Tantschina

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168 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 38 Rezensionen

homosexualität, liebe, familie, joanne horniman, jugendbuch

Über ein Mädchen

Joanne Horniman , Brigitte Jakobeit
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 25.04.2013
ISBN 9783551582713
Genre: Jugendbuch

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11 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 3 Rezensionen

short stories, adult, fiction

Das Lied der Grammophonbäume

Frank Hebben , Jessica May Dean
Fester Einband: 120 Seiten
Erschienen bei Begedia Verlag, 15.03.2013
ISBN 9783943795462
Genre: Fantasy

Rezension:

Frank Hebben ist auf dem besten Weg ein begnadeter und genialer Autor zu werden! "Das Lied der Grammophonbäume" ist ein großartiges Werk und zudem etwas ganz besonderes: Es besteht vollständig aus kleinen Kurzgeschichten. Kleine Kurzgeschichten, die es in sich haben...

Hebben ist (leider jedoch noch viel zu wenig!) für seine Sammlungen atemberaubender Kurzgeschichten bekannt. Auch wenn man sich wenig für Kurzgeschichten begeistert, da die Geschichte ja schon nach wenigen Seiten zu Ende ist - was auch mein erster Gedanke war - sind seine Werke gespickt mit grenzgenialen und wunderbaren kleinen Geschichten, jede für sich einzigartig, traumhaft, unheimlich und vieles mehr. Ein Buch mit mehreren Kurzgeschichten ist bestimmt für viele absolutes Neuland, vor allem, da in den letzten Jahren kaum bis gar nicht die Rede von solchen Sammlungen war. Doch es zahlt sich auf jeden Fall auf, eines seiner Bücher zu lesen und einzutauchen in eine faszinierende und spannende Welt - nicht nur einmal, wie in "gewöhnlichen" Büchern, sondern mehrmals.

Das Cover, das ich zwar selten anspreche, hier jedoch eine besondere Wirkung auf jeden hat, der Kurzgeschichte Nummer 7 bereits gelesen hat (eine meiner Lieblingsgeschichten). Genau so und nicht anders stellt man sich die Umgebung, die in dieser Kurzgeschichte beschrieben wird, vor - unglaublich, wie man diese Szenerie so treffend darstellen kann. Auch Geschichte Nummer 3 war eine grandiose Reise - im wahrsten Sinne des Wortes! Doch auch all die anderen, sind ein tolles Leseerlebnis, auch wenn ich sie hier nicht genannt habe. 

Die Kurzgeschichten im Werk "Das Lied der Grammophonbäume" haben unterschiedliche Genre, sodass man von Gruselstories über traumhafte Geschichten alles dabei hat. Doch was sie alle verbindet, ist die unsagbar tolle bildhafte Sprache, die Hebben an den Tag legt. Durch seine Worte werden die Bilder lebendig, jede einzelne Phrase ist gut durchdacht und so wird jede Kurzgeschichte zu einem kurzen, aber riesigen Erlebnis, an das man noch längere Zeit zurückdenkt. Jede Szene ist gespickt mit Details, die man nicht besser beschreiben kann, als es Hebben getan hat, es entstehen aus seinen Worten Bilder, die fesseln, verzaubern und sprachlos machen. Jedes einzelne Wort verschlingt man und wird zu Musik in den Ohren, ein sagenhaftes Erlebnis für jeden Leser.

Da man, verständlicherweise, hier nicht auf jeden einzelnen Inhalt, jede Geschichte und den darin handelnden Personen eingehen kann, bleibt nicht viel zu sagen, als das dieses Buch ein wahrer Schatz ist. Der Autor versteht es, das hohe sprachliche Niveau über das ganze Buch hinweg aufrecht zu erhalten, die Geschichten sind - jede einzelne - so toll geschrieben, dass man die Finger nicht mehr von dem Büchlein lassen kann. Jede für sich ist ein Meisterwerk, ein Meisterwerk in das man eintaucht und in das man sich einlebt, als hätte man schon immer in dieser wundersamen Welt gelebt. Ein unglaubliches Leseerlebnis, das unbedingt jeder erleben sollte.


Das Lied der Grammophonbäume
Frank Hebben
Begedia
120 Seiten


Persönliche Note: ♫ ♫ ♪  

5 von 5 möglichen Punkten: Wunderbare bildhafte Geschichten, gehobene, atemberaubende Sprache und jede Kurzgeschichte eine sprachliche Explosion. Dieses Werk ist mit sicherheit eine neue Erfahrung für jeden Leser, der nicht nur Trivialromane lesen möchte, sondern auch hochwertige und qualitative Literatur zwischen den Fingern halten möchte. Absolute Leserempfehlung. 


(c) Beautiful Life of Tantschina

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(60)

99 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

ehe, einsamkeit, post, ausbruch, alter

Unbekannt verzogen

Tom Winter , Regina Rawlinson , Sabine Lohmann
Flexibler Einband: 281 Seiten
Erschienen bei Insel Verlag, 11.03.2013
ISBN 9783458359166
Genre: Romane

Rezension:

Mein Leben ist ein Schokoladensoufflé. Man bemüht sich stundenlang damit rum und wenn man es aus dem Ofen Mein Leben ist ein Schokoladensoufflé. Man bemüht sich stundenlang damit rum und wenn man es aus dem Ofen holt, sieht es aus wie eine zermanschte Katze. Carol

Carol hat es satt: das ewige Gejammer ihres wehleidigen Mannes, die schlechte Laune ihrer halbwüchsigen Tochter, das triste Leben im Reihenhaus. Sie will weg, nach Athen, wo sie früher einmal glücklich war. Aber das Schicksal macht ihr gründlich einen Strich durch die Rechnung.
Statt die Sonne vor dem Parthenon zu genießen, schreibt sie sich ihren Frust nun in Briefen "ans Universum" von der Seele - und die landen auf dem Tisch des einsamen Postmannes Albert, der bald wissen will, wer die anonyme "C." ist. Er macht sich auf, Carol zu finden...

Tom Winters erster Roman "Unbekannt Verzogen" ist ein herzerwärmender, liebevoll und einfühlsam geschriebener Roman, der von zwei Personen handelt, die verschiedener nicht sein könnten und doch eine Gemeinsamkeit haben: sie wollen weg. Weg aus ihrem tristen Alltagsleben, aus der ausweglosen Situation, in der sie stecken, sie wollen raus aus ihrer Haut. Auf knapp 280 Seiten geht der Leser diesen schweren, unmöglich scheinenden Weg zusammen mit den beiden Protagonisten, die mit den Tücken ihres Lebens kämpfen müssen...

Carol ist eine liebende Mutter und fürsorgliche Ehefrau. Besser gesagt, das komplette Gegenteil davon. Während sie von ihrer intelligenten Tochter ignoriert wird und von ihrem Mann tagtäglich genervt wird, bricht ihr langsam das Dach über dem Kopf zusammen. Sie möchte raus aus ihrem traurigen Leben, dass sie sich ganz anders vorgestellt hatte. Immer wieder denkt sie an Richard, ihre einzige große Liebe, und plant, wie sie sich von ihrem Mann trennen wird, als dieser mit einer ärztlichen Diagnose alle ihre Pläne auf den Haufen schmeißt. Man kann doch seinen Mann nicht verlassen, wenn der soeben eine Lebensverändernde Diagnose erhalten hat.

Albert hingegen ist auf dem besten Weg in die wohlverdiente Pension. Er sieht einem Leben entgegen, allein mit seiner liebsten Katze Gloria in der kleinen Wohnung und dem grässlichen Nachbar Max, der ihm tagtäglich das Leben zur Hölle macht. Er hat große Angst davor, seinen Lebensalltag allein zu verbringen und fürchtet seinen letzten Arbeitstag. Als er auch noch von seinem gewohnten Plätzchen in der Arbeit versetzt wird und er nun in einem kleinen Kämmerchen die unzustellbare Post sortieren soll, bricht für ihn eine Welt zusammen. Doch dann taucht zum Glück ein unzustellbarer Brief mit einem Smiley :) auf.

Winter führt in den ersten Kapiteln, die "Carol" und "Albert" genannt werden, den Leser in das Leben der beiden Hauptpersonen ein. Man bekommt einen Einblick in die ausweglose Situation und fühlt mit den beiden Figuren. Schnell findet man einen tiefen Zugang zu der Geschichte, fühlt sich in die Figuren hineinversetzt und erlebt die Geschehnisse hautnah mit. Man stellt sich oft die Frage "Was würde ich wohl tun?" oder "Wie würde ich denn handeln?". Man steckt viele Hoffnungen in die Geschichte hinein und hofft, dass es Albert noch schafft, dass er Carol findet, dass er alle Briefe bekommt. Doch was ist, wenn erin Pension geschickt wird? Was geschieht dann mit Carols Briefen?

Der einfache und flüssige Schreibstil lässt den Leser sofort in die Geschichte eintauchen und im Nu steckt man mittendrin und kann nicht mehr aufhören. Ohne mit den Augen zu blinzeln ist man bereits mitten im Geschehen, auch wenn der Anfang etwas schleppend vorranging, man sich etwas durch die Seiten kämpfen musste und vor allem bei Carol hatte man den Eindruck, dass sich ihre Geschichte immer wiederholte. Doch im Nachhinein betrachtet ist es doch genau das, was uns der Autor damit zeigen wollte: die Eintönigkeit und die Tristesse der armen Carol, die Tag ein und Tag aus immer dasselbe erlebt und macht.

Mehrmals stellt Carol sich die Frage, ob sie ihren Mann denn, der eben erst eine Diagnose erhalten hat, mit der er nicht zurecht kommt, trotz allem noch verlassen kann. In diesem Momenten stellt sich auch der Leser die Frage, ob man dies machen könnte. Was ist einem wichtiger, das eigene Glück oder der Halt für eine Person, die jeglichen Halt benötigt? Wie weit muss man sein eigenes Glück zurückstecken und muss ich für meinen Partner, den ich noch nie richtig geliebt habe, wirklich alles tun?

Trotz der fast durchwegs depressiven und negativen Stimmung, die aufgrund der Lebensumstände der beiden Hauptfiguren besteht, gibt es immer wieder Stellen, an denen man schmunzeln muss. Vor allem das Ende lässt noch eine große Bombe platzen und wird sogar noch richtig sentimental. Das Ende, meiner Meinung nach das gelungenste Kapitel des Buches, bleibt dem Leser wohl am längsten im Gedächtnis.

Auch wenn hier eine sehr alltägliche Geschichte beschrieben wird, das Leben zweier Menschen, die versuchen aus ihrem Leben auszubrechen, ist es Winter nicht gelungen mich voll und ganz damit zu fesseln. Die Figuren waren mir zwar sehr sympathisch und ich habe Albert sofort ins Herz geschlossen, doch trotz alldem, kann ich leider nicht sagen, dass das Buch mich gefesselt und geflasht hat. Es hat mir gefallen, doch das war es leider auch schon.

3 von 5 möglichen Punkten: ein einfühlsamer und vor allem mitfühlender Roman, der den Leser in eine melancholische Stimmung versetzt und der von zwei Figuren handelt, die glauben, ihr Leben könnte im Moment nicht schlimmer sein. Der Aufbau ist zwar sehr gelungen, allerdings gab es zu viele Stellen, die meine Leselust beeinträchtigt haben. Viel zu oft habe ich das Buch weggelegt und wollte es kaum wieder zur Hand nehmen. Ein schönes und zugleich trauriges Buch, man hofft und fühlt mit den handelnden Personen mit. Tom Winters Erstlingswerk konnte mich leider nicht ganz überzeugen, da Spannung und Handlung leider sehr seicht sind, da es zum Ende hin jedoch etwas besser wurde und vor allem das Ende für mich das Highlight war, gibt es noch 3 Punkte.

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126 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 7 Rezensionen

historischer roman, freiberg, krieg, mittelalter, verrat

Blut und Silber

Sabine Ebert
Flexibler Einband: 742 Seiten
Erschienen bei Knaur Taschenbuch, 04.04.2011
ISBN 9783426638361
Genre: Historische Romane

Rezension:  
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(9.304)

11.274 Bibliotheken, 173 Leser, 6 Gruppen, 840 Rezensionen

liebe, sterbehilfe, behinderung, jojo moyes, unfall

Ein ganzes halbes Jahr

Jojo Moyes , Karolina Fell
Flexibler Einband: 512 Seiten
Erschienen bei Rowohlt Taschenbuch, 21.03.2013
ISBN 9783499267031
Genre: Romane

Rezension:  
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(8.467)

10.130 Bibliotheken, 110 Leser, 11 Gruppen, 558 Rezensionen

erotik, liebe, sex, bdsm, ana

Shades of Grey - Geheimes Verlangen

E. L. James , Andrea Brandl , Sonja Hauser
Flexibler Einband: 608 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 09.07.2012
ISBN 9783442478958
Genre: Erotische Literatur

Rezension:

Sie ist 21, Literaturstudentin und in der Liebe nicht allzu erfahren. Doch dann lernt Ana Steele den reichen und ebenso unverschämt selbstbewussten wie attraktiven Unternehmer Christian Grey bei einem Interview für ihre Uni-Zeitung kennen. Und möchte ihn eigentlich schnelstmöglich wieder vergessen, denn die Begegnung mit ihm hat sie zutiefst verwirrt. So sehr sie sich aber darum bemüht: Sie kommt von ihm nicht los. Christian führt Ana ein in eine dunkle, gefährliche Welt der Liebe - in eine Welt, vor der sie zurückschreckt und die sie doch mit unwiderstehlicher Kraft anzieht...


Die Welt steht nicht mehr lange. Nein, tatsächlich, die Welt geht unter, immer schneller, immer weiter.DER Welt-Bestseller schlechthin - Shades of Grey - hat für den kurzen Zeitraum von 2 Tagen einzug in meinem Bücherregal gefunden. Nein, ich habe es nicht zu Ende gelesen. Und nein, ich werde keinen weiteren Band davon lesen.

Zahlreiche Freunde und Bekannte haben nicht nur von diesem Buch geschwärmt, nein, sie haben es mir auch wärmstens empfohlen. Ich hätte wohl selber daran denken müssen mich von einem Buch, das Leuten imponiert, die in ihrem Leben noch keine 30 Bücher gelesen haben, fernzuhalten. Doch es kam wie es kommen musste, und auch ich kam in den überaus verführerischen Genuss der leidenschaftlichen Beziehung von Ana und Christian.

Doch was ist nun tatsächlich das Geheimnis dieses Buches, das tausende, ja millionen von Frauen in seinen Bann zieht? Ich weiß es nicht. Zumindest hat weder das Buch mich, noch habe ich dieses Buch verschlungen. Lasst es mich so ausdrücken: Verzweifelte Hausfrauen, die sich von ihrem geliebten Ehemann vernachlässigt fühlen, die in ihren eigenen vier Wänden verbittert sitzen und sich fragen, was das Leben gebracht hat, sind davon natürlich begeistert. Unerfahrene "Literaturverabscheuer", die außer (wenn überhaupt) einiger Schulbücher und der Pflichtlektüre im Unterricht noch nichts gelesen haben, sind davon natürlich begeistert. Menschen, die in ihrem Leben weder Kafka, Goethe noch Schiller oder Tolstoi kennen oder gelesen haben, sind davon natürlich begeistert.

Elfriede Jelinek löste 1983 bzw. 1989 österreichweit eine Skandalwelle mit ihren beiden Werken "Die Klavierspielerin" und "Lust" aus, zwei Klassiker, die den Einzug in hochwertige Literatur schafften. Doch trotz der ähnlichen Thematik, erkennt man einen gigantischen Unterschied.

Im Gegensatz zu Jelinek, benutzt James eine schrecklich naive und einfache Sprache. Wortwiederholungen ziehen sich vom ersten Satz bis zur Seite 285 (an dieser Stelle musste ich mich von den Qualen dieses Buches entreißen).

Doch nun zu den, von vielen Frauen als, so wahnsinnige erotische und grandiosen Stellen, in denen Christian seine Ana vernascht. Bum-Bum, spring-spring, klopf-klopf. That's it. Nein danke. Ich habe historische Romane gelesen, in denen Priester und Nonnen härtere Sexszenen durchleben, als hier. Doch auch mit den beiden Protagonisten kann ich persönlich wenig anfangen. Eine 21 jährige Studentin, die in der Blüte ihres Lebens noch nie Sex hatte und auch noch nie einen Mann geküsst hat, ein absolutes Mauerblümchen ist, von Tuten und Blasen keine Ahnung haben kann, verwandelt sich mir nichts, dir nichts in einen abgotisch erotischen, verruchten, erfahrenen Sexvamp, der Mr. Christian plötzlich sprachlos werden lässt - der jedoch schon endlos viele Kätzchen vernascht hat.

Nachdem ich mir hier jegliche weitere Ausführungen ersparen möchte, da Frau, die dieses Buch noch nicht gelesen hat, absolut nichts versäumt hat, belasse ich es hierbei.

Fazit: Wer auf Niveau, Sprache und Inhalt wenig bis keinen Wert legt - bitte zugreifen!! Alle anderen, bitte die Finger davon lassen, und keine Angst - wenn man es nicht liest, hat man definitiv nichts verpasst!


Shades of Grey - Geheimes Verlangen

E.L. James
Goldmann Verlag
Persönliche Note: ♫ ♫ ♪


0 von 5 möglichen Punkten. Ich glaube, dazu muss ich nun wirklich nichts mehr sagen. Eine Verschwendung wertvoller Zeit, die man für tausendmal bessere Bücher verwenden könnte.

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(47)

86 Bibliotheken, 1 Leser, 4 Gruppen, 6 Rezensionen

fugger, augsburg, historischer roman, mittelalter, italien

Die Puppenspieler

Tanja Kinkel
Fester Einband
Erschienen bei Bertelsmann, 01.01.1993
ISBN B0027JK5AW
Genre: Historische Romane

Rezension:

Die Sonnenstrahlen tanzten über das Blatt, während der Abt sich mit zusammengezogenen Brauen daranmachte, die Bulle des Papstes noch einmal von vorne zu lesen.

Im Jahre 1484 gibt der Papst das Signal zur Hexenverfolgung. Und mitten in Deutschland muss ein Zwölfjähriger zusehen, wie seine Mutter auf dem Scheiterhaufen endet. Richard, Sohn eines schwäbischen Kaufmanns und einer schönen Sarazenin, werden die unmenschlichen Bilder für immer verfolgen. Bis ins Haus des reichen Jakob Fugger, der den Neffen seiner Frau aufnimmt und in seinem Hause erziehen lässt. Und später nach Florenz und Rom, wo er für Jakob Fugger arbeiten wird. Im Italien der Medici und Borgia, der Busspredigten eines Savonarola und der grenzsprengenden Kunst eines Michelangelo wird Richard gegen das Erbe seines eigenen Blutes kämpfen. Und er muss sich endgültig entscheiden zwischen Freundschaft und Liebe, zwischen dem Wunsch nach Rache und einem ungebundenen, vorurteilsfreien Leben.

Tanja Kinkel hat mit ihrem Roman nicht nur ein Meisterwerk erschaffen, nein, sie geleitet den Leser in einen Geschichtsunterricht der etwas anderen Art. Die Kirche spielt nicht nur die wichtigste Rolle, nein, das Werk deckt zugleich dramatische Missstände dieser Zeit auf, mit dem Haupthintergrund der Hexenverbrennung. Doch auch das vornehme Kaufmannsgeschlecht der Fugger wird unter die Lupe genommen und der Leser lernt neue und interessante Details der italienischen Frührenaissance.

Auf etwa 672 Seiten taucht der Leser in die Tiefen des 15. Jahrhunderts ein und wird durch einen wunderbaren Schreibstil keine Zeit finden, das Buch aus der Hand zu geben. Durch seine spannende und fließende Schreibweise erlebt der Leser dieses Werkes die Geschichte rund um den jungen Richard Artzt hautnah mit, fühlt, leidet, erfreut sich mit ihm. Der Junge wird ein Teil des Lesers und nimmt ihn mit auf ein atemberaubendes Abenteuer: seine Geschichte und seinen scheinbar ausweglosen Kampf gegen die unsagbare Macht der Kirche zu dieser Zeit.

Auch wenn die Kirche in diesem Buch die wichtigste Rolle einnimmt und der Leser zahlreiche Hintergrundinfos erfährt, sollte man sich davon nicht abschrecken lassen. Morde & Intrigen stehen rund um die Papstwahl am Tagesplan, wodurch dem Leser ein neuer und zugleich fremder Teil der Geschichte nähergebracht wird.


Die Puppenspieler
Tanja Kinkel
Goldmann Verlag
Persönliche Note: ♫ ♫ ♪



5 von möglichen 5 Punkten. Ein tolles Ergebnis. Historische Romane sind normalerweise nichts für schwache Nerven, die damaligen Adelsgeschlechter lassen viele Leser bitter aufstoßen und die Bücher über diese Zeit werden viel zu oft abgelehnt. Nein, dieses Buch ist kein Buch, dass man nur als Liebhaber historischer Geschichten lesen kann. Auch für mich ist es das erste Buch dieser Gattung und ich bin vollends begeistert. Es ist verblüffend und zugleich atemberaubend, wie das bekannte Kaufmannsgeschlecht der Fugger die Fäden in der Hand hält (--> Puppenspieler) und den Markt der damaligen Zeit beherrscht. Und es ist grandios, wie sich ein junger Mann, Richard Artzt, durch diese Zeit schlägt und für Gerechtigkeit und Aufklärung versucht zu kämpfen. Die realen Hintergründe, die Tatsachenberichte und ein junger Michelangelo als Nebendarsteller weisen auf einen grandiosen Roman hin, der in meinem Bücherregal einen ganz besonderen Platz einnimmt

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76 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 4 Rezensionen

italien, england, liebe, london, schwestern

Der italienische Geliebte

Judith Lennox , Mechtild Sandberg , Mechtild Sandberg
Flexibler Einband: 560 Seiten
Erschienen bei Piper, 18.06.2012
ISBN 9783492274654
Genre: Romane

Rezension:

Then his arms were around her and their mouths locked together, and as she closed her eyes, they sank beneath the surface.Catching the tide

Italien in den frühen 1930-Jahren: In der Villa Millefiore bei Fiesole erleben die englischen Schwestern Tessa und Freddie Nicolson eine ungetrübte Jugend. Nach dem unsteten Künstlerdasein und dem frühen Tod des Vaters hat die Mutter mit ihren beiden Töchtern hier eine Heimat gefunden' und in der gut situierten Familie Zanetti enge Freunde. Als die 17-jährige Tessa sich zum ersten Mal verliebt und eine leidenschaftliche Beziehung mit Guido Zanetti eingeht, werden die Mädchen nach England ins Internat geschickt.

Jahre vergehen, in denen die beiden Frauen ihren Weg machen: Freddie fasst als Redakteurin bei einer Zeitschrift in London Fuß, die anziehend schöne Tessa kann sich als Mannequin ein ausgelasseneres Leben leisten. Anders als ihre Schwester weiß Tessa, dass sie eines Tages nach Italien zurückkehren will. Sie scheut sich jahrelang vor einer festen Bindung und droht darüber alles zu verlieren, was sie liebt. Als Italien sich im Zweiten Weltkrieg Deutschland anschließt, wird Tessas lange erträumte Rückkehr zu einem gefährlichen Unterfangen. Und auch Freddie begräbt ihre Sehnsüchte viel zu lang...


Judith Lennox entführt den Leser in die 30er Jahre, lässt ihre Charaktere die schrecklichen Szenen des zweiten Weltkrieges miterleben und lässt die Protagonisten binnen weniger Sekunden verschwinden, sodass dem Leser der Mund offen stehen bleibt. Dazwischen schildert sie uns, wie wunderbar Italien ist, die Schönheiten dieses Landes beschreibt sie ebenso genau wie das Leben eines High Society Girls in London.  

Liebe - Intrigen - Verschwörungen - Leidenschaft - Drama.

Nun ja, abgesehen von dem etwas unpassenden, deutschen Titel ("Der italienische Geliebte") ist das Buch atemberaubend. Ein Gewirr aus Liebe und Leidenschaft, aus Enttäuschung und Verzweiflung. Kurz: Es hat mich gefesselt!  Mit den einzelnen Personen kann man sich nicht nur großartig identifizieren. Nein, man lebt und leidet mit ihnen, man steht schwierige Situationen mit ihnen durch und entschwindet in eine andere Welt.

Der italienische Geliebte (Roman)
Judith Lennox
Piper Taschenbuch; Auflage 4
Persönliche Note: ♫ ♫ ♪



4 von möglichen 5 Punkten: eine großartige Leistung, allerdings gibt es für den unpassenden Buchtitel Punkteabzug. Zudem ist das Buch an einer kurzen Stelle (ca. 30 Seiten) eher schleppend. Hier lässt die Fesselung des ansonsten vorragenden Buches kurze Zeit nach, allerdings erlangt die Spannung danach erneut einen Höhepunkt, wodurch Lennox ihre Leser erneut fesseln kann.

Ansonsten bleibt einem bei diesem Buch nur zu sagen: Suchtgefahr! Ein Judith Lennox Buch folgt mit Sicherheit in Kürze, diese Frau ist nicht nur eine Autorin, nein, sie lässt ihre Geschichten zum Leben erwecken und zieht ihre Leser in ihren unglaublichen Bann. Ein Lesevergnügen der ganz besonderen Art.

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(825)

1.254 Bibliotheken, 9 Leser, 7 Gruppen, 114 Rezensionen

liebe, e-mail, email, freundschaft, e-mails

Gut gegen Nordwind

Daniel Glattauer
Flexibler Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Goldmann, 30.04.2012
ISBN 9783442478019
Genre: Romane

Rezension:

Schreiben ist wie küssen, nur ohne Lippen. Schreiben ist wie küssen mit dem Kopf.


Emmi Rothner möchte per E-Mail ihr Abo der Zeitschrift "Like" kündigen, doch durch einen Tippfehler landen ihre Nachrichten bei Leo Leike. Als Emmi wieder und wieder E-Mails an die falsche Adresse schickt, klärt Leo sie über den Fehler auf. Es beginnt ein außergewöhnlicher Briefwechsel, wie man ihn nur mit einem Unbekannten führen kann. Auf einem schmalen Grat zwischen totaler Fremdheit und unverbindlicher Intimität kommen sich die beiden immer näher - is sie sich der unausweichlichen Frage stellen müssen: Werden die gesendeten, empfangenen und gespeicherten Liebesgefühle einer Begegnung standhalten? Und was, wenn ja?


Daniel Glattauer begeistert mit seinem unverkennbaren Schreibstil und seiner tollen Ausdrucksweise. Die Thematik eines Briefromans ist zudem nicht nur eine originelle Idee, Glattauer schafft es auch, den Eingang der Romans gelungen darzustellen.

Doch das wars dann auch schon. Die zwei Protagonisten, Leo und Emmi, beginnen sich zu schreiben und wie es sein soll, verlieben sich die beiden ineinander. Allerdings sucht der Leser hier vergeblich nach Gefühlen, nach dem Ausbruch der Liebe, nach Wärme. Von den Beiden erfährt man herzlich wenig. Und auch sie selbst wissen wenig übereinander, trotz allem sind sie von heute auf morgen Feuer und Flamme, können keinen Tag ertragen, an dem der andere nicht schreibt.

Das Buch selbst kann man kaum an Langatmigkeit übertreffen. Gefühlsduseleien, nächtliche Kommunikation und die Vorstellung, wie ein Zusammentreffen in der Wirklichkeit von statten ginge. Doch von zahlreichen Kritikern und dutzenden Lesern wird der Roman höchst gelobt.

Warum?
Der Roman hat das, was die heutige Gesellschaft wiederspiegelt: Kommunikation über das Internet, versteckte Gefühle, Ausbruch aus dem (tristen, langweiligen, eingespielten, verrückten,...) Alltag. Ja, all das lässt die LeserInnen aufblühen und das Buch verschlingen. Um es danach hochzuloben und es nach einer Woche wieder zu vergessen.


Mit einem Klassiker ist dieses Buch nicht zu vergleichen. Ein Trivialroman, wie ihn jede gute Hausfrau im Regal stehen haben sollte. Der Realität ist diesem Buch allerdings nicht viel abzukaufen. Allerdings ein netter Zeitvertreib, sollte mal länger kein (gutes) Buch am Nachttisch liegen.

Nachdem im Großen und Ganzen auch nicht wirklich viel in dieser Geschichte passiert, bleibt einem hier zum Abschluss auch nicht wirklich etwas zu sagen.



Gut gegen Nordwind
Daniel Glattauer
Goldmann Verlag
Persönliche Note: ♫ ♫ ♪


2 von 5 möglichen Punkten: die Idee rund um die Geschichte ist ja nicht schlecht, allerdings hätte man aus diesem "Liebes"roman mehr machen können. Der Seitenumfang ist zu groß, für die eher schwache Story, gäbe es mehr von der (von mir) sehnsüchtig gesuchten Liebesgeschichte, könnte ich das Buch auch guten Herzen weiterempfehlen - so bleibt mir nur zu sagen, dass es sein Geld nicht wert ist, man hier allerdings eine nette triviale Geschichte für einsame Winterabende finden kann.

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81 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 9 Rezensionen

holocaust, paris, familie, vél d'hiv, judenverfolgung

Sarahs Schlüssel (SA)

Tatiana de Rosnay , Angelika Kaps , Tatiana de Rosnay
Fester Einband: 393 Seiten
Erschienen bei Bloomsbury, 09.03.2010
ISBN 9783827009357
Genre: Romane

Rezension:

Sie dachte an ihren kleinen Bruder, der im Wandschrank wartete. Sie tastete nach dem glatten Schlüssel in ihrer Tasche.


Paris, 2002: Julia, eine amerikanische Journalistin, die mit ihrem französischen Mann in Paris lebt, entdeckt, dass die Familie ihre Mannes jahrzehntelang in einer Wohnung gelebt hat, die vor 1942 Juden gehörte. Als sie sich auf die Suche nach der jüdischen Familie macht, ahnt sie nicht, dass dies ihr Leben radikal verändern wird.
Ihre Recherche führt sie zurück in den Sommer 1942, zu Sarah, einem zehnjährigen jüdischen Mädchen, das mit ihren Eltern von der französischen Polizei deportiert wurde. Getrieben von dem Wunsch, ihren kleinen Bruder zu retten, der zu Hause versteckt in einem Wandschrank wartet, gelingt ihr die Flucht. Den Schlüssel zum Schrank hält sie in der Hand...

Tatiana de Rosnay hat ein absolut lesenswertes Buch geschrieben, das nicht nur fesselt, sondern das den Leser bis auf die letzte Seite mitfiebern lässt. Es ist aufgeteilt in zwei Teile. Zum einen hätten wir da die Geschichte der amerikanische Journalistin im Jahre 2002, die mit ihrem Mann und ihrer Tochter in Paris lebt. Sie führt ein geregeltes Leben, hat einen gutbezahlten Job und lebt glücklich vor sich hin. Bis sie sich eines Tages mit den schrecklichen Geschehnissen des Rafle du Vélodrome d'Hiver auseinandersetzt.

Auf der anderen Seite haben wir die kleine Sarah, die zusammen mit ihren Eltern und ihrem kleinen im Paris der früher 50er lebt. Europa wird regiert von den Nazis, und auch in Paris beginnt man nun mit der Deportation sämtlicher jüdischer Familien. Auch Sarah und ihre Familie bekommen Besuch von der Pariser Polizei. Doch Sarah hat einen Plan: Ihr kleiner Bruder solle sich im Wandschrank verstecken, von dem nur die Beiden wissen, und sie würde ihn später holen. Den Schlüssel nimmt sie mit und wird zusammen mit ihrer Mutter und ihrem Vater ins Vel d'Hiver gebracht.


Bücher über den zweiten Weltkrieg gibt es bekanntlich en masse. Bücher über den zweiten Weltkrieg in denen Kinder die Hauptrolle spielen ebenso. Doch dieses Buch ist kein Klischeehafter zweiter Weltkrieg Roman, nein, er erzählt eine völlig unabhängige, noch dazu frei erfundene Geschichte, die sich um das Leben zweier Frauen dreht, die etwas zu erzählen haben.

Diese eindringliche und rührende Geschichte, die gespickt ist mit kleinen Zwischenfällen, die einen etwas zu Ruhe kommen lassen, lässt den Leser nicht nur auf die Grausamkeiten des Zweiten Weltkrieges zurückblicken. Nein, vorrangig ist in diesem Werk die Geschichte der kleinen Sarah, mit der Julia immer enger zusammenwächst, auch wenn die beiden Geschichten in einer ganz anderen Zeit spielten.

Viele schütteln hierzu nur den Kopf und meinen "Schon wieder ein Bucher über die Juden, die Nazis, den Zweiten Weltkrieg." Ja, richtig. Doch diese schrecklichen Szenen dürfen nicht vergessen werden.

Tatiana de Rosnay hat einen Roman kreiert, den man innerhalb kürzester Zeit verschlungen, allerdings noch lange Zeit nicht vergessen wird. Die unendliche Liebe der kleinen Sarah, die selbst in den schlimmsten Momenten immer nur an ihren kleinen Bruder denkt, die strebsame Journalistin Julia, die alles daran setzt, die Geschichten rund um das Vel d'Hiver aufzudecken, lassen einen nicht nur das Herz höher schlagen, die Geschichte bringt den Leser auch zum weinen.



Sarahs Schlüssel

Tatiana de Rosnay
Bloomsbury Verlag
Persönliche Note: ♫ ♫ ♪

4 von möglichen 5 Punkten. Das Buch überzeugt und ist ein absolutes Muss für jeden, der ein Herz für Bücher hat und dem die Geschichte Europas und vor allem die Geschichte rund um das Dritte Reich und Deutschland interessiert. Es ist ein etwas anderes Buch, das nicht nur die Grausamkeiten und Missstände der damaligen Zeit aufweisen, es beinhaltet auch eine Geschichte aus der Gegenwart. Dadurch hebt sich dieses Buch von den zahlreichen Schilderungen vieler Überlebender ab. Abzüge gibt es für die zum Teil etwas schnulzige und klischeehafte Entwicklung der Julia, die ein wenig zu sehr von der Geschichte abhebt. Zudem ist in meine Augen das Buch nichts für Jugendliche ab 12. Nein, für dieses Buch benötigt man etwas mehr Reife. Nichts desto trotz: absolute Pflichtlektüre!

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(230)

463 Bibliotheken, 3 Leser, 2 Gruppen, 63 Rezensionen

liebe, erste liebe, katie kacvinsky, trauer, dylan

Dylan und Gray

Katie Kacvinsky , Ulrike Nolte
Fester Einband: 256 Seiten
Erschienen bei Boje, 21.09.2012
ISBN 9783414820792
Genre: Jugendbuch

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(294)

600 Bibliotheken, 6 Leser, 1 Gruppe, 59 Rezensionen

dystopie, liebe, maddie, jugendbuch, zukunft

Maddie - Der Widerstand geht weiter

Katie Kacvinsky , Ulrike Nolte
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Boje, 15.02.2013
ISBN 9783414823380
Genre: Jugendbuch

Rezension:


Katie Kacvinsky hat eine Fortsetzung des Jugendbuchs "Die Rebellion der Maddie Freeman" geschrieben und ihre Fans damit keineswegs enttäuscht. Mit ihrem jugendlichen und einfachen Schreibstil begeistert sie Leser aller Altersklassen und lässt keinerlei Wünsche offen.  Aus der Sicht Maddies wird die Geschichte erzählt, der Mittelpunkt der Geschichte spielt sich im DC, dem Umerziehungszentrum ab. 


Allerdings finde ich es äußerst fragwürdig, wie bzw. dass es einer Gruppe Jugendlicher gelingt, das System, das so stark überwacht, mit so viel Strenge und Disziplin wird es geleitet. Nichts desto trotz ist es dieser Gruppe Jugendlicher möglich, das System auszuschalten, ohne das Polizei, Leitung oder sonst jemand davon Wind bekommt, das DC wird ohne mit der Wimper zu zucken von der Gruppe übernommen, das Personal ist komplett machtlos. 


Nicht selten kommt der Leser zum Nachdenken. Wie weit ist diese Entwicklung in eine digitale Welt bereits heute fortgeschritten? Inwiefern ist diese Geschichte bereits Realität, ist die Möglichkeit vorhanden, dass dies unter Umständen in einigen Jahren zu unserem Alltag wird? Ein digitales Leben? 


Ich persönlich fand in Kacvinskys Buch zu wenig Spannung und zu wenig Tiefe. Man erfuhr viel zu wenig über das DC, die Umstände und vieles andere. Hingegen wurde Justins und Maddies Liebesgeschichte ausgebaut. Was zwar auch nett ist, jedoch war dies für mich persönlich zu wenig.  Dementsprechend gefiel mir das Buch mittelmäßig. Die ganze Thematik ist zwar sehr interessant, allerdings könnte man viel mehr daraus machen. Ich bin schon gespannt auf den dritten Teil und hoffe, es gelingt im letzten Teil nicht alles so ganz reibungslos, einfach und ohne größeren Aufwand. 


Die Thematik hat das Buch rausgerissen. Digitalisierung geschieht heutzutage in jeder nur erdenklichen Weise. Kinder, die noch nicht mal "Mama" und "Papa" sagen können, können bereits ein iPad, Computer o.Ä. bedienen. In der Schule findet "lernen" nur noch am PC statt (ja, das geschieht auch heute schon!) und die Konzentration der Kinder lässt nicht nur erheblich nach, oftmals haben bereits zahlreiche Kinder in der Volksschule so starke Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, dass es vielen nicht möglich ist, dem Unterricht auch nur ansatzweise zu verfolgen. Wohin führt uns das? Genau dorthin, in diese Welt, die Kacvinsky beschrieben hat. Nichts desto trotz fiel die Geschichte recht flach aus, der Mittelpunkt des Buches war das Detention Center, in dem es mehr oder weniger immer um das Gleiche ging und nichts außergewöhnliches geschah. Auch der viel zu einfache und jugendliche Schreibstil konnte mich nicht überzeugen, weshalb ich diesmal größere Abstriche an der Benotung vornehmen musste.

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liebe, italien, rom, babi, step

Drei Meter über dem Himmel

Federico Moccia , Olaf Matthias Roth
Flexibler Einband: 457 Seiten
Erschienen bei Carlsen, 19.06.2008
ISBN 9783551356819
Genre: Jugendbuch

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venedig, liebe, historischer roman, juden, italien

Das Mädchen, das den Himmel berührte

Luca Di Fulvio , Katharina Schmidt , Barbara Neeb
Flexibler Einband: 973 Seiten
Erschienen bei Bastei Lübbe, 15.02.2013
ISBN 9783404167777
Genre: Historische Romane

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