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20 Bibliotheken, 4 Leser, 0 Gruppen, 7 Rezensionen

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Stick oder stirb!

Tatjana Kruse
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Haymon Verlag, 11.10.2018
ISBN 9783709979044
Genre: Krimi und Thriller

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14 Bibliotheken, 8 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

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Heringshappen

Ute Haese
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 20.09.2018
ISBN 9783740804213
Genre: Krimi und Thriller

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18 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 6 Rezensionen

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Der Teufel von Wacken

Heike Denzau
Flexibler Einband: 336 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 28.06.2018
ISBN 9783740803155
Genre: Krimi und Thriller

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33 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

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3 Zimmer, Küche, Mord: Eine Ruhrpott-Krimödie mit Loretta Luchs

Lotte Minck
E-Buch Text: 304 Seiten
Erschienen bei Droste Verlag, 12.09.2018
ISBN 9783770041701
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Auf Loretta ihr neuet Leben - ab sofort mit ohne Morde!“ Ach, hätte er sich nur erfüllt, der Trinkspruch ihres Kumpels Frank auf der Einweihungsparty für ihrer neue Wohnung, denkt Loretta Luchs wenig später. Denn die patente Mitarbeiterin einer Sexhotline hat die Nase voll davon, immer wieder zufällig in Verbrechen und Mordfälle hineinzugeraten. Nach der Trennung von ihrem Freund geht Loretta auf Wohnungssuche und findet für sich und Kater Baghira eine neue, vielversprechende Bleibe. Die Freude währt jedoch nicht lange: Denn kaum eine Woche nach ihrem Einzug entdeckt Loretta einen Toten im Hof. Dabei hat sie sich doch geschworen, nie wieder zu ermitteln! So sehr sie sich dagegen wehrt, steckt sie doch plötzlich wieder mittendrin.

Kein Wunder: Das nach außen ehrenwerte Haus bietet ein Panoptikum der schrägen Typen: Frau Schiller, auf den ersten Blick bieder, auf den zweiten geschwätzig und neugierig, klebt Federn auf Bio-Eier; Horst und Mitzi Kabolek, pompöses Paar, lebt in einer Wohnung, die vor Weiß und Gold nur so gleißt; Arnold Reitmüller, Lehrer, sieht aus wie David Hasselhoff für Arme, Manieren wie ein Drecksack; Jeanette Zwickel, diverse Jobs und Mutter der 13-jährigen Harmony, Hammenie genannt; Jolanthe, diebische Taube - kriminelles Potenzial auf jeden Fall reichlich vorhanden…

„3 Zimmer, Küche, Mord: Eine Ruhrpott-Krimödie mit Loretta Luchs“ ist bereits der zehnte Fall für die kernige Loretta, die in diesem Umfeld der schrägen Figuren fast schon beängstigend normal wirkt. „Krimödie“ trifft es gut, Stil und Ton sind locker zum Wegschmökern, der wohldosierte Dialekt macht auch Nicht-Ruhrpöttlern Spaß. Die skurrilen Charaktere sind so anschaulich beschrieben, dass man sie sich wunderbar vorstellen kann. Dagegen erscheinen die Ermittlerin wider Willen und ihre Freunde erscheinen so sympathisch, dass ich das Gefühl hatte, sie schon länger zu kennen, obwohl dies für mich der erste Fall der Reihe war.

Die Auflösung hinterlässt bei mir ein ganz bisschen gemischte Gefühle, denn der ausführende Täter steht eigentlich schnell fest. Und doch gibt es so einige Überraschungen;  das Finale ist gut gemacht, weil ein Themen berührt werden, die zum Nachdenken anregen - menschlicher Abgrund, wie erschreckend vielfältig ist deine Natur. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt, vergebene gerne vier kaspernde Kater - und freue mich darüber, dass es noch neun andere Fälle von Loretta Luchs für mich zu entdecken gibt. 

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237 Bibliotheken, 21 Leser, 0 Gruppen, 99 Rezensionen

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Die Party

Jonas Winner
Flexibler Einband: 368 Seiten
Erschienen bei Heyne, 10.09.2018
ISBN 9783453439184
Genre: Krimi und Thriller

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18 Bibliotheken, 2 Leser, 1 Gruppe, 13 Rezensionen

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Tod in Schmargendorf

Karla Blum
Flexibler Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 23.08.2018
ISBN 9783740804046
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Ich hatte, weil Tarnung heute alles war, meine Sonnenbrille auf und ein Basecap auf dem Kopf. Ein bisschen kam ich mir vor wie Schlemihl aus der Sesamstraße, der immer „Psst, genauuuhhh“ sagte und dabei seinen Mantelkragen hochschlug.“ Wer sich hier gerade zu Schmargendorfs neuer Hobby-Detektiv-Hoffnung aufschwingt? Gestatten, Wanda Cameron, Mitte 30, Buchhändlerin, alleinerziehende Mutter eines zehnjährigen Sohnes und mit einer überbordenden Fantasie ausgestattet. Unweit der Buchhandlung „Agatha“ im Berliner Ortsteil Schmargendorf, in der Wanda arbeitet, wird ein erschossener Bankangestellter aufgefunden. Wandas Spürsinn erwacht, zusätzlich beflügelt vom Ansinnen ihrer Chefin und Freundin Miriam, die findet: „Wäre es nicht die beste Werbung für uns, wenn das Agatha mit den Ermittlungen in einem echten Fall in Verbindung gebracht würde?“

Wanda legt los - und kommt immer wieder Hauptkommissar Yunos Kamat in die Quere. Der ist ziemlich attraktiv, aber offensichtlich auch ziemlich genervt von Wandas Aktionismus. „So geht das aber nicht“, sagte Kamat deutlich atemlos. „Ich leite die Ermittlungen, nicht Sie. Her mit dem Schlüssel.“ Jetzt gab ich ihm freundlicherweise den Schlüssel, auf den Rest seines Satzes ging ich nicht ein. „Sie sollten mit dem Rauchen aufhören“, lenkte ich stattdessen vom Thema ab.
Schmargendorfs Antwort auf Miss Marple bleibt dran. Hat jemand aus dem benachbarten Altenheim etwas mit dem Mord zu tun? Oder doch einer der Mieter von Wandas Chefin Miriam? Oder etwa die Bewohner der Wagenburg? Dann geschieht auch noch ein zweiter Mord - und Wanda kommt dem Täter näher, als ihr lieb ist…

Ich sitze hier und kann nicht anders:  Wer mich bereits auf den ersten Seiten dazu bringt, laut loszulachen, den schließe ich in mein Cosy-Krimi-Herz. Wanda ist einfach herrlich, gerade weil immer wieder die Fantasie mit ihr durchgeht, sie unüberlegt und unkonventionell handelt. Dadurch manövriert sie sich selbst immer wieder in urkomische, aber manchmal auch gefährliche Situationen. Zuweilen ist dabei überraschend einsichtig: „Ich hatte mich mal wieder selbst in die Irre geführt. Langsam erkannte ich, dass die Detektivarbeit für mich vielleicht doch nicht das Richtige war. Die Realität hinkte meiner Fantasie entschieden hinterher.“ Manchmal ist sie aber auch einfach nur unmöglich. Zum Glück! Sonst könnte der nette Kommissar nicht so herrlich genervt von ihr sein, auch das hat mich ziemlich amüsiert. Zudem bildet Wandas Freundin Miriam mit ihrer unterkühlten und rationalen Art ein interessantes Gegenwicht zur gefühlsbetonten und chaotischen Wanda. 


Und was ist mit der Spannung bei all der Belustigung? Zugegeben, die geht in den ersten beiden Dritteln etwas zu Lasten des Wohlgefühls, das bei den Beschreibungen von Wanda und ihrem Umfeld vorherrscht. Dafür legt die Krimi-Handlung allerdings im letzten Drittel deutlich an Tempo und Spannung zu.
Ich gestehe: Ich bin Wanda-Fan. Wenn jemand so meinen Humor trifft, dann kann ich nicht anders. Ich vergebe gerne fünf von fünf Hüpfmägen und hoffe auf viele weitere Wohlfühl-Krimis mit Wanda, Miriam und Kommissar Kamat. 

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106 Bibliotheken, 20 Leser, 0 Gruppen, 43 Rezensionen

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Hippie

Paulo Coelho , Maralde Meyer-Minnemann
Fester Einband: 320 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 26.09.2018
ISBN 9783257070491
Genre: Romane

Rezension:

„Denn nur ein gelebter Traum hat die Kraft, alle Grenzen zu überwinden.“ Liebe, Frieden, Flowerpower - die Hippie-Ära fasziniert noch Jahrzehnte nach ihrer Blütezeit. Auch mich, weshalb schnell feststand: Dieses Buch mit seinem ausnehmend schönen, bunten Cover möchte ich besitzen - auch wenn mir sonst Buchdeckel ziemlich egal sind. Aber „Hippie“ hat mich optisch sofort angesprochen und auch inhaltlich nicht enttäuscht. Das Gelesene wirkt authentisch und ist es zum Teil auch. Coelho verarbeitet hier Autobiographisches, aber macht einen Roman daraus, schafft Distanz zu seiner Person, indem er von dem jungen, rebellischen Brasilianer Paulo erzählt, der sich 1970 auf einer Reise zu sich selbst befindet und nebenbei die Welt erkundet.

Doch Coelho schildert nicht nur Paulos Sicht, sondern wechselt die Perspektiven und lässt den Leser auch an Gedanken und Erinnerungen der Holländerin Karla, des irischen Paars Mirthe und Ryan oder des französischen Vater-Tochter-Gespanns Jacques und Marie teilhaben. Sie alle sind zusammen unterwegs im Magic Bus, der besser klingt, als das, was er tatsächlich ist: ein umgebauter Schulbus mit ziemlich unbequemen Sitzen. Aber der Bus bietet einzigartige Möglichkeiten: Für nur 70 Dollar kann man mit ihm von Europa nach Nepal reisen.

Paulo hat eigentlich ein anderes Ziel, bis er Karla in Amsterdam begegnet. Die hat schon auf den Brasilianer gewartet - warum? Weil ihr diese Begegnung durch eine Wahrsagerin prophezeit worden war. Hier musste ich ein schmunzeln - denn Coelho wäre nicht Coelho, wenn er und seine Karla einander einfach so kennengelernt hätten. Natürlich war überirdische Fügung dabei, die aus der Wahrsagerin sprach. Aber auch ich selbst erwischte mich dabei, wie ich bei einer Passage das Gefühl hatte, das sei direkt an mich adressiert (das würde dem Autor gewiss gefallen, wenn er jemals davon erführe). Das kann natürlich auch daran liegen, dass einem immer wieder allgemein gültige Sätze begegnen wie „Der schlimmste Mord ist der, der an unserer Lebensfreude begangen wird“ oder „Ihm war endlich klargeworden, dass wir letztlich allem, was uns widerfährt, ohne Angst begegnen müssen, weil alles zum Leben gehört.“

Wie dem auch sei: Ich habe Hippie gerne gelesen, auch wenn ich zugeben muss, dass ich irgendwie noch ein bisschen mehr „Wow!“ erwartet hatte. Aber ich bin auch ins Grübeln gekommen, wie es eigentlich 50 Jahre später mit Frieden, freiem Denken, Spiritualität, der Suche nach neuen Werten und Welten bestellt ist. 

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71 Bibliotheken, 4 Leser, 1 Gruppe, 43 Rezensionen

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Ich komme mit

Angelika Waldis
Fester Einband: 224 Seiten
Erschienen bei Wunderraum, 27.08.2018
ISBN 9783336547975
Genre: Romane

Rezension:

„Leben ist Melodie erkennen im Summen des Kühlschranks.“ (Vita)
„Leben ist beim Treppensteigen zwei Stufen aufs Mal.“ (Lazy)
„Leben ist Lachen beim Kitzeln.“ (Vita)
„Leben ist Sich-umdrehen-Wollen, nachdem man an etwas Schönem vorbeigegangen ist.“ (Lazy)

Leben-ist-Sätze, nicht nur dieses philosophische Spiel verbindet zwei sehr unterschiedliche Menschen. Lazar Laval, genannt Lazy, ist Anfang 20, Student, und todkrank. Evita Maier, genannt Vita, ist Anfang 70 und lebensmüde. Seit vielen Jahren wohnen sie im selben Haus, können einander aber nicht besonders leiden. Haben sie zumindest lange gedacht. Für Lazy war Vita stets die komische Alte von oben, für Vita war Lazy der unfrohe Junge aus dem ersten Stock. Dann lernen sie einander eher aus Versehen kennen: Vita liest einen völlig erschöpften Lazy im Treppenhaus auf und nimmt ihn mit in ihre Wohnung. Nach und nach finden beide heraus, dass sie das Zeug zu einer ganz besonderen Freundschaft haben.

„Ich komme mit“ ist ein besonderes Buch mit einer besonderen, fast poetischen Sprache. „Wenn wir gehen, hüpft sie. Wenn wir laufen, springt sie. Wenn wir reden, saust sie“, sagt Lazy über seine große Liebe Elsie, und: „Seit sie bei mir ist, bin ich nicht mehr bei mir, ich bin au­ßer mir.“ Doch dieses Glück ist nicht von Dauer. Lazy erkrankt an Leukämie, und Elsie bleibt nicht bei ihm. Dafür tritt Vita in sein Leben, und Lazy in ihres. Vita ist des Lebens überdrüssig und einsam - ihr Mann ist bereits gestorben und ihr Sohn weit weg. Fast ist sie selbst erstaunt, wie nah sie sich Lazy plötzlich fühlt, dem jungen Mann geht es kaum anders. Sie philosophieren und lachen gemeinsam, nehmen einander an, wie sie sind, ohne Vorurteile. Und doch haben sie beide genug.

„Ich habe genug vom Leben, und das Leben hat genug von Lazy“, stellt Vita fest. Denn bald gibt es kaum noch Hoffnung für Lazy, es geht ihm immer schlechter. „Ich steige aus“, sagt Lazy - und statt es ihm auszureden, sagt Vita: „Ich komme mit.“ Ihre letzte Reise gestaltet sich wie das gesamte Buch: tieftraurig und urkomisch zugleich, bleischwer und federleicht und immer etwas anders als gedacht: „Öh vürrückt“, denkt Vita, „öh vürrückt, was wir da beide machen.“ Ich habe das Buch sehr gerne gelesen, gelacht und auch etwas geweint. Die Geschehnisse werden abwechselnd aus der Sicht von Vita und Lazy erzählt, wobei ich besonders Vitas Ansichten oftmals sehr treffend oder auch sehr überraschend fand, was aber auch Lazy mehrfach neidlos feststellt. Mein Fazit: ein schönes Buch mit schöner Sprache, das dem Leben gewidmet ist. „Leben ist etwas vorm Sterben“, sagt Lazy. Was man daraus macht, bleibt auch immer jedem selbst überlassen.

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12 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 0 Rezensionen

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MacBest

Terry Pratchett , Katharina Thalbach
Audio CD
Erschienen bei Random House Audio, 22.10.2012
ISBN 9783837115765
Genre: Fantasy

Rezension:  
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68 Bibliotheken, 5 Leser, 1 Gruppe, 49 Rezensionen

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Slow Horses

Mick Herron , Stefanie Schäfer
Fester Einband: 480 Seiten
Erschienen bei Diogenes, 29.08.2018
ISBN 9783257070187
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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(34)

53 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 34 Rezensionen

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Alchimie einer Mordnacht

Benjamin Black , Elke Link
Fester Einband: 384 Seiten
Erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, 04.10.2018
ISBN 9783462049190
Genre: Historische Romane

Rezension:

Bei „historisch“ geht bei mir irgendwie immer eine Klappe herunter. Warum? Ich glaube, weil ich in Geschichte immer eine Niete war. Geschichten haben mich hingegen immer fasziniert, und genau das macht der Ich-Erzähler (oder natürlich vielmehr der Autor) in „Alchimie einer Mordnacht“ ganz fantastisch: eine Geschichte erzählen. Und wenn mich wohlgesetzte Worte und Sätze einer Leseprobe überzeugen, überwinde ich mein „Historisch“-Trauma und gebe Romanen wie diesen gerne eine Chance. Zumal der Autor in einer Nachbemerkung formuliert: „Ich überlasse es dem Leser, die historischen Charaktere von den erfunden zu trennen.“ Auch, dass auf dem Cover zwei alternative Namen des Autors - John Banville alias Benjamin Black - angegeben sind, gefällt mir irgendwie, weil es exzentrisch wirkt. Exzentrisch soll auch Kaiser Rudolf II gewesen sein.

 Ein besonderer Zeitgenosse ist ohne Zweifel der Protagonist: „»Stern!«, brüllte ich. »Christian Stern!« Ich sollte vielleicht zugeben, dass ich damals eine hohe Meinung von meinem Namen hatte, denn ich sah ihn schon auf den Rücken einer ganzen reihe gelehrter Bände prangen, die ich zweifellos eines Tages verfassen würde.“ 

Christian Stern hält nicht nur viel von sich und seinen Fähigkeiten (hat aber in der Erzählung auch häufig einen angenehm selbstironischen Abstand zu sich selbst), sondern ist auch unehelicher Sohn des Bischofs von Regensburg. Im Winter 1599 reist er nach Prag, um sich einen Platz unter den Gelehrten des Kaisers sichern. Statt seines Glücks findet der junge Gelehrte dort aber zunächst die Leiche einer jungen Frau, die offenkundig aus gutem Hause stammt. Stern wird verhaftet, erwirbt dann aber die Gunst des Kaisers höchstpersönlich. Rudolf beauftragt den Stern, herauszufinden, wer die junge Frau auf dem Gewissen hat. Der Ermittler wider Willen erfährt bald mehr, als ihm lieb ist, denn Rudolfs Hofstaat ist eine Ränkeschmiede sondergleichen - und Stern steckt plötzlich mittendrin… 

Ob Jeppe Schenckel, der bösartige Zwerg, Caterina Sardo, die durchtriebene Geliebte des Kaisers, der auch Stern verfällt, die kaiserlichen Berater Felix Wenzel und Philipp, der gestörte Don Giulio oder der paranoide und unberechenbare Kaiser - die Figuren, die der Autor zeichnet, sind alle auf ihre Weise skurril, verfolgen ihre ganz eigenen Ziele und stehen in krassem Gegensatz zu dem anfangs fast schon arglos wirkenden Stern. Ich konnte mir jede einzelne Figur bestens vorstellen, weil der Autor es vermag, mit seinen lebhaften, ausführlichen Beschreibungen Bilder in die Köpfe seiner Leser zu zaubern. Diese Fabulierkunst hat mich fasziniert, war mir dann und wann aber auch wieder zu viel des Guten, weil so die Handlung immer wieder ins Stocken kam. 

Ein bisschen ist der Erzählstil mit einer weiteren Figur zu vergleichbar, nämlich mit dem Nuntius Girolamo Malaspina: „Der Bischof hatte sehr kurze Arme und sehr kurze Beine, und sein Bauch, eine enorme Rundung, war so dick, dass er jeden Moment umzukippen und hilflos auf dem Boden herumzurollen drohte (…). Der Nuntius stand einen Augenblick da, um diese Pracht zu begutachten, dann seufzte er tief und zufrieden und klopfte mit seinen kleinen Pranken froh auf die üppige Oberseite seines Bauches. „Ecco signore“, sagte er. „Jetzt lasst uns schlemmen!“ Der fröhliche Vielfraß ist aber nicht nur üppig, sondern auch scharfsinnig und nicht zu unterschätzen. Auch wenn ich gestehe, dass ich ein bisschen quergelesen habe, hat mir der Roman trotz seiner Opulenz gut gefallen - oder auch gerade deswegen.

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34 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 25 Rezensionen

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Nie zu alt für Casablanca

Elisabeth Frank , Christian Homma
Flexibler Einband: 347 Seiten
Erschienen bei GRAFIT, 16.07.2018
ISBN 9783894255831
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

V.I.E.R. - das sind Gero Valerius, Ina, Eleonora und Rüdiger - ein unschlagbares Detektiv-Quartett. Zumindest waren sie es in Kindertagen, als sie gemeinsam Fälle lösten und Abenteuer erlebten. Wie steht es knapp 40 Jahre später um ihren Spürsinn und Teamgeist? Das möchte Ina, inzwischen Journalistin, herausfinden und initiiert ein Wiedersehen zu viert. Und es dauert gar nicht lange, bis sie ihre Mitschnüffler aus Jugendtagen überzeugt hat, V.I.E.R. wiederzubeleben. Ina glaubt nämlich, einem Skandal auf die Spur gekommen zu sein: Elfenbeinschmuggel per Kreuzfahrtschiff. Ehe sich die Vier es versehen, checken sie schon in ein rasantes Abenteuer auf hoher See ein und haben es bald mit mehr Gaunern als gedacht zu tun…

Die Idee, eine Geschichte darum zu spinnen, was die Mitglieder einer ehemaligen Kinder-Detektiv-Bande als Erwachsene anstellen können, ist sehr charmant. Denn mal ehrlich: Irgendwann werden auch die glühendsten Fans der Drei ??? oder TKKG erwachsen - ihre Helden bleiben aber ewig jung. Das sieht hier anders aus: Die Leser lernen V.I.E.R. erst kennen, als die Hobby-Detektive die 50 schon weit überschritten haben. Klingt komisch? Ist es auch, „Nie zu alt für Casablanca“ ist eine vergnügliche Krimi-Kreuzfahrt, auf der es nie langweilig wird. Dafür sorgen allein die vier Charaktere, die unterschiedlicher kaum sein könnten. Der pensionierte Soldat Gero ist ein Stratege durch und durch, aber auch ziemlich pedantisch und besserwisserisch. Er gerät häufiger mit Technikfreak Rüdiger aneinander - die Frotzeleien der beiden bringen zusätzlichen Pfiff ins Team. Eleonora, genannt Elli, ist Genuss- und Gemütsmensch und eine Meisterin der Verkleidungen. Bleibt noch Ina, der Kopf der Bande, die mit der Reise noch mehr erreichen möchte als wieder mit den anderen Detektiv zu spielen: Rüdigers Frau Sonja ist vor kurzem gestorben und Ina hofft, den Freund mit dem gemeinsamen Abenteuer etwas aufzuheitern.

Man merkt, dass das Autorenteam selbst Kreuzfahrt-Luft geschnuppert hat - das Leben an Bord ist bunt und lebhaft dargestellt, genauso die Reiseorte wie Casablanca, Cadiz oder Granada. Auch wilde Verfolgungsjagden, missglückte Verkleidungen oder andere waghalsige Manöver der V.I.E.R. werden sehr anschaulich beschrieben - teilweise habe ich mich ein bisschen gefühlt wie in einem Comedy-Action-Film. Apropos: Ich könnte mir die Geschichte sehr gut als Film vorstellen, ich finde, viele Szenen und Dialoge, vor allem die komischen, sind teilweise schon so geschrieben, als wären sie als Filmvorlage gedacht. Ich persönlich fand aber die leisen, emotionalen Momente am stärksten. Als der vermeintliche Holzklotz Gero zum Beispiel gesteht, dass er sich sehr wohl dessen bewusst ist, wie sehr Rüdiger leidet und dass er seinem Freund gerne helfen möchte, aber nicht recht weiß, wie. 


Neben aller Freude über die wiedererstarkende Freundschaft haben die Vier aber auch noch Verbrecher zu jagen - und das Finale auf hoher See ist beileibe kein Kinderkram: „Bisher war ihre Reise nicht mehr als eine harmlose Kombination aus Beschattung, Verfolgungsjagd und Knobelei älterer Herrschaften gewesen. Aber nun nahm ihr Kreuzfahrtkrimi ungeahnt erschreckende Formen an. Jetzt war aus der Sache schlagartig tödlicher Ernst geworden.“  

Keine Sorge: So schnell lassen sich V.I.E.R. nicht den Wind aus den Segeln nehmen und so haben so manche Überraschung parat. Ich habe mich gut unterhalten gefühlt und vergebe vier gut gefüllte rosafarbene Cocktails mit extrabuntem Schirmchen und freue mich, dass die Autoren bereits weitere Bände über die Bande in Planung haben. 

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18 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 14 Rezensionen

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Rachgier

Val McDermid , Wolfgang Berger
Audio CD
Erschienen bei steinbach sprechende bücher, 03.09.2018
ISBN 9783869743400
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Hätte Kathryn McCormick geahnt, dass sie nur noch knapp drei Wochen zu leben hatte, hätte sie sich auf Susans Hochzeit vielleicht mehr zu amüsieren versucht.“ So beginnt „Rachgier“, der zehnte Fall für das Team um Detective Chief Inspector Carol Jordan und Profiler Tony Hill. Und der Thriller hält, was der erste Satz verspricht: Die unscheinbare Büroangestellte Kathryn und damit auch die Hörer/Leser bekommen es mit einem eiskalten Killer zu tun. Der schleicht sich auf Hochzeiten ein, macht sich an alleinstehende Frauen heran und sich ihre Einsamkeit zunutze. Kathryn bleibt nicht sein einziges Opfer - aber der Täter ist nicht nur perfide, sondern auch raffiniert. Er verwischt seine Spuren geschickt, so dass Carol, Tony und die anderen Kollegen von ReMIT (Regional Major Incident Team) zunächst im Dunkeln tappen und später bestenfalls Indizien präsentieren können… 


Die Hörer/Leser sind zwar den Ermittlern durch Einblicke in die Psyche des Täters meist etwas voraus, bekommen aber auch nur nach und nach neue Erkenntnisse präsentiert. Die haben es aber in sich, denn der Serienmörder und seine „Ansichten“ sind wirklich nichts für schwache Nerven. Und auch ansonsten ist man gefordert durch die dichte Story von „Rachgier“, vor allem als Quereinsteiger. Für mich war dieser der erste Fall, den ich aus der Reihe genossen habe; nun lässt sich sicher darüber streiten, ob es klug ist, mit dem zehnten Teil einer Krimi-Serie einzusteigen. Ich sage: Kann man durchaus machen, denn Autorin Val McDermid hat  auch an Leute wie mich gedacht und erklärt viel aus der Vergangenheit, damit auch Neulinge folgen können. Jedoch: Die Entwicklung der Figuren vermögen wohl nur jene mit Vorkenntnissen in vollem Maße verstehen. 


Und es gibt viel Entwicklung, nämlich bei eigentlich jeder der Ermittler-Figuren. Besonders zu kämpfen hat Chefin Carol, die zusätzlich zum Fall mit ihren ganz eigenen Dämonen hadert. Aber auch die anderen Charaktere des sechsköpfigen Teams haben ihr persönliches Päckchen zu tragen. Da ist Profiler Tony, der alles tut, um Carol zu helfen oder Ermittlerin Paula, die Probleme mit ihrem Teenie-Ziehsohn Torin lösen muss, um nur zwei Nebenstränge zu nennen. Aber auch der Fall und die Ermittlungsarbeit kommen zum Glück nicht zu kurz.

 Auch wenn mich zu viel Privatkram sonst bei Krimis häufig stört, muss ich in diesem Fall zugeben: Es ist eine absolute Stärke der Autorin, Figuren und ihr Umfeld eindringlich zu beschreiben und zu entwickeln. Bei Carol allerdings war es mir etwas zu viel des Guten (oder besser gesagt des Schlechten), ihre persönliche Gedanken-Abwärtsspirale hat für mich die Spannung etwas ausgebremst. Dennoch: eine faustdicke Überraschung zum Ende hat mich tatsächlich etwas umgehauen. 


Fazit: „Rachgier“ ist ein spannender Fall mit einer dichten Geschichte und vielen Nebenentwicklungen - beim Hören muss man sich schon ziemlich konzentrieren. Aber es lohnt sich, Val McDermid ist eine Könnerin, ihre Fähigkeit, aus so ziemlich allen Figuren Persönlichkeiten zu machen, die sich innerhalb des Falls entwickeln - Hut ab!  Das wird bestimmt nicht mein letzter Fall Hill-Jordan-Fall gewesen sein. Das ist das Gute daran, wenn man erst beim zehnten Fall anfängt: Es gibt noch neun andere zu entdecken. An den Sprecher musste ich mich erst gewöhnen, fand dann aber mehr und mehr Gefallen an seiner eher nüchternen Erzählweise, die einen interessanten Kontrast zur Handlung bietet und wenigstens für mich das zum Teil brutale Geschehen besser verdaulich gemacht hat. 

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(46)

52 Bibliotheken, 1 Leser, 2 Gruppen, 44 Rezensionen

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Mexikoring

Simone Buchholz
Flexibler Einband: 247 Seiten
Erschienen bei Suhrkamp, 10.09.2018
ISBN 9783518468944
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Ich werde zugeteilt, wenn kein anderer Zeit hat, oder wenn meine Chefin denkt: Das, was vorgefallen ist, ist so kaputt, das passt zu Riley.“ Staatsanwältin Chastity Riley nur als kaputt zu bezeichnen, würde ihr allerdings nicht gerecht werden. Sie ist auch sarkastisch, trinkfest, abgestumpft, pointiert und noch einiges andere mehr. Und vor allem ist sie gerade davon überzeugt, dass der junge Mann, der am Hamburger Mexikoring aus einem ausgebrannten Fiat geschnitten werden musste, umgebracht wurde. Doch wieso musste Nouri Saroukhan, der verstoßene Sohn eines Clans aus Bremen, sterben? Und warum in Hamburg? Gemeinsam mit einem Ermittler-Team der Polizei geht sie der Sache auf den Grund - und taucht tief ein in die Welt der Clans, in der Brutalität, Verbrechen und ganz eigene Gesetze herrschen.

Die Erzählstruktur dieses Krimis ist ziemlich ungewöhnlich, genau wie seine Protagonistin. Die hat ihre ganz eigene Sicht auf die Dinge: „Der Kollege von der Kripo hat auch aufgelegt und sieht mich schon wieder so irritiert an. Ich weiß, es ist etwas viel so früh am Morgen, und es ist früh, aber verdammt, junger Mann, so ist das, wenn man sich zur Unzeit mit alten Frauen trifft, die nicht mehr schlafen können und immer, immer müde sind. Dann sind die eben noch unscharf, dann hatten die im Zweifel noch keinen Kaffee, und dann werden die auch schnell mal sauer.“

Die schnoddrige Art und die überraschenden Beobachtungen der Staatsanwältin haben mir gefallen. Und es erscheint mir auch authentisch, dass Chastity und ihre Polizei-Kollegen, die einfach viel gesehen und erlebt haben, ihre ganz persönlichen Psychogeschichten mit sich herumtragen und man ihnen das auch anmerkt. Neben den Gedanken und Beschreibungen der Staatsanwältin erhält der Leser auch Einblicke in Nouris Leben und Erinnerungen.

Die kurzen Kapitel und die wechselnde Perspektive sorgen für Spannung - ich habe „Mexikoring“ in Rekordgeschwindigkeit durchgelesen und war am Ende überrascht, aber auch traurig, dass es schon vorbei war. Jedoch: Der vorliegende war schon der achte Fall für die lakonische Chastity. Auch wenn ich staune, dass ich bisher noch nichts von dieser Krimireihe mitbekommen hatte, so freut es mich doch auch - denn so gibt es noch sieben Fälle mit dieser sehr, sehr coolen Protagonistin, die ich demnächst lesen kann. 


Sätze wie „Mir läuft eine Erinnerung über den Weg. Ich schicke sie in die Wüste“ oder „ihre Gesichter sehen aus, als würden sie Scherben lutschen“ haben es mir angetan - ich bin begeistert und vergebe fünf selbstgezapfte Automatenkaffees vor allem für die besondere Sprache der Autorin.

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19 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 13 Rezensionen

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Tidetod

Gerd Kramer
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Emons Verlag, 23.08.2018
ISBN 9783740804060
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„An bestimmten Punkten musste der Delinquent Entscheidungen treffen. Wählte er die falsche Alternative, hatte das unweigerlich seinen Tod zur Folge. Er musste nachdenken und klug handeln.“ Willkommen in der Gedankenwelt eines perfiden Serienmörders, der sein ganz eigenes Bild von Schuld und Sühne, von Recht und Gerechtigkeit hat. Mit den Augen der Opfer betrachtet ergibt sich ein anderes Bild: Sie werden betäubt, entführt, und Extremsituationen ausgesetzt, und zwar ohne direkte Hinweise darauf, warum sie jemand büßen lässt. Auch die Husumer Kommissare Waldemar Flottmann und sein Kollege Gustav Hilgersen tappen im Dunkeln. Und dann wird auch noch ein Kind entführt…

„Tidetod“ ist mein erster  Husum-Krimi von Gerd Kramer - und ich muss gestehen: Ich habe absolut nichts zu meckern und bin begeistert. Von der ersten Seite an wird Spannung aufgebaut und gehalten, was auch an geschickten Perspektiv-Wechseln liegt. Der Leser erlebt das Geschehen sowohl aus Opfer- als auch aus Tätersicht, um dann mit den Ermittlern die Hinweis-Puzzle zusammenzusetzen und kurz durchzuatmen. Denn: Die Gedankenwelt und die „Prüfungen“ des Täters sind nichts für schwache Nerven. Da tut es zwischendurch einfach gut, sich bei den Frotzeleien von Flottmann und Hilgersen zu erholen, die sich neben dem Fall auch noch mit dem Kollegen Knoblauch-Malte, Horoskopen oder einem fiesen Pfützenspritzer herumschlagen müssen. Nicht zu vergessen Flottmanns Kater Bogomil, der per App zu mehr Bewegung verführt werden soll.

Derart aufgeladen mit wohldosiertem Humor sind des Übeltäters grausame Spielchen besser zu verdauen. Der setzt seine Opfer in Booten mitten in der Nordsee aus, kettet sie nackt im Wald an oder begräbt sie lebendig - wer die falsche Wahl trifft, stirbt. Bei diesen düsteren Aussichten ist der hochsensible Musiker Leon Gerber ein echter Lichtblick. Denn seine außergewöhnlichen Fähigkeiten geben diesem Krimi einen Extra-Kniff, zusätzlich zu Spannung, Spaß und wohlgewählter Sprache. Dazu kommt eine echte Überraschung am Ende. Kurzum:  Ich habe „Tidetod“ sehr gerne gelesen, weil die Geschichte für mich alles hat, was ein guter Krimi braucht - und sogar noch ein bisschen mehr. Denn: Was für andere Leser gelungenes Nordseeküsten-Lokalkolorit ist, weckt in mir als Teilzeit-Nordfriesin Heimat- und Wohlgefühl beim Lesen. Ich vergebe gerne fünf von fünf wildgewordnen Pfützenspritzern und habe schon den 1. Fall des Husumer Ermittlerteams „Das Flüstern im Watt“ auf dem Nachttisch parat. Die Teile können aber absolut unabhängig voneinander gelesen werden. 

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In einer kleinen Stadt

Stephen King
Flexibler Einband: 860 Seiten
Erschienen bei Ullstein TB, 01.01.2003
ISBN 9783548255538
Genre: Krimi und Thriller

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Zärtliche Klagen

Yoko Ogawa , Sabine Mangold
Flexibler Einband: 272 Seiten
Erschienen bei Aufbau TB, 17.08.2018
ISBN 9783746634371
Genre: Romane

Rezension:

Ach, diese japanischen Romane - sie sind echte Wundertüten. Was steckt drin? Und kann man etwas damit anfangen? „Zärtliche Klagen“ von Yoko Ogawa hatte für mich einige Überraschungen parat. Manches gefiel mir, anderes blieb mir fremd oder war sogar befremdlich. Die Ich-Erzählerin Ruriko nimmt ihre Leser mit in ein Landhaus, einem Zufluchtsort weit weg von ihrem Mann, einem Augenarzt. Der betrügt sie nicht nur, er ist ihr gegenüber auch gewalttätig geworden. Ruriko, von Beruf Kalligrafin, hat in den Bergen zunächst nur mit der Wirtin der nahen Pension „Grashüpfer“ und mit der Transkription der Autobiographie einer 95-Jährigen zu tun. Dann begegnet sie ihrem Nachbarn Herrn Nitta. Er ist Pianist, allerdings versagen ihm die Finger vor Publikum - er kann nicht spielen, wenn Dritte zuhören. Deshalb ist er dazu übergegangen, Cembalos herzustellen, und zwar mit Unterstützung seiner jungen Assistentin Kaoru, die ihrerseits die Schatten ihrer Vergangenheit mit sich trägt. Ruriko ist vom ersten Moment an fasziniert von Herrn Nitta, spürt aber auch, dass den Musiker und seine Assistentin etwas verbindet, das sie zunächst nicht greifen kann… 


Die Erzählweise ist ruhig, es die Beschreibungen und Ereignisse plätschern manchmal an der Grenze der Belanglosigkeit dahin - um dann im nächsten Moment einen echten Hammer hervorzuholen. Im Plauderton erzählt Ruriko von ihrem lieblosen Ehemann, ihrer Faszination für Herrn Nitta und ihrer Eifersucht auf Kaoru. Dann wieder gerät sie in einen emotionalen Ausnahmezustand und handelt ziemlich seltsam - puh. Zum Glück gibt es auch leichte und komische Momente, in denen die Beschreibungen und Eigenarten erfrischend besonders sind. „Die Wirtin schien überhaupt nicht gealtert zu sein. Sie war immer noch die dickste Frau, der ich jemals begegnet bin. Überall hatte sie Speckröllchen und Fettpölsterchen: an den Fingerkuppen, hinter den Ohren, an den Fesseln, am Grübchen des Kinns. Weiß, prall und zart, dass man unwillkürlich Lust verspürte, sie anzufassen.“ Diese Wirtin hat nicht nur Sorge, irgendwann in der Toilettentür steckenzubleiben, sondern kann auch ein echtes Kunststück, nämlich den Pfau auf Zuruf ein Rad schlagen lassen. 

Ohnehin spielt Kunst eine wesentliche Rolle in „Zärtliche Klagen“. Das Stück „Les Tendres Plaintes“ von Jean-Philippe Rameau stand Pate für den Titel. Und das melancholische Musikstück passt gut zu der Geschichte, die Tragik und Traurigkeit, aber auch viele Zwischentöne in sich trägt, ohne aufdringlich zu sein. Als Leser kann man in eine fremde Welt eintauchen und nebenbei viel über das Instrument Cembalo lernen. „Der Klang des Cembalos drang in die Tiefen meines Herzens vor. Langsam füllte er jene Finsternis, wo weder Licht noch Sprache hingelangten“, sagt Ruriko. Ich sage: Zärtliche Klagen lässt mich ein wenig ambivalent zurück, ein bisschen bin ich verzaubert, vieles ist mir aber auch rätselhaft geblieben. Insgesamt fühle ich mich aber bereichert und vergebe knappe vier Möpse mit joghurtblauen Augen für dieses ungewöhnliche Leseerlebnis. 

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Drei Frauen am See

Dora Heldt , Anneke Kim Sarnau
Audio CD
Erschienen bei Jumbo, 31.08.2018
ISBN 9783833739019
Genre: Romane

Rezension:

Sie waren ein Kleeblatt, das unzertrennlich schien: Marie, Alexandra, Friederike und Jule. Doch die Freundinnen von einst hat etwas auseinander getrieben, aber was nur? Das enthüllt die Autorin nur ganz langsam, Stück für Stück, springt geschickt zwischen den Zeiten - und baut so eine Spannung auf, die mich bis zur letzten der sieben CDs des Hörbuchs gefesselt hat.

Fasziniert haben mich auch die Leben der vier Frauen, die unterschiedlicher kaum sein könnten und die der Hörer/Leser durch Rückblicke bereits in Jugend-Tagen erleben darf. Die forsche und sarkastische Friederike, die eine schreckliche Mutter hat und in die weite Welt flieht, die einfühlsame Jule, die sich nichts sehnlicher wünscht als zu heiraten und eine Familie zu gründen, die schöne Alexandra, die Karriere in einem Verlag macht und geheimnisvoll bleibt. Und nicht zuletzt Marie, die sensible Marie, die mit einem Herzfehler geboren wurde und in ihrem eigenen Tempo leben muss.

In der Gegenwart des Romans sind die Frauen Anfang 50, nach einem lange nicht näher definierten Streit vor ungefähr zehn Jahren lebt jede ihr eigenes Leben - bis sie der Tod wieder zusammen bringt: Marie ist gestorben und verfügt als letzten Wunsch, dass die verbliebenen Freundinnen sich Pfingsten gemeinsam im Haus am See treffen, in dem sie schon als Kinder viele gemeinsame Urlaube verbrachten. Das stößt zunächst auf wenig Gegenliebe…

Das Hörbuch hat mir sehr gefallen, die Zeitsprünge sind einerseits ein tolles Stilmittel, erfordern aber gleichzeitig einiges an Konzentration. Auch tauchen viele Personen auf, die zwar das aktuelle Leben der Protagonistinnen schön anschaulich machen, mich manchmal aber auch ein bisschen verwirrt haben. Denn: Mal eben ein paar Seiten zurückblättern ist bei CDs ja nicht so einfach. Dennoch ist das Hörbuch ein Genuss, wozu auch die Vorleserin Anneke Kim Sarnau beiträgt, die Stimmungen sehr gut transportiert und jede der vier Frauen ganz eigene Nuancen verleiht.

„Drei Frauen am See“ ist eine Geschichte, die mich berührt hat. Denn man kann es sich nicht oft genug bewusst machen, dass falscher Stolz und verletzte Gefühle schlechte Berater sind - und es viel schneller zu spät sein kann, als es einem lieb ist. Es passiert viel, ich habe geschmunzelt, mich geärgert und auch ein paar Tränchen vergossen - ein echtes Hörerlebnis, das ich nur empfehlen kann. 

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Tödliche Vergebung: 2.Fall des erfolgreichen Ermittler-Duos Pfeiffer & Schätzlein

Alex S. Judge
E-Buch Text: 301 Seiten
Erschienen bei Selfpublisher, 08.08.2018
ISBN B07GBH5CW4
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Also leg schon das Seil um deinen Hals. Ich gestehe dir ein letztes Gebet zu.Vielleicht vergibt dir der Herr, denn ich werde es nicht tun. Meine Vergebung ist der Tod. Na los, und dann hüpfst du bei drei vom Tisch. Ich habe heute Abend noch einen Termin.“ Diese Worte spricht, man ahnt es, ein perfider Mörder. Gleich am Anfang von „Tödliche Vergebung“ erhält der Leser einen exklusiven Einblick in die Gedankenwelt des Täters (ob einer oder mehrere, ob Mann oder Frau, das weiß man natürlich noch nicht). Und man ist live dabei, wie ein Mann gezwungen wird, sich zu erhängen.

So weit, so spannend. Den Rest des 348-seitigen Krimis erlebt der Leser aus der Sicht des Würzburger Ermittlerteams um Peter Pfeiffer und Nina Schätzlein. Die haben es bald mit noch einem angeblichen Selbstmord durch Erhängen zu tun und stoßen auf Ungereimtheiten. Weitere Todesfälle geben Rätsel auf - hängen sie am Ende alle zusammen? Was hatte die Domina Alina mit allem zu tun? Und welche Rolle spielt Pfarrer Sebastian Heller, dem Nina seit Kindertagen an vertraut, und der immer verdächtiger wird?

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und angenehm zu lesen, Alex S. Judge versteht es auch, Spannung zu erzeugen und zu halten. Auch das Thema ist interessant gewählt - die Umsetzung hat mich aber stellenweise etwas verwirrt. Der vorliegende ist bereits der zweite Fall für das Team, den ersten Fall kenne ich nicht - manchmal wären wohl aber Vorkenntnisse zum besseren Verständnis des Verhaltens von Nina und Peter hilfreich gewesen. Denn beide haben ein gehöriges privates Päckchen zu tragen.

Das ist natürlich an sich nicht schlecht, kaum etwas ist langweiliger als Ermittler aus dem Klischeetopf, die schemenhaft und ohne eigene Persönlichkeit bleiben. Allerdings war es mir hier eindeutig zu viel Privatkram. Der Fall und die Auflösung sind durchaus komplex und eigentlich ganz interessant konstruiert - allerdings war für mich die Geschichte am Ende nicht ausgewogen, die Konzentration auf die Probleme der Ermittler ist meiner Meinung nach etwas zu Lasten einer schlüssigen Darstellung der Motive gegangen. Und weil mir selbst nichts Kluges mehr einfällt, schließe ich mit einem Zitat von Kurt Tucholsky: „Der Mensch hat zwei Beine und zwei Überzeugungen: eine, wenn's ihm gut geht und eine, wenn's ihm schlecht geht. Die letzte heißt Religion.“

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36 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 27 Rezensionen

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Die Tote und der Polizist

Sofie Sarenbrant , Hanna Granz
Flexibler Einband: 352 Seiten
Erschienen bei Rütten & Loening Berlin, 17.08.2018
ISBN 9783352009167
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

Wie ist das Gefühl, auf der eigenen Trauerfeier zu sein? Davon können nur sehr wenige berichten. Die Polizistin Emma Sköld kann es, nur zwei Ärzte und ihr Vater wissen, dass sie einen Anschlag überlebt hat. Ihre Mutter, ihre Schwester, ihre Kollegen wähnen sie tot - und so gerne sie würde, sie darf noch nicht wieder auferstehen. Denn es führt eine blutige Spur in die Kreise der Polizei von Stockholm. Polizeichef Gunnar Olausson ist ein Serienmörder, er sieht sich auf einer Mission; er will das Land von Bettlern und Migranten säubern. Er war es auch, der Emma umbringen lassen wollte - sie will ihm das Handwerk legen, braucht aber Beweise. Dabei soll ihr Soraya helfen, eine junge Rumänin, die auf der Straße lebt und den Mord an einem Bettler beobachtet hat - und seitdem vor Gunnar auf der Flucht ist…

Die Zutaten für „Die Tote und der Polizist“ von Sofie Sarenbrant sind eigentlich gut. In den meisten Krimis wird erst auf den letzten Seiten der Täter präsentiert - hier weiß der Leser gleich von Anfang an, wer der Mörder ist, und gerade das bereitet Unbehagen - es ist der Polizeichef von Stockholm, jemand, der Verbrechen bekämpfen sollte, statt sie selbst zu begehen; das ist moralisch nicht nur eine bittere Pille, sondern Gunnar hat zusätzlich ganz andere Möglichkeiten, seine Taten zu vertuschen und hat sogar Helferlein, die Polizisten sind. 

Die Kapitel sind zum Teil sehr kurz - dafür sind es auch 114 bei 350 Seiten - der Leser bekommt durch ständige Perspektivwechsel Einblicke in die Gedankenwelt der jungen Bettlerin Soraya, Emmas Schwester zu ihrem Vater Evert und Emmas Kollegen Nylen. Besonders beunruhigen ist die Perspektive von Polizeichef Gunnar - puh, ein kranker Typ an einem ganz schön langen Hebel. Emma, die sich im Ferienhaus der Familie versteckt, hat Schuldgefühle, weil sie die Trauer ihrer Familie und Freunde sieht und nicht bei ihrer Tochter sein kann. 

Also, wie ich schon schrieb: Eigentlich eine gute Mischung für einen ungewöhnlichen Krimi. Der Sprachstil ist angenehm zu lesen, aber leider ist die Erzählweise etwas langgezogen, was ein bisschen zu Lasten der Spannung geht. Ein bisschen mehr Straffung hätte der Geschichte gut getan. Aber insgesamt war das kein schlechtes Leseerlebnis, das in ungewöhnliche Abgründe blicken lässt. Das Thema ist aktuell und absolut wert, dazu Denkanstöße zu bekommen. Ich vergebe vier Rachefeldzüge einer Totgeglaubten. Ich bin auch gut zurechtgekommen, ohne die beiden Vorgängerbände der Emma-Sköld-Reihe zu kennen - weil sie aufeinander aufbauen und ich ja nun schon weiß, was passiert, habe ich aber nicht das Gefühl, dass ich sie jetzt im Nachhinein noch lesen muss.

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Der stille Herr Genardy

Petra Hammesfahr
Flexibler Einband: 333 Seiten
Erschienen bei Rowohlt TB.
ISBN 9783499230301
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:  
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36 Bibliotheken, 2 Leser, 0 Gruppen, 16 Rezensionen

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Wie man die Zeit anhält

Matt Haig , Sophie Zeitz , Christoph Maria Herbst
Sonstiges Audio-Format
Erschienen bei Der Hörverlag, 23.04.2018
ISBN 9783844528961
Genre: Romane

Rezension:  
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17 Bibliotheken, 0 Leser, 0 Gruppen, 11 Rezensionen

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Christine Bernard. Die Legende vom bösen Wolf

Michael E. Vieten
Flexibler Einband: 296 Seiten
Erschienen bei Acabus Verlag, 06.03.2018
ISBN 9783862825660
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Ihr brach der Schweiß aus. Sie war unfähig, sich zu bewegen. ‚Kaninchen und Schlange‘, schoss es ihr durch den Kopf. Er machte einen einzelnen Schritt auf sie zu, und ihr blieb beinahe das Herz stehen. Sie versuchte, ihre überschäumende Angst zu beherrschen, und ging ihre Optionen durch.“
Die junge Kommissarin Christine Bernard muss sich näher mit Canis lupus auseinander setzen, als ihr lieb ist: Denn sie muss das Rätsel um eine Leiche im Wolfsgehege - oder vielmehr, was davon übrig ist - lösen. Dabei trifft sie auf ganz unterschiedliche Verdächtige: auf Wolfsromantiker und Bauinvestoren, Waffenschieber und Menschenhändler. Gemeinsam mit ihrem Team verfolgt die Kommissarin alle möglichen Spuren: „Im Grunde war sie eine Fährtenleserin. Ganz so, wie ein Wolf, der durch die Wälder streift, auf der Suche nach Beute.“ Dabei gerät Christine nicht nur einmal in große Gefahr…


Der vorliegende Fall ist bereits der vierte für die Trierer Kommissarin, kann aber wunderbar ohne Vorkenntnisse gelesen werden und greift ein hochaktuelles, brisantes Thema auf. Ist der wiederkehrende Wolf ein willkommener Gast in deutschen Wäldern, oder eine Bedrohung für den Menschen? In „Christine Bernard. Die Legende vom bösen Wolf“ lässt Autor Michael E. Vieten durch seine Figuren verschiedene Seiten zu Wort kommen. Und zum Wolf gesellt sich noch ein Tier: der Erklärbär schleicht sich manchmal ein, was mich aber nicht gestört hat. Man erfährt sehr viel über den Wolf, aber auch über die Ermittlungsarbeit. Die Spannung kommt dabei aber auch nicht zu kurz.

Gefallen haben mir die Charaktere rund um die junge Kommissarin, besonders ihr Kollege Jörg Rottmann, der mit seiner herrlich schnoddrigen Art ein interessantes Gegengewicht zur eher sensiblen Christine bietet. Die junge Protagonistin hadert manchmal mit sich selbst, gibt aber dann wieder durch überraschend impulsive Aktionen den Ermittlungen neue Wendungen. Insgesamt wirkt die Kommissarin authentisch; neben ihrem Arbeitsalltag spielt auch immer wieder ihr Privatleben eine Rolle. Das finde ich an sich gut, ein bisschen weniger hätte es für mich aber auch getan.

Insgesamt habe ich mich gut durch diesen spannenden Krimi unterhalten gefühlt, wozu auch der angenehm flüssige Schreibstil des Autors beigetragen hat. Ich vergebe gerne vier Gummibrötchen aus der Polizeikantine und habe Lust bekommen, auch die anderen Fälle der Trierer Kommissarin Bernard zu lesen. 

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29 Bibliotheken, 3 Leser, 0 Gruppen, 20 Rezensionen

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Ein besoffener Bär im Bergwerkswald

Petteri Nuottimäki , Wibke Kuhn , Sibylle Klöcker
Flexibler Einband: 304 Seiten
Erschienen bei HarperCollins, 03.09.2018
ISBN 9783959672030
Genre: Romane

Rezension:

Es hat ein paar Seiten gedauert, bis ich mich eingegroovt hatte - aber dann musste ich plötzlich laut lachen. Und dann immer wieder. Grund meiner Heiterkeit: Die Geschehnisse in einem kleinen schwedischen Provinzkaff, die immer absurdere Züge annehmen. Mittendrin, im Auge des Irrsinns sozusagen: Bürgermeister Per Danielsson, nach Kräften bemüht ist, den Überblick zu behalten und Schlimmeres zu verhindern. Ein Himmelfahrtskommando, aber der Reihe nach. 

Mit seiner Frau Maja und Teenie-Sohn Emil macht Per einen Ausflug in den Wald zum Pilzesammeln. Dort taucht plötzlich etwas auf, das Per zunächst für einen betrunkenen Bären hält. Sohn Emil hingegen hält es vor allem für filmenswert und zückt das Smartphone. Das verwackelte Video geht viral - und bald rätselt ganz Schweden: Ist es ein Jungelefant? Ein Monster? Außerirdische? Oder etwas ganz anderes? 

Was es auch ist, es ist gut für in den Ort, der kurz vor dem Ruin steht. Für jede noch so krude Theorie finden sich Anhänger, die sich mit eignen Augen ein Bild machen wollen. Per, der eigentlich eine höhere politische Karriere in der Hauptstadt anstrebt, freut sich zunächst über diesen positiven Tourismus-Trend und das Klingeln in den Kassen der örtlichen Unternehmer. Aber nicht lange: Die Dinge verselbständigen sich und jeder, aber auch wirklich jeder, gibt Per die Schuld für alles - obwohl er für gar nichts etwas kann.
Zugegeben: Die Geschichte, dass ein verschlafener Ort durch eine (fingierte) übernatürliche Erscheinung plötzlich im medialen Interesse steht, ist nicht neu; aber diese Variante ist wirklich urkomisch und hat eine ganz eigene Dynamik. Das Schönste sind Pers innere Monologe - die besondere Komik dieses Buches liegt für mich darin, wie er bis zum Schluss versucht, jeder noch so absurden Situation mit heiligem Ernst zu begegnen und Vernunft anzuwenden. Und wer mag, kann auch noch über unsere immer technisiertere Internet-Welt und das Phänomen eines zunehmend flexiblen Wahrheitsbegriffs sinnieren - oder sich einfach nur amüsieren, je nach Gemüt. 

Ich jedenfalls habe mich bestens unterhalten gefühlt; und immer, wenn ich ein Buch finde, das genau meinen schrägen Humor trifft, sehe ich über vieles andere hinweg und vergebe die volle Punktzahl - fünf Baguettes mit abgelaufenem Krabbensalat für „Ein besoffener Bär im Bergwerkswald“.

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26 Bibliotheken, 1 Leser, 0 Gruppen, 22 Rezensionen

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Todeslüge: Eine mörderische Affäre

Dörte Jensen
E-Buch Text: 188 Seiten
Erschienen bei null, 01.08.2018
ISBN B07G49QC38
Genre: Krimi und Thriller

Rezension:

„Sie trug eine Jacke, die in der Musterung dem Federkleid eines Papageien nachempfunden war. Auch wenn das Kleidungsstück unglaublich bunt war und keinen klassischen Schnitt zu haben schien, wirkte es auf gewisse Weise elegant.“ Wer jetzt glaubt, dass ebendiese Jacke eine beträchtliche Rolle in Todeslüge spielt, liegt richtig. Warum allerdings eine rote Jacke das Cover ziert, ist mir bislang ein Rätsel (nirgends wird eine rote Jacke auch nur erwähnt). Wie dem auch sei, eine weitere große Rolle in der Geschichte spielt der Politiker Hermann Spengler, dessen Metier ohnehin weniger Mode als vielmehr Manipulation ist.


Nach außen präsentiert sich Spengler als aalglatter Saubermann und treusorgender Gatte. In Wirklichkeit ist er ein abgebrühter Machtmensch, der für den Aufstieg seiner Partei buchstäblich über Leichen geht. Als er mit einem kompromittierenden Video erpresst wird, fackelt er nicht lange und gibt gleich zwei Morde in Auftrag. Und auch Modedesignerin Wiebke Dierksen gerät auf seinen „Muss beseitigt werden“-Radar. Denn Wiebke hat etwas, was Spengler gern hätte - und anfangs weiß sie es nicht einmal. Als sie sich der Tragweite der Sache bewusst wird, schmiedet sie gemeinsam mit ihrer Freundin Ricarda einen gefährlichen Plan.

Ich bin ein bisschen hin- und hergerissen. Todeslüge lässt sich gut und flüssig weglesen, ich habe lediglich einen langen Abend für die Lektüre gebraucht. Um den Figuren wirklich Tiefe zu geben, sind es meiner Meinung nach zu viele, aber das ist ja kein Gesellschaftsroman, sondern ein Thriller. Und eine Grundspannung wird die ganze Zeit über gehalten, Langeweile kommt in der ganzen Geschichte nicht auf und es gibt auch witzige Szenen. Die Hauptrolle in der Geschichte spielt eigentlich der Zufall, und genau hier bin ich hin- und hergerissen. Denn was ich in den ersten beiden Dritteln der Geschichte noch unterhaltsam und überraschend fand, war mir am Schluss ein bisschen zu viel. Genauso ging es mir mit der Liebesgeschichte, die es neben all dem Mord und Totschlag auch noch gibt. Kein Wunder: Die Autorin Dörte Jensen war mir bisher vor allem durch ihre „Friesenbrise“-Romane bekannt, die unter anderem Titel wie „Liebelei auf Norderney“ tragen. 

Alles in allem hat mich „Todeslüge“ unterhalten und war spannend zu lesen, auch wenn mir persönlich das Ende ein wenig zu happy war. Ich vergebe gute drei verliebte Banker und versuche weiterhin, das Rätsel der roten Jacke zu lösen.

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