
ISBN 9783453269767
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Buchgestaltung

Mir gefallen sowohl das deutsche Cover, als auch das englische sehr gut. Allerdings passt das Original etwas besser zum Inhalt, da es in diesem Band besonders um das Element Feuer und den Phönix geht und der ist ziemlich gut sichtbar. Auf dem deutschen Motiv sieht man Kelsey und einen der Tiger und wenn man ein wenig rätselt und das mit den anderen Büchern vergleicht, könnte man sogar erahnen, was am Ende passiert.

Meinung

Deutsche Fans mussten ja schon ein Weilchen auf den vierten Band der Tiger-Reihe warten, aber hat es sich auch gelohnt? Für mich auf jeden Fall. Die Geschichte rund um Kelsey, Ren und Kishan findet nämlich in diesem Buch ein Ende. Zwar hat die Autorin auch noch einen fünften Teil angekündigt, aber ich kann mir kaum vorstellen, dass er weiter an diese Handlung hier anknüpft. Wahrscheinlich wird es eher eine Art Spin-Off oder Nebengeschichte zu Kishan und seiner Vergangenheit, davon bin ich fast überzeugt. Die Autorin hat meiner Meinung nach mit Schwur des Tigers einen wundervollen und zufriedenstellenden Abschluss gefunden.

Man wird direkt auf den ersten Seiten förmlich ins Buch geschmissen. Die Ereignisse des dritten Bandes scheinen noch immer ihre Spuren hinterlassen zu haben und unseren drei Helden blieb nichts anderes übrig, als die Grenzen von Raum und Zeit zu überbrücken, um auch den vierten, wertvollen Kleinod an sich nehmen zu können. Bereits in den ersten Kapitel, erkennt man deutlich: Jetzt wird es ernst. Was in den anderen Bänden noch ein lustiges Abenteuer wird, ist hier ein Kampf auf Leben und Tod. Die Gefahr, die Spannung ist jede Sekunde wirklich greifbar. Kelsey gerät in die Fänge des bösen Gegenspielers Lokesh und nach ihrer Befreiung sehen sie und ihre Tiger sich dem größten Problem von allem gegenüber: Ein Krieg steht an.

Wieder einmal hat Colleen Houck es geschafft eine abenteuerliche Reise zu schildern. Die Orte, die Wesen, die Magie – das alles habe ich vom ersten Band an sehr gemocht und es war schön wieder einmal in diese Welt abtauchen zu können. Man merkt deutlich, wie viel Recherche und Phantasie in dem Roman steckt und darin liegt wohl auch eine der größten Stärken der Autorin. Atmosphärisch dicht, folgen wir der Suche nach neuen Geheimnissen und erleben nicht immer nur Schönes. Während sich die Lage zuspitzt, müssen ein paar Figuren ihr Leben lassen und besonders bei einer Person, die man nun über vier Bände kannte, war das sehr traurig.

Das Element Feuer steht dieses mal enorm im Vordergrund, denn die Suche nach dem Phönix und die gestellten Aufgaben führen zum letzten Teil des Amuletts.  Die Charaktere haben dabei immer wieder Auseinanderansetzungen zu verkraften, die nicht zuletzt auf Keleys Gefühlslage zurückzuführen sind. Ich muss sagen, dass ich Kelsey in diesem Band am wenigstens mochte. Dieses ewige hin und her zwischen ihr, Ren und Kishan hat so manches man an meinen Nerven gezerrt. Besonders, bis sich das Buch dem Mittelteil nähert, muss man eine Menge Gejammer über sich ergehen lassen, aber ab einem gewissen Punkt nimmt das Gott sei dank wieder ab. 

Ich mochte Ren und Kishan immer sehr gerne und daran hat sich hier auch nichts geändert, weshalb es mir oft schwer fiel zu verbuchen, dass Kelsey die beiden halb wahnsinnig macht. Das hier ist mal wieder so eine Reihe, wo man einfach weiß, mit wem die Protagonistin am Ende zusammen sein wird, dennoch fand ich das Opfer gegen Ende des Buches, welches erbracht wurde, sehr überraschend. Hätte es den Epilog nicht gegeben, dann wäre ich darüber wohl sehr wütend gewesen. Die Autorin hat wirklich mit meinen Gefühlen gespielt, aber am Schluss war ich echt zufrieden mit dem Ausgang. Sicher, dass ein oder andere hätte man besser abrunden können, aber bei der langen Reihe und all den Geschehnissen ist es eben auch erlaubt, Dinge mal nicht zu mögen oder zu hinterfragen und anzuzweifeln. 

Im Vergleich zu Band drei, den ich am schwächsten von der Reihe fand, wird hier auch weniger gestreckt erzählt und es wird öfter brenzlig und fesselnd. Schwur des Tigers vereint eben noch einmal all das Gute (und vielleicht Schlechte) der Bücher in einem explosivem Finale, das mich öfter mal den Atem anhalten gelassen hat. Meine Probleme hatte ich mal wieder mit Kelseys Unfehlbarkeit und ihrem verdammten Glück, aber trotz der Schwächen wollte ich nicht aufhören zu lesen.

Fazit

Schwur des Tigers ist ein gelungener Abschluss der Reihe. Bis zum Happy End (das es nicht für alle gibt) ist es ein harter Kampf und manchmal läuft alles etwas zu glatt, aber nichtsdestotrotz kann Colleen Houck wahnsinnig gut Sagen, Mythen und Herzschmerz zu etwas Unterhaltsamen vermischen, das einen nicht mehr so schnell loslässt. Ich habe die Reihe wirklich gerne verfolgt, habe mich geärgert, amüsiert und ein paar Tränchen verdrückt. Wer also Romantasy mag, liegt hier richtig. 

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459 Bibliotheken, 8 Leser, 3 Gruppen, 84 Rezensionen

geister, london, jonathan stroud, lockwood, geisterjäger

Lockwood & Co. - Der Wispernde Schädel

Jonathan Stroud , Katharina Orgaß , Gerald Jung
Fester Einband: 448 Seiten
Erschienen bei cbj, 27.10.2014
ISBN 9783570157107
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Buchgestaltung

Nach wie vor gefallen mir die deutschen Cover besser, als die englischen. Ich finde, die Orginalmotive – so aus hier – sehen etwas zu plastisch und bearbeitet aus. Das Cover des cbj Verlags ist schön schlicht, mit aussagekräftigen Farben gehalten. Der Titel wurde 1:1 übersetzt und passt auch einfach perfekt zum Roman. Auch im zweiten Band der Reihe finden sich wieder kleine schwarz-weiß-Zeichnungen vor den Kapiteln und sorgen für eine besonders gruselige Atmosphäre.

Meinung

Den ersten Band von Lockwood & Co habe ich regelrecht verschlungen. Sympathische Charaktere und so viel Spannung – da konnte ich nicht lange warten, bis mich das zweite Abenteuer mit all seinem positiven Feedback lockte. Meiner Meinung nach gibt es (trotz vieler guter Buchreihen) nur wenige Autoren, die es schaffen sich selbst noch einmal mit einem Folgeband zu übertreffen. So auch Jonathan Stroud. Es grenzt schon an ein Verbrechen, dass ich ihn und seine Bücher bis vor kurzem nicht kannte. Der zweite Band von Lockwood setzt ein wenig später nach dem Geschehen des ersten an. Durch den bekannten Fall, den die Agentur gelöst hat, kommen ein paar mehr Aufträge rein, aber dennoch könnte es für Lockwood, George und Lucy irgendwie besser laufen. Besonders ihre persönlichen Gegenspieler, die Agenten von Fittes, mischen sich immer wieder in das Leben unserer drei Helden ein und schließlich arbeiten alle zusammen an einem Fall.

Ich mag es wahnsinnig gerne, dass der Autor seine Bücher in Parts eingeteilt. So hat man immer einen informativen Einstieg ins aktuelle Geschehen und findet gut in einen neuen Fall hinein, der nach und nach seine Gefahren offenbart. Da die Welt der Buchreihe schon in Band eins so gut beschrieben war, muss man hier nicht mehr mit zu vielen Informationen zum Setting rechnen. Zwar kommen wieder einige neue Details im Buch vor, aber alles in allem, hat man das Glossar doch schon im Kopf und ich glaube, das war auch einer der Gründe, warum mir Band zwei noch einen Ticken besser gefiel, als Band eins. Da man sich in der geisterhaften und gefährlichen Welt bereits auskennt, bleibt mehr Platz für den Fall und das Rätsel des sprechenden Schädels – beides wunderbar zu einer Handlung verflochten.

Es gibt einfach kein anderes Wort, aber ich liebe die Figuren einfach. Lucy, die Erzählstimme ist loyal und mutig und aufsässig wie eh und je und ich kann in ihr echt eine beste Freundin sehen, denn ihr Sarkasmus ist unbezahlbar. Es ist mega amüsant, wie sie immer wieder die Stimmung auflockert oder tollpatschig in ein Fettnäpfchen trifft. Besonders cool war auch, dass sie selbst etwas mehr über ihre Fähigkeit erfährt, von der Sache mit dem Schädel ganz zu schweigen. George war mir in diesem Band auch etwas sympathischer. Zuvor erschien er mir eher wie ein Handlanger, aber hier spielt er eine größere Rolle und man sieht etwas mehr von seiner wissbegierigen Persönlichkeit und seiner Freundschaft zu Lockwood. Lockwood selbst war einfach genial. Er ist der Sherlock einer neuen Buch-Generation, denn mit seinem Charme, den lockeren Sprüchen und der chaotischen Einstellung entlockt er mir permanent ein Schmunzeln und Kopfnicken.

Ich hatte im ersten Teil als kleine Kritik aufgeführt, dass ich gerne eine Liebesgeschichte hätte – diese findet sich hier allerdings nicht. Inzwischen habe ich aber auch erkannt, dass es kleine Hinweise gibt, die ich richtig gut gemacht fand. Das Buch bietet eben Beziehungen auf einer tiefgreifenden Ebene und da hat der Autor wohl keinen Platz für so etwas banales wie eine Liebesgeschichte gesehen :) In erster Linie verspricht Lockwood schaurig-schöne Spannung und ist für Fans des Übernatürlichen ein richtiges Muss. Ich war schon immer von dem ganzen Geisterthema fasziniert, aber bisher habe ich keinen Roman gelesen, wo Paranormales so wundervoll mit Krimi und Humor verbunden wurde.

Das Kipps und seine Bande ebenfalls öfter auftauchen, hat dem Buch dann noch das gewisse Extra gegeben. Diese Wortduelle zwischen ihm und Lockwood und der jugendliche Kampfgeist, der beide immer wieder gegeneinander antreibt war sehr amüsant zu lesen. Besonders gegen Ende habe ich Kipps und seine Agenten-Freunde richtig gern gewonnen. Ich glaube, das wird noch richtig spannend! 

Mir kam es dieses mal auch so vor, als wäre der Fall, den es zu lösen galt, etwas komplizierter und komplexer gestaltet. Es gab viele Sackgassen und tote Enden und Lockwood & Co mussten mehr in Kauf nehmen, um an Antworten zu kommen. Gerade, weil die vielen Wenden ab der Mitte die Vorhersehbarkeit etwas abgewendet haben, konnte mich der wispernde Schädel mehr überzeugen, als die seufzende Wendeltreppe. Auch die vielen kleinen Hinweise, auf offene Fragen, die in Nachfolgerbänden sicher noch von Bedeutung sein werden, hielten die magische und mystische Atmosphäre am Leben. Man hat die Geheimnisse beim Lesen mit jeder Seite förmlich eingeatmet. Und dann dieses Ende. Ich wusste ja, dass der Autor uns sicher quälen würde und der Cliffhänger war wirklich fies. Band drei, wo bist du? :)

Fazit

Lockwood & Co ist eine meiner neuen Lieblingsreihen! Die Charaktere sind facettenreich, charmant und witzig, die Spannung lässt mit keiner Seite nach. Intelligente Mystery-Lektüre für alle Fans von Sherlock Holmes und Geistern oder jenen, die es werden wollen. Die Welt, die Jonathan Stroud sich ausgedacht hat, wird durch die innovativen Details zum paranormalem Abenteuer deluxe! Die Fortsetzung hatte wirklich alles, was ich an guten Büchern schätze. 

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42 Bibliotheken, 0 Leser, 1 Gruppe, 24 Rezensionen

humor, geister, kinderbuc, london, fledermaus

Scary Harry - Meister aller Geister

Sonja Kaiblinger , Fréderic Bertrand
Fester Einband: 240 Seiten
Erschienen bei Loewe, 14.01.2015
ISBN 9783785580356
Genre: Kinderbuch

Rezension:


Buchgestaltung

Fréderic Bertrand ist ein klasse Illustrator und wie bei jedem Buch, das er gestaltet hat, sind die Zeichnungen einfach wunderbar. Er hat einen unverkennbaren Stil, der perfekt den Inhalt des Romans widerspiegelt und ich kann mich an den Zeichnungen der Figuren und Handlung nie satt sehen. Ich bin mir sicher, dass der nächste Band der Reihe ebenfalls wieder richtig toll aussehen wird. Es ist schon eine Kunst, beschriebene Dinge so lebendig umsetzen zu können.


Meinung

Meister aller Geister ist der dritte Band der Scary Harry Reihe und meiner Meinung nach der bisher beste. Obwohl ich zu den älteren Lesern der Reihe gehöre, habe ich damals Band eins und zwei regelrecht verschlungen und auch dieser Teil war schnell ausgelesen. Ich finde, im Gegensatz zu den Vorgängern merkt man, dass die Geschichte noch mal ein riesiges Stück voran kommt und was Spannung angeht noch eins oben drauf setzt. Wer auch der Suche nach ein paar vergnüglichen Kinderbüchern ist, der muss sich die Reihe einfach zulegen.

Otto ist mit seinen zwölf genau im richtigen Alter für die Zielgruppe, aber auch Erwachsenen ist er sehr sympathisch. Er behält seine schräge und muntere Art in jedem der Bücher bei und hier liefert er sich sogar noch hitzigere Wortduelle mit Fledermaus Vincent – Diese ist für mich immer der heimliche Held der Bücher, weil niemand so herrlich witzige Sprüche drauf hat, wie er. Und in diesem Band verliebt sich der kleine Kerl sogar und wird dadurch noch ein wenig unausstehlich-liebenswürdiger – diese Mischung funktioniert übrigens wirklich! Ich habe schon lange nicht mehr so laut gelacht, wie bei Meister aller Geister. Neben Otto ist auch Emily wieder mit von der Partie und die ist noch genau so ulkig und einzigartig wie vorher. Vertraute Nebenpersonen kommen ebenfalls wieder vor.

Neu dabei ist Madame Olga – Mensch, war die vielleicht unheimlich! Man wusste gar nicht so recht, was mit ihr los war und ihr Geheimnis hat für viel Aufregung gesorgt. Außerdem spürt man, genau wie Otto, dass irgendetwas im Busch ist. Die drei (oder sollte ich inzwischen vier sagen?) Geister sorgen wieder für bizarre Momente und ganz viel Spuk-Spaß. Und dann wären da ja noch die Meister aller Geister...

Sonja Kaiblinger hat in diesem Band eine neue Art von Geistern und Sensenmännern (und Frauen) eingeführt und das Abenteuer von Scary Harry hat dadurch noch einmal eine überraschende Wende genommen. Vor allem die Ausrüstung dieser Spezialtruppe war herrlich innovativ beschrieben. Allgemein sprühen die Bücher ja nur so vor Charme und außergewöhnlichen Details. Da denkt man (besonders als erwachsene Leserin) wüsste man schon alles über Geister und wird immer wieder überrascht. Schön ist auch, wie locker flockig alles ineinander übergeht. Zwischen Informationen, Abenteuer und Freundschaft verwischen die Grenzen und der rote Faden lässt einen nur so durchs Buch fliegen. 

Das Tante Sharon aus Angst vor fiesen Poltergeistern das Haus verkaufen will, sitzt einem die ganze Zeit im Nacken und man leidet richtig mit Otto mit. Ganz viele Fragen rattern einem beim Lesen durch den Kopf und ich habe das Buch erst zur Seite gelegt, als ich damit durch war (wann liest es sich auch besser, als zur Geisterstunde? :D). Ich bin wirklich mega gespannt darauf, wie es weiter geht! Was passiert mit Ottos Onkel? Spielen die Poltergeister noch eine Rolle? Und werde am Ende allen ihren Frieden finden? Die Reihe hat so viel Potenzial und von mir aus könnte der vierte Band jetzt sofort wie ein Geist durch mein Fenster flattern!

Fazit

Meister aller Geister ist wieder eine gelungene Fortsetzung voller Humor und Spannung. Ich kann euch die Reihe wirklich nur empfehlen. Egal, ob ihr euren Kindern etwas vorlesen möchtet, sie euren Enkeln schenkt oder selbst ein paar Stunden abtauchen wollt. Scary Harry wird mit jedem Buch schräger, witziger und aufregender...wer weiß, vielleicht steckt ja in euch ein Meister aller Geister? Ich werde jetzt mal meine Bewerbung einreichen :P

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115 Bibliotheken, 1 Leser, 1 Gruppe, 14 Rezensionen

fantasy, trilogie, magie, zauberer, kinderbuch

Die Chroniken vom Anbeginn - Das Buch Onyx

John Stephens , Friedrich Pflüger
Fester Einband: 464 Seiten
Erschienen bei cbj, 24.11.2014
ISBN 9783570153949
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Buchgestaltung

Die englischen Cover können meiner Meinung nach absolut nicht mit den deutschen mithalten. Schon vom ersten Band hat hat mir die deutsche Aufmachung wunderbar gefallen. Die Idee mit den Köpfen der Kinder, in die es in den Büchern geht, je nachdem welches gerade an der Reihe ist und die schönen Details am Rande sind einfach unschlagbar. Auch die Farben stehen ein wenig im Zusammenhang mit den Chroniken vom Anbeginn. Vor jedem Kapitel gibt es zudem eine schöne Zeichnung, ähnlich dem Covermotiv. Außerdem sieht das ganze auch nach dem Genre aus, zu dem es gehört: Bücher für Kinder und Jugendliche. Bei den englischen Covern sieht alles eher lieblos zusammen geklatscht aus, wenn ich ehrlich sein soll.

Meinung


Die Chroniken vom Anbeginn hat mir vom ersten Band an wahnsinnig gut gefallen, daher war der Abschluss der Reihe an große Erwartungen geknüpft, die John Stephens wieder einmal erfüllen konnte. Das Schöne an der gesamten Trilogie ist, dass sie wirklich für jedes Alter geeignet ist, da bin ich mir sicher! Der Autor hat eine ganz wunderbare Art Wörter zu einem Roman zusammenzuweben, denn obwohl die Wortwahl sehr abwechslungsreich ist, bleibt er auch auf einem Niveau, das Kinder gut verstehen können. Früher habe ich die Bücher gerne mit Harry Potter verglichen, weil beide Reihen einfach magisch und spannend sind und auch bei dem dritten Band bleibe ich dabei. Das Buch Onyx hat zwar inhaltlich keine großen Übereinstimmungen mit dem berühmten Zauberer, aber von der Atmosphäre und den Figuren her, ist die Reihe nicht minder packend und überraschend.


Der Anfang hatte eine etwas traurigere Note, weil Emma entführt wurde und Kate und Michael nicht wissen, wie sie ihre kleine Schwester finden sollen. Der grässliche Magnus ist zudem zurück und will die letzte Chronik finden, bevor die Kinder es tun. Der Fokus im Buch lag dieses mal nicht nur vermehrt auf Emma, um deren Buch vom Anbeginn es ging, sondern eigentlich allem. Man merkt, dass der Autor sich viele Gedanken über die begonnen Handlungsstränge gemacht hat und diese im letzten Teil auch alle nach und nach zusammenlaufen müssen und es eben auch tun. Dabei hat die Geschichte dieses mal einige Stellen gehabt, an denen man schon wusste, was geschieht, aber das hat mich absolut nicht gestört. Immerhin gab es einige Dinge, auf deren Erfüllung man als Leser sehnsüchtig seit Band zwei gewartet hat und die Wege, die John Stephens gewählt hat waren eine lebhafte Achterbahnfahrt.


Die Kapitel wechseln wieder zwischen den Sichten von Figuren, die eine tragende Rolle spielen. So ist auch Gabriel wieder mit von der Partie, der einen heißen Spur bezüglich der Eltern von Kate, Michael und Emma folgt. Viele Geheimnisse werden gelüftet und alte Bekannte tauchen wieder auf, als es zum großen Finale geht.


Wie auch in den Vorgängern waren die drei Kinder das Herzstück des Romans und genau wie schon in Emerald und Rubyn habe ich sie alle drei geliebt. Sie sind einfach Figuren, mit denen man sich identifizieren kann, weil sie alle drei unterschiedlichen Alters sind. Besonders mit Kate habe oft mitgelitten, denn die Ereignisse, die sie und den grässlichen Magnus verbinden haben für viel Herzschmerz gesorgt. Sie stand vor der Entscheidung sich zwischen zwei Arten von Liebe zu entscheiden und gegen Ende wurde das Buch dadurch einfach sehr melancholisch, wenn man ihren Gedanken folgte. Man hat auch einfach gemerkt, wie Kate weiter an ihrer Verantwortung gewachsen ist und in Zusammenhang mit dem Rat ein Machtwort gesprochen hat. Michael war mit seiner nerdigen Seite auch immer wieder für Lacher gut und Emma, die kleine Kämpfernatur hat bis zur letzten Seite nicht aufgeben wollen.


Was ich zudem sehr gelungen fand war, dass nochmals mehr andere Figuren bzw. Erwachsene mit eingebunden wurden. Dadurch wurde die Handlung realistischer, weil keine drei Kinder gegen einen böser Magier allein hätten bestehen können. Der Autor hat die Figuren eine Menge kluge Schachzüge planen lassen. Aber auch die Reisen zu fantastischen Orten gehen hier nicht verloren. Bei der Such nach der Chronik des Todes geht es an düstere und mystische Orte, die lauter Gefahren bargen. Es gab so viele spannende Stellen, dass ich sie gar nicht alle auflisten kann. Außerdem ist es wirklich so, dass Opfer gebracht werden, um den Krieg gewinnen zu können und das hat mich in einen Kapitel ganz schön Nerven gekostet. Der Abschied von ein paar tragenden Figuren ist mir sehr schwer gefallen, aber trotzdem hat er perfekt in das Bild gepasst, das der Autor vermitteln wollte.


Der Zusammenhalt der Geschwister war auch stärker denn je und besonders der Wert von Familie und Freundschaft war wieder hoch und das wusste ich genau wie bei den anderen Teilen der Reihe wieder sehr zu schätzen. Emma steht als Jüngste auch oft vor einer Gabelung, wenn es heißt: Entscheide dich für den leichten oder den richtigen Weg und John Stephens hat so noch einiges an Moral eingebaut.


Ich konnte mich gar nicht mehr vom Buch losreißen, als es in der Mitte richtig los ging und viele Geschehnisse sich überschlagen. Die Magie der Chroniken kosten ihren Preis und die Vergangenheit spielt ebenfalls noch einmal eine Rolle. Zwischen Lachern und ein paar Tränchen habe ich das Lesen jede Sekunde genossen.


Im Vergleich zu Emerald und Rubyn hatte ich allerdings ein paar Abstriche zu machen. Insbesondere die ganze Sache mit den Eltern der Geschwister hat mir nicht so gut gefallen. Bis zum Schluss hatte ich das Gefühl, sie waren viel zu unwichtig für den Handlungsverlauf, wo man zuvor immer darauf wartete, dass dies bezüglich etwas Großes passieren würde. Es war auch nicht schlecht gemacht, aber dennoch hätte man meiner Meinung nach etwas mehr aus der Sache herausholen können. Ebenso fand ich das Opfer, das der Zauberer gebracht hat ein wenig zu dramatisch.


Fazit


Das Buch Onyx ist der gelungene Abschluss einer meiner Lieblingsreihen, die nun leider ein Ende gefunden hat. John Stephens hat eine tolle Begabung authentische Figuren zu gestalten, die man mit ihre Kanten und Ecken einfach lieben muss. Die ganze Reihe ist einfach nur empfehlenswert, weil sie herrlich abwechslungsreich, magisch und so voller Spannung ist, das kleine und große Leser gleichsam verzaubert werden, wenn es heißt: Der Kampf gegen das Böse hat begonnen!

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56 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

hochzeit, liebe, alm, alpen, jugendbuch

Kuhfladenwalzer

Sonja Kaiblinger
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Loewe, 10.03.2014
ISBN 9783785578773
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Buchgestaltung

Ich finde das Cover total witzig und es passt auch echt gut zur Geschichte, mit den Gummistiefeln und der Kuh (muuuuh! xD). Allerdings erweckt das Cover auch nicht unbedingt den Eindruck, dass es sich bei dem Roman nun um ein Jugendbuch handelt und das finde ich etwas schade. Den Titel versteht man auch erst, wenn man bis zum Schluss liest und diesen Aha-Effekt fand ich sehr gelungen.

Meinung


Rosen & Seifenblasen gehört definitiv zu meinen Jahreshighlights von 2014 dazu. Nachdem ich das Buch so klasse fand, musste ich natürlich so schnell es geht auch zu einem anderen Buch von Sonja Kaiblinger greifen. Kuhfladenwalzer hatte ich zuvor gar nicht im Blick und es gehört definitiv in die Sparte müssen-mehr-Leute-lesen. Wer gerne witzige Geschichten, ohne Fantasy liest, der ist hier genau richtig. Caro soll für ihre Mutter eine Hochzeit auf der Alm organisieren. Dabei zur Hilfe steht ihr Adam, der seit Ewigkeiten ihr Schwarm ist und ihre beste Freundin, die gleichzeitig Adams Cousine ist. Caro freut sich darüber natürlich total und wittert ihre Chance in der Abgeschiedenheit der Alm Adam zu zeigen, was in ihr steckt. Dabei machen aber mehr als ein Problem ihr einen Strich durch die Rechnung.


Der Roman war einfach absolut süß. Ich mochte Caro vom Fleck weg, weil sie einfach so lustig ist und das teilweise nicht einmal beabsichtigt, denn Caro kann ein ganz schöner Schussel sein. Sie zieht so einige Nummern durch, um Adam zu imponieren und weil das einfach nie klappt ist Kuhfladenwalzer eine Aneinanderreihung peinlicher Szenen, die zum schießen komisch sind und Momenten, bei denen Caro einem beweist, was tief in ihrem Inneren doch noch alles drin steckt. Eine meiner Lieblingsstellen geschieht z.B. gleich zu Anfang, als Caro sich wie eine berühmte Sängerin stylt und damit bei Leo (welcher auf der Alm arbeitet) einen so schlechten Eindruck hinterlässt, dass die Beziehung der beiden ja zum scheitern verdammt war. Das war übrigens so ein Element, was der Handlung ganz viel Charme eingebracht hat. Die spritzigen und frechen Dialoge zwischen Caro und Leo waren klasse.


Das Chaos ist natürlich perfekt, weil Caro zwischen Adam und Leo steht und nebenbei auch noch eine Menge anderer Dinge abläuft. Die einen haben etwas mit Caros Familie oder ihren Freunden zu tun oder eben mit Leo Hintergrund. Trotzdem war Caros Kampf um Adam wirklich amüsant. So ganz nach dem Motto „Manchmal sieht man nicht, was sich vor den eigenen Augen abspielt“ hat das Buch seine Höhen und Tiefen, hält das Drama dabei aber auch eine realistische Art in Grenzen. Es gab schon eine Menge Herzschmerz, aber genau so viele Kapitel, in denen der Haupthandlungsstrang nicht aus den Augen verloren wird. Hier muss ich auch zugeben, dass ich erst etwas skeptisch war. Die Alm und das Leben dort spielt nämlich schon eine große Rolle, da dies immerhin der Schauplatz ist. Ich wusste nicht ganz, ob ich das mögen würde, aber es hat sich herausgestellt, dass Caro genau so wenig Ahnung von all dem hatte, wie ich als Leserin. Also sind wir zusammen über die ganzen Arbeiten und alltäglichen Dinge dort gestolpert. Beim Lesen habe ich total oft bekräftigend genickt, weil ich dachte: Ja! So würde es mir auch gehen!


Die Charaktere waren auch alle einfach toll. Caro als Protagonistin war super gewählt, aber auch ihre beste Freundin sorgt für kleine Überraschungsmomente. Und Leo...hachjaaaaa, Leo...der war einfach total super! Er hatte eine etwas ruppige Art, aber man sagt ja immer: Harte Schale, weicher Kern. Es gab sehr viele prickelnde Momente zwischen ihm und Caro und das Ende war wirklich unvorhersehbar. Ein paar Dinge konnte man sich vielleicht zusammenreimen, aber ich fand die Wendung sehr gelungen gestaltet. Adam darf man natürlich auch nicht vergessen. Obwohl er Caro das Leben echt schwer macht, fand ich ihn ganz nett. Das Gute war auch einfach, dass man die Figuren alle verstehen konnte. Hier hat sich auch niemand großartig gehasst oder sich gegenseitig eins reingewürgt. Ich fände es schön, wenn mehr Geschichten mal so ablaufen würden, anstatt immer auf Neid zu basieren. Freundschaft und Verständnis hat eben doch einen größeren Wert im Leben.


Musik spielt übrigens auch eine tragende Rolle und das gefiel mir sehr. Ab und zu gab es Einblicke in selbstgeschriebene Lieder und die Karaoke Szene gegen Ende war auch wahnsinnig genial. Das Buch hat sowieso eine tolle Mischung zwischen dem, was moderne Teenager mögen und etwas traditionellen von der Alm.


Fazit


Kuhfladenwalzer ist ein witziger und süßer Roman über erste Liebe und Freundschaft. Zusammen mit Caro erlebt man allerhand peinliches Zeug, kugelt sich vor lachen und versucht die dutzend Fragezeichen bezüglich des Almlebens in den Griff zu bekommen. Vorurteile werden aufgeklärt, Aneinanderreibungen sorgen für kräftig Humor und gegen Ende kann das Buch sogar überraschen. Wer einen kurzen Roman für zwischendurch sucht, der sollte einen Blick ins Buch werfen.

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458 Bibliotheken, 11 Leser, 1 Gruppe, 48 Rezensionen

fantasy, fee, liebe, feen, ethan

Plötzlich Prinz - Das Schicksal der Feen

Julie Kagawa , Charlotte Lungstrass-Kapfer
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.11.2014
ISBN 9783453268678
Genre: Jugendbuch

Rezension:

Buchgestaltung

Ich muss leider sagen, dass ich kein Fan der deutschen Cover dieser Reihe bin, mir die englischen aber auch nicht wirklich gefallen. Allgemein mag ich die Aufmachungen beider Verlage nicht und bin froh, dass der Inhalt der Romane mehr verspricht, als das Gesicht eines Jungen, der nicht Ethan ist. Ich meine, auf dem englischen ist es jemand anderes (möchte nicht spoilern), aber trotzdem. Der englische Titel nimmt der Handlung auch schon ziemlich viel vornweg, daher bin ich froh, dass der deutsche Verlag sich einen anderen ausgesucht hat, der wirklich viel besser passt und stimmig zum Gesamtbild ist.

Meinung

Der zweite Band der Plötzlich Prinz Reihe schließt eigentlich fast nahtlos an den ersten Band. Ethan und Kenzie sind zurück von ihren Abenteuern und müssen sich erst einmal der Realität stellen. Während die Schule weiter geht und Ethan wieder eine Menge Probleme auf sich zu kommen sieht, ist da auf der anderen Seite immer noch Keirran, der Annwyl unbedingt retten will und dazu weiterhin Ethans Hilfe braucht. Ich fand es ziemlich gut, dass die Geschichte im selben Zeitrahmen spielt, denn so findet man sich schnell in die bereits geschehenen Ereignisse zurück. Obwohl es schon etwas länger her ist, dass ich Band eins gelesen habe, fand ich rasch in die Welt zurück und kleine Erinnerungsstützen in Form von Ethans Gedanken halfen dabei sehr gut, ohne dass es nervige Wiederholungen waren.

Ethan ist nach wie vor ein richtig sympathischer Protagonist gewesen. Ihm wird kaum eine Atempause gegönnt und trotzdem bleibt er seinen Vorsätzen treu. Ich hatte dieses mal auch von Anfang an mehr das Gefühl, dass die Geschichte in eine gute Richtung geht. Beim ersten Band der Reihe habe ich ab und zu wirklich den roten Faden verloren, aber hier wird direkt mehr erklärt und der Kreis beginnt sich zu schließen. Im Grunde erwartet einen hier wieder ein typisches Julie Kagawa Buch, also werden Fans auf gar keinen Fall enttäuscht sein. Alte Bekannte, viel Magie und Mystery, eine schöne Romanze und ein besonders dramatisches Ende – Das alles bietet Das Schicksal der Feen und ich war mal wieder sehr von der Handlung in ihren Bann geschlagen. Man müsste ja meinen, nach dem neunten Buch, das ich von der Autorin gelesen habe, würde es einem irgendwann langweilig werden, aber stattdessen wird man immer wieder mit neuen Dingen überrascht.

Ethans Sichtweise gefiel mir wieder super gut. Er ist eben eine gute Mischung aus jemanden, den man verstehen kann und den man für seinen Mut bewundert. Ich fand seine Gedanken und Handlungen immer äußerst logisch und musste mich daher nie an falschen Entscheidungen stören, wie das so oft in anderen Büchern der Fall ist. Außerdem fand ich es super niedlich, wie man mehr Einblicke in seine Gefühlswelt erhalten hat und sehen konnte, wie sehr er Kenzie doch mag. Da ich Kenzie hier ja bereits kannte, hatte ich auch keine Startschwierigkeiten mehr mit ihr. Ich fand es gut, dass die Autorin uns etwas mehr an ihrem Hintergrund teilhaben ließ. Man lernt so z.B. ihre Familie mehr kennen und ihre Krankheit wird auch nicht beiseite geschoben, noch definiert sie Kenzies Charakter. Ethan und sie waren einfach ein ganz wunderbares Team, dessen Reise ich wahnsinnig gerne gelesen habe.

Und obwohl ich selber ein Profi bin, was das Nimmernie angeht, so oft war ich dort nun schon unterwegs, so hat die Autorin wieder neue Orte geschaffen und alte Fehden beschrieben, die erneut ein Setting und eine Atmosphäre geschaffen habe, die ich klasse fand. Im Buch gab es wieder einige „Zwischenstopps“ auf der Suche nach Annwyl und einen Heilmittel und jeder einzelne davon hatte Bedeutung. Wir sehen wieder Teile der Feenwelt, die uns vertraut ist, gleichzeitig aber auch fremd. Meghan, Ash und Puck sind auch wieder mit von der Partie, was nicht zuletzt an Keirran liegt.

Ich muss sagen, dass ich Keirran in diesem Band mit seiner egoistischen Art oft verflucht habe und besonders gegen Ende war schon offensichtlich in welche Richtung alles gehen würde, aber dennoch war es dadurch nicht weniger spannend. Allgemein ging ab der Mitte so mega die Post ab, dass ich das Buch bis zum Schluss nicht mehr aus den Händen gelegt habe. Der Roman endet in einem wirklich fiesen Cliffhänger und ich hätte am liebsten sofort weiter gelesen. Das ist eigentlich echt selten der Fall bei mir und ich kann das neue Jahr kaum erwarten :)

Die Liebesgeschichte war auch wieder toll. Es gab diese sanften und schönen Momente im Plot, in denen man sich einfach zurücklehnen und genießen konnte. Ich hätte mir gewünscht, dass es davon sogar mehr gegeben hätte, aber Julia Kagawa lässt ihre Figuren ja immer einen sehr steinigen Weg gehen, bevor sie einmal glücklich sein dürfen. Verflucht sei sie! :P

Was mich allerdings etwas gestört hat war, dass das Buch deutlich mehr Längen im Gesamtbild hatte, als ihre anderen Bücher. Hin und wieder habe ich mich dabei ertappt, wie ich ein paar Beschreibungen übersprungen habe, weil mir das alles zu langatmig erzählt war. Ich werde auch den Gedanken nicht los, dass einige der Dialoge gut hätten gestrichen werden können. Das Buch wäre dadurch jedenfalls etwas straffer gewesen und man hätte sich einige Seiten gespart.

Fazit

Das Schicksal der Feen ist eine tolle Fortsetzung des Spin-Offs, die ich sehr genossen habe. Ethan bleibt ein liebenswerter Charakter, Kenzie sorgt für jede Menge Schwung und mit den vertrauten Nebenfiguren ist das Team perfekt. Die Abenteuer im Nimmernie werden einfach nie langweilig. Auch dieses Kagawa Buch war magisch, mystisch und abgesehen von ein paar Durststrecken spannend bis zum Schluss. Und dieses Ende! Ich werde echt platzen, bis es dann 2015 mit Ethans Geschichte weiter geht. Immerhin steht das Schicksal der Feen auf dem Spiel und das will ich mir nicht entgehen lassen.

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